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Anglikanische Kirche

Anglikanische Kirche

Die Anglikanische Kirche (von lat.: anglicanus = englisch), mit offiziellem Namen Anglikanische Kirchengemeinschaft (englisch Anglican Communion) ist eine weltweite Kirchengemeinschaft, die in ihrer Tradition evangelische und römisch-katholische Glaubenselemente vereinigt, wobei die römisch-katholische Tradition in der Liturgie etwas vorherrscht und die evangelische in der Theologie. Sie hat ca. 50.767.000 Mitglieder.

Sprachgebrauch

Der offizielle Name ist Anglican Communion. Die Church of England ist die Mutterkirche der anglikanische Kirche. Die einzelnen Kirchen der Anglikanischen Kirchengemeinschaft Communion bezeichnen sich gewöhnlich als "Kirche von x" (z.B. Church of England) oder "Episkopalkirche von x" (z.B. Episcopal Church of Scotland), es sind aber auch andere Namen möglich.

Verbreitung

Die anglikanische Kirche ist, nach der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche, die drittgrößte christliche Kirche. Sie ist besonders in englischsprachigen Gebieten und in Gebieten des Commonwealth of Nations vertreten. Weltweit gibt es etwa 75 Millionen anglikanische Christen, davon etwa 42 Millionen in Großbritannien und Nordirland.

Organisation

Die Kirchen der Anglikanischen Gemeinschaft

Die Anglikanische Kirchengemeinschaft besteht aus 38 selbständigen Landeskirchen, beziehungsweise Provinzen, die jeweils einem Primas unterstehen.
- Anglican Church in Aotearoa, New Zealand and Polynesia
- Anglican Church of Australia
- Anglican Church of Bermuda
- Anglican Church of Canada
- Anglican Church of Kenya
- Anglican Church of Korea
- Anglican Church of Papua New Guinea
- Chung Hua Sheng Kung Hui (China)
- Church in Wales
- Church of Bangladesh
- Church of Ceylon
- Church of England
- Church of Ireland
- Church of Nigeria
- Church of North India
- Church of Pakistan
- Church of South India
- Church of the Province of Burundi
- Church of the Province of Central Africa
- Church of the Province of Congo
- Church of the Province of Melanesia
- Church of the Province of Myanmar
- Church of the Province of Rwanda
- Church of the Province of South East Asia
- Church of the Province of Southern Africa
- Church of the Province of Tanzania
- Church of the Province of the Indian Ocean
- Church of the Province of the West Indies
- Church of the Province of Uganda
- Church of the Province of West Africa
- Episcopal Church in Jerusalem and the Middle East
- Episcopal Church in the USA
- Episcopal Church of Cuba
- Episcopal Church of the Sudan
- Hong Kong Sheng Kung Hui (Hong Kong)
- Iglesia Anglicana de la Region Central America
- Iglesia Anglicana del Cono Sud de las Americas
- Iglesia Anglicana de México
- Igreja Episcopal do Brasil
- Lusitanische Kirche von Portugal
- Nippon Sei Ko Kai (Japan)
- Philippine Episcopal Church
- Philippine Independent Church
- Scottish Episcopal Church
- Spanish Reformed Episcopal Church In den USA hat die Episcopal Church USA zahlreiche Gemeinden, die sich in 10 Provinzen aufgliedern, unter der Jurisdiktion des Presiding Bischofs der Episkopalkirche. Die Unabhängigkeit der US Kirche von der englischen folgte auf dem US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieg einerseits, weil der König nicht mehr als weltliche Oberhaupt der Kirche gelten sollte, und andererseits, weil es notwendig und erwünscht war, eigene Bischöfe zu haben, anstatt wie bisher unter der Aufsicht von Bischöfen in England zu bleiben. In den USA gehört die Episkopalkirche zu den ältesten Kirchen, ist heute aber viel kleiner (nur etwa 1-2% der Bevölkerung) als etwa die Baptisten, Methodisten oder Katholiken. 1980 wurde durch eine Union der Diözese von Gibraltar und der Jurisdiktion of North and Central Europe (FULHAM) die Diözese von Europa ("Diocese [of Gibraltar] in Europe") gegründet, die seither für die Gemeinden in Europa außerhalb Großbritanniens und Irlands zuständig ist. In Deutschland gibt es 33 anglikanische Gemeinden, davon 22 Standortpfarreien. Für Skandinavien und Deutschland zuständig ist der "Venerable" David Ratcliff mit Wohnsitz in Stockholm. Die anglikanische Kirche in der Schweiz gehört ebenfalls zur Diözese von Europa. Sie hat acht Standortpfarreien in größeren Städten und einige weitere Gemeinden, die von dort betreut werden. Seit 1999 existiert eine Arbeitsgemeinschaft der Anglikanisch-Episkopalischen Kirchen in Deutschland (CAECG), die gemeinsam ihre Missionstätigkeit in Deutschland koordinieren. Anglikanische Gemeinden existieren beispielsweise in Berlin, Freiburg im Breisgau, Düsseldorf, Bonn/Köln, Hamburg, Stuttgart und Leipzig. Episkopal-Gemeinden existieren beispielsweise in Augsburg, Baden-Baden, Frankfurt am Main, Ingolstadt, Karlsruhe, Wiesbaden, München und Nürnberg. Die Verbreitung ist nahezu identisch mit der ehemaligen britischen beziehungsweise US-amerikanischen Besatzungszone in Deutschland.
- [http://www.anglican.org/domain/admin/countries.html Übersicht der Kirchen nach Mitgliedern und Diözesen]

Leitung der Kirchengemeinschaft

Rechtlich gesehen, ist das oberste Gremium die Lambeth Conference, eine Konferenz der Bischöfe aller Kirchen der Anglikanischen Kirchengemeinschaft. Oberster geistlicher Leiter der Kirche ist der Primas der Church of England, also der Erzbischof von Canterbury (gegenwärtig Rowan Williams) als Primus inter Pares. Er besitzt kein Weisungsrecht gegenüber den übrigen Kirchen der Kirchengemeinschaft. Er beruft die Treffen der Primaten der Anglikanischen Kirche ein und leitet sie. Diese Treffen haben ebenfalls kein Weisungsrecht gegenüber den einzelnen Kirchen. Gewöhnlich wird dabei ein gemeinsamer Pastoralbrief herausgegeben. Der Anglikanische Beratende Versammlung trifft etwa alle drei Jahre zusammen und hat in erster Linie koordinierende Funktionen. Sie setzt sich aus Delegationen aller Anglikanischen Kirchen zusammen, wobei jede Kirche einen Bischof, einen Priester und einen Laien stellt.

Aufbau einer anglikanischen Kirche/Kirchenprovinz

Eine anglikanische Kirche oder Kirchenprovinz hat an ihrer Spitze für gewöhnlich als höchste gesetzgebende Instanz die Provinzsynode, die sich aus den Bischöfen, Klerusvertretern und Laienvertretern zusammensetzt. Die Synode tagt stets zu bestimmten Zeiten, wird jedoch ständig durch das Provinzbüro aufrecht erhalten. In diesem Provinzbüro werden alle laufenden Angelegenheiten der Kirche bearbeitet. Angefangen von den Finanzen, bis hin zur Klerikerausbildung. An seiner Spitze steht ein/e Generalsekretär/in. Jeder anglikanischen Kirche steht ein Primas vor. Dieser kann der Bischof eines bestimmten Sitzes sein, so wie für England in Canterbury, ist aber für gewöhnlich nicht daran gebunden. Der Erzbischof ist dann, wie in den meisten Kirchen der anglikanischen Gemeinschaft, einer der Bischöfe der Provinz, welcher auf der Provinzsynode gewählt wurde und den Titel Primas/Erzbischof von .... (Name der entsprechenden Landeskirche) trägt. In einigen Landeskirchen ist seine Amtszeit beschränkt (beispielsweise Tansania).

Aufbau einer anglikanischen Diözese

Jeder Diözese steht ein Bischof vor, welchem, ist die Diözese von entsprechender Größe, Suffraganbischöfe beigeordnet sind. Diese entsprechen den Katholischen Weihbischöfen, besitzen aber im Gegensatz zu diesen einen eigenen Bezirk innerhalb der Diözese, bleiben aber in jedem Fall dem Diözesanbischof untergeordnet.
- [http://www.ucl.ac.uk/~ucgbmxd/success1.htm Sukzessionsliste der anglikanschen Bischofe] Der Diözesanbischof besitzt eine Kathedrale, an welcher es den Kathedralklerus gibt. Diese unterstehen dem Dean (Dekan) oder Provost (Propst) und unterteilen sich in Residenzkanoniker, Honorarkanoniker (Praebendare) und Niedere Kanoniker. Große Diözesen besitzen einen oder mehrere Regionalbischöfe. Sie entsprechen einem katholischen Weihbischof und sind zumeist gleichzeitig Archidiakon. Der Diözesanklerus besteht aus Pfarrern, Hilfspfarrern und Vikaren. Mehrere Pfarrkirchen sind in Dekanaten zusammengefasst, so wie dies auch in der Katholischen Kirche der Fall ist. Besonders große Diözesen sind zudem noch in Archidiakonate unterteilt. Ihre Leiter nennen sich Archdiacon (Erzdiakon) und sind oftmals mit den Suffraganbischöfen identisch. Diese Archidiakonate entsprechen den Regionen in großen Katholischen Diözesen. Um in die Reihen des Klerus der Anglikanischen Kirche aufgenommen zu werden, bewirbt man sich beim Bischof einer Diözese. Dieser wird diese Bewerbung an ein Nationales Kirchenministerium (Selection Conferences) weiterleiten, welches den Bewerber auf seine Eignung im Geistlichen, Geistigen, Gesundheitlichen und Familiären prüft. Ist dies geschehen, so sendet es ein Gutachten an den jeweiligen Bischof, in welchem es den Bewerber empfiehlt, bedingt empfiehlt oder ablehnt. Zugleich macht es auch Vorschläge zur Ausbildung, welche von einem normalen Hochschulstudium bis zu regionalen Kursen reichen. Hat der Bewerber die Zustimmung des Bischofs erhalten, so untersteht er fortan einem Diözesandirektor für die Ausbildung, mit welchem er sich in allen Bereichen seines Lebens auseinanderzusetzen hat, da er zum Schluss des Studiums ein Zeugnis zu dessen Eignung abgeben muss. Ist dieses positiv ausgefallen, so steht der Weihe des Bewerbers, oder der Bewerberin, nichts mehr im Wege.

Lehre

In der anglikanischen Lehre gibt es ein weites Spektrum zwischen der High Church (Anglo-Katholizismus), die in Liturgie und Lehre den anderen katholischen Kirchen nahe steht und der Low Church, die dem Protestantismus, insbesondere dem Calvinismus nahe steht. Theologisch sind innerhalb der anglikanischen Kirche sehr liberale wie auch streng evangelikale und konservativ anglo-katholische Richtungen vertreten. Dieses sehr weite Meinungsspektrum wird teilweise als Stärke der Anglikaner betrachtet, die somit ein weites Spektrum des heutigen Christentums ohne Kirchenspaltung in einer Kirche umfassen können. Teilweise wird aber auch kritisiert, dass die Kirche so für nichts mehr steht und der Beliebigkeit zu viel Raum gibt. Was unterscheidet die Anglikanischen Kirchen nun von der Römisch-Katholischen Kirche? In konservativen Richtungen der Highchurch:
- kein Primat in Leitung, Glaubens- und Sittenlehre
- kein Zölibat für den Klerus In liberalen Richtungen der Lowchurch:
- Frauenordination
- es gibt kein Purgatorium (Fegfeuer)
- Brot und Wein sind nur symbolisch und wandeln sich nicht in Leib und Blut Christi
- es gibt keinen Primat in Leitung, Glaubens- und Morallehre
- man glaubt nicht an die leibhafte Aufnahme Mariens in den Himmel
- es gibt keinen Zölibat für den Klerus
- die Ehe kann aufgelöst werden, damit ist eine Wiederverheiratung möglich
- Abtreibung und Invitrobefruchtung werden liberaler gesehen
- gleichgeschlechtliche Paare können zusammenleben/heiraten

Gottesdienst und Praxis

Der Gottesdienst der anglikanischen Kirche ist liturgisch ähnlich aufgebaut wie der der katholischen Kirchen. Er ist im "Book of Common Prayer" niedergelegt, von dem die einzelnen Gliedkirchen eigene Ausgaben haben.

Liturgie

Die Liturgie der anglikanischen Kirche ist im Book of Common Prayer festgelegt. Insbesondere die Liturgien der Eucharistiefeiern zeigen die Zughörigkeit des Anglikanismus zur Katholischen Kirche. Sie wurden allerdings, anders als in der römisch-katholischen Kirche schon seit der Reformationszeit in der jeweiligen Landessprache abgehalten.

Gebet

Das Stundengebet, in der anglikanischen Kirche als Daily Office bezeichnet, ist eine wichtige Tradition der anglikanischen Kirche. Insbesondere das Morgen- und Abendgebet sind zum Volksgebet geworden und werden in vielen Kirchen täglich gebetet. Die anglikanische Kirche kennt auch die Rosenkranztradition, wobei der Aufbau des Rosenkranzes und die Gebet sich von denen der katholischen Kirche unterscheiden und weniger auf Maria, dafür stärker auf Jesus Christus ausgerichtet sind.

Orden

Wie die katholische Kirche, so kennt auch die anglikanische Kirche Männer- und Frauenorden. Die meisten zur Reformationszeit bereits bestehenden katholischen Orden haben anglikanische Entsprechungen. Diese leben nach den Evangelischen Räten und in Gemeinschaft, sind entweder kontemplativ oder aktiv in Erziehung, oder Pflege tätig. Siehe Anglikanische Orden.

Geschichte

Die Kirche von England datiert ihre Geschichte zurück bis in römische Zeiten. Während keltische Stämme in Irland den christlichen Glauben auch nach dem Einfall von Angeln, Sachsen, Juten, und Dänen behielten, verfiel England erst einmal einige Jahrhunderte dem heidnischen Glauben. Mit der Mission von Augustinus von Canterbury an den Hof von Kent im Jahr 698 kam erneut aus Rom die christliche Religion nach England. Diese Missionstätigkeit ergänzte sich mit einer Mission durch irische Mönche (siehe Columban). Die Bistümer in England waren in zwei Kirchenprovinzen aufgeteilt, die von York und von Canterbury. Als unter Heinrich VIII. Streitigkeiten zwischen dem englischen Thron und dem Amtsnachfolger von Petrus in Rom über die Rechtmäßigkeit der königlichen Ehen aufkamen, erklärten die Bischöfe Englands, dass sie in Heinrich, und nicht im Papst, das Oberhaupt der englischen Kirche sahen. Somit ergab sich die Chance, dass in den Kirchenprovinzen von York und Canterbury Ideen der Reformation in der Praxis umgesetzt werden konnten. Unter Heinrich VIII. änderte sich für die englische Kirche zunächst sehr wenig. Nur der Gebrauch der lateinischen Sprache wurde zugunsten der englischen aufgegeben. Mit Edward VI. wurde jedoch das erste Book of Common Prayer am Pfingstfest 1549 eingeführt, unter maßgeblicher Arbeit von Thomas Cranmer, Erzbischof von Canterbury. Damit wurde auch eine Tradition eingeleitet, nachder sich der Anglikanismus vorrangig durch eine episkopale Kirchenordnung und eine einheitliche gottesdienstliche Praxis definiert. Nach einer kurzen Zwischenepisode unter der römisch-katholischen Monarchin Maria, setzte sich die Reformbewegung der englischen Kirche unter Elisabeth I. und den ersten beiden Stuart-Königen fort. Es entwickelte sich ein sich vertiefender Streit zwischen Puritanern, die eine stärker reformiert orientierte Theologie verfolgten, und Theologen wie Lancelot Andrewes, die eine katholischere Position einnahmen. Dieser Streit artete in dem englischen Bürgerkrieg aus. Nach der Restauration der Stuarts, unter Karl II. wurden diese Streitigkeiten mit einem neuen Book of Common Prayer (1661) beigelegt. Dies ist auch heute noch die offizielle Version, die in England neben dem Book of Alternative Services Anwendung findet. Nach der amerikanischen Revolution bildete sich auch in den USA eine weitere anglikanische Kirche, die nunmehr auch neben der nichtetablierten episkopalen Kirche Schottlands existierte. Es folgten auch in anderen Ländern weitere Kirchen, die aber alle zusammen im sog. Anglikanischen Kommunion eine Kirchengemeinschaft pflegen. Im 19. Jahrhundert, unter dem Einfluß der romantischen Bewegung, fand eine neue Hinwendung zu liturgischer Tradition statt. Diese Bewegung fand ihren Ausgang in Oxford und wurde unterstützt von John Henry Newman. Siehe auch Anglokatholizismus, High Church, Low Church. In der 2. Hälfte des 20. Jhts. fand in vielen anglikanischen Kirchen eine liturgische Reformbewegung statt, die zu neuen Books of Common Prayer führten, die enger an altkirchlichen Liturgien angelehnt waren, jedoch eine modernere Sprache und Theologie enthielten. Parallel dazu wurde die Priesterschaft auch für Frauen geöffnet. Seit den späten 80er Jahren wurden auch die erste Bischöfinnen in apostolischer Nachfolge geweiht.

Ökumene

Die Anglikanische Kirchengemeinschaft ist Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen. Sie steht darüber hinaus in Kirchengemeinschaft mit den Altkatholischen Kirchen und der indischen Mar Thoma Kirche.

Kontroversen

Frauenordination

Uneinigkeit über die Zulassung von Frauen zu den Weihen hat zu Zerwürfnissen innerhalb der Anglikanischen Kirche geführt. Während manche Bischöfe, Priester und Gläubige sich wegen dieses Themas abgespalten haben oder zum römisch-katholischen oder zur orthodoxen Kirche übergetreten sind, hat diese Entwicklung den Anglikanismus andererseits für Menschen attraktiver gemacht, die aus diesem Grund von den anderen beiden katholischen Konfessionen übergetreten sind, oder für Anglikaner, die sonst der Kirche den Rücken gekehrt hätten. Da die Anglikanische Kommunion nur die allgemein verbindlichen Regelungen kennt, die im Lambeth Quadrilateral enthalten sind, gibt es keine solche Regelung für die Frauenordination. So gibt es Kirchenprovinzen ohne jegliche Frauenordination, doch auch andere mit Zulassung nur zur Diakonenweihe, nur zu Diakonat und Priestertum und andere mit Zulassung zu Diakonat, Priestertum und Bischofsamt. Die ökumenischen Beziehungen zur römisch-katholischen und orthodoxen Kirche - vor allem letztere waren zwischenzeitlich recht eng gewesen - sind durch die Weigerung der beiden Kirchen, Frauen zu Priestern zu weihen, merklich abgekühlt. Mit der Orthodoxen Kirche wäre eine Abendmahlsgemeinschaftserklärung möglich gewesen, wenn die Frauenordination nicht beschlossen worden wäre, oder wenn die Orthodoxen diesen Schritt ebenfalls mitgemacht hätten.

Provinzen ohne Frauenordination

Central Africa, Jerusalem and the Middle East, Korea, Melanesia, Nigeria, Papua New Guinea, South East Asia, Tanzania

Provinzen mit Zulassung der Frauen zum Diakonat

Indian Ocean, Southern Cone, Congo, Pakistan

Provinzen mit Zulassung der Frauen zu Diakonat und Priestertum

Australia, Burundi, England (am 11. Juli 2005 beschloss die Synode von York die Zulassung zum Bischofsamt), Hong Kong, Kenia, Rwanda, South India, Uganda, Wales, West Africa, West Indies

Provinzen mit Zulassung von Frauen zum Diakonen-, Priester- und Bischofsamt

Aotearoa and Polynesia (bereits geweiht), Bangladesh, Brazil, Canada (bereits geweiht), Central America, Ireland, Japan, Mexico, North India, Philippines, Scottland, Southern Africa, Sudan, USA (bereits geweiht)

Homosexualität

Die weltweite Anglikanische Kirchengemeinschaft befindet sich seit der Bischofsweihe von Gene Robinson am 2. November 2003 in New Hampshire (USA) in einer Krise, die die Kirche zu spalten droht. Da Robinson seine Beziehungen zu seinem gleichgeschlechtlichen Partner nicht verheimlicht, wurde mit seiner Weihe deutlich, dass es zum Thema Homosexualität innerhalb der Anglikanischen Kommunion keinen Konsens mehr gibt. Konservative Geistliche und Mitglieder (vor allem aus Asien und Afrika, aber auch aus den Teilen Europas und Nordamerikas, wo auch die Frauenweihe noch als kontrovers gilt) sehen diesen Schritt als unvereinbar mit der bislang vertretenen Lehre der Kirche und als Bruch der Kommunion. Die Befürworter der Weihe (vor allem aus Nordamerika, Schottland, Neuseeland und Südafrika) betonen einerseits die anglikanische Tradition, dass die Ortskirche ihre Angelegenheiten vor Ort regeln darf, andererseits vertreten sie die Auffassung, dass homosexuelle und heterosexuelle Christen gleich würdig sind, Leitungsämter der Kirche auszufüllen. Nicht nur der Vollzug der Bischofsweihe hat zu Kontroversen geführt, sondern auch die parallel verlaufende Entscheidung der kanadischen Diözese von New Westminster, Riten für die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften zu entwickeln. Nach diesen Schritten hat sich ein Teil der Kirchengemeinschaft eindeutig von der Episcopal Church in the USA und der Anglican Church of Canada distanziert und auch die Kommunionsgemeinschaft gelöst; auch die orthodoxen Kirchen und der Vatikan zeigten ihr Missfallen. Die Scottish Episcopal Church und die Metropolitan Community Church haben die Entscheidungen der nordamerikanischen Kirchen begrüßt.

Weblinks


- [http://www.anglicancommunion.org Anglican Communion]
- [http://www.anglican.org Zugang zu allen Anglikanischen Kirchen weltweit]
- [http://www.anglikaner-in-deutschland.de Arbeitsgemeinschaft der Anglikanischen und Episkopalkirchen in Deutschland]
- [http://www.episcopalchurch.org/europe Episcopal Church USA in Europa]
- [http://www.christchurchvienna.org Anglikanische Kirche in Österreich]
- [http://www.anglican.ch/index.html Anglikanische Kirche in der Schweiz]

Siehe auch

Unabhängige Kirchen anglikanischen Ursprungs


- Anglican Church in America
- Sydney Anglicans
- African Orthodox Church
- African Orthodox Church of the West
- African Orthodox Episcopal Church
- American Episcopal Church
- Anglican Catholic Church of Canada
- Anglican Mission in America
- Anglican Province of Christ the King
- [http://www.iccec.org Charismatic Episcopal Church]
- [http://www.cekid.privat.t-online.de Charismatisch Episkopale Kirche in Deutschland]
- Communion of Evangelical Episcopal Churches
- Church of England in South Africa
- Episcopal Missionary Church
- United Episcopal Church of North America
- Free Church of England
- Free Church of Scotland
- Free Protestant Episcopal Church
- [http://www.recus.org Reformed Episcopal Church]
- Southern Episcopal Church
- [http://www.rekd.de Reformierte Episkopalkirche in Deutschland] ! ja:聖公会

Latein

Als Latein bzw. Lateinisch (lat. lingua Latina: „lateinische Sprache“) bezeichnet man die Sprache, die ursprünglich vom Volksstamm der Latiner gesprochen wurde, der Bewohner von Latium mit Rom als Zentrum. Innerhalb der indogermanischen Sprachen gehört Latein zur Gruppe der italischen Sprachen. Es bildete die Grundlage für alle heutigen romanischen Sprachen.

Entwicklung

romanischen Sprachen Ursprünglich in Rom und dem umliegenden Gebiet (Latium) gesprochen, wurde Latein später an humanistischen Gymnasien unterrichtet. Neben Griechisch war Latein die Amtssprache des römischen Reiches. Wegen der kulturellen Überlegenheit des Ostens verlor es dabei zeitweise in Nordafrika und selbst in Rom seine Vorrangstellung. So war die Liturgiesprache der römischen Christen bis um 300 das Griechische. In dieser Zeit drangen viele griechische Lehnwörter ins Lateinische ein. Während der Spätantike begannen sich verschiedene Volkssprachen, aus denen im Mittelalter die romanischen Sprachen entstehen sollten, phonetisch und grammatikalisch von der lateinischen Hochsprache wegzuentwickeln. Doch noch im 6. Jahrhundert entstanden hochsprachliche lateinische Werke. Im Oströmischen Reich war Latein bis ins frühe 7. Jahrhundert neben Griechisch eine der beiden Amtssprachen. Im Westen übernahmen die Germanen mit den Grundelementen der spätrömischen Verwaltung auch die lateinische Sprache, die in der Administration bis in die frühe Neuzeit vorherrschend blieb. Seit der Völkerwanderung und der Christianisierung der (zunächst zumeist arianischen) Germanenvölker wurde Latein im Westen des früheren Römischen Reiches und in den römisch-katholischen Folgestaaten die Sprache des Klerus (Kirchenlatein), der Rechtswissenschaft (Glossatoren) und der sich bildenden Hochschulen (studia generalia). Es bildete somit die Schriftsprache, vor allem für das kirchliche und weltliche Urkundenwesen (Diplomatik) im frühen Europa. In völkerrechtlichen Verträgen (z. B. im Westfälischen Frieden von 1648) dominierte Latein bis in das 17. Jahrhundert hinein. Es bildet noch bis ins 20. Jahrhundert den Affixvorrat für die Fachterminologie in den Wissenschaften und verliert durch die fortschreitende Absorption in die englische und andere Sprachen lediglich an direkter, nicht jedoch an indirekter Bedeutung. Es wird noch an vielen Schulen unterrichtet.

Antike

Antike Schreibweise

Die lateinische Sprache wurde ursprünglich als scriptio continua, d. h. als zusammenhängender Fluss von Zeichen ohne Zwischenräume geschrieben. Auch Satzzeichen und Kleinbuchstaben wurden in der Antike nicht verwendet. Auf Wachstafeln war nämlich wenig Platz zum Schreiben, und Papyrus war teuer. Die antiken lateinischen Texte sind für uns heute daher schwer zu lesen. Vergleiche folgendes Beispiel: Alte Schreibweise: AVREAPRIMASATAESTAETASQVAEVINDICENVLLO SPONTESVASINELEGEFIDEMRECTVMQVECOLEBAT POENAMETVSQVEABERANTNECVERBAMINANTIAFIXO AERELEGEBANTVRNECSVPPLEXTVRBATIMEBAT IVDICISORASVISEDERANTSINEVINDICETVTI NONDVMCAESASVISPEREGRINVMVTVISERETORBEM MONTIBVSINLIQVIDASPINVSDESCENDERATVNDAS NVLLAQVEMORTALESPRAETERSVALITORANORANT NONDVMPRAECIPITESCINGEBANTOPPIDAFOSSAE NONTVBADIRECTINONAERISCORNVAFLEXI NONGALEAENONENSISERANTSINEMILITISVSV MOLLIASECVRAEPERAGEBANTOTIAGENTES Heutige Schreibweise: Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo, sponte sua, sine lege fidem rectumque colebat. poena metusque aberant nec verba minantia fixo aere legebantur, nec supplex turba timebat iudicis ora sui, sed erant sine vindice tuti. nondum caesa suis, peregrinum ut viseret orbem, montibus in liquidas pinus descenderat undas, nullaque mortales praeter sua litora norant. nondum praecipites cingebant oppida fossae, non tuba directi, non aeris cornua flexi, non galeae, non ensis erant: sine militis usu mollia securae peragebant otia gentes. Auszug aus Ovids Metamorphosen: Die Schöpfung (Das goldene Zeitalter) Details zu den verwendeten Buchstaben finden sich in dem Artikel Lateinisches Alphabet. Siehe zu diesem Thema auch: Paläografie (dort Lateinische Paläografie), Capitalis, Versalschrift und Majuskel.

Antike Aussprache

Auf die antike Aussprache der lateinischen Sprache wird im Artikel Lateinische Aussprache eingegangen.

Literatur

Mit Antiker Literatur des Lateinischen beschäftigt sich u. a. der Artikel Lateinische Literatur.

Gegenwart

Auch heute ist Latein noch an vielen Gymnasien aller Fachrichtungen zu finden. Etwa ein Drittel aller Gymnasiasten im deutschen Sprachraum lernt Latein als erste, zweite oder dritte Fremdsprache. An humanistischen Gymnasien wird dem Lateinischen, neben dem Griechischen, noch eine herausgehobene Bedeutung zugemessen, was früher auf eine aktive Beherrschung des Lateinischen zielte. Tatsächlich werden auch heute noch für zahlreiche Studiengänge das Latinum oder Lateinkenntnisse gefordert, insbesondere in zahlreichen geisteswissenschaftlichen Fächern. Das Latinum ist als Studienvoraussetzung für die Fächer Medizin und Jura weitestgehend abgeschafft, häufig aber nicht in Fächern wie Anglistik, Philosophie oder sogar Musikwissenschaften. Unabhängig von den Studienanforderungen wird von Befürwortern des Lateins betont, dass das Erlernen der lateinischen Sprache weiterhin Basis für die korrekte Verwendung von Fremdwörtern sei, das Erlernen anderer romanischer Sprachen wesentlich erleichtere und erhebliche Transfer-Effekte für die Denkschulung aufträten. Das Übersetzen lateinischer Texte fördere auf Grund der erheblichen Komplexität vieler lateinischer Sätze auch das logische Denken. Von den Gegnern ist hingegen zu hören, dass die Auseinandersetzung mit jeder Art von Grammatik, egal welcher Sprache, das strukturierte Denken fördere, und dass das Erlernen moderner romanischer Sprachen, welche im Gegensatz zu Latein noch gebraucht werden, mindestens ebenso gut dazu geeignet sei, die zahlreichen lateinischen Lehnwörter im Deutschen korrekt zu verwenden und andere romanische Sprachen zu erlernen. In der Tat sind viele gesamtromanische, also in allen romanischen Sprachen auftretende Wörter nicht im klassischen Latein vorhanden und müssen dann neu gelernt werden: guerra „Krieg“, testa „Kopf“, cavallo „Pferd“, mangiare/manger „essen“, andare
-
„gehen“ , boc(c)a/bouche „Mund“, blanco/blanc „weiß“, die Himmelsrichtungen etc. Viele dieser Wörter erklären sich nämlich aus dem umgangssprachlichen oder dem späten Latein oder stammen aus der Soldatensprache, also aus Varietäten, die nicht in der Schule gelehrt werden. Aus deutschen und US-amerikanischen Untersuchungen geht hervor, dass zwischen absolviertem Lateinunterricht und der Beherrschung der englischen Sprache in Schrift und vor allem Wort eine signifikante Korrelation besteht. Ein kausaler Zusammenhang ist allerdings nicht nachgewiesen worden – möglicherweise macht eine hohe sprachliche Begabung eines Kindes die Wahl des als schwierig geltenden Latein wahrscheinlicher. Da auch im modernen Lateinunterricht die Sprachproduktion eindeutig der Rezeption (Leseverstehen) untergeordnet ist, glauben viele, Latein falle Menschen mit ausgeprägter Begabung für Mathematik und formelle Denkvorgänge generell leichter als andere Fremdsprachen, wohingegen Menschen mit ausgeprägter Begabung für intuitives Erlernen von Sprachen andere Fremdsprachen leichter fänden. Dieser Zusammenhang lässt sich allerdings nicht häufig verifizieren: Die Erfahrung zeigt, dass die Schülerleistungen in Latein überwiegend Hand in Hand mit denen in der Muttersprache und anderen Fremdsprachen gehen.

Modernes Latein

Auch heute werden deutsch-lateinische Lexika aufgrund neulateinischen Wortgutes herausgegeben, z. B. das „lexicon auxiliare“ oder das vom Vatikan herausgegebene „lexicon recentis latinitatis“, welches erst im Jahre 2004 eine Neubearbeitung erfuhr. Der finnische Rundfunksender YLE (Yleisradio) verbreitet Wochennachrichten in neulateinischer Sprache. Radio Bremen veröffentlicht regelmäßig die Nuntii Latini in schriftlicher und gesprochener Version. Seit April 2004 veröffentlicht auch die deutschsprachige Redaktion bei Radio Vatikan Nachrichten auf Lateinisch. Dabei handelt es sich um ursprünglich deutsche Meldungen. Gero P. Weishaupt übersetzt sie für die Redaktion ins Lateinische. Sehr beliebt ist auch die lateinische Fassung der Asterix-Comics, die der deutsche Altphilologe Graf v. Rothenburg (Rubricastellanus) verfasst hat. Der Autor Nikolaus Groß, beruflich seit zehn Jahren Deutsch-Lektor in der südkoreanischen Hauptstadt, hat 2004 eine komplett latinisierte Übertragung von Patrick Süskinds Das Parfum im Brüsseler Verlag der Fundatio Melissa, einem überregionalen Verein zur Pflege des gesprochenen Lateins, veröffentlicht. Dem Buch ist mit dem „Glossarium Fragrantiae“ eine größere Liste aktualisierter Neuschöpfungen beigegeben. Vom selben Wortartisten existiert des weiteren ein Buch über den Baron Mynchusanus (Münchhausen). 2003 erschien bereits der erste Teil der Harry Potter-Bücher von J. K. Rowling auf Latein (Harrius Potter et Philosophi Lapis). Daneben gibt es noch viele weitere Übersetzungen „klassischer“ Werke ins Lateinische, so zum Beispiel Karl Mays Winnetou III, oder Der kleine Prinz (Regulus) von St. Exupéry. Durch das Internet ist die Verfügbarkeit alter lateinischer Texte sowie das Entstehen neuer lateinischer Texte erheblich begünstigt worden. Inzwischen gibt es sogar lateinische Fassungen von Popsongs. Daneben entstehen auch neue Popsongs in lateinischer Sprache, etwa Cursum Perficio, gesungen von Enya, Liberatio, eines von vielen lateinischen Musikstücken der Gruppe „Krypteria“, oder bei Gruppen der Dark Wave bzw. Gothic (Jugendkultur). Roma Ryan hat neben Cursum Perficio für Enya noch weitere Songs in lateinischer Sprache verfasst. In Internetforen wie Grex Latine Loquentium kommunizieren Teilnehmer aus vielen Ländern ausschließlich in Latein. In der klassischen beziehungsweise neoklassischen Musik findet Latein ebenfalls Verwendung. So hat etwa der niederländische Komponist Nicholas Lens auf seinem Werk Flamma Flamma ein lateinisches Libretto vertont, für sein Werk Terra Terra hat Lens selbst ein Libretto in lateinischer Sprache verfasst. Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Vertonungen lateinischer Gedichte wie z. B. von Jan Novák. Carl Orff unterlegte mehreren seiner Vokal-Kompositionen Texte in Latein oder Griechisch. Igor Strawinski ließ das nach Sophokles von Jean Cocteau in französischen Versen verfasste Libretto zu Ödipus Rex“ von Jean Daniélou ins Lateinische übersetzen. Das Lehrbuch Lingua Latina per se illustrata des dänischen Autors Hans H. Ørberg hat die bisher hauptsächlich für den Unterricht in modernen Sprachen eingesetzte einsprachige Lehrmethode auf den altsprachlichen Unterricht übertragen. Das Lehrbuch erfreut sich in verschiedenen Ländern einer steigenden Beliebtheit.

Latein in den Wissenschaften

In der Biologie erfolgt die Namensbildung der wissenschaftlichen Namen lateinisch und griechisch, wobei neuere Vorschläge vorsehen, die Regeln nur aus der lateinischen Sprache zu entnehmen. In der Medizin sind die anatomischen Fachbegriffe lateinisch, für die einzelnen Organe wird zusätzlich auch latinisiertes Griechisch verwendet. Die Krankheitsbezeichnungen leiten sich aus dem Griechischen ab. Zahlreiche Sprichwörter haben einen lateinischen Ursprung und sind teilweise auch in der deutschen Übersetzung zu geflügelten Worten geworden. In den Rechtswissenschaften existieren verschiedene lateinische Lehrsätze und Fachbegriffe (Latein im Recht). Auch in der Geschichtswissenschaft spielt vor allem Latein weiterhin eine große Rolle. In der Meteorologie werden lateinische Begriffe in der Wolkenklassifikation eingesetzt.

Latein in der katholischen Kirche

Latein ist neben Italienisch die Amtssprache des Vatikanstaats. Die katholische Kirche veröffentlicht alle amtlichen Texte von weltkirchlicher Bedeutung in Latein. Das gilt für die liturgischen Bücher, den Katechismus, den Codex des kanonischen Rechts sowie die päpstlichen Rechtsvorschriften (canones, decretales) und Rundschreiben (Enzykliken). Bis zum zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) war Latein die offizielle Gottesdienstsprache und ist dies (laut Sacrosanctum Concilium) offiziell noch heute, wobei andere Sprachen jedoch gleichfalls erlaubt sind. Tatsächlich werden nur noch sehr wenige Gottesdienste in Latein gehalten. Der gegenwärtig amtierende Papst Benedikt XVI. bevorzugt bei seinen Messen aber das Lateinische vor dem Italienischen. Siehe auch: Lateinische Kirche

Referenzlisten


- Lateinische Präpositionen
- Liste lateinischer Ortsnamen
- Liste lateinischer Präfixe
- Liste lateinischer Redewendungen
- Liste lateinischer Suffixe
- Liste von lateinischen Palindromen
- Lateinische Zahlwörter

Siehe auch


- Grammatik des Lateinischen
- Lateinische Aussprache
- Lateinische Sprichwörter
- Küchenlatein
- Vulgärlatein
- Mittellatein
- Lateinische Literatur
- Sprachen im Römischen Reich
- Jägerlatein
- Panlatinismus

Weblinks


- [http://www.commtec.de/wb/ Wörterbuch Latein-Deutsch-Latein auxilium online (mit Download-Möglichkeit)]
- [http://www.latein-pagina.de/iexplorer/stil.htm Lateinische Stilblüten]
- [http://www.thelatinlibrary.com/ The Latin Library – klassische Texte im Original]
- [http://www.albertmartin.de/latein/ Latein-Deutsch-, Deutsch-Latein-Wörterbuch mit hilfreichen Extras]
- [http://www.radiobremen.de/online/latein/ Nuntii latini bei Radio Bremen]
- [http://www.latein-pagina.de/ Latein-Pagina]
- [http://www.antikeundeuropa.de/Alte_Sprachen_heute/alte_sprachen_heute.html Alte Sprachen heute]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/a_chron.html Sammlung lateinischer Texte/bibliotheca Augustana]
- [http://www.music.indiana.edu/tml/ Lateinische Musiktraktate im Original]
- [http://www.lateinservice.de/index.htm Die deutsche Latein-Seite]
- [http://www.alcuinus.net/GLL/ Grex Latine Loquentium (Internetforum in lateinischer Sprache)]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.latein24.de/ Übersetzungen vieler klassischer lateinischer Texte bei Latein24.de] Kategorie:Einzelsprache
-
als:Latein ja:ラテン語 ko:라틴어 simple:Latin language th:ภาษาละติน zh-min-nan:Latin-gí

Evangelisch

Das Adjektiv evangelisch bedeutet (ursprünglich) "auf das Evangelium zurückgehend". Im Gegensatz zu katholisch bezeichnet es damit, dass die Kirchen der Reformation nur die Bibel (sola scriptura) als Quelle akzeptieren, und nicht zusätzlich auch andere Überlieferungen wie die Apostolischen Väter. Kategorie:Evangelische Kirche

Liturgie

Der Begriff Liturgie (v. griech.: λειτουργια leitourgia öffentlicher Dienst aus λειτος leitos öffentlich von λαος laos Volk; und εργον érgon Werk, Dienst) bezeichnet den gestalteten Gottesdienst. Der liturgische Gottesdienstbegriff weist eine doppelte Dimension auf: er beschreibt - doppelter Genitiv - den Dienst von und für Gott. Insofern unterscheidet er sich vom eher deskriptiven Begriff der Kulthandlung. Liturgie umfasst das gesamte gottesdienstliche Geschehen: Wort und Gesang, Gestik, Bewegung und Gewänder, liturgische Geräte, Symbole und Symbolhandlungen. Der Begriff "Liturgie" ist enger zu fassen als "Gottesdienst". Liturgie ist nie privater Natur, sondern Feiern der Kirche, und daher zu unterscheiden von Versammlungen und privatem Gebet. Neben den sonn- und werktäglichen Gemeindeliturgien und den Kasualien (Taufe, Trauung und Bestattung) feiern Teile der Gemeinde, Gemeinschaften (z.B. Konvente) oder Gruppen weitere Liturgieformen wie das Stundengebet.

Christentum

Urchristentum

Aus dem Urchristentum sind noch keine Gottesdienstordnungen bekannt, da sich die Gestaltung der Feiern noch in der Entwicklung befanden und je nach Gemeinde auch unterschiedlich ausfielen. In jedem Fall war der frühchristliche Gottesdienst stark vom jüdischen Synagogen-Gottesdienst inspiriert und integrierte zentral die Lesung und Auslegung der kanonischen Schriften und das Brotbrechen. Wohl gab es auch einen Überlieferungsstrang der liturgischen Fußwaschung. Mittels der Literarkritik lassen sich in den neutestamentlichen Texten gebräuchliche liturgische Stilelemente herausarbeiten: so Christuslieder (Bsp. Phil 2,5-11) oder auch Elemente eines Glaubensbekenntnisses in 1. Korinther 15; ebenso zitiert Paulus in 1 Kor 11 tradierte Einsetzungsworte zum Herrenmahl. Auch die Offenbarung des Johannes scheint Lieder aus dem Gottesdienst zu zitieren, Lieder, die im Messias von G. F. Händel zum Klingen kommen - wie z.B. "würdig ist das Lamm, das ...". In den frühen Schriften der Kirchenväter (z.B. Justin der Märtyrer) finden sich dann zahlreiche Hinweise auf die Abläufe liturgischer Handlungen bzw. Handlungsanweisungen.

Orthodoxe Liturgien

Die Liturgien, die die verschiedenen orthodoxen Kirchen feiern, werden in unterschiedliche Liturgiefamilien unterteilt: Byzantinischer Ritus, Westsyrischer Ritus, Ostsyrischer Ritus, Alexandrinischer Ritus und Armenischer Ritus. Der im Westen bekannteste ostkirchliche Ritus dürfte der Byzantinische Ritus sein. Gebräuchlich sind hier vor allem die Liturgie des Hl. Johannes Chrysostomus, die Basiliusliturgie, die nur an zehn Tagen im Jahr gefeiert wird, sowie die Liturgie der Vorgeweihten Gaben (vorwiegend mittwochs und freitags in der Großen Fastenzeit). Allen Ostriten gemeinsam ist, dass sie vor der Mitte des ersten Jahrtausends entstanden und seither so gut wie unverändert geblieben sind. Die mit Rom unierten Ostkirchen feiern die Liturgie in ihrem ursprünglichen Ritus.

Katholische Liturgie

Behauptungen, die katholische Kirche verstünde unter Liturgie in erster Linie die Ordnung der Heiligen Messe, greifen zu kurz. Auf dem II. Vatikanischen Konzil haben die Konzilsväter ausführlich zum Thema Liturgie Stellung bezogen und die Konstitution über die Heilige Liturgie Sacrosanctum Concilium verkündet. Dort schreiben sie: "In der Liturgie, besonders im heiligen Opfer der Eucharistie, vollzieht sich das Werk unserer Erlösung, und so trägt sie in höchstem Maße dazu bei, dass das Leben der Gläubigen Ausdruck und Offenbarung des Mysteriums Christi und des eigentlichen Wesens der wahren Kirche wird ..." Demzufolge geht es im katholischen Liturgieverständnis in erster Linie nicht primär um die genaue Regelung einzelner Ritenabfolgen, sondern um einen Wesensvollzug der Kirche. Der Codex iuris canonici (CIC) formuliert dies auf folgende Weise: "Den Heiligungsdienst erfüllt die Kirche in besonderer Weise durch die heilige Liturgie, die als Ausübung des priesterlichen Dienstes Jesu Christi zu betrachten ist; darin wird die Heiligung der Menschen durch sinnenhafte Zeichen bezeichnet und in der diesen je eigenen Weise bewirkt sowie der mystische Leib Jesu Christi, von Haupt und Glieder, der unverbrüchliche amtliche Gottesdienst vollzogen." (CIC 1983, Can. 834 §1). Andere offizielle Aussagen über die Liturgie der katholischen Kirche finden sich im Katechismus der Katholischen Kirche unter den Nummern 1066ff. Zur katholischen Liturgie zählen auch die Liturgien der unterschiedlichen mit Rom verbundenen Ostkirchen.

Evangelische Liturgie

Für die Ev.-Lutherischen und die Ev.-Unierten Kirchen gibt es in Deutschland eine gemeinsame Gottesdienstordnung, die Agende genannt wird. In wesentlichen Zügen geht sie in ihrem Ablauf auf die römisch-katholische Liturgie zurück. In einigen Freikirchen ist das Wort Liturgie verpönt, weil der Begriff zu sehr mit Tradition verbunden ist, aber die meisten von ihnen haben dennoch eine Ordnung für den Abendmahlsgottesdienst (mit wenigen Ausnahmen wie z.B. die Quäker).

Judentum

Das Judentum und die orthodoxen Kirchen verstehen unter Liturgie den ganzen gestalteten Gottesdienst, der im religiösen Leben und in der Theologie das Zentrum ist. Die jüdische Liturgie umfasst vor allem die Kantillation der Tora (siehe Teamim), Gesang und Gebet.

Moderne Krise und liturgische Erneuerung

Angesichts der zunehmenden Wertschätzung von Spontanität und Authentizität sprechen viele Wissenschaftler von einer Liturgieunfähigkeit des modernen Menschen. Andererseits entwickeln sich in vielen Lebensbereichen (Sportveranstaltungen; Medien) neue Gemeinschaftsrituale und Paraliturgien. Allerdings gibt es auch eine liturgische Erneuerung und Wiederentdeckung. Dazu gehört beispielsweise die Berneuchener Bewegung ("Michaelsbrüder") oder auch die Gesänge von Taizé. Heute sind in vielen Kirchen die Liturgien, zumindest teilweise, im Kirchengesangbuch aufgeführt. Die katholische Kirche kennt das Brevier für die täglichen Andachten, in den Anglikanischen Kirchen gibt es das Book of Common Prayer

Liturgiewissenschaft und Rubrizistik

Die Liturgik oder Liturgiewissenschaft ("scientia liturgica") hat als Ziel, die liturgischen Handlungen geistig zu durchdringen, ihren Ursprung, ihre Geschichte, ihre Ursachen und ihre Bedeutung darzulegen. Die Rubrizistik oder Zeremonienlehre zielt darauf ab, die äußeren Zeremonien und Riten darzulegen und die Regeln zu erklären, nach denen die liturgischen Handlungen geschehen sollen. Diese Regeln werden Rubriken genannt, weil sie in den liturgischen Büchern nach alter Tradition meist in rot geschrieben sind.

Siehe auch


- Liturgische Bewegung, Liturgiereform, Leiturgie, Liste liturgischer Bücher, Brevier (Liturgie)
- Ritual, Brauchtum,

Weblinks


- [http://www.erzabtei-beuron.de/schott/ Schott-Messbuch] (katholische Messe)
- [http://breviary.net/ katholisches Brevier in Englisch]
- [http://www.usc.urbe.it/html/php/rmartinez/lithor.html katholisches Brevier in Latein] (für Handhelds)
- [http://www.evangelischer-gottesdienst.de/ Evangelischer Gottesdienst]
- [http://www.hh.schule.de/lehrer/horstleps/orthbyz/zurliturgie.html Chrysostomos-Liturgie]
- [http://www.missionstclare.com/ Daily Office Online (englisch und spanisch)]
- [http://www.liberale-juden.de/de/bue_vorw_rayner.htm Jüdischer Gottesdienst]
- [http://www.liturgie.de/ Deutsches Liturgisches Institut] Kategorie:Liturgie ja:典礼

Theologie

Die Theologie (griechisch θεολογία, von θεός, theós - der Gott bzw. θεά, theá - die Göttin und λόγος, lógos - hier im Sinne von die Lehre) ist wörtlich die Lehre von Gott, allgemeiner die Lehre von Glaubenssystemen und Glaubensdokumenten. Oft ist konkret die christliche Theologie gemeint. Die (christliche) Theologie versteht sich als wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Quellen des Glaubens (Biblische Theologie und Historische Theologie), der systematischen Analyse und Darstellung des Glaubens (Systematische Theologie, besonders Fundamentaltheologie und Dogmatik) und der Glaubenspraxis (Praktische Theologie). Anders als die meisten Vertreter der Naturwissenschaft betrachtet die Theologie ihren Untersuchungsgegenstand jedoch bewusst nicht von einem rein objektiven, neutralen Standpunkt aus. Weil die Theologie somit ausdrücklich von der Unmöglichkeit eines objektiven und neutralen Standpunktes in der Gottesfrage ausgeht, nimmt sie somit erkenntnistheoretisch eine Sonderstellung ein. Die meisten Theologen bekennen sich zu einer konkreten Konfession. =Historische Entwicklung des Begriffs= Der Begriff theologia hat seinen Ursprung nicht in der christlichen Religion, sondern tritt erstmals in der griechischen Antike auf. Dort bezeichnete Theologie (= "Rede von Gott"; später verstanden Theologen wie Karl Barth z. B. unter diesem Begriff: "Gottes Rede zu den Menschen") das Singen und Erzählen (gr. mythein) von Göttergeschichten. Der älteste Beleg für dieses mythische Verständnis von Theologie findet sich in Platons "Staat" (379a). Platon legt an die Göttermythen der kritisierten Theologie den kritischen Maßstab der Frage nach der Wahrheit als dem Einen, Guten und Unveränderlichen an. Bei Aristoteles zeigt sich dann eine Umprägung des Theologiebegriffs: Theologie als die oberste der theoretischen Wissenschaften richtet sich hier nun auf das Göttliche als dem ersten und eigentlichen Prinzip (Metaphysik 1064a/b). Die Theologie hat sich damit von der Mythik hin zur Metaphysik gewandelt. Bereits im zweiten Jahrhundert wird der Begriff von christlichen Autoren, den sogenannten Apologeten, aufgegriffen, die ihn nun im Kontrast zur mythologia (Erzählen von Göttergeschichten) der polytheistischen heidnischen Autoren verwendeten. Bei Eusebius bedeutet der Begriff dann etwas wie "das christliche Verständnis von Gott". Bei allen patristischen Autoren bezog sich der Begriff jedoch nicht auf die christliche Lehre im Allgemeinen sondern nur auf die Aspekte von ihr, die sich direkt auf Gott bezogen. So wurden als einzige frühchristliche Autoren der Autor des Johannesevangeliums und Gregor von Nazianz spezifisch als Theologen bezeichnet, weil Gott bei ihrer Lehre im Mittelpunkt stand. Die Fragen nach dem Heilshandeln und der Heilsordnung Gottes für die Menschen wurden unter dem Begriff der Ökonomie (gr. oikonomia) behandelt. Christliche Theologen in der Alten Kirche waren häufig Bischöfe, im Mittelalter in der Regel Ordensleute. Mit der Entstehung der Universitäten als Ordenshochschulen im Mittelalter bildete die Theologie in der Regel die erste Fakultät. Im Hochmittelalter bekam der Begriff dann bei Peter Abaelard (Frühscholastik) und Bonaventura (Hochscholastik) erstmals die allgemeinere Bedeutung das Gebiet des heiligen Wissens, das die gesamte christliche Lehre umfasste. Zum feststehenden Begriff in diesem Sinn wurde Theologie dann insbesondere aufgrund der Summa theologica von Thomas von Aquin, der Theologie in erster Linie als spekulative, theoretische Wissenschaft ansah. Die Reformatoren betonten dann den praktischen Aspekt der Theologie wieder stärker. Damit steht Luther auch in der Tradition der monastischen Verankerung der Theologie wie sie im Mittelalter z.B. bei Anselm von Canterbury und Bernhard von Clairvaux wirksam war. Praktische Wissenschaft war die Theologie in dem Sinne, dass sie ganz auf die Zueignung des Heils durch Gott, also den praktischen Vollzug des Glaubenslebens bezogen war. In diesem Sinne bestimmten auch zahlreiche Vertreter der lutherischen Orthodoxie die Theologie als eine scientia practica, die allerdings in ihrer Durchführung auch Anleihen bei der theoretischen Wissenschaft machen müsse. Deshalb gewannen die Theologischen Systeme der lutherischen Orthodoxie vielfach äußerlich einen ähnlichen Charakter wie die alten scholastischen Summen, waren inhaltlich aber anders angelegt und auch in ihrem systematischen Aufbau (der sich an den analytischen ordo des Aristoteles anlehnte) stärker auf die Glaubenspraxis hin ausgerichtet. Teilweise etablierte sich auch wieder ein stärker oder gar rein theoretisches Verständnis der Theologie. Die Unterscheidung der Theologie als Wissenschaft von der Praxis und der unmittelbare Erkenntnis des Glaubens wurde schon zur Zeit der lutherischen Orthodoxie durch den Theologen Georg Calixt vorbereitet. In Ansätzen liegt sie auch bei Abraham Calov und Johann Andreas Quenstedt vor. Zum Durchbruch kam diese Unterscheidung dann aber erst mit der Aufklärung, insbesondere durch Johann Salomo Semler und Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher. Schleiermacher fasst die Theologie als eine positive Wissenschaft, die auf die Kirchenleitung bezogen ist. Während die Unterscheidung von Theologie und Glaube bis heute für den theologischen Diskurs maßgeblich ist, bliebt die Ausrichtung der Theologie auf die Kirchenleitung umstritten. =Wissenschaftliche Theologie=

Christliche Theologie

Organisation und Lehrinstitutionen

Theologie wird als wissenschaftliche Disziplin in Deutschland, Österreich und der Schweiz an der Universität und an kirchlichen Hochschulen gelehrt. Die einzelnen Fakultäten bzw. Institute sind dabei konfessionell ausgerichtet. Daher gibt es evangelische, katholische, orthodoxe und altkatholische staatliche Fakultäten und kirchliche Hochschulen. Daneben gibt es im nichtstaatlichen und freikirchlichen Bereich eine Reihe von unabhängigen theologischen Hochschulen oder auch Instituten, die ein Theologiestudium anbieten. Die Anerkennung der Abschlüsse ist aber zum Teil umstritten. Dazu gehören beispielsweise die evangelikale Freie Theologische Akademie (FTA) Gießen (Abschluss: M.Div.-Äquivalent), die ebenfalls evangelikale Staatsunabhängige Theologische Hochschule (STH) Basel (Abschluss: M. Th.; Möglichkeit zur Promotion). Beide Institute sind konfessionell unabhängig. Daneben gibt es auch Institute, die konfessionell gebunden sind. Dazu gehören beispielsweise das methodistische Theologische Seminar Reutlingen, die adventistische Theologische Hochschule Friedensau (in Möckern-Friedensau bei Magdeburg) und das Theologische Seminar/Fachhochschule des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden / Baptisten in Wustermark-Elstal bei Berlin. Im weiteren freikirchlichen Sektor findet die Ausbildung der Pastoren und Prediger im ganz überwiegenden Maße auf Bibelschulen statt. Dazu gehören beispielsweise das dem Bund Freier evangelischer Gemeinden Deutschland zugehörige Theologische Seminar in Ewersbach oder das Theologische Seminar Beröa des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden in Erzhausen bei Darmstadt. Als freies Werk innerhalb der Evangelischen Landeskirche bietet das Theologische Seminar Adelshofen ein Masterstudium in Praktischer Theologie in Verbindung mit der University of South Africa an (Abschluss: MTh). Die Hochschulen weisen zum Teil deutliche unterschiedliche Ausprägungen auf. So sind einige Fakultäten traditionell eher lutherisch beziehungsweise reformiert orientiert oder stehen in einer pietistischen Tradition. Gelegentlich werden solche Schwerpunkt auch durch besondere Lehrstühle gesetzt. So verfügt zum Beispiel die evangelisch-theologische Fakultät der Universität Erlangen über einen Lehrstuhl für reformierte Theologie. Theologische Fernkurse im Rahmen der katholischen Theologie sind ein an katholische Laien und Interessierte gerichtetes Fernstudium, gekoppelt mit Studientagen und -wochenenden vor Ort. Speziell für Ständige Diakone, Katecheten, Gemeindereferent(inn)en und Religionslehrer(innen) ist dieser Kurs auch als theologische Ausbildung für einen kirchlichen Beruf anerkannt, allerdings immer unter der Voraussetzung, dass die Heimatdiözese vorher dem Studium zugestimmt und bei erfolgreichem Bestehen eine Anstellung in Aussicht gestellt hat. Alle anderen Teilnehmer können, aber müssen keine Prüfung absolvieren. Die einzelnen theologischen Fernkurse sind unterschiedlich strukturiert, bieten aber in der Regel Grundkurs, Aufbaukurs und Spezialisierungskurse an. Der bekannteste theologische Fernkurs wird von der Domschule Würzburg [http://www.fernkurswuerzburg.de/] angeboten und begleitet. Er richtet sich vor allem, aber nicht nur an die Interessenten aus den bayerischen Diözesen. Auch das Erzbistum Köln und das Bistum Limburg haben ein derartiges Angebot. Im evangelischen Bereich gibt es einen solchen Fernunterricht z.B. von der Kirchenprovinz Sachsen.

Methodik

Die theologische Beschäftigung mit dem Glauben ist vor allem für das Christentum sowie für das Judentum eigentümlich, da die theoretische Reflexion des Glaubens in der Tradition dieser Religionen stark verankert ist. Diese Reflexion ist aus christlicher und jüdischer Sicht nicht nur Selbstzweck, sondern notwendig für die religiöse Praxis der Kirche beziehungsweise der einzelnen Gemeinden. Viele der in der Theologie üblichen Analysesysteme und Methoden werden auch im Bereich der Linguistik, der Philosophie oder der Geschichtswissenschaft verwendet. Dies ermöglicht den wissenschaftlichen Diskurs zwischen evangelischen, katholischen, orthodoxen, jüdischen, atheistischen und andersgläubigen Wissenschaftlern, wie er zum Beispiel in der Religionsgeschichte und in der Biblischen Wissenschaft (Exegese) üblich ist. Dennoch hat jede Theologie ihr Spezifikum in der Art und Weise, wie sie ihren "Gegenstand" (Materialobjekt) und ihren methodischen Zugang (Formalobjekt) definiert. Das theologische Studium ist in der Regel in die folgenden Teildisziplinen unterteilt: #Die exegetischen Dispziplinen #
- Altes Testament: Die Auslegung des Alten Testaments mit historischen und philologischen Methoden. #
- Neues Testament: Die Auslegung des Neuen Testament mit historischen und philologischen Methoden. #Kirchengeschichte #Systematische Theologie #
- Dogmatik: Die wissenschaftliche Frage nach dem Gehalt und Gegenstand des Glaubens. #
- Ethik: Die wissenschaftlichen Frage nach Gestalt und Begründung des christlichen Ethos. #Praktische Theologie: Die wissenschaftliche Reflexion auf die Praxis des Glaubens und der Glaubensverkündigung u.a. mit Methoden empirischer Sozialiwissenschaften und der Psychologie.

Katholische Theologie

Innerhalb der katholischen Theologie gibt es mindestens drei Konzeptionen, die Aufgabe und Zweck der wissenschaftlichen Theologie bestimmen: #Theologie als verlängerter Arm des kirchlichen Lehramtes; z.B. als "Sprachrohr des Papstes". In diesem Falle würde sie eine rein ideologische Funktion ausüben. #Theologie als Thematisierung der Erlebnisse einer bestimmten Gruppierung/Bewegung. #Theologie als die Wissenschaft, die die ewig gültige Lehre in eine angepasstere Sprache übersetzt. Es geht tatsächlich um mehr als um ein Übersetzungsproblem. Es kann nicht nur darum gehen, die guten alten traditionellen Lösungen in eine neue Sprache zu fassen. Es stellen sich ganz neue Probleme, die beantwortet werden müssen. Einerseits bemühen sich die Theologen um einen reflektierten Ausdruck des Glaubenslebens der christlichen Gemeinschaft. Andererseits bemühen sich die Theologen, die offizielle Lehre der Kirche zu erklären und zu interpretieren, so dass es in den Herzen und in der Vernunft der Gläubigen angenommen werden kann. Gegenstand der Theologie ist der Glaube. Die Theologie versteht sich als kritische und konstruktive Reflexion der christlichen Botschaft. Dafür braucht der Theologe einen gewissen Freiheitsraum, damit er dieser schwierigen Mittlerfunktion nachkommen kann. Der Theologe fühlt sich persönlich verantwortlich für die Zukunft des Glaubens vor der kritischen Instanz der menschlichen Vernunft. Theologen beziehen auch gezielt Stellung gegen bestehende Auffassungen, die sie als härätisch verstehen. Kritisiert werden sowohl aus traditionell christlicher Sichtweise die progressiven Häresien, aber auch - und vielleicht insbesondere - die konservativen Häresien.

Evangelische Theologie

Die evangelische Theologie unterscheidet sich von der katholischen Theologie grundlegend darin, dass sie kein übergeordnetes kirchliches Lehramt kennt, das die Wahrheit des Glaubens dogmatisch definiert. Daher bezeichnet Dogma in der evangelischen Theologie das sich stets erneuernde Substrat des theologischen und kirchlichen Diskussionsprozesses. Dieser Diskussionsprozess wird dabei als fortwährende Auslegung der biblischen Schriften verstanden, die Quelle des Glaubens und dadurch Norm der theologischen Reflexion sind. Die wissenschaftliche Theologie ist in diesem Diskussionsprozess ein wichtiger Faktor, aber nicht allein lehrbildend. Was in der evangelischen Kirche gelehrt wird, entscheiden die gewählten kirchlichen Leitungsorgange (z.B. Presbyterien, Synoden) aufgrund von theologischer Reflexion und Gebet. Dementsprechend gibt es auch in der evangelischen Theologie unterschiedliche Näherbestimmungen des Theologiebegriffs: # Theologie als propositionale Dogmatik: Dieses traditionelle Modell versteht theologische Sätze als Aussagen (Propositionen) über die Wirklichkeit Gottes und der Welt. Theologie ist in diesem Modell immer auch mit Ontologie verbunden, teils als Synthese, teils im Konflikt. Die biblischen Schriften werden dabei als Offenbarung der göttlichen Wirklichkeit verstanden, die der Mensch ohne diese Offenbarung nur in Bruchstücken wahrnehmen kann. Allein von dieser offenbarten göttlichen Wirklichkeit her wird die Welt verständlich. Daher kann man auch die meisten offenbarungstheologischen Ansätze unter dieses Modell fassen. # Theologie als Glaubenslehre: Dieses Modell von Theologie wurde vor allem durch Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher bekannt. Theologie beschreibt nicht in Aussagesätzen die Wirklichkeit von Welt und Gott, sondern sie beschreibt deren Wahrnehmung im Glauben bzw. im Glaubenssubjekt. Religiöse Sätze werden hier in erster Linie als Ausdruck innerer Religiosität (z.B. das religiöse Gefühl als apriorische Größe bei Schleiermacher) verstanden, deren Konstitutionsbedingungen die Theologie untersucht, auf denen sie aber zugleich auch selber beruht. Auch die biblischen Texte werden in diesem Modell als Ausdruck von Religiosität verstanden und erhalten ihre besondere Funktion für den Glauben allein dadurch, dass sie die ältesten Zeugnisses vom Ursprung der christlichen Religiosität sind und diese daher am ehesten unverfälscht zum Ausdruck bringen. # Theologie als Regelsystem: Dieses vielbeachtete, neuere Modell, für das exemplarisch der Name von George Arthur Lindbeck steht, versteht theologische Sätze als Regelsätze. Das bedeutet: Theologische Sätze beschreiben nicht einfach ontologisch die Wirklichkeit, sind aber auch nicht Ausdruck religiösen Gefühls, sondern bilden Regeln für die christliche Rede von Gott. Dieses Theologieverständnis lehnt sich häufig an neuere sprachphilosophische Entwicklungen an und verankert die theologische Reflexion besonders stark in der Praxis des Glaubens. Die biblischen Texte können in diesem Modell unterschiedlich behandelt werden. So können sie entweder selbst als Regeln der Glaubensrede gelten oder aber ihrerseits einer geregelten Auslegungspraxis unterstellt werden (z.B. bei Nicholas Lash, Stanley Hauerwas). Eine ausgearbeitete Lehre vom Verstehen der biblischen Schriften in diesem Modell ist zur Zeit ein Desiderat der evangelischen Theologie. Gemeinsam ist allen diesen Modellen, dass sie die Theologie primär von der dogmatischen Reflexion her bestimmen. Dadurch werden aber die anderen theologischen Disziplinen nicht ausgeschlossen. Diese können als der Dogmatik dienende Disziplinen verstanden werden oder aber auch als eigene Gegenentwürfe von Theologie, so insbesondere die exegetischen Disziplinen. Exegeten verstehen sich daher häufig als die eigentlich biblischen Theologen im Sinne der Reformation, da sich Theologie allein an der Auslegung biblischer Texte zu orientieren habe. Dabei wird freilich übergangen, dass auch die dargestellten dogmatischen Modelle den Anspruch erheben, genuine Auslegungen der biblischen Texte zu sein.

Theologie in anderen Religionen

Der Theologiebegriff ist eigentlich im Christentum beheimatet. Wenn er heute auch auf andere Religionen (v.a. Judentum und Islam) übertragen wird, ist dies nicht immer unproblematisch, da der Begriff innerhalb dieser Religion meist kritisch betrachtet wird. So sprechen viele jüdische Gelehrte (die sich eben nicht Theologen nennen) eher von jüdischer Rechtsauslegung, Kasuistik oder einfach nur Lehre. Konfessionell gebundenen Fakultäten und Seminare gibt es nur für Christentum, Judentum und Islam. Es findet zwar im Rahmen der Vergleichenden Religionswissenschaft eine wissenschaftliche Beschäftigung mit vielen Religionen und ihren Inhalten statt, jedoch ist die Perspektive und Methodik hierbei deutlich von einer theologischen Heransgehensweise unterschieden. Studiengänge wie Judaistik und Islamwissenschaft sind nicht mit konfessionellen Studiengängen zu verwechseln, sondern gehören in den Bereich der Religionswissenschaft.

Judentum

In Heidelberg gibt es eine staatliche Hochschule für Jüdische Studien. Auch gibt es an mehreren Universitäten Studiengänge für Judaistik, die Juden und Nichtjuden offen stehen.

Islam

Die islamwissenschaftlichen Institute und Seminare der Universitäten beschäftigen sich mit der Geschichte und Praxis des Islams.

Die Auseinandersetzung mit der Kritik der Theologie

Die Theologie wird von einigen Kritikern als eine Halb- und Pseudowissenschaften angesehen. Angesichts dieser Kritik sieht sich die Theologie zu einer fortwährenden Selbstlegitimation als wissenschaftlicher Disziplin genötigt und hat sich auch gerade angesichts dieser Kritik in der Neuzeit weiterentwickelt, um dem wissenschaftlichen Anspruch gerecht zu werden. Die Kritik richtet sich z.B. gegen
- die fehlende Ergebnisoffenheit: "Gott", "der Glaube", "die Offenbarung" und dergleichen werden vorausgesetzt. Es handelt sich hier also um ein Dogma, ein Anspruch auf absolute Wahrheit, was die Wissenschaft völlig ausschließt;
- Kritisiert wird die fehlende Freiheit der Lehre: Theologische "Lehrstühle" werden im Einvernehmen mit der Kirche besetzt und zumindest bei den Katholiken ist eine Lehrerlaubnis erforderlich; tatsächlich ist das Fach als solches auf die sog. "Glaubenspraxis" ausgerichtet und würde ohne aktive Bejahung dieses sog. "Glaubens" in Philologie, Hebraistik, Geschichte und Religionswissenschaft aufgehen. Hierzu gehört auch die Problematik der konfessionellen Anbindung der Theologie;
- das Fehlen von Falsifizierbarkeit, insbesondere bei den Grundlagen des sogenannten Glaubens; Teildisziplinen können durchaus falsifizierbar sein und überschneiden sich typischerweise dann mit anderen Fächern;
- die Inklusion als "antisozial" angesehener Teildisziplinen wie "Missionswissenschaft", die formal die Wissenschaftskriterien, z.B. die Falsifizierbarkeit, erfüllen können, aber für Kritiker aus ethischen Gründen unakzeptabel sind. Dieser Vorwurf wird auch gegen die Theologie als Ganzes erhoben: während die Wissenschaften das Ziel hätten, Wahres von Unwahrem zu trennen, habe die Theologie das Ziel, den "Glauben" unabhängig von seiner Wahrheit auszudeuten (sog. "Exegese"), zu verbreiten ("Missionswissenschaft") und zu rechtfertigen ("Apologetik"). Demzufolge sei die Theologie im Kern unwissenschaftlich, egal in welche wissenschaftlichen Mäntelchen sie sich kleide und welche Methoden sie benutze, ähnlich der Astrologie, die auch nicht deshalb zur Wissenschaft werde, weil ein Astrologe eine korrekte Planetenberechnung vornehme. Einer der klassischen Vorwürfe gegen die Theologie war historisch immer der der mangelnden Wahrheitsliebe und intellektuellen Redlichkeit; nicht jeder drückte es allerdings so krass aus wie Friedrich Nietzsche: "Was ein Theologe als wahr empfindet, das muss falsch sein: man hat daran beinahe ein Kriterium der Wahrheit." (Der Antichrist) Der Kern der Vorwürfe ist, dass die Theologie als Wissenschaft von nicht hinterfragbaren Voraussetzungen lebt. Diese Voraussetzungen begreift die Theologie selber aber als ihren Gegenstandsbereich, den sie wie andere Wissenschaften auch ungefragt voraussetzt. Die Kritik trifft somit nur noch einzelne theologische Positionen, die diese Unterscheidung nicht vornehmen. Die genaue Bestimmung des Gegenstandsbereiches ist freilich strittig: So wird Gott nur noch höchst selten unmittelbar als Gegenstand der Theologie begriffen (z.B. bei Wolfhart Pannenberg). Gott ist Gegenstand des Glaubens, der selber unmittelbare Lebensäußerung und nicht Wissenschaft ist. Fasst man den Glauben oder die Glaubenspraxis als den vorausgesetzten Gegenstand der Theologie, so bleibt als Kritikpunkt nur noch, dass die Theologie wissenschaftliche Beschreibung des Glaubens aus der Sicht des Glaubens mit wissenschaftlichem Anspruch ist und nicht Fremdbeschreibung. Damit verweist die Diskussion letztlich auf die Strittigkeit des Wissenschaftsbegriffs. Ein großer Teil der Kritik orientiert sich an einem naturwissenschaftlich verengten Wissenschaftsbegriff, der absolute Objektivität fordert und das wissenschaftliche Subjekt nihiliert. Dies ist aber nur im Bereich der Naturwissenschaften als Ideal sinnvoll und kann sogar hier in seinen gesellschaftspolitischen Auswirkungen kritisch hinterfragt werden. Alle anderen Wissenschaften, wenn man ihnen diesen Status nicht bestreiten will, leben gerade auch von der lebendigen Beteiligung des Subjekts an der Wissenschaft und ihrem Gegenstandsbereich. Andererseit kann Theologie durchaus zugestehen, dass sie nicht in der Wissenschaft aufgeht und dass die wissenschaftliche Theologie nur ein Teilaspekt der Theologie als Ganzer ist. Dies macht die eigentümliche Zwischenstellung der Theologie zwischen wissenschaftlichen Institutionen (Universität) und kirchlichen Praxis aus. =Literatur=
- Oswald Bayer, Theologie, Handbuch Systematisch Theologie Bd. 1, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1994
- Becker, Patrick, Gerold, Thomas (Hgg), Die Theologie an der Universität. Versuch einer Standortbestimmung. Lit-Verlag, Münster 2005
- Alf Christophersen, Stefan Jordan: Lexikon Theologie. 1. Aufl. Reclam, Ditzingen 2004 ISBN 3150105455
- Gerhard Ebeling u.a., Art. Theologie, in: Religion in Geschichte und Gegenwart, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 6, Tübingen 1962, 754-781. - ISBN 3-16-145098-1
- Erwin Fahlbusch (Hrsg.): Taschenlexikon Religion und Theologie, 5 Bde, Vandenhoeck & Ruprecht, 1983, ISBN 3-525-50123-4
- Friedrich Wilhelm Graf: Wozu Theologie? in: Florian Keisinger u. a. (Hrsg.): Wozu Geisteswissenschaften? Kontroverse Argumente für eine überfällige Debatte, Frankfurt a. M./New York 2003 ISBN 359337336X
- George Arthur Lindbeck, The Nature of Doctrine. Religion and Theology in a Postliberal Age, Philadelphia: Westminster Press, 1984.
- Giovanni Sala: Kontroverse Theologie, Bonn 2005.
- Christoph Schwöbel, Art. Theologie, in: Religion in Geschichte und Gegenwart, 4., völlig. neu bearb. Aufl., Bd. 8, Tübingen 2005, 255-306. - ISBN 3-16-146948-8
- Rowan Williams, On Christian Theology, Oxford: Blackwell, 2000. =Weblinks=
- [http://www.katholisch.de/2575.htm katholische Kirche in Deutschland: Theologie]
- [http://www.katholisch.de/2580.htm katholische Kirche in Deutschland: Theologiestudium]
- [http://www.theologiestudium.info/ Evangeliche Kirche in Deutschland (EKD): Theologiestudium]
- [http://www.theology.de/ theology.de] - Die Info-Website für Theologie u. Kirche. Kostenloser NEWSletter
- [http://www.wissenschaftliche-suchmaschinen.de/deutsch/thematisch/geistesw/religion.htm LLEK - Verzeichnisse zu] Theologie und Religionswissenschaften
- [http://www.biblio.tu-bs.de/CoOL/list/fach-rt.htm Fachportal Religion und Theologie] - von der Bibliothek der TU Braunschweig
- [http://www.theologie-links.de/ theologie-links.de] - von Marcus Heydecke (Schwerpunkt christliche Theologie)
- [http://www.theologieforum.de/ Theologie Forum] - Theologie allgemein und einzelne Disziplinen
- [http://www.theologie-systematisch.de Theologie-Systematisch] Aktuelle Literatur und Texte zur Theologie
- [http://www.theologie-und-kirche.de Münsteraner Forum für Theologie und Kirche] Auswahl aktueller theologischer Aufsätze u.Ä.
- [http://www.einfuehrung-theologie.de.vu Einführung in das Theologiestudium] Aufsatz mit Informationen über die theologischen Teildisziplinen =Siehe auch=
- Christliche Theologie; Christentum; Dialektische Theologie; Erfahrungstheologie; Erlanger Theologie; Erweckungstheologie; Feministische Theologie; Katholische Theologie; Konfessionelle Theologie;Liberale Theologie; Luthertum; Natürliche Theologie; Negative Theologie; Politische Theologie; Neologie; Neuluthertum; Orthodoxie; Pantheismus; Panentheismus; Pietismus; Protestantismus; Physikotheologie; Spekulative Theologie; Supranaturalismus; Theologischer Rationalismus; Übergangstheologie; Vermittlungstheologie; Wolffianismus
- Systematische Theologie; Fundamentaltheologie; Dogmatik; Christologie; Ekklesiologie; Eschatologie; Gnadenlehre; Gotteslehre; Soteriologie; Mariologie; Theologische Ethik
- alphabetische Liste von Theologen; Kategorie Theologen; chronologische Liste deutscher Theologen
- Christus; Fideismus; Glaube; Gott; Gottesbeweis, Heiliger Geist; Heilsgeschichte; Reformation; Schöpfung; Trinität ! Kategorie:Religion Kategorie:Geisteswissenschaft Kategorie:Kulturwissenschaft ja:神学 ko:신학 simple:Theology

Orthodoxe Kirche

Als orthodox werden im Christentum verschiedene Kirchen bezeichnet, die sich aus der oströmischen Reichskirche entwickelt haben. Heute gibt es davon im Wesentlichen drei große Gruppen:
- die östlich-orthodoxe Kirchengemeinschaft (mit dem Ausdruck orthodoxe Kirche ist im Deutschen meistens diese gemeint)
- die altorientalische Kirchengemeinschaft
- die mit der Kirche von Rom unierte Kirchengemeinschaft Die eigentliche Bedeutung von orthodox ist rechtgläubig. Damit wurde der Anspruch des oströmischen Reiches ausgedrückt, nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reiches der alleinige rechtmäßige Vertreter des christlichen Glaubens zu sein. Im Falle der orthodoxen Kirchen ist damit jedoch nicht (nur) die starre Verteidigung der Glaubenslehre gemeint, sondern auch die rechte, die richtige Lobpreisung (=δόξα/doxa) Gottes. In dieser Bedeutung war der Begriff war schon vor dem Großen Schisma in Verwendung, nicht nur von der östlichen, sondern auch von der westlichen Kirche. Erst nach der Spaltung der Christenheit entwickelten sich die Begriffe "orthodox" und "katholisch" allmählich zu Konfessionsbezeichnungen. -----

Östlich-orthodoxe Kirchenfamilie mit byzantinischem Ritus

Kanonische Orthodoxe Kirchen

Diese Kirchen (autokephale und autonome) stehen in vollständiger Kirchengemeinschaft miteinander.

Autokephale Kirchen

d.h. mit selbständig eingesetzten Oberhäuptern
- Kirche von Konstantinopel (Ökumenisches Patriarchat von Konstantinopel)
- Kirche von Albanien (Erzbistum von Albanien)
- Kirche von Alexandria (Patriarchat von Alexandria)
- Kirche von Amerika (Erzbistum von Amerika)
- Kirche von Bulgarien (Patriarchat von Bulgarien [bulgarisch-orthodoxe Kirche])
- Kirche von Georgien (Patriarchat von Georgien [georgisch-orthodoxe Kirche])
- Kirche von Griechenland (Erzbistum von Griechenland [griechisch-orthodoxe Kirche])
- Kirche von Jerusalem (Patriarchat von Jerusalem)
- Kirche von Polen (Erzbistum von Polen)
- Kirche von Antiochia (Patriarchat von Antiochia [rum-orthodoxe Kirche])
- Kirche von Rumänien (Patriarchat von Rumänien [rumänisch-orthodoxe Kirche])
- Kirche von Moskau und ganz Russland (Patriarchat von Moskau und ganz Russland [russisch-orthodoxe Kirche])
- Kirche von Serbien (Patriarchat von Serbien [serbisch-orthodoxe Kirche])
- Kirche von Tschechien und der Slowakei (Erzbistum von Tschechien und der Slowakei)
- Kirche von Zypern (Erzbistum von Zypern),

Autonome Kirchen

d.h. mit nicht selbständig eingesetzten Oberhäuptern
- Orthodoxe Kirche in Japan
- Erzbistum Sinai
- Autonome Kirche von Finnland,
- Autonome Kirche von Japan,

Kanonizität umstritten oder nicht allgemein anerkannt


- Russisch-Orthodoxe Auslandskirche
- Russisch-Orthodoxe Kirche im Exil
- Makedonisch-Orthodoxe Kirche
- Estnisch-Orthodoxe Kirche
- Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche
- Ukrainisch-orthodoxe Kirche - Kiewer Patriarchat

Altorientalische Kirchenfamilie

Miaphysitische (bzw. "monophysitische") Orientalische Nationalkirchen

mit alexandrinischem Ritus


- Syrische Orthodoxe Kirche
- Koptische Orthodoxe Kirche
- Äthiopische Orthodoxe Kirche
- Eritreische orthodoxe Kirche

mit antiochenischem Ritus


- Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien (Patriarchat von Antiochia)
- Syrische Kirche in Indien

mit armenischem Ritus


- Armenisch-Apostolisches Katholikat von Etschmiadsin
- Armenisch-Apostolisches Katholikat von Sis in Kilikien
- Armenisch-Apostolisches Patriarchat von Konstantinopel
- Armenisches Patriarch von Jerusalem

Nestorianische Kirchen


- Assyrische Kirche des Ostens

Unierte Ostkirchen

In Kirchengemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche stehende Ostkirchen

mit byzantinischem Ritus


- Griechisch-Katholische Kirche (Griechenland),
- Italo-albanische Kirchen,
- Melkitische Griechisch-Katholische Kirche,
- Russisch-Katholische Kirche,
- Ukrainisch-Katholische Kirche,
- Unierte Katholiken in Weißrußland,
- Kroatisch-Katholisches Bistum von Križevci,
- Rumänisch-Katholische Kirche,
- Bulgarisch-Katholische Kirche,
- Ruthenische griechisch-katholische Kirche,
- Griechisch-katholische Kirche in der Slowakei

mit alexandrinischem Ritus


- Koptisch-katholische Kirche,
- Äthiopisch-Katholische Kirche,

mit antiochenischem Ritus


- Syrisch-katholische Kirche,
- Maroniten, Dimane (Libanon),
- Syro-Malankara Katholische Kirche

mit armenischem Ritus


- Armenisch-Katholische Kirche

mit chaldäischem Ritus


- Chaldäisch-Katholische Kirche,
- Syro-Malabarische Kirche

Weblinks


- [http://www.orthodoxekirche.de/ Orthodoxie - die orthodoxe Religion in Deutschland]
- [http://de.orthodoxlinks.info/ Das Verzeichnis der orthodoxen Quellen im Internet]
- [http://www.orthlit.de/ Orthodoxe Literatur in deutscher Uebersetzung]

Siehe auch


- Liste der christlichen Konfessionen Kategorie:Liste (Religion) Kategorie:Orthodoxe Kirche

Commonwealth

Das Commonwealth of Nations ist ein Staatenbund, der in erster Linie durch das Vereinigte Königreich und dessen ehemalige Kolonien gebildet wird. Die Bezeichnung „Commonwealth“ (engl.: Gemeinwohl) meint einen freiwilligen Bund von unabhängigen, souveränen Staaten, die gemeinsame Ziele verwirklichen oder sich zu einer politischen Gemeinschaft oder gar einem übergeordneten Staat zusammenschließen.

Geschichte

Beim Commonwealth of Nations handelt es sich um einen Bund unabhängiger Staaten als Nachfolger des British Empire, welches nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend aufgespalten wurde. Zu dem Zerfall kam es einerseits durch aufkommende Unabhängigkeitsbewegungen in verschiedenen Gebieten (zum Beispiel in Indien unter dem Einfluss des Pazifisten Mahatma Gandhi) und andererseits aufgrund der beschränkten Mittel der britischen Regierung nach dem Krieg.

Commonwealth heute

Als Commonwealth Realms bezeichnet man die Staaten im Commonwealth, welche den britischen Monarchen als ihr Staatsoberhaupt anerkennen. Heute leben 30% der Weltbevölkerung (1,7 Mrd. Menschen) in Mitgliedstaaten des Commonwealths: Indien ist das bevölkerungsreichste Mitglied mit über einer Milliarde Menschen. Auch Pakistan, Bangladesch und Nigeria haben jeweils eine Bevölkerung von mehr als 100 Millionen Menschen. Aber auch Staaten wie zum Beispiel die Inselkette Tuvalu, auf der nur etwa 11.000 Menschen leben, gehören dem Bund an. In der Praxis sieht es so aus, dass die Staaten, wenn sie zu einer Republik werden, formell aus dem Bund austreten. Anschließend stellen sie einfach einen Antrag auf Wiederaufnahme, der automatisch gewährt wird. Die Republik Irland bewarb sich nach dem Austritt nicht um die Wiederaufnahme. Bis heute ist der Beitritt Irlands zum Commonwealth ein Thema in der irischen Politik. Das Commonwealth Office in London ist die Zentrale des Staatenbundes. Ähnlich wie bei der UNO in New York entsendet jedes Mitgliedsland einen Vertreter dorthin, so dass ein ständiger Informationsaustausch stattfinden kann. Zusätzlich treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Commonwealth-Länder einmal jährlich zu einem einwöchigen Gipfeltreffen. Hierbei werden wichtige politische und wirtschaftliche Fragen sowie die Weltlage diskutiert. Auch Sanktionen gegen einzelne Staaten, wie zuletzt 2002 gegen Simbabwe, werden hier beschlossen. Der Gipfel findet jedes Jahr in einem anderen Mitgliedsland statt und wird traditionell durch den britischen Monarchen, aktuell