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Anglizismus
Mit dem Begriff Anglizismus werden Wörter, Formulierungen oder Satzkonstruktionen bezeichnet, die aus dem Englischen in andere Sprachen übernommen wurden. In diesem Artikel wird jedoch nur die Richtung Englisch → Deutsch betrachtet.
Formen
- Wort- und Wortstammentlehnung: Übernahme englischer Lexeme, die zum Teil an das deutsche Wortbildungssystem angepasst werden (downloaden, ich habe downgeloadet / gedownloadet), nicht jedoch an die im Deutschen vorwiegend phonetische Rechtschreibung. Die Aneignung fremdsprachlicher Elemente wird von vielen Sprachschützern als unangenehm empfunden und als „Sprachverfall“ aufgefasst. Allerdings sind viele Bereiche im privaten und beruflichen Leben auf eine unmissverständliche Terminologie angewiesen: Der Hubschrauber hovert über der Unfallstelle, der Pilot lässt ihn hovern. Das Makefile hat die Aufgabe, zu maken, und der Linker, zu linken. Das Canceln von Spam im Usenet würde bei falscher Eindeutschung als „löschen“ evtl. zur Straftat.
- Sprachschöpfungen innerhalb der deutschen Sprachgemeinschaft mit englischem Klang wie Handy, Talkmaster, Service Point – diese werden als Schein- oder Pseudoanglizismen bezeichnet
- Benutzung der englischen statt deutschen Transkription aus nichtlateinischen Schriften, z. B. der kyrillischen oder der arabischen und persischen Schrift, in deutschsprachigen Schriftstücken – der Sinn der Transkription geht damit verloren, dies gilt insbesondere für Zischlaute und lange Vokale
- Englische statt deutsche oder ausgangssprachliche Aussprache mancher biblischer und somit nichtenglischer Vornamen in Deutschland, die in jüngster Zeit nach amerikanischen Vorbildern wieder beliebter wurden, z. B. bei David, Simon und Sarah
- Aus dem Englischen ins Deutsche übernommene inhaltliche Sprachänderungen, zum Beispiel: „wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten“ nach “we apologize for the inconveniences” statt der ursprünglichen Bitte um Entschuldigung: „wir bitten, die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen“
Eine eindeutige Abgrenzung zu englischen Fremdwörtern gibt es nicht. Wissenschaftliche und technische Fachausdrücke werden in der Regel nicht als Anglizismen bezeichnet und verlieren beim Versuch, sie durch deutsche Begriffe zu ersetzen, oft ihre Eindeutigkeit, indem sie entweder zum Synonym werden (Beispiel: array = „Feld“, field = „Feld“) oder ohne Zusätze zum Homonym (Beispiel: heading = „Kurs“, course = „Kurs“, beides nicht dasselbe, sondern um den Driftwinkel unterschiedlich). In diesen Bereichen können Anglizismen als Bereicherung der deutschen Sprache verstanden werden.
Umgekehrt gibt es auch mehrdeutige Anglizismen, die in Teilen der Sprechergemeinschaft eindeutige deutsche Begriffe ersetzen, so dass die Präzision im Ausdruck verloren geht, z. B. Ticket statt „Strafmandat“, „Strafzettel“, „Eintrittskarte“, „Fahrkarte“, „Fahrschein“ oder „Flugschein“. In solchen Fällen können Anglizismen als Verarmung der deutschen Sprache verstanden werden.
Bemerkenswert sind als Sonderfall Begriffe, die falsch werden, wenn man sie nicht ins Deutsche übersetzt (z. B. weil der englische Begriff im Deutschen bereits eine abweichende Bedeutung hat): the design, bezogen auf ein technisches System (Maschine, Schiff, elektronische Schaltung, Software) bedeutet „der Entwurf“ (durch einen Ingenieur) und nicht etwa „das Design“ (durch einen Designer) (vgl. Falscher Freund).
Solche Eigenheiten haben trotz aller (selbst umstrittenen) Bemühungen um Sprachreinheit Einzug in die Alltagssprache gehalten.
Das Wort Anglizismus wird hier vor allem dann gebraucht, wenn es sich um Wörter handelt, die noch als fremd wahrgenommen werden, unter anderem deshalb, weil es als anstrengend empfunden wird, fremde Begriffe authentisch auszusprechen oder zu verstehen.
Satirisches Zitat
Bastian Sick im „Spiegel“: Beim Wort „Sonnabend“ handelt es sich um einen Anglizismus! Um einen sehr, sehr alten Anglizismus. Den „Sonnabend“ verdanken wir nämlich einem englischen Missionar namens Bonifatius, der von 672 bis 754 gelebt hat und der, statt auf seiner Insel zu bleiben, aufs Festland übersetzte, um die Germanen in Friesland, Hessen, Thüringen und Bayern zum Christentum zu bekehren. Er brachte das altenglische Wort ‚sunnanaefen‘ mit, das anfangs den Abend, bald aber schon den ganzen Tag vor dem ‚sunnandaeg‘ (Sonntag) bezeichnete. Möglicherweise hatten Bonifatius oder seine Nachfolger die gezielte Absicht, den jüdischen Sabbat aus dem Wochenkalender zu streichen und durch ein „christliches“ Wort zu ersetzen. Jedenfalls fand der „Sonnabend“ Verbreitung, und zwar hauptsächlich im norddeutschen und im mitteldeutschen Raum. – Quelle: [http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,340668,00.html spiegel.de]
Liste von ausgewählten häufigen Anglizismen
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Siehe auch
- Liste von Anglizismen
- Denglisch – Abwertende Bezeichnung für den übermäßigen Gebrauch von Anglizismen und Scheinanglizismen
- Scheinanglizismus – Scheinbare Anglizismen wie Handy
- Liste der Scheinanglizismen
- Lehnwort – Fremdwörter, die an die Sprache angepasst wurden und nicht mehr als solche erkennbar sind (Fenster)
- Lehnübersetzung – Wörtliche Übersetzung zusammengesetzter Wörter (Großvater)
- Lehnübertragung – Freie Übersetzung zusammengesetzter Wörter (Wolkenkratzer)
- Gallizismus – Fremdwörter aus dem Französischen (Engagement)
- Hispanismus – Fremdwörter aus dem Spanischen (Embargo)
- Germanismus – Deutsche Wörter in anderen Sprachen
- Fennizismus – Finnische Wörter in anderen Sprachen
- Loi Toubon – Französisches Gesetz zum Schutz der französischen Sprache
Literatur
- Csaba Földes, „Deutsch und Englisch: Ein Sprachnotstand? Befunde und Anmerkungen“, in: Rudolf Hoberg (Hrsg.), Deutsch – Englisch – Europäisch. Impulse für eine neue Sprachpolitik, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich: Dudenverlag 2002, S. 341–367, ISBN 3-411-71781-5
- Dieter E. Zimmer, „Neuanglodeutsch“, in: Ders., Deutsch und anders. Die Sprache im Modernisierungsfieber, Hamburg 1998, S. 7–104 ISBN 3-499-60525-2
Weblinks
- [http://vds-ev.de/denglisch/anglizismen Umfangreiche Anglizismenliste] (Verein Deutsche Sprache)
- [http://www.linguistik-online.de/9_01/Klein.html W.P. Klein - Fehlende Sprachloyalität?] Tatsachen und Anmerkungen zur jüngsten Entwicklung des öffentlichen Sprachbewusstseins in Deutschland (Linguistik online 9, 2/01)
- [http://uebersetzungsfallen.de Stefan Winterstein] Anglizismen und Übersetzungsfallen
- [http://www.reporters.de/index.php?id=speakenglish Reporters.de] Anglizismen und Ausdrücke, die Journalisten vermeiden sollten
- [http://www.mathint.com/grundlagen/infterm.htm Wörterliste englisch / deutsch für häufig benutzte Begriffe der Alltagsinformatik der Gesellschaft für Mathematische Intelligenz]
- [http://www.deutschomat.de/ Deutschomat] kreative Anglizismenliste mit Schwerpunkt auf semantischer Übersetzung
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Englische Sprache
Die englische Sprache (Englisch) ist eine germanische Sprache. Sie gehört, wie auch das Deutsche und das Niederländische, dem westlichen Zweig der germanischen Sprachen an.
In einem eigenen Artikel gibt es mehr zur Geschichte der englischen Sprache.
Englisch ist heute die am weitesten verbreitete Sprache der Welt, während es sich bei Mandarin-Chinesisch um die meistgesprochene Sprache handelt.
Die englische Sprache wird in sehr vielen Ländern als erste Fremdsprache in den Schulen gelehrt (siehe Englisch (Schule)) und ist offizielle Sprache der meisten internationalen Organisationen. Viele dieser Organisationen haben daneben noch andere offizielle Sprachen. Englisch gilt als Weltsprache.
Heute wird Englisch weltweit von etwa 340 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, das heißt, etwa 340 Millionen Menschen sind anglophon. Zählt man die Zweitsprachler hinzu, kommt man auf etwa 510 Millionen Sprecher.
Verbreitung
Amtssprache
Englisch ist Amtssprache in den folgenden Staaten, wobei die Zahlen die ungefähre Zahl der Muttersprachler angeben, soweit bekannt:
Englisch ist zudem Amtssprache bei der Europäischen Union, bei der Afrikanischen Union, der Organisation Amerikanischer Staaten und bei den Vereinten Nationen.
Sonstige Verwendung
Die englische Sprache dient zudem als Verkehrssprache in folgenden Ländern und Regionen:
- Gibraltar
- Hongkong
- Israel
- Malaysia
- St. Martin
- Somalia
- Zypern
Sprachwissenschaftliche Einordnung
Das Englische gehört zu den indogermanischen Sprachen, die ursprünglich sehr stark flektierende Merkmale aufwiesen.
Alle indogermanischen Sprachen weisen diese Charakteristik bis heute mehr oder minder auf.
Es besteht jedoch in allen diesen Sprachen eine Tendenz weg von flektierenden und hin zu isolierenden Formen.
Im Englischen ist diese Tendenz besonders ausgeprägt gewesen, so dass es sich im Laufe seiner Entwicklung im Wesen stark gewandelt hat.
Heute trägt die englische Sprache überwiegend isolierende Züge und ähnelt strukturell teilweise stärker isolierenden Sprachen wie dem Chinesischen als den genetisch eng verwandten Sprachen wie dem Deutschen.
Zudem hat sich die Sprache heute durch die weite Verbreitung in viele Dialekte aufgeteilt. Viele europäische Sprachen bilden auch völlig neue Begriffe auf Basis der englischen Sprache (Anglizismen). Auch in einigen Fachsprachen werden die Termini von Anglizismen geprägt, z.B. in den Bereichen Informatik und Wirtschaft.
Der Language Code ist en beziehungsweise eng (nach
ISO 639);
der Code für Altenglisch (etwa 450 bis 1100) ist ang
und der Code für Mittelenglisch (etwa 1100 bis 1500) ist enm.
Sprachvarianten der englischen Sprache
Durch die weltweite Verbreitung der englischen Sprache hat diese in verschiedenen Gegenden zahlreiche Varianten entwickelt.
Nach der bekanntesten und fremdartigsten Variante des Englischen spricht man oft auch von einer Pidginisierung, wenn eine Sprache sich durch ihre weite Verbreitung in mehrere Sprachen aufzuteilen beginnt, die untereinander kaum noch kompatibel sind.
Folgende Sprachvarianten werden unterschieden:
- Siehe auch: Internationale Klassifizierungen (Englische Sprache)
Eine Reihe von Pidginsprachen und Kreolsprachen haben sich auf englischem Substrat entwickelt.
Das Eindringen von Anglizismen in andere Sprachen wird manchmal mit abwertenden Namen wie "Denglisch" (Deutsch und Englisch) oder "Franglais" (Französisch und Englisch) versehen. Dabei handelt es sich nicht um Varianten des Englischen, sondern um Erscheinungen in anderen Sprachen.
- Siehe auch: Englische Sprache in anderen Sprachen
Der scherzhafte Begriff "Engrish" bezeichnet ebenfalls keine Variante der englischen Sprache, sondern bezieht sich auf das unbeholfene Englisch, das gelegentlich in asiatischen Ländern anzutreffen ist, hier insbesondere bei Japanern, die den Lateral "l", der im Japanischen nicht vorkommt, durch "r" ersetzen.
Ähnliche/Verwandte Wörter
Deutsch und Niederländisch
Überraschend sind die sehr zahlreichen englischen Wörter, bei denen die Verwandtschaft mit dem Deutschen und dem Niederländischen durch Bedeutungsverschiebung oder -verengung oft nicht ins Auge fällt.
Dänisch
Französisch
Textsammlungen
Beim Project Gutenberg stehen zahlreiche Texte frei zur Verfügung.
Siehe auch
- Englische Grammatik
- Ghoti
- Liste englischer Redensarten
- Englische Phonetik
- Englische Sprache in der Werbung
- Liste von Sprachen nach der Zahl ihrer Muttersprachler
- Chronologie englischsprachiger Medien
Literatur
- Wolfgang Viereck, Heinrich Ramisch, Karin Viereck: dtv Atlas Englische Sprache. dtv, 2002. ISBN 3423032391
- J. C. Wells: Accents of English. Volume I: An Introduction. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521297192
- J. C. Wells: Accents of English. Volume II: The British Isles. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521285402
- J. C. Wells: Accents of English. Volume III: Beyond the British Isles. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521285410
- Michael McCarthy, Felicity O'Dell: English Vocabulary in Use. upper-intermediate and advanced. Cambridge University Press, 1994
- Raymond Murphy: English Grammar in Use. Cambridge University Press, 1985
- Robert Phillipson: Linguistic Imperialism. Oxford University Press, 2000. ISBN 0194371468
Weblinks
- http://dict.leo.org/ – umfangreiches und ständig erweitertes Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Online-Wörterbuch
- http://www.odge.de/ - Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Wörterbuch mit über 420.000 Übersetzungen (auch ungewöhnliches)
- http://www.dict.cc/ – Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Wörterbuch mit mittlerweile über 400.000 Übersetzungen
- http://www.dict.org/ – greift auf mehrere Wörterbücher zu, die das dict-Protokoll benutzen
- http://www.EnglishTensesWithCartoons.com Englishe Zeiten
- http://www.phon.ucl.ac.uk/home/estuary/index.html - Estuary English
- http://www.wordorigins.org/ – Die Herkunft einiger hundert englischer Wörter
- http://www.etymonline.com/ – Online Etymology Dictionary, Erklärungen zur Herkunft einiger tausend englischer Wörter
- http://www.englisch-hilfen.de/ – kostenlose Nachhilfe mit Erklärungen und Übungen
- http://www.ego4u.de/ – Englische Grammatik Online
- http://www.sprachschule-lbt.de/index.php?sprachschulen=englischkurse-5-spaltensystem&englisch-lernen=lernhilfen – kostenloses Grammatiksystem der englischen Sprache zum Selbstlernen
- http://www.quickdic.de/ – Wörterbuch zum Herunterladen
- http://www.phrasen.com/ – Wörterbuch der englischen Redewendungen
- http://www.urbandictionary.com - Slang Dictionary
- http://www.woerterbuch.info/ – Deutsch-Englisch Wörterbuch mit 600.000 Übersetzungen und 125.000 Synonymen
- http://www.alt-usage-english.org/audio_archive.shtml - Sprachfiles für Indisch-, Britisch-, Austrailienenglish und noch vieles mehr
Kategorie:Einzelsprache
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OrthographieDie Orthographie, -grafie oder Rechtschreibung ( v. griech. ὀρϑός „richtig“ und γραφή „Schrift“; seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Übersetzung des griech.-lat. Terminus orthographía) ist die in bestimmten Regeln festgelegte, allgemein geltende Schreibung der Wörter einer Sprache in der verwendeten Schrift.
Die Rechtschreibung setzte sich während vieler Jahrhunderte erst allmählich durch, in manchen Sprachen früher als in anderen. Heute werden so gut wie alle Schriftsprachen (außer manchen nur selten geschriebenen Dialekten) nach mehr oder weniger festen Rechtschreibregeln geschrieben. Regelwidrige Schreibung wird als Rechtschreibfehler bezeichnet.
Bei der Rechtschreibung in Alphabetschriften unterscheidet man zwei grundlegend verschiedene Ansätze:
- die phonetische Rechtschreibung, die eine möglichst einfache Beziehung zwischen Lautfolge und Schriftbild anstrebt („schreibe, wie du sprichst“), wobei im Idealfall ein Graphem nur einem Phonem entspricht (phonematische R.), und
- die etymologische Rechtschreibung, die grammatische und sprachgeschichtliche Ableitungsbeziehungen zwischen verschiedenen Wörtern und insbesondere zwischen den konjugierten, komparierten oder deklinierten Formen eines Wortes sichtbar werden lässt.
Überwiegend phonetisch ist die Orthographie zum Beispiel des Bulgarischen, Finnischen, Italienischen, Russischen, Serbischen, Spanischen und Türkischen.
Ein Extrembeispiel für etymologische Orthographie stellt das Englische dar. Im Englischen kann eine Buchstabenfolge (z. B. ough) vier oder mehr verschiedene Aussprachen haben; umgekehrt kann eine bestimmte Lautfolge viele verschiedene Schreibungen haben, je nachdem, in welchem Wort sie vorkommt.
Auch das Französische schreibt sich entschieden etymologisch. Würde, rein hypothetisch, Frankreich seine Orthographie auf eine rein phonetische Grundlage stellen, wäre von einem Tag auf den anderen die Familienähnlichkeit des Französischen mit den übrigen romanischen Sprachen nicht mehr zu erkennen. Im Französischen kann ein Phonem neun verschiedene Schreibungen haben (z. B. die Homonyme au, aux, haut, hauts, os, aulx, oh, eau, eaux).
Im Deutschen herrscht eine Mischform zwischen phonetischer und etymologischer Orthographie vor. Zwar gibt es eine Tendenz zu lautgerechter Schreibung, es gibt aber viele Ausnahmen. Mehrere Rechtschreibreformen haben diese allmählich verringert. Andererseits werden bei jüngeren Entlehnungen insbesondere aus dem Englischen Schreibungen häufig nicht an das deutsche Lautbild angepasst.
Es hat sich gezeigt, dass in Sprachen mit phonetischer Orthographie Legasthenie seltener auftritt und das Erlernen der Orthographie erleichtert wird.
Bedeutende Personen der deutschen Orthographiegeschichte
- 15./16. Jh.: Niklas von Wyle, Heinrich Steinhöwel
- 17. Jh.: Justus Georg Schottel, Philipp von Zesen
- 18. Jh.: Johann Christoph Gottsched, Johann Christoph Adelung
- 19. Jh.: Johann Christian August Heyse, Konrad Duden, Jacob Grimm, Rudolf von Raumer
- 20. Jh.: Gerhard Augst, Burkhard Schaeder, Peter Gallmann, Max Mangold, Dieter Nerius, Kerstin Güthert, Horst Sitta, Klaus Heller, Christoph Stillemunkes, Eugen Wüster, Hermann Zabel
- 21. Jh.: Theodor Ickler
Siehe auch
- Buchdruck, Binnen-I, Binnenmajuskel
- Buchstabe ß (sz bzw. ss), Deutsche Sprache, Durchkopplung
- Geschichte der deutschen Rechtschreibung, Graphemik, Interpunktion
- Neue deutsche Rechtschreibung, Alte deutsche Rechtschreibung, Satzzeichen, Plenk
- Zum Streit über die Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 siehe Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996: Kritik und Apologetik.
Weblinks
- [http://www.canoo.net Canoo.net] Onlinewörterbuch und Deutsche Grammatik, Flexion und Wortbildung
- [http://www.deutsche-rechtschreibung.de] Onlinewörterbuch alte-neue deutsche Rechtschreibung, Regelwerk, Wörterliste
Kategorie:Schreiben
Kategorie:Buch
Kategorie:Zeitung
als:Orthographie
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zh-min-nan:Chiàⁿ-jī-hoat
UsenetDas Usenet //, urspr. Unix User Network, ist ein weltweites elektronisches Netzwerk unter anderem aus Diskussionsforen, das aus Newsgroups besteht und an dem jeder, der (beispielsweise über das Internet) Zugang zu einem Newsserver hat, teilnehmen kann. Der Teilnehmer benötigt dazu einen Newsreader (auch Newsclient genannt).
Funktionsweise
Die Funktionsweise des Usenet wird oft mit Schwarzen Brettern verglichen, wie es sie zum Beispiel auch im Supermarkt gibt. Diese Ähnlichkeit gibt jedoch nur einen Teilaspekt des Usenet wieder, da die Kommunikation über Schwarze Bretter in der Regel nur in eine Richtung (simplex, bzw. unidirektional) läuft. Oder einfacher ausgedrückt: da nur die Anfrage, also der Aushang, über das Schwarzen Brett erfolgt und die Antwort zumeist nicht ebenfalls wieder ans Schwarze Brett geklebt wird, wie dies (sinngemäß) im Usenet üblich ist.
Ein passenderer Vergleich, und daher rührt auch die Usenet-Sprache, ist das Zeitungswesen:
- Jemand schreibt einen Artikel (news, article) für die Zeitung (newsgroup).
- Ein Leser nimmt auf diesen Artikel Bezug und schreibt einen Leserbrief (follow-up), den er an die Zeitung schickt.
- Durch die Veröffentlichung wird dieser Leserbrief seinerseits zu einem Artikel, auf den sich nun weitere Leser beziehen können, somit entsteht also eine Kommunikation in beide Richtungen (duplex bzw. bidirektional).
Das Usenet unterscheidet sich jedoch darin, dass es keine Redaktion hat, die eine Vorauswahl der zu veröffentlichenden Artikel oder Leserbriefe trifft. Ausnahme sind die relativ wenigen moderierten Newsgroups, deren Moderatoren allerdings im Allgemeinen demokratisch gewählt und an Mehrheitsbeschlüsse gebunden sind.
Vorteile des Usenets sind die Geschwindigkeit und die hohe Teilnehmerzahl. Innerhalb weniger Stunden können zu kontroversen Themen riesige Diskussionsbäume (sogenannte Threads) entstehen. Durch seine vielfach redundante Verteilung auf zigtausende Newsserver in vielen verschiedenen Staaten ist das Usenet auch ziemlich unempfindlich gegen Zensur.
Webforen bieten eine sehr ähnliche Kommunikationsweise wie das Usenet. Im Gegensatz zu Webforen allerdings, findet die Darstellung und Anordnung der einzelnen Nachrichten (Postings) im Newsreader statt. Bei einem Webforum gibt dagegen dessen Autor oder Administrator das Aussehen der Nachrichten und die Funktionen zur Nachrichtendarstellung und -bearbeitung zentral vor.
Somit gibt es je nach eingesetztem Newsreader verschiedene Möglichkeiten Nachrichten darzustellen und auszuwählen, z.B. Nachrichten nach Themen sortiert hierarchisch anzuordnen, so dass man den Diskussionsverlauf, welche Nachricht sich auf welche vorhergehende Nachricht bezieht, durch Einrückung direkt erkennen kann (Thread-Ansicht) oder bestimmte Teilnehmer oder Diskussionen auszublenden.
Weitere Unterschiede zu Webforen sind, dass man in der Regel nur einen Newsserver kontaktiert, um alle Nachrichten aus allen abonnierten Newsgroups abzuholen bzw. um eigene Nachrichten zu veröffentlichen, da alle Newsserver die Nachrichten untereinander austauschen und dass alle Nachrichten in der Regel rein textbasiert sind, also keine Grafiken oder Auszeichnungen erwünscht sind, obwohl Anhänge oder HTML-Nachrichten technisch durchaus möglich sind.
Auch die relativ lange Existenz des Usenets macht einen wichtigen Unterschied aus: Es hat sich im Laufe der Zeit eine eigene Usenet-Kultur entwickelt mit langer Tradition, die eigene Umgangsformen und eine eigene Sprache hervorgebracht hat. Die Entwicklung einer eigenen Kultur in Webforen ist auch zu sehen, doch orientiert sich diese vor allen Dingen an jungen Netzteilnehmern, die eine eigene Sprache besitzen und ebenfalls eigene Umgangsformen pflegen. Ein Austausch unter diesen Kulturen findet nur sehr begrenzt statt. Diese unterschiedlichen Kulturen scheinen ursächlich für manchen Konflikt zwischen Usenet- und Webforen-Liebhabern zu sein.
Während Zensur bei Webforen meist von zentralen Autoritäten durchgeführt wird, ist im Usenet durch den Fremdcancel die technische Möglichkeit zur dezentralen Zensur gegeben. Die Verantwortung, die zensurbefugte Webforen-Benutzer haben, wird von Usenet-Teilnehmern jedoch nicht verlangt, da das Usenet eher den Rechtsstatus einer globalen Kommunikationsplattform als den einer lokalisierbaren Webpräsenz hat.
Umgangsformen
Die besondere Art der Kommunikation zwischen mehreren Menschen über Textnachrichten führt zu spezifischen Problemen. Die Netiquette ist eine Sammlung von Empfehlungen zum Umgang miteinander, die sich über die Jahre herausgebildet haben und von vielen Teilnehmern als sinnvoll erachtet werden.
Im Gegensatz zum Chat kann man im Usenet nicht schon nach ein paar Sekunden Antwort erwarten, denn die Nachricht muss zunächst von Server zu Server weitergereicht werden. Außerdem lesen viele Teilnehmer die Beiträge offline, das heißt, sie laden sich die neuen Beiträge in den von ihnen abonnierten Gruppen ein- oder mehrmals am Tag auf die lokale Festplatte herunter, schreiben ihre Antworten dann offline und senden diese gesammelt an ihren Server zurück. Dies ist unter anderem auch ein Grund, weswegen die meisten Teilnehmer allergisch auf exzessives Wiederholen desselben Inhalts reagieren. Auch das Versenden eines Artikels in mehrere Gruppen (Crossposting) sollte sparsam eingesetzt werden. Unerwünscht sind Multipostings (derselbe Artikel unter verschiedenen Message-IDs mehrfach versendet) und dermaßen exzessiv wiederholte Werbung, dass diese zu Spam wird.
Was gepostet werden darf, ist in den meisten Newsgroups in der jeweiligen Charta festgelegt. Dringend zu empfehlen ist ebenfalls das Lesen der FAQ einer Newsgroup, in der häufig gestellte Fragen beantwortet werden. Wer eine häufig gestellte Frage erneut stellt, muss oftmals mit rüdem Ton in den Antworten rechnen. Es empfiehlt sich zusätzlich, erst einmal eine Reihe existierender Artikel durchzulesen, bevor man selbst etwas schreibt. Man bekommt so ein Gefühl für das Klima der Gruppe.
Da sich viele Usenet-Diskussionen ähneln, wurden verschiedene naturgesetzähnliche Regelmäßigkeiten als Usenet-Laws formuliert.
Hierarchien
Um das Usenet übersichtlich zu gestalten, wird es in einzelne Newsgroups unterteilt (siehe auch: GABELN). Das sind Gruppen, in denen nur über ein bestimmtes Thema diskutiert wird. Zum Beispiel über Festplatten, Kinofilme oder Politik. Newsgroups sind baumartig nach Themen geordnet, was sich auch in ihren Namen widerspiegelt. Gruppen mit gemeinsamem Namenspräfix gehören zur selben Hierarchie.
So existiert beispielsweise die deutschsprachige Hierarchie de. Freizeitthemen werden in dieser Hierarchie unter de.rec angesiedelt (rec als Kurzform von recreation, englisch für Freizeit). Alle Gruppen, die Spiele als Thema haben, sind wiederum unter de.rec.spiele angeordnet. So existiert dann unter anderem die Newsgroup de.rec.spiele.brett+karten, die sich nur mit Brett- und Kartenspielen beschäftigt.
Viele Gruppen haben als letzten Namensteil misc (für englisch miscellaneous, Verschiedenes). Diese sind als Sammelgruppen für Themen gedacht, die keine eigene Gruppe innerhalb einer Subhierarchie haben. So werden in de.rec.spiele.misc alle Spiele behandelt, die nicht in einer der anderen Spielegruppen der Subhierarchie de.rec.spiele Thema sind.
Hierarchien haben meist eine Gemeinsamkeit, die für alle enthaltenen Gruppen gilt (Ausnahmen sind beispielsweise alt oder free). Bei de ist das die zu verwendende deutsche Sprache. Außerdem existieren Hierarchien
- für bestimmte Länder, Regionen oder Städte (beispielsweise ch für die Schweiz, nrw für Nordrhein-Westfalen oder muc für München),
- zu einem Themenkomplex wie Wissenschaft (sci),
- für eine Firma, Organisation oder ein Projekt (microsoft, gnu, eclipse) oder
- zu bestimmten Universitäten und Forschungseinrichtungen.
Manche Hierarchien sind auf vielen Servern weltweit auffindbar, andere sind eingeschränkt auf einen bestimmten Newsserver. Man spricht auch von öffentlichen und privaten Hierarchien, wobei auch bei privaten Hierarchien oft jeder teilnehmen kann, nur die Weiterverbreitung der Artikel auf andere Server ist eingeschränkt oder gänzlich unerwünscht. Grund für die Beschränkung sind u. a. die Vermeidung von Spam oder der Wunsch, nicht in Archiven wie Google Groups aufgenommen zu werden.
Für Anfänger (Newbies) empfehlenswert sind die Gruppen der Subhierarchie de.newusers, in denen regelmäßig aktuelle FAQs gepostet werden und erfahrene Benutzer Fragen beantworten.
Geschichte
Das Usenet wurde von Tom Truscott, Steve Bellovin und Jim Ellis 1979 in den USA als Verbindung zweier
UNIX-Rechner an der University of North Carolina und der Duke University aus der Taufe gehoben.
Der Datenaustausch erfolgte über herkömmliche Telefonleitungen mit dem
UNIX-Protokoll UUCP (UNIX To UNIX Copy).
Schon bald wurden weitere Rechner in das Netz integriert, wegen des
verwendeten UUCP-Protokolls war das Netz jedoch auf UNIX-Rechner
beschränkt.
Über UUCP bestand die Möglichkeit, zum einen persönliche Nachrichten
auszutauschen (E-Mail), zum anderen in öffentlichen Foren teilzunehmen.
Um einen besseren Überblick über die verfügbaren Newsgroups zu haben,
wurden diese hierarchisch nach sieben Hauptthemen unterteilt, (die so genannten Major Seven oder Big Seven). Diese waren (und sind):
Zusammen mit der 1995 geschaffenen humanities-Hierarchie bilden diese Hierarchien die Big Eight.
Aufgrund der technischen Struktur des Usenet blieben dies lange Zeit die einzigen Hierarchien. Das Netz war bis zu dem Zeitpunkt zwar auf einige tausend Rechner angewachsen, der Datenverkehr lief jedoch großteils über wenige zentrale Rechner, deren Administratoren ziemlich viel Macht bei der Einrichtung neuer Gruppen hatten.
Dies änderte sich etwa Mitte der 1980er mit Veröffentlichung des Protokolls NNTP (Network News Transport Protocol).
NNTP wurde für den Betrieb über TCP/IP-Leitungen entwickelt. Damit konnte der
Datenaustausch erfolgreich über das Internet abgewickelt und das Usenet so dezentralisiert werden, denn über das Internet ist prinzipiell jeder Newsserver von jedem Ort aus ansprechbar.
Mehr noch: Jeder Administrator kann über seinen eigenen Newsserver eigene Gruppen einrichten und diese anderen Servern zur Verfügung stellen.
So entstanden weitere Hierarchien.
Mit der zunehmenden Verbreitung des Usenet außerhalb der USA entstand auch der Bedarf an Newsgroups in anderen Sprachen.
So entstand im Januar 1992 die deutschsprachige Usenet-Hierarchie de. - aus der Verschmelzung der deutschsprachigen Hierarchien dnet. - und sub. - .
Andere Regionen richteten ebenfalls eigene Hierarchien ein.
Aber auch Computerfirmen hatten längst die Möglichkeiten des Usenet als Support- und Informationsmedium entdeckt und bauten eigene Newsserver mit eigenen Hierarchien auf, die zum Teil von anderen Servern geführt werden.
Nennenswerte andere Hierarchien:
Heutzutage kann niemand sagen, wieviele Newsserver und Newsgroups es weltweit gibt. Schätzungen gehen von Zahlen zwischen 50.000 und 100.000 aus.
Archive
Auf den meisten Newsservern werden Artikel ab einem gewissen Alter gelöscht. Da ältere Artikel trotzdem von Interesse sein können, gab es stets Bemühungen, sie zu archivieren.
Von 1995 bis 2001 stellte Deja News eine Vielzahl von Artikeln auf einer Website zur Verfügung. Die Datenbestände von Deja News wurden von Google aufgekauft und unter dem Namen Google Groups als weitere Suchdienstleistung angeboten.
Google hat dieses Archiv stets auch aus anderen Quellen erweitert, so dass im Google-Archiv auch aus früheren Jahren Artikel zu finden sind.
Technik
Newsserver transportieren die Nachrichten. Das ursprünglich zur Übertragung verwendete Protokoll war UUCP, es wurde jedoch später, bis auf wohl eher seltene Ausnahmen, durch NNTP abgelöst.
Die Verbreitung und der Zugriff auf das Usenet erfolgen heute also weitgehend über das Internet, da dies aber nicht zwangsläufig der Fall sein muss, wird auch heute noch von einigen Nutzern argumentiert, dass das Usenet – streng genommen – eigentlich kein Teil des Internets sei, bzw. es eben zumindest nicht sein muss.
Das Datenformat für Artikel ist in RFC 1036 beschrieben.
Transport von Dateien
Das Usenet wurde entwickelt, um Texte zu verteilen, die im 7-Bit-ASCII-Zeichensatz
erstellt wurden. Mit der Hilfe von Programmen, welche 8-Bit-Dateien als ASCII-Zeichenketten kodieren können, wurde es auch möglich, binäre Dateien zu übertragen.
Aufgrund ihrer Größe wurde diese Form der Veröffentlichung auf bestimmte
Teilbereiche des Usenet eingeschränkt. Das machte es Administratoren leichter,
die Behandlung der Artikel zu differenzieren.
Die älteste Form der Kodierung ist UUencode aus dem Unix-UUCP-Softwarepaket.
Ende der 1980er gab es auf vielen Servern ein Grenzwert von 60.000 Zeichen. Heutzutage
existiert ein solcher immer noch, wenn auch meist höher. Aus diesem Grund werden die Daten einer
Datei typischerweisse in verschiedene Artikel aufgeteilt und müssen vom Newsreader zusammengefügt werden.
Mit Header-Erweiterungen (Base64 und "Quoted-Printable", MIME) kam eine neue Generation des Transportes binärer Inhalte auf, die aber im Usenet wenig Verwendung findet. Einige Betriebssysteme, die Dateien zugeordnete Hilfsinformationen benutzen, brauchen spezielle Formate.
Mac OS benutzt zum Beispiel Binhex oder speziell adaptierte MIME-Header.
Um die Kapazitäten des Usenet besser zu nutzen und die Downloadgeschwindigkeit zu erhöhen, wurde 2001 das Kodierungsverfahren yEnc entworfen. Es erreicht eine Verringerung der Größe um rund 30 Prozent, indem es annimmt, dass alle Zeichen außer Null, Tab, LF und CR übertragen werden. Kritiker bemängeln die fehlende Kompatibilität von yEnc mit existierenden Standards.
Usenet-Replayer macht ein Teil des binären Usenet in einem durchsuchbaren Archiv frei zugänglich.
Weblinks
- [http://einklich.net/usenet/usenet1.htm Tutorial Einführung ins Usenet] von Volker Gringmuth.
- [http://www.usenet-abc.de/ Usenet-ABC], weitere Informationen zur Teilnahme am Usenet.
- Benimm-Empfehlungen des deutschsprachigen Usenet: die [http://www.kirchwitz.de/~amk/dni/netiquette Netiquette].
- Die [http://newsserverliste.cord.de/ Liste von Usenet-Anbietern im deutschsprachigen Raum] informiert über kostenlose und kostenpflichtige Usenet-Server.
- . Bietet neben einer ausführlichen Sammlung von FAQs mehrerer deutschsprachiger Hierarchien auch eine Liste öffentlicher Newsserver.
- [http://www.smartroom.de/office/magisterarbeit.pdf Newsgroups im Kontinuum von Mündlichkeit und Schriftlichkeit] (Magisterarbeit von Annekatrin Geider, Mai 2001).
!Usenet
ja:ネットニュース
ko:유즈넷
simple:Usenet
ScheinanglizismusAls Scheinanglizismus werden Wörter in der deutschen oder einer anderen Sprache bezeichnet, die aus dem Englischen zu kommen scheinen und meist auch englisch ausgesprochen werden. Tatsächlich sind diese Wörter im englischen Sprachraum aber unbekannt oder haben eine andere Bedeutung, so dass es mit Englischsprachigen zu Verständnisproblemen kommen kann. Es handelt sich bei den Scheinanglizismen um einen Fall der Pseudoentlehnung. Das bekannteste Beispiel ist das Wort „Handy“ ([], manchmal auch []) – im britischen Englisch mobile phone und im amerikanischen Englisch cell phone oder cellular phone.
Scheinanglizismen – wie auch die Verwendung von Anglizismen – sollen manchmal der deutschen Aussage eine gewisse Modernität verleihen. Besonders verbreitet sind sie in der Jugendsprache, der Werbe- oder Mediensprache und in einigen Fachsprachen.
Scheinanglizismen kommen außer im Deutschen auch im Niederländischen, im mexikanischen Spanisch und im Japanischen vor. Im Japanischen wurde hierfür ein eigener Begriff geprägt, die Wasei Eigo.
Bewertung
Im sprachpolitischen Diskurs dienen Scheinanglizismen oft als Beleg für die Bedrohung der deutschen Sprache durch den angloamerikanischen Einfluss (siehe auch Denglisch). Von anderer Seite wird die Bildung von Scheinanglizismen als Zeichen der Lebendigkeit der Sprache und ihrer Fähigkeit gesehen, die expressiven Möglichkeiten durch kreative Nutzung fremder Einflüsse zu erweitern. Dem wird entgegengehalten, dass die Ästhetik des Ausdrucks und die kulturelle Eigenständigkeit des Deutschen unter der Verwendung von Scheinanglizismen und Anglizismen leiden. Außerdem wird als problematisch angesehen, dass allgemeine Ausspracheregeln auf solche Wörter oft nicht anwendbar sind, bis die Schreibweise angepasst wird (Beispiel: das „a“ in „Handy“ wird als „ä“ ausgesprochen – die eingedeutschte Schreibweise „Händi“ konnte sich bisher nicht durchsetzen).
Offen ist, ob die Entwicklung der Sprache von solchen Kontroversen beeinflusst wird oder sich ganz unabhängig davon vollzieht.
Beispiele
- Handy
- Oldtimer
- Beamer
Weitere Beispiele befinden sich in der Liste der Scheinanglizismen.
Siehe auch
- Übersetzungsfalle
- Falsche Freunde
- Neologismus
- Xenismus
- Denglisch
Weblinks
- Robbin D. Knapp: [http://humanlanguages.com/rlerfeng.htm Erfundene englische Wörter im Deutschen]. In: [http://humanlanguages.com/rsprache.htm Robb: Menschliche Sprachen], 28. Oktober 2003.
Kategorie:Anglizismus
Kategorie:Historische Linguistik
Kyrillisches AlphabetHinweise zur Schreibweise kyrillischer Namen in der Wikipedia finden sich in den Kyrillisch-Namenskonventionen.
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Das kyrillische Alphabet (Asbuka, Azbuka) ist eine Buchstabenschrift, die für zahlreiche, vor allem slawische Sprachen in Europa und Asien verwendet wird. Sie ist nach Kyrill von Saloniki benannt.
Kyrill von Saloniki]]
Geschichte
Kyrill von Saloniki (rot)]]
Die Schriftzeichen wurden im 10. Jahrhundert am Hof des bulgarischen Zaren Simeon des Großen durch Clemens (Kliment) von Ohrid, einen Schüler Kyrills von Saloniki, entwickelt.
Die meisten Buchstaben wurden aus dem griechischen Alphabet (in seiner byzantinischen Schriftform) übernommen oder abgeleitet. Für Laute, die im Griechischen nicht vorkamen, wurden Zeichen aus der glagolitischen Schrift (Glagolica) verwendet, die etwas früher vom griechischen Mönch Konstantin, der später den Namen Kyrill annahm, entwickelt worden war. Nach ihm wurde die kyrillische Schrift benannt, obwohl sie sich sehr von der glagolitischen Schrift unterscheidet.
Funktionale Bedeutung hatte die kyrillische Schrift für den bulgarischen König, um in einfacher Weise slawische Sprachen abzubilden und Bibelübersetzungen anzufertigen, um die christliche Missionierung seines Vielvölkerstaates und umliegender Territorien voranzutreiben, zu dem größere Gebiete in der heutigen Ukraine, in Serbien, Kroatien, Rumänien, Moldawien und Russland gehörten. Dadurch verstand sich Bulgarien als neuer Zweig des orthodoxen Christentums in der Rivalität zu Byzanz und übte großen politischen Einfluss bis Ende des 14. Jahrhunderts aus.
Auch heute ist der 24. Mai offizieller Feiertag in Bulgarien, er ist Kyrill und dem von ihm geschaffenen Alphabet gewidmet.
Die ursprünglich einheitliche Schrift hat in den verschiedenen Sprachen, die das Kyrillische nutzen, teilweise unterschiedliche Entwicklungen genommen. Die der Ausgangsform am nächsten kommende Variante findet sich im Kirchenslawischen wieder. Mehrere Buchstaben der alten kyrillischen Schrift werden heute nicht mehr verwendet. Das heutige Buchstabeninventar der einzelnen Sprachen wird in den Artikeln zu den jeweiligen Sprachen behandelt.
Um 1700 wurde die kyrillische Schrift im Russischen Reich im Zuge der Reformen Peters des Großen vereinfacht und optisch an die lateinische Schrift angepasst. Diese latinisierten Buchstabenformen, die zur Unterscheidung von der kirchenslawischen Schrift als Bürgerliche Schrift bezeichnet wurden, wurden zur Grundlage der normativen Orthographie des Russischen. In der Folge fanden sie unter russischem Einfluss auch in den außerhalb des Russischen Reiches gelegenen Regionen Verbreitung, in denen die kyrillische Schrift verwendet wurde.
Im 19. Jahrhundert erhielten auch das Bulgarische und das Serbische eine normierte kyrillische Orthographie. Während die bulgarische Kyrilliza sich in der Form der Buchstaben weitgehend an die russische anlehnte und in der Orthographie zunächst zum großen Teil etymologischen Kriterien folgte, wurde die serbische Kyrilliza durch Vuk Karadžić radikal reformiert, um eine konsequent phonologische Schreibweise des Serbischen zu ermöglichen. Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde auch die kyrillische Orthographie des Ukrainischen und das Weißrussischen einheitlich normiert, wobei die Alphabete dieser Sprachen jeweils viele Gemeinsamkeiten, aber auch einige Abweichungen von dem des Russischen aufweisen. Während und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurde schließlich in Jugoslawien ein eigenes, vorwiegend dem Vorbild des Serbischen folgendes kyrillisches Alphabet für das Mazedonische normiert.
Für das Rumänische, eine romanische Sprache, die in einem Land überwiegend orthodoxen Glaubens gesprochen wird und seit dem 16. Jahrhundert kyrillisch geschrieben worden war, wurde hingegen 1865 das kyrillische Alphabet zugunsten des lateinischen abgeschafft.
Durch die russische Rechtschreibreform von 1918 wurde die kyrillische Schreibweise des Russischen erneut reformiert, wobei einige infolge der Lautentwicklung nicht mehr notwendige Schriftzeichen abgeschafft wurden. Eine ähnliche Reform erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg für das Bulgarische. Die Schreibweise der übrigen kyrillisch geschriebenen slawischen Sprachen hat sich hingegen seit ihrer ersten modernen Normierung, die bereits zum großen Teil phonologischen Kriterien folgte, nicht mehr wesentlich verändert.
Bereits zur Zeit des Zarenreiches wurde das kyrillische Alphabet zur erstmaligen Verschriftlichung einiger kleinerer Sprachen in den zu diesem gehörenden Gebieten Osteuropas und Sibiriens genutzt. Zu sowjetischer Zeit wurde in den 1920er und beginnenden 1930er Jahren zunächst das lateinische Alphabet als Mittel zur Verschriftlichung von Sprachen propagiert, die bisher schriftlos waren oder zuvor das von offizieller Seite als rückständig angesehene arabische oder das mongolische Alphabet vewendet hatten. Ende der 1930er Jahre wurde dann jedoch die Orthographie aller dieser Sprachen auf das kyrillische Alphabet umgestellt. Von der allgemeinen Einführung der Kyrilliza für die Sprachen der Sowjetunion ausgenommen blieben lediglich das Armenische und das Georgische, die ihre eigenen traditionellen Schriften beibehielten, sowie die Sprachen der baltischen Republiken und von Minderheitengruppen mittel- oder westeuropäischer Herkunft, die weiterhin in lateinischer Schrift geschrieben wurden. Nach dem Vorbild der Sowjetunion führte auch die Mongolische Volksrepublik die kyrillische Schrift ein. Zur Schreibung der nichtslawischen Sprachen der Sowjetunion wurde das kyrillische Alphabet in der für das Russische üblichen Form in den meisten Fällen um weitere, meist neugeschaffene Buchstaben erweitert, um alle Laute der jeweiligen Sprache wiedergeben zu können.
Heutige Verbreitung
Heute werden Russisch, Ukrainisch, Weißrussisch, Bulgarisch, Serbisch, Mazedonisch und das moderne Kirchenslawisch sowie zahlreiche weitere Sprachen in Osteuropa, Sibirien, dem nördlichen Kaukasus und Zentralasien (unter anderem Kasachisch, Kirgisisch, Mongolisch und Tadschikisch) mit kyrillischen Zeichen geschrieben.
Die Alphabete der einzelnen Sprachen sind im Wesentlichen gleich und unterscheiden sich nur durch einige wenige Zeichen. Manche Sprachen verwenden Sonderzeichen (ähnlich den Umlauten in der lateinischen Schrift). Allerdings werden in der kyrillischen Schrift im Gegensatz zur Lateinschrift nur selten beigefügte Akzente, Punkte, Cedillen oder ähnliches verwendet, sondern eher ganz neue Buchstabenformen eingeführt. Die kirchenslawische Schrift enthält eine ganze Reihe von Zeichen, die in den modernen Schriften nicht mehr üblich sind.
Kursive und nicht-kursive Formen
Eine Besonderheit des kyrillischen Alphabets besteht darin, dass sich die kursiven Formen der Kleinbuchstaben teilweise stark von den aufrechten Formen unterscheiden, etwa vergleichbar dem unterschiedlichen Erscheinungsbild der Majuskeln und Minuskeln des lateinischen Alphabets (wohingegen die kyrillischen Minuskeln meist wie kleinere Versionen der entsprechenden Majuskeln aussehen). Im Bulgarischen und Serbischen werden diese alternativen Formen oft auch für die aufrechte Schrift verwendet – was regelmäßig zur Ratlosigkeit von Touristen führt, da in Deutschland gedruckte Lexika fast immer nur die Standard-Druckschrift verwenden.
Die folgende Tabelle gibt die Unterschiede zwischen kursiver und nicht-kursiver kyrillischer Druckschrift wieder. Zeichen, die erfahrungsgemäß dem unerfahrenen Leser Probleme bereiten können, sind hervorgehoben. Verwirrung ergibt sich typischerweise, weil der kursive Kleinbuchstabe völlig anders aussieht als der nichtkursive (z. B. г), und/oder weil der kursive Kleinbuchstabe dasselbe oder fast dasselbe Schriftbild aufweist wie ein lateinischer Kleinbuchstabe mit völlig anderem Lautwert (z. B. u, m, n, w).
Hier eine alternative Abbildung, falls der Browser kursive kyrillische Schrift nicht korrekt unterstützt
Wiedergabe mit lateinischen Buchstaben
Für die graphische Wiedergabe der kyrillischen Schrift mit lateinischen Buchstaben gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
#die wissenschaftliche Transliteration, für die es eine internationale Norm gibt, die graphisch auf dem Tschechischen beruht.
#die Transkription, für die jede Kombination von Ausgangs- und Zielsprache jeweils ihre eigene Norm hat. Bei der Transkription wird versucht, mit den in den einzelnen Zielsprachen vorhandenen Möglichkeiten zur graphischen Darstellung von Lauten möglichst nahe an die Aussprache in der Ausgangssprache (Russisch, Bulgarisch, Ukrainisch usw.) heranzukommen.
#im Serbischen bietet sich außerdem die Verwendung der offiziellen lateinschriftlichen Schreibung an, da in dieser Sprache beide Schriften gleichberechtigt nebeneinander stehen.
In der Literatur und der Tagespresse findet man oft falsche Transkriptionen, die aus Unkenntnis der russischen Sprache (oder einer anderen Sprache mit kyrillischen Buchstaben) entstanden sind. Da eine exakte Wiedergabe der Aussprache ohne Kenntnis der Originalsprache oft auch gar nicht möglich ist, sollte man beim Schreiben von Texten – je nach Zielgruppe – entweder die genau definierte wissenschaftliche Transliteration, die eine exakte Rückübertragung in kyrillische Buchstaben ermöglicht, oder die offizielle Transkription der jeweiligen Zielsprache (also Deutsch, Englisch usw.) verwenden.
Eine Besonderheit bei der Transliteration und Transkription stellt das Serbische dar, da es offiziell in beiden Schriften, das heißt Lateinschrift und kyrillischer Schrift, geschrieben wird. Daher sollte man hier für die Umschreibung immer die offizielle lateinschriftliche Variante verwenden. Für das Mazedonische hat sich aufgrund der langen Zugehörigkeit des Landes zu Jugoslawien ebenfalls eine an die serbische und kroatische Lateinschrift angelehnte Transliteration und Transkription eingebürgert. In Weißrussland ist neben dem kyrillischen Alphabet auch eine lateinische Umschrift (Łacinka) verbreitet, die an das Polnische angelehnt ist. Diese hat jedoch derzeit keinen offiziellen Status und wird zur Transkription des Weißrussischen in fremdsprachigem Kontext nur selten verwendet
Beispiele für die Transliteration/Transkription von Namen
Rechts vom Schrägstrich: bei Deutsch DDR-Transkriptionen, bei Transliteration die strengere, neuere ISO, die jedem kyrillischen genau ein lateinisches Zeichen zuordnet.
Kirchenslawisches kyrillisches Alphabet
Die Buchstaben des alten kyrillischen Alphabets werden in Kirillica Nova wie folgt dargestellt:
AzuBukyWiediWiediDobroJestiSchivieteDseloSemliaIscheIKakoLiudijeMysliteNaschiOnuPokoiKoppaRiziSlowoTwridoUkuFrituChieruOtuZiTschriwiSchaSchtaJeruJeryJeriJatiJuJaJussu MaliJussu Mali JotirowaniJussu BolschiJussu Bolschi JotirowaniXiPsiFitaIschizaIschiza OkowiJeDierwTwrido OtuO
Erscheinungsformen in einzelnen modernen Sprachen
Bulgarisch
Hinweise:
1. Der Duden nennt sch als herkömmliche Transkription, da ein „stimmhafter Sch-Laut“ (wie in „Journal“) im Deutschen nicht eindeutig und verständlich mit Buchstaben ausgedrückt werden könne. Die als zweite Variante im Duden genannte und in der DDR übliche Transkription sh (als Unterscheidung zum stimmlosen sch) wird von einigen als Notbehelf angesehen, da sie nur von Menschen mit Kyrillisch-Kenntnissen verstanden und richtig ausgesprochen würde, andere argumentieren jedoch, eine Unterscheidung sei durchaus sinnvoll und solle auch in der Transkription wiedergegeben werden.
2. Falls die kyrillische Buchstabenverbindung кс aus einem griechischen oder lateinischen x hervorgegangen ist, wird oftmals bei der „Rücktranskription“ wieder ein x benutzt. Bei Namen wie Alexandra, die auch in lateinisch-schriftlichen Regionen als Aleksandra existieren, kann jedoch keine allgemein empfehlenswerte Transkription erfolgen.
3. Zwischen Vokalen zur Kennzeichnung der stimmlosen Aussprache gewöhnlich ss.
4. Gelegentlich wird auch H bzw. h verwendet.
5. Gelegentlich wird auch  (Â) bzw. â (â) verwendet. Man beachte, dass dieser Buchstabe im Bulgarischen ein normaler Vokalbuchstabe ist, nicht ein Härtezeichen wie im Russischen.
6. Früher war auch die Transkription mit u gebräuchlich.
7. Weichheitszeichen: Kommt nur vor den Vokalen и und о vor und wird am besten mit ji und jo transkribiert, statt einen Apostroph zu benutzen.
8. In Bulgarien wird regelmäßig mit В в -> V v latinisiert, da dies für die meisten Sprachen mit lateinischem Alphabet eindeutiger ist. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde silbenauslautendes -в, vor allem in den Endungen -ов und -ев, oft als -ff transkribiert; diese Transkription ist heute nicht mehr üblich.
Kasachisch
Die mit - gekennzeichneten Buchstaben kommen gewöhnlich nur in jüngeren Fremdwörtern russischer Herkunft vor.
1: Am Wortanfang und nach Vokal je, nach Konsonant e.
2: Am Wortende und vor folgendem Konsonanten I i, vor folgendem Vokal J j.
3: Zwischen Vokalen ss, sonst s.
4: U u nach vorangehendem Vokal, Û û nach vorangehendem Konsonanten.
5: Nur am Wortanfang oder nach Vokal.
Mazedonisch
Hinweise:
1. In den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens ist auch die am serbischen und kroatischen Lateinalphabet orientierte Transkription Đ (Đ) đ (đ) üblich …
2. … ebenso Ć (Ć) ć (ć).
3. In Unicode gibt es aus Kompatibilitätsgründen für die Digraphen eigene Codes, die aber nur in Ausnahmefällen verwendet werden sollten: DZ (DZ) oder Dz (Dz) dz (dz); LJ (LJ) oder Lj (Lj) lj (lj); NJ (NJ) oder Nj (Nj) nj (nj); DŽ (DŽ) oder Dž (Dž) dž (dž).
Mongolisch
Russisch
Hinweise:
1. Nach russ. Vokalen, am Wortanfang und nach ь sowie ъ wird mit je bzw. Je (engl. ye bzw. Ye) transkribiert, sonst mit e. Beispiel: Ельцин -> Jelzin. Wenn im Russischen für Е е auch Ё ё geschrieben werden kann, wird Е е wie Ё ё wiedergegeben.
2. Nach russ. Vokalen, am Wortanfang, nach den meisten Konsonanten und nach ь sowie ъ wird mit jo bzw. Jo transkribiert; nur nach ж (sch/sh), ч (tsch), ш (sch), und щ (schtsch/stsch) jedoch mit o. Beispiel: Горбачёв -> Gorbatschow
3. Der Duden nennt sch als herkömmliche Transkription, da ein „stimmhafter Sch-Laut“ (wie in „Journal“) im Deutschen nicht eindeutig und verständlich mit Buchstaben ausgedrückt werden könne. Die als zweite Variante im Duden genannte und in der DDR übliche Transkription sh (als Unterscheidung zum stimmlosen sch) wird von einigen als Notbehelf angesehen, da sie nur von Menschen mit Kyrillisch-Kenntnissen verstanden und richtig ausgesprochen würde, andere argumentieren jedoch, eine Unterscheidung sei durchaus sinnvoll und solle auch in der Transkription wiedergegeben werden. In der Wikipedia wird jedoch aus Gründen der Einheitlichkeit die Schreibung mit sch verwendet.
4. Der Duden schreibt: „й wird nach и und nach ы nicht wiedergegeben“ und „й = i am Wortende sowie zwischen russischem Vokalbuchstaben und russischem Konsonantenbuchstaben“. Beispiele: Горький -> Gorki, Андрей -> Andrei, Чуйков -> Tschuikow.
5. Der Duden schreibt vor, dass „in allen Fällen“ кс als x transkribiert werden soll. In der Wikipedia wenden wir diese Regel nur dann an, wenn es um Wörter griechischen oder lateinischen Ursprungs geht (Алексей -> Alexei), in echt russischen Wörtern wie etwa dem Ortsnamen Выкса wird die Schreibung mit ks verwendet (also Wyksa).
6. Härtezeichen: Hebt die Palatalisierung des voranstehenden Konsonanten auf. Wird i. A. nicht transkribiert. Siehe aber 1.
7. Weichheitszeichen: Palatisiert den vorangegangenen Konsonanten. Wird im Allgemeinen nicht transkribiert, da die Ausspracheunterschiede für Nicht-Sprachkundige kaum auffallen und ein Apostroph im Wort den Lesefluss nur erschwert. Beispiel: Gorki statt Gor'ki. Ausnahmen sind die Verbindungen ьи und ьо, die als ji bzw. jo transkribiert werden.
8. In der Genitivendung der Adjektive -ого/-его jedoch (im Einklang mit der Aussprache) w: -owo/-(j)ewo.
9. In der DDR war auch die Transkription stsch üblich.
10. Zwischen Vokalen zur Kennzeichnung der stimmlosen Aussprache gewöhnlich ss.
11. Siehe aber Ь ь und 7.
Serbisch und Bosnisch
Hinweise:
1. Kann bei typographischen Problemen auch durch Dj bzw. dj ersetzt werden.
2. Werden auch in lateinischer Schreibweise als jeweils nur ein Buchstabe betrachtet.
Tschetschenisch
Hinweise:
1. U am Silbenende nach е, э und o.
2. Je am Wortanfang, im Silbenanfang nach Vokal, nach й, ъ und nach ь.
3. O in russischen Lehnwörtern nach ж, ч, ш und щ.
4. Ji in russischen Lehnwörtern nach ь.
5. Zwischen Vokalen ss, sonst s.
Ukrainisch
Hinweise:
1. Zwischen Vokalen zur Kennzeichnung der stimmlosen Aussprache auch ss.
2. Weichheitszeichen, nur nach Konsonanten; ein Großbuchstabe existiert nicht; palatisiert den vorangehenden Konsonanten; in der Transliteration j vor o, sonst (im Auslaut und vor Konsonanten) „'“; in der Transkription j vor o, sonst nicht wiedergegeben.
3. nur zwischen labialem Konsonanten und j + Vokal; in der Transkription gewöhnlich nicht wiedergegeben.
Weißrussisch
Hinweise:
1. Nach weißruss. Vokalen, am Wortanfang und nach ь wird mit je bzw.Je transkribiert, sonst mit e. Beispiel: Ельцін -> Jelzin.
2. Im Englischen entsprechend mit ye bzw. Ye
3. Der Duden nennt sch als herkömmliche Transkription, da ein „stimmhafter Sch-Laut“ (wie in „Journal“) im Deutschen nicht eindeutig und verständlich mit Buchstaben ausgedrückt werden könne. Die als zweite Variante im Duden genannte und in der DDR übliche Transkription sh (als Unterscheidung zum stimmlosen sch) wird von einigen als Notbehelf angesehen, da sie nur von Menschen mit Kyrillisch-Kenntnissen verstanden und richtig ausgesprochen würde, andere argumentieren jedoch, eine Unterscheidung sei durchaus sinnvoll und solle auch in der Transkription wiedergegeben werden. In der Wikipedia wird jedoch aus Gründen der Einheitlichkeit die Schreibung mit sch verwendet.
4. Zwischen Vokalen zur Kennzeichnung der stimmlosen Aussprache gewöhnlich ss.
5. Weichheitszeichen: Palatalisiert den vorangegangenen Konsonanten. Wird im Allgemeinen nicht transkribiert, da die Ausspracheunterschiede für Nicht-Sprachkundige kaum auffallen und ein Apostroph im Wort den Lesefluss nur erschwert. Ausnahmen sind die Verbindungen ьі und ьо, die als ji bzw. jo transkribiert werden.
6. Am Wortanfang oder nach Vokal benutzt Łacinka ja, je, jo, ju für я, е, ё, ю, nach Vokal auch ji für і.
7. Nach Konsonant außer Л л (L l) benutzt Łacinka ia, ie, io, iu für я, е, ё, ю.
8. Nach Л л fällt in Łacinka j bzw. i von я, е, ё, ю weg: a, e, o, u.
9. In Łacinka werden die palatalisierte Konsonanten bezeichnenden Buchstaben mit Akutakzent versehen, wenn sie vor einem anderen Konsonanten oder am Wortende stehen: Дзь дзь = Dź dź; Зь зь = Ź ź; Нь нь = Ń ń; Сь сь = Ś ś; Ць ць = Ć ć. Das L hingegen erhält standardmäßig den Schrägstrich und verliert ihn, wenn in der Kyrilliza ein Weichheitszeichen oder einer der Vokalbuchstaben і, я, е, ё, ю folgt: Л л = Ł ł; Ль ль = L l.
Buchstabieralphabet
Zeichenkodierung
Kyrillisch ist in Unicode in den Bereichen U+0400-U+04FF (Cyrillic) und U+0500-U+052F (Cyrillic Extensions, zur Zeit nur belegt mit speziellen Schriftzeichen für Komi) alloziert. Der Bereich Cyrillic ist weiter unterteilt in
- U+0410-U+044F Basic Russian Alphabet
- U+0400-U+040F und U+0450-U+045F Cyrillic Extensions
- U+0460-U+0481 Historic Letters
- U+0482-U+0489 Historic Miscellaneous
- U+048C-U+04F9 Extended Cyrillic
Die verbreitetesten 8-Bit-Kodierungen für Kyrillisch sind ISO 8859-5, Microsoft Codepage 1251, Apple MacCyrillic, KOI8-R und KOI8-U.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Kodierung kyrillischer Zeichen in Unicode, als numerische Zeichenreferenzen (HTML, SGML, XML) und in den 8-Bit-Kodierungen.
Tag der kyrillischen Schrift
Der Tag der kyrillischen Schrift ist der 24. Mai, in Bulgarien ist er offizieller Feiertag. An diesem Tag werden traditionell am Denkmal für Kyrill und Method vor der Bulgarischen Nationalbibliothek Blumen niedergelegt, auch in Moskau auf dem Slawjanskaja-Platz in der Nähe des Kreml, wo sich ebenfalls ein Denkmal befindet, in vielen Kirchen werden Gottesdienste abgehalten.
Weblinks
- [http://vonRauch.de/compslav/translit.html Transliterations- und Transkriptionstabelle sowie MS-Word-Makro zur Transliteration und Konvertierung]
- [http://transliteration.eki.ee/ Transliteration of Non-Roman Scripts] – Umfangreiche Sammlung von Transliterationsvorschriften für verschiedene Sprachen und Alphabete
- Unicode Code Charts: [http://www.unicode.org/charts/PDF/U0400.pdf Cyrillic] (PDF), [http://www.unicode.org/charts/PDF/U0500.pdf Cyrillic Supplement] (PDF)
- [http://www.lorem-ipsum.info/_russian Typografischer Blindtext-Generator für Russisch]
- [http://tastatur.da.ru/ Russische Tastaturbelegung für deutsche Tastaturen]
- [http://vonRauch.de/kbd/kyrde.html Win2k/XP-Tastaturlayout für mehrere kyrillische Alphabete in Unicode] (auf der Grundlage der deutschen Standardtastatur)
- [http://ncnever.free.fr/translit/ Direkte Transliteration Lateinisch ↔ Russisch]
- [http://www.christianherta.de/kyrillisch.html Kyrillisch unter KDE-Linux - Perl-Skript zur Transliteration von Russisch in die deutsche Transliteration]
Kategorie:Alphabet
Kategorie:Slawische Sprache
als:Kyrillisches Alphabet
ja:キリル文字
ko:키릴 문자
th:อักษรซีริลลิก
Arabisches Alphabet
Das arabische Alphabet (arabisch: الأبجدية العربية, al-abdschadiyya al-ʿarabiyya) ist das Alphabet der arabischen Sprache und besteht aus 28 Buchstaben. Zur Bildung von Wörtern werden mit sechs Ausnahmen alle Buchstaben entsprechend der Laufrichtung der arabischen Schrift von rechts nach links verbunden.
Buchstaben
Siehe Sonnenbuchstaben, Mondbuchstaben
Sonderzeichen
Siehe Abschnitt „Vokalisation“, außerdem Sukun, Taschdid, Wasla
Aus dem Vokalbestand des Arabischen werden nur das lange a, i und u durch eigene Buchstaben wiedergegeben (Alif, Waw und Ya). Vokale am Wortanfang werden immer durch Alif gekennzeichnet, das dann allerdings Träger des Hamza (همزة) ist (Hamza kennzeichnet einen sog. Verschlusslaut oder Stimmabsatz, etwa wie er im Deutschen beim Sprechen des Wortes Post’amt auftritt.). Ausnahmen sind der Artikel ال (al-) und das Wort ابن (ibn = Sohn); deren Alif erhält ein sogenanntes Hamzat wasl, das nach einem vorangehenden Vokal wegfällt.
Im Auslaut kann für das lange a auch das Alif maqsura („kurzes Alif“) stehen. Vokale in fremden Eigennamen werden abhängig von Aussprache und Betonung mit Langvokalen umschrieben, wobei o zu Waw und e zu Ya werden, oder gar nicht wiedergegeben.
Kurze Vokale werden durch Hilfszeichen wiedergegeben, die keine eigenen Buchstaben sind und nicht zum Alphabet gehören (siehe Fatha, Kasra und Damma. Sie dienen auch der sogenannten Nunation.
Buchstaben-Verdoppelung
Die Verdoppelung (Verstärkung) eines Buchstaben wird im Arabischen mit einem taschdid (تشديد auch: schadda شدة) über dem Buchstaben angezeigt (1). Tritt als Vokalzeichen kasra für «i» hinzu, steht es normalerweise nicht unter dem Buchstaben, sondern darüber, aber unter dem schadda.
Fehlen eines Vokals
Trägt ein Konsonant keinen Vokal, wird dies durch die Zeichen (2a) und (2b) angezeigt. Sie heißen im Inlaut sukūn (سكون, Ruhe) und im Auslaut dschazma (جزمة, Abschnitt). Die Herkunft vom dschīm des dschazma ist in der Form (2b) noch rudimentär zu erkennen.
Verbindungsalif
Endet das vorhergehende Wort auf einen Vokal, fällt das «a» des Artikels al- aus. Die kann durch das Zeichen (9) (wasla وصلة über dem alif angezeigt werden.
Stimmabsatz
Nunation
Mit dem Hamza (همزة) verfügt das arabische Alphabet über einen zusätzlichen „Konsonanten“, der im Inlaut einen Stimmabsatz bezeichnet, im Auslaut ausfällt und im Anlaut dafür sorgt, dass die poetischen Silbenregeln eingehalten werden. Hamza wird meist mit einem „Träger“ geschrieben, der Alif, Waw oder Ya sein kann. Dadurch können zwei gleiche Buchstaben aufeinander treffen (z. B. im Wort ru'ūs رؤوس); in diesem Fall sind auch Schreibungen mit Hamza ohne Träger رءوس oder mit defektivem Langvokal رؤس anzutreffen. Die Form des Hamza ist vom Ain abgeleitet.
Ziffern
Indische Ziffern
Im Arabischen werden meistens indische Ziffern verwendet. Da die indischen Ziffern über die arabische Welt nach Europa kamen, heißen sie bei uns «arabische Ziffern», die Unterschiede in der Form sind in Europa später entstanden und vergleichsweise minimal.
Zahlen (sowohl indische als auch arabische) werden im Gegensatz zu Wörtern immer von links nach rechts geschrieben. Die Araber übernahmen diese indische Schreibweise bei den Zahlen.
٠١٢٣٤٥٦٧٨٩
Ostarabische Ziffern
Ostarabische Ziffern werden in arabischen Schriften in Iran, Pakistan und Indien verwendet.
۰۱۲۳۴۵۶۷۸۹
Weblinks
- [http://cgm.cs.mcgill.ca/~luc/arab.html Linksammlung zur arabischen Schrift]
- [http://www.uga.edu/islam/arabic_windows.html Linksammlung Arabisch unter Windows]
- [http://members.aol.com/JapAlpha/private/aral10.htm aralpha (freeware) zum Erlernen der Buchstaben]
- [http://www.michael-knappmann.de/sahara/EditArab.html Kleines Werkzeug zum Erzeugen Arabischer Schriftzeichen mit Rechnern, die für lateinische Schrift eingestellt sind, für IE]
- [http://www.lessan.org/ Deutsch-Arabisches Online-Wörterbuch]
Kategorie:Alphabet
Kategorie:Arabische Schrift
als:Arabisches Alphabet
ja:アラビア文字
VornameDer Vorname oder Personenname ist der Teil des Namens einer Person, der nicht die Zugehörigkeit zu einer Familie ausdrückt, sondern das Individuum innerhalb der Familie bezeichnet. Im Deutschen und in anderen europäischen Sprachen bildet er bei zusammengesetzten Namen den ersten Namensteil, während er beispielsweise im Ungarischen, Chinesischen, Japanischen oder Koreanischen hinter dem Familiennamen steht.
Bei der Auswahl, Anzahl und Klangfarbe der gewählten Vornamen spielt der soziale Hintergrund der Eltern eine gewichtige Rolle. Der weltweit vermutlich am häufigsten verwendete Vorname ist Mohammed. Besonders in islamischen Ländern ist er oft vertreten.
Funktion
In westlichen Kulturen dient der Vorname innerhalb einer Familie zur Unterscheidung zwischen den Familienmitgliedern (im Unterschied zum Familiennamen, der die Zugehörigkeit zu einer Familie ausdrückt). Keine Seltenheit ist es jedoch, wenn derselbe Vorname nach dem Tode des Kindes für ein nachgeborenes erneut vergeben wird.
Es gibt Gegenden in Deutschland (z.B. in Thüringen), in denen es durchaus möglich war, zwei oder mehrere, ja alle gleichzeitig lebenden Kinder derselben Familie mit dem selben Vornamen taufen zu lassen. Man unterschied dann zwischen "Groß-Hans" und "Klein-Hans" usw. - Manchmal ist die Gleichnamigkeit nur sekundär oder scheinbar, wenn etwa bei einem Doppelnamen wie "Johann Christoph" ein Namensteil im praktischen Gebrauch ausfiel oder vergessen wurde und nicht selten bei der Heirat oder beim Tode dieser Person dann ein neuer Doppelname erfunden worden ist. Genealogische Nachforschungen werden dadurch erschwert (siehe auch Toter Punkt).
Soziologisch gesehen gibt es einen Ablauf der Namensgebung, der sich in Wellenform immer wiederholt: Die soziale Oberschicht gibt ihren Kindern Vornamen, die besonders erwählt sind und sie vom einfachen Volk unterscheiden sollen. In den folgenden Jahrzehnten gibt die Unterschicht ihren Kindern auch diese Namen. Dadurch werden diese Namen "gewöhnlich" und die Oberschicht sieht sich veranlasst, neue Vornamen zu geben oder auf sehr alte und ungebräuchlich gewordene Namen zurückzugreifen oder Doppelnamen zu bilden. Um 1600 begann auf diese Weise die Bildung von Doppel-Vornamen. Als schließlich alle Kinder mehrere Vornamen hatten, begann die Oberschicht wieder, nur einen einzigen Vornamen zu vergeben. So folgt seit Jahrhunderten Modewelle auf Modewelle.
Die Namensgebung spielte im deutschen Sprachraum lange auch eine politische Rolle: Zum einen wurden von den Kirchen christliche und hebräische Namen gefördert (so ließ Johannes Calvin zur Taufe nur biblische Namen zu), zum anderen nahm die Zahl der gebräuchlichen unterschiedlichen Vornamen mit der Zeit ab.
Funktion (erster Teil eines zusammengesetzten Namens) und Bedeutung (Unterscheidungsname zwischen Familienmitgliedern) fallen in westlichen Kulturen zusammen. In vielen asiatischen und afrikanischen Kulturen wird allerdings erst der Familienname und danach der Familienmitgliedsname genannt. Das ist auch im Ungarischen der Fall. Im süddeutschen Sprachraum ist es gängige Praxis in der Umgangssprache. Beispiel: der "Köhlers Werner". Obwohl der Familienmitgliedsname in diesen Fällen nicht mehr vor dem Familiennamen steht, wird er trotzdem von Mitgliedern westlicher Kulturen Vorname genannt.
In einigen Ländern gibt es zwischen Vornamen und Familiennamen noch den Vatersnamen, wie zum Beispiel in Russland.
Aus einigen Vornamen haben sich im Laufe der Zeit auch Familiennamen entwickelt.
Die wissenschaftliche Disziplin der Namenforschung
beschäftigt sich mit der Bedeutung, Herkunft und Verbreitung von Namen. Erklärungen in Buchform hat unter anderem der Dudenverlag herausgebracht.
Namensgebung in Deutschland
Nach der Geburt eines Kindes wird dessen Vorname von den Eltern bestimmt. In Deutschland gibt es bestimmte Richtlinien für die Namensgebung:
Der Vorname...
- ... muss als solcher erkennbar sein.
- ... muss eindeutig männlich oder weiblich sein.
- ... darf dem Kindeswohl nicht schaden.
- ... darf kein Orts-, Familien- oder Markenname sein.
- ... muss innerhalb eines Monats nach der Geburt festgelegt werden.
- ... kann nicht rechtlich geschützt werden (um ihn auf diese Weise als einzigartig zu erhalten).
Eine Person kann mehrere Vornamen, muss aber mindestens einen Vornamen besitzen. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes dürfen einem Neugeborenen maximal fünf Vornamen gegeben werden. Bei Verwendung mehrerer Vornamen wird der Vorname, mit dem die Person "gerufen" wird, als Rufname bezeichnet. Die Reihenfolge der Vornamen stellt keine Rangfolge dar. Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung steht es in Deutschland dem Namensträger frei, zwischen seinen standesamtlich eingetragenen Namen zu wählen. Ein "Rufname" ist also nicht unveränderlich festgelegt.
In Deutschland besteht in Ausnahmefällen die Möglichkeit, seinen Vornamen im Nachhinein ändern zu lassen. Dies fällt in den Zuständigkeitsbereich der Namenänderungsbehörde, die entweder beim Standesamt, der Kreisverwaltung oder beim Ordnungsamt angesiedelt ist. Damit der Vorname geändert werden kann, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Zum Beispiel können ausländische Vornamen nach der Einbürgerung eingedeutscht werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, den Vornamen ändern zu lassen, wenn jemand schon immer anders genannt wurde und sich mit seinem exotischen Vornamen nicht abfinden kann.
Entwicklung in Deutschland
In Deutschland dominierten seit dem Mittelalter Vornamen christlicher und deutscher Herkunft. Erst seit den 1950er-Jahren änderte sich dies massiv. Besonders anglophone und romanische Vornamen wie Jennifer, Mike oder aber Natalie und Marco gewannen an Bedeutung. Obwohl in beiden Teilen Deutschlands verschiedene Namen die größte Beliebtheit hatten (Peggy und Cindy sind oft zitierte Beispiele für die DDR), war die Tendenz in beiden Staaten gleich. Ende des 20. Jahrhunderts besaßen knapp zwei Drittel der Vornamen weder einen christlichen noch einen deutschen Hintergrund.
Vor allem folgende Faktoren sind für diese Änderungen verantwortlich:
- Das Aufgeben familieninterner Traditionen (z. B.: Benennung des ältesten Sohnes nach dem Vater oder Großvater, Erbnamen; Benennung nach den Taufpaten)
- Das Streben nach Individualität: Die Einzigartigkeit der Kinder soll sich auch in einzigartigen Namen widerspiegeln
- Das Vermeiden von Namen, die für die Eltern- und Großelterngeneration typisch sind
- Der Bedeutungsverlust des christlichen Glaubens in der Gesellschaft
- Der nach Shoa und Zweitem Weltkrieg als problematisch empfundene Rückgriff auf nationale deutsche Traditionen
- Das hohe Prestige der westeuropäischen und nordamerikanischen Länder in beiden Teilen Deutschlands
- Erhöhter Konsum der Massenmedien, in denen Produktionen aus den USA, Großbritannien und Frankreich dominieren
- Verstärkte Internationalisierung der Kultur
- Verstärkte Berücksichtigung phonetischer Kriterien (möglichst vokalreiche Namen für beide Geschlechter, Mädchennamen auf -a, Zurückhaltung gegenüber den Phonemen /p/, /t/ und /k/)
Einflussfaktoren, die ausgeschlossen werden können:
- Immigration nach Deutschland - Typische Vornamen der Immigrantengruppen blieben auf diese beschränkt.
- Internationaler Tourismus - Sowohl Bundesrepublik als auch die DDR erlebten die Zunahme westlicher Vornamen, obwohl die Reiseziele verschieden waren.
Bei der Übernahme fremder Namen war seit jeher eine lautliche Anpassung zu beobachten. Zuerst wurden Namen adaptiert, die an traditionelle phonetische Gewohnheiten anschlussfähig waren. So wurde im Mittelalter aus Johannes Hans, aus Christian Christen und aus Marcus zunächst Marx. Manche Namen wurden auch in ihrer geschriebenen Form übernommen, obwohl die Aussprache in den Herkunftsgebieten eine andere war: So wurde span. Xavier als Xaver übernommen und nicht als Schabier und norweg. Harald als Harald und nicht als Harall.
Literatur
Jürgen Gerhards: Die Moderne und ihre Vornamen. Eine Einladung in die Kultursoziologie. Wiesbaden 2003.
Jürgen Gerhards: Globalisierung der Alltagskultur zwischen Verwestlichung und Kreolisierung: Das Beispiel Vornamen. In: Soziale Welt. Zeitschrift für sozialwissenschaftliche Forschung und Praxis. Jg. 54, Heft 2, Bonn 2003.
Siehe auch
- Kategorie:Weibliche Vornamen
- Kategorie:Männliche Vornamen
- Wikipedia:WikiProjekt Namensforschung
- Liste gebräuchlicher Vornamen
- Römische Vornamen
- Hamburger Sie
Weblinks
- [http://www.firstname.de/ Datenbank mit mehr als 76.000 Vornamen aus aller Welt]
- [http://www.gfds.de/namen.html Gesellschaft für Deutsche Sprache: Beratung Vornamen; beliebteste Vornamen]
- [http://www.vornamenarchiv.de vornamenarchiv.de]
- [http://www.vornamen.ch Vornamen.ch]
- [http://www.beliebte-vornamen.de Ranglisten der beliebtesten Vornamen seit 1890]
- [http://www.kunigunde.ch www.kunigunde.ch: Vornamen und ihre Bedeutung]
- [http://www.behindthename.com Bedeutung und Herkunft von Vornamen aus allen Teilen der Welt] (englisch)
- [http://www.rundschau-online.de/kr/KrCachedContentServer?ksArtikel.id=1107874790444&listID=1037966279508&openMenu=1039082845263&calledPageId=1039082845263 Marie und Maximilian bleiben die beliebtesten Vornamen 2004 in Deutschland]
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Deutschland
Deutschland (die Langform der amtlichen Staatsbezeichnung lautet Bundesrepublik Deutschland) ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden. Im Norden bilden die Nordsee und die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen.
Bundeshauptstadt und Regierungssitz ist Berlin; einige Bundesministerien befinden sich in der Bundesstadt Bonn, dem ehemaligen Regierungssitz. Das politische System ist föderal und als parlamentarische Demokratie organisiert: Nach Artikel 20 des Grundgesetzes versteht sich Deutschland als demokratischer und sozialer Bundesstaat und Rechtsstaat. Dieser Bundesstaat besteht aus 16 teilsouveränen Bundesländern. Deutschland ist mit über 82 Mio. Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Europas. Die Bundesrepublik Deutschland ist unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der NATO und der G8.
Viele Links zu Artikeln mit Deutschlandbezug finden sich im Portal Deutschland.
Geografie
Lage
Deutschland liegt in Mitteleuropa zwischen 47°16′15″ und 55°05′33″ nördlicher Breite und 5°52′01″ und 15°02′37″ östlicher Länge. Die Nord-Süd-Ausdehnung reicht von List auf Sylt (Schleswig-Holstein) bis Oberstdorf (Bayern) und beträgt 876 km; die West-Ost-Ausdehnung zwischen der Gemeinde Selfkant (NRW) und Deschka (Sachsen) beträgt 640 km.
Nachfolgend sind die an Deutschland angrenzenden Staaten und Meere im Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge (insgesamt 3.757 km lang) ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben.
Im Norden grenzt Deutschland an Dänemark (67 km), im Nordosten an Polen (442 km), im Osten an Tschechien (811 km), im Südosten an Österreich (815; ohne Grenze im Bodensee), im Süden an die Schweiz (316 km; mit Grenzen der Exklave Büsingen, aber ohne Grenze im Bodensee), im Südwesten an Frankreich (448 km), im Westen an Luxemburg (135 km) und Belgien (156 km) und im Nordwesten an die Niederlande (567 km). Während im Nordwesten die Küsten der Nordsee und im Nordosten die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen bilden, hat Deutschland im Süden Anteil an den Alpen.
Exklaven
Eine Exklave Deutschlands ist das am Hochrhein gelegene Büsingen, das zum Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg gehört. Sie ist 7,62 km² groß und gänzlich von den drei Schweizer Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zürich umgeben.
Daneben existiert eine zweite Exklave auf irischem Territorium, unweit von Dublin. Es handelt sich um einen Friedhof, auf dem während des Zweiten Weltkrieg gefallene deutsche Soldaten beerdigt wurden. Um nach dem Krieg eine kostspielige und aufwändige Überführung der Leichen zu vermeiden, wurde das Gebiet an die Bundesrepublik Deutschland übergeben.
Mittelpunkt Deutschlands
Der geographische Mittelpunkt Deutschlands liegt laut dem Statistischen Jahrbuch Deutschland (Stand: 2000) in der Gemeinde Niederdorla im westlichen Thüringen auf der .
Großlandschaften
Die landschaftlichen Großräume unterscheiden sich vor allem in der Abfolge von Nord nach Süd, da das Gelände nach Süden hin tendenziell höher und steiler wird. Der nördliche Teil Deutschlands, die Norddeutsche Tiefebene, ist ein hauptsächlich von den Eiszeiten geformtes Tiefland, an das sich nach Süden die bewaldeten Mittelgebirge im Zentrum und in südlicheren Teilen des Landes anschließen. Insbesondere in Bayern, aber auch in Baden-Württemberg, gehen diese Landschaften in das relativ hoch liegende Nördliche Alpenvorland und dies wiederum in das Hochgebirge der Alpen über.
Geologie
Deutschland ist geologisch vielgestaltig. Während die glazial geprägten Landschaften, die Flussniederungen und -becken erst ab dem Tertiär ihre Gestalt annahmen, sind die Mittelgebirge deutlich älteren Datums.
Die kristallinen Rumpfgebirge (z. B. der Schwarzwald) sind bereits im Erdaltertum entstanden und bestehen hauptsächlich aus metamorphem und Tiefengestein wie Gneisen und Granit. Ähnlich alt ist das Rheinische Schiefergebirge, dessen Entstehung auf Silur und Devon zu datieren ist. An dessen Nordrand finden sich auch Formationen aus dem Karbon, in denen die gewaltigen Steinkohlevorkommen im Ruhrgebiet eingelagert waren.
Die süddeutsche Landschaft ist größtenteils auf die Entwicklungen im Erdmittelalter zurück zu führen: Während die Pfalz, Thüringen, Teile Bayerns und Sachsens geologisch im Trias gebildet wurden, ist die sich quer durch den süddeutschen Raum ziehende Schwäbische und Fränkische Alb ein Ergebnis der Auffaltung und Hebung von Meeresboden aus dem Jurazeitalter. Erstere Regionen weisen Sandstein, letztere Kalkstein als vorherrschende geologische Formation auf.
Vulkanismus wird in Deutschland nicht beobachtet. Dennoch findet sich in einigen Gebieten vulkanisches Gestein aus früherer Aktivität, insbesondere in der Vulkaneifel und auf dem Vogelsberg in Hessen. Auch Erdbeben mit schweren Folgen kommen praktisch nicht vor, da Deutschland vollständig auf der Eurasischen Platte liegt. Das Land wird daher nicht von Grenzen zwischen aneinander anstoßenden großen Platten der Erdkruste durchzogen.
Dennoch ist der Rheingraben in Nordrhein-Westfalen als mäßig gefährdete Erdbebenzone eingestuft, die sich bis in die Nachbarländer Belgien und Niederlande erstreckt (siehe auch Erdbebengebiet Kölner Bucht).
Gewässer
Erdbebengebiet Kölner Bucht bei Koblenz (Deutsches Eck)]]
Deutschland grenzt mit den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein an die Nordsee. Diese ist ein Randmeer des Atlantiks und das am dichtesten befahrene Seegebiet der Erde. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein liegen an der Ostsee, einem Binnenmeer, das über den Skagerrak mit der Nordsee verbunden ist. Der Tidenhub an der Ostsee ist wesentlich geringer als an der Nordsee.
Die deutschen Flüsse gehören zu sechs großen Flusssystemen, deren Einzugsbereiche fast die gesamte Fläche einnehmen. Diese sind der Rhein, die Donau, die Elbe, die Oder, die Weser, und die Ems. Der längste dieser Flüsse ist die Donau; sie ist mit 2.845 km ab dem Zusammenfluss von Brigach, Breg und der Donauquelle in Donaueschingen beziehungsweise 2.888 km ab der Breg-Quelle am Rande des Schwarzwaldes nach der Wolga der zweitlängste Strom in Europa. Allerdings verläuft nur ein kleiner Teil der Donau-Gesamtstrecke durch Deutschland. Die Donau mündet ins Schwarze Meer.
Alle anderen deutschen Flüsse entwässern in die Nord- oder Ostsee. Der Abschnitt der Europäischen Wasserscheide durch Deutschland verläuft östlich des Oberrheingrabens über den Hauptkamm des Schwarzwaldes, danach folgt sie der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Der Rhein ist von diesen Strömen derjenige, der die längste Strecke innerhalb Deutschlands zurücklegt: Von seinem 1.320 km langen Flusslauf führen 852 km durch Deutschland. Er hat zudem für die Deutschen eine identitätsstiftende Rolle inne, die sich aus der Geschichte und zahlreichen Mythen und Sagen speist. Auch seine wirtschaftliche Funktion ist bedeutend: er ist eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen Europas.
Die Elbe entspringt im Riesengebirge an der Grenze Tschechiens zu Polen und mündet nach ungefähr 1.165 km – davon 770 km in Deutschland – bei Cuxhaven in die Nordsee. Sie gehörte zeitweilig zu den am meisten mit Schadstoffen belasteten Flüssen Europas, doch mittlerweile hat sich die Wasserqualität deutlich verbessert.
Die Oderquellen befinden sich in den tschechischen Beskiden. Nach wenigen Kilometern fließt die Oder nach Polen und in ihrem Mittellauf durch Schlesien. In ihrem Unterlauf bildet sie die deutsch-polnische Grenze um dann wieder in Polen bei Stettin in das Stettiner Haff zu münden. Als Swine fließt sie schließlich zwischen den Inseln Usedom und Wollin durch Swinemünde in die Ostsee.
Die Weser speist sich aus den Flüssen Werra und Fulda und entwässert den mittleren Teil Deutschlands. Die Einzugsgebiete von Oder und Ems liegen im äußersten Osten bzw. Westen.
Die Seen in Deutschland sind größtenteils in der Folge der Eiszeit entstanden, nach deren Ende sich ehemalige Gletschertäler (Gletscher- und Gletscherwasserabflussrinnen) teilweise mit Wasser füllten. Daher finden sich die meisten der großen Seen in ehemals von Inlandeis bedeckten Gebieten oder deren Vorland, insbesondere in Mecklenburg und dem Alpenvorland. Der größte mit deutschem Anteil ist der Bodensee, an den auch Österreich und die Schweiz grenzen. Der größte vollständig zu deutschem Staatsgebiet gehörende See ist die Müritz, die Teil der mecklenburgischen Seenplatte ist.
Siehe auch: Liste der Flüsse in Deutschland, Liste der Seen in Deutschland
Gebirge und Senken
Liste der Seen in Deutschland
Die Alpen sind das einzige Hochgebirge, an dem Deutschland Anteil hat. Hier befindet sich mit der Zugspitze (2.962 m) der höchste Berg Deutschlands. Die Mittelgebirge nehmen tendenziell von Nord nach Süd an Höhe und Ausdehnung zu. Höchster Mittelgebirgsgipfel ist der Feldberg im Schwarzwald mit 1.493 m, gefolgt vom Großen Arber im Bayerischen Wald mit 1.453 m. Gipfel über 1.000 m erreichen außerdem das Erzgebirge, das Fichtelgebirge, die Schwäbische Alb und als Sonderfall der Harz, der sich recht isoliert als nördlichstes Mittelgebirge in Deutschland mit dem Brocken auf 1.141 m erhebt. Nördlich der Mittelgebirgsschwelle erheben sich nur noch vereinzelte Formationen über 100 m, von denen der Hagelberg im Fläming mit 200 m die höchste ist.
Details finden sich in der Liste der höchsten Berge Deutschlands und der Liste der Gebirge Deutschlands.
Die niedrigste begehbare Landesstelle Deutschlands liegt bei 3,54 m unter Normalnull in einer Senke bei Neuendorf-Sachsenbande in der Wilstermarsch (Schleswig-Holstein). Ebenfalls in diesem Bundesland befindet sich die tiefste Kryptodepression: Sie liegt mit 39,10 m u. NN am Grund des Hemmelsdorfer Sees nord-nordöstlich von Lübeck. Die tiefste künstlich geschaffene Stelle liegt bei 293 m u. NN am Grund des Tagebau Hambach östlich von Jülich in Nordrhein-Westfalen.
Inseln
Jülich
Gemessen an der Küstenlinie verfügt Deutschland über eine beachtliche Zahl an Inseln. Diese sind in der Nordsee meist in Form von Inselketten dem Festland vorgelagert und stellen Festlandsreste dar, die durch Landsenkung und nachfolgende Überflutung von der Küste getrennt wurden. Unterteilt werden sie in die nordfriesischen und die ostfriesischen Inseln, die Bestandteil des deutschen Wattenmeeres sind. Die nordfriesischen Inseln gehören zu Schleswig-Holstein und bestehen aus den größeren Inseln Sylt, Föhr, Amrum, Pellworm und Nordstrand sowie den wesentlich kleineren Halligen. Die zu Niedersachsen gehörenden ostfriesischen Inseln sind von Aufbau und Größe sehr ähnlich. Größte dieser Inseln ist Borkum. Einen Sonderfall stellt die weiter in der Nordsee gelegene Insel Helgoland dar, die Deutschlands einzige Hochseeinsel ist.
Die Inseln in der Ostsee liegen an der deutschen Boddenküste, sind tendenziell größer und weisen ein stärker bewegtes Relief auf. Die größte dieser Inseln und gleichzeitig größte deutsche Insel ist Rügen, gefolgt von Usedom, deren Ostzipfel bereits zu Polen gehört. Wie die Nordseeinseln sind auch die Ostseeinseln beliebte Reiseziele und von bekannten Seebädern gesäumt.
Auch in einigen deutschen Binnengewässern gibt es Inseln, von denen die bekanntesten Mainau und Reichenau im Bodensee sowie Herrenchiemsee im Chiemsee sein dürften. | | |