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Angriff

Angriff

Ein Angriff ist das Vorgehen gegen einen Gegner oder Feind.

Psychologie

Im Gegensatz zur Verteidigung ist Angriff im engeren Sinne in der Psychologie eine Handlung eines Aggressors gegenüber einem Opfer. Neben dem physischen Angriff (z.B. Schlagen, Treten) muss man den Angriff in geistigen Dingen, wie beispielsweise ein Angriff auf eine Meinung oder die Meinungsfreiheit, unterscheiden, da dieser oftmals nicht bewusst ausgeführt wird. Ein solcher Angriff wird im Deutschen oftmals als Affront (Französisch) bezeichnet.

Militärwesen

Der Angriff im militärischen Sprachgebrauch ist die bewaffnete Aktion zur Durchsetzung des eigenen Willens und zwar zur Niederwerfung dessen, der sich diesem Willen entgegenstellt, mittels Vernichtung der feindlichen Streitkräfte. Entscheidenes Kriterium, das den Angriff gegenüber allen Gefechtsarten und Handlungen heraushebt, ist die Initiative: Das Gesetz des Handelns liegt beim Angreifer, Verteidigung und Verzögerung reagiert lediglich. In keiner Gefechtsart spielt der Bereich des Psychologischen eine vergleichbare Rolle. Ein Beispiel aus dem Zweiten Weltkrieg: Die am Fahrwerk des Sturzkampfbomber (Stuka) und an den Stabilisierungsflossen der Bomben angebrachten Sirenen (Jericho-Trompeten) klangen so schrecklich, daß Mensch und Tier in einen panischen Schrecken versetzt wurden. Im engeren Sinne ist der Angriff die Gefechtsart, durch die Gelände gegen feindlichen Widerstand genommen wird oder eigene Waffenwirkung aktiv in den Feind hineingetragen wird (z. B. Luftangriff). Im Rahmen der strategischen Verteidigung kann der Angriff als operative Methode genutzt werden, um einen Aggressor aus dem von ihm besetzten Gebiet hinauszuwerfen. Der Gegenangriff ist typischerweise ein vorgeplantes Teilgefecht, durch welches der im eigenen Verteidigungsbereich zum Stehen gebrachte Angreifer entscheidend geschlagen werden soll und somit Teil der Verteidigung. Auf niedriger taktischer Ebene und bei ungeplanten Angriffen zur Bewältigung einer Krisensituation spricht man von Gegenstößen. Der planmäßig durchgeführte Angriff gegen Feind in Stellung gliedert sich in die Phasen
- Anmarsch bis zur Ablauflinie (vor Angriffsbeginn)
- Annäherung an die Einbruchstelle
- Sturm und Einbruch
- Kampf durch die Tiefe (dabei Abwehr von Gegenangriffen bzw. Gegenstößen)
- Verfolgung Deutsche Infanterie führt den Kampf häufig in Stoßtruppgliederung durch.

Sport

Als Angreifer wird im Sportbereich auch die Mannschaft bzw. der Spieler bezeichnet, die/der z.B. gerade im Ballbesitz ist oder gerade viel Druck auf den sportlichen Gegner ausübt. Im Schachsport ist der Angriff eine Zugfolge, die den Gegner in Bedrängnis bringt oder gar zur Aufgabe zwingt.

Siehe auch:


- Kampf, Sport, Waffe, Sturzangriff, Lauschangriff, Erster Angriff Kategorie:Kriegs- und Gefechtsführung Kategorie:Psychologie Kategorie:Sport [http://www.angriff.info angriff.info]

Verteidigung

Der Ausdruck Verteidigung bedeutet die Abwehr eines Angriffs.

Art von Angriff und Verteidigung

Angriffe können sich gegen Einzelne oder eine Gruppe, gegen ein Gebiet oder seine Bewohner und gegen einen Staat richten (im Science Fiction sogar gegen die ganze Menschheit oder Planetensysteme). Dementsprechend erfolgt meist auch die Verteidigung:
- durch das Individuum oder seine(n) Verteidiger
- durch eine Gruppe (oft mit "Arbeitsteilung") oder Organisation
- durch eine Miliz oder eine Armee
- oder durch diplomatische bzw. rechtliche Mittel.

Wahl der Mittel

Eine Verteidigung ist im Regelfall nur zielführend, wenn sie mit tauglichen Mitteln erfolgt. Diese müssen der Art des Angriffs entsprechen:
- militärisch und mit Waffengewalt
- körperlich durch Rückzug, Schutz, Judo usw.
- durch Drohgebärden, abwehrende Körpersprache usw.
- durch Worte: Besänftigung, Erklärung, Androhung von Maßnahmen wie Embargo, Vergeltung, Rache usw.
- durch geistige, gewaltfreie oder religiöse Mittel wie Argumente, Streik, Verweigerung oder Verlockung, höhere Moral, Gebet, Überraschungseffekte usw.
- durch Soziale Verteidigung

Organisationsformen

Bei Verteidigung mit Waffen sind verschiedene Arten und Organisationsformen möglich, die sich nur teilweise auf herkömmliche Operationen stützen müssen:
- strategische Verteidigung
- taktische Verteidigung
  - Hinterhalt, Überraschungsangriff usw.
- Zivilverteidigung (Schutz der Bevölkerung im Kriegsfall, bei feindlicher Besetzung gewaltfreier Widerstand, ziviler Ungehorsam usw.
- Untergrunds- und Freiheitskampf (oft nahe am Terrorismus)
  - Guerillakampf und seine zivile Unterstützung
- Duell und Stellvertreterkampf (im Altertum häufig - zum Beispiel David-Goliath)
- Blockade von Waffenhandel und Infrastruktur
  - U-Boot-Krieg und gewaltsame Embargos
  - Vorbeugende Zerstörung von Verkehrsknoten, Pisten, Brücken usw. im eigenen Land oder dem des Angreifers
- Polizeiliche Überwachung von potentiellen Terroristen
- und vieles mehr - bitte ergänzen.

Spezielle Verteidigungsfälle


- die (offizielle) Verteidigung einer Dissertation
- die juristische Strafverteidigung
- die spontane Verteidigung einer Person gegen schlechte Nachrede, Verleumdung usw.
- im Sport die Verteidigung bei Mannschaftssportarten
- eine spezielle Spielweise im Schachspiel.

Kurzformen


- Das Wort "Verteidigung" wird bisweilen als Abkürzung von "Verteidigungsministerium" verwendet, manchmal aber auch
- irreführend oder euphemistisch statt des Wortes "Krieg", zum Beispiel "Verteidigungsministerium" statt des früheren "Kriegsministeriums" (z.b. Vereinigtes Königreich: Secretary of State for War bis 1964, später Secretary of State for Defence)

Siehe auch


- Judo
- Karate
- Ministerium
- Verteidigungsminister
- Verteidigungskrieg

Weblinks


- Julian Lindley-French, Franco Algieri: [http://www.bertelsmann-stiftung.de/medien/pdf/2.Venusberg_Report_2004.pdf A European Defence Strategy], Venusberg-Report 2, Bertelsmann-Stiftung 2004 (PDF, englisch) Kategorie: Kriegs- und Gefechtsführung ja:防衛 simple:Defense

Psychologie

Psychologie (aus griech. ψυχολογία, psychología „die Seelenkunde“) ist die Wissenschaft vom Erleben, Verhalten und Bewusstsein des Menschen, deren Entwicklung in der Lebensspanne und deren inneren und äußeren Ursachen und Bedingungen. Die Psychologie ist eine bereichsübergreifende Wissenschaft. Sie lässt sich nicht allein den Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften oder den Naturwissenschaften zuordnen.

Geschichtlicher Abriss

Die Psychologie "hat eine lange Vergangenheit, aber nur eine kurze Geschichte" (Ebbinghaus, 1908). Die Wurzeln dieser Disziplin reichen weit in die Vergangenheit zurück, als anerkannte Wissenschaft jedoch gibt es die Psychologie erst seit dem 19. Jahrhundert. Erste Ansätze einer strikt erfahrungs-'wissenschaftlichen' Erforschung psychischer Leistungen wurden im 19. Jahrhundert von physiologisch forschenden Physikern wie Gustav Theodor Fechner und Hermann von Helmholtz unternommen, die Wahrnehmungsvorgänge als Leistungen von Sinnesorganen auffassten und diese zu erforschen begannen. Dieses Vorgehen führt(e) allerdings nur zu einer Sinnesphysiologie und damit allein noch nicht zu einer genuinen Psychologie, die den Selbsterfahrungsaspekt einschließt. Dasselbe gilt für die ebenfalls schon im 19. Jahrhundert begonnene Hirnforschung, die methodisch bedingt Neurophysiologie ist und allein ebenfalls nicht darüber hinausreicht. Gewöhnlich gilt die Einrichtung seines experimentalpsychologischen Laboratoriums in Leipzig durch den Helmholtz-Schüler Wilhelm Wundt im Jahre 1879 als Lösung der Psychologie von der Philosophie und vor allem als Beginn der akademischen Psychologie als universitäres Fach und Forschungsfeld. Der Ansatz Wundts wird deshalb als Beginn der akademischen Psychologie angesehen, weil hier erstmals ein explizit empirisch-methodischer, an den experimentellen Naturwissenschaften orientierter und ausgerichteter Zugang methodologisch herausgearbeitet wurde, um psychologische Phänomene zu untersuchen. Im Oktober 1875 begann Wilhelm Wundt seine Lehrtätigkeit als Professor in Leipzig denn auch mit der Vorlesung "Logik und Methodenlehre mit besonderer Rücksicht auf die Methoden der Naturforschung“. Er war auf diese Professur berufen worden, weil Leipzig diese neue "Idee", nämlich die, "dem Einfluss der Naturwissenschaft auf die Philosophie Geltung zu verschaffen", fördern wollte. Basierend auf einer methodologischen Auseinandersetzung, deren Ausgestaltung durch die sinnesphysiologischen Herangehensweisen geprägt worden war, die Methoden der Naturwissenschaften für die Philosophie allgemein zu nutzen, galt Wundts besonderes Interesse dabei psychologischen Fragestellungen. Von Beginn an hatte Wundt engen Kontakt zum Physiker Gustav Theodor Fechner, der selbst bis 1874 Vorlesungen an der Philosophischen Fakultät zu Leipzig gehalten hatte. Mit ihm besprach er auch seinen Plan zur Gründung eines psychologischen Instituts, zu der es wie beschrieben 1879 kam; zunächst als Privatinstitut, ab 1883 als offizielles Universitätsinstitut. Grundsätzlich folgte die Psychologie dem oben genannten Selbstverständnis, weshalb Wundt und seine Kollegen die Psychologie auch als neue Disziplin ansahen, die aus der Zusammenfügung von (Experimental-) Physik, Physiologie und Mathematik unter strenger Beibehaltung des naturwissenschaftlichen Ansatzes und durch Anwendung dieser methodischen Prinzipien zwecks Erforschung psychologischer Phänomene geboren worden war. Dieser Ansatz war so revolutionär und vielfach wohl auch ersehnt, dass Wissenschaftler dieser Disziplinen aus aller Welt begeistert nach Leipzig pilgerten, um unter Wundt zu studieren. Leipzig wurde zum "Mekka" der neuen Naturwissenschaft Psychologie. In der Hochzeit hatte Wundt allein fast 40 (!) wissenschafltiche Assistentenstellen. In diesen frühen Jahren entwicklten sich u.a. auch die psychologischen Disziplinen der Psychophysik und der Diagnostik, was wiederum für die Angewandte Mathematik und Statistik sehr fruchtbar war. Missverständnisse entstehen immer wieder, weil Wundt seinerzeit zwar Professor für Psychologie, aber Philosophieprofessor war, was aber darin begründet liegt, dass es damals nur die Fakultäten für Medizin, Jurisprudenz, Theologie und Philosophie gab. Teilweise ist dieser Ursprung auch heute noch sichtbar. So werden z.B. in den meisten Ländern der Welt auch Naturwissenschaftler (z.B. Physiker, Chemiker oder Biologen) zum Doktor der Philosophie (Ph.D.) promoviert. Eine naturwissenschaftliche und andere Fakultäten wurden nämlich erst viel später gebildet, wie auch das Studium einzelner Disziplinen als selbstständige Fächer. In Deutschland geht schließlich ein von der ursprünglichen Idee her primär berufsqualifizierender Abschluss namens Diplom auf die Nationalsozialisten zurück. Das Diplomstudium der Psychologie wurde in Deutschland 1941 eingerichtet, unter gleichzeitiger Primärbetonung einer berufspraktischen Qualifikation als Wehrpsychologe (mit Schwerpunkt Diagnostik). Auskünfte zu Schwierigkeiten einer genauen Standortbestimmung und zu Problemen bei der eindeutigen Zuteilung zur natur- oder geisteswissenschaftlichen Fakultät anhand der Inhalte oder der Methoden, gibt die anekdotenhafte Schilderung [http://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/psychologie/psychologie_als_wissenschaft.pdf"Psychologie zwischen Natur- und Geisteswissenschaften"] von Wolfgang Metzger. Die neue Wissenschaft verbreitete sich wegen der äußerst zahlreichen Schüler Wundts weltweit rasend schnell. Viele Wundt-Schüler gründeten schon vor dem Ersten Weltkrieg eigene psychologische Institute weltweit, auch in den USA. In Deutschland auch durch Oswald Külpe und Karl Marbe 1896 in Würzburg. Dies war die Begründung der "Würzburger Schule", die sich vornehmlich mit der naturwissenschaftlichen Erforschung von Denk-, Urteils- und Willensprozessen beschäftigte, was der Psychologie einen bis dahin völlig neuen Forschungsgegenstand und eine neue Dimension bescherte. Max Wertheimer (1880-1943) und Wolfgang Köhler (1887-1967) waren die maßgeblichen Begründer der Frankfurter und der Berliner Schule der Gestaltpsychologie bzw. Gestalttheorie. Zwar auch sehr streng mathematisch-naturwissenschaftlich ausgerichtet, stellten sie den elementaren Überlegungen Wundts aber einen ganzheitspsychologischen Ansatz gegenüber. Eine international wichtige Rolle spielte die Gestaltpsychologie in den 1920er und -30er Jahren. Die Gestaltpsychologie wurde jedoch bald durch den zunehmend dominanteren amerikanischen Behaviorismus in den Hintergrund gedrängt. Als ein wesentlicher Faktor dafür muss hier ganz besonders der wissenschaftliche Kahlschlag der Nationalsozialisten angesehen werden. Wichtige Vertreter in den Anfangsjahren der wissenschaftlichen Psychologie waren neben Wundt und vielen anderen v.a. Gustav Theodor Fechner, Ernst Heinrich Weber, Francis Galton, Karl Pearson, Hermann Ebbinghaus, James McKeen Cattell (Wundt-Schüler der ersten Stunde und erster Psychologie-Professor in den USA), Alfred Binet, Charles Spearman, William Stern, Christian von Ehrenfels und William James. Zu nennen ist sicher auch der Physiologe Iwan Petrowitsch Pawlow, der zwar kein Psychologe war, aber mit seinen Tierexperimenten (Pawlowscher Hund) Grundlagen des dann klassisch genannten Vorgangs der Konditionierung klären konnte, welcher später Psychologen zu weiteren Forschungen zu Phänomenen des Lernens animierte. Hier ist v.a. Edward Lee Thorndike und John B. Watson 1915 zu nennen, auf die der Behaviorismus zurückgeht. Dieses hat in den USA eine jahrzehntelange Lernforschung zur Folge gehabt und zur Etablierung der Lernpsychologie geführt, deren bekanntester Vertreter Burrhus Frederic Skinner sein dürfte, der das Konzept der operanten Konditionierung entdeckte. Zu nennen ist dann auch noch Albert Bandura, der später die Theorie des Modell-Lernens entwickelte. Auf diesen Grundlagen, neben vielen weiteren Einflüssen, insbes. aus Forschungsergebnissen verschiedener Teilgebiete der Allgemeinen Psychologie, wurde innerhalb der Klinischen Psychologie die Verhaltenstherapie (i.S. der frühen Form Behavioraler Therapie) entwickelt. In den 1970er Jahren löste der Informationsverarbeitungsansatz den Behaviorismus als führendes Paradigma ab (sog. "Kognitive Wende" der Psychologie). Dies liegt jedoch nicht in einer theoretischen Untauglichkeit des Behaviorismus begründet, sondern in einem Wechsel der Interessen der Scientific Community. Themen wie Aufmerksamkeit, Denken oder Kognition und Emotionalität traten dabei in den Vordergrund. Im Gegensatz zum Behaviorismus, der die Funktionsweise des Gehirns methodisch unberücksichtigt ließ und deswegen oft als Blackbox-Psychologie (oder wegen der zahlreichen Tierversuche "Ratten-Psychologie" oder "Rats-and-Stats" -- "Ratten und Statistik"-Psychologie) bezeichnet wurde, ging man dazu über, auch Art und Funktion von Selbstwahrnehmungen, also bewusst gewordener Vorgänge zu erforschen. Der Computer wurde zur Metapher des menschlichen Geistes, wenngleich man sich der Beschränkungen des Computermodells schnell bewusst wurde, da beispielsweise die Parallelverarbeitungsleistungen des Gehirns damit nur schwer erklärbar sind. Neben diese Sichtweise trat in den 1980er Jahren der Konnektionismus, dessen zentrales Konstrukt Netzwerke sind. Statt des Computers dient hier das Gehirn als Metapher des Geistes, eine Entwicklung, der dadurch Vorschub geleistet wurde, dass sich unter Hirnforschern seit langem eine Art cerebraler Pseudopsychologie entwickelt hat, nach der Hirne denken, fühlen, überlegen, entscheiden, ja sogar "zukünftige Aktionen planen" - nach DAS MANIFEST elf "bedeutender Neurobiologen" vom Herbst 2004 -, ja sogar wissenschaftliche Theorien konstruieren, wenn nicht sogar die gesamte Wirklichkeit einschließlich des Wissenschaftlers, der diese Theorie entwickelt hat, gemäß der er sich selbst zum Konstrukt seines Gehirn erklärt hat (G. Roth in: Das Gehirn und seine Wirklichkeit). Insgesamt erwiesen sich Modelle auf Basis der Netzwerktheorie, auch durch Einbezug neuerer formaler Modellierungsmöglichkeiten, wie z.B. neuere Markov Prozesse, für die kognitiven Ansätze als sehr fruchtbar. Hinzu kamen weiterhin z.B. Einflüsse aus dem Konstruktivismus, der Kybernetik und der Systemtheorie. Auch auf die Gestaltpsychologie wurde wieder zurückgegriffen, bzw. wieder angeknüpft. Für die Psychologie bedeutet dies, dass sich einzelne Bereiche nebeneinander wieder stärker ausbilden konnten, neben der Kognitionspsychologie auch die Biopsychologie mit ihren Unterbereichen, die beide einen großen Bestandteil der Kognitiven Neurowissenschaften darstellen. Demgegenüber spielen aber gleichzeitig auch verhaltensorientierte Ansätze wieder eine sehr starke Rolle, so dass innerhalb der Disziplinen der Psychologie verschiedene Ansätze (neben den hier bisher erläuterten auch noch weitere) gleichberechtigt nebeneinander existieren und flexibel bezogen auf eine Fragestellung genutzt werden können, ohne gegen irgendeine "Konvention" zu verstoßen, was derzeit das Fach Psychologie allerdings auch äußerst komplex macht. Auch heute bekennt sich die Psychologie zu den Grundideen Wundts: Sie ist eine streng empirische Wissenschaft. Eine "geisteswissenschaftliche" Psychologie, im Sinne einer nur deutenden, sich nur theoretisch auseinandersetzenden oder nur theoretisch-beschreibenden Arbeitsweise, gibt es nicht. Theorien und daraus abgeleitete Modelle, Annahmen für die Beantwortung einer konkreten Fragestellung usw. werden mit geeigneten wissenschaftlichen Methoden empirisch geprüft. Daher stellt die Mathematik und insbesondere die Stochastik eines der wichtigsten Werkzeuge des Psychologen dar. Methodisch finden sich heute neben den naturwissenschaftlichen Ansätzen teilweise auch solche der empirischen Sozialwissenschaften. Absolut vorherrschend sind auch hier quantitative Methoden. Die Psychologische Methodenlehre war ihrerseits für die Entwicklung der Methoden der empirischen Sozialforschung (insbes. der Befragung (z.B. Interview oder Fragebogenentwicklung) und der Beobachtung) wie auch für die Statistik (vgl. da z.B. Faktorenanalyse oder Conjoint-Analyse) sehr einflussreich und befruchtend. Die Psychoanalyse Freuds sowie die Theorien anderer Vertreter einer Tiefenpsychologie wie Carl Gustav Jung oder Alfred Adler spielen in der heutigen akademisch-universitären Psychologie nur eine Nebenrolle, an den meisten Fakultäten wird die Psychoanalyse praktisch ausgeklammert (häufig nur als Stunde in der "Geschichte der Psychologie" vermittelt). Schon zu Zeiten Freuds verlief die Entwicklung unabhängig voneinander. Zwar rezipierte Freud zumindest Wundts Veröffentlichungen, wurde aber offenbar nicht von ihnen beeinflusst, was auch darin zu sehen ist, dass Freud (übrigens auch Schüler von Helmholtz) die Forschung verließ (und damit schlicht nicht mehr naturwissenschaftlich-experimentell arbeiten konnte) und schließlich später als praktizierender Arzt aus persönlichen, nicht mit (gängigen) Methoden durchgeführten Beobachtungen seiner Patienten und gedanklicher, deutender und interpretativer Verarbeitung seiner persönlichen Eindrücke, seine Theorie und Methode entwarf. Der "Flirt" der Psychologie mit der Psychoanalyse fand erst viel später statt, insbes. im Rahmen einer Möglichkeit, stärker praktische Anwendungen im Repertoire zu haben, aber auch kurzzeitig als Forschungsparadigma. Einiges konnte, sofern wissenschaftlich untersuchbar, in Teilen belegt und später in weiterführende Modelle, z.B. der Kognitionspsychologie, integriert und weiter differenziert, oder eben auch schlicht besser erklärt werden. Gleichzeitig wurde auch sehr vieles empirisch widerlegt (so auch z.B. die Neurosenlehre). Insgesamt war die Psychoanalyse für die Psychologie wenig fruchtbar. Auf der Anwendungsseite wurden tiefenpsychologische Ansätze dann schnell mit wissenschaftlich abgesicherten und aus der empirisch-psychologischen Forschung entwickelten Verfahren, insbes. dem Klientenzentrierten Ansatz (wiss. Absicherung von Grundvariablen der professionellen Beziehungsgestaltung, sowie Prozess und Effekt von Interventionen (insbes. Beratung bei Anpassungsproblemen) und Psychotherapie) und später der Verhaltensanalyse und Verhaltenstherapie (zusätzlich Absicherung der theoretischen Grundlagen) ersetzt. Bei der in der Öffentlichkeit häufig anzutreffenden Gleichsetzung von Psychologie und Psychoanalyse bzw. dem Verständnis von Psychoanalyse als Teildisziplin der Psychologie handelt es sich um einen populären Irrtum. Psychoanalytische Ideen spielen gleichwohl in der Entwicklungspsychologie, der Sozialpsychologie und der pädagogischen Psychologie sowie der klinischen Psychologie eine gewisse Rolle, aber wie erwähnt eher in historischem Kontext. Einen relativ jungen Ansatz stellt die evolutionäre Psychologie (EP) dar. Evolutionspsychologische Ansätze finden sich heute in nahezu allen psychologischen Disziplinen und Forschungsfeldern, vor allem in der Entwicklungs- und Sozialpsychologie. Hier ist sie in der Aggressions- und Altruismusforschung, der Attraktivitätsforschung, in Forschungen zu Partnerschaft, Beziehungsgestaltung und Liebe sehr einflussreich und auch in der Organisations-/Personalpsychologie bildet sie eine theoretische Grundlage, ebenso wie z.B. in der Angstforschung. Neben den erwähnten Hauptströmungen, gab und gibt es innerhalb der Psychologie viele Ansätze (Paradigmen). Die wichtigsten waren / sind die erwähnten, also das behavioristische Paradigma, das Informationsverarbeitende Paradigma und eben (historisch) auch das psychoanalytische/psychodynamische Paradigma. Ebenfalls wichtig sind sicher noch das Phänomenologische/Humanistische Paradigma, das Soziobiologische Paradigma (worunter oft auch die Evolutionäre Psychologie subsumiert wird, wenngleich sich diese zu einem eigenständigen Paradigma entwickeln könnte), das Eigenschaftsparadigma und das dynamisch-interaktionistische Paradigma. Diese Paradigmen sind also keine Teildisziplinen der Psychologie (wie etwa die Allgemeine Psychologie), sondern jedes ist ein theoretisches Paradigma für die verschiedenen Teildisziplinen und Forschungsprogramme der Psychologie. Diese Ansätze, die sich in Grundannahmen und auch in der Methodologie unterscheiden, werden in der Regel nicht explizit erwähnt, bilden aber eine sehr wichtige Grundlage für das (korrekte) Verständnis der Psychologie, ihrer Theorien und v.a. der psychologischen Forschungsergebnisse. Heute sind innerhalb eines psychologischen Faches (einer Disziplin) in der Regel verschiende Paradigmen gleichberechtigt (so z.B. in der aktuellen persönlichkeitspsychologischen Forschung das Informationsverarbeitende Paradigma, das Eigenschaftsparadigma und das dynamisch-interaktionistische Paradigma). Diese Komplexität der Psychologie sollte man vor allem auch in Bezug auf die einzelnen Disziplinen berücksichtigen: es gibt eben innerhalb einer Disziplin immer verschiedene Ansätze, unter denen ein Gegenstandsbereich betrachtet werden muss, bzw. eben eine hohe methodologische Flexibilität, unter der eine Fragestellung möglichst optimal wissenschaftlich-methodisch beantwortet werden kann.

Disziplinen

Im Allgemeinen unterscheidet man in der Psychologie zwischen den Grundlagendisziplinen und der Angewandten Psychologie.

Grundlagendisziplinen

Innerhalb dieser Disziplinen kann man noch zwischen solchen unterscheiden, die auch Fundus anderer Grundlagenfächer sind, und solchen, die basale Erkenntnisse in spezifischen Kontexten liefern. Zu den ersteren gehören natürlich die Psychologische Methodenlehre, sowie die Allgemeine Psychologie und die Biopsychologie (die wiederum untereinander stark vernetzt sind), zu den letztgenannten die Sozialpsychologie, die Entwicklungspsychologie und die Persönlichkeits- und Differenzielle Psychologie.
- Die Psychologische Methodenlehre befasst sich mit der gesamten Bandbreite des Instrumentariums ("Handwerkszeug") psychologischen Erkenntnisgewinns. Sie stellt den existierenden Verfahrensfundus für andere Disziplinen der Psychologie bereit und ist gleichermaßen ein eigenständiges Forschungsgebiet mit dem Ziel, den Methodenbestand zu verbessern und zu ergänzen, etwa durch Eigenentwicklungen oder auch durch Adaption von Verfahren aus den Katalogen anderer Wissenschaften. Dabei reicht ihr inhaltliches Spektrum von Wissenschaftstheorie und Ethik über Experimentalmethodik, Evaluationsforschung bis hin zu Hilfswissenschaften mit hohem Stellenwert, v.a. Mathematik (insbes. Statistik) sowie Informatik oder Spezialfällen der Psychologischen Methodenlehre wie der Mathematischen Psychologie. Auch die Diagnostik gehört streng genommen zu den Methodenfächern.
- Die Allgemeine Psychologie erforscht grundlegende psychische Funktionsbereiche, wie Kognition, Wahrnehmung, Lernen, Gedächtnis, Denken, Problemlösen, Wissen, Aufmerksamkeit, Bewusstsein, Volition, Emotion, Motivation und Sprache, sowie Psychomotorik.
- Die Biologische Psychologie (auch Biopsychologie, Physiologische Psychologie, Psychophysiologie, Psychobiologie, Neuropsychologie) widmet sich hingegen den physischen Funktionsbereichen, die sich auf Verhalten und Erleben auswirken (Genetik, neuronale Prozesse, v.a. Anatomie und Physiologie des Gehirns, Sinnesphysiologie und Endokrinologie). Sie beschäftigt sich zusammen mit der Methodenlehre auch mit Messverfahren (physiologische Verhaltenskorrelate, wie z.B. Herzrate, Blutdruck, Elektrodermale Aktivität, Durchblutungsstatus z.B. des Gesichts, Elektroenzephalogramm (EEG, Hirnströme), bildgebende Verfahren (CT, MRT, PET, SPECT, ...), Muskelaktivität, sowie Laborparameter (insbes. Konzentration von verschiedenen Hormonen etc. in Urin, Blut oder Speichel) uvm.).
- Die Entwicklungspsychologie untersucht die psychische Wandlung des Menschen von der Empfängnis bis zum Tod (intraindividuelle Veränderungen, Ontogenese). Gegenstandsbereiche sind z.B. Faktoren der Entwicklung (Anlage, Umwelt), Entwicklungsstufen, Entwicklung der Wahrnehmung, der Psychomotorik, der kognitiven Kompetenzen, des Gedächtnisses, der Sprache, der Persönlichkeit, etc.
- Die Sozialpsychologie erforscht im weitesten Sinne die Auswirkungen sozialer Interaktionen auf Gedanken, Gefühle und Verhalten auf das Individuum („an attempt to understand and explain how the thought, feeling and behavior of individuals are influenced by the actual, imagined, or implied presence of others“, Allport 1968). Gegenstandsbereiche sind z.B. soziale Aspekte der Wahrnehmung (wie Personenbeurteilung, Vorurteile, Annahmen und Schlussfolgerungen über das Verhalten anderer Menschen, u.a.), soziale Aspekte der Emotion (z.B. auch Aggression), interpersonale Attraktion, Pro-soziales Verhalten, Einstellungen, Kommunikation oder auch Gruppenprozesse (Minoritäteneinfluss, Entscheidungsprozesse in Gruppen, Gruppendenken, Gehorsam (vgl. dazu z.B. das Milgram-Experiment oder das Stanford-Prison Experiment), Gruppenleistung, Intergruppenbeziehungen uvm.).
- Die Persönlichkeits- und Differenzielle Psychologie beschäftigt sich mit interindividuellen Unterschieden in den o.g. Bereichen der Allgemeinen Psychologie, sowie mit Persönlichkeitsmodellen, der Intelligenz und der Kreativität, sowie deren Messbarkeit (Operationalisierung der Konstrukte). Sie ist wichtige Grundlage für die Diagnostik und damit auch der Arbeits- und Organisationspsychologie.

Anwendungsgebiete


- Klinische Psychologie Das klassische Anwendungsgebiet ist die Klinische Psychologie, die der Psychologischen Psychotherapie als Grundlage dient. Primär ist die Klinische Psychologie Grundlagenforschung, in dem sie aus der Erforschung von "gestörtem" Erleben und Verhalten Rückschlüsse auf "normale" psychische Funktionsbereiche liefert. Daher ist auch hier oft das Experiment die bevorzugte Methode des Erkenntnisgewinns. Gleichzeitig sucht sie aber auch nach Ursachen und Wirkungszusammenhängen von gestörten Funktionsbereichen (z.B. gestörter Informationsverarbeitung) und erforscht Grundlagen zur Entstehung, Symptomatik und Aufrechterhaltung von psychiatrischen Störungen (z.B. Depressionen). Hierzu gehört auch die Einbeziehung von externen Faktoren (bio-psycho-soziales Modell). Aus den Forschungsergebnissen ergeben sich Möglichkeiten, Methoden zur Veränderung zu entwickeln, die dann wiederum Forschungsgegenstand der Klinischen Psychologie sind. Insofern kann die Klinische Psychologie neben der Psychotherapie auch in Form von Trainings (z.B. zur regelmäßigen Einnahme von Medikamenten), Beratung und Training von Angehörigen usw. psychologische Hilfestellungen leisten. Sie überschneidet sich hier mit Diagnostik und Intervention bzw. wird durch diese ergänzt. Dabei gehört die klinisch-psychologische Diagnostik (ICD, DSM) einschließlich Befundung und Begutachtung ebenso zum Aufgabenfeld der Klinischen Psychologie wie die evidenz-basierte Therapieplanung, die Therapieevaluation und das Qualitätsmanagement. In der Berufspraxis, bzw. -realität muss aber davon ausgegangen werden, dass für alle diese Tätigkeiten eine Zulassung als Psychotherapeut unabdingbar ist. Ein neues, sich evtl. verselbständigendes Teilgebiet der Klinischen Psychologie ist die Gesundheitspsychologie, die sich mit gesellschaftlichen Fragen nach wirksamer Prävention, gesundheitsförderlichem Verhalten (auch in Bezug auf die psychische Gesundheit) und den sozialen Faktoren von Krankheit sowie Stress beschäftigt.
- Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie (inkl. Wirtschaftspsychologie) Die ABO-Psychologie umfasst die Analyse der Arbeit, Eignungsdiagnostik, Personalauswahl, Leistungsbeurteilung, Personal- und Organisationsentwicklung, Kommunikation, Gruppenprozesse, Führung, Ergonomie, Trainings, etc. (auch Werbe-, Verkaufs- und Marktpsychologie). Thematisch ähnlich hierzu ist die Angewandte Sozialpsychologie. In Deutschland entwickelten sich die Vorläufer während der Transformation der strukturell veralteten deutschen Armee nach dem ersten Weltkrieg. Hauptthema war die Eignungsdiagnostik, insbesondere die Eignung zur Führung. Dieses erstmalig von anderen Wissenschaftsbereichen (wie der Medizin oder der Pädagogik) unabhängige Anwendungsgebiet der Psychologie führte in Deutschland 1941 zur Etablierung der Psychologie als eigenständiger Diplomstudiengang.
- Pädagogische Psychologie Ursprünglich bedeutsames Beschäftigungsfeld von Psychologen war die Erziehungsberatung, deren Weiterentwicklungen sich in der Pädagogischen Psychologie wiederfanden, aus der sich auch die Schulpsychologie entwickelte. Wobei sich heute die psychologische Erziehungsberatung kaum aus der Pädagogischen Psychologie, sondern vielmehr aus der Diagnostik und Intervention ableitet. Die Schulpsychologen sehen sich auch nicht als Pädagogische Psychologen, sondern ihren Beruf vielmehr gleichzeitig als Teilbereich sowohl der Diagnostik und Intervention und der Klinischen Psychologie (Diagnostik, Beratung, Training und Therapie von Schülern, Eltern und Lehrern, sowie Lehrersupervision), als auch der Organisationspsychologie (Evaluation, Leistungsdiagnostik, Organisationsentwicklung, Schulentwicklung, Mediation). Beide Disziplinen, v.a. aber die Schulpsychologie, stellen heute für Psychologen in Deutschland (anders als z.B. in den USA) eine äußerst geringe (und weiter schwindende) Bedeutung und Randexistenz dar. Kleinere Anwendungsbereiche der Psychologie bilden u.a. die Verkehrs-, Medien-, Rechts-, Polizei-, Kultur-, Geronto-, Sport-, Umwelt- und die politische Psychologie. Bei allen genannten Bereichen ist die Diagnostik von zentraler Bedeutung: Keine Intervention ohne Diagnose! Grundsätzlich sind auch andere Bezeichnungen möglich. Z.B. solche, die einen Forschungsgegenstand benennen und diesen über alle ihn betreffenden Disziplinen hinweg und zusammenfassend beschreiben (z.B. Wahrnehmungspsychologie, Emotionspsychologie u.a.), oder auch solche, die zugrundeliegende Ansätze oder besondere Aspekte von Paradigmen betonen (z.B. Verhaltenspsychologie, Evolutionäre Psychologie u.a.). Diese eher bereichsspezifischen Bezeichnungen (mit entsprechender thematischer Bündelung von verschiedenen Inhalten) finden sich auch häufig dann, wenn es um eine umfassende Vermittlung von spezifischen Inhalten und weniger um Forschung und methodische Zusammenhänge geht, also inbes. wenn psychologisches Wissen im Rahmen von Neben- oder Hilfsfächern (z.B. an nicht-psychologsichen Fachbereichen, in Fachhochschulstudiengängen usw.) vermittelt wird. Hier werden auch zum Teil Bezeichnungen o.g. Grundlagendisziplinen anders inhaltlich ausgefüllt, wie z.B. Allgemeine Psychologie als eine den allgemeinen (ersten) Überblick gebende Einführung in die Psychologie (wie in den sprichwörtlichen 101 Kursen in den USA) oder Pädagogische Psychologie als Psychologie für Pädagogen.

Begriffe der Psychologie


- Konstrukt, Paradigma, Modell
- Wahrnehmung, Lernen, Erinnern, Vergessen, Gedächtnis, Denken, Kognition, Problemlösen, Emotion, Motivation, Bewusstsein
- Psychologischer Test, Skala
- Experiment, Methoden der empirischen Sozialforschung
- soziale Interaktion
- Intelligenz, Persönlichkeit
- Psychopathologie

Siehe auch


- Liste bekannter Psychologen und Psychotherapeuten
- Psychische Störung
- Psychotherapie
- Psychiatrie
- [http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Psychologie Portal Psychologie auf Wikipedia]

Literatur

Für Einsteiger


- Schwartz, Steven: Wie Pawlow auf den Hund kam.
- Heiner Keupp u. Klaus Weber (Hrsg.): Psychologie. Ein Grundkurs. ISBN 3-499-55640-5
- Mietzel, Gerd: Wege in die Psychologie. 12. Aufl. 2005. ISBN 3-608-94159-2

Lehrbücher allgemein


- Zimbardo, Philip G.: Psychologie, Pearson 2004. ISBN 3-827-37056-6. Der Zimbardo ist das Einstiegsbuch für alle angehenden Psychologen.
- Joachim Grabowski u. Elke van der Meer (Hrsg.): Hilgards Einführung in die Psychologie, Von Rita L. Atkinson, Richard C. Atkinson, Edward E. Smith u. a. Spektrum Lehrbuch. 2001. ISBN 3-8274-0489-4
- J. Müsseler & W. Prinz (Hrsg.): Allgemeine Psychologie, Heidelberg, Berlin 2002: Spektrum Akademischer Verlag.
- Dörner, Dietrich u. Selg, Herbert (Hrsg.): Psychologie - Eine Einführung in ihre Grundlagen und Anwendungsfelder, 2. Auflage, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart, Berlin, Köln, 1996. ISBN 3-17-012266-5.
- Myers, David G. : Psychologie. Heidelberg, Berlin: Springer, 2005. 1029 S. ISBN 3-540-21358-9

Lehrbücher Einzelgebiete


- Goldstein, E.B. (2002). Wahrnehmungspsychologie. Spektrum Akademischer Verlag. ISBN 3827410835
- Birbaumer, N. & Schmidt, R. (2005). Biologische Psychologie. Springer Verlag. ISBN 3540254609
- Aronson, E. et al. (2003). Sozialpsychologie. Pearson Studium. ISBN 3827370841
- Oerter, R. & Montada, L. (2002). Entwicklungspsychologie. BeltzPVU. ISBN 3621274790
- Amelang, M. & Bartussek, D. (2001). Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung. Kohlhammer. ISBN 3170166417
- Pervin, L. et al. (2005). Persönlichkeitstheorien. UTB. ISBN 3825280357
- Bortz, J. & Döring, N. (2002). Forschungsmethoden und Evaluation für Human- und Sozialwissenschaftler. Springer. ISBN 3540419403
- Bortz, J. (2004). Statistik für Human- und Sozialwissenschaftler. Springer. ISBN 354021271X
- Davison, G. et al. (2002). Klinische Psychologie. BeltzPVU. ISBN 3621274588
- Scharfetter, C. (2002). Allgemeine Psychopathologie. Thieme. ISBN 3135315053
- Jäger, R. & Petermann, F. (1999). Psychologische Diagnostik. BeltzPVU. ISBN 3621274596
- Lienert, G. & Raatz, U. (1998). Testaufbau und Testanalyse. BeltzPVU. ISBN 3621274243
- Schuler, H. (2003). Lehrbuch Organisationspsychologie. Huber. ISBN 3456840195
- Wickens, C. & Gordon, S. (1997). An Introduction to Human Factors Engineering. Prentice Hall. ISBN 0321012291
- Wolfgang Metzger: Psychologie - Die Entwicklung ihrer Grundannahmen seit Einführung des Experiments. 6. Auflage 2001, Krammer: Wien. Zugleich ein Klassiker der Gestaltpsychologie.

Sonstiges


- Gigerenzer, Gerd: Das Einmaleins der Skepsis. Über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken. Berliner Taschenbuch Verlag (BTV). 2004. ISBN 3-8333-0041-8
- Watzlawick, Paul: Anleitung zum Unglücklichsein. Piper. 1988. ISBN 3-492-22100-9 (Original: The Situation is Hopeless but Not Serious)

Psychologie kritisch betrachtet


- Jervis, Giovanni: Grundfragen der Psychologie. 2001. ISBN 3-8031-2415-8
- Devereux, Georges: Angst und Methode in den Verhaltenswissenschaften. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1998. ISBN 3518280619
- Holzkamp, Klaus: Grundlegung der Psychologie. 1985. ISBN 3593335727
- Vinnai, Gerhard: Die Austreibung der Kritik aus der Wissenschaft - Psychologie im Universitätsbetrieb. 1993. ISBN 3-593-34877-2 oder [http://psydok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2005/547/ kostenlos online.]

Weblinks


- [http://www.dgps.de Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs)]
- [http://www.bdp-verband.org Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP)]
- [http://www.psychologie-studium.info Literatur zum Psychologiestudium]
- [http://psydok.sulb.uni-saarland.de/ Open Access Dokumente und kostenlos nutzbarer wissenschaftlicher Psychologie-Publikationsserver: PsyDok]
- [http://www.psytests.de/ PSYTESTS - Psychologische Onlinestudien]
- [http://www.lern-psychologie.de/ interaktive Lernumgebung zur Psychologie]
- [http://www.zpid.de/ Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID)]
- [http://wiki.pruefung.net Frei verfügbare Online-Literatur u.a. zum Thema Psychologie]
- [http://psychologie.fernuni-hagen.de/Lernportal/index.html Lernportal Psychologie der Fernuni Hagen]
- [http://www.psychologieforum.info/ Psychologieforum Innsbruck]
- [http://www.gehirn-und-geist.de/psychologie Psychologie im 21. Jahrhundert- Eine Standortbestimmung]
- [http://www.experimentalpsychologie.de Einführung in die Experimentalpsychologie und Testentwicklung]
- [http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/PLEX/ Gebärden-Fachlexikon der Psychologie]

Fachzeitschriften


- [http://www.journals.cambridge.org/journal_BehavioralandBrainSciences Behavioral and Brain Sciences]
- [http://www.trends.com/tics/default.htm Trends in Cognitive Sciences]
- [http://www.apa.org/journals/bul.html Psychological Bulletin]
- [http://www.annualreviews.org/catalog/2004/ps55.asp Annual Review of Psychology]
- [http://www.apa.org/journals/rev.html Psychological Review]
- [http://www.gehirnundgeist.de Gehirn und Geist – Populärwissenschaftliches Magazin]
- [http://www.psychologie-heute.de Psychologie Heute – Populärwissenschaftliches Magazin]
- Datenbank mit medizinischen Artikeln der nationalen medizinischen Bibliothek der USA (NLM) (Wiki)
- [http://www.psyche.de Zeitschrift für Psychoanalyse und ihre Anwendungen] Kategorie:Wissenschaft ! ja:׀ְִםׁ§ ko:½ֹ¸®ַ׀ ms:Psikologi simple:Psychology th:¨װµַװ·ֲׂ

Opfer (Kriminologie)

In der Kriminologie bezeichnet der Begriff Opfer die geschädigte Person eines Verbrechens. Der Begriff bildet damit den Gegensatz zu Täter. Opfer ist regelmäßig derjenige, der durch einen Täter in seinen Rechten verletzt wird. Dabei kann die Verletzung des Rechtes sowohl körperlicher (Mord, Körperverletzung), ideeller (Beleidigung, Urheberrechtsverletzung) als auch materieller (Diebstahl, Sachbeschädigung) Natur sein. (Opferkunde=Viktimologie) Opfer können natürliche Personen, juristische Personen sowie jede andere definierbare Gruppe (z.B. Volksgruppen, Religionsgemeinschaften) sein. Die Übertragung des Begriffs auf das Strafprozessrecht (Opferzeuge) ist mit dem Problem behaftet, dass der Beschuldigte bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens nach der Unschuldsvermutung als unschuldig gilt. Von seinem Opfer zu sprechen, unterstellt aber bereits die Tat und die Schädigung. Die aus der Sicht des Juristen korrekt entsprechend zu "mutmaßlicher Täter" gebildete Bezeichnung "mutmaßliches Opfer" wird aber allgemein als Entsoldidarisierung der Justiz mit dem Geschädigten empfunden. Man unterscheidet mittelbare und unmittelbare Opfer.

Siehe auch

Opferschutz | Viktimologie Kategorie:Kriminologie

Meinung

Eine Meinung (von indogermanisch moino Wechsel, Tausch) ist die in einem Mensch bestehende subjektive Ansicht bzw. Einstellung zu Zuständen, Ereignissen oder anderen Personen (rechtlich: Werturteil). Eine Meinung entsteht auf der Basis eigener Erfahrungen und eigenen Wissens und ist somit immer ein höchst individuell gebildeter Standpunkt. Unabhängig vom Wahrheitsgehalt einer Aussage kann nicht als Meinung eine triviale Äußerung gelten, die der eigenen Bildung oder den Berichten Anderer entnommen wurde, wie bspw. "Die Erde ist rund." Hierbei handelt es sich um Aussagen, die erlernt und lediglich wieder gegeben werden. Ebenfalls nicht als Meinung gelten Aussagen, die bloße rezeptive oder perzeptive Fakten wiedergeben wie: "Die Sonne ist rot." Dieser Satz gibt eine einfache Empfindung wieder, die keiner reflexiven oder andersartigen intellektuellen Leistung bedarf. Meinungsbildung: Ein Mensch ist jeden Tag unterschiedlichen Situationen und Eindrücken ausgesetzt. Er sieht, hört, liest, fühlt und/oder erfährt selber etwas Bekanntes oder Neues - und macht sich Gedanken zu bestimmten Situationen, z.B.:
- Was halte ich davon?
- Stimme ich dem zu?
- Glaube ich das?
- Wie oder was empfinde ich dabei? In jedem Falle handelt es sich dabei um kognitive Leistungen. Nun braucht es, je nach Interesse an der Situation, mal mehr oder mal weniger Zeit, um von Anderen Informationen über diese Situation zu sammeln, das Erfahrene abzuwägen und zu vergleichen, sich darüber wieder mit Anderen auszutauschen. Diese Zeit ist definiert als die Phase des Meinungsfindungsprozesses. Am Ende dieses Prozesses hat man sich ein Gedankenbild zusammengesetzt - sich eine eigene Meinung über die Situation gebildet. Eine Meinung ist demnach ein psychisch erzeugter Standpunkt, der meist im Grade seiner Plausibilität stabil beibehalten wird. Ist der Standpunkt einer Person unsicher, wird sie einen neuen Prozess des Findens beginnen, neue Informationen sammeln und sich eine mehr oder weniger veränderte oder eine neue Meinung bilden.

Meinungsfindungsprozess und Charakter

Die Dauer des Meinungsfindungsprozesses kann auf den Charakter einer Person deuten:
- Braucht eine Person z.B. sehr viel Zeit, um sich eine Meinung über eine bestimmte Situation zu bilden, wird ihr vielleicht Unsicherheit oder Desinteresse nachgesagt, weil sie immer noch am Finden ist. Es kann jedoch auch sein, dass die Person besonders gründlich Informationen sammelt, bevor sie sich ihre eigene Meinung bildet.
- Hat eine Person wiederum ständig nur ein- und dieselbe Meinung über eine bestimmte Situation, wird ihr unter Umständen Starrköpfigkeit oder Unverbesserlichkeit nachgesagt, weil sie nicht lernfähig ist. Es kann jedoch auch sein, dass die Person nach gründlicher Abwägung von der Richtigkeit ihrer Meinung sehr überzeugt ist, die sie deshalb auch vertritt, wenn viele andere Personen etwas anderes meinen.
- Vertritt eine Person immer den selben Standpunkt wie ihr gesamtes Umfeld, ohne sich darüber im Klaren zu sein, was damit zusammenhängt, so hat sie keine eigene Meinung, sondern nimmt jeweils die Äußerungen der anderen als ihre Ansicht an. Man bezeichnet eine solche Person auch als Mitläufer. Mein persönliches -ung ist die Definition meiner eigenen Erfahrungen, meines (auch kollektiven) Wissens. Daneben steht die des Gegenüber. Gleichsam der Mengenlehre bedarf es der Erkenntnis, dass jedes Individuum seinen eigenen Teil behält und die Gemeinsamkeiten (Schnittmenge) zur wahren Kommunikation führen. Die Beeinflussung der Mein -ung eines anderen ist stets Manipulation und ist nicht akzeptabel; oftmals zeigt sie sich bei schwachen Menschen ohne starkes Selbst-bewußt-sein. Auf der eigenen Meinung zu beharren wird in unserer Gesellschaft häufig als mangelnde Kompromissbereitschaft aufgefasst. Ein Meinungsbild ist ein Prospekt hinsichtlich der Meinungen verschiedener Personen zu einer streng eingegrenzten Fragestellung.

Wissenschaft

Man unterscheidet:
- herrschende Meinung (h.M.)
- Lehrmeinung

Zitate

Werden Meinungen anderer Personen wieder gegeben, so handelt es sich um eine zitierte Meinung. (siehe auch Zitat).
- Dieter Nuhr in einer Kabarettveranstaltung zum Thema Meinungsäußerung: "Viele haben das mit der Demokratie nicht so richtig begriffen. Man darf in der Demokratie eine Meinung haben, man muss aber nicht. Wenn man keine Ahnung hat: einfach mal die Fresse halten. Ist mir ganz wichtig, dass sich das mal rumspricht."

Weblinks


- Magazin für Meinungsmache http://www.einseitig.info Siehe auch: Diskussion, Streit, Argument, Toleranz, Lehrmeinung, Meinungsforschung, Meinungsfreiheit, Meinungsbildung, Öffentliche Meinung, Vorurteil, Abfallen, Altklug Kategorie:Soziologie Kategorie:Wissenschaftspraxis

Meinungsforen

Im deutschsprachigem Internet existieren mehrere Meinungsforen. Die vier bekanntesten Meinungsforen in Deutschland sind Dooyoo, Ciao, Yopi.de und MyMeinung. Im Gegensatz zu normalen Foren sind bei Meinungsforen die Themenbereiche schon fest vorgegeben. Käufer eines Produkts haben dort die Möglichkeit, ihre Erfahrung mit dem Produkt darzustellen und eine Bewertung verschiedener Aspekte des Produkts vorzunehmen. Der Verfasser eines Erfahrungsberichts wird vom Anbieter des Meinungsforums anhand der Bewertungen der übrigen Leser bezahlt. Sowohl der Hersteller eines Produktes als auch der Verbraucher haben davon Vorteile. Der Verbraucher kann seine Erfahrungen mit einem Produkt publizieren und erhält eine Vergütung. Die Hersteller der Produkte können den Berichten der Verbraucher Anregungen zur Verbesserung ihrer Produkte entnehmen. Das hebt die Qualität der Produkte und andere potentielle Käufer können sich vorab einen Eindruck des Produkts verschaffen. Dies sind die vier bekanntesten Meinungsforen in Deutschland:

Weblinks


- http://www.ciao.de
- http://www.dooyoo.de
- http://www.mymeinung.com
- http://www.yopi.de Siehe auch: Ciao, Yopi

Affront

Affront ist ein dem Französischen stammendes Fremdwort, es bedeutet wörtlich „grobe Beleidigung“ oder „schwere Kränkung“. Der Begriff Affront wird vor allem in politischen Angelegenheiten von Politikern und Journalisten gerne genutzt, z. B. "Diese Rentenpläne sind ein Affront gegen alte Menschen".

Siehe auch

Gallizismus, Liste von Gallizismen, Beleidigung, Eklat

Gelände

Unter Gelände versteht man:
- in der Kartografie die Erdoberfläche (siehe Gelände (Kartografie)).
- in den Geowissenschaften die Topografie (die in der Nähe des Betrachters liegende natürliche Landschaft)
- ein Grundstück, oder das einem Bauwerk zugeordnete Baugrundstück
- technisch bearbeitete Landschaftsteile im Sinn von Übungsgelände. Siehe auch: Digitales Geländemodell, Kulturlandschaft, Naturlandschaft

Verteidigung

Der Ausdruck Verteidigung bedeutet die Abwehr eines Angriffs.

Art von Angriff und Verteidigung

Angriffe können sich gegen Einzelne oder eine Gruppe, gegen ein Gebiet oder seine Bewohner und gegen einen Staat richten (im Science Fiction sogar gegen die ganze Menschheit oder Planetensysteme). Dementsprechend erfolgt meist auch die Verteidigung:
- durch das Individuum oder seine(n) Verteidiger
- durch eine Gruppe (oft mit "Arbeitsteilung") oder Organisation
- durch eine Miliz oder eine Armee
- oder durch diplomatische bzw. rechtliche Mittel.

Wahl der Mittel

Eine Verteidigung ist im Regelfall nur zielführend, wenn sie mit tauglichen Mitteln erfolgt. Diese müssen der Art des Angriffs entsprechen:
- militärisch und mit Waffengewalt
- körperlich durch Rückzug, Schutz, Judo usw.
- durch Drohgebärden, abwehrende Körpersprache usw.
- durch Worte: Besänftigung, Erklärung, Androhung von Maßnahmen wie Embargo, Vergeltung, Rache usw.
- durch geistige, gewaltfreie oder religiöse Mittel wie Argumente, Streik, Verweigerung oder Verlockung, höhere Moral, Gebet, Überraschungseffekte usw.
- durch Soziale Verteidigung

Organisationsformen

Bei Verteidigung mit Waffen sind verschiedene Arten und Organisationsformen möglich, die sich nur teilweise auf herkömmliche Operationen stützen müssen:
- strategische Verteidigung
- taktische Verteidigung
  - Hinterhalt, Überraschungsangriff usw.
- Zivilverteidigung (Schutz der Bevölkerung im Kriegsfall, bei feindlicher Besetzung gewaltfreier Widerstand, ziviler Ungehorsam usw.
- Untergrunds- und Freiheitskampf (oft nahe am Terrorismus)
  - Guerillakampf und seine zivile Unterstützung
- Duell und Stellvertreterkampf (im Altertum häufig - zum Beispiel David-Goliath)
- Blockade von Waffenhandel und Infrastruktur
  - U-Boot-Krieg und gewaltsame Embargos
  - Vorbeugende Zerstörung von Verkehrsknoten, Pisten, Brücken usw. im eigenen Land oder dem des Angreifers
- Polizeiliche Überwachung von potentiellen Terroristen
- und vieles mehr - bitte ergänzen.

Spezielle Verteidigungsfälle


- die (offizielle) Verteidigung einer Dissertation
- die juristische Strafverteidigung
- die spontane Verteidigung einer Person gegen schlechte Nachrede, Verleumdung usw.
- im Sport die Verteidigung bei Mannschaftssportarten
- eine spezielle Spielweise im Schachspiel.

Kurzformen


- Das Wort "Verteidigung" wird bisweilen als Abkürzung von "Verteidigungsministerium" verwendet, manchmal aber auch
- irreführend oder euphemistisch statt des Wortes "Krieg", zum Beispiel "Verteidigungsministerium" statt des früheren "Kriegsministeriums" (z.b. Vereinigtes Königreich: Secretary of State for War bis 1964, später Secretary of State for Defence)

Siehe auch


- Judo
- Karate
- Ministerium
- Verteidigungsminister
- Verteidigungskrieg

Weblinks


- Julian Lindley-French, Franco Algieri: [http://www.bertelsmann-stiftung.de/medien/pdf/2.Venusberg_Report_2004.pdf A European Defence Strategy], Venusberg-Report 2, Bertelsmann-Stiftung 2004 (PDF, englisch) Kategorie: Kriegs- und Gefechtsführung ja:防衛 simple:Defense

Infanterie

Als Infanterie bezeichnet man zu Fuß kämpfende Verbände von Soldaten. Die Infanterie wurde in ihrer Geschichte verschieden eingesetzt, bildet jedoch heutzutage bei den meisten Armeen die große Basis der Streitkräfte. Sie trägt die Hauptlast im Gefecht, und ist aber trotzdem vielseitig einsetzbar. Wurden früher vor allem eine große Anzahl Fußsoldaten als Infanterie bezeichnet, steht der Begriff heutzutage für eine bestimmte Gattung von Soldaten in einem Heer, für welche Mobilität und Schlagkraft von großer Bedeutung sind. Innerhalb dieser Truppengattung stellt die militärische Ausbildung eine äußerst große physische und psychische Herausforderung dar, da sehr viel Wert auf Vielfältigkeit gesetzt wird. Eine veraltete Bezeichnung für die Infanterie ist auch Fußvolk, dieser Begriff wird heutzutage häufig mit einer spöttischen Konotation verwandt.

Einsatzaufstellung

Im 17. bis zum 19. Jahrhundert wurden Infanteriearmeen vor allem als große Massen von Fußsoldaten in den Kampf geschickt. Die Weiterentwicklung der Feuerwaffen und das Ziel, ein Höchstmaß an Feuerwirkung zu erzielen, führten im 17. Jahrhundert zur Linientaktik als Hauptkampfform der Infanterie. Aufgrund höherer Feuergeschwindigkeit, größerer Reichweiten und besserer Treffgenauigkeit der neuen Handwaffengeneration entwickelte sich diese neue Taktik bis zum Jahre 1792 zu der so genannten Tirailleur- oder Kolonnentaktik weiter, die bis zum deutsch-französischen Krieg 1870/71 als Gefechtsform das Bild zahlloser Schlachten dieser Zeit prägt. Mit dem Aufkommen von Mehrladern wurde nun das Schützengefecht in Form von Schützenlinie und Schützenschwarm die Hauptkampfform der Infanterie. Die Infanterie operiert meist in achtköpfigen Gruppen.

Ausbildung und Bewaffnung

Jeder Infanterist ist in Häuserkampf, Nahkampf und Territorialkampf geschult. Die Waffen der modernen Infanterie sind sehr vielfältig:
- Sturmgewehr
- Scharfschützengewehr
- Handgranate
- Panzerfaust
- Minen
- Pistole
- Maschinengewehr
- Messer und Bajonett zusätzlich verfügen die meisten Infanterieverbände noch über schwere Waffen wie Mörser (Geschütz) oder Panzerabwehrlenkwaffen.

Einsatzspektrum der Infanterie

Da die Stärke der modernen Infanterie in der Beweglichkeit und Geschwindigkeit liegt, eignet sie sich nicht für große Angriffe in Bataillonsstärke. Sie wird daher für Aufgaben wie verdeckte Operationen, Aufbau und Halten von Verteidigungslinien oder Zerstören von blockierten Gegnern eingesetzt. In Friedenszeiten leistet die Infanterie Dienst im Objektschutz.

Einsatzschwierigkeiten

Infanteristische Einsätze sind immer nur von möglichst kurzer Dauer. Infanteristen haben keine Möglichkeiten, sich vor Angriffen, wie Chemiewaffeneinsatz, Luftangriffen oder Artilleriebeschuss über längere Zeit zu schützen. In vielen Ländern wird darum geforscht, wie man Schutzmechanismen und andere Hilfsmittel verbessern kann, um die Soldaten längere Zeit im Einsatz zu halten. In Deutschland läuft dazu das Programm Infanterist der Zukunft. In den USA wird eine tragbare Waffe entwickelt, die Sturmgewehr, Granatwerfer, Zielfernrohr und Laserzielmarkierung miteinander vereint. Der Vorteil liegt hier im reduzierten Platzbedarf und Gewicht. Die Bundeswehr ist bereits jetzt mittels des Gewehres "G 36" in der Lage, eine Waffe als Sturmgewehr, als Präzisionswaffe und als Granatwerfer einzusetzen und ist somit den amerikanischen Entwicklungen in diesem Punkt teilweise voraus.

Geschichte der Infanterie

17.-18. Jahrhundert

Historisch geht die Bezeichnung Infanterie auf die Infantin Isabella Clara Eugenia, Tochter des Königs Philipp II. von Spanien zu Beginn des 17. Jahrhunderts zurück. Das auf ihren Befehl geworbene Fußvolk wurde auf eine neue Art bewaffnet und geübt und der Infantin zu Ehren "infanteria" genannt. Diese neue Truppe unterschied sich weiter je nach Bewaffnung und Verwendung in die schwere und die leichte Infanterie.
Im deutschsprachigen Raum taucht der Infanteriebegriff erstmals im Jahre 1616 als allgemeine Bezeichnung von Fußtruppen auf. Bis dato waren für eben diese die Bezeichnungen "Fußvolck", "Kriegsvolck zu Fuß", die "Fußknecht", "die Hauffen zu Fuß" und "die Landsknechte" üblich. Die Verwendung und der Wert dieser Fußtruppen sind in der Kriegsgeschichte von unterschiedlicher Bedeutung gewesen. Schon im Altertum trugen sie oft die Hauptlast des Kampfes. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, kamen der Reiterei allgemein nur unterstützende Aufgaben zu. Während des Mittelalters war jedoch der Ritter Hauptträger des Kampfes, es bildeten sich ganze Ritterheere. Erst die Schweizer bewirkten 1386 durch die Schlacht bei Sempach eine Wende. Mit Spießen und Streitäxten gut gerüstet, straff organisiert und ausgebildet, zeigten sich Fußtruppen den Rittern überlegen. Diese Gliederungsform der Infanterie wurde Gewalthaufen genannt. Die Wirkung des Gewalthaufens beruhte auf der Stoßkraft der sich geschlossen vorwärts bewegenden Masse. Die Entscheidung wurde im Angriff gesucht. In dieser Weise führten die Spanier 1485 ihr Fußvolk erfolgreich gegen die Mauren. Sie wurden Vorbild für andere europäische Heere. Die Infanterie entwickelte sich zur "Krone aller Waffen". Als Schöpfer der deutschen Infanterie werden Kaiser Maximilian I. und Georg von Frundsberg angesehen. Sie waren die bedeutendsten Führer und Organisatoren der Landsknechtheere. Mit ihnen begann das neuzeitliche Kriegswesen. Mit zunehmender Wiederentstehung einer bedeutenden Reiterwaffe und Einführung von Schusswaffen entstand bei den Fußtruppen die Form des Gevierthaufens als Defensivaufstellung. Arkebusiere, Füsiliere und Musketiere waren die ersten Feuerwaffenträger der Infanterie.

19. Jahrhundert

1825 unternahm Zar Nikolaus I. als erster den Versuch, Kavallerie und Infanterie in einer Waffengattung zu vereinigen. Es entstand das Dragonerkorps. Der Versuch scheiterte, weil das Korps die infanteristischen Aufgaben vernachlässigte. Etwa 1885 nahm England diesen Versuch wieder auf und stellte in einzelnen seiner Kolonien und Schutzstaaten berittene Infanterie auf. So kann die gesamte Streitmacht der Buren im Kampf gegen England als berittene Infanterie charakterisiert werden. Im 19. Jahrhundert unterschieden verschiedene Armeen ihre infanteristischen Soldaten in etwa folgende Truppenteile:
- Preußen: Grenadiere, Musketiere, Füsiliere, Jäger
- Österreich: Linieninfanterie und Feldjäger (zusätzlich die Tiroler Kaiserjäger)
- Frankreich: Linieninfanterie und Zouaven- und Turkosregimenter (als leichte Infanterie), auch die Fremdenlegion kann zur seinerzeitigen Infanterie gezählt werden
- Russland: Garde- und Linieninfanterie und Schützen
- Italien: Linieninfanterie, Bersaglieri (Jäger) und Alpini (Gebirgsjäger)

20. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert entwickelt sich die Infanterie immer mehr zur Hauptwaffe des Kampfes. So ist unter anderem im Reglement für die deutsche Infanterie von 1906, das noch während des gesamten 1. Weltkriegs Gültigkeit hatte, der damalige Stellenwert dieser Truppengattung wiederzufinden: "Die Infanterie ist die Hauptwaffe. Im Verein mit der Artillerie kämpft sie durch ihr Feuer den Gegner nieder. Sie allein bricht seinen letzten Widerstand. Sie trägt die Hauptlast des Kampfes und bringt die größten Opfer. Dafür winkt ihr auch der höchste Ruhm."
Dieser Stellenwert als Schlachten entscheidende Waffe behielt auch im 2. Weltkrieg weiter seine Gültigkeit. Allerdings war die Infanterie im neuen Zeitalter der Panzer und der Flugzeuge nicht mehr die Hauptwaffe und die Königin des Schlachtfeldes, wohl aber noch die Königin auf ihrem Gefechtsfeld. Nach diesem Krieg erfolgte innerhalb der Wiederbewaffnung Deutschlands die Abkehr von der so genannten "Einheitsinfanterie" hin zur "besonders befähigten Infanterie".

Infanterie in Deutschland nach 1950

So ist die Infanterie der Bundeswehr heute nicht mehr in die bisher üblichen Truppengattungen der Jäger, der Fallschirmjäger, der Gebirgsjäger und der Grenadiere differenzierbar. Sie stellt heutzutage einen Truppengattungsverbund dar, welcher sich aus den bisherigen besonderen Befähigungen und Spezialisierungen der Jäger, Gebirgsjäger und Fallschirmjäger zusammensetzt. Sie ist nicht mehr mit den herkömmlichen leichten Infanterieeinheiten zu vergleichen, diese werden gegenwärtig typischerweise von den Panzergrenadieren der Bundeswehr gebildet. Die deutsche Infanterie der Bundeswehr ist somit eine sehr stark spezialisierte Truppengattung des deutschen Heeres, deren Soldaten über ein enorm hohes Anforderungspotential und mit dem System Infanterist der Zukunft über die weltweit beste infanteristische Ausrüstung verfügen. Im Rahmen ihrer Auftragserfüllung und ihres Einsatzspektrums arbeiten sie so auch eng mit dem Kommando Spezialkräfte (KSK) zusammen. Aufgrund dieser besonderen Befähigungen sowie ihrer hohen Beweglichkeit, ihrem exzellenten Ausbildungsstand, ihrer hochwertigen Ausrüstung, ihren neuen Fahrzeugen und Handwaffen stellt sie im gesamten Aufgabenspektrum vor allem die Kräfte der ersten Stunde ("Eingreifkräfte") sowie Mittlere Kräfte für Einsätze bei kleinen und mittleren Operationen ("Stabilisierungskräfte") im Rahmen des internationalen Krisenmanagements bereit. Dabei bildet die Beherrschung der Aufgaben des Allgemeinen Infanteriekampfes weiterhin die gemeinsame Grundbefähigung der gesamten Infanterie.
- Mit den Fallschirmjägern als Kern der Spezialisierten Kräfte des Heeres in der Division Spezielle Operationen (DSO);
- dem Aufbau eines neuen luftbeweglichen Jäger-/Infanterieregimentes bis 2007, welches taktisch der zweiten Spezialdivision, der Division Luftbewegliche Operationen (DLO) zugehörig ist;
- und der Gebirgsjägerbrigade 23, welche weiterhin vorrangig für Einsätze unter extremen Gelände- und Witterungsbedingungen eingesetzt wird, wird ein Beitrag zur Verbesserung der Reaktionsfähigkeit im gesamten Aufgabenspektrum geleistet.

siehe auch


- Fußsoldaten im Mittelalter, Infanteriedivision, General der Infanterie

Weblinks

Deutschland:
- [http://www.deutschesheer.de/C1256B6C002D670C/CurrentBaseLink/N25CSBAU714SWINDE Das deutsche Heer, Truppengattungsprofil der Infanterie]
- [http://www.jaegerseiten.de Jägerseiten - Die deutsche Infanterie: ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, ihre Waffen, Fahrzeuge und Ausrüstung]
- [http://www.infanterie-bund.de/ Bund der deutschen Infanterie] International:
- [http://www.benning.army.mil/Infantry/index.asp US Infantry School, Fort Benning]
- [http://www.army.mod.uk/infantry/index.htm British School of Infantry]
- [http://www.bundesheer.gv.at/waffengattung/wafgt_jager.shtml Österreichs Jägertruppe] Kategorie:Truppengattung ja:歩兵

Sport

Sport (v. engl.: sport = Zeitvertreib, Vergnügen bzw. v. frz. desport) bezeichnet das kulturelle Handlungsfeld, in dem Menschen körperliche und/oder geistige Tätigkeiten ausüben, die mit planmäßiger Körperschulung, meist im Bereich der Bewegungskunst, in Zusammenhang stehen. Eine häufig anzutreffende Ausprägung dieser planmäßigen Entwicklung körperlicher und/oder geistiger Fähigkeiten ist dabei das Messen mit Gegnern nach festgelegten Regeln im sportlichen Wettkampf/Wettstreit und Wettspiel. Umgangssprachlich wird der Begriff Sport für die kulturelle Handlung von Menschen, sich in Wettkämpfen zu messen, verwendet.

Motivationen

Die Motivationen zum Sporttreiben sind vielfältig, als Beispiele seien hier genannt:
- die Lust an Bewegung bzw. sich in Bewegung auszudrücken (Beispiel: freies Tanzen)
- die Lust am Wettbewerb
- der Wunsch nach körperliche Wohlbefinden / nach Fitness des Körpers
- gesundheitliche Vorbeugung (Beispiel: Ausdauertraining)
- der Wunsch, seinen Körper zu spüren und zu erfahren
- die Formung eines attraktiven Körpers (Beispiel: Bodybuilding)

Varianten

Man unterscheidet im Wesentlichen den Breitensport und den Leistungssport. Zudem müssen die in der jüngeren Vergangenheit entstandenen Kategorien Extremsport und Funsport beachtet werden, die sich von traditionellen Sportarten teilweise extrem unterscheiden. Sport bildet einen wesentlichen Teil der Freizeitgestaltung und Unterhaltungskultur. Sport kann als Mannschaftssport (vor allem Ballsportarten) oder als Individualsport betrieben werden. Sport wird in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten ausgeübt. Neben die traditionellen Sportvereine und den Schulsport treten im Bereich des Breitensports seit den 80er Jahren vermehrt auch kommerzielle Fitnessstudios. Darüber hinaus wird auch jenseits dieser Strukturen im privaten Umfeld Sport getrieben, entweder allein (Beispiel: morgendliches Joggen) oder im Kreis der Familie bzw. von Freunden. Im Bereich des Leistungssports sind die Strukturen wesentlich komplexer. Deshalb sei an dieser Stelle nur auf die entsprechenden Wikipedia-Artikel verwiesen. Neben der aktiven Sportausübung nimmt auch die Bedeutung des Passiv-Sports einen wichtigen gesellschaftlichen Stellenwert ein, also das interessierte Verfolgen von Wettkampfsport-Ereignissen im Leistungssport als Zuschauer am Rande des Ereignisses oder über die Medien. Hochleistungs-Sportlern oder -manschaften werden dabei nicht selten als gottähnliche Idole verehrt und mutieren zu Vor- und Leitbildern der eigenen Lebensträume. Die extreme Identifikation mit Hochleistungs-Sportlern oder -manschaften führt zum Phänomen des Sport-Fans. In Deutschland und vielen anderen Ländern ist dieses Phänomen besonders ausgeprägt im Bereich des Fußball-Sports, in dessen Umfeld sich verschiedene Arten eines Passiv-Sport-Kultes formiert haben, neben den eigentlichen Fußballfans auch die so genannten "Ultras" und die "Hooligans". Konnte in Meyers Konversationslexikon von 1888 noch gesagt werden: Als ein wesentliches Merkmal des Sports ist endlich anzuführen, dass dessen Ausübung nicht um des Gelderwerbs wegen geschieht, (Bd. 15, S. 176) - so kann dies heute wegen der Existenz von professionellen Sportlern nicht mehr als Merkmal angesehen werden. Darüber hinaus sind die kommerziellen Interessen mächtiger Dritter (z.B. Großkonzerne als Sponsoren, Förderer oder Mäzene) nicht zu unterschätzen, die sich einen Imagetransfer von sportlichen Idolen auf ihr Unternehmen erhoffen. Das ist die interne Differenz des Sport als Spektakel und Körperkunst. Eine Übersicht zum Thema Sport in der Wikipedia findet sich unter Portal:Sport.

Siehe auch

Links

http://www.sport.uni-hamburg.de/infodoc/digitalepublikationen/tiedemann/sportdefinition.html ! Kategorie:Wortexport ja:スポーツ ko:스포츠 ms:Sukan simple:Sport th:กีฬา

Schach

Schach (v. persisch: Schah: „König“; stehende Metapher: „das Königliche Spiel“) ist ein strategisches Brettspiel für zwei Spieler, bei dem der Zufall keine Rolle spielt (außer beim Losen um die Farbe, das heißt um den ersten Zug), sondern lediglich das Können der Spieler über den Spielausgang entscheidet.

Allgemeines

Zufall] Schach ist, noch vor Dame, Mühle, Halma und Mensch ärgere dich nicht, das populärste Brettspiel in Europa. Go und die dem Schach recht ähnlichen Spiele Xiangqi (siehe auch Wehrschach), Shōgi und Makruk nehmen einen ähnlichen Platz in ostasiatischen Kulturen ein. Es wird sowohl zum reinen Vergnügen, als auch wettkampfmäßig gespielt, in Schachvereinen, Turnieren, online oder per Brief und E-Mail (Fernschach). Ein weiteres Gebiet ist das Problemschach (Studien, Mehrzüger, Märchenschach, Hilfsmatt, Selbstmatt, Retroanalyse). Die Schachpartie wird auf einem quadratischen Spielbrett, dem Schachbrett gespielt, das in 64 abwechselnd schwarze und weiße quadratische Felder eingeteilt ist, auf denen 16 schwarze und 16 weiße Figuren gezogen werden. Die Spielfiguren sind gewöhnlich aus Holz oder Kunststoff, wobei es auch dekorative Spielsets gibt, die aus Stein, Glas oder Metall (z.B. Zinn) gefertigt sind. Schach ist eines der komplexesten Brettspiele. Die Zahl der theoretisch möglichen Stellungen wird auf 2
- 1043 geschätzt, die Zahl der möglichen Spielverläufe ist noch einmal um ein Vielfaches größer, wahrscheinlich größer, als die Zahl der Atome im Universum. In der Spieltheorie wird Schach den Nullsummenspielen zugeordnet. Im Sinne der Spieltheorie handelt es sich bei Schach um ein Spiel mit vollständiger Information. Theoretisch könnte man also ermitteln, ob der weiße oder der schwarze Spieler bei perfekter Spielweise immer gewinnt, oder ob ein Spiel remis ausgeht, wenn beide perfekt spielen. Die momentan zur Verfügung stehenden Computer sind aber nicht leistungsfähig genug, um diese Frage zu beantworten.

Spielregeln

Grundbegriffe, Spielbrett und Spielfiguren

Jeder der beiden Spieler besitzt zu Beginn des Spieles 16 Steine. Es sind jeweils acht Bauern und acht Figuren. Die Figuren umfassen jeweils zwei Türme, zwei Springer, zwei Läufer, eine Dame und einen König. Die Läufer und Springer werden Leichtfiguren, Türme und Damen Schwerfiguren genannt. Leicht- und Schwerfiguren werden unter der Bezeichnung Offiziere zusammengefasst. Das Schachbrett wird so zwischen den Spielern positioniert, dass sich jeweils unten rechts ein weißes Feld befindet. Die Steine werden, wie im Bild gezeigt, zu beiden Seiten des Brettes aufgestellt, in der vorletzten Reihe die Bauern, in der letzten Reihe die Figuren in der Reihenfolge (von links nach rechts für Weiß, für Schwarz umgekehrt): Turm, Springer, Läufer, Dame, König, Läufer, Springer, Turm. Dabei kommt die Dame bei beiden Seiten auf einem Feld ihrer eigenen Farbe zu stehen (lat. „regina regit colorem“, auf deutsch etwa „Die Dame bestimmt die Farbe [des Feldes]!“). Die Spieler ziehen abwechselnd mit den Steinen, wobei der Spieler mit den weißen Steinen beginnt. Die Bewegung eines Steines durch einen Spieler nennt man einen Halbzug. Haben beide Spieler einen Halbzug ausgeführt, spricht man von einem Zug. Auf einem Feld darf immer nur ein Stein stehen. Ein Stein blockiert dabei das Feld für alle Steine der eigenen Farbe, nicht jedoch für die gegnerischen: Trifft ein Stein in einem Feld auf einen gegnerischen, so wird dieser gegnerische Stein vom Spielfeld genommen. Man sagt, der Stein wird geschlagen. Kann ein weißer Stein theoretisch im nächsten Zug geschlagen werden (gibt es also einen schwarzen, der im nächsten Zug auf das von dem weißen Stein eingenommene Feld ziehen kann), so ist der Stein bedroht (altertümlich: er steht en prise). Gibt es einen weißen Stein, der gegebenenfalls im darauf folgenden Halbzug den schlagenden schwarzen Stein zurückschlagen kann, so ist der ursprüngliche weiße Stein gedeckt. Mit vertauschten Farben gilt das entsprechend. Ist einer der Könige bedroht, spricht man davon, dass er im Schach steht, dafür ist die Warnung „Schach!“ vorgeschrieben (vergleiche Gardez).

Spielende

Gardez Es gewinnt der Spieler, der den gegnerischen König schlagen könnte, ohne dass der Gegner dies verhindern kann. Diese Situation heißt Schachmatt (persisch: Schah mat = „Der König ist tot“). Der Zug, in dem der König geschlagen werden könnte, wird dabei nicht mehr ausgeführt. Eine weitere Möglichkeit zum Spielgewinn ist die Aufgabe des Gegners – es steht jedem Spieler frei, jederzeit das Handtuch zu werfen. Ebenso verliert ein Spieler die Partie, wenn er seine Bedenkzeit überschreitet (es sei denn, sein Gegner kann selbst gegen ungeschicktestes Spiel nicht mehr mattsetzen, in diesem Fall endet die Partie remis). Kann ein Spieler keinen regelgemäßen Zug mehr ausführen und steht sein König nicht im Schach, so spricht man von einem Patt, die Partie endet in diesem Fall remis (unentschieden). Ein Spiel endet auch dann remis,
- wenn es keinem der beiden Spieler selbst bei ungeschicktestem Spiel des Gegners mehr möglich ist, Matt zu setzen (tote Stellung),
- wenn sich die beiden Spieler darauf einigen,
- wenn 50 Züge lang keine Figur geschlagen und kein Bauer bewegt wurde (50-Züge-Regel) und ein Spieler dies reklamiert,
- bei dreimaliger Wiederholung (nicht unbedingt hintereinander) derselben Stellung mit demselben Spieler am Zug und den gleichen Zugmöglichkeiten (Rochade, en passant), wenn ein Spieler dies reklamiert,
- unter bestimmten Umständen, wenn die Zeit beider Spieler abgelaufen ist:
  - in einer Blitz- oder Schnellpartie unabhängig davon, wer die Zeit zuerst überschritten hat, sobald ein Spieler darauf hinweist.
  - in einer Turnierpartie, wenn es nicht nachweisbar ist, wer die Zeit zuerst überschritten hat (ansonsten verliert der Spieler, der als erster die Zeit überschritten hat) und wenn es sich um die Endspurtphase handelt (ansonsten wird die Partie fortgesetzt).

Zugregeln

Die Steine dürfen nur nach bestimmten Regeln gezogen werden:
- Steine dürfen einander grundsätzlich nicht überspringen (Ausnahmen gelten für den Springer sowie bei der Rochade). Sie dürfen also immer nur höchstens soweit gezogen werden, wie sie nicht durch einen eigenen Stein in ihrer Bewegung blockiert werden (dann müssen sie spätestens vor dem entsprechenden Feld stoppen), oder bis auf das Feld, auf dem der erste gegnerische Stein in der Bahn steht. In diesem Falle schlagen sie den gegnerischen Stein und kommen auf dessen Feld zu stehen.
- Wird ein König von mindestens einem gegnerischen Stein bedroht (die diesen König also im nächsten Zug schlagen könnte), so steht dieser König im Schach. Der Spieler, dem dieser König gehört, muss diese Situation bereinigen, er darf also keinen Zug wählen, nach dem der König weiterhin im Schach stünde. Kann er das nicht, so ist er schachmatt und hat das Spiel verloren. Der Spieler muss also entweder den Schach bietenden Stein schlagen, einen seiner Steine zwischen den König und die Schach bietende Figur ziehen (diese Möglichkeit entfällt bei einem Springer- und Doppelschach) oder den König aus dem Schach ziehen. Steht der König im Schach darf er auch nicht mittels der Rochade aus diesem entfliehen. In den Artikeln Bauer, Turm, Springer, Läufer, Dame und König werden jeweils die genauen Zugregeln der einzelnen Steine genau erklärt.

Etikette

Vor Beginn und nach Ende einer Partie ist es üblich, dass sich die Gegner die Hand geben. Eine Verweigerung des Handschlages, wie sie zum Beispiel in einem der Weltmeisterschaftskämpfe zwischen Anatoli Karpow und Viktor Kortschnoi vorkam, gilt als grobe Unsportlichkeit. Die meisten Meisterpartien enden nicht mit einem Schachmatt, sondern mit der Aufgabe eines der Spieler. Es gilt sogar als unhöflich, in einer Lage, die mit großer Wahrscheinlichkeit zur Niederlage führt, weiterzuspielen. In der Meisterpraxis ist es auch gegen die Etikette, in deutlich schlechteren Stellungen noch ein Remis anzubieten. In völlig ausgegeglichenen Stellungen ist es an dem ranghöheren Spieler, die Punkteteilung anzubieten. Während der Partie ist es verboten, den Gegner zu stören, egal auf welche Weise. Dazu zählen auch andauernde Remisangebote oder Handyklingeln. Nach einer FIDE-Richtlinie führt jeder Laut eines Handys eines Spielers während der Partie zum sofortigen Verlust. Außer im Fernschach ist es verboten, sich während einer Partie Ratschlägen Dritter zu bedienen. Da es mittlerweile sehr starke Schachprogramme gibt, wird der Überwachung dieser Regel bei Schachturnieren besondere Bedeutung zugemessen. So ist es nicht erlaubt, sich ohne Genehmigung eines Schiedsrichters aus dem festgelegten Turnierareal zu entfernen. Das Zurücknehmen bereits ausgeführter Züge ist nicht gestattet. Wenn ein Spieler eine eigene Figur berührt, muss er einen Zug mit ihr ausführen (berührt – geführt), wenn es eine regelgerechte Möglichkeit gibt. Dies gilt auch, wenn eine gegnerische Figur berührt wird – diese muss geschlagen werden. Will er stattdessen die Figur lediglich zurechtrücken, muss er das vorher bekanntgeben. Dafür hat sich der französische Ausdruck J'adoube eingebürgert. Ausnahmen zum berührt – geführt gibt es beim Blindenschach und beim Fernschach.

Spielverlauf

Jede Partie Schach beginnt mit der Eröffnung. Je nachdem, welche Bauern zuerst gezogen werden, spricht man von einer offenen, halboffenen oder geschlossenen Partie. Wird in der Eröffnung ein Bauer geopfert, um dafür anderweitige Vorteile zu erzielen, nennt man die Eröffnung ein Gambit (beispielsweise Schottisches Gambit, Damengambit, Königsgambit). Im Mittelspiel versucht der Spieler mit einer guten Strategie und mit Taktik den Spielverlauf für sich günstig zu beeinflussen. Einige häufig durchgeführte Strategien haben eigene Namen erhalten. Oft bedient sich der Schachspieler gelernter Motive. Sind nur noch wenige Figuren auf dem Schachbrett, so spricht man vom Endspiel. Im Endspiel geht es meistens darum, einen Bauern auf die gegnerische Grundlinie zu bringen und so in eine Dame umzuwandeln. Mit diesem materiellen Übergewicht kann die Partie dann meist leicht gewonnen werden.

Notation

Algebraische Notation

Zum Aufzeichnen von Schachpartien gibt es eine einheitliche Notation. Ausgehend vom linken unteren Feld, aus der Sicht des Spielers mit den weißen Figuren gesehen, werden die senkrechten Linien mit den Kleinbuchstaben a – h und die waagerechten Reihen mit den Zahlen 1–8 bezeichnet. In der ausführlichen algebraischen Notation werden die Art der Figur (S = Springer, L = Läufer, T = Turm, D = Dame, K = König, für Bauern wird die Angabe weggelassen), das Ausgangs- und das Zielfeld angegeben. Schlagzüge werden durch ein „x“ zwischen Ausgangs- und Zielfeld gekennzeichnet. Ein Schachgebot erhält ein „+“ hinter dem Zug, ein Matt „#“. Wird ein Bauer in eine andere Figur umgewandelt, so wird der Buchstabe dieser Figur hinter dem Zug angegeben. Eine kleine Rochade wird durch 0–0 gekennzeichnet, eine große Rochade durch 0-0-0. Das en-passant-Schlagen wird durch ein nachgestelltes e.p. gekennzeichnet. Beispiele: e2-e4, Sb1xc3+, Td1-d8#, e7-e8D, f5xg6 e.p.

Figurenbezeichnungen

Da die Figurenbezeichnungen von der Landessprache abhängig sind, werden bei internationalen Publikationen bevorzugt Figurensymbole (figurine Notation) dargestellt.

Verkürzte algebraische Notation

Bei der Kurznotation wird das Ausgangsfeld weggelassen. Ist ein Zug dadurch nicht mehr eindeutig, wird der Zug durch Hinzufügen von Ausgangslinie (sofern diese nicht identisch ist) oder -reihe (falls beide Figuren auf der gleichen Linie stehen) eindeutig gemacht. Beispiele: Lc4, Lxc4, b4, axb4, fxg6 e.p., Sec4, Sexc4, T1c7, cxd8D

Weitere Kennzeichnungen

Gelegentlich wird statt x auch: verwendet, beispielsweise Sb1:c3+ oder L:c4. In der Kurznotation wird der Doppelpunkt auch manchmal nachgestellt, beispielsweise Lc4:. Bei einem Schlagen mit einem Bauern wird das Schlagzeichen auch weggelassen, beispielsweise ab4 oder noch kürzer ab, wenn dies eindeutig ist. Auch heute wird nicht überall die offizielle Notation verwendet, die Zeitschrift „New in Chess“ lässt die Zeichen für ein Schachgebot und das Schlagen weg. Bei der Veröffentlichung von Schachpartien ist es außerdem üblich, gute Züge mit einem angehängten „!“, sehr gute Züge mit einem „!!“, Fehler mit einem „?“, grobe Fehler mit einem „??“, beachtenswerte Züge mit einem „!?“ und zweifelhafte Züge mit einem „?!“ zu kennzeichnen. Es gibt noch zahlreiche weitere Symbole, die eine Kommentierung von Partien ohne Sprachbarrieren ermöglichen.

Portable Game Notation

Im Internet werden Partien und Partiesammlungen oft in der Portable Game Notation, kurz auch PGN genannt, verbreitet. Die Dateien sind im klassischen ASCII-Format geschrieben und können darum nicht nur von praktisch allen Schachprogrammen, sondern auch von Texteditoren gelesen werden. Da die PGN auf der verkürzten algebraischen Notation beruht (allerdings mit englischen Abkürzungen der Figurennamen), kann sie auch ohne weiteres von Menschen gelesen und verstanden werden.

Englische Notation

In der angelsächsischen Literatur aus der Zeit bis zu den 1980er Jahren findet man überwiegend die englische Notation, im Englischen auch descriptive chess notation genannt. Bei dieser Notation werden die Felder nicht in einem für beide Spieler einheitlichen gemeinsamen Koordinatensystem beschrieben, sondern jeweils aus der Sicht des Spielers, dessen Zug beschrieben wird, ausgehend von den Figuren auf seiner eigenen Grundreihe. Beispielsweise hat das Feld d3 in dieser Notation folgende Bezeichnung:
- Q3 (queen three) aus Sicht des weißen Spielers
- Q6 aus der Sicht der schwarzen Spielers Beispiele für Züge in englischer Notation:
- Sg1-f3 wird in englischer Notation je nach Situation zu N-KB3 (knight to king's bishop three), N-B3 (knight to bishop three reicht als Beschreibung, wenn kein Springer nach c3 und nur einer nach f3 ziehen kann), KN-B3 (king's knight to bishop three, beide Springer können nach f3 ziehen), QN-B3 (queens's knight to bishop three, beide Springer können nach f3 ziehen, und der Springer g1 stand zu Partiebeginn auf b1).
- Sg8-f6 hat genau die identische Notation N-KB3 oder N-B3 oder KN-B3 oder QN-B3, da dieser Zug aus der Sicht des Schwarzspielers notiert wird.
- c7-c5 wird zu P-QB4 (pawn to queen's bishop four) oder P-B4 (wenn kein Bauer nach f5 ziehen kann). Ab etwa 1980 haben sich die großen angelsächsischen Schachverleger, insbesondere Batsford, auf die algebraische Notation umgestellt, so dass man in neuerer Literatur und in aktuellen Turnierberichten die englische Notation kaum noch vorfindet.

Forsyth-Edwards-Notation

Ausführliche Informationen siehe FEN. Die von einem Schachjournalisten eingeführte Notation erlaubt es, mit möglichst wenig Aufwand die Lage der Figuren auf dem Brett schriftlich festzuhalten. Sie ist ein Bestandteil der PGN-Spezifikation und ist besonders im Fischer-Random-Schach notwendig, da die zufällige Startposition der Figuren nicht dem normalen Schach entspricht und deshalb notiert werden muss.

Spielstärke der Schachfiguren

Bauern

Der schwächste Stein im Schachspiel ist, auf Grund seiner begrenzten Zug- und Schlagmöglichkeiten, der Bauer. Bauern sind dann besonders stark, wenn sie:
- beweglich sind, insbesondere nicht durch gegnerische Bauern auf derselben Linie blockiert sind und es keine gegnerischen Bauern auf benachbarten Linien gibt, die den Bauern schlagen könnten (Freibauer).
- wenn sie in Gruppen auftreten und dadurch gegnerische Figuren vor sich hertreiben und sich gegenseitig decken können.
- weit vorgerückt sind, wodurch das Potenzial zur Umwandlung bedeutsamer wird.

Springer und Läufer

Im Wirkungspotential sind Springer und Läufer stärker als ein Bauer, jedoch schwächer als ein Turm: Die Springer aufgrund ihrer begrenzten Reichweite, die Läufer, weil sie nur Felder einer Farbe, also nur die Hälfte aller Felder auf dem Spielbrett, überhaupt erreichen können. Ob ein Springer oder Läufer stärker ist, hängt von den Gegebenheiten der jeweiligen Stellung ab: Springer setzen sich eher in geschlossenen Stellungen durch, während Läufer in offenen Stellungen ihre Reichweite ausspielen können. Besonders stark sind Läufer, wenn sie paarweise auftreten. Man spricht dann von einem starken Läuferpaar. In einem Endspiel König gegen König kann mit einem Läuferpaar Matt gesetzt werden. Auch mit einem Springer und einem Läufer ist es möglich, Matt zu setzen. Mit zwei Springern ist dies nur möglich, wenn der Gegner einen groben Fehler macht; gewöhnlich endet die Partie im Patt. Hat der Gegner allerdings noch einen Bauern, so ist es unter Umständen möglich, mit zwei Springern Matt zu setzen, da durch den zusätzlichen Bauern das Patt aufgehoben wird und unter Umständen der zweite Springer mattsetzen kann, ehe sich der Bauer umwandelt. Ein Läufer, der sich auf den Feldern der gleichen Farbe bewegt wie blockierte Bauern der eigenen Partei, ist durch diese Bauern in seiner Beweglichkeit gehemmt. Man spricht in diesem Fall von einem "schlechten Läufer". Ein schlechter Läufer kann ein spielentscheidender Nachteil sein.

Turm

Ein Turm hat eine nur durch den Spielfeldrand begrenzte Reichweite, und er kann alle Felder des Spielbretts erreichen. Es ist möglich, nur mit Turm und König den gegnerischen König matt zu setzen. Unter sonst gleichen Voraussetzungen ist der Turm deshalb erheblich stärker als ein Springer oder Läufer. Jedoch ist ein einzelner Turm etwas schwächer als zwei dieser Figuren. Den Wertunterschied zwischen einem Turm und einem Springer oder Läufer bezeichnet man als Qualität. Man spricht von Qualitätsgewinn, wenn man einen Turm unter Preisgabe eines Springers oder Läufers erobern kann, und von Qualitätsopfer, wenn man die Qualität zu Gunsten anderer Vorteile bewusst preisgibt.

Dame

Die Dame, die in sich die Möglichkeiten von Turm und Läufer vereinigt, ist die stärkste Figur auf dem Brett. Sie ist, unter sonst gleichen Voraussetzungen, fast so stark wie zwei Türme zusammen. Im Persischen wird diese Figur Vasir (grob: der königliche Berater und Hofstratege) bezeichnet, was der militär-strategischen Auslegung