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Angriff auf Pearl Harbor
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Der japanische Angriff auf Pearl Harbor, dem US-Flottenstützpunkt auf Oahu, Hawaii, am 7. Dezember 1941 war für die USA Anlass, in den Zweiten Weltkrieg einzutreten. Der Angriff erfolgte vor der Kriegserklärung und sollte das Gros der im Pazifik stationierten amerikanischen Marine mit einem Schlag zerstören.
In den USA gilt Pearl Harbor seither als Metapher für einen unprovozierten und unvorhergesehenen äußeren Angriff. Bereits während des Krieges wurde in internen Ermittlungen der US-Streitkräfte nachgewiesen, dass es Versäumnisse in Vorfeld gab. Das Militär hielt Pearl Habor für absolut sicher vor Luftangriffen, was absehbar nicht den technischen Möglichkeiten der Japaner Rechnung trug. Zudem war kein japanischer Angriff ohne Kriegserklärung zu erwarten, da dies der Tradition widersprochen hätte. Tatsächlich war die Erklärung auch vorbereitet und sollte etwa 30-60 min vor dem Angriff dem US-Außenministerium zur Kenntnis gebracht werden (Ortszeit Washington etwa Sonntag Nachmittag), kam aber angeblich zu spät in Washington an.
Gravierend für den Ablauf des 7. Dezember waren aber auch die Fehler vorort, als ein japanisches U-Boot und ein Radar-Signal von den Verantwortlichen nicht als Gefahr eingestuft wurden. Kritiker bestehen darauf, dass diese Einstufung sowie weitere Warnungen absichtlich blockiert worden seien.
Durch den Angriff auf Pearl Harbor verloren die USA zunächst den größten Teil des aus Schlachtschiffen bestehenden Kerns ihrer Pazifikflotte. Doch dank der geringen Wassertiefe konnten die meisten der auf Grund liegenden Schiffe noch während des Krieges gehoben und repariert werden. Nur die völlig zerstörte Arizona und die veraltete Utah blieben an ihren Untergangsstellen zurück. Die geborgenen Schlachtschiffe dagegen wurden bei den amphibischen Landungsunternehmen des Pazifikkrieges ausgiebig zur Unterstützung der anlandenden Truppen eingesetzt, indem sie durch Beschuss mit ihrer schweren Artillerie die japanische Küstenverteidigung ausschalteten.
Die Inspiration
Als Ende der Dreißiger Jahre die japanische Expansionspolitik im westpazifischen Raum auf zunehmenden Widerstand der USA stieß, wurden Pläne entwickelt, bei Beginn eines Krieges mit den USA auch die von den USA beherrschten Philippinen zu erobern. Problematisch daran war die Präsenz der US-Pazifikflotte, die im Falle eines solchen Angriffs aus Pearl Harbor auslaufen würde, um die Invasionskräfte aus den philippinischen Gewässern zu vertreiben. Die einzige Lösung schien lange Zeit darin zu bestehen, die US-Flotte schon auf dem Anmarschweg abzufangen und in einer konventionellen Seeschlacht zu schlagen. Dies hätte jedoch auch den Kern der Kaiserlich-japanischen Flotte einem hohen Risiko ausgesetzt.
Die Alternative führten dann die Briten im Mittelmeer vor, als sie 1940 den italienischen Marinehafen Tarent mit Torpedobombern angriffen und mehrere Schlachtschiffe versenkten. Dieser Angriff wurde vom japanischen Admiralstab intensiv untersucht. Man kam zu der Erkenntnis, dass die Verhältnisse in Tarent denen in Pearl Harbor sehr ähnlich waren und dass auch japanische Piloten in der Lage seien, einen solchen Angriff zu fliegen. Dies führte zu dem Entschluss, den zukünftigen Feind bereits in seiner Basis anzugreifen.
Die USA, die sich über die japanischen Ambitionen auf den Philippinen im klaren waren, hatten andererseits nicht erkannt, dass die Japaner ihre Pläne unter dem Eindruck von Tarent geändert hatten. So rechneten sie weiterhin fest damit, dass ein japanischer Angriff gegen die Philippinen gerichtet sein würde.
Der Plan
Der Plan laut Zitat Admiral Yamamotos:
„Zu Beginn des Krieges soll der Kampfverband, bestehend aus sechs Flugzeugträgern als Kern und kommandiert von Oberbefehlshaber der 1. Luftflotte, seinen Weg zu den Hawaii-Inseln fortsetzen und die im Hafen vor Anker liegenden Hauptkräfte der US-Flotte aus der Luft angreifen. Der Kampfverband wird folglich ungefähr zwei Wochen vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten vom Heimatland auslaufen, sich den Hawaii-Inseln von Norden nähern und ein oder zwei Stunden vor Tagesanbruch alle Flugzeuge an Bord der Träger, etwa 400, starten. Der Überraschungsangriff auf die geankerten feindlichen Flugzeugträger und Schiffe sowie auf Flugzeuge am Boden wird von einem Punkt gestartet werden, ungefähr 200 sm nördlich der Insel Oahu.
Der U-Bootverband, bestehend aus 27 U-Booten und kommandiert vom Oberbefehlshaber der 6. Flotte, wird fortwährend die Bewegung der feindlichen Flotte, die in Hawaii vor Anker liegt, erkunden und mit diesen Operationen einige Tage vor der Eröffnung der Feindseligkeiten beginnen. Falls die feindliche Flotte den Hafen verläßt, wird der U-Bootverband einen Überraschungsangriff ausführen oder versuchen, Fühlung mit ihr zu halten. Andererseits wird dem U-Bootverband der Spezial-Angriffsverband unterstellt, der unentdeckt in den Perlenhafen (Pearl Harbor) vorstoßen und gleichzeitig mit den Luftangriffen des Kampfverbandes einen überraschenden Angriff auf die feindliche Flotte starten wird.“
Angriff
Anhand von Zeugenaussagen und öffentlich zugänglichen militärischen Dokumenten der US-amerikanischen und japanischen Armee wurde der Tag am 7. Dezember 1941, an dem der Angriff auf Pearl Harbor stattfand, folgendermaßen rekonstruiert:
3.42 Uhr: Sichtung eines Periskops durch den US-Minenräumer Condor vor der Hafeneinfahrt von Honolulu.
6.00 Uhr: Der Flugzeugträger Enterprise, der sich ca. 370 Seemeilen südlich von Oahu befindet, entsendet 18 Aufklärer nach Pearl Harbor.
6.10 Uhr: Nachdem der Befehlshaber des Angriffsverbandes Vizeadmiral Chuichi Nagumo den verschlüsselten Angriffsbefehl: "Niitaka Yama Nobore!" der übersetzt "Ersteigt (erklimmt) den Berg Niitaka!" erhalten hat, lässt er die erste Angriffswelle starten.
Der japanische Flottenverband der Kido Butai hatte sich unbemerkt ca. 220 Seemeilen nördlich an Oahu heranarbeiten können. Er besteht aus den sechs Flugzeugträgern Akagi, Kaga, Soryu, Hiryu, Shokaku und Zuikaku, von denen die Akagi das Flaggschiff ist. Die Flugzeugträger werden durch zwei schnelle Schlachtschiffe, drei Kreuzer, neun Zerstörer und drei U-Boote gesichert. Des weiteren gehören acht Tankschiffe und zwei weitere Zerstörer zum Geschwader, welche auf Wartepositionen im Nordpazifik zurückbleiben.
6.20 Uhr: Begleitet von "Banzai"-Rufen der Besatzungen heben 183 Bomber und Jagdflugzeuge der ersten Angriffswelle unter dem Kommando von Fregattenkapitän Mitsuo Fuchida von den Flugzeugträgern ab und nehmen Kurs auf Pearl Harbor.
6.30 Uhr: Das US-Versorgungsschiff Antares sichtet ein U-Boot vor Pearl Harbor. Die Sichtung wird vom US-Zerstörer Ward weitergeleitet. Daraufhin wird ein Aufklärungsflugzeug an die genannte Stelle entsandt.
6.45 Uhr: Zerstörer Ward schießt auf das U-Boot, welches am Kommandoturm getroffen wird. Der Angriff wird aus der Luft von einem Aufklärungsflugzeug des Typs PBY unterstützt. Dabei sterben der japanische Kapitän Akira Hiro-o und der Marinesoldat Yoshio Katayama als erste Soldaten im japanisch-amerikanischen Krieg.
6.53 Uhr: Der Kommandant der Ward, Kapitän Outerbridge, sendet dem Kommandeur des 14. Marinedistrikts (Gebiet der Hawaii-Inseln) die Angriffsmeldung.
7.02 Uhr: Die Opana-Radarstation im Norden von Oahu entdeckt ca. 132 Seemeilen in nördlicher Richtung unbekannte Flugzeuge.
7.10 Uhr: Der diensthabende Offizier Leutnant Tyler im Hauptquartier der Luftverteidigung Fort Shafter wird von der Opana-Radarstation über die Sichtung informiert.
7.15 Uhr: Die Angriffsmeldung über das U-Boot vor Pearl Harbor wird nach der Dekodierung dem diensthabenden Offizier im 14. Marinedistrikt ausgehändigt. Inzwischen entsendet die japanische Flotte die zweite Angriffswelle mit 167 Flugzeugen unter Korvettenkapitän Shimazaki.
7.20 Uhr: Leutnant Tyler in Ford Shafter ist davon überzeugt, dass es sich bei den nicht identifizierten Flugzeugen um Bomber des Typs Boeing B-17 handelt, die vom Festland erwartet werden. Die Opana-Station wird gebeten, das Radar abzustellen.
7.40 Uhr: Die erste Angriffswelle kommt in Sichtweite der Nordküste von Oahu. Beginn der Angriffsaufstellung.
7.49 Uhr: Fregattenkapitän Fuchida befiehlt den Angriff auf den Flottenstützpunkt Pearl Harbor und benachbarte Militärstützpunkte auf Oahu.
7.53 Uhr: Mit dem Codewort "Tora! Tora! Tora!" ("Tiger! Tiger! Tiger!") meldet Fuchida per Funk an Vizeadmiral Nagumo, dass die Überraschung der US-Streitkräfte geglückt ist.
7.55 - 8.25 Uhr: Kombinierter Angriff von Torpedobombern und Sturzkampfflugzeugen auf Pearl Harbor. Die Torpedobomber sind mit speziell präparierten Flachwassertorpedos ausgerüstet, die extra für den Angriff auf Pearl Harbor entwickelt worden waren. Die im Hafen liegenden Schiffe sowie die Flugplätze Kaneohe, Ford Island, Hickam, Bellows, Wheeler und Ewa werden attackiert.
7.58 Uhr: Die US-Marine sendet eine Warnung an alle Schiffe per Funk: "Luftangriff auf Pearl Harbor! Dies ist keine Übung!"
8.00 Uhr: Eine vom Festland gestartete Staffel B-17-Bomber erreicht Pearl Harbor zeitgleich mit den von der Enterprise gestarteten Flugzeugen.
Die Besatzungen dieser Flugzeuge sind völlig überrascht und können nicht hilfreich in den Kampf eingreifen.
8.02 Uhr: Das Schlachtschiff Nevada eröffnet das Feuer auf sich von Backbord nähernde Torpedobomber. Zwei Flugzeuge werden abgeschossen, bevor ein Torpedo in den Bug des Schiffes einschlägt. Als einziges Schlachtschiff versucht die Nevada trotzdem aus Pearl Harbor auszulaufen, das Schiff muss jedoch nach weiteren Angriffen auf den Strand gesetzt werden, um ein Sinken zu verhindern.
Torpedo
8.05 Uhr: Der Angriff konzentriert sich auf die acht Schlachtschiffe der US-Pazifikflotte, aber auch kleinere Einheiten werden getroffen. Glück im Unglück - das mit Flugbenzin beladene Tankschiff Neosho übersteht den Angriff ohne Schaden.
8.08 Uhr: Radio KGMB unterbricht seine Sendung, um alle Angehörigen von Armee und Marine dazu aufzurufen, sich unverzüglich zum Dienst zu melden.
8.10 Uhr: Nachdem die vorderen Magazine des Schlachtschiffs Arizona durch Bombentreffer explodiert sind, sinkt das Schiff innerhalb von 9 Minuten. Über 80 % der mehr als 1500 Mann starken Besatzung kommen um.
8.12 Uhr: Der Oberkommandierende von Heer und Flotte in Hawaii, General Walter C. Short, informiert die gesamte Pazifikflotte und Washington: "Die feindlichen Auseinandersetzungen mit Japan haben mit einem Luftangriff auf Pearl Harbor begonnen."
8.17 Uhr: Der US-Zerstörer Helm ist der erste, der versucht, die U-Boote im Hafen von Pearl Harbor zu bekämpfen. Allerdings kann das von ihm attackierte U-Boot entkommen. Die Japaner setzen fünf Zwei-Mann-U-Boote ein, die beschädigten Schiffen den Rest geben sollten. Diese bleiben aber alle erfolglos und gehen verloren.
8.26 Uhr: Die Feuerwehr von Honolulu meldet drei Tote und sechs Verletzte – vermutlich durch Splitter von Flak-Granaten des amerikanischen Abwehrfeuers – und bittet Hickam Field um Hilfe.
8.39 Uhr: Der Wasserflugzeug-Tender Curtiss sichtet ein japanisches Zwei-Mann-U-Boot im Hafen und eröffnet das Feuer. Der US-Zerstörer Monaghan nimmt Kurs auf den Eindringling.
8.40 - 9.15 Uhr: Angriff durch Horizontalbomber
8.40 Uhr: Der US-Zerstörer Monaghan rammt das japanische U-Boot und wirft Wasserbomben. Infolge der Schäden muss das U-Boot auftauchen. Eine Durchsage im örtlichen Radiosender verkündet den japanischen Angriff.
8.50 Uhr: Korvettenkapitän Shimazaki ordnet die Kampfaufstellung zur zweiten Angriffswelle auf die Militärbasis von Oahu an.
8.54 Uhr: Beginn der zweiten Angriffswelle. In dieser Angriffswelle werden die Flugplätze mit ca. 54 Bombern und die Schiffe im Hafen mit ca. 78 Sturzkampfflugzeugen angegriffen. Ca. 36 Jäger sichern den Luftraum über Pearl Harbor.
9.00 Uhr: Das holländische Überseeschiff Jagersfontein greift als erstes der Verbündeten in den Kampf ein.
9.15 - 9.45 Uhr: Angriff durch Sturzkampfflugzeuge
9.30 Uhr: Die drei Zerstörer Cassin, Downes und Shaw sowie der leichte Kreuzer Raleigh werden angegriffen.
Ca. 27 Sturzkampfflugzeuge werfen Bomben auf die Einrichtungen von Ford Island, die Schlachtschiffe auf der Südseite der Insel und weitere Schiffe auf der Nordseite.
Ab 9.45 Uhr: Nachlassen der Angriffe und Beendigung der Einflüge.
Jäger
10.00 Uhr: Die Bomber der ersten Angriffswelle kehren auf ihre nun ca. 180 Seemeilen nördlich von Oahu kreuzenden Flugzeugträger zurück
11.15 Uhr: Gouverneur Joseph B. Poindexter verkündet per Radio den Ausnahmezustand für das gesamte Territorium von Hawaii.
11.46 Uhr: Die erste von vielen Falschmeldungen über feindliche Truppenlandungen auf Oahu geht ein.
12.10 Uhr: US-amerikanische Aufklärungsflugzeuge fliegen in Richtung Norden, können aber keine feindlichen Flugzeuge oder Schiffe entdecken.
12.40 Uhr: Der Gouverneur einigt sich mit Präsident Roosevelt darauf, das Kriegsrecht einzuführen. Beide halten es für notwendig, eine Militärregierung einzusetzen.
13.00 Uhr: Der Kommandeur der Fliegerstaffeln Fuchida landet an Bord des Flugzeugträgers Akagi, um mit Vizeadmiral Nagumo die Möglichkeit eines dritten Angriffs zu besprechen.
13.30 Uhr: Signalfahnen auf der Akagi signalisieren den japanischen Schiffen den Befehl zum Rückzug. Der Angriffsverband nimmt Kurs auf Tokyo.
16.25 Uhr: Gouverneur Poindexter unterzeichnet die Proklamation des Kriegsrechtes.
Bilanz
Die unmittelbaren Ergebnisse des Angriffs sind widersprüchlich beurteilt worden. Dies liegt daran, dass kleinere Schiffe oft nicht mitgezählt wurden oder es Unstimmigkeiten bei der Zählung von beschädigten oder zerstörten Schiffen gab. Die Toten und Verwundeten wurden teilweise getrennt nach Zivilisten, Marine- und Armee-Zugehörigkeit erfasst, in manchen Bilanzen wurden die zivilen Opfer gar nicht erfasst.
Die folgende Bilanz gibt also nur ungefähr wieder, welche Zerstörung und wie viele Opfer in Pearl Harbor zu verzeichnen waren.
Verluste auf US-amerikanischer Seite:
- ca. 2403 Mann gefallen
- ca. 1178 Verwundete
- ca. 12 gesunkene oder gestrandete Schiffe
- ca. 9 beschädigte Schiffe
- ca. 164 zerstörte Flugzeuge
- ca. 159 beschädigte Flugzeuge
Verluste auf japanischer Seite:
- ca. 65 Piloten und U-Boot-Besatzungsmitglieder gefallen.
- ca. 29 zerstörte Flugzeuge
- ca. 5 versenkte Zwei-Mann-U-Boote.
Das wichtigste Angriffsziel, die Vernichtung der US-amerikanischen Flugzeugträger, wurde nicht erreicht, da diese zum Zeitpunkt des Angriffes nicht in Pearl Harbor ankerten. Außerdem blieben die riesigen Treibstofflager und die Marinewerften intakt, deren Zerstörung eine amerikanische Gegenoffensive für lange Zeit verzögert hätte.
Die schwerwiegendste Folge war der Einfluss des Angriffs auf die öffentliche Meinung in den USA: Isolationismus und Pazifismus verloren auf einen Schlag ihren Einfluss. Der Überraschungsangriff wurde als hinterhältig und perfide dargestellt, der Wunsch nach Rache und Sieg über Japan führte dazu, dass die Werbebüros der Streitkräfte von Freiwilligen geradezu überrannt wurden.
Hintergründe
siehe hierzu: Pearl-Harbor-Komplott
Schon am 27. Januar 1941 berichtete der amerikanische Botschafter in Japan, Joseph C. Grew, dass einer seiner Diplomatenkollegen einem Botschaftsangestellten erzählt hätte, dass viele Quellen, inklusive einer japanischen, von einem geplanten Großangriff auf Pearl Harbor sprächen, wenn es zum Zerwürfnis mit den USA käme (Quelle: Peace and War - United States Foreign Policy 1931-1941, Departement of State: Washington, 1943) [http://www.ibiblio.org/hyperwar/Dip/PaW/PaW-14.html].
In den USA wurde Pearl Harbor offiziell als nicht provozierter Überraschungsangriff dargestellt. Laut einer nicht bewiesenen Theorie hatte der britische und amerikanische Geheimdienst schon Wochen zuvor den streng geheimen diplomatischen Funkverkehr aus Tokio entschlüsselt und mitgehört. Er hätte daher nicht erst etwa am Vorabend von Pearl Harbor über den unmittelbar bevorstehenden Angriff Bescheid gewusst.
Nachweisbar hielt der japanische Truppenverband Funkstille bis zum Eintreffen der Flugzeuge in Pearl Harbor. Japanische Kriegsveteranen hatten damals offiziell erst am 7. Dezember von ihren Ziel erfahren. Allerdings übten sie bereits ein Jahr vorher schon Angriffe auf Gebiete, die nur mit Pearl Habor vergleichbar waren (Militärhafen mit geringer Wassertiefe) und konnte sich so das spätere Angriffziel selbst zusammenreimen. Der militärische Code der Japaner war erst 1942 voll entschlüsselt, zu spät für Pearl Harbor.
Die bilateralen Friedensgespräche zwischen den USA und Japan waren schon zuvor an unüberwindbaren Interessengegensätzen faktisch gescheitert. Zudem kam in den Tagen vor dem 7. Dezember stückweise eine Note der Japaner nach Washington, deren Höhepunkt eine japanische Kriegserklärung wenige Minuten vor dem Angriff werden sollte. Durch organisatorische Fehler der Japaner erreichte diese aber erst nach dem Angriff das US-Außenministerium.
Dafür, dass niemand auf Hawaii mit der Möglichkeit eines japanischen Angriffs gerechnet hatte, dass die Liegeplätze der Schlachtschiffe um Ford Island nicht gesichert waren, dass die Besatzungen größtenteils Landgang hatten und die Flakstände nur zum Teil bemannt und die Munitionskammern abgeschlossen waren, für diese und noch andere Versäumnisse wurden der Oberbefehlshaber der Pazifikflotte, Admiral Husband E. Kimmel, und der Heereskommandeur auf Hawaii, General Short, ihrer Posten enthoben.
Admiral Kimmel musste sich zusätzlich vor einem Untersuchungsausschuss rechtfertigen, wurde aber dort freigesprochen. Nicht weiter verfolgt wurde allerdings die Frage nach der höheren militärischen und politischen Verantwortung.
Siehe auch
- Portal:Pazifikkrieg
- Pazifikkrieg/Chronologischer Kriegsverlauf
- Pearl Harbor (Film)
- Tora! Tora! Tora!
- Mac Arthur - Held des Pazifiks
Literatur
- Robert B. Stinnett, PEARL HARBOR: Wie die amerikanische Regierung den Angriff provozierte und 2476 ihrer Bürger sterben ließ, Zweitausendundeins, 2003
- Dan van der Vat, Pearl Harbor. Der Tag der Schande, München, 2001, ISBN 3-45319-525-6
- George Morgenstern, Pearl Harbor 1941, Herbig, 1998, ISBN 3-77661-996-1 (Originalausgabe von 1947)
- Hans Lengerer und Sumie Kobler-Edamatsu, Pearl Harbor 1941. Der Paukenschlag im Pazifik nach japanischen Dokumenten., Podzun-Pallas, 1982, ISBN 3-79090-164-4
Weblinks
- [http://www.ifdt.de/0104/Artikel/Bauer.htm Der Überfall auf Pearl Harbor (USA treten in den Zweiten Weltkrieg ein)]
- [http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/30/0,1872,2025758,00.html Zweifel an der Legende von Pearl Harbor]
- [http://bcn.boulder.co.us/government/national/speeches/spch2.html Roosevelts Pearl-Harbor-Rede vom 8.12.41] (Englisch)
- [http://www.ibiblio.org/pha/pha/ Pearl Harbor: Anhörungen] (Englisch)
- [http://www.yale.edu/lawweb/avalon/wwii/pmenu.htm Pearl Harbor: Dokumente] (Englisch)
Pearl Harbor
Pearl Harbor
Pearl Harbor
Pearl Harbor
Kategorie:1941
ja:真珠湾攻撃
ko:진주만 공격
ms:Serangan ke atas Pearl Harbor
nb:Angrepet på Pearl Harbor
Japan
Japan (jap. 日本 Nihon/Nippon; ) ist nach Indonesien, Madagaskar und Papua-Neuguinea der viertgrößte Inselstaat der Welt. Er liegt im Pazifik vor den Küsten Russlands und Koreas.
Der Landesname setzt sich aus den Zeichen 日 (Aussprache ni, in der Bedeutung „Tag“ oder „Sonne“) und 本 (Aussprache hon, in der Bedeutung „Ursprung“ oder „Wurzel“) zusammen. Japan ist deshalb auch bekannt als „Land der aufgehenden Sonne“. Sowohl der frühere mythologische Name Cipangu als auch Japan leiten sich vermutlich von der chinesischen Aussprache der Schriftzeichen (chin. 日本國 rìbĕnguó) ab.
Mit Japan befasst sich ein eigener Bereich der Kulturwissenschaft und Landeskunde, die Japanologie.
Geographie
Japanologie
Hauptartikel: Geographie Japans
Japan ist eine Inselkette, die sich entlang der Ostküste Asiens erstreckt. Die Hauptinseln sind Hokkaidō im Norden, die zentrale und größte Insel Honshū, sowie Shikoku und Kyūshū im Süden. Dazu kommen ca. 3.000 kleinere Inseln, die sich vor allem in der Seto-Inlandsee und als Ryūkyū-Inseln konzentrieren.
Über den gesamten Archipel verläuft eine Gebirgskette, die ungefähr 73% der Landmasse Japans ausmacht. Der höchste Berg Japans ist der Fujisan auf der Hauptinsel Honshū mit 3.776 m über dem Meeresspiegel. Nur in den Regionen Kantō (Großraum Tōkyō) und Kansai (Kyōto - Ōsaka - Kōbe) finden sich größere Ebenen. Beide sind dicht besiedelt und der Standort gleich mehrerer Millionenstädte. Auf Grund des Mangels an Flachland werden Berghänge durch Terassenfeldbau kultiviert.
Regionale Einteilung
Hauptartikel: Regionen Japans
Japan ist in acht Regionen eingeteilt: Hokkaidō, Tōhoku, Kantō, Chūbu, Kansai, Chūgoku, Shikoku und Kyūshū. Diese Einteilung ist historisch begründet und spielt heutzutage nur eine untergeordnete Rolle. Politisch ist Japan in Präfekturen gegliedert (siehe Politik).
Klima
Aufgrund der Nord-Süd-Ausdehnung des Landes ist das Klima in Japan sehr unterschiedlich ausgeprägt, die Inselkette erstreckt sich von der kalt-gemäßigten Klimazone in Hokkaidō, mit kalten und schneereichen Wintern, bis in die Subtropen in Okinawa. Dazu kommt der Einfluss von Winden - im Winter vom asiatischen Kontinent zum Meer, und im Sommer vom Meer zum Kontinent. Im späten Juni und frühen Juli fällt im Süden ein Großteil des Jahresniederschlages als monsunartige Regenfront (jap. 梅雨前線 baiu zensen), außerdem ist diese Zeit Taifun-Saison mit bis zu zwanzig Wirbelstürmen jährlich.
Japan kann wegen seiner breit gefächerten geographischen Verhältnisse in sechs Hauptklimaregionen eingeteilt werden:
- Hokkaidō: nicht sonderlich starke Niederschläge, aber während der langen kalten Winter größere Schneeverwehungen
- Japanisches Meer: Der Nordwestwind im Winter bringt starken Schneefall. Im Sommer ist diese Region kühler als die pazifische Region, jedoch gibt es hier öfter Föhn.
- Zentrales Hochland (Chūo-kochi): starke Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sowie Tag und Nacht, geringe Niederschläge
- Seto-Inlandsee: Die Berge der Region Chūgoku und Shikoku halten den Wind auf und führen zu einem ganzjährig milden Klima.
- Pazifikregion: kalte Winter mit geringem Schneefall und heiße trockene Sommer
- Nansei-shoto (Ryūkyū-Inseln): Subtropisches Klima mit warmen Wintern und heißen Sommern. Starke Niederschläge vor allem während der Regenzeit, regelmäßig auftretende Taifune.
Bild:Klima wakkanai.png|Klimadiagramm Wakkanai (Hokkaidō)
Bild:Klima tokio.png|Klimadiagramm Tokio (Honshū)
Bild:Klima kagoshima.png|Klimadiagramm Kagoshima (Kyūshū)
Naturerscheinungen
Kyūshū]
Japan liegt an der geologischen Bruchzone dreier tektonischer Platten (die Eurasische Platte im Westen und Norden, die Philippinische Platte im Süden und die Pazifische Platte im Osten). Von seinen etwa 240 Vulkanen, die zum pazifischen Feuerring gehören, sind 40 aktiv. In der gesamten Region gibt es nahezu täglich leichtere Erdbeben, in größeren Abständen auch schwere (z. B. Großes Kanto-Erdbeben 1923, Erdbeben von Kōbe 1995). Jedes Jahr findet zum Jahrestag des Kanto-Erdbebens im September eine Übung zum Katastrophenschutz statt.
Im Spätsommer beginnt die Taifun-Saison, bei der vor allem der Süden und Südwesten Japans von über dem Pazifischen Ozean entstehenden Wirbelstürmen heimgesucht wird (z. B. von Tokage im Oktober 2004).
In den letzten tausend Jahren starben in Japan über 160.000 Menschen durch Tsunamis (durch unterseeische Erdbeben ausgelöste Flutwellen). Das Land verfügt heutzutage durch Messbojen im Pazifik über ein effektives Tsunami-Frühwarnsystem. Für die Bevölkerung finden regelmäßig Trainingsprogramme statt, viele japanische Küstenstädte schützen sich durch das Errichten riesiger Deiche. Diese Wälle aus Stahlbeton sind teilweise 10 Meter hoch, bis zu 25 Meter breit und mit stabilen Metalltoren ausgestattet.
Die zehn größten Städte
Tōkyō (Tokio) (8.340.000 Einwohner) – Yokohama (3.375.500) – Ōsaka (2.639.700) – Nagoya (2.213.700) – Sapporo (1.874.900) – Kōbe (1.523.900) – Kyōto (1.469.500) – Fukuoka (1.400.100) – Kawasaki (1.315.900) – Hiroshima (1.155.600) – Sendai (1.027.500)
siehe auch: Städte in Japan
Infrastruktur
Städte in Japan]Die gut ausgebauten Bahntrassen Japans haben eine Gesamtlänge von 23.577 km. Das entspricht Platz 14 (Stand 2004) der Weltrangliste (zum Vergleich: Deutschland liegt mit 46.142 km auf Platz 9; Stand 2004; Quelle: CIA World Factbook).
Die Nord-Süd-Verbindung des Shinkansen ist die Lebensader des Landes. 1964, zu den Olympischen Spielen wurde das erste Teilstück von Tōkyō nach Osaka eröffnet, damit können die Japaner als Erfinder des modernen Hochgeschwindigkeitszugs gelten. Durch kleine Strecken der sieben Nachfolgegesellschaften der privatisierten Staatsbahn JR, durch Privatbahnen, Überlandbusse und Fähren ist nahezu jedes Dorf und jede kleine Insel in Japan an das Netz angeschlossen. In den Städten gibt es exzellente Nahverkehrsverbindungen, U-Bahnen wie in Tōkyō, Osaka, Kyōto und vielen anderen, Straßenbahnen wie in Hiroshima oder Matsuyama und natürlich Busse. Auch ungewöhnliche Lösungen finden sich in Japan, wie die Einschienenbahn Kitakyūshū.
Bahn- sowie Nahverkehrsbeförderungsgebühren schwanken stark nach Region und Betreibergesellschaft, sind aber wegen fehlender staatlicher Subventionierung im allgemeinen hoch.
Ein Auto besitzt in Japan in erster Linie die Landbevölkerung und die obere Mittelklasse. Da die Städte sehr dicht bebaut sind, müssen Japaner in den Ballungsräumen nachweisen, dass sie einen Parkplatz besitzen, bevor sie sich ein Auto kaufen können. Es sind rund 45 Millionen Autos im Land zugelassen. In Wohngegenden sind die Straßen sehr eng und haben keine Bürgersteige. Es gibt im Straßenbild auch kaum LKWs, denn nur schmale Kleinlaster kommen in den engen Gässchen überall durch, um kleine Läden oder die an jeder Ecke vorhandenen Getränkeautomaten zu beliefern. Das japanische mautpflichtige Autobahnnetz umfasst rund 7.000 Kilometer, weitere 2.000 sind in Planung. Das Netz ist in staatlicher Hand, die Betreibergesellschaften wurden jedoch im Jahr 2005 in private Gesellschaften in öffentlichem Besitz umgewandelt und sollen eventuell verkauft werden. Auf den Autobahnen herrscht ein Tempolimit von 110 km/h. In Japan herrscht Linksverkehr.
Linksverkehr
Das gut ausgebaute Straßen- und Bahnnetz ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass im bergigen Inland und zwischen den Inseln viele Tunnel und Brücken nötig sind, und dass die Infrastruktur ständig durch Erdbeben, Taifune und Vulkanausbrüche gefährdet ist. Strom- und Telefonleitungen sind in Japan grundsätzlich oberirdisch geführt, damit man sie im Katastrophenfall schnell wieder herstellen kann. Ein Problem sind allerdings die unterirdischen Gasleitungen, die meisten Japaner kochen mit Erdgas. Bei Erdbeben brechen dadurch schnell Feuer aus. Zur japanischen Infrastruktur gehört deswegen auch ein dichtes Netz an Katastrophenwarnsystemen und Rettungsinseln.
Auch mit Häfen und Flughäfen ist Japan gut ausgestattet, da Japan auf Grund seiner Insellage sämtlichen internationalen Verkehr per Schiff oder Flugzeug abhandeln muss. Die größten Flughäfen sind Tokyo Narita, Kansai International Airport und der zur EXPO Aichi 2005 neu eröffnete Central Japan International Airport. Da ebenes Land in Japan immer knapp ist, wurden die letzten zwei der drei auf künstlichen Inseln im Meer errichtet. Bei Kitakyūshū ist eine weitere solche Flughafeninsel in Bau.
Ebenfalls gut ausgebaut ist das Telefonnetz, mittlerweile sind schnelle Internetzugänge Standard und nahezu die gesamte Bevölkerung vom Schulkind bis zum Greis besitzt ein Handy. Japaner begeistern sich schnell für neue technische Spielereien, und man kann davon ausgehen, dass auch in Zukunft viele neue Erfindungen auf diesem Gebiet zuerst auf dem japanischen Markt zu finden sein werden.
Flora und Fauna
Handy
Handy
Handy
Das Japanische Archipel erstreckt sich in einem langen Bogen von Norden (45. Breitengrad, Hokkaidō) nach Süden (20. Breitengrad, Okinotorishima). Im Inland finden sich eine Reihe Gebirgsketten, die die Baumgrenze überschreiten, außerdem gehört zu Japan eine größere Zone im Ostpazifik. Verglichen mit der Enge des Lebensraums, findet sich in Japan eine Vielzahl von Arten. Durch die Position als vorgelagerte Inselgruppe hat sich eine zwar mit „Kontinentalasien“ verwandte,
aber eigenständige Flora und Fauna entwickelt. Besonders erwähnt seien hier die Ogasawara-Inseln (auch: Bonin-Inseln), 1000 km südöstlich von Tōkyō, die wegen ihren endemischen Spezies oft mit den Galapagos-Inseln verglichen werden.
Japan liegt am Schnittpunkt von drei Ökoregionen. Die Hauptinseln und die nahegelegenen Nachbarinseln sind Teil der Paläarktischen Ökozone. Die Ryūkyū-Inseln sind Teil der Indomalaischen Region, während die Ogasawara-Inseln zu Ozeanien gerechnet werden.
Ozeanien
Säugetiere: An Großsäugetieren gibt es unter anderem den Braunbär auf Hokkaidō, auf Honshu den asiatischen Schwarzbären, Sikahirsche, und den Japanischen Serau (eine Ziegenantilope). Unter den einheimischen Arten findet sich auch der Japanmakak, der auf der Shimokita-Halbinsel (Präf. Aomori) heimisch ist und damit die nördlichste Affenpopulation der Welt bildet.
Die starke Verstädterung an den Küsten und auf den Japanischen Ebenen hat dazu geführt, dass einige Säugetierarten ausgestorben sind, so der japanische Wolf (Canis lupus hodophylax), der japanische Seelöwe (Zalophus californianus japonicus), der Seeotter und der Fischotter. Hunde und Katzen gibt es in Japan in einer breiten Auswahl an Rassen. Als die japanische Hunderasse wird der Shiba Inu angesehen.
Vögel: In Japan sind über 500 verschiedene Vogelarten gesichtet worden. Da die Inselgruppe in jeder Richtung von Meer umgeben ist, ist eine Vielzahl davon Wasservögel. Von Nord nach Süd ist Japan eine wichtige Zwischenstation für Zugvögel. In Sibirien brütende Vögel finden hier ihr Winterquartier, während die in Japan brütenden Vögel im Winter in Richtung Südostasien ziehen. Auf diese Art findet eine Vielzahl von Vogelarten ihren Weg nach Japan. In den Städten finden sich Krähen (besonders die Aaskrähe), Spatzen, Tauben und Rauchschwalben. Nationalvogel ist der Buntfasan. Der japanische Haubenibis (jap. toki, トキ) ist vom Aussterben bedroht.
Fische: Die japanischen Küstengewässer sind von kalten und warmen Meeresströmungen durchzogen, an deren Berührungslinien gute Wachstumsbedingungen für Plankton bieten. Das Land liegt an einer Belastungskante der Kontinentalplatten, durch deren Verschiebungen sich eine zerklüftete Küstenlinie gebildet hat. Dadurch bietet sich ein guter Lebensraum für eine Vielzahl von Fischarten (ca. 1337), und die Küste von Sanrikuoki (三陸沖, in der Präfektur Iwate) bis hoch zu den Kurilen ist einer der drei reichsten Fischgründe in der Welt. Auch in den Flüssen gibt es eine reichhaltige Zahl von Fischarten, auch begünstigt durch das regenreiche Klima. In den Brackwassergebieten der Flussmündungen gibt es eine Vielzahl von Muscheln. Problematisch ist die Wasserverschmutzung und die Betonierung der Flussbetten, die zu einem Aussterben zahlreicher Arten geführt hat. In den Siebzigern gab es eine starke Umweltbewegung, die erste Erfolge dagegen verbuchen konnte. Die Vielfalt der japanischen Fischwelt lässt sich auch als Tourist erleben, denn Tauchen ist in Japan ein beliebter Freizeitsport und in vielen Städten gibt es große Aquarien.
Flora: Japan ist zu rund 75% mit schwer zugänglichen Bergwäldern bedeckt, ein Umstand, der des Öfteren vergessen wird, wenn über die Betonmeere der modernen Metropolen berichtet wird. Durch den vulkanischen Ursprung der Inseln ist eine Vielzahl der einheimischen Arten auf eben diese Umgebungen spezialisiert.
Kulturpflanzen: Wichtigste Kulturpflanze in Japan ist der aus Korea eingeführte Reis, genau genommen Oryza sativa japonica (Kurzkornreis), historisches Arme-Leute-Essen ist allerdings die Hirse, da der Reis als Steuer entrichtet werden musste. Das Stroh wird für die Herstellung von Tatami verwendet. Ebenfalls angebaut werden verschiedene Bohnensorten, unter anderem die Adzukibohne, und eine Reihe von Gemüsen, darunter Ingwer, Rettich und Spinat. Heimisch sind außerdem verschiedene Zitrusfrüchte wie die Natsumikan, darüber hinaus wurde eine Reihe von Obst- und Gemüsesorten eingeführt. Zur traditionellen Küche gehören außerdem Seetang (u.a. Nori) und Meeresalgen (Wakame). Traditionelle japanische Häuser werden unter anderem aus dem Holz der Sicheltanne gebaut. Von nationaler Bedeutung sind auch die Teepflanze und verschiedene Binsenarten zur Herstellung der Tatamimatten (igusa - Flatterbinse, toushingusa - Dochtbinse).
Gesellschaft
Tatamimatten
Hauptartikel: Gesellschaft Japans
Die letzte Volkszählung aus dem Jahr 2004 weist eine Gesamtbevölkerung Japans von 127 Mio. Menschen aus.
Die japanische Gesellschaft ist ethnisch und linguistisch weitgehend homogen. Trotzdem lassen sich in Japan unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ausmachen, in erster Linie nach Generation, Mann und Frau, Bildungsstand und direkt damit zusammenhängend Erwerbssituation und Einkommen sowie nach Stadt und Land.
Aktuelle Probleme der japanischen Gesellschaft sind ein Rückgang der Geburtenrate, Überalterung und Jugendarbeitslosigkeit.
Minderheiten
- Die zahlenmäßig größte Minderheit Japans sind die etwa 650.000 koreanischstämmigen Japaner, die seit Generationen in Japan leben, aber größtenteils nicht die japanische Staatsangehörigkeit besitzen. Die Annahme der japanischen Staatsbürgerschaft würde unter anderem auch das Annehmen eines japanischen Familiennamens voraussetzen, was einen Verlust der koreanischen Identität und Assimilation bedeuten würde und daher von einigen Koreanern abgelehnt wird.
- Die indigene Minderheit der Ainu auf der nördlichen Insel Hokkaidō stellt heute nur noch einige zehntausend Mitglieder.
- Die Buraku (auch: Burakumin) sind ethnische Japaner, deren Vorfahren nach shintoistischer und buddhistischer Auffassung unreine Berufe ausübten, daher sind sie noch heute sozial ausgegrenzt.
- Eine weitere Minderheit sind japanischstämmige Südamerikaner, meist Brasilianer, die wieder in das Land ihrer Vorfahren eingewandert sind.
- Ebenfalls in Japan leben zahlreiche Gastarbeiter aus arabischen Ländern, Indien und Südostasien.
Sprache und Schrift
Hauptartikel: Japanische Sprache und Japanisches Schriftsystem
Die Landessprache ist Japanisch und wird von nahezu der gesamten Bevölkerung gesprochen, auch von den meisten Minderheiten. Es existieren zahlreiche regionale Dialekte. In der Schule wird Englisch als erste Fremdsprache gelehrt, es wird jedoch häufig kritisiert, dass der japanische Englischunterricht sich zu sehr auf das Bestehen des TOEIC-Tests konzentriert und nur unzureichende Kommunikationsfähigkeiten vermittelt. Häufigste zweite Fremdsprache ist Chinesisch.
Die Japanische Sprache verwendet neben den chinesischen Schriftzeichen (jap. Kanji) auch zwei eigene Silbenschriftsysteme (Hiragana und Katakana). Straßen, Bahnhöfe und Ähnliches sind meist in Kanji und in lateinischer Umschrift (Rōmaji) beschildert.
Wissenschaft und Bildung
Hauptartikel: Bildung in Japan
siehe auch: Liste der Japanischen Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen
Bildung hat in Japan, beeinflusst durch den Konfuzianismus, einen sehr hohen Stellenwert. Abgängern der angesehenen Universitäten stehen in Japan alle Türen offen. Es ist jedoch schwer, einen solchen Studienplatz zu ergattern, die Härte der japanischen Universitätseingangsprüfungen ist berüchtigt.
Schule
Konfuzianismus
Hauptartikel: Schule in Japan
- Das Schulsystem ist eingeteilt in Grundschule (6 Jahre), Mittelschule (3 Jahre) und Oberschule (3 Jahre).
- Die Schulpflicht beträgt neun Jahre.
- Das Schuljahr in Japan beginnt stets am 1. April.
- Die Schulferien sind im ganzen Land einheitlich (Neujahr: 2 Wochen, März/April: 2 Wochen, Juli/August: 6 Wochen)
- Öffentliche Schulen haben die 5-Tage-Woche, private Schulen oft die 6-Tage-Woche.
- Während der Schulpflicht gibt es ein Sitzenbleiben wie in Deutschland nicht, praktisch jeder Schüler wird automatisch versetzt.
- Die schulische Bildung beginnt im Kindergarten, aber er ist nicht Teil der Schulpflicht. Da in Japan allgemein viel Wert auf das gemeinsame Lernen und Zusammenleben gelegt wird, findet im Kindergarten und der Grundschule viel Gruppenarbeit statt.
Bibliothekswesen
Hauptartikel: Japanisches Bibliothekswesen
Forschung
Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich die Forschung ganz auf die Entwicklung neuer Produkte für die Industrie. Hierbei fand eine sehr enge Kooperation zwischen den Entwicklungsabteilungen der großen Firmen und den Universitäten statt. Erst durch Reformen in den 1980er Jahren wird auch verstärkt Grundlagenforschung gefördert. Momentanes großes Thema ist die Entwicklung von Robotern, wie die Expo 2005 beeindruckend gezeigt hat. Das Hauptthema der Sozialwissenschaften der 1980er Jahre war Nihonjinron, der japanische Versuch der Identitätsfindungen nach den rasanten Wandlungen der letzten anderthalb Jahrhunderte.
Nobelpreisträger
- Physik: Hideki Yukawa (1949) - Shinichiro Tomonaga (1965) - Esaki Reona (1973) Masatoshi Koshiba (2002)
- Chemie: Fukui Kenichi (1981) - Shirakawa Hideki (2000) - Noyori Ryoji (2001) - Tanaka Koichi (2002)
- Medizin: Tonegawa Susumu (1987)
- Literatur: Kawabata Yasunari (1968) - Oe Kenzaburo (1994)
- Frieden: Sato Eisaku (1974)
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Japans; Periodisierung der japanischen Geschichte
;Jōmon-Periode: In der Zeit von 10.000 v. Chr. bis etwa 300 v. Chr. wanderten Menschen (vermutlich) aus Zentralasien, Sibirien und dem südpazifischen Raum in das Gebiet des heutigen Japan ein.
; Yayoi-Periode: Erste bestätigte Kontakte mit dem chinesischen Reich gab es von etwa 300 v. Chr. bis etwa 300 n. Chr.
; Kofun-Periode: Große Schlüsselgräberanlagen stammen aus der Kofun-Periode von etwa 300 bis 710 n. Chr. Es gab einen engen politischen Kontakt mit dem Nachbarland Korea und Einwanderung von Korea nach Japan.
; Nara-Epoche (710 – 784): In der Nara-Periode wurde der Buddhismus stark gefördert. Die Staatsform lehnte sich an das chinesische Vorbild an. Übernahme der Chinesischen Schrift.
; Heian-Epoche (794 – 1185): Aufschwung der höfischen Kultur in Heian-kyō (Kyoto), vor allem Dichtkunst und Literatur. Die Macht des Kaisers wurde allmählich geschwächt und Kriegerfamilien etablierten sich. Zum Ende der Heian-Periode begründete die Minamoto-Familie das erste Shōgunat.
; Kamakura-Epoche (1192 – 1333): Während der Kamakura-Periode unternahm Kublai Khan zwei Invasionsversuche. Er wurde jedoch von später als göttlich interpretierten Taifunen (神風 Kamikaze, Götterwind) abgewehrt.
; Muromachi-Epoche (1338 – 1573): Die mächtigen unabhängigen Daimyō unterhielten ihre eigenen Armeen. Das Shogunat verlor die Kontrolle, und die „Zeit der streitenden Reiche“ (戦国時代 sengoku jidai) begann.
; Sengoku-Epoche (1477 – 1603): Die drei Reichseiniger (Oda Nobunaga, Toyotomi Hideyoshi, Tokugawa Ieyasu) beendeten in der Azuchi-Momoyama-Epoche (1568 bis 1603) den über 100-jährigen Bürgerkrieg.
; Edo-Ära (1603 – 1867): In der Edo-Periode schottete sich Japan vom Rest der Welt ab. Die Tokugawa-Familie behielt für über 250 Jahre die Kontrolle über die anderen Daimyō. 1854 segelte US-Admiral Matthew Perry mit seiner Flotte von vier Kriegsschiffen unbehelligt in den Hafen von Tōkyō, um einen Brief des US-Präsidenten Millard Fillmore zu übergeben, in dem dieser die Tokugawa-Regierung zum offenen Handel mit den USA auffordert. Die Leichtigkeit, mit der Perry in den Hafen einlaufen konnte, offenbarte die Schwäche des Tokugawa-Regimes. Dies führte zu einem Aufstand regionaler Herrscher und mündete letztlich in eine Wiedereinsetzung des Kaisers, der allerdings wenig reale politische Macht erhielt.
USA
; Meiji-Ära (1868 – 1912): Die Reform des Kaiserhauses unter dem Meiji-Tennō ab 1868 (Meiji-Restauration und Moderne) beendete die Zeit des Kriegeradels und läutete die Moderne ein. Das Land erhielt eine moderne Verfassung und ein Parlament, so dass Japan eine konstitutionelle Monarchie wurde. Korea wird 1910 von Japan besetzt, wodurch die Beziehungen noch heute belastet werden.
; Taishō-Ära (1912 – 1926): Im Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) stand Japan auf Seiten der Alliierten. Die Taishō-Ära war durch kulturelle Dynamik und wirtschaftlichen Aufschwung gekennzeichnet. Es war auch eine Zeit der demokratischen Experimente mit einem parlamentarischen System. Letztendlich scheiterte die Demokratie durch Instabilität (ähnlich wie in Deutschland während der Weimarer Republik). Das Militär übernahm die effektive Kontrolle und läutete die Shōwa-Ära ein.
; Shōwa-Ära Teil 1 (1926 – 1945): 1931 Besetzte Japan den Nordosten Chinas und gründete 1932 den abhängigen Staat Mandschuko (Mandschurei). 1937 attackierte Japan China und begann damit den Zweiten Weltkrieg in Asien. Japan vertreibt die europäischen Kolonialmächte aus den südostasiatischen Ländern, um sein eigenes Kolonialreich aufzubauen. Im Dezember 1941 griffen japanische Truppen den US-Stützpunkt Pearl Harbor im Pazifik an und forderte so die USA heraus. Damit weitete sich der Zweite Weltkrieg auf den Pazifischen Ozean aus. Nicht nur in China, sondern auch in den anderen japanisch besetzten Gebieten Südostasiens geschahen Kriegsverbrechen. 1945 näherten sich die alliierten Truppen den japanischen Inseln, doch besonders auf den kleineren Inseln tobten noch heftige Kämpfe. Der Kaiser , sowie der Premierminister und seine Anhänger wollten Friedensverhandlungen aufnehmen, doch der Militaristische Clan hatte mehr Macht, vor allem über die Armee, was zu einer Weiterführung des Krieges führte. Am 6. August 1945 warfen die US-Amerikaner eine Atombombe über der Stadt Hiroshima und am 9. August eine weitere über Nagasaki ab. Unter dem Eindruck der Atombombenabwürfe kapitulierte Japan am 15. August 1945 bedingungslos, der Kaiser verlas um 12.00 Uhr mittags die Kapitulation, welche über Radio übertragen wurde. Noch heutzutage leiden viele Menschen und ihre Nachkommen unter den Folgen der Strahlenkrankheit (s. Hibakusha).
; Shōwa-Ära Teil 2 (1945 – 1989): Nach der Kapitulation beginnt der Wiederaufbau, zuerst unter General McArthur, dann in Eigenregie. Vom ehemaligen Kriegsgegner USA wird Japan als Vorposten gegen den Kommunismus in das westliche Bündnissystem integriert. Eine rasante wirtschaftliche Entwicklung setzt ein, in der Japanische Firmen Schritt für Schritt Marktanteile in allen wichtigen Schlüsselindustrien erobern. Japan erweist sich als stabile, friedliche Demokratie.
; Heisei-Ära (1989 – heute): Faule Bankenkredite und überbewertete Immobilien lassen Anfang der 90er die Bubble Economy platzen, und Japan rutscht in eine Phase von Deflation und hoher Staatsverschuldung, die wirtschaftliche Stagnation auf hohem Niveau bedeutet. Langsam werden Unternehmen und Banken saniert, der versprochene neue Boom bleibt bis jetzt jedoch aus.
Religion
Staatsverschuldung]]
Hauptartikel: Religion in Japan
In Japan haben immer mehrere religiöse Glaubensformen nebeneinander bestanden. Die wichtigsten sind der Shintō, der sich von der japanischen Urreligion herleitet, und der Buddhismus, der Japan im 5. oder 6. Jh. erreichte. Die Besonderheit des japanischen Buddhismus liegt darin, das er in viele verschiedenen Sekten (Schulen) gegliedert ist. In Japan gibt es mit dem Zen-Buddhismus die strengste Form dieser Religion, aber mit dem Nichiren-Buddhismus auch die undogmatischste. Laut dessen Sektengründer Nichiren muss man nur einmal im Leben das sogenannte Lotus-Mantra aufsagen, um vollständig erlöst zu werden. Daneben gab es chinesische Einflüsse durch Taoismus und Konfuzianismus, die von Shintō und Buddhismus aufgenommen und integriert wurden. Heute gehören die meisten Japaner (über 80%) beiden Hauptreligionen an, daher kann man die religiöse Grundeinstellung in Japan als synkretisch bezeichnen. Das Christentum (etwa 3% der Bev.) spielt in der Geschichte Japans nur eine untergeordnete Rolle. Seit dem 2. Weltkrieg herrscht eine besonders große religiöse Toleranz in Japan: Um die 180.000 Religionsgemeinschaften werden als staatlich anerkannt angegeben.
Politik
2. Weltkrieg und Kaiserin Michiko]]
Hauptartikel: Politik Japans
Verfassung
Hauptartikel: Japanische Verfassung
Die geltende japanische Verfassung wurde am 3. November 1946 verkündet und trat am 3. Mai 1947 in Kraft. In ihr verpflichtet sich das japanische Volk den Idealen des Friedens und der demokratischen Ordnung. Die Verfassung wurde von der damaligen amerikanischen Besatzungsregierung unter General Douglas MacArthur ausgearbeitet, ist aber seitdem nicht geändert worden.
In der Verfassung wird in Artikel 9 Absatz 1 Krieg als souveränes Recht abgelehnt, auch die Androhung militärischer Gewalt als Mittel zur internationalen Konfliktlösung ist verboten. Absatz 2 besitzt besondere Brisanz, da er Japan untersagt ein Militär zu unterhalten. Die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte und insbesondere deren Auslandseinsätze im Irak und Afghanistan sind daher sehr umstritten. Laut eines Japan Times Artikels vom 29.10.05 arbeitet derzeit die LDP an einem Entwurf der Verfassung, in dem Artikel 9 in Teilen geändert werden soll. Absatz 1 bleibt unverändert bestehen, Absatz 2 soll jedoch gestrichen werden. Es wird ausdrücklich betont, das das Militär weiterhin nur der Selbstverteidigung dienen soll, aber auch der Sicherung internationalen Friedens und Sicherheit.
Weiterhin wird die Unverletzlichkeit der Menschenrechte betont. Der Entwurf der Neufassung enthält noch einige weitere, bisher nicht aufgeführte individuelle Rechte u.a. der respektvolle Umgang mit Behinderten und Opfern von Straftaten sowie Schutz persönlicher Daten.
Der Tennō hat nach der Verfassung rein repräsentative Funktion. Oberster Souverän nach der Verfassung ist das Volk, vertreten durch das Parlament. Das Parlament wählt den Premierminister, dieser beruft sein Kabinett.
Tennō
Hauptartikel: Tennō, Japanisches Kaiserhaus
"Symbol des Staates und der Einheit des Japanischen Volkes" ist Akihito, der 125. Tennō (dt. Kaiser, wörtlich "vom Himmel (gesandter) Herrscher"). Rechtlich gilt er nicht als Staatsoberhaupt, und die souveräne Macht liegt allein beim Volk. Sein Vater, der Shōwa-Kaiser, hat 1945 bei der Kapitulation Japans die Göttlichkeit der japanischen Kaiser zurückgewiesen. Die Verfassung von 1946 gibt dem Kaiser keine direkte politische Entscheidungsgewalt, im modernen Japan ist sein Amt zeremonieller Natur. Er ernennt den von beiden Parlamenten gewählten Ministerpräsidenten und den Präsidenten des obersten Gerichtshofes, er verkündet die Gesetze und beruft das Parlament ein. Außerdem ist er oberster Priester des Shintō.
Akihitos Regierungsdevise lautet heisei. Die Regierungsdevise wird auch als Jahresangabe in offiziellen japanischen Texten verwendet, beginnend mit dem Jahr der Thronbesteigung. Heisei 1 ist das Jahr 1989.
Politische Gliederung
siehe: Präfekturen Japans
Japan ist ein zentralistischer Staat, der lediglich klar umrissene Aufgaben an die 47 Präfekturen zur Durchführung weitergibt. Innerhalb dieser Aufgaben sind die Präfekturen zwar relativ autonom, allerdings immer weisungsgebunden gegenüber der Zentralregierung und auch auf die Finanzierung durch den Zentralstaat angewiesen.
Die 47 Präfekturen gliedern sich in Großstädte sowie Kleinstädte und Dörfer, die kommunale Ebene. Einzige Ausnahme ist die Präfektur Tokio, die in die 23 zentralen Stadtbezirke zum einen sowie umliegende Kleinstädte und Dörfer zum anderen aufgeteilt ist. Die Präfekturen sind in Größe und Bevölkerungsdichte sehr unterschiedlich. Die meisten entfallen auf die Hauptinsel Honshū, während beispielsweise die zweitgrößte Insel Hokkaidō nur eine einzige Präfektur hat. Innerhalb der präfekturalen und der kommunalen Ebene gibt es – im Gegensatz zum nationalen Parlamentarismus – ein präsidentielles System, innerhalb dessen einerseits die Regierungs- und Verwaltungschefs und andererseits die Gemeindeversammlungen und Präfekturparlamente autonom gewählt werden.
Gesetzgebung
Regierung]
Das Parlament ist das höchste Organ der Staatsgewalt und die einzige gesetzgebende Körperschaft Japans. Es ist zweigeteilt in Oberhaus und Unterhaus (auch Abgeordnetenhaus oder Repräsentantenhaus).
Im Unterhaus sitzen seit den Reformen in den Jahren 1993 bis 1996 nur noch 480 Parlamentarier, im Oberhaus gibt es 247 Sitze. Von den 480 Sitzen des Abgeordnetenhauses werden 300 in Ein-Mandat-Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht und 180 in 11 regionalen Distrikten nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Passives Wahlrecht für das Abgeordnetenhaus erhalten alle Männer und Frauen mit dem vollendeten 25. Lebensjahr, für das passive Wahlrecht im Oberhaus muss das 30. Lebensjahr vollendet sein. Wahlberechtigt sind alle japanischen Männer und Frauen mit vollendetem 20. Lebensjahr.
Parteien
- Die Liberaldemokratische Partei (LDP, jap. jiyūminshutō 自由民主党)
- Die Demokratische Partei (minshu-tō 民主党)
- Die Partei für eine saubere Regierung (jap. kōmeitō 公明党, engl. CGP, Clean Government Party)
- Die Kommunistische Partei Japans (jap. kyōsantō 共産党)
- Die Sozialdemokratische Partei Japans (jap. shakaiminshūtō 社会民主党)
Außenpolitik
Hauptartikel: Außenpolitik Japans
Die Hauptpunkte von Japans Außenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg sind eine feste Bindung an die USA, Scheckbuchdiplomatie, ein in der Verfassung festgeschriebener Verzicht auf militärische Aggression, und Gebietsstreitigkeiten mit den Nachbarn Sowjetunion / Russland, VR China und Südkorea.
Die nördlich von Japan liegenden Südkurilen gehören seit 1945 zur Sowjetunion (ab 1990 dem Nachfolgestaat Russland), werden aber von Japan beansprucht. Dieser Konflikt ist ein andauerndes Problem in den japanisch-russischen Beziehungen.
Die kleine Inselgruppe Takeshima (koreanisch: Dokdo) wird von Südkorea verwaltet und von Japan beansprucht, nachdem sie während der Zeit des japanischen Imperialismus etwa 40 Jahre lang zu Japan gehörten. Im Frühling 2005 hat die Einführung eines Takeshima-Tages in einer japanischen Präfektur erneut Zorn in der koreanischen Bevölkerung hervorgerufen.
Besitzansprüche hat Japan neben der Volksrepublik China und Taiwan auch auf die Senkaku-Inseln (chin.: Diaoyu). In der Nähe der Inseln werden Rohstoffe vermutet.
Die Beziehungen zu vielen asiatischen Staaten - insbesondere zur Volksrepublik China, Südkorea und Nordkorea - sind vor allem wegen einer verpassten Aufarbeitung der imperialistischen Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weiterhin angespannt. Die enge ökonomische Verflechtung und das Weltinteresse an einem Frieden in der Region machen kriegerische Konflikte jedoch unwahrscheinlich; stattdessen flammen immer wieder symbolische Krisen auf.
Gemäß der Verfassung hielt sich Japan lange Zeit aus sämtlichen internationalen bewaffneten Konflikten heraus und forcierte stattdessen eine auf Freihandel ausgerichtete multilaterale Handelspolitik. Im Januar 2004 stimmte das Parlament jedoch zum ersten Mal seit 1945 der Entsendung japanischer Soldaten in ein fremdes Land zu, nämlich in den Irak. Während Ministerpräsident Koizumi darin einen Beweis für die engen freundschaftlichen Beziehungen zu den USA sieht, betrachten viele Japaner das als Verfassungsbruch.
Militär
Hauptartikel: Japanisches Militär
Im Artikel 9 der Japanischen Verfassung verzichtet Japan auf das Recht souveräner Staaten zur Kriegsführung. Diese Klausel ist in der Welt einmalig, sie wurde nach der Niederlage Japans im zweiten Weltkrieg aufgenommen, um eine erneute militaristische Aggression zu verhindern. Der Artikel erlaubt es jedoch, Truppen zur Selbstverteidigung zu unterhalten. Während der alliierten Besatzung wurde eine Polizeireserve gebildet, mit der Souveränität 1953 wurde aus diesen ein Jahr später die Selbstverteidigungsstreitkräfte gegründet, aufgeteilt in Land-, See- und Lufttruppen. Um der Verfassung zu entsprechen, wird in der Bezeichnung grundsätzlich auf das Schriftzeichen gun (軍, "Armee") verzichtet. 1960 wurde eine militärische Allianz mit dem ehemaligen Kriegsgegner USA geschlossen.
In Japan herrscht keine Wehrpflicht. Der Militärhaushalt betrug im Jahr 2004 45,4 Mrd. US-D. Dies entspricht 1% des BIP, Japan nimmt von den Militärausgaben her Rang 6 in der Welt ein.
Bereits seit der Verabschiedung der japanischen Verfassung werden verschiedene Änderungen diskutiert, unter anderem auch eine Revision des Artikel 9, die jedoch auf Grund der hohen Hürden (Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern des Parlaments und Volksabstimmung) nie zustande kamen.
Den ersten internationalen Einsatz führen die Selbstverteidigungsstreitkräfte seit 2004 als Alliierte der USA im Irak durch, was in Japan eine intensive Diskussion um die Verfassungsmäßigkeit solcher Einsätze hervorgerufen hat. Der Aufbau der de-facto-Armee und der internationale Einsatz wird im linken Lager als Bruch der Verfassung gesehen, während das rechte Lager den Artikel 9 als von der amerikanischen Besatzungsregierung aufgezwungen ansieht und diesen kippen möchte.
Von Seiten der Volksrepublik China wird häufig der Vorwurf hervorgebracht, dass in Japan ein neuer Militarismus im Entstehen begriffen ist. Historisch sind diese Ängste dadurch begründet, dass China im Antijapanischen Krieg großes Leid (geschätzte 18 Millionen zivile Opfer) zu beklagen hatte. An dieser Stelle erwähnt werden sollte allerdings, das Japan seit dem zweiten Weltkrieg keine militärische Aggression gezeigt hat und im Gegenteil ein aktiver Fürsprecher der atomaren Abrüstung war, China hingegen mehrere Konflikte mit seinen Nachbarn verursacht hat (Einmarsch in Tibet 1959, Indisch-Chinesischer Grenzkrieg 1962, Zwischenfall am Ussuri 1969, Chinesisch-Vietnamesischer Krieg 1979). Tatsächlich sehen militärische Bedrohungsszenarien in Japan in erster Linie eine Landung chinesischer Truppen an der Küste. Im Jahr 2005 wurde ein weiteres Konfliktgebiet deutlich, als Japan zum ersten Mal den Schutz Taiwans als Teil seiner Interessen definierte.
Ein zweites Bedrohungsszenario bietet Nordkorea, das bereits mehrfach Raketen über japanisches Territorium gefeuert hat und die Weltöffentlichkeit im Jahr 2005 mit der Behauptung überrascht hat, Atomwaffen zu besitzen. Aus diesem Grund arbeitet Japan eng mit der USA an der Entwicklung eines gemeinsamen Raketenabwehrschilds.
Das dritte Bedrohungsszenario ist ein terroristischer Anschlag, wie der Anschlag auf die Tokyoter U-Bahn durch die Ōmu Shinrikyō-Sekte im Jahr 1995 gezeigt hat. Durch das Engagement in Irak bestehen Befürchtungen, dass Japan auch Ziel islamistischer Gruppierungen werden könnte, entsprechende Hinweise hat es bereits gegeben.
Wirtschaft
Hauptartikel: Wirtschaft Japans
Japan ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde.
Der Export im Jahr 2003 betrug 363 Milliarden Euro. Damit liegt Japan auf Platz 3 der exportstärksten Länder hinter Deutschland auf Platz 1 und den USA auf Platz 2.
Eine gute Zusammenarbeit zwischen Staat und Industrie, eine starke "Arbeitermentalität", die Beherrschung von Hightech, ein großes Augenmerk des Staates auf Ausbildung und ein vergleichsweise geringes Verteidigungsbudget (1 % des Bruttoinlandproduktes) haben Japan geholfen, binnen kurzer Zeit hinter den USA und der EU die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt zu werden. Spektakulär: über drei Jahrzehnte hinweg hatte Japan nur Wirtschaftswachstum zu verzeichnen: ein Durchschnitt von 10 % in den 1960ern, durchschnittlich 5 % in den 1970ern, und 4 % Wirtschaftswachstum in den 1980ern. Erst in den 1990ern wurde das Wirtschaftswachstum durch die Spätfolgen von Fehlinvestitionen während der späten 1980er stark gebremst. Staatliche Versuche zur Wiederbelebung des Wirtschaftswachstums haben zu kleinen Erfolgen geführt und wurden später während der Jahre 2000 und 2001 durch eine Verlangsamung der amerikanischen und asiatischen Märkte gehemmt.
Das Regierungskabinett um Junichiro Koizumi hat Gesetze zur globalen P
Oahu
Oahu ist eine der acht Hauptinseln des Hawaii-Archipels. Sie wird auch The Gathering Place genannt. Die acht größten Inseln von Hawaii sind (von West nach Ost) Niihau, Kaua‘i Kauai, Oahu, Moloka‘i Molokai, Lanai, Kahoolawe, Mau‘i Maui und Hawai'i Insel Hawaii, die größte Insel, die auch Big Island genannt wird.
Mit 1557 km² ist sie die drittgrößte der Inseln, die 900.000 Einwohner machen etwa 75% der Bevölkerung des Bundesstaates aus.
Oahu ist 64 km lang und 42 km breit und ist auch das wirtschaftliche Zentrum Hawaiis.
Die Insel ist bergig, bis zu 1200 m hoch. Honolulu erstreckt sich über den größten Teil Oahus, außerhalb der Stadt werden Ananas und Zuckerrohr angebaut.
Wichtigster Erwerbszweig ist der Tourismus (siehe The Royal Hawaiian Hotel).
Auf Ohahu liegen Honolulu, die Hauptstadt des US-Bundesstaates Hawaii und der US-Marinestützpunkt Pearl Harbor, Ort des japanischen Überraschungsangriffes vom 7. Dezember 1941. Rund 40.000 Soldaten sind auf Oahu stationiert.
Tourismus
Die vielen beliebten Strände ziehen die Touristen aller Welt (überwiegend Japaner) an, vor allem der Strand von Waikiki, der auch als „Metropole der Südsee“ bezeichnet wird, hinter dem sich die erloschenen Vulkane Diamond Head und Punchbowl erheben. Allein Waikiki hat 38.000 Hotelzimmer.
Honolulu bedeutet „geschützte Bucht“ und wird von 370.000 Einwohnern bevölkert. Die Metropole erinnert mit ihren Wolkenkratzern an die großen Städte des USA-Festlandes.
Im Stadtzentrum findet man um die King Street und die Beretania Street an ihrer Kreuzung mit der Punchbowl Street die meisten der geschichtlich und politisch interessanten Bauten.
Der zehnstöckige Aloha Tower ist seit 1921 das Wahrzeichen für den Hafen von Honolulu, mit einer guten Aussicht über den Hafen und Honolulu.
Die Kodak Hula Show stellt eine interessante Einführung in die hawaiische Tanzkunst dar.
Viele Museen zeugen von der Kunstfertigkeit und Kultur der Insulaner.
Waikiki soll der schönste Strand der hawaiischen Inseln sein.
Pearl Harbor ist U-Boot-Stützpunkt, Flottenbasis und militärisches Oberkommando der Amerikaner für den gesamten Pazifikraum.
Traurige Berühmtheit erhielt der Ort durch den Angriff der Japaner am 7. Dezember 1941. Die USA trat daraufhin in den Zweiten Weltkrieg ein.
Zum Gedenken an dem Angriff und die Opfer wurde 1962 über dem gesunkenen Schlachtschiff das U.S.S. Arizona Memorial errichtet. In dem 56 Meter lange Denkmal sind die Namen der Opfer eingraviert, die hier begraben liegen.
Haleiwa an der Nordküste ist ein Treffpunkt der Surfer, die oft unter Lebensgefahr im Haleiwa Alii Beach Park und an den Stränden östlich bzw. nord-östlich des Ortes, die berühmten NorthShore-Strände, die hohen Winterwellen reiten. Einige der berühmtesten Surf-Strände an der North-Shore sind "Sunset Beach", "Himalaya's", "Holton's", "Rocky Point", "Alligator Rock" und natürlich die "Banzai Pipeline" beim "Ehukai Beach Park".
Der Waimea Falls Park, ein botanischer Garten im Tal des Weimea Stream, zeigt Oahu von seiner schönsten Seite.
Laie an der Nordwestküste ist eingebettet in einer tropisch grünen Plantagenlandschaft. Hier befindet sich eine mormonische Kirche.
Das Polynesian Cultural Center ist wohl der beste Kulturtripp Hawaiis. In einem Freilichtmuseum sind Minidörfer aus sieben Südseeregionen nachgebaut worden: Tonga, Tahiti, die Marquesas-Inseln, Hawaii, Fidschi, Samoa und Neuseeland. Hier wird die tratitionelle Kultur und das Handwerk hervorragend dargeboten.
Kategorie:Hawaii
Kategorie:Polynesien
Kategorie:Insel (Ozeanien)
Kategorie:Insel (USA)
ja:オアフ島
ko:오아후 섬
simple:Oahu
7. DezemberDer 7. Dezember ist der 341. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 342. in Schaltjahren) - somit bleiben 24 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1835 - Fahrt der ersten deutschen Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth
- 1881 - In Wien entsteht beim Entzünden der Gasbeleuchtung der Ringtheaterbrand.
- 1917 - Die Vereinigten Staaten erklären Österreich-Ungarn den Krieg, Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg.
- 1923 - Edwin Powell Hubble beweist die Existenz von Himmelskörpern, die außerhalb unserer Milchstraße liegen.
- 1941 - Japanischer Angriff auf Pearl Harbor, Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg.
- 1970 - In Warschau wird der deutsch-polnische Vertrag über die "Grundlagen der Normalisierung" zwischen Deutschland und Polen unterzeichnet.
- 1970 - Willy Brandt macht seinen Kniefall von Warschau vor dem Mahnmal des Warschauer Ghettos, was weltweit zum Symbol für die Versöhnung wird.
- 1982 - Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Ecuador
- 1988 - Der sowjetische Staats- und Parteiführer Michail Gorbatschow hält vor der Generalversammlung der UNO in New York City eine Rede, in der er die Verringerung der sowjetischen Truppenstärke um eine halbe Million Mann anbietet.
- 1989 - In Ost-Berlin einigen sich Vertreter von Regierung und Opposition am "runden Tisch" u.a. auf die Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi) sowie auf freie Wahlen am 6. Mai 1990.
Wirtschaft
Wissenschaft, Technik
- 1835 - Zwischen Nürnberg und Fürth nimmt die Bayerische Ludwigsbahn, Deutschlands erste Eisenbahn, ihren Betrieb auf. Die Strecke hat eine Länge von 6,05 km, für die die 10 PS starke Lokomotive namens "Adler" etwa neun Minuten benötigt.
- 1972 - Mit "Apollo 17" machen sich zum letzten Mal im Rahmen des Apollo-Projekts Menschen auf den Weg zum Mond.
Kultur
- 1799 - Uraufführung der Oper Le Délire ou Les Suites d'une erreur von Henri Montan Berton an der Opéra-Comique in Paris.
- 1881 - Uraufführung der Oper Das Käthchen von Heilbronn von Karl Reinthaler in Frankfurt am Main.
- 1912 - Der deutsche Archäologe Ludwig Borchardt entdeckt in Tel-El Amarna die - obwohl über 3000 Jahre alt - bestens erhaltene Büste der Nofretete, Gattin des Echnaton.
Religion
- 1965 - Die seit dem Schisma von 1054 gültigen, gegenseitig bestehenden Bannbullen des Vatikans und des orthodoxen Patriarchats von Istanbul werden für nichtig erklärt.
Katastrophen
- 1941 - Aufgrund eines sprachlichen Missverständnisses bei der Positionsbeschreibung sinkt der britische Dampfer SS Sauternes vor den Färöern. Alle 25 Menschen an Bord finden den Tod.
- 1941 - Nach der Kollision im Nebel mit einem Frachtschiff sinkt die kanadischen Korvette "Windflower" im Westatlantik. 23 Tote
- 1944 - Ein Erdbeben der Stärke 8,1 in Tonankai, Japan, fordert rund 1.000 Tote.
- 1965 - Bei Santa Cruz auf Teneriffa prallte eine Douglas DC-3 der Spantax nach dem Start aus unbekannten Gründen gegen einen Berg. Alle 32 Insassen starben.
- 1983 - Bei der Kollision einer Douglas DC-9 der spanischen Fluggesellschaft Aviaco und einer Boeing 727 der spanischen Iberia bei dichtem Nebel in Madrid sterben alle 42 Personen an Bord der DC-9 und 51 Personen in der Boeing. 42 Personen können gerettet werden, 30 von ihnen mit schweren Verletzungen.
- 1987 - Nahe Paso Robles, Kalifornien stürzt eine BAe 146 der Pacific Southwest Airlines ab, nachdem ein ehemaliger Mitarbeiter der USAir seinen früheren Vorgesetzten an Bord erschossen hat. Alle 43 Personen an Bord sterben.
- 1988 - In Armenien gibt es durch ein Erdbeben der Stärke 6.9 (nach Richterskala) ca. 25.000 Todesopfer, 15.000 Verletzte und 400.000 Obdachlose.
- 1995 - Nahe Grossewitschi, Russland stürzt auf dem Weg von Juschno nach Chabarowsk eine Tupolew Tu-154 der Aeroflot ab. Alle 98 Personen kommen um.
Sport
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 2002 - Wladimir Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Jameel McCline in Mandalay Bay, Las Vegas, Nevada, durch technischen KO
Geboren
- 1431 - Vlad III. Drăculea, Herrscher der Walachei, bekannt als Vorlage für Bram Stokers Dracula
- 1545 - Henry Stuart Darnley, 2. Ehemann von Maria Stuart
- 1598 - Gian Lorenzo Bernini, italienischer Barockbaumeister
- 1703 - Jan Josef Antonín Eleazar Kittel, Heiler und Arzt
- 1761 - Marie Tussaud, französische Wachsbildnerin
- 1801 - Johann Nepomuk Nestroy, österreichischer Dramatiker und Schauspieler
- 1823 - Leopold Kronecker, deutscher Mathematiker
- 1851 - Otto Schott, deutscher Chemiker und Industrieller
- 1863 - Felix-Louis Calonder, Schweizer Politiker
- 1863 - Pietro Mascagni, italienischer Komponist
- 1876 - Heinrich Straumer, deutscher Architekt
- 1877 - Walter Abbott, britischer Fußballspieler
- 1888 - Arthur Joyce Cary, britischer Schriftsteller
- 1889 - Gabriel Marcel, französischer Philosoph und Dramatiker
- 1894 - Stuart Davis, US-amerikanischer Maler
- 1890 - Rudolf Bella, ungarischer Komponist
- 1901 - Robert Bach, deutscher Politiker
- 1901 - Annemarie Marks-Rocke, deutsche Schauspielerin
- 1906 - Erika Fuchs, deutsche Übersetzerin
- 1906 - Elisabeth Höngen, deutsche Sängerin
- 1909 - Hans Paetsch, deutscher Schauspieler, Regisseur und Synchronsprecher
- 1910 - Edmundo Ros, venezuelanischer Musiker
- 1912 - Louis Prima, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1915 - Eli Wallach, US-amerikanischer Schauspieler
- 1918 - Max Merkel, österreichischer Fußballspieler und -trainer
- 1920 - Tatamkhulu Afrika, südafrikanischer Autor
- 1924 - Bent Fabric, dänischer Musiker
- 1924 - Mário Soares, portugiesischer Politiker
- 1928 - Noam Avram Chomsky, US-amerikanischer Sprachwissenschaftler
- 1932 - Ellen Burstyn, US-amerikanische Schauspielerin
- 1936 - Eldee Young, US-amerikanischer Musiker
- 1941 - Jim West, US-amerikanischer Musiker
- 1942 - Johnny Mars, US-amerikanischer Musiker
- 1942 - Paul Revere, US-amerikanischer Musiker
- 1942 - Danny Williams, südafrikanischer Musiker
- 1944 - Mike McGear, britischer Musiker
- 1945 - Dave Cousins, britischer Musiker
- 1946 - Kenny Logan, US-amerikanischer Musiker
- 1949 - Tom Waits, US-amerikanischer Sänger, Schauspieler und Songschreiber
- 1956 - Larry Bird, US-amerikanischer Basketballer
- 1959 - Nicole Nolan, britische Sängerin
- 1960 - Erhard Riedlsperger, österreichischer Filmregisseur und Drehbuchautor
- 1963 - Claudia Brücken, deutsche Sängerin (Propaganda)
- 1965 - Wolfgang Haffner, deutscher Jazz-Schlagzeuger
- 1971 - Vladimir Akopian, armenischer Schachgroßmeister
- 1972 - Hermann Maier, österreichischer Skirennläufer
- 1980 - Clemens Fritz, deutscher Fußballspieler
- 1980 - John Terry, englischer Fußballer
- 1987 - Aaron Carter, US-amerikanischer Musiker
Gestorben
- 43 - Marcus Tullius Cicero, in Formiae, dem heutigen Formia; römischer Redner, Politiker und Schriftsteller
- 283 - Eutychianus, in Rom; Papst seit 275 (?)
- 983 - Otto II., in Rom; Herzog von Sachsen, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches seit 973
- 1077 - Gerald von Ostia, Bischof von Ostia und Vermittler im Investiturstreit
- 1254 - Innozenz IV., in Rom; Papst seit 1243
- 1618 - Peter Lely, britischer Maler
- 1876 - Hermann von Barth, deutscher Bergsteiger
- 1889 - Antoni Kątski, polnischer Komponist und Pianist
- 1894 - Ferdinand Vicomte de Lesseps, französischer Diplomat und Ingenieur
- 1903 - Arthur Milchhöfer, deutscher Archäologe
- 1906 - Élie Ducommun, schweizer Politiker und Friedensnobelpreisträger
- 1920 - Tatamkhulu Afrika, südafrikanischer Schriftsteller und Dichter
- 1924 - Rudolph Bergh, dänischer Komponist
- 1960 - Clara Haskil, rumänische Pianistin
- 1960 - Richard Ermisch, deutscher Architekt und Oberbaurat in Berlin
- 1964 - Sepp Kerschbaumer, Südtiroler Freiheitskämpfer
- 1964 - Cyril Davies, britischer Musiker
- 1975 - Francisco da Borja Costa, osttimoresischer Freiheitskämpfer, Dichter und Journalist
- 1975 - Thornton Wilder, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1979 - Nicolas Born, deutscher Schriftsteller
- 1979 - Edward Gottlieb, russisch-US-amerikanischer Unternehmer
- 1982 - Harry Jerome, kanadischer Leichtathlet und Olympiateilnehmer
- 1985 - Robert Graves, englischer Schriftsteller
- 1990 - Joan Bennett, US-amerikanische Filmschauspielerin
- 1990 - Horst Bienek, deutscher Schriftsteller
- 1992 - Johannes Leppich, deutscher Jesuitenpater (das Maschinengewehr Gottes)
- 1993 - Félix Houphouët-Boigny, Mediziner und Staatspräsident der Elfenbeinküste
- 2004 - Winfried Scharlau, deutscher Journalist
Feier- und Gedenktage
- Ambrosius von Mailand
- Tag der Internationalen Zivilluftfahrt (UNO)
Siehe auch
- 6. Dezember - 8. Dezember
- 7. November - 7. Januar
- Dezember - Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
1207
ja:12月7日
ko:12월 7일
simple:December 7
th:7 ธันวาคม
1941
Politik
- 1. Januar: Änderung des Bürgerrechts in der Schweiz. Eine Aberkennung der Bürgerrechte ist jetzt möglich
- 1. Januar: Ernst Wetter wird neuer Bundespräsident der Schweiz
- 3. April: Ungarn marschiert mit dem Deutschen Reich in Jugoslawien ein; László Bárdossy wird ungarischer Ministerpräsident
- 6. April: Deutsche Truppen marschieren in Jugoslawien ein
- 10. April: Die deutsche Wehrmacht marschiert in Zagreb ein
- 10. Mai: Rudolf Hess fliegt ohne Wissen Adolf Hitlers nach Schottland. Er hat einen Friedensvertrag dabei
- 10. Juni: Im polnischen Ort Jedwabne werden etwa 1.600 Juden bei lebendigem Leibe in einer Scheune verbrannt
- 12. Juni: Die Deklaration der Alliierten wird unterzeichnet
- 14. Juni: Litauen. Massendeportation von etwa 40.000 Litauern nach Sibirien
- 14. Juni: Die amerikanische Regierung friert alle deutschen Guthaben in den USA ein
- 22. Juni: Beginn der Besetzung des Baltikums durch Deutschland
- 22. Juni: Unternehmen Barbarossa, deutscher Überfall auf die Sowjetunion
- 12. Juli: Großbritannien und die Sowjetunion unterzeichnen einen Beistandspakt
- 14. August: Unterzeichnung der Atlantik-Charta durch Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill
- 28. August: Auflösung der Wolgadeutschen Republik in der UdSSR
- 28. September: Syrien wird unabhängig
- 29. September: Bei Babi Jar exekutieren SS-Einsatzkommandos 35.000 Kiewer Juden
- 7. Dezember: Japanischer Angriff auf Pearl Harbor, Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg; Beginn des Pazifikkriegs
- 8. Dezember: Die Japaner beginnen mit den Landungen auf den Philippinen
- 11. Dezember: Deutschland und Italien erklären den USA den Krieg
- 19. Dezember: Adolf Hitler übernimmt anstelle des entlassenen Generalfeldmarschalls Walther von Brauchitsch den Oberbefehl über das Heer
Wissenschaft und Technik
- 12. Mai: Konrad Zuse stellt die Rechenmaschine Z3 vor
Kultur
- 23. Januar: Uraufführung des Musicals Lady in the Dark von George Gershwin am Alvin Theatre in New York
- 5. Februar: Uraufführung der Oper Fürstin Tarakanowa von Boris Blacher in Wuppertal
- 24. März: Uraufführung des Dramas Native Son von Richard Wright
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