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AnishinabeDie Anishinabe (Das erste Volk; auch Ojibwa oder Chippewa) sind ein Indianervolk Nordamerikas. Sprachlich gehören sie zur Algonkinsprachgruppe. Ihre Sprache ist in mehrere Dialekte untergliedert und mit der der Ottawa-Indianer nahe verwandt. Ihr traditionelles Siedlungsgebiet erstreckt sich über Kanada und die nördlichen USA.
Zwei der größten Stämme der Anishinabe sind die Saulteaux and Mississauga.
Heute leben etwa 200.000 Anishinabe in Nordamerika, von denen noch etwa 30.000 die Anishinabe-Sprache sprechen.
Geschichte
Zusammen mit den Ottawa und den Potawatomi gehörten sie einst zum mächtigen Rat der drei Feuer, der nahe der Ostküste der USA und dem Sankt-Lorenz-Strom lebte und sogar der Irokesenliga widerstand. Die Völker des "Rates" wanderten später vom Atlantik in das Gebiet der Großen Seen ein. Der Legende nach folgten sie einem geheiligten Objekt, der sogenannten "Miigis" Muschel, die dem Ozean entsprungen war und von der Geisterwelt den Auftrag erhalten hatte, ihr erwähltes Volk in sein neues Land zu führen. Nach ihrer Ankunft zeigte sich die Muschel den Anishinabe zum letzten Mal und ist seitdem nicht wieder gesichtet worden. Der Ort dieses letzten Erscheinens wird meist mit Mooningwanekaning (Madeline Island) im Anishinaabe Gichigami (Oberer See) angegeben.
Historiker nehmen im allgemeinen an, dass die Anishinabe im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert aus ihrem ursprünglichen Lebensraum in die Gegend westlich des Huronsees migrierten. Dort spalteten sich die Potawatomi, die sich auf der unteren Halbinsel des Bundesstaats Michigan ansiedelten, und die Ottawa, die sich am Lake Nipissing im nördlichen Teil der Provinz Ontario niederließen, von den Anishinabe im engeren Sinne ab. Die beiden letzteren werden heute als eigenständige Stämme angesehen.
Die Anishinabe zogen weiter westwärts und vertrieben gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Dakota aus dem heutigen Bundesstaat Minnesota.
Ab 1840 hatten sie sich in der Gegend nördlich des Oberen Sees und des Huronsees sowie in Teilen von Minnesota, North Dakota, Wisconsin, Manitoba, und Saskatchewan niedergelassen.
1850 bis 1923 schlossen die Briten eine Reihe von Landnutzungs-Verträgen mit Anishinabe-Stämmen in Kanada.
Der Großteil der Anishinabe in den USA lebt heute auf sieben Reservationen in Minnesota, fünf Reservationen in Wisconsin und einer Reservation in North Dakota sowie in mehreren Großstädten, besonders Minneapolis und St. Paul.
Bis heute haben die Anishinabe einen Großteil ihres Reservationslandes verloren. Besonders vom Landverlust betroffen sind die Leech-Lake-Anishinabe in Minnesota, die heute weniger als sieben Prozent ihres vertraglich festgeschriebenen Landes besitzen. Das ehemalige Anishinabe-Land wird von den Weißen vor allem zur Stromproduktion (Damm) und zur Holzwirtschaft verwendet.
Die Herkunft des Wortes “Ojibwe” ist noch nicht eindeutig geklärt. Edmund Danziger (1978) behauptet, es sei ein von einem benachbarten Stamm gegebener Name und bedeute soviel wie “die, die Piktogramme machen”, wohingegen Frances Densmore (1979) die eher anerkannte Interpretation vertritt, es handele sich um eine Alternative zu “Anishinaabeg” und komme von einem Verb, das soviel wie “rösten, bis es sich kräuselt” bedeute (ein Verweis auf eine besondere Art und Weise, auf der die Nähte von Mokassins hergestellt werden). Fehlerhaftes Aufschreiben durch Missionare und Händler führte später zum Entstehen des Wortes “Chippewa,” das bis heute als offizielle Bezeichnung von der amerikanischen Regierung verwendet wird.
Die Anishinabe sahen (und sehen) sich nicht als Mitglieder eines großen Stammes an und hatten keine Tendenz, eine Stammeseinheit zu beschwören. Ihr wichtigster Bezugspunkt war die Familie. Aufgrund der langen, schweren Winter in Kanada und den nördlichen USA und der Notwendigkeit, weite Landstriche auf der Suche nach Nahrung zu durchqueren, waren einzelne, abgeschiedene Haushalte, die nur mit den nächsten Nachbarn Kontakt hielten und in denen mehrere Generationen unter einem Dach lebten, die Norm. Im Sommer bildeten solche Haushalte manchmal kleine Dörfer, die aus 10 bis 12 Familien bestanden, und mehrere Dörfer taten sich oft zur besseren Ausnutzung von Naturschätzen zu Gruppen von 300-400 Personen zusammen. Was diese Gruppen zusammenhielt, waren zum einen die verschiedenen Fähigkeiten, die die einzelnen Gruppenmitglieder in die Gemeinschaft einbrachten, zum anderen die gemeinsame Sprache.
Bekannte Persönlichkeiten des Stammes
- David Wayne "Famous Dave" Anderson (Besitzer einer landesweiten - Restaurantkette)
- Dennis Banks (Politischer Aktivist)
- Adam Beach (Schauspieler)
- Jason Behr (Schauspieler)
- Clyde Bellecourt (Aktivist)
- George Copway (Missionar und Schriftsteller)
- Louise Erdrich (Schriftstellerin)
- Gordon Henry Jr. (Schriftsteller)
- Drew Hayden Taylor (Dramatiker)
- Basil Johnston (Historiker)
- Peter Jones (Missionar und Schriftsteller)
- Winona LaDuke (Aktivistin und Schriftstellerin)
- Jim Northrup (Zeitungskolumnist)
- Keith Secola (Rock und Blues Sänger)
- Drew Hayden Taylor (Dramatiker, Humorist, Kolumnist)
- David Treuer (Schriftsteller)
- Shania Twain (Sängerin, nicht durch Abstammung sondern ihren Stiefvater)
- Gerald Vizenor (Schriftsteller)
- William Whipple Warren (Historiker)
Siehe auch
Liste nordamerikanischer Indianerstämme
Literatur
- Danziger, E.J., Jr. (1978). The Chippewa of Lake Superior. Norman: University of Oklahoma Press.
- Densmore, F. (1979). Chippewa customs. St. Paul: Minnesota Historical Society Press. (Ursprünglich 1929 veröffentlicht)
- Grim, J.A. (1983). The shaman: Patterns of religious healing among the Ojibway Indians. Norman: University of Oklahoma Press.
- Gross, L.W. (2002). The comic vision of Anishinaabe culture and religion. American Indian Quarterly, 26, 436-459.
- Johnston, B. (1976). Ojibway heritage. Toronto: McClelland and Stewart.
- Johnston, B. (1994). Und Manitu erschuf die Welt - Mythen und Visionen der Ojibwa. Diederichs.
- Nichols, J.D., & Nyholm, E. (1995). A concise dictionary of Minnesota Ojibwe. Minneapolis: University of Minnesota Press.
- Vizenor, G. (1972). The everlasting sky: New voices from the people named the Chippewa. New York: Crowell-Collier Press.
- Vizenor, G. (1981). Summer in the spring: Ojibwe lyric poems and tribal stories. Minneapolis: The Nodin Press.
- Vizenor, G. (1984). The people named the Chippewa: Narrative histories. Minneapolis: University of Minnesota Press.
- Wub-e-ke-niew. (1995). We have the right to exist: A translation of aboriginal indigenous thought. The first book ever published from an Ahnishinahbæótjibway perspective. New York: Black Thistle Press.
Weblinks
- http://www.tolatsga.org/ojib.html
- [http://www.redlakenation.org/ Red Lake Nation]
- [http://www.fdlrez.com/ Fond du Lac Reservation]
- [http://www.whiteearth.com/default.htm White Earth Reservation]
Kategorie:Nordamerikanische Ethnie
ja:オジブワ
Indianer Nordamerikas
Zu den Indianern Nordamerikas zählt man üblicherweise sämtliche Indianer nördlich von Mexiko. Ausgenommen sind die Ureinwohner Hawaiis, die Inuit, Unangan und Yupik in Alaska und der nordkanadischen Arktis, die sich genetisch und kulturell stark von den nordamerikanischen Indianern unterscheiden. Ebenfalls nicht zu den Indianern gezählt werden Mischvölker wie die Métis.
Eine Eigenart der nordamerikanischen Indianer ist, dass sich Völker derselben Sprachgruppe weder kulturell ähnlich, noch räumlich nah sein müssen.
Die nordamerikanischen Indianer-Völker unterscheiden sich kulturell erheblich. So gibt es zum einen demokratisch organisierte Stämme mit Ältestenrat, Stammesrat und Ratsfeuer wie beispielsweise die Irokesen, zum anderen monarchisch organisierte Stämme wie Wampanoag oder Powhatan.
Das Oberhaupt eines Stammes wird in den verschiedenen europäischen Sprachen, die mit den Indianern in Berührung kamen, unterschiedlich tituliert:
Chief (englisch), Sachem (französisch) oder Kazike (spanisch: cacique).
Im Deutschen übersetzt man diese Titel als „Häuptling“.
Geschichte
Besiedlung Nordamerikas
Hauptartikel: Besiedlung Amerikas
Die Erforschung der Besiedlung Nordamerikas ergibt ein recht einheitliches Bild; im Gegensatz zu Mittel- und Südamerika. Die Besiedlung erfolgte nach heutigem Wissensstand in drei, möglicherweise vier Einwanderungswellen:
Die erste Welle traf um etwa 12.000–11.000 v. Chr. von Asien her über eine Landbrücke bei der Beringstraße oder in Booten entlang der Küste ein. Die ältesten allgemein anerkannten archäologischen Spuren sind die der Clovis-Kultur, die etwa das genannte Alter hat. Sie finden sich im Südwesten der USA. Mit der zweiten Welle trafen die Vorfahren der Na-Dene-Indianer ein und mit der dritten jene der Inuit. Möglicherweise wanderten die Vorfahren der Algonkin in einer separaten Welle zwischen den Clovis und den Na-Dene nach Amerika. Einige Funde wie der des Kennewick-Mannes lassen vermuten, dass möglicherweise weitere Gruppen von Europa oder Ozeanien aus den Weg nach Amerika gefunden haben.
Gesichert ist, dass die Wikinger um 1000 n. Chr. in Neufundland (Kanada) eine Siedlung errichteten. Im 12. Jahrhundert dürfte der walisische Prinz Madoc mit einer Gruppe nach Nordamerika gesegelt sein und sich im Gebiet der heutigen US-Bundesstaaten Kentucky, Georgia und Tennessee niedergelassen haben. Möglicherweise hat diese Gruppe den Indianerstamm der Mandan gegründet.
Die ersten Siedler trafen auf Großwild wie Mammute, Mastodonten, Moschusochsen, Riesenfaultiere, Elche, Karibus und Bären. Sie jagten diese Tiere mit Harpunen, Wurfspießen und Speerschleudern. Weiter sammelten sie Beeren, Nüsse und Wildreis. Entlang der Küsten fingen sie Fische. Zwischen 13.000 und 9.000 v. Chr. wich das Eis zurück und hinterließ große Seen und Flüsse, die sich zur Fischerei anboten.
Vermutlich etwa um 8.000 v. Chr. starben etliche der Großwildtiere aus, ob aufgrund übermäßigen Jagens oder aufgrund der Klimaveränderung, ist nicht geklärt. Gleichzeitig ermöglichte das wärmere Klima Ackerbau, so dass in den folgenden Jahrtausenden etliche Indianervölker vom nomadischen Jäger- und Sammlertum zum sesshaften Ackerbau übergingen. Besonders im Südosten der heutigen USA entwickelten indianische Völker Hochkulturen.
Kolonialgeschichte
Nach der Reise von Christoph Kolumbus im Jahre 1492 nach Amerika wanderten immer mehr Europäer nach Amerika aus. Allein zwischen 1620 und 1770, also bis knapp vor der amerikanischen Unabhängigkeit, stieg die weiße Bevölkerung in den USA von 2.000 auf über 2,2 Millionen an. Dies führte zu Landstreitigkeiten zwischen Weißen und Indianern.
Pelzhandel
Der Pelzhandel zwischen Euro-Amerikanern und Indianern nimmt eine wichtige Rolle in der amerikanischen Kolonialgeschichte ein. Die europäischen Einwanderer hatten großen Bedarf an Pelzen für den heimischen Markt. Besonders Biberpelze waren für Kopfbedeckungen sehr begehrt. Die weißen Händler tauschten die Pelze bei den Indianern ein oder kauften sie weißen Fallenstellern ab. Oft stiessen die Fallensteller in bisher für die Einwanderer unbekanntes Gebieten vor und trugen so erheblich zur Erkundung Amerikas bei. Die Weißen waren an Handels-Koalitionen mit indianischen Stämmen nicht nur aus ökonomischen sondern auch aus politischen Gründen interessiert, brauchten sie doch diese Allianzen im Kampf um die koloniale Vormachtsstellung in Amerika. Für die Indianer brachte der Pelzhandel erhebliche Änderungen der Machtverteilung mit sich. Wer sich eine gute Position im Pelzhandel sichern, und damit europäische Güter wie zum Beispiel Feuerwaffen einhandeln konnte, war klar im Vorteil. Der Pelzhandel brach im 19. Jahrhundert zusammen. Gründe waren die Ausrottung der Pelztiere an vielen Orten Nordamerikas und die Änderung der Hutmode in Europa.
Neue Waffen
Pelzhandel
Die europäischen Einwanderer brachten nach 1492 verschiedene Kulturgüter mit sich, die das Leben der Indianer nachhaltig veränderten. Die Anwendung von Metallspitzen auf Speeren und Pfeilen führte zu ersten Kräfteverschiebungen unter den indianischen Nationen. Früher hatten sie Steinspitzen aus Granit oder anderen harten Steinen gebaut. Regelrechte Völkerwanderungen wurden jedoch durch die ungleichmäßige Einführung von Feuerwaffen entlang der nordamerikanischen Ostküste und von der Hudson Bay aus ausgelöst. Stämme, die zuerst Feuerwaffen erhielten, konnten benachbarte Stämme oft völlig aus ihren angestammten Gebieten vertreiben, was zu regelrechten Domino-Effekten führte. Später berühmt gewordene Stämme wie die Lakota oder die Cheyenne waren ursprünglich sesshafte Bewohner des östlichen Waldlandes, bevor mit Feuerwaffen ausgestattete Nachbarn sie verdrängten. Solange Vorderlader verwendet wurden, hatten Feuerwaffen vor allem einen psychologischen Vorteil und eine größere Reichweite als Pfeil und Bogen, waren jedoch Pfeil und Bogen in puncto Feuergeschwindigkeit stark unterlegen.
Noch 1866 erlangten größtenteils mit Pfeil und Bogen bewaffnete Lakota und Cheyenne entscheidende Siege gegen US-Truppen. Bereits im Folgejahr, als die US-Armee mit Repetiergewehren ausgestattet war, änderte sich dies schlagartig. Dem rücksichtslosen Einsatz von industriellen Tötungsmitteln gegen Männer, Frauen und Kinder wie Gebirgshaubitzen, Hotchkiss-Schnellfeuerkanonen, die 100 Schuss pro Minute abfeuerten, sowie Gatling-Kanonen, einer frühen Form des Maschinengewehrs, hatten die Indianer nichts entgegenzusetzen.
Pferde
Die frühen spanischen Einwanderer führten Pferde mit sich, die sich rasch in Nordamerika verbreiteten und von vielen Indianervölkern in ihre Kultur integriert wurden. Besonders für die nomadischen Völker der Plains wurden die Pferde zu einem zentralen Gut. Sie konnten die Travois und damit auch die Tipis der Prärieindianer erheblich vergrößern, waren mobiler und konnten sich in Gegenden ausbreiten, die früher unbewohnbar waren. So wurde ein großer Teil der Plains, das karge Grasland, erst nach Einführung des Pferdes besiedelt. Diese machten auch die vorher sehr mühsame Jagd auf die dort lebenden Bisons wesentlich einfacher. Ehemals kleine und schwache Stämme wie die Comanche, Lakota oder Cheyenne wurden zu erheblichen Machtfaktoren in den Plains.
Ausrottung durch Infektionskrankheiten
Die Indianer Amerikas wurden von den Europäern, die nach Amerika auswanderten, in oft blutigen und grausamen Auseinandersetzungen von ihrem Land verdrängt.
Daneben spielten viele bisher in Amerika nicht bekannte Infektionskrankheiten eine Rolle beim Rückgang der indigenen Bevölkerung. Teils wurden sie unbewusst oder doch unbeabsichtigt aus Europa eingeschleppt. Es gehört aber zu den schrecklichsten Kapiteln der Eroberung Amerikas durch die Europäer, dass diese teilweise Infektionen auch gezielt unter der Urbevölkerung verbreiteten, um zu töten. Dabei dürfte es sich vermutlich um den ersten Einsatz von biologischen Waffen handeln.
Indianerpolitik
Die Indianerpolitik der USA und Kanadas war gezeichnet vom Wunsch der weißen Siedler nach Land und der folglichen Unterwerfung der Indianer. Im Jahre 1763, noch vor der Gründung der USA, entstand durch den Proclamation Act erstmals ein separates Indianer-Territorium, das die Indianer im Wesentlichen von den europäischen Auswanderern trennte. Das Gesetz trennte das Land entlang der Wasserscheide der Appalachen: Der westliche Teil wurde den Indianern zugeschrieben, der östliche den Weißen.
Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten die europäischen Einwanderer sämtliche Indianer unterworfen. Hierbei spielten verschiedene Faktoren eine Rolle und wurden unterschiedliche Mittel eingesetzt: Indianerkriege, Umsiedlung, übermäßig viele weiße Siedler, eingeschleppte Krankheiten, gebrochene Verträge und gezielte Ausrottung der Bisons als Lebensgrundlage vieler Indianer. Das Massaker von Wounded Knee im Jahre 1890 markiert den endgültigen Sieg über die Indianer; seitdem lebten sie in Reservationen und waren von den Lebensmittelrationen der Weißen abhängig. Mit dem Reservationsland blieben den Indianern diejenigen Gebiete, welche die Weißen zuletzt für sich beanspruchten, meist unwirtliche Flächen.
Auch nach der Unterwerfung der Indianer versuchten die Weißen, das so genannte „Indianerproblem“ zu beseitigen, auch weil die Lebensmittelrationen Geld kosteten. Verschiedene Versuche wie der General Allotment Act, der Indian Reorganization Act und die Termination scheiterten aber nacheinander. Erst mit dem Indian Self Determination Act von 1968 erhielten die Indianer einen Teil ihrer Rechte wieder zurück. Ihr Leben ist jedoch nach wie vor geprägt von Rassendiskriminierung und Armut.
Kanada verabschiedete 1867 mit dem Indian Act ein Gesetz, das die kanadischen Indianer künftig als Mündel der Regierung behandeln ließ. Als solche können sie nicht über sich selbst entscheiden, sind jedoch von jeglichen Steuern befreit.
Bis in die 1970er Jahre wurden indianische Kinder - in Kanada wie in den USA - früh aus ihren Familien gerissen und in meist kirchliche Internate gesteckt. Dort durften sie nicht ihre Stammessprache sprechen und mussten das Christentum annehmen. Später kamen seelische und körperliche Misshandlungen an die Öffentlichkeit. Junge indianische Frauen wurden teilweise unter Zwang sterilisiert.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelangten die Indianer zu einigen Rechten. So erhielten sie 1960 in Kanada das Wahlrecht auf Bundesebene. 1982 unterschrieb Kanada einen Verfassungsartikel, womit es die traditionellen Rechte der Indianer wie auch die in staatlichen Verträgen festgelegten Rechte anerkannte. Mehrere indianische Gruppierungen errangen anschließend dank diesem Artikel vor Gericht Siege.
Siehe auch: Geschichte der USA, Geschichte Kanadas
Indianischer Widerstand
1944 gründeten Indianer verschiedenster Indianervölker den National Congress of American Indians (NCAI), der als erste und einzige panindianische Widerstandsorganisation gilt. Bereits früher waren diverse andere indianische Organisationen entstanden, die allerdings nicht bei allen Stämmen Unterstützung fanden. Der NCAI wurde zum Zwecke des besseren Schutzes der indianischen Rechte gegründet. Er verstand es als seine Aufgabe, in der amerikanischen Bevölkerung Öffentlichkeitsarbeit zum besseren Verständnis der indianischen Kultur und Situation zu leisten und sich für die Bewahrung der traditionellen kulturellen Werte einzusetzen. Der NCAI setzte sich für das Ende der Termination und für das Erstarken der Stammesregierungen ein. Bereits Ende des Zweiten Weltkrieges hatte der NCAI Mitglieder aus beinahe allen Stämmen in seinen Reihen.
Mit den Jahren stieg die Unzufriedenheit insbesondere unter den jüngeren Mitgliedern. Viele Indianer waren enttäuscht über das langsame Vorgehen des Kongresses. So spalteten sich 1961 der „Nationale indianische Jugendrat“ (National Indian Youth Council – NIYC), der sich für den indianischen Nationalismus stark machte, und 1968 die „Amerikanische Indianerbewegung“ (American Indian Movement – AIM) ab. Letztere in den Städten entstandene Bewegung sorgte Ende der 1960er und anfangs der 1970er Jahre mit ihren zum Teil recht militanten Aktionen für Schlagzeilen. 1969 besetzten AIM-Mitglieder zusammen mit Indianern verschiedener Stämme die verlassene vor San Francisco liegende ehemalige Gefängnisinsel Alcatraz, um dort ein Zentrum für indianische Kultur sowie ein Museum einzurichten. Nach 19 Monaten brachen die Indianer ihre Besetzung ab. 1971 nahmen AIM-Mitglieder einen Teil des in den heiligen Bergen der Lakota, den Black Hills, liegenden Mount Rushmore National Memorial in Besitz, um gegen die zahlreichen gebrochenen Verträge zu protestieren. Ein Jahr später zogen sie mit Mitgliedern anderer Indianerorganisationen, wie dem NIYC, im Trail of Broken Treaties nach Washington D.C. und besetzten dort für sechs Tage das Verwaltungsgebäude des Bureau of Indian Affairs (BIA). 1973 fand die wohl bedeutendste Aktion statt: AIM-Mitglieder besetzten zusammen mit Sympathisanten die in der Pine-Ridge-Reservation (South Dakota) gelegene Ortschaft Wounded Knee. Diese war und ist für die dort lebenden Lakota von geschichtsträchtiger Bedeutung. Rund 200 bewaffnete Indianer protestierten so gegen die korrupte Stammesregierung unter Richard Wilson. Die Besetzung dauerte 70 Tage.
Der NCAI seinerseits betrieb seinen friedlichen Protest durch Reden, Pamphlete, aber auch durch Unterstützung lokaler Projekte und durch das Erarbeiten von Studienprogrammen weiter. Er gewann kontinuierlich an Einfluss. Vereinte er 1970 rund 2.000 Mitglieder, so waren es 1978 bereits 3.000, die 154 Stämme vertraten.
Nach der Besetzung von Wounded Knee verlagerte sich der Protest der Indigenen. Viele wendeten sich von militanten Maßnahmen ab und widmeten sich stattdessen juristischen Möglichkeiten. 1974 gründeten über 5.000 Vertreter von 98 indianischen Ethnien den „Internationalen Indianischen Vertragsrat“ (International Indian Treaty Council – IITC), die heute wohl bedeutendste Widerstandsorganisation der Indianer. Ihr Ziel ist es, die Traditionen der Indianer zu bewahren und deren Selbstbestimmungsrecht zu erlangen. Noch im selben Jahr reisten Vertreter des IITC in die Schweiz, um die Gründung einer Menschenrechtsorganisation im Gastgeberland der UNO anzuregen. So entstand die Organisation Incomindios Schweiz, die indigenen Vertretern unter anderem ermöglicht, jährlich während einer Woche in Genf an der UNO ihre Probleme zu schildern und ihre Forderungen zu stellen.
Heutige Situation
Die Indianerpolitik der USA wechselte je nach Regierung. Als Ergebnis leben die Indianer heute meist desillusioniert in Armut. Wesentlich stärker als die weißen Amerikaner leiden sie unter Alkoholismus, Herzproblemen, Diabetes und anderen physischen und psychischen Krankheiten. In den USA sind Indianer eine Randgruppe mit wenig bis keiner Anerkennung. Bei der Volkszählung 2000 gaben 2,47 Millionen Menschen an, Indianer oder Indigene Alaskas zu sein – dies sind 26 % mehr als 1990. Weitere 1,6 Millionen gaben an, teilweise indianischer Abstammung zu sein. Die US-Indianer besitzen rund 23 Millionen Hektar Land, zumeist in Reservationen. Diese Zahl ist aufgrund von Landstreitigkeiten umstritten. 85 % der Indianer leben außerhalb von Reservationen, meist in Städten. Die Stadt mit den meisten indianischen Einwohnern ist New York City, hier leben 87.000 Indianer.
Gemäss der Census-Schätzung von 2003 lebt ein Drittel aller US-Indianer in den drei Bundesstaaten Kalifornien, Arizona und Oklahoma.
Die bevölkerungsreichsten Stämme der USA sind (Census 2000; es sind nur Indianer gezählt, die sich ausschliesslich zu einem einzigen Stamm zugehörig erklärten):
Im Jahre 2000 waren acht von zehn Amerikanern mit indianischen Vorfahren Halbblute.
Etliche kleinere Stämme kämpfen um ihre Anerkennung als solche. Um als Indianer-Stamm anerkannt zu werden, müssen sie ihre indianische Herkunft über viele Generationen nachweisen. Dies ist oft schwierig bis unmöglich. Im Bundesstaat Virginia beispielsweise wurden anfangs des 20. Jahrhunderts alle Nicht-Weiße als Farbige deklariert, auch die Indianer. In South Carolina erhielten am 17. Februar 2005 die Pee Dee und die Waccamaw die staatliche Anerkennung.
In den USA leben 20 % der Indianer unter der Armutsgrenze. Die US-Indianer besitzen 2,3 Prozent der Gesamtfläche der USA. Viele Indianer leben in urbanen Gebieten außerhalb der Reservationen.
In Kanada werden die Indianervölker als First Nations bezeichnet. Nicht zu den First Nations zählen die Inuit, Inuvialuit und die Métis. Die First Nations machen rund 3 % der kanadischen Bevölkerung aus.
Da der Anteil von Indianern, die einen Hochschulabschluss haben, wesentlich niedriger ist als bei anderen Gruppen der Bevölkerung, richteten sie im Jahre 2000 die First Nations University of Canada in Regina, Saskatchewan ein.
Das Leben in Reservationen und Reservaten
Saskatchewan
Das Leben in US-Reservationen ist von Armut geprägt. Die Arbeitslosigkeit ist enorm hoch, das Gesundheitswesen schlecht und der Alkoholismus weit verbreitet. In jüngster Vergangenheit verbesserte sich die Situation in jenen Reservationen erheblich, die mit eigenen Kasinos Millionenbeträge einspielten. Andere Stämme lehnen Kasinos mit dem Argument ab, diese würden ihre Kultur zerstören.
In Kanada wohnten 1996 400.000 Indianer in Reservaten. Bei ihnen lag die Arbeitslosigkeit bei 28,7 %; bei der kanadischen Gesamtbevölkerung lag sie dagegen bei 10,1 %. Die durchschnittliche Lebenserwartung lag in den Reservaten um mehr als sechs Jahre niedriger als in Gesamtkanada. Ähnlich sah es bei den Tuberkuloseerkrankungen aus: In den Reservaten kamen im Jahre 2000 34 Tuberkulose-Fälle auf 100.000 Personen, in Kanada lediglich 5. Auch Selbstmorde und Krankheiten im Zusammenhang mit Alkohol- und Drogenkonsum waren häufiger.
Das Leben in urbanen Gebieten
Insbesondere durch die Terminationspolitik nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die indianische Bevölkerung in den Städten sprunghaft zu. In den zwanzig Jahren nach 1950 sollen etwa 100.000 Indianer in die Städte gezogen sein. 1970 lebten bereits 44,6 % aller registrierten Indianer in Städten, um 1990 waren es mit 54 % über die Hälfte. Die am stärksten bevorzugten Städte waren zum einen die großen wie Los Angeles mit 30.000 Indianern, San Francisco mit 20.000 und Chicago mit 8.000, zum anderen kleinere Städte in der Nähe der Reservationen wie zum Beispiel Tulsa, Oklahoma City, Phoenix, Tucson, Albuquerque, Seattle, Minneapolis und Buffalo.
Die staatlich geförderte Umsiedlung in Städte hatte offiziell den Zweck, die Arbeitslosenquote in den Reservationen zu verringern. Dieses Ziel wurde nicht mal annähernd erreicht. Abgenommen hat dafür die Arbeitslosenquote der indianischen Bevölkerung in den Städten. Zwischen 1950 und 1970 sank sie von 15,1 % auf 9,4 %. Die Abnahme der Arbeitslosenquote ging einher mit einer Verbesserung der Ausbildung. Gegenüber den Reservationen lag das Lohnniveau in den Städten höher. Dieser Unterschied vergrößerte sich weiter im Laufe der Jahre. Im Jahre 1949 lag das mittlere Einkommen der Reservationsindianer bei rund 80 % desjenigen der städtischen Indianer. Zwanzig Jahre später verdienten die Reservationsindianer nur noch 57 % der in Städten lebenden. Damit lag das Einkommen der städtischen Indianer ungefähr auf dem Niveau desjenigen der schwarzen Männer. Ebenfalls niedriger als in den Reservationen ist die Sterblichkeitsrate, dies vor allem dank einer besseren gesundheitlichen Versorgung. Stärker jedoch ist der Alkoholkonsum, obwohl dieser in den Reservationen bereits ein großes Problem darstellt. Markant ist auch die geringere Kinderzahl pro Frau in den Städten. Hatte um 1980 eine Frau in den Reservationen durchschnittlich 5,3 Kinder, waren es zur selben Zeit in der Stadt nur 3,7 Kinder.
Nicht alle Indianer kommen mit der weißen Welt gleich gut zurecht. Zu Beginn der Terminationspolitik kehrten rund drei Viertel aller Umsiedler in die Reservationen zurück, später nur noch etwa die Hälfte. Für eine Rückkehr sprechen vor allem persönliche und ökonomische Gründe.
Obwohl städtische Indianer wohl ebenso mittellos sind, wie die in Ghettos lebenden Schwarzen, gibt es keine eigentlichen Indianerghettos. Vielmehr leben die Indianer über die ganze Stadt verteilt wie in Seattle oder sind in einem Gebiet im Herzen der Stadt angesiedelt, wie dies in Minneapolis der Fall ist. Dort ist das Indianerviertel zwar als Red Ghetto bekannt, ist allerdings nicht mit den schwarzen Ghettos vergleichbar, die meist am Stadtrand liegen. Egal wie die Verteilung der Indianer in den Städten aussieht, den allermeisten städtischen Indianern ist das Wohnen in ärmeren Stadtvierteln gemein. So leben 19 % aller städtischen Indianer in überfüllten Wohnungen, während dieser Anteil bei der gesamten US-Bevölkerung nur bei 7 % liegt.
Der starke Alkoholkonsum verwickelt viele Indianer in große Probleme. Insbesondere führt er zu zahlreichen Verhaftungen wegen Delikten unter Alkoholkonsum. Tatsächlich zählen Bars in den Städten zu den beliebtesten Treffpunkten.
Traditionelle Kultur
Ghetto
Als Christoph Columbus Amerika bereiste, lebten alleine im Gebiet der heutigen USA etwa 500 indianische Ethnien mit rund 175 verschiedenen Sprachen. Einige davon lebten als sehr kleine Jäger- und Sammler-Gruppen, andere als hoch entwickelte landwirtschaftliche Nationen, die sich aber nicht mit der Größe von europäischen Staaten vergleichen lassen. Zu Zeiten ihres Zenits übertraf ihre Größe selten 60.000 Personen. Die meisten autonomen Gruppen umfassten nur einige hundert. Im 16. Jahrhundert war die Tendenz zu größeren politischen Einheiten erkennbar. Trotzdem kam es immer wieder zu Trennungen aufgrund von Rivalitäten, Meinungsverschiedenheiten, Vorurteilen und Hass. Die jeweilige autoritäre Führungskraft war abhängig vom ihm entgegengebrachten Respekt. Die Mitglieder eines Stammes konnten nicht gezwungen werden zu bleiben. Bei Unstimmigkeiten verließen sie ihre Gruppe, um sich entweder einer anderen Gruppe anzuschließen oder um eine eigene Gruppe zu bilden. Dieses System stärkte das Verantwortungsbewusstsein des Führers gegenüber seinem Volk.
Die meisten nordamerikanischen Indianerstämme hatten ihre klar voneinander abgegrenzten Geschlechterrollen. Die Landwirtschaft und das Sammeln von Beeren und Wurzeln war meist Aufgabe der Frau, während das Jagen und der Krieg zur Rolle des Mannes zählte. Einige Stämme waren matrilinear organisiert, andere patrilinear. Bei vielen Stämmen bekannt und akzeptiert waren die Zwei-Seelen-Menschen, meist homosexuelle Personen, welche in die Rolle des anderen Geschlechtes schlüpften, deren Kleidung trugen und deren Aufgaben erledigten. Zwei-Seelen-Menschen wurden oft überdurchschnittliche geistige Kräfte nachgesagt, waren hoch geachtet und nicht selten als Schamane tätig.
Einige kulturelle Elemente waren im ganzen Kontinent verbreitet: So glaubten viele Indianer an Tiergeister, an das visionäre Fasten und an den Mythos, dass Amerika auf dem Rücken einer Wasserschildkröte errichtet worden war.
Bedeutender als die Gemeinsamkeiten sind die kulturellen Unterschiede. Nordamerika wird im Allgemeinen in die zehn Kulturareale Arktis, Subarktis, Nordwestküste, Plateau, Kalifornien, Großes Becken, Südwesten, Prärien und Plains, Nordöstliches Waldland und Südöstliches Waldland eingeteilt.
Zeitgenössische Kultur
Religion
Die heute bei den nordamerikanischen Indianern am weitesten verbreitete Religion ist die Native American Church. Diese besteht aus christlichen Elementen vermischt mit traditionellen Praktiken verschiedener Stämme. Der wichtigste Ritus ist die Peyote-Zeremonie. Die Ausgestaltung der Native American Church ist je nach Region leicht unterschiedlich, je nach dem, welche christliche Glaubensrichtung während der Kolonialisierung vorherrschend war, und welche eigenen Stammesbräuche üblich waren. Die Native American Church ist heute ein wichtiger Gegenpol zu den negativen Auswirkungen wie Alkoholismus und Kriminalität, welche die Kolonisierung mit sich gebracht haben.
Peyote
Musik und Kunst
Die Musik der nordamerikanischen Indianer ist üblicherweise monophon. Heute wird sowohl die tradtionelle Musik gepflegt, bestehend aus Trommeln und Flöten, wie auch moderne Musikrichtungen wie Country und Pop, meist vermischt mit traditionellen Elementen. Einige indianische Interpreten schafften den Sprung in die amerikanische Öffentlichkeit, so zum Beispiel Robbie Robertson, Rita Coolidge, Wayne Newton und die Band Redbone.
Die am weitesten verbreiteten musikalischen Anlässe unter den nordamerikanischen Indianern sind die Powwows. Dabei sitzen Trommelgruppen um eine große Trommel und schlagen zusammen während sie traditionelle Lieder singen. Zu dieser Musik tanzen Tänzer in farbenfrohen Kleidern.
Die Kunst der Indianer besteht aus Töpfern, Malen, Schmuckherstellen, Weben, Schnitzen und Korbflechten.
Schauspieler und Sänger indianischer Abstammung
- Burt Reynolds
- Johnny Depp
- Demi Moore
- Cher (Künstlerin)
- Graham Greene (Schauspieler)
- Noah Hathaway
Sprachgruppen
Die nordamerikanischen Ureinwohner sprechen eine Vielzahl von indigenen Sprachen, zu deren wissenschaftlicher Einteilung und Abgrenzung bislang keine Einigkeit besteht.
Eine Sonderrolle spielen die Métis, Nachfahren vorwiegend französischer Einwanderer und indigener Frauen, die in Kanada als indigenes Volk anerkannt sind. Sie sprechen zum Teil Französisch, zum Teil Michif, eine dem Cree verwandte Sprache.
Weiterführende Informationen
Siehe auch
- Indigene Völker Mittelamerikas und der Karibik
- Indigene Völker Südamerikas
Literatur
Indigene Literatur
- Jeannette Armstrong: SLASH. Roman über die Red-Power-Bewegung. Unrast Verlag. ISBN 3-928300-56-3
Indigene über indigene Literatur
- Audrey Huntley: Widerstand Schreiben! Entkolonialisierungsprozesse im Schreiben indigener kanadischer Frauen. Unrast Verlag. ISBN 3-928300-51-2
Bücher
- Bolt, Christine: American Indian Policy and American Reform. Allen & Unwin, London: 1987.
- Farb, Peter: Die Indianer: Entwicklung und Vernichtung eines Volkes. Nymphenburger Verlagshandlung, München: 1988
- Feest, Christian F. (Hrsg.):Kulturen der nordamerikanischen Indianer. Köln : Könemann, 2000, 480 S., ISBN 3-8290-0500-8
- Hofmann, Martin L.: Indian War. Der Fall des indianischen Bürgerrechtlers Leonard Peltier. Atlantik Verlag, Bremen. ISBN 3-926529-28-8
- Josephy, Alvin M.: Five Hundred Nations, Die illustrierte Geschichte der Indianer Nordamerikas, 469 S., ISBN 3-8940-5356-9
- Mann, Charles C.: 1491: New Revelations of the Americans Before Columbus, 480 S., Alfred A. Knopf, ISBN 1-4000-4006-X
- Sturtevant, William C.: Handbook of North American Indians. Smithsonian Institution (Hg.). Washington.
Zeitschriften
- American Indian Quarterly, University of Nebraska Press
Weblinks
- [http://home.snafu.de/duerr/NAM.html Nord- und mesoamerikanische Sprachen]
- [http://www.aimovement.org American Indian Movement]
- [http://www.incomindios.ch Menschenrechtsorganisation Incomindios Schweiz]
- [http://www.treatycouncil.org International Indian Treaty Council]
- [http://www.aktionsgruppe.de Aktionsgruppe Indianer & Menschenrechte]
- http://www.indianer-web.de/
- http://www.indianer.de
- http://www.nativeculturelinks.com/indians.html (engl.)
- http://www.welt-der-indianer.de/
- [http://www.gfisher.org/ch_4__overkill.htm Prof. Gordon McCrea Fisher über die Indianer] (engl.)
- [http://www.newadvent.org/cathen/07747a.htm Artikel über die Indianer in der katholischen Enzyklopädie] (engl.)
- [http://www.tolatsga.org/dela.html Bericht über einen konkreten Plan, Indianer gezielt durch Textilien, die mit Pocken verseucht waren, auszurotten] (engl.)
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Kategorie:Nordamerikanische Ethnie
Kategorie:Indigene Völker
ja:アメリカ州の先住民族
simple:Aboriginal American
Algonkin-Sprachen
Die nordamerikanische Sprachfamilie der Algonkin-Sprachen ist vor allem in den USA und Kanada verbreitet. Sie gehört zur Algischen Sprachfamilie. Östlich des Mississippi waren Algonkin, Irokesisch und Muskogee die vorherrschenden Sprachen.
Eines der herausragenden Merkmale der Algonkin-Sprachen ist sicherlich, dass es die größte Sprachfamilie in Nordamerika vor dem Eintreffen der Europäer gewesen ist.
Algonkin ist eine Familie verwandter Sprachen, hat aber viele Dialekte, deren Sprecher sich nicht unbedingt gegenseitig verstehen können.
Algonkin sprechende Völker besiedelten den größten Teil des nordöstlichen Nordamerika, mit Ausnahme der Irokesen-Völker im Raum New York, Nord-Pennsylvania und Süd-Ontario.
Sie reichten von der Hudson Bay nach Süden entlang der Atlantikküste bis North Carolina und nach Westen bis zum Mississippi. Auf den Prärien der Great Plains im Westen gehörten zur Algonkin-Sprachfamilie die Cheyenne, Arapaho, Gros Ventre, Blackfeet, Cree und Anishinabe, und möglichweise in abgewandelter Form bis zu den Wiyot and Yurok in Nord-Kalifornien.
Charakteristika der Sprachen
Die Morphologie ist agglutinierend-polysynthetisch.
Liste von Algonkin-Sprachen
- Abenaki
- Anishinabe (noch ca. 30.000 Sprecher)
- Arapaho
- Beothuk (Neufundland, ausgestorben)
- Blackfeet (Siksika, noch ca. 10 000 Sprecher)
- Cheyenne
- Micmac (noch ca. 10.000 Sprecher in Kanada (Neuschottland, Neu-Braunschweig, Québec (Gaspé-Halbinsel)) und USA (Maine))
- Shawnee
- und eine Reihe kleinerer Sprachen (z.B. Innu)
Das Dialektkontinuum Cree-Montagnais-Naskapi (noch ca. 50.000 Sprecher):
- Cree
- das Michif der Métis ist eine Variante des Cree
- Montagnais
- Naskapi
Siehe auch
- Sprache
- Sprachfamilie
- Sprachfamilien nach Kontinenten geordnet
- Einzelsprache
- Indianer Nordamerikas
- Algonkin
Literatur
- L. Bloomfield, Algonquian. In: Linguistic Structures of Native America. N.Y. 1946, 85-129.
- I. Goddard, Comparative Algonquian. L. Campbell & M. Mithun (eds.), The Languages of Native America. Austin, Texas 1979, 70-132.
- D. H. Pentland & H. C. Wolfart, A Bibliography of Algonquian Linguistics. 2. Aufl. Winnipeg 1982.
- L. Bloomfield, The Menomini Language. New Haven 1962.
- H. C. Wolfart & J. F. Carroll, Meet Cree. 2. Aufl. Edmonton 1981.
- H. C. Wolfart, Sketch of Cree, an Algonquian Language. Handbook of North American Indians; vol. 17: I. Goddard (ed.), Languages. Washington 1996, 390-439.
Weblinks
- [http://www.indianersprachen.de Indianersprachen]
- [http://home.snafu.de/duerr/NAM.html Nord- und mesoamerikanische Sprachen]
- [http://www.ethnologue.com/web.asp Ethnologue: Languages of the World englisch]
Kategorie:Sprachfamilie
Ottawa (Volk)Die Ottawa sind ein Indianerstamm, der zu den Algonkin gehört und mit den Anishinabe verwandt ist. Sie siedelten früher am Ottawa-Fluss.
Anfang des 20. Jahrhunderts kamen sie im heutigen Michigan und im Indianerterritorium vor.
Siehe auch: Liste nordamerikanischer Indianerstämme
Kategorie:Nordamerikanische Ethnie
Kanada
Kanada (engl./frz.: Canada) ist ein Staat in Nordamerika. Der einzige unabhängige Nachbarstaat sind die USA, mit denen Kanada rege Wirtschaftsbeziehungen pflegt. Ferner grenzt Kanada an das zu Dänemark gehörende Grönland und an das zu Frankreich gehörende St. Pierre und Miquelon. Kanada ist ein Flächenstaat, dessen Bevölkerung zum Großteil auf wenige städtische Zentren konzentriert ist. Um die ethnische, sprachliche und kulturelle Vielfalt der einzelnen Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten, ist Kanada politisch als Föderation organisiert; ein Mosaik der Kulturen ist (im Gegensatz zum Modell des Schmelztiegels) politisch gewollt. Die Unabhängigkeitsbestrebungen Québecs, die Rechte der französischsprachigen Bevölkerungsgruppe und die Rechte der indianischen Völker prägen zentrale Konfliktlinien innerhalb der kanadischen Gesellschaft.
Geographie
Québec
Kanada ist mit einer Fläche von 9.984.670 Quadratkilometern nach Russland das zweitgrößte Land der Erde. Davon sind 9.093.507 km² Landmasse und 891.163 km² Wasserfläche. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung über Landfläche beträgt 4.634 Kilometer von Kap Columbia auf den Ellesmere-Inseln, Nunavut nach Mittelinsel auf dem Eriesee in Ontario, die größte Ost-West-Entfernung beträgt 5.514 Kilometer von Kap Spear in Neufundland und Labrador bis zur Grenze des Yukon-Territoriums mit Alaska.
Die Gesamtlänge der Grenze zwischen Kanada und den USA beträgt 8.890 Kilometer. Kanada hat mit 202.080 Kilometern die längste Küstenlinie der Welt.
Es grenzt an die USA (im Süden und im Westen (Alaska)), den Pazifischen Ozean, das Nordpolarmeer, Grönland (Seegrenze) und den Atlantischen Ozean. Die größte Insel ist die Baffininsel. Der Osten des Landes wird vom Sankt-Lorenz-Strom dominiert, der Norden von der Hudson Bay. In Mittelkanada schließen sich – als nördliche Fortsetzung des US-amerikanischen „Mittleren Westen“ – weitläufige Ebenen an. Westlich davon liegen die Rocky Mountains und die Pazifikküste. Die größte Stadt ist Toronto, gefolgt von Montréal, Vancouver und Calgary.
Der Nordteil wird vom kanadisch-arktischen Archipel geprägt. Die nördlichste Halbinsel ist Boothia.
Klima
Kanada umfasst unterschiedliche Klimazonen (vom Polarklima bis zum gemäßigten Klima). Hauptsächlich bestimmt jedoch das Boreale Klima mit langen kalten Wintern (bis zu –35 °C) und kurzen heißen Sommern (bis zu 35 °C) den überwiegenden Teil Kanadas. Aufgrund der Größe des Landes ist das Klima in den einzelnen Bundesstaaten sehr unterschiedlich. So wurden z.B. im Winter 2004 / 2005 Temperaturen von -58 °C in Burwash Landing / Yukon Territory gemessen.
An der Westküste findet man angenehmes Seeklima mit hohen Niederschlägen, da sich die feuchte vom Ozean kommende Luft am Westrand des Küstengebirges abregnet. Die Jahreszeiten sind in den Provinzen Quebec und Ontario am deutlichsten zu entdecken. Hier gibt es kalte Winter, angenehme Frühjahre und Herbstmonate und von Juli bis September den oft sehr schwül-heißen Sommer mit Durchschnittstemperaturen um 25 °C.
Bevölkerung
Die Bevölkerung Kanadas beträgt geschätzte 32 Millionen. Der letzte Census-Report von 2001 gibt die kanadische Bevölkerung mit 30.007.094 an. Das ergibt eine Bevölkerungsdichte von ca. 3,2 Einwohner/km², welche damit eine der geringsten der Welt ist.
Der Großteil der Bevölkerung lebt in den Provinzen Québec und Ontario entlang des Sankt-Lorenz-Stromes, d. h. rund um Toronto, Montréal, Québec, Ottawa, London und Hamilton.
11,4 Millionen leben in Ontario, 7,2 Millionen in Québec, 3,9 Millionen in British Columbia und 3 Millionen in Alberta. Die restlichen Provinzen und Territorien haben jeweils weniger als 1 Million Einwohner, wobei Nunavut mit knapp 27.000 Einwohnern das bevölkerungsärmste Territorium Kanadas ist.
Sprachen
Landessprachen sind Englisch und Französisch. In Nunavut ist auch Inuktitut Amtssprache.
Alle Provinzen mit Ausnahme von Québec (frz.) und Neubraunschweig (bilingual engl./frz.) sind englischsprachig, im Volksmund auch genannt English Canada. Alle Regionen haben nicht-englischsprachige Minderheiten, in der Hauptsache Nachkommen der ursprünglichen Bewohner, Inuit (im Norden) und Indianervölker (siehe auch Indianer Nordamerikas). In Neuschottland gibt es eine Minderheit, die Schottisches Gälisch spricht.
Demographische Struktur und Entwicklung
Schottisches Gälisch
Kanada ist ein klassisches Einwandererland. Große Einwanderergruppen kamen in der Vergangenheit aus dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Deutschland, der Ukraine, Polen und aus den USA. Heutzutage wächst die Bedeutung der Einwanderer aus Fernost, vor allem aus der Volksrepublik China.
Die Geburtenrate betrug 2003 10,99 Geburten pro 1000 Einwohner, die Sterberate 7,61 Todesfälle pro 1000 Einwohner. Das Bevölkerungswachstum betrug 0,94 %.
Die durchschnittliche Lebenserwartung in Kanada liegt bei 73,6 Jahren. 26 % der Kanadier sind 19 Jahre oder jünger, 13 % 65 Jahre oder älter. Das mittlere Alter der erwerbsfähigen Bevölkerung liegt bei 42 Jahren, die Schätzung für 2011 bei 43,7.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Kanadas
Der erste Versuch einer europäischen Besiedlung erfolgte durch die Wikinger unter Leif Eriksson um 1000. Die Siedlung hatte jedoch nicht lange Bestand. Die erste dauerhafte Siedlung gründeten, mit Québec, die Franzosen 1608. Nach mehreren Kriegen zwischen Frankreich und England fielen alle nordamerikanischen Kolonien 1763 an die englische Krone.
1812 bis 1814 kam es zwischen den unabhängigen USA und Großbritanniens verbliebenen Kolonien in Kanada zu einem Krieg. 1867 erhielten die britischen Kolonien eine Verfassung und eine gewisse Eigenständigkeit gegenüber Großbritannien.
Formal erhielt Kanada erst 1982 die vollständige Unabhängigkeit.
Politik
Kanada ist eine Föderation mit zehn Provinzen und drei von der Regierung verwalteten Territorien.
Kanada ist eine repräsentative parlamentarische Demokratie mit einer symbolischen konstitutionellen Monarchie innerhalb des Britischen Commonwealth of Nations.
Das symbolische Staatsoberhaupt ist die britische Königin Elizabeth II., sie wird durch einen Generalgouverneur vertreten.
Der Premierminister ist der liberale Paul Martin.
Das Parlament besteht aus dem demokratisch gewählten Unterhaus und dem Senat, dessen Mitglieder ernannt werden. Die Legislaturperiode dauert fünf Jahre, aber der Premierminister kann das Unterhaus vorzeitig auflösen und Neuwahlen ausrufen.
Außenpolitik
Militär
Hauptartikel: Kanadische Streitkräfte
Provinzen und Territorien
Kanadische Streitkräfte
Hauptartikel: Provinzen und Territorien Kanadas
Kanada ist in 10 Provinzen und 3 Territorien gegliedert. Das sind von West nach Ost:
- Yukon-Territorium (Whitehorse), Territorium
- Nordwest-Territorien (engl. Northwest Territories, fr. Territoires du Nord-Ouest, Yellowknife), Territorium
- Nunavut (Iqaluit), Territorium
- Britisch-Kolumbien (engl. British Columbia, fr. Colombie-Britannique, Victoria)
- Alberta (Edmonton)
- Saskatchewan (Regina)
- Manitoba (Winnipeg)
- Ontario (Toronto)
- Québec (Québec)
- Neubraunschweig (engl. New Brunswick, fr. Nouveau-Brunswick, Fredericton)
- Prinz-Eduard-Insel (engl. Prince Edward Island, fr. Île-du-Prince-Édouard, Charlottetown)
- Neuschottland (engl. Nova Scotia, fr. Nouvelle-Écosse, Halifax)
- Neufundland und Labrador (engl. Newfoundland and Labrador, fr. Terre-Neuve-et-Labrador, Saint John's)
Der Unterschied zwischen kanadischen Provinzen und Territorien besteht darin, dass die Bundesregierung eine direktere Macht auf die Territorien ausübt, während die Provinzen durch eigene Provinzregierungen verwaltet werden.
Wirtschaft
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2003 preisbereinigt 756,25 Mrd. Euro gegenüber 727,42 Mrd. Euro im Jahr 2002. Damit ist Kanada gemessen am BIP pro Kopf mit 23.909 Euro an achter Stelle in der Welt. Real wuchs das BIP im Jahr 2003 um 2,2 %, ein Jahr zuvor waren es noch 3,4 %. Die Inflationsrate betrug 2003 2,6 %.
Kanada ist Mitglied im NAFTA (North-American Free Trade Agreement) zwischen Kanada, den USA und Mexiko.
Kultur
Das heutige Kanada wird überwiegend durch die europäischen Einflüsse der Pioniere, Forscher, Händler und Fischer aus Großbritannien, Frankreich und Irland geprägt, die ab 1497 den nördlichen Teil des Kontinents erforscht und bald besiedelt haben. Viele ihrer Traditionen bleiben weiterhin Teil von Kanada, etwa ihre Nahrung, Sprache, Erzählungen, Geschichte, Feiertage und Sport. Viele Kanadier können ihre Wurzeln zurück zu diesen Ländern verfolgen und sind stolz auf ihre Herkunft.
Kanada und Großbritannien teilen eine gemeinsame Geschichte und arbeiten durch viele Organisationen wie den Commonwealth, die G-8 und die NATO zusammen. Die beiden Länder teilen das gleiche Staatsoberhaupt und zählen zu den ältesten parlamentarischen Demokratien in der Welt. Großbritannien ist Kanadas drittgrößter Handelspartner und nach den USA auf Platz zwei der ausländischen Touristen, die Kanada besuchen.
Vielfältig sind die kulturellen Überlieferungen der kanadischen Indianer oder der first nations, wie sie sich selbst nennen. Jedes Volk hat seine eigene Kultur, Sprache und Geschichte. Ihre Kultur wurde ausschließlich mündlich übertragen. Verschiedene Stämme schufen einzigartige Kunstwerke wie geflochtene Körbe, gemalte Abbildungen und geschnitzte Tier-Skulpturen. Eine besondere Rolle spielen die Inuit (auch Eskimos genannt) im Norden des Landes. Ihre Kultur ist in besonderem Maße von der Anpassung an die widrigen Klimaverhältnisse geprägt.
Viel dieses kulturellen Vermächtnis wird bis heute in Kanada gefeiert. Das Emblem der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver ist ein inukshuk (Steinmand'l) aus aufeinander gestapelten Steinen in menschlicher Form, als Symbol für die Inuitkultur.
Seit den 1990er Jahren sind in Kanada viele Asiaten, vorwiegend aus Hongkong, China und Korea, eingewandert. Insbesondere in Vancouver und Toronto bilden sie eine starke nationale Minderheit.
Kanada hat viele namhafte Künstler der Rock- und Popmusik hervorgebracht, z.B. Joni Mitchell, Bryan Adams, Michael Bublé, Leonard Cohen, Céline Dion, Shania Twain, Nelly Furtado, Avril Lavigne, Alanis Morissette, Nickelback, NoMeansNo, Rush, Simple Plan, Skye Sweetnam, Smashing Pumpkins, Sum 41 und Neil Young. Populäre Jazzmusiker sind u. a. Oscar Peterson und Diana Krall.
Zu den bekannten kanadischen Schauspielern gehören Keanu Reeves, Carrie-Anne Moss, Pamela Anderson, Jim Carrey, Michael J. Fox, William Shatner und Mike Myers.
Auf dem Gebiet der klassischen Musik ist der bekannteste Kanadier sicherlich Glenn Gould (1932–1982), der einer breiteren Öffentlichkeit als begnadeter Interpret vor allem der Werke Bachs bekannt ist. Berühmtheit erlangte der damals 22-Jährige im Jahr 1955 mit einer aufsehenerregenden Einspielung der Goldberg-Variationen.
Kanada verfügt über eine reiche, wenn auch junge literarische Tradition. Insbesondere seit den 1960er Jahren genießen Autoren wie Leonard Cohen, Margaret Atwood und Michael Ondaatje auch außerhalb ihrer Landesgrenzen erhebliche Bekanntheit.
Der eigentliche Nationalsport ist Lacrosse, jedoch ist in Kanada auch Eishockey sehr beliebt, was nicht nur den US-amerikanischen Mannschaften in der NHL beim Kampf um den begehrten Stanley Cup bestens bekannt sein dürfte, sondern auch weit über die Grenzen Kanadas hinaus. Außerdem erfreut sich auch Curling großer Beliebtheit.
Siehe auch: Kanadische Literatur, Liste kanadischer Schriftsteller
Umwelt
Der Kohlenstoffdioxidausstoß pro Kopf des Landes gehört zum weltweit höchsten, was an der wirtschaftlichen Ausrichtung und der Größe des Landes liegt. Zum einen wird dort viel geflogen, zum anderen baut die Wirtschaft vor allem auf Holzhandel und Fischfang auf.
Ein großes Problem stellt der Lachsfang auf dem Yukon River dar. In der Vergangenheit waren immer genügend große Lachsbestände vorhanden, mittlerweile musste jedoch der Lachsfang zum Teil schon saisonell verboten werden (Saison 2002). Schuld für das Fehlen der Fischzüge zu den Quellen des Yukon sind US-amerikanische Fischtrawler, welche vor der Mündung des Yukon River großzügig alles abfischen und somit die Rückwanderung und das Ablaichen der Lachse erschweren. Ein Einspruch der Kanadischen Regierung ist nicht zu erwarten, da gefürchtet wird, dass sonst die amerikanischen Kreuzfahrtschiffe auf dem Weg nach Alaska nicht mehr an der kanadischen Küste halt machen. Der Tourismus würde somit in den betroffenen Regionen stark geschädigt.
Ein noch nicht gelöster Konflikt zwischen Interessenvertretern von Naturschutz und Industrie ist die teilweise recht rabiate Tötung von Robben zur Fell- und Fleischgewinnung. Hier gerät Kanada einerseits unter den moralischen Druck der Weltöffentlichkeit, andererseits unter den Druck der neufundländischen Bevölkerung, für welche die Robbenjagd einen notwendigen Nebenverdienst darstellt.
In Kanada gibt es eine Reihe bekannter Nationalparks und Provinzparks (Provicial Parks, z. B. Algonquin Park, Ontario). Siehe Nationalparks in Kanada
Nach einer Studie der Simon Fraser Universität, die auf Betreiben der David Suzuki Foundation durchgeführt wurde, gehört Kanada zu jenen Industrienationen mit der schlechtesten Umweltschutz-Bilanz. So liegt Kanada auf dem 28. Platz von 30 untersuchten Staaten auf dem Gebiet der Ökonomischen Zusammenarbeit und Entwicklung. Auch teilt sich das Land den 30. Rang bei der Produktion von Atommüll und der Kohlenmonoxidemission. Außerdem nimmt man beim Wasserverbrauch den 29. Platz ein. Europäische Staaten wie Schweden, die Schweiz, Dänemark und Deutschland rangieren an der Spitze dieser Umweltbilanz, während Kanada, Belgien und die USA an derem unteren Ende stehen. „The ability of other high-income countries, such as Sweden, to achieve much lower levels of pollution shows it can be done,“ teilte einer der Wissenschaftler in einer Stellungsnahme dazu mit. „There's no excuse - all it requires is a strong commitment from government.“
Portal Kanada
In unserem Portal Kanada findet man weitere Artikel zu Kanada nach Themen sortiert. Auch aktuelle Nachrichten aus Kanada sowie Hinweise, wie man sich an der Arbeit im Wikipedia-Bereich Kanada engagieren kann, sind vorhanden.
Weblinks
- [http://www.canada.ca Offizielle Homepage von Kanada]
- [http://www.kanada.de Die Kanadische Botschaft in Deutschland]
- [http://www.travel-images.com/canada.html Kanada-Bilder]
- [http://www.kanada-studien.de/ Gesellschaft für Kanada-Studien]
- [http://www.weltkarte.com/nordamerika/landkarte-kanada.htm Landkarten und Stadtpläne von Kanada]
Kategorie:Staat
Kategorie:Monarchie
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VolksstammEin Volksstamm ist eine Gruppe von Menschen, die sich zusammengehörig fühlt, jedoch nicht unbedingt ein geschlossenes Territorium einnimmt, oder deren Anrecht auf ein solches Territorium von den umliegenden Gruppen anerkannt wird. Historisch kann der Stamm auch eine politische Untereinheit einer Nation sein, wie etwa im antiken Rom oder im Israel zur Zeit der Richter und Könige.
Der Gebrauch des Begriffes hat sich in seiner langen Geschichte mehrfach geändert, was bei der Verwendung des Wortes Stamm immer bedacht werden sollte.
Essenzialistische und konstruktivistische Definition
Wie bei der Nation gibt es im Wesentlichen zwei Arten, einen Stamm zu definieren. Bei einer essenzialistischen Definition versucht man, die Zugehörigkeit zu einem Stamm an Hand von Eigenschaften, die seinen Mitgliedern gemeinsam sind und die angeblich objektiv feststellbar sind, zu treffen, wie etwa Abstammung, Sprache, Religion, Sitten und Gebräuchen.
Die konstruktivistische Definition geht davon aus, dass es lediglich der 'Glaube' an eine gemeinsame Abstammung ist, der Stämme zusammenhält. Wie ethnographische Forschungen gezeigt haben, sind Genealogien in schriftlosen Gesellschaften sehr flexibel und passen sich politischen Veränderungen sehr schnell an. Danach wären Stämme vor allem politische Zusammenschlüsse. So schlossen sich während der Völkerwanderung Gruppen unterschiedlicher Herkunft zu Stämmen zusammen. Den "Kristallisationspunkt" bildete dabei oft ein einzelner Anführer und dessen Nachkommen, der dann später oft als Stammvater der gesamten Gruppe galt. Gerne wurde die Abstammungslinie auch auf eine Gottheit zurückgeführt. Beispiele wären etwa die Alemannen oder die Langobarden. Oft besitzen Stämme auch eine ethnogenetische Erzählung, die berichtet, wie es zu dem Zusammenschluss kam, wie sie die Merkmale erwarben, die sie von anderen Stämmen unterscheiden, und wie sie, oft unter der Führung eines göttlichen Wesens, in ihr späteres Siedlungsgebiet gelangten.
Da in der Antike die Verwandtschaft als wichtigstes Gliederungsprinzip der Gesellschaft galt, wurden auch rein administrative Einheiten meist auf eine gemeinsame Abstammung zurückgeführt, die wohl anfangs rein nominell war, irgendwann aber als real akzeptiert wurde.
Abgrenzung zu Volk und Staat
Die genaue Abgrenzung des Begriffs Stamm von Volk ist problematisch, da die Grenzen oft fließend sind. Der Stamm kann eine Untereinheit eines Volkes oder einer Ethnie bilden, oder man nimmt an, dass Stämme eine Vorstufe des Staates seien. So sehen sich beispielsweise die amerikanischen Irokesen selbst als Volk und Nation an; auch in Deutschland gibt es noch Stammesabgrenzungen, v.a. im heutigen Bayern, wo zwischen vier Stämmen (Altbaiern, Schwaben, Franken und Sudetendeutschen) unterschieden wird.
Als unterscheidendes Merkmal zwischen Stammesgesellschaften und Staaten gilt oft das Fehlen eines Steuersystems und eines stehenden Heeres. Stammesgesellschaften, von denen noch Überreste in wenig erschlossenen Regionen der Erde existieren, werden oft als Vorform staatlicher Organisationsformen angesehen.
In der Sichtweise der klassischen Evolutionisten wie Lewis Henry Morgan und Friedrich Engels entwickelte sich die politische Gliederung über die Familie zu Abstammungsgruppen (Gentes) zu Stämmen und schließlich Staaten.
Kritik am Stammesbegriff
Der Begriff "Stamm" bzw. "Ethnos" im Sinne von "Volk", "Bevölkerungsgruppe" kann wertfrei gebraucht werden. Heute wird der Begriff jedoch zunehmend als diffamierend begriffen, da er impliziert, die Gruppe sei zu einer Nationenbildung nicht fähig und weise nur "primitive" politische Institutionen auf. In Bezug auf Afrika ist das Wort "Stamm" von Anfang an ein politisch belasteter Kampfbegriff gewesen und wurde als Überrest einer kolonialistischen Denkweise kritisiert. Die meisten Ethnologen benutzen den Begriff daher nicht mehr.
Geschichte
Im antiken Griechenland war der Stamm ein organisatorische Untereinheit des Staates. Nach Aristoteles war der Genos eine Untereinheit der Phratrie. Gewöhnlich nimmt man daher eine Klassifikation in der Reihenfolge Gens (Geschlecht, Familiengruppe), Phratie, Tritty, Stamm, Stammesbund und Volk (ethne) an. Die Gentes waren endogam, die Heiratsgemeinschaft schloss also nicht den gesamten Stamm ein. Ursprünglich war die Gliederung in Gentes aber wohl auf die Aristokratie beschränkt. Diese Gliederung lag auch der militärischen Organisation zugrunde. In der Ilias (2, 101) empfiehlt Nestor: Ordne die Männer nach Stämmen und nach Phratrien, dass die Phratrie der Phratrie beistehe und der Stamm dem Stamme". In Attika gab es vier Stämme zu je drei Phratrien und dreißig Gentes. Diese Stämme leiteten ihre Abstammung auf einen eponymen Heros zurück, sind aber klar künstlich geschaffene politische und administrative Einheiten. In den athenischen Rat der 400 entsandte jeder Stamm 100 Mitglieder. Wer kein Mitglied eines Stammes war, hatte also keine politischen Rechte. Seit der Reform des Kleisthenes spielte der Stamm keine Rolle mehr in der politischen Organisation, er teilte Attika in Gemeindebezirke (Demen) ein, die fürderhin die politische Grundeinheit bildeten. Zehn dieser Demen wurden zu einem Stamm zusammengefasst, der nun aber über den Wohnort, nicht die tatsächliche oder angenommene Abstammung definiert war (Ortsstamm, Phyle). Dieser wählte den Phylarchen und die militärischen Anführer, Strategen und Taxiarchen, stellte fünf Kriegsschiffe für die Flotte und wählte 50 Mitglieder für die Ratsversammlung. Auch diese Phylen erhielten jedoch einen eponymen Heros zugeteilt, für dessen Kult sie verantwortlich waren.
In Rom waren ebenfalls gentes zu einem Stamm (tribus) zusammengeschlossen. Der Sage nach wurde Rom von einem latinischen, einem sabellischen und einem "gemischten" Stamm begründet, die alle aus jeweils hundert gentes bestanden. Jeweils zehn gentes bildeten eine Curie, die meist der griechischen Phratrie gleichgesetzt wird. Manche Historiker (Mommsen) übersetzen aber auch "gens" als Stamm. Der Senat war aus den Vorstehern dieser 300 gentes zusammengesetzt. In der Reform des Servius Tullius wurden neue Gentes gebildet, es wird also auch hier deutlich, dass es sich um politische Einheiten handelt, die nur vorgeblich auf Verwandtschaftsbeziehungen zurückgehen.
Siehe auch
- Lineage
- Ethnologie
- Soziologie
- Stamm
- Ethnogenese
- Bevölkerungsgruppe
- Liste von Stämmen
Literatur
- Friedrich Engels: Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates. MEW 21, 25-173 (Berlin 1973) [Zürich 1884].
- H. M. Fried: The notion of tribe (Menlo Park, Cummings 1975).
- S. Humphreys: Anthropology and the Greeks (London 1978), Kapitel 8.
- Adam Kuper: The invention of primitive society. Transformations of an illusion (London, Routledge 1988).
- Bruno Krüger: Stamm und Stammesverband bei den Germanen in Mitteleuropa. ZfA 20/1, 1986, 27-37.
- R. Wenskus: Stammesbildung und Verfassung. Das Werden der frühmittelalterlichen gentes (Böhlau, Köln/Graz 1961).
Weblinks
- [http://www-user.uni-bremen.de/~relipaed/ARTIKEL4.html Stämme statt Völker]
Kategorie:Ethnologie
Kategorie:Sozialgeschichte
Kategorie:Kulturgeschichte
ja:部族
Mississauga
Mississauga ist eine kanadische Großtstadt westlich von Toronto in der Provinz Ontario mit 695.000 Einwohnern auf einer Fläche von 288.42 km².
Sie wurde 1805 besiedelt und erhielt 1974 das Stadtrecht.
Hauptarbeitgeber ist der in diesem Verwaltungsgebiet befindliche Großflughafen Toronto Pearson International Airport sowie die dort angesiedelten Unternehmen.
Weblinks
(Jeweils Engl.)
- [http://www.mississauga.ca Stadtverwaltung]
- [http://www.mississauga.com Mississauga News]
Kategorie:Ort in Ontario
IrokesenDie Irokesen (Eigenbezeichnung Haudenosaunee - Menschen des Langen Hauses) sind eine Gruppe sprachverwandter Indianervölker (siehe auch Irokesische Sprachen). Woher die Bezeichnung Irokesen kommt, ist nicht endgültig geklärt. Ihr Siedlungsgebiet erstreckte sich vom Nordufer des Sankt-Lorenz-Strom bis zum Hudson und westlich über den Eriesee hinaus.
Geschichte
Überlieferungen zufolge sind die Irokesen aus dem unteren Mississippi entlang des Ohio eingewandert.
Erstmals sind die Irokesen um das Jahr 1000 nachweisbar.
Der Irokesenbund (auch: Irokesenliga) war und ist noch heute ein Völkerbund aus den sechs Nationen der Mohawk, Onondaga, Oneida, Cayuga, Seneca und Tuscarora. In der englischen Literatur werden sie als Iroquois proper ("eigentliche Irokesen") bezeichnet.
Zwischen 1350 und 1600 waren die Stämme der Irokesen untereinander verfeindet, wurden aber im 16. Jahrhundert, vermutlich um 1570, durch den Propheten Deganawidah und Häuptling Hiawatha vereint. Die Onondaga sträubten sich lange gegen den Beitritt zur Irokesenliga und rangen ihr dabei bedeutende Privilegien ab. Der Rat der Liga, bestehend aus 50 Häuptlingen, war das Vorbild des amerikanischen und schweizerischen Regierungssystemes.
1623 wurde der niederländische Handelsposten Fort Orange auf dem Territorium der Mohawk gegründet.
Im 17. Jahrhundert vernichtete der Bund im Zuge der Biberkriege die Wyandot, Tionontati und Erie.
Die Tuscarora stießen erst 1722 zu den five nations (danach six nations) hinzu, nachdem sie von europäischen Siedlern aus North Carolina vertrieben worden waren.
Im Französisch-Indianischen Krieg (1756-1763) zwischen Engländern und Franzosen standen die Irokesen auf Seiten der Engländer.
Im amerikanischen Unabhängigkeitskriege spalteten sich die Irokesen in Oneida und Tuscarora (die sich auf die Seite der Amerikaner stellten) und den restlichen Bund (der für die Engländer kämpfte). Eine amerikanische Strafexpedition zerstörte 1779 eine wichtige Siedlung der Irokesen und brach ihren Widerstand.
Im zweiten Vertrag von Fort Stanwix löste sich die Liga 1784 auf. Die Onondaga, Seneca und Tuscarora blieben in New York, während die Mohawk und Cayuga nach Kanada gingen. Die Oneida ließen sich in Wisconsin nieder.
Noch im zweiten Weltkrieg sahen sich die Irokesen als eigenes Volk, das dann auch alleine
Adolf Hitler und dem 3. Reich den Krieg erklärte, aber nicht mit den USA kooperieren wollte.
Kultur und Bedeutung der Irokesen
Ihre freiheitliche Verfassung soll der der USA Pate gestanden haben. Auch auf das europäische Denken der Aufklärung hatte sie Einfluss (Johann Gottfried Herder, "Die große Friedensfrau der Irokesen") und auch bei Friedrich Engels nimmt sie in dessen Schrift vom Ursprung der Familie eine wichtige Stellung ein (beeinflusst wiederum von Bachofens "Mutterrecht") .
Traditionell besteht jede Nation aus mehreren Klans, denen jeweils eine gewählte Klanmutter vorsteht. Jeder Klan konnte bis zu drei Abgeordnete in die Ratsversammlung der Irokesen schicken. Die Gesellschaft war demokratisch organisiert, das Individuum genoss erstaunliche Freiheiten. Das Verwandtschaftssystem ist matrilinear, die Lebensweise ist matrilokal.
Die Irokesen haben eine starke, für Einzelpersonen kaum durchbrechbare geschlechtliche Arbeitsteilung. So sind die Frauen für die Häuser und die Landwirtschaft zuständig, während die Männer der Jagd und anderen Aufgaben nachgehen, die ein Verlassen des Clanlandes erforderlich machen.
Die Irokesen lebten hauptsächlich von Mais. Sie kannten Dutzende verschiedener Maisarten. Dies machte sie unabhängig vom Jagdglück und erlaubte eine relativ sesshafte Lebensweise. Es war aber auch eine ständige Gefahr, denn gelang es den Feinden, die Maisfelder zu zerstören, brach das Wirtschaftssystem der Irokesen zusammen. Neben dem Mais verpflegten sie sich mit Kürbis, Bohnen und Wildfrüchten. Die Jäger vervollständigten die Speisekarte mit Fleisch.
Die Irokesen lebten in mit Palisadenzäunen befestigten Dörfern, die aus bis zu hundert Langhäusern bestanden. Nach etwa zehn bis fünfzehn Jahren, wenn der Boden und der Wald nicht mehr die gewünschten Ernte- und Jagderträge brachten, zogen die Bewohner zu einem neuen Gelände.
Ein besonderes kulturelles Merkmal der Irokesen sind die Medizinbünde.
Irokesen heute
Von den heute etwa 60.000 Irokesen sprechen noch etwa 20 % eine der Irokesischen Sprachen.
Siehe auch
Liste nordamerikanischer Indianerstämme
Literatur
- In der DDR war ein Kinderbuch "Blauvogel, Wahlsohn der Irokesen" sehr beliebt.
- Lippuner, Heinz: Demokratie aus indianischer Hand? Unsere Bundesverfassung und das Great Law of Peace der Irokesen-Konföderation, in: Kleine Schriften des Museumsvereins Schaffhausen 99/5.
- Lips, Eva: Nicht nur in der Prärie, Leipzig: Edition Leipzig 1974
- Schumacher, Irene: Gesellschaftsstruktur und Rolle der Frau. Das Beispiel der Irokesen. (Soziologische Schriften; 10). Berlin: Duncker & Humblot 1972.
- Fenton, Willam N.: The Great Law and the Longhouse: a political history of the Iroquois Confederacy. (The civilization of the American Indian series, 223). Norman: Univ. of Oklahoma Press 1998
- Thomas Wagner: Irokesen und Demokratie. Ein Beitrag zur Soziologie interkultureller Kommunikation, Münster, Lit-Verlag 2004
Weblinks
- http://www.tolatsga.org/iro.html (engl.)
- http://www.sixnations.org/ (engl.)
- [http://www.graswurzel.net/297/iro.shtml Der Irokesenbund als egalitäre Konsensdemokratie]
- [http://www.indianerwww.de/indian/n_irokes.htm Irokesen im Indianerwww]
Kategorie:Nordamerikanische Ethnie
Kategorie:Matriarchales Volk
ja:イロコイ連邦
Atlantik
Der bis 9.219 m tiefe Atlantische Ozean bzw. Atlantik (umgangssprachlich in Deutschland Großer Teich genannt) bedeckt mit 106,57 Mio. km² Fläche etwa ein Fünftel der gesamten Erdoberfläche und ist damit der zweitgrößte Ozean der Erde.
Geografie
Der Atlantik, der sich bis auf seinen äußersten Nordostteil und seinen Südostteil auf der Westhalbkugel der Erde befindet, liegt zwischen der Arktis im Norden, Europa im Nordosten, Afrika im Südosten, der Antarktis im Süden, Südamerika im Südwesten und Nordamerika im Nordwesten. Im Norden grenzt er an das Nordpolarmeer, im Süden an das Südpolarmeer.
Daten
Ohne Nebenmeere, wie zum Beispiel Karibik, Mittelmeer und Nordsee beträgt die Fläche des 106,57 Mio. km² großen Atlantiks "nur" noch 83,4 Mio. km². Seine Wassermassen umfassen diesbezüglich ein Volumen von 354,7 Mio. km³ (bzw. 323,6 Mio. km³). Während seine mittlere Tiefe dementsprechend 3.926 m (bzw. 3.332 m) beträgt, liegt seine tiefste Stelle bei 9.219 m unter NN (s.u.).
Namensherkunft
Der Name des Atlantiks entstammt der griechischen Mythologie und bedeutet Meer des Atlas.
Meeresboden
Innerhalb des Atlantiks bzw. auf dessen Meeresboden befindet sich ein hoher und sehr langgestreckter Mittelozeanischer Rücken, viele niedrigere Schwellen, Tiefseebecken, Tiefseerinnen und verschiedene Meerestiefs.
Zu den Mittelozeanischen Rücken gehört der Mittelatlantische Rücken, der sich ungefähr in der Mitte des Atlantiks von Nord nach Süd durch den Ozean zieht. Er stellt eine divergierende Plattengrenze dar. Der Ozeanboden wird immer älter, je weiter er vom Mittelozeanischen Rücken entfernt ist. Durch die ständig aus dem Mittelozeanischen Rücken hervorquellende Lava verbreitert sich der Atlantik und schiebt die Kontinente auseinander. Zu den Tiefseerinnen bzw. Meerestiefs gehört der Puerto-Rico-Graben mit seiner 9.219 m unter NN liegenden Milwaukeetief, welche die tiefste Stelle des Atlantiks darstellt.
Man kann den Atlantik in Nord-, Zentral- und Südatlantik einteilen. Hierbei weisen die Böden des Zentralatlantiks das größte Alter auf - hier öffnete sich der Ozean zuerst.
Nebenmeere
Inseln
Einige der größten Inseln der Erde liegen im Atlantischen Ozean, so beispielsweise Grönland, Island, Großbritannien, Irland und Neufundland. Inselgruppen im Atlantik sind die Kanaren, die Azoren, die Bahamas, die Antillen, die Kapverden und die Falklandinseln. Kleinere, isolierte Inseln sind Madeira, Ascension, St. Helena und Tristan da Cunha.
Literatur
- Holger Afflerbach (2001): Das entfesselte Meer. Die Geschichte des Atlantik, ISBN 3492239897
Siehe auch
- Globales Förderband
- Meerestief
- Meerestiefe
- Tiefseebecken
- Tiefseerinne
- Wasser
Kategorie:Ozean
als:Atlantik
ja:大西洋
ko:대서양
simple:Atlantic Ocean
th:มหาสมุทรแอตแลนติก
zh-min-nan:Tāi-se-iûⁿ
Oberer See
Der Obere See (englisch: Lake Superior) ist der größte der fünf Großen Seen Nordamerikas sowie der zweitgrößte See der Erde. Durch ihn verläuft die Grenze zwischen den USA und Kanada. Er liegt auf 184 m über NN, seine Fläche beträgt 82.100 km². Damit ist er der größte Süßwassersee der Erde. Seine größte Tiefe ist 405 m. Der Obere See grenzt im Norden an die Provinz Ontario in Kanada und im Süden an die Staaten Minnesota, Wisconsin und Michigan in den USA. Isle Royale ist die größte Insel im See.
Der Obere See ist der Große See mit der besten Wasserqualität, da im Gegensatz zu den übrigen Seen an seinem Ufer nur wenige Industrieanlagen angesiedelt sind und er nicht von den anderen Seen gespeist wird.
Der See wird von über 200 Flüssen gespeist. Die größten sind der Nipigon River, der St. Louis River, der Pigeon River, der Pic River, der White River, der Michipicoten River und der Kaministiquia River.
Der Oberer See fließt mit dem St. Marys River in den Lake Huron. Die Stromschnellen auf diesem erfordern Sault locks (Schleusen), welche ein Teil des Wasserweges des Großen Sees sind, um Boote über den 25 Fuß hohen Höhenunterschied zum Lake Huron zu heben.
Lake Huron
Kategorie:See in den USA
Kategorie:See in Kanada
Kategorie:Geographie (USA)
Kategorie:Geographie (Kanada)
ja:スペリオル湖
zh-min-nan:Superior Ô·
Huronsee
Der Huronsee (auch Huron-See nach engl. Lake Huron) gehört zur Gruppe der fünf Großen Seen Nordamerikas. Durch ihn läuft die Grenze der USA zu Kanada. Er grenzt an den US-Bundesstaat Michigan und an die kanadische Provinz Ontario. Er liegt 176 m über NN, die Fläche beträgt 59.600 km², er geht auf 229 m Wassertiefe.
Der Huronsee ist die wesentliche Verbindung der übrigen vier Großen Seen miteinander. Der Zufluss kommt aus dem Michigansee, dem Oberen See und mehreren Flüssen, der Abfluss erfolgt über den Eriesee und über die Georgsbucht (Georgian Bay) zum Ontariosee.
Der See ist nach dem indianischen Stammesverband der Wyandot (auch Huronen) benannt. Der See war auch namensgebend für die sogenannte Huronische Vereisung, deren Spuren man in seinen Gesteinsschichten gut erkennen kann.
Im Huronsee liegt Manitoulin, die weltweit größte Insel in einem See.
Kategorie:See in den USA
Kategorie:See in Kanada
Kategorie:Geographie (USA)
Kategorie:Geographie (Kanada)
ja:ヒューロン湖
Michigan
Michigan [] ist ein Staat der Vereinigten Staaten von Amerika.
Michigan ist als Geburtsort der Automobilindustrie bekannt, besitzt aber auch eine große Tourismus-Branche. Reiseziele wie Traverse City, Mackinac Island und die gesamte Obere Halbinsel ziehen Sportler und Naturliebhaber aus den ganzen USA und Kanada an. Michigan hat die längste Küste eines US-Bundesstaates mit Ausnahme von Alaska und ist der Bundesstaat mit den meisten Sportbooten.
Geschichte
Einst ein bedeutender Lieferant von Holz, Eisen und Kupfer, wurde Michigan nach Abnahme der natürlichen Ressourcen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Geburtsort der Autoindustrie. Henry Fords erste Niederlassung in Highland Park, einer Vorstadt von Detroit, kennzeichnete den Beginn einer neuen Ära im Personentransport und änderte das gesellschaftliche Klima der USA dauerhaft. Obwohl noch immer viele Autohersteller ihre Niederlassungen in Detroit haben, hat die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Vorherrschaft auf diesem Gebiet verloren, da viele Autohersteller die großen Gewerbegebiete verließen und wegen der niedrigeren Löhne neue Niederlassungen in den Südstaaten und im Ausland gründeten.
Frühe europäische Geschichte
- 1622 Etienne Brule und sein Gefährte Grenoble, französische Entdecker, erreichen als wahrscheinlich erste Weiße den Oberen See.
- 1701 Antoine de Lamothe Cadillac und sein Leutnant Alphonse de Tonty gründen an der Stelle des heutigen Detroit einen Außenposten, den sie Fort Pontchartrain nennen.
US-Amerikanische Geschichte
- 1805 Das Michigan-Territorium wird geschaffen. Detroit ist als Regierungssitz vorgesehen, William Hull wird zum Gouverneur ernannt. Detroit wird durch einen Brand zerstört.
- 1812 Nach Ausbruch des Kriegs von 1812 zwingen britische Truppen unter Sir Isaac Brock Brigadegeneral Hulls Armee in Detroit zur Kapitulation und halten Teile Michigans besetzt, bis sie durch den amerikanischen Sieg in der Schlacht auf dem Eriesee im Herbst 1813 zum Rückzug gezwungen werden. Durch die Schlacht am Thames River wird auch die Widerstandskraft der Indianer gebrochen.
- 1835 Erste Verfassungsgebende Versammlung. Steven T. Mason wird erster Gouverneur und beginnt einen Krieg gegen Ohio wegen der Stadt Toledo. In diesem Krieg, der später als Toledo-Krieg bezeichnet wird gewinnt Ohio Toledo, aber Michigan erhält die Obere Halbinsel, die zu dieser Zeit zum Wisconsin-Territorium gehört.
Weitere wichtige geschichtliche Ereignisse
- 26. Januar 1837 Michigan wird 26. Staat der USA
- 1847 Ein Gesetz wird verabschiedet, das Lansing als neue Hauptstadt bestimmt.
- 1957 Die acht Kilometer lange Mackinac Brücke wird am 1. November eröffnet.
- 1974 Gerald R. Ford aus Grand Rapids wird 38. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika
- 1987 Michigan feiert das 150. Jubiläum seiner Aufnahme als Staat der USA.
Politik
- Gouverneurin: Jennifer Granholm
- Liste der Gouverneure von Michigan
Geographie
Liste der Gouverneure von Michigan
Michigan grenzt im Süden an Ohio, Indiana und Illinois, im Südwesten der Oberen Halbinsel an Minnesota und Wisconsin. Daneben grenzt es an den Oberen See, Michigansee, Huronsee und Eriesee.
Michigan besteht aus zwei Halbinseln, der Oberen und der Unteren Halbinsel, die nur durch die Mackinac Brücke verbunden sind. Über 80% der Bevölkerung Michigans leben im südlichsten Drittel der unteren Halbinsel. Die übrigen Gebiete sind dünn besiedelt und teilweise sumpfig.
Das Klima von Michigan nimmt weltweit eine Sonderstellung ein, da es maritim-feucht ist (durch die großen Seen), aber kontinentale Temperaturschwankungen mit sehr heißen Sommern und sehr kalten Wintern aufweist.
Die Obere Halbinsel ist reich an Bodenschätzen wie Eisen, Silber und Kupfer. Es wurden auch kleinere Goldvorkommen entdeckt. Im 19. Jahrhundert dominierte Bergbau die Wirtschaft der oberen Halbinseln. Wegen des Klimas findet man wenig Landwirtschaft auf der Oberen Halbinsel. Der Tourismus ist inzwischen der größte Wirtschaftszweig.
Größte Städte
- Liste der Städte in Michigan
- Liste der Countys in Michigan
Weblinks
- http://www.michigan.gov/ Offizielle Website (engl.)
- [http://www.aktivepolitik.de/infothek/USA_Bundesstaaten_Michigan.htm Geschichte Michigans]
- [http://www.detroitinfo.de Deutsches Forum für Umzug nach und Leben in Metro Detroit, Michigan] Ausführliches deutschsprachiges Stichwortverzeichnis bezüglich aller Belange des täglichen Lebens im Großraum Detroit, MI.
Kategorie:US-Bundesstaat
ja:ミシガン州
ko:미시간 주
Dakota (Volk)Die Dakota- (auch Santee) sind ein Indianer-Stamm der Sioux, der vor der Landnahme durch die weißen Siedler in den zentralen Plains Nordamerikas halbsesshaft lebte.
Der Stamm war namensgebend für die heutigen US-Bundesstaaten Nord-Dakota und Süd-Dakota.
Siehe auch: Liste nordamerikanischer Indianerstämme
Weblinks
- http://www.indianer.de/indisite/plains.htm
- http://www.isd77.k12.mn.us/schools/dakota/mnriver/dakota-indians.htm
- http://www.visi.com/%7Evanmulken/welcome.htm
Kategorie:Nordamerikanische Ethnie
Minnesota
Minnesota (Abk: MN oder Minn.) ist der 32. Bundesstaat der USA und liegt im Norden des Landes an der Grenze zu Kanada. Der Name entstammt der Sprache der Dakota Sioux und lautet übersetzt etwa "mit Himmel gefärbtes Wasser".
Der Staat grenzt im Norden an die kanadischen Provinzen Ontario und Manitoba, im Osten an Wisconsin und den Oberen See, im Süden an | | |