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Annette von Droste-Hülshoff
Annette von Droste-Hülshoff, mit vollem Namen: Anna Elisabeth Franzisca Adolphine Wilhelmine Louise Maria von Droste-Hülshoff, ( - 12. Januar 1797 auf Burg Hülshoff bei Münster in Westfalen; † 24. Mai 1848 in Meersburg am Bodensee) war eine deutsche Schriftstellerin. Sie gilt als eine der bedeutendsten deutschen Dichterinnen.
Leben
Dichterinnen
Dichterinnen
Annette von Droste-Hülshoff stammte aus dem altwestfälischen, katholischen Adel. Sie führte ein zurückgezogenes, sogar eingeengtes Leben. In ihrer Kindheit und Jugend kränklich, bedingt durch ihre Frühgeburt, wurde sie in den Jahren 1812 bis 1819 von Professor Anton Matthias Sprickmann unterrichtet und gefördert. Nach dem Tod ihres Vaters 1826 siedelte sie mit ihrer Mutter auf deren Witwensitz Haus Rüschhaus bei Nienberge über.
Zwar stand sie in brieflichem Kontakt mit intellektuellen Zeitgenossen wie den Brüdern Grimm, entzog sich aber niemals den Anforderungen ihrer Familie, etwa wenn sie immer wieder als Krankenpflegerin herangezogen wurde. Da sie ständig kränkelte, stand ein Bruch mit der Familie oder der Versuch, durch ihre Schriftstellerei ihren Lebensunterhalt zu verdienen, für sie nie zur Debatte.
Trotzdem nahm sie ihre literarische Arbeit sehr ernst und war sich durchaus dessen bewusst, große Kunst zu schaffen. Ihre Balladen wurden berühmt ("Der Knabe im Moor"), wie auch ihre Novelle ("Die Judenbuche"). Ein wichtiges Dokument tiefer Religiösität ist ihr Gedichtzyklus "Das geistliche Jahr", in dem aber - typisch für die Zeit - auch die Zerrissenheit des Menschen zwischen aufgeklärtem Bewusstsein und religiöser Suche gestaltet wird.
Ihr einziger Ausbruch aus dem Käfig von Anstand und Sitte waren ihre Reisen an den Bodensee, wo sie auch nur Verwandte besuchte. Ab 1841 wohnte sie vorwiegend bei ihrem Schwager, dem Freiherrn Joseph von Laßberg auf Schloss Meersburg am Bodensee, fuhr aber noch regelmäßig nach Münster ins Rüschhaus zur ihrer Mutter, und um ihre Amme zu pflegen. Levin Schücking, mit dem sie bereits seit 1837 befreundet war, wurde durch ihre Vermittlung 1841 auf Schloss Meersburg Bibliothekar. Sie erwarb schließlich am 17. November 1843 ein Haus, das Fürstenhäusle am Stadtrand inmitten der Weinberge in Meersburg. Insbesondere unter der Inspiration ihres Dichterfreundes Levin Schücking entstand in Meersburg ein Großteil ihrer "weltlichen" Gedichte.
Am 24. Mai 1848 verstarb Annette von Droste-Hülshoff auf Schloss Meersburg am Bodensee, vermutlich an einer schweren Lungenentzündung.
Ihr Schaffen wurde dadurch gewürdigt, dass sie auf dem letzten im Umlauf befindlichen 20-Deutsche Mark-Schein abgebildet wurde.
Der Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis wurde nach ihr benannt.
Werke
- Gedichte, 1838
- Die Judenbuche (Novelle), 1842
- [http://gutenberg.spiegel.de/droste/1844/1844.htm Gedichte], 1844
- Westfälische Schilderungen, 1845
- [http://gutenberg.spiegel.de/droste/jahr/jahr.htm Das geistliche Jahr] (Gedicht-Zyklus), 1851
- Der Knabe im Moor (Ballade)
- [http://gutenberg.spiegel.de/droste/gaben/gaben.htm Letzte Gaben] (Nachlass), 1860
- [http://gutenberg.spiegel.de/droste/brdroste/brdroste.htm Briefe von Annette von Droste-Hülshoff und Philipp W.]
- Historisch-kritische Ausgabe. Werke, Briefwechsel. Herausgegeben von Winfried Woesler. Tübingen: Niemeyer 1978-2000. (13 Bände in 25 Teilbänden)
Literatur
- P. Berglar: Annette von Droste-Hülshoff. Rowohlt Verlag, Reinbek 1967
- Levin Schücking: Annette von Droste. Stuttgart 1964
- E. Staiger: Annette von Droste-Hülshoff. Frauenfeld 1967
- Doris Maurer: Annette von Droste-Hülshoff. Turm-Verlag 1996, ISBN 3929874016
Siehe auch
- Biedermeier
Weblinks
- [http://www.nrw2000.de/koepfe/huelshoff.htm Biographie]
- [http://gutenberg.spiegel.de/autoren/droste.htm Droste-Hülshoff-Texte] im Projekt Gutenberg-DE
- [http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_cde/droste.html Linksammlung]
- [http://www.droste-gesellschaft.de Droste Gesellschaft]
- [http://www.droste-forschung.de Droste Forschung]
Droste-Hulshoff, Annette von
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1797
- 14. Februar: Großbritannien. Admiral Horatio Nelson besiegt die spanische Flotte
- 26. Februar: Die Bank von England wird von ihrer Verpflichtung befreit, ihre Banknoten gegen Gold einzutauschen; Beginn der bank-restriction (bis 1821)
- Madagaskar: Antananarivo wird Hauptstadt des Merina-Stammes
- Richard Trevithick baut sein erstes Dampfwagenmodell
- Quito, Ecuador. Ein schweres Erdbeben fordert ca. 40.000 Tote
- Russische Hilfstruppen unter General Suworow ziehen durch Schrattenthal in Niederösterreich
Kultur
- 13. März: Uraufführung der Oper Médée (Medea) von Luigi Cherubini am Théâtre Feydeau in Paris
- 15. März: Uraufführung der Oper Ponce de Léon von Henri Montan Berton an der Opéra-Comique in Paris
- 10. November: Uraufführung der Oper Le Dénouement inattendu von Henri Montan Berton an der Opéra-Comique in Paris
- 1797 gilt als das Balladenjahr der Klassik: Friedrich Schiller schreibt unter anderem Der Taucher, Die Bürgschaft, Der Handschuh, Die Kraniche des Ibykus, Der Ring des Polykrates und Der Gang nach dem Eisenhammer. Unter Goethes Feder entstehen Der Schatzgräber, Der Zauberlehrling, Die Braut von Korinth, Legende sowie Gott und die Bajadere.
- 10. Januar: Annette von Droste-Hülshoff, deutsche Schriftstellerin († 1848)
- 11. Januar: Carl Rottmann, deutscher Landschaftsmaler († 1850)
- 14. Januar: Wilhelm Beer, Deutscher Bankier und Astronom († 1850)
- 22. Januar: Maria Leopoldine von Österreich, Erzherzogin von Österreich, Kaiserin von Brasilien († 1826)
- 31. Januar: Franz Schubert, österreichischer Komponist († 1828)
- 6. Februar: Joseph von Radowitz, preußischer General und Politiker († 1853)
- 15. Februar: Heinrich Steinweg, Klavierbauer († 1871)
- 22. März: Wilhelm I., König von Preußen und deutscher Kaiser († 1888)
- 30. März: Heinrich Wilhelm Krausnick, Oberbürgermeister von Berlin († 1882)
- 2. April: Jean Louis Marie Poiseuille, französischer Mediziner und Physiker († 1869)
- 5. April: Karl August Devrient, deutscher Theaterschauspieler († 1872)
- 9. April: Carl Justus Heyer, forstlicher Praktiker, Lehrer und Wissenschaftler († 1856)
- 9. April: Per Ulrik Kernell, schwedischer Schriftsteller der Romantik († 1824)
- 16. April: Adolphe Thiers, französischer Staatsmann und Historiker († 1877)
- 20. April: Heinrich von Wittgenstein, deutscher Unternehmer und Politiker († 1869)
- 12. Mai: Johann Hermann Kufferath, deutscher Komponist († 1864)
- 30. Mai: Carl Friedrich Naumann, deutscher Geologe und Kristallograph († 1873)
- 20. Juni: Karolina Gerhardinger, Ordensschwester und Kongregationsgründerin († 1879)
- 25. Juni: Paul Wilhelm, Herzog von Württemberg, Naturforscher und Entdecker († 1860)
- 23. Juli: Charles Jules Labarte, französischer Kunsthistoriker († 1880)
- 28. August: Franz Duschek, Finanzminister während der ungarischen Revolution († 1873)
- 30. August: Heinrich Marr, Schauspieler († 1871)
- 30. August: Mary Shelley, englische Schriftstellerin († 1851)
- 30. August: Mary Wollstonecraft Shelley, englische Schriftstellerin († 1851)
- 31. August: James Ferguson, schottischer Ingenieur und Astronom († 1867)
- 10. September: Carl Gustav Mosander, schwedischer Chemiker und Chirurg († 1858)
- 19. September: Bernhard Sökeland, Philologe und Historiker († 1845)
- 29. September: Fjodor Petrowitsch Lütke, russischer Marineoffizier und Entdeckungsreisender († 1882)
- 4. Oktober: Jeremias Gotthelf, Schweizer Schriftsteller († 1854)
- 5. Oktober: John Gardner Wilkinson, britischer Ägyptologe († 1875)
- 6. Oktober: Joseph Othmar Ritter von Rauscher, Erzbischof von Wien († 1875)
- 9. Oktober: Philippe Suchard, Besitzer einer Confiserie/Chocolaterie († 1905)
- 14. Oktober: Ida Pfeiffer, österreichische Entdeckerin und Reiseschriftstellerin († 1858)
- 16. Oktober: James Thomas Earl of Cardigan, britischer General († 1868)
- 30. Oktober: Henriette von Nassau-Weilburg, Ehefrau Erzeherzog Karls von Österreich († 1829)
- 14. November: Charles Lyell, britischer Geologe († 1875)
- 29. November: Gaetano Donizetti, italienischer Komponist († 1848)
- 13. Dezember: Heinrich Heine, deutscher Dichter und Journalist († 1856)
- 17. Dezember: Joseph Henry, US-amerikanischer Wissenschaftler und Professor († 1878)
- Mangas Coloradas, Häuptling der Mimbreno-Apachen († 1863)
- Ehregott Grünler, deutscher Maler
- 13. Januar: Elisabeth Christine, Tochter des Herzogs Ferdinand Albert von Braunschweig-Wolfenbüttel ( - 1715)
- 8. Februar: Johann Friedrich Doles, deutscher Komponist und Thomaskantor ( - 1715)
- 22. Februar: Karl Friedrich Hieronymus Freiherr von Münchhausen, der „Lügenbaron“ ( - 1720)
- 23. Februar: Gustav Ludwig von der Marwitz, preußischer General des 18 ( - 1730)
- 2. März: Horace Walpole, britischer Schriftsteller ( - 1717)
- 3. März: Yves Joseph de Kerguelen de Trémarec, französischer Seefahrer und Entdecker ( - 1734)
- 19. März: Sophie von Kühn, Verlobte von Novalis ( - 1782)
- 26. März: James Hutton, britischer Geologe ( - 1726)
- 12. April: Johann Georg Bach, Sohn von Johann Ernst Bach ( - 1751)
- 27. Mai: François Noël Babeuf, französischer Agitator und Journalist ( - 1760)
- 1. Juli: Johan Christian Wentzinger, Bildhauer, Maler und Architekt ( - 1710)
- 1. Juli: Johann Friedrich Flattich, evangelischer Pfarrer und Erzieher ( - 1713)
- 9. Juli: Edmund Burke, britischer Staatsphilosoph und Politiker ( - 1729)
- 3. August: Jeffrey Amherst, britischer General, Eroberer von Montréal ( - 1717)
- 25. August: Thomas Chittenden, US-amerikanischer Politiker und 1. Gouverneur von Vermont ( - 1730)
- 22. August: Dagobert Sigmund von Wurmser, österreichischer Feldmarschall ( - 1724)
- 28. August: Joseph Wright, britischer Maler ( - 1734)
- 10. September: Mary Wollstonecraft, britische Frauenrechtlerin und Schriftstellerin ( - 1759)
- 18. September: Lazare Hoche, französischer General der Revolutionszeit ( - 1768)
- 16. November: Friedrich Wilhelm II., König von Preußen ( - 1744)
- 27. November: Carl Christian Agthe, deutscher Komponist und Organist ( - 1762)
- 23. Dezember: Friedrich Eugen, Herzog von Württemberg ( - 1732)
ko:1797년
simple:1797
Münster (Westfalen)
Münster (plattdeutsch Mönster) ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Münster und ein Oberzentrum des Bundeslands Nordrhein-Westfalen. Von 1815 bis 1945 war sie Hauptstadt der damaligen preußischen Provinz Westfalen. Die Stadt liegt zwischen Dortmund und Osnabrück im Zentrum des Münsterlandes und ist seit 1915 offiziell Großstadt. Derzeit leben in der Stadt an der Münsterschen Aa ca. 270.000 Einwohner (Stand Mai 2005), die fast 48.500 Studenten sind in dieser Zahl aber nur zum Teil enthalten, da viele von ihnen in Münster nur mit Nebenwohnsitz gemeldet sind.
Die Stadt gilt als Dienstleistungs- und Verwaltungsstandort und ist Sitz mehrerer Hochschulen. Wichtige Gerichte und Verwaltungseinrichtungen für das Land Nordrhein-Westfalen sind in Münster ansässig, darunter der Verfassungsgerichtshof und das Oberverwaltungsgericht. Die alte westfälische Provinzialhauptstadt ist Sitz des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Seit über 1200 Jahren hat das Bistum Münster, eines der ältesten Bistümer in Norddeutschland, mit seinem katholischen Bischof große Bedeutung weit über die Grenzen Westfalens hinaus.
Münster ist bekannt als Fahrradstadt sowie für seine historische Altstadt. Seit dem Gewinn des LivCom-Awards 2004 darf sich die Stadt offiziell lebenswerteste Stadt der Welt nennen.
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Geographie
LivCom-AwardPanorama - links stadtnahe Wohnviertel, über dem Grün des Schlossgartens sind die Türme der Innenstadtkirchen zu erkennen
Geographische Lage
LivCom-Award (Stadtmuseum Münster)]]
Münster liegt an der Münsterschen Aa, 15 km südlich ihrer Mündung in die Ems, in der von sandig-lehmigen Ablagerungen überdeckten Westfälischen Tieflandsbucht inmitten einer von Streusiedlungen und Einzelhöfen geprägten Landschaft, dem Münsterland. Der höchste Punkt ist der Mühlenberg mit 97 Metern über Normalnull, die Innenstadt liegt auf 60 Meter über Normalnull.
Die niederländische Stadt Enschede ist etwa 70 km entfernt. Weitere Großstädte in der näheren Umgebung sind Osnabrück, etwa 44 km nördlich, Dortmund, etwa 61 km südlich und Bielefeld, etwa 62 km östlich.
Münster ist einer der 42 deutschen Verdichtungsräume. Es gehört mit seiner im Vergleich zur Einwohnerzahl sehr großen Fläche zu den flächengrößten Städten Deutschlands. Darin sind jedoch größere unbebaute ländliche Gebiete der 1975 eingemeindeten Orte enthalten.
flächengrößten Städten Deutschlands
Außerdem ist das zusammenhängend bebaute Stadtgebiet flächenmäßig vergleichsweise groß, da die Bebauung niedriger ist als in anderen der Einwohnerzahl nach vergleichbaren Städten. Dies resultiert vor allem aus dem hohen Anteil an Einfamilienhäusern und Villen sowie der größtenteils nur zwei- bis dreistöckigen Mietshäuser. Hochhäuser gibt es nur vereinzelt, Mietskasernen findet man in Münster dagegen nicht. Auffällig ist gegenüber weiter südlich gelegenen deutschen Städten auch, dass die Häuser überwiegend in Backsteinbauweise errichtet wurden und zu einem hohen Anteil giebel- statt traufständig sind. Die Gesamtfläche des Stadtgebietes von 302,79 km² teilt sich auf in 87,92 km² bebaute Fläche, 160,58 km² Agrar- und Grünflächen, 8,47 km² Wasserflächen sowie 45,82 km² Waldflächen. Der Umfang beträgt dabei 107 km, die Ausdehnung von Norden nach Süden 24,4 km und von Westen nach Osten 20,6 km.
Klima
giebel
Zwar heißt es in Münster oft „Entweder es regnet oder es läuten die Glocken! Und wenn beides zusammen fällt, dann ist Sonntag“, tatsächlich aber entspricht die Niederschlagsmenge der Stadt mit ca. 700 mm pro Jahr etwa dem Durchschnitt in Deutschland. Der Eindruck einer besonders hohen Niederschlagsmenge wird insofern nicht durch die absolute Niederschlagsmenge, sondern vielmehr durch die überdurchschnittliche Niederschlagshäufigkeit mit allerdings meistens geringerer Niederschlagsmenge hervorgerufen. Die Durchschnittstemperatur beträgt knapp über 9 °C bei ca. 1.500 Sonnenstunden im Jahr.
Nachbargemeinden und Kreise
Die Stadt grenzt an folgende Städte und Gemeinden – sie werden im Uhrzeigersinn genannt, beginnend im Nordwesten: Altenberge und Greven (Kreis Steinfurt), Telgte, Everswinkel, Sendenhorst und Drensteinfurt (Kreis Warendorf), sowie Ascheberg, Senden und Havixbeck (Kreis Coesfeld).
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Münsters ist gemäß § 1 der Hauptsatzung der Stadt in die sechs Stadtbezirke Mitte, Nord, Ost, West, Süd-Ost und Hiltrup gegliedert. In jedem Stadtbezirk gibt es eine Bezirksvertretung mit jeweils 19 Mitgliedern, die bei jeder Kommunalwahl von der Bevölkerung des Stadtbezirks gewählt werden. Vorsitzender der Bezirksvertretung ist der Bezirksvorsteher. Gemäß der Hauptsatzung gliedern sich die einzelnen Stadtbezirke weiter auf in Wohnbereiche. Dieser offizielle Begriff wird jedoch sowohl im allgemeinen als auch im offiziellen Sprachgebrauch praktisch nicht verwendet. Stattdessen wird der Begriff des Stadtteils als Synonym für Wohnbereich benutzt.
Die Stadtbezirke mit ihren zugehörigen Stadtteilen und weiteren Wohnplätzen:
Bezirksvertretung
- Mitte:
- Kernbereich
- Nord:
- Coerde
- Kinderhaus
- Sprakel mit Sandrup
- Ost:
- Gelmer-Dyckburg, bestehend aus Mariendorf, Sudmühle und Gelmer mit Gittrup
- Handorf mit Kasewinkel, Kreuzbach, Laer, Dorbaum und Verth links der Ems und Werse
- Mauritz-Ost
- West:
- Albachten
- Gievenbeck
- Mecklenbeck
- Nienberge mit Häger, Schonebeck und Uhlenbrock
- Roxel mit Altenroxel und Oberort
- Sentrup
- Süd-Ost:
- Angelmodde mit Hofkamp
- Gremmendorf mit Loddenheide
- Wolbeck
- Hiltrup:
- Amelsbüren mit Sudhoff, Loevelingloh und Wilbrenning
- Berg Fidel
- Hiltrup
Der Kernbereich der Stadt kann in historisch gewachsene Stadtviertel unterteilt werden. Die Grenzen dieser Stadtviertel sind oftmals nicht genau definiert. Zu den Stadtvierteln gehören: Aaseestadt, Geistviertel, Hansaviertel, Kreuzviertel, Kuhviertel, Mauritzviertel, Pluggendorf, Rumphorst und Südviertel. Die Stadtteile der fünf Außenbezirke umfassen größtenteils die Gebiete der ehemals selbständigen Gemeinden, bevor sie im Laufe der Zeit nach Münster eingemeindet wurden.
Demografie
Hauptartikel mit mehr Themen zur Demografie, mit Tabellen und Diagrammen, siehe: Demografie der Stadt Münster
Münster hat ca. 270.000 Einwohner und mehr als 10.000 Menschen sind mit Nebenwohnsitz gemeldet. Ca. 9% der Einwohner sind Ausländer. Die Arbeitslosenquote betrug 10,8% im März 2005. Von den 130.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind über 80% im Dienstleistungssektor beschäftigt, 17% im produzierenden Gewerbe und nur 1% in der Landwirtschaft. Der Altersdurchschnitt liegt bei unter 36 Jahren und damit ist Münsters Bevölkerung durchschnittlich vier Jahre jünger als der Bundesdurchschnitt. Die Lebenserwartung liegt in Münster für Männer bei 76,3 Jahre, für Frauen bei 83,1 Jahre. Dies ist die höchste Lebenserwartung innerhalb aller deutschen Städte.
Geschichte
Lebenserwartung
Stadtgeschichte
Hauptartikel: Geschichte der Stadt Münster
Schätzungsweise seit dem 6. Jahrhundert lag im Bereich des Domplatzes die kleine sächsische Siedlung Mimigernaford. Im Jahre 793 gründete der friesische Missionar Liudger an der Furt über die Münstersche Aa ein Kloster (lateinisch: monasterium), das der sich hier entwickelnden Stadt ihren Namen gab. Im Jahre 805 wurde er zum ersten Bischof von Münster ernannt und die Bauarbeiten zum ersten Dom wurden aufgenommen.
Aufgrund der zunehmenden Bevölkerung erhielt Münster im Jahre 1170 das Stadtrecht. In diesen Zeitraum fällt auch der Bau der Stadtbefestigung. Die Stadtmauer war ca. 4 km lang und wurde in der Mitte des 14. Jahrhunderts durch weitere Befestigungsanlagen verstärkt. Zu dieser Zeit war Münster die flächengrößte Stadt Westfalens.
Zwischen 1358 und 1454 erlangte Münster als Mitglied und ab 1494 als Vorort der Hanse in Westfalen eine große Bedeutung. Davon zeugt beispielsweise der Prinzipalmarkt, dessen prächtige Kaufmannshäuser aus dieser Epoche stammen.
Prinzipalmarkt
1534 begann die dramatische Episode der Täuferherrschaft. Sie gipfelte in der Proklamation des Königreichs Zion am 4. April 1535 durch Jan van Leyden mit sich selbst als König. Dieses Königreich hatte jedoch nur bis zum 24. Juni 1535 Bestand, als Truppen des Bischofs Franz von Waldeck die belagerte Stadt einnahmen. Die auf grausame Weise gefolterten und hingerichteten Wiedertäufer wurden anschließend in Käfigen an der Lambertikirche zur Abschreckung aufgehängt. Die Originale der Käfige hängen dort noch immer.
Am 24. Oktober 1648 wurde im Friedenssaal des Rathauses Münster der Westfälische Friede geschlossen, mit welchem der Dreißigjährige Krieg beendet wurde. Gleichzeitig erreichte der Kampf um die Unabhängigkeit der Stadt ihren Höhepunkt. Er gipfelte in dem Versuch, Münster in den Stand einer Freien Reichsstadt zu erheben. Damit war jedoch der Konflikt des Bürgertums mit dem kirchlichen Landesherrn vorprogrammiert. Er resultierte in der offenen Konfrontation mit Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen, der 1661 nach achtmonatiger Belagerung die Stadt einnahm und ihr zeitweise sämtliche Rechte entzog.
1661
Nach dem Tode des letzten Fürstbischofs im Jahre 1801 wurde die Stadt ein Jahr später durch den preußischen General Gebhard Leberecht von Blücher besetzt. Diese Maßnahme wurde erst 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss legitimiert, bevor im Jahre 1806 Truppen Napoléons die Stadt einnahmen und besetzten. Erst im Jahre 1813 wurden die Franzosen durch preußische und russische Truppen aus der Stadt vertrieben. Seit der Neuordnung Europas durch den Wiener Kongress gehörte Münster ab 1815 offiziell zum Königreich Preußen und war Provinzialhauptstadt der neu gegründeten Provinz Westfalen.
Aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und Eingemeindungen kleinerer Umlandgemeinden überstieg die Einwohnerzahl im Jahre 1915 die Marke von 100.000 Einwohner und Münster wurde zur Großstadt. Zum Ende des Ersten Weltkriegs wurde – wie in der Hauptstadt Berlin – am 9. November 1918 auf dem Hindenburgplatz die Republik ausgerufen. Der kurze Zeit später eingesetzte Soldatenrat wurde erst einige Monate später im Februar 1919 durch General von Watter entmachtet.
Während der Zeit des Nationalsozialismus war Münster Sitz der Gauleitung vom Gau Westfalen sowie der „Ordnungspolizei“, unter deren Leitung ca. 200.000 „Ordnungskräfte“ am Massenmord von Juden, Sinti, Roma und anderen Gruppen beteiligt waren. Während der Zeit des Zweiten Weltkriegs gehörte Münster zu den am stärksten zerstörten Städten Deutschlands. Etwa 91% der Altstadt und 63% der gesamten Stadt wurden durch alliierte Bombenangriffe zerstört. Auf Drängen der Bevölkerung wurde das historische Gesamtbild der Stadt in den 1950er-Jahren im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Großstädten wiederhergestellt.
Am 18. Juni 1990 trafen sich Hans-Dietrich Genscher und Eduard Schewardnadse in Münster im historischen Rathaus, um die Zwei plus Vier Gespräche vorzubereiten, die den Weg zur Wiedervereinigung ebneten. Dabei bereiteten die Münsteraner den Politikern auf dem Prinzipalmarkt einen stürmischen Empfang, der Schewardnadse sichtlich rührte.
Eingemeindungen
Prinzipalmarkt]
1816 war das 1,89 km² große Münster mit 7983 Menschen pro km² die
am dichtesten besiedelte Stadt Westfalens. Auf dem Wege von der mittelalterlichen Stadt zu einer modernen Großstadt erlebte die Stadt mehrere Eingemeindungen:
Religionen und Weltanschauungen
Christentum
Nachdem der Friese Liudger 793 das Kloster als Sitz der fränkischen Missionierung der Sachsen und Friesen gegründet hatte, wurde er am 30. März 805 zum Bischof geweiht. Das Bistum erstreckte sich von der Lippe entlang der Ems bis nach Friesland und war seit 798 als Suffragan der Kirchenprovinz Köln unterstellt. Es wurde 1120 nach der Zerschlagung des Herzogtums Sachsen zu einem Fürstbistum innerhalb des Heiligen Römischen Reichs erhoben. Das Hochstift Münster, bestehend aus dem Oberstift Münster und dem Niederstift Münster, war das größte Fürstbistum des Reiches und fiel infolge des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 an das protestantische Preußen. Eine starke katholische Ausprägung ist auch Grund dafür, dass die Reformation, anders als im größten Teil des übrigen nördlichen Deutschlands, kaum Fuß fassen konnte. Zwar gab es ab 1524 reformatorische Predigten und auch Gewaltakte gegen Klöster, doch scheiterte die Einführung der Reformation 1543 am Widerstand des Domkapitels und der Ritterschaft und sie wurde ab 1589 durch die Jesuiten nahezu vollständig verdrängt (Rekatholisierung). Geringe reformatorische Tendenzen im 17. Jahrhundert blieben erfolglos. Dennoch gab es in jener Zeit ein paar Protestanten in der Stadt, die eigene Gildemeister hatten, bis sich die Rekatholisierung durch Fürstbischof von Galen ab 1650 vollständig durchsetzte. Münster blieb somit ein bedeutendes geistliches Zentrum des Katholizismus, was auch im Stadtbild an der im Verhältnis zur Größe der Stadt auffällig großen Anzahl katholischer Kirchen erkennbar ist. 1821 wurde das heutige Bistum Münster neu umschrieben. 1825 wurde das Stadtdekanat Münster errichtet, das heute aus den Dekanaten Hiltrup, Lamberti, Liebfrauen und Mauritz besteht und zu dem nahezu alle Pfarrgemeinden der Stadt Münster gehören. Lediglich die Pfarrgemeinden St. Paulus- Dom und St. Peter sind keinem der vier Dekanate zugeordnet. Im Jahr 2005 gehören noch etwa 55% der Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Münster der römisch-katholischen Kirche an, knapp 20% sind evangelisch.
Seit Anfang des 19. Jahrhundert wurden auch Protestanten geduldet. 1803 konnte die erste protestantische Kirchengemeinde gegründet werden, deren Mitgliederzahl im Jahr 1817 jedoch nur 534 betrug. Die Stadt wurde 1816 auch Sitz der Kirchenverwaltung (Konsistorium) für die gesamte Provinz Westfalen innerhalb der Evangelischen Kirche in Preußen sowie Sitz eines Superintendenten. In den folgenden Jahrzehnten und insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich der Anteil der Protestanten durch Zuzug der häufig evangelischen Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten sowie der mehrheitlich evangelischen Spätaussiedler stark erhöht und so entstanden weitere Kirchengemeinden. Aus der früheren Superintendentur wurde der heutige Kirchenkreis Münster, zu dem 26 Kirchengemeinden der Stadt Münster und einiger Nachbargemeinden gehören. Die Kirchenverwaltung der Provinz Westfalen (seit 1. Dezember 1953 Evangelische Kirche von Westfalen) zog jedoch 1956 nach Bielefeld um (Einweihung des neuen Kirchenamtes am 26. April 1956).
Neben den beiden großen christlichen Kirchen bestehen in Münster auch noch Gemeinden verschiedener Freikirchen, darunter eine Freie evangelische Gemeinde (FeG), eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) und Methodisten. Auch die Altkatholische Kirche und die Neuapostolische Kirche sind in Münster vertreten.
Judentum
Judentum
Nach den Chroniken der Stadt Münster existierte bereits im 12. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde in Münster. Sie ist damit eine der Ältesten im Nordwesten von Deutschland. Ihr Zentrum befand sich am Ort des heutigen Rathausinnenhofs, ihr Friedhof am Ort des heutigen Paulinum-Gynmasiums. Bei den ältesten noch erhaltenen Funden jüdischer Kultur handelt es sich um mehrere jüdische Grabsteine, die im Jahre 1887 bei Bauarbeiten am Turm der Lambertikirche entdeckt wurden und dort im Mauerwerk eingelassen waren. Das älteste davon noch erhaltene Fragment trägt nach gregorianischem Kalender das Datum 18. Juli 1324. Während der Zeit des schwarzen Todes in Europa um 1350 fielen die jüdische Gemeinde und ihr Friedhof Pogromen zum Opfer. Dies erklärt auch den Fund der Grabsteine im Mauerwerk der Lambertikirche. Danach existierte bis ins 19. Jahrhundert hinein keine jüdische Gemeinde mehr in Münster. Allenfalls wurden Juden der Aufenthalt in der Stadt zeitlich befristet gestattet.
Anzeichen für den Neubeginn des Judentums in Münster lassen sich für den Anfang des 19. Jahrhunderts finden, denn im Jahre 1811 wurde ein neuer jüdischer Friedhof in Münster angelegt. Im Jahre 1830 entstand die erste Synagoge seit dem Mittelalter in der Stadt, die um 1870 für die anwachsende Gemeinde mit ihren fast 400 Mitgliedern zu klein wurde. Eine neu errichtete, größere und prächtige Synagoge wurde am 27./28. August 1880 eingeweiht. Die Gemeinde wollte einen Bau errichten, „welcher der Provinzialhauptstadt zur Zierde gereichen und (...) einen monumentalen Wert“ haben sollte. Sie erhoffte sich damit das Interesse der städtischen Behörden und der Bürger zu wecken. Allerdings blieben sowohl der Regierungspräsident als auch der Oberbürgermeister der Einweihungszeremonie fern. Die örtliche Presse erwähnte die Einweihung mit einer vierzeiligen Notiz.
Während der Zeit des Nationalsozialismus kam es wie überall in Deutschland auch in Münster zu Pogromen, Vertreibungen und Ermordungen von jüdischen Einwohnern, wodurch deren Anteil an der Bevölkerung stark zurückging. Während der Reichspogromnacht 1938 wurde zudem am frühen Morgen des 10. November die Synagoge in Brand gesetzt und zerstört, jedoch 1961 durch einen Neubau ersetzt, der am 12. März 1961 eröffnet wurde. Von den im Jahre 1933 ursprünglich 708 Angehörigen der jüdischen Gemeinde wurden 298 Menschen in Konzentrationslager deportiert, von denen nur 24 überlebten. Insgesamt 280 jüdische Bürger verließen Münster und emigrierten ins Ausland, sieben begingen Selbstmord und vier überlebten den Nationalsozialismus in Münster im Untergrund. Abzüglich der 77 Personen, die in diesem Zeitraum eines natürlichen Todes starben, verbleiben 42 Menschen, deren Schicksal ungeklärt geblieben ist. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus ist jüdische Gemeinde nicht zuletzt durch den Zuzug von jüdischen Flüchtlingen aus der ehemaligen Sowjetunion wieder angewachsen und umfasst ca. 800 Gläubige.
Islam
Die mehrheitlich muslimischen Einwanderer gehören mehreren kleineren Gemeinden verschiedener, meist sunnitischer Richtungen an. Da der Ausländeranteil in Münster, anders als in Ballungsgebieten, nur etwa dem deutschen Durchschnitt entspricht, ist der Islam im Stadtbild Münsters insgesamt kaum präsent. In der Innenstadt gibt es keine große Moschee. Im eingemeindeten Ort Hiltrup wurde jedoch Anfang 2003 die Bait-ul-Momin-Moschee als größte im heutigen Stadtgebiet feierlich in Anwesenheit von vielen Persönlichkeiten der Politik, Kirchen und einfachen Bürgern eröffnet. Sie steht im Gewerbegebiet an der Hansestraße. Somit haben die Muslime in diesem Ortsteil ein repräsentatives Gotteshaus.
Die Bait-ul-Momin-Moschee wurde von der Ahmadiyya-Muslim-Jamaat gebaut. Hierbei handelt es sich um eine islamische Gemeinschaft, deren Gründer sich als der verheißene Messias betrachtete, und die von den Sunniten nicht als Muslime anerkannt werden.
Auch verschiedene Sufi-Orden, die allgemein als Vertreter eines mystischen Islam angesehen werden, finden sich in Münster. So zum Beispiel der Orden der Tariqah Burhaniya, dessen Begegnungszentrum an der Schnorrenburg in der Nähe der Piusalle liegt.
Andere Religionen und Konfessionslose
Der Anteil der Gläubigen anderer Religionen ist in Münster gering. Infolge der Austritte aus den christlichen Kirchen wächst der früher wegen der katholischen Tradition der Stadt sehr niedrige Anteil konfessionsloser Einwohnerinnen und Einwohner.
Politik
konfessionsloser]
Für die geschichtliche Entwicklung siehe auch: Geschichte der städtischen Selbstverwaltung
Organe der Stadtverwaltung
Die Stadt Münster wird regiert von einem Rat der Stadt sowie einem Oberbürgermeister, der zugleich Vorsitzender des Rates ist. Der Rat besteht seit der Kommunalwahl im Jahre 2004 aus 74 Mitgliedern, von denen 33 direkt in den Wahlbezirken und 41 über die Parteilisten gewählt wurden. Er ist für die Angelegenheiten der Stadt zuständig, sofern die Gemeindeordnung im Einzelfall nichts anderes bestimmt. Zu Beginn einer Amtsperiode wählen die Mitglieder des Rates aus ihrer Mitte Bürgermeister als ehrenamtliche Stellvertreter für die Leitung der Sitzungen und Repräsentation der Stadt.
Der Oberbürgermeister ist der Repräsentant der Stadt und Leiter der Verwaltung. Er ist der Vorsitzende des Stadtrates und besitzt dort auch Stimmrecht, ohne jedoch ein Mitglied des Rates zu sein. Daneben besitzt er Stimmrechte im Haupt- sowie Finanzausschuss. Der Oberbürgermeister lädt auch zu Ratssitzungen ein und stellt die Tagesordnung auf. Im äußersten Fall kann er gegen Ratsbeschlüsse Widerspruch einlegen, sofern er dadurch das Wohl der Stadt gefährdet sieht. Die letzte Entscheidung über den Beschluss liegt jedoch nicht bei ihm, sondern beim Rat der Stadt. Zu den weiteren Aufgaben, Rechten und Pflichten des Oberbürgermeisters gehören u.a. die Abwicklung des Tagesgeschäftes innerhalb der Verwaltung, die Beschlüsse der politischen Gremien vorzubereiten bzw. bereits gefasste Beschlüsse auf ihre Rechtmäßigkeit zu überprüfen und auszuführen, sowie in dringen Fällen zusammen mit einem Ratsmitglied eine Dringlichkeitsentscheidung zu treffen.
Über die Angelegenheiten innerhalb eines Stadtbezirks entscheidet die Bezirksvertretung, beispielsweise die Unterhaltung und Ausstattung der Schulen, Sportplätze oder Park- und Grünanlagen. An der Spitze einer jeden Bezirksvertretung steht der Bezirksvorsteher, der zu Beginn der Amtszeit aus den Mitgliedern der Bezirksvertretung gewählt wird.
Die drei genannten Organe werden alle fünf Jahre von den Bürgern der Stadt, d.h. den wahlberechtigten Einwohnern, im Rahmen der Kommunalwahl gewählt. Die Wahl des Oberbürgermeisters erfolgt direkt. Sie endete am 10. Oktober 2004 in einer Stichwahl. Dabei unterlag Herausforderer Christoph Strässer, SPD (46,2%) dem Amtsinhaber Dr. Berthold Tillmann, CDU (53,8%). Weitere Bürgermeister/innen sind Karin Reismann (CDU), Beate Vilhjalmsson (SPD) und Günter Schulze Blasum (CDU).
Rat der Stadt
Der Rat der Stadt Münster hat seit der Kommunalwahl 2004 insgesamt 74 Mitglieder, die sich auf die einzelnen Parteien wie folgt verteilen:
Prominentestes Ratsmitglied ist Carola Möllemann-Appelhoff (FDP), die Witwe des verstorbenen FDP-Politikers Jürgen Möllemann.
Bundestagsabgeordnete
Für Münster sitzen im 16. Deutschen Bundestag die selben Abgeordneten wie auch schon in der 15. Legislaturperiode.
Dies sind neben Christoph Strässer (SPD), der sowohl 2002 als auch 2005 das Direktmandat des Wahlkreises 130 gewann, Ruprecht Polenz (CDU), Winfried Nachtwei (Bündnis 90/Die Grünen) und Daniel Bahr (FDP), eingezogen über die jeweilige Landesliste.
Die Duelle zwischen Strässer und Polenz waren beide Male sehr knapp, 2002 lagen 0,9 Prozentpunkte zwischen den Kandidaten, 2005 nur noch 0,32.
Mit vier Bundestagsabgeordneten aus einem Wahlkreis stellt Münster eine Ausnahme dar, 2002 gelang ein solches Ergebnis nur zwei weiteren Wahlkreisen.
Wappen
Landesliste
Das erste Siegel der Stadt ist nachweisbar um das Jahr 1250. Im Mittelalter zeigte das große Stadtsiegel eine stilisierte Stadt mit Mauern und Türmen. Der Siegelstempel wurde im Jahre 1534 von den Täufern vernichtet. Nach der Niederlage der Täufer und der Übernahme der Stadt durch den Fürstbischof wurde ein neues Siegel in Gebrauch genommen, welches dem alten sehr ähnlich war, jedoch das fürstbischöfliche Balkenwappen enthielt. Dieses Wappen in Gold-Rot-Gold ist um 1300 als Wappen des Stifts Münster nachgewiesen, deren erste Träger Konrad von Berg 1309 und Ludwig von Hessen 1310 waren.
Das heutige Wappen der Stadt Münster zeigt einen von Gold, Rot und Silber geteilten Schild. Es ist eine Abwandlung des Stiftswappens des Bistums (Gold-Rot-Gold). Andere Quellen sprechen auch von einer Kombination mit dem Wappen der Hanse (Rot und Silber). Die älteste bekannte Darstellung stammt aus dem Jahre 1368, zu sehen auf einer Urkunde des Antoniushospitals. Der Siegelstempel, mit dem diese Urkunde erstellt wurde, soll ca. 50 Jahre älter gewesen sein und zur Zeit der Gründung des Hospitals entstanden sein, wahrscheinlich vor 1320. Die erste farbige Abbildung des Stadtwappens ist aus dem 15. Jahrhundert überliefert. Gelegentlich sieht man auch noch eine Version, in der das goldene Feld gepunktet und der rote Balken senkrecht schraffiert ist. Dies war ein System aus der Zeit bevor Farbdruck möglich war.
In der Schmuckfassung, die unter anderem den Briefkopf des Oberbürgermeisters ziert, wird der Schild von zwei aufrecht stehenden Löwen gehalten, deren Köpfe dem Schild zugewandt sind. Ihre Zungen und Krallen sind rot. Über dem Schild befindet sich ein blauer Helm und dessen fächerförmige Helmzier wiederholt die Stadtfarben. Es sind 17 Spitzen des Fächers vorgeschrieben. Schild und Helm werden von Decken in Gold und Rot umrahmt. Diese Form wurde 1928 festgelegt.
1928
Bis hinein ins 16. Jahrhundert waren statt Löwen teilweise auch Greifen abgebildet. In anderen Darstellungen hielt nur ein Löwe den Schild, dessen Kopf dem Betrachter zugewandt war. Beide Arten lassen sich an Fassaden der Häuser auf dem Prinzipalmarkt entdecken. So ist am historischen Rathaus die Version mit einem Greif zu sehen, der das Wappen als Schild hält.
Städtepartnerschaften
historischen Rathaus
Münster unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- 25px York in Großbritannien seit 1958
- 25px Orléans in Frankreich, seit 1960
- 25px Kristiansand in Norwegen, seit 1967
- 25px Monastir in Tunesien, seit 1969
- 25px Rishon-Le-Zion in Israel, seit 1981
- 25px Fresno in den USA, seit 1986
- 25px Rjasan in Russland, seit 1989
- 25px Mühlhausen in Thüringen, seit 1990
- 25px Lublin in Polen, seit 1991
Die Stadt Muenster in Texas wurde nach der Westfalenmetropole benannt.
Nach dem Tsunami Weihnachten 2004 in Asien wurde deutschen Städten empfohlen, sich eine Stadt/Region in den betroffenen Gebieten zu suchen, die ungefähr der Größe der deutschen Stadt entspricht und ihre Hilfe auf diese eine Stadt zu konzentrieren. Die Stadt Münster und ihre Umgebung wählten daraufhin die indonesische Insel Nias. Bis zum August 2005 konnten so über 650.000 Euro an Spenden gesammelt werden, mit denen unter anderem Boote für die Fischer auf Nias bezahlt wurden, um die Eigenversorgung der Insel mit Nahrungsmitteln zu fördern.
Oberbürgermeister seit 1824
- [1] Münster bleibt 28 Monate ohne Oberbürgermeister. Ausgelöst durch Diskussionen in der Frankfurter Nationalversammlung um die Art der Anstellung der Bürgermeister entschied die Stadtverordnetenversammlung die vorläufige Aussetzung der Oberbürgermeisterwahl.
- [2] Am 23. Oktober 1850 zum „Ersten Bürgermeister“ gewählt, wurde von Olfers der Titel „Oberbürgermeister“ am 7. Juni 1851 von Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen, verliehen.
Oberstadtdirektoren 1946 bis 1997
In den Jahren von 1946 bis 1997 existierte im Rahmen der politischen Doppelspitze neben dem Amt des Oberbürgermeisters noch das Amt des Oberstadtdirektors als Leiter der Stadtverwaltung. Folgende Personen bekleideten dieses Amt:
- 1946–1952: Dr. Joseph Ludwig Karl Magnus Zuhorn, CDU
- 1952–1973: Heinrich Austermann, CDU
- 1973–1989: Dr. Hermann Fechtrup, CDU
- 1989–1997: Dr. Tilmann Pünder, CDU
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
Münsters größte Arbeitgeber waren nie Wirtschaftsbetriebe, sondern seit jeher die Bildungs- und Verwaltungseinrichtungen der Stadt, u.a. die Universität, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe und die Bezirksregierung. Aus diesem Grund wird Münster vielfach auch als „der Schreibtisch Westfalens“ tituliert. Ferner ist Münster im Vergleich zu anderen etwa gleich großen Städten als Kaufmannsstadt überdurchschnittlich bedeutsam. Neben diesen Wirtschaftszweigen spielt jedoch auch die traditionelle Landwirtschaft – insbesondere in Teilen der eingemeindeten Orte – weiterhin eine wichtige Rolle.
Große Industrieunternehmen sind daher in Münster selten. Erwähnenswert sind die BASF Coatings AG, die Lacksparte von BASF, die im Stadtteil Hiltrup über 2000 Menschen beschäftigt, die Brillux Lacke- und Farbenwerke, sowie die Westfalen AG, ein Tankstellenbetreiber und führender Flüssiggas-Versorger in Deutschland.
Hiltrup
Weit bedeutender ausgebaut ist in Münster der Sektor Finanzdienstleistung. So ist die Stadt u.a. Sitz der Provinzial-Versicherungen, der LVM Versicherungen (Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G.), der Westdeutschen Landesbausparkasse sowie (neben Düsseldorf) Hauptsitz der WestLB und NRW.BANK.
Als weitere Dienstleister haben ihren Sitz in Münster die Westdeutsche Lotterie GmbH, der zweitgrößte deutschsprachige Internetbuchhändler buch.de, sowie die Multiplex-Kinokette Cineplex. Ebenso ansässig sind die Rechenzentren der Volks- und Raiffeisenbanken für den norddeutschen Raum, die GAD eg, und der westfälischen Sparkassen, die Sparkassen Informatik. Mit insgesamt 28 Call-Centern ist Münster der größte Standort für Telefonmarketing und -umfragen in Nordrhein-Westfalen. Der deutsche Sitz des größten Rechtdatenbank-Anbieters, LexisNexis befindet sich ebenfalls mit über 300 Mitarbeitern in Münster.
LexisNexis
In der Bio- und Nanotechnologie nimmt Münster eine führende Stellung ein. Der Grund hierfür sind u.a. die enge Zusammenarbeit mit der Universität und die vielfältigen Möglichkeiten für Unternehmen, sich in Münster anzusiedeln. So gibt es neben dem 10.000 m² großen Technologiehof auch das nördlich des Biotech-Campus der Westfälischen Wilhelms-Universität auf 66.000 m² angesiedelte Centrum für Nanotechnologie, kurz CeNTech. Beispiele für Nano- und Biotechnologiefirmen in Münster sind die General Electric Healthcare Technologies im Bereich Radiopharmazie für Positronen-Emissions-Tomographie oder die Cilian AG, eine Ausgründung der Zoologie der Universität, die sich mit Mikroorganismen beschäftigt, den Ciliaten. Zur weiteren Stärkung des in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannten Sektors haben sich die Hochschulen, Transfereinrichtungen und Sponsoren, Unternehmen und Forschungszentren im Verein bioanalytik-muenster zusammengeschlossen.
Insgesamt wurde in Münster zum Ende des Jahres 2002 ein Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen von knapp 9,87 Milliarden Euro erwirtschaftet, was einen Anstieg von über 16% seit dem Jahr 1996 darstellt. Pro Kopf liegt die Wirtschaftsleistung somit im Durchschnitt bei ca. 36.500 Euro. Münster ist damit einer der wirtschaftsstärksten Standorte in Nordrhein-Westfalen, was auch die im Vergleich zu anderen Städten geringe Arbeitslosenzahl zwischen 10% und 11% erklärt.
Bildung und Forschung
Bruttoinlandsprodukt
Münster gilt als Universitätsstadt. Insgesamt studieren um die 50.000 Menschen in den Einrichtungen der Stadt, dazu kommen über 30.000 Schüler. Damit lernen und studieren mehr als ein Viertel der Gesamtbevölkerung der Stadt.
Die ca. 33.000 Schüler der Stadt verteilen sich auf 92 Schulen: Im Stadtgebiet existieren 46 Grundschulen mit fast 10.000 Schülern. Die weiterführenden Schulen teilen sich auf in acht Hauptschulen (3.200 Schüler), 13 Sonderschulen (2.300 Schüler), neun Realschulen (4.800 Schüler) und 14 Gymnasien (ca. 11.500 Schüler). Außerdem gibt es mit der Friedensschule eine Gesamtschule mit 1.450 Schülern und eine Waldorfschule mit 450 Schülern. (Stand jeweils Schuljahr 2004/2005)
Die Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) ist mit rund 42.000 Stundenten (Stand: Wintersemester 2005/2006) verteilt auf 130 verschiedenen Studienfächer in 15 Fachbereichen eine der größten Universitäten Deutschlands sowie größter Arbeitgeber der Stadt mit ca. 13.000 Beschäftigten (inklusive dem Universitätsklinikum). Sie wurde 1780 gegründet, seit 1805 war sie preußische Landesuniversität. 1818 gab es im Zuge der Gründung der Universität Bonn eine Herabstufung zur königlichen Akademie mit den Fakultäten Theologie und Philosophie, bis sie im Jahre 1902 wieder in den Stand einer Universität erhoben wurde. 1907 erhielt die Universität ihren heutigen Namen, ihr Namensgeber ist Kaiser Wilhelm II. In den Jahren 1908, 1914 und 1925 wurde die Universität erweitert. Seit 1. April 2004 gehört auch die „Musikhochschule Münster“ zur Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Da die WWU keine Campus-, sondern eine Standort-Universität mit mehr als 280 auf das Stadtgebiet verteilten Gebäuden ist, prägen fahrradfahrende Studenten das Stadtbild, die zwischen den einzelnen Standorten pendeln.
2004
Ebenfalls zu den größten Hochschulen ihrer Art gehört die Fachhochschule Münster mit fast 9.000 Studierenden in zwölf Fachbereichen und drei zentralen, fachbereichsübergreifenden Instituten mit ca. 30 Studiengängen (inklusive der Abteilung Steinfurt). Sie wurde 1971 durch den Zusammenschluss von acht Vorgängereinrichtungen gegründet und ist die viertgrößte und forschungsstärkste Fachhochschule in Deutschland.
Weitere Hochschulen in Münster sind die „Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung“ (Fachbereich Finanzen) in Gievenbeck. Diese wurde 1978 gegründet und hat 750 Studenten.
Die Kunstakademie Münster – Hochschule für Bildende Künste – wurde 1971 gegründet aus einem Institut, das zur Kunstakademie Düsseldorf gehörte und ist seit 1987 selbständige Kunsthochschule, an der 320 Studenten im Wintersemester 2004/2005 eingeschrieben waren.
Die „Philosophisch-Theologische Hochschule der Franziskaner und Kapuziner Münster“ wurde ebenfalls 1971 gegründet durch die Vereinigung der Hochschulen der Sächsischen Franziskanerprovinz und der Rheinisch-Westfälischen Kapuzinerprovinz. Sie erhielt 1983 die kirchliche und staatliche Anerkennung. An ihr werden ca. 120 Studenten unterrichtet.
Auch die Katholische Fachhochschule Nordrhein-Westfalen (KFHNW) wurde im Jahr 1971 aus mehreren Vorgängereinrichtungen gegründet, unter Anderem der Sozialen Frauenschule in Aachen (gegründet 1916) und der Westfälischen Wohlfahrtsschule in Münster (gegründet 1917). Sitz der Fachhochschule ist Köln. Am Standort Münster sind 750 Studenten immatrikuliert.
Weitere Bildungseinrichtungen sind das „Institut der Feuerwehr NRW“ und die „Westfälisch-Lippische Sparkassenakademie“ sowie im Stadtteil Hiltrup eine Polizei-Führungsakademie mit knapp 200 Studenten sowie. Zusätzlich existieren zehn Berufskollegs und 39 Fachschulen.
Als führende Forschungseinrichtung in Münster agiert das Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin. Es wurde am 1. August 2001 in Münster gegründet und besteht zur Zeit aus den zwei Abteilungen Vaskuläre Zellbiologie und Zell- und Entwicklungsbiologie. Eine dritte Abteilung befindet sich in Gründung, der genaue Forschungsbereich steht noch nicht fest.
Öffentliche Einrichtungen
Die traditionelle Funktion als Verwaltungshauptstadt des Landesteiles Westfalen ist infolge der bereits zahlreichen von Münster weg verlagerten Behörden und der vorgesehenen weiteren Straffung der Verwaltungsorganisation gefährdet. Unter anderem wird die Neuordnung der Regierungsbezirke in Nordrhein-Westfalen und damit die Auflösung der Bezirksregierung diskutiert.
Öffentliche Einrichtungen in Münster sind das Bildungszentrum der Bundesfinanzverwaltung, die Handwerkskammer Münster, die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen (Kammerbezirk beider Kammern ist jeweils der Regierungsbezirk Münster), die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, die Ärzte-, Zahnärzte- sowie Apothekerkammer Westfalen-Lippe, die Oberfinanzdirektion des Bundes, die Wasser- und Schifffahrtsdirektion West, sowie die Landesversicherungsanstalt Westfalen.
Von Münster aus koordiniert das sogenannte Rescue Coordination Centre (RCC) der Luftwaffe Einsätze des Such- und Rettungsdienstes (SAR) in Deutschland (ausgenommen Seegebiete und Schleswig-Holstein).
In Münster hat das Luftwaffentransportkommando (LTKdo) seinen Sitz. Dieses plant, steuert, koordiniert und überwacht sämtliche Transporteinsätze der Bundeswehr weltweit. Etwa 180 Transall- und Airbus-Maschinen werden vom westfälischen Stützpunkt verwaltet. Die Stadt ist auch Sitz des I. Deutsch/Niederländischen Korps und eines Krisen-Reaktionsstabs im NATO-Verbund. Nicht zuletzt deswegen unterhält der Militärische Abschirmdienst eine „Dienststelle Münster“.
Die Stadt Münster ist Sitz des Verfassungsgerichtshofs und des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen. Darüberhinaus finden sich die folgenden Gerichte in Münster: Arbeitsgericht, Sozialgericht, Amts- sowie Landgericht, Verwaltungsgericht, außerdem das Truppendienstgericht Nord.
Außerdem gibt es ein Generalkonsulat der Türkei sowie Honorarkonsulate von Frankreich und den Niederlanden.
Verkehr
Eisenbahn
Niederlande
Hauptartikel: Münster (Westfalen) Hauptbahnhof
Münster ist mittelgroßer Knotenpunkt des Eisenbahnpersonenverkehrs an der Hauptstrecke Hamburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Lünen – Dortmund und weiter über Essen – Duisburg – Düsseldorf oder Hagen – Wuppertal nach Köln. Weitere Hauptstrecken bestehen nach Rheine – Emden, Hamm und Wanne-Eickel – Essen/Oberhausen. Nebenstrecken führen nach Enschede, Coesfeld („Baumbergebahn“) und Rheda (– Bielefeld). Wesentliche Mängel des örtlichen Eisenbahnsystems sind die zu langsame Direktverbindung in die Nachbarstadt Bielefeld, die Einschränkung der Leistungsfähigkeit der Hauptstrecke Hamburg – Dortmund durch ihren einspurigen Abschnitt Münster – Lünen und die hierdurch verursachte erhöhte Verspätungsanfälligkeit sowie der schlechte bauliche Zustand des Empfangsgebäudes des Hauptbahnhofes. Entgegen früheren Ankündigungen ist die Beseitigung der beiden zuletzt genannten Mängel nicht vorgesehen bzw. wird im Falle des Bahnhofsgebäudes regelmäßig in die Zukunft verschoben. Neben dem Hauptbahnhof bestehen anders als in größenmäßig vergleichbaren Städten im geschlossen bebauten Stadtgebiet keine Vorortbahnhöfe mehr, sondern nur in den eingemeindeten Orten Nienberge (Ortsteil Häger), Sprakel, Hiltrup, Amelsbüren und Ereignisse
- 24. Januar: Erster Goldfund in Kalifornien, Auslöser des kalifornischen Goldrauschs
Politik
- 20. Januar: Dänemark. König Friedrich VII. verkündet die Einführung der parlamentarischen Monarchie
- 24. Februar: Karl Marx und Friedrich Engels veröffentlichen das Kommunistische Manifest
- 24. Februar: Absetzung des französischen Königs Louis-Philippe von Orléans in der Februarrevolution 1848. Zum zweiten Mal wird die Republik ausgerufen
- März: Märzrevolutionen in Deutschland und anderen europäischen Staaten (siehe auch Forty-Eighters)
- 18. März: Angriff der Kavallerie auf das Volk vor dem Berliner Schloss
- 19. März: Barrikadenbau an der Neuen Königsstraße in Berlin
- 19. März: Straßenschlachten in Berlin. 187 Tote
- 21. März: König Friedrich Wilhelm IV. reitet hinter einer schwarz-rot-goldenen Fahne durch Berlin
- 22. März: Aufbewahrung der Särge gefallener Berliner auf den Stufen des Domes
- 30. März: Einzug des Vorparlaments in die Frankfurter Paulskirche
- 5. April: Brand des Schlosses Waldenburg
- 12. April: Friedrich Hecker und Gustav Struve rufen in Baden die Republik aus
- 18. Mai: Eröffnung des ersten gesamtdeutschen Parlaments in der Frankfurter Paulskirche
- 4. Juni: Gründung der ersten deutschen Reichsmarine
- 14. Juni: Sturm auf das Berliner Zeughaus
- 14. Juni: Die deutsche Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche beschließt im Krieg gegen Dänemark die Aufstellung einer Reichsflotte als erste gesamtdeutsche Marine
- 11. Juli: Einzug des Reichsverwesers Erzherzog Johann in Frankfurt
- 12. September: Die Schweiz konstituiert sich als parlamentarischer Bundesstaat
- 18. September: Angriff der Republikaner auf das in der Frankfurter Paulskirche tagende National-Parlament
- 6. Oktober: Der Wiener Oktoberaufstand 1848 bricht los, als Truppenteile meutern
- 16. Oktober: Berliner Bürgerwehr schießt auf aufständische Arbeiter
- 14. November: Gewaltsame Auflösung der preußischen Nationalversammlung
- 16. November: Erste Bundesratswahlen in der Schweiz und Jonas Furrer wird erster Bundespräsident
- 2. Dezember: Franz Joseph I. wird Kaiser von Österreich
- 28. Dezember: Verkündung der Grundrechte des deutschen Volkes im Reichs-Gesetz-Blatt
- Die zweite französische Republik wird gegründet
- Nach dem mexikanisch-amerikanischen Krieg (1846–1848) verliert Mexiko rund ein Drittel seines Staatgebiets (Kalifornien, New Mexiko, Arizona, Nevada, Utah sowie Teile von Colorado, Wyoming und Kansas) an die USA
Wirtschaft
- Der Münchener Bierkrieg. Bürger wehren sich gegen überhöhte Bierpreise
: Um die Jahrhundertwende entstanden regional immer wieder Zwistigkeiten um Bierpreise, Verbreitung von Bier und Ausschankgenehmigungen. Deshalb bezeichnet man solche „Ereignisse“ als „Bierkriege“, bei denen es darum ging, Preise zu definieren oder den Ausschank auswärtiger Biere zuzulassen.
Wissenschaft und Technik
Kultur
- 18. März: In Venedig wird die Oper „Allan Cameron“ von Giovanni Pacini im Teatro La Fenice uraufgeführt
- 16. Juni: Uraufführung der Oper L’Apparition von François Benoist in Paris
- 11. November: Uraufführung der komischen Oper Le Val d’Andorre von Fromental Halévy an der Opéra-Comique in Paris
- 30. November: Uraufführung der Oper Poliuto von Gaetano Donizetti am Teatro di S. Carlo, in Neapel
Sport
- 2. April: Gründung des Deutschen Turnerbundes auf dem 1. Deutschen Turnertag in Hanau
- 1. Juli: Gründung des VfL Bochum 1848 e. V.
- 16. Januar: Otto Techow, Architekt († 1919)
- 19. Januar: Matthew Webb, erster Mensch, der den Ärmelkanal durchschwamm († 1883)
- 27. Januar: Heihachiro Togo, japanischer Admiral († 1934)
- 5. Februar: Belle Starr, Räuberbraut († 1889)
- 5. Februar: Joris-Karl Huysmans, französischer Schriftsteller der Décadence († 1907)
- 16. Februar: Hugo de Vries, niederländischer Biologe († 1935)
- 22. Februar: Karl Grillenberger, Sozialdemokrat, Nürnberger Arbeiterführer († 1897)
- 25. Februar: Wilhelm II., König von Württemberg († 1921)
- 8. März: Karl von Amira, deutscher Rechtshistoriker († 1930)
- 19. März: Wyatt Earp, Revolvermann im Wilden Westen († 1929)
- 4. April: Hermann Fürst von Hatzfeldt, preußischer Politiker und Beamter († 1933)
- 8. April: Josef Schantl, Musiker, Hornist († 1902)
- 9. April: Helene Lange, deutsche Pädagogin und Frauenrechtlerin († 1930)
- 13. April: Oskar Lenz, deutsch-österreichischer Afrikaforscher, Mineraloge und Geologe († 1925)
- 20. April: Kurd Laßwitz, deutscher Science-Fiction-Autor († 1910)
- 21. April: Carl Stumpf, Philosoph und Psychologe († 1936)
- 27. April: Johann Desch, deutscher Kleiderfabrikant († 1920)
- 27. April: Otto I. (Bayern), König von Bayern († 1916)
- 3. Mai: Otto Bütschli, deutscher Zoologe († 1920)
- 11. Mai: Wilhelm Windelband, deutscher Philosoph († 1915)
- 14. Mai: Wilhelm Merton, Gründer der Metallgesellschaft in Frankfurt am Main († 1916)
- 15. Mai: Carl Wernicke, deutscher Psychiater († 1905)
- 17. Mai: Tony Schumacher, deutsche Kinderbuchautorin († 1931)
- 22. Mai: Fritz von Uhde, deutscher Maler († 1911)
- 23. Mai: Ernst von Ihne, deutscher Architekt und Baumeister († 1917)
- 23. Mai: Otto Lilienthal, deutscher Pionier des Gleit- und Muskelkraftflugs († 1896)
- 25. Mai: Helmuth Johannes Ludwig von Moltke, preußischer General († 1916)
- 7. Juni: Paul Gauguin, französischer Maler († 1903)
- 8. Juni: Johann Focke, Syndicus des Bremer Senats und Museumsgründer († 1922)
- 26. Juni: Henri Lioret, französischer Uhrmacher und Erfinder († 1905)
- 3. Juli: Lothar von Trotha, deutscher General der Infanterie († 1920)
- 15. Juli: Vilfredo Pareto, italienischer Soziologe († 1923)
- 25. Juli: Arthur Balfour, 1. Earl of Balfour, britischer Premierminister († 1930)
- 27. Juli: Loránd Eötvös, ungarischer Kultus- und Unterrichtsminister († 1919)
- 19. August: Gustave Caillebotte, französischer Maler und Kunstsammler († 1894)
- 21. August: Paul Pierre Henry, französischer Optiker und Astronom († 1905)
- 21. August: Max Liebermann von Sonnenberg, deutscher Offizier, Abgeordneter und Publizist († 1911)
- 30. August: Gustav Haarmann, deutscher Politiker († 1911)
- 1. September: Auguste Forel, Psychiater und Entomologe († 1931)
- 4. September: Heinrich Bruns, deutscher Mathematiker und Astronom († 1919)
- 7. September: Berta Behrens, deutsche Schriftstellerin († 1912)
- 14. September: Adolf Albin, Schachmeister und Theoretiker aus Rumänien († 1920)
- 5. Oktober: Alexander Kisch, Rabbiner († 1917)
- 5. Oktober: Guido von List, okkulter Autor und Begründer der Ariosophie († 1919)
- 25. Oktober: Karl Emil Franzos, österreichischer Novellist, Publizist, Romancier und Herausgeber († 1904)
- 30. Oktober: Sinowi Petrowitsch Roschestwenski, russischer Admiral († 1909)
- 1. November: Jules Bastien-Lepage, französischer Maler († 1884)
- 8. November: Gottlob Frege, deutscher Mathematiker, Logiker und Philosoph († 1925)
- 11. November: Hans Delbrück, deutscher Historiker und Politiker († 1929)
- 12. November: Eduard Müller, von Nidau BE, schweizerischer Politiker († 1919)
- 27. November: Henry Augustus Rowland, Physiker († 1901)
- 6. Dezember: Johann Palisa, österreichischer Astronom († 1925)
- 9. Dezember: Gabriel von Seidl, deutscher Architekt und Vertreter des Historismus († 1913)
- 22. Dezember: Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff, deutscher Altphilologe († 1931)
- 7. Januar: Johann David Gruschwitz, deutscher Textilindustrieller ( - 1776)
- 9. Januar: Caroline Herschel, deutsche Astronomin ( - 1750)
- 12. Januar: Karl Friedrich von dem Knesebeck, preußischer Generalfeldmarschall ( - 1768)
- 20. Januar: Christian VIII. (Dänemark), König von Dänemark ( - 1786)
- 21. Januar: John Vincent, britischer General ( - 1764)
- 29. Januar: Joseph Görres, deutscher Gymnasial- und Hochschullehrer und katholischer Publizist ( - 1776)
- 23. Februar: John Q. Adams, US-amerikanischer Politiker, 6. Präsident der USA ( - 1767)
- 23. Februar: Wilhelmine Reichard, erste Ballonfahrerin Deutschlands ( - 1788)
- 3. März: Heinrich Olivier, deutscher Maler ( - 1783)
- 29. März: Carl Amandus Kühn, deutscher Geologe und Verfechter des Neptunismus ( - 1783)
- 29. März: Johann Jakob Astor, reichster Mann seiner Zeit in Amerika ( - 1763)
- 8. April: Gaetano Donizetti, italienischer Komponist ( - 1797)
- 11. April: Louis Adam, französischer Komponist und Klaviervirtuose ( - 1758)
- 3. Mai: Hans Ernst Karl Graf von Zieten, preußischer Generalfeldmarschall ( - 1770)
- 10. Mai: Caspar von Geismar, rettete die Stadt Weimar vor Zerstörung und Plünderung durch die abziehenden Truppen Napoleons. ( - 1783)
- 21. Mai: Feliks Janiewicz, polinischer Komponist und Violinist ( - 1762)
- 24. Mai: Annette von Droste-Hülshoff, deutsche Schriftstellerin ( - 1797)
- 27. Juni: Heinrich Zschokke, deutsch-schweizerischer Schriftsteller, Pädagoge und Politiker ( - 1771)
- 4. Juli: François-René de Chateaubriand, französischer Schriftsteller und Diplomat ( - 1768)
- 6. Juli: Karl Godulla, deutscher Großindustrieller ( - 1781)
- 2. August: Frederick Marryat, englischer Marineoffizier und Schriftsteller ( - 1792)
- 5. August: Niccolo Vaccai, italienischer Komponist ( - 1790)
- 7. August: Jöns Jakob Berzelius, schwedischer Chemiker ( - 1779)
- 12. August: George Stephenson, britischer Ingenieur ( - 1781)
- 22. September: James Dunlop, Astronom ( - 1793)
- 4. Oktober: Peter Friedrich Engstfeld, Organist und Kirchenlieddichter ( - 1793)
- 9. November: Robert Blum, deutscher Politiker der Märzrevolution ( - 1807)
- 10. November: Ibrahim Pascha, ägyptischer General ( - 1789)
- 14. November: Ludwig Schwanthaler, deutscher Bildhauer ( - 1802)
- 24. November: William Lamb, 2. Viscount Melbourne, britischer Innenminister und Premierminister ( - 1779)
- 18. Dezember: Bernard Bolzano, Philosoph, Theologe und Mathematiker ( - 1781)
- 19. Dezember: Emily Brontë, britische Schriftstellerin ( - 1818)
- 30. Dezember: Peter Leopold Kaiser, Bischof von Mainz ( - 1788)
ko:1848년
nb:1848
simple:1848
Bodensee
Der Bodensee ist ein See in Europa. Seine Anrainerstaaten sind die Schweiz (Kantone Thurgau, St. Gallen), Österreich (Bundesland Vorarlberg) sowie Deutschland (Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern).
Der Name
Sein Name leitet sich ab von einem der ältesten Orte am See, dem Dorf Bodman am westlichen Ende des Überlinger Sees. Früher hieß der See auch Bodman- und Bodansee; der Name taucht erstmals um 830 auf. Der Höhenzug, der den Überlinger See vom Untersee trennt, heißt auch heute noch Bodanrück. In der Römerzeit hieß er nach dem Ort Bregenz Lacus Brigantia oder Lacus Brigantinus. In anderen europäischen Sprachen wird der See nach Konstanz, der größten Stadt an seinem Ufer benannt: franz. Lac de Constance, engl. Lake Constance, ital. Lago di Costanza, port. Lago de Constança. Im Schwäbischen wird er heute auch das Schwäbische Meer genannt.
Territoriale Zugehörigkeit
Die Wasserfläche des Bodensees (mit Ausnahme des Überlinger Sees, der vollständig zum deutschen Hoheitsgebiet zählt) wird als so genanntes Kondominium von den Anrainerstaaten (Deutschland, Österreich, Schweiz) verwaltet, sodass alle drei Staaten dort gleichzeitig Hoheitsrecht ausüben. Als 1648 die Schweizerische Eidgenossenschaft durch den Westfälischen Frieden aus dem Reichsverband des Heiligen Römischen Reiches ausschied, hatte man es versäumt, die Grenze durch den See vertraglich festzulegen; so gibt es bis heute keine offizielle, völkerrechtlich anerkannte Grenze durch den See. Sowohl die auf Karten oft zu sehende Grenzziehung, entsprechend der von der Schweiz favorisierten Realteilung mit Grenzlinien in Seemitte (nach der 32 Prozent der Seefläche auf die Schweiz entfallen), wie auch der Kondominiumstatus (von Österreich vertreten), beruhen lediglich auf Gewohnheitsrecht. Deutschland wiederum hat keine eigene Position.
Es heißt, der Bodensee sei der größte See Deutschlands: Etwa 62% seines Ufers sind deutsches Hoheitsgebiet, rund 27% des Ufers sind schweizerisches und etwa 11% sind österreichisches Hoheitsgebiet. Wegen der fehlenden Grenzziehung auf dem See lässt sich nicht sagen, wieviel Quadratmeter Wasserfläche jeweils zu den Anrainerstaaten gehören. Aber er ist jedenfalls der größte See im deutschsprachigen Raum – eben ein Gemeinschaftssee.
Geschichte
Die ersten Siedlungen datieren aus der Jungsteinzeit, ab etwa 3000 v. Chr. Aus der Jungsteinzeit gibt es mehrere Überreste von Pfahlbauten am Schweizer und am deutschen Ufer. Bei Unteruhldingen ist ein Pfahlbaudorf rekonstruiert worden.
Etwa um 400 v. Chr. siedelten sich Kelten an den Ufern des Bodensees an. Aus dieser Zeit sind noch einige Fluchtburgen erhalten. Bedeutendster keltischer Ort war Brigantion (röm. Brigantium), das heutige Bregenz.
Im Jahre 15 v. Chr. eroberten die Römer das Bodenseegebiet. Damals ereignete sich auch die größte Seeschlacht auf dem Bodensee – Kelten aus Bregenz gegen Römer. Auf der Insel Mainau wurden vermeintliche Reste eines römischen Marinestützpunkts gefunden.
Der spanische Geograf Pomponius Mela erwähnt als erster um das Jahr 43 den Bodensee als Lacus Venetus (Obersee) und Lacus Acronius (Untersee), die beide vom Rhein durchflossen würden.
Plinius der Ältere bezeichnet den Bodensee erstmals als Lacus Brigantinus. Wichtigster römischer Ort wurde Bregenz, das bald römisches Stadtrecht bekam und später zum Sitz des Präfekten der Bodenseeflotte wurde. Die Römer waren auch in Lindau (Bodensee), besiedelten dort allerdings nur die Hügel rund um Lindau, da am Ufer viel Sumpfgebiet war. Weitere römische | | |