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Anthropisches Prinzip

Anthropisches Prinzip

Das anthropische Prinzip (von griechisch anthropos »Mensch«) besagt (kurz gefasst), dass das Universum, das wir beobachten, für die Entwicklung intelligenten Lebens geeignet sein muss, da wir andernfalls nicht hier sein, es beobachten und physikalisch beschreiben könnten. Das Prinzip wurde begrifflich 1973 durch den Kosmologen Brandon Carter während der Feierlichkeiten zu Kopernikus' 500. Geburtstag in die wissenschaftliche Diskussion eingeführt, obwohl ähnliche Argumentationsstrategien auch vorher gelegentlich verwendet wurden¹. Es verknüpft die Eigenschaften des beobachtbaren Universums mit der Notwendigkeit der Existenz eines bewussten Beobachters, der dieses Universum auch zu erkennen vermag. Anthropische Prinzipien werden benutzt, um Erklärungsmöglichkeiten für Gegebenheiten im Universum zu bieten, die für einen Beobachter scheinbar sehr unwahrscheinlich sind, deswegen nicht durch Zufall erklärbar erscheinen oder auf ihn scheinbar ziel- bzw. zweckgerichtet (teleologisch) wirken. Wegen der mehrdeutigen Definition des anthropischen Prinzips durch Carter gibt es heute Dutzende von verschiedenen Interpretationen des Anthropischen Prinzips, von denen einige wissenschaftlich diskutiert werden, andere aber auch pseudowissenschaftlich sind. Die heute vorhandenen verschieden Formulierungen des Anthropischen Prinzips können nach teleologischen und nichtteleologischen Interpretationen unterschieden werden, welche eine geradezu entgegengesetzte Intention aufweisen. Dabei wird das von Carter formulierte Schwache Anthropische Prinzip als nichtteleologisch angesehen, da es nur Effekte beschreibt, die durch selektive Beobachtung zustande kommen, während das Starke Anthropische Prinzip wegen seiner mehrdeutigen Definition auch teleologische Interpretationen zulässt. In der Wissenschaft herrschen nichtteleologische Interpretationen vor, oft werden sogar nur nichtteleologische Interpretationen als wissenschaftlich sinnvoll erachtet und dem Anthropischen Prinzip sogar eine geradezu antiteleologische Stoßrichtung bescheinigt.

Einige verbreitete Versionen des Anthropischen Prinzips

Brandon Carter

Als erste konkrete Formulierung des Anthropischen Prinzips gelten einige Passagen in Carters Publikation von 1974 (aus B. Carter: "Large Number Coincidences and the Anthropic Principle in Cosmology" IAUS 63 (1974) 291 übersetzt):
- AP: ».. was wir zu beobachten erwarten können muss eingeschränkt sein durch die Bedingungen, welche für unsere Gegenwart als Beobachter notwendig sind.«
- Schwaches AP (engl. weak anthropic principle, WAP): ».. wir müssen vorbereitet sein, die Tatsache in Betracht zu ziehen, dass unser Ort im Universum in dem Sinne notwendig privilegiert ist, dass er mit unserer Existenz als Beobachter vereinbar ist.«
- Starkes AP (engl. strong anthropic principle, SAP): ».. das Universum (und deswegen die fundamentalen Parameter von welchen es abhängt) muss derart sein, dass es die Entstehung von Beobachtern in ihm in manchen Phasen erlaubt.« Besonders die unsichere Bedeutung des Wortes „muss“ im Starken AP ist verantwortlich für die unklare Interpretation dieses Prinzips, da es sowohl als Forderung der schlichten logischen Verträglichkeit der Beobachtungsdaten mit der Beobachterexistenz als auch in einem tieferen teleologischen Sinn gedeutet werden kann. Wegen dieser teleologischen Deutbarkeit des Starken AP in dieser Formulierung wird ihm oftmals ein spekulativer und unwissenschaftlicher Charakter vorgeworfen. 1983 behauptete Carter, dass das Prinzip in seiner ursprünglichen Form lediglich dazu dienen sollte, Astrophysiker und Kosmologen vor möglichen Fehlern bei der Interpretation von astronomischen und kosmologischen Daten zu warnen, falls biologische Randbedingungen des Beobachters nicht miteinbezogen würden.

John Leslie

John Leslie betrachtet das anthropische Prinzip als Tautologie und formuliert es allgemein:
- Jedes intelligente Lebewesen, welches ist, kann sich selbst nur dort vorfinden, wo intelligentes Leben möglich ist. Der Unterschied zwischen schwachem und starkem AP besteht gemäß Leslie nur darin, dass das schwache AP behauptet, dass intelligentes Leben sich nur in solchen Bereichen innerhalb eines gegebenen Universums vorfinden kann, wo Beobachter überhaupt existieren können, während das starke AP sich auf mehrere Universen (oder auch einem einzelnen Universum mit kausal unabhängigen Regionen) bezieht und behauptet, dass intelligentes Leben sich nur in solchen Universen vorfinden kann, in denen die Existenz von Beobachtern möglich ist.

Nick Bostrom

Nick Bostrom fragte 2002: »Ist es möglich, die Kerngedanken des Effekts der selektiven Wahrnehmung in einer einfachen Aussage zusammenzufassen?« Er schloss, dass es so sein könnte, aber dass »viele anthropische Prinzipien einfach verworren sind. Manche, besonders jene, die ihre Inspiration von Brandon Carters grundlegenden Arbeiten beziehen, klingen vernünftig … aber sie sind zu schwach, um echte wissenschaftliche Arbeit zu leisten. Insbesondere behaupte ich, dass es die bestehende Methodologie nicht erlaubt, irgendwelche beobachtbaren Konsequenzen aus gegenwärtigen kosmologischen Theorien abzuleiten, ungeachtet dessen, dass diese Theorien recht einfach getestet werden können und auch empirisch durch Astronomen getestet werden. Was nötig ist, um diese methodologische Kluft zu überbrücken, ist eine adäquatere Feststellung, wie Effekte selektiver Wahrnehmung einbezogen werden müssen.« Zur Umsetzung seiner Ansichten definiert er die Selbstauswahl-Hypothesen (Self-Sampling Assumptions):
- Self Sampling Assumption (SSA): Jemand sollte schlussfolgern, als wenn er eine zufällige Auswahl aus der Menge aller Beobachter in seiner Referenzklasse wäre.
- Strong Self Sampling Assumption (SSSA): Jemand sollte schlussfolgern, als wenn sein gegenwärtiges Beobachtermoment eine zufällige Auswahl aus der Menge aller Beobachtermomente in seiner Referenzklasse wäre. Da die exakte Bestimmung der Referenzklasse, d.h. der Klasse aller Entitäten, von der sich ein Beobachter vernünftigerweise als zufällig ausgewählt annehmen kann, jedoch in vielen Fällen unsicher ist, hält N. Bostrum vor allem solche Beweise unter Zuhilfenahme von anthropischen Prinzipien für glaubwürdig, deren Resultate möglichst unabhängig von der Wahl der Referenzklasse sind. Diese Selbstauswahl-Hypothesen erweitert N.Bostrum zu einem Modell von anthropischer Voreingenommenheit (anthropic bias) und anthropischem Schließen (anthropic reasoning) unter der Unsicherheit der Unbekanntheit des eigenen Platzes in unserem Universum – oder wer überhaupt »wir« sind. Das könnte auch ein Weg sein, um diverse durch kognitive Voreingenommenheit bestehende Grenzen zu überwinden, welche inhärent in den Menschen vorhanden sind, die die Beobachtungen vornehmen und Modelle unseres Universums mittels Mathematik auszudrücken pflegen.

John Wheeler

Participatory Anthropic Principle (PAP): Beobachter sind notwendig um das Universum zu erzeugen.

Barrow & Tipler

1986 wurde das kontroverse Buch The Anthropic Cosmological Principle von John Barrow and Frank Tipler veröffentlicht. Darin ebnete Barrow, ein Kosmologe, dem, was er anthropisches Prinzip nannte, den Weg, um eine Form des Umgangs mit den schier unglaublichen Zufällen zu finden, die zu unserer Gegenwart in einem Universum führten, das perfekt auf unsere Existenz eingestellt scheint. Alles vom genauen Energiezustand des Elektrons bis hin zur Ausprägung der schwachen Wechselwirkung scheint maßgeschneidert, um unsere Existenz zuzulassen. Wir scheinen in einem Universum zu leben, das von einer Reihe unabhängiger Variablen abhängt, bei denen eine winzige Veränderung ausreichte, es unbewohnbar für jedwede Form von Leben zu machen. Und trotzdem existieren wir. Das anthropische Prinzip behauptet, der Grund warum wir hier seien und diese Fragen überhaupt erwägten, folge aus der Tatsache, dass genau die richtigen Werte für die Variablen vorlägen. Die beiden Versionen des schwachen und starken Anthropischen Prinzips, wie sie von Barrow und Tipler formuliert wurden, lauten:
- schwaches anthropisches Prinzip: »Die beobachteten Werte aller physikalischen und kosmologischen Größen sind nicht gleich wahrscheinlich, aber sie nehmen Werte an, die beschränkt sind durch die Erfordernisse für die Existenz von Orten, an denen Kohlenstoff basiertes Leben evolvieren kann, und durch die Erfordernis, dass das Universum bereits alt genug sein muss, dass dieser Vorgang bereits eingetreten ist.«
- starkes anthropisches Prinzip: »Das Universum muss so beschaffen sein, dass in ihm die Entwicklung von Leben in einem gewissen Stadium seiner Geschichte ermöglicht wird.« Darüber hinaus postulierten Barrow und Tipler auch noch ein weiteres, Final Anthropic Principle (FAP) genanntes, anthropisches Prinzip, das allerdings wegen seiner hochspekulativen Natur überwiegend als unwissenschaftlich, nicht beweisbar oder sogar als pseudowissenschaftlich abgelehnt wird. So kommentierte etwa M. Gardner, dass das FAP besser CRAP (engl. crap = Mist, Unsinn) für Completely Ridiculous Anthropic Principle genannt werden sollte.
- endgültiges anthropisches Prinzip (Final Anthropic Principle): »Intelligente Informationsverarbeitung muss im Universum entstehen, und, wenn sie einmal entstanden ist, wird sie niemals aussterben«

Antiteleologische Interpretation

Die nichtteleologische Interpretation hat die Intention, als Unwahrscheinlichkeiten empfundene Gegebenheiten in der Kosmologie durch Selektionseffekte bei möglichen Beobachtungen zu erklären, welche durch die zur Existenz des Beobachters notwendigen Bedingungen verursacht werden. Insbesondere zusammen mit Viele-Welten-Modellen oder einem als unendlichen (oder zumindest hinreichend groß) angenommenen Universums ist das Anthropische Prinzip in der Lage, solche scheinbar teleologisch wirkenden Unwahrscheinlichkeiten nichttelelogisch zu erklären, und hat damit einen ausgesprochen antiteleologischen Charakter. Beispielsweise kann in einem unendlichen Universum mit räumlich variierenden physikalischen Konstanten ein Beobachter nur in solchen Bereichen existieren, und deshalb lokal nur solche Bereiche beobachten, in welchen diese Konstanten bewusstes Leben zulassen. Selbst ein Universum, das überwiegend lebensfeindlich ist, könnte so für einen Beobachter scheinbar wie "gemacht" für Leben wirken.

Teleologische Interpretation

Die teleologische Interpretation der Natur taucht seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wieder in einigen wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Publikationen auf, vor allem in der Physik und in der Kosmologie. Teleologische Erklärungsweisen versuchen das Universum durch ziel- bzw. zweckgerichtete Prinzipien oder Mechanismen geleitet, oder auch durch ein göttliches Wesen geplant und geleitet, darzustellen. Beispiel für ein teleologisches Anthropisches Prinzip ist etwa das kontrovers diskutierte Partizipatorische Anthropische Prinzip von John Wheeler. Manchmal wird heutzutage auch in einigen populärwissenschaftlichen Publikationen, eigentlich unkorrekt und entgegen der ursprüngliche Intention dieses Prinzips, Anthropisches Prinzip und teleologische Erklärungsweise gleichgesetzt. Besonders in kreationistischen Kreisen wird das Anthropische Prinzip meist unzulässigerweise auf die teleologische Interpretation verengt. In seiner teleologischen Interpretation, wie sie etwa auch von Barrow und Tipler verbreitet wurde, geht das Prinzip auf tiefe historische Wurzeln zurück. So war die Welt vor Darwin für die meisten Philosophen und Theologen auf den Menschen ausgerichtet. Erst durch Charles Darwins Evolutionstheorie setzte sich die heute vorherrschende nicht-telelogische Sichtweise durch.

Kritik und Verteidigung des Anthropischen Prinzips

Kritisiert wurde das Anthropische Prinzip für seinen tautologischen Charakter, da es nach den Regeln der Logik immer wahr sein muss. Hierauf wird meist entgegnet, dass der Zweck des Anthropischen Prinzips auch nicht darin besteht, einen eigenen Gehalt auszudrücken, sondern nur darin, dass es zur Beweisführung benützt wird, wozu auch Tautologien zulässig und nützlich sind. Trotz seiner ursprünglich antiteleologischen Intention wurde dem Anthropischen Prinzip besonders in seiner starken Form ein teleologischer Charakter und Unwissenschaftlichkeit vorgeworfen. Auch wird die Namensgebung „Anthropisch“ kritisiert, da „bewusster Beobachter“ nicht nur menschliche Beobachter umfasst, sondern jegliche Art von intelligentem Beobachter. Verfechter des anthropischen Prinzips weisen darauf hin, dass das Universum dermaßen fein darauf abgestimmt erscheint, die Existenz von Leben, wie wir es kennen, zu ermöglichen, und dass – würde auch nur eine der grundlegenden physikalischen Konstanten von ihrem Wert abweichen – dieses Leben nicht möglich wäre. Es wurden Arbeiten verfasst, die die Ansicht vertreten, das Anthropische Prinzip sei in der Lage, physikalische Konstanten wie die Feinstrukturkonstante, die Anzahl der Dimensionen des Universums und die kosmologische Konstante zu erklären. Die Verfechter stellen heraus, dass diese Konstanten keine »offensichtlichen« Werte besitzen. Das Universum, das wir beobachten, muss für die Entwicklung intelligenten Lebens geeignet sein, denn andernfalls könnten wir nicht hier sein und es beobachten. Ob diese Feinabstimmung und damit das Anthropische Prinzip wirklich notwendig zur Erklärung des Lebens ist, ist allerdings umstritten. Gegner argumentieren, dass diese Feinabstimmung nur notwendig sei, wenn man annimmt, dass mit Bewusstsein ausgestattetes Leben nur so, wie wir es kennen, möglich ist. Lässt man diese bisher nicht begründbare Beschränkung fallen, wäre demnach auch die Feinabstimmung nicht notwendig. Eine weitere Kritik am Anthropischen Prinzip ist, dass Theorien, die das Anthropische Prinzip als Argumentation zulassen, oftmals nicht falsifizierbar seien. Beispielsweise würden in einem unendlichen Universum, das quantenmechanischen Gesetzen gehorcht, alle möglichen Vorgänge auch tatsächlich irgendwo vorkommen, so selten sie auch sein mögen. Speziell wäre aufgrund quantenmechanischer Fluktuationen das plötzliche Entstehen sogenannter "Freak-Observer", die alle möglichen tatsächlichen oder auch nur halluzinierten Beobachtungen erfahren könnten, unausweichlich. Im Prinzip könnten wir demnach nicht mal sicher sein, dass wir selbst nicht so ein Freak-Observer sind. Es gäbe demnach also keine mögliche Beobachtung, mit der man solch eine Theorie widerlegen könnte. Dieser Problematik kann man jedoch entkommen, indem man zu einer statistische Beweisführung übergeht, wie es in der Praxis sowieso in der Naturwissenschaft üblich ist. Zwar sind alle Beobachtungen möglich, aber nicht alle sind gleich häufig, und manche Ereignisse, wie etwa die Entstehung eines Freak-Observers, sind so extrem selten, dass man sie praktisch ausschließen kann. Obwohl eigentlich keine fundamentale Kritik an der Gültigkeit des AP, wird dennoch oft eingewendet, dass das AP oftmals eher eine Lückenbüßer-Rolle einnimmt, indem es eine mögliche Erklärung für Gegebenheiten bietet, bei denen der Wissenschaft bisher stärkere Erklärungen fehlen.

Anthropisches und Kopernikanisches Prinzip

Interessant ist es, auch wegen der ungenauen Definition des Anthropischen Prinzips, die Beziehung des AP zum Kopernikanischen Prinzip, welches eine ausgezeichnete Stellung des Menschen im Kosmos verneint, zu betrachten. Auch die Namensgebung des Anthropischen Prinzips, wenn auch oft als missverständlich kritisiert, scheint auf einen Widerspruch zwischen beiden Prinzipien hinzudeuten. In seiner nichtteleologischen Interpretation steht das AP nicht notwendig im Widerspruch zum Kopernikanischem Prinzip, da es hier auch Anwendungen des Anthropischen Prinzips geben kann, die ein Universum voraussetzen, welches im ganzen homogen ist und dem Kopernikanischem Prinzip entspricht. Das schwache Anthropische Prinzip kann aber z.B. auch auf Universen angewendet werden, die überwiegend lebensfeindlich sind und nur in kleinen lebensfreundlichen "Inseln" die Existenz intelligenter Lebensformen wie den Menschen zulassen. Hier das schwache AP dazu herangezogen werden, um den Fakt, dass intelligente Beobachter nur lebensfreundliche Inseln innerhalb des Universums beobachten können, als selektive Beobachtung zu erklären. Da Menschen nur solche speziellen Bereiche beobachten könnten, hätten sie in einem solchen Universum also eine epistemologische Sonderstellung. Sie wären also entgegen dem Kopernikanischen Prinzips zumindest ausgezeichnete Beobacher, auch wenn der Mensch hier keine Sonderstellung in dem Sinne einnimmt, dass das Universum speziell auf seine Existenz hin ausgerichtet wäre. Anders ist es bei teleologischen Interpretationen des AP. Hier wird letztlich ein "Mechanismus" oder ein Prinzip angenommen, welche das Universum auf ein bestimmtes Ziel hin ausrichten. Je nachdem, wie stark dieses Ziel speziell auf die Existenz des Menschen hin ausgerichtet ist, stehen solche Anthropische Prinzipien deswegen auch im Widerspruch zum Kopernikanischen Prinzip, sofern dieses streng antiteleologisch interpretiert wird. Wird das Kopernikanischen Prinzip "nur" im epistemologischen Sinne definiert, d.h es wird nur eine Sonderstellung des Menschen als Beobachter im existerenden Universum verneint, müssen die Prinzipien auch hier durchaus nicht grundsätzlich im Widerspruch zueinander stehen.

Anwendung von Anthropischen Prinzipien

Entstehung des Lebens

Das anthropische Prinzip wird für die Entstehung des Lebens in unserem gegebenen Universum nur dann als Argumentation benötigt, wenn man animmt, dass einige Schritte, die zur Entstehung des Lebens unbedingt notwendig sind, sehr unwahrscheinlich sind. Dies ist zur Zeit wissenschaftlich noch umstritten, wobei von extrem unwahrscheinlich, bis zur entgegengesetzte Position, nach der Leben bei einigermassen geeigneten Umweltbedinungen zwangsläufig entstehen müsse, ein weites Spektrum an Meinungen existiert. Nimmt man die Entstehung des Lebens als sehr unwahrscheinlich an, so wird oft das schwache anthropische Prinzip mit der Annahme eines unendlichen (oder sehr grossen) Univerums als wissenschaftlich diskutierbare Lösungsvorschlag betrachtet. Dies insbesondere, da gegenwärtige astronomische Beobachtungsdaten sich am einfachsten mit einem unendlichen, oder wenigstens sehr grossen, Universum interpretieren lassen. 1983 schloss B. Carter, dass bei der Interpretation der Evolutionsgeschichte gleichfalls astrophysikalische Beschränkungen des Prozesses zu beachten seien. Dies im Hinterkopf schloss Carter, dass die Evolutionskette aufgrund des zur Verfügung gestandenen Zeitintervalls vermutlich höchstens ein oder zwei hochgradig unwahrscheinliche Glieder enthalten könne. Antonio Feoli und Salvatore Rampone (Is the Strong Anthropic Principle Too Weak, 1999 [http://arxiv.org/PS_cache/gr-qc/pdf/9812/9812093.pdf]) führten an, dass die geschätzte Größen unseres Universums und der Anzahl der Planeten darin eine höhere Grenze zuließen, und keinen Beweis für Intelligent Design in der Evolution lieferten. Auch die weitergehende Fragestellung, warum die Naturgesetze und die Naturkonstanten des beobachtbaren Universums überhaupt die notwendigen Eigenschaften und Werte (Feinabstimmung) besitzen um Leben zuzulassen wird oft mit dem anthropischen Prinzip beantwortet, wobei allerdings starke anthropische Prinzipien und Vielweltentheorien herangezogen werden, so dass die Argumentationen überwiegend spekulativeren Charakter haben. Auch hier erhebt sich die Frage, inwieweit die Möglichkeit von Leben nicht in den meisten logisch möglichen Universen von vornherein gegeben sein muss. Es ist also nicht klar, ob letztlich überhaupt ein Erklärungsbedarf und deswegen ein Grund für die Anwendung des Anthropischen Prinzips besteht.

Feinabstimmung der Naturkonstanten

Zum Beispiel werden Anthropische Prinzipien oft zur Erklärung herangezogen, dass die enorme Vielzahl von Naturgesetzen und Naturkonstanten im Universum exakt so aufeinander abgestimmt scheinen, dass sie Leben ermöglichen. So schreiben Barrow und Tipler: :Nicht nur, dass der Mensch in das Universum hineinpasst. Das Universum passt auch zum Menschen. Man stelle sich ein Universum vor, in dem sich irgendeine der grundlegenden dimensionslosen physikalischen Konstanten in die eine oder andere Richtung um wenige Prozent verändern würde? In einem solchen Universum hätte der Mensch nie ins Dasein kommen können. Das ist der Dreh- und Angelpunkt des anthropischen Prinzips. Gemäß diesem Prinzip liegt dem gesamten Mechanismus und dem Aufbau der Welt ein die Existenz von Leben ermöglichender Faktor zugrunde.
(John Barrow und Frank Tipler, The Anthropic Cosmological Principle, Seite 7). Das anthropische Prinzip ist in der Lage, zusammen mit Vielweltentheorien (Multiversen) eine Erklärung für die von einigen Kosmologen behauptete Feinabstimmung des Universums – welches Leben demnach erst möglich macht – zu geben. Damit widerspricht das Anthropische Prinzip der Notwendigkeit einer intelligenten, planerischen Schöpfung zur Erklärung dieser Feinabstimmung, wie sie zum Beispiel von Verfechtern der Hypothese des Intelligent Design (d. h. intelligente Planung hinter dem Universum) oft behauptet wird. Andererseits wird die Existenz von praktisch unendlich vielen Paralleluniversen aus anderen Gründen vorgeschlagen, und das Anthropische Prinzip verleiht dieser Theorie zusätzliche Unterstützung. Unter der Annahme, dass einige mögliche Universen in der Lage wären, intelligentes Leben hervorzubringen, muss es tatsächliche Universen geben, die dies tatsächlich tun, und unseres gehört offensichtlich zu ihnen. Die behauptete Feinabstimmung wurde als »Argument aus Mangel an Vorstellungskraft« kritisiert für die Annahme, dass keine anderen Formen von Leben möglich seien. Darüberhinaus könnte es sein, dass der Bereich der Naturkonstanten, der die Evolution kohlenstoffbasierten Lebens zulässt, weitaus weniger Beschränkungen unterliegt, als behauptet worden ist (Stenger, "Timeless Reality").

Anthropisches Prinzip und unendliche Universen

Anthropisches Prinzip und Stringtheorie

Die Stringtheorie besagt, dass eine große Anzahl von möglichen Universen mit verschiedenen Bedingungen geben könnte. Einige Physiker sehen in dieser Erkenntnis das Anthropische Prinzip bestätigt, da somit mehrere Universen möglich sind, in denen kein intelligentes Leben existieren kann und daher nie bewusste Beobachter sich Fragen über deren Eigenschaften stellen werden. Diese These wird aktuell in der Wissenschaft weiterhin kontrovers diskutiert.

Doomsday-Argument

Doomsday Argument

Inverse gambler's fallacy

Literatur


- B. Carter Large Number Coincidences and the Anthropic Principle in Cosmology.M. S. Longair, ed., Confrontation of Cosmological Theories with Observational Data. Dordrecht, D.Reidel, 1974
- Reinhard Breuer: Das anthropische Prinzip. Der Mensch im Fadenkreuz der Naturgesetze. ISBN 3485081310, München: Nymphenburger Verlag, 1996
- John Barrow, Frank Tipler: The Anthropic Cosmological Principle. ISBN 0192821474, Oxford University Press, 1988.
- Nick Bostrum: Anthropic Bias Observation Selektion Effects in Science and Philosophie Routledge. ISBN 0415938589

Weblinks


- [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&f=011209.rm Sendung auf BR-alpha (prof. Lesch) zum Anthropischen Prinzip (Real-Video)]
- [http://www.uni-ulm.de/~phaegele/Feinabstimmung_Physik.pdf Das kosmologische anthropische Prinzip]
- [http://www.anthropic-principle.com/ N.Bostrums Website über das Anthropische Prinzip (engl.)]
- [http://www.akademieforum.de/grenzfragen/open/Grundlagen/Fe_Anthropisch/Federspiel.htm Martin Federspiel: Ein Universum nur für den Menschen? Das Anthropische Prinzip aus naturwissenschaftlicher Sicht (Real-Video, 45 Min.)] ----

Fußnote

¹ Es wurde jedoch bereits früher angewandt, so schrieb z. B. 1957 R. H. Dicke: »Das ›momentane‹ Alter des Universums ist nicht zufällig, sondern wird bestimmt durch biologische Faktoren … [Veränderungen an den Werten fundamentaler physikalischer Konstanten] würden von vornherein die Existenz von Menschen ausschließen, die über das Problem nachdenken könnten.« (R. H. Dicke, Principle of Equivalence and Weak Interactions, Rev. Mod. Phys. 29, S. 355, 1957.) Als einer der bedeutendsten Vordenker des des teleologisch interpretierten anthropischen Prinzips gilt Lawrence J. Henderson mit seinen Büchern The Fitness of the Environment (1913) (dt. Titel Die Umwelt des Lebens, 1914) und The Order of Nature (1917). Der Agnostiker Henderson, der religiöse Betrachtungen generell ablehnte, schlussfolgerte 1913 aus seiner biochemischen Analyse, dass das Universum in seinem eigentlichen Wesen biozentrisch sei. Seiner Meinung sind die Naturgesetze so beschaffen, dass das Universum praktisch auf die Entwicklung von Leben hin ausgerichtet ist. Noch frühere Darstellungen des Prinzips können in Alfred Russel Wallaces Buch Man's Place in the Universe gefunden werden, welches erstmals 1903 veröffentlicht wurde. Zum Beispiel: »Ein derart gewaltiges und komplexes Universum wie das, von dem wir wissen, dass es um uns herum existiert, könnte unbedingt notwendig sein … um eine Welt hervorzubringen, die genauestens an jedes Detail zur ordentlichen Entwicklung des im Menschen gipfelnden Lebens angepasst sein sollte.« (S. 256–257 in der Ausgabe von 1912). Kategorie:Kosmologie Kategorie:Naturphilosophie

Universum

Der Begriff Universum bezeichnet
- im astronomischen Sinne, was auch mit Kosmos oder Weltraum bezeichnet wird, siehe Universum (Astronomie).
- einen Hamburger Boxstall, siehe Universum (Boxen).
- eine Sendereihe im ORF mit Pflanzen- und Tierreportagen, siehe Universum (Fernsehserie).
- einen Begriff der Mathematik, siehe Universum (Mathematik).
- ein Museum in Bremen, siehe Universum (Science Center).
- eine Verlagsgruppe, siehe Universum Verlag.
- eine Technik- und Multimediamarke der KarstadtQuelle AG.

1973

Ereignisse

Jahreswidmungen


- Der Eisvogel (lat. Alcedo atthis) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)

Politik


- 1. Januar: Der Grundwehrdienst in Deutschland wird von 18 auf 15 Monate verkürzt
- 1. Januar: Roger Bonvin wird neuer Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Angola, Mosambique, Kap Verde, Timor, São Tome, Principe und Macao erhalten von Portugal die innere Autonomie
- 1. Januar: Dänemark wird Mitglied der Europäischen Gemeinschaft
- 1. Januar: Großbritannien, Dänemark und Irland werden Mitglieder der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG)
- 1. Januar: In Baden-Württemberg tritt die Kreisreform in Kraft: Die Zahl der Landkreise wird von 63 auf 35 reduziert; die 9 Stadtkreise bleiben erhalten
- 5. Januar: Gegenseitige diplomatische Anerkennung zwischen der DDR und den Niederlanden
- 7. Januar: Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Finnland
- 25. Januar: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Südafrika
- 27. Januar: Vietnam, USA. Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und Nord-Vietnam. Rückzug aller US-Einheiten bis Ende März 1973
- 30. Januar: Watergate-Affäre: Die Nixon-Mitarbeiter Gordon Liddy und James McCord werden vor Gericht wegen des Einbruchs verurteilt
- 21. Februar: Über dem israelisch besetzten Sinai wird ein libysches Verkehrsflugzeug von israelischen Kampfjets abgeschossen, nur 5 der 113 Insassen überleben
- 27. Februar: Indianer besetzen die Ortschaft Wounded Knee im US-Bundesstaat South Dakota
- 30. April: Watergate-Affäre: Bob Haldeman und John Ehrlichman erklären den Rücktritt von ihren Ämtern im Weißen Haus. Der Rechtsberater des US-Präsidenten, John Dean, wird entlassen
- 15. Mai: Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Rheinland-Pfalz
- 30. Mai: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Sambia
- 1. Juni: Diktator Georgios Papadopoulos ruft in Griechenland die Republik aus
- 12. Juni: Helmut Kohl wird zum Vorsitzenden der CDU gewählt
- 15. Juni: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Luxemburg
- 29. Juni: Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Argentinien. In Kraft seit dem 24. August 1978
- 29. Juni: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Rumänien
- 1. Juli: Chile erklärt den Ausnahmezustand
- 3. bis 7. Juli: Die erste Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) wird eröffnet
- 5. Juli: Staatsstreich in Ruanda
- 10. Juli: Die Bahamas werden unabhängig von Großbritannien
- 13. Juli: Die Öffentlichkeit erfährt über heimlich aufgezeichnete Gesprächen im Weißen Haus, eine Anordnung des US-Präsidenten Richard Nixon
- 17. Juli: In Afghanistan putscht Mohammad Daud Khan und ruft die Republik aus; am folgenden Tag wird er zum Präsidenten ausgerufen
- 18. Juli: Watergate-Affäre: Die Abhöranlagen in Richard Nixons Amtssitz werden abgebaut, eine Herausgabe der Tonbänder wird jedoch abgelehnt
- 28. Juli: Eröffnung der X.Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin
- 29. Juli: Das griechische Volk sanktioniert in einer Volksabstimmung nachträglich die am 1. Juni erfolgte Ausrufung der Republik
- 1. August: Gambia wird Mitglied in der UNESCO
- 20. August: Putschversuch in Laos scheitert
- 22. August: US-Außenminister Rogers tritt zurück, Henry Kissinger wird Nachfolger
- 24. August: König Mohammed Sahir Schah von Afghanistan dankt ab
- 1. September: H. Johannes Witteveen, Niederlande, wird Direktor des IWF (Internationaler Währungsfond)
- 2. September: alle französischen Streitkräfte ziehen aus Madagaskar ab
- 11. September: Faschistischer Putsch in Chile. Die demokratisch gewählte Regierung unter der Leitung von Salvador Allende wird unter der Führung von General Augusto Pinochet mit Hilfe des US-amerikanischen Auslandgeheimdienstes CIA gestürzt. Allende tötet sich selbst im von Luftstreitkräften stark bombardierten Präsidentenpalast. Den putschenden Militärs fallen in den ersten Tagen etwa 3000 Chilenen zum Opfer
- 18. September: Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik werden per Akklamation als 133. und 134. Mitglied in die Vereinten Nationen aufgenommen
- 18. September: Die Bahamas werden Mitglieder der Vereinten Nationen
- 23. September: In Argentinien werden Juan Peron zum Präsidenten und seine Ehefrau Maria Estela Peron zur Vizepräsidentin gewählt
- 23. September: In Deutschland wird auf Initiative der Björn-Steiger-Stiftung die bundesweite, flächendeckende Einführung der Notrufnummern 110 und 112 beschlossen
- 24. September: Guinea-Bissau erklärt in Boe seine Unabhängigkeit von Portugal (endgültig: 10. September 1974)
- 6. Oktober: Beginn des Jom-Kippur-Krieges im Nahen Osten: Ägypten und Syrien greifen auf den Golanhöhen und am Sueskanal die israelische Front an
- 9. Oktober: Generalstreik in Luxemburg
- 10. Oktober: Der amerikanische Vizepräsident Spiro Theodore Agnew tritt wegen Vorwürfen zu Steuerhinterziehung und Bestechung zurück
- 16. Oktober: Die OPEC beschließt, den Ölpreis um 70 % anzuheben, Beginn der ersten großen Ölkrise
- 14. Oktober: Nach Unruhen tritt die thailändische Militärregierung zurück; neuer Premierminister wird S. Thammasak
- 20. Oktober: Watergate-Affäre: Präsident Nixon beruft den Sonderermittler Cox ab. Im US-Kongreß mehren sich die Stimmen für ein Impeachment
- 28. Oktober: Sieben arabische Ölländer verkünden einen Ölboykott gegen die USA und die Niederlande
- 3. November: Außenminister Walter Scheel erreicht in Moskau eine Einigung über die Frage der Vertretung von Berlin (West) durch die Bundesrepublik Deutschland
- 12. November: Nach dem Rücktritt von Vizepräsident Spiro Theodore Agnew nominiert Präsident Richard Nixon Gerald Rudolph Ford als Nachfolger
- 17. November: Frankreich und Großbritannien unterzeichnen ein Abkommen über Bau und Betrieb eines Tunnel unter dem Ärmelkanal
- 17. November: In Griechenland wird der Aufstand der Studenten des Athener Polytechnikums gegen die herrschende Militärdiktatur blutig niedergeschlagen
- 23. November: Nach einem halben Jahr beenden die Fluglotsen in Deutschland ihren Streik
- 25. November: Präsident General Georgios Papadopoulos von Griechenland wird durch einen Militärputsch gestürzt; neuer Präsident wird General Phaidon Gizikis
- 25. November: erstes Sonntagsfahrverbot in Deutschland
- 5. Dezember: Gründung der Universität Oldenburg
- 11. Dezember: Der deutsch-tschechoslowakische Normalisierungsvertrag wird abgeschlossen, Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechoslowakei
- 20. Dezember: Bei einem Anschlag der ETA mit einer Autobombe kommt der spanische Ministerpräsident Luis Carrero Blanco in Madrid ums Leben
- 21. Dezember: Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Ungarn und Bulgarien
- Ölkrise als Folge des Jom-Kippur-Kriegs
- Gründung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes
- Uruguay löst das Parlament auf und verbietet die Gewerkschaften
- In Ruanda übernimmt das Militär nach einem unblutigen Putsch die Macht
- In Argentinien tritt Präsident Cámpora zurück, um die Wiederwahl von Juan Peron zu ermöglichen
- Zulfikar Ali Bhutto wird als Premierminister von Pakistan vereidigt; gleichzeitig tritt eine neue Verfassung in Kraft

Wissenschaft und Technik


- 6. April: Start der Raumsonde Pioneer 11
- 14. Mai: Die Raumstation Skylab wird gestartet
- 4. Juni: Der Geldautomat wird patentiert
- 27. September: die Sowjetunion startet das bemannte Raumschiff Sojus 12
- 3. Dezember: Pioneer 10 erreicht den Planeten Jupiter

Kunst und Kultur


- 15. Januar: Der Bayerische Rundfunk blendet sich bei dem Film Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt von Rosa von Praunheim aus dem gemeinsamen ARD-Programm aus
- 15. September: Uraufführung der Oper Yvonne, Prinzessin von Burgund von Boris Blacher in Wuppertal
- KOMM öffnet in Nürnberg

Katastrophen


- 22. Januar: Kano, Nigeria. Eine Boeing 707 der Nigerian Airlines verunglückte auf dem Rückweg von Mekka Saudi-Arabien mit 176 Pilgern an Bord. Alle 176 Passagiere sowie die Crew starben
- 29. Januar: Nikosia, Zypern. Eine Ilyushin der Egypt Air prallte beim Landeanflug gegen einen Berg. Alle 37 Menschen an Bord starben
- 5. März: Nantes, Frankreich. Im Luftraum über Nantes kollidierte eine Convair Coronado der Spantax mit einer Douglas DC-9 der Iberia. Während die Spantax-Maschine schwer beschädigt notlanden konnte und alle Insassen den Zusammenstoß überlebten, kamen alle 68 Insassen des Iberia-Fluges ums Leben
- 10. April: Basel, Schweiz. Eine Turboprop der Invicta International Airways stürzte während des Landeanflugs in ein bewaldetes Hügelgebiet in Hochwald. 108 Menschen starben, 37 wurden gerettet
- 26. Juni: Plessezk, Russland. Neun Menschen sterben bei der Explosion einer zum Start aufgetankten Kosmos-3M Rakete auf dem Raketenstartplatz Plessezk
- 3. Juli: Bei einer Flugshow in Paris stürzte eine Tu-144 ab. Dabei wurden die sechsköpfige Besatzung sowie acht Personen am Boden getötet
- 11. Juli: Paris, Frankreich. eine brasilianische Boeing 707, auf dem planmäßigen Flug Rio de Janairo, Brasilien nach Paris, machte etwa 5 km vor dem Flughafen Orly, wegen Feuer an Bord, eine Bruchlandung. 122 Menschen starben, meist an Rauchvergiftung. 10 Crew-Mitglieder und ein Passagier wurden gerettet
- 22. Juli: Papeete, Tahiti. Eine Boeing 707 der PanAm stürzte kurz nach Start ins Meer. 78 Menschen starben. Ein Passagier wurde gerettet
- 31. Juli: Boston, Massachusetts, USA. Eine Douglas DC-9 der Delta Air Lines stürzte beim Landeanflug auf den Flughafen. 88 Personen starben, eine Person wurde gerettet
- 3. November: Boston, Massachusetts, USA. Eine Boeing 707 Cargo stürzte nach einem Feuer an Bord kurz vor der Landebahn ab. Alle 4 Besatzungsmitglieder starben
- 17. Dezember: Ein Terrorkommando arabischer Guerilla auf dem Flughafen von Rom (Fiumicino) fordert 31 Menschenleben
- 23. Dezember: Marokko. Eine Caravelle prallte gegen den Berg Mallaytine

Sport

Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 22. Januar: George Foreman gewann seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Joe Frazier im National Stadium, Kingston, Jamaika, durch technischen KO
- 17. März: Paola Cacchi, Italien wird in der belgischen Stadt Waregem in der Disziplin Crosslauf erste weibliche Leichtathletik-Weltmeisterin der Geschichte und Pekka Paivarinta, Finnland erster männlicher Leichtathletik-Weltmeister der Geschichte
- 23. Mai: FC Liverpool gewinnt UEFA-Pokal
- 9. Juni: der FC Bayern wird zum vierten Mal Deutscher Fußballmeister
- 1. September: George Foreman gewann seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Jose (King) Roman im Nihon Budokan, Tokyo, Japan, durch k.o

Geboren


- 1. Januar: DJ Shadow, Disc-Jockey, Musikproduzent
- 1. Januar: Danny Lloyd, US-amerikanischer Kinderschauspieler
- 2. Januar: Lucy Davis, britische Schauspielerin
- 4. Januar: Tomy Temerson, deutscher Zitherspieler
- 8. Januar: Sean Paul, jamaikanischer Raggae-Sänger und Rapper
- 8. Januar: Henning Solberg, norwegischer Autosportler und Rallye-Profi
- 10. Januar: Tanya Streeter, Taucherin, Weltrekordhalterin
- 13. Januar: Nikolai Iwanowitsch Chabibulin, Eishockeyspieler (Torwart)
- 13. Januar: Juan Diego Flórez, peruanischer Opernsänger
- 19. Januar: Wang Junxia, chinesische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 19. Januar: Karen Lancaume, französische Schauspielerin († 2005)
- 19. Januar: Silvio Meißner, Fußballspieler
- 20. Januar: Mathilde d'Udekem d'Acoz, Kronprinzessin von Belgien
- 26. Januar: Rupert Ursin, österreichischer Physiker
- 27. Januar: Daniel Amor, Autor zum Thema E-Business
- 27. Januar: José Luis Rubiera, spanischer Radsportler
- 28. Januar: Tomislav Marić, kroatischer Fußballspieler
- 31. Januar: Portia de Rossi, australische Schauspielerin
- 1. Februar: Birger Sellin, autistischer Schriftsteller
- 1. Februar: René Schneider, deutscher Fußballer
- 2. Februar: Bürger Lars Dietrich, deutscher Musiker und Komiker
- 2. Februar: Anna Jakubczak, polnische Leichtathletin
- 8. Februar: Ursula Wyss, Schweizer Nationalrätin
- 11. Februar: Varg Vikernes, Gründer des Black Metal-Projektes Burzum
- 12. Februar: Gianni Romme, niederländischer Eisschnellläufer
- 14. Februar: Deena Kastor, US-amerikanische Leichtathletin und Olympionikin
- 15. Februar: Anna Dogonadze, deutsche Trampolinturnerin georgischer Herkunft
- 15. Februar: Kateřina Neumannová, tschechische Skilangläuferin
- 16. Februar: Cathy Freeman, Olympiasiegerin, entzündete das olympische Feuer
- 17. Februar: Stefan Kretzschmar, deutscher Handballspieler
- 18. Februar: Claude Makélélé, französischer Fußballspieler
- 19. Februar: Magnus Arvidsson, schwedischer Fußballspieler
- 21. Februar: Paolo Rink, deutscher und brasilianischer Fußballspieler
- 22. Februar: Artschil Arweladse, Georgier Fußballspieler
- 24. Februar: Chris Fehn, Perkussionist der Band Slipknot
- 24. Februar: Oliver Nölken, Bundespressesprecher der Lesben und Schwulen
- 25. Februar: Normann Stadler, deutscher Triathlet
- 25. Februar: Alena Subrylawa, weißrussische Biathletin
- 26. Februar: ATB, deutscher DJ
- 26. Februar: Jenny Thompson, US-amerikanische Schwimmerin
- 28. Februar: Eric Lindros, kanadischer Eishockeyspieler
- 1. März: Jack Davenport, britischer Schauspieler
- 1. März: Chris Webber, US-amerikanischer Basketballspieler
- 2. März: Max van Heeswijk, niederländischer Radrennfahrer
- 2. März: Dejan Bodiroga, serbischer Basketballspieler
- 5. März: Špela Pretnar, slowenische Skirennläuferin
- 9. März: Jakob Piil, dänischer Radrennfahrer
- 11. März: Christian Carstensen, deutscher Politiker
- 11. März: Thomas Christiansen, spanisch-dänischer Fußballspieler
- 11. März: Martin Hiden, österreichischer Profifußballspieler
- 12. März: Tim Fischer, Chansonnier
- 14. März: Helmut Oblinger, österreichischer Wildwasserpaddler
- 15. März: Heiko Kleibrink, deutscher Tanzsportler
- 18. März: Max Barry, australischer Schriftsteller
- 19. März: Wolfgang Ivens, deutscher Schauspieler
- 19. März: Sergei Alexandrowitsch Makarow, russischer Leichtathlet
- 21. März: Christian Nerlinger, deutscher Fußballspieler
- 21. März: Andrei Kiwiljow, kasachischer Radrennfahrer († 2003)
- 23. März: Jerzy Dudek, polnischer Fußballspieler
- 23. März: Jason Kidd, US-amerikanischer Basketballspieler
- 24. März: Johan Micoud, französischer Fußballspieler
- 25. März: Michaela Dorfmeister, österreichische Skirennläuferin
- 26. März: Larry Page, US-amerikanischer Mitbegründer der Suchmaschine Google
- 27. März: Rui Jorge, portugiesischer Fußballspieler
- 30. März: Jan Koller, tschechischer Fußballspieler
- 30. März: Brian Behlendorf, US-amerikanischer Softwareentwickler
- 1. April: Anna Carin Olofsson, schwedische Biathletin
- 2. April: Tine Wittler, deusche Fernsehmoderatorin und Schriftstellerin
- 4. April: David Blaine, US-amerikanischer Aktionskünstler und Straßenmagier
- 5. April: Élodie Bouchez, französische Schauspielerin
- 6. April: Niels Annen, deutscher Politiker
- 6. April: Miyazawa Rie, japanische Schauspielerin
- 7. April: Carole Montillet, französische Skirennläuferin
- 7. April: Sandra Minnert, Zahnarzthelferin und deutsche Fußballspielerin
- 9. April: Andreas Schwab, deutscher Europaabgeordneter
- 10. April: Roberto Carlos, brasilianischer Fußallspieler
- 11. April: Jennifer Esposito, US-amerikanische Schauspielerin
- 12. April: Christian Panucci, italienischer Fußballspieler
- 13. April: Kilian Albrecht, österreichischer alpiner Skirennläufer
- 14. April: Roberto Ayala, argentinischer Fußballspieler
- 14. April: Adrien Brody, US-amerikanischer Schauspieler
- 17. April: Joël Lautier, französischer Schachmeister
- 17. April: Doug Ast, kanadischer Eishockey-Profi
- 18. April: Haile Gebrselassie, Mittel- und Langstreckenläufer aus Äthiopien
- 19. April: David Belle, Begründer der Sportart Parkour
- 19. April: Michael Schefts, österreichischer Schauspieler
- 21. April: Nadeshda Brennicke, deutsche Schauspielerin
- 22. April: Max Herre, deutscher Sänger
- 25. April: Brigitte Traeger, deutsche Sängerin der volkstümlichen Musik
- 25. April: Barbara Rittner, Tennisspielerin
- 26. April: Stephanie Graf, österreichische Leichtathletin
- 28. April: Pauleta, portugiesischer Fußballspieler
- 29. April: Roland Heintze, deutscher Politiker
- 29. April: Martin Kesici, deutscher Popmusiker
- 1. Mai: Oliver Neuville, deutscher Fußballer
- 2. Mai: Jarred Blancard, kanadischer Schauspieler
- 4. Mai: Katrin Apel, deutsche Biathletin
- 5. Mai: Björn Glasner, deutscher Radrennfahrer
- 5. Mai: Brooke Ashley, ehemalige Pornodarstellerin
- 6. Mai: Patrick Döring, deutscher Politiker und MdB
- 7. Mai: Paolo Savoldelli, italienischer Radrennfahrer
- 10. Mai: Oliver Drechsel, deutscher Konzertpianist
- 10. Mai: Kaya Yanar, Komiker und Moderator
- 10. Mai: Rüştü Reçber, türkischer Fußball-Torhüter
- 11. Mai: Sabine Völker, deutsche Eisschnellläuferin
- 11. Mai: Britta Becker, deutsche Hockeyspielerin
- 11. Mai: Jenny Elvers, deutsche Schauspielerin und Moderatorin
- 16. Mai: Wee-Man, Darsteller
- 16. Mai: Robert Kratky, österreichischer Radiomoderator
- 16. Mai: Tori Spelling, US-amerikanische Schauspielerin
- 17. Mai: Josh Homme, US-amerikanischer Rockmusiker, Musikproduzent
- 17. Mai: Matthew McGrory, US-amerikanischer Schauspieler († 2005)
- 20. Mai: Schiffmeister, deutscher Rapper und Gründungsmitglied der Hip-Hop-Gruppe Fettes Brot
- 20. Mai: Tatjana Lebedewa, russische Skirennläuferin
- 21. Mai: Niels Ruf, deutscher Fernsehmoderator, Schauspieler, Autor
- 22. Mai: Joey Woody, US-amerikanischer Leichtathlet
- 24. Mai: Vladimír Šmicer, tschechischer Fußballspieler
- 24. Mai: Ruslana Lyschytschko, ukrainische Sängerin
- 28. Mai: Alberto Berasategui, ehemaliger spanischer Tennisspieler
- 29. Mai: Alpay Özalan, türkischer Fußballer
- 1. Juni: Anna Thalbach, deutsche Schauspielerin
- 1. Juni: Heidi Klum, deutsches Mannequin und Fotomodell
- 4. Juni: André Korff, deutscher Radrennfahrer
- 8. Juni: Lexa Doig, kanadische Schauspielerin
- 10. Juni: Damian Kallabis, deutscher Leichtathlet
- 12. Juni: Daron Rahlves, US-amerikanischer Skirennläufer
- 13. Juni: Kasia Kowalska, polnische Sängerin
- 14. Juni: Ceca Ražnatović, populärste Turbo-Folk-Sängerin in Serbien und Montenegro
- 15. Juni: Silke Scheuermann, deutsche Schriftstellerin
- 17. Juni: Paulina Rubio, mexikanische Sängerin und Schauspielerin
- 18. Juni: Alexandra Meissnitzer, österreichische Skirennläuferin
- 19. Juni: Jörg Widmann, Komponist und Klarinettist
- 20. Juni: Silke Andrea Schuemmer, deutsche Schriftstellerin, Kunsthistorikerin und freie Journalistin
- 21. Juni: Ilja Kaenzig, Schweizer Fußball-Funktionär
- 21. Juni: Juliette Lewis, US-amerikanische Schauspielerin
- 22. Juni: Sonya Kraus, deutsche Fernsehmoderatorin
- 22. Juni: Maike Tatzig, deutsche Fernsehmoderatorin und -produzentin
- 26. Juni: Oliver Palme, deutscher Journalist
- 28. Juni: André Lange, deutscher Bobsportler
- 28. Juni: Adrián Annus, ungarischer Leichtathlet
- 29. Juni: George Hincapie, Radsportler
- 30. Juni: Frank Rost, deutscher Fußballspieler
- 2. Juli: Peter Kay, britischer Komiker
- 2. Juli: Christian Baretti, deutscher Politiker
- 2. Juli: Tanya Stephens, jamaikanischer Dancehall-/Reggae-Singjay
- 4. Juli: Gackt, Musiker, Pop-/Rockgruppe Malice Mizer
- 5. Juli: Róisín Murphy, Sängerin des englischen Duos Moloko
- 5. Juli: Marcus Allbäck, schwedischer Fußballspieler
- 5. Juli: Carey McWilliams, US-Schütze (blind); Autor
- 7. Juli: Natsuki Takaya, japanische Mangaka
- 7. Juli: Kyung-Shin Yoon, koreanischer Handballer
- 7. Juli: Troy Garity, US-amerikanischer Filmschauspieler
- 10. Juli: Dida, brasilianischer Fußballspieler
- 11. Juli: Konstantinos Kenteris, griechischer Leichtathlet, Olympiasieger
- 12. Juli: Christian Vieri, italienischer Fußballspieler
- 13. Juli: Danny Williams, Boxer
- 15. Juli: Buju Banton, Ragga-Sänger
- 15. Juli: Brian Austin Green, US-amerikanischer Schauspieler
- 16. Juli: Katherina Reiche, deutsche Politikerin
- 16. Juli: Stefano Garzelli, Radsportler
- 18. Juli: René Rydlewicz, deutscher Fußballspieler
- 19. Juli: Ailton, brasilianischer Fußballspieler
- 19. Juli: Elke Wosik, deutsche Tischtennisspielerin
- 20. Juli: Peter Forsberg, Eishockeyspieler (NHL)
- 20. Juli: Haakon von Norwegen, Kronprinz von Norwegen
- 20. Juli: Claudio Reyna, US-amerikanischer Fußballspieler
- 21. Juli: Mandy Wötzel, deutsche Eiskunstläuferin
- 23. Juli: Monica Lewinsky, Praktikantin im Weißen Haus in Washington
- 23. Juli: Gunn Margit Andreassen, norwegische Biathletin
- 23. Juli: Omar Epps, US-amerikanischer Schauspieler
- 25. Juli: Igli Tare, albanischer Fußballspieler
- 25. Juli: Deniz Çelik, türkische Sängerin
- 26. Juli: Kate Beckinsale, britische Schauspielerin
- 26. Juli: Christina Oswald, deutsche Eishockeyspielerin
- 29. Juli: Marian Christow, bulgarischer Fußballnationalspieler
- 29. Juli: Stephen Dorff, US-Schauspieler
- 30. Juli: Catherine Stihler, deutsche Europaabgeordnete
- 30. Juli: Markus Näslund, schwedischer Eishockeyspieler
- 30. Juli: Ümit Davala, türkischer Fußballspieler
- 2. August: Daniele Nardello, italienischer Radrennfahrer
- 3. August: Daniel Stephan, deutscher Handballspieler
- 6. August: Stuart O'Grady, australischer Profi-Radrennfahrer
- 6. August: Asia Carrera, US-amerikanische Pornodarstellerin
- 9. August: Filippo Inzaghi, italienischer Fußballspieler
- 10. August: Javier Zanetti, argentinischer Fußballspieler
- 10. August: Ziska Riemann, Comic-Zeichnerin und Drehbuchautorin
- 12. August: Richard Reid, britischer Terrorist
- 12. August: Mark Zabel, deutscher Kanusportler
- 12. August: Joseba Beloki, spanischer Radrennfahrer
- 14. August: Jared Borgetti, mexikanischer Fußballspieler
- 14. August: Jay-Jay Okocha, nigerianischer Fußballspieler
- 15. August: Nebojša Krupniković, serbischer Fußballspieler
- 16. August: Ana Galindo Santolaria, spanische Skirennläuferin
- 17. August: Franziska Petri, deutsche Schauspielerin
- 19. August: Mette-Marit, Die Ehefrau des norwegischen Kronprinzen
- 21. August: Nikolai Walujew, russischer Boxer
- 22. August: Howie Dorough, US-amerikanischer Sänger und Mitglied der Boygroup Backstreet Boys
- 23. August: Thomas Grahammer, deutscher Politiker
- 24. August: Inge de Bruijn, niederländische Schwimmerin und dreifache Olympiasiegerin
- 24. August: David Chapelle, US-amerikanischer Comedian und Schauspieler
- 25. August: Fatih Akın, deutscher Filmregisseur, Schauspieler und Produzent
- 27. August: Dietmar Hamann, deutscher Fußballspieler
- 30. August: Claudia Bokel, deutsche Degenfechterin
- 30. August: Toni Greis, deutscher Comiczeichner und Illustrator
- 31. August: Björn Bobach, deutscher Opernsänger
- 1. September: Savo Milošević, serbischer Fußballspieler
- 3. September: Mirja Boes, Sängerin, Comedian und Schauspielerin
- 3. September: Fred Rodriguez, US-amerikanischer Profi-Radrennfahrer
- 4. September: Lidia Simon, rumänische Leichtathletin und Olympionikin
- 5. September: Rose McGowan, US-amerikanische Schauspielerin
- 7. September: Anja-Christina Carstensen, freischaffende Künstlerin in Husum
- 7. September: Shannon Elizabeth, US-amerikanische Schaupielerin
- 8. September: Lorraine Graham, jamaikanische Leichtathletin und Olympionikin
- 9. September:

Kopernikus

Nikolaus Kopernikus, ursprünglicher Familienname Koppernigk bzw. Kopernik, später (lat.) Copernicus, (
- 19. Februar 1473 in Thorn (poln. Toruń), Polen; † 24. Mai 1543 in Frauenburg (poln. Frombork)) wurde mit seinen Theorien von der Bewegung der Planeten auf Kreisbahnen um die Sonne zu einem der bedeutendsten europäischen Astronomen. Mit seinen Entdeckungen begründete er ein neues, nachmittelalterliches Weltbild. Außerdem war er Astrologe, Mathematiker, Arzt, Domherr und Administrator. Administrator Administrator]

Leben

Die Familie Kopernikus gehörte zur Bürgerschaft der Hansestadt Thorn an der Weichsel und wohnte dort in der St.-Annen-Gasse. Der Vater, Nikolas Koppernigk, war ein wohlhabender Kupferhändler und Regierungsbeamter. Nikolaus war zehn Jahre alt, als sein Vater starb. Sein Onkel Lukas Watzenrode, der Bruder seiner Mutter Barbara Watzenrode, war der Fürstbischof von Ermland und sorgte für die Ausbildung der vier Waisen.

Ausbildung

Von 149194 besuchte Kopernikus die Universität in Krakau (poln. Kraków), wo er u.a. Schüler von Wojciech Brudzewski (lat. Albertus de Brudzewo) war. Während seiner Studienzeit beschloss er, seinen Namen zu latinisieren und unterschrieb fortan mit Copernicus. 1495 wurde er Kanoniker der ermländischen Kathedralschule in Frauenburg: Nicolaus de Thorn, nepos episcopo. Watzenrode schickte ihn und den Bruder Andreas an die Universität Bologna, wo er 1496 zum Jurastudium immatrikuliert wurde und der natio germanorum beitrat. In Bologna studierte Kopernikus auch Astronomie und lernte bei Dominicus Maria de Novara neuere Theorien zur Bewegung der Planeten kennen. 1499 erhielt er den Magistergrad in utroque jure. 15011503 studierte er an der Universität in Padua.

Tätigkeit als Arzt und Administrator

Kopernikus wurde Arzt und bekam durch seinen Onkel eine Stelle im ermländischen Domkapitel. Watzenrode plante, seinen Neffen ebenfalls Fürstbischof werden zu lassen. Das gesicherte Einkommen ermöglichte Kopernikus, den Bewohnern von Ermland (poln. Warmia) 40 Jahre lang ärztliche Hilfe zu geben, was er für Bedürftige kostenfrei tat. Er hatte als Administrator die Regierungsgeschäfte zu regeln und reformierte zusammen mit dem Hochmeister des Deutschen Ordens, Albrecht von Hohenzollern das preußische Münzwesen. Er gab zum Münzwesen ein Schreiben heraus, das noch Jahrhunderte später als wegweisend für die Geldtheorie angesehen wurde. Trotz der schwierigen Lage in Preußen, wo Städte und Menschen für und gegen die katholische Regierung kämpften, konnten Watzenrode, als königlich-polnischer Fürstbischof zugleich Landesherr, und sein Neffe Kopernikus die Eigenständigkeit des Ermlands gegenüber dem Orden und Selbstverwaltungsbefugnisse gegenüber der polnischen Krone bewahren. 1504 beteiligte sich Kopernikus an den Preußischen Landtagen in Marienburg (poln. Malbork) und Elbing (poln. Elbląg) . 1506 sprach er auf der Preußischen Ständeversammlung in Marienburg. 1510, 1519, 1525 und 1528 wurde Kopernikus zum Kanzler des Ermländer Domkapitels gewählt. In den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem Deutschen Orden und Polen vertrat Kopernikus, genau wie sein Onkel, die Seite des Fürstbistums Ermland(Polen). 1520 verlegte Kopernikus seine Residenz nach der Zerstörung Frauenburgs durch Ordensritter im sog. Reiterkrieg nach Allenstein (poln. Olsztyn). Dort organisierte er die Verteidigung der Stadt gegen die Ordensritter. 1521 kehrte Kopernikus nach Frauenburg zurück und klagte zusammen mit Tiedemann Giese auf dem Preußischen Landtag in Graudenz (poln. Grudziądz) das Verhalten der Ordensritter an. Er wurde Teil einer königlich-polnischen Gesandtschaft zum Hochmeister des Ordens und „Kommissar von Ermland“ zwecks Rückerstattung von Besitztümern der polnischen Krone. 1537 wurde Kopernikus nach dem Tode des bisherigen Ermländer Bischofs Mauritius Ferber von Tiedemann Giese als Bischof vorgeschlagen, unterlag jedoch Johannes Dantiscus von Höfen.

Astronomische Forschung

Bischofs 1509 schuf Kopernikus in Heilsberg (poln. Lidzbark Warmiński) in Ermland den Commentariolus, in dem er die Theorie von der Sonne als Mittelpunkt der Planetenkreise und der durch die Drehung der Erde scheinbaren Bewegung der Fixsterne aufstellte. Auch kündigte er in dieser Schrift eine mathematische Ausarbeitung seiner Theorien an. Diese Arbeit machte er nur Vertrauten zugänglich, um sich nicht dem Spott der Fachwelt auszusetzen, stellte er doch damit das seit 1300 Jahren unbestrittene geozentrische Weltbild des Ptolemäus in Frage. Es gilt inzwischen als gesichert, dass Kopernikus durch die heliozentrische Theorie des antiken Astronomen Aristarch von Samos entscheidend angeregt wurde. 1526 arbeitete er zusammen mit Bernard Wapowski an der Landkarte des Königreichs Polen und Litauens, 1529 verfertigte er mit Albrecht von Preußen eine Landkarte von Preußen. Das gesicherte Einkommen ermöglichte es ihm, sein „Hobby“ Astronomie zu pflegen. 1539 kam Georg Joachim Rheticus, bis dahin Hochschullehrer in Wittenberg, für drei Jahre nach Frauenburg, um mit Kopernikus zu studieren. Am 8. April wurde in Frauenburg eine Sonnenfinsternis beobachtet. Die Freunde des Kopernikus, besonders Bischof Tiedemann Giese, Schonberg und Dantiscus von Höfen, versuchten jahrzehntelang, Kopernikus zur Veröffentlichung seiner astronomischen Arbeiten zu bewegen. Lange zögerte er damit, weil seine Berechnungen nicht durch genügend genaue Beobachtungen gestützt waren und deshalb eine Ablehnung durch das wissenschaftliche Establishment zu erwarten war. Mit Georg Joachim Rheticus' Hilfe wurde schließlich 1540 die Narratio prima bei Rhode in Danzig (poln. Gdańsk) gedruckt. Kurz vor seinem Tode im Jahre 1543 folgte dann in Nürnberg die Veröffentlichung des Hauptwerkes De Revolutionibus Orbium Coelestium („Von den Bewegungen der Himmelskörper“). In dessen berühmtesten Absatz heißt es im Band I, Kapitel X: :Die erste und oberste von allen Sphären ist die der Fixsterne, die sich selbst und alles andere enthält (…). Es folgt als erster Planet Saturn, der in dreißig Jahren seinen Umlauf vollendet. Hierauf Jupiter mit seinem zwölfjährigen Umlauf. Dann Mars, der in zwei Jahren seine Bahn durchläuft. Den vierten Platz in der Reihe nimmt der jährliche Kreislauf ein, in dem, wie wir gesagt haben, die Erde mit der Mondbahn als Enzykel enthalten ist. An fünfter Stelle kreist Venus in neun Monaten. Die sechste Stelle schließlich nimmt Merkur ein, der in einem Zeitraum von achtzig Tagen seinen Umlauf vollendet. In der Mitte von allen aber hat die Sonne ihren Sitz. Denn wer möchte sie in diesem herrlichen Tempel als Leuchte an einen anderen oder gar besseren Ort stellen als dorthin, von wo aus sie das Ganze zugleich beleuchten kann? Nennen doch einige sie ganz passend die Leuchte der Welt, andere den Weltengeist, wieder andere ihren Lenker, Trismegistos nennt sie den sichtbaren Gott, die Elektra des Sophokles den Allessehenden. So lenkt die Sonne gleichsam auf königlichem Thron sitzend, in der Tat die sie umkreisende Familie der Gestirne. Auch wird die Erde keineswegs der Dienste des Mondes beraubt, sondern der Mond hat (…) mit der Erde die nächste Verwandtschaft. Indessen empfängt die Erde von der Sonne und wird mit jährlicher Frucht gesegnet. Kopernikus war nicht der erste Wissenschaftler an der Wende zur Neuzeit, der ein heliozentrisches System in Betracht zog. Vor ihm wurde dieser Gedanke schon von Nikolaus von Kues, dem allerdings die Mittel für eine mathematische Ausarbeitung fehlten, und von Regiomontanus diskutiert, dessen früher Tod seinem Werk ein vorzeitiges Ende setzte. Es wird als gesichert angesehen, dass Kopernikus auf den Werken dieser beiden Wissenschaftler aufbaute. Entgegen einer landläufigen Ansicht wurde die Propagierung des heliozentrischen Weltbildes zu Kopernikus' Zeiten keineswegs als Ketzerei angesehen, sondern allenfalls als Hirngespinst eines verwirrten Geistes. Immerhin schien ja das geozentrische System wesentlich besser mit dem gesunden Menschenverstand übereinzustimmen als eine sich bewegende Erde: Bei der Bewegung müsste man doch einen „Fahrtwind“ spüren, fallende Gegenstände eine schräge Bahn besitzen, auch sollten die Fixsterne im Jahresverlauf eine scheinbare Kreisbewegung ausführen, argumentierten die Gegner des Kopernikus mit der Lehre des Ptolemäus. Theologische Spitzfindigkeiten, die sich auf Bibelstellen stützten, wurden zunächst von Martin Luther angeführt. Er äußerte seine Meinung über Kopernikus nach der Aufzeichnung von Studenten sinngemäß wie folgt: „Der Narr will mir die ganze Kunst Astronomia umkehren! Aber wie die Heilige Schrift zeigt, hieß Josua die Sonne still stehen und nicht die Erde!“. Die Katholische Kirche, der Kopernikus angehörte, hielt sich mit einer Stellungnahme zurück. Eine Verfolgung durch die Inquisition hatte Kopernikus also – anders als Galileo Galilei einige Jahrzehnte später – nicht zu befürchten. Kopernikus konnte die (scheinbaren) physikalischen Widersprüche nur durch neue Hypothesen entkräften, auch war sein Rechenmodell im Grunde nicht genauer als das des Ptolemäus, lieferte aber wegen aktuellerer Ausgangsdaten bessere Ergebnisse. Nachdem das Werk des Kopernikus zunächst als reines Rechenmodell verwendet wurde, konnte schließlich Galileo Galilei die Vereinbarkeit einer sich bewegenden Erde mit den Beobachtungen physikalisch nachweisen. Johannes Kepler fand mit den ellipsenförmigen Planetenbahnen das korrekte mathematische Modell und Isaac Newton lieferte mit dem Gravitationsgesetz schließlich die physikalische Begründung für das heliozentrische Weltbild und damit die endgültige Bestätigung von Kopernikus. Das heliozentrische Weltbild wird zu Kopernikus Ehren auch das „Kopernikanische Weltbild“ genannt.

Herkunft

Kopernikus' Urgroßvater väterlicherseits stammte aus Köpperning an der Neiße in Niederschlesien. Anfang des 15. Jahrhunderts übersiedelte der Urgroßvater nach Krakau (poln. Kraków). Der Vater zog gegen 1456 nach Thorn, kurz nachdem die 1231 von westfälischen Siedlern gegründete Stadt 1454 nach etwa 200 Jahren ordensritterlicher Herrschaft (siehe auch Deutscher Orden) unter die Oberhoheit des polnischen Königs Kasimir IV. gefallen war. Sein Vater verdiente im Kupferhandel und im Bankwesen den Lebensunterhalt der Familie. Die Eltern von Kopernikus´ Mutter Barbara Watzenrode waren der Thorner Richter und Stadtrat Lukas Watzenrode und Katharina von Rüdiger. Die Vorfahren der Linie Watzenrode stammten aus dem niederschlesischen Wazyngerode. Über die Familie von Rüdiger war Kopernikus ein entfernter Verwandter des damaligen Ermländer Bischofs Tiedemann Giese. Als Kind, nach dem Tod der Eltern, lebte Kopernikus im Fürstbistum Ermland und wurde dort von seinem Onkel Lukas Watzenrode aufgezogen und ausgebildet. 1512 schwor Kopernikus als Kanzler des Ermländer Domkapitels dem polnischen König Sigismund I. dem Alten, der die Oberhoheit über das Fürstbistum Ermland ausübte, seine Loyalität. Dieser Schwur hatte besondere Bedeutung. Denn einige Jahre zuvor hatten Sigismunds Eltern, Elisabeth von Habsburg und ihr Mann, Kasimir IV., versucht, Sigismunds Bruder Friedrich anstelle von Kopernikus´ Onkel Watzenrode als Ermländer Fürstbischof durchzusetzen. Als der weiter östlich gelegene Hauptteil Preußens unter Albrecht von Hohenzollern, dem ersten Herzog Preußens, protestantisch wurde, blieb Kopernikus als Administrator des Fürstbistums Ermland Anhänger und Verteidiger des katholischen Glaubens. Später war Kopernikus jahrzehntelang bis kurz vor seinem Tode Kanoniker in Breslau. Seine erhaltenen Schriften sind auf Deutsch oder Lateinisch verfasst. Es war jedoch zur damaligen Zeit noch nicht überall üblich, wissenschaftliche Schriften auf Polnisch zu schreiben. Im Ermland, in das seit Mitte des 13. Jahrhunderts viele deutschsprachige Siedler eingewandert waren und das einige Jahrzehnte vor Kopernikus´ Amtszeit der Oberhoheit des deutschen Ordens unterstanden hatte, wurden Schriftstücke überwiegend in Latein und Deutsch verfasst. Die offizielle Sprache des dem Ermland benachbarten Heiligen Römischen Reiches, in dem Kopernikus lange Zeit arbeitete und publizierte, war Latein und Deutsch. (Die spanischen Habsburger Könige mussten eine Vereinbarung unterschreiben, nur Latein oder Deutsch in offiziellen Briefwechseln zu verwenden.) Andererseits wurden kartographische Schriften, die Kopernikus ebenfalls entwickelte, von anderen Autoren auch in Polnisch verfasst. Ob Deutsch oder Polnisch Kopernikus´ Muttersprache war, gilt als umstritten. Als Indiz für eine polnische Muttersprache gelten die vielfältigen Verbindungen Kopernikus´ zu polnischen Wissenschaftlern und Adeligen sowie die zeitgenössische Bezeichnung als „polnischer Astronom“. Als Hinweis auf eine deutsche Muttersprache gelten die deutschsprachigen Verwandten sowie die damalige deutsche Bevölkerungsmehrheit in Kopernikus´ Heimatstadt Thorn. Der Beitritt Kopernikus´ zur „natio germanorum“ während seines Studiums in Bologna gilt nicht als Beleg, da die „natio germanorum“ eine nationenunabhängige Studentenverbindung war, der Studenten verschiedener Muttersprachen gleichermaßen beitraten. Von Wissenschaftlern seiner Zeit wurde Kopernikus als der polnische Astronom bezeichnet. Seine Wirkstätte war das Ermland, das nach dem sog. Dreizehnjährigen Krieg zwischen Polen-Litauen und dem Deutschen Orden seit 1466 unter der Oberhoheit der polnisch-litauischen Könige stand und zugleich als exemptes Fürstbistum weitgehende Autonomie besaß. Das übrige Preußen (das so genannte „Herzogliche Preußen“) blieb weiter Ordensland, von 1525 bis 1654 weltliches Herzogtum unter polnischer Lehnshoheit (siehe auch Preußen). Das Leben und politische Wirken von Kopernikus spielte sich in diesem politischen Spannungsfeld ab. Das Kopernikusmanuskript kam durch Rheticus in andere Hand und erhielt erst am 16. Dezember 1603 eine Eintragung von Jacobus Christmannus: Nicolai Copernick Canonici Varmiensis in Borussia Germaniae mathematici … (übersetzt: „des Domherrn Nikolaus Kopernikus aus dem Ermland in dem Preußen, das zu Deutschland gehört, des Mathematikers …“) [http://www.bj.uj.edu.pl/bjmanus/revol/images/br.jpg]. Die Diskussion über die Nationalität von Kopernikus zählt bereits mehrere Jahrhunderte. In dem historisch-biographischen Lexikon Allgemeine Deutsche Biographie Band IV von 1876, das sich jetzt im Besitz der Bayerischen Staatsbibliothek befindet, fand sich folgender Hinweis: :Die Nationalitätenfrage ist ein Gegenstand verschiedener Schriften gewesen; ein ehrender Streit um das Anrecht auf den Begründer unserer heutigen Weltansicht ist zwischen Polen und Deutschen geführt, doch ist schon erwähnt, dass über die Nationalität der Eltern des Copernicus Sicheres sich nicht hat ermitteln lassen; der Vater scheint slawischer Abkunft, die Mutter deutscher zu sein; er wurde geboren in einer Stadt, deren Magistrat und gebildete Einwohner Deutsche waren, die aber zur Zeit seiner Geburt unter polnischer Herrschaft stand; er studierte in der polnischen Hauptstadt Krakau, dann in Italien und lebte bis an sein Ende in Frauenburg als Domherr; er schrieb lateinisch und deutsch. In der Wissenschaft ist er ein Mann, der nicht einer Nation angehört, sein Wirken, sein Streben gehört der ganzen Welt, und wir ehren in Copernicus nicht den Polen, nicht den Deutschen, sondern den Mann freien Geistes, den großen Astronomen, den Vater der neuen Astronomie, den Urheber der wahren Weltanschauung. [http://mdz.bib-bvb.de/digbib/lexika/adb/images/adb004/@Generic__BookTextView/1025;cs=default;ts=default;pt=1023;lang=de] Laut zeitgenössischen Unterlagen wurde Kopernikus in der Kathedrale in Frauenburg begraben. Die genaue Stelle des Grabmals ist nicht bekannt. Da die Kirche während der Schwedenkriege stark verwüstet wurde, kann es sein, dass die sterblichen Überreste nicht an ihrem ursprünglichen Platz blieben. Im Sommer 2005 entdeckten Polnische Archäologen bei Grabungen im Altarraum der Kirche sterbliche Überreste, die aufgrund anthropologischer Vergleiche als sehr wahrscheinlich die Kopernikus' identifiziert wurden.

Gedenkstätten und Denkmäler

In Toruń befindet sich ein von Friedrich Tieck angefertigtes Kopernikus-Denkmal. Eine Kopernikus-Ausstellung (mit Foucaultschem Pendel) und ein Denkmal befinden sich im Dom zu Frauenburg (poln. Frombork). Im Schloss von Allenstein (poln. Olsztyn) befinden sich in einer besonderen Abteilung Exponate über Kopernikus und Originalhandschriften zu Berechnungen zur Begründung des kopernikanischen Weltbildes. Vor dem Eingang des Schlosses befindet sich eine Bronzeplastik, die Kopernikus darstellt. In Warschau steht ein Kopernikus-Denkmal von Bertel Thorvaldsen mit einer denkwürdigen Geschichte: Die Plastik wurde vom Bildhauer 1822 gemacht und vom Warschauer Glockengießer Jan Gregoire 1833 ausgeführt. Die Deutschen zerstörten die Skulptur nach dem Warschauer Aufstand 1944, wahrscheinlich wurde sie eingeschmolzen und das Material für die Rüstung verwendet. Nach dem Krieg wurde die Originalform in Dänemark gefunden, und die dänische Regierung schenkte Warschau einen zweiten Original-Abguss. Dieser wurde am 22. Juli 1945 wiedererrichtet. Image:Kopernikus nikolaus krakau.jpg|Denkmal für Nikolaus Kopernikus vor der Alten Universität von Krakau Image:Torun03MonumentToCopernicus.JPG|Kopernikus-Denkmal in Toruń Bild:Kathedrale_Frombork.jpg|Kathedrale in Frauenburg Bild:Kopernikusturm_Frombork.jpg|Kopernikusturm in Frauenburg Image:Kopernikus-Olsztyn.jpg|Kopernikus-Denkmal vor dem Eingang des Schlosses von Olsztyn Image:Warszawa Copernicus.png|Kopernikus-Denkmal von Bertel Thorvaldsen in Warschau

Werke


- Commentariolus. Heilsberg 1509
- Monetae cudendae ratio. 1526
- Narratio prima. mit Georg Joachim Rheticus, Danzig 1540
- De Revolutionibus Orbium Coelestium. (deutsch: Von den Umdrehungen der Himmelskörper), Nürnberg 1543

Literatur


- Wilhelm Strube: Domherr und Astronom. Roman über Nicolaus Copernicus. Verlag Neues Leben, Berlin 1977
- Georg Hermanowski: Nikolaus Kopernikus. Leben. Styria, Graz 1985. ISBN 3-222-11592-3
- Hans-Dietrich Lemmel: Beiträge zu Copernicus und seiner Verwandtschaft. in: Genealogie. Neustadt/Aisch 1993, 1–2
- Jürgen Hamel: Nicolaus Copernicus. Leben, Werk und Wirkung. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1994. ISBN 3-86025-307-7

Weblinks


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- http://www.frombork.art.pl/Frombork-foto/k3.JPG Kopernikus' Portrait „Nicolaus Copernicus Borussus Mathematicus“ (von Theodor de Bry)
- [http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,383133,00.html Kopernikus Grab entdeckt - Meldung auf Spiegel Online -] Kopernikus, Nikolaus Kopernikus, Nikolaus Kopernikus, Nikolaus Kopernikus, Nikolaus Kopernikus, Nikolaus Kopernikus, Nikolaus Kopernikus, Nikolaus Kopernikus, Nikolaus Kopernikus, Nikolaus Kategorie:Ostpreußen ja:ニコラウス・コペルニクス ko:니콜라우스 코페르니쿠스 th:นิโคเลาส์ โคเปอร์นิคัส

Teleologisch

Die Teleologie (griechisch τελεολογία im altgriechischen Sinn von τέλος, télos – Ziel, Sinn und λόγος, lógos – Lehre) ist die Lehre der ziel- und zweckbestimmten Ordnung von Gegenständen und Ereignissen. Das Grundprinzip ist die Berufung auf das Ziel der Handlung, dessen Realisierung der Handelnde als Handlungsfolge zusammen mit den anderen Folgen zu verantworten hat. Es wird daraufhin geprüft, ob diese praktischen Folgen (etwa Annehmlichkeit, Nützlichkeit) zur Realisierung eines moralischen Werts beitragen. Das Begründungsverfahren lässt auch Zwischenstufen zwischen gut und schlecht zu. Naturphänomenen wird in der Teleologie eine innere Zweckgerichtetheit unterstellt. Dabei wird nach Aristoteles zwischen der causa materialis und der causa finalis unterschieden. Damit wird eine Begründung dafür hergeleitet, Prozesse innerhalb der Natur nicht über Wirkursachen, sondern über Zielzustände zu erklären. Auch eine Kombination von Wirkursachen und einer Finalursache entspricht dem teleologischen Verständnis. Die heutige Evolutionstheorie verneint eine Ziel- oder Zweckbestimmung der Natur im Sinne eines kosmischen, steuernden Universalprinzips und verweist auf die Naturgesetzlichkeit. Dennoch wird in neueren wissenschaftlichen Ansätzen eine Zielgerichtetheit für komplexe Prozesse angenommen, etwa die dynamische, umweltangepasste Selbstregulierung eines Systems (Homöostase). Um die Konnotation einer kosmologischen Steuerung zu vermeiden, spricht man heute daher auch von "teleonomen" Prozessen (Colin S. Pittendrigh). Dagegen sind viele Theorien in der Philosophie auch im universalistischen Sinne teleologisch. So ist für den