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Antifaschismus

Antifaschismus

Antifaschismus ist der Kampf gegen jegliche Formen von Faschismus und Nationalsozialismus. Oft wird dieser Kampf auf die als Grundlagen des Faschismus angesehen Ideologien des Nationalismus, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und Kapitalismus ausgeweitet. Die Antifaschistische Aktion kam ursprünglich aus Italien. Die Bezeichnung entstand durch die Betitelung progressiver Menschen, die sich gegen Mussolini wehrten, als "Antifaschisten". In Deutschland wurde der Antifaschismus als Kampfbegriff der KPD eingeführt und später als Selbstbezeichnung eines Teils des Widerstands gegen das nationalsozialistische Regime gebraucht. Nach Ende des 2. Weltkriegs diente die Bezeichnung in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. später in der Deutschen Demokratischen Republik zur ideologischen Abgrenzung gegenüber dem nationalsozialistischem Deutschland und der als "postfaschistisch" verstandenen Bundesrepublik Deutschland. Neu aufgenommen wurde der Antifaschismus durch die autonome Szene, innerhalb derer sich seit den 1980er Jahren, aber verstärkt nach der Wiedervereinigung Deutschlands viele sogenannte Antifa-Gruppen gebildet haben, die sich selber in der Tradition des antifaschistischen Widerstands sehen.

Geschichte

Antifaschistische Aktion der KPD

Antifaschistischer Widerstand während der NS-Zeit

Als antifaschistischer Widerstand während der Zeit des Nationalsozialismus bezeichnete sich hauptsächlich der kommunistische Widerstand, aber auch Widerstand aus sozialdemokratischen, gewerkschaftlichen und anarchistischen Kreisen wird manchmal so genannt. Der antifaschistische Widerstand grenzt sich von den anderen Widerstandsformen durch seine klare politische Motivation und Zielsetzung ab. Ins besondere der kommunistische Widerstand verfolgte das Ziel einer sozialen Revolution nach dem Vorbild der Sowjetunion. Siehe Hauptartikel: Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Antifaschismus als Staatsdoktrin der DDR

Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) hat sich selber in Nachfolgeschaft des antifaschistischen Kampfes der KPD und des antifaschistischen bzw. kommunistischen Widerstands gegen das NS-Regime gestellt. Auf Grund dieses auch als Gründungsmythos bezeichneten Anspruches erhob sie den Antifaschismus schnell zur leitenden Staatsdoktrin. Dieser wurde einerseits zur Abgrenzung gegenüber der Zeit des Nationalsozialismus, andererseits aber auch zur Abgrenzung gegenüber der Bundesrepublik Deutschland (BRD) benutzt. Auf Grund der marxistischen Faschismus-Theorie wurde die BRD als postfaschistisch verstanden und es wurde versucht eine ideologische und personelle Kontinuität zwischen dem Nationalsozialismus und der BRD nachzuweisen. Von vielen Historikern wird mitlerweile kritisiert, dass durch den antifaschistischen Anspruch der DDR eine wirkliche Aufarbeitung des Nationalsozialismus dort nicht stattfinden konnte und der Antifaschismus nur Lippenbekenntnis blieb bzw. sogar zur Durchsetzung politischer Vorhaben instrumentalisiert wurde. Hierbei ist allerdings die zu Grunde liegende marxistische Faschismus-Theorie zu beachten, wenn man beurteilen will, in wie weit der Antifaschismus nur als Vorwand missbraucht wurde.

Autonomer Antifaschismus seit 1990

Bereits zu Beginn der 80er Jahre gründeten sich im gesammten Gebiet der BRD aus der Autonomen- und Hausbesetzer-Szene herauso sogenannte Antifa-Gruppen. Diese sahen ihr Hauptaktionsfeld in der Verhinderung von geplanten Aktivitäten von rechtsextremen Parteien oder Organisationen - wie zum Beispiel Parteitagen der NPD oder so bezeichneten Nazi-Aufmärschen. Allerdings war dies nicht der Hauptschwerpunkt der Arbeit der Autonomen Bewegung. Durch den wiedererstärkenden Nationalismus und die aufkommende rechtsextreme Gewalt nach der Wiedervereinigung Deutschlands aufgeschreckt wurden diese Ansätze intensiviert und der Antifaschismus wurde zu einem Hauptaktionsfeld der Autonomen Bewegung. Es bildeten sich nun zuverlässigere Strukturen im Bundesgebiet - insbesondere ist hier die Gründung der Antifa [M] in Göttingen zu betrachten. Diese nun geschaffenen Gruppen versuchten sich auch bundesweit zu vernetzen. Aus diesen Bemühungen ging 1992 die Antifaschistische Aktion/Bundesweite Organisation (AA/BO) hervor. Obwohl die AA/BO sich im April 2001 auflöste, hinterlies sie sowohl in den neuen als auch in den alten Bundesländern eine feste Struktur von antifaschistischen Organisationen. Obwohl die Antifa als heterogene Bewegung wahrgenommen werden muss, ist es doch mitlerweile Grundkonsens, dass man den Faschismus weder auf eine materialistische Therie reduzieren kann, noch dass man ihn gänzlich ohne materialistische Bezüge erklären kann. So hat sich in den meisten Kreisen eine Faschismus-Theorie entwickelt, die den Faschismus als ein besonderes Stadium des Kapitalismus begreift. Daher konzentriert die Antifa ihre Aktionen meistens nicht nur auf den Kampf gegen rechtsextreme Parteien oder Organisation, sondern behandelt auch soziale Fragen und sieht sich selbst als revolutionäre Kräfte. Auf Grund dessen definiert sich die Antifa fast immer auch als antikapitalistisch und es wird (entweder) Kommunismus oder Anarchismus als bessere Gesellschaftsform propagiert. Siehe Hauptartikel: Antifa

Theorie

Der Antifaschismus basiert auf einer Faschismus-Theorie, die im Kapitalismus, Sexismus und Rassismus die Grundlagen für diesen sieht. Daher beschränkt sich der Antifaschismus nicht in einer Bekämpfung des Rechtsextremismus, sondern versucht auch immer diese drei scheinbar erkannten Hauptwidersprüche zu überwinden. In dem Verständnis des Antifaschismus können die Grundlagen des Faschismus bzw. Nationalsozialismus letztendlich nur innerhalb einer anarchistischen bzw. kommunistischen Gesellschaft aufgehoben werden.

Siehe auch


- Antifaschist
- Faschismus
- Nationalsozialismus
- Rechtsextremismus Kategorie:Antifaschistische Aktivitäten und Organisationen Kategorie:Politischer Begriff Kategorie:Politischer Widerstand Kategorie:Faschismus Kategorie:Wikipedia_Überarbeiten

Faschismus

Der Begriff Faschismus kennzeichnet eine bestimmte politische Richtung des 20. Jahrhunderts: # Die Bewegung ("movimento") oder auch die Schwarzhemden Benito Mussolinis (1919-1922) und das daran anschließende politische Regime (1922-1943/45) in Italien, im engeren Sinne "Faschismus". # Nach einer Interpretation durch Faschismusforscher wie Ernst Nolte (seit 1963) schließt der Begriff neben den anderen antidemokratischen, antiliberalen und antikommunistischen Ideologien als Vergleichskategorie auch den deutschen Nationalsozialismus ("Nationalsozialismus" ist ein verharmlosender Kampfbegriff der deutschen Faschisten) und verschiedene kleinere Bewegungen im Europa der Zwischenkriegszeit mit ein. Jedoch wird in diesem Zusammenhang etwa nicht ohne Weiteres vom "deutschen Faschismus" gesprochen - "Faschismus" dient hier allein als Begriff für eine bestimmte Art politischer Richtungen und Regime in der Zeit der Weltkriege (also zwischen 1918/19 und 1945). # Schon seit den frühen zwanziger Jahren wurde er von Sozialdemokraten und von Kommunisten weitgehend mit einem militanten Antikommunismus und dem Spätkapitalismus als reaktionärste kapitalistische Herrschaftsordnung gleichgesetzt. Auch eine neomarxistische Strömung der Forschung verwendet den Faschismusbegriff in dieser Weise. Abgeleitet ist der Begriff Faschismus (zumindest nach Aussagen der faschistischen Propaganda) vom italienischen fascio beziehungsweise dem lateinischen Begriff fasces für Bund, Bündel. Er geht zurück auf die fasces, Rutenbündel, die die antiken Liktoren als Symbol der Macht des Römischen Reiches dem römischen Machthaber (Konsul, Imperator, Statthalter) vorantrugen. Außerhalb Roms wurde die Machtdemonstration verstärkt, indem die Liktoren nicht nur die fasces, also die Rutenbündel, sondern zusätzlich ein darin eingewickeltes Beil mit sich führten. Ein solches Rutenbündel mit Beil wird deshalb auch als Liktorenbündel (italienisch littorio) bezeichnet. „Faschismus“ (italienisch fascismo) ist aber auch eine Ableitung zum italienischen Begriff fascio („Bund“) und hat damit auch eine katholisch-sozialistische Tradition - Ende des 19. Jahrhunderts formierten sich vor allem auf Sizilien soziale Protestbewegungen als fasci. Diese Konnotation des Begriffs dürfte bei der Namensgebung des italienischen Faschismus 1919 bestimmender gewesen sein als der römische Hintergrund, der später in der Selbstdarstellung aber fast ausschließlich betont wurde, um dem Faschismus historische Kontinuität beizulegen.

Faschismus im engeren Sinn: Italien

Zunächst war "Faschismus" nur die Bezeichnung der politischen Bewegung, die aus den von Benito Mussolini 1919 gegründeten Fasci Italiani di Combattimento ("Italienische Kampfbünde") hervorging und die 1922 die Macht in Italien eroberte.

Wesentliche Elemente des italienischen Faschismus


- Eine extrem nationalistische, populistische Herrschaftsform mit ausgeprägtem Führerkult.
- Nachdrückliche Ästhetisierung von Politik und die Betonung des voluntaristischen Zuges der Politik, also des Vorrangs des Willens vor der Ökonomie. Der Faschismus ist hier Erbe des Futurismus und seiner Theorien.
- Der exzessive Gebrauch von politischen Symbolen wie Fahnen, Marschkolonnen und Uniformen in rituellen Massenzeremonien.
- Ein an der Antike ausgerichteter Traditionalismus, der sich besonders im Kult der römischen Vergangenheit äußerte, zugleich aber auch eine revolutionär-dynamische Selbstdarstellung und entsprechende Politikansätze.
- Ein korporatives Wirtschaftsmodell mit nach Produktionszweigen gegliederter Organisation, mit einem das Parlament ersetzenden Plenarorgan ("Kammer der Fasci und der Korporationen", Camera dei Fasci e delle Corporazioni, seit 1938/39) und einem aus Partei- und Staatsfunktionen gemischten Organ, dem "Faschistischen Großrat" (Gran Consiglio del Fascismo, seit 1922, seit 1928 Staatsorgan), an der Spitze.
- Die ideologische Verherrlichung von Gewalt in der Tradition von Georges Sorel.
- Parteienkritik, wie sie insbesondere der Soziologe Robert Michels betrieb, und Selbstverständnis als (während der Bewegungsphase 1919 bis 1922) Anti-Partei bzw. (danach) als Massenpartei eines neuartigen Typus. Zwischen dem modernistisch-revolutionären und dem konservativ-traditionalistischen Flügel kam es immer wieder zu Spannungen. Mussolini lavierte lange zwischen den Positionen und hatte dabei vor allem in der Zeit zwischen 1921 und 1925 große Mühe, diese zentrifugalen Kräfte zusammenzuhalten. Gleichzeitig aber fungierte die gegensätzliche Selbstdarstellung nach außen auch zur Bindung verschiedener gesellschaftlicher Strömungen an den Faschismus.

Geschichte des italienischen Faschismus

Der Gründer des Faschismus, Benito Mussolini, kam aus der Sozialistischen Partei Italiens, in der er den syndikalistischen Flügel vertrat. Mussolini war unter anderem Chefredakteur der Parteizeitung L'Avanti. Organisatorische Gestalt gewann der Faschismus in Italien 1919, als Mussolini die Fasci Italiani di Combattimento ("Italienische Kampfbünde") gründete. Im selben Jahr schuf der Schriftsteller und Fliegerheld des Ersten Weltkriegs Gabriele D'Annunzio mit seiner handstreichartigen Eroberung von Fiume (heute Rijeka) ein erstes "präfaschistisches" System mit einer korporativen Ordnung, Massenzeremonien und den Faschismus vorwegnehmender Symbolik. Die fasci wuchsen vor allem 1921 und 1922 rasch zur größten Massenbewegung Italiens, und Mussolini wurde, als er 1922 beim "Marsch auf Rom" mit einem Putsch drohte, von König Vittorio Emanuele III. zum Ministerpräsidenten ernannt. 1925 verbot er die sozialistische Partei und antifaschistische Organisationen und schuf mit seinem Führerkult – dem "mussolinismo" – ein Modell für andere faschistische Diktaturen. Der Duce ("Führer") präsentierte sich als Mann des Volkes: Arbeiter, Vater, Sportler, Frauenheld, Soldat, mit Uniform und martialischem Auftreten. Der Großmachtanspruch des antiken römischen Weltreiches blieb leitende Idee des italienischen Faschismus und führte namentlich zum Überfall auf Äthiopien 1935. Ab 1938 verfolgte der Faschismus auch offiziell eine antisemitische Politik, aber wohl, darauf weist die neueste Forschung hin, auf deutschen Druck, und nicht aus eigenem Antrieb. 1943 wurde Mussolini vom Großrat, dem faschistischen Exekutivorgan, abgesetzt. Diese Absetzung erfolgte systemkonform mit einfachem Mehrheitsbeschluss, da der Rat die höchste Instanz des faschistischen Staates war. Mussolini wurde inhaftiert. Die deutsche Waffen-SS befreite Mussolini in einer abenteuerlichen Aktion aus seinem Gefängnis auf dem Gran Sasso in den Abruzzen. Unter deutscher Vorherrschaft gründete Mussolini in Norditalien die Repubblica Sociale Italiana ("Republik von Salò"), die allerdings bis zum Kriegsende kaum mehr als ein deutsches Marionettenregime war.

Unterschiede zum Nationalsozialismus

Republik von Salò]] Republik von Salò Lange Zeit vertrat die Forschung die Ansicht, im Gegensatz zum Nationalsozialismus sei der Faschismus nicht ursprünglich antisemitisch gewesen. Antisemitische Elemente habe er erst aufgenommen, als Mussolini das "Achsen"-Bündnis mit dem Deutschen Reich unter Adolf Hitler geschlossen habe; der Antisemitismus sei noch verstärkt worden, als Mussolini nach seinem Sturz seine unter deutscher Vorherrschaft stehende Repubblica Sociale Italiana gründete. Neue Forschungserkenntnisse erweisen diese Ansicht zumindest als fragwürdig, wenn nicht als falsch. Im Faschismus waren seit 1919 von maßgeblichen Protagonisten immer wieder antisemitische Parolen und Gedanken geäußert worden, die allerdings erst 1938 - also anders als beim von Anfang an offen antisemitischen Nationalsozialismus - (durch deutschen Druck) offizielle Regimepolitik wurden. Dennoch trat der Antisemitismus nicht erst gegen Ende der dreißiger Jahre als neues Merkmal zum Faschismus hinzu, sondern war ihm von Anfang an inhärent gewesen und trat jetzt nach einem jahrzehntelangen Reifungsprozess in den Vordergrund. Der Faschismus kultivierte wie der Nationalsozialismus ein rigides Führerprinzip, allerdings nicht in der radikalen Konsequenz wie in der deutschen Diktatur. Die Bezeichnung Duce ("Führer", ab Mitte der dreißiger Jahre stets in Großbuchstaben: DUCE) war ideologisch überhöht. Neben dem Duce gab es jedoch noch einen "Faschistischen Großrat" und den König, und Mussolini brauchte bedeutend länger als Hitler, um seinen unumschränkten Führungsanspruch durchzusetzen. Überhaupt trug die faschistische Herrschaft in Italien deutlich mehr den Zug eines Herrschaftskompromisses mit den alten Eliten - der Monarchie, dem Militär, der Industrie und der Kirche - als in Deutschland, wo sich das nationalsozialistische Regime relativ schnell der meisten Bindungen an traditionelle Herrschaftsschichten entledigte. Ein weiterer wichtiger Unterschied war der faschistische Etatismus, der sich deutlich vom völkischen und von der SS geprägten antietatistischen Nationalsozialismus abhob. Im Nationalsozialismus manifestierte sich nachdrücklich die Vorherrschaft der Partei gegenüber dem Staat, die schließlich zur völligen Auflösung des überlieferten Normen- und Institutionengefüges führte. Im Gegensatz dazu schuf der Faschismus in Italien zwar eine Reihe neuer Institutionen, tastete aber die bestehende Ordnung nicht oder kaum an (siehe dazu: Geschichte Südtirols.) Wesentlich wurde dieser Unterschied in Südtirol, wo Mussolini eine harte Italianisierungspolitik gegen Deutsche, aber auch gegen die Angehörigen romanischer Sprachgruppen betrieb. In einer Vereinbarung zwischen Hitler und Mussolini wurde daraufhin geregelt, dass die deutschen Südtiroler ihre Heimat zu verlassen und in das Deutsche Reich auszureisen hatten, während Südtirol bei Italien blieb. Die "Dableiber" waren die deutschen Südtiroler, die entgegen der Absicht der beiden Diktatoren für den Verbleib in ihrer Heimat "optierten". Es gab im Faschismus keine wie im Nationalsozialismus ausgearbeitete Rassenideologie. Wo das Wort "Rasse" (razza) überhaupt benutzt wurde, hatte es zumindest bis 1938 oft keine biologische Bedeutung, sondern wurde in dem auch in Deutschland früher gebräuchlichen Sinn von "rassig" als "edel" benutzt, ohne auf Abstammung abzuheben. Nach 1938 allerdings verbreiteten sich auch im faschistischen Diskurs biologische und sozialdarwinistische Auffassungen immer stärker. Die faschistische "neue Ordnung" unterscheidet sich damit deutlich von dem vom Nationalsozialismus angestrebten Modell - während Hitler einen völkisch geordneten Rassestaat zu errichten versuchte, strebte Mussolinis Regime nach einem starken Staat unter Einbindung der alten Eliten und nach der Etablierung einer zwar skrupellosen, aber doch größtenteils traditionellen Macht- und Expansionspolitik. Der modernistische Flügel des Faschismus unterstützte eine Kunstrichtung, die in Deutschland als entartete Kunst galt. Der Verfasser des futuristischen Manifests, Filippo Tommaso Marinetti kann als prominentestes Beispiel hierfür genannt werden. Die Zahlen der politischen Opfer des italienischen Faschismus sind weitaus geringer als die des Nationalsozialismus. Im Faschismus wurden kaum Todesurteile gegen Regimegegner gefällt; dennoch ist nicht zu übersehen, dass auch das faschistische Regime Antifaschisten umbringen oder hinrichten ließ und mehrere Kriege (in Libyen, gegen Äthiopien, gegen Griechenland) durchführte und Albanien im Handstreich annektierte. Im Krieg gegen Äthiopien setzten italienische Truppen 1935/36 Giftgas gegen feindliche Soldaten ein und führten Massenerschießungen von Abessiniern nach deren Gefangennahme durch.

Faschistische Theoretiker und "Vordenker" des Faschismus


- Benito Mussolini (1883-1945) war 1919 der Begründer des Faschismus. Mussolini kam aus dem syndikalistischen Flügel der Sozialistischen Partei Italiens und war stark von Georges Sorel beeinflusst, weniger von - wie er anfangs behauptete - Vilfredo Pareto.
- Robert Michels (1876-1936) war deutscher Soziologe. Michels kam aus der SPD und wurde als Parteiensoziologe bedeutend. Er wechselte nach Italien, wandte sich dem Syndikalismus und später dem
Faschismus zu. 1928 errichtete ihm Mussolini einen Lehrstuhl in Perugia, um die Theorie des Faschismus weiterzuentwickeln.
- Giovanni Gentile (1875-1944) war ein neoidealistischer Philosoph. Er vertrat eine "Aktualismus" genannte radikale philosophische Richtung, die die absolute Existenz der Dinge verneinte und die Theorie vertrat, sämtliche Erscheinungen würden erst im "reinen Akt" erzeugt. Gentile war 1922/23 faschistischer Erziehungsminister und setzte eine tradtionalistische Schulreform durch, geriet aber nach 1929 wegen seiner radikalen Positionen zunehmend ins Abseits.
- Sergio Panunzio (1886-1944) war ein Theoretiker des Syndikalismus. Er entwickelte nach 1922 einen wichtigen Teil der faschistischen Staatslehre, indem er das Verhältnis von Partei und Staat abzugrenzen versuchte. Panunzio lehrte an der einflussreichen Fakultät für politische Wissenschaft der Universität von Perugia.
- Der Jurist Alfredo Rocco (1875-1935) war ursprünglich einflussreicher Vordenker der nationalistischen Bewegung Italiens, die 1923 mit dem Faschismus fusionierte. Rocco wurde während des totalitären Umbaus des italienischen Staates ab 1925 zum Architekten des faschistischen Institutionengefüges. Unter anderem zeichnete er auch für die Verschärfung des Strafrechts verantwortlich.
- Enrico Corradini (1865-1931) war ebenfalls von Hause aus Nationalist. Er vertrat einen entschiedenen Expansionskurs Italiens, das als "proletarische Nation" gegen die reichen Nationen des Westens kämpfen müsse. Diese im Faschismus später sehr einflussreiche Denkfigur verband sich bei Corradini mit einer leidenschaftlichen Verehrung des antiken Rom.
- Julius Evola (1898-1974) war Kulturphilosoph und entstammte einer katholisch-traditionellen Familie in Rom. Später entwickelte er den an der Antike ausgerichteten heidnisch-rassistischen Traditionalismus. Evola repräsentierte einen reaktionären Teil des Faschismus, der immer wieder in Gegensatz zum modernistischen Flügel geriet, welchen Evola als Entartung des Faschismus kritisierte. Evolas extreme Ansichten blieben aber im Faschismus stets eine Minderheitenposition.

Faschismus im weiteren Sinn

Ernst Nolte und die Folgen

1963 gab Ernst Nolte mit seinem Werk
Der Faschismus in seiner Epoche der Geschichtswissenschaft neue Impulse. Nolte verwendete den Begriff "Faschismus" zum ersten Mal als Epochenbegriff und kennzeichnete damit eine Gruppe politischer Bewegungen im Europa zwischen den Weltkriegen. Nolte definierte Faschismus als "Antimarxismus, der den Gegner durch die Ausbildung einer radikal entgegengesetzten und doch benachbarten Ideologie und die Anwendung von nahezu identischen und doch charakteristisch umgeprägten Methoden zu vernichten trachtet, stets aber im undurchbrechbaren Rahmen nationaler Selbstbehauptung und Autonomie". Nolte fasst damit nicht nur den deutschen Nationalsozialismus und den italienischen Faschismus Mussolinis, sondern auch die Action française, eine rechtsradikale französische Bewegung zusammen. Damit war er der erste bürgerliche Historiker, der einen umfassenderen Faschismusbegriff benutzte. Faschismus ist für Nolte Kennzeichen der Epoche von 1917 bis 1945: Allein in dieser Zeit habe die Notwendigkeit bestanden, der angeblichen Bedrohung durch die Sowjetunion und ihren "Anspruch auf Weltrevolution" mit (in seiner Definition) faschistischen Mitteln zu begegnen. Die Analyse des italienischen Faschismus wurde im Gefolge von Noltes Thesen von manchen Theoretikern als Prototyp auch auf andere nationalistische Diktaturen in Europa und Lateinamerika angewandt. Die bürgerliche Totalitarismustheorie setzt faschistische Systeme als Reaktion auf sozialistische und kommunistische Kräfte und tendiert teilweise dazu, diese für eine faschistische Entwicklung verantwortlich zu machen. So wird bisweilen (auch im Spätwerk Ernst Noltes) die Entstehung des Nationalsozialismus mit Reaktion auf den Kommunismus nicht nur begründet ("kausaler Nexus"), sondern auch verstehend erklärt ("rationaler Kern des Nationalsozialismus"). Ähnlich, wenngleich auch ohne die erwähnte Schuldzuweisung, argumentieren auch sich linke nennende Faschismustheoretiker. Bemerkung zum Folgenden: Nach den umfassenden Theoriedebatten der siebziger und achtziger Jahre hat sich in der bürgerlichen Geschichtswissenschaft heute mehrheitlich die Meinung durchgesetzt, unter "Faschismus" sei sinnvoll nur das europäische politische Phänomen der Zeit zwischen 1917 und 1945 zu verstehen. "Faschismus" ohne Vergleichsobjekt (die "singularisierende" Betrachtung) wird in der bürgerlichen Wissenschaft inzwischen wieder vor allem für die italienische Ausprägung dieses Phänomens verwendet. Der sehr weite Gebrauch des Begriffs "Faschismus" - wie er im Folgenden vor allem bei marxistischen Theoretikern vorgestellt wird, zumal für Phänomene der Zeit nach 1945 - ist in der bürgerlichen Geschichtswissenschaft nicht mehr verbreitet.

Marxistische Interpretationen

Die marxistischen Theoretiker (so in Deutschland zuerst von Clara Zetkin 1923) bezeichneten "Faschismus" als eine terroristische Herrschaftsform des Kapitals. Die klassisch gewordene Definition lieferte Georgi Dimitroff vor dem VII. Weltkongress der Komintern am 2. August 1935, als er vor dem Plenum der Kommunistischen Internationale feststellte, Faschismus sei „die offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals“. Damit war gemeint, dass zwischen dem gewalttätigen Faschismus und dem Kapitalismus kein wesenhafter Unterschied bestehe: In dem Moment, wo der Kapitalismus sich in seinen ungezügelten Verwertungsbedingungen bedroht fühle - wie in den frühen zwanziger Jahren in Italien oder während der Weltwirtschaftskrise in Deutschland - streife er seine pseudodemokratische Maske ab und zeige im Faschismus sein wahres Gesicht. In marxistischer Interpretation ist also auch der deutsche Nationalsozialismus eine Form des Faschismus. Es ist eine bürgerliche ideologische Manipulation, dass im Faschismus die Kapitalisten nicht selber herrschten, sondern Angehörige anderer Klassen, und dass die faschistischen Diktatoren manchmal auch gegen die Bourgeoisie selbst vorgingen, deren „Agenten“ sie doch in orthodox-marxistischer Interpretation sein sollten. Diesen Widerspruch löste auch August Thalheimer nicht auf, als er Marx' Bonapartismus-Begriff auf den Faschismus anwenden wollte: Demnach wären die Faschisten mit ihrem Anhang deklassierter oder von der Deklassierung bedrohter Massen in einer klassenkämpferischen Pattsituation – ähnlich wie Napoleon III. und sein lumpenproletarischer Anhang nach der Februarrevolution 1848 – relativ unabhängig von der Bourgeoisie an die Macht gelangt, obwohl sie objektiv deren Interessen der Verhinderung einer Revolution verträten. Thalheimer definierte Faschismus als „politische Unterwerfung aller Massen, einschließlich der Bourgeosie selbst, unter die faschistische Staatsmacht bei sozialer Herrschaft der Groß-Bourgeosie und der Großgrundbesitzer“. Unter die Definition als nützliche Büttel des Kapitals fielen in leninistischer und stalinistischer Definition alle Antikommunisten gleich welcher politischen Richtung. Die Bezeichnung der SPD als sozialfaschistisch, da sie in den Jahren nach 1918 mehrfach Polizeigewalt gegen revolutionäre Arbeiter befohlen hatte, verstärkte die Kluft zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten am Ende der Weimarer Republik. Den engen Zusammenhang zwischen Faschismus und Kapitalismus, den Marxisten feststellen, formulierte der Neomarxist Max Horkheimer 1939 in dem apodiktischen Diktum, wer nicht vom Kapitalismus reden wolle, solle vom Faschismus schweigen. Als soziale Basis des Faschismus nehmen Marxisten auch das Kleinbürgertum an, das befürchte, im Antagonismus von Arbeiterklasse und Kapitalistenklasse, dem Hauptwiderspruch nach Marx, zerrieben zu werden. Durch die massenhafte ideologische bürgerliche Manipulation wurde seine Furcht vor der Arbeiterklasse und dem krisenbedingten Abstieg in sie und die Abneigung gegen die übermächtige Konkurrenz des Kapitals so zu einer pseudo-antikapitalistischen, objektiv aber arbeiterfeindlichen und damit pro-kapitalistischen Bewegung: dem Faschismus. (Dies traf sich mit nichtmarxistischen soziologischen Analysen, z.B. derjenigen Theodor Geigers.) Mit dieser Interpretation lässt sich auch der für den deutschen Faschismus so typische Antisemitismus marxistisch erklären: Er ist damit das falsche Bewusstsein der Kleinbürger, die ihren verständlichen Antikapitalismus weg von der eigentlichen Ursache ihres drohenden Abstiegs in systemverträglicher Weise auf einen Sündenbock richteten.

Nichtmarxistische Interpretationen

Mit Noltes Faschismusbegriff, der sich oft in deutlich verflachter Gestalt durchsetzte, wurde alles unter "Faschismus" rubriziert, was eine nicht-kommunistische Diktatur im Europa des 20. Jahrhunderts anstrebte oder realisierte. Insbesondere wurde damit der Nationalsozialismus als faschistisch bezeichnet. Es kam schließlich auch dazu, dass "faschistisch" als ein Schimpfwort für autoritär orientierte Antikommunisten verwendet wurde. Im 20. Jahrhundert beschreibt der Faschismus eine Reihe politischer Strömungen und Systeme autoritär-korporativer Herrschaft. Die Definitionen dafür sind wechselnd:

Elemente des Faschismus in nichtmarxistischen Interpretationen


- Das Führerprinzip: Nach diesem Prinzip wird eine einzige Ideologie als verbindlich erklärt, die das gesellschaftliche Leben in allen Bereichen durchdringen soll. Sowohl Staat wie Verwaltung wurden weltanschaulich und dem Führerprinzip gemäß organisiert und dominiert. Ebenso gestaltete man in den Betrieben die Beziehung ArbeitgeberArbeiter um, in das Verhältnis Betriebsführer – Gefolgschaft.
- Nationalismus: Bereits das 19. Jahrhundert war von einer globalen Renaissance des Nationalen durchdrungen, die im 20. Jahrhundert in vielfältigen und extremen Nationalismen gipfelte.
- Antikommunismus: Besonders die Revolution in Russland und die Furcht vor ihrer weiteren Ausbreitung nach Europa machten sich faschistische Führer zu Nutze, um mit Liberalen und Konservativen Bündnisse zu schließen.
- Demokratiefeindlichkeit: Im Gedanken der Demokratie, Freiheit und Pluralismus und der Trennung zwischen Staat, Ökonomie und Privatem sah der Faschismus seine Hauptbedrohung.
- Gewaltsames Machtstreben: Häufige, oftmals misslungene, Putsche faschistischer Militärs kennzeichnen den jeweiligen Weg zur Macht.
- Zentrale Bedeutung des Geheimdienstes, der bewaffnet ist und einen "Maßnahmenstaat" in und neben dem regulären Staat aufzubauen tendiert, Geheimpolizei.
- Militarismus: Das Erscheinungsbild des Faschismus wurde durch militärische Massenaufmärsche und Großkundgebungen bestimmt.
- Eine ideologisch geprägte Weltanschauung: Faschismus tritt mit seinen Blut- und Weiheritualen, seiner mystisch-irrationalen Weltanschauung als antiaufklärerisches Programm auf.
- Das Verständnis des Volkes als Masse: Seit Mussolinis Konzept des "
stato totalitario" durchdringt der faschistische Anspruch alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens bis ins Privatleben. So wurde die Familie als Kameradschaftsverband aufgefasst, die mit Kindern zum Wachstum der Volksgemeinschaft beizutragen hatte.
- Antisemitismus und Rassismus: Dabei trat der Terror des deutschen Nationalsozialismus gegen ganze Teile der Bevölkerung deutlicher als in anderen Ländern hervor.
- Sozialdarwinismus, das heißt die Vorstellung von der "Auslese der Besten" und der Herrschaft der Tüchtigen.
- Superiorismus, d.h. eine generelle Vorstellung von Ueberlegenheit von Menschen einer Gruppe, einer Nation, Kultur oder Rasse gegenueber einer anderen. Dies steht im Unterschied zu anderen Ideologien, die die Ueberlegenheit eines Systems (politisch, sozial) propagieren. Superiorismus reflekiert sich auch im Fuehrerprinzip, der Ueberzeugung, dass eine bestimmte Person bessere Entscheidungen treffen kann als andere, oder ein Kollektiv.
- Autoritäre Machtstrukturen (im Sinne eines politischen Systems, das durch Einschüchterung usw. keine politische Opposition zuläßt), nicht unbedingt aber ein totalitäres System (im Sinne eines Systems, das alle Lebensbereiche zu erfassen versucht und dem einzelnen möglichst wenig Freiräume lassen möchte). Totalitarismus wird für Deutschland und etwas eingeschränkt für Italien angenommen, nicht jedoch z.B. für das austro-faschistische Österreich oder für das späte franquistische Spanien, wenngleich es sich bei diesen fraglos um autoritäre Systeme handelte.
- Schließlich in einigen Ländern auf der einen Seite eine reaktionäre Tendenz zur Monarchie und zum Klerikalismus, auf der anderen Seite durch eine mit religiösen Elementen durchsetzte Fortschritts- und Technikgläubigkeit. (Tausendjähriges Reich etc.) Diese Charakteristika werden verkürzt im Drei-Säulen-Modell zusammengefasst, in dem Faschismus als Nationalismus, Militarismus und als Chauvinismus definiert wird. Faschistoide Tendenzen: Als "faschistoid" wird eine Haltung bezeichnet, die dem Faschismus mehr oder weniger ähnlich, verwandt sei. Sie ist damit nicht gleichzusetzen mit "faschistisch" oder "nationalsozialistisch", wird aber verdächtigt, dorthin zu neigen. Faschistoid können auch einzelne Bestandteile eines auf einer Ideologie hinzielendes oder basierendes System sein.

Geschichte des Faschismus im weiteren Sinn

Eine Vorbildfunktion von Mussolinis politischem System und seiner Ideologie ist in ganz Europa beobachtet worden; in vielen Ländern gab es extremistische Gruppen, die ihn kopieren wollten. Erst nach der "Machtergreifung" hat Hitlers Popularität die Mussolinis in diesen Gruppen übertroffen.
Deutschland
In Deutschland tritt der Nationalsozialismus (verharmlosende Formulierung für Faschismus) zunächst als eine Spielart des italienischen Faschismus in Erscheinung: Finanziert wurde der deutsche Faschismus von den Großkonzernen der deutschen Industrie; Angefangen von den uniformierten Kampfverbänden der Sturmabteilung (SA) über die Straßenschlachten bis in das nationalistische Sprachgut ("Führer"). Hitlers Putsch 1923 misslingt. Antisemitismus, Antikommunismus, Rassismus und Blut-und-Boden-Mythologie werden im Nationalsozialismus Grundlage der Ausrottung und des Feldzuges gegen ideologisch als minderwertig eingestufte Menschen und Menschengruppen. In gewisser Weise hat das "italienische Modell" dem deutschen Nationalsozialismus geholfen. Mit
Italia docet resümierte Schieder die Haltung, die der Faschismus in rechten Kreisen in Deutschland hervorgerufen hatte. Eine Monarchie mit starkem Diktator, der das italienische Volk zu Arbeit und Ordnung anhält, mit Kirchenkonkordat, Antikommunismus und expansiver Außenpolitik, so erschien manchen der Faschismus, und an so etwas Ähnliches dürften diejenigen Nichtnationalsozialisten gedacht haben (etwa Franz von Papen), die Hitlers "Machtergreifung" unterstützten; so auch haben ihn etliche Gegner eingeschätzt und eine Wiederherstellung der Monarchie von ihm befürchtet (z.B. Ferdinand Tönnies).
Frankreich
In Frankreich treten faschistisch orientierte Gruppen auf; die bedeutendste war die
Action française mit Charles Maurras. Dennoch entwickelte sich der Faschismus nicht zu einer Massenbewegung. Mit der Besetzung Frankreichs durch das nationalsozialistische Deutschland scheiterte die faschistische Bewegung an eigenen Widersprüchen. Auch die deutsche Vernichtungspolitik gegenüber den Juden wurde von vielen Franzosen missbilligt oder boykottiert.
Griechenland
In Griechenland herrschte von 1936 bis 1941 die vom italienischen Faschismus und vom deutschen Nationalsozialismus beeinflusste Metaxas-Diktatur.
Großbritannien
In Großbritannien gründete Oswald Mosley 1932 die "British Union of Fascists" (BUF), die das Übermenschentum und die Weltbedeutung Großbritanniens hervorhob, welche aber mit dem Weltkrieg endete.
Kroatien
Nach dem Überfall Deutschlands auf das
Königreich Jugoslawien am 6. April 1941 marschierte am 10. April 1941 die deutsche Wehrmacht in Zagreb ein. Mit deutscher Unterstützung rief die Ustaša den Unabhängigen Staat Kroatien (Nezavisna država Hrvatska/NDH) aus und errichetete eine faschistischen Diktatur unter Ante Pavelić, die Serben, Juden, Roma sowie kroatischen Antifaschisten systematisch und blutig verfolgte. Demokratische Wahlen die das Ustaša-Regime vor dem kroatischen Volk legitimiert hätten, wurden nicht abgehalten. Vom Sommer 1941 an begann ein bewaffneter Aufstand der kroatischen Kommunisten gegen das Ustaša-Regime, die als Teil der jugoslawischen Partisanenbewegung im Laufe der Jahre 1942/1943 einen großen Teil des Landes unter ihre Kontrolle bringen konnten.
Österreich
In Österreich gab es nach dem 1. Weltkrieg eine Reihe faschistischer Gruppierungen; zum Beispiel die "Heimwehr", eine ursprünglich aus Kriegsveteranen gebildete paramilitärische Einheit die zunächst der Christlichsozialen Partei nahestand und schließlich in der "Vaterländischen Front" aufging. Deren Führer war Engelbert Dollfuß. Dieser errichtete einen Ständestaat, der mangels einer effektiven Massenbewegung, die diesen Namen verdiente, und eines wirklich charismatischen Führers nicht alle Voraussetzungen für einen "echten" Faschismus im Sinne vor allem des mussolinischen Italien voll erfüllte, aber mit dem Wort "Nachahmungsfaschismus" treffend bezeichnet werden kann. Die österreichischen Nationalsozialisten, die den Anschluss an das Deutsche Reich wollten, ermordeten Dollfuß. (siehe auch Austrofaschismus).
Portugal
In Portugal kam 1926 eine Militärjunta unter General Carmona durch einen Putsch an die Macht. Mehr als Spanien bemühte sich auch Portugal, besonders ab 1932 unter Carmonas Nachfolger António de Oliveira Salazar um eine Distanzierung vom italienischen Faschismus und vom deutschen Nationalsozialismus. 1933 baute Salazar seine Macht durch eine neue Verfassung und die Abschaffung des Parlamentarismus aus. Portugal verbündete sich im Zweiten Weltkrieg mit Spanien zum Bloco Ibérico. Die Eigenbezeichnung der portugiesischen Autokratie war Estado Novo. Die Junta wurde am 25. April 1974 durch die Nelkenrevolution gestürzt (drei Tote). Im November 1975 wurde der sozialistisch orientierte Revolutionsrat der MFA zugunsten eines demokratischen Systems abgesetzt. Die portugiesische Dekolonialisierungspolitik wurde weiter vorangetrieben.
Rumänien
In Rumänien kommt nach dem 1. Weltkrieg mit der "Legion des Erzengels Michael" ("Eiserne Garde") unter Corneliu Zelea Codreanu in den 30er Jahren eine faschistische Bewegung auf, die sich als weltanschauliche Bewegung, religiöse Kampfgemeinschaft, mit starken Kräften des Führerkultes, Militarismus und Antisemitismus herausbildet und von dem Diktator Marschall Ion Antonescu fortgeführt wurde.
Schweiz
In der Schweiz formierten sich vor allem nach 1933 zahllose Gruppen mit meist denselben Mitgliedern. Sie werden unter dem Begriff Frontisten zusammengefasst. Nicht nur sie, die oft belächelt wurden, wollten während des Zweiten Weltkriegs den Anschluss ans Deutsche Reich; berüchtigt ist auch die Eingabe der 200 - ein Schreiben von 200 Wirtschaftsvertretern an den Bundesrat, das die Vereinigung mit Deutschland forderte. Jedoch verhinderte das starke Engagement patriotisch gesinnter Kräfte, welche insbesondere durch General Guisan repräsentiert werden, dass die Schweiz je in die Nähe kam, ein Teil des "Dritten Reiches" zu werden.
Skandinavien
In den skandinavischen Ländern Dänemark, Schweden und Norwegen kamen mit der "Schwedischen Nationalsozialistischen Partei", der "Dänischen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei" und der "Norwegischen Nationalen Sammlung" faschistische Bewegungen auf, welche die nordische Herrenmenschenideologie zum Programm machten. Eine Massenbasis besaßen die faschistischen Organisationen jedoch nicht. Mit der deutschen Besetzung gewannen die Faschisten in Dänemark und Norwegen Einfluss. Das NS-Regime rekrutierte aus diesen Bewegungen bereitwillige Partner. Zur Metapher ("Quisling") der willfährigen Nazi-Kollaborateure wurde dabei die Gestalt des norwegischen Führers Vidkun Quisling.
Spanien
In Spanien übernahm 1939 General Franco durch den Bürgerkrieg die Macht gegen eine mit knapper Mehrheit gewählte legale Linksregierung. Im Bürgerkrieg waren die Putschisten von der Hitler-Regierung Deutschlands militärisch unterstützt worden ("Legion Condor"). Die Staatspartei "
Falange Española Tradicionalista y de las JONS" wies mit der vormaligen "Falange", später in Zusammenschluss mit den JONS (Juntas de Ofensiva Nacional-Sindicalista) einen Flügel auf, welcher ein am Vorbild des italienischen Faschismus ausgerichtetes Programm aufwies. Franco unterstützte im Zweiten Weltkrieg Deutschland (45.000 Soldaten (die "Blaue Division") zur Unterstützung Hitlers an der Ostfront bei Stalingrad, Pawlowsk und Nikolskoje), trat jedoch nicht offiziell in den Krieg ein. Die katholische Kirche behielt starken Einfluss und baute ihn im Laufe der Jahre durch die fundamentalistische Laienbruderschaft Opus Dei weiter aus, was weitgehend auf Kosten des Einflusses der faschistischen Falange geschah. Die franquistische Diktatur, die vor allem in ihren späten Jahren mit der Bezeichnung "konservativ-autoritär" treffender umschrieben ist, blieb bis zu Francos Tod 1975 bestehen. Siehe auch: Franquismus
Ungarn
In Ungarn existierten Gruppierungen wie in Österreich, die sich am Vorbild der SA und SS orientierten, zum Beispiel die Pfeilkreuzler (auch "Hungaristen" genannt). Ihr Führer Ferenc Szálasi glaubte an ein "Karpato-danubisches" Vaterland. Die Pfeilkreuzler beriefen sich auf heidnische Traditionen der Ungarn und waren rabiat antisemitisch. Gleichzeitig standen sie im Ungarn unter Reichsverweser Admiral Miklós Horthy (1920-1944), das hauptsächlich autoritär, klerikal und aristokratisch geprägt war, eher am politischen Rand. Erst nach Horthys von der deutschen Besatzungsmacht erzwungenen Abdankung am 15. Oktober 1944 konnte Szálasi die Macht im Staat übernehmen und sich zum "Volksführer" ernennen. Die Pfeilkreuzler errichteten daraufhin ein Schreckensregime, das die jüdischen Ungarn der SS auslieferte, aber nur wenige Monate existierte und hauptsächlich auf das von der Roten Armee belagerte Budapest beschränkt blieb.
Vereinigte Staaten von Amerika
In den 20er und 30er Jahren gab es, nicht zuletzt unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise 1929 mit bis zu 15 Millionen Arbeitslosen in den USA einige Politiker, die als „faschistoid“ gelten können, wobei dies damals wie heute von Fall zu Fall umstritten war oder ist.
Huey Long war Mitglied der Demokratischen Partei und von 1928 bis 1932 Gouverneur von Louisiana und anschließend bis zu seiner Ermordung 1935 Senator. 1935 hatte er noch begonnen den Präsidenten der Demokratischen Partei Roosevelt für die nächste Präsidentschaftswahl 1936 herauszufordern. Dies kam durch seine Ermordung zu einem abrupten Ende. Für seine Gegner war er ein Populist mit diktatorischen Neigungen, der je nachdem als potentieller faschistischer oder kommunistischer Diktator eingeschätzt wurde. Father Charles Edward Coughlin (1891 bis 1979) war ein katholischer Priester, der in den 30er Jahren das neue Massenmedium Radio für sozialkritische Ansprachen nutzte und bis zu 40 Millionen Zuhörer erreichte. Zunächst unterstützte er noch Roosevelt und dessen New Deal, fand sich von diesem aber dann nicht gebührend gewürdigt und begann sich mehr und mehr nach rechts zu radikalisieren, agitierte gegen Juden, Bankiers, Kapitalisten und Kommunisten. Er unterstützte offen Hitler und die Nationalsozialisten. 1936 gründete er das antisemitische Blatt „Social Justice“ (Soziale Gerechtigkeit). 1942, Deutschland hatte inzwischen den USA den Krieg erklärt, erteilten ihm seine Vorgesetzten in der katholischen Kirche, auch aufgrund massiven Drucks durch Roosevelt, Rede- und Schreibverbot. Coughlin zog sich daraufhin in seine Gemeinde nach Detroit und aus dem politischen Leben zurück. Nach seiner Pensionierung 1966 schrieb er noch Pamphlete gegen den Kommunismus und das Zweite Vatikanische Konzil, erreichte jedoch kein größeres Publikum mehr.
Japan
Die japanische Spielart des Faschismus war der japanische Imperialismus in der Anfangsperiode der Shōwa-Zeit. Schon im Russisch-japanischen Krieg (1905) konkurrierte Japan mit Russland. Später kam es zu Streitigkeiten mit der Republik China. 1937 griff Japan China an, besetzte den Westen des Landes sowie Korea (Zweiter Japanisch-Chinesischer Krieg). Dabei kam es zu Kriegsverbrechen (zum Beispiel das Massaker von Nanking, medizinische Versuche an Kriegsgefangenen und Zwangsarbeit von Gefangenen). Auch im Pazifik und in Südostasien machte Japan Eroberungen. Das Ziel dieser Politik war die Errichtung einer
Großostasiatischen Wohlstandssphäre unter japanischer Vorherrschaft. Der Angriff auf Pearl Harbor brachte Japan in Konflikt mit den USA. Nach den Atombombenabwürfen von Hiroshima und Nagasaki folgte Japans Kapitulation.
Faschismus und mangelnde politische Stabilität
Allgemein kann man sagen, dass es faschistische Organisationen in solchen Staaten schwer hatten, die schon demokratisch gefestigt waren beziehungsweise in denen das Parlament genügend Einfluss besaß (zum Beispiel Skandinavien, Frankreich, England). In anderen Ländern jedoch, in denen sich viele Menschen nach "vordemokratischen", monarchistischen oder diktatorischen Staatsformen und nach einem "starken Mann" sehnten (zum Beispiel Italien, Deutschland, Nationen in Osteuropa), hatten die Faschisten leichteres Spiel.

Nach 1945

gibt es nachwievor faschistische Gruppierungen.
Chile
In Chile stürzte 1973 General Augusto Pinochet mit Unterstützung der USA, ebenfalls durch einen Putsch die demokratische und legale Regierung Salvador Allendes. Das Regime Pinochets überzog Chile mit Terror und Mord um sich an der Macht zu halten. Neoliberale Wirtschaftsexperten (u.a. die so genannten Chicago Boys) gestalteten das Wirtschaftsleben nach ihren Vorstellungen um, was zu einer Vergrößerung des Abstands zwischen Arm und Reich führte.
Griechenland
Nach 1945 kam ein faschistisches Regime durch einen Putsch der Obristen 1967 wiederum in Griechenland mit einer bis 1974 währenden Militärjunta an die Macht. In Griechenland gab es eine starke kommunistische Bewegung, nicht zuletzt, weil Stalin den Balkan machtpolitisch und metaphorisch als seinen Hinterhof betrachtete. Die Usurpation der Obristen spaltete Familien und hielt sich mit brutaler Gewalt an der Macht.

Aktueller Forschungsstand

Im Jahr 2004 formulierte Matthew Lyons die folgende Faschismusdefinition: „Faschismus ist eine Form rechtsextremer Ideologie, die die Nation oder Rasse als organische Gemeinschaft, die alle anderen Loyalitäten übersteigt, verherrlicht. Er betont einen Mythos von nationaler oder rassischer Wiedergeburt nach einer Periode des Niedergangs und Zerfalls. Zu diesem Zweck ruft Faschismus nach einer `spirituellen Revolution´ gegen Zeichen des moralischen Niedergangs wie Individualismus und Materialismus und zielt darauf, die organische Gemeinschaft von `andersartigen´ Kräften und Gruppen, die bedrohen, zu reinigen. Faschismus tendiert dazu, Männlichkeit, Jugend, mystische Einheit und die regenerative Kraft von Gewalt zu verherrlichen. Oft – aber nicht immer – unt


Nationalismus

Nationalismus bezeichnet eine politische Ideologie, die Ruhm, Wohlergehen, Macht und meist auch Überlegenheit der eigenen Nation in den Mittelpunkt stellt. Dabei wird die Nation häufig mit Begriffen wie Volk, Kultur, ethnische Abstammung, Territorium, Staat oder Religion gleichgesetzt. Ein Nationalist benutzt einzelne oder alle dieser Attribute, um die Gruppe, der er sich zugehörig fühlt, gegenüber anderen Gruppen hervorzuheben, zu überhöhen und zu idealisieren.

Was ist Nationalismus?

Hauptmerkmal des Nationalismus ist die Vorstellung, dass die Zusammengehörigkeit verschiedener Gruppen von Menschen ihren Ausdruck in einer "nationalen Einheit" finden sollte. Auf der Grundlage einer gemeinsamen Geschichte, Kultur, Sprache und Tradition wird dieser Begriff der "Nation" als für deren Angehörige und Anhänger wichtigstes identitätsstiftendes Kriterium konstruiert. Den Begriff der "Nation" definiert ein Nationalist - besonders nach deutscher Geschichtserfahrung - oft als "Volk" und "Vaterland": Er erweitert dabei die Verwandtschaft zur eigenen Familie und Sippe zu einer Abstammungseinheit, in die er alle gleichartigen Menschen und Gruppen einbezieht. Er sieht eine Deckung dieser ethnischen Zusammengehörigkeit mit anderen Attributen wie Territorium, Sprache, Religion, Kultur. Er überträgt die Gefühle und Verhaltensweisen, die er der eigenen Gruppe entgegenbringt, auf dieses "Volk" und verlangt von allen "Liebe" zu ihm: meist im Unterschied und Gegensatz zu anderen Gruppen und fremden Nationen. Damit führt er eine enge, emotionale, traditionelle und ethnische Bindung als Zugehörigkeitskriterium ein. Oft wird diese Bindung als "natürlich" ausgegeben, womit anderen Zugehörigkeitsprinzipien Natürlichkeit bereits abgesprochen wird. Insofern stellt ein Nationalist keine objektiven, sondern seine subjektiven Bewertungen über eigene und fremde Nationen auf. Die Berufung auf solche angeblich vorgegebenen gemeinsamen Einheitskriterien dient oft dazu, eine einzige mögliche politische Konsequenz daraus abzuleiten. Dieser wird Vorrang vor allen übrigen politischen Gestaltungsmöglichkeiten eingeräumt. Sie wird zum notwendigen politischen Ziel für alle Menschen erklärt, die zur eigenen Nation gehören sollen. Darum ist diese Ideologie vom eher unbewussten und schwer definierbaren Nationalgefühl und eventuell noch unpolitischen Nationalbewusstsein zu unterscheiden. Denn in diesen Vorformen sieht ein Nationalist Wurzeln und Antrieb für ausgesprochen politische Ansprüche und Ziele. Er weist also bestimmten kollektiven Gefühlen, Ritualen und Verhaltensweisen wiederum übergeordnete Verbindlichkeit zu: nicht nur für sich, sondern für das von ihm als Nation definierte Kollektiv. So wird Nationalismus zu einer politischen Bewegung mit bewusster Selbstwahrnehmung und Unterscheidung von als gegensätzlich wahrgenommenen politischen Bewegungen. Damit geht die Abgrenzung von anderen Nationen einher: sei es, um ein eigenes Volk gegen sie zu bilden, sei es, um sich gegen ihre empfundene Übermacht zu behaupten oder gar, um sie herabzusetzen und eine Herrschaft über sie zu etablieren. Oft gehen diese Zielsetzungen ineinander über. Meist wird als Ziel zunächst ein von anderen Staatsgebilden abgegrenzter Nationalstaat formuliert und angestrebt, den es gegen äußere und innere Gefahren zu erhalten oder wieder zu errichten gelte. Politisch ist Nationalismus daher oft mit einem kämpferischen Streben nach Unabhängigkeit von anderen Nationen und Staaten ("nationale Befreiungs-Bewegung") oder aber mit dem Erobern und Beherrschen fremder Gebiete (Imperialismus, Kolonialismus) verbunden. Denn wer sein Volk liebt, hat es gegen andere zu "verteidigen". Um das zu können, muss man oft ein "Machtgleichgewicht" zu anderen Nationen herstellen. Da andere Nationalismen ebenso argumentieren, folgten daraus historisch sehr häufig kollektive Bedrohungsgefühle, Rüstungswettläufe und Kriege (Militarismus). Machteliten und ihnen zugehörige Politiker benutzen Nationalismus oft, um gerade solche auf Machtausübung gerichteten Ziele besser erreichen zu können. Dazu propagieren sie oft einen notwendigen Hass gegen fremde Völker. Diese Radikalisierung von Nationalismus nennt man Chauvinismus. Ob sich diese Folgen zwangsläufig aus jedem Nationalismus ergeben, ist in der Forschung jedoch umstritten.

Geschichte des Nationalismus

Jahrhundertelang wurden Menschen von einem Herrscher regiert, der das Land geerbt,gekauft,erheiratet oder erkämpft hatte. ,,Das wird schon seine Ordnung haben, wenn Gott es so will", dachten die Menschen. Mit der Aufklärung änderte sich diese Einstellung grundlegend. Die Rolle des Herrschers wurde in Frage gestellt. Gemeinsame Sprache,Kultur und Geschichte förderte das Zusammengehörigkeitsgefühl und den Wunsch, eigene Staaten zu bilden. In der wissenschaftlichen Forschung zum Nationalismus gibt es zwei Richtungen:

1. Nationalismus als Ausdruck der Verschiedenheit

Der Nationalismus begleitet die gesamte Menschheitsgeschichte. Diese bestehe aus der ständigen Auseinandersetzung zwischen den universalistisch/imperialistischen Ansätzen der politischen und kulturellen Vereinheitlichung einerseits und andererseits den entgegengerichteten Kräften eines nationalistisch/emanzipatorischen Ansatzes, der die Verschiedenheit der Nationen samt ihrer verschiedenen Wertesysteme anstrebt beziehungsweise zu erhalten versucht.

2. Nationalismus als Phänomen der Moderne

Der Nationalismus ist ein Phänomen der Moderne. Der Begriff Nationen bildet sich mit der Französischen Revolution gegen Herrscherhäuser aus. Vor dem 18. Jahrhundert kann vom modernen Begriff Nation noch keine Rede sein, deshalb ist alles, was vorher wie Nationalismus aussieht, nur eine Projektion aus heutiger nationalistischer Perspektive. Vor der Herausbildung moderner Nationen sei vielmehr die persönliche Bindung (beispielsweise an den Lehnsherren) entscheidend gewesen. So wurde gerade mit der Herausbildung der Nationalstaaten eine nationalistische Mythenbildung betrieben, um die neuen Nationen zu rechtfertigen. (beispielsweise Richard Wagner) Tatsächlich sind staatliche Herrschaftskerne eine Grundvoraussetzung zur Entstehung einer über den Personenverband hinausgehenden nationalen Identität. Im Nationalismus wird die vormals personengebundenen Loyalität (Königtum etc.) in eine abstrakte überpersonale Ebene verallgemeinert. Ein vertrauensvoller Umgang miteinander, wie er in einer Dorfgemeinschaft oder am Fürstenhof alltäglich war, wurde nun auch auf Personen projiziert, die nicht in direktem Kontakt miteinander stehen mussten. Aufgrund definierter Gemeinsamkeiten wie etwa Kultur, Sprache, Geschichte o. ä. wurde unabhängig von ihrer tatsächlichen Existenz eine nationale Gemeinschaft konstitutiert. Diese Gemeinschaft reproduzierte sich anschließend durch Institutionenbildung (Behörden, Schulen etc.) selbst. In Europa bekam der Nationalismus einen erheblichen Schub durch die Ideen der Französischen Revolution. In ihrer Folge wurde die Idee der Volkssouveränität populär, welche sowohl einen demokratischen als auch einen nationalen Ansatz hat. Die in ihrer Folge entstehende Theoriebildung mit zahlreicher Literatur darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Nationalismus auch ohne theoretische Begriffsbildung bereits bestand. Als im Volke populär und den konservativen Kräften der Restauration entgegenstehend zeigten sich die national und demokratisch gesonnenen Bewegungen der Revolutionen von 1848/1849. Beginnend mit der französischen Februarrevolution sprang der Funke in ganz Europa über, auch in Deutschland (Märzrevolution). In den geschichtlichen Vordergrund getreten sind letztlich aber die nationalen Antagonismen, die nach dem rasanten technischen Fortschritt des 19. und 20. Jh. zu den verheerenden Ergebnissen moderner Kriegsführung mit Millionen von Toten führten. Aber auch der Zerfall von Machtstrukturen führt zum Ausbrechen nationalistischer Bestrebungen, etwa beim Zusammenbruch der Kolonialreiche in der Folge des Zweiten Weltkrieges. Die nach Unabhängigkeit strebenden ehemaligen Kolonialvölker erreichten zum Teil in blutigen Befreiungskriegen ihre Selbständigkeit. Dabei griffen sie auf die bereits bekannten Prinzipien des Nationalismus zurück und setzten dessen emanzipatorisches Element, verbunden mit einem politischen Gleichheitsversprechen gegenüber allen zur Nation zählenden Menschen ein, um den Kolonialismus zu delegitimieren. Hier zeigt sich wieder sein Doppelcharakter: Inklusion und Exklusion sind elementare Bestandteile des Nationalismus. Während einerseits die politische Gleichheit der in einer Nation vereinten Gruppe betont wird, erfolgt gleichzeitig der Ausschluss der nicht zur Nation gehörigen Gruppen. Dies kann von einer kommunikativen Betonung der Andersartigkeit dieser Ausgeschlossenen bis zu ihrem physischen Ausschluss (ethnische Säuberung) oder ihrer Vernichtung führen (Holocaust). Weitaus friedlicher verlief dagegen die Nationenbildung nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Ende des 20. Jh., abgesehen von dem Bürgerkrieg auf dem Gebiet es ehemaligen Jugoslawien.

Weiterführende Informationen

Nationalistische Theoretiker und Literaten

Ernst Moritz Arndt, Johann Gottlieb Fichte, Hans Grimm, Johann Gottfried von Herder, Theodor Herzl, Friedrich Ludwig Jahn, Theodor Körner, Giuseppe Mazzini. Georg W. F. Hegel sah "die germanischen Völker" dazu bestimmt, den Träger des christlichen Prinzips abzugeben. Dieser imperialistisch-universalistische Ansatz wurde im 19. Jahrhundert im Kaiserreich populär durch das zugespitzte Zitat: "am deutschen Wesen soll die Welt genesen" (Emanuel Geibel).

Zitate

: Die nationale Fahne deckt jedes Unrecht, jede Unmenschlichkeit, jede Lüge, jede Schandtat, jedes Verbrechen. (Rudolf Rocker) : Der Weg der neueren Menschheit geht von der Humanität durch die Nationalität zur Bestialität. (Franz Grillparzer) : Auf den Nationalismus berufen sich alle, die menschliches Elend verursachen und ausnützen. (Heinrich Heine) : Je weiter Europa den Nationalismus hinter sich lässt, desto größer sind die Chancen für den Frieden. (John Kenneth Galbraith) : Die wohlfeilste Art des Stolzes ... ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein: Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen. (Arthur Schopenhauer, Parerga und Paralipomena) : Ich habe die Bedeutung von Nationalismus nie verstanden. (Carlos Santana)

Literatur


- Peter Alter: Nationalismus. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985. ISBN 3-518-11250-3
- Benedict Anderson: Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts. Campus, Frankfurt am Main 1996. ISBN 3593377292
- Isaiah Berlin: Der Nationalismus. Hain, Bodenheim. ISBN 3445060088
- Jocelyne Couture, Kai Nielsen, and Michel Seymour (editors): Rethinking Nationalism. Calgary 1996. ISBN 0919491227
- Otto Dann; Nation und Nationalismus in Deutschland 1770-1990, C.H. Beck, München 1993. ISBN 3406340865
- Ernest Gellner: Nationalismus und Moderne. Rotbuch, Hamburg 1995. ISBN 3880223580
- Ernest Gellner: Nationalismus. Kultur und Macht. Siedler, Berlin 1999. ISBN 3886806731
- Eric Hobsbawm: Nationen und Nationalismus. Mythos und Realität seit 1780. Campus, Frankfurt am Main 1991. ISBN 3593377780
- Dieter Langewiesche: Nation, Nationalismus, Nationalstaat in Deutschland und Europa. C.H. Beck, München 2000. ISBN 3406459390
- Eugen Lemberg, Nationalismus, Bd. 1: Psychologie und Geschichte; Bd. 2: Soziologie und politische Pädagogik. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1964.
- Hagen Schulze: Staat und Nation in der europäischen Geschichte. C.H. Beck, München 1995. ISBN 3406385079
- Anthony D. Smith: Nationalism. Theory, ideology, history. Polity Press, Cambridge 2001. ISBN 0745626599
- Hans-Ulrich Wehler: Nationalismus, Geschichte, Formen, Folgen. C.H.Beck, München 2001. ISBN 3406447694.

Siehe auch

Geschichte


- Französische Revolution
- Deutsche Revolution

Politik


- Patriotismus
- Chauvinismus
- Nationalsozialismus
- Faschismus
- Nationalanarchismus
- Antifaschismus
- Zionismus
- (antikolonialistische) Befreiungsbewegungen
- Panafrikanismus
- Panslawismus
- Panturkismus
- Arabischer Nationalismus
- (italienischer) Irredentismus
- Philhellenismus

Begriffe


- Nationalstaat
- Volk (Nation)
- Volk
- Vielvölkerstaat
- Nationalgefühl
- Propaganda ! ja:民族主義 ko:민족주의 th:ชาตินิยม

Sexismus

Unter Sexismus versteht man jede Art von Diskriminierung, Unterdrückung, Zurücksetzung und Benachteiligung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts. Zu Sexismus im weiteren Sinn zählen auch kulturell bedingte Geschlechterrollen-Stereotype von Weiblichkeit und Männlichkeit, mit der Auswirkung, dass das Verhalten von Frauen und Männern, häufig unbewusst, mit zweierlei Maß gemessen wird. Der Begriff ist eine aus dem Englischen kommende Parallelbildung zu racism, also Rassismus (englisch sex bedeutet auch, neutraler als im Deutschen, Geschlecht). Je stärker individuelle Abweichungen vom kulturell erwarteten Rollenverhalten missbilligt oder gar bestraft werden, desto schwieriger ist es für die Beteiligten, vorherrschende Stereotype durch Emanzipation zu durchbrechen. Sexismus wurde erstmals durch die Frauenbewegung kritisiert und ist mittlerweile auch Gegenstand der Gesetzgebung und der Sozialforschung. Er betrifft in den meisten Kulturen strukturell vorrangig Frauen. Es gibt aber fast überall eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Tendenz zur Emanzipation und zur verstärkten Anerkennung der Benachteiligung von Frauen. In den abendländlischen Kulturen ist seit den 1990er Jahren ein Trend weg von der Betrachtung nur der Unterdrückung von Frauen und hin zur Betrachtung der Geschlechterverhältnisse und -Belange insgesamt (Gender Studies) zu erkennen.

siehe auch


- Misogynie
- Misandrie Kategorie:Geschlecht Kategorie:Feminismus Kategorie:Maskulismus als:Sexismus ja:性差別 simple:Sexism

Rassismus

Als Rassismus wird ein Vorurteil, extremer: eine Ideologie bezeichnet, die die Menschheit auf Grund realer körperlicher (wie Hautfarbe, Gesichtszüge) oder zugeschriebener Merkmale (wie vermeintliche Mentalität) in "Rassen" zu teilen versucht und unterschiedlich bewertet. Der Begriff wird als Beschreibung für eine aus dieser Überzeugung resultierende Abwertung von Personen gebraucht, die einer bestimmten "Rasse" angehören. Gegen ihn wendet sich politisch der Antirassismus. Biologisch ist Rassismus wissenschaftlich nicht haltbar, weil die genetischen Unterschiede zwischen Menschen innerhalb einer "Rasse" im Durchschnitt quantitativ größer als die genetischen Unterschiede zwischen verschiedenen "Rassen" sind.

Begriffliche Dimensionen

Im Umfeld der "Critical Theory" wird Rassismus unter den Stichworten "New Racism" und "Cultural Racism" weitgehend von der Verknüpfung an "Rassen"-Konstruktionen gelöst und als "komplexer Diskriminierung]szusammenhang" auch auf Klasse, Geschlecht, Nation, Kultur und Religion angewendet. Entsprechend wurde der Kampfbegriff "Antirassismus" vielenorts verwandt. In der aktuellen Rassismusdiskussion besteht weitgehende Einigkeit darüber, dass die kategoriale Verknüpfung von Rassismus und Rasse nicht unabdingbar ist und dass Rassismus in einem komplexen Diskriminierungszusammenhang zum Ausdruck kommt, in dem sich die Kategorien Rasse, Klasse, Geschlecht, Nation und Kultur verbinden. Laut Albert Memmi ist Rassismus "die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden des Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen." Er betont damit einerseits den sozialen und andererseits den ideologischen Charakter rassistischer Diskriminierung. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass "die rassistische Anklage bald auf einen biologischen und bald auf einen kulturellen Unterschied'e abstelle und das "biologische Merkmal" manchmal nur "undeutlich ausgeprägt" sei oder sogar "fehlt". Damit wird deutlich gemacht, dass der auf angeblich natürliche und körperlich sichtbare Rassenunterschiede abzielende moderne Rassismus nur eine Variante gezielter Diskriminierung darstellt. Robert Miles hingegen versteht unter Rassismus einen "Prozess der Konstruktion von Bedeutungen", durch den "bestimmten phänotypischen und/oder genetischen Eigenschaften von Menschen Bedeutungen dergestalt zugeschrieben werden, dass daraus ein System von Kategorisierungen entsteht", in dem den Betroffenen "zusätzliche (negativ bewertete) Eigenschaften zugeordnet werden". Auch diese Definition betont den ideologischen Aspekt des Rassismus. Gleichzeitig verknüpft sie ihn aber eng mit dem "Prozess der Rassenkonstruktion" und beschränkt ihn so auf seine moderne Variante. Um letztlich unproduktiven idealtypischen Begriffsstreiterein zu entgehen, ist deswegen von Stuart Hall und anderen vorgeschlagen worden, generell von Rassismen zu sprechen und ihre jeweiligen Erscheinungsformen verstärkt konkreten historischen Analysen zu unterziehen.

Neuer Rassismus und Rasse

Seit Martin Barker den
new racism untersuchte, haben sich Vorstellungen eines differentialistischen oder kulturalistischen Rassismus ohne Rassen durchgesetzt und sind von Autoren wie Etienne Balibar, Pierre-André Taguieff u. a. theoretisch weiter entwickelt worden. Damit sind rassistische Argumentationen gemeint, die auf den Rassenbegriff verzichten und statt dessen angeblich fundamentale und unüberbrückbare kulturelle Differenzen zwischen verschiedenen Menschengruppen betonen. Ihre Untersuchung hat die Erkenntnis vertieft, dass die Menschenrassen selbst keine Produkte der Natur, sondern soziale Konstruktionen sind. Das heißt nicht, dass sie reine Erfindungen wären, sondern verlangt, sie als soziale Tatsachen zu verstehen, die sich aus unterschiedlichen Elementen wie tatsächlichen oder imaginierten körperlichen Eigenschaften, unterstellten kulturellen Fähigkeiten oder zugeschriebenen ästhetischen Merkmalen zusammensetzen. Selbst die bis heute verbreitete Einteilung der Menschen in Schwarze, Weiße, Rote und Gelbe ist eine solche Konstruktion. So zeigte Walter Demel, wie die Chinesen 'gelb' gemacht wurden, beschrieb Alden T. Vaughan die Verwandlung der Indianer in 'Rothäute' oder verfolgte Wulf D. Hund die Entwicklung des europäischen Afrikanerbildes vom 'Äthiopier' der Antike über den 'Mohren' des Mittelalters zum 'Neger' der Neuzeit. John Solomos und viele andere haben daraus den Schluss gezogen, dass "schwarz und weiß [...] keine essentialistischen Kategorien [sind], sondern [...] durch historische und politische Kämpfe um ihre Bedeutung definiert" werden und deswegen "Rasse" ein "Produkt des Rassismus ist und nicht umgekehrt".

Rasse, Klasse, Geschlecht, usw.

In der
Encyclopedia of Race and Ethnic Studies heißt es unter dem Stichwort Other: "The main axis of difference is the Big Three of race, class, and gender. Representations of racial (ethnic, national) others often overlap with those of women and lower-class people". Damit wird auf die ideologischen Verbindungen verschiedener Kategorien sozialer Diskriminierung verwiesen. Der moderne Rassismus hat die von ihm konstruierten Rassen nicht nur biologisch qualifiziert, sondern auch anderen sozialen Differenzierungen unterzogen: Der vermeintlich spärliche Bartwuchs der Indianer wurde als Beweis für ihren weiblichen Charakter genommen; der europäische Kolonialismus und Imperialismus wurde zur 'Last des weißen Mannes' (white man's burden, Rudyard Kipling) stilisiert, der sich den Mühen unterziehen müsste, die angeblich unbändigen farbigen Rassen zu zivilisieren; Juden wurden zum Staat im Staate und damit zu "Fremdkörpern" in völkisch begriffenen Nationen erklärt, um ihre staatsbürgerliche Gleichstellung zu hintertreiben oder in Frage zu stellen; usw.

Formen des Rassismus


- Rassistische Vorurteile: Vorgefertigte Meinungen über Personen aufgrund ihrer Zuordnung zu einer "Rasse". Beispiel: Person A denkt, dass Person B die Eigenschaft X hat, weil sie zur "Rasse" Y gehört.
- Rassistische Diskriminierung: Die unterschiedliche Behandlung von Menschen auf Grund äußerlicher Merkmale, wie z.B. der Hautfarbe. Beispiel: Person A weigert sich, Person B einzustellen, weil Person B zur "Rasse" Y gehört.
- Institutioneller Rassismus (strukturelle Diskriminierung): Ungleichbehandlung durch öffentliche Stellen und große Organisationen aufgrund der "Rassenzugehörigkeit".
- Pseudowissenschaftliche Rassentheorien: Im Interesse politischer Kräfte entwickelte scheinwissenschaftliche Theorien, die die Überlegenheit bestimmter Rassen über andere untermauern sollen, z.B. die Hamitentheorie des Afrikanisten Carl Meinhof oder die Rassenlehre des Nationalsozialismus.
- Kultureller Rassismus: Der moderne Rassismus bedient sich oftmals des Begriffs verschiedener "Kulturen", nachdem der klassische Rassismus als unwissenschaftlich entlarvt wurde. Beispiele: "Polnische Wirtschaft" (für "großes Durcheinander"), "Araber sind Machos", "Afrikaner stinken" - der französische Philosoph Étienne Balibar nennt dieses Phänomen "Rassismus ohne Rassen". Zu diesem Rassimuskonzept gehört auch der Ethnopluralismus der Neuen Rechten um Alain de Benoist.
- Alltagsrassismus ist die Übernahme von Rassismus in alltägliche Situationen durch Denk- und Handlungsformen, die die dahinter liegenden Machtstrukturen stabilisieren und rechtfertigen. In dieser Form wird Rassismus nicht mehr hinterfragt, sondern von herrschenden Gruppen als "normal" hingenommen.

Allgemein

Diese Form der Unterdrückung und Ausbeutung ist besonders seit Beginn der Neuzeit dokumentiert, historisch aber durchaus älter. Der moderne Rassismus bildete sich in der Folge der Aufklärung im 18ten Jahrhundert heraus. Führende Theoretiker der westlichen Welt versuchten, die rassischen Unterschiede wissenschaftlich zu erklären. Ausgehend von der generellen Annahme, dass die menschlichen Rassen feststehende und unveränderbare Merkmale aufweisen würden, wie dies etwa Johann Gottfried Herder, Immanuel Kant und Georg Wilhelm Friedrich Hegel postulierten, entwickelte sich der moderne Rassismus, der bestimmten Rassen ihre Vollwertigkeit als Menschen absprach. Einer anderen Gruppe von Menschen wird damit abgesprochen, auf derselben Stufe zu stehen wie man selbst, und es wird ihr zudem abgesprochen, diese Stufe verlassen zu können. Der Rassismus ist gegen den Begriff der Intoleranz abzugrenzen: verschiedene Formen kultureller oder religiöser Intoleranz führen zwar auch zu Ablehnung und Unterdrückung, anders als beim Rassismus aber wird die Differenz aber nicht als erblich und unveränderbar betrachtet. Durch die religiöse Konversion oder die Annahme einer anderen kulturellen Identität sei eine Integration unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen möglich. Rassismus ist ein weltumspannendes Phänomen, dass u.a. mit der Hybris von Menschen auf der einen, und mit der Gehorsamkeit von Menschen auf der anderen Seite zu tun hat. Stereotype Vorurteile, Illusionen und Klischees begleiten in der Regel diese Attitüden. Es ist deshalb zuwenig, dieses Phänomen nur auf "Exoten" anzuwenden. Rassismus betrifft generell das Verhältnis gegenüber dem "Anderen" und "Fremden". Mobbing gehört gewissermaßen in dieselbe Kategorie. Wobei es immer um eigene existentielle Ängste geht, die man verdrängt, indem man scheinbar oder offensichtlich Schwächere mehr oder weniger drangsaliert. Man sucht sich, wie schon die biblische Metapher von Kain und Abel zeigt, sogenannte Prügelknaben oder Sündenböcke zur Bewältigung des eigenen Alltags. Es geht also nicht nur um Menschengruppen, sondern auch um Aggression und Ausgrenzung gegenüber dem Einzelnen. Die willkürliche Einteilung von Menschen in besondere Gruppen, die sich abgrenzen, ist uralt. Aber erst die Neuzeit hat versucht, Rassismus wissenschaftlich zu begründen. Die moderne Biologie und Genetik im Gefolge von Charles Darwin schien dazu Anhaltspunkte zu liefern. Die biologische Ableitung von Rassen ist jedoch gerade durch Darwins Entdeckungen gescheitert. (Ausstellung: "Alle verwandt, alle verschieden" von Ninian Hubertus van Blyenburgh). Allerdings gibt es auch heute Wissenschaftler, die einen Zusammenhang von Vererbung und Intelligenz bejahen (vgl. Volkmar Weiss: Die IQ-Falle. Intelligenz, Sozialstruktur und Politik, Graz: Leopold Stocker, 2000;
der Autor ist Leiter der Deutschen Zentralstelle für Genealogie des Sächsischen Staatsarchivs und noch einige mehr: vgl. http://www.nazis-raus.de/index.php?xid=news&view=1046 oder http://www.vaybee.de/servlets/NetCommunityPersonalize?nick=&nh=0&path=/deutsch/channel/news/news_76522.html). Die faschistischen Aufregungen darum genügten allesamt keinen wissenschaftlichen Kriterien. Seit 1995 (Unesco, Deklaration von Schlaining) wird nicht nur jede genetische, sondern auch jede soziologische Ableitung der Kategorie "Rasse" nachvollziehbar in Frage gestellt:
- Kriterien, anhand derer
Rassen definiert werden, sind beliebig wählbar.
- Die genetischen Unterschiede zwischen Menschen
innerhalb einer "Rasse" sind im Durchschnitt quantitativ größer als die genetischen Unterschiede zwischen verschiedenen "Rassen".
- Von ausgeprägten Körpereigenschaften wie der Hautfarbe ist kein Schluss auf andere Eigenschaften und keine Bewertung derselben möglich.
Würde man die Welt auf den Spuren der Urmenschen ("Out of Africa-Theorie") erwandern, könnte man selbst leicht feststellen, dass es keine sprunghaften, also "rassenkonforme" Veränderungen gibt, sondern, dass die Übergänge bei Hautfarbe, Physiognomie und Habitus, genauso wie auch die Kulturen, fließend sind. Michael Stanzer Die Verknüpfung von Körpermerkmalen mit Charaktertypen und deren Rangordnung ist also eine völlig willkürliche Wertung. Rassismus ist damit als unwissenschaftliche Ideologie anzusehen. Diese ist interessengeleitet und dient der Ab- und Ausgrenzung von anderen Menschen. Nach 1945 trat offener Rassismus in der Wissenschaft zurück. Er wurde aber dennoch sozialpolitisch weiter vertreten und fälschlicherweise als Sozialdarwinismus verharmlost. Der kulturalistische "Neorassismus" versucht, die "Kultur" als gruppenspezifisch geprägten menschlichen Umgang mit der Umwelt zum natürlichen, unveränderlich der Person anhaftenden Merkmal zu erklären. Diverse sozialwissenschaftliche Studien haben jedoch gezeigt, dass auch diese Neuauflage des Rassismus wissenschaftlich unhaltbar ist: Personen können neue Umgangsformen entwickeln, ihr Umfeld wechseln oder ihren Umgang damit verändern (siehe Migration, Integration, Multikulturalismus). Den meisten Menschen ist gar nicht bewusst, dass sie im Grunde rassistisch denken und handeln. Sie sind u.a. deshalb für eine empirische Überprüfung ihrer Annahmen meist unzugänglich, was den wahren "Clash of Cultures" bedeutet. Denn sie verallgemeinern und verabsolutieren reale oder fiktive Unterschiede zu Werturteilen, um soziale Privilegien zu rechtfertigen. Dahinter stehen oft irrationale unbewusste Ängste vor "Überfremdung", Prestige- und Machtverlust. Diese werden in Form von Aggression gegen Andere kompensiert und abzubauen versucht. Deshalb gefährdet Rassismus das menschliche Zusammenleben in jeder Gesellschaftsform. Noch gefährlicher ist allerdings die Instrumentalisierung dieser Ängste zum Erlangen und Ausüben von Herrschaft. Solche Absichten geben dem Rassismus oft erst das soziale Umfeld, in dem er gedeihen kann. Sie tarnen sich selbst als "tolerant" und vermeiden rassistisches Vokabular zu Gunsten von unverfänglicheren Begriffen wie "Kulturunterschieden" (Rassismus ohne Rassen). So werden rassistische Verhaltensmuster verharmlost und zu "berechtigten Anliegen" aufgewertet, um eigene politische Zwecke zu tarnen.

Geschichte 1 (international)

Obschon rassistische Praktiken und der Kampf gegen sie recht alt sind, ist der Begriff Rassismus selbst relativ jung. Er wurde im Bezug auf die NS-Rassenlehre bzw. die politische Auseinandersetzung mit völkischen Theorien im Deutschland der 20er und 30er Jahre geprägt. Erstmals wurde der Begriff vom Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld in einer im englischen Exil publizierten Schrift verwendet. Die erste Definition stammt von der Amerikanerin Ruth Benedikt, deren Buch "Rassismus" 1946 erstmalig in deutscher Sprache erschien. Seither hat es zahlreiche Versuche der Neudefinition gegeben, denen eine Tendenz gemeinsam ist: Je moderner eine Definition ist, desto weniger spielt die Existenz von Rassen im biologischen Sinne eine Rolle. Ist in den ersten Definitionen noch die Existenz von Menschenrassen unumstritten und Rassismus eine Form der Verfolgung oder Selbstbeweihräucherung tatsächlicher biologisch gedachter Gruppen, so verschwindet die Bedeutung der Biologie in modernen Definitionen nahezu. Im 20. Jahrhundert haben sich in vielen Ländern ausgeprägte Formen des modernen Rassismus herausgebildet, die zum Teil zu offiziellen Ideologien der jeweiligen Staaten wurden - Beispiele sind:
- die systematische Vertreibung und der Völkermord an der indigenen Bevölkerung Amerikas
- die Zeit der Rassendiskriminierung in den Südstaaten der USA, die zwischen 1890 und 1960 ihren Höhepunkt erreichte
- der rassistisch motivierte Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich
- die Rassengesetze der Nationalsozialisten in Deutschland und in anderen europäischen Staaten zwischen 1933 und 1945
- das Apartheid-Regime in Südafrika, das nach 1948 seine extremste Entwicklung nahm
- die Politik der australischen Regierung gegenüber den Aborigines

Europäische Antike

Die Frage, ob es im alten Griechenland und im alten Rom Rassismus gegeben hätte, wird unterschiedlich beantwortet. Auffällig ist im klassischen Griechenland, dass die Griechen die "Barbaren" gerade nicht rassistisch verabscheuten (siehe Homer, Herodot, Aischylos, Xenophon u.a.). Autoren wie David Theo Goldberg oder George M. Fredrickson verneinen Rassismus mit dem Hinweis, die Antike hätte keinen Rassenbegriff gekannt und deshalb auch keinen Rassismus hervorbringen können. Autoren wie Christian Delacampagne oder Benjamin Isaac sind anderer Auffassung und betonen, dass 1) dem Rassenbegriff analoge ideologische Konstruktionen existiert hätten und 2) Rassismus ohnehin im Kern kulturalistisch argumentieren würde. Beide verweisen ausführlich auf Aristoteles' Konstruktion des Barbaren und die mit ihr betriebene Legitimation der Sklaverei. Barbaren wurde ein minderes Menschsein zugeschrieben, weil sie nur bedingt über Vernunft verfügten. "Proto-Rassismus" meint nach Isaac Rassismus in dem Sinne, dass Menschen oder Menschengruppen auf Grund von äußeren Umständen, die sie nicht beeinflussen können, bestimmte Charaktereigenschaften - meist Mut bzw. Feigheit im Kampf gegen äußere Feinde oder innere Unterdrücker - zugeschrieben wurden. Was dabei dem modernen Rassismus gegenüber fehlt, ist eine konsequente Theorie der Vererbbarkeit angeblich an körperliche Merkmale gekoppelter Charaktereigenschaften. Klima-Theorie:
Antiker (Proto-)Rassismus i.w.S. zeigte sich insbesondere in Form der sog. „Klimatheorie“, die unterschiedlichen nichtgriechischen Völkern negative Eigenschaften zuschreibt. Sie spiegelt sich erstmals in der pseudo-hippokratischen Schrift „Über die Umwelt“ (lateinisch „
De aeribus“, Abk.: „aer.“) und teilweise bei Herodot (beide 5. Jh. v. Chr.) Herodot macht bes. im 2. Buch, das v.a. Ägypten behandelt und oft als eigenständiges Frühwerk des Verfassers angesehen wird, klimatheoretische Aussagen, um z.B. unterschiedlicher Längenmaße der Völker zu erklären. Wahrscheinlich gab es eine ursprüngliche Klimatheorie, die von beiden Schriften rezipiert wurde; eine solche könnte etwa aus der Jh.-Mitte stammen. Im Hinblick auf die sog. „Makrokephalen“, eines mythischen Volkes, das in aer. aber als historisch beschrieben wird, wird klimatheoretischer Proto-Rassismus mit der Vorstellung der Vererbbarkeit solcher Merkmale vermengt, diese Vorstellung bleibt jedoch inkonsequent, sicher nicht zuletzt wg. des unzureichenden Wissens damaliger Zeit hinsichtlich der Erbbiologie. Der Klimatheorie ist in aer. immer die Theorie der Inferiorität von Fremdvölkern aufgrund ihrer politischen Verfassung (Despotie) beigeordnet. Welcher Faktor letztentscheidend sein soll, bleibt aufgrund einer sophistisch geprägten Rhetorik, die möglichst Anhänger beider Theorien für sich gewinnen möchte, unentschieden. Diodotus' Paradox and the Mytilene Debate, RhM 143 (2000) 161 - 178 [RhM = „Rheinisches Museum,“ eine Zeitschrift, der Artikel ist z.B. über Subito erhältlich.] > Hautfarben - Rassismus, Haarfarben - Rassismus: Gegen die Annahme der Existenz eines Hautfarbenrassismus in der Antike wendet sich seit den 80er Jahren Frank Snowden. Vincent Rosivach hat 1999 betont, dass das (meist) rote und blonde Haar der Thraker und anderer Völker nördlich von Griechenland als Kennzeichen von Sklaven und von als mit solchen verbunden gedachten minderwertigen Charakterzeichen galt: Thraker bildeten die erste ethnisch geschlossene Gruppe von Sklaven im Athen archaischer Zeit, schon im frühen 6. Jh. sind sie unter Solon angekauft worden; so traten Menschen mit diesem Phänotyp in Athen fast ausschließlich als Sklaven auf; entsprechende Assoziationen seitens der restlichen Bevölkerung mussten sich einstellen. So wurden als eine offensichtliche Folge Komödienmasken mit rotem Haar ausschließlich für die Charaktere von Sklaven verwendet. „Rot-“ bzw. „Blondschopf“ waren typische Sklavennamen. Ein bekannteres Beispiel für solche ethnisch einheitliche „cattle - slavery“ (Rosivach) ist aus klassischer Zeit die Institution der skythischen Staatssklaven (Polizeiaufgaben) seit ca. 480/70 v. Chr.; vgl. deren Bild bei Aristophanes, z.B. gegen Ende der „Themophoriazousen“ und in der „Lysistrata“ (skythische Staatssklaven mehr an Weinschänken als an Polizeiaufgaben interessiert). Weil Sklaven in Griechenland (anders als im Orient: vgl. z.B. Ex. = 2. Mos 21,20) der Willkür ihrer Besitzer ohne rechtliche Einschränkung ausgeliefert waren, mussten sie ein Verhalten an den Tag legen, das Freien leicht als „feige“ gelten konnte < dazu: Egon Flaig, den Untermenschen konstruieren. Wie die griechische Klassik den Sklaven von Natur erfand, in: Chr. Ralf von der Hoft und Stefan Schmidt (Hrssg.), Konstruktionen von Wirklichkeit. Bilder im Griechenland des 5. u. 4. Jh. v. Chr., Stuttgart 2001, 27 - 49.> Dichotome und graduelle Abwertung, Gender Tendenziell galt in Athen alles, was nicht männlicher Athener war, als minderwertig. Diese dichotome Sichtweise (ugs. sehr treffend: „Schwarz - Weiß - Malerei“) wertete also Frauen und Fremde, wenigstens Nichtgriechen (panhellenischer Gedanke bes. seit Philosophie des frühen 4. Jh. nach dem Desaster des Peloponnesischen Kriegs) en bloc ab. So ist z.B. fraglich, ob versklavte Griechinnen (wie z.B. die Melierinnen nach 427) überhaupt noch als Griechinnen angesehen wurden, wenn Griechen aus Sicht ihrer eigenen Ideologie heraus überhaupt nicht unfrei sein konnten. Wenn sie also doch unfrei wurden, konnten sie womöglich nicht mehr als Griechinnen gelten, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Bei Platon gab es neben dieser dichotomen Sichtweise, die alles Unathenische als weibisch (bzw. weiblich), fremd, feige, verlogen, standpunktlos, primitiv oder dekadent abtat, einige „Argumentationshilfen“, die eine unterschiedliche Bewertung der verschiedenen Fremdvölker aus griechischer Sicht als damalige attische oder griechische communis opinio als Basis nahelegt. So setzt er in seiner „Politeia“ die drei Seelenteile in Beziehung zu den einzelnen Fremdvölkern zugewiesenen Charaktereigenschaften; ihm gelten Perser und Karthager als kriegerisch, Phönizier und Ägypter als erwerbsstrebig (Plat. pol. 435e - 436 a). Sein Schüler Aristoteles nennt die gleichen Beispiele kriegerischer Völker (Aristot. pol. 1324b 10-20). Thraker und Skythen, die beiden Fremdvölker im Norden (Thyrrener spielten merkwürdigerweise offenbar keine Rolle) werden also von beiden als kriegerisch benannt, als zum Herrschen bzw. zur besten Herrschaft geeignet nennen beide ausschließlich das eigene Volk. Aristoteles (4. Jh.) fasst die Klimatheorie des 5. Jhs. derart zusammen, dass die Griechen aufgrund ihrer Mittellage zwischen zwei (vermeintlichen) Klima - Extremen zwischen mutigen aber stumpfsinnigen Barbaren im Nordens einerseits (erwähnte Thraker und Skythen) und feinsinnigen aber feigen Barbaren im Südostens andererseits (bes. Lyder, Phryger, Perser) beide positiven Eigenschaften hätten integrieren können, so dass sie als einziges Volk in der Lage seien, dieses Namens werte „politische“ Gemeinwesen („Polis“ = „Stadtstaat“) zu bilden. Bedeutend für den Wert der Polis ist darin, dass das Denkfähigste über das weniger Denkfähige herrsche, d.i. der Grieche über seine Frau, seine Kinder und, am Ende der Skala, seine Fremdvölker - Sklaven. Der Krieg gegen Fremdvölker sei letztlich kein Krieg - solchen könne man nur gegen Griechen führen - sondern nichts anderes als eine Jagd wie auf wilde Tiere, um diese teils zu töten, teils zu zähmen (= zu versklaven; Aristot 1255b 35-40). Eine einfachere Differenzierung als Platon nimmt Aristoteles vor, wenn er ein Europa - Asien - Gefälle unter den nichtgriechischen Völkern postuliert: die kleinasistischen seien „sklavischer“ (Komparativ auch im grie. Orig.! Aristot. pol. 1285a 15-25). Hinsichtlich der Körperlichkeit meinte Aristoteles, dass auf die Natur leider kein Verlass wäre. Sie gäbe sich zwar Mühe, die Körper von Freien und Sklaven verschiedenen zu gestalten, doch hätte sie damit oft keinen Erfolg. Die ihnen zugeschriebene Minderwertigkeit konnte man den Barbaren also nicht unbedingt ansehen.

China, Indien, Japan

In Asien gibt es ebe