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Antillen
Die Westindischen Inseln sind eine Inselgruppe in der Karibik. Sie umfassen die großen Antillen (Kuba, Jamaika, Puerto Rico und Hispaniola) und die kleinen Antillen, wobei die kleinen Antillen nochmals in die Inseln über dem Winde (Jungferninseln bis Trinidad und Tobago) und die Inseln unter dem Winde unterschieden werden (weil sie außerhalb der Hurricane-Zone liegen, Isla Margarita bis nach Aruba).
Mit zur Karibik im weiteren Sinne gehören noch die Bahamas und die Turks- und Caicosinseln, sie liegen allerdings schon im Atlantik und nicht mehr im karibischen Meer.
Der Name Westindische Inseln leitet sich davon ab, dass die frühen Entdecker und Eroberer (Christoph Kolumbus) eigentlich Indien, China oder Japan auf dem westlichen Seeweg erreichen wollten und nicht damit rechneten, einen neuen Kontinent zu finden. Dies erklärt auch den Namen Antillen, er leitet sich von der lateinischen Bezeichnung ante ilium = vorgelagerte Inseln ab, eben die Mittelamerika vorgelagerten Inseln.
Heute spielen die Westindischen Inseln noch eine wichtige Rolle als Cricket-Nation. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Barbados, Guyana, Jamaika, den Leeward-Inseln, Trinidad und Tobago und den Windward-Inseln.
Kategorie:Inselgruppe
Kategorie:Geographie (Karibik)
ja:西インド諸島
ko:서인도 제도
KaribikDas bis 7.680 m tiefe Karibische Meer (kurz die Karibik) ist als südöstlicher Teil des Amerikanischen Mittelmeers durch die Westindische Inselkette, die sich in einem Bogen vom Golf von Mexiko bis fast nach Venezuela erstreckt, vom Atlantischen Ozean abgetrennt.
Die Karibik ist nach dem Volk der Kariben benannt, das die spanischen Eroberer auf den Kleinen Antillen vorgefunden hatten.
Bevölkerung
Die Karibik ist ein buntes Völkergemisch mit insgesamt etwa 35 Mio.
Einwohnern. Neben den Spaniern leben auch Kreolen, Mulatten und Inder auf den verschiedenen Inseln der Karibik.
Spanisch und Englisch sind die Hauptsprachen der Karibik. Daneben wird auf Haiti auch Französisch gesprochen, hinzu kommen verschiedene Kreol-Sprachen. Niederländisch wird ebenfalls gesprochen.
Geologie
Der größte Teil der Karibik, die im Kaimangraben bis 7.680 m tief ist, befindet sich auf der Karibischen Platte, nur ihr Nordwestteil, der jenseits dieses Tiefseegrabens liegt, liegt auf der Nordamerikanischen Platte.
Geschichte der Karibik
Nordamerikanischen Platte
Vor den Entdeckungen im 1. Jahrtausend v. Chr. setzten die Arawak-Indianer von Venezuela kommend auf die karibischen Inseln über. Von Trinidad kommend, breiteten sie sich nach Norden aus. Ihnen folgten rund 1500 Jahre später die kriegerischen Kariben, die die Arawaken langsam von den kleinen Antillen vertrieben. Zur Zeit der Entdeckungsreisen Christoph Kolumbus besiedelten die Arawaken Kuba, Hispaniola sowie die Bahamas, während die Kariben die kleinen Antillen bewohnten.
Entdecker und Siedler
Als Kolumbus im Auftrag der spanischen Krone 1492 auf San Salvador landete, war er vor allem auf der Suche nach Gold und anderen Reichtümern. Aber die Arawaken legten keinen Wert auf das, was Europäer als Reichtum ansahen. So wurde die Karibik zwar besiedelt, aber die Konquistadoren zog es alsbald auf den amerikanischen Kontinent. Nach und nach ließen sich auch Engländer, Niederländer und Franzosen nieder; sogar Dänemark und Kurland waren im Besitz einiger Kolonien.
Die Karibik war besonders im 16. Jahrhundert Schauplatz von Piraterie. Die kleinen Inseln boten den Seeräubern, die zum Teil als Freibeuter im Auftrag eines Königs unterwegs waren, zahlreiche Unterschlupfmöglichkeiten und die spanischen Schatzflotten ein gutes Angriffsziel. Port Royal auf Jamaika sowie die französische Siedlung auf Tortuga waren regelrechte Piratensiedlungen.
Unabhängigkeit
Die meisten Inseln wurden Mitte des 20. Jahrhunderts unabhängig.
US-Interventionen in der Karibik und Mittelamerika
- Nicaragua: 1833, 1854-57, 1896, 1909-10, 1912-25, 1926-33
- Mexiko: 1845-48, 1914, 1916-17
- Honduras: 1896, 1905, 1907, 1911, 1917, 1919, 1924-29
- Kuba: 1898, 1901-03, 1906-09, 1912, 1917-19, 1921-23, 1933, 1961
- Panama: 1903, 1908, 1912, 1917-18, 1921, 1989
- Dominikanische Republik: 1904, 1914, 1916-24, 1965-66
- Haiti: 1915-35, 1944, 1994
- Costa Rica: 1919
- Guatemala: 1920, 1954
- Grenada: 1983
An die Karibik grenzende Staaten
- Belize (da dieses Land englischsprachig ist, wird es in der Literatur teilweise mit zur Karibik gezählt)
- Costa Rica
- Guatemala
- Honduras
- Kolumbien
- Mexiko
- Nicaragua
- Panama
- USA
- Venezuela
Inselgruppen im Atlantik, die aber zur Karibik gezählt werden
- Bahamas
- Turks- und Caicosinseln
Inseln und Inselgruppen in der Karibik
Turks- und Caicosinseln
- Amerikanische Jungferninseln
- Anguilla
- Antigua und Barbuda
- Aruba
- Barbados
- Bonaire
- Britische Jungferninseln
- Corn Islands (Nicaragua)
- Curaçao
- Dominica
- Grenada
- Guadeloupe
- Hispaniola (mit den Staaten Haiti, Dominikanische Republik)
- Isla Margarita (Venezuela)
- Islas del Rosario (Kolumbien)
- Jamaika
- Kaimaninseln
- Kuba
- Martinique
- Montserrat
- Navassa
- Niederländische Antillen
- Puerto Rico
- Saint-Barthélemy (St. Barts)
- Saint Martin
- San Andrés y Providencia (Kolumbien)
- Sint Eustatius
- St. Kitts und Nevis
- St. Lucia
- St. Vincent und die Grenadinen
- Trinidad und Tobago
Literatur
Eine geistreiche Beschreibung zur Geschichte, Situation und Bedeutung der Karibik zur Zeit der europäischen Kolonisation der Welt findet sich in dem von Andreas Venzke herausgegebenen Tagebuch des Seemanns Heinrich Hasebeck: Gasparan oder die letzte Fahrt des Francis Drake, Benziger-Verlag, Zürich 1996 ISBN 3-545-36531-X
Verwandte Themen
- Mittelamerika
- Westindische Inseln
- Inseln über dem Winde
- Inseln unter dem Winde
- Antillen
- ABC-Inseln
Kategorie:Meer
Kategorie:Geographie (Karibik)
Kategorie:Karibik
ja:カリブ海
ko:카리브 해
Große AntillenDie großen Antillen sind eine Inselgruppe in der Karibik.
Sie bestehen im Wesentlichen aus vier Hauptinseln: Kuba, Jamaika, Puerto Rico und Hispaniola (mit den Staaten Haiti und Dominikanische Republik). Zusammen machen sie etwa 90 % der Fläche der karibischen Inseln aus.
Geologisch sind sie dem mittelamerikanischen Festland ähnlich aufgebaut, aus Schiefern, Gneisen und alten Erruptivgesteinen sowie mit jungen Muschel- und Korallenkalken im Norden.
Der Name "Antillen", für diese Inseln ist zum ersten Mal bei "Peter Martyr d`Anghiera" im Jahr 1493 schriftlich belegt, er leitet sich von der sagenhaften Insel "Antilia" ab welche man während des Mittelalters im Atlantik angenommen hat, oder vom lateinischen "ante ilium" für vorgelagerte Inseln, eben jene Inseln welche Mittelamerika vorgelagert sind.
Siehe auch:
- Westindische Inseln
- Kleine Antillen
Weblinks
- [http://www.lateinamerika-studien.at/content/natur/natur/natur-761.html Naturräume]
- [http://www.doitcaribbean.com/homepage/index.html.de Tourismus-Infos]
Kategorie:Inselgruppe
Kategorie:Geographie (Karibik)
Kuba
Kuba (span.: Cuba) ist ein Inselstaat in der Karibik. Im Nordwesten hat die Insel einen Küstenstreifen zum Golf von Mexiko, die gesamte Nordküste liegt jedoch am Atlantischen Ozean.
Im Südosten der Insel befindet sich der Marinestützpunkt der US-Navy Guantanamo Bay. Diese Exklave ist von einer früheren vorrevolutionären kubanischen Regierung de facto auf unbegrenzte Zeit an die USA verpachtet worden. De iure sah der Pachtvertrag aus dem Jahre 1902 ursprünglich nur eine Laufzeit von 99 Jahren vor - also bis 2001 -, allerdings beinhaltet er ebenso eine Klausel, nachdem er sich automatisch verlängert und nur mit dem Einverständnis beider Seiten gekündigt werden kann. Die kubanische Seite hat sich entschieden gegen das Weiterbestehen ausgesprochen und verweigert auch die Annahme der ohnehin nur symbolischen Pachtzahlungen seitens der USA.
Wichtige Agrarprodukte sind unter anderem Zucker, Tabak, Rum, Zitrusfrüchte, Kaffee, Kakao, Reis, Kartoffeln, Bohnen und Vieh.
Geographie
Hauptartikel: Geographie Kubas
Kuba ist die größte Insel in der Karibik. In der Rangfolge der größten Inseln der Welt liegt sie auf Platz 16.
Das Nachbarland im Norden sind die USA mit ihrem Bundesstaat Florida. Im Nordwesten liegt der Golf von Mexiko, im Westen die mexikanische Halbinsel Yucatán.
Kuba ist großteils eben, mit Hügellandschaft und Bergen hauptsächlich im Südosten. Der höchste Punkt ist der Pico Turquino (1.974 m ü. NN) in der Sierra Maestra.
Havanna ist die größte Stadt Kubas und Hauptstadt der Insel. Die nächstkleineren Städte sind Santiago de Cuba, Holguín und Camagüey.
Das Klima ist tropisch. Es gibt eine trockenere Jahreszeit von November bis April und eine regnerische Jahreszeit von Mai bis Oktober.
Im Osten Kubas entstand der Nationalpark "Alejandro de Humboldt", der die vier östlichsten Provinzen Holguín, Granma, Santiago de Cuba und Guantánamo umfasst. Das Gebiet schützt viele wichtige Ökosysteme zu Land (68.890 ha) und zu Wasser (2.250 ha), wie die Küste mit ihren Mangroven und vorgelagerten Riffen, die küstennahen Trockenwälder und die höher gelegenen und niederschlagsreichen Regenwälder mit dem 1.168 Meter hohen Gipfel des "El Toldo". Der Nationalpark wurde im Dezember 2001 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.
Siehe auch: Liste der Städte in Kuba
Bevölkerung
Auf Kuba leben etwa 11 Millionen Menschen.
Liste der Städte in KubaSchätzungen zufolge ist die Bevölkerung etwa zu je einem Drittel europäischer, afroamerikanischer und gemischter (Mulatten) Abstammung. Daneben existiert noch eine chinesische Minderheit. Von der indigenen Bevölkerung der Arawak gibt es keine Nachkommen.
Kuba hat mit 1,6 Kindern pro Frau die niedrigste Geburtenrate der lateinamerikanischen Staaten und der westlichen Hemisphäre nach Kanada. Dies liegt vor allem daran, dass Abtreibung in Kuba kostenlos und aus sozialen, medizinischen und eugenischen Gründen allgemein üblich ist, mehr als jede dritte Schwangerschaft wird künstlich abgebrochen.
Die Kindersterblichkeit beträgt 6,33 Kinder je 1000 Geburten und ist die zweitniedrigste in Amerika. Dagegen beträgt die Kindersterblichkeit in den USA 6,5 von 1000 Geburten. Nur Kanada hat eine niedrigere Sterblichkeitsrate in der westlichen Hemisphäre ([http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/rankorder/2091rank.html CIA World Factbook Geburtensterblichkeit]).
Homosexualität wird auf Kuba von staatlicher Seite nicht unterdrückt, solange sie kein öffentliches Aufsehen erregt, doch sind entsprechende Vereinigungen oder Zeitungen verboten. Bekennende Homosexuelle können nicht Parteimitglieder werden.
Kuba hat die höchste Selbstmordrate des Kontinents.
Religionen
Durch eine Verfassungsänderung vom 12. Juli 1992 wurde Kuba von einem atheistischen Staat zu einem säkularen, wodurch auch Gläubigen die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei (PCC) ermöglicht werden sollte. Nach Massenverfolgungen und Zerschlagung der sozialen Strukturen der Kirche wird aktive Religiosität auf Kuba heute nicht mehr verfolgt, aber weiterhin staatlicherseits geächtet.
Als Kubas Hauptreligion gilt neben dem Katholizismus die Santería, eine afro-katholische Mischreligion. Sie basiert auf der animistischen Religion der westafrikanischen Yoruba und ist stark mit katholizistischen Elementen versetzt. Da die Religionen keine offizielle Struktur besitzen, sind die tatsächlichen Anhängerzahlen schwer zu ermitteln. Als unpolitische und unorganisierte Form der Religionsausübung erfreut sich die Santeria in den letzten Jahren sogar staatlicher Förderung.
Der Katholizismus ist die - vermutlich nach der Santería - stärkste Religionsgemeinschaft Kubas. Einigen Schätzungen zufolge sind etwa 35 Prozent der Kubaner katholisch getauft, darunter jedoch auch viele Santería-Anhänger. Andere Schätzungen gehen von höheren Zahlen aus. Da die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche Voraussetzung für die Santería ist, sind genaue Abgrenzungen nicht möglich.
Neben der katholischen Kirche sind in den letzten Jahren zahlreiche protestantische und vor allem evangelikale Gemeinden entstanden. Daneben zählt man etwa 89.000 Zeugen Jehovas, deren Anhängerschaft sich trotz Verhaftungen und Predigtdienstverboten wegen ihrer ablehnenden Haltung gegenüber chirurgischen Eingriffen und Bluttransfusionen seit der Revolution mehr als verfünffacht hat.
Katholische Schutzpatronin Kubas ist die Virgen de la Caridad de Cobre (Barmherzige Jungfrau von El Cobre), die in der Santería auch für die Göttin der Flüsse und der Liebe Ochún steht.
Siehe auch:
- Santería
- Judentum in Kuba
Geschichte
Judentum in Kuba
Hauptartikel: Geschichte Kubas
Kuba und die dort lebenden Arawak gerieten in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter spanische Kontrolle. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurden die indigenen Völker durch Gewalt und Krankheit praktisch ausgerottet. Für den sehr arbeitsintensiven Zuckerrohranbau besorgten die spanischen Pflanzer sich im 17. und 18. Jahrhundert zehntausende afrikanischer Sklaven.
Die Kämpfe der Kolonie um Unabhängigkeit begannen 1868 und dauerten mit Unterbrechungen bis zum Abzug der Spanier im Jahr 1898 an, als die USA intervenierten (Spanisch-Amerikanischer Krieg). Die USA besetzten die Insel, bis sie schließlich 1902 endgültig die Unabhängigkeit erlangte. Diese war allerdings bis 1934 durch das Platt Amendment eingeschränkt, das den USA bei Beeinträchtigung US-amerikanischer Interessen ein jederzeitiges Interventions-Recht in Kuba gab. Ein Überrest dieser US-amerikanischen Sonderrechte ist der gegen den erklärten kubanischen Willen noch heute von den USA aufrechterhaltene Marinestützpunkt Bahía de Guantánamo (Guantanamo Bay).
1959 ersetzte die Revolution unter der Führung von Fidel und Raúl Castro, Camilo Cienfuegos und dem Argentinier Ernesto Che Guevara die langjährige Diktatur von Fulgencio Batista durch die Diktatur Fidel Castros. Seit 1961 (Deklaration von Havanna) ist Kuba ein sozialistisches Land.
sozialistisches
Wegen der von der Revolutionsregierung betriebenen Verstaatlichungspolitik, von der insbesondere eine Reihe großer US-amerikanischer Wirtschaftsunternehmen, aber auch kubanische Großgrundbesitzer mit Besitz über 64 Hektar Land betroffen waren, verhängten die USA Sanktionen gegen Kuba, die schließlich unter dem Einfluss der Exilkubaner um den Alkohol-Clan Bacardi in einer totalen Wirtschaftsblockade der Insel mündeten, welche bis heute andauert. In Resolutionen der UNO und auch auf dem 15. Iberoamerikanischen Gipfeltreffen 2005 wurden die USA aufgefordert, ihre Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade gegenüber Kuba zu beenden. Parallel dazu verließen in mehreren Flüchtlingswellen tausende Kubaner ihre Heimat, von denen sich ein Großteil in Florida ansiedelte. Kuba suchte und fand Unterstützung bei den sozialistischen Staaten Osteuropas, insbesondere der damaligen Sowjetunion. Auf Grund der strategischen Lage Kubas eskalierte 1962 der Konflikt zwischen den USA und der UdSSR in der sogenannten Kubakrise. Darin wurde Kuba zum Spielball zweier Atommächte.
Nach dem politischen und wirtschaftlichen Zusammenbruch von Kubas wichtigsten Handelspartnern und Geldgebern (Sowjetunion und COMECON) zu Beginn der 1990er Jahre erlebte Kuba eine schwere Wirtschaftskrise, die 1993 ihren Tiefpunkt fand. Unter der Führung von Carlos Lage Dávila wurde die Wirtschaft dezentralisiert und an die Erfordernisse des Weltmarktes angepasst, Marktwirtschaft und Devisenhandel in einigen Nischen zugelassen. Seitdem gehört Kuba laut Weltbank zu den Staaten der Dritten Welt mit wirtschaftlichen Zuwachsraten. Joint-Venture-Geschäfte im Tourismus-Bereich, die Zusammenarbeit mit neuen Außenwirtschaftspartnern (u.a. Spanien, Italien, Kanada, Brasilien, Volksrepublik China, Venezuela), die Entdeckung von neuen Ölvorkommen und die Vermarktung der bedeutenden Nickelvorkommen trugen zur Stabilisierung der kubanischen Wirtschaft bei. Allerdings entstanden auch soziale Disparitäten.
Siehe auch: Liste der Gouverneure und Präsidenten auf Kuba
Liste der Gouverneure und Präsidenten auf Kuba
Politik
Staat und Regierung
Die Staatsorganisation entspricht dem klassischen sozialistischen Modell: Formal ranghöchstes und gesetzgebendes Organ ist das Parlament (asamblea nacional del poder popular), welches den Staatsrat (consejo de estado) und den Ministerrat, welcher als Regierung fungiert, wählt. Tatsächlich ist das nur zweimal im Jahr zusammentretende Parlament relativ einflusslos und hat vor allem die Aufgabe, Entscheidungen abzusegnen. Die Abgeordneten sind an der Staatsführung oder gar an der Kontrolle der Exekutive nicht beteiligt und nur nebenberuflich tätig, sie erhalten keine Diäten. Gemäß der Verfassung ist die führende Rolle im Staate der Kommunistischen Partei Kubas (Partido Comunista de Cuba) zugewiesen, welche sie gemeinsam mit den Massenorganisationen (Gewerkschaften, Komitees zur Verteidigung der Revolution, Frauen- und Jugendverbände etc.), die als Transmissionsriemen dienen, ausübt. Staatspartei wie Massenorganisationen sind hierarchisch von oben nach unten aufgebaut. Andere Parteien sind nicht zugelassen. Einen ähnlichen Monopolstatus genießen auch die Massenorganisationen, Arbeitnehmerorganisationen außerhalb des staatlichen Gewerkschaftsbundes sind verboten. Innovativ ist die Tatsache, dass in allen Wahlkreisen mindestens zwei Bewerber aufgestellt werden müssen, welche nicht immer Mitglied der Partei sind. Allerdings werden alle Bewerber von einem Ausschuß der PCC und der Massenorganisationen ausgewählt und dürfen keinen Wahlkampf betreiben, also keine eigenen politischen Programme vorstellen. Auf diese Weise führt die Parteispitze den Staat, ein ähnlicher Aufbau ist auf den unteren administrativen Ebenen gegeben. Als gleichzeitiger Generalsekretär der PCC, Vorsitzender des Staats- und des Ministerrates sowie Oberbefehlshaber der Streitkräfte vereinigt Fidel Castro alle Macht im Staate in seiner Person. Die Staatsverfassung Kubas lässt sich somit als totalitär-autokratisch kennzeichnen.
Das Gerichtswesen unterliegt staatlicher Kontrolle. Bei einfachen Zivil- und Strafverfahren auf den unteren Ebenen stellen Laien-, sonst Berufsrichter die Mehrheit. Alle Richter werden von der Volksvertretung ihrer jeweiligen Ebene gewählt. Das kubanische Rechtssystem entspricht nicht rechtsstaatlichen Standards, gewährleistet aber in unpolitischen Bereichen – insbesondere dem Zivilrecht – eine funktionierende Gerichtsbarkeit. Es gibt keine unabhängige Anwaltschaft.
Der PCC gehören etwa 15% der erwachsenen kubanischen Staatsbürger an. Aufgenommen werden nur Personen, welche sich durch einen vorbildlichen Lebenswandel und ideologische Festigkeit auszeichnen. Die Parteizugehörigkeit ist Voraussetzung für den beruflichen und gesellschaftlichen Aufstieg in vielen Bereichen. Von den Mitgliedern wird ebenso wie von denen der anderen Massenorganisationen freiwillige unbezahlte Arbeit für die Wirtschaft erwartet.
Kontrolle der Bevölkerung
In jedem Viertel hat ein Beauftragter der kubanischen Regierung seine Mitbürger zu auf ideologische Festigkeit zu prüfen, politische „Straftaten“ anzuzeigen und darauf zu achten, dass niemand den gelenkten Wahlen fernbleibt.
Daneben gibt es die politische Polizei, welche dem Innenministerium untersteht. Ihr Netzwerk überzieht das gesamte Land und gewährleistet Kontrolle über jeden Betrieb. Sie betreibt auch das Informantennetzwerk.
Die Regierung bemüht sich, jeden Bürger von seiner Kindheit an in das totalitäre System einzubinden. Schule und Arbeitsplatz unterliegen der Kontrolle des Staates und dienen der Indoktrination. Schüler, Studenten und Arbeitnehmer werden von ihren Lehrern und Gewerkschaftsfunktionären jährlich auf ihre ideologische Festigkeit hin schriftlich beurteilt und katalogisiert. Außerhalb der Arbeitszeit übt der Staat Einfluss über die Massenorganisationen aus, in denen die Mitglieder ideologisch geschult werden und freiwillige Arbeit für den Staat leisten. Auch die Staatsgewerkschaft sieht es als ihre Hauptaufgabe an, ihre Mitglieder zu unbezahlter Mehrarbeit anzuhalten und über die politische Treue der einzelnen Arbeitnehmer nach oben Bericht zu erstatten.
Eine – zumindest öffentlich zur Schau getragene – Übereinstimmung mit der Parteilinie ist Voraussetzung für Studium und berufliches Fortkommen.
Selbst Psychologen müssen der Regierung regimekritische „Fälle“ melden und natürlich hat die Staatssicherheit Zugang zu ihren Akten.
Die Regierung erreicht so immer wieder eine beeindruckende Mobilisierung. Bei gut geplanten wochenlangen Demonstrationskampangnen bringt sie beinahe jeden erwachsenen Kubaner mindestens einmal auf die Straße (Rekord: 7 Millionen Teilnehmer). Für das Verfassungsreferendum zur Festschreibung des Sozialismus konnten die Comites de Defensa de la Revolucion die Unterschriften von fast 93% der Bevölkerung sammeln. Durch entsprechende Sanktionsmaßnahmen wird auch regelmäßig eine Wahlbeteiligung von über 90% erreicht.
Opposition
Eine dem Staat und der Partei gegenüberstehende, organisierte Opposition ist im politischen System Kubas nicht vorgesehen. Nicht staatskonforme Parteien oder Organisationen der Zivilgesellschaft sind illegal.
Es gibt mehrere hundert, meist nur aus wenigen Mitgliedern bestehende Organisationen und Parteien, die in Dachverbänden wie der Asamblea Para Promover la Sociedad Civil en Cuba (Versammlung zur Förderung einer Zivilgesellschaft auf Kuba), Todos Unidos (Alle Zusammen), Convergencia Liberal Cubana (Liberale Kubanische Konvergenz) oder der Frente de Unidad Nacional (Front der Nationalen Einheit) zusammenarbeiten, teilweise aber auch untereinander zerstritten sind.
Wichtige Gruppen sind die Partido Solidaridad Democrática (Partei der Demokratischen Solidarität), das Movimiento Cristiano Liberación (MCL, Christliche Befreiungsbewegung, Gründer: Osvaldo Payá) oder der Arco Progresista (Spektrum des Fortschritts) und die von Martha Beatriz Roque Cabello geführte Asamblea Para Promover la Sociedad Civil en Cuba, wobei letztere eng mit rechten exilkubanischen Organisationen in Miami zusammenarbeitet, was von den anderen großen Oppositionsgruppen sehr kritisch gesehen wird. Deutlich wurde dieser Unterschied in der Haltung zur ersten öffentlichen und von der kubanischen Regierung geduldeten Versammlung zur Förderung der kubanischen Zivilgesellschaft am 20. Mai 2005 unter Vorsitz von Martha Beatriz Roque Cabello und Vladimiro Roca in Havanna: die erstgenannten Organisationen und die Hälfte der 75 Opfer der letzten Massenverhaftung erklärten ihre Nichtteilnahme bzw. Ablehnung der dort vertretenen politischen Ziele.
Die innerkubanische Opposition versucht mit friedlichen Mitteln eine Transformation auf Kuba zu erreichen. Mittel dazu sind neben Aufklärungsarbeit gegen die allgegenwärtige staatliche Propaganda vor allem Aktionen wie (ungenehmigte) Demonstrationen, Sammlungen von Bürgerinterviews, Unterschriftensammlungen für (später nicht genehmigte) Volksabstimmungen und (abgelehnte) Angebote an die Regierung zum gemeinsamen Dialog. Diese Aktionen sind für die Teilnehmer nicht ungefährlich, da sie naturgemäß ein öffentliches Eingeständnis der regimekritischen Haltung mit sich bringen. Daneben gibt es kleine unabhängige Gewerkschaften oder Bibliotheken abseits der amtlichen Propagandamaschinerie.
Außerhalb Kubas existiert unter den 2 Millionen kubanischen Emigranten (siehe Exilkubaner) in Miami eine aktive Opposition, deren wichtigste Organisation die allgemein als rechtsradikal eingeschätzte Cuban-American National Foundation CANF ist.
Neben Aufklärungs- und Lobbyarbeit betreiben einige exilkubanische Organisationen auch regelrechte Flugdienste über der Karibik, um kubanische Flüchtlinge aus dem Meer zu fischen und sicher an Land zu bringen. Einige fliegen mit Kleinflugzeugen sogar bis nach Kuba und werfen dort regierungskritische Flugblätter ab. Im Februar 1996 ließ das Regime zwei dieser Flugzeuge über dem offenen Meer von der Luftwaffe abschießen, wobei umstritten ist, ob sich die Flugzeuge bei diesem Angriff innerhalb oder außerhalb des kubanischen Hoheitsgebietes befanden.
Teilweise in Zusammenarbeit mit Stellen der US-Regierung verüben dortige Oppositionsgruppen auch einzelne Terroranschläge, um die Lage in Kuba zu destabilisieren.
Für die kubanische Regierung sind prinzipiell alle Oppositionsgruppen und –aktivitäten das Werk des US-Imperialismus.
Tatsächlich stehen insbesondere einige exilkubanische Organisationen den USA nahe und streben nach der Überwindung des Castro-Regimes eine enge Anbindung an den großen Nachbarn an; ihre Kritiker bezeichnen dies als offenen oder verdeckten Annexionismus. Die US-Regierung hat allein für das Jahr 2006 15 Mio. US$ im Haushalt für die Unterstützung von kubanischen Oppositionsgruppen und exilkubanischen Organisationen in Miami vorgesehen (Quelle: USAID Kuba-Programm [1]), die z.T. unmittelbar von der US-amerikanischen Interessensvertretung in Havanna an die Zielorganisationen ausgezahlt werden oder über die Exilorganisationen in Miami verteilt werden. Eine 2005 eigens geschaffene US-Behörde im Weißen Haus, die Commission on Assistance to a Free Cuba (Unterstützungskommission für ein freies Kuba) soll die Arbeit der verschiedenen Ministerien gegen die kubanische Regierung koordinieren.
Eine fast vollständige Auflistung der gesetzlich nicht anerkannten Organisationen auf Kuba mit Mitgliederzahlen und kurzer Kennzeichnung ihrer Zielsetzungen findet sich hier: [http://www.cubasource.org/pdf/organizations_s.pdf] (spanisch, Stand: 29. Juli 2004))
Menschenrechte
Die kubanische Regierung enthält ihren Bürgern systematisch und strukturell wesentliche Menschenrechte vor, insbesondere die Rechte auf körperliche Unversehrtheit, Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit, freie Meinungsäußerung, Freiheit von Kunst und Wissenschaft, Medien- und Informationsfreiheit, Ausbildungs- und Berufsfreiheit, Freizügigkeit innerhalb und außerhalb des Landes, Versammlungs-, Vereinigungs- und Koalitionsfreiheit. Rechtsstaatlichkeit, faire Verfahren und eine unabhängige Anwaltschaft sind nicht gewährleistet.
Die Verfassung erwähnt zwar die Grundrechte, ordnet ihre Ausübung aber den staatlichen Zielen unter. Es gibt keine unabhängige richterliche Gewalt, welche die Einhaltung der Menschenrechte sicherstellt. Menschenrechtsvereinigungen sind nicht zugelassen.
Als besonders schlimm gelten die kubanischen Gefängnisse, in denen zur Zeit fast ein Prozent der Bevölkerung, darunter Hunderte politische Gefangene, einsitzen (die Unterscheidung zwischen politischen und nichtpolitischen Gefangenen ist nicht immer ganz einfach, weil viele Dissidenten auch wegen unpolitischer Gummitatbestände, wie Asoziales Verhalten, eingekerkert werden). Gefangene werden häufig entfernt von ihren Angehörigen untergebracht und Besuche nur selten gestattet, ebenso wenig haben sie Zugang zu Radio oder Zeitungen. Nach Berichten ehemaliger Gefängnisinsassen sind primitivste Lebensbedingungen, verweigerte medizinische Versorgung, Isolationshaft, Misshandlungen und teilweise Folter an der Tagesordnung. Das Regime untersagt als eines von wenigen Ländern dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz den Zugang zu den Haftanstalten, so dass die dortigen Gefangenen völlig ihren Wärtern ausgeliefert sind.
Auch normale Bürger müssen mit Polizeiwillkür rechnen.
Die Todesstrafe ist nicht abgeschafft und ist für zahlreiche, auch politische, Straftaten vorgesehen und wird immer noch verhängt. Zur Zeit befinden sich rund 45 Kubaner in Todestrakten. Zuletzt wurde die Todesstrafe 2004 in drei Fällen vollstreckt. Fidel Casto liess drei Männer erschiessen, die in Havanna eine schrottreife Fähre entführt hatten, mit der sie nach Florida flüchten wollten.
Opposition und kritische Meinungsäußerung wird mit den Mitteln des Strafrechts geahndet. Dissidenten können jahrzehntelang eingesperrt werden, ihre Strafen müssen sie regelmäßig voll absitzen. Gemäß dem ley de peligrosidad ist es sogar möglich, jeden, der „eine Bedrohung für den Sozialismus“ darstellt, unbegrenzt lange und ohne Gerichtsverfahren in Haft zu halten. Bedroht sind vor allem die vielen international unbekannten regierungskritischen Bürger, die keine weltweite Lobby haben. Auf willkürliche Massenverhaftungen folgen oft ebenso willkürliche Freilassungen.
Neben den Maßnahmen des Strafrechts gibt es auch eine ganze Palette von „weichen“ Maßnahmen mit denen die Regierung gegen Regimekritiker vorgeht: Drohungen, Schikane, Hausarrest, Beschlagnahmungen, öffentliche Verunglimpfungen und Verlust des Arbeitsplatzes.
Zur Rechtfertigung der Menschenrechtsverletzungen führen das Regime und seine ausländischen Verteidiger folgendes an:
- Vergleich mit anderen Ländern. Zum einen wird darauf abgestellt, dass die kubanische Regierung viele Menschenrechtsverletzungen lateinamerikanischer Diktatoren (Verschwindenlassen, Todesschwadronen) unterlassen hat, zum anderen wird in fast allen Kommentaren auf die Menschenrechtslage in den USA und seit neusten insbesondere auf das rechtsfreie Gefängnis in Guantánamo Bezug genommen.
- Verunglimpfung der Opfer. Insbesondere wird behauptet, dass die meisten Regierungskritiker von den USA unterstützte und bezahlte Agenten seien.
- Kritik am „bürgerlichen Menschenrechtsbegriff“. Kuba behauptet, soziale Menschenrechte (Recht auf Arbeit und Bildung, Recht auf Teilhabe am nationalen Wohlstand und Recht auf medizinische und soziale Versorgung) besser zu achten als andere lateinamerikanische Staaten und tlw. die USA selbst.
International sorgen vor allem Human Rights Watch und Amnesty International dafür, dass die Menschenrechtsverletzungen an den Kubanern im Gespräch bleiben. Auch die UN-Menschenrechtskommission, in der Kuba selbst Mitglied ist, erteilte dem Land dieses Jahr eine „gemäßigte Rüge“.
Emigration
Prinzipiell ist das Auswanderungsrecht nicht gewährleistet, ungenehmigtes Verlassens des Territoriums, aufgrund der Insellage ohnehin gefährlich, wird strafrechtlich verfolgt. Bevorzugtes Auswanderungsziel sind die USA, aufgrund ihres Wohlstandes, der familiären Beziehungen zu den zahlreichen Exilkubanern und der Hilfe der US-Regierung für kubanische Emigranten (insbesondere dem sofortigen Erwerb der Staatsbürgerschaft).
Mit den Vereinigten Staaten besteht ein von der Clinton-Regierung ausgehandeltes Migrationsabkommen: die USA stellen jedes Jahr 20.000 in der Bevölkerung sehr begehrte Visa aus, die eine legale Auswanderung ermöglichen. Im Gegenzug verpflichteten sich die USA, alle illegalen Flüchtlinge, welche sie auf See aufgreifen, unverzüglich wieder nach Kuba abzuschieben. Dies wird jedoch seit der Amtsübernahme von Präsident Bush nicht mehr praktiziert.
In den Jahren nach der Revolution verließen große Teile der ehemaligen Staatsführung, der Oberschicht, des Mittelstandes und des Klerus Kuba.
Zur zweiten großen Emigrationswelle nach der Revolution kam es 1980, als über US-amerikanische Sender die Nachricht verbreitet wurde, dass die peruanische Botschaft in Havanna Visa für die Ausreise nach Peru ausstelle, mit denen eine Weiterreise in die USA möglich sei. In Anbetracht des Ansturms von zehntausenden Ausreisewilligen, die zum Teil seit langem über Pässe verfügten, forderte der peruanische Botschafter Polizeischutz an. Als eine Gruppe diesen Polizeischutz durchbrach, zwei Polizisten tötete und trotzdem nicht von der peruanischen Botschaft ausgeliefert wurde, hob die kubanische Regierung die Abriegelung der peruanischen Botschaft auf. Die unhaltbaren Zustände auf dem Botschaftsgelände wurden am 17. April dadurch beendet, dass Fidel Castro in einer Rede die Möglichkeit eröffnete, auch ohne Visum mit dem Schiff vom Hafen Mariel aus in die USA auszureisen. Die Schiffe wurden bis zur 12-Meilen-Zone vor die US-amerikanische Küste eskortiert. Innerhalb von drei Monaten verließen ca. 125.000 Kubaner das Land. Um diese Einwanderungswelle zu beenden, schloss die US-Regierung unter dem Präsidenten Carter mit der kubanischen Regierung ein Abkommen, das die legale Einreise über festgelegte Quoten regeln sollte, aber von der nachfolgenden Reagan-Regierung nicht mehr eingehalten wurde.
Heute ist es neben der allgegenwärtigen staatlichen Kontrolle vor allem die desolate Wirtschafts- und Versorgungslage die viele Leute außer Landes treibt. Wer das Land verlässt, muss häufig seine Familie und sein soziales Umfeld zurücklassen und sich in einem fremden Land eine neue Existenzgrundlage schaffen, wobei die Regierung jede Mitnahme von Besitz untersagt und das Eigentum von Immigranten sofort verstaatlicht.
Die Grenze zum US-Stützpunkt hat die kubanische Regierung mit Zäunen umgeben und verminen lassen, um eine erfolgreiche Flucht dorthin zu verhindern.
Insgesamt verliessen über eine Million Kubaner seit der Revolution ihre Heimat, über 2 Millionen Kubaner leben außerhalb der Insel.
siehe auch Artikel Exilkubaner
Bildungswesen
Bildung ist in Kuba kostenlos und es besteht eine 9-jährige Schulpflicht. Kuba hat ein dreigeteiltes Bildungssystem, das aus Grund-, Mittel-, und Oberschule besteht.
Das Schulwesen steht für Jungen auch im Dienst vormilitärischer Ausbildung, ältere Schüler lernen den Umgang mit Waffen. Die Lehrer müssen jährlich jeden Schüler und auch dessen Eltern nach der politischen Ausrichtung und den politischen Aktivitäten schriftlich beurteilen. Negative Bewertungen verhindern trotz Begabung eine weitergehende Ausbildung. In den Schulen wird ausschließlich die Sicht der Partei auf Geschichte und Gegenwart Kubas gelehrt, welche nicht hinterfragt werden darf. Vom Staat unabhängige Schulen wurden nach der Revolution gleich aufgelöst und sind bis heute verboten.
Kubas Bildungssystem gehört zu den besten in Lateinamerika. 2001 lagen die kubanischen Schüler der vierten und fünften Klasse bei einem Test der UNESCO weit vor den anderen lateinamerikanischen Ländern. Weltbankpräsident James Wolfensohn sagte Ende 2002, dass es Kuba gelungen sei, die Einschulungsquote auf 100 % zu steigern. Die Analphabetenquote liegt bei 0,2 %. Nach dem UNESCO-Education for All Development Index (2004) gehört Kuba zu den am höchsten entwickelten Ländern der Welt im Bildungsbereich (neben Kanada, Finnland und Südkorea). Als Folge davon hat Kuba eine hervorragend ausgebildete Bevölkerung. Doch fällt es schwer, dieses Potenzial angemessen zu nutzen. Viele Ärzte und Facharbeiter erledigen im Tourismussektor Arbeiten völlig unterhalb ihrer Qualifikation, weil teilweise schon das Dollartrinkgeld eines Tages ihrem Monatsverdienst entspricht. Aus den selben Gründen gibt es auch viele Schulabbrecher.
Das Studium auf Kuba ist kostenlos, allerdings müssen alle Studenten nach ihrem Abschluss drei Jahre lang für den Staat einen "Sozialdienst" ableisten.
In Kuba ist der Frauenanteil der Studenten höher als in jedem anderen lateinamerikanischen Land. Ebenso schneiden kubanische Studenten besser ab als ihre Kommilitonen in Lateinamerika in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Sprache. Diese Leistungen werden auch von Regimegegnern anerkannt. [http://gseweb.harvard.edu/news/features/cuba04012002.html Harvard Graduate School of Education]
In Kuba gab es drei sogenannte Bildungsrevolutionen. Die dritte Bildungsrevolution wurde ca. 2000 gestartet und sollte Probleme, wie die steigende Zahl von Schulabbrüchen, das vermehrte Schwänzen, den Verfall von Gebäuden, die Ausstattung der Schulen und den Mangel an Lehrern lösen. Heute beträgt die durchschnittliche Klassenstärke 12 Schüler und jede Schule besitzt Computerarbeitsplätze und Video-Geräte. Zwischen 2000 und 2002 wurden für die Renovierung, Erweiterung und Neubau von ca. 779 Grund- und Mittelschulen 20 Millionen Euro und 215 Millionen Peso ausgegeben.
Probleme gibt es bei den Lehrkräften, da diese mit ungefähr 250 Kubanischen Peso (ca. 8 Euro) im Monat schlecht bezahlt werden und darum lieber im Tourismus arbeiten, wo mehr Geld (Devisen) verdient werden kann. Um dem Unterrichtsausfall entgegenzutreten, werden sogar Jugendliche zu sogenannten Notlehrern ausgebildet. Nach Schätzungen sollen bisher 40.000 Notlehrer ausgebildet worden sein.
Teil des kubanischen Bildungswesens sind auch regelmäßige Verschickungen in "Landinternate", wo die älteren Schüler und Studenten neben ihrer Ausbildung kostenlos in der Landwirtschaft arbeiten.
Militär
Die Revolutionären Streitkräfte Kubas (FAR - Fuerzas Armadas Revolucionarias) bestehen aus wehrpflichtigen Männern sowie Berufssoldaten und -soldatinnen. Sie sind ca. 38.000 Mann stark. Dem einflussreichen Militär gehört auch ein großer Teil der kubanischen Wirtschaft. Daneben verfügt das Innenministerium über paramilitärische Einheiten.
Aufgrund der eigenen historischen Erfahrungen (30-jähriger Unabhängigkeitskampf im 19. Jahrhundert, Invasion in der Schweinebucht) sowie des Verteidigungskrieges Vietnams gegen China 1979 wurden die Milizen zur Territorialverteidigung (MTT-Milicias de Tropas Territoriales) geschaffen. Die Milizen setzen sich aus aus dem Regime ergebenen Arbeitern, Hausfrauen, Studenten etc. zusammen. Die Milizionäre haben in ihren Wohn- und Arbeitsgebieten Zugang zu Waffen und sind für einen Guerillakrieg gegen mögliche Invasoren (gedacht ist speziell an die USA) ausgebildet. Nach kubanischer Auffassung ist der Zugang zu Waffen für die regimetreueste Minderheit ein wichtiger Teil demokratischer Machtausübung, aus dem die kubanische Revolution historisch und aktuell ihre Legitimität ableitet. Militärisch ist es die Aufgabe der Milizen, im Falle einer Invasion die gegnerischen Kräfte zu binden und damit den Einheiten der regulären Armee Zeit zur taktischen und strategischen Restrukturierung zu geben. Kritiker sehen eher deren Aufgabe darin, Aufstände in der Bevölkerung schnell und blutig zu beenden, bzw. solche gar nicht erst entstehen zu lassen.
Provinzen
Invasion
Invasion
Kuba ist in 14 Provinzen und das Sonderverwaltungsgebiet Isla de la Juventud unterteilt:
1. Isla de la Juventud
2. Pinar del Río
3. La Habana
4. Ciudad de la Habana
5. Matanzas
6. Cienfuegos
7. Villa Clara
8. Sancti Spíritus
9. Ciego de Ávila
10. Camagüey
11. Las Tunas
12. Granma
13. Holguín
14. Santiago de Cuba
15. Guantánamo
Wirtschaft
Guantánamo
Kuba zählt zu den letzten bestehenden sozialistischen Volkswirtschaften. Nach dem Ende der UdSSR kam es mit dem Wegfall des wichtigsten Handelspartners Kubas 1991 zu einer ökonomischen Krise (genannt período especial en época de paz = besondere Periode in Friedenszeiten; kurz: período especial/Sonderperiode), die bis heute andauert. Der Ostblock hatte Kubas landwirtschaftliche Produkte über dem Marktpreis gekauft und Finanzhilfen geleistet, allein die UDSSR zahlte zuletzt 5 Milliarden Dollar jährlich (zum Vergleich: das heutige Bruttosozialprodukt Kubas liegt in einer Größenordnung von etwa 30 Milliarden Dollar jährlich).
Wegen der großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten war der US-Dollar ab 1993 offizielles Zahlungsmittel neben dem Peso, doch seit dem 8. November 2004 ist der US-Dollar durch den Peso Convertible ersetzt.
Die desolate Wirtschaftslage zwang die Regierung zu marktwirtschaftlichen Reformen, um die Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
Es entstand neben der ineffizienten Planwirtschaft eine zweiter produktiverer Wirtschafsbereich mit marktwirtschaftlichen Elementen. Erstmals wurde kleine innovative Familien- und Einpersonenbetriebe zugelassen, einige Staatsbetriebe wurde nach betriebswirtschaftlichen Erkenntnissen geführt und Bauern durften einen Teil ihrer produzierten Waren selbst verkaufen.
Um schnell an ausländisches Kapital heranzukommen und die Standortvorteile als relatives Billiglohnland ohne Betriebsräte und freie Gewerkschaften auszunutzen, erlaubte die Regierung sogar ausländischen Unternehmen auf Kuba zu investieren, tlw. als Joint-Ventures mit Staatsunternehmen. Kritiker werfen der Regierung vor, damit einen Ausverkauf des Landes zu betreiben.
Die ausländischen Unternehmen dürfen sich ihre Mitarbeiter allerdings nicht selbst aussuchen, vielmehr werden diese ihnen vom Staat zugewiesen. Deren Löhne sind für die Regierung eine willkommene Einkommensquelle. Die ausländischen Arbeitgeber müssen den Lohn ihrer kubanischen Mitarbeiter nämlich in Dollar an die Regierung zahlen, welche dann den – nach dem völlig utopischen amtlichen Kurs – umgerechneten Betrag in Pesos ausbezahlt. Auf diese Weise behält die Regierung 95% des Lohnes ein.
Trotz hoher Strafen blüht auch der Schwarzmarkt, da er die Bedürfnisse der Einwohnern besser befriedigt als die Planwirtschaft.
Das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erholte sich seit der Wirtschaftskrise von 1993 (0,7%) auf 3% im Jahre 2004. Die Produktion hat aber immer noch nicht den Stand des kalten Krieges wieder erreicht. Kubas Außenhandelsbilanz ist stark negativ, das Land muss mehr Güter importieren als es exportieren kann.
Aufgrund einer hohen Staatsverschuldung, einer sehr schlechten Zahlungsmoral und mangelhafter Bonitätseinschätzung hat Kuba keinen Zugang zu langfristigen Investitionskrediten auf den Weltfinanzmärkten, sondern muss sich Gelder mit niedrigen Laufzeiten zu hohen Zinsen (bis zu 20%) leihen.
In der Landwirtschaft ist der Zucker, immer noch Cash crop und Devisenbringer Nummer eins, gefolgt vom Tabakanbau. Die Zuckerproduktion sank jedoch von 9 Millionen Tonnen vor der Revolution auf den heutigen Tiefststand von 2,5 Millionen Tonnen. Inzwischen gewinnt die Nickelproduktion an Bedeutung, hier wirken sich die aktuell hohen Stahlpreise günstig aus. Noch immer müssen Lebensmittel importiert werden.
Wie viele andere Entwicklungsländer versucht Kuba über den Tourismus an Devisen und höhere Staatseinnahmen zu kommen. Viele Konsumgüter, Restaurants, Strände und Hotels sind inzwischen nur noch Touristen vorbehalten. Damit einher ging auch eine rasante Ausbreitung der Prostitution, vor allem auch der Gelegenheitsprostitution. Individualtourismus und enger Kontakt zur Bevölkerung werden möglichst unterbunden. Ein wichtiger Zweig ist auch der Gesundheitstourismus, viele Menschen kommen nach Kuba und lassen sich in dafür eigens eingerichteten Kliniken (ohne die üblichen mangelhafte Ausstattung) kostengünstig behandeln, diese Kliniken stehen auch Funktionären der Partei und Offizieren kostenlos zur Verfügung.
Kuba besitzt eine hochentwickelte Biotechnologie und hat als erstes Land der Welt Impfstoffe
gegen Meningitis B, Meningitis C und Hepatitis B entwickelt.([http://www.kinderkulturkarawane.de/2005/alas/cubainfo02.htm Länderinformationen]). Die Biotechnologie hat in der Landwirtschaft aus Mangel an Energie sowie synthetischen Düngern und Pflanzenbehandlungsmitteln biologische Anbaumethoden gefördert.
Eine ebenfalls hoch entwickelte Pharmaindustrie vermarktet weltweit relativ zahlreiche kubanische Patente auf Medikamente.
Eine weitere Stütze der Volkswirtschaft sind die umfangreichen Geldsendungen der exilkubanischen Gemeinden in den USA an ihre Familienangehörigen (etwa 900 Millionen Dollar pro Jahr). Die Einnahmen daraus sind ungefähr so groß wie die aus dem Tourismussektor.
Seit Juli 1960 besteht eine umfassende Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade seitens der USA gegen Kuba, offiziell als Handelsembargo bezeichnet, das in verschiedener Hinsicht gegen das Völkerrecht verstößt:
- es wurde nicht durch die UNO ratifiziert, sondern wird vielmehr regelmäßig beinahe einstimmig von der UN-Vollversammlung verurteilt
- es erstreckt sich (entgegen der UN-Charta) auch auf Nahrungsmittel und Medikamente.
- es bedroht auch Nicht-US-Bürger mit Strafen der US-Gerichtsbarkeit.
Dennoch sind die USA der zehntwichtigste Handelspartner und die kubanische Regierung muss jährlich Nahrungsmittel im Wert einer halben Milliarde Dollar aus dem Land importieren um die Versorgung ihrer Bevölkerung zu gewährleisten.
Umwelt und Energie
Die Stromversorgung ist unzureichend und störanfällig. Die Energieversorgung beruht vor allem auf fossilen Brennstoffen, wobei die fast kostenlosen Öllieferungen Venezuelas einen wesentlichen Teil des Bedarfs decken. Dennoch gibt es regelmäßig stundenlange Stromabschaltungen.
In den achtziger Jahren versuchte die Regierung erfolglos ein Atomkraftwerk zu errichten. Der Auftrag dazu wurde einem von Castros Söhnen zugeschanzt, der über 12 Jahre erfolglos Milliardensummen der Sowjetunion verschwendete, bis das Projekt aufgegeben wurde.
Kubas Umwelt wurde durch die forcierte Industrialisierung stark belastet. Besondere Umweltproblem sind kontaminierte Gewässer, Luftverschmutzung und Bodenerrosion. Auch der umfangreiche Einsatz von Chemie in der Landwirtschaft und die mangelhafte Entsorgung von Industrieabfällen gefährden die Umwelt. Der Produktionseinbruch brachte zwangsweise eine gewisse Erleichterung mit sich und veranlasste die Regierung regenerative Energien und Nachhaltigkeit mehr zu fördern.
Offiziell besteht eine umfassende Umweltschutzgesetzgebung, doch ist der Umweltschutz vor allem den Managern der Staatsbetriebe anvertraut, welche sich eher um die Einhaltung der Produktionsvorgaben sorgen. Unabhängige Umweltschutzorganisationen sind nicht zugelassen.
Lebensstandard
Trotz der Probleme liegt der Lebensstandard in Kuba laut dem Human Development Index in den entsprechenden Bereichen noch deutlich über dem fast aller lateinamerikanischen Länder sowie Russlands und der Volksrepublik China. Kuba hat im Vergleich zum Rest Lateinmerikas und tlw. auch zur restlichen Welt eine niedrige Kindersterblichkeitsrate, hohe Lebenserwartung und wenig Analphabetismus.
In anderen Bereichen stagnierte das Wohlstandswachstum sogar oder fiel relativ hinter anderen lateinamerikanische Länder zurück (Telekommunikation, Automobilversorgung, Elektrizitäts- und Nahrungsmittelversorgung).
Die Häuser sind alt, renovierbedürftig und überfüllt.
Zwar wird offiziell jedem Kubaner kostenlose Schulbildung und Gesundheitsfürsorge gewährt, doch werden diese Versprechen wegen mangelhafter Sachausstattung nicht immer angemessen verwirklicht. Noch immer sind viele Konsumgüter rationiert und selbst mit den Lebensmittelkarten oft nicht verfügbar. Selten sind vor allem Fleisch und frisches Obst und Gemüse (ein großer Teil der kubanischen Obst- und Gemüseernten wird als Devisenbringer exportiert oder bleibt den Touristen vorbehalten)
Auf Kuba hat sich desweiteren eine Klassengesellschaft herausgebildet. Die beste Versorgung mit Wohnungen, Nahrung und Luxusartikeln ist den Parteikadern vorbehalten. Darunter sorgt der Staat durch seine Entlohnung für soziale Differenzierungen; am besten werden Polizisten bezahlt. Weitaus stärker wirkt jedoch der Zugang zu Devisen vor allem über Tourismus und Verwandte in den USA. Durch den hohen Schwarzmarktwert des Dollars sind selbst Trinkgelder lukrativer als staatlich bezahlte Arzt- oder Lehrerstellen (rund 8 Dollar im Monat).
Armut ist auf Kuba nicht verschwunden. Die Löhne und vor allem die Renten gelten für die Masse der Kubaner als sehr gering, so dass sie meisten sich bemühen müssen, im informellen Sektor etwas dazu zu verdienen oder aus der Produktion ihrer Betriebe abzugreifen.
Neben dem Staat betreibt auch die Kirche ein soziales Netz im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Soziale Hilfe außerhalb des Staates wird jedoch nicht gern gesehen und möglichst unterbunden. Ausnahmen gelten nur für die politische Entwicklungshilfe der zahlreichen Solidaritätsvereine außerhalb Kubas, welche bereit sind, sich dem Staat unterzuordnen. Auch bei staatlicher Entwicklungshilfe ist das Regime wählerisch; als die EU Castro allzu heftig für seine Menschenrechtsverletzungen kritisierte, strich er die Finanzhilfen der EU für die Bevölkerung.
Kultur
Kubanische Musik
Hauptartikel: Kubanische Musik
In Kuba sind zahlreiche Musikstile und Tänze entstanden, die z. T. international Verbreitung fanden. Zu ihnen gehören der Son, der Mambo, die Salsa, der Danzón, die Rumba, der Cha Cha Cha und die alte und neue Trova (Nueva Trova).
Durch die Übersiedlung vieler Süd- und Mittelamerikaner in die USA während des Zweiten Weltkrieges kam es sehr schnell zu einer leichten Vermischung aus kubanischen Rhythmen und dem Jazz. Nach 1945 wurde kubanische Musik auch in Westafrika sehr beliebt und beeinflusste den Highlife.
Zunehmenden Einfluss gewinnt weltweit der "Reggaeton", moderne kubanische Musik meist jugendlicher Gruppen. Einige dieser Hits mit meist "schlüpfrigen" Texten tauchen neuerdings sogar in europäischen Charts auf.
Tanzschulen
Im folgenden sind renommierte Schulen aufgelistet, die Tänzer ausbilden:
- Conjunto Folklórico Nacional de Cuba
- Escuela de Tropicana
- ENIA - Escuela Nacional de Instructores de Arte
- ISA - Instituto Superior de Arte
Kubanischer Film
Vor der Revolution von 1959 gab es auf Kuba keine eigenständige Filmproduktion. Die wenigen Filme, die auf Kuba produziert wurden, ahmten den Stil US-amerikanischer Produktionen nach. Es gab allerdings in Havanna zahlreiche große "Filmpaläste", in denen alle international bekannten Filme vorgeführt wurden. Andererseits hatten viele Kubaner in den ländlichen Regionen der Insel niemals einen Film gesehen.
Erst in den 1960er Jahren entstand eine eigenständige kubanische Filmproduktion. Am 24. März 1959 wurde aufgrund eines Gesetzes, das mit den Worten "Film ist Kunst" beginnt, das Kubanische Filminstitut ICAIC gegründet. Bis 1970 bestand die Filmproduktion allerdings hauptsächlich aus Dokumentar-, Zeichentrick- und Lehrfilmen. Der 1964 in Kuba gedrehte Film Soy Cuba war zwar eine sowjetisch-kubanische Koproduktion mit Micheil Kalatosow als Regisseur, die ausschließlich kubanischen Filmschauspieler und Mitarbeiter des Films gehören jedoch im weiteren Verlauf zu den Begründern eines eher vom französischen und italienischen Avantgarde-Film beeinflussten, dann aber sehr eigenständigen kubanischen Filmstils. Regisseure wie Tomás Gutiérrez Alea ("Tod eines Bürokraten" - Muerte de un Burócrata, 1964) führten nicht nur unter Cineasten zu einer internationalen Anerkennung des kubanischen Films. 1977 produzierte das ICAIC bereits innerhalb eines Jahres 10 abendfüllende Filme und 61 Kurzfilme. Bis zur Wirtschaftskrise zu Beginn der 1990er Jahre war die kubanische Film- und Fernsehproduktion ausgesprochen produktiv, musste dann jedoch aufgrund von Geldmangel so zurückgefahren werden, dass in den 1990er Jahren fast nur noch vom Ausland, besonders von Spanien finanzierte Filme hergestellt wurden, was sich auch in den veränderten Inhalten widerspiegelt. Erst neuerdings gibt es wieder eine eigenständige kubanische Filmproduktion, die mit Streifen wie Suite Habana [http://www.kairosfilm.de/redirect.htm?/filme/suite/index.htm] (Regie: Fernando Pérez, 2003) die besten Traditionen des kubanischen Films fortsetzt.
Bemerkenswert ist der für einen Oscar nominierte Film Erdbeer und Schokolade nach einer Kurzgeschichte von Senel Paz, der gekonnt das Thema Homosexualität in der kubanischen Gesellschaft thematisiert.
Gegen Ende der 1990er Jahre wurde durch den Film Buena Vista Social Club von Wim Wenders eine echte Kuba-Welle ausgelöst. Neben der bis dahin schon international verbreiteten modernen kubanischen Musik wurde nun wieder die Musik der 1940er Jahre zum Exportschlager. Der Film berichtet über die Arbeit von Ry Cooder mit einer Gruppe von kubanischen Musikern, die fast alle bereits das Rentenalter erreicht hatten.
Seit 1986 gibt es die von Gabriel García Márquez mit begründete Internationale Hochschule für Film und Fernsehen in San Antonio de los Baños, an der Studenten aus aller Welt, besonders aber Lateinamerikaner und auch Kubaner ausgebildet werden.
Unverzichtbar für Filmfreunde ist der Besuch des alljährlich stattfindenden Festival Internacional del Nuevo Cine Latinoamericano de La Habana [http://www.habanafilmfestival.com/], welches einen guten Einblick in die Welt des lateinamerikanischen Films ermöglicht.
Kubanische Literatur
Auswahl bekannter kubanischer Schriftsteller:
- Cirilo Villaverde, 1812-1894
- Nicolás Guillén
- José Lezama Lima
- Alejo Carpentier
- José Martí Das Lied Guantanamera von José "Joseito" Fernández Diaz nach einem Gedicht des kubanischen Nationaldichters über ein Mädchen aus der Provinz Guantánamo ist ein Klassiker der Folkmusik.
- Onelio Jorge Cardoso
- Miguel Barnet
- Jesús Díaz, 1941-2002
Medien
Durch die Wirtschaftskrise von 1993 bedingt ist das umfangreiche Angebot, das es an Printmedien (Zeitungen und Bücher) und Kinos auf Kuba gab, sehr stark zurückgefahren worden, während andere Medien wie Fernsehen und Internet, wenn auch nicht in gleichem Maße, zugenommen haben.
Die kubanischen Medien (medios de difusión masiva) sind Staatseigentum nach Kapitel VI Art. 52. der Verfassung von 1976. Das gesamte Medienwesen dient entsprechend auch der Propaganda des Staates.
Presse
Die kubanische Presse steht unter Kontrolle der Regierung, der Kommunistischen Partei Kubas und der Massenorganisationen (Gewerkschaften, Frauenföderation etc.). Den größten Verbreitungsgrad haben folgende kubanische Zeitungen, die alle auch über eine teilweise mehrsprachige Internet-Version verfügen. Die Zeitungen und Zeitschriften haben trotz ihrer nur allmählich wieder steigenden Auflagen sehr viele Leser, da sie in der Regel in der Nachbarschaft systematisch untereinander ausgetauscht werden.
- [http://www.granma.cu Granma] (Zentralorgan der Kommunistischen Partei Kubas PCC)
- [http://www.jrebelde.cubaweb.cu Juventud Rebelde] (Organ der Kommunistischen Jugend UJC)
- [http://www.trabajadores.cubaweb.cu Trabajadores] (Zeitung des Gewerkschaftsverbandes CTC)
- [http://www.bohemia.cubaweb.cu Bohemia] (Wochenzeitschrift)
- [http://www.abyznewslinks.com/cuba.htm recht vollständige Liste der kubanischen Zeitungen mit Links]
Unabhängiger Journalismus wird konsequent verfolgt. Insbesondere Berichte über die Lage auf Kuba oder deren Weitergabe an ausländische Medien ist strengstens untersagt. Auf der anderen Seite bemüht sich das Regime auch zu verhindern, dass sich Bürger aus unabhängigen Quelle über die Lage in ihrem eigenen Land informieren können; so dürfen keine ausländischen Publikationen empfangen werden, unbequeme ausländische Sender werden gestört und Internetsites gefiltert.
Fernsehen
Es gibt auf Kuba drei staatliche Fernsehsender, die von der gesamten Bevölkerung empfangen werden können. Einer davon ist ein reiner Kultur- und Bildungssender. Nahezu alle kubanischen Haushalte verfügen über, allerdings mitunter sehr alte, Fernsehgeräte.
Seit Mai 2005 ist die Auslandsversion des kubanischen Fernsehens Cubavisión über Astra (Satellit) auch in Deutschland zu empfangen.
Seit Juli 2005 strahlt der Satellitensender teleSUR sein Programm für Lateinamerika aus, an dem Kuba mit 19% Einlage beteiligt ist.
Radio
Neben zahlreichen Radiosendern mit gemischten Programmen und reinen Musiksendern gibt es den viel gehörten Kanal Radio Reloj (Radio Uhr) mit ständiger Zeitansage und mehr oder weniger gefilterten 24-stündigen Tickermeldungen aller internationaler und nationaler Nachrichtenagenturen.
Ausländische Sender können frei empfangen werden (mit Ausnahme des zeitweise gestörten US-Propagandasenders Radio Marti).
Internet
Seit der Wirtschaftskrise von 1993 setzt die kubanische Regierung verstärkt auf das Internet als Kommunikationsmittel. Mit Hilfe der UNESCO wurde bereits 1994 ein Backbone für die ganze Insel installiert, der zunächst einmal speziell für die Anbindung der Ärzte an aktuelle nationale und internationale medizinische Datenbanken gedacht war. Jeder kubanische Arzt hat, soweit er über einen Computer verfügt, Zugangsmöglichkeiten zu diesem System, das über Gateways auch den beschränkten Zugang zu internationalen Informationsquellen und die freie Verwendung von E-Mail-Diensten ermöglicht. Des weiteren gibt es Internetzugänge in Schulen, Betrieben, Post und auch in privaten Haushalten. Privatzugänge müssen beantragt werden und sind so teuer, dass die breite Masse der Bevölkerung von ihnen ausgeschlossen bleibt. Praktisch kommt er nur für die Bestverdiener der Gesellschaft, also Parteifunktionäre, in Frage.
Die Ausstattung aller Schulen mit Computern und die Internet-Nutzung in vielen kubanischen Betrieben führen seit dem Jahr 2000 zu einem stetig ansteigenden internationalen Kommunikationsverkehr besonders über E-Mail. Der Emaildatenverkehr wird allerdings überwacht. Zur besseren Kontrolle dürfen sich Bürger nur mit ihrer registrierten Telefonnummer ins Internet einwählen.
Für einen Touristen kostet eine Stunde im Internetcafé meistens 6 Convertible Pesos (Dollar).
Mythos Kuba
Weltweit gibt es bei vielen Menschen vom linksradikalen Rand bis hinein in die Sozialdemokratie einen "Mythos Kuba". Das kubanische Staatswesen wird als ein(ziger) gelungener Versuch des Sozialismus
Puerto Rico
Der Freistaat Puerto Rico (spanisch: Estado Libre Asociado de Puerto Rico; englisch: Commonwealth of Puerto Rico, früher dt. auch Portoriko) ist eines der amerikanischen Außengebiete, ein mit den USA assoziierter Inselstaat in der Karibik, bestehend aus der Insel Puerto Rico und den kleineren Nebeninseln Vieques, Culebra, Culebrita, Palomino, Mona und Monito. Puerto Rico ist die östlichste und kleinste Insel der Großen Antillen.
Geschichte
Großen Antillen
Von Christoph Kolumbus auf dessen zweiter Reise 1493 entdeckt, wurde Puerto Rico Teil des spanischen Herrschaftsgebiets. Fünfzehn Jahre später begann die Kolonisation unter Juan Ponce de León, diese führte zur Ausrottung der ortsansässigen Indianer und zur „Einfuhr“ schwarzer Sklaven.
Noch bevor die Insel 1897 innere Autonomie - von Spanien - erhielt, wurde die Sklaverei im Jahre 1873 offiziell abgeschafft.
Ein Jahr später am 10. Dezember annektierten die Vereinigten Staaten von Amerika Puerto Rico, als Folge des spanisch-amerikanischen Krieges. Mit der Verabschiedung des Jones Act (1917) wird Puerto Rico erneut die innere Selbstverwaltung zugebilligt, welche man 1948 erweiterte. Am 25. Juli 1952 erhält die Insel den Status Dominion (Estado Libre y Asociado de Puerto Rico; engl. Commonwealth of Puerto Rico).
Bei zwei Volksabstimmungen 1967 und 1993 entschieden sich die Puerto Ricaner gegen die Unabhängigkeit und für den Verbleib bei den USA. Die Umwandlung in einen regulären Bundesstaat wurde jedoch abgelehnt, man zog den seit 1952 geltenden Status der Assoziierung vor.
Politik
Puerto Rico ist ein assoziierter Freistaat innerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika.
- Parlament: Abgeordnetenhaus mit 54 Mitgliedern und Senat mit 28 Mitgliedern.
- Direktwahl des Gouverneurs alle 4 Jahre.
Die Puerto-Ricaner sind Bürger der USA, bei US-Wahlen aber ohne Stimmrecht. Im Repräsentantenhaus des US-Kongress ist Puerto Rico mit einem Abgeordneten ohne Stimmrecht vertreten.
In Vieques, der kleinen vorgelagerten Insel, testete die United States Navy seit dem Zweiten Weltkrieg mit wenig Rücksicht auf die Bevölkerung und Umwelt Waffen. Immer wieder haben Bürger das Gelände besetzt. Sie kämpften, teilweise mit Unterstützung der lokalen Politiker, um ein sofortiges Ende der Manöver. Munition, unter anderem Uranmunition, und Chemikalienrückstände führen unter Kindern zu erhöhten Krebsraten und zu anderen Gesundheitsbeeinträchtigungen unter der Bevölkerung. Im Jahr 2001 konnte nach jahrzehntelangem politischem Kampf eine Einigung mit der US-Regierung gefunden werden. Im Mai 2003 begann der Abzug der US-Truppen aus Vieques.
Parteien
Die Parteienlandschaft weicht von der auf dem amerikanischen Festland ab. Die wichtigsten politischen Parteien sind: Partido Nuevo Progresista, Partido Popular Democrático und Partido Independentista.
siehe auch: Liste der Gouverneure von Puerto Rico
Geografie
Liste der Gouverneure von Puerto Rico
Die Insel ist gebirgig mit vielen bergigen Regionen (60% der Oberfläche), aber es gibt auch Gebiete mit Regenwäldern, Wüsten und Stränden.
- Höchster Berg: Cerro La Punta (1.338 m).
- Längster Fluss: La Plata (80 km).
Der umgebende Ozean ist sehr tief: im Norden der Inseln gibt es den 9.219 m tiefen Puerto-Rico-Graben im Atlantik, im Süden das 5.649 m tiefe Venezulanische Becken der Karibik.
Bevölkerung
Die Einwohner Puerto Ricos sind über 78 Gemeinden verteilt.
Mehr als 80 % der knapp 4 Mio. Puerto Ricaner sind katholisch (praktiziert von etwa 55 %).
Obwohl die Insel zu den USA gehört bezeichnen sich nur etwa 10 % als
Amerikaner. Die meisten (rund 87 %) sehen sich als Nachkommen der Spanier oder als Nachkommen afrikanischer Sklaven.
Spanisch wird von über 93 % der Bevölkerung als Erstsprache gesprochen, Englisch ist die Erstprache von 7 %.
An den Universitäten wird meist nur in Englisch unterrichtet.
Wirtschaft
Wichtige landwirtschaftliche Produkte sind Zuckerrohr, Bananen, Kaffee, Ananas und Tabak, außerdem Fischfang. Wichtige Industriezweige sind die Nahrungsmittel-, Textil-, Zementindustrie und der Maschinenbau, ein weiterer wichtiger Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus.
Forschung
Bei Arecibo befindet sich in einer Talmulde das größte Radioteleskop der Welt, das Arecibo Observatorium.
Klima
Die Insel hat ganzjährig (sub-)tropisches Klima mit Durchschnittstemperaturen von etwa 28 °C. Die Nordküste und das Hochland verzeichnen die häufigsten Regenfälle, während der Süden relativ trocken ist.
Weblinks
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Kategorie:Inselgruppe
Kategorie:Ehemalige Kolonie
ja:プエルトリコ
ko:푸에르토리코
simple:Puerto Rico
Hispaniola
Hispaniola (span. La Española „die Spanische“) ist mit einer Fläche von etwa 74.700 km² die zweitgrößte der Westindischen Inseln. Sie liegt östlich von Kuba.
Geografie
Politische Gliederung
Der größere östliche Teil der Insel bildet heute die Dominikanische Republik, der kleinere westliche Teil die Republik Haiti.
Ursprung der Namen
Die Indianer nannten die Insel Aytí, woraus die heutige Bezeichnung „Haiti“ entstand. Haiti bezeichnet also ursprünglich die gesamte Insel.
Christoph Kolumbus nannte die Insel La Isla Española („die spanische Insel“). Die Engländer verballhornten den Namen zu Hispaniola.
Die Insel Hispaniola wurde in der Kolonialzeit politisch in einen spanischen Ostteil, Santo Domingo (oder San Domingo) genannt (nach der gleichnamigen Stadt), und einen französischen Westteil, Saint Domingue (oder Saint-Domingue), getrennt. Aus dem Ostteil wurde die Dominikanische Republik, aus dem Westteil Haiti, das zeitweise in das nördliche Nord-Haiti und die südliche Mulatten-Republik geteilt war.
In diesem Artikel ist, wenn nicht ausdrücklich von der Stadt gesprochen wird, mit Santo Domingo immer der Ostteil Hispaniolas gemeint. Auch ist mit Haiti der Klarheit wegen immer der Staat im Westteil der Insel gemeint.
Geologie
Hispaniola, Jamaica, Kuba und Puerto Rico sind zusammen bekannt als die Großen Antillen. Diese bestehen aus Kontinental-Felsen, im Gegensatz zu den Kleinen Antillen, die hauptsächlich vulkanische oder Korallen-Inseln sind.
Auf der Insel liegen fünf große Bergketten. Die Central Range erstreckt sich von der südlichen Küste bis in den Nordwesten der Insel, wo sie Nordmassiv genannt wird. Im Central Range liegt der mit 3.175 m höchste Berg der Karibik. Die Cordillera Septentrional verlaufen parallel zu den Central Range an der nördlichen Küste und erstreckt sich als Halbinsel Samaná bis in den Atlantik. Der höchste Punkt dieser Bergkette ist Pico Diego de Ocampo.
Die Sierra de Neiba erhebt sich im Südwesten der Dominikanischen Republik und verlauft nordwestlich nach Haiti als Montagnes Noires, Chaîne des Matheux und Montagnes du Trou d'Eau. Das Zentralplateau liegt zwischen dem Nordmassiv und der Montagnes Noires. Die Plaine de l'Artibonite liegt zwischen den Montagnes Noires und den Chaîne des Matheux und erstreckt sich westwärts zum Golf von Gonâves.
Die südliche Bergkette beginnt als Sierra Baoruco und erstreckt sich westwärts unter dem Namen Massif de la Selle und Massif de la Hotte und bildet die südwestliche Halbinsel Haitis. Morne de la Selle ist mit 2.715 m die höchste Erhebung der Bergkette und Haitis. Eine Tiefebene verläuft parallel zur südlichen Bergkette, die in Haiti als Plaine du Cul-de-Sac bekannt ist und an deren westlichen Ende Haitis Hauptstadt Port-au-Prince liegt. In der Tiefebene liegen einige Salzwasserseen, unter anderem die Saumatre-Lagune in Haiti und der Enriquillo-See in der Dominikanischen Republik.
Flora und Fauna
Das Klima auf Hispaniola ist allgemein feucht und tropisch. Die Insel hat vier verschiedene Ökoregionen. Feuchtwälder bedecken etwa 50 % der Insel, besonders den nördlichen und östlichen Teil, vorwiegens die Tieflande, aber auch bis in eine Höhe von 2.100 Metern. Die Region der Trockenwälder bedeckt etwa 20 % der Insel, im Regenschatten der Berge im Süden und Westen sowie im Cibao-Tal im mittleren Norden der Insel. Die hispanionischen Kiefernwälder bedecken die bergigsten 15 % der Insel oberhalb von 850 Metern. Die Enriquillo-Feuchtlande sind eine Region überschwemmter Weiden und Savannen, die die Seenkette des Enriquillo-Sees, die Rincón-Lagune, des Caballero-Sees, der Saumatre-Lagune und des Trou Cayman umgibt.
Geschichte
Präkolumbische Zeit
Bis 1492 lebten auf Hispaniola hauptsächlich die indianischen Völker der Arawak, Siboney, Quisqueya und der Kariben. Man schätzt die Einwohnerzahl bei der Ankunft von Kolumbus auf 400.000 bis zu 1 Million.
Vielleicht der Höhepunkt der vorkolonialen Kulturgeschichte war die Kultur der Arawak, die aus Venezuela stammten und seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. über die Kleinen Antillen eingewandert waren. Um 1600 starben die Arawak aus.
Spanische Herrschaft
Am 5. Dezember 1492 entdeckte Christoph Kolumbus Hispaniola. Nach Goldlagerstätten forschend, entdeckte Kolumbus die Häfen von Valparaiso, Thomas, Punta Santa und errichtete vor seiner Rückkehr nach Europa in der Nähe des letzteren mit Hilfe der Eingeborenen Arawak aus den Trümmern des gestrandeten Schiffs Santa Maria ein kleines Fort, La Navidad, worin er eine Besatzung von 40 Mann zurückließ. La Navidad war die erste Kolonie Spaniens in Amerika.
Bei seiner Rückkehr nach Hispaniola am 28. November 1493, fand er das Fort in Trümmern; der Kazike Caonabo hatte – gereizt durch die Gewalttaten und Plünderungszüge der Spanier – das Fort zerstört und die Besatzung niedergemacht. Kolumbus ließ daraufhin in einem Feldzug gegen die Arawak viele von ihnen versklaven und nach Spanien schicken, was nicht auf Zustimmung des spanischen Königspaares stieß. Die Spanier legten im Osten des Kap Monte Cristo im Januar 1494 die Stadt La Isabela an, von wo aus sie sich in den Besitz der reichen Goldminen von Cibao setzten und zur Sicherung derselben das Fort St. Thomas errichteten.
Als Kolumbus 1496 die Heimreise antrat, gründete sein Bruder Bartolomeo im Süden, an der Mündung des Flusses Ozama, eine neue Stadt, Santo Domingo, welche die Hauptstadt der Insel wurde und ihr (bzw. dem Ostteil) später ihren Namen gab. Seitdem La Isabela aufgegeben wurde, ist ist sie die älteste noch bestehende von Europäern gegründete Siedlung in Amerika.
Am 31. August 1498 erreichte Kolumbus erneut die Stadt Santo Domingo. Er versuchte, Streitigkeiten der Siedler mit seinem Bruder zu schlichten und verstärkte die Christianisierung sowie die Suche nach Gold.
Aufgrund negativer Berichte ersetzte der spanische Hof Kolumbus als Gouverneur durch Francisco de Bobadilla, der am 23. August 1500 Hispaniola erreicht. Er nahm Christoph und Bartolomeo Kolumbus gefangen und schickte sie in Ketten nach Spanien. Hier wurden die beiden Männer durch das Königspaar begnadigt, jedoch nicht wieder in ihre ehemaligen Ämter eingesetzt.
Unter dem 1503 eingeführten „Encomienda“-System, das die Indios zur Zwangsarbeit verpflichtete, litten die Eingeborenen, von denen 1507 nur noch 60.000 lebten, sehr. Stärker dezimiert wurden sie jedoch durch aus Europa und Afrika eingeschleppte Seuchen, gegen die sie keine Abwehrkräfte hatten. Eine der Stätten dieses raschen Sterbens waren die von Francisco de Bobadilla aufgefundenen und von ihm sowie seinem Nachfolger Ovando ausgebeuteten Goldminen von San Cristoforo, die reiche Ausbeute lieferten.
Um diese Zeit brachte Pedro d'Atenza das Zuckerrohr von den Kanarischen Inseln nach Haiti, und Gonzalez gab den Impuls zum Plantagenbau. Zur deren Betreibung holte Ovando, da die einheimischen Indios bereits stark dezimiert waren, 40.000 Kariben von den Bahamas. Aber auch diese gingen infolge der Seuchen bald zu Grunde, worauf (ab 1503 oder 1505) schwarze Sklaven aus Afrika eingeführt wurden.
1509 wurde Diego Colón, der Sohn von Christoph Kolumbus, Gouverneur, später auch Vizekönig Hispaniolas. 1512 fand die Einweihung der Universität von Santo Domingo, der ersten Universität in der Neuen Welt, statt.
In der Zeit zwischen 1519 und 1533 erhoben sich die überlebenden Indios (etwa 4.000) unter ihrem Führer (Kaziken) Enriquillo (oder Enrico) erfolglos gegen die Spanier. Ihr Volk wurde in den folgenden Jahren und Jahrzehnten fast vollständig ausgerottet. Nur ein kleines besonderes Gebiet bei Boya, 108 Kilometer nordöstlich von Santo Domingo, konnten sie seit dem bewahren, wo ihre wenig zahlreichen Nachkommen sich noch heute unter eigenen Kaziken erhalten haben.
Von 1537 bis 1548 kam es zudem zu Aufständen geflohener schwarzer Sklaven („Cimarrónes“ genannt).
1542 lebten auf der Insel 200 Indios, 5.000 Spanier und 30.000 schwarze Sklaven.
1586 eroberte und plünderte der englische Freibeuter Sir Francis Drake die Stadt Santo Domingo. Ein weiterer englischer Angriff fand 1655 statt.
Ab 1625 setzten sich französische und englische Seeräuber (Bukanier oder Filibustier genannt) auf dem nahen, nördlich gelegenen Eiland Île de la Tortue (engl. Isle of Tortuga, „Schildkröteninsel“) fest. Sie wurden zwar später vertrieben, aber ein vorwiegend aus Franzosen bestehender Überrest von ihnen siedelte sich als Pflanzer auf der menschenleeren Nordküste Hispaniolas an und bat Frankreich, sie gegen die Spanier zu unterstützen. Frankreich sandte daraufhin 1661 Dogeron als Gouverneur nach Hispaniola und gründete im westlichen Teil der Insel 1665 eine französische Kolonie, welche indes 1686 von den Spaniern zerstört wurde. Schon 1691 aber wurde eine neue französische Kolonie durch Ducasse gegründet. Im Frieden von Rijswijk verzichtete Spanien 1697 zugunsten Frankreichs auf den westlichen Teil („Saint Domingue“) der Insel.
Spanische und französische Herrschaft bis zur Unabhängigkeit Haitis
Der französische und der verbleibende spanische Teil Hispaniolas entwickelten sich sehr unterschiedlich.
1776 wurde die Grenze zwischen beiden Landesteilen reguliert (und damit in etwa auf den heutigen Stand gebracht).
Santo Domingo
In Santo Domingo lahmte die Entwicklung. Die Goldfunde, die viele Spanier in die Kolonie gezogen hat, gingen zur Neige. Viele Spanier zogen weg und diejenigen, die blieben, verarmten oft und ließen ihre Sklaven häufig frei. Von den 125.000 Einwohnern, die 1790 gezählt wurden, waren nur 15.000 Sklaven.
Am 22. Juli 1795 wurde zwischen Spanien und Frankreich der Friede von Basel beschlossen, in dem Spanien Santo Domingo Frankreich überlassen musste. Das Land wurde an das französische Saint Domingue angeschlossen, das die Oberhoheit über Santo Domingo jedoch nur theoretisch ausübte.
Am 26. Januar 1801 besetzte Toussaint L'Ouverture (auch mit Hilfe von Weißen) das (praktisch noch) spanische Santo Domingo. Die Sklaverei wurde abgeschafft.
Saint Domingue
Nach Saint Domingue wurden enorm viele Sklaven importiert, die entsprechend dem 1685 erlassenen Code noir gehalten wurden. Der Plantagenbau wuchs ungemein. Die Wirtschaft florierte, und die Kolonie gelangte nach dem spanischen Erbfolgekrieg bis 1714 zur höchsten kolonialen Blüte. Saint Domingue war zeitweise die reichste Kolonie Frankreichs. Bei einer Zählung 1788 lebten dort 455.089 Menschen, davon 27.717 Weiße (Oberschicht), 21.808 Mulatten (Mischlinge, meist frei, aber den Weißen gesellschaftlich nicht ebenbürtig), der Rest – knapp 90 % – Schwarze und zugleich Sklaven als die unterste Schicht.
Am 26. November 1749 wird Port-au-Prince gegründet und zur Hauptstadt gemacht.
Die Behandlung der Sklaven war offenbar sehr schlecht, jedenfalls gab es wiederholt Aufstände. Beispielsweise wurde im März 1758 der 18 Jahre zuvor geflohene Sklave Mackandal, der zahlreiche Aufstände angeführt hatte, zur Strafe lebendig verbrannt.
Am 19. Februar 1788 wurde die Société des Amis des Noirs (dt.: „Gesellschaft der Freunde der Schwarzen“) in Paris gegründet. Ihr Ziel ist die Abschaffung des Sklavenhandels und eine schrittweise Abschaffung der Sklaverei. Sie sollte ideologisch großen Einfluss auf die Geschichte Saint Domingues gewinnen.
Angeregt durch die französische Revolution forderten die Weißen der Kolonie mehr Autonomie von Frankreich, die Mulatten ihre Gleichstellung mit den Weißen und die Sklaven ihre Freiheit.
Die zahlenmäßig geringe weiße Bevölkerung Haitis (ca. 6 %) war durch die französische Revolution gespalten in „große“ und „kleine“ Weiße (Grundbesitzer und Gewerbsleute), Konstitutionelle und Monarchisten sowie in Anhänger und Gegner der Kolonialregierung.
Am 8. März 1790 erging der Beschluss über die Bildung von „Kolonialversammlungen“ (in denen nur Kolonisten, also Weiße, vertreten waren), die den Kolonien eine Art Autonomie ermöglichte. Mit Mulatten oder gar Schwarzen wollten die Weißen ihre Macht nicht teilen (man sprach von einer „entarteten Menschenrasse“).
Der Versuch der Mulatten unter der Führung von Vincent Ogé und Chavannes, ihre Forderungen durchzusetzen, endeten mit der Niederschlagung des Aufstandes im Oktober 1790 und der Folterung und Hinrichtung der beiden in Cap Français im Februar 1791.
Der 14. August 1791, als sich im Bois-Caïman, dem „Krokodilwald“ in der Nordebene des heutigen Haiti, mehrere Sklaven zu einer Voodoo-Zeremonie trafen, gilt als der Beginn des Aufstandes der Sklaven, der letztlich zur Unabhängigkeit Haitis führte. Der Aufstand brach am 22. oder 23. des Monats los und wurde von Boukman, Biassou und Jean-François angeführt. Er begann in der Umgebung von Cap Français und verbreitete sich unter schlimmen
Verwüstungen und furchtbar blutigen Metzeleien nach der Einnahme von Cap Français durch die Schwarzen (21.–23. Juni 1793) über die ganze Kolonie. Die von Frankreich zur Ordnung der Angelegenheiten in die Kolonie entsandten Bevollmächtigten Polverél, Santhonax (die Schreibweise Sonthonax kommt auch vor) und Ailhaud, die im September 1792 ankamen, konnten und wollten nicht dagegen einschreiten. Vielmehr erließen sie im August bzw. September 1793 die Abschaffung der Sklaverei.
In den folgenden Jahren der europäischen Koalitionskriege (auch Revolutionskriege genannt), insbesondere zwischen Frankreich und Großbritannien, schaffte es François-Dominique Toussaint L'Ouverture (auch Louverture geschrieben), ein freigelassener Sklave und heutiger Nationalheld Haitis, der wenige Wochen nach Beginn des Aufstandes hinzu stieß, in wechselnden Allianzen eine weitgehende Selbstständigkeit der Kolonie zu erkämpfen.
Als 1793 die Spanier und Engländer mehrere Plätze der Kolonie besetzten, verband sich das Heer der Schwarzen mit dem der französischen Truppen, die unter General Lavaux zur Behauptung der Insel gelandet waren.
Die weißen Kolonisten wurden von den Insurgentengeneralen Rigaud und Toussaint schließlich 1797 gezwungen, die Insel ganz zu verlassen, worauf das französische Direktorium am 4. Februar 1798 den Schwarzen in den französischen Kolonien völlige Freiheit und gleiche Rechte mit den Weißen bewilligte. Gleichzeitig wurde Toussaint zum Obergeneral aller Truppen auf Haiti ernannt. 1799 wurde er Gouverneur der Kolonie.
Von 1799 bis 1800 tobte ein Bürgerkrieg zwischen Schwarzen und Mulatten, in dem letztere unterlagen.
Toussaint besetzte nicht nur Santo Domingo sondern besiegte auch die englischen Freibeuter. Er strebte nach Unabhängigkeit von Frankreich und gab der Insel am 9. Mai 1801 (eine Quelle nennt Juli 1801) eine eigene Verfassung. Toussaint wurde dabei Gouverneur und Alleinherrscher auf Lebenszeit. Die Plantagen wurden wieder in Betrieb genommen und von ehemaligen Sklaven in Zwangsarbeit bewirtschaftet. Eine andere Quelle würdigt die wirtschaftlichen Maßnahmen Toussaints als Landreform.
Napoléon Bonaparte schickte 1801 General Leclerc als Generalkapitän mit 25.000 Mann nach Haiti, wo er im Februar 1802 ankam. Toussaint widersetzte sich anfangs seiner Landung bei Cap François, musste sich jedoch bald ins Innere zurückziehen. Am 25. Februar 1802 wurde Santo Domingo besetzt und die Sklaverei wiederhergestellt, obwohl Bonaparte erst am 20. Mai 1802 die Wiedereinführung der Sklaverei in den französischen Kolonien erließ. Toussaint wurde am 6. oder 7. Juni 1802 gefangen genommen und nach Frankreich deportiert, wo er am 7. April 1803 in der Haft starb.
Geschickte militärische Operationen, eine britische Seeblockade und eine Gelbfieber-Epidemie machten den Interventionstruppen Napoléons jedoch schwer zu schaffen. Auch Lerlerc starb daran. Sein Nachfolger wurde Rochambeau. Da die verbliebenen weißen Pflanzer die Sklaverei durchzusetzen suchten, kam es erneut zum Aufstand - diesmal unter dem schwarzen General Dessalines. Er besiegte am 18. November 1803 die Franzosen unter Rochambeau und fügte damit Napoléon seine erste Niederlage zu. Die Franzosen und anderen Weißen mussten die Insel räumen.
Haiti bis zur Unabhängigkeit der Dominikanischen Republik
Am 1. Januar 1804 proklamierte Jean-Jacques Dessalines die Unabhängigkeit von Saint Domingue (gefeiert wird in heute Haiti der Tag der Verfassungsgebung, der 9. Mai 1801, als Unabhängigkeitstag). Am selben Tag besetzten französische Truppen Santo Domingo, wo die Sklaverei wieder eingeführt wurde. Praktisch wurde damit nur der Westteil Hispaniolas unabhängig.
Das Land erhielt den Namen „Haiti“, die Selbstbezeichnung lautete damals „Erster Freier Negerstaat“. Aus dem vielleicht einzigen erfolgreichen Sklavenaufstand der Weltgeschichte ging damit die erste selbstständige (aber instabile) Nation Lateinamerikas hervor. Dessalines ist heute einer der Nationalhelden Haitis.
Dessalines entwarf eine Flagge, indem er einfach das Weiß der französischen Tricolore entfernte. Er ernannte sich selbst am 8. Oktober (oder Dezember) zum Kaiser Jakob I. (Empereur Jacques I) und erließ am 20. Mai 1805 eine neue Verfassung. Die meisten der im Lande verbliebenen Franzosen wurden ermordet. Die Plantagen wurden enteignet und aufgeteilt, besetzt oder verlassen. Die auf dem Export der Landwirtschaft beruhende wirtschaftliche Stärke Saint Domingues schwand. Das Ziel einer egalitären Gesellschaft, die Triebfeder der französischen Revolution und auch des haitianischen Freiheitskampfes war, wurde verfehlt. Die Mulatten wurden die neue Elite, die Schwarzen blieben weitgehend eine ungebildete und rechtlose Landbevölkerung.
1805 eroberte Haiti das seit einem Jahr unter französischer Herrschaft stehende Santo Domingo.
Dessalines Grausamkeit rief schon im folgenden Jahr eine Verschwörung unter dem Schwarzen Henri Christophe und dem Mulatten Alexandre Pétion hervor, durch welche er am 17. Oktober 1806 ermordet wurde. Mit seinem Tod endete auch das Kaisertum; Haiti wurde wieder Republik.
Als Führer des Freiheitskampfes (der Schwarzen) wurde auch Henri Christophe ein Nationalheld Haitis.
Alsbald brach auch die durch den gemeinsamen Hass gegen die Weißen in den Hintergrund gedrängte Rivalität zwischen Mulatten und Schwarzen offen aus und blieb fortan das Motiv aller inneren Kämpfe des neuen Staats. Pétion, als Anführer der Mulatten, und Christophe, als Anführer der Schwarzen, kämpften miteinander um die Oberherrschaft. Das Land spaltete sich in eine südliche Mulatten-Republik mit Pétion als Präsident an der Spitze und in einen nördlichen Staat (Nord-Haiti), dem Henri Christophe als ernannter Präsident vorstand.
Beide Staaten trennte ein breiter Landstrich, den man absichtlich unbebaut ließ, und der bald, von Lianen und Dorngesträuch überdeckt, eine natürliche Grenze bildete.
1808 verlor Haiti die Herrschaft über Santo Domingo. Einer Ansicht nach eroberten die Spanier Santo Domingo zurück; einer anderen Ansicht nach konnten die spanischen Kreolen (einheimische Nachfahren von Spanier) von Santo Domingo mit britischer Unterstützung die Haitianer vertreiben, legten dann aber ihr Land wieder in spanische Hände.
Am 26. März 1811 verwandelte Christophe Nord-Haiti in eine erbliche Monarchie und ließ sich unter dem Namen Henri I zum König krönen. Er ahmte auf lächerliche Weise den französischen Hofstaat nach und vergab inflationär komisch anmutende Titel, Hof- und Staatsämter. Schließlich gab es vier Prinzen, acht Herzöge, 22 Grafen und eine große Anzahl von Angehörigen des niederen Adels.
Auf dem 945 Meter hohen Pic La Fernere ließ er von über 200.000 Zwangsarbeitern die mächtigste Festung seiner Zeit außerhalb Europas errichten. Zugleich erschien ein neues Staatsgesetzbuch (Code Henri).
Die Sklaverei blieb im Grunde die alte, nur trat an die Stelle der Peitsche der Säbel. Zwischen beiden Staaten (des Westteils) herrschte unversöhnliche Feindschaft, und nur in der Zurückweisung der nach dem Wiener Kongress erneuerten Ansprüche Frankreichs waren sie einig. Pétion gab am 2. Juni 1816 seiner Republik eine Verfassung, welche Abschaffung aller Sklaverei, Pressfreiheit etc. festsetzte. Nach Pétions Tod am 27. März 1818 versuchte Henri I. die Mulatten-Republik mit seinem Königreich zu vereinigen; allein der Mulatten-General Jean-Pierre Boyer, der als Präsident Nachfolger Pétions geworden war, wusste diesen Versuch zu vereiteln. Henri I. selbst, welchen ein Aufruhr republikanisch gesinnter Mulatten in seinem Reich zu Grausamkeiten gereizt hatte, wurde immer verhasster, und im September 1820 brach ein Ausstand gegen ihn aus, der bald das ganze Reich erfasste und den Abfall seiner Truppen zur Folge hatte, worauf der König Henri I. sich am 8. Oktober 1820 erschoss. Hierauf fand, da sich das Heer dem Präsidenten Boyer unterwarf, am 26. November 1820 die Vereinigung beider Teile Haitis zu einer einzigen Republik statt.
Am 1. Dezember 1821 proklamierte José Núñez de Cáceres den „Unabhängigen Staat Spanisch-Haiti“ (Estado Independiente de Haití Español).
1822 kam es zum erneuten Anschluss Santo Domingos an Saint Domingue. Zu dem Ablauf gibt es zwei Ansichten: (1) Der Plan von Cáceres, das Land Großkolumbien unter Simón Bolívar anzuschließen, scheiterte, weil die Mehrzahl der Schwarzen und Mulatten eine Union mit Haiti vorzog, wo die Sklaverei bereits abgeschafft war. Der Anschluss an Haiti (und Abschaffung der Sklaverei) erfolgte 1822. Möglich ist auch (2), dass Boyers Haiti unterwarf und Santo Domingo 1822 unterwarf und es am 8. Februar annektierte.
Die Republik Haiti wurde in der Folge von den meisten Staaten anerkannt. Nach mehreren vergeblichen Wiedereroberungsversuchen erkannte selbst Frankreich sie 1825 an, allerdings gegen eine an die ehemaligen Plantagenbesitzer zu zahlende Entschädigung von 150 Mio. Franc, die 1838 bei Gelegenheit des Abschlusses eines Handelsvertrags zwischen Frankreich und Haiti auf 60 Mio., in 30 Raten bis 1867 zu zahlen, herabgesetzt wurde. Dieser horrende Betrag ruinierte die haitianische Wirtschaft.
Haiti musste zur Bezahlung der Schulden Steuern einführen, die langanhaltende Unzufriedenheit, besonders im spanisch geprägten Ostteil, verursachte. Insbesondere finanzierte Boyer sie durch Anleihen bei französischen Banken, und diese Auslandsverschuldung wurde chronisch.
Seit 1822 regierte Boyer nach der Verfassung vom 2. Juni 1816 als Präsident auf Lebenszeit, jedoch unter beständigem Zerwürfnis mit dem Repräsentantenhaus.
Im Frühjahr 1842 wurde Haiti von einem furchtbaren Erdbeben heimgesucht, das einige Städte fast vernichtete; besonders hart wurde die Stadt Le Cap Haiti (Cap Haitien?) betroffen. Boyer wurde 1843 durch eine von den Mulatten Dumesle und Herard Rivière geleitete Verschwörung gestürzt, ging nach Europa ins Exil, wo er 1850 in Paris verstarb.
Die siegreichen Parteihäupter teilten darauf die Stellen unter sich auf. Widerstand zeigte sich nur in dem spanisch geprägten Ostteil (Santo Domingo), weshalb Rivière eilig mit Truppen dahin zog, die vornehmsten Einwohner von Santo Domingo gefangennahm und eine Besatzung unter seinem Bruder, dem Obersten Leo Herard, zurückließ. Aber kaum wurde eine neue Verfassung eingeführt und hatte Rivière als Präsident die Macht übernommen, als im August 1843 im Ostteil wieder ein offener Aufstand ausbrach.
Am 27. Februar 1844 erkämpfte sich und proklamierte Santo Domingo als Dominikanische Republik (República Dominicana) seine Unabhängigkeit vom westlichen Landesteil Haiti.
Hispaniola ab der Unabhängigkeit der Dominikanischen Republik
Siehe Hauptartikel Geschichte Haitis und Geschichte der Dominikanischen Republik.
Weblinks
- [http://home.nikocity.de/schmengler/texte/hispaniola.htm Überblick über Geschichte und Wirtschaftsstruktur]
Siehe auch
- Die Schatzinsel („Hispaniola“ ist der Name des Expeditionsschiffes im Roman)
Kategorie:Insel (Karibik)
Kategorie:Dominikanische Republik
Kategorie:Haiti
ja:イスパニョーラ島
ko:히스파니올라 섬
zh-min-nan:Sió-se-pan-gâ
Inseln über dem WindeInseln über dem Winde ist der Name des nördlichen Teils der Kleinen Antillen. Eine Inselgruppe der Gesellschaftsinseln im Pazifik heißt ebenso.
Der Name Inseln über dem Winde (engl. Leeward Islands) ist abgeleitet von der in diesen Breiten vorherrschende Windrichtung des Nordost-Passatwindes. Die weiter südlichen gelegenen Inseln unter dem Winde (engl. Windward Islands) liegen innerhalb dieser Windzone. Die nördlicher | | |