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Anton Raphael Mengs

Anton Raphael Mengs

Anton Raphael Mengs (
- 12. März 1728 in Aussig/Ústí, Böhmen, † 29. Juni 1779 in Rom) war ein deutscher Maler.

Biographie

Mengs wurde als Sohn des sächsischen Hofmalers Ismael Mengs geboren. Ersten Zeichenunterricht erhielt er vom Vater. Von 1741 bis 1744 hielt er sich mit dem Vater zum Antikenstudium und zum Studium der alten Meister in Rom auf. Nach seiner Rückkehr wurde er mit siebzehn Jahren zum Kabinettmaler in Dresden ernannt. 1746 reiste er ein zweites Mal nach Rom. Er konvertierte zum Katholizismus und heiratete die Römerin Margherita Guazzi. 1749 kehrte er nach Dresden zurück und wurde dort 1751 zum sächsischen Oberhofmaler ernannt, mit einem jährlichen Gehalt von 1000 Talern. 1751 kehrte er nach Stationen in Venedig und Florenz nach Rom zurück. 1755 lernte er Johann Joachim Winckelmann kennen, der bald zu seinen engsten Freunden wurde und großen Einfluß auf die kunsttheoretischen Vorstellungen Mengs' nahm. 1755 wurde er von Papst Clemens XIII. zum Cavaliere des Ordens Speron d'oro ernannt. Ende 1759 reiste er nach Neapel, um die königliche Familie zu porträtieren. Im selben Jahr verließ Karl III. Neapel, um in Madrid die Nachfolge seines Vaters als spanischer König anzutreten. Mengs kehrte nach Rom zurück. Im Frühjahr begann er das Deckenfresko Der Parnaß in der Villa Albani, das als Schlüsselwerk des deutschen Klassizismus gilt. 1761 reiste er ein weiteres mal nach Madrid. Zusammen mit Giovanni Battista Tiepolo arbeitete er an der Ausgestaltung des königlichen Palastes. Die Honorare für beide Künstler waren gleich hoch, ein Zeichen der Wertschätzung, die Mengs am spanischen Hof genoß. Im Oktober 1766 kam es zwischen Winckelmann und Mengs zu einem Zerwürfnis, der Kontakt zwischen den beiden ehemaligen Freunden hörte vollständig auf. Von 1772 bis 1773 hielt er sich in Neapel auf, um ddie Mitglieder der königlichen Familie zu porträtieren. 1773 wurde sein Selbstbildnis in den Uffizien unter dem Bild Raffaels aufgehängt. 1774 kehrt er ein weiteres mal nach Spanien zurück. Er lernte dort den jungen Goya kennen, dessen Begabung er offenbar schnell erkannte und dem er einen Platz in der königlichen Teppichmanufaktur vermittelte. Wegen Krankheit - die kalten Winter in Madrid bekamen dem an römische Temperaturen gewöhnten Maler überhaupt nicht - kehrte er 1777 für immer nach Rom zurück. Mengs starb am 16. Juni 1779 nach schwerer Krankheit. Er wurde in der römischen Kirche San Michele in Sassia beigesetzt. Mengs war mit vielen Künstlern und Literaten seiner Zeit befreundet , wie z.B. der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, Johann Joachim Winckelmann und Giacomo Casanova, der ihn mehrmals in seinen Memoiren erwähnt. Der internationale Ruhm, den Mengs in seiner Zeit genoß, zeigt sich an seiner sukzessive Aufnahme in die Akademien von Bologna, Rom, Florenz, Genua, Venedig, Augsburg und Madrid. Er war Hofmaler des Königs von Sachsen und Polen und Hofmaler des Königs Karl VII. von Neapel. Das von ihm verfaßte Buch Gedanken über die Schönheit und den Geschmack von 1762 wurde in vielen Akademien als Lehrbuch verwendet. Er galt als der größte Maler seiner Zeit, sein Ruhm hat ihn jedoch nicht überdauert.

Das malerische Werk

Porträts

Mengs war ein brillanter Porträtmaler. Seine Porträts sind von metallischer Klarheit und Präzision. Er hat die Mächtigen seiner Zeit gemalt, von Papst Clemens XIII. bis zu Friedrich dem Großen, den Königen von Sachsen und von Spanien und der russischen Zarin Katharina II.

Fresken

Mengs beherrschte virtuos die im Barock entwickelte und praktizierte illusionistische Deckenmalerei. Seine Deckenfresken Verherrlichung des Hl. Eusebius in Rom, die Verherrlichung des Herkules im Palazza Real von Marid und die Allegorie der Geschichte im Vatikan sind in der Tradition des barocken Illusionsimus verpflichteten Manier gemalt. Unter dem Einfluss von Winckelmann malt er für die Villa Albani in Rom das Deckenbild Der Parnaß , das sich gründlich von den genannten unterscheidet. In der Art eines gerahmten Tafelbildes zeigt das Bild Apollo im Kreise der Musen mit deren Mutter Mnemosyne. Die Erweiterung um eine Person erlaubt dem Maler eine streng symmetrische Anordnung der Figuren. Das Bild spielt natürlich auf das berühmte Parnaßbild seines großen Vorbildes Raffael an, wobei Mengs die Zahl der Figuren drastisch reduziert und die Figuren nach dem damaligen Kenntnisstand der antiken Kunst kleidet und ausstattet. Die Komposition des Bildes ist in der Tradition Poussins angelegt: Flache Reihung der Personen, statuarische Gestalten, Verzicht auf Hell-Dunkel-Effekte, kein Verschmelzen der Farben. Das Bild ist eine Verherrlichung Kardinal Albanis als Mäzen der Künste. Der Parnaß gilt als beispielhafte Vergegenwärtigung der Kunsttheorie Winckelmanns, wie er sie in den 1755 in Dresden erschienenen Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst dargelegt hatte. Es gilt als Gründungswerk des deutschen Klassizismus. An diesem Bild scheiden sich dann auch die Geister, wenn es um die Bewertung der Position Mengs' in der Kunstgeschichte geht. Die abfälligen Bemerkungen von Kunsthistorikern des 19. Jahrhunderts über ihn dürften sich also weniger auf seine Porträts als auf die Freskenmalerei beziehen. Eins der Kuriosa der Kunstgeschichte ist sein Fresco Jupiter küßt Ganymed, gemalt um 1758/59, das heute in der Galleria Nazionale in Rom zu sehen ist. Dieses Bild war der Anlaß für ein tiefes Zerwürfnis zwischen Winckelmann und Mengs. Mengs malt ein antikes Thema, für das es bisher keine authentische Quelle gibt. Er spielt in dem Fresko virtuos mit den Stilmitteln der eben in Pompeji ausgegrabenen Wandbildern. Das Bild wird auch prompt als antikes Original akzeptiert, wenn sich auch hier und da einige Zweifler finden. Goethe lobt zunächst das Bild und hält es für ein Original. Von Winckelmann wird es voreilig in seiner Geschichte der Kunst des Altertums gewürdigt. Der Nachweis einer Fälschung ist für den Antikenkenner peinlich und er wird sie dem Freund nie verzeihen. Laut Goethe soll Mengs erst auf dem Totenbett seine Urheberschaft an dem Bild eingestanden haben. Was Mengs zu dieser Aktion bewegt hat, wird sich wohl nie herausfinden lassen. Die Leistung Mengs' bei diesem Bild ist es, daß er die Erwartungshaltung seines Publikums auf den Punkt getroffen hat.

Werke


- König August III, 1745, Dresden, Gemäldegalerie
- Papst Clemens XIII, 1758, Bologna, Pinacoteca Nationale
- Johann Joachim Winckelmann, zwischen 1758 und 1762, New York, Metropolitan Museum
- Christi Himmelfahrt, zwischen 1752 und 1761, Dresden, Hochaltar der Kathedrale Ss. Trinitatis (ehem. Hofkirche)
- König Ferdinand IV. von Spanien, 1760, Madrid, Museo del Prado
- Der Parnaß, 1760-61, Deckenfresko in der Villa Albani, Rom
- Verherrlichung des Herakles, 1762-1775, Deckenfresko im Palacio Real, Madrid
- Maria Luisa von Parma, um 1765, Paris, Louvre
- Ausgießung des Hl. Geistes, um 1765, Leningrad, Ermitage
- Anbetung der Hirten, 1770, Madrid, Museo del Prado
- Selbstbildnis, nach 1770, Berlin, Staatliche Gemäldegalerie
- Maria mit Kind und zwei Engeln, 1770, Wien, Kunsthistorisches Museum
- Allegorie der Geschichte, 1772-73, Deckenfresko in der Camera dei Papiri im Vatikan, Rom
- Jupiter küßt Ganymed, Fresko

Literatur

Ausgaben


- Opere di Antonio Raffaello Mengs. (Parma 1780)
- Obras de D. Antonio Rafael Mengs, primo pintor da Camera del rey. Publicadas por Don Joseph Nicolas de Azara. (Madrid 1780)
- Mengs Werke, übersetzt v. G. F. Prange (1786)
- Mengs. Briefe an Raimondo Ghelli und Anton Maron. Hrsg. u. komm. von Herbert von Einem. (Göttingen 1973)
- Frühklassizismus. Position und Opposition: Winckelmann, Mengs, Heinse. Hrsg. von Helmut Pfotenhauser u.a. (Frankfurt a.M. 1995.)

Sekundärlitertur


- Bianconi: Elogio storico di Mengs (Milan, 1780)
- Zeitschrift für bildende Kunst (1880)
- Woermann: Ismael und Raphael Mengs (Leipzig, 1893)
- Gerstenberg, Kurt: Johann Joachim Winckelmann und Anton Raphael Mengs. (Halle/Saale 1929.)
- Sutter, Monika: Die kunsttheoretischen Begriffe des Malerphilosophen Anton Raphael Mengs. Versuch einer Begriffserläuterung im Zusammenhang mit der geistesgeschichtlichen Situation Europas bis hin zu Kant. (Phil. Diss. München 1968.)
- Pelzel, Thomas: A. R. Mengs and Neoclassizism (New York 1979.)
- Röttgen, Steffi: Anton Raphael Mengs. 1728-1779. Bd 1-2. (München 1999.)
- Mengs. Die Erfindung des Klassizismus. Hrsg. von Steffi Röttgen. Ausstellung Dresden Staatliche Kunstsammlungen 2001. (München 2001.)

Zitate

Der Inbegriff aller beschriebenen Schönheiten in den Figuren der Alten findet sich in den unsterblichen Werken Hernn Anton Raphael Mengs, ersten Hofmalers der Könige von Spanien und von Pohlen, des größten Künstlers seiner, und vielleicht auch der folgenden Zeit. Er ist als ein Phoenix gleichsam aus der Asche des ersten Raphael erweckt worden, um der Welt in der Kunst die Schönheit zu lehren, und den höchsten Flug menschlicher Kräfte in derselben zu erreichen. J. J. Winckelmann, Geschichte der Kunst des Alterthums, 1764.

Weblinks


- Mengs, Anton Raphael Mengs, Anton Raphael Mengs, Anton Raphael Mengs, Anton Raphael Mengs, Anton Raphael

12. März

Der 12. März ist der 71. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 72. in Schaltjahren) - somit bleiben 294 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1171 - Manuel I. Komnenos lässt alle Venezianer im Byzantinischen Reich verhaften und enteignen. Bruch der Beziehung zwischen Byzanz und Venedig.
- 1664 - New Jersey wird eine britische Kolonie.
- 1864 - Das Schutzzeichen des Roten Kreuzes (rotes Kreuz auf weißem Grund) wird das erste Mal, vom schweizerischen Arzt Dr. Louis Appia, im deutsch-dänischen Krieg getragen.
- 1913 - Canberra wird Hauptstadt von Australien.
- 1922 - Die Transkaukasische Republik wird in Tiflis proklamiert.
- 1930 - Mahatma Gandhi bricht mit 78 Männern zum sogenannten Salzmarsch auf, um in einem Akt des zivilen Ungehorsams das britische Salzmonopol zu brechen.
- 1938 - Das nationalsozialistische Deutschland besetzt - von den meisten Österreichern bejubelt - Österreich.
- 1940 - Mit der Unterzeichnung des Moskauer Friedensvertrags endet der Winterkrieg zwischen Finnland und der Sowjetunion.
- 1945 - Einer der größten Luftangriffe des 2. Weltkriegs zerstört Dortmund.
- 1947 - Die Truman-Doktrin, die die Ausbreitung des Kommunismus verhindern soll, wird veröffentlicht.
- 1967 - Suharto übernimmt in Indonesien die Macht von Sukarno und wird Präsident.
- 1968 - Mauritius wird von Großbritannien unabhängig.
- 1968 - Gabun. Gründung der Einheitspartei "Parti Démocratique Gabonais"
- 1971 - Das Militär putscht unter Führung von General Tagmac und Nihat Erim in der Türkei erneut. Linke Parteien und Organisationen werden verboten. Mehrere tausend Menschen werden verhaftet und eingesperrt.
- 1986 - Bei einem Referendum stimmen die Spanier mehrheitlich für den Verbleib ihres Landes in der NATO.
- 1987 - Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg erklärt das deutsche Reinheitsgebot für Bier (seit 1516) für unzulässig.
- 1992 - Ausrufung der Republik Mauritius
- 1994 - Erstmals weiht die Anglikanische Kirche Englands 32 Frauen zu Priesterinnen, nachdem in der Generalversammlung der anglikanischen Kirche die Ordination von Frauen bereits 1975 für möglich erklärt wurde.
- 1996 - Die USA entsenden einen Flugzeugträgerverband in taiwanische Küstengewässer vor der Volksrepublik China.
- 1999 - Ungarn, Polen und Tschechien treten der NATO bei.
- 2001 - Irans Staatspräsident Mohammad Chātemī und Russlands Staatspräsident Wladimir Putin unterzeichnen ein Kooperationsabkommen beider Staaten.
- 2002 - In Algerien wird die Berbersprache Tamazight zur offiziellen Landessprache erklärt.
- 2003 - Der serbische Ministerpräsident Zoran Đinđić wird in Belgrad vor dem Regierungsgebäude aus dem Hinterhalt von Scharfschützen erschossen.

Wirtschaft


- 1894 - Coca-Cola wird zum ersten Mal in Flaschen verkauft.

Wissenschaft, Technik


- 1365 - Gründung der Universität Wien
- 1933 - In London gelingt Chemikern der britischen Imperial Chemical Industries (ICI) die Polymerisation von Ethen zu Hochdruck-Polyethylen.
- 1993 - Der erste Kühlschrank (ohne FCKW und FKW) wird vorgestellt.

Kultur


- 1953 - Das Musical "Can-Can" von Cole Porter wird im New Yorker Schuberttheater uraufgeführt.

Religion


- 515 v. Chr. - Der Tempel von Jerusalem wird vollendet.
- 1088 - Urban II. wird als Nachfolger von Papst Viktor III. inthronisiert.
- 1622 - Papst Gregor XV. spricht Ignatius von Loyola, Franz Xaver, Theresa von Ávila, Isidor von Sevilla und Philipp Neri heilig.

Katastrophen


- 1928 - Die Staumauer der St.-Francis-Talsperre in der Nähe von Los Angeles bricht: ca. 400 Tote.
- 1934 - Das japanische Torpedoboot "Tomozuru" kentert während einer Übung im Sturm vor Sasebo. Von den 113 Besatzungsmitgliedern kommen ca. 100 Mann ums Leben.
- 1950 - Sigginston, Wales: Eine Avro Tudor V stürzt während des Landeanflugs ab. Alle 83 Menschen an Bord sterben dabei.
- 1993 - In New York City fordert ein drei Tage anhaltender Blizzard 243 Todesopfer und verursacht 3 Milliarden USD Sachschaden.
- 2001 - Die Buddha-Statuen von Bamiyan werden durch Taliban-Milizen auf Anordnung von Mullah Mohammed Omar gesprengt.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren


- 1515 - Caspar Othmayr, deutscher Priester, Theologe und Komponist
- 1606 - Johann Caspar Bauhin, schweizerischer Arzt und Botaniker
- 1607 - Paul Gerhardt, deutscher Kirchenlieddichter
- 1613 - André Le Nôtre, französischer Landschaftsarchitekt
- 1637 - Anne Hyde, erste Gattin König Jakob II. von England
- 1685 - George Berkeley, irischer Theologe und Philosoph
- 1728 - Anton Raphael Mengs, aus Böhmen stammender Maler
- 1732 - Joseph Gärtner, deutscher Botaniker
- 1769 - Archibald Campbell, britischer General
- 1776 - Hester Stanhope, US-amerikanische Abenteurerin
- 1784 - William Buckland, englischer Geologe und Paläontologe
- 1809 - Gustav Werner, evangelischer Pfarrer und Gründer der gleichnamigen Stiftung
- 1821 - John Joseph Caldwell Abbott, kanadischer Anwalt, Politiker und Premierminister
- 1821 - Luitpold von Bayern, Prinzregent von Bayern
- 1824 - Gustav Robert Kirchhoff, deutscher Physiker
- 1825 - Alexei Uwarow, russischer Archäologe
- 1832 - Charles Cunningham Boycott, britischer Gutsverwalter in Irland
- 1832 - Charles Friedel, französischer Chemiker
- 1835 - Gregorio María Aguirre García, Erzbischof von Toledo und Kardinal
- 1837 - Alexandre Guilmant, französischer Organist und Komponist
- 1838 - William Henry Perkin, britischer Chemiker
- 1848 - Karl Hagemeister, deutscher Maler
- 1854 - Gottfried Straßer, schweizerischer Pfarrer und Dichter
- 1862 - Alfredo Peri-Morosini, schweizerischer katholischer Bischof
- 1862 - Richard Skowronnek, deutscher Journalist und Schriftsteller
- 1863 - Gabriele D'Annunzio, italienischer Dichter und Politiker
- 1863 - Wladimir Iwanowitsch Wernadski, russischer Geologe, Geochemiker und Mineraloge
- 1870 - Grigol Zereteli, georgischer Altphilologe und Stalin-Opfer
- 1872 - Ernst Hottenroth, deutscher Bildhauer
- 1874 - Edmund Eysler, österreichischer Komponist
- 1877 - Wilhelm Frick, deutscher NS-Politiker
- 1878 - Richard Goldschmidt, deutsch-US-amerikanischer Zoologe und Genetiker
- 1879 - Alfred Abel, deutscher Schauspieler
- 1881 - Kemal Atatürk, Gründer und erster Staatspräsident der türkischen Republik
- 1883 - Oskar Wackerzapp, deutscher Politiker
- 1884 - Gustav Friedrich Hartlaub, deutscher Kunsthistoriker
- 1886 - Vittorio Pozzo, italienischer Fußballtrainer
- 1888 - Erich Rothacker, deutscher Philosoph und Soziologe
- 1888 - Hans Knappertsbusch, deutscher Dirigent
- 1888 - Waslaw Nijinski, russischer Tänzer, Choreograph
- 1890 - Idris I., König von Libyen
- 1890 - William Dudley Pelley, US-amerikanischer Antisemit
- 1891 - Michel Polanyi, ungarisch-britischer Chemiker und Philosoph
- 1893 - Erwin Planck, deutscher Politiker
- 1896 - Jesse Fuller, US-amerikanischer Musiker
- 1904 - Adolf Arndt, deutscher Politiker und MdB
- 1904 - Bodo Uhse, deutscher Schriftsteller
- 1908 - Heinrich Maria Ledig-Rowohlt, deutscher Verleger
- 1911 - Gustavo Díaz Ordaz, mexikanischer Politiker und Präsident
- 1911 - Harry Fisher, US-amerikanischer Gewerkschafter, Friedensaktivist
- 1915 - Alberto Burri, italienischer Künstler
- 1916 - Nikolaj Iwanowitsch Pejko, russischer Komponist
- 1921 - Giovanni Agnelli, italienischer Industrieller und geschäftsführender Gesellschafter von Fiat
- 1922 - Arnim Dahl, deutscher Stuntman
- 1922 - Jack Kerouac, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1923 - Norbert Brainin, österreichisch-britischer Primgeiger des Amadeus-Quartetts
- 1925 - Georges Delerue, französischer Filmkomponist
- 1925 - Harry Harrison, US-amerikanischer Science Fiction Autor
- 1925 - Leo Esaki, japanischer Physiker und Nobelpreisträger
- 1925 - Louison Bobet, französischer Radrennfahrer
- 1926 - Eberhard Heinrich, Mitglied beim Politbüro des ZK der SED der DDR
- 1927 - Raúl Alfonsín, argentinischer Politiker und Präsident
- 1928 - Edward Albee, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1928 - Paul Kuhn, deutscher Pianist, Bandleader und Sänger
- 1928 - Walter Althammer, deutscher Politiker und MdB
- 1928 - Werner Krolikowski, Mitglied des Politbüros des ZK der SED der DDR
- 1929 - Hans Müllejans, Dompropst in der Domkirche zu Aachen
- 1931 - Gordon MacRae, US-amerikanischer Schauspieler und Sänger
- 1932 - Barbara Feldon, US-amerikanische Schauspielerin
- 1934 - Adolf Frohner, österreichischer Maler und Grafiker
- 1935 - Jacques Benveniste, französischer Mediziner
- 1940 - Al Jarreau, US-amerikanischer Sänger
- 1940 - Mauri Antero Numminen, finnischer Sänger, Komponist, Entertainer, Buchautor und Filmemacher
- 1941 - Brian O'Hara, britischer Musiker
- 1942 - Mark Valentino, US-amerikanischer Sänger
- 1942 - Paul Kantner, US-amerikanischer Musiker
- 1942 - Ratko Mladić, ehemaliger Oberbefehlshaber der bosnisch-serbischen Truppen
- 1943 - Christean Wagner, hessischer Politiker und Landesminister
- 1944 - Ernst Theodor Menke, deutscher Manager
- 1946 - Liza Minnelli, US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin
- 1946 - Ricky King, deutscher Musiker
- 1947 - Kalervo Palsa, finnischer Maler des Expressionismus
- 1947 - Peter Harry Carstensen, deutscher Politiker, MdB
- 1947 - Peter Orloff, deutscher Sänger und Songschreiber
- 1948 - James Taylor, US-amerikanischer Sänger
- 1948 - Les Holroyd, britischer Musiker (Barclay James Harvest)
- 1949 - Mike Gibbins, britischer Musiker
- 1949 - Reinhard Weis, deutscher Politiker und MdB
- 1952 - Yasuhiko Okudera, japanischer Fußballspieler
- 1953 - Alwin Fitting, deutscher Arbeitnehmervertreter der RWE Power AG
- 1953 - Ron Jeremy, US-amerikanischen Pornodarsteller
- 1956 - Steve Harris, britischer Musiker
- 1957 - Marlon Jackson, US-amerikanischer Sänger
- 1957 - Patrick Battiston, französischer Fußballspieler
- 1962 - Andreas Köpke, deutscher Fußballspieler und -manager
- 1963 - Joaquim Cruz, brasilianischer Leichtathlet
- 1963 - Kazik Staszewski, polnischer Rock- und Punkmusiker
- 1964 - Dieter Eckstein, deutscher Fußballspieler
- 1969 - Graham Coxon, britischer Musiker und Maler
- 1973 - Tim Fischer, deutscher Chansonier
- 1977 - Rita König, rumänisch-deutsche Florettfechterin
- 1978 - Arina Tanemura, japanische Manga-Zeichnerin
- 1979 - Tim Wieskötter, deutscher Kanurennsportler
- 1987 - Teymur Rəcəbov, aserbaidschanischer Großmeister im Schach

Gestorben


- 417 - Papst Innozenz I., katholischer Heiliger
- 604 - Papst Gregor I., katholischer Heiliger, Kirchenvater und Kirchenlehrer
- 1316 - Stefan Dragutin, serbischer König
- 1447 - Schah-Rukh, Timuriden-Fürst
- 1507 - Cesare Borgia, italienischer Renaissanceherrscher
- 1628 - John Bull, englischer Organist und Cembalist
- 1648 - Tirso de Molina, spanischer Dichter
- 1737 - Karl Alexander, 11. Herzog von Württemberg
- 1772 - Franz de Paula Penz, Tiroler Pfarrer und Kirchenbaumeister
- 1801 - Paul I., Zar von Russland von 1796 bis 1801
- 1812 - Johann Jakob Griesbach, deutscher Professor
- 1832 - Friedrich Kuhlau, deutsch-dänischer Komponist
- 1834 - Karl Wilhelm Feuerbach, deutscher Mathematiker
- 1846 - Maria Katharina Tismar, deutsche Stiftungsgründerin
- 1861 - August Bier, deutscher Chirurg
- 1869 - Ernst Haberbier, deutscher Komponist und kaiserlich russischer Hofpianist
- 1872 - Zeng Guofan, chinesischer Staatsmann
- 1885 - Ysaac Brons, Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung
- 1889 - Johannes IV. (Äthiopien), Kaiser von Äthiopien
- 1898 - Johann Jakob Balmer, schweizerischer Mathematiker und Physiker
- 1898 - Zacharias Topelius, finnisch-schwedischer Dichter und Schriftsteller
- 1905 - Rudolf von Alt, österreichischer Landschafts- und Architekturmaler
- 1906 - Joseph Monier, französischer Gärtner, erfand den Stahlbeton
- 1909 - Herrmann Julius Meyer, deutscher Verleger
- 1914 - George Westinghouse, US-amerikanischer Erfinder
- 1916 - Marie von Ebner-Eschenbach, österreichische Schriftstellerin
- 1925 - Sun Yat-sen, chinesischer Politiker
- 1932 - Ivar Kreuger, Gründer der Svenska Tändsticks AB (STAB)
- 1937 - Jenö Hubay, ungarischer Komponist und Violinvirtuose
- 1937 - Charles-Marie Widor, französischer Organist, Komponist und Lehrer
- 1942 - Robert Bosch, deutscher Industrieller und Philanthrop
- 1942 - Sir William Henry Bragg, englischer Physiker und Nobelpreisträger
- 1943 - Gustav Vigeland, norwegischer Bildhauer
- 1945 - Anne Frank, deutsche Jüdin, Opfer des Holocaust
- 1945 - Friedrich Fromm, deutscher NS-Offizier
- 1950 - Heinrich Mann, deutscher Schriftsteller
- 1951 - Alfred Hugenberg, Unternehmer und Politiker der Weimarer Republik
- 1954 - Marianne Weber, deutsche Frauenrechtlerin, Soziologin und Rechtshistorikerin
- 1955 - Charlie Parker, US-amerikanischer Jazz-Saxophonist
- 1955 - Leo Wohleb, Staatspräsident des ehemaligen deutschen Bundeslandes Baden
- 1955 - Theodor Plievier, deutscher Schriftsteller
- 1956 - Bolesław Bierut, kommunistischer polnischer Politiker
- 1960 - Semjon Iljitsch Bogdanow, Chef der sowjetischen Militäradministration in Brandenburg
- 1966 - Sidney Camm, englischer Luftfahrtingenieur
- 1978 - John Cazale, US-amerikanischer Schauspieler
- 1984 - Heinz Oskar Wuttig, deutscher Drehbuchautor
- 1990 - Philippe Soupault, französischer Dichter und Schriftsteller
- 1991 - Ragnar Arthur Granit, schwedischer Physiologe und Nobelpreisträger
- 1991 - William Heinesen, Dichter der Färöer
- 1992 - Heinz Kühn, deutscher Politiker und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen
- 1993 - Robert Giscard, französischer Arzt und Mönch
- 1999 - Yehudi Menuhin, US-amerikanischer, später britischer Violinist und Dirigent
- 2001 - Robert Ludlum, US-amerikanischer Schriftsteller, Schauspieler und Produzent
- 2002 - Spyros Kyprianou, griechisch-zypriotischer Politiker und Präsident
- 2003 - Andrei Kivilev, kasachischer Radrennfahrer
- 2003 - Howard Melvin Fast, US-amerikanischer Schriftsteller
- 2003 - Zoran Đinđić, serbischer Ministerpräsident
- 2004 - Finn Carling, norwegischer Schriftsteller
- 2004 - Yvonne Cernota, deutsche Bobfahrerin
- 2005 - Karl Blessing, deutscher Verleger
- 2005 - Lisa Fittko, österreichische Schriftstellerin

Feier- und Gedenktage


- katholischer Gedenktag für Innozenz I.
- katholischer, evangelischer und orthodoxer Gedenktag für Gregor I. (Gregorstag)

Siehe auch


- 11. März - 13. März
- 12. Februar - 12. April
- März - Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0312 ja:3月12日 ko:3월 12일 simple:March 12 th:12 มีนาคม

Ústí nad Labem

Ústí nad Labem (deutsch Aussig an der Elbe, Romani Ustji, Ustjiss ) ist eine Stadt im Norden von Böhmen, Tschechien. Es ist Zentrum des nordböhmischen Industrie- und Ballungsgebietes, Verkehrsknotenpunkt und Sitz des Bezirks und der Ústecký kraj. Die Stadt hat 96.825 Einwohner, die auf einer Fläche von 9.392 Hektar in 22 Ortsteilen wohnen, darunter viele Sinti und Roma.

Geografie

Die Altstadt von Aussig liegt am linken Elbufer an der Einmündung des Flüsschens Biela, 14° 2' 30" östlich von Greenwich und 50° 39' 33" nördlicher Breite.

Ortsteile


- Město: Ústí n.L. - město, Děluoš, Strážky, Habrovice, Všebořice, Božtěšice, Skorotice, Bukov, Klíše, Předlice, Tuchomyšl, Hostovice, Vaňov
- Neštěmice: Neštěmice, Krásné Březno, Mojžíř
- Severní Terasa: Severní Terasa, Dobětice
- Střekov: Střekov, Svádov, Olešnice, Kojetice, Nová Ves, Brná, Sebuzín, Církvice

Verkehr


- Stadtverkehr: In der Stadt verkehren Autobusse und Oberleitungsbusse, in der Vergangenheit gab es auch Straßenbahnen.
- Straßenverkehr: Die Stadt ist an die internationale Straße E 442 (Liberec, Děčín, Ústí, Dresden) und die Straßen erster Klasse (I/8, I/30, I/13) angeschlossen. Weiter ist sie direkt mit der Autobahn D8 (Berlin - Praha) verbunden, die durch den Westen der Stadt führt, die restlichen Abschnitte werden 2006 dem Verkehr freigegeben.
- Bahnanschluss: Ústí ist ein wichtiger Eisenbahnknoten. Linkselbisch verläuft die europäische Eisenbahnmagistrale von Berlin über Dresden nach Prag und weiter nach Wien, Bratislava, Budapest, Belgrad, Sofia. Von Westen mündet die zweigleisige Linie von Nürnberg über Cheb (Eger) in diese ein. Rechtselbisch verläuft die Bahnstrecke von Děčín (Tetschen) nach Kolin, die als Gütermagistrale durch Tschechien dient.
- Wasserwege: Der Elbe-Wasserweg Labská ist Verbindungsstrecke zum Netz der westeuropäischen Wasserstraßen mit Zugang zu Deutschland, Frankreich, Benelux und bedeutenden Meereshäfen. Der Elbweg ist Teil der IV. transeuropäischen multimodalen Korridor. Der Lastverkehr wie auch Personenverkehr besteht auf der Strecke Pardubice - Chvaletice - Ústí nad Labem - Hamburg.

Industrie

Während des kommunistischen Regimes wurde Schwerindustrie aufgebaut. Direkt im Zentrum der Stadt befinden sich chemische und Nahrungsmittelfabriken sowie Glasereien. Der bedeutendste Arbeitgeber in Usti ist die "SPOLCHEMIE" welche neben der Schwerchemie, heute auch feinste Spezialrohstoffe produziert. Im Westen in Trmice befindet sich ein Elektrizitätswerk mit Wärmeerzeugung. Die hohe Luft- und Wasserverschmutzung geht mehr und mehr zurück. Die Umweltauflagen des tschechischen Staates sind in der Zwischen zeit höher als vergleichbare in der Bundesrepublik Deutschland. Es werden weiterhin große Anstrengungen zum Abbau der Umweltbelastungen betrieben welche auch von der EU prämiert wurden. Bedeutend ist auch der Hafen an der Elbe.

Geschichte

Der Name der Stadt wurde vermutlich vom Zusammenfluss beider Wasserwege vom alttschechischen Wort ustie (= ústí; lat.: Vsk super Albium nebo Albim; deutsch: Aussig an der Elbe) abgeleitet. Region der ältesten historischen Tradition ist der Ort Stadice. Der böhmische Chronist Cosmas von Prag vermutet dort die Gründung der böhmischen Königsdynastie der Přemysliden. Von diesem Ort soll Libuše den sagenumwobenen Přemysl den Pflüger holen lassen. Schon 993 wurde die Stadt als Handelsplatz an der Elbe erwähnt. Přemysl Otakar II. erhob in der ersten Hälfte des 13. Jh. den Ort zur Stadt. Die Rechte bestätigte und erweiterte Johann von Luxemburg. Die Stadt wurde nach dem Magdeburger Recht verwaltet. Während der Hussitenkriege gehörte die Stadt den Markgrafen von Meißen und wurde von den Hussiten belagert. Die Kämpfe erreichten 1426 ihren Höhepunkt im Ort Na Běhání. Die Deutschen verloren den Kampf. Nach der Eroberung der Stadt am 16. Juni (Schlacht bei Aussig) verübten die siegreichen Hussiten unter Andreas Prokop ein Massaker an den deutschen Bewohnern der Stadt und zerstören Aussig. Danach herrschte Jakoubek von Vřesovice. Die Chroniken beschreiben, dass die Sieger in Folge friedlich mit der deutschen Bevölkerung weiter lebten. Zum größten Aufschwung kam es im 16. und 17. Jh. Die Stadt beteiligte sich nicht am niedergeschlagenen Aufstand gegen Ferdinand I. 1547, wurde damit auch nicht bestraft und konnte sich wirtschaftlich entwickeln. In der zweiten Hälfte des 16. Jh. kommt es zur massenhaften Ansiedlung von Deutschen, die bald mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmachten. Zum Zusammenbruch kam es während des Dreißigjährigen Krieges. Die Stadt wurde siebenmal Opfer durch Plünderungen und Strafzahlungen. Die Folgen dauerten beinahe zweihundert Jahre an. In dieser Zeit war die Stadt nur ein kleines Bauerndorf mit weniger als zweitausend Einwohnern. Erst nach 1830 kam es durch Industrialisierung zur erneuten Immigration. Bei den Orten Kulm (Chlumec u Chabařovic), Priesten, Straden (Stradov u Chabařovic), Schanda (Žandov u Chlumce), Arbesau und Tellnitz (Telnice) tobten 1813 nach Austerlitz (Slavkov) die härtesten Kämpfe der Napoleonischer Kriege auf dem Boden Österreich-Ungarns. An diese Schlachten erinnern zahlreiche Denkmäler. Das starke Industriewachstum und die Ausweitung des Flussverkehrs führten zu zahlreichen Veränderungen. Nach Jahrhunderten der Stagnation wurden zu Beginn des 19. Jh. wieder Häuser gebaut. Die mittelalterlichen und Renaissance Häuser sowie die Stadtmauer wurde zerstört. Neben Landwirtschaft und Weinanbau siedelten sich Webereien, Farbenhersteller und Papierfabriken an. In der Umgebung wurden knapp sechzig Bergwerke eröffnet. Aussig wurde dank der 1827 entdeckten Kohlevorkommen und der 1851 eröffneten Eisenbahnlinie Dresden - Prag zur Industriestadt. Für Lastkähne war die Elbe früher erst ab Aussig flussabwärts schiffbar; damit wurde Aussig zum wichtigen Umladehafen zwischen dem Schifftransport auf dem Fluss und dem Landweg in Böhmen. 1860 lebten hier 7950 Einwohner, viermal so viel wie 1840. Trotz Krieg, Cholera, Typhus, und anderen Epidemien verdoppelt sich die Bevölkerung in den nächsten zwanzig Jahren. 1867 wurde das Bürgerliche Bräuhaus Aussig (heute Bierbrauerei Zlatopramen) erbaut - 1872 baute man die erste Brücke über die Elbe. Anfang des 20. Jh. lebten 40.000 Einwohner in Aussig und sie war eine der bedeutenden Städte Böhmens. Die starke Migration vor allem auch Deutscher führte 1935 zu ersten Konflikten. Konrad Henlein hielt hier eine Rede und erreichte bei den Parlamentswahlen die absolute Mehrheit. Nach dem Münchner Abkommen wurde die Stadt am 9. Oktober 1938 dem Deutschen Reich angegliedert. Am 1. Mai 1939 wurden der Stadt die Gemeinden Hottowie, Pokau, Prödlitz, Schreckenstein, Türmitz und Ziebernik eingegliedert. Gleichzeitig verließ Aussig den gleichnamigen Landkreis und bildete fortan einen eigenen Stadtkreis. In Aussig hatte ferner einer der drei Regierungspräsidenten für den Reichsgau Sudetenland seinen Sitz. Durch Bomben der Alliierten wurde am 17. und 19. April 1945 ein Fünftel der Stadt dem Erdboden gleichgemacht. 500 Menschen verloren ihr Leben. Am 31. Juli 1945 explodierte ein Munitionsdepot im Aussiger Stadtteil Schönpriesen. Sofort nach der Explosion wurden deutsche Zivilisten von tschechischen Revolutionsgarden ohne nähere Untersuchung als vermeintlich Schuldige ermordet. Erkennbar waren sie an ihren weißen Armbinden, die in der Tschechoslowakei seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis mindestens Ende 1946 alle Deutschen tragen mussten. Die Zahl der Toten bei diesem Massaker wurde jahrelang mit etwa 2000 angegeben.Genaue Opferzahlen sind schwer festzustellen, zumal die tschechischen Archive immer noch nicht freigegeben sind. Die Angaben von deutschen Überlebenden schwanken zwischen 1.000 und 2.700, tschechische Kreise sprechen von 40 - 100 Toten. Allerdings steht heute auch weitgehend außer Zweifel, dass dieses Massaker von der damaligen tschechoslowakischen Regierung unter Edvard Beneš organisiert wurde. Jahrelang konnte dies nur vermutet werden. In den folgenden Wochen wurden aus Aussig 56.000 Menschen vertrieben. Am Sonntag, den 31. Juli 2005 wurde in dieser Stadt eine Gedenktafel für die Opfer dieses Massakers an den deutschen Zivilisten enthüllt. Die genaue Opferzahl bleibt bis heute unbekannt. Zwischen 1945 und 1948 wurden aus der Region 53.000 Deutsche vertrieben. An ihre Stelle traten Tschechen und Roma aus Tschechien, der Slowakei, sowie teilweise auch aus Rumänien und Russland. In der Region kam es zu einem Bruch der kulturellen und historischen Traditionen. In den 70er und 80er Jahren kam es zu unüberlegten Urbanisierungen, rücksichtslosen Bau von Verkehrswegen und dem Bau von Großbetrieben und Plattenwohnbauten, im Sinne des realen Sozialismus und der Zerstörung des Stadtbildes.

Kultur

In der Stadt gibt es drei professionelle Theaterensembles (Ballet, Oper, Theater), sieben erstklassige Chöre, Kammerorchester und weitere kulturelle Vereine, die sich meist aus jungen Menschen zusammensetzen. Daneben arbeiten hier einige großartige Tanzgruppen. Jährlich werden mehrere nationale und internationale Veranstaltungen durchgeführt (Theaterfestival der privaten Mittleren Schulen, Wettbewerb der jungen Pianisten „Virtuosi Per Musica Di Pianoforte“, „Internationales Festival des Chorgesangs“, Country und Western Festival „Trampská Porta“ und vor allem das „Internationale Tanzfestival“.

Städtepartnerschaft

Seit 1970 unterhält Ústí nad Labem eine Städtepartnerschaft mit Chemnitz.

Sehenswürdigkeiten


- Zoologischer Garten, 1908 erbaut.
- Stadttheater: erbaut 1908 – 1909 nach Entwürfen des Wiener Architekten Alexander Graf im neubarocken Stil.
- Schloss Velké Březno erstellt durch Grafen Karel Chotek 1842 – 1845.
- Kirche der Himmelfahrt der Jungfrau Maria aus dem Jahr 1318, im 19. Jh im spätgotischen Stil umgebaut, teilweise durch Bombardement zerstört
- Ruine der Burg Střekov (Schreckenstein) aus dem Jahr 1318.
- Museum, das zu den ältesten in Nordwestböhmen gehört (1876).

Persönlichkeiten


- Sigrid Löffler (
- 1942 Aussig)
- Anton Raphael Mengs (
- 12. März 1728 Aussig, † 29. Juni 1779 Rom)
- Ignaz Petschek (
- 14. Juni 1857 Kolín, † 15. Februar 1934 Aussig)

Weblinks


- [http://www.usti-nl.cz/showdoc.do?docid=116 Offizielle Website der Stadt]
- [http://www.hilfsverein-aussig.de/geschich.htm Geschichte der Stadt bis 1945]
- [http://www.heimatfreunde-aussig.de/ Heimatfreunde Aussig] Usti nad Labem Kategorie:Böhmisches Mittelgebirge

Böhmen

Böhmen (lateinisch Bohemia, tschechisch Čechy) ist eine historische Region in Mitteleuropa. Sie umfasst die westlichen zwei Drittel Tschechiens. Dazu gehören heute die tschechische Hauptstadt Prag (Praha), die sie umgebende Mittelböhmische Region (Středočeský kraj) und die um diese Region im Uhrzeigersinn liegenden Regionen Liberecký kraj, Královéhradecký kraj, Pardubický kraj, die Westhälfte des Kraj Vysočina, die Südböhmischen Region (Jihočeský kraj), die Region Pilsen (Plzeňský kraj), der Karlovarský kraj, und der Ústecký kraj. Im historischen Zusammenhang wird die Bezeichnung Böhmen oft auch für die Gesamtheit der Länder der Böhmischen Krone verwendet. Böhmens Fläche beträgt etwa 52.060 km². Es grenzt im Nordosten an Polen, im Osten an die historische Region Mähren, im Süden an Österreich, im Südwesten und Westen an Bayern und im Nordwesten an Sachsen. Sachsenzum König. Die Kurfürsten, durch die Wappen über ihren Köpfen kenntlich, sind, von links nach rechts, die Erzbischöfe von Köln, Mainz und Trier, der Pfalzgraf bei Rhein, der Herzog von Sachsen, der Markgraf von Brandenburg und der König von Böhmen.]] Böhmen, dessen Namen sich von dem keltischen Stamm der Boier ableitet (Boiohaemum = Heim der Boier, spätlat.: Bohemia), ist ein Landschaftskessel, begrenzt, bis auf kleine Ausnahmen, durch die Wasserscheiden der Zuflussgebiete der Moldau (Vltava) und der Elbe (Labe) (bis zur Grenze mit Deutschland). In letztere mündet auch die Eger (Ohře), deren Quellgebiet in Franken liegt (im Fichtelgebirge). Am Rand wird das Land von Mittelgebirgen begrenzt, im Nordwesten von dem Erzgebirge, im Nordosten von dem Riesengebirge und dem Adlergebirge und im Südwesten vom Böhmerwald. Die Grenze zu Mähren im Osten bildet der Höhenzug der Vysočina (Böhmisch-Mährische Höhe). Die Kämme der beiden letztgenannten gehören zu der Mitteleuropäischen Hauptwasserscheide. Berühmt sind beispielsweise die Böhmische Küche, das böhmische Bier und die böhmische Blasmusik. Typisch für die böhmische Küche sind Mehlspeisen, Knödel, fettes Fleisch, wenig Salat und Gemüse, dafür süße Nachspeisen. Die kulturellen Traditionen Böhmens sind eng mit denen in Bayern und Österreich verwandt - die Wiener Küche etwa ist ohne böhmische Einflüsse undenkbar.

Landschaft

Die heutigen Grenzen Böhmens sind weit über 1000 Jahre alt, nur das Egerland kam erst im späten Mittelalter dazu. Böhmen wird von drei Seiten durch bergige Landschaften umfasst, ohne jedoch ein eigentliches Kesselland zu bilden. Es schließt sich durch das Fichtelgebirge an die mitteldeutschen Terrassenlandschaften an und ist ebenso wie diese vertikal ausgerichtet. Böhmen hängt mit Mähren so eng zusammen, dass man in dem Raum zwischen Eger, Elbe und Donau einerseits und March und Raab andererseits ein gemeinsamen böhmisch-mährisches Terrassenland verfolgen kann. Die Einzugsgebiete der Donau und der Oder betragen nur 6,4% des Landesgebietes (3.184 km²), während die Elbe mit 48.772 km² den Hauptanteil bringt. Neben der Elbe selbst sind dies die Moldau, die bei Mělník mündet. Das Terrassenland Böhmens wird durch die Elbe und die Eger, die Sasau und Beraun und durch die tiefe Meridianfurche der Moldau gegliedert. Die kleinen, rings umschlossenen Tiefebenen sind folgende:
- Teplitz-Komotauer Becken im Norden
- Laun-Saazer Ebene (an der Eger)
- Theresienstädter Ebene
- Melniker Ebene (Osten) Nimburger Ebene
- Pardubitzer Ebene
- Budweis-Wittingauer Tiefplatte Hier erheben sich auch zahlreiche Berge:
- Engelhäuser Berg (713 m)
- Burberg (591 m)
- Georgenberg (455 m)
- Tockberg (853 m)
- Trschemschinberg (822 m)
- Kubany (1.358 m) Die natürliche Grenze Böhmens nach Westen bildet der Böhmerwald, der durch das Plateau von Waldsassen mit dem Fichtelgebirge in Verbindung steht. Bild:EGER1.jpg|der Marktplatz von Cheb/Eger - Westböhmen Bild:THERES4.jpg|Die "Lange Strasse" in Terezín/Theresienstadt Bild:DECIN.jpg|Blick von der Schäferwand (Pastýřská stěna) über Děčín - Nordböhmen Bild:KAMENIC.jpg|im Tal der Kamenice - Ortsausgang Jetřichovice - Nordböhmen

Geschichte

Siehe Hauptartikel: Geschichte Böhmens Geschichte Böhmens]

Verwaltungsgliederungen in Böhmen

Alte böhmische Kreise

Der deutsche Kaiser Karl IV., zugleich König von Böhmen, begann in der Mitte des 14. Jahrhunderts, sein Königreich in große Verwaltungseinheiten einzuteilen. Eine solche Verwaltungseinheit hieß in den Urkunden auf deutsch Kreis, auf tschechisch kraj und auf lateinisch circulus). Es gab allein im Landesteil Böhmen je nach Zeitperiode 7 bis 16 Kreise. (Mähren und Österreichisch-Schlesien hatten zusammen etwa (2 bis 6)+2 Kreise.) [Achtung: Der preußischen Verwaltungstradition folgend ist der deutsche Begriff für einen heutigen tschechischen kraj meistens Bezirk oder Region!] Die Zahl (7 bis 16) der alten böhmischen Kreise, und somit auch deren Größe, änderte sich mehrmals. Diese Kreiseinteilung galt zwar bis 1862, spielte aber schon kurz nach der Revolution von 1848 praktisch keine Rolle mehr für die Verwaltung.
(Siehe auch Weblinks.)

Politische Bezirke und Gerichtsbezirke

Ab 1850 wurden in allen Gebieten der Monarchie außer Ungarn die alten großen Kreise durch politische Bezirke (der Exekutive) ersetzt, von denen jeder aus einem oder mehreren Gerichtsbezirken (der Judikative) bestand. In den österreichischen Bundesländern besteht diese Einteilung bis heute. Normalerweise war ein politischer Bezirk (tschechisch: politický okres) kleiner als ein ehemaliger alter Kreis, und ein Gerichtsbezirk (tschechisch: soudní okres) ist kleiner als ein Politischer Bezirk. Es gab allein im Landesteil Böhmen etwa 104 politische Bezirke und darin etwa 229 Gerichtsbezirke. (Mähren und Österreichisch-Schlesien hatten zusammen 32+9 politische Bezirke.) [Achtung: Der preußischen Verwaltungstradition folgend ist der deutsche Begriff für einen tschechischen okres meistens Kreis!] Diese Bezirkeinteilung galt für Böhmen (abgesehen von kleineren Änderungen) bis 1938, also auch noch nach dem Ende des Staates Böhmen, in der (Ersten) Tschechoslowakischen Republik (1918 bis 1938).
(Siehe auch Weblinks.)

Stadt- und Landkreise neben Politischen Bezirken und Gerichtsbezirken

Aufgrund des Münchner Abkommens vom 29. September 1938 wurde der vorwiegend deutschsprachige Teil Böhmens als Reichsgau Sudetenland dem Deutschen Reich zugeschlagen und (wie in Deutschland) in Stadt- und Landkreise eingeteilt; übergeordnet waren Regierungsbezirke. Der restliche Teil Böhmens (im neu geschaffenen Protektorat Böhmen und Mähren) blieb weiterhin in Politische Bezirke und Gerichtsbezirke eingeteilt, wobei allerdings je über einer Gruppe von Politischen Bezirken noch ein Oberlandratsbezirk eingeführt wurde.
Im gesamten Reichsgau Sudetenland gab es 5 Stadtkreise und 52 Landkreise. (Im gesamten Protektorat Böhmen und Mähren gab es 67+30 politische Bezirke.) Diese Verwaltungsgliederung galt bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges (1945).
(Siehe auch Weblinks.)

Böhmische Kultur

Böhmen war stets eine europäische Region, in der religiöse und ethnische Gegensätze aufeinander trafen. Dies erzeugte Konflikte, aber auch reiche Wechselwirkungen, in denen die Teilkulturen einander befruchtet haben. Die böhmische Kultur ist in ihrer Vielfalt geprägt vom Zusammenwirken und Aufeinanderprallen von deutschen, tschechischen und jüdischen Einflüssen. So war beispielsweise Prag unter den Luxemburgern maßgeblich an der Ausprägung der internationalen Kunst der Parlerzeit beteiligt. Schriftsteller wie Adalbert Stifter, Franz Kafka, Franz Werfel, Friedrich Torberg, Jaroslav Hašek und Karel Čapek oder Komponisten wie Antonín Dvořák, Leoš Janáček und Bedřich Smetana schöpfen in ihren Werken aus diesem Reichtum. Das deutschsprachige Prager Tagblatt galt als eine der besten Zeitungen seiner Zeit. Der Einfluss der böhmischen Kultur insbesondere auf Österreich beschränkte sich nicht nur auf Kunst und Literatur. Auch im Alltagsleben bereicherten böhmische Schöpfungen die österreichische Kultur, etwa in der Küche (Powideltascherln), die bis heute von der Reichhaltigkeit böhmischer Kochkunst zehrt. Auch die sehr seltene Pferderasse der goldenen Kinsky-Pferde, die 1838 in Chlumec von Oktavian Graf Kinsky aus der Adelsfamilie Kinsky begründet wurde, haben in Böhmen ihren Ursprung.

Literatur

Geschichte


- Bosl, K. (Hg.): Handbuch der Geschichte der böhmischen Länder, 4 Bde. Stuttgart 1966-1974.
- Hoensch, J. K.: Geschichte Böhmens. Von der slavischen Landnahme bis zur Gegenwart. München 1997
- Collegium Carolinum (Hg.): Ortslexikon der böhmischen Länder. München/Wien 1983. ISBN 3-486-51761-9.

Kunstdenkmäler


- Poche, Emanuel : Böhmen und Mähren, München/Berlin 1986 (Kunstdenkmäler in der Tschechoslowakei, hg. v. Reinhardt Hootz)
- Zdenek Prochazka - Jan Oulik: HISTORICKE NAHROBNIKY TACHOVSKA - DIE HISTORISCHEN GRABMÄLER DER TACHAUER REGION, Herausgegeben im Verlag "Cesky les" Domazlice 1995: - ISBN 80-901122-69

Sprache


- Fehr, Götz: Fernkurs in Böhmisch. - ISBN 3-458-33033-X

Weblinks


- [http://www.bohemistik.de/index.html Bohemistik.de]
- [http://ekeil.gmxhome.de/vwe-bms.htm Verwaltungsgliederungen in Böhmen bis 1945]
- [http://www.datenmatrix.de/cgi-local/hdbg-karten/karten.cgi?action=detail&templ=01_01_karten_detail&id=24 Karte: Königreich Böhmen um 1619 : Historische Karten (Haus der Bayerischen Geschichte)]

Siehe auch


- Liste der Herzöge und Könige von Böhmen
- Přemysliden
- Karl IV. (HRR)
- Jan Hus
- Habsburg
- Österreich-Ungarn
- Austroslawismus
- Geschichte der Tschechoslowakei
- Tschechische Sprache
- Liste deutscher Bezeichnungen tschechischer Orte
- Mitteleuropa Kategorie:Staat (historisch) Kategorie:Europa Kategorie:Böhmen ja:ボヘミア

29. Juni

Der 29. Juni ist der 180. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 181. in Schaltjahren) - somit bleiben noch 185 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1312 - Heinrich VII. wird zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt. Es ist die erste Kaiserkrönung seit dem Untergang der Staufer.
- 1613 - Das erste Globe Theatre, eine Bühne für Shakespeares Stücke, brennt bis auf die Grundmauern nieder.
- 1926 - Arthur Meighen wird zum 2. Mal kanadischer Premierminister.
- 1952 - Island. Ásgeir Ásgeirsson wird neuer Staatspräsident.
- 1966 - In Argentinien nimmt General Juan Carlos Onganía die schlechte Wirtschaftslage zum Anlass, sich an die Macht zu putschen und den amtierende Präsidenten Arturo Umberto Illía abzusetzen.
- 1976 - Die Seychellen werden von Großbritannien in die Unabhängigkeit entlassen.
- 1982 - In Genf beginnen die Strategic Arms Reduction Talks (START-Verhandlungen) zur Limitierung und Reduzierung strategisch-interkontinentaler Atomwaffen, die auf Vorschlöag der USA die SALT-Verhandlungen mit der Sowjetunion fortsetzen sollen.
- 1990 - Auf der internationalen Ozonschichtschutz-Konferenz in London wird beschlossen, die Herstellung von FCKW bis zum Jahr 2000 zu stoppen.
- 1992 - Algerien. Staatschef Mohammed Boudiaf wird in Annaba von einem Offizier erschossen.
- 1995 - Im Deutschen Bundestag wird mit Zweidrittelmehrheit ein neues Abtreibungsrecht verabschiedet, das einen Schwangerschaftsabbruch innerhalb der ersten drei Monate für jenen Fall zulässt, in dem sich die Schwangere vorher beraten ließ.
- 1996 - Island. Ólafur Ragnar Grimsson wird neuer Staatspräsident.
- 1998 - Dänemark. Ein verschärftes Ausländergesetz tritt in Kraft.
- 1999 - Abdullah Öcalan, der Gründer und Chef der Arbeiterpartei Kurdistans, wird von einem türkischen Staatssicherheitsgericht zum Tode verurteilt.
- 2001 - Australien. Peter Hollingworth wird Generalgouverneur.
- 2004 - Gründung der Partei Freiheitlich Liberale Partei Deutschlands in Leipzig.

Wirtschaft

Wissenschaft und Technik

Kultur


- 1846 - Uraufführung der Oper L'Âme en peine von Friedrich von Flotow an der Grand Opéra Paris.
- 1951 - In Bayreuth werden die ersten Richard-Wagner-Festspiele nach dem Krieg feierlich eröffnet.

Religion


- 1031 - Der Benediktinermönch Bardo wird Erzbischof von Mainz.

Katastrophen


- 1864 - Bei Kanadas bisher schwerstem Eisenbahnunglück bei St-Hilaire sterben 99 Menschen.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 2002 - Wladimir Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Ray Mercer im Trump Taj Mahal, Atlantic City, durch technischen KO.
- 2005 - Mit 4:1 gewinnt Brasilien den Konföderationen-Pokal gegen Argentinien in Deutschland. Deutschland gewinnt das "kleine" Finale gegen Mexiko mit 4:3 n.V. in Leipzig.

Geboren


- 1516 - Rembert Dodoens, flämischer Botaniker und Physiker
- 1596 - Go-Mizunoo, 108. Kaiser von Japan
- 1638 - Heinrich Meibom, deutscher Mediziner
- 1746 - Joachim Heinrich Campe, deutscher Schriftsteller, Sprachforscher und Pädagoge
- 1782 - Hans Christian Lyngbye, dänischer Pfarrer, Botaniker und Herausgeber des ersten Buchs in färöischer Sprache Hans Christian Lyngbye
- 1793 - Josef Ressel, österreichischer Forstbeamter und Entwickler der Schiffsschraube
- 1798 - Giacomo Leopardi, italienischer Dichter
- 1798 - Willibald Alexis, deutscher Schriftsteller
- 1805 - Charles-Laure-Hugues-Théobald de Choiseul-Praslin, französischer Adliger
- 1818 - Angelo Secchi, italienischer Astronom
- 1847 - Paul Flechsig, deutscher Psychiater und Hirnforscher
- 1850 - Jacob Adolf Hägg, schwedischer Komponist
- 1852 - Robert Kidston, schottischer Botaniker
- 1864 - Anton Beer-Walbrunn, deutscher Komponist
- 1868 - George Ellery Hale, US-amerikanischer Astronom
- 1880 - Ludwig Beck, deutscher General und Widerstandskämpfer
- 1881 - Curt Sachs, deutsch-US-amerikanischer Musiktheoretiker
- 1881 - Louis Trousselier, französischer Radrennfahrer
- 1882 - Franz Seldte, NSDAP-Politiker und Reichsarbeitsminister
- 1886 - George Frederick Boyle, australischer Komponist
- 1886 - Ada Sari, polnische Opernsängerin
- 1886 - Robert Schuman, französischer Politiker
- 1896 - Hermann Lindrath, deutscher Politiker und Bundesminister
- 1897 - Ottmar Gerster, deutscher Komponist
- 1900 - Antoine de Saint-Exupéry, französischer Schriftsteller und Flieger
- 1900 - Richard Oelze, deutscher Maler
- 1902 - Carl-Heinz Schroth, österreichischer Schauspieler
- 1904 - Witold Hurewicz, polnischer Mathematiker
- 1908 - Leroy Anderson, US-amerikanischer Komponist
- 1910 - Frank Loesser, US-amerikanischer Komponist
- 1914 - Rafael Kubelik, tschechischer Dirigent
- 1919 - Slim Pickens, amerikanischer Schauspieler
- 1919 - Ernesto Corripio y Ahumada, emeritierter Erzbischof von Mexiko-Stadt und ein Kardinal
- 1920 - Juan Blanco, kubanischer Komponist
- 1921 - Harry Schell, US-amerikanischer Rennfahrer
- 1921 - Reinhard Mohn, deutscher Unternehmer
- 1922 - Paul Flora, österreichischer Zeichner, Karikaturist, Grafiker und Illustrator
- 1923 - Wen-chung Chou, US-amerikanischer Komponist
- 1925 - Wladimir Pawlowitsch Sagorowski, sowjetischer Historiker und Fernschachweltmeister
- 1927 - Henry Jaeger, deutscher Schriftsteller
- 1929 - June Carter Cash, US-amerikanische Sängerin, Ehefrau von Johnny Cash
- 1930 - Oriana Fallaci, italienische Widerstandskämpferin und Schriftstellerin
- 1930 - Ernst Albrecht (Niedersachsen), deutscher CDU-Politiker, Ministerpräsident von Niedersachsen
- 1932 - Ror Wolf, deutscher Schriftsteller
- 1933 - Peter Kafka, deutscher Physiker
- 1935 - Leonard Lee, US-amerikanischer Songschreiber und Sänger
- 1938 - Billy Storm, US-amerikanischer Sänger
- 1941 - Stokely Carmichael, Bürgerrechtler und Revolutionär Guineas
- 1942 - Gilberto Gil, brasilianischer Musiker und Politiker Gilberto Gil
- 1945 - Chandrika Bandaranaike Kumaratunga, Präsidentin von Sri Lanka
- 1945 - Johnnie Richardson, US-amerikanischer Sänger
- 1945 - Little Eva, US-amerikanische Sängerin
- 1946 - Egon von Fürstenberg, schweizerischer Modedesigner
- 1946 - Ernesto Pérez Balladares, Staatspräsident von Panama
- 1946 - Gitte Haenning, dänische Schlagersängerin Gitte Haenning
- 1947 - Peter Frankenberg, Geograph, Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg seit 2001
- 1948 - Ian Paice, englischer Schlagzeuger der Gruppe Deep Purple
- 1949 - Ann Veneman, US-amerikanische Politikerin
- 1950 - Gerald Thalheim, deutscher SPD-Politiker
- 1951 - Albrecht Riermeier, deutscher Komponist, Musiker
- 1951 - Don Rosa, US-amerikanischer Texter und Zeichner von Comics
- 1954 - Marcello Viotti, italienischer Dirigent
- 1954 - Beat Tschümperlin, schweizerischer Politiker
- 1954 - Leslie G. Hunt, deutsch-US-amerikanischer Maler und Radierer
- 1955 - Fritz Kuhn, deutscher Politiker und MdB
- 1956 - Pedro Santana Lopes, portugiesischer Politiker, Ministerpräsident
- 1958 - Dieter Althaus, Ministerpräsident des Freistaates Thüringen
- 1958 - Ralf Rangnick, Trainer in der Fußball-Bundesliga
- 1958 - Rosa Mota, ehemalige portugiesische Leichtathletin
- 1963 - Anne-Sophie Mutter, erste Violine unter Herbert von Karajan bei den Berliner Philharmonikern
- 1964 - Stedman Pearson, britischer Sänger
- 1967 - Hildegard Müller, deutsche Politikerin
- 1970 - Melanie Paschke, deutsche Leichtathletin
- 1977 - Jens Matthies, deutscher Fußballspieler

Gestorben


- 1022 - Notker III., Benediktiner-Mönch und Leiter der Klosterschule in St. Gallen
- 1536 - Bernhard III. von Baden, Markgraf von Baden-Baden
- 1567 - Konrad von Boyneburg, deutscher Anführer der Landsknechte unter Kaiser Karl V.
- 1729 - Edward Taylor, amerikanischer Dichter
- 1742 - Joseph Emanuel Fischer von Erlach, österreichischer Architekt
- 1779 - Anton Raphael Mengs, böhmischer Maler
- 1831 - Heinrich Friedrich Karl Freiherr vom Stein, preußischer Politiker
- 1831 - Wassili Michailowitsch Golownin, russischer Marineoffizier und Wissenschaftler
- 1840 - Lucien Bonaparte, Drittgeborener der Brüder Bonaparte
- 1852 - Henry Clay, US-amerikanischer Außenminister
- 1860 - Thomas Addison, englischer Mediziner
- 1861 - Elizabeth Barrett Browning, britische Dichterin
- 1875 - Ferdinand I., Kaiser von Österreich, König von Ungarn
- 1878 - Angelo Secchi, italienischer Astronom und Jesuitenpater
- 1890 - Alexander Parkes, britischer Chemiker
- 1893 - Johann Anton Friedrich Baudri, Weihbischof und Generalvikar in Köln Johann Anton Friedrich Baudri
- 1895 - Thomas Henry Huxley, britischer Biologe, Bildungsorganisator
- 1906 - Albert Sorel, französischer Schriftsteller
- 1907 - Siegfried Czapski, deutscher Physiker, Optiker, Unternehmer
- 1918 - Adrien Lachenal, Schweizer Politiker und Bundesrat
- 1921 - Jennie Churchill, US-amerikanisch-englische Philanthropin und Autorin
- 1923 - Fritz Mauthner, deutscher Philosoph und Schriftsteller
- 1940 - Paul Klee, Schweizer Maler der abstrakten Malerei
- 1941 - Ignacy Jan Paderewski, polnischer Pianist und Politiker
- 1945 - Anton Graf von Arco auf Valley, deutscher Adeliger, Jurist und Attentäter
- 1950 - Melitta Bentz, deutsche Erfinderin des Kaffeefilters (1908)
- 1955 - Ernst Legal, deutscher Schauspieler
- 1957 - Malcolm Lowry, britischer Schriftsteller
- 1958 - Karl Arnold, deutscher Politiker, Ministerpräsident NRW
- 1962 - Wilhelm Börger, SS-Brigadeführer und Ministerialdirektor
- 1964 - Eric Dolphy, US-amerikanischer Jazzmusiker
- 1967 - Jayne Mansfield, US-amerikanische Schauspielerin
- 1969 - Shorty Long, US-amerikanischer Sänger
- 1970 - Stefan Andres, deutscher Schriftsteller
- 1971 - Georgi Dobrowolski, sowjetischer Kosmonaut
- 1972 - Boby Lapointe, französischer Sänger
- 1974 - Immanuel Baumann, Bessarabiendeutscher Geistlicher
- 1975 - Hans Furler, deutscher Politiker
- 1975 - Oskar Rümmele, deutscher Politiker
- 1975 - Tim Buckley, US-amerikanischer Sänger
- 1978 - Bob Crane, US-amerikanischer Schauspieler
- 1979 - Lowell George, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1982 - Henry King, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1990 - Irving Wallace, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1993 - Erich Deuser, Psysiotherapeut der deutschen Fußballnationalmannschaft
- 1994 - Jack Unterweger, österreichischer Krimineller und Schriftsteller
- 1995 - Lana Turner, US-amerikanische Schauspielerin
- 1995 - Sicco Mansholt, niederländischer Landwirt und Politiker
- 1998 - Horst Jankowski, deutscher Jazzpianist und Bandleader
- 2000 - Vittorio Gassman, italienischer Schauspieler
- 2001 - Silvio Angelo Pio Oddi, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 2002 - Alfred Dregger, deutscher Politiker und MdB
- 2002 - Ole-Johan Dahl, norwegischer Informatiker
- 2002 - Rosemary Clooney, US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin
- 2003 - Katharine Hepburn, US-amerikanische Schauspielerin
- 2003 - Oswald Malura, deutscher Maler

Feier- und Gedenktage


- Hochfest der Apostel Petrus und Paulus

Siehe auch


- 28. Juni - 30. Juni
- 29. Mai - 29. Juli
- Historische Jahrestage - Zeitskala
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Rom

Rom (italienisch: Roma) ist eine Stadt mit 2.823.201 Einwohner an den Ufern des Flusses Tiber. In der näheren Agglomeration wohnen 3.615.972 Einwohner (Stand jeweils 1. Januar 2005). In der Antike war sie das Zentrum des Römischen Reiches und seit 1871 ist sie die Hauptstadt Italiens. Darüber hinaus ist sie Verwaltungssitz der Region Latium und der Provinz Rom. Innerhalb der Stadt bildet der unabhängige Staat der Vatikanstadt eine Enklave. Der Vatikan ist der Sitz des Papstes, des Bischofs von Rom und Oberhauptes der katholischen Kirche. Außerdem ist Rom auch der Sitz des Malteser Ritterordens, der ein eigenständiges, jedoch nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt ist. Somit kann Rom als dreifache Hauptstadt gelten. Die Altstadt von Rom, der Petersdom und die Vatikanstadt wurden von der UNESCO im Jahre 1980 zum Weltkulturerbe erklärt. Außerdem ist Rom der Sitz folgender UN-Organisationen: FAO, IFAD, WFP.

Geografie

Geografische Lage

WFP Rom liegt im Zentrum des Landes, am Tiber, unweit des Tyrrhenischen Meeres durchschnittlich 37 Meter über dem Meeresspiegel. Im Osten Roms befinden sich die Abruzzen, im Nordosten die Sabiner Berge und im Süden die Albaner Berge. Rom liegt in der Tiberebene, in welcher sich Tiber und Aniene kurz vor der Stadt vereinigen. Die geografischen Koordinaten sind 41,53 Grad nördlicher Breite und 12,29 Grad östlicher Länge. Die weitere Umgebung ist die Campagna Romana oder kurz Campagna. Die Provinz Rom grenzt im Norden an die Provinz Viterbo und die Provinz Rieti, im Osten an die Provinz L'Aquila in der Region Abruzzen, sowie im Süden an die Provinz Frosinone und die Provinz Latina.

Stadtgliederung

Rom gliedert sich in 19 Munizipien und 155 Stadtbereiche. Die Munizipien sind Stadtbezirke, welche zur leichteren Regierbarkeit der Stadt Anfang der 1990er Jahre eingeführt wurden. Ursprünglich waren es 20 municipi, aber das Municipio XIV ist Mitte der 1990er Jahre ausgemeindet worden und heute als Stadt Fiumicino bekannt. Die Stadtbezirke sind :
- Area Nord-Est: Municipi I, III, V und XVII
- Area Nord-Ovest: Municipi II, IV, XVI, XVIII, XIX und XX
- Area Sud-Ovest: Municipi XII, XIII und XV
- Area Sud-Est: Municipi VI, VII, VIII, IX, X und XI

Klima

Fiumicino Das Klima Roms ist von seiner mediterranen Lage geprägt. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 15,4 Grad Celsius und die jährliche Niederschlagsmenge 758 Millimeter im Mittel. Die wärmsten Monate sind Juni bis August mit durchschnittlich 21 bis 23,8 Grad Celsius und die trockensten Juni und Juli mit 19 bis 21 Millimeter Niederschlag im Mittel. Die größten Niederschläge sind im Herbst und Winter mit durchschnittlich 74 bis 104 Millimeter zu verzeichnen. Der kälteste Monat ist der Januar mit 7,9 Grad Celsius im Mittel.

Geschichte

Gründung Nach der Gründungssage wurde Rom am 21. April 753 v. Chr. von Romulus gegründet. Romulus brachte später seinen Zwillingsbruder Remus um. Die Zwillinge waren nach der Sage die Kinder des Mars mit der Vestalin Rhea Silvia. Sie seien auf dem Tiber ausgesetzt, von einer Wölfin gesäugt und dann von dem Hirten Faustulus am Velabrum unterhalb des Palatin gefunden und aufgezogen worden. Das Gründungsdatum Roms ist der Beginn der Zeitskala des Römischen Kalenders, lat. ab urbe condita, abgekürzt a.u.c., deutsch „von der Gründung der Stadt (Rom) an“. Ausgrabungen auf dem Palatin fanden tatsächlich Siedlungsreste aus der Zeit um 1000 vor Christus. Königszeit und Republik Römischen Kalenders Die Zusammenfassung einzelner Siedlungen zu einem Gemeinwesen könnte sich nach Auffassung der Historiker tatsächlich um das legendäre Gründungsdatum herum ereignet haben. Die sprichwörtlichen sieben Hügel Roms sind: Palatin, Aventin, Kapitol, Quirinal, Viminal, Esquilin und Caelius (auch Caelian(us)). Zu Beginn seiner Geschichte war Rom ein Königreich, als erster Etruskerkönig wird Tarquinius Priscus (616 bis 578 v. Chr.) genannt.