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| Antonio Caldara |
Antonio CaldaraAntonio Caldara ( - 1670 in Venedig; † 28. Dezember 1736 in Wien) war ein italienischer Komponist. Er gehört zu den Komponisten des venezianischen Spätbarocks.
Um 1716 wurde Caldara unter Johann Joseph Fux erster Vizekapellmeister am österreichischen Hof in Wien. Er machte sich mit über 80 Opern und Serenaden, sowie 30 Oratorien einen Namen, obwohl sich seine Musik mehr durch ihren großen Melodienreichtum als durch ihre Originalität auszeichnete.
Kaiser Karl VI. dirigierte damals einige Opern seines Vizekapellmeisters selbst. Die gut arrangierte Mischung von italienischen und deutsch-österreichischen Elementen brachte der Musik des Venezianers in Wien großen Erfolg.
Werke
- Oper Sirita
Weblinks
-
Caldara, Antonio
Caldara, Antonio
Caldara, Antonio
Caldara, Antonio
Caldara, Antonio
ja:アントニオ・カルダーラ
1670
Politik und Weltgeschehen
- 29. April: Clemens X. wird Papst
- 24. Januar: William Congreve, englischer Dramatiker und Dichter († 1729)
- 12. April: Gustav Samuel Leopold, letzter Herzog von Pfalz-Zweibrücken-Kleeburg und Pfalz-Zweibrücken († 1731)
- 12. Mai: August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen († 1733)
- 18. Juli: Giovanni Battista Bononcini, Violoncellospieler und Komponist († 1747)
- 20. Oktober: Jean Daniel Abraham Davel, Waadtländer Revolutionär († 1723)
- 30. November: John Toland, englischer Freidenker († 1722)
- Turlough O'Carolan, irischer Nationalkomponist († 1738)
- 9. Februar: Friedrich III., war König von Dänemark und Norwegen von 1648 bis 1670 ( - 1609)
- 16. März: Johann Rudolph Glauber, Apotheker und Chemiker ( - 1604)
- 21. Mai: Dr. Johan Picardt, deutsch-niederländischer Arzt, Pastor und Schriftsteller ( - 1600)
- 24. Mai: Ferdinand II., Großherzog von Toskana ( - 1610)
- 30. Juni: Henrietta Anne Stuart, französische Herzogin ( - 1644)
- 11. Oktober: Louis Le Vau, französischer Baumeister in Paris ( - 1612)
- 15. November: Jan Amos Komenský, Pädagoge und Theologe ( - 1592)
- Louis Barbier, französischer Bischof ( - 1593)
- Hendrik Martensz Sorgh, niederländischer Maler ( - 1611)
ko:1670년
Venedig
Venedig [] (ital. Venezia []) ist eine Stadt im Nordosten Italiens an der adriatischen Küste, Hauptstadt der Region Venetien und der Provinz Venedig.
Die Stadt ist eines der beliebtesten touristischen Ziele in Europa und ist auch für ihren Karneval bekannt. Auf der UNESCO-Liste der schützenswerten Kulturdenkmäler des Kontinents liegt Venedig auf Platz 1 - vor Český Krumlov in Südböhmen.
Lage und Stadtgliederung
Das historische Zentrum Venedigs liegt auf mehreren Inseln inmitten der Lagune von Venedig einige Kilometer nördlich der Mündung des Po. Am wichtigsten sind dabei die durch den Canal Grande (auf italienischen Karten oft auch als Canale Grande bezeichnet) in zwei Teile getrennte Hauptinsel und die durch den Canale della Giudecca von der Hauptinsel getrennte Giudecca. Auf dem Festland gehören die "hässlichen Schwestern" Mestre und Marghera dazu. Rund um die Lagune finden sich weitere Städte, unter anderem die Fischerstadt Chioggia, die auch den Übernamen "das kleine Venedig" trägt. Der Lido gehört politisch zur Stadt Venedig, ebenso Inseln wie Torcello, Murano, Burano, San Erasmo und Vignole.
Vignole
Vignole
Das historische Zentrum der Stadt ist traditionell aufgeteilt in sechs Stadtteile: Cannaregio, San Polo, Dorsoduro (mit der Insel Giudecca), Santa Croce, San Marco and Castello (mit San Pietro di Castello und Santa Elena).
Geschichte
Zur Geschichte der Republik siehe den Hauptartikel Republik Venedig.
Republik Venedig
Was heute Venedig ist, entwickelte sich schon seit der späten Antike in Form verstreuter Siedlungen auf den Inseln der entstehenden Lagune. Der Name Venedig zeugt vom Volk der Veneter,das hier ansässig gewesen war.
Die Stadt wurde durch Flüchtlinge aus Oberitalien besiedelt, die sich vor der Invasion der Hunnen 452 und später der Langobarden 568 in den Sümpfen und auf den zahllosen Inseln der Brenta-Mündung verbargen. Die vor den Hunnen Flüchtenden sollen sich mit der Losung Veni etiam (etwa: "Auch ich bin (hierher) gekommen") gegrüßt haben. Von dieser Losung soll sich nach einer anderen gängigen Erklärung der Name Venedig ableiten.
Venedig trat die politische Nachfolge der Laguneninsel Torcello an, die als bedeutende Bischofsstadt aus noch unbekannten Gründen (Malaria?) von ihren Bewohnern in Richtung Venedig verlassen wurde und dabei eine Abgegangene wurde.
Als Außenposten des Byzantinischen Reiches, gelang es den Venezianern, im Gegensatz zu den übrigen oberitalienischen Städten, ihre Selbstständigkeit gegenüber dem Fränkischen bzw. dem Heiligen Römischen Reich zu bewahren. Außerdem profitierten sie davon, dass Byzanz angesichts der Invasionen von Langobarden, Franken, Slawen, Awaren, Persern und Arabern nicht in der Lage war, diesen Außenposten wirklich zu beherrschen. Im Gegenteil gelang es Venedig sehr erfolgreich zwischen den Kaiserreichen zu lavieren und äußerst günstige Handelsverträge zu erwirken, die ihm eine jahrhundertelange Monopolstellung im Handel zwischen Westeuropa und Byzanz sicherten.
Schon früh unter Führung eines Dogen und seiner verschiedenen Ratsgremien, wie etwa des Kleinen und des Großen Rates, erreichte der venezianische Stadtadel eine Stabilisierung seiner Vorherrschaft in der Stadt durch Handelsprivilegien, Abschließung gegen aufsteigende Familien (1297) und die Einführung von Überwachungsgremien mit fast unbeschränkter Vollmacht (wie etwa dem Rat der Zehn).
Es bildete sich die Republik Venedig heraus, die sich im Lauf des 14. Jahrhunderts auch auf das Festland ausdehnte. Bereits im 10. Jahrhundert unterstützte die Stadt ihre einstige Herrin Byzanz gegen die in Süditalien eingefallenen Muslime. Der byzantinische Einfluss in der Stadt ist auch an vielen Bauten erkennbar, wie beispielsweise am Markusdom.
Markusdom
Im 9. Jahrhundert wurde der heilige Markus zum Schutzpatron erkoren, er gesellte sich zum heiligen Theodor. Die Säulen der beiden Heiligen befinden sich noch heute auf der Piazzetta, dem zum Meer weisenden Nebenplatz des Markusplatzes. In San Marco werden die Gebeine des heiligen Markus aufbewahrt, die der Legende zufolge aus Alexandria gestohlen wurden.
Dieser Akt zeugt bereits von einem gestiegenen Selbstbewusstsein. Durch ihre Beziehungen zu Byzanz konnte die Stadt in diesem Raum enorme wirtschaftliche Vorteile gewinnen. Seit sie ihre Flotte gegen die seldschukischen Türken eingesetzt hatte, gestand ihr Kaiser Alexios I. 1081 ein Handelsabkommen zu, das ihr das De-Facto-Monopol im Byzantinischen Reich gab.
Im Zuge der ersten Kreuzzüge und bedingt durch diese Handelsprivilegien, die sich auch in einem Kaufmannsviertel in der Hauptstadt niederschlugen, nahmen die Feindseligkeiten zwischen Venezianern und Byzantinern zu.
Anlässlich des Vierten Kreuzzuges nützte der Doge Enrico Dandolo die Gelegenheit, sich des reichen Konstantinopel zu bemächtigen, und "dirigierte" ihn um. 1204 wurde Konstantinopel erobert und geplündert; das neu entstandene Lateinische Kaiserreich wurde von Venedig dominiert - die Stadt hatte den ersten Höhepunkt ihrer Macht erreicht.
Zahllose geplünderte Kunstschätze gelangten von Byzanz in den Westen, so auch die bronzene Quadriga der Markuskirche. Aus diesem 'Coup' - der die Hauptursache für das bis heute andauernde misstrauische Verhältnis der orthodoxen Völker Osteuropas, insbesondere der Russen, gegenüber dem Westen war - folgte allerdings auch ein endloser Konflikt mit Genua, der Ursache für vier verheerende Kriege war. Im letzten Krieg eroberten die Genuesen 1381 das am Südrand der Lagune gelegene Chioggia, aber letztlich mussten sie erfolglos abziehen.
Während Genua den Handel über das Schwarze Meer zunehmend dominierte, herrschte Venedig im Levantehandel vor. Durch die Heirat von Caterina Cornaro mit dem letzten König von Zypern fiel die Insel nach dem Tod des Königs und auch des Thronfolgers an Venedig.
Zypern
Seit dem Fall von Konstantinopel 1453 musste Venedig seine Positionen im östlichen Mittelmeer nach und nach den Osmanen überlassen, seine Bedeutung nahm auch infolge der Verlagerung des Weltverkehrs auf den Atlantik immer mehr ab. Portugal findet den Seeweg um Afrika nach Indien (Vasco da Gama), das Monopol Venedigs auf den Gewürzhandel mit den Gebieten der Levante geht verloren.
Nach dem Verlust von Zypern an das Osmanische Reich 1571 wird das Osmanische Reich von der Heilige Liga, bestehend aus Papst, Spanien und Venedig zwar besiegt Seeschlacht von Lepanto, doch der Sieg kann den Verlust Zyperns sowie den weiteren machtpolitischen Niedergang Venedigs nicht aufhalten. Insel um Insel in der Ägäis geht an die Osmanen verloren, die Republik zieht sich mehr und mehr in die Lagune zurück.
Mit dem Aufblühen der Länder Portugal, Spanien und schließlich England sowie Holland als neue Seemächte und der einhergehenden Entdeckung und Ausbeutung Amerikas, sind die Tage Venedigs als dominierende See- und Handelsmacht gezählt.
In der Folge übernahm die Luxusindustrie (vor allem die Glasbearbeitung) die Rolle des Levantehandels, ebenso der Tourismus. Venedig und Florenz waren die ersten Orte, die zum größeren Teil vom Tourismus lebten. Venedig konnte Dalmatien und zeitweilig den Peloponnes (unter dem Namen Morea) sowie einige griechische Inseln unter seiner Hoheit halten. Der Niedergang der Stadt im 18. Jahrhundert, zumal der ökonomische, wird in der jüngsten Forschung generell zumeist als Mythos behandelt; politisch war sie seitdem unbedeutender als vorher.
1797 verlor die Republik Venedig durch Napoleon ihre Selbstständigkeit und wurde 1815 ein Teil des Lombardo-Venezischen Königreiches, das unter österreichischer Oberhoheit stand.
Im Revolutionsjahr 1848 (vgl. Märzrevolution#Italienische Staaten) wurde nach verschiedenen Aufständen in weiten Teilen der ganzen Lombardei am 23. März 1848 unter Daniele Manin erneut eine Republik in Venedig ausgerufen, die über ein Jahr ihre Unabhängigkeit von Österreich behaupten konnte. Am 24. August 1849 wurde die Stadtrepublik von österreichischen Truppen blutig niedergeschlagen, nachdem davor in zwei kurzen Revolutionskriegen zwischen Österreich und Sardinien-Piemont auch die anderen revolutionären Unabhängigkeitsbewegungen in ganz Oberitalien erfolgreich unterdrückt worden waren.
In Folge der Niederlage Österreichs gegen Preußen im Deutschen Krieg von 1866, in dem das 1861 neu gegründete Königreich Italien Verbündeter Preußens war, kam Venedig gemäß dem Wiener Friedensvertrag vom 3. Oktober 1866 an Italien (vgl. auch Risorgimento).
Risorgimento
Kunsthistorisch ist Venedig zur Zeit der Renaissance und des Barock von höchster Bedeutung: es war der "Gegenpol" zu Florenz und beherbergte viele Künstler wie Correggio, Giorgione, Giovanni Bellini, Tizian und später Tintoretto und Giovanni Battista Tiepolo. Der venezianische Stil ist dem Florentiner komplementär: während in Florenz mehr Wert auf Zeichnung und Komposition eines Bildes gelegt wurde, dominierten in Venedig Licht und Farbe. Man kommt allerdings nicht umhin zu konstatieren, dass das Seicento, also das 17. Jahrhundert, in Bezug auf die Kunst in Venedig eine weniger glückliche Zeit war.
17. Jahrhundert
Die Kunst, einen Gegenstand durch Farbe und Lichteffekte plastisch erscheinen zu lassen, wurde hier erfunden. So wurde auch ein großer Reichtum in der Farbpalette entwickelt. Dieser "Widerstreit" zwischen Florenz und Venedig lässt sich durch die ganze spätere abendländische Kunstgeschichte bis 1900 weiterverfolgen.
Hochwasser
1900
Die Gebäude Venedigs sind auf Holzpfählen erbaut, die in verschiedene Schichten von Ton und Sand eingerammt sind. Die Technik der "palificazione" hat sich, abgesehen von einer Mechanisierung, bis heute im Wesentlichen nicht geändert.
Venedig ist oft von Hochwasser (Acqua Alta) bedroht. Auf dem Markusplatz steht im Schnitt inzwischen an etwa 100 Tagen im Jahr das Wasser. 1966 ereignete sich eine große Sturmflut. Der Meeresspiegel in der Lagune liegt heute 23 cm höher als noch zu Beginn des 20. Jhdts., teils wegen der inzwischen gestoppten Absenkung des Lagunenbodens durch Wasserentnahme und durch den allgemeinen Anstieg des Meeresspiegels. Diese Entwicklung bedroht die historische Bausubstanz der Stadt.
Ein Schleusensystem an den Hafeneinfahrten soll die Stadt vor den wiederkehrenden Hochwassern schützen. Das seit Ende 2004 in Bau befindliche Projekt MOSE (modulo sperimentale elettromeccanico) besteht aus 79 Schleusentoren auf dem Meeresgrund, die ab einem Hochwasser von 110 cm über dem Normalpegel durch Druckluft aufgerichtet werden sollen. Die Fertigstellung ist für 2011 vorgesehen.
2011
Kritiker führen gegen das Projekt an, dass der Meeresspiegel durch die weltweite Klimaerwärmung noch weiter steigen könnte und die Ökologie in der Lagunenstadt durch die Schleusen beeinträchtigt wird. In der Tat sind die zur Befriedigung der Bedürfnisse der Erdölindustrie (Industriehafen Porto Marghera) und des Fremdenverkehrs (Kreuzfahrtschiffe) immer weiter vertieften Hafeneinfahrten, darunter namentlich die nördliche bei Punta Sabbioni, das Hauptproblem.
Verkehr
Neben den Landverkehrswegen in der Altstadt in Form von Gassen (Calle, pl. Calli) bilden für den Warentransport noch immer die rund 180 Kanäle das Rückgrat. Wasserbusse (vaporetti) wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt. Für ihren Betrieb zeichnet heute die städtische Verkehrsgesellschaft ACTV (Azienda del Consorzio Trasporti Veneziano) verantwortlich.
Über die 3,6km lange, sog Ponte della Libertà (Brücke der Freiheit) für KFZ und Eisenbahn ist die Altstadt an das Festland angebunden. Es bestehen zwei Hauptbahnhöfe: Venezia Santa Lucia als Kopfbahnhof auf der Insel sowie der Knotenbahnhof Venezia Mestre im gleichnamigen Festlandsstadtteil, dem sich westlich ein stillgelegter, aber noch für den örtlichen Güterverkehr benützter Rangierbahnhof anschliesst.
Unter Bürgermeister Paolo Costa wurde zuletzt die Schaffung einer U-Bahn-Linie mit direktem Ausstieg auf dem Markusplatz und Murano forciert. Costas seit April 2005 amtierender Nachfolger, der Philosoph Massimo Cacciari, mißt dem Projekt hingegen keine hohe Priorität bei, so daß mittelfristig nicht mit dem Bau einer Metro zu rechnen ist.
Venedig verfügt über zwei Flughäfen: Flughafen Venedig (Marco Polo) und den von Billigfluggesellschaften angeflogenen Flughafen Venedig (Treviso).
Kultur
Architektur
Profanbauten
Ein Palast wird im allgemeinen in Venedig als Casa (abgekürzt Ca′) bezeichnet. In der öffentlichen Wahrnehmung gab es nur drei Paläste, die als solche bezeichnet wurden: den Dogenpalast (Palazzo Ducale), den Bischofspalast sowie die Residenz des Patriarchen von Grado.
Von den sogenannten byzantinischen Palästen gibt es heute nur noch wenige, und diese sind im 19. Jahrhundert weitgehend verändert worden. Viel alte Substanz ist noch an der Ca' da Mosto (am Canal Grande nordwestlich der Rialtobrücke) erhalten. Die dekorativen Details des Komplexes Loredan und Farsetti, heute Rathaus und Kommunalverwaltung, entstammt weitgehend dem 19. Jahrhundert. Dennoch lässt sich die Fassadenkomposition einer typischen "casa-fondaco" noch klar ablesen: eine Arkadenreihe im Erdgeschoss, welche zum Ein- und Ausladen von Waren geeignet war und ein ebenfalls durchgehend aufgerissener Piano Nobile. Im Grundriss äußert sich dies in einem zentralen Saal, der sich zur Fassade T-förmig erweitert.
Im Verlaufe der Gotik wurden die Saalproportionen steiler, und der T-förmige Grundriss wurde zugunsten eines leicht L-artigen, später nur noch geraden durchgehenden Saales aufgegeben. Der sogenannte "gotico fiorito" (keine Übersetzung sinnvoll) verwendet im 15. Jahrhundert an manchen Architekturen am Canal Grande Maßwerk, welches sich vom Dogenpalast herleitet. Der größenmäßig bedeutendeste Bau ist die Ca' Foscari an der ersten Biegung des Canal Grande. Für die Ca'd'Oro ("Goldenes Haus") wurde kürzlich eine farbige Bemalung in Blau und Gold nachgewiesen. Bilder, insbesondere von Vittore Carpaccio und Gentile Bellini, lassen eine intensive Polychromie der gotischen Architektur erkennen.
Gentile Bellini]
Bedeutende Häuser des 16. Jahrhunderts sind vor allem die beiden Paläste Mauro Codussis, die Ca' Vendramin und der Pal. Corner Spinelli, ersterer mit einem Rückgriff auf einen T-förmigen Saal. Was den Profanbau angeht, so konnte, ganz im Gegensatz zum Sakralbau, Andrea Palladio in Venedig nie Fuß fassen. In seinen "Quattro Libri" sind zwar Entwürfe für die Ca'Corner della Ca' Granda und den Palazzo Grimani überliefert, doch war die konservative Haltung der Venezianer in Bezug auf die architektonische Gestaltung Ihrer Heimatstadt hier nicht zu überwinden. Eben die nach Entwurf von Jacopo Sansovino entstandene Ca' Corner, ein am Canal Grande gelegener Palast der Familie Cornaro, ist ein epochemachender Bau der Hoch-Renaissance mit einen quadratischen Innenhof nach römischem Vorbild. Ein anderer bedeutender Architekt des Cinquecento (also des 16. Jahrhunderts), Sebastiano Serlio, konnte manche seiner Vorstellungen in Kooperation mit dem Patrizier Francesco Zeno bei dessen neu zu errichtendem Palazzo verwirklichen.
Bis ins 18. Jahrhundert bleibt man der tradierten dreigeteilten Gebäudetypologie des Palastbaus weitgehend treu. Die letzten Großbauten, heute allesamt museal genutzt und zu diesem Zwecke nicht immer sorgfältig genug umgebaut, sind die Ca'Pesaro, die Ca'Rezzonico und der Palazzo Grassi. Neben dem opulenten Barock des Architekten Baldassare Longhena, der sich in den erstgenannten Gebäuden niederschlug, sind auch neoklassische, "antibarocke" Tendenzen unter Antonio Diedo und dem Architekten Andrea Tirali festzustellen.
Musik und Theater
Seit der Barockzeit ist Venedig eines der wichtigsten Zentren der abendländischen Musik, der Oper und des Theaters. Im nach Brandkatastrophen mehrfach wiederaufgebauten barocken Teatro La Fenice finden ganzjährig Symphoniekonzerte statt, die Opernsaison dauert von Dezember bis Juni.
Biennale
Die Biennale von Venedig gilt als eine der wichtigsten internationalen Kunstausstellungen und wird seit 1895 alle zwei Jahre - bei mehrjährigen Unterbrechungen in den Kriegsjahren - zwischen Juni und November veranstaltet. Mittlerweile findet eine Unterteilung in Kunst, Musik, Tanz, Theater, Film und Architektur statt. Die Kunstbiennale findet in den ungeraden, die Architekturbiennale in den geraden Jahre statt. Die Filmfestspiele sowie das Festival für Musik, Tanz und Theater finden jählrich statt.
Die seit 1932 Ende August/Anfang September stattfindenden Filmfestspiele gelten als das älteste und, neben dem Filmfestival Cannes und der Berlinale, als eines der drei bedeutendsten Filmfestivals weltweit.
Bildung
Von den zahlreichen Bildungseinrichtungen der Stadt ist besonders die Universität Venedig erwähnenswert.
Persönlichkeiten
Universität Venedig
- Tomaso Albinoni, Komponist
- Giovanni Bellini, Maler
- Bernardo Bellotto, Maler
- Lord Byron, englischer Dichter
- Giovanni Antonio Canale, genannt Canaletto, Maler
- Rosalba Carriera, Malerin
- Giacomo Casanova, Reisender, Gelehrter, Schriftsteller und Liebhaber
- Francesco Cavalli, Komponist
- Gasparo Contarini, Theologe, Kardinal und Diplomat
- Vincenzo Maria Coronelli, Kartograph
- Andrea Gabrieli, Komponist
- Antonio Caldara, Komponist
- Giorgione, Maler
- Baldassare Galuppi, Opernkomponist
- Carlo Goldoni, Komödiendichter
- Donna Leon, US-amerikanische Schriftstellerin
- Lorenzo Lotto, Maler
- Bruno Maderna, Komponist und Dirigent
- Gian Francesco Malipiero, Komponist
- Daniele Manin, radikaldemokratischer Revolutionär
- Claudio Monteverdi, Komponist
- Luigi Nono, Komponist
- Marco Polo, Forschungsreisender
- Paolo Sarpi, Theologe und Historiker
- Giovanni Battista Tiepolo, Maler
- Jacopo Tintoretto, Maler
- Tiziano Vecellio, Maler
- Antonio Vivaldi, Komponist
- Richard Wagner, deutscher Komponist
- Ermanno Wolf-Ferrari, deutsch-italienischer Komponist
Galerie
Image:Lightmatter_gondolas_in_venice.jpg|...Postkarten-Motiv
Image:IMG_0230.JPG|Blick über die Dächer Venedigs, von einer Dachterrasse am Campo Santa Margherita
Image:Venice1-2004.jpg|Venedig, Canal Grande
Image:venice2-2004.jpg|Venedig, San Giorgio Maggiore
Image:venice3-2004.jpg|Venedig, Canal Grande
Image:venice-12.jpg|Venedig
Image:venice2004-12.jpg|Venedig
Image:Venedig11.jpg|Venedig
Siehe auch: Galerie im Artikel über Canaletto
Literatur
Galerie im Artikel über Canaletto
- Peter Feldbauer und John Morrissey: Weltmacht mit Ruder und Segel. Venedig 800-1600, Essen 2004. ISBN 3-88400-419-0
- Richard Goy: Stadt in der Lagune. Leben und Bauen in Venedig, Stuttgart 1998. ISBN 3-89660-030-3
- Norbert Huse: Venedig. Von der Kunst, eine Stadt im Wasser zu bauen, München 2005. ISBN 3-40652-746-9
- Lothar Müller: Casanovas Venedig. Ein Reiselesebuch. Berlin 1998. - ISBN 3-80311-170-6
- Gerhard Rösch: Venedig. Geschichte einer Seerepublik, Stuttgart 2000. ISBN 3-17-014547-9
- Wolfgang Wolters: Architektur und Ornament, München 2000. ISBN 3-406-45906-4
Weblinks
- [http://english.comune.venezia.it/ Offizielle Seite der Stadt, englisch und italienisch]
- [http://www.jc-r.net/venezia/palazzi/indexd.html Architektur in Venedig: Paläste]
- [http://library.ucsc.edu/slides/decou/venice1.html Branson De Cou: Handkolorierte Glas-Dias von Venedig 1920 bis 1941] (The De Cou Archive, University of California, Santa Cruz)
- [http://gutenberg.spiegel.de/goethe/italien/ital142.htm Tagebucheinträge Goethes über seinen Aufenthalt in Venedig] (aus Johann Wolfgang von Goethes "Italienische Reise")
-
Kategorie:Ort im Veneto
Kategorie:Weltkulturerbe
Kategorie:Hauptstadt in Italien
!
Kategorie:Ort mit Seehafen
Kategorie:Byzantinische Geschichte
ja:ヴェネツィア
ko:베네치아
simple:Venice
1736
- 12. Februar: Die österreichische Thronerbin Maria Theresia heiratet Franz I. Stephan von Lothringen, der deswegen sein Stammland Lothringen gegen das Großherzogtum Toskana tauschen musste
- Leonhard Euler formuliert in seiner Mechanica sive motus scientia die Bewegungsgesetze des starren Körpers. Darüber hinaus löst er das Königsberger Brückenproblem
Kultur
- 4. November: Uraufführung der Oper Il Temistocle von Antonio Caldara am Hoftheater in Wien
- 19. Januar: James Watt, britischer Erfinder († 1819)
- 25. Januar: Joseph-Louis Lagrange, italienischer Mathematiker und Astronom († 1813)
- 3. Februar: Johann Georg Albrechtsberger, österreichischer Komponist und Musiktheoretiker († 1809)
- 6. Februar: Franz Xaver Messerschmidt, Bildhauer zwischen Barock und Klassizismus, dem der Ruch der Kuriosität anhaftet († 1783)
- 20. März: Rama I., König von Siam († 1809)
- 21. März: Claude-Nicolas Ledoux, französischer Architekt († 1806)
- 22. März: Eva König, Ehefrau von Gotthold Ephraim Lessing († 1778)
- 14. Juni: Charles Augustin de Coulomb, französischer Physiker († 1806)
- 12. Juli: Johann Gerhard Hasenkamp, protestantischer Pädagoge (Gymnasiallehrer), Rektor des Duisburger Gymnasiums († 1777)
- 3. September: Matthias Klostermayr, der Bayerische Hiasl († 1771)
- 15. September: Jean-Sylvain Bailly, Französischer Astronom und erster Bürgermeister von Paris († 1793)
- 16. September: Johannes Nikolaus Tetens, Philosoph († 1807 ?)
- 18. November: Carl Friedrich Christian Fasch, Musiker († 1800)
- 18. November: Anton Graff, Portraitmaler († 1813)
- 26. November: Charles Joseph Panckoucke, französischer Schriftsteller und Verleger († 1798)
- 17. Januar: Matthäus Daniel Pöppelmann, deutscher Baumeister des Barock ( - 1662)
- 3. Februar: Tommaso Ceva, italienischer Mathematiker und Dichter ( - 1648)
- 16. März: Giovanni Battista Pergolesi, italienischer Komponist ( - 1710)
- 21. April: Prinz Eugen, österreichischer Feldherr und Kunstmäzen, (der edle Ritter), Feldmarschall des habsburgisch-kaiserlichen Heeres ( - 1663)
- 30. April: Johann Albert Fabricius, deutscher klassischer Philologe ( - 1668)
- 1. Juli: Ahmed III., war 1703 bis 1730 Sultan des Osmanischen Reiches ( - 1673)
- 16. September: Gabriel Daniel Fahrenheit, deutscher Physiker ( - 1686)
- 28. Dezember: Antonio Caldara, italienischer Komponist und Kapellmeister ( - 1670)
ko:1736년
Wien
Wien ist die Bundeshauptstadt und zugleich ein Land der Republik Österreich. Wien hat 1.631.082 Einwohner, im Großraum Wien leben etwa 2 Millionen Menschen.
Die Wahrzeichen von Wien sind der Stephansdom und das Wiener Riesenrad im Prater.
Wien ist Sitz verschiedener internationaler Organisationen, wie der OPEC, der OSZE oder der internationalen Atomenergiebehörde IAEA, sowie dritte UNO-Stadt.
Die Innenstadt von Wien wurde im Dezember 2001 auf Antrag der Republik Österreich von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
Geografie
Gliederung
Wien ist in 23 Bezirke unterteilt (siehe Wiener Gemeindebezirke)
Durch Wien fließt die Donau und der Fluss Wien. Die Stadt liegt 60 km vor der Grenze zur Slowakei und der slowakischen Hauptstadt Bratislava. (Wien und Bratislava sind die einander nächstliegenden Hauptstädte der Welt, wenn man vom Sonderfall Vatikan in Rom absieht.)
Von der gesamten Fläche Wiens ist ungefähr Hälfte Grünland, davon gehört im Westen ein großer Teil zum Wienerwald, während im Nordosten die unbebauten Flächen zum Marchfeld zählen und landwirtschaftlich genutzt werden. An den nordwestlichen Hängen befindet sich auch die Weinbauregion Wien.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Wiens
Erste Besiedelungen lassen sich bereits 2000 v. Chr. nachweisen. Die Kelten nannten die Stadt Vedunia, die Römer sprachen von Vindobona. Unter den Babenbergern erlebte Wien einen ersten Aufschwung, doch Weltgeltung verschaffte der Stadt erst die Herrschaft der Habsburger, die Wien als Hauptsitz auserwählten.
Tourismus
Dank zahlreicher Prunkbauten aus der Kaiserzeit, vielfältiger Kulturangebote, und nicht zuletzt auch dank des Rufes als Musikhauptstadt, den Wien aufgrund des Schaffens zahlreicher berühmter klassischer Musiker, wie Beethoven oder Mozart, erhielt, ist die Stadt weltweit bekannt und ein beliebtes Touristenziel. Fiaker kutschieren Gäste durch die zum Weltkulturerbe zählende Innenstadt, in dessen Zentrum sich der Stephansdom befindet. In direkter Umgebung finden sich hier auch die Staatsoper, die Kärntnerstraße, welche die am stärksten frequentierte Fußgängerzone Österreichs ist, sowie berühmte Konditoreien und Hotels und die prunkvolle Ringstraße, welche die Innenstadt umgibt.
Viele Touristen kommen im Dezember, wenn die Stadt mit seinen Weihnachtsmärkten aufwarten kann. Aber die meisten der Wiener Sehenswürdigkeiten sind ganzjährig zu besuchen, wie etwa das Schloss Schönbrunn, der Prater oder die Opernhäuser und Museen. Bei U-Bahn-Bauarbeiten stieß man in der Innenstadt bereits mehrmals auf Relikte früherer Besiedelung, darunter die aus dem 13. Jahrhundert stammende Virgilkapelle unter dem Stephansplatz, welche nun ebenso wie die anderen Funde als Sehenswürdigkeiten in den U-Bahn-Stationen betrachtet werden können. Den größten Anteil an den Nächtigungen machen deutsche Touristen mit 1,8 Mio. aus, gefolgt von den Italienern (618.000), US-Amerikanern (586.000), Briten (373.000), Japanern (321.000), Spaniern (315.000), Schweizern (inkl. Liechtenstein, 282.000), Franzosen (inkl. Monaco, 241.000) und den Niederländern (153.000). Der Anteil osteuropäischer und amerikanischer Touristen ist stark gestiegen. 2004 konnte Wien 7,8 Mio. Übernachtungen verbuchen, wovon nur rund 1,26 Mio. auf Österreicher zurückzuführen sind.
Bevölkerung
Die meisten Menschen, mehr als zwei Millionen, bevölkerten Wien zu Zeiten der k.u.k.-Herrschaft kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Die lange Zeit als Hauptstadt eines Vielvölkerstaates war es auch, die Wien zu dem machte, was es auch heute noch ist: Ein Schmelztiegel von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion. Die Nachfahren der vielen Menschen, die damals aus allen möglichen Regionen des k.u.k. Herrschaftsgebietes in ihre Hauptstadt gezogen waren, leben heute als Wiener wie sie im Buche stehen in der Stadt, und nur noch ihre Nachnamen lassen auf ihre ursprüngliche Herkunft schließen (zum Beispiel Nowak, Dolezal ...). Sie gehören längst zu den so genannten Ur-Wienern, die im ursprünglichen Wiener Dialekt den Wiener Schmäh prägen. Neben dem ursprünglichen Wiener Dialekt hat sich auch ein gehobener Wiener Dialekt entwickelt, der die teils sehr alten Wiener Dialektausdrücke (z. B. Tröpferlbad für Dusche, Wuchtldrucker für Lügner..) immer mehr zurückdrängt.
Wien hat heute (2005) 1,63 Millionen Einwohner, wovon ca. 20 % noch über keine Österreichische Staatsbürgerschaft verfügen. Die größten Zuwanderergruppen stellen Menschen aus Ex-Jugoslawien und der Türkei dar. Weitere Herkunftsregionen sind die Länder Osteuropas. Von ca. 1920 bis in die 80er Jahre schrumpfte die Bevölkerung Wiens auf 1,5 Millionen Einwohner,seit 1993 steigt die Bevölkerungszahl jedoch stetig an. Seit 2000 wächst diese um etwa 20.000 pro Jahr an und wird laut der neuesten Presseinformation der Statistik Austria vom Oktober 2005 im Jahre 2050 wieder die 2-Millionen-Grenze durchbrechen. Dieses für Österreich einzigartige Wachstum ist vor allem auf den stetigen Zuzug aus dem In- und Ausland und die seit einigen Jahren steigenden Geburtenzahlen zurückzuführen.
Religionen
Die Stadt ist Sitz der römisch-katholischen Erzdiözese Wien; Erzbischof ist Christoph Kardinal Schönborn. Der evangelisch-lutherische Bischof von Österreich, der seinen Sitz in Wien hat, ist Herwig Sturm. Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien ist Ariel Muzicant, Oberrabiner Paul Chaim Eisenberg. Außerdem hat der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Anas Schakfeh, hier seinen Sitz.
Anas Schakfeh
Die Religionszugehörigkeit der Wiener Wohnbevölkerung setzt sich laut Volkszählung 2001 wie folgt zusammen:
Kulinarische Spezialitäten
siehe Wiener Küche
Söhne und Töchter der Stadt
siehe Liste der Wiener Persönlichkeiten, Liste der Ehrenbürger von Wien
Kultur
Theater & Oper
Liste der Ehrenbürger von Wien
Kunst und Kultur können in Wien im Bereich von Theater, Oper oder auch Bildender Kunst auf eine sehr lange Tradition zurückblicken.
Neben dem Burgtheater, das zusammen mit seiner Zweitbühne, dem Akademietheater, als eines der wichtigsten Schauspielhäuser der Welt gilt, bieten auch noch das Volkstheater sowie das Theater in der Josefstadt Kunstgenuss. Daneben gibt es noch eine Vielzahl kleinerer Bühnen, die den Großen in puncto Qualität zuweilen um nichts nachstehen und sich oft moderneren, experimentellen Stücken oder dem Kabarett und der Kleinkunst verschrieben haben.
Auch Opernfreunde kommen in Wien auf ihre Kosten: Die Staatsoper und die Volksoper bieten für jeden Geschmack etwas, wobei sich letztere besonders der typisch wienerischen Operette, aber auch dem klassischen Musical verpflichtet fühlt.
Konzerte mit klassischer Musik finden unter anderem im bekannten Großen Saal des Wiener Musikvereins und im Wiener Konzerthaus statt.
Das Theater an der Wien glänzte in den letzten Jahren mit Musical-Uraufführungen. Mit Abstand am erfolgreichsten war Elisabeth, das danach in der ganzen Welt in mehreren Sprachen aufgeführt wurde. Ab 2006 wird es wieder ausschließlich als Opernhaus dienen.
Mit dem Haus der Musik hat Wien seit 2000 auch ein Klangmuseum für Kinder und Erwachsene. Das Marionettentheater Schloss Schönbrunn pflegt das kunstvolle Spiel mit kostbaren Marionetten in Opern und Theaterstücken für Erwachsene und Kinder.
siehe auch:
- Carltheater, Etablissement Ronacher, Kulisse Wien, Leopoldstädter Theater, Raimund Theater, Simpl, Theater am Kärntnertor, Theater an der Wien, Wiener Metropol, Wiener Theaterreform, Kategorie,Kabelwerk_Wien-Meidling
Museen
Kabelwerk_Wien-Meidling
In der Hofburg sind das Sisi-Museum, die Kaiserappartements und die Hofsilber- und Tafelkammer zu besichtigen, gleich gegenüber der Hofburg befinden sich das Kunsthistorische Museum, das über eine Vielzahl von Gemälden alter Meister verfügt, und das Naturhistorische Museum.
Daran schließt das Museumsquartier an, ein in den 1990er Jahren in den ehemaligen k. u. k. Hofstallungen errichteter Museumskomplex. Dieser beherbergt das Museum moderner Kunst -- Stiftung Ludwig, das Leopold-Museum, das hauptsächlich Werke des Wiener Secessionismus, der Wiener Moderne und des österreichischen Expressionismus zeigt, mehrere Hallen mit wechselnden Ausstellungen sowie das Tanzquartier Wien. Das Palais Liechtenstein zeigt eine der weltweit größten privaten Kunstsammlungen.
Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl anderer Museen, vom Heeresgeschichtlichen Museum über das Technische Museum bis hin zum Wiener Uhrenmuseum und zum Bestattungsmuseum. Nicht zu vergessen sind die Wiener Bezirksmuseen, die einen Einblick in die Geschichte des jeweiligen Bezirks geben.
Architektur
Bestattungsmuseum
Bestattungsmuseum
Bestattungsmuseum
In Wien finden sich Bauwerke aller Stil-Epochen der Architektur, von der romanischen Ruprechtskirche über den gotischen Stephansdom, die barocke Karlskirche, die hochbarocke Jesuitenkirche und die Bauten des Klassizismus bis zur Moderne.
Der Jugendstil hat ebenfalls seine Spuren in Wien hinterlassen:
Die Secession, die Stadtbahnstation Karlsplatz und die Kirche am Steinhof von Otto Wagner oder das Looshaus von Adolf Loos zählen zu den weltweit bekanntesten Bauten dieser Epoche.
Eine der beliebtesten Touristenattraktionen stellt das Hundertwasserhaus von Friedensreich Hundertwasser dar, das als Gegenmodell zur nüchternen modernen Architektur gedacht ist.
Ebenfalls von Hundertwasser gestaltet wurde die Müllverbrennungsanlage Spittelau im Norden Wiens. Ein weiteres Beispiel außergewöhnlicher Architektur ist die Wotrubakirche (Kirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit) des Bildhauers Fritz Wotruba.
In den neu errichteten Stadtteilen nördlich der Donau rund um die Donau City und am Wienerberg findet sich schließlich auch moderne Architektur. Der 202 m hohe Millennium Tower am Handelskai ist seit 1999 das bisher höchste in Wien gebaute Hochhaus und Zeichen einer architektonischen Wende in Wien hin zu mehr Selbstbewusstsein, aber auch Konformität. In den letzten Jahren vollzieht die Stadt eine Kombination aus moderner Architektur mit alten Gebäuden und Wohnbau, wie unter anderem die Revitalisierung der Gasometer 2001, welche weltweites mediales Interesse auf Wien zog. Auffällig im Stadtbild sind auch die Wiener Flaktürme und die Wiener Hochquellenwasserleitung.
Sonstige Kultur
Zwischen Michaeler- und Josefsplatz liegt die Spanische Hofreitschule. Hier sind die Reitkünste der Hohen Schule zu sehen. Im Bereich des österreichischen Volkstanzes ist der
Wiener Kathreintanz die bedeutendste Veranstaltung.
Veranstaltungen
- Wiener Festwochen - ein jährliches Festival mit Theater-, Musik- und anderen kulturellen Produktionen an verschiedenen Orten in der ganzen Stadt.
- Viennale - Das Vienna International Film Festival findet seit 1960 jedes Jahr im Oktober statt.
- Donauinselfest - 1983 zum ersten Mal auf der Donauinsel ausgetragenes Musikfestival. Bei freiem Eintritt besuchen mittlerweile jeden Sommer rund drei Million Menschen die auf mehreren Bühnen veranstalteten Konzerte. Das Donauinselfest ist somit Europas größtes Open-Air-Festival mit freiem Eintritt.
- Wiener Opernball - Einer der „gesellschaftlichen Höhepunkte“ im Wiener Fasching in der Wiener Oper.
- Life Ball - Die größte Aids-Benefiz-Veranstaltung in Europa. Er findet jährlich im Rathaus statt.
- Regenbogenparade - Seit 1996 alljährliche Ende Juni auf der Wiener Ringstraße (seit 1997 gegen die Fahrtrichtung, als Zeichen für andersrum) veranstaltete LesBiSchwule-Parade. Die Parade, sie ist die österreichische Variante des Christopher Street Days, hat sich über die Jahre zum Wirtschaftsfaktor der Stadt entwickelt und wird mittlerweile international beworben. 2001 fand Europride mit mehr als 150.000 TeilnehmerInnen statt.
- Rathausplatz - Auf dem Rathausplatz - zwischen Rathaus und Burgtheater - werden in den Sommermonaten Opern- und Konzertfilme auf einer Großleinwand vorgeführt. Der Eintritt ist kostenlos. Auf diversen Ständen werden kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt angeboten. Der Rathausplatz verwandelt sich dann in einen Treffpunkt für Kulturliebhaber, kulinarische Forscher und Nachtschwärmer, die die einzigartige Atmosphäre auf diesem Platz genießen.
Infrastruktur
Stadtplanung
Der Wiener Stadtentwicklungsplan (kurz STEP) wird von MA 18 (Magistratsabteilung 18) erstellt und legt die Richtlinien für die Stadtentwicklung in den nächsten Jahren fest und trägt somit maßgeblich zur städtischen Infrastruktur bei. Der Stadtentwicklungsplan 2005 befasst sich mit dem Zielgebiet Waterfront, einem Gebiet vom Donaukanal über den Praterstern, Nordbahnhof, Handelskai bis zur Alten Donau.
Verkehrsverbindungen
34 % aller zurückgelegten Wege finden in Wien mittels öffentlichem Verkehrsmittel statt, das ist europäischer Spitzenwert. Weitere 30 % aller zurückgelegten Wege werden zu Fuß bewältigt, und nur 36 % fahren mit dem eigenen Fahrzeug.
Zwölf Donaubrücken verbinden das Stadtgebiet, das durch Donau und Donaukanal geteilt wird.
Donaukanal
Wien hat ein großes Netz öffentlicher Verkehrsmittel. Dies beinhaltet die zur ÖBB gehörenden Schnellbahn, die Badner Bahn und das Netz der Wiener Linien (U-Bahn, Straßenbahn und Autobuslinien). Darüber hinaus fahren auch noch, vor allem in den Stadtrandzonen, private Busunternehmen in Tarifgemeinschaft mit den Wiener Linien. Gemeinsam mit den Bahn- und Buslinien im Umland bis etwa 50 km bildet das Wiener Verkehrsnetz den Verkehrsverbund Ostregion.
City Bike
Als Alternative zu den öffentlichen Verkehrsmitteln bietet im Zentrum von Wien das Citybike Mobilität mit dem Leihfahrrad. Nach der Registrierung via Internet oder direkt am Terminal bei einem der Standplätze kann u. a. mit der Maestro-Karte ein Fahrrad entliehen werden. Die Benützung ist für eine Stunde kostenlos.
Eisenbahn
Historisch bedingt (alle Verkehrsverbindungen orientierten sich nach der Haupt- und Residenzstadt der österreichisch-ungarischen Monarchie) hat Wien mehrere Kopfbahnhöfe:
- Wien Franz-Josefs-Bahnhof als Ausgangspunkt der Franz-Josefs-Bahn;
- Wien Südbahnhof (ehem. Südbahnhof u. Ostbahnhof) - Südbahn und Ostbahn;
- Wien Westbahnhof als Ausgangspunkt der Westbahn
und die Durchgangsbahnhöfe
- Wien Hütteldorf an der Westbahn;
- Wien Heiligenstadt an der Franz-Josefs-Bahn;
- Wien Nord (Praterstern) an der Nordbahn - der nahe gelegene Nordbahnhof wurde im 2. Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut, da durch den Zerfall der Donaumonarchie und den Eisernen Vorhang vor allem der internationale Personenverkehr auf der Nordbahn seine Bedeutung verloren hatte;
- Wien Meidling (Philadelphiabrücke) - Südbahn;
- Wien Mitte (Landstraße).
Daneben gibt es noch viele kleinere Bahnhöfe, die vor allem für den Personennahverkehr bedeutsam sind.
Zur Bündelung des Fernverkehrs ist ein Tunnel von der Südbahn zur Westbahn (Wildschweintunnel, da unter dem Lainzer Tiergarten verlaufend), im Bau. Etwas westlich des heutigen Südbahnhofs ist der Bahnhof Wien Europa Mitte in Planung, wodurch Wien erstmals einen Hauptbahnhof erhalten wird.
Der City Airport Train verbindet die Innenstadt mit dem Flughafen. Zudem gibt es noch zwei Parkeisenbahnen: die Liliputbahn Prater im Wiener Prater und die Donauparkbahn im Donaupark.
Straßenverbindungen
Donauparkbahn
Wie die Bahnlinien verlassen auch die alten Fernstraßen (später Bundesstraßen) sternförmig die Stadt. Teilweise sind sie immer noch nach den Fernzielen benannt (Prager Straße (B3), Brünner Straße (B7), Triester Straße (B17)).
Gleiches gilt auch für die Autobahnen: A1 Westautobahn, A22 Donauuferautobahn, A4 Ostautobahn und A2 Südautobahn verlassen die Stadt radial.
Eine ringförmige Verbindung im Süden zwischen A2, A4 und A22 bildet die A23 Wiener Südosttangente, zu deren Entlastung derzeit die S1 Wiener Südumfahrung gebaut wird. Diese soll östlich der Donau eine Fortsetzung in einem Autobahnring finden; die zur Verbindung notwendige Querung der Lobau und damit des Nationalparks Donau-Auen ist derzeit aus ökologischen Gründen umstritten.
West- und Südautobahn sind durch die außerhalb des Wiener Stadtgebietes verlaufende A21, der Wiener Außenringautobahn miteinander verbunden. Die A5, die zukünftige Nordautobahn, soll eine zusätzliche Verbindung zwischen Drasenhofen an der tschechischen Grenze werden.
Flughafen
Südöstlich von Wien befindet sich der internationale Flughafen Wien-Schwechat. Im Jahr 2004 wurden über 225.000 Flugbewegungen abgewickelt; 14,8 Millionen Passagiere frequentierten den Flughafen.
In letzter Zeit weichen Billigfluglinien auf den nahe gelegenen Flughafen in Pressburg (Bratislava) aus, wobei seit dem Jahr 2004 der Flughafen Wien-Schwechat mit dem Flughafen Pressburg kooperiert.
Durch den Rhein-Main-Donau-Kanal ist Wien durch eine Wasserstraße sowohl mit dem Hafen Rotterdam und den deutschen Industriegebieten als auch mit den Ländern Osteuropas bis zum Schwarzen Meer verbunden. Der geplante Donau-Oder-Kanal ist unvollendet geblieben.
- Die Personenschifffahrt auf der Donau hat fast nur mehr touristische Bedeutung, es gibt einen Tragflügelbootverkehr nach Bratislava und Budapest. Der Wiener Personenhafen liegt bei der Reichsbrücke; daneben gibt es Anlagestellen für Personenschiffe bei Nußdorf und am Donaukanal beim Schwedenplatz.
- Wesentlich bedeutender ist der Frachthafen in der Freudenau. 2003 wurden im Wiener Hafen 9 Mio. Tonnen Güter (vor allem Mineralölprodukte, landwirtschaftliche Produkte und Baustoffe) umgeschlagen und dazu 1.550 Schiffe abgefertigt.
Wasserversorgung
Hauptartikel: Wiener Wasserversorgung
Wien wird seit 1873 durch die erste und seit 1910 zusätzlich durch die zweite Wiener Hochquellenwasserleitung mit Wasser aus dem Rax-Schneeberg-Gebiet und dem Hochschwab-Gebiet versorgt. Sämtliche Abwässer werden durch die Wiener Kanalisation in die Hauptkläranlage in Simmering geleitet. Wasser aus einem Grundwasserwerk in der Lobau wird bei besonders hohem Wasserverbrauch in bestimmten Bezirken dem Hochquellwasser beigemengt.
Energieversorgung
Für die Stromleitungen Wiens ist die Wien-Energie zuständig, ein Tochterunternehmen der Wiener Stadtwerke, welche zur Gänze der Stadt Wien gehören. Der Strommarkt selbst ist liberalisiert, der Wettbewerb jedoch nur im Großkundenbereich ausgeprägt. Wien Energie ist der wichtigste Stromlieferant Wiens.
Bildung
In Wien befinden sich 283 Volksschulen (davon sind 217 öffentliche Schulen), 120 Hauptschulen (davon 96 öffentliche), 46 Sonderschulen (40 öffentliche) und 95 Allgemeinbildende höhere Schulen (67 öffentliche).
Weiters befinden sich in Wien eine Vielzahl von
- Berufsschulen (28 davon 25 öffentliche)
zum Beispiel:
: - [http://www.bs-evt.at BS Elektrotechnik]
: - [http://gastgewerbe.at BS Gastgewerbe]
: - [http://www.wiener-berufsschulen.at/hpgen/projects/BK/index.php BS für Bürokaufleute]
- Technische und Gewerbliche mittlere und höhere Schulen (22 davon 11 öffentliche)
zum Beispiel:
: - [http://www.htl-tex.ac.at HBLVA Textilindustrie]
: - [http://www.graphische.at Höhere Graphische BLVA]
: - [http://www.hblva17.magnet.at HBLVA Chemische Industrie]
: - [http://www.tgm.ac.at Technologisches Gewerbemuseum (TGM)]
- Wirtschaftsberufliche mittlere und höhere Schulen (21 davon 8 öffentliche)
zum Beispiel:
: - [http://www.hbla9.at/michelbeuern.htm HBLA für Mode und wirtschaftliche Berufe]
: - [http://www.die-herbststrasse.at HBLA für Mode]
: - [http://www.tourismusschule.at HBLA Tourismusschule]
- Kaufmännische mittlere und höhere Schulen (16 davon 6 öffentliche)
zum Beispiel:
: - [http://www.ibc.ac.at BHAK BHAS Hetzendorf]
: - [http://www.bhakwien22.at BHAK BHAS Polgarstrasse]
näheres siehe [http://www.bmbwk.gv.at/schulen/index.xml Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur]
Universitäten
- Akademie der bildenden Künste Wien
- Medizinische Universität Wien
- Technische Universität Wien
- Universität Wien
- Universität für angewandte Kunst
- Universität für Bodenkultur Wien
- Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
- Veterinärmedizinische Universität Wien
- Wirtschaftsuniversität Wien
Fachhochschulen
- Fachhochschule Technikum Wien, Wien
- Fachhochschul-Campus Wien, Wien
- Fachhochschule des Berufsförderungsinstituts Wien, Wien
- Fachhochschule der Wirtschaft Wien, Wien
- Sales Manager Akademie Wien, Wien
Wirtschaft
In Wien waren laut Volkszählung 2001 821.458 Personen in 87.691 Unternehmen beschäftigt. Der Bezirk mit den meisten Arbeitsplätzen ist zugleich auch der kleinste, nämlich der 1. Bezirk. Wien genießt international den guten Ruf der hohen Lebensqualität, niedriger Kriminalitätsraten und als „Sprungbrett in den Osten“, da die Stadt und seine Unternehmen schon lange gute Beziehungen zu den MOEL pflegen und daher über reichlich Erfahrung verfügen. Dies wird darin sichtbar, dass viele internationale Konzerne ihre Osteuropa-Zentrale in Wien ansiedeln. Beispiele dafür wären u.a. Heineken oder die HypoVereinsbank.
Freizeit
Nachtleben
HypoVereinsbank
In den 1980er-Jahren entwickelte sich zunächst im Grätzl rund um den Schwedenplatz und die Ruprechtskirche eine rege Beislszene, die scherzhaft Bermudadreieck genannt wird (weil so mancher nach einer langen Nacht dort verschollen sein soll). In den folgenden Jahren dehnte sich die Lokalszene an beiden Ufern des Donaukanals aus.
Nahe der Haltestelle Schottenring, ebenfalls am Donaukanalufer, befindet sich schon seit 1994 das Flex - einer der größten Clubs in Wien. Dort finden fast täglich Abendveranstaltungen und Auftritte von lokal sowie international renommierten DJs, oder auch von (alternativen) Bands statt. Sehr bekannt und beliebt ist dort auch der wöchentlich stattfindende Dub Club. Mit großen Acts - vor allem aus der Ragga/Reggae/Dancehall-Szene - kann auch das WUK nahe dem Währinger Gürtel aufwarten, wo unter anderem der House-Club H.A.P.P.Y stattfindet. Vor allem in den Sommermonaten ist das MQ - Museumsquartier ein beliebter Treffpunkt, wo mehrere Lokale Gastgärten unter freiem Himmel betreiben.
Mit der Schließung des alten allgemeinen Krankenhauses (Altes AKH) wurde ein großes Areal frei, in dem sich einige Uni-Institute, Geschäfte und Lokale ansiedelten und auch für eine Belebung der umliegenden Bezirke sorgten.
In den 1990er Jahren schließlich wurde die Sanierung des Gürtels in Angriff genommen, sodass sich etliche In-Lokale auf der ehemaligen Bordellmeile ansiedelten.
Einen weiteren Schwerpunkt des Nachtlebens bildet im Sommer die Copa Cagrana auf der Donauinsel bei der Reichsbrücke mit zahlreichen Open-Air-Lokalen. Ebenfalls eine seit einigen Jahren neu belebte Gegend ist das Freihausviertel im vierten Bezirk, das nicht nur abends, sondern, wegen seiner Nähe zum Naschmarkt, auch untertags gut frequentiert ist. Zusätzlich entstanden seit dem Ende der 90er Jahre zahlreiche Großraum-Diskotheken am Stadtrand, unter anderem in Donaustadt.
Online-Veranstaltungsprogramme bieten die Websites der Stadtzeitung „Der Falter“ (siehe Weblinks).
Essen und Trinken
Essen
An belebten Straßenecken kann man im Winter an kleinen Ständen Maroni, Kartoffelpuffer oder auch geröstete Mandeln kaufen. Auch Würstel freuen sich großer Beliebtheit und können fast überall erworben werden. Das in Deutschland als Wiener bekannte Würstchen wird in Wien allerdings Frankfurter genannt. Beliebter sind an Wiens Wüstelstanden allerdings andere Würste wie die Burenwurst oder Käsekrainer. Das österreichische Pendant zum Hot Dog ist der Bosner, welcher mit einer Bratwurst gefüllt ist.
Bekannt ist Wien auch für seine Schnitzel. Hierbei handelt es sich um ein paniertes Kalbsschnitzel, dass sehr flach geklopft wird (die Poren schließen sich beim Braten schneller). Für ungefähr 14 € kann man es fast in jedem Lokal mit wienerischer Küche bekommen, allerdings sollte man darauf achten, dass es sich nicht um ein Schweinsschnitzel Wiener-Art handelt. Empfehlenswert ist das Restaurant Figlmüller (Bäckerstraße 6), dass für seine großen Schnitzel bekannt ist. Allerdings ist es immer sehr gut besucht und wer es lieber etwas ruhiger mag, sollte sich ein anderes Lokal suchen.
Bosner]
Der Naschmarkt ist ein Markt, mit festen Ständen, auf dem man Obst, Gemüse, Gewürze, Fisch, Fleich und vieles mehr kaufen kann. Der Markt ist einen Besuch wert. In der Innenstadt gibt es Spezialitätengeschäfte wie Julius Meinl.
Trinken
Wien ist weltweit die einzige Metropole mit eigenem Weinanbaugebiet. Dieser Wein wird in Wien in kleinen Lokalen (Heurigen) ausgeschenkt, die sich vor allem in den Weinbaugebieten Döblings (Grinzing, Neustift am Walde, Nußdorf (Wien), Salmannsdorf, Sievering) und Floridsdorfs (Stammersdorf, Strebersdorf) konzentrieren. Der Wein wird oftmals auch als Gespritzter (Schorle) getrunken. Neben dem Wein spielt das Bier die wichtigste Rolle. Hauptanbieter ist die einzige große Brauerei Wiens, die Ottakringer Brauerei. Daneben gibt es auch mehr als zehn kleine Gasthausbrauereien.
Wiener Kaffeehaus
Ottakringer Brauerei
Eine weitere Besonderheit der Wiener Kultur stellt das Wiener Kaffeehaus dar, in dem neben einer Vielzahl von Kaffeespezialitäten auch kleine Speisen serviert werden. Viele Besucher nutzen die Möglichkeit, während ihres Besuchs stundenlang die meist reichlich vorhandenen Zeitungen zu lesen. Neben vielen neueren chromblitzenden, Espresso genannten Kaffeebars italienischen Stils existieren noch viele „echte“ Wiener Kaffeehäuser, die in Angebot, Ausstattung und Stil den ursprünglichen Charme dieser Institution bewahrt haben.
Wiener Parks und Grünanlagen
Zeitung
Wien besitzt viele unterschiedliche Parkanlagen und ist eine der grünsten Städte der Welt. Die bekanntesten Wiener Parks und Grünanlagen sind der Stadtpark, die zu der Hofburg gehörenden Burggarten und Volksgarten, der Schlosspark vom Schloss Belvedere mit dem botanischen Garten, der Donaupark, der Schönbrunner Schlosspark, der Prater, der Augarten, der Rathauspark, der Lainzer Tiergarten, der Dehnepark, der Resselpark, der Votivpark, der Kurpark Oberlaa, der Auer-Welsbach-Park, der Türkenschanzpark, Laaer Berg mit dem Böhmischen Prater und die Ausläufer des Wienerwaldes, die bis in die Außenbezirke reichen. Kleinere Parks, von den Wienern Beserlparks genannt, gibt es im gesamten Stadtgebiet. Des Weiteren sind in Wien mehrere Parks zu finden, in welchen sich öffentliche Freibäder befinden.
Sowohl sehenswert als auch grün sind die Wiener Friedhöfe, die auch als Erholunsgsorte gelten und zum spazieren einladen. Der Zentralfriedhof ist nicht nur für die Ehrengräber berühmt. Es befinden sich dort auch ein evangelischer Friedhof, der neuer und alte jüdische Friedhof, eine islamische Abteilung, eine syrisch-orthodoxe Abteilung, eine moslemisch-ägyptische Abteilung, eine koptisch-orthodoxe Abteilung, eine griechisch-orthodoxe Abteilung, eine russisch-orthodoxe Abteilung eine rumänisch-orthodoxe Abteilung, eine serbisch-orthodoxe Abteilung sowie Grabstätten der Anatomie. Auch der St. Marxer Friedhof ist ein beliebtes Areal für Spaziergänge. Er ist nicht nur der älteste Friedhof Wiens (Biedermeierfriedhof, 18. Jahrhundert) sondern beherbergt unter anderem auch die Gräber von Wolfgang Amadeus Mozart und Josef Madersperger.
Sport
- Fußball: Wiener Sportclub (gegründet 1883 in Dornbach), Rapid Wien (gegründet 1899, Rekordtitelträger Österreichs), Austria Wien (gegründet 1911), First Vienna FC 1894 (ältester Fußballklub Österreichs)
- Eishockey: Vienna Capitals, Vienna Flyers, EHV Sabres (Dameneishockey)
- American Football:Danube Dragons, Chrysler Vikings, Vienna Knights
- Fechten: Wiener Sportclub (Fechtsektion – 1886 gegründet und Wiens ältester noch aktiver Fechtclub)
- Baseball: WBV Homerunners
- Radsport: Zahlreiche Mountainbikestrecken rund um Wien
- Rudern: 11 Rudervereine, an der Alten Donau und an der Donau
Politik
Wien gilt als Hochburg der Sozialdemokratie in Österreich. Seit der Gründung der Republik wird die Stadt (mit Ausnahme von sehr kurzen Perioden) von der sozialdemokratischen Partei mit absoluter Mehrheit regiert. Amtierender Bürgermeister ist Michael Häupl. Ausdruck der sozialdemokratischen Politik sind auch die in großer Zahl von der öffentlichen Hand erschaffenen Gemeindebauten. Verwaltet wird die Stadt durch eine Vielzahl von Magistratsabteilungen (Ämter), welchen jeweils genau festgelegte Aufgabenbereiche zugeteilt sind.
Prozentueller Stimmenanteil der Parteien und Sitzverteilung
Bei der Gemeinderatswahl vom 23. Oktober 2005 lautete die Stimmen- bzw. die Sitzverteilung im Gemeinderat (100 Sitze sind zu vergeben) wie folgt:
- SPÖ 49,09 % (55 Sitze)
- ÖVP 18,77 % (18 Sitze)
- FPÖ 14,83 % (13 Sitze)
- Die Grünen 14,63 % (14 Sitze)
- KPÖ 1,47 %
- BZÖ 1,15 %
- WiF 0,04 %
- SLP 0,02 %
Bei den parallel abgehaltenen Bezirksvertretungswahlen konnte sich die SPÖ in 16, die ÖVP in fünf und die Grünen in zwei Bezirken durchsetzen. Die Grünen stellen wie bisher im 7. Bezirk und erstmals auch im 8. Bezirk den Bezirksvorsteher. Die Wahlbeteiligung erreichte nur 60,81 % (nach 66,58% 2001) bei der Gemeinderatswahl und 58,5 Prozent bei den Bezirksvertretungswahlen. Erstmals waren 16- und 17-Jährige stimmberechtigt.
Siehe auch: Liste der österreichischen Landeshauptleute, Wahlen in Österreich
Internationale Organisationen mit Sitz in Wien
- IPI - Internationales Presseinstitut
- OPEC - Organisation Erdölexportierender Staaten
- OSZE - Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
- UNO
: - IAEA - Internationale Atomenergiebehörde
: - UNDCP - Internationales Drogenkontrollprogramm
: - UNIDO - Organisation für industrielle Entwicklung
: - UNODC - Internationales Drogenkontrollprogramm
Partnerstädte
Wien unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:
- Zagreb (Kroatien), seit 1994
Außerdem bestehen Partnerschaften zwischen einzelnen Wiener Bezirken und folgenden japanischen Städten/Bezirken:
- Döbling (Wien 19) mit Setagaya (Tokyo) seit 1985
- Floridsdorf (Wien 21) mit Katsushika (Tokyo) seit 1987
- Innere Stadt (Wien 1) mit Taitō (Tokyo) seit 1989
- Meidling (Wien 12) mit Gifu (Gifu) seit 1992
- Hernals (Wien 17) mit Fuchū (Tokyo) seit 1992
- Alsergrund (Wien 9) mit Takarazuka (Hyōgo) seit 1994
- Hietzing (Wien 13) mit Habikino (Ōsaka) seit 1995
- Donaustadt (Wien 22) mit Arakawa (Tokyo) seit 1996
Die Josefstadt (Wien 8) bildet gemeinsam mit den gleichnamigen Bezirken Józsefváros in Budapest und Timişoara den Bund der Josefstädte.
Weiters bestehen folgende Partnerschaften zwischen Wiener Bezirken und chinesischen Bundesländern (Provinzen), Städten und Bezirken.
- Innere Stadt (Wien 1) - Shapingba (Chongqing)
- Mariahilf (Wien 6) - Nankai (Tianjin)
- Alsergrund (Wien 9) - Dongcheng (Peking)
- Simmering (Wien 11) - Chaoyang (Peking)
- Donaustadt (Wien 22) - Luwan (Shanghai)
- Liesing (Wien 23) - Fangshan (Peking)
Literatur
- Alexander Glück, Marcello La Speranza, Peter Ryborz: Unter Wien - Auf den Spuren des Dritten Mannes durch Kanäle, Grüfte und Kasematten, Christoph Links Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-86153-238-7
Siehe auch
- Portal:Wien
- Liste der größten Städte der EU
Weblinks
Allgemein
- [http://www.wien.gv.at/ Offizielle Website der Hauptstadt]
- [http://www.natur-wien.at/ Website über die Natur der Hauptstadt]
Sehenswürdigkeiten und Tourismus
- [http://www.wien.info/ Wiener Tourismusverband]
- [http://www.cityreview.at/wien/wien/sehenswuerdigkeiten/ Sehenswürdigkeiten Wien]
- [http://www.vienna.com/ Online-Führer durch Wien]
- [http://vienna.openguides.org/ OpenGuide Vienna]
- [http://www.wien-konkret.at/ Informationen und Ratgeber zu Wien]
- [http://www.your-friend.info/ Audio Stadtführer zum download]
Veranstaltungen und Zeitungen
- [http://www.falter.at Der Falter: Stadtzeitung Wien] Politik, Kultur und Veranstaltungsprogramm (siehe auch Falter (Zeitung))
- [http://www.hauptstadt.at www.hauptstadt.at - Programmübersicht von Wien]
Fotos aus Wien
- [http://www.foto-julius.at/ind_wien.html Wien Bilder allgemein]
- [http://www.vien.at/ Photoblog Wien]
- [http://home.jtan.com/~ptunner/viennaskyline/ Fotos der wiener Skyline]
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Kategorie:Hauptstadt in Europa
Kategorie:Weltkulturerbe
Kategorie:Österreichische Landeshauptstadt
Kategorie:Bundesland in Österreich
als:Wien
ja:ウィーン
ko:빈
simple:Vienna
BarockDas (der) Barock ist der in Europa vorherrschende Kunststil von etwa 1600 bis 1750. Er ging von Italien aus und ist charakterisiert durch Sinnesfreude, Formenreichtum und üppige Verzierungen. Auch das entsprechende Zeitalter wird oft "Barock" genannt.
Der Begriff „Barock“
Die Bezeichnung dieser Kunstepoche geht auf das 17. Jahrhundert zurück und stammt aus vom portugiesischen barroca oder italienischen barocco (schief, eigenartig) - in Anklang an pérola barroca (unregelmäßig geformte Perle). Die genaue Etymologie ist nicht sicher (lat. veruca, Wucherung?). Es wird eine Beeinflussung im Französischen durch den Namen des Syllogismus baroco angenommen, mit dem in der Renaissance das verschnörkelte Denken und Argumentieren der Scholastik verspottet wurde. Erwin Panofsky favorisiert diese Bedeutungsherleitung: "Derart kam es zustande, dass das Wort Baroco dazu diente, alles Wild-Verworrene, Unklare, Wunderliche und Nutzlose zu kennzeichnen" (What ist baroque?, 1935; siehe unter "Literatur"). Das Eigenschaftswort barock steht heute auch für verschnörkelt, überladen und vereinzelt für seltsam-grotesk.
Im 19. Jahrhundert verstand man unter Barock zunächst ausschließlich die der Renaissance folgende Kunstepoche zwischen etwa 1570/1600 und 1750. In diesem Sinne hat Jakob Burckhardt seit 1855 das Wort verwendet. Diese Terminologie wurde in anderen Sprachen übernommen und bald international verwendet. Der Literaturhistoriker Fritz Strich (1882-1963) übertrug den Begriff Barock auf die Literatur des 17. Jahrhunderts. Im 20. Jahrhundert setzte sich der Begriff Barock für die gesamte historische Epoche durch.
- In der Kunstgeschichte gilt die Einteilung für die Baukunst, die bildende Kunst und für die Musik, wobei die Epochengrenzen zwischen den Künsten abweichen. Barock wird auch als Zeitalter der Theatralik und Inszenierung bezeichnet. Die Barockmusik ist regelhaftig und pathetisch. Kunstgeschichtlich wird der Barock unterteilt in die Epochen Frühbarock, Hochbarock und Spätbarock.Die kunstgeschichtliche Spätphase des Barock, das Rokoko (in Deutschland ca. 1730-1770), wird häufig als eigener Stil bezeichnet. Was für den Stilwandel in der Musik zutrifft (siehe Vorklassik), ist jedoch für andere Kunstbereiche weniger deutlich. Die Literatur bezeichnet ausschließlich das 17. Jahrhundert als Barock, hingegen das vorklassische 18. Jahrhundert als Aufklärung bzw. Empfindsamkeit.
- Politisch entspricht der Barock dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, dem Zeitalter des Absolutismus und - speziell in Mitteleuropa - dem Aufatmen nach den Türkenkriegen.
- Die breite universitäre Philosophie beschäftigte sich vor allem mit den Themen der Barockscholastik. Daneben kennzeichneten die Strömungen des Rationalismus und des Empirismus die Philosophie dieser Zeit.
- Religionsgeschichtlich wird der Barock eingeleitet durch die vor allem von den Jesuiten getragene Gegenreformation.
-
Literatur
Die Barockliteratur wurde stark beeinflusst durch den 30-jährigen Krieg. Daraus resultierte eine ausgeprägte Beschäftigung mit Themen wie Vanitas (Vergänglichkeit), Memento mori (Gedenke zu Sterben / Denke daran, dass du sterben wirst) und Carpe diem (Nutze den Tag). Die Autoren stellten oft Begriffe antithetisch gegenüber, typisch waren die Gegenüberstellung von Leben und Tod, Gegenwart und Unendlichkeit, Schein und Sein.
Die bevorzugte Literaturform war das Gedicht, vor allem das Sonett, übliches Versmaß war der Alexandriner mit 6-hebigen Jamben mit starken Zäsuren.
Stilmittel wie Anaphern und Symbole wurden bevorzugt eingesetzt, um durch bildliche Darstellungen elementare Dinge wie Diesseits und Jenseits, sowie die Rolle des Menschen zu erläutern.
Wichtige Vertreter einer von Krieg und Zerstörung geprägten Zeit sind die Lyriker Andreas Gryphius (1616–1664), Martin Opitz (1597–1639), Angelus Silesius und Christian Hofmann von Hofmannswaldau (1617–1697). Der Pfarrerssohn Gryphius zum Beispiel musste als Kind den Herztod seines Vaters mitansehen, nachdem eine brandschatzende Soldateska in dessen Kirche eindrang. Seine Gedichte über Eitelkeit und Vergänglichkeit. "Es ist alles eitel" und "Tränen des Vaterlandes" sind wohl die bekanntesten Barockgedichte.
Auch die Kirchenlieder von Paul Gerhardt (1607–1676) wie "Geh aus mein Herz und suche Freud" werden der Barocklyrik zugeordnet.
Wichtigstes Prosawerk ist der Schelmenroma "Der abenteuerliche simplicissismus Teutsch" (1668) von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (1621–1676).
Die Barockpredigt
Die Barockpredigt ist gekennzeichnet durch eine blumige Sprache. Die häufigsten Stilmittel sind die Wiederholung (repetitio), die Häufung (besonders das Epitheton), Symbole und Embleme sowie besonders Allegorien und Metaphern. Fabeln und Märchen vermitteln meist eine moralische Lehre. Ferner wurden Vergleiche, Schwänke sowie Sprichwörter häufig verwendet. Viele Prediger benutzten Sprachbilder und griffen dabei nicht nur auf die Bibel zurück, sondern auch auf antike Werke.
Am Ende des 16. Jahrhunderts wird die Predigt ein Massenmedium und kann durch die Erfindung des Buchdrucks die öffentliche Meinung beeinflussen. Dadurch änderte sich die Absicht der Prediger, zur theologischen Botschaft kam die politische Einflussnahme. Die Kirche erkannte dieses Machtpotenzial und machte auf dem Konzil von Trient die Predigttätigkeit für Priester obligatorisch. Die Themenwahl der Predigten war breit gestreut. So wurden theologische Probleme ebenso erörtert wie bibelexegetische Aussagen.
bibelexegetische.]]
Abraham a Sancta Clara ist im deutschsprachigen Raum der bekannteste katholische Prediger des Barocks. Der heute weniger bekannte Georg Scherer bekämpfte in seinen Barockpredigten oft die Reformation.
Der Jesuit Piotr Skarga (1536–1612) war der bekannteste polnische Prediger der Barockzeit. Seine wichtigsten Werke sind die Parlamentpredigten von 1597, die Heiligengeschichten von 1579 und die Militärmessen von 1618.
Literaturhinweise zur Barockpredigt:
- Werner Drobesch: Sozialpolitische Aussagen in den Predigtsammlungen der Gegenreformation. in: Katholische Reform und Gegenreformation in Innerösterreich 1564-1628, ed. France M. Dolinar (Klagenfurt, 1994) 491 - 507
- Valentin Hertle: Andreas Strobl als Modellfall der bayrischen Barockpredigt (kath.-theol. Diss. München, 1965)
- Maximilian Neumayr: Die Schriftpredigt im Barock. Auf Grund der Theorie der katholischen Barockhomiletik (Paderborn, 1938)
Theater
Im 17. Jh. wurde als neue Entwicklung in der Theatergeschichte die Kulissenbühne eingeführt, die sich gegenüber der Winkelrahmenbühne der Renaissance (16. Jahrhundert) durch ihre Verwandlungsfähigkeit und die starke Tiefenwirkung auszeichnete. Auch Bühnenmaschinerien aller Art erfreuten sich großer Beliebtheit.
Bildende Kunst
Malerei
Die Malerei der Hochrenaissance war um harmonische, ausgewogene und formstrenge Komposition bemüht. In der Spätrenaissance bzw. im Manierismus geriet dieses Gleichgewicht aus den Fugen. In der Barockmalerei kam es zu einer Synthese von Manierismus und Hochrenaissance. Mit dem Manierismus widmete sich die Malerei zum ersten Mal explizit dem Unausgewogenen und Bizarren. Kennzeichen dessen sind die sogenannten figurae serpentinatae. Sie thematisieren menschliche Affekte. Die Barockmalerei ließ diese tiefen menschlichen Affekte nicht unvermittelt stehen, sondern verdichtete sie zu einer Gesamtaussage höchster Dramaturgie.
In der barocken Malerei herrschen dem entsprechend dynamische Bildwelten vor, welche für religiöse Themen ebenso wie für weltliche, mythologische oder Landschaftsdarstellungen verwendet werden.
Als Begründer des barocken Stils gelten Caravaggio mit seiner derb-realistischen Hell-Dunkel-Malerei und die Carracci in Rom. Weitere berühmte italienische Barockmaler sind Guido Reni, Pietro da Cortona, Carlo Carlone und Domenichino. In der flämischen Malerei war Peter Paul Rubens mit seiner Schule führend, in Spanien Diego Velázquez. In Holland dominierten Frans Hals und Rembrandt.
In der barocken Baukunst wurde das Ganze des Bauwerkes nicht mehr durch Summation von Einzelteilen verstanden, also vom Teil zum Ganzen, sondern umgekehrt als einen ausdifferenzierten Organismus vom Ganzen zum Teil.
Als Vorreiter der barocken Baukunst kann Michelangelo mit seinen späten römischen Bauten, insbesondere dem Petersdom angesehen werden. Denn im Entwurf zu Letzterem war eine bis dahin unbekannte kolossale Ganzheitlichkeit erreicht. Sein Schüler Giacomo della Porta führte dieses Erbe in Rom fort, wobei insbesondere die Fassade zu Il Gesu - der Mutterkirche des Jesuitenordens - zu nennen ist. Diese leitete direkt zur bedeutendsten frühbarocken Kirchenfassade über, Santa Susanna von Carlo Maderno. Im 17. Jahrhundert breitete sich der Barockstil in ganz Europa und Südamerika aus, wobei sich die Jesuiten als Förderer hervor taten.
Weitere wichtige Merkmale der barocken Baukunst sind
- Ablösung schmaler, langer Kirchenschiffe durch breitere, bisweilen runde Formen
- Dramaturgischer Gebrauch des Lichtes entweder durch starke Hell/Dunkel-Kontraste (z. B. Klosterkirche Weltenburg) oder einheitliche Durchflutung durch zahlreiche Fenster (z. B. Basilika Weingarten)
- Häufiger Gebrauch von plastischen Zierelementen (Girlanden, Putten aus (oft vergoldetem) Holz, Schweifwerk, Kartuschen, Gips bzw. Stuck, Marmor oder Stuckmarmor)
- Großflächige Deckengemälde
- Die Außenfassade ist häufig durch eine dramatische Steigerung zur Mitte charakterisiert.
- Das Innere ist oft nur Schale für die dekorative Ausschmückung durch Malerei und Plastik (vor allem im Spätbarock).
- Häufiger Gebrauch von illusionistischen Effekten wie Scheinarchitektur oder Verschmelzung von Malerei und Architektur
- Im bayrischen und schwäbischen Barock sind Zwiebeltürme sehr verbreitet.
- Zimmerfluchten
- Symmetrie
- Abstufungen mit Treppen für die Darstellung der Rangordnung (Wer höher stand, hatte auch einen höheren Rang).
- runder und ovale Formen wie etwa Kuppeln
- Spiegelsäle
Während die Sakralarchitektur des Barocks vor allem durch Italien, d. h. durch Rom durch das Paradigma der basilikalen Kreuzkuppelkirche mit Langhaus, seine initialen Impulse erfuhr, war das Zentrum der barocken feudalen Profanarchitektur Frankreich. Schon im 16. Jahrhundert etablierte sich dort die offene Dreiflügelanlage als kanonische Lösung des feudalen Schlosses. Doch erst durch Salomon de Brosse Palais du Luxembourg (erbaut 1615-1620) wurde hier auch strukturell das Paradigma für die barocke Baukunst geliefert. Denn hier war zum ersten Mal das Corps des Logis klar von den niedrigeren Seitenflügeln, welche die Wirtschaftsgebäude bildeten, als repräsentativer Hauptteil des Bauwerkes abgehoben. Auch hier vollzog sich also eine Ausdifferenzierung mit dem Ziel, ein organisches Ganzes zu bilden. Schließlich findet sich auch hier die Entwicklung vom Turm zum Risalit vollständig vollzogen. Ein weiterer Schritt der Entwicklung stellt die konsequente Einbeziehung des Gartens in die Ganzheit des Schlossensembles, welche beispielgebend in Vaux-le-Vicomte (Bauzeit von 1656-1661) bei Paris geschah. Hierbei ergänzten sich der Architekt Louis Le Vau und der Gartenbauer André Le Nôtre in idealer Weise. Dieselben Künstler steigerten dieses Konzept beim königlichen Jagdschloss und späteren Hauptresidenz Schloss Versailles (erweitert 1661-1690) ins Monumentale. Wenngleich hierbei viele stilistische Unzulänglichkeiten zu Tage traten, so war Schloss Versailles dennoch konzeptionell maßgebend für viele europäische Residenzen (etwa Mannheim, Nordkirchen, Caserta, u. a.).
In Mitteleuropa bzw. Deutschland setzte das Barock erst verzögert ein. Zwar hatten bereits der Augsburger Stadtbaumeister Elias Holl (1573-1646) sowie der wichtigste Theoretiker der Zeit Wendel Dietterlin (ca. 1550 - 1599) die Wende zum Barock vollzogen, doch blieben diese Leistungen durch die katastrophalen Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges zunächst ohne Nachfolge. Erst ab 1650 setzte wieder eine verstärkte Bautätigkeit ein, wobei sich Sakralbaukunst und Profanbaukunst an Bedeutung in etwa die Waage hielten. Oftmals wurde zwischen süddeutschem und norddeutschem Barock unterschieden, was jedoch die Tatsache verschleiert, dass es eigentlich der Unterschied protestantischem und katholischem Barock war, der diese Zeit prägte. Die katholische Sakralbaukunst fand durch die Vorarlberger Bauschule in Anschluss an die Münchner Jesuitenkirche St. Michael und vor allem die Studienkirche der Jesuiten in Dillingen recht bald zum überaus verbreiteten Schema der Wan | | |