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Apache

Apache

Das Wort Apache (dt.: //; engl.: //) bezeichnet:
- verschiedene nordamerikanische Indianerstämme, siehe Inde (Volk).
- ihre Sprache, siehe Apache (Sprache).
- ein County in Arizona/USA, siehe Apache County
- eine ehrenamtlich arbeitende Organisation für Open Source Software, siehe Apache Software Foundation.
- einen HTTP-Server, siehe Apache HTTP Server.
- einen US-amerikanischen Kampfhubschrauber, siehe AH-64 Apache.
- die seit 1954 agierende Öl- und Gasgesellschaft, siehe Apache Corporation.
- das auf Intensivstationen eingesetzte Scoring-System Acute Physiology And Chronic Health Evaluation, siehe APACHE. ja:アパッチ

Inde (Volk)

Inde (je nach Dialekt auch T`Inde, N`de, N`ne = "die Menschen" bekannt auch als Apachen, dem Zuni-Wort für Feind) ist die Sammelbezeichnung für verschiedene Südliche Athapasken-Gruppen im Südwesten der heutigen USA und im Norden Mexikos. Die Sprachen der Inde, Apache, bilden eine eigene Untergruppe der Na-Dene-Sprachfamilie, wie auch die der Diné. Die Inde leben heute mehrheitlich in Reservationen in den US-Bundesstaaten Neu-Mexiko, Arizona und Oklahoma.

Gruppen der Inde

Die als Inde zusammengefassten Stämme können wie folgt klassifiziert werden:
- Chiricahua (Nahuatl: "wilde Krieger aus den Bergen")
  - Chu-ku-nde/Chokonen (= "Ridge of the Mountainside People", auch Hiu-Ha = "Volk der aufgehenden Sonne", "wirkliche" oder "zentrale" Chiricahua)
  - Chi-he-nde/Chihenne (= "rot bemaltes Volk", Warm Springs, "östliche" Chiricahua)
  - Bi-dan-ku/Bedonkohe (= "In Front of the End People", Mimbreno, Mogollon, Gila Apache, "östliche" Chiricahua)
  - Ndè`ndai/Nednhi (= "feindliches Volk", Bronco Apache, "südliche" Chiricahua)
- Mescalero (span: "Mescalsammler", Natage, Faraone, Eigenbez.: Shis-Inday = "Volk der (Berg)Wälder")
  - Nataina (Natage)
  - Tuetinini
  - Tsihlina-Inde (Chilpaines)
  - Guhlka-Inde (Cuelcajenne)
  - Tahuunde
- Anima-Gruppe (lebten als Nachbarn der Bedonkohe in den Mogollon Mountains)
- Jicarilla (span: "kleine Körbe", Eigenbez.: T`inde)
  - Olleros (span: "Töpfer", Eigenbez.: Sai N`de = "Sand-Volk/Berg-Volk")
  - Llaneros (span: "Volk der Ebene", Eigenbez.: Kolkahin/Gulgahén = "Volk der Ebene")
- Lipan (von Ipa N`de = "Ipa`s Volk", Ndee buffalo hunters, Texas-Apache, Eigenbez.: Naizhan = "wir", "von unserer Art")
  - Lipajenne
  - Arriba-Lipan
  - Abajo-Lipan
- Kiowa-Apache (Eigenbez.: Na-di-isha-dena = "fürstliches Volk", Plains-Apache, Gataka)
- Westliche Apachen (Coyotero = "Coyotenesser", auch Garroteros = "Keulenmänner", Eigenbez.: T`iis Ebah N`nee = "Volk der grauen Baumwolle")
  - White Mountain/Sierra Blanca ("Volk der weißen Berge")
    - Westliche White Mountain-Gruppe
    - Östliche White Mountain-Gruppe
  - Cibecue (von
Dishchíí Bikoh = "Volk des roten Canyon")
    - Canyon Creek-Gruppe
    - Carrizo-Gruppe (
Tł’ohk’aa’ digaidn)
    - Cibecue-Gruppe (
Dziłghą́’é)
  - San Carlos (
Tsék’áádn)
    - Apache Peaks-Gruppe
    - San Carlos-Gruppe
    - Akonye Bande
    - Pinaleno/Pinal (
T’iisibaan; span: "Pinienvolk")
    - Arivaipa/Aravaipa (Pima: "Feiglinge", "Weiber")
  - Tonto (span: "wild", "verrückt", Ben-et-dine = "wild", "verrückt", "die man nicht versteht",Eigenbez.: Dilzhé`e)
    - Nördliche Tonto
      - Bald Mountain-Gruppe
      - Fossil Creek-Gruppe
      - Mormon Lake-Gruppe
      - Oak Creek-Gruppe
    - Südliche Tonto
      - Mazatzal-Gruppe
      - sechs Klein-Gruppen Zuweilen werden auch einige Yuma-Stämme zu den Inde gezählt, so die Yavapai, die Apache Mohave und die Hualapai/Walapai, die Yuma-Apachen.

Geschichte der Inde

Die Inde-Stämme wanderten im 14. und 15. Jahrhundert zusammen mit den Diné vom Norden, vermutlich über die östlichen Ausläufer der Rocky Mountains in die Gegend der heutigen US-Bundesstaaten New Mexico und Arizona sowie ins westliche Texas, südöstliche Colorado und nördliche Mexiko. Die Inde-Gruppen (Gotahs) lebten als halbnomadische Sammler und Jäger, einige Banden betrieben zusätzlich Ackerbau. Hinzu gesellte sich das Beutemachen auf Raubzügen gegen ihre indianischen Nachbarn, die Pima, Pueblo-Indianer, Yuma, Pawnee, Caddo und Opata. Die Inde lebten in matrilinearen Lokalgruppen, die sich zu Gruppen (Gotahs) zusammenschlossen, "Stämme" im eigentlichen Sinn gab es nicht. Die Todfeinde der Inde waren die Comanche, Pima, und die texanischen Stämme. Die Inde-Gruppen in Arizona, New Mexico und Mexiko lebten in Wickiups, einfachen Strauch- und Grashütten, die auf den Plains in Texas beheimateten Lipan und Kiowa Apache in Tipis, und die Mescalero und Jicarilla sowohl in Wickiups als auch in Tipis. Die Inde bezeichneten ihre Behausungen als "Kowa". Die Inde-Krieger waren keinem Häuptling (Nantan) zum Gehorsam verpflichtet, sondern schlossen sich einflussreichen Männern (und gelegentlich Frauen) an, die aufgrund ihres Reichtums, ihrer Fähigkeiten, persönlichen Überzeugungskraft und ihrer "Diyah" = "Kraft" Prestige besaßen. Meistens waren daher die Anführer gleichzeitig auch Schamanen (Diyin). Neben "Diya" besaßen manche Frauen und Männer zudem "Inda-ce-ho-ndi" ("Enemies-Against-Power"), die ihnen ermöglichte, Feinde zu lokalisieren, deren Anzahl zu benennen, und diesen durch ihre Macht zu schaden. Es gab zuweilen auch Kriegerinnen, wie zum Beispiel Lozen ("geschickte Pferdediebin") oder Gouyen ("Weise Frau"). Zwischen Raubüberfällen und Kriegszügen gab es bei den Inde einen scharfen sozialen Unterschied: Raubzüge wurden organisiert, um Nahrungsvorräte, Pferde, Waffen u.a. zu besorgen, Ziel war es hierbei nicht, zu töten, sondern möglichst ohne Verluste und Begegnung mit dem Feind, erfolgreich die Familien zu versorgen. Diese Beutezüge wurden durch Lokalgruppen durchgeführt, die oft nur aus 10 - 20 Kriegern bestanden. Kriegszüge hingegen wurden von Gruppen organisiert, um den Tod eines Inde zu rächen, und konnten aus bis zu 200 Kriegern bestehen. Dabei gab es bei den Inde keine Kriegerbünde, die Inde zählten keine Coups und erlangten durch die Tötung eines Feindes kein Prestige. Zudem nahmen sie keine Skalps. Als vielleicht erster Weißer stieß 1540 der spanische Konquistador Francisco Vásquez de Coronado auf Inde-Indianer. 1598 traf sein Landsmann Juan de Oñate auf sie. Er war der erste, der den Zuni-Begriff "Apachù" (= "Feind") als "Apache" übernahm. Durch die unfreiwillige Einführung des Pferdes durch die Spanier nach dem Pueblo-Aufstand von 1680 erhöhten sich die Mobilität und der Aktionsradius der Inde-Gruppen enorm. Vom Arkansas River im südlichen Colorado im Norden bis in die mexikanischen Staaten Sonora, Sinaloa, Chihuahua, Coahuila, Durango und Jalisco im Süden, vom Colorado River im Westen bis nach Zentral- und Süd-Texas im Osten plünderten die Inde indianische und weiße Besitzungen gleichermaßen. Tausende Indianer und Weiße wurden getötet und entführt, ganze Landstriche entvölkert. Hierdurch konnten die Inde die Spanier und Mexikaner größtenteils aus ihrem Gebiet, das die Spanier Apacheria nannten, fernhalten. Zum gemeinsamen Schutz und um die Inde zu isolieren, schlossen die Spanier und Mexikaner Allianzen mit den Pima, Opata, Tarahumara, Pueblo, Wichita, Caddo und ab 1786 mit den Comanche. Als Gegenleistung für die indianische Unterstützung öffneten die Spanier und Mexikaner ihre Märkte den indianischen Produkten und Waren, und versorgten die Stämme mit Waffen und logistischer Unterstützung in deren Kämpfen gegen die Inde. Im Jahr 1835 führten die mexikanischen Staaten Sonora und Chihuahua Skalp-Prämien auf Inde-Skalpe ein, um dem "Apache-Problem" Herr zu werden. Während dieser Auseinandersetzungen schlossen immer wieder einzelne mexikanische Staaten mit verschiedenen Inde Verträge ab, boten diesen Schutz vor Verfolgungen durch die Armee, und erlaubten den Banden Zugang zu ihren Märkten, um dort Beute und Produkte gegen Waffen, Munition, Kaffee, Zucker und andere Waren einzutauschen. Als später die USA ehemals mexikanische Gebiete übernahmen, lieferten die Inde der US-Armee erbitterte Kämpfe. Die "Apache-Kriege" (1850 - 1890) waren die längsten und kostspieligsten Kriege der USA. Durch die hohen Verluste an Soldaten und Zivilisten, die Schwierigkeiten im Gelände, die Schnelligkeit, Schlauheit und Grausamkeit der Inde und ihr verzweifelter und langandauerender Widerstand wurden viele ihrer Anführer berühmt. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts kapitulierten die letzten Inde und zogen in Reservationen. Die letzten Überfälle kleiner Inde-Gruppen erfolgten 1930 auf Ansiedlungen und Auswanderer im Norden Mexikos. Berühmte Anführer: Juan Josè Compa, Mangas Coloradas, Cochise, Nana, Geronimo, Juh, Victorio, Santana, Gian-na-tah, Delshay, Chuntz, Naiche, Ulzana Noch Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Inde-Kinder von ihren Eltern getrennt und weißen US-Bürgern zur Adoption gegeben. Die Enkel oder Urenkel erfahren dies heute nur noch aus mündlichen Überlieferungen, wenn ein Inde-Kind damals alt genug war, sich zu erinnern.

Demographie

1840 zählten sie etwa 15.000, 1906 nur noch 6.000. Der US-Zensus von 2000 nennt 96.833 Inde, wovon rund 31.000 gemischter ethnischer Herkunft sind. Die Zahlenangabe von 1840 ist höchstwahrscheinlich eine Übertreibung der Spanier und Mexikaner, deren Schätzungen bis zu 30 000 Menschen reichten, anscheinend zählten alle Inde zusammen niemals mehr als 10 000.

Siehe auch

Liste nordamerikanischer Indianerstämme

Weblinks


- http://www.indianerwww.de/indian/n_apache.htm (Kultur und Stammesstruktur der Inde) Kategorie:Nordamerikanische Ethnie nb:Apasje


Apache (Sprache)

Süd-Athabaskan ist eine Unterfamilie der athabaskanischen Sprachen, die im Südwesten Nordamerikas gesprochen werden. Diese Sprachen werden von verschiedenen Gruppen der Apachen- und Navajovölker gesprochen, vornehmlich im südwestlichen Teil der USA (Arizona, New Mexiko und Oklahoma, aber auch in Colorado und Utah). Früher wurde es auch in Nordwest-Mexiko und Texas gesprochen. Die anderen athabaskischen Sprachen werden im Nordwesten Kanadas und Alaskas, sowie an den pazifischen Küstenregionen der USA gesprochen. West-Apachen nennen ihre Sprache Nnéé biyáti’ oder Ndéé biyáti’. Navajos nennen ihre Sprache Diné bizaad. Der berühmteste Sprecher von Süd-Athabaskan war Geronimo (Goyaałé), der Chiricahua sprach.

Klassifikation

Süd-Athabaskanische Sprachen können in 2 Gruppen geteilt werden: (I) Prärie und (II) Südwesten. Die Sprache der Prärie-Apachen ist das einzige Mitglied der Prärie-Apachen-Gruppe. Die Südwest-Gruppe kann weiter aufgeteilt werden, in die Untergruppen (A) Westlich und (B) Östlich. Die Untergruppe "Westlich" besteht aus der Sprache der West-Apachen, Navajo, Mescalero und Chiricahua. Die Untergruppe "Östlich" besteht aus Jicarilla und Lipan. I. Prärie # Sprache der Prärie-Apachen II. Südwesten
- A. Westlich
- # Sprache der West-Apachen
- # Navajo
- # Mescalero
- # Chiricahua
- B. Östlich
- # Jicarilla
- # Lipan Mescalero und Chiricahua werden als verschiedene Sprachen erachtet, obwohl Sprecher der jeweils anderen Sprache sich verstehen. Ethnologen (=Völkerkundler) behandeln sie als eine Sprache. Die Sprache der West-Apachen und Navajo sind näher miteinander verwandt, als beide mit Mescalero oder Chiricahua. Lipan und die Sprache der Prärie-Apachen sind fast ausgestorben (Lipan ist es vielleicht schon). Chiricahua ist stark gefährdet. Die Sprache der West-Apachen, Mescalero und Jicarilla werden ebenfalls als gefährdet angesehen, aber Kinder lernen diese Sprachen noch. Navajo ist die stärkste unter den nordamerikanischen Sprachen, der Gebrauch unter Erstklässlern hat sich aber von 90% auf 30% reduziert (1998, New York Times, 9. April, S. A20)

Klang (Phonologie)

Alle süd-athabaskanischen Sprachen haben eine ähnliche Phonologie, ein ähnliches Lautsystem. Die folgende Beschreibung konzentriert sich auf die Sprache der West-Apachen. Man kann von geringen Variationen dieser Beschreibung in anderen, verwandten Sprachen ausgehen. Vergleiche z.B. Navajo, Jicarilla, Chiricahua).

Konsonanten

Süd-Athabaskan hat allgemein ein Konsonanten-Repertoire, das dem Satz der 33 unten gezeigten (hauptsächlich auf der Sprache der West-Apachen basierenden) Konsonanten ähnelt:

Orthographie (Konsonanten)

Die praktische Orthographie entspricht der Aussprache des Süd-Athabaskan relativ gut (den Schreibsystemen von Deutsch oder Vietnamesisch gegenübergestellt). Die folgende Tabelle zeigt die phonetische Schreibweise mit dem dazugehörigen orthographischen Symbol: Einige Buchstabierkonventionen: # Die Fricative und werden beide als h geschrieben. (siehe 2.) # Der Fricativ wird gewöhnlich als h geschrieben, nach einem o aber als ein hw (kann wie ausgesprochen werden). # Der Fricativ wird in den meisten Fällen als gh geschrieben, aber vor einem i und e wird es als y geschrieben und wie ausgesprochen. Vor einem o wird es als w geschrieben und wie ausgesprochen. # Alle Wörter, die mit einem Vokal beginnen, werden mit einem Knacklaut ausgesprochen . Dieser Knacklaut wird aber nie an den Anfang eines Wortes geschrieben. # Einige Worte werden, abhängig vom Dialekt des Sprechers, entweder wie d oder n oder nd ausgesprochen. In der oben stehenden Tabelle wird dies durch illustriert. Das gleiche gilt in einigen Worten für b and m. # In vielen Worten kann n als eigenständige Silbe auftauchen: . Wann dies der Fall ist läßt die Schreibweise aber nicht erkennen.

Vokale

Südathapaskische Sprachen haben vier Vokale gegensätzlicher Zungenstellung (wie in "praktischer" Orthographie beschrieben): Diese Vokale können lang oder kurz und oral (d.h. nicht nasal) oder nasal sein. Nasale Vokale werden in der Sprache der West-Apachen, Navajo, Chiricahua und Mescalero durch einen ogonek (oder nasalen Haken) ˛ (der polnischen Orthographie entliehen) angezeigt, während die nasalen Vokale in Jicarilla durch Unterstreichen des Vokals angezeigt werden. Daraus ergeben sich 16 verschiedene Vokale: IPA Äquivalente für orale Vokale: = [], = [], = [], = [], = [], = [], = [], = [].

Orthographie (Vokale)

In der Sprache der West-Apachen gibt es eine Praxis in der die orthographische Vokale o und oo in bestimmten Fällen als u geschrieben werden. In diesen Fällen sind keine nasalisierten Vokale enthalten, weswegen das nasale u niemals in der Orthographie auftaucht. Diese (vielleicht etwas widersprüchliche) Praxis wurde bis in die Gegenwart beibehalten. Wie auch immer, in Harry Hoijer und anderen Werken amerikanischer Linguisten, werden alle o-Vokale als o geschrieben. Gleichermaßen benutzt das Navajo das orthographische u nicht, sondern schreibt diesen Vokal konsequent als o. In Chiricahua und Mescalero, schreibt man diesen Vokal in allen Fällen als u (auch beim nasalisierten ų). In anderen Sprachen der Apachen können andere Praktiken gebräuchlich sein.

Tone

Southern Athabaskan Sprachen sind tonliche Sprachen. Hoijer und andere Linguisten haben die Süd-Athabaskan Sprachen analysiert und 4 Töne bestimmt: (using Americanist transcription system):
- hoch (marked with acute accent ´, Example: á)
- tief (marked with grave accent `, Example: à)
- aufsteigend (marked with háček ˇ, Example: â)
- absteigend (marked with circumflex ˆ, Example: ǎ) Rising and falling tones are less common in the language (often occurring over morpheme boundaries) and often occur on long vowels. Vowels can carry tone as well as syllabic n (Example: ń). The practical orthography has tried to simplify the Americanist transcription system by representing only high tone with an acute accent while leaving low tone unmarked:
- high tone: á
- low tone: a So now niziz is written instead of the previous nìzìz. Additionally, rising tone on long vowels is indicated by an unmarked first vowel and an acute accent on the second, and vice versa for falling tone:
- rising: aá (instead of Americanist: â·)
- falling: áa (instead of Americanist: ǎ·) Nasal vowels carry tone as well, resulting in a two diacritics on vowels with high tone: ą́ (presenting problems for computerization). Recently, de Reuse (forthcoming) has found that Western Apache also has a mid tone, which he indicates with a macron diacritic ¯, as in ō, ǭ. In Chiricahua, a falling tone can occur on a syllabic n: n̂. Here are some vowel contrasts involving nasalization, tone, and length from Chiricahua Apache: : chąą  'feces' : chaa  'beaver' : shiban  'my buckskin' : shibán  'my bread' : bik’ai’  'his hip' : bík’ai’  'his stepmother' : hah’aał  'you two are going to chew it' : hah’ał  'you two are chewing it'

Vergleichende Phonetik

Die Unterschiede und Ähnlichkeiten der Süd-Athabaskischen Sprachen kann anhand dieser modifizierten Swadesh-Liste untersucht werden:

Grammar

Typological overview

Typologically, Southern Athabaskan languages are partly agglutinating, partly fusional, polysynthetic head-marking languages. The canonical word order is SOV, as can be seen in Navajo example below: : Mósí tsídii yiníł'į́ 'The cat is looking at the bird.' :: Subject = mósí 'the cat' :: Object = tsídii 'the bird' :: Verb = yiníł'į́ 'it is looking at it' Southern Athabaskan words are modified primarily by prefixes, which is unusual for SOV languages (suffixes are expected). The Southern Athabaskan languages are "verb-heavy" — they have a great ponderance of verbs but relatively few nouns. In addition to verbs and nouns, these languages has other elements such as pronouns, clitics of various functions, demonstratives, numerals, postpositions, adverbs, and conjunctions, among others. Harry Hoijer grouped all of the above into a word class which he called particle. This categorization provides three grammatical categories (i.e. parts of speech): # verbs # nouns # particles There is nothing that corresponds to what are called adjectives in English. Adjectival notions are provided by verbs.

Verbs

The key element in Southern Athabaskan languages is the verb, and it is notoriously complex. Some noun meanings are provided by verbs, as in Navajo
- Hoozdo 'Phoenix, Arizona' (lit. 'the place is hot') and
- ch'é'étiin 'doorway' (lit. 'something has a path horizontally out'). Many complex nouns are derived from nominalized verbs as well, as in Navajo
- ná'oolkiłí 'clock' (lit. 'one that is moved slowly in a circle') and
- chidí naa'na'í bee'eldǫǫhtsoh bikáá' dah naaznilígíí 'army tank' (lit. 'a car that they sit up on top of that crawls around with a big thing with which an explosion is made). Verbs are composed of a stem to which inflectional and/or derivational prefixes are added. Every verb must have at least one prefix. The prefixes are affixed to the verb in a specified order. The Southern Athabaskan verb can be sectioned into different morphological components. The verb stem is composed of an abstract root and an often fused suffix. The stem together with a classifier prefix (and sometimes other thematic prefixes) make up the verb theme. The theme is then combined with derivational prefixes which in turn make up the verb base. Finally, inflectional prefixes (which Young & Morgan call "paradigmatic prefixes") are affixed to the base—producing a complete verb. This is represented schematically in the table below:

Verb Template

The prefixes that occur on a the verb are added in specified order according to prefix type. This type of morphology is called a position class template (or slot-and-filler template). Below is a table of a recent proposal of the Navajo verb template (Young & Morgan 1987). Edward Sapir and Harry Hoijer were the first to propose an analysis of this type. A given verb will not have a prefix for every position, in fact most Navajo verbs are not as complex as the template would seem to suggest. The Navajo verb has 3 main parts: These parts can be subdivided into 11 positions with some of the positions having even further subdivisions: Although prefixes are generally found in a specific position, some prefixes change order by the process of metathesis. For example, in Navajo prefix a- (3i object pronoun) usually occurs before di-, as in : adisbąąs 'I'm starting to drive some kind of wheeled vehicle along' [ < 'a- + di- + sh- + ł + -bąąs]. However, when a- occurs with the prefixes di- and ni-, the a- metathesizes with di-, leading to an order of di- + a- + ni-, as in : di'nisbąąs 'I'm in the act of driving some vehicle (into something) & getting stuck' [ < di-'a-ni-sh-ł-bąąs < 'a- + di- + ni- + sh- + ł + -bąąs] instead of the expected adinisbąąs (a-di-ni-sh-ł-bąąs) (note also that a- is reduced to -). Metathesis is conditioned by phonological environment (Young & Morgan 1987:39).

Classificatory Verbs

Southern Athabaskan languages have verb stems that classify a particular object by its shape or other physical characteristics in addition to describing the movement or state of the object. These are known in Athabaskan linguistics as classificatory verb stems. These are usually identified by an acronym label. There are 11 primary classificatory "handling" verbs stems in Navajo which are listed below (given in the perfective mode). Other Southern Athabaskan languages have a slightly different set of stems. To compare with English, Navajo has no single verb that corresponds to the English word give. In order to say the equivalent of Give me some hay! the Navajo verb níłjool (NCM) must be used, while for Give me a cigarette! the verb nítįįh (SSO) must be used. The English verb give is expressed by 11 different verbs in Navajo, depending on the characteristics of the given object. In addition to defining the physical properties of the object, primary classificatory verb stems also can distinguish between the manner of movement of the object. The stems can then be grouped into three different categories: :# handling :# propelling :# free flight Handling includes actions such as carrying, lowering, and taking. Propelling includes tossing, dropping, and throwing. Free flight includes falling, and flying through space. Using an example for the SRO category Navajo has :# -'ą́  to handle (a round object), :# -ne  to throw (a round object), and :# -l-ts'id  (a round object) moves independently. In addition, Southern Athabaskan languages also have other somewhat similar verb stems that Young & Morgan (1987) call secondary classificatory verbs. (Note the term classifier is used in Athabaskan linguistics to refer to a prefix that indicates transitivity or acts as a thematic prefix, and as such is somewhat of a misnomer. These transitivity classifiers are not involved in the classificatory verb stems' classification of nouns and are not related in any way to the noun classifiers found in Chinese or Thai).

yi-/bi- Alternation (Animacy)

Like most Athabaskan languages, Southern Athabaskan languages show various levels of animacy in its grammar, with certain nouns taking specific verb forms according to their rank in this animacy hierarchy. For instance, Navajo nouns can be ranked by animacy on a continuum from most animate (a human) to least animate (an abstraction) (Young & Morgan 1987: 65-66): humans/lightning → infants/big animals → med-size animals → small animals → insects → natural forces → inanimate objectes → abstraction Generally, the most animate noun in a sentence must occur first while the noun with lesser animacy occurs second. If both nouns are equal in animacy, then either noun can occur in the first position. So, both example sentences (1) and (2) are correct. The yi- prefix on the verb indicates that the 1st noun is the subject and bi- indicates that the 2nd noun is the subject.
    (1)   Ashkii at'ééd yiníł'į́.
  boy girl yi-look
  'The boy is looking at the girl.'
    (2)   At'ééd ashkii biníł'į́.
  girl boy bi-look
  'The girl is being looked at by the boy.'
But example sentence (3) sounds wrong to most Navajo speakers because the less animate noun occurs before the more animate noun:
    (3)  
- Tsídii
at'ééd yishtąsh.
    bird girl yi-pecked
    'The bird pecked the girl.'
In order express this idea, the more animate noun must occur first, as in sentence (4):
    (4)   At'ééd tsídii bishtąsh.
  girl bird bi-pecked
  'The girl was pecked by the bird.'

Literatur

For the bibliography, see the subarticle Apache (Sprache)/Bibliography.

Weblinks


- [http://www.geocities.com/Athens/8352/lang.htm Simplified Apache Pronunciation]
- [http://etext.lib.virginia.edu/apache/ Chiricahua and Mescalero Texts]
- [http://etext.lib.virginia.edu/apache/frames/grammar.html Grammatical Sketch of Chiricahua/Mescalero]
- [http://etext.lib.virginia.edu/apache/Resources/resources.html Other Apache Ethnographical Sources]
- [http://apache-texts.co.nr Apache texts]
- [http://www.sacred-texts.com/nam/pla/jat/ Goddard's Jicarilla Texts (translation only)]
- [http://jan.ucc.nau.edu/~jar/TIL_11.html Issues in Language Textbook Development: The Case of Western Apache]
- [http://jan.ucc.nau.edu/~jar/TIL_12.html White Mountain Apache Language: Issues in Language Shift, Textbook Development, and Native Speaker-University Collaboration]
- [http://www.ethnologue.com/show_family.asp?subid=92341 Apachean Languages on Ethnologue site]
- [http://www.linguistics.ucsb.edu/faculty/gordon/apachephonetics.pdf Phonetic Structures of Western Apache (318 kb PDF: technical work on acoustic phonetics)]
- [http://www.language-museum.com/a/apache.php sample of Apache bible translation]
- Wikipedia in Navajo Kategorie:Sprache

County

County ['Kaunti] (engl.) ist eine Verwaltungseinheit in englischsprachigen Ländern und findet sich dort als Namenbestandteil von Gebietsbezeichnungen (Beispiel: Los Angeles County).

Etymologie und Schreibung

Der Begriff County bezeichnete ursprünglich das Gebiet, das der Rechtsprechung eines Count bzw. eines Earl unterstand. Beide Adelstitel werden im deutschen üblicherweise mit "Graf" übersetzt, wobei Earl die Bezeichnung für einen englischen und Count für einen nicht-englischen Grafen ist. County ist daher auch der englische Begriff für deutsche Grafschaften und die 1790 abgeschafften französischen comtés. Zudem ist County die im englischen gängige Übersetzung für die schwedischen Län, die japanischen gun, die norwegischen fylker und die polnischen powiat. Auch deutschsprachige Wörterbücher verzeichnen den Begriff. Der Duden legt die Pluralbildung Countys (im Gegensatz zu engl. Counties) und den Genus die fest. Im Langenscheidt wird das englische County sächlich und der amerikanische County männlich eingeordnet. In deutschsprachigen WWW-Dokumenten findet sich (Ende 2005) die Schreibung Counties etwa 16-mal-häufiger als Countys. Die Genusverteilung für County: der: 55%, die: 10%, das: 35%.

Großbritannien

England war seit der Zeit der Angelsachsen in shires aufgeteilt. Diese Steuerbezirke hatten meist eine befestigte Hauptstadt, die shire town. Die normannischen Eroberer Englands führten dann ab dem 11. Jahrhundert das Grafschaftssystem ein; die Grenzen der so geschaffenen Countys deckten sich meist mit denen der bisherigen Shires. Die Anzahl, die Grenzen und der rechtliche Status der englischen Countys haben sich über die Jahrhunderte oft geändert. Im Mittelalter erhielten einige Städte wie London oder Coventry den Status einer Grafschaft, viele von ihnen wurden aber ab 1844 wieder mit ihrem Umland vereinigt. Die Countys waren nur Rechtsprechungsbezirke; erst ab 1889 wurden sogenannte Administrative Counties (engl.) geschaffen, denen eine begrenzte legislative und exekutive Autorität auf lokaler Ebene zugestanden wurde. In den 1970er Jahren wurde die britische Verwaltungsstruktur wiederum reorganisiert; so wurden etwa in London und anderen Großstädten sog. Metropolitan Counties (engl.) geschaffen, die aber 1986 wieder abgeschafft wurden. Briten identifizieren sich bis heute mit den historischen Traditional Counties (engl.), auch wenn diese als politische Einheiten nicht mehr bestehen mögen. Auch Wales, Schottland und Irland wurden nach englischem Muster in Countys eingeteilt, später auch englische Kolonien.

England

Hauptartikel: Grafschaft (England) England wird traditionell in 39 Countys eingeteilt. 1974 wurde die Kommunalverwaltung Englands neu organisiert, infolgedessen sich auch die Zahl der Countys veränderte. Man unterschied danach zwischen Metropolitan Counties (engl.) und Non-Metropolitan Counties (engl.). Sie alle gliederten sich in Districts. Ab 1996 wurde die Zahl der Countys erneut verändert und es entstanden aus verschiedenen Districts neue Gebietskörperschaften, die so genannten Unitary Authorities, die seither neben den Countys bestehen.

Schottland

Schottland wird traditionell in 34 Grafschaften eingeteilt. Siehe hierzu: Traditionelle Grafschaften Schottlands. 1975 wurden diese zugunsten von Regionen mit untergliederten Districts aufgegeben, welche 1996 erneut aufgehoben wurden. Seither gibt es nur noch so genannte Unitary Authorities.

Wales

Wales wird traditionell in 13 Grafschaften aufgeteilt. Siehe hierzu: Traditionelle Grafschaften von Wales. 1975 wurden diese neu gegliedert und sie unterteilten sich danach in Districts. 1996 wurden die Countys und Districts zugunsten von so genannten Unitary Authorities aufgehoben. Doch führen einige dieser neuen Gebietskörperschaften bis heute die Bezeichnung "County". Zur aktuellen Verwaltungsgliederung von Wales siehe auch Verwaltungsgliederung von Wales. Siehe auch: Bedeutung der Namen der Countys im Vereinigten Königreich

Irland

Die englischen Besatzer übertrugen das Grafschaftssystem auch auf Irland. Die traditionelle Einteilung Irlands in 32 Countys stammt allerdings erst aus dem 19. Jahrhundert. Die heutige Republik Irland umfasst 26 dieser Countys, Nordirland 6. Siehe Liste irischer Grafschaften

USA

USA In den USA heißen die den deutschen Landkreisen oder österreichischen Bezirken vergleichbaren Verwaltungseinheiten, die in 48 Bundesstaaten bestehen, Countys. In Louisiana werden sie Parishes genannt. Alaska ist nicht in Countys eingeteilt, sondern in 15 Boroughs, die zum Teil die Funktion einer Gemeinde, die einer Township und die einer County einnehmen. Darüber hinaus ist als einzige Stadt in Alaska Anchorage zu keinem Borough zugehörig. Der restliche Gebiet von Alaska, außerhalb der Boroughs und der Stadt, ist in 11 weitere statistischen Gebieten (Census Areas) aufgeteilt, die jedoch keine politische oder Verwaltungsfunktion haben. Insgesamt gibt es in den USA 3141 Countys oder äquivalente Einheiten. Je nach Bundesstaat sind ihre Befugnisse sehr unterschiedlich, sie fungieren aber meist als Verwaltungs- und Rechtssprechungsbezirke. Die Polizeigewalt ist in den USA auf verschiedenen Ebenen angesiedelt; auf der Ebene der Countys wird sie von einem Sheriff und seinen Hilfskräften ausgeübt. Es kommt vor, dass in vielen Bundesstaaten die Zuständigkeit der Countys und der Sheriffs jedoch nur außerhalb der Grenzen von inkorporierten Städten und Gemeinden gilt. In Connecticut wurden die County-Verwaltungen 1960 abgeschafft; dort funktionieren sie nur noch als statistische und geografische Bezeichnungen. In Rhode Island haben die Countys nur noch die Funktion von Gerichtsbezirken. In Massachusetts verfügen nur noch 5 der 14 Countys über eine eigene Verwaltung; in den anderen Countys wurden diese Funktionen von den Townships übernommen. Im allgemeinen sind die östlichen, dichter besiedelten Staaten in mehr und auch kleinere Countys eingeteilt als die westlichen Bundesstaaten. Delaware hat aufgrund seiner kleinen Fläche mit nur drei die wenigsten, Texas aufgrund seiner großen Fläche mit 254 die meisten Countys. In Virginia gibt es zudem 39 Independent Cities, vergleichbar den kreisfreien Städten Deutschlands. Auch die Städte Baltimore (Maryland), Carson City (Nevada) und St. Louis (Missouri) haben einen ähnlichen Sonderstatus.

Liste der Countys geordnet nach Staaten

Kanada

St. Louis (Missouri) Fünf von Kanadas zehn Provinzen sind aufgeteilt in Countys. In Ontario, Nova Scotia, New Brunswick werden diese als lokale Verwaltungseinheiten genutzt, wogegen in Quebec und Prince Edward Island sie nur noch geographische Einteilungen darstellen. Viele Countys bestehen aus mehreren Stadtbezirken, mit Ausnahme einiger weniger, die nur aus einer einzigen großen Stadt bestehen. In dünn besiedelten Gebieten, wie dem nördlichen Ontario oder Quebec werden diese Verwaltungseinheiten District anstatt County genannt. Dagegen werden in stark bevölkerten Gegenden, wie im südlich-zentralen Ontario, neue Stadtbezirke (regional municipalities) gegründet und diese anstatt der Countys als regionale Verwaltungseinheiten genutzt. Siehe auch: Übersicht über die Provinzen und Territorien Kanadas Kategorie:Politische Geographie simple:County zh-cn:县

Arizona

Arizona [] (Indianersprache für kleine Quelle) ist ein Bundesstaat der im Südwestern der USA liegt. Die in Postleitzahlen verwendete Abkürzung ist AZ. Die Hauptstadt Arizonas ist Phoenix. Phoenix

Geschichte

In der Zeit von 300 bis etwa 1200 befand sich in Südarizona die Hohokamkultur. Europäische Missionare kamen spätestens erstmals im 16. Jahrhundert in das Gebiet: Marcos de Niza, ein spanischer Franziskaner, bereiste den heutigen Südwesten der USA um 1539 und beschrieb die Sieben Goldenen Städte von Cibo, was wiederum Francisco Vásquez de Coronado, einen spanischen Conquistador, auf der Suche nach diesen 1540-1542 in die Gegend führte. Die Kolonisierung begann schließlich durch katholisch-spanische Missionare, die damit begannen, die Indianer zum katholischen Glauben zu bekehren. Bald darauf gründete Spanien die ersten befestigten Städte (1752 Tubac, 1775 Tucson), um seinen Herrschaftsanspruch über dieses Gebiet zu festigen. Arizona gehörte schließlich nach Erlangen der mexikanischen Unabhängigkeit im Jahr 1810 zur Gänze zu Mexiko und bildete dessen nordwestliche Grenze. 1848 musste Mexiko nach der Niederlage im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg im Vertrag von Guadalupe Hidalgo alle Gebiete nördlich des Gila-River - also die Flächen der heutigen Bundesstaaten Arizona, Neu-Mexiko, Kalifornien, Nevada, Utah, den westlichen Teil Colorados und den südwestlichen Teil Wyomings - gegen eine Zahlung von 15 Mio Dollar an die USA abtreten. 1850 wurde das Territorium Neu-Mexiko mit Arizona, dem westlichen Teil Neu-Mexikos und dem Süden Nevadas gebildet und 1853 mit dem Gadsden-Kauf von Mexiko für 10 Mio. US-Dollar ein weiteres Gebiet von 77,700 km2 südlich des Gila River erworben. Dieses wurde dem Territorium Neu-Mexiko angeschlossen und liegt heute nach dessen Teilung in die Territorien Arizona und Neu-Mexiko am 24. Februar 1863 großteils in Arizona. Am 14. Februar 1912 wurde Arizona als 48. Staat in die USA aufgenommen.

Bevölkerung

In Arizona leben 5.744.000 Einwohner (Stand: 2004), davon 63,8 % Weiße, 25,3 % Hispanics, 5,0 % Indianer, 3,1 % Schwarze und Afro-Amerikaner, 1,8 % Asiaten. Es gibt 1.901.327 Haushalte. Nach der Volkszählung von 2003 hat Arizona mit 286.680 Personen die zweithöchste Anzahl (und prozentual die 6. höchste) an Indianern, aller US-Bundesstaaten. Dies sind 10 % der gesamten indianischen Bevölkerung der USA (2.752.158). Lediglich Kalifornien beheimatet mehr Indianer und Oklahoma knapp weniger. Die häufigsten Abstammungen der Bevölkerung Arizonas sind mexikanisch (21 %), deutsch, britisch, irisch und indianisch. Vor allem die südlichen und zentralen Bezirke sind hauptsächlich mexikanisch geprägt, während die nördlichen Bezirke größtenteils britischstämmig bevölkert sind und der Nordosten indianisch. Seit 2003 bringt die hispanische Bevölkerung mehr Kinder zur Welt, als die weiße, nicht-hispanische Bevölkerung und es wird geschätzt, dass sie im Jahr 2035 die Mehrheit der Bevölkerung stellen werden. 2000 hatten 74,1 % der Bevölkerung Englisch als Muttersprache, 19,5 % Spanisch, 1,9 % Navajo, 0,6 % andere Indianersprachen und 0,5 % Deutsch. 49,9 % der Bevölkerung sind Männer, 50,1 % Frauen. Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 2002: 23.573 US-Dollar.

Größte Städte

Religion

Deutsch Vier Fünftel der Bevölkerung Arizonas beschreibt sich selbst als christlich, wobei Katholiken und Protestanten stark vertreten sind und auch Mormonen einen nicht zu vernachlässigenden Anteil haben.
- Christen - 80 %
  - Protestanten - 42 %
  - Katholiken - 31 %
  - Mormonen - 6 %
  - andere christliche Richtungen - 1 %
- andere Religionen - 2 %
- nicht religiös - 18 %

National- und Naturparks in Arizona

Mormonen Arizona ist berühmt für seine Wüstenlandschaften und seine Canyons. So befindet sich z.B. im Norden der Grand-Canyon-Nationalpark, im Nordosten das Canyon De Chelly National Monument, auf der Grenze zu Utah das Monument Valley, im Osten der Petrified-Forest-Nationalpark und im Süden der Saguaro-Nationalpark.

Bildung

In Arizona gibt es zwei Universitäten von nationaler Bedeutung: Die University of Arizona in Tucson und die Arizona State University in Tempe bei Phoenix. Regionale Bedeutung hat die Northern Arizona University in Flagstaff.

Siehe auch


- Liste der Gouverneure von Arizona
- Liste der Countys in Arizona
- Liste der Städte in Arizona

Weblinks


- [http://az.gov Offizielle Website des Staates Arizona]
Kategorie:US-Bundesstaat ja:アリゾナ州 ko:애리조나 주

USA

Die Vereinigten Staaten von Amerika (engl.: United States of America, kurz: USA) sind eine Bundesrepublik in Nordamerika. Sie grenzen im Norden an Kanada und (über die 100 km breite Beringstraße mit dem Bundesstaat Alaska) an Russland, im Süden an Mexiko, im Osten an den Atlantik und im Westen an den Pazifik. Die Vereinigten Staaten entstanden 1776 mit der Unabhängigkeitserklärung der britischen Kolonien in Amerika und gewannen durch starke Industrialisierung und massive Immigration aus Europa im 19. Jahrhundert rasch an Einfluss. Am Ende des 20. Jahrhunderts waren sie nach der Überwindung des totalitären Faschismus (im 2. Weltkrieg) und Kommunismus (im Kalten Krieg), zu der sie wesentlich beitrugen, die einzige verbliebene Supermacht. Seit etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts sind die USA weltweit die weltpolitisch, wissenschaftlich, wirtschaftlich, (populär)kulturell und militärisch führende Macht. In all diesen Gebieten prägen sie die Gegenwart in einem Maße wie kein anderes Land der Welt.

Geographie

Hauptartikel: Geographie der USA Das Kernland der USA besteht aus 48 Bundesstaaten und dem District of Columbia (D.C.), die innerhalb einer gemeinsamen Grenze liegen. Inklusive der beiden Bundesstaaten Alaska und Hawaii, die außerhalb dieses Kernlandes liegen, zählen die USA 50 Bundesstaaten. Das Landschaftsbild ist sehr vielfältig: es gibt Waldgebiete und Mittelgebirge an der Ostküste, Mangrovenwälder im subtropischen Florida, die Flusssysteme von Mississippi und Missouri, weite Ebenen im Zentrum des Landes, große Gebirgszüge wie die Rocky Mountains, trockene Wüsten im Südwesten, gemäßigte Regenwälder im Nordwesten und Küstengebirge an der Westküste der USA. Hinzu kommen die arktische Region der Tundra in Alaska und die tropischen Inseln von Hawaii mit dem 4.170 Meter hohen Vulkan Mauna Loa. Das Kernland der USA liegt zwischen dem 24. und 49. nördlichen Breitengrad und zwischen dem 68. und 125. westlichen Längengrad und ist in vier Zeitzonen eingeteilt. Alaska und Hawaii sowie die politisch an die USA angeschlossenen Außengebiete (beispielsweise Puerto Rico und Guam) liegen außerhalb dieser Zone. Im Norden grenzt das Kernland an Kanada, im Süden an Mexiko und an den Golf von Mexiko. Im Osten liegt der Atlantische Ozean und im Westen der Pazifische Ozean. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 2.500 km. Zwischen Atlantik und Pazifik liegen rund 4.500 km. Hawaii ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean. Alaska liegt nordwestlich von Kanada und ist durch die Beringstraße von Russland getrennt.
- Grenze zu Kanada: 8.895 km (davon 2.477 km zwischen Alaska und Kanada)
- Grenze zu Mexiko: 3.326 km
- Küstenlinie: 19.924 km

Fläche

Die Vereinigten Staaten sind der flächenmäßig drittgrößte Staat der Erde nach Rußland und Kanada.
- Fläche der 50 Bundesstaaten (inkl. District of Columbia): 9.629.891 km²
- Landmasse: 9.158.453 km²
- Wasserfläche: 47.356 km² Siehe auch: Liste der US-amerikanischen Staaten nach Fläche sortiert

Bevölkerung

Bevölkerungsgruppen

Die USA gelten traditionell als Schmelztiegel (melting pot) der Völker. Die ersten kolonialen Einwanderer auf dem von Indianern besiedelten Kontinent waren Europäer; anfänglich vorrangig spanischer, französischer und englischer Herkunft. Ab Mitte des 18. und verstärkt zur Mitte des 19. Jahrhunderts folgten Europäer deutscher und irischer Herkunft. Später kamen Einwanderer aus anderen Regionen Europas, vor allem aus Italien, Skandinavien und Osteuropa. Die europäischstämmigen US-Amerikaner bilden heute 74 % der Bevölkerung der USA. deutscher Afro-Amerikaner, Nachfahren der afrikanischen Sklaven, stellen etwas mehr als 13 % Bevölkerungsanteil. Sie leben vor allem im Süden der USA und in den großen Industriestädten des Nordens, wie z. B. Detroit. Asiatische Einwanderer, z. B. aus China, Japan, Korea, Indien und den Philippinen bilden noch eine relativ kleine Gruppe (ca. 4 %). Die Einwanderungspolitik war Anfang des 20. Jahrhunderts gegenüber Asiaten besonders restriktiv. Heute zeigen sich weiterhin sozialstrukturell große Unterschiede zwischen weißer und schwarzer Bevölkerung: Schwarze haben im Durchschnitt ein geringeres Einkommen, eine kürzere Lebenserwartung, eine schlechtere Ausbildung und eine höhere Kriminalitätsrate. Die Ursachen dafür und mögliche Wege der Problembehebung sind innerhalb der USA heftig umstritten. Nicht nur in den Südstaaten sind Wohngegenden und nicht-öffentliche Einrichtungen - wie die sozial wichtigen Kirchen oder private Organisationen - oft faktisch noch nach Rassen getrennt, wenn auch die formale Trennung inzwischen ungesetzlich und verpönt ist. Vielfach liegt dies ebenfalls an den ökonomischen Unterschieden. Vor allem im Südwesten der USA und in Florida gibt es einen hohen Bevölkerungsanteil lateinamerikanischer (hispanischer) Herkunft. Sie werden in den Statistiken separat geführt, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft. Ihr Anteil wuchs in den letzten Jahrzehnten stetig (bis 2004 auf knapp 13 %), da viele Lateinamerikaner vor der wirtschaftlichen Not ihrer Heimatländer in den Norden fliehen. Sie leben oft als illegale Einwanderer und halten stark an ihrer Kultur und Sprache fest. Die Indianer ("Native Americans") (siehe auch Indianer Nordamerikas) bilden heute eine kleine, jedoch langsam wieder wachsende Minderheit; nur in Alaska erreichen sie eine zweistellige Prozentzahl der Bevölkerung. Ebenfalls relativ viele Indianer leben in South Dakota und Oklahoma.

Sprachen

Die am meisten gesprochene Sprache in den USA ist historisch bedingt amerikanisches Englisch. Daneben werden aber auch noch vereinzelt die vielen Sprachen der amerikanischen Ureinwohner und zunehmend die Sprachen anderer immigrierter Ethnien gesprochen, insbesondere Spanisch, aber auch Koreanisch, Chinesisch und Vietnamesisch. Französisch, Polnisch und Deutsch, die aufgrund früherer Migrationswellen in bestimmten Regionen einst eine wichtige Rolle spielten, werden heute fast nur noch als Fremdsprache gesprochen. Die USA als Ganzes haben keine Amtssprache, jedoch werden alle amtlichen Schriftstücke auf Englisch verfasst. In einigen Bundesstaaten ist Englisch Amtssprache, einzelne Staaten und Territorien definieren sich jedoch als zwei- oder dreisprachig. Siehe auch:

- Gesellschaft der USA
- Deutsche Sprache in den USA
- Deutsche in den USA
- Das amerikanische Spanisch der USA
- Französisch in Louisiana
- Französisch in Neuengland
- Liste US-amerikanischer Persönlichkeiten

Religion

Im Jahr 2004 bezeichneten sich 54 % der Bevölkerung als protestantisch, 25 % als römisch-katholisch, 10 % gaben keine religiöse Überzeugung an (aber nur 0,3 bis 0,5 % waren explizit Atheisten oder Agnostiker), 3 % waren Mitglied einer orthodoxen Kirche, 2 % waren Mormonen, 2 bis 3 % Juden und weniger als 2 % moslemisch. Kleinere Gruppen, je 0,3 bis 0,5 %, bezeichneten sich als Buddhist, Hindu oder hingen dem Unitarismus an. Die größte einzelne Konfession war die Römisch-Katholische Kirche, gefolgt von der Southern Baptist Convention, der United Methodist Church und den Mormonen. Die Zahl der praktizierenden Christen ist im Vergleich zu anderen westlichen Industrieländern sehr hoch. Allerdings hat auch hier der Bevölkerungsanteil, der sich zum Christentum bekennt in den Jahren von 1990 (86,2 %) bis 2004 (81 %) abgenommen

Geschichte

Hauptartikel Geschichte der USA Das Gebiet der heutigen USA wurde vor Jahrtausenden durch die Vorgänger der späteren Indianerstämme besiedelt. Die schriftliche Geschichtsschreibung beginnt jedoch erst mit der Ankunft der europäischen Siedler im 16. Jahrhundert. Die erste europäische Siedlung auf dem heutigen US-Gebiet war von den Spaniern in St. Augustine, Florida, im Jahr 1565. Die politische Geschichte der USA geht jedoch aus den 13 britischen Kolonien hervor, deren Besiedlung mit der Gründung von Jamestown, Virginia im Jahr 1609 anfing. Der Ankunft der Mayflower in Plymouth Colony (später mit Massachusetts Bay Colony zu Massachusetts zusammengefügt) 1620 ist ebenfalls für viele US-Amerikaner ein wichtiges symbolisches Datum. Schwedische Kolonien an der Delaware-Bucht und niederländische Siedlungen um New York (damals Nieuw Amsterdam) waren nicht von Dauer bzw. wurden von den englischen Siedlern assimiliert. Französische Siedlungen entlang der Mississippi- und St.-Lorenz-Flüsse fielen 1763 an Großbritannien oder (westlich des Mississippi) an Spanien, das auch eigene Kolonien im Südwesten und in Florida hatte. Die spanischen Gebiete nahmen an der Revolution, die durch die Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1776 ausgelöst wurde, nicht teil. Nach dem Unabhängigkeitskrieg, der im Vertrag von Paris 1783 endete, wurden die USA durch Großbritannien als eigenständiger Staat anerkannt. Zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges lebten etwa zwei Millionen Weiße und 500.000 versklavte Schwarze in den ursprünglichen 13 Kolonien. Jenseits der Appalachen erstreckte sich bis zum Mississippi-Fluss ein weiteres, großes Gebiet, das etwa zehn Millionen Ureinwohner („Indianer“) bewohnten. Diese Konstellation ergab zwei wichtige Themen für die kommende Entwicklung der Nation: Die weitere Landnahme Richtung Westen zu Lasten der Indianer sowie die Auseinandersetzung um die Sklaverei, die später den Kampf um die Bürgerrechte der Nachkommen der ehemaligen Sklaven bestimmte. Nördlich des Ohio-Flusses, im sogenannten Northwest Territory, aus der die späteren Bundesstaaten Ohio, Indiana, Michigan, Illinois, und Wisconsin hervorgingen, wurde die Sklaverei verboten. Ein Vermessungssystem von Quadraten ("Sections"), die eine Quadratmeile groß sind, wurde eingeführt, was noch heute für das Verkehrsnetz und die kommunalen Gemeindegrenzen dieses Gebiets prägend ist. Um die öffentlichen Schulsysteme zu finanzieren, wurde vereinbart, dass der Verkaufserlös von der 16. Section einer jeden Township (36 Sections) zugunsten der Schulen ging. Nachdem sich die 1777 verabschiedeten und 1781 ratifizierten Konföderationsartikel als zu schwach erwiesen hatten, um das Überleben des jungen Staatenbundes zu gewährleisten, wurde 1787 in Philadelphia eine Verfassung geschrieben, welche die modernste Verfassung der damaligen Zeit war, und die heute die älteste noch gültige geschriebene Staatsverfassung der Welt ist.

Indianerpolitik

Die US-Indianerpolitik wurde bis etwa 1820 von einer vorsichtigen Erweiterung der europäischen Siedlungen geprägt, die im wesentlichen die vormalige Politik der europäischen Mächte in den USA fortsetzte. Mit der Präsidentschaft Andrew Jacksons und dem Trail of Tears begann eine verstärkte Landnahme und Besiedlungspolitik, die zu kriegerischen Auseinandersetzungen führte. Die Indianer-Kriege zogen sich mit größeren Unterbrechungen bis zum Massaker von Wounded Knee in South Dakota 1890 hin. 1900 wurden nur noch 237.000 Indianer gezählt, wobei nicht nur Krieg, sondern auch Krankheiten, gegen die sich die Ureinwohner keine Immunität entwickelt hatten, und ethnische Vermischung mit den Neuankömmlingen zu diesem Rückgang geführt haben. Bis die Ureinwohner des Kontinents volle Bürgerrechte erhielten, dauerte es bis 1924.

Sklaverei und Rassentrennung

South Dakota]] Obwohl die Einfuhr von weiteren Sklaven aus Übersee 1808 verboten wurde, hatte sich die Zahl der Sklaven bis 1860 auf etwa vier Millionen erhöht. Die Sklavenfrage entzweite zunehmend die Süd- von den Nordstaaten, da in den Nordstaaten die Industrialisierung einsetzte, dagegen die Südstaaten mit ihren riesigen Baumwollplantagen auf die Sklaverei angewiesen zu sein glaubten. Im Norden gewannen Bewegungen wie die Abolitionists, die die Abschaffung der Sklaverei forderten, starken Zulauf, stand doch diese in deutlichem Widerspruch zur Verheißung der Unabhängigkeitserklärung "all men are created equal" (alle Menschen sind gleich geschaffen). Der Krieg gegen Mexiko (1846-48) verstärkte diese Spannungen, da viele im Nordosten des Landes in diesem Krieg eine ungerechtfertigte Landnahme zugunsten der Ausbreitung der Sklavenstaaten sahen. Nachdem 1860 Abraham Lincoln für die neu gegründeten Republikaner zum Präsidenten gewählt wurde, traten elf Südstaaten aus der Union aus. Dies bedeutete den Beginn des Sezessionsskrieges (1861–1865). Die Nordstaaten gingen als Sieger daraus hervor, und die Sklaverei wurde abgeschafft. Die Schwarzen erhielten mit dem Civil Rights Act von 1866 und dem 14th Amendment von 1868 formal das volle Bürgerrecht. Nach dem Ende der militärischen Besetzung der Südstaaten durch die Nordstaaten (Reconstruction) 1876 haben erstere schnell (Jim-Crow-)Gesetze erlassen, welche die Bürgerrechte der Schwarzen wieder einschränkten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Bürgerrechtsbewegung konnten die letzten formellen Ungleichbehandlungen aufgehoben werden. Ein sehr wesentlicher Schritt dahin war die Aufhebung der Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen durch den Supreme Court 1954 (Brown v. Board of Education), das ein Urteil des gleichen Gerichts (Plessey vs. Ferguson) aus dem Jahr 1896 aufhob. Der Schulbesuch von Schwarzen in "weißen" Schulen musste teilweise mit Hilfe der Nationalgarde durchgesetzt werden; im öffentlichen Leben (insbesondere im Süden) herrschte bis in die 1960er Jahre hinein Rassentrennung. In Louisiana zum Beispiel war es nicht ungewöhnlich, dass Ku-Klux-Klan-Mitglieder ins Parlament gewählt wurden. Martin Luther King war die Galionsfigur der gewaltlosen Bürgerrechtsbewegung, und 1963 hielt er anlässlich eines Protestmarschs in Washington seine berühmte Rede „I have a Dream...“. 1968 wurde er in Memphis ermordet. Auch in den folgenden Jahrzehnten kam es gelegentlich zu Rassenunruhen. Dennoch wurde auf Ebene der Bundesgesetzgebung schon in dieser Zeit Antidiskriminierungsregelungen (Civil Rights Act, das Restaurants, Hotels und Verkehrsunternehmen die ethnische Diskriminierung verbot) erlassen, vierzig Jahre vor den analogen Regelungen in der EU. Auch das Bewusstsein für Konzepte wie "Diversity" und die gegenseitige Rücksichtnahme sind zwischenzeitlich weiterentwickelt als in Ländern, die weniger Erfahrungen mit multikulturellen Gesellschaften haben.

Industrialisierung

1890 wurde die frontier für geschlossen erklärt: die Gebiete im Osten und im Westen des Kontinents waren faktisch zusammengewachsen. Der "Wilde Westen" war somit Geschichte. Als Folge der nach dem Sezessionskrieg einsetzenden stürmischen Industrialisierung bildeten sich riesige Trusts (Kartelle), die in ihrer Machtentfaltung auch die Regierungsgewalt beeinflussten. Daher wurde 1890 der Antitrust Act verabschiedet, als dessen Folge viele Großkonzerne zerschlagen wurden. Prominentes Beispiel: Standard Oil von John D. Rockefeller. Populistische Bewegungen, die von Bauern unterstützt wurden, setzten auch eine Regulierung der Eisenbahntarife durch und forderten (erfolglos) einen Wechsel vom Goldstandard auf eine bimetallische (Gold und Silber) Währung. Ein prominenter Vertreter dieser Bewegung war der erfolglose Präsidentschaftskandidat aus Illinois, William Jennings Bryan. Zwischen 1880 und 1910 wurde die riesige Zahl von 18 Millionen Einwanderern in die USA aufgenommen, und die USA wurden zur größten Industrienation der Welt.

Börsenkrach und New Deal

Auf den New Yorker Börsenkrach im Oktober 1929 folgte die Weltwirtschaftskrise, welche die USA in die bisher größte innenpolitische Krise stürzte. 1932 waren etwa 15 Millionen US-Amerikaner arbeitslos. Präsident Franklin D. Roosevelt legte daraufhin das Sozial- und Investitionsprogramm New Deal auf, das den Social Security Act von 1935 sowie zahlreiche öffentliche Projekte wie Straßen, Brücken, Flughäfen oder zum Beispiel auch das Tennessee-Valley-Staudamm-Projekt enthielt. Dennoch dauerte es bis Ende der 1930er Jahre, bis die Krise überwunden war.

Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit

Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor traten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein, und im August 1945 gingen sie siegreich aus dem Krieg hervor. Der sich kurz darauf abzeichnende Kalte Krieg führte dazu, dass viele US-Amerikaner den Kommunismus als Feindbild betrachteten. Eine innenpolitische Folge des Kalten Krieges nach 1945 war die "McCarthy-Ära". Der republikanische Senator Joseph McCarthy profilierte sich im Senatsausschuss für unamerikanische Aktivitäten (HUAC) dadurch, dass er eine paranoide Hexenjagd auf angebliche Kommunisten veranstaltete, die er besonders unter Filmschaffenden, Politikern und Militärs vermutete. Die zu diesem Zweck inszenierten Anhörungen wurden auch oft im Fernsehen übertragen. Wer die Aussage verweigerte, musste mit Berufsverbot rechnen. Als McCarthy sogar den Präsidenten Eisenhower verdächtigte, wurde er 1954 vom Senat entmachtet.

Gesellschaftlicher Umbruch: 1960er und 1970er

Die 1950er und 1960er Jahre waren geprägt von ökonomischer Prosperität sowie dem Auftreten der Bürgerrechtsbewegung der Afro-Amerikaner. Im Zuge eines gesamtgesellschaftlichen Umbruchs entwickelte sich in den 1960er Jahren auch eine starke Bewegung gegen den Vietnamkrieg und um 1970 auch eine starke Frauenrechtsbewegung und eine wachsende Schwulenbewegung, die (anders als in Europa) schnell gemeinsam von und für Schwule und Lesben gekämpft wurde. Durch diese Bewegungen modernisierten sich die gesellschaftlichen Werte der Vereinigten Staaten. Der Versuch einer Verfassungsänderung, welche die Gleichheit von Mann und Frau vorschreiben sollte, scheiterte jedoch. Sodomiegesetze, die bis 1962 die Praxis der männlichen Homosexualität in jedem Bundesstaat verboten hatten, wurden teilweise zurückgenommen, aber 1987 als der Supreme Court sie bestätigte, existierten sie noch in der Mehrheit der Bundesstaaten und wurden erst mit einer gegenteiligen Gerichtsentscheidung 2003 aufgehoben. Die Watergate-Affäre um einen Einbruch in den Watergate-Gebäudekomplex der Demokratischen Partei, von dem Präsident Richard Nixon wahrscheinlich gewusst hat, und bei dem er die FBI-Ermittlungen zu behindern versuchte, entwickelte sich zum größten Skandal der US-amerikanischen Nachkriegsgeschichte. Um der drohenden Amtsenthebung zu entgehen, trat Nixon 1974 zurück. Die Ölkrise 1974, die 200-Jahresfeier der Unabhängigkeit 1976 und die iranische Geiselkrise 1979 waren prägende Ereignisse für die 1970er Jahre.

1980er

In den 1970er und 1980er Jahren war ein Konjunkturabschwung und ein Verfall der Bausubstanz infolge von Kriminalität und Verwahrlosung zu verzeichnen. Zum Teil wurde auf die Kriminalität mit drakonischen Gesetzen wie dem kalifornischen „Three strikes and you are out“ geantwortet, das für das dritte Delikt (auch bei Bagatelldelikten) 25 Jahre Haft vorsieht. Die Haltung zur der in 38 der 50 Bundesstaaten gesetzlich vorgesehenen und von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung befürworteten Todesstrafe spielt bei der Volkswahl von Politikern, Richtern, Staatsanwälten und Sheriffs eine wichtige Rolle.

Politik

Hauptartikel: Politisches System der USA Die USA haben ein präsidiales Regierungssystem mit einem Präsidenten (seit 2001 George W. Bush, 2004 wiedergewählt, Sohn von George Herbert Walker Bush, Präsident von 1989-1993) an der Spitze der Exekutive. Die Legislative ist der Kongress. Er setzt sich aus gewählten Repräsentanten aller 50 Bundesstaaten zusammen. Laut Verfassung hat der aus zwei Kammern bestehende US-Kongress die Budgethoheit sowie das Recht zur Gesetzesinitiative. Der Kongress hat unter anderem infolge des ihm zustehenden Budgetrechts wesentlichen Einfluss auf die US-amerikanische Politik. Allein dem Kongress kommt das Recht zu, Bundesgesetze zu erlassen und Kriegserklärungen auszusprechen. Verträge mit fremden Ländern werden vom Exekutiv unterzeichnet, bedürfen aber der Ratifizierung durch die obere Kammer des Kongresses, den Senat. Bei wichtigen Ernennungen (z. B. zu Kabinettsposten oder Richterämtern des Bundes, insbesonders dem Obersten Gericht) muss der Senat den Vorschlag des Präsidenten ebenfalls bestätigen. Die Mitglieder des Repräsentantenhauses werden für zwei Jahre gewählt. Jeder Repräsentant vertritt einen Wahlbezirk seines Bundesstaates. Die Anzahl der Wahlbezirke wird durch eine alle zehn Jahre durchgeführte Volkszählung festgelegt. Senatoren werden für sechs Jahre gewählt. Ihre Wahlen finden gestaffelt statt, das heißt alle zwei Jahre wird ein Drittel des Senats neu gewählt. Die Verfassung sieht vor, dass der Vizepräsident dem Senat vorsteht. Er hat dabei kein Stimmrecht, außer bei Stimmengleichheit. Für den Fall der Abwesenheit des Vizepräsidenten benennt der Senat einen "Pro-Tempore-Vorsitzenden", einen Vorsitzenden auf Zeit. Die Mitglieder des Repräsentantenhauses wählen ihren eigenen Vorsitzenden, den "Speaker of the House". Der Sprecher (das Amt wird derzeit von Dennis Hastert bekleidet) und der Pro-Tempore-Vorsitzende (zur Zeit Senator Ted Stevens) sind Mitglieder der jeweils stärksten Partei ihrer Kammer. Bevor eine Gesetzesvorlage zum Gesetz wird, muss sie sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat durchlaufen haben. Die Vorlage wird zunächst in einer der beiden Kammern vorgestellt, von einem oder mehreren Ausschüssen geprüft, abgeändert, im Ausschuss abgelehnt oder angenommen und danach in einer der beiden Kammern diskutiert. Sobald sie in dieser Kammer angenommen ist, wird sie an die andere Kammer weitergeleitet. Erst wenn beide Kammern die gleiche Version der Gesetzesvorlage angenommen haben, wird sie dem Präsidenten zur Zustimmung vorgelegt. An der Spitze der Judikative steht als oberster Gerichtshof der Supreme Court. Die 1787 in Kraft getretene Verfassung, deren Bestimmungen einklagbar sind, hat eine große Bedeutung im politischen System der USA. Es spricht für den Erfolg und die Stabilität dieser Verfassung, dass sie bislang nur 27 Änderungen (Amendments) erfahren hat. In den USA hat sich, durch das einfache Mehrheitswahlrecht begünstigt, ein Zweiparteiensystem gebildet. Diese Parteien sind die Demokraten und die Republikaner. Sie stellen bereits Koalitionen von unterschiedlichen Strömungen dar. Neue politische Strömungen versuchen eher, Einfluss auf die Abgeordneten beider Großparteien zu nehmen, als selbstständige Parteien zu gründen. Ein Beispiel hierfür sind die American Civil Liberties Union (Demokraten) oder die fundamental-christliche Moral Majority (Republikaner). Kleinere Parteien wie die Grünen oder die Libertäre Partei sind unbedeutend, wenn auch bei Präsidentschaftswahlen mitunter die für den Kandidaten der Grünen abgegebenen Stimmen als – womöglich entscheidender – Nachteil für den demokratischen Kandidaten wahrgenommen werden. Einer der Hauptexponenten der Grünen Partei der USA ist Ralph Nader, der im In- und Ausland einen hohen Bekanntheitsgrad genießt. Siehe auch: Gesellschaft der USA, US-Präsidentschaftswahlen 2004, Gerichtsorganisation in den USA

Innenpolitik

In den 1990er Jahren erlebten die USA unter dem demokratischen Präsidenten Bill Clinton (19932001) einen länger anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung ("New Economy"). Die weitere Verwahrlosung der Städte wurde aufgehalten - so erwachten die New Yorker Stadtteile Bronx und Harlem zu neuem Leben. Einen wesentlichen Eingriff in die Sozialgesetzgebung gab es 1996, als der Bezug von Sozialhilfe auf zwei Jahre in Folge und insgesamt fünf Jahre verkürzt wurde. So kam es zu einem beträchtlichen Rückgang der Anzahl der Sozialhilfe-Empfänger. Wichtige innenpolitische Themen sind auch in den USA der Strukturwandel der Wirtschaft und der Umbau der Sozialsysteme insbesondere der Gesundheitsfürsorge. Zudem spielen überwiegend moralisch-ethische Fragen wie das Recht auf Abtreibung, die Berechtigung der Todesstrafe, die politische Anerkennung von Homosexualität oder die Frage welche Rolle christliche Werte im öffentlichen Leben spielen sollen, eine wichtige Rolle. Seit 1913 übernimmt das Federal Reserve System (Fed) die Aufgaben einer staatlichen Notenbank. Vorsitzender des Fed ist zur Zeit Alan Greenspan.

Gesundheitssystem

Das Gesundheitssystem der USA ist teilweise Weltspitze, in anderen Teilen aber in einem desolaten Zustand. Es werden jährlich etwa 1,8 Billionen US-Dollar für Gesundheit aufgewendet. Das ist im Vergleich zu Deutschland nahezu das Doppelte pro Kopf. Die Versorgungslage ist aber unzureichend: über 41 Millionen der ca. 293 Millionen US-Amerikaner sind nicht krankenversichert. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer an illegalen Einwanderern, die ebenfalls keine Krankenversicherung haben. Viele derjenigen, die versichert sind, müssen bei sämtlichen ärztlichen Leistungen zuzahlen, andere, die in einer HMO sind, müssen bürokratische Papierkriege und lange Wartezeiten bei einer Einschränkung der Arztauswahl erdulden. 1993 scheiterte Präsident Bill Clinton mit dem Versuch der Einführung einer gesetzlichen Krankenkasse.

Außenpolitik

Die Außenpolitik der USA ist von drei großen Traditionen geprägt, die wechselnd an Einfluss gewinnen: Dem Isolationismus, der Überzeugung, ein Vorreiter für Demokratie und Menschenrechte zu sein und diese auf der Welt zu verbreiten, sowie einer seit dem Zweiten Weltkrieg offenen Betonung der Rolle als Supermacht im Sinne des politischen Realismus.

Früher Isolationismus

Die frühe US-amerikanische Außenpolitik wurde von der 1823 verkündeten Monroe-Doktrin des Präsidenten James Monroe geprägt, die verkürzt auf den Nenner „Amerika den Amerikanern“ gebracht wurde. Sie postulierte, dass sich die europäischen Mächte aus dem amerikanischen Kontinent heraushalten sollten, bei gleichzeitiger Nicht-Einmischung der USA in die Angelegenheiten anderer Staaten. Ende des 19. Jahrhunderts waren die USA jedoch zur Großmacht aufgestiegen und die frontier, das heißt die Grenze zum "unzivilisierten" Westen, war 1890 für geschlossen erklärt worden.

Frühes 20. Jahrhundert

Der erste Schritt in Richtung einer imperialistischen Außenpolitik war der spanisch-amerikanische Krieg von 1898, der den USA die Philippinen, Puerto Rico, Hawaii und Kuba einbrachte. Eine offen interventionistische Politik betrieb Präsident Theodore Roosevelt (1901–1909), der das Recht der USA beanspruchte, sich in den lateinamerikanischen Staaten als „internationaler Polizist“ zu betätigen. Diese big stick policy äußerte sich zum Beispiel darin, dass die USA 1903 Panama aus Kolumbien herauslösten, um sich von dem neu gebildeten Staat die Souveränität über die Panama-Kanal-Zone abtreten zu lassen. Während der Zeit der Weltkriege betrieben die USA die längste Zeit eine isolationistische Politik und traten erst nach der Verkündung des uneingeschränkten deutschen U-Boot-Krieges (1917) in den Ersten Weltkrieg ein. Das industrielle Gewicht der USA entschied den Krieg. Präsident Woodrow Wilson (1913–1921) reiste nach Europa, um dort eine Nachkriegsordnung zu etablieren. Sein 14-Punkte-Programm sah unter anderem die Beachtung des Selbstbestimmungsrechts der Völker sowie die Bildung eines Völkerbunds vor. Wilson konnte sich mit seinen Ideen bei Engländern und Franzosen aber nicht durchsetzen und der US-Senat verweigerte sogar den Beitritt zum Völkerbund.

1920 bis zur Nachkriegszeit

Während der nächsten zwei Jahrzehnte betrieben die USA wieder eine isolationistische Politik. Auch bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blieben die USA zuerst neutral, jedoch wurde die formale Neutralität von Präsident F. D. Roosevelt schon ab März 1941 unterlaufen, da im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes (lend-lease bill) England massiv mit Waffenlieferungen unterstützt wurde. Am 7. Dezember 1941 traten die USA nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor in den Krieg ein. Kurz darauf erklärte das mit Italien und Japan verbündete Hitler-Deutschland den USA den Krieg. Wie schon im Ersten Weltkrieg brachte das industrielle Potenzial der USA die Entscheidung. Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 beendeten den Zweiten Weltkrieg. Bis heute heftig umstritten ist die Frage, ob die Atombomben-Abwürfe tatsächlich notwendig waren zur Erzwingung der japanischen Kapitulation. Japan hatte zu diesem Zeitpunkt den USA militärisch nichts mehr entgegenzusetzen, jedoch hätte eine US-amerikanische Invasion der japanischen Hauptinseln noch zu schweren Verlusten führen können. Die USA waren maßgeblich an der Gründung der UNO am 26. Juni 1945 in San Francisco beteiligt, die noch im Einvernehmen mit der Sowjetunion stattfand. Bald jedoch zeichnete sich eine Konfrontation mit Stalin ab, die schließlich in den Kalten Krieg mündete. Durch den Präsidenten Harry S. Truman wurde eine Politik des „roll back“, das heißt der Zurückdrängung des Kommunismus verkündet, die in der „Truman-Doktrin“ ihren Ausdruck fand. Die sagte allen Ländern zur Bewahrung ihrer Unabhängigkeit Militär- und Wirtschaftshilfe zu. Dies war eine klare Abkehr von der isolationistischen Monroe-Doktrin und fand seinen Ausdruck in der Unterstützung von Griechenland und der Türkei, sowie dem Marshall-Plan, der Westeuropa wirtschaftlich auf die Beine helfen sollte. Der Kalte Krieg erreichte einen ersten Höhepunkt mit der sowjetischen Berlin-Blockade 1948/49, auf die die USA mit der Berliner Luftbrücke antworteten. 1949 wurde die NATO als Militärbündnis zwischen den USA, Kanada und Westeuropa gegründet.

Kalter Krieg

Es kam in den folgenden Jahrzehnten zu einem atomaren Wettrüsten zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt, das beiden Seiten ab den 1960er Jahren eine mehrfache „Overkill-Kapazität“ verschaffte. Gefährliche Konfrontationen des Kalten Krieges waren der Korea-Krieg (1950-53) und die Kuba-Krise (1962), bei der die Welt nur knapp einem Dritten Weltkrieg entging. Durch den Kernwaffen-Sperrvertrag (1968) und die SALT-Verhandlungen (1969) wurde versucht, die gefährliche Situation zu entschärfen. Der Vietnam-Krieg, in den die USA 1964 (Tongking-Zwischenfall) offen eingriffen, nachdem sie zuvor schon Militärberater entsandt hatten, entwickelte sich zu einem militärischen und moralischen Fiasko, und die Niederlage wurde mit dem Abzug der US-Truppen 1973 besiegelt. Der beherrschenden Maxime der US-Außenpolitik, den kommunistischen Machtbereich einzudämmen, wurde in den 1960er und 1970er Jahren oft die Glaubwürdigkeit als Verbreiter demokratischer Werte geopfert. Es wurden Militärdiktatoren und Kleptokraten wie Somoza in Nicaragua, Pinochet in Chile, Marcos auf den Philippinen oder Mobutu in Zaire unterstützt, so lange sie nur antikommunistisch waren. Nach dem Vietnam-Krieg zeigte sich eine Desorientierung und Ratlosigkeit der US-Außenpolitik, die im Schwanken zwischen einer Abkehr von Interventionismus und Demonstration militärischer Stärke (Carter-Administration) und dessen Gegenteil (nach der sowjetischen Invasion in Afghanistan) ihren Ausdruck fand. Unter der Reagan-Administration (1981-89) wurde (wie vor dem Vietnam-Krieg) wenig Rücksicht darauf genommen, ob die strategischen Verbündeten die Menschenrechte respektierten. Auch stellt sich die Frage nach einem hinreichenden Verständnis fremder Kulturkreise durch die US-Außenpolitik. Deren mangelnde Voraussicht zeigte sich auch darin, dass die US-Unterstützung oft den aus heutiger Sicht falschen Leuten zugute kam: So wurde nach dem Ausbruch des ersten Golfkriegs zwischen Iran und Irak (1980–88) aus Angst vor den Mullahs in Teheran der irakische Diktator Saddam Hussein (hauptsächlich durch Satelliten-Aufklärung) unterstützt, was sich später als schwerer Fehler erweisen sollte. In diesen Zusammenhang gehört auch ein Vorgang, der sich zum größten Skandal der Reagan-Ära entwickelte, die Iran-Contra-Affäre: 1986 verkauften die USA nach Vermittlung durch Sicherheitsberater Robert McFarlane und Oberst Oliver North Waffen (hauptsächlich Panzerabwehrraketen) auch an den Iran. Das daraus erlöste Geld wurde zur Unterstützung der Gegner der Sandinisten in Nicaragua, der so genannten Contras verwendet. Auch die Geld- und Waffenlieferungen an die Mujaheddin in Afghanistan erwiesen sich als zweischneidig: Das Ziel, die Sowjetunion in die Knie zu zwingen, wurde zwar erreicht, aber so auch radikal-islamische Gruppen gestärkt. Unter Präsident Ronald Reagan (1981–89) strebte die ideologische Auseinandersetzung mit der Sowjetunion dem Finale zu. Reagan bezeichnete die Sowjetunion wiederholt in Anlehnung an religiöse Terminologie als „Reich des Bösen“ (evil empire), das es zu Tode zu rüsten gelte. Die Rüstungsausgaben wurden erhöht und ein so genanntes „Star-Wars-Programm“ (SDI-Projekt, Krieg der Sterne) aufgelegt. 1985 und 1986 traf er sich jedoch auch mit seinem sowjetischen Amtskollegen Gorbatschow zu Abrüstungsverhandlungen unter der Bezeichnung START (Strategic Arms Reduction Talks). Letztlich war diese Politik erfolgreich, denn mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion (1991) war der Kalte Krieg beendet. Die USA sind seither die einzige Supermacht und nach eigener Auffassung Ordnungsmacht der Welt.

Die Außenpolitik der Regierung Clintons

Präsident Clinton zeichnete verantwortlich für die US-Außenpolitik zwischen dem Ende des Kalten Krieges und dem Regierungsantritt von George W. Bush, und zwar mit der Hilfe von Außenminister Warren Christopher (erste Amtszeit) und Madeleine Albright (zweite Amtszeit), der ersten Außenministerin in der Geschichte der USA. Beobachter haben von der Außenpolitik Clintons behauptet, er habe wohl das Ziel "die Sozialarbeit der Welt" zu übernehmen, da viele der Aktivitäten sich auf Werteänderungen in eher ärmere, strategisch nebensächlichen Ländern konzentrierten, darunter auch Somalia, Haiti, und Bosnien. Das Engagement in Somalia, unter George Bush sen. begonnen, hatte als Ziel die Entmachtung der Warlords, besonders Mohammed Aidids. Nachdem US-Fernsehsender Bilder übertrugen, die den Leichnam eines US-Soldaten zeigten, der durch die Straßen von Mogadischu geschleppt wurde, überließen die Sondereinsatztruppen das Land seinem Schicksal. Mit der Invasion Haitis 1994 wurde der demokratisch gewählte Jean-Bertrand Aristide an die Macht gebracht und der Militärdiktator Raoul Cedras abgesetzt; die weiteren Probleme des Landes, das 1915 bis 1934 unter US-Besatzung gelebt hatte und unter Cedras von einem Embargo der USA betroffen war, wurden nicht gelöst. Nachdem sich die europäischen Staaten als unfähig erwiesen hatten, nach dem Zerfall Jugoslawiens den Balkan zu befrieden, griffen US-Truppen 1995 und 1999 im Rahmen der Nato in Bosnien und Serbien ein, was den Sturz des Diktators Milosevic zur Folge hatte. Versuche, im Nahen Osten einen Frieden zwischen Israel und Palästina zu erreichen, erlitten mit dem Attentat auf Jitzhak Rabin einen großen Rückschritt und waren letztlich erfolglos. Clinton reagierte auf Provokationen des irakischen Diktators Saddam Hussein mit sporadischen Luftschlägen, sowie Vergeltungsschlägen gegen Einrichtungen im Sudan und Afghanistan nach Terroranschlägen auf die US-Botschaft in Nairobi und ein US-Kriegsschiff im Jemen, die man dem damals schon bekannten Al-Qaida-Netzwerk des Osama bin Laden zur Last legte. Diese Einzelaktionen, die zumeist im Kontext von UNO- oder NATO-Resolutionen stattfanden und bei den westeuropäischen Verbündeten zu keinen oder nur geringen diplomatischen Differenzen führten, wurden nicht vor der Öffentlichkeit als Teil eines dauernden Kriegszustands gerechtfertigt, wie es später mit George W. Bushs Krieg gegen den Terrorismus der Fall war.

Die Außenpolitik der Regierung George W. Bush und die Terroranschläge am 11. September 2001

Schon bald nach Amtsantritt von Präsident George W. Bush am 20. Januar 2001 zeigte sich dessen Neigung zum Unilateralismus, die im Misstrauen gegenüber multinationalen und multilateralen Institutionen ihren Ausdruck findet. Bush ist kritisch gegenüber der UNO eingestellt, der er die Unterstellung von US-Soldaten verweigert. Außerdem glaubt Bush, durch verbindliche Verpflichtung zur Einhaltung von multinationalen Verträgen die außenpolitische Handlungsfähigkeit der USA aufs Spiel zu setzen (Beispiel: Kyoto-Protokoll). Anklänge an diese neue republikanische Außenpolitik fanden sich schon Mitte der 1990er Jahre in Reden und Anträgen von Newt Gingrich und Jesse Helms. Weder bei "traditionelleren" Republikanern, wie Bob Dole, John McCain, oder Richard Lugar, noch bei den Demokraten fand diese Politik Zustimmung. Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York sowie das Pentagon in Washington, die von radikalen Islamisten durchgeführt wurden, verkündete George W. Bush einen weltweiten Krieg gegen den Terrorismus, was zunächst auch in weiten Teilen der Bevölkerung Zustimmung fand. Bush erfand in Anlehnung an Ronald Reagan die Formel von einer "Achse des Bösen" (axis of evil), der er so genannte Schurkenstaaten (rogue states) zurechnet. Zu diesen zählt er den Iran, den Irak, Kuba und Nord-Korea. Im Oktober 2001 wurde durch einen Feldzug in Afghanistan das radikal-islamische Taliban-Regime verjagt, das den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge, Osama bin Laden, beherbergt hatte. Ebenfalls im Namen des Krieges gegen den Terrorismus begann im März 2003 der Krieg (sog. Dritter Golfkrieg) gegen den Irak mit dem Ziel, den Diktator Saddam Hussein zu stürzen. Die USA warfen dem Irak u. a. vor, Massenvernichtungswaffen zu besitzen und Kontakte zu Bin Laden zu unterhalten, wodurch der Irak eine Bedrohung für die Welt gewesen sei. Insbesondere der Krieg gegen den Irak ist völkerrechtlich umstritten, da er ohne ein explizites UNO-Mandat erfolgte und einige der Kriegsbegründungen (insbesondere der Verdacht auf den Besitz von Massenvernichtungswaffen und Kontakte zu Bin Laden) sich im Nachhinein als unzutreffend herausstellten, womit sich die Frage nach einer bewussten Täuschung der Weltöffentlichkeit durch die Bush-Administration erhebt. Dem US-amerikanischen Militär gelang es schnell, den Irak militärisch zu besiegen und das Regime Saddam Husseins zu stürzen. Dennoch konnte der Irak bislang nicht befriedet werden. Zahlreiche zum Teil von Selbstmordattentätern durchgeführte Sprengstoffanschläge forderten auf Seiten der US-Truppen inzwischen mehr Todesopfer als die eigentlichen Kampfhandlungen bis Mai 2003, was dazu führte, dass sich einige Staaten der Koalition der Willigen bereits im Frühling 2004 wieder aus dem Irak zurückzogen. Im Juni 2004 wurde die Regierungsgewalt an eine irakische Übergangsregierung übergeben. George W. Bushs Hinwendung zu einem strategischen Konzept der Präemption kann als Abkehr von der bisherigen US-amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik gewertet werden, die auf Abschreckung, Eindämmung sowie der Einwirkung der so genannten soft power (d. h. der Attraktivität ökonomischer und kultureller Einflussnahme) basiert hatte. Unter George W. Bush beträgt der Verteidigungsetat etwa 400 Milliarden US-Dollar, was bedeutet, dass das US-Militär-Budget so hoch ist wie das der in der Liste nachfolgenden neun Staaten zusammen. Der Haushaltsansatz für Entwicklungshilfe betrug im Haushaltsjahr 2003/04 fast 20 Milliarden US-Dollar, ohne die Aufbauhilfe für Irak, die wiederum ebenfalls so groß ist. Als Anteil am Bruttosozialprodukt ist diese Summe relativ gering im Vergleich zu anderen Industrienationen, als absolute Summe jedoch das größte einer Nation auf der Welt. Von den 20 Milliarden US-Dollar gehen etwa die Hälfte an Israel und Ägypten (seit den Camp-David-Verträgen 1979). Andere Schwerpunkte sind Kolumbien, Bolivien, Peru, Afghanistan, Pakistan, Indonesien, die Türkei und Jordanien, unter anderem wegen des "Kriegs gegen den Drogenanbau" und des Kriegs gegen den Terrorismus. Siehe auch: Außenpolitisches System der USA | :Kategorie:US-Außenpolitik | US-Interventionen im Ausland Literatur:
- Christian Hacke: Zur Weltmacht verdammt, die amerikanische Außenpolitik von J.F. Kennedy bis G.W. Bush, Ullstein ISBN 3-548-36722-4
- Michael R. Beschloss / Strobe Talbott:
Auf höchster Ebene, das Ende des Kalten Krieges und die Geheimdiplomatie der Supermächte 1989-91, ECON, ISBN 3-612-26166-5
- [http://usinfo.state.gov/usa/infousa/trade/files/98-916.pdf Congressional Research Service, Bericht an den Kongress zum Thema Entwicklungshilfe, 2004]

Gliederung

US-Interventionen im Ausland Im Jahr 2002 gab es laut Zensus- und Volkszählungsbüro 87.900 lokale Regierungseinheiten in den Vereinigten Staaten, einschließlich Ortschaften, Kreise, Siedlungen, Schul- und andere Bezirke. Mehr als drei Viertel der Bürger der Vereinigten Staaten leben in großen Städten oder deren Vorstädten (Liste der Städte in den USA). Liste der Städte in den USA Ein County ist eine Untereinheit der meisten Bundesstaaten. In Louisiana heißen sie "Parishes" und in Alaska gibt es sie nicht, sondern lediglich statistische Unterteilungen. In Virginia und Missouri gibt es zudem Städte, die keinem County zuzuordnen sind. Bei Großstädten (z. B. Philadelphia) kommt es vor, dass die Grenzen von Stadt und County gleich sind; die Stadt New York nimmt sogar 5 Counties ein, die jeweils ein Borough sind. Es ist nicht selten, dass Städte und sogar Dörfer eine County-Grenze überschreiten. Die Regierungsformen der Counties und auch deren Befugnisse sind von Staat zu Staat sehr unterschiedlich, manchmal sogar innerhalb eines Staates, wenn der Landtag verschiedene Formen zur Auswahl vorgegeben hat. Manche erlassen Steuern, fast alle nehmen Kredite auf und treiben Steuern ein. Sie haben Angestellte, sind sehr oft für die Beaufsichtigung von Wahlen zuständig und bauen und unterhalten Straßen und Brücken (manchmal im Auftrag des Bundes oder Landes). Sozialhilfeprogramme werden teilweise von ihnen durchgeführt, aber teilweise von den Townships, die, insbesonders im Mittleren Westen nicht deckungsgleich mit den Kommunen sind, sondern aus 36 Quadratmeilen, die in der Landesvermessung aus dem 18. Jahrhundert bestimmt worden sind, bestehen. Ein besonderer Aspekt bei manchen kleineren Städten, der selten und überwiegend in den Neuenglandstaaten vorkommt, ist das "town meeting". Einmal im Jahr – bei Bedarf auch häufiger – kommen alle registrierten Wähler einer Stadt zu einer öffentlichen Versa


Open Source

Der englische Ausdruck Open Source [] bzw. Quelloffenheit wird meist auf Computer-Software angewandt und meint, dass es jedem ermöglicht wird, Einblick in den Quelltext eines Programms zu haben.

Geschichte

Beeinflusst durch das 1997 publizierte Essay The Cathedral and the Bazaar von Eric S. Raymond, entschied Netscape 1998 angesichts der wachsenden Dominanz von Microsoft am Browser-Markt, den Quelltext des Netscape Navigators freizugeben (aus dieser Freigabe entstand später das Mozilla-Projekt). Kurz darauf beschlossen Raymond, Bruce Perens, ein Computer-Wissenschaftler, und Tim O'Reilly, Gründer und Vorstand des Computerbuch-Verlags O'Reilly, dass die freie Software-Gemeinde besseres Marketing benötigt. Um die Freie Software als geschäftsfreundlich und weniger ideologisch belastet darstellen zu können wurde dabei beschlossen, einen neuen Marketing-Begriff für Freie Software einzuführen - der Begriff Open Source wurde von da an flächendeckend im Marketing genutzt und war auch der Namensgeber für die von Raymond, Perens und Reilly gegründete Open Source Initiative (OSI). Es wurden für die Wirtschaft angepasste Open-Source-Lizenzen geschaffen, welche weiterhin den Bedürfnissen des Open-Source-Umfelds genügten, aber auch für die Wirtschaft interessant sein sollten. Eine der bekanntesten Lizenzen, die aus diesen Bestrebungen hervorging, ist die Mozilla Public License.

Die Definition der Open Source Initiative

Die Open Source Initiative wendet den Begriff Open Source auf all die Software an, deren Lizenzverträge den folgenden drei charakteristischen Merkmalen entspricht: ; Die Software (d. h. der