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Apetlon

Apetlon

Apetlon ist eine Marktgemeinde im Burgenland im Bezirk Neusiedl am See in Österreich mit 1.921 Einwohnern. Der ungarische Ortsname der Gemeinde war Bánfalu.

Geografie

Apetlon liegt im Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel am Ostufer des Neusiedler Sees. Die Ortschaft selbst liegt auf 120 m Seehöhe. In ihrem Gebiet liegt mit 114 m Seehöhe der tiefste Punkt Österreichs. Charakteristisch für das Gemeindegebiet sind weite, offene Ebenen und eine Salzflora die viele kleine Lacken umgibt.

Geschichte

Österreich Die Gemeinde wurde urkundlich das erste mal 1318 erwähnt. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Bánfalu verwendet werden. Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes). Marktgemeinde ist Apetlon seit 1991 (durch VO 79). Seit Dezember 2001 ist der Nationalpark Neusiedlersee UNESCO Weltkulturerbe.

Politik

Bürgermeister ist Johann Loos, Vizebürgermeister Georg Glanz. Amtsleiter ist Herbert Thell. Die Mandatsverteilung (21 Sitze) in der Gemeindevertretung ist SPÖ 9, ÖVP 11, FPÖ 1, Grüne 0 und andere Listen 0 Mandate.

Wirtschaft und Infrastruktur

In Apetlon wird hauptsächlich Weinbau betrieben. Der Fremdenverkehr besitzt eine große Bedeutung. Besonders im Mai kommen alljährlich zahlreiche Ornithologen aus ganz Europa um die seltene Vogelwelt an der Langen Lacke und den vielen Pusztagebieten zu beobachten und zu fotografieren. Lange vor der Errichtung des Nationalparks war die Lange Lacke schon ein bedeutendes Naturschutzgebiet in dem schon vor über 100 Jahren wissenschaftliche Datensammlung zur Vogelwelt betrieben wurde. Reizvoll ist der im Norden der Gemeinde gelegene Apetloner Badesee, aber auch am Darscho ist ein abendlicher Spaziergang ein Erlebnis. Kategorie:Ort_im_Burgenland

Marktgemeinde

: Denkmal zur Markterhebung 1997]] Marktrecht war das im Markt geltende Recht und wurde meistens als Unterpunkt zusammen mit einem Stadtrecht, aber auch ohne dieses verliehen. Es war das Recht, Märkte zu veranstalten. Bewohner eines Marktortes hielten dieses Recht, Fremde konnten es zeitlich eingeschränkt erwerben. Mit dem Marktrecht war das Bürgerrecht in einem Marktort verbunden. Das Marktrecht wurde den Ortschaften vom Kaiser/König des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ausgestellt. Eingeführt wurde das Marktrecht in einer Verwaltungsreform Heinrichs IV., der 1016 dem Marienstift Prüm als dem ersten Stift im Deutschen Reich Münzprivilegien und das Marktrecht verlieh.

Marktgemeinde

Nachdem das Marktrecht heute anderweitig geregelt ist (grundsätzlich kann jede Gemeinde Märkte abhalten), hat die Bezeichnung "Markt" keine besondere inhaltliche Bedeutung mehr. In Bayern hingegen können größere kreisangehörige Gemeinden auf deren Antrag auch heute noch von der Landesregierung offiziell zu "Marktgemeinden" erklärt werden. Das bayerische Kommunalrecht unterscheidet insofern bei kreisangehörigen Gemeinden zwischen Städten, Marktgemeinden und sonstigen Gemeinden. Grundlage ist eine entsprechende Regelung in der Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern (Gemeindeordnung - GO). Hier heißt es in Artikel 3: :Städte und Märkte heißen die Gemeinden, die diese Bezeichnung nach bisherigem Recht führen oder denen sie durch das Staatsministerium des Innern neu verliehen wird. :Die Bezeichnung Stadt oder Markt darf nur an Gemeinden verliehen werden, die nach Einwohnerzahl, Siedlungsform und wirtschaftlichen Verhältnissen der Bezeichnung entsprechen. Zur Verleihung des Titels "Marktgemeinde" sind also bestimmte Voraussetzungen erforderlich. Insbesondere eine besondere oder überragende Bedeutung gegenüber den umliegenden Gemeinden in kultureller, wirtschaftlicher oder historischer Hinsicht. Man kann die "Marktgemeinden" in Bayern quasi zwischen den Städten einerseits und den sonstigen kreisangehörigen Gemeinden andererseits einstufen. In Österreich und in Südtirol ist die Verleihung des Titels "Marktgemeinde" ähnlich geregelt. Sowohl in Österreich als auch in Bayern kommt es vereinzelt vor, dass der Begriff "Markt" offizieller Bestandteil des Gemeindenamens ist, z.B. in Bayern Markt Berolzheim, Markt Bibart, Markt Einersheim, Markt Erlbach, Markt Wald, in Österreich Markt Piesting oder Aschbach-Markt, Aspang Markt oder des Hauptortes einer Großgemeinde, wie Ardagger-Markt. Ein Titel ohne Recht bedeutet, dass es heute im Grundsatz keinerlei praktische Bedeutung mehr hat, ob eine Gemeinde sich als Marktgemeinde bezeichnen darf oder nicht. Wenn eine Gemeinde einen Markt, Wochenmarkt, Flohmarkt, Jahrmarkt oder gar eine Weltausstellung veranstalten möchte, gelten andere Kriterien. Der Titel Marktgemeinde ist hierzu keine Voraussetzung. Er ist vor allem ein Schmuckwerk für das Standortmarketing und für die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde und hat in Bayern und Österreich, wo Tradition noch einen hohen Stellenwert genießt, durchaus seinen Platz. Die Schweiz kennt diese Bezeichnungen nicht, hingegen sind manche, auch recht kleine Schweizer Orte, schon im Mittelalter zu Städten bzw. zu Marktflecken erhoben worden. Obwohl viele Orte bis heute vielleicht noch dörflich klein sind, bezeichnet sich bis heute manches Schweizer "Städtchen" stolz als Stadt. Siehe auch: Gemeindearten Kategorie:Politische Geographie Kategorie:Kommunalrecht Kategorie:Mittelalter

Burgenland

Das Burgenland (kroatisch Gradišće, ungarisch Felsőőrvidék, Őrvidék, Lajtabánság) ist das östlichste, jüngste (seit 1921 bei Österreich) und flachste Bundesland Österreichs. Das Burgenland grenzt im Osten an Ungarn und im Westen an Niederösterreich und die Steiermark. Im (hügeligen) Süden hat es eine wenige Kilometer lange Grenze mit Slowenien, im Norden eine nur wenig längere Grenze mit der Slowakei. Die Gesamtlänge der Außengrenze zu den Nachbarstaaten, die heute noch Schengen-Außengrenze ist, beträgt 397 km. Die Form des Bundeslandes ist länglich, wobei es in der Mitte auf 4 km zusammengeschnürt ist.

Geschichte, Name

siehe auch Geschichte des Burgenlandes. Bis 1920/1921 gehörte das seit den Türkenkriegen vorwiegend deutschsprachige Burgenland zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Nach jahrelangen Kämpfen und Verhandlungen nach dem Ersten Weltkrieg wurde es in den Verträgen von St. Germain und Trianon Österreich zugesprochen. Nach heftigen Protesten Ungarns wurde jedoch für die Gegend um Ödenburg (Sopron), das als Hauptstadt vorgesehen gewesen wäre, eine Volksabstimmung durchgeführt, die positiv für den Verbleib bei Ungarn endete. Die ordnungsgemäße Durchführung der Volksabstimmung wurde von vielen bezweifelt. Der Name „Burgenland“ erinnert noch daran, dass das Land aus Gebieten von vier ehemaligen ungarischen Komitaten zusammengesetzt ist („Vierburgenland“):
- Pressburg (slowak. Bratislava, ungar. Pozsony)
- Wieselburg (ungar. Moson)
- Ödenburg (Sopron)
- Eisenburg (Vas). Bis 1925 war Bad Sauerbrunn provisorischer Sitz der Landesregierung und -verwaltung, bis dann die bis dahin relativ unbedeutende Kleinstadt Eisenstadt Hauptstadt des Burgenlands wurde.

Verwaltung

Das Burgenland ist in 7 politische Bezirke und 2 Statutarstädte (Freistädte) gegliedert. Von Norden nach Süden sind das:

Freistädte


- Rust (Burgenland)
- Eisenstadt

Bezirke


- Neusiedl am See
- Eisenstadt-Umgebung
- Mattersburg
- Oberpullendorf
- Oberwart
- Güssing
- Jennersdorf

Politik

Die Landesregierung des Burgenlandes besteht aus sieben Mitgliedern, die nach einem Proporzsystem besetzt werden, das die größten Fraktionen im Landtag berücksichtigt. Seit der Landtagswahl 2000 stellt die SPÖ vier Regierungsmitglieder, drei kommen von der ÖVP. Landeshauptmann ist seit 2000 Hans Niessl (SPÖ), der sich mit Hilfe der Stimmen der grünen Abgeordneten in dieses Amt wählen ließ. Bei der Landtagswahl im Jahre 2005 erreichte die SPÖ die absolute Mehrheit. Eine Abkehr vom Proporzsystem zu einem System freierer Koalitionsbildungen, das beispielsweise der SPÖ nach der Landtagswahl 2005 die alleinige Regierung gestatten würde, wurde in jüngster Zeit von der SPÖ, der FPÖ und den Grünen angestrebt. Die ÖVP lehnte dieses Vorhaben ab, so dass eine hierfür notwendige Änderung der Verfassung des Burgenlandes nicht umgesetzt werden konnte.

Bevölkerung

In der wirtschaftlich schwierigen Zeit nach dem ersten Weltkrieg wanderten viele Burgenländer in den 1920er Jahren in die USA aus, was dazu führte, dass Chicago zur größten Stadt der Burgenländer wurde. Aber auch durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Zeit des eisernen Vorhanges konnte die wirtschaftliche Entwicklung mit der Restösterreichs nicht mithalten, so dass viele Burgenländer auch heute nach Wien auspendeln. Erst langsam durch einerseits größere EU-Förderungen und der Öffnung und EU-Erweiterung nach Osten entstehen im Burgenland vermehrt Arbeitsplätze mit der Möglichkeit im eigenen Bundesland zu arbeiten. Bei der Volkszählung von 1991 gaben 29.000 Menschen an, Burgenlandkroaten zu sein (Selbsteinschätzung der Volksgruppe: 45.000). Dazu kommen ca. 5.000 Ungarn (Selbsteinschätzung 25.000). 122 gaben Romanes als Muttersprache an. Die wirkliche Zahl der Roma liegt vermutlich jedoch ebenfalls deutlich höher.

Religion

Obwohl die Mehrheit der Burgenländer wie im übrigen Österreich vorwiegend römisch-katholisch sind, ist hier mit 14 % auch ein sehr hoher Anteil an Protestanten, die in 29 Pfarrgemeinden organisiert sind.

Geografie

Das Nordburgenland ist im Vergleich zum Südburgenland sehr flach und gehört landschaftlich großteils zur Pannonischen Tiefebene. Hier liegt der Neusiedler See, ein von einem breiten Schilfgürtel umgebener Steppensee, das "Meer der Wiener". In seiner Nähe bietet das Naturschutzgebiet Lange Lacke seltenen Vogelarten ein Refugium. Im Jahr 1992 wurde in diesem Gebiet der Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel gegründet, der grenzüberschreitend im ungarischen Nationalpark "Fertö-Hanság" seine Fortsetzung findet. Höchste Erhebung des Burgenlandes ist der 884 m hohe Geschriebenstein. Tiefster Punkt ist der Hedwighof (Gemeinde Apetlon - Bezirk Neusiedl am See) mit 114 m.

Wirtschaft

Als ärmstes Bundesland Österreichs wurde das Burgenland zur Gänze zum Ziel-1-Gebiet der Europäischen Union erklärt. Ca. 23.000 Burgenländer pendeln zur Arbeit nach Wien. Das Burgenland ist mit Niederösterreich das wichtigste Weinbaugebiet Österreichs. Über 16.000 Hektar werden im Weinbau bewirtschaftet. Es wird untergliedert in die Weinbauregionen Neusiedlersee, Neusiedlersee-Hügelland, Mittelburgenland und Südburgenland.

Kultur

Kulturell bietet das Land vor allem im Sommer viel, mit den Operettenfestspielen Mörbisch auf der wunderschönen Seebühne am Neusiedler See, den Opernfestspielen im St. Margarethener Römersteinbruch, den Schlossspielen Kobersdorf oder den Burgspielen Güssing. Durch die vielen Minderheiten ist das Volksbrauchtum im Burgenland besonders reichhaltig. Es werden nämlich auch von den Minderheiten kulturelle Veranstaltungen wie z.B. kroatische oder ungarische Heimatabende abgehalten. Das Burgenland hat auch für die Jugend sehr viel zu bieten. So werden in Wiesen von Juni bis September zahlreiche Konzerte mit Weltstars in den Musikrichtungen Rock, Reggae, Alternativ und Jazz durchgeführt, die tausende Jugendliche aus ganz Österreich anlocken.

Fremdenverkehr

Der Tourismuszahlen im Burgenland wurden in den letzten Jahren kontinuierlich besser. Jedoch kann es bei den Nächtigungszahlen nicht mit den Tourismushochburgen im Westen Österreichs mithalten. Zugpferde des Tourismus im Burgenland sind der Neusiedler See, die Thermen Lutzmannsburg (Sonnentherme), Stegersbach und Bad Tatzmannsdorf. Besonders beliebt ist das über 5.000 km lange Radwegenetz. Obwohl das Land flach ist, können Radtouren anstrengend werden, wenn der Wind durch das flache Land zieht.

Bildung

Universitäten, Fachhochschulen


- [http://www.fh-burgenland.at Fachhochschule Burgenland]

siehe auch


- Gemeinden im Burgenland

Weblinks


- [http://www.burgenland.at Burgenländische Landesregierung]
- [http://www.burgenland.info Burgenland Tourismus]
- [http://www.fh-burgenland.at FH Burgenland]
- [http://www.meinereise.at/rioliste.cfm?bundesland=7 Burgenländische Gemeinden] Detailinformationen zu allen Burgenländischen Gemeinden
- [http://www.sozialhilfe-burgenland.at/ Das Recht der Sozialhilfe im Burgenland]
- [http://burgenland-roma.at./ Geschichte und Kultur der burgenländischen Roma] Kategorie:Österreich ! Kategorie:Bundesland in Österreich als:Burgenland

Österreich

Die Republik Österreich ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa mit der Staatsform einer parlamentarischen Demokratie. Das Land ist seit 1955 Mitglied in der UNO und seit 1995 in der Europäischen Union. Es grenzt im Norden an Deutschland und Tschechien, im Osten an die Slowakei und Ungarn, im Süden an Slowenien und Italien und im Westen an die Schweiz und Liechtenstein.

Geografie

Hauptartikel: Geografie Österreichs

Landschaft

Etwa 60 Prozent des Landes sind gebirgig und haben Anteil an den Ostalpen (vor allem Tiroler Zentralalpen, Hohe Tauern und Niedere Tauern, Nördliche Kalkalpen, Südliche Kalkalpen und Wienerwald). In Ober- und Niederösterreich liegt - bereits nördlich der Donau - die Böhmische Masse, ein altes Rumpfgebirge, das auch nach Tschechien und Bayern hinüberreicht, und an der Ostgrenze die Kleinen Karpaten. Die fünf Großlandschaften Österreichs:
- Anteil an den Ostalpen (52.600 km², 62,8 % der Staatsfläche)
- Anteil am Alpen- und Karpatenvorland (9.500 km², 12,3 %)
- Vorland im Osten, Anteil an Randgebieten des Pannonischen Tieflands (9.500 km², 12,3 %)
- Granit- und Gneisplateau, Anteil am Mittelgebirgsland der Böhmischen Masse (8.500 km², 10,1 %)
- Anteil am Wiener Becken (3.700 km², 4,4 %) Von der Gesamtfläche Österreichs (rd. 84.000 km²) entfällt etwa ein Viertel auf Tief- und Hügelländer. Nur 32 % liegen tiefer als 500 m.

Gebirge

km² km²] km² km²]] Die sieben höchsten Berge Österreichs sind:

Ebenen

Die großen Ebenen liegen im Osten entlang der Donau, vor allem das Alpenvorland und das Wiener Becken mit dem Marchfeld, sowie in der südlichen Steiermark, die wegen ihrer Landschaftsähnlichkeit zur Toskana auch oftmals Steirische Toskana genannt wird. tiefster Punkt: Hedwighof (Gemeinde Apetlon - Burgenland) 114 m

Seen

Der größte See ist der Neusiedler See im Burgenland, der mit ca. 77 % seiner Gesamtfläche von 315 km² in Österreich liegt, gefolgt vom Attersee mit 46 km² und dem Traunsee mit 24 km² in Oberösterreich. Auch der große Bodensee mit seinen 536 km² im Dreiländereck mit Deutschland (Freistaat Bayern und Land Baden-Württemberg) und der Schweiz liegt zu einem kleinen Anteil auf österreichischem Staatsgebiet. Allerdings sind die Staatsgrenzen innerhalb des Bodensees nicht genau bestimmt. Für den Sommertourismus in Österreich haben die Seen neben den Bergen die größte Bedeutung, insbesondere die Kärntner Seen und jene des Salzkammerguts. Die Bekanntesten davon sind der Wörthersee, der Millstättersee, der Ossiachersee und der Weißensee. Weitere bekannte Seen sind der Mondsee und Wolfgangsee an der Grenze von Salzburg und Oberösterreich. siehe auch: Liste der Seen in Österreich

Flüsse

Der größte Teil Österreichs wird über die Donau zum Schwarzen Meer entwässert, nur kleine Gebiete über Rhein oder Elbe zur Nordsee. Große Nebenflüsse der Donau sind (von Westen nach Osten):
- Lech und Inn (entwässern Tirol) mit Salzach (entwässert Salzburg).
- die Ager, Traun, Enns, Ybbs, Erlauf, Traisen, Wien, und Fischa entwässern die südlich der Donau gelegenen Gebiete von Oberösterreich und Niederösterreich sowie Wiens.
- die Große und Kleine Mühl, Rodl und Aist, der Kamp, Göllersbach und Rußbach, sowie die March an der Ostgrenze entwässern die nördlich der Donau gelegenen Gebiete von Oberösterreich und Niederösterreich

Klima

Das Klima wird vom Westen nach Osten immer trockener (In Wien sind die Niederschläge nur noch halb so hoch wie in Salzburg) und erreicht in den östlichen und südöstlichen Landesteilen das pannonische Kontinentalklima, das teilweise im südlichen Seengebiet mediterran beeinflusst wird. Die schneereichen Winter bringen dem Tourismus eine zweite Saison. Die Sonnenscheindauer ist etwa um 10 bis 20 Prozent länger als beispielsweise in Norddeutschland. Die niederschlagsreichsten Gegenden sind das gesamte Alpenvorland sowie das Tiroler Unterland, das Außerfern und der Bregenzer Wald. Dort fallen bis zu 3.000 mm Regen pro Jahr (Durchschnitt 900 mm). In diesen Regionen kann es auch sehr oft zu Überschwemmungen kommen.

Bundesländer

Bregenzer Wald Die österreichischen Bundesländer: B Burgenland, K Kärnten, NÖ Niederösterreich, OÖ Oberösterreich, S Salzburg, St Steiermark, T Tirol, V Vorarlberg, W Wien Die neun österreichischen Bundesländer sind in Bezirke aufgeteilt, diese wiederum in Gemeinden.

Städte

Siehe auch: Städte in Österreich Das mit Abstand größte Siedlungsgebiet in Österreich ist die Metropolregion Wien mit einer Einwohnerzahl von 2.067.652 (Stand 1. Januar 2005). Damit konzentriert sich ein Viertel der Bevölkerung des Landes in der Hauptstadtregion. In Österreich besitzen rund 200 Gemeinden das Stadtrecht. Ein großes Problem, vor allem in wirtschaftlich schwachen Gegenden, ist die Abwanderung (Landflucht) der ländlichen Bevölkerung in die städtischen Ballungsräume.

Große Städte

Die größten Städte Österreichs (nach Einwohnerzahl) sind: Landflucht] Landflucht Landflucht Landflucht mit Bodensee (vom Pfänder gesehen)]] Stand: 2001

Ballungsräume in Österreich

Die nachstehenden Gemeinden, die in einem größeren bebauten Siedlungsgebiet liegen, sind nach ihrer Einwohnerzahl sortiert. Stand: 2001

Entfernungen (Luftlinie)


- Wien - Bregenz 505 km
- Wien - Innsbruck 390 km
- Wien - Salzburg 253 km
- Wien - Linz 155 km
- Wien - Graz 148 km
- Wien - Bratislava (SK) 55 km
- Salzburg - München (D) 116 km
- Wien - Berlin (D) 530 km
- Wien - Budapest (H) 255 km
- Bregenz - Paris (F) 568 km
- Villach - Triest (Mittelmeer) (I) 109 km
- Graz - Maribor (SLO) 70 km

Grenzlängen


- Staatsgrenzen insgesamt 2.562 km, davon zu:
  - Deutschland (Bayern): 784 km
  - Italien: 430 km
  - Ungarn: 366 km
  - Tschechische Republik: 362 km
  - Slowenien: 330 km
  - Schweiz: 164 km
  - Slowakei: 91 km
  - Liechtenstein: 35 km

Bevölkerung

siehe auch: Österreicher Österreicher

Lebenserwartung

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Österreich beträgt zur Zeit (2005) bei den Frauen 82,1 Jahre und bei den Männern 76,4 Jahre (im Vergleich 1971: 75,7 Frauen und 73,3 Männer). Die Kindersterblichkeit beträgt 0,45 %. siehe auch: Österreichisches Gesundheitssystem

Sprache

Deutsch ist Amts- und Muttersprache von etwa 98 % der österreichischen Bevölkerung. Die deutsche Sprache wird vielfach in Form eines der vielen oberdeutschen Dialekte gesprochen, die zu den Mundartfamilien des
- Alemannischen (gesprochen in Vorarlberg sowie dem Tiroler Außerfern) und
- Bairischen (gesprochen in allen anderen Bundesländern – siehe Sprachgebrauch in Österreich) gehören. Sieben Millionen Österreicher sprechen einen mittel- oder südbairischen Dialekt. Daneben werden slawische und andere Sprachen von autochthonen Minderheiten gesprochen. Die alteingesessenen burgenlandkroatischen, slowenischen und ungarischen Bevölkerungsanteile in Österreich haben einen Anspruch auf muttersprachlichen Schulunterricht und Behördenverkehr. Burgenlandkroatisch und Slowenisch sind zusätzliche Amtssprachen in jenen Verwaltungs- und Gerichtsbezirken der Steiermark, des Burgenlandes und Kärntens mit kroatischer oder slowenischer, bzw. gemischter Bevölkerung. Auch die alteingesessene Roma-Bevölkerung hat ihre eigene Sprache. Außerdem leben 35.000 Jenische in Österreich, wovon gerade noch 3.500 ein fahrendes Leben führen. Sie wurden in den 1960er Jahren im Burgenland, im Mühlviertel, im Waldviertel, auf dem Hausruck, im Toten Gebirge, in den Seetaler Alpen und Fischbacher Alpen angesiedelt. Siehe auch: Minderheitssprachen in Österreich, Kärntner Slowenen

Zuwanderung

Das Land beherbergt Menschen aus vielen anderen Ländern, die aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen ins Land gekommen sind. Diese Zuwanderer oder vorübergehend im Land lebenden Menschen stammen vornehmlich aus Russland, dem ehemaligen Jugoslawien (v.a. Serbien und Montenegro), Deutschland, Georgien, dem asiatischen Raum (Indien, Türkei, Afghanistan, Pakistan, China u.a.), aber auch aus anderen Weltregionen; Deren Anteil an der einheimischen Bevölkerung beträgt etwa 12,5 % (Anfang 2005). Bereits in den 1960er und 1970er Jahren wurden viele damals noch als Fremdarbeiter wegen des herrschenden Arbeitskräftemangels von den Firmen direkt in den Herkunftsländern angeworben um in Österreich zu arbeiten. Viele dieser Familien leben mittlerweile in der zweiten oder dritten Generation im Land. Ungefähr die Hälfte aller Menschen mit Migrationshintergrund bzw. deren Nachkommen lebt im Großraum Wien, wo etwa ein Viertel der gesamten Bevölkerung Österreichs ansässig ist. Der Rest verteilt sich vorwiegend auf die übrigen Ballungszentren, in denen ihr Anteil zwischen 10 und 20 % ausmacht. In einigen ländlichen Regionen liegt der Anteil der Migranten und Migrantinnen zwischen 0 und 5 %. In den vergangenen Jahren wurde pro Jahr an etwa 30.000 - 40.000 Menschen die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen.

Prognose

Laut Prognosen der Statistik Austria, dem statistischen Amt der Republik Österreich, halten sich Geburten und Sterbefälle in Österreich noch für etwa 20 Jahre die Waage, danach werden die Geburten- voraussichtlich unter den Sterbezahlen liegen, was zu einem höheren Altersdurchschnitt führen wird. Durch Zuwanderung kann die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 auf rund 9 Millionen anwachsen und das Geburtendefizit teilweise ausgeglichen werden. Nur in Wien, als einzigem der neun Bundesländer, wird der Altersdurschnitt niedriger und das Bevölkerungswachstum höher als im Bundesdurchschnitt sein; bis 2050 kann Wien demnach wieder zur Zweimillionenstadt werden. Als Grund führt Statistik Austria an, dass die Geburtenraten höher liegen und rund 40% der Immigration nach Österreich auf die Bundeshauptstadt entfallen.

Religion

73,6 % der einheimischen Bevölkerung bekennen sich zum römisch-katholischen Glauben und 4,7 % zum Protestantismus (überwiegend Augsburger Bekenntnis). Etwa 12 % der Bevölkerung gehören keiner Kirche oder Glaubensgemeinschaft an, die israelitische Kultusgemeinde zählt etwa 7.300 Mitglieder. Zum Buddhismus, der in Österreich 1983 als Religionsgemeinschaft anerkannt wurde, bekennen sich etwas über 10.000 Menschen. Etwa 20.000 sind aktive Mitglieder der Zeugen Jehovas. Von den zugewanderten Personen sind etwa 180.000 Mitglieder christlich-orthodoxer Kirchen, und rund 350.000 Menschen Mitglieder verschiedener muslimischer Religionsgemeinschaften (August 2005). Siehe auch: Geschichte des Christentums in Österreich, Anerkannte Religionen in Österreich, Baptisten in Österreich, Buddhismus in Österreich, Religionsfreiheit in Österreich

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Österreichs

Franken- und Ostfrankenreich

Weite Gebiete des heutigen Österreich gehörten im späten 8. Jahrhundert zum bayrischen Stammesherzogtum im fränkischen Reich Karls des Großen. Im folgenden Ostfrankenreich, in der Region des heutigen Niederösterreich, war seit 856 eine Marchia Orientalis den Karolingern unterstellt. Diese Grenzmark im Südosten des Reiches wurde zur Keimzelle des späteren Österreich. Dieses Gebiet ging 907 allerdings an die Ungarn verloren. Erst nach der Schlacht auf dem Lechfeld 955 konnte das ostfränkische Reich wieder nach Osten expandieren und es entstanden neue Herzogtümer und Markgrafschaften. Damit begann auch eine weitere Welle bajuwarischer (bayerischer) Siedlungstätigkeit.

Heiliges Römisches Reich (HRR) (962 - 1806)

955 Im Jahr 976 wurde die Marchia Orientalis von Kaiser Otto II. einem Babenberger-Grafen übereignet. In einer Urkunde von 996 wurde diese Marchia Orientalis erstmals Ostarrichi genannt; Aussprache und Schreibweise wandelten sich später zu Österreich. Das Gebiet wurde auch als Ostland (lat. Austria) oder Osterland bekannt und 1156 von Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) zu einem Herzogtum erhoben. Den Babenbergern folgten ab 1278 die Habsburger, die bis 1526 ihr Herrschaftsgebiet weiter ausdehnten und ein Erzherzogtum schufen, das ein bedeutender Faktor im Heiligen Römischen Reich wurde. Schon die späten Babenberger hatten die Steiermark mit Österreich verbinden können, die Habsburger schufen davon ausgehend mit der Erwerbung Kärntens, Tirols, Krains und anderer Gebiete einen Länderkomplex in den Ostalpen, der Herrschaft zu Österreich genannt wurde. Ab 1438 besaß das Fürstenhaus fast durchgehend die römisch-deutsche Königs- und die damit verbundene Kaiserwürde. Vom späten 15. Jahrhundert bis 1690 waren die habsburger Länder von ständigen militärischen Auseinandersetzungen mit dem Osmanischen Reich geprägt. Die Reformation der Kirche konnte sich anfangs schnell durchsetzen, wurde aber im Laufe des 17. Jahrhunderts zurückgedrängt. 1713 wurde mit der Pragmatischen Sanktion erstmals ein für alle Länder gleichermaßen gültiges Grundgesetz in Kraft gesetzt. Im Österreichischen Erbfolgekrieg konnte das neue Haus Habsburg-Lothringen die Erbländer großteils für sich behaupten. Die Kriege gegen Napoleon und seine Kaiserkrönung führten 1804 dazu, dass Kaiser Franz II. den Titel als Kaiser Franz I. von Österreich für seine Erbländer annahm und 1806 unter dem Druck Napoleons auf die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation verzichtete.

Kaisertum Österreich (1804 – 1867); Österreich-Ungarn (1867 - 1918)

Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation Das neue Kaiserreich Österreich war ein Vielvölkerstaat und reichte von Böhmen und Mähren über die heutige Republik hinweg weiter über Ungarn bis tief in den Balkan hinein. 1815 erhielt Österreich den Vorsitz im Deutschen Bund. Mit der Niederschlagung der Märzrevolution 1848 sicherte sich das Kaiserreich sein Überleben. Auch der ungarische Aufstand gegen die österreichische Vorherrschaft wurde niedergerungen. Der Krieg des Deutschen Bundes unter dem Vorsitz Österreichs gegen Preußen (Deutscher Krieg) führte 1866 nach dem Sieg Moltkes bei Königgrätz zur Auflösung des Bundes der deutschen Staaten. 1867 wurde im Zuge des Ausgleiches eine österreich-ungarische Doppelmonarchie unter der Herrschaft vom österreichischen Kaiser Franz Joseph I. geformt, der zugleich als König von Ungarn galt und über 40 Jahre an der Macht bleiben sollte. Da hierbei die Forderungen der „K.u.k.”-Völker nach mehr Selbstständigkeit außer Acht gelassen wurden spitzten sich die Nationalitätenprobleme zu und trieben das Reich an den Rand der Unregierbarkeit. Ausgelöst vom Attentat von Sarajevo und weitergetrieben von den europäischen Beistandspakten begann 1914 der erste Weltkrieg, der 1918 zum Ende der „kaiserlich-königlichen Monarchie” führte.

I. Republik (1918 – 1938) und Drittes Reich (1938 – 1945)

Österreich-Ungarn wurde aufgelöst. Auf dem vorwiegend von Menschen mit deutscher Muttersprache bewohnten Gebiet der Doppelmonarchie entstand die Republik „Deutschösterreich”, wobei einige Gebiete, in welchen ebenfalls eine große Bevölkerungszahl vorwiegend Deutsch sprach (z.B.: Egerland, Südmähren, Südtirol) abgetrennt wurden. Im Vertrag von Saint-Germain wurde dieser Staatsname „Deutschösterreich” und der von vielen angestrebte Zusammenschluss mit der neuen Deutschen Republik untersagt. Am 21. Oktober 1919 wurde der Name in „Republik Österreich“ geändert und 1920 die neue österreichische Verfassung beschlossen. In den folgenden Jahren führten die schlechte Wirtschaftslage und politische Auseinandersetzungen Österreich immer tiefer in eine Krise die schließlich im Bürgerkrieg (1934) gipfelte. Nachdem Bundeskanzler Engelbert Dollfuß 1933 den Nationalrat aufgelöst hatte, wurde in Österreich eine austrofaschistische Diktatur in Form eines autoritären Ständestaates etabliert. 1938 erfolgte der Anschluss an das Deutsche Reich. Der gebürtige Österreicher Adolf Hitler führte nach seinem beruflichen Scheitern in seinem Heimatland und seiner politischen Karriere in Deutschland Österreich in die nationalsozialistische Willkürherrschaft und ließ in der Folge alle Hinweise auf eine Eigenständigkeit des Landes tilgen. Österreich wurde in „Ostmark” und bald danach in „Donau- und Alpengaue” umbenannt. Der 1939 von ihm entfesselte Zweite Weltkrieg führte schließlich zum Untergang des „Dritten Reiches“.

II. Republik (ab 1945)

Dritten Reiches Mit dem Kriegsende 1945, der Niederlage des Großdeutschen Reiches und der Befreiung von der Herrschaft Hitlers und der Nationalsozialisten, wurde von den Siegermächten ein Staat Österreich wiederhergestellt. Bereits am 27. April trat eine provisorische Staatsregierung mit Karl Renner als Staatskanzler zusammen und proklamierte die Wiedererrichtung der Republik. Nach Renners Tod wurde Theodor Körner als Kandidat der SPÖ am 27. Mai 1951 zum Bundespräsidenten gewählt. Dies war die erste Volkswahl des Staatsoberhauptes in der Österreichischen Geschichte überhaupt. Bis 1955 war das neue Österreich, wie auch Deutschland, in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Erst mit der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrags durch die Bundesregierung und Vertreter der Siegermächte am 15. Mai 1955, und damit dem Bekenntnis zur Neutralität und der Verpflichtung keinen neuen Anschluss anzustreben, erlangte die Republik ihre volle Souveränität. Bis zum 25. Oktober 1955 verließen die letzten alliierten Truppen das Land. Tags darauf wurde die „immerwährende Neutralität” im Nationalrat in Form eines Verfassungsgesetzes festgeschrieben. Seit 1965 ist der 26. Oktober, in Erinnerung an den Beschluss der Neutralität, österreichischer Nationalfeiertag. 1960 war die Republik Mitbegründer der EFTA, die einen Wirtschaftszusammenhalt anstrebte. Bedingt durch die Neutralität konnten sowohl mit den westlichen Ländern als auch mit den damaligen Ostblockländern gute kulturelle und wirtschaftliche Bande geknüpft werden, was dem Land in der Zeit des Wiederaufbaues noch lange half. Nach dem Ende des Kalten Krieges 1991 wurde die strikte Neutralitätspolitik zwar gelockert, aber die angemessene Interpretation der Neutralität in der geänderten Weltordnung ist seitdem ein umstrittenes innenpolitisches Thema. 1995 trat Österreich der Europäischen Union (EU) bei. 1999 schaffte es seine bisherige Währung, den Schilling ab und führte zusammen mit anderen EU-Staaten den Euro ein.

Politik

Hauptartikel: Politisches System Österreichs Siehe auch: Politische Parteien in Österreich, Endogene Regionalentwicklung, Bundesverfassung (Österreich)

System

Österreich ist nach der Bundesverfassung von 1920, die 1945 wieder eingeführt wurde, eine föderale, parlamentarisch-demokratische Republik, bestehend aus neun Bundesländern. Staatsoberhaupt ist ein Bundespräsident, der für 6 Jahre direkt von der Bevölkerung gewählt wird. "Regierungschef" und Vorsitzender der Bundesregierung ist ein Bundeskanzler, der vom Bundespräsidenten de facto entsprechend den Mehrheitsverhältnissen im Nationalrat ernannt wird. Die Bundesregierung kann durch ein Misstrauensvotum des Nationalrates abberufen werden.

Institutionen

Das österreichische Parlament besteht aus zwei Kammern. Die Zusammensetzung des Nationalrates mit seinen 183 Mitgliedern wird alle 4 Jahre durch freie und allgemeine Bürgerwahlen bestimmt. Eine 4-Prozent-Hürde verhindert eine zu große Zersplitterung der Parteienlandschaft im Nationalrat. Der Bundesrat wird von den einzelnen Landtagen (Parlamente der Bundesländer) beschickt. Der Nationalrat ist die dominierende Kammer in der österreichischen Gesetzgebung. Der Bundesrat besitzt in den überwiegenden Fällen nur ein aufschiebendes Vetorecht, das durch einen Beharrungsbeschluss des Nationalrates außer Kraft gesetzt werden kann. Vom 1. Juli 2003 bis 31. Jänner 2005 tagte ein Verfassungskonvent ("Österreich-Konvent") unter Franz Fiedler, der Vorschläge für eine Reform der österreichischen Bundesverfassung erarbeitete. Dabei kam man aber nicht zu einer einheitlichen Meinung über die zukünftige Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern. Diese muss in Verhandlungen der verschiedenen politischen Ebenen ausgearbeitet werden.

Politische Parteien

Hauptartikel: Politische Parteien in Österreich. Seit der Gründung der Republik Österreich wird die Politik von zwei großen Parteien, der christlich-konservativen Volkspartei ÖVP (vor dem 2. Weltkrieg unter dem Namen Christlichsoziale Partei) sowie der sozialdemokratischen SPÖ (vorher Sozialdemokratische Arbeiterpartei Österreichs), geprägt. Beide entstanden schon während der Monarchie und erlebten jeweils nach dem 2. Weltkrieg eine Neugründung, der eine intensivierte Zusammenarbeit folgte. Die positiven Auswirkungen dieser Kooperation wurde unter dem Begriff der Sozialpartnerschaft, die negativen als Parteipolitischer Proporz bekannt. Drittes, allerdings wesentlich kleineres, parteipolitisches Kontinuum ist das deutschnationale Lager, welches sich in der ersten Republik vor allem in der Großdeutschen Volkspartei, danach in der FPÖ, der Freiheitlichen Partei Österreichs, sammelte. In den ersten Jahren der zweiten Republik spielte auch die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) ein Rolle in der Politik des Landes, seit den 60er Jahren ist sie jedoch als Kleinstpartei auf Bundesebene relativ bedeutungslos. Bei regionalen Wahlen, wie zB. in Graz, erreicht sie aber auch heute noch nennenswerte Stimmanteile.
In den 80er-Jahren brach das starre, manchmal auch als
hyperstabil bezeichnete Parteiensystem (mit einer der höchsten Dichte an Pateimitgliedern weltweit) auf. Einerseits durch den Eintritt der Grünen Partei auf dem linken Parteienspektrum, andererseits durch die Forcierung der FPÖ als rechtspopulistische Partei. Von der bis zum Regierungseintritt im Jahr 2000 stark wachsenden Partei spaltete sich 1993 das Liberale Forum ab, das allerdings bald wieder von der politischen Bühne verschwinden sollte. Im Jahr 2005 erlebte die FPÖ mit der Gründung des BZÖ ihre zweite Spaltung. Derzeit besteht die Bundesregierung aus einer Koalition zwischen ÖVP und BZÖ unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Vizekanzler ist derzeit Hubert Gorbach.

Rechtswesen

Die zentrale Privatrechtskodifikation Österreichs, das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch 1811 (ABGB), ist eine Naturrechtskodifikation, die 1914-1916 unter Einfluss der Historischen Rechtsschule tiefgreifend novelliert wurde. Weit reichende Änderungen erfolgten dann erst wieder ab 1970, insbesondere im Familienrecht. Große Bereiche des Privatrechts sind allerdings außerhalb des ABGB geregelt, wobei viele dieser Sondergesetze im Zuge des "Anschlusses" 1938 aus Deutschland in Österreich eingeführt wurden und nach 1945 in gegebenenfalls entnazifierter Fassung in Österreich beibehalten wurden; so etwa das Ehegesetz (EheG), das Handelsgesetzbuch (HGB) und das Aktiengesetz (AktG). Auch das Verfassungsrecht ist zersplittert, da es - im Gegensatz etwa zum deutschen Grundgesetz - kein Inkorporationsgebot gibt, wonach Verfassungsbestimmungen nur in den Text der Verfassungsurkunde aufgenommen werden dürfen. Als solche kann das Bundesverfassungsgesetz vom 1. Oktober 1920 angesehen werden, welches sozusagen den "Kern" des Bundesverfassungsrechts enthält; daneben bestehen jedoch mehr als 1.300 (!) Verfassungsgesetze und Verfassungsbestimmungen in einfachen Gesetzen sowie Staatsverträge im Verfassungsrang. Als die wichtigsten sind das Staatsgrundgesetz über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger vom 21. Dezember 1867, das Finanz-Verfassungsgesetz vom 21. Jänner 1948, das Neutralitätsgesetz vom 26. Oktober 1955 sowie die Europäische Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 zu nennen. Das Strafrecht ist in einer modernen Kodifikation, dem Strafgesetzbuch vom 23. Jänner 1974, geregelt. Es kennt außer Strafen auch "vorbeugende Maßnahmen" (= Unterbringung von geistig abnormen, entwöhnungsbedürftigen oder potentiell rückfälligen Tätern in entsprechende Anstalten), beide dürfen nur wegen einer Tat verhängt werden, die schon zur Zeit ihrer Begehung mit Strafe bedroht war (
Nulla poena sine lege, § 1 StGB). Die Todesstrafe ist im ordentlichen Verfahren seit 1950, im außerordentlichen Verfahren seit 1968 abgeschafft. Die Gerichtsbarkeit wird in Zivilrechts- und Strafrechtssachen von Bezirksgerichten, Landesgerichten, Oberlandesgerichten und dem Obersten Gerichtshof als höchste Instanz wahrgenommen. Die Gerichtsbarkeit des öffentlichen Rechts wird vom Verwaltungsgerichtshof und vom Verfassungsgerichtshof wahrgenommen. siehe auch: Gerichtsorganisation in Österreich

Militärische Landesverteidigung

Hauptartikel: Österreichisches Bundesheer. Die militärische Landesverteidung fußt auf einer allgemeinen Wehrpflicht aller männlichen Staatsbürger im Alter von 17 - 50 Jahren. Frauen können einen freiwilligen Wehrdienst ableisten. Das Bundesheer besteht aus ca. 35.000 Mann im Präsenzstand und ca. 75.000 Mann der Miliz. Der Präsenzdienst dauert bisher acht Monate und ab 1. Jänner 2006 sechs Monate. Bis zum Jahr 2009 wird voraussichtlich die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft und durch ein Berufsheer ersetzt. Die Hauptaufgaben des Bundesheeres sind:
- Militärische Landesverteidigung
- Schutz der verfassungsmäßigen Einrichtungen sowie der demokratischen Freiheiten der Bürger
- Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit im Inneren
- Hilfeleistung bei Elementarereignissen und Unglücksfällen außergewöhnlichen Umfanges
- Hilfeleistung im Ausland Wehrpflichtige, die einen Wehrdienst aus Gewissensgründen ablehnen, können einen Zivildienst ableisten. Dieser dauert zwölf Monate und ab 1. Jänner 2006 neun Monate.

Staatsverschuldung

Die Verschuldung des Gesamtstaates einschl. Parafisken wird 2005 ihren bisher höchsten Stand mit 154,86 Mrd. EUR erreichen, danach sollen die Schulden über 154,500 (2006) auf 154,200 Mrd. EUR (2007) zurückgeführt werden. Die Schuldenstandsquote wird für 2005 mit 63,3% veranschlagt (durch die Revision der VGR (Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung) fällt der Quotient niedriger aus als bisher). 1995 - im Jahre des EU-Beitritts - lag sie noch bei 69,2%. Das Maastricht-Ziel eines Schuldenstands von höchstens 60% des BIP hatte Österreich zuletzt - vor dem Beitritt zur EU - 1992 erreicht.

Bundeshaushalt

Der Bundeshaushalt 2005 sieht bei Ausgaben in Höhe von 64,001 Mrd. EUR Einnahmen von 58,866 Mrd. EUR vor, so dass sich ein Defizit in Höhe von 5,135 Mrd. EUR oder 2,1% des BIP ergibt.

Infrastruktur

Verkehr

Die Verkehrsinfrastruktur ist geprägt einerseits durch die Lage in den Alpen und andererseits durch die zentrale Lage in Mitteleuropa. Dies gilt für Straßen- und Bahnverbindungen gleichermaßen. Die logistische Erschließung der Alpen erfordert viele Tunnel- und Brückenbauten, die extremen Witterungsbedingungen standhalten müssen. Durch die zentrale Lage gilt Österreich als typisches Transitland, vor allem in Nord-Süd- und Nord-Südost-Richtung, durch die Öffnung des Eisernen Vorhangs auch in Ost-Westrichtung. Das bedeutet aber oft eine wesentlich größere Dimensionierung der Verkehrswege, auch in ökologisch sensiblen Gebieten, was oft zu Widerständen der Bevölkerung führt. Um diese Gratwanderung zwischen Ökonomie und Ökologie zu bewältigen, sind oft Maßnahmen notwendig, welche dem Land eine Vorreiterrolle im Umweltschutz gebracht haben, vor allem am Kraftfahrzeugsektor. Es wurde in der Alpenrepublik beispielsweise vergleichsweise früh gesetzlich vorgeschrieben, in jedem Kraftfahrzeug einen Katalysator einzubauen. Ebenso wurden auf bestimmten Strecken nur Lärmarme LKW zugelassen. Durch verschiedene Deregulierungen fühlen sich die Bewohner jedoch in bestimmten Regionen, wie im Inntal, von den verkehrsregelnden Institutionen auf nationaler und internationaler Ebene, vor allem von der EU, im Stich gelassen.

Straßenverkehr

Das österreichische Straßennetz umfasst derzeit:
- 2.000 km Autobahnen und Schnellstraßen
- 10.000 km Straßen mit Vorrang (früher Bundesstraßen)
- 24.000 km Landesstraßen
- 70.000 km Gemeindestraßen Das Straßennetz ist großteils in öffentlicher Hand, wobei auf Autobahnen und Schnellstraßen die PKWs mit so genannten Mautvignetten und die LKWs kilometerabhängig durch die ASFINAG bemautet werden. Siehe: Straßensystem in Österreich, Liste der Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich, Liste der österreichischen Kfz-Kennzeichen

Schienenverkehr

Liste der österreichischen Kfz-Kennzeichen Der größte Teil der Eisenbahnstrecken wird durch die Österreichische Bundesbahnen (ÖBB) betrieben. Ein geringerer Teil wird durch Privatbahnen, die aber auch teilweise im Besitz der Bundesländer sind, befahren. S-Bahnen gibt es derzeit nur in der Hauptstadtregion Wien und in Salzburg. Weitere S-Bahn Systeme sind für die Städte Graz, Linz und Innsbruck geplant. Die einzige U-Bahn Österreichs befindet sich in Wien. Des weiteren besitzt die Linzer Straßenbahn einige unterirdische Stationen. Straßenbahnverkehr gibt es in den Städten Wien, Graz, Linz, Innsbruck und Gmunden.

Schiffsverkehr

Der Personenschiffsverkehr dient hauptsächlich dem Tourismus und findet sowohl auf der Donau, als auch auf den größeren Seen statt. Meist werden die Gewässer nur im Sommerhalbjahr befahren. Im Güterverkehr wird nur die Donau genutzt, die durch den Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals wesentlich aufgewertet wurde und so viel Transitverkehr von der Nordsee bis ans Schwarze Meer aufnehmen kann. Hauptsächlich werden Schüttgüter befördert. Die wichtigsten Häfen sind Linz, Krems und Wien.

Flugverkehr

Die größte nationale Fluggesellschaft ist die Austrian-Gruppe (Austrian Airlines, Lauda Air, Austrian Arrows). Mit FlyNiki besitzt Österreich seit 2003 auch eine Billigflugairline. Wichtigster Flughafen ist der Flughafen Wien-Schwechat, daneben sind Graz, Linz, Klagenfurt, Salzburg und Innsbruck internationale Anbindungen.

Energieversorgung

Hauptartikel: Energieversorgung in Österreich Energieversorgung in Österreich

Elektrische Energie

Die Elektrische Energie wird zum größten Teil aus Wasserkraft, sowohl aus Laufkraftwerken an der Donau, der Enns, Drau und vielen kleineren, als auch aus Pumpspeicherkraftwerken, wie Kraftwerk Kaprun oder Maltakraftwerke hergestellt. Zur Deckung von Spitzenstrom werden auch Gaskraftwerke betrieben. Strom aus Atomkraftwerken wird auf Grund des Atomsperrgesetzes nicht hergestellt. Das einzige Kernkraftwerk wurde zwar in Zwentendorf errichtet, ging aber nach einer Volksabstimmung 1978 nie in Betrieb. Die Verteilung erfolgt hauptsächlich durch neun Landesgesellschaften, die auch die letzte Meile zum Endverbraucher haben. Daneben gibt es einige kleinere Versorger, die meist auch im Besitz der öffentlichen Hand sind.

Gasversorgung

letzte Meile Bei der Erdgasversorgung ist Österreich weitgehend vom Ausland abhängig. Traditionellerweise ist die Hauptversorgung aus Russland. Verhältnismäßig kleine Erdgaslager befinden sich im Marchfeld und Weinviertel, wo sich auch unterirdische Pufferspeicher als Sicherheitslager befinden. Die Verteilung erfolgt ebenfalls über neun Landesgesellschaften.

Ölversorgung

Dasselbe gilt für das Erdöl. Hauptimportland ist dabei Libyen. Die größte Raffinerie befindet sich in Schwechat und wird von der OMV AG betrieben.

Rechtliche und soziale Infrastruktur

Schule und Ausbildung

Siehe: Schulsystem in Österreich, Liste bedeutender Österreicher, Österreichische Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen, Schülerzeitung

Notrufdienste

Polizei
Österreichweit wurde 2005 die für ländliche Gebiete zuständige Bundesgendarmerie mit den in den Städten vorhandenen Bundessicherheitswachekorps und Kriminalbeamtenkorps zum neuen Wachkörper Bundespolizei zusammengelegt. Dadurch wurde versucht, Zweigleisigkeiten in der Organisation zu beseitigen und die Effizienz zu erhöhen. Der Beweis dieses Anspruchs konnte bis dato nicht erbracht werden.
Feuerwehr
Das österreichische Feuerwehrensystem basiert fast vollständig auf Freiwilligen Feuerwehren. Nur in den sechs größten Städten wird der Brandschutz von Berufsfeuerwehren wahrgenommen. Hauptartikel:Feuerwehr in Österreich
Rettungsdienst
Bei Unfällen mit Verletzten wird in Österreich die Rettung informiert. Vor allem in den ländlichen Gebieten übernimmt das Österreichische Rote Kreuz den Rettungsdient. Daneben unterhalten andere Hilfsorganisationen wie des ASBÖ oder die Johanniter Rettungswachen. In Wien teilen sich die städtische Wiener Rettung und die Hilfsorganisationen die Aufgabe. Rettungshubschrauber spielen eine sehr wichtige Rolle im österreichischen Rettungsdienst. Das Land dürfte über die größte Dichte an Rettungshubschraubern weltweit verfügen. Flächendeckend stellt der Christophorus Flugrettungsverein des ÖAMTC 16 Hubschrauber. Daneben sind vor allem in den Tourismus-Regionen mehrere private Anbieter tätig. Siehe auch Luftrettung.

Wetterdienst

Wetterstationen befinden sich übers ganze Land verteilt, in größeren Städten und in allen Landeshauptstädten. Die nationale Einrichtung für meteorologische und geophysikalische Dienste ist die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) mit mehreren Zweigstellen in den Bundesländern. Die aktuellen Wetterdaten und Wetterentwicklungen lassen sich, auf Internetseiten gesammelt, für viele Orte abrufen und außerdem über Radio und Fernsehen verfolgen. In Zukunft soll außerdem ein zuverlässiger Unwetterwarndienst im Internet angeboten werden. Zusätzlich gibt es noch die Flugwetterdienste oder spezielle Systeme, wie das Blitzortungssystem ALDIS, die auch mit der ZAMG zusammenarbeiten und Daten austauschen.

Medien

Hauptartikel: Medien in Österreich

Wirtschaft

Hauptartikel: Österreichische Wirtschaft
In Österreich waren 2001 3.420.788 Personen in 396.288 Arbeitsstätten beschäftigt. Die größte Börse in Österreich ist die Wiener Börse, dessen größter Index der ATX ist.

Land- und Forstwirtschaft

Österreich hat eine sehr kleinstrukturierte Landwirtsch

Neusiedler See

Der Neusiedler See (
ungar. Fertő-tó, fertő bedeutet Sumpf) ist neben dem Plattensee der einzige Steppensee in Europa. Der See liegt sowohl auf österreichischem als auch auf ungarischem Staatsgebiet. Allein der österreichische Teil ist gleichzeitig der größte See Österreichs. Er zeichnet sich durch seinen Schilfgürtel, seine sehr geringe Tiefe und sein mildes und windiges Klima aus. Die einzigartige Fauna und Flora wird durch die beiden Nationalparks Neusiedler See-Seewinkel und Fertő-Hanság und die Ernennung zum UNESCO-Welterbe hervorgehoben.

Geografie

Entstehung

Durch einen tektonischen Einbruch entstand vor 20 Mio. Jahren die pannonische Tiefebene, die später vom Tethysmeer überflutet wurde. Nach der Absenkung des Meeres vor 11 Mio. Jahren im Pannonium bildete sich ein salziger Brackwassersee. Der Salzgehalt ging zurück, da das Salz mit dem Sediment abgelagert wurde. Am Ende der letzten Eiszeit vor 13.000 Jahren löste der zurückweichende Donaugletscher den letzten großen Absenkungsvorgang aus, der das heutige Sedimentbecken des Neusiedler Sees gestaltete.

Gliederung

Sedimentbecken Der See hat annähernd die Form eines Schuhlöffels, das nördliche Drittel wird Neusiedler Bucht genannt, die schmalste Stelle ist die Illmitzer Seeenge und ganz im Süden liegt der durch Schilf vom Rest des Sees weitgehend getrennte Silbersee.

Ausmaße

Die Seefläche beträgt je nach Wasserstand durchschnittlich 315 km², wovon 240 km² in Österreich und 75 km² in Ungarn liegen. Der österreichische Teil bildet damit die größte Seefläche in Österreich. Das Einzugsgebiet des Sees beträgt 1.120 km². Die Hauptausdehnung in nord-südlicher Richtung beträgt 36 km, die Breite zwischen 6 und 12 km. Die Höhe der Erdkrümmung beträgt zwischen Neusiedl am See und Mörbisch 9,60 m, sodass man nicht von einem Ende zum anderen sehen kann.

Schilfgürtel

Der See ist fast vollständig von einem Schilfgürtel umgeben, er bildet den Lebensraum der einzigartigen Tierwelt der Region. Durch die vorherrschende nordwestliche Luftströmung wächst am Ostufer deutlich weniger Schilf als am Westufer. Bei Donnerskirchen ist das Schilf bis zu 8 km breit, Podersdorf liegt am einzigen schilffreien Strandabschnitt von 2 km Länge. Der Schilfgürtel ist von 1941 bis 1965 stark angewachsen und bedeckt eine Fläche allein in Österreich von annähernd 100 km². Die Passagen durch den Schilfgürtel bezeichnet man als Schluichten. Teilweise wächst der Schilfgürtel Richtung Seemitte und umschließt damit wiederum kleine Seeflächen. 10-15 % des Schilfgürtels werden von Landwirten und einigen professionellen Schilfschneidern im Winter maschinell geerntet und teilweise auch weiterverarbeitet. Dazu wäre das einjährige Schilf am besten geeignet, der Nationalpark erfordert aber eine mehrjährige Rotationsbewirtschaftung der Schilfflächen. Das führte in der Vergangenheit immer wieder dazu, dass alte Schilfbestände gesetzeswidrig in Brand gesteckt wurden, um Flächen für junges Schilf zu erhalten. Die Landesregierung plant nun in Neusiedl am See ein Biomassekraftwerk, welches das alte Schilf verwerten soll, um damit der drohenden Verschilfung des Sees entgegenzuwirken. Ein schon altes Produkt des Sees ist das Schilf als Baumaterial, wenn sich auch die Anwendung geändert hat. Wurde es früher für Stuckatur und für die Dachdeckung verwendet, wird es heute auch als Wärmedämmung und Sichtschutz verarbeitet.

Umland

Der See liegt in der kleinen ungarischen Tiefebene die den westlichen Ausläufer der Ungarischen Tiefebene darstellt. Er wird im Nordwesten von den letzten Ausläufern der Alpen, dem Rosaliengebirge und dem Leithagebirge, begrenzt und im Norden von der Parndorfer Platte. Weiters liegt der Seewinkel im Osten, das Ruster Hügelland im Südwesten und der Waasen, ungarisch auch Hanság genannt, im Süden und Südosten. Orte mit Bade- und Hafenanlagen sind Illmitz, Podersdorf, Weiden, Neusiedl am See, Jois, Breitenbrunn, Purbach, Oggau, Rust und Mörbisch in Österreich, sowie Fertőrákos in Ungarn. Weitere Orte im Umland sind Apetlon, Winden am See, Donnerskirchen, Oslip, Fertőboz, Fertőd, Balf, Wolfs, Mekszikópuszta, Fertőhomok, Hegykő, Sarród und Fertőújlak

Hydrogeologie

Hydrogeologie

Seebecken

Der Untergrund des Sees ist meist sandig, an einigen Stellen finden sich Schotterbänke. Die Strömung verhindert die Ablagerung der schwebenden Sedimentteilchen und damit die Bildung von Schlamm. Nur in Bereichen ohne Strömung nahe dem Schilf oder in Buchten und Häfen lagert sich verrottende Biomasse und Faulschlamm ab und bildet die markanten Methan- und Schwefelwasserstoffgase. Diese sind auch die Ursache der ungewöhnlichen eisfreien Stellen, wenn im Winter der See sonst vollständig zugefroren ist.

Wasserhaushalt / Wasserspiegel

Unterjährige Schwankungen

Der Wasserspiegel liegt im Mittel bei etwa 115,45 m.ü.M., die maximale Tiefe beträgt nur 1,8 m. Die unterjährige Schwankungsspanne liegt bei 60 bis 80 cm. Im August werden die niedrigsten Wasserstände gemessen. Niederschläge und Trockenheit können einerseits erhebliche Überflutungen und andererseits die Austrocknung des Sees zur Folge haben. Die Wasserzufuhr erfolgt zu etwa 80 % durch die Niederschläge und 20 % durch die kleineren Zuflüsse, wie Wulka, Wolfsbrunnbach, Angerbach, Rákosbach und die Ortskanalisationen. Die wenigen aus dem Leithagebirge gespeisten Süßwasserquellen sind für den Wasserstand vernachlässigbar. Da das Seebecken vom Seewinkel durch dichte Tegelschichten getrennt ist, kommt von dorther auch kein Grundwasser in den See. Der See hat keine natürlichen Abflüsse, die Verdunstung ist für 90 % des Wasserverlustes verantwortlich. Da der See in einer sehr windreichen Gegend liegt, führt dieser hohe Wassermengen in den Schilfgürtel, die von den Pflanzen sehr rasch aufgesogen werden.

Mehrjährige Schwankungen

Die mehrjährige Schwankungsspanne des Wasserspiegels ist seit 1965 mit knapp 90 cm deutlich geringer – und damit der Wasserstand des Sees stabiler – als davor. Vorher waren Schwankungen von 1,6 m üblich. Seit 1965 ist das Risiko von Überschwemmungen auch deutlich gesunken. Dies wurde durch Einsatz genau definierter Prozeduren zur Stabilisierung des Wasserstandes zwischen Österreich und Ungarn im Jahre 1965 ermöglicht. Diese so genannte Seeregulierung wird über den Einser Kanal durch eine Seerandschleuse zwischen Apetlon und Mekszikópuszta auf ungarischem Staatsgebiet geregelt. Bilaterale wasserwirtschaftliche Fragen werden durch die Österreichisch-Ungarische Gewässerkommission behandelt. Vor den Regulierungsarbeiten im 19. Jahrhundert setzte sich der See im Südosten im weiten Sumpfland des Waasen fort, von dem im Süden noch Reste erhalten sind. Er stand somit in einer engen Verbindung mit der Donau und der Raab. Dieses System wurde durch das Hochwassertor von Győr und die Trockenlegung (durch Dämme und Kanäle) des Waasen im Seewinkel zerstört.

Historische Schwankungen und Auswirkungen

Im Laufe der Jahrhunderte stieg und fiel der Seespiegel ständig, was natürlich auch das Leben rund um den See beeinflusste. Anfang des 17. Jh. trocknete der See über mehrere Jahrzehnte langsam aus, so dass sogar schon eine Rekultivierung des Seebodens erwogen wurde. Doch nach einigen Jahren war der See wieder voll und erreichte 1768 mit einer Fläche von 515 km² einen Höchststand. Dabei wurde viel Weidefläche überschwemmt, so dass sogar Bauern abwandern mussten. Zwischen 1775 und 1780 wurde ein Kanal durch den Hanság gegraben und eine Dammstraße zwischen Pamhagen und Fertőd errichtet. In den kommenden 40 Jahren trocknete der See abermals aus und füllte sich wieder. Der Kanal wurde erweitert. Dabei wurden weite Teile der Moore trockengelegt und bei Magyaróvár (Ungarisch Altenburg) entstanden große Wiesen. Das Umland erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung, in der Folge konnten sogar Bauernsöhne studieren. 1838 führte der See aber wieder Hochwasser und zerstörte viele landwirtschaftliche Kulturen. Zum Schutz der Landwirtschaft plante Karl Kecskés die komplette Trockenlegung des Sees. Man entwässerte den sumpfigen Hanság. In der Folge gefror der See im Winter bis auf den Grund, alle Fische verendeten, und das Projekt wurde aus Geldmangel fallengelassen. Bei der letzten Austrocknung von 1864 bis 1870 wurde im trockenen Seebett Reis angebaut. Bis 1871 verblieb nur mehr ein schmaler Streifen Wasser. Der Boden härtete aus und verkrustete. Der Wind trug den salzigen Staub in die umliegenden Orte und vor allem in die Weingärten. Der Seeboden selbst war aber landwirtschaftlich kaum nutzbar, und es siedelten sich salzresidente Pflanzen an, die sonst nur an der Meeresküste vorkommen. Wege zwischen den Seegemeinden, zum Beispiel von Illmitz nach Mörbisch, wurden angelegt. 1872 war aber der See bereits wieder voll. In der Folge wurde die Raabregulierungsgesellschaft gegründet, die die Aufgabe hatte, den See für immer trocken zu legen. In Meyers Konversations-Lexikon von 1905 steht dazu:.. Aus Anlaß der Raabregulierung und der Trockenlegung des Hanság plant man eine gänzliche Ablassung des Sees... So wird 1885 mit der Planung eines Kanals von Pamhagen zur Rabnitz begonnen. Aber erst 1895 wurde mit dem Bau des Einserkanals begonnen und 1909 wurde er fertig gestellt. Durch ständige Verschlammung und Verlandung diente er bestenfalls zur Regulierung des Sees, aber nicht zur Trockenlegung. Dazu wären weitere Kanäle geplant gewesen, deren Namen 'Zweierkanal', Dreierkanal' und so weiter lauten sollten. Die Folge war aber eine höhere Salzkonzentration, welche den gesamten Fischbestand vernichtete und eine weitere Schilfausbreitung. Die Pläne zur Trockenlegung werden zwar vorerst weiterverfolgt, aber nach dem Ersten Weltkrieg durch die Angliederung des Burgenlandes an Österreich und zahlreichen Einsprüchen von Naturschützern, die eine Klimaveränderung befürchteten, endgültig ad acta gelegt. Im Jahr 1929 gefror der See bis zum Boden, und der Fischbestand wurde erneut vernichtet. Im Jahr 1938 wurden Projekte zur Erhaltung und Stabilisierung des Sees geprüft. Dazu gehörten Zuleitungen von Donau bzw. Leitha zur Hebung des Wasserspiegels, Schleusen beim Einserkanal und sogar der Einbau von Turbinen. Ein Querdamm von Mörbisch nach Illmitz sollte ein Staubecken im nördlichen Teil des Sees füllen und zur Trockenlegung des ungarischen Teils führen. Ein Querdamm und zwei Längsdämme am West- und Ostufer sollten eine Trockenlegung des Schilfgürtels bewirken. Dies konnte aber, unter anderem auch durch Stephan Aumüller, verhindert werden. 1941 erreichte der See seine größte Ausdehnung seit Menschengedenken. Er trat viele Kilometer weit über die Ufer und überflutete einige Teile von Anreinergemeinden. Straßennamen wie die Seeufergasse mitten in Apetlon zeigen noch heute, wie weit der See sich ausdehnen konnte. 1965 begann die Schleusenregelung in Mekszikópuszta, mit dieser Seeregulierung wurde das Schilfwachstum gebremst.

Prognose und Maßnahmen

Im Jahr 2003 sank der Wasserstand des Neusiedler Sees wieder stark ab und führte zu einem Problem für manche Segler, die mit ihren Booten nicht auslaufen konnten. Die Behörden beauftragten deshalb die Universität für Bodenkultur Wien, die Zukunft des Sees in einigen Studien zu prognostizieren. Vorhergesagt wird eine weitestgehende Austrocknung des Neusiedlersees ab 2010 bis 2050. Die globale Erwärmung und immer geringere Niederschlagsmengen sollen zu einer sukzessiven Austrocknung des Sees in den kommenden Jahrzehnten führen. Derzeit wird untersucht, ob eine Zuleitung von Donauwasser in den Norden des Neusiedlersees möglich ist. Als problematisch wird dabei, neben den bautechnischen Erfordernissen, vor allem der Unterschied in der Zusammensetzung der beiden Binnengewässer gesehen. So könnte der zusätzliche Nährstoffgehalt und der geringere Salzgehalt des Donauwassers das Wachstum des Schilfgürtels weiter beschleunigen.
- siehe dazu die WIKINEWS: Der österreichische Neusiedlersee wird ab 2010 austrocknen

Hydrologie

Wassertemperatur

Der seichte See passt seine Wassertemperatur sehr rasch an die umgebende Lufttemperatur an. An besonders heißen Tagen können Wassertemperaturen bis an die 30°C erreicht werden. Allerdings kühlt der See bei Durchzug einer Gewitterfront auch wieder rasch ab. Im Sommer werden durchschnittlich 22 bis 23°C gemessen.

Strömungen

Entgegen der Wirkung der Corioliskraft dreht die Strömung des Sees im Uhrzeigersinn, das Westufer des Sees weist eine Nordströmung auf und auf der Ostseite eine Südströmung. Daneben gibt es im Bereich von Buchten und Inseln zahlreiche Kreiselströmungen. Die Richtung der Strömung am Grund kann der Oberflächenströmung entgegengesetzt verlaufen. Dabei kommt es oft zu einer schichtweisen Überlagerung von kühleren und wärmeren Wassermassen. Damit lassen sich auch vermeintliche warme Quellen erklären, die beim Baden im See auffallen. In den Kanälen im Schilf können bei stärkerem Wind Strömungsgeschwindigkeiten von 0,5 bis 1 m/s auftreten.

Wellen

Die Wellen sind steiler als jene auf tiefen Gewässern, haben jedoch das gleiche Wellenbild mit drei kleinen und zwei großen Wellen. Die Wellen sind auch höher, als man es vom seichten See erwarten würde. Die Wellenbewegung folgt selten exakt der Windrichtung und weicht eher nach rechts ab. Wassersportler nennen das Wellenbild am Neusiedler See Kabbelwelle.

Wasserqualität

Seit 1972 überwacht ein [http://www.burgenland.at/index.jsp?activePage=/buergerservice/free_pages/FIS_NUU_BSI_Biologischestation_Illmitz.jsp&activeColumnUri=tcm:0-0-0 Biologisches Forschungsinstitut für das Burgenland] bei Illmitz auch die Wasserqualität des Sees. Dabei wird regelmäßig die Badewasserqualität des Wassers nach den Richtwerten der EU-Richtlinie gem. 76/160/EWG bestätigt. Die Wassergüte des Neusiedlersees wird alle fünf Jahre im Trophiensystem festgestellt und seit 1990 als mesotroph bis eutroph beschrieben. Durch die Strömungen und die geringe Tiefe des Sees entsteht die prägnante Eintrübung des Wassers durch schwebende Sedimentteilchen. Der Neusiedler See ist kein Süßwassersee, er hat eine geringfügige Salzkonzentration (ca. ein Zwanzigstel von Meerwasser). Durch die Eintrübung kommt trotz der geringen Tiefe auch kaum Sonnenlicht zum Seeboden, was zusätzlich zum Salzgehalt Algenbewuchs und Verschilfung verhindert. Der Salzgehalt ist auf den Untergrund des Seebeckens zurückzuführen. Die salzigen Tethyssedimente wurden in den Eiszeiten mit einer Schicht von Donausedimenten zugedeckt. Grundwasser diffundiert durch die kochsalzhaltige Schicht hindurch nach oben. Dabei sättigt es sich mit Salz. In der darüber liegenden, eiszeitlichen Sedimentschicht werden die Na- und Cl-Ionen des Salzes per Ionenaustausch durch Mg-, SO4- und CO3-Ionen ersetzt. Dabei entstehen die Salze des Sees, nämlich Glaubersalz (Na2SO4), Bittersalz (MgSO4) und Soda (Na2CO3) die im regionalen Dialekt Zick genannt werden. Auch der Name des im Seewinkel liegenden Zicksees rührt daher. Der Gehalt an verschiedenen Salzen ist etwa mit dem Mineralstoffgehalt in Mineralwasser zu vergleichen. Nicht zu verwechseln ist der wesentlich höhere Salzgehalt in den benachbarten kleinen Seen im Seewinkel, wie der Langen Lacke.

Meteorologie

Klimatische Verhältnisse

Der See liegt im Einflussbereich des kontinentalen pannonischen Klimas. Im Regenschatten der Alpen sorgt die Thermik des Sees dafür, dass im Sommer nur noch wenig Niederschläge das Land östlich des Sees bewässern, da Gewitterwolken meist nach Norden abgedrängt werden. Im Jahresmittel werden unter 600 mm Niederschläge gemessen, dafür werden aber hier 300 Sonnentage pro Jahr gezählt, was dem Tourismus zum Vorteil gereicht. Die temperaturausgleichende Wirkung des Sees sorgt für einen milden Herbst. Dies bietet für den Weinbau optimale Bedingungen.

Wind

Der See gilt als sehr windreich, was für Windenergieanlagen und von Seglern und Windsurfern genutzt wird. Die vorherrschende Windrichtung ist NW. In den Sommermonaten sind auch Winde aus SO bis SW häufig. Plötzlich auftretende Böen und Stürme können für Schifffahrt und Wassersport gefährlich werden, da sich die Winde während eines Sturmes jederzeit verstärken und oft innerhalb weniger Minuten Stärken von 6 bis 10 bft annehmen können. Die meisten Stürme entstehen im Anschluss an eine südliche Luftströmung, die dann sehr rasch auf starken NW-Wind umschlägt. Etwa zwei mal im Jahr werden orkanartige Stürme ab 10 bft registriert. Dabei kann je nach Richtung und Dauer des Sturmes eine Schiefstellung des Wasserspiegels bis zu 80 cm entstehen. Die jemals höchste gemessene Schieflage war am 29. März 1888 mit 81 cm. Im Jahr 1926 gab es einen über fünf Tage durchgehenden Sturm, der durch seine Stärke 80 km² des Sees trockenlegte.

Gefahren

Vom 1. Mai bis zum 30. September werden an jedem Strandbad Sturmwarnungen durch gelbe Leuchtsignale ausgegeben. Viele Wassersportler unterschätzen die Gefahren des seichten Sees, was alle paar Jahre zu Todesopfern führt. Die hohe Frequenz und Wucht der Wellen bei Windstärken ab 8 bft machen ein Überleben im Wasser auch für Rettungsschwimmer oft unmöglich. Man kann bei Grundsee weder stehen noch schwimmen. Daher ist in Gefahrensituationen, wie beim Kentern eines Bootes, dringend empfohlen beim Boot zu bleiben und sich daran festzuhalten bis Hilfe eintrifft.

Geschichte

Antike

Steinzeitliche und bronzezeitliche Funde belegen, dass das Land rund um den See seit 8.000 Jahren besiedelt ist. Als die Römer im Jahr 9 die Provinz Pannonien gründeten, nannten sie das Land um den Neusiedler See Boierwüste, da es sehr dünn von den Boiern besiedelt war. Um das Jahr 70 wurde der See von Plinius dem Älteren mit Lacus Peiso, möglicherweise nach dem Stamm Pei, der beim See lebte, benannt. Die dichten Eichenwälder des Seewinkels wurden zur Römerzeit abgeholzt, da das Holz in Carnuntum gebraucht wurde. Zurück blieb die heute bekannte, waldarme Pusztalandschaft. Erste Weingärten entstanden spätestens unter der Regierung des Kaiser Probus.

Mittelalter

Am Ende der Völkerwanderung hatten die Ostgoten viele Siedlungen am Neusiedlersee, ihnen folgten Awaren, Slawen und schließlich die Magyaren. Um die Jahrtausendwende dürfte der See nach einer Wärmeperiode ausgetrocknet sein. 1074 wurde der Stagnum Ferteu, von dem der ungarische Name stammen dürfte, erstmals urkundlich erwähnt. Dabei wurde er je nach Wasserstand abwechselnd als Sumpf, Fluss oder See bezeichnet. Die besiegten Petschenegen werden von den Ungarn als Grenzwächter um den See angesiedelt, daneben kommen auch bayrische Siedler ins Land. Im Jahr 1242 vernichteten die Mongolen die Bevölkerung am See, in den Folgejahren wurden wieder süddeutsche Siedler ins Land geholt. Diese gründeten die Stadt Neusiedl, von der dann auch der deutsche Name des Sees abgeleitet wurde.

Neuzeit

Während der Türkenkriege, von 1526 mit der ersten Wiener Türkenbelagerung bis zur Schlacht am Kahlenberg im Jahr 1683, und den Kuruzzenaufständen bis 1711 war die Region umkämpftes Grenzland. Die überlebenden Bewohner verbargen sich während der kriegerischen Auseinandersetzungen im Schilfgürtel.

Moderne

Die Fischerei war ein bedeutender Wirtschaftszweig, Fisch wurde wagenweise als Zehent nach Eisenstadt zu den Fürsten Esterházy geliefert. Das gesamte Burgenland gehörte bis 1920/1921 zu (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Name Fertö-tó verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn 1919 in den Verträgen von Saint-Germain und Trianon Österreich zugesprochen. Der See gehört seit 1921 überwiegend zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes und Volksabstimmung 1921 im Burgenland). Danach kamen die ersten Touristen an den See, die Weltwirtschaftskrise zwang jedoch viele Burgenländer in die Emigration. Während des Zweiten Weltkrieges fanden über dem See Luftkämpfe zwischen Bombern, die Wiener Neustadt angriffen, und der deutschen Luftwaffe statt. Bis in die 1990er hinein wurden Wracks und Geschosse aus dem See geborgen. Nach dem Ende der Besatzungszeit durch die Sowjets kamen Tourismus und Landwirtschaft auf der österreichischen Seite in Schwung, der See ermöglichte den agrarisch organisierten Seegemeinden den Wandel zu Tourismus-Zentren. 1956, während des ungarischen Volksaufstands, flohen viele tausend Menschen über die Brücke von Andau, die den Einser Kanal quert, nach Österreich. Viele Migranten überwanden bis 1989 den eisernen Vorhang, indem sie durch den See und den Schilfgürtel in den Westen flüchteten. Dabei ließen einige ihr Leben.

Natur

Ein Jahr am See

Der Frühling ist gekennzeichnet vom hohen Wasserstand und der Ankunft der Zugvögel. Im Sommer hat der Wasserstand bis zu 80cm verloren und Touristen und Wassersportler bevölkern den See. Im Schilfgürtel entstehen abflusslose und klare Tümpel, die so genannten Blänken, in denen die Vögel ihre Nahrung finden. Im Schilf wird der Nachwuchs langsam flügge. Durch die wärmespeichernde Funktion des Sees kommt der Herbst meist spät und mild, die Zugvögel ziehen wieder ab und der See beginnt sich langsam zu füllen. Der Wasserstand wird reguliert, um Überflutungen im flachen Umland vorzubeugen. Fast jedes Jahr friert der See im Winter auf ein paar Wochen oder gar Monate zu. Wenn es dann aber schneit und stürmt, versinkt die ganze Gegend in Schneeverwehungen. Der Winter ist zu Ende, wenn sich die angetauten Eisplatten, vom starken Nord-West Wind getrieben, am Ostufer des Sees zum meterhohen Eisstoß auftürmen. Eisstoß

Flora und Fauna

Pflanzen

Neben dem oben erwähnten Schilf wachsen noch viele andere für die Region typische Gräser. Man findet aber auch viele geschützte Pflanzen wie den Frauenschuh (Cypripedium calceolus) oder den Moor-Glanzstendel (Liparis loesilii). Besonders aussergewöhnlich ist der fleischfressende Wasserschlauch (Utricularia spp.), der in den Blänken anzutreffen ist.

Vögel

Im Schilfgürtel leben über 300 Vogelarten. Davon sind 150 Arten Brutvögel. Das sind 40% aller europäischen und 80% aller österreichischen Vogelarten. Darunter befindet sich auch das größte Brutgebiet der Silberreiher mit bis zu 700 Paaren. Der Graureiher ist mit etwa 35 Paaren vertreten und Großtrappen gibt es noch etwa 70. Am bekanntesten ist der Storch, der ähnlich einem Wappentier in der gesamten Region behandelt wird. Auch Löffler, Purpurreiher, Kaiseradler, Seeadler, Graugans, Pirol, Schnepfe, Säbelschnäbler, Kampfläufer und viele weitere geschützte Vögel sorgen für reges Interesse von Ornithologen und Naturliebhabern.

Fische

Autochtone Speisefische sind der Hecht, der Zander, der Spiegelkarpfen, der Wildkarpfen, der Amur und der Wels, weiters bevölkern Weißfische und der bruträuberische Flussbarsch den See. Der Aal kommt im Neusiedlersee natürlicherweise nicht vor, er laicht in der Saragossa im Atlantik und wurde als begehrter Speisefisch ausgesetzt. Da sich der Aal auch vom Laich einheimischer Fische ernährt, wurde das Aussetzen von Glasaalen auf Grund auftretender Probleme zuletzt verboten. Die Giebel-Bestände bestehen ausschliesslich aus Weibchen, sie vermehren sich parthenogenetisch. Der Sonnenbarsch wurde aus Nordamerika eingeschleppt.

Amphibien

Typisch für den Schilfgürtel- und Uferbereiches sind verschiedene Kröten, wie die Erdkröte (Bufo bufo) oder die Knoblauchkröte (Pelobates fucus) und Froscharten , wie der europäische Laubfrosch (Hyala arborea), Moorfrosch (Rana arvalis), der kleine Wasserfrosch (Rana lessonae), der Seefrosch (Rana ridibunda) oder der Teichfrosch (Rana esculenta). Auch die Rotbauchunke (Bombina bombina) ist hier beheimatet. Häufig findet man die Ringelnatter und verschiedene Eidechsen wie die Östliche Smaragdeidechse, seltener den Feuersalamander. Feuersalamander

Insekten

Neben den unbeliebten Gelsen tummeln sich am Ufer auch Exoten wie die Südrussische Tarantel und der Mondhornkäfer.

Nationalpark

Bereits 1935 gibt es erste Bestrebungen einen Nationalpark einzurichten. Doch erst 1993 wurde der See mit seinem Umland tatsächlich auf Grund der für Mitteleuropa einzigartigen Flora und Fauna zum Nationalpark erklärt. Der Park besteht aus dem österreichischen Teil Neusiedler See-Seewinkel mit 9.700 ha und dem von 6.500 ha auf 23.500 ha erweiterten weit größeren ungarischen Teil