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Apotheke

Apotheke

Als Apotheke wird heute ein Ort bezeichnet, an dem Medikamente verkauft, geprüft und - zum kleinen Teil - hergestellt werden. Das Wort stammt aus dem Griechischen, bedeutet wörtlich nur "Abstellraum" und wurde in Klöstern für den Raum (lat. gespr.: "apotheca") benutzt, der zur Aufbewahrung von Heilkräutern verwendet wurde. Gesetzlicher Auftrag der Apotheke ist es, die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung sicher zu stellen. Deshalb darf die Apotheke nur von einem staatlich geprüften Apotheker geführt werden. Da es sich bei Medikamenten um Waren besonderer Art handelt, die oft Erklärung und Beratung im besonderem Ausmaß verlangen, dürfen sie nur in Apotheken und nur von pharmazeutisch ausgebildetem Fachpersonal (Apotheker, Apothekerassistenten (früher: Vorexaminierte), Pharmazie-Ingenieur oder Pharmazeutisch-Technische Assistenten (PTA)) verkauft werden. Einschränkungen bezüglich des Ortes gibt es zwischenzeitlich in Form der Versandapotheke. Die Vorläufer der Apotheken waren im 8. und 9. Jahrhundert ansässige Gewürzhändler im Vorderen Orient. Die ersten "Apotheken" in Deutschland wurden von Kaufleuten, die mit Heilkräutern und Gewürzen Handel trieben, als eine Art Kolonialwarenladen betrieben. 1241 wurde vom Stauferkaiser Friedrich II. das "Edikt von Salerno" (auch "Constitutiones" oder Medizinalordnung) erlassen: die erste gesetzlich fixierte Trennung der Berufe Arzt und Apotheker. Ärzte durften keine Apotheke besitzen oder daran beteiligt sein. Arzneimittelpreise wurden gesetzlich festgeschrieben um Preistreiberei zu verhindern. Das Edikt von Salerno wurde Vorbild der Apothekengesetzgebung in ganz Europa. Nach der Erlassung der Medizinalordnung von 1241 entstanden städtische Apothekenordnungen, in denen festgelegt wurde, dass Apotheken nur zum Verkauf von Arzneien gegründet werden dürfen. Im Laufe des 14. Jahrhundert wandeln sich die Apotheker vom fliegenden Händler zum wohlhabenden Patrizier, der nicht nur Heilpflanzen, Gewürze und Drogen verkauft, sondern auch selbst Arzneimittel in der Offizin (lat. officina) herstellt. Später verlagert sich die Arzneimittelherstellung von der Offizin ins Labor, und noch heute wird der Verkaufsraum einer Apotheke als Offizin bezeichnet. Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelten sich die deutschen Apotheken vom Ort der Arzneimittelherstellung bedingt durch das Wissen über die Chemie auch zu einem Ort der Arzneimittelerforschung. Vor allem in Berlin konzentrierte sich die pharmazeutisch-chemische Forschung und Lehre in Deutschland. Durch die Errungenschaften der Pharmaindustrie beginnt Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts eine Umstellung der deutschen Apotheke. Anstatt Arzneimittel selbst herzustellen, beschäftigt sich die Apotheke zunehmend mit der Prüfung der Qualität und Identität von Arzneimitteln und der Beratung rund um Arzneimittel. Nach Ende des 2. Weltkriegs wurde in Deutschland die Niederlassungsfreiheit für Apotheken eingeführt, das heißt, dass jeder Apotheker eine Apotheke am Standort seiner Wahl unabhängig vom Bedarf eröffnen darf. Durch die Arzneimittelpreisverordnung, die bisher einheitliche Arzneimittelpreise für ganz Deutschland festlegte, fand der Wettbewerb nur durch die Beratung der Kunden, aber teilweise auch durch die Gewährung von sog. Zugaben statt. In unserer Zeit hat sich die Apotheke oft zu einem leistungsfähigen und modernen Unternehmen gewandelt. In Deutschland versorgen rund 21500 Apotheken an 365 Tagen im Jahr lückenlos die Bevölkerung mit Medikamenten. In Umfragen zur Kundenzufriedenheit belegen die deutschen Apotheken in der Regel vordere Plätze. IdentitätDie Apothekensymbole: Der Apothekenmörser wird auch als Urgerät der Apotheke bezeichnet. Er diente zur Zerkleinerung von Gewürzen und Drogen. Daneben gelten auch Waagensymbole und die Aeskulap-Schlange in Verbindung mit der Apothekerschale als Wahrzeichen der Apotheken. Vor einer Vereinheitlichung hatten Apotheken oft das als Symbol, was sie im Namen führten (z.B. Adler-Apotheke). 1929/30 siegte in einem Wettbewerb der Fa. Verunda das von der Bauhaus-Schule inspirierte "Drei-Löffel-Flasche"-Symbol, das bis zu einem neuen Wettbewerb 1936 von etwa einem Drittel der Apotheken geführt wurde. Dann ließ Reichsapothekerführer Schmierer das "Fraktur-A mit Man-Rune" als neues Symbol für alle deutschen Apotheken einführen, obwohl diesen Wettbewerb das heute bekannte Logo gewonnen hatte, das aber immer noch nicht nordisch genug schien. 1951 wurde schließlich die Rune durch Giftschale und Schlange ersetzt und gesetzlich vorgeschrieben. Es wird auch vom deutschen Apotheker Verbandes (DAV) geführt. Das angeblich einzige erhaltene Drei-Löffel-Symbol wird im Deutschen Apotheken-Museum im Heidelberger Schloß gezeigt. Die Nazi-Variante mit der Rune kann auch noch an einem früheren Apotheken-Gebäude in Solingen-Gräfrath besichtigt werden. Heute ist die Apotheke mehr denn je zahlreichen gesetzlichen Regelungen wie dem Arzneimittelgesetz, der Apothekenbetriebsordnung und dem Sozialgesetzbuch unterworfen. Dies zwängt sie in ein enges Korsett, das wenig Spielraum für Preisverhandlungen und zusätzlichen Leistungen (z. B. Versand von Arzneimitteln) lässt. Hauptaugenmerk der Apotheken sollte nach dem Selbstverständnis der Apotheker die unabhängige Beratung der Patienten respektive Kunden sein. Oftmals geraten aber der Zwang nach Umsatzsteigerung und der Wunsch, das Beste für den Kunden zu tun, miteinander in Konflikt. Die Aufforderung zu freiem Wettbewerb der Apotheken untereinander mit einer legitimen Verbilligung von Arzneimittel sehen viele Apotheker mit der Gefahr der schlechteren Beratung und eines schädlichen Mehrverbrauchs an Arzneimitteln für die Patienten verbunden. Um diesem Problem zu begegnen, wurde die Preisbildung für verschreibungspflichtige Arzneimittel zum 1. Januar 2004 auf einen Festaufschlag umgestellt. Zugleich lockerte der Gesetzgeber die Regelungen für Apotheken und ließ das so genannte Mehrbesitzverbot sowie das Versandverbot fallen. Seitdem gibt es zahlreiche Versand- und Internetapotheken in Deutschland und im nahen Ausland, z. B. in den Niederlanden oder in Tschechien. Nunmehr ist es dem Apotheker erlaubt, bis zu drei Filialapotheken zu besitzen. Auch der Arzneimittelversand wurde erleichtert. Die Preisbindung für freiverkäufliche Medikamente wurde aufgehoben.

Apothekenpflicht

Arzneimittel, die einer Beratung bedürfen und daher nur in Apotheken verkauft werden dürfen, unterliegen der Apothekenpflicht. Dadurch soll die Arzneimittelsicherheit gewährt werden. Ein Rezept ist dafür allerdings nicht erforderlich, solang das Medikament nicht auch verschreibungspflichtig ist. Die einfache Apothekenpflicht regelt sich nach § 43 Arzneimittelgesetz.

Filialapotheke

Seit dem 1. Januar 2004 dürfen Apotheker Filialapotheken betreiben oder gründen. Folgende Einschränkungen existieren:
- Jeder Apothekeninhaber kann bis zu 3 Filialapotheken betreiben (eingeschränkter Mehrbesitz).
- nur ein Apotheker mit einer Hauptapotheke, in der er selbst verantwortlich tätig ist, kann eine Filialapotheke gründen.
- Die Filialapotheken müssen im gleichen oder benachbarten Kreis (geographisch) liegen.
- Filialapotheken sind in sachlicher und personeller Hinsicht genauso auszustatten wie eine Vollapotheke.
- für die Filialen ist ein approbierter Apotheker als verantwortlicher Leiter der Apotheke zu benennen.
- Apotheker mit Filialapotheken dürfen sich - in Anlehnung an Krankenhausversorgende Apotheker - ausschießlich durch angestellte Apotheker vertreten lassen. Eine Vertretung durch Pharmazeutische Hilfskräfte ist dagegen unzulässig. Abzugrenzen von Filialapotheken sind sogenannte Apotheken-Kooperationen. Die Kooperationen verfolgen im wesentlichen das Ziel gemeinsame Werbeaktionen zu initieren. Die teilnehmenden Apotheken bleiben dabei weitgehend selbstständig. Gesetzliche Bestimmungen über die Gesellschaftsform von Apotheken bleiben dabei unberührt. Der Apotheker bleibt dabei Freiberufler mit einem oder bis zu maximal 4 Gewerbebetrieben. Die derzeit (2005) bestehenden Apotheken-Kooperationen beschränken sich dabei auf gemeinsame Marketing Aktionen. Daneben existierten Bestrebungen, die Kompetenz als Kooperation auf den gemeinsamen Einkauf und die Partnerschaft mit Gesetzlichen Krankenkassen auszudehnen. Nennenswerte Kooperationen mit insgesamt etwa 7.000 Mitgliedern sind "meine apotheke", "parmapharm", "MVDA" und viele andere mehr. Weitergehende Konzepte in Hinblick auf mögliche Franchise Konzepte werden derzeit in der Gesellschaftspolitischen Diskussion äußerst kritisch hinterfragt, da sie den Apotheker als Freiberufler mit seinem derzeitigen Gesundheitspolitschen Auftrag in Frage stellen könnten.

Versandapotheke

Der Versandhandel mit Arzneimitteln ist in Deutschland ausschließlich Apotheken erlaubt, die grundsätzlich in rechtlicher Hinsicht alle Voraussetzungen einer Apotheke ohne Versandhandel erfüllen müssen. Darüberhinaus muss bei der zuständigen Behörde eine Erlaubnis auf Zulassung zum Versandhandel gestellt werden. Diese wird in der Regel erteilt, wenn der Versandhandel in Hinblick auf die Räumlichkeiten der Apotheke keine Einschränkung des Apothekenbetriebes vermuten läßt. Die am Versandhandel mit Arzneimitteln teilnehmende Apotheke unterliegt allen in Deutschland geltenden gesetzlichen Einschränkung hinsichtlich Sozialgesetzgebung, Apothekenrecht und Heilmittelwerberecht. Im Europäischen Ausland liegende Apotheken unterliegen dagegen nicht den in Deutschland geltenden Sozialgesetzen (SGB V). Auch die Einhaltung von werberechtlichen Beschränkungen können im Europäischen Ausland häufig nicht ausreichend eingeklagt werden. Aus grundsätzlichen Erwägungen war der Versandhandel von Arzneimitteln in Deutschland bis 2003 ausdrücklich untersagt. Das Verbot wurde erst Ende der 1990er Jahre in das Apothekengesetz aufgenommen. Eine Klage von Apotheken im Europäischen Ausland wurde Ende 2003 zum Anlass genommen, den Versandhandel mit Arzneimitteln in Deutschland für Apotheken ab 1. Januar 2004 freizugeben. Zwar stellte der Europäische Gerichtshof kurz darauf fest, dass eine Einschränkung des Versandhandels zumindest von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in einem Mitgliedstaat der EU rechtens sei, was jedoch die generelle Aufhebung des Versandhandelverbotes für Arzneimttel in Deutschland nicht weiter beeinflusste. In neuerer Zeit wird der Arzneimittelversand aus dem außereuropäischen Ausland kritisch hinterfragt. Die Sicherstellung von in Deutschland und Europa geltenden Standards ist beim Internetversand unter Umständen nicht gewährleistet. Inwiefern geltendes Deutsches Arzneimittel- und Apothekenrecht auch auf Europäische Versender übertragbar ist, wird künftig vor dem Europäischen Gerichtshof zu entscheiden sein.

Siehe auch

Apothekennotdienst, Medikament, Pharmazie, Gesundheitswesen

Weblinks


- [http://www.abda.de/ABDA/index.html Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände]
- [http://www.aponet.de/ Portal der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände]
- [http://www.adka.de/ Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e.V.]
- [http://www.pharmagate.ch/ Portal des Schweizerischen Apothekervereins]
- [http://www.deutsches-apotheken-museum.de/ Deutsches Apothekenmuseum im Heidelberger Schloß] Kategorie:Pharmazie Kategorie:Gesundheitswesen ja:薬学 ko:약학 nb:Apotek

Medikament

Ein Medikament (lateinisch medicamentum - das Heilmittel) ist ein Arzneimittel, das in bestimmter Dosierung zur Heilung, Vorbeugung oder Linderung einer Krankheit dient. Von Medikamenten abzugrenzen sind hingegen Arzneimittel zur Diagnose von Erkrankungen und körperlichen Zuständen (Diagnostika) und Arzneimittel, die dem Ersatz von Körperflüssigkeiten dienen. Der Begriff Arzneimittel schließt andererseits alle Medikamente ein, geht aber über den Begriff eines Medikamentes hinaus: Blutpräparate oder Diagnostika wie beispielsweise Kontrastmittel sind zwar Arzneimittel, aber keine Medikamente. Umgangssprachlich wird das Wort Arzneimittel jedoch häufig synonym mit Medikament verwendet. Sie sind meistens unter dem Handelsnamen als auch ihrem Freinamen, dem International non-proprietary name (INN), bekannt. Heilmittel hingegen umfassen nach aktueller (2005) Nomenklatur in Deutschland andere medizinisch unterstützende Maßnahmen wie Badekuren, Massagen, Ergotherapie und Krankengymnastik. Als Medikamente dienen seit alters her bestimmte Pflanzen, Pflanzenteile und tierische Substanzen, in neuerer Zeit jedoch vor allem synthetische Präparate. Wissenschaften von den Medikamenten sind Pharmazie und Pharmakologie.

Literatur


- Wolf-Dieter Müller-Jahncke, Christoph Friedrich: Geschichte der Arzneimitteltherapie. Stuttgart 1996
- Merrill Goozner: The $800 million pill. University of California Press, Berkeley 2004, 297 S., ISBN 0-520-23945-8
- Marcia Angell: The truth about the drug companies. Random House, New York, 2004, 305 S., ISBN 0-375-50846-5 - Deutsch: Der Pharma-Bluff - Wie innovativ die Pillenindustrie wirklich ist. Verlag KomPart, Bonn/Bad Homburg 2005
- Robert Langer: Medikamente direkt am Ziel. Spektrum der Wissenschaft, März 2004, S. 42 - 48, ISSN 0170-2971
- Ray Moynihan, Alan Cassels: Selling sickness: How the world's biggest pharmaceutical companies are turning us all into patients. Nation Books, New York 2005

Weblinks


- [http://www.bfarm.de Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte]
- [http://www.medipreis.de Suchmaschine für deutsche Versand-Apotheken (kommerziell)]
- [http://www.medikamente-im-test.de Medikament-Informationen der Stiftung Warentest (teilweise kostenpflichtig)]
- [http://www.reprotox.de Medikamentenberatung für Schwangerschaft und Stillzeit]
- [http://medikamente.lifeline.de Zusammenstellung einer großen Zahl häufig verwendeter Medikamente (kommerziell)]
- [http://www.fda.gov/ U.S. Food and Drug Administration (englisch)]
- Portal zum Thema Gesundheit und Medizin des [http://www.aponodie.de Apothekennotdienstes]
- [http://www.documed.ch Informationen zu allen in der Schweiz zugelassenen Medikamenten, Suchmaschine für Arzneimittel-Namen und -Wirkstoffe]

Siehe auch

Verschreibungspflicht, Betäubungsmittel, Drogen, Wirkstoff, Placebo, Generika, Mumia, Therapeutische Breite, Nebenwirkung, ROTE LISTE, Orphan drug, Phytotherapie, Allopathie, Homöopathie, TCM, Medizinische Wirksamkeit, Rezeptgebühr Kategorie:Pharmazie als:Medikament th:ยา

Griechische Sprache

Griechisch (griechisch ελληνικά) ist eine indogermanische Sprache, die einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie darstellt. Eine nähere Verwandtschaft scheint nur zur antiken makedonischen Sprache bestanden zu haben. Griechisch wird von ca. 16 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen ca. 10,5 Millionen in Griechenland leben, wo es Amtssprache ist. Die anderen Muttersprachler sind auf 35 andere Staaten verteilt. Auf Zypern ist Griechisch ebenfalls Amtssprache, offiziell neben dem Türkischen. Außerdem ist in einigen südalbanischen und süditalienischen Gemeinden, in denen Angehörige der griechischen Minderheit leben, das Griechische als lokale Amts- und Schulsprache zugelassen. Siehe: Griko in Italien Eine Vielzahl von altgriechischen Wörtern werden darüber hinaus auch in diversen Fachsprachen verwendet und haben Eingang in viele moderne Sprachen gefunden. Die Sprachcodes nach ISO 639 für Neugriechisch (ab 1453) sind el bzw. ell oder gre und für Altgriechisch (bis 1453) grc.

Geschichte

1453 Die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Sprache sind in Linearschrift B geschrieben. Sie begegnen ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. - also in mykenischer Zeit - als sehr kurze Texte auf Transportamphoren, wo sie den Inhalt bezeichnen. Längere Texte auf zahlreichen Tontäfelchen, ebenfalls rein praktischer Natur, wurden in den Archiven einiger mykenischer Paläste gefunden. Sie stammen aus dem Beginn des 12. Jahrhundert v. Chr.. Nach Zerstörung der meisten bisher bekannten mykenischen Paläste im 12. Jh. ging die Linearschrift B und damit die Schriftlichkeit der ägäischen Welt nach herrschender Meinung verloren. Zumindest gibt es bisher keine Schriftfunde aus der Zeit der dunklen Jahrhunderte. Gegen Ende der dunklen Jahrhunderte, vermutlich um 800 v.Chr., übernehmen die Griechen das phönizische Schriftsystem, das sie im Grunde auch heute noch benutzen. Eines der bekanntesten frühen Beispiele der neuen alphabetischen Schrift zeigt der sog. Nestor-Becher. In klassischer Zeit ist eine Vielzahl von Dialekten feststellbar, zu den wichtigsten zählen das (noch heute in den Schulen als Altgriechisch gelehrte) Attische, das Ionische, das Dorisch-Nordwestgriechische, das Aeolische und das Arkadisch-Kyprische. Die am Anfang der schriftlichen Überlieferung stehenden homerischen Epen, die Ilias und die Odyssee, sind zum Beispiel in einer künstlerischen Sprachform verfasst, die Worte aus verschiedenen Dialekten benutzte, oft nach den Anforderungen des Metrums, im ganzen jedoch Ionisch mit äolischer Prägung ist. Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Vormachtstellung Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. machte den dort gesprochenen attischen Dialekt zur Grundlage einer überregionalen Gemeinsprache (Koiné, griechisch κοινή, die Gemeinsame oder Allgemeine), die durch die Eroberungen Alexanders des Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. zur Weltsprache und lingua franca aufstieg. Auch im Römischen Reich blieb Griechisch neben Latein Amtssprache, dies auch aufgrund der kulturellen Abhängigkeit der Römer von den Griechen. In der Osthälfte des Reiches war Griechisch bereits seit dem Hellenismus die dominierende Sprache. Der Einfluss fremder Sprachen und der fortbestehenden Dialekte führte immer wieder, insbesondere im 2. Jahrhundert, zu Bemühungen um eine Reinigung der griechischen Sprache unter Rückgriff auf das klassische Attisch. Eine solche bereinigte Form des Altgriechischen wurde nach der Teilung des Römischen Reiches (395) zur Amts- und Literatursprache des oströmischen Reiches, das nach der Abschaffung der lateinischen Amtssprache um 630 endgültig vom römischen zum byzantinischen Reich wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt versiegt die Produktion literarischer Werke auf Altgriechisch; die Sprache des byzantinischen Reiches weist da schon deutliche Unterschiede in Grammatik und Aussprache auf. Nach der arabischen Eroberung Syriens und Ägyptens blieb Griechisch dort zunächst noch für einige Jahrzehnte Amtssprache, bevor es diese Funktion ab etwa 700 an das Arabische verliert. Während der Besetzung Griechenlands durch das osmanische Reich war der Unterricht in griechischer Sprache offiziell verboten. Jedoch lebte sie im Alltag der Griechen (und vielfach von Priestern heimlich gelehrt) fort, veränderte sich aber aufgrund geringer Schriftkenntnis und mangelnder Gelehrsamkeit relativ stark. Nach der modernen Staatsgründung wurde die so genannte Katharévousa (griechisch καθαρεύουσα, Reinsprache; die Grundlagen wurden von Korais geschaffen) offizielle Unterrichts- und Amtssprache, eine „künstlich“ geschaffene Standardsprache, die den Wortschatz der am klassischen Attisch orientierten Koiné abermals künstlich konservierte, jedoch innerhalb weitgehend neugriechisch geprägter Aussprache- und Grammatikstrukturen. Erst 1976 wurde die Volkssprache (Dimotikí, griechisch δημοτική) endgültig zur Sprache der staatlichen Verwaltung und der Wissenschaft; allerdings sind viele Katharévousa-Worte im Laufe der Zeit wieder in die Dimotikí zurück übernommen worden. Im Verlauf der Jahrtausende hat sich die griechische Sprache vielfach in der Aussprache geändert, die Orthographie blieb jedoch dank vielerlei Bemühungen um eine Reinhaltung der Sprache weitgehend konstant. Die in hellenistischer Zeit in die griechische Schriftsprache eingeführten Akzente und Symbole für Hauchlaute wurden noch bis vor kurzem verwendet. Durch Erlass Nr. 297 des griechischen Präsidenten vom 29. April 1982 wurden der Akzent Gravis, der Akzent Zirkumflex sowie die Hauchzeichen Spiritus asper und Spiritus lenis abgeschafft. Es gibt seitdem in der griechischen Schriftsprache nur noch den Akzent Akut, der die betonte Silbe anzeigt. Die griechische Sprache und Schrift hatte auf die Entwicklung Europas immensen Einfluss: Sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet wurde auf der Basis des griechischen Alphabets entwickelt. Die Rückbesinnung auf das im Westen fast vergessene Griechisch, ausgelöst unter anderem durch die Flucht vieler Byzantiner in den Westen nach dem Fall Konstantinopels 1453, war eine der Hauptquellen der Renaissance und des Humanismus (siehe hierzu auch: Philhellenismus). Noch heute werden wissenschaftliche Fachbegriffe gerne unter Rückgriff auf griechische (und lateinische) Wörter geprägt. Das Neue Testament wurde ursprünglich in hellenistischem Griechisch geschrieben und das erste Mal von Erasmus von Rotterdam gedruckt.

Grammatik

Altgriechisch

Die ersten Grammatiken des Abendlandes wurden zu hellenistischer Zeit in der philologischen Schule von Alexandria abgefasst. Aristarch von Samotrake schrieb eine tékhne grammatiké des Griechischen. Die vermutlich erste autonome grammatische Schrift ist die tékhne grammatiké des Dionysios Thrax (2. Jh. v.Ch.), welche die Phonologie und Morphologie einschließlich der Wortarten umfasst. Die Syntax ist Gegenstand eines sehr systematischen Werks des zweiten bedeutenden griechischen Grammatikers, des Apollonios Dyskolos (2. Jh. n.Ch.). Angeblich im Jahre 169/8 "importierten" die Römer die griechische Grammatik und adaptierten sie. Die Grammatik des Altgriechischen ist auf den ersten Blick recht ähnlich zum Lateinischen, was Partizipialkonstruktionen und sonstige grammatische Phänomene (AcI etc.) anbelangt, so dass Lateinkenntnisse beim Erlernen des Altgriechischen sehr hilfreich sind – und umgekehrt. Gutes Verständnis der deutschen Grammatik hilft allerdings auch; in vielen Fällen ist das Altgriechische dem Deutschen strukturell ähnlicher als dem Lateinischen, beispielsweise sind die bestimmten Artikel im Griechischen vorhanden, während sie im Lateinischen fehlen. Es gibt auch Fälle, in denen die Ähnlichkeit mit dem Lateinischen eher oberflächlicher Art ist und mehr Verwirrung stiftet als hilft – beispielsweise werden die Zeitformen der Verben im Griechischen oft anders verwendet als im Lateinischen. Im Westen und auch in diesem Artikel werden gewöhnlich lateinische Begriffe (wie Substantiv, Dativ, Aktiv, Person … ) zur Bezeichnung von altgriechischen grammatischen und semantischen Kategorien verwendet, die direkte Übersetzungen der griechischen Definitionen darstellen. In Griechenland werden dagegen bis heute die griechischen Originalbegriffe aus der tékhne grammatiké des Dionysios Thrax verwendet.

Nominale Wörter

Hierzu zählen die Wortarten Substantiv, Adjektiv und Pronomen, die alle dekliniert werden. Auch Partizipien, Verbaladjektive und Infinitive werden dekliniert, sie gelten aber als Zwischenformen (sogenannte Nominalformen des Verbs). Hinsichtlich der Deklination ist folgendes zu benennen:
Numeri

- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Genera

- (allgemeine) Regeln:
  - Maskulinum: bei Bezeichnungen für männliche Wesen, Winde, Flüsse und Monate
  - Femininum: bei Bezeichnungen für weibliche Wesen, Länder, Inseln und Städte
  - Neutrum: dient unter anderem zur Verkleinerung oder Verächtlichmachung von Wörtern männlichen und weiblichen Geschlechts.
- Für den sonstigen Gebrauch lassen sich keine eindeutigen Regeln aufstellen.
- Besonderheit des Neutrums: Bei Neutrum-Subjekten steht das Verb, auch wenn das Subjekt im Plural steht, in der 3. Person Singular. Diese Besonderheit besteht deswegen, weil das Griechische im Fall des Neutrums einen echten Plural nicht gebildet hat. Der Plural des Neutrums ist eigentlich ein aus dem Indogermanischen ererbter "kollektiver Singular", d.h. ein Sammelbegriff, der formal ein Singular ist, von der Funktion her aber einem Plural entspricht (wie im Deutschen: der Busch, das Gebüsch). Ferner haben im Neutrum – wie in allen indogermanischen Sprachen – Akkusativ und Nominativ identische Formen. Im Griechischen tritt noch die Form des Vokativs den beiden anderen Kasus als identisch hinzu.
Kasussystem
Von den acht Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen fünf erhalten: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ und Vokativ. Die Funktionen der nicht erhaltenen Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen auf den Dativ und den Genitiv verteilt. Die Aufteilung ähnelt der der deutschen Sprache. Grundfunktionen der Kasus:
- Akkusativ
  - echter Akkusativ (direktes Objekt)
  - adverbial: Lativ (Richtung, Ausdehnung, Dauer)
- Genitiv
  - echter Genitiv (Bereich)
  - Separativ (Herkunft)
- Dativ
  - echter Dativ (indirektes Objekt)
  - Soziativ (Gemeinschaft)
  - Instrumental (Mittel)
  - Lokativ (Ort, Zeit)

Verben

Tempussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Tempusstämme: Präsensstamm, Aoriststamm, Perfektstamm, Futurstamm; wovon die ersten drei ein System bilden. Das Altgriechische besitzt aber kein ausgebildetes Tempussystem. Die Tempusstämme drücken Aspekte aus; – die subjektive Betrachtungsweise, das heißt die Art, wie der Sprechende den Verbalinhalt auffasst. Deswegen ist der Begriff Tempusstamm genaugenommen nicht richtig; besser zu sagen wäre Aspektstamm. Der Aspekt des Präsensstamms ist durativ (linear, iterativ oder konativ). Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt der Verlauf oder das Andauern einer Handlung ausgedrückt. Beispiele:
- νοσειν = (krank sein = ) krank darniederliegen
- (απο)θνησκειν = sterben ( = im Sterben liegen) Der Aspekt des Aoriststamms ist punktuell. Das bedeutet, es wird der bloße Vollzug einer Handlung vermeldet. (Die Bezeichnung punktuell wird benutzt, um den Gegensatz zum linearen Präsensstamm auszudrücken. Der Aoriststamm ist die Normalform und benennt eine Handlung oder ein Ereignis, ohne ausdrücken zu wollen, ob diese Handlung in Wirklichkeit punktuell oder linear war/ist.) Bei diesem Aspekt wird in der Sprachpraxis gern ein bestimmter Punkt des Verbalbegriffs ins Auge gefasst, nämlich der Abschluss (effektiv) oder der Beginn (ingressiv) einer Handlung. Beispiele:
- ingressiv: νοσησαι = krank werden oder erkranken
- effektiv: (απο)θανειν = sterben (als Moment des Dahinscheidens) Der Aspekt des Perfektstamms ist resultativ. Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt ein (erreichter) Zustand oder einfach ohne jede nähere Bestimmung die Qualität einer Sache ausgedrückt. Beispiele:
- τεθνηκεναι (τεθναναι) = (gestorben und nun) tot sein
- πεποιθεναι = vertrauen Mit der Handhabung dieser drei Aspekte stellt der Griechischsprechende aber die zeitlichen Bezüge her, die von den Aspekten selbst nicht ausgedrückt werden. Die Aspekte gelten nun generell, während es eine direkt zeitliche Bedeutung nur im Indikativ gibt (bis auf das Futur. siehe unten). Die Vergangenheit wird mit Hilfe der Nebentempora, die nur im Indikativ auftauchen, gebildet. Das sind im Präsensstamm das Imperfekt, im Perfektstamm das Plusquamperfekt und im Aoriststamm der Aorist. (Der Aoriststamm ist der älteste Tempusstamm und hat ein Haupttempus im Indikativ nie ausgebildet.) Der vierte Tempusstamm des Altgriechischen, der Futurstamm, ist eine jüngere Entwicklung und hat in der Tat in allen Modi zeitliche Bedeutung. Übersicht über die Tempusformen im Indikativ:
Modussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Modi: Indikativ, Optativ, Konjunktiv, Imperativ. Die Funktionen, die diese Formen syntaktisch erfüllen, sind sehr vielfältig. Hier kann nur eine grundsätzliche Bestimmung ihrer Bedeutung vorgenommen werden. Der Modus bringt die geistige Einstellung des Sprechenden gegenüber dem Verbalinhalt zu Ausdruck. Mit dem Indikativ drückt der Sprecher aus, dass ihm ein Vorgang oder Zustand als wirklich (real) erscheint. In den anderen Modi drückt der Sprecher aus, dass ihm der Vorgang oder Zustand nur als vorgestellt gilt. Der Imperativ drückt einen Befehl aus. Der Konjunktiv drückt einen Willen (Voluntativ) oder eine Erwartung (Prospektiv) aus. (Er hat also leicht futurische Bedeutung, was umgekehrt für das Futur in Bezug auf den Konjunktiv auch gilt). Der Optativ drückt einen Wunsch (Kupitiv) oder eine Möglichkeit (Potentialis) aus.
Genera Verbi (eigentlich und für das Griechische besser: Diathese)
Von den drei Genera Verbi sind zwei (Aktiv und Medium) aus dem Indogermanischen geerbt. Das Passiv ist eine jüngere Entwicklung. Das Aktiv drückt einfach eine Tätigkeit aus. Das Medium drückt aus, dass das Subjekt an der Handlung beteiligt ist, oder an ihr interessiert ist, dass also eine nähere Beziehung zwischen Subjekt und Handlung besteht (transitives Medium). Ferner kann es ausdrücken, dass das Subjekt von seiner eigenen Handlung betroffen ist (intransitives Medium). Der Begriff Medium soll in etwa ausdrücken, dass diese Form zwischen Aktiv und Passiv stehe. Das ist jedoch weder sprachgeschichtlich, noch morphologisch richtig. Das Passiv ist im Griechischen der Grenzfall des Mediums, denn: Das Passiv drückt die Wirkung einer Handlung auf das Subjekt aus, die nicht von ihm ausgeht. Insofern die Handlung nur noch auf das Subjekt wirkt, ohne von ihm auszugehen, bildet es den Grenzfall des Mediums. (Außerhalb des Futur- und Aoriststamms hat das Passiv keine eigenständige Form. Formal übernimmt dort das Medium neben der eigenen Funktion auch die des Passivs, was nur aus dem syntaktischen Zusammenhang, oder bei genauer Kenntnis der Beschaffenheit des entsprechenden Verbums zu unterscheiden ist.) Beispiele: Aktiv: er löst (etwas) transitives Medium: er löst (etwas) für sich intransitives Medium: er löst sich, er lässt sich lösen Passiv: er wird gelöst (von jdm.)
Numeri

- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Personen
Erste Person (ich / wir), zweite Person (du / ihr), dritte Person (er, sie, es, Substantiv im Singular / sie, Substantiv im Plural). Die Personalpronomen des Nominativ werden wie in vielen anderen indogermanischen Sprachen meist ausgelassen, wenn sie nicht besonders betont werden sollen. Es muss also nicht zwangsläufig ein das Subjekt ausdrücklich nennendes Bezugswort (Pronomen oder Substantiv) beim Verb stehen – die Endung reicht aus, um die Person und damit das Subjekt zu identifizieren.

Neugriechisch (Dimotiki)

Die neugriechische Sprache hat einen Großteil der altgriechischen Grammatik vereinfacht, ist aber immer noch eine stark flektierende Sprache. Sie ist eine der wenigen indogermanischen Sprachen, die eine synthetische (also nicht mit Hilfsverben konstruierte) Diathese behalten hat. Der Dativ ist bis auf wenige Formen wie εν τάξει (en táxei //) ("in Ordnung") verloren gegangen und wird meist durch die Konstruktion eis (eigentl. in... hinein) + Akkusativ ersetzt. Andere wichtige Änderungen der Grammatik sind der Verlust des Optativs (wird durch den Konjunktiv ersetzt), des Infinitivs (wird durch Nebensätze ersetzt "Ich will kaufen" -> "Ich will, dass ich kaufe") und des Duals (wird durch den Plural ersetzt), die Verkleinerung der Anzahl von Deklinationen und der verschiedenen Formen in jeder Deklinaton, der neue Modalpartikel θα (aus θέλω να ("ich will, dass...") > θε' να > θα) für das Futur und Konditional, die Einführung von Hilfsverben, die Reduzierung der Partizipien auf zwei, ein aktives und ein passives, die Erweiterung des Futurs auf die Aspektunterscheidung zwischen Präsens/Imperfekt und Aorist, der Verlust der dritten Person Imperativ, außer in Archaismen wie ζήτω! ('Lang lebe!'); neue Pronomen für die 2. Person Plural, da die alten wegen der Lautveränderung akustisch nicht mehr von denen der 1. Person Plural zu unterscheiden waren; und der Vereinfachung des Systems der Präfixe, wie bei der Augmentation und Reduplikation. Das Phonemsystem der neugriechischen Sprache: Vokale geschlossen halbgeschlossen offen Alle Vokale werden kurz ausgesprochen. laut IPA Konsonanten p t k b d g v δ z γ f θ s χ m n l r

Siehe auch


- Griechisches Alphabet
- Liste griechischer Präfixe
- Liste griechischer Suffixe
- griechische Präpositionen
- Liste griechischer Magischer Quadrate
- Namenforschung
- Griechische Zahlen
- griechische Zahlwörter
- Griechische Phrasen und Redewendungen

Literatur


- Geschichte:
  - Francisco R. Adrados: Geschichte der griechischen Sprache von den Anfängen bis heute. Tübingen/Basel 2002
  - Hans Eideneier: Von Rhapsodie zu Rap. Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute. Tübingen 1999
- etymologische Wörterbücher (altgriechisch):
  - Pierre Chantraine: Dictionnaire étymologique de la langue grecque : histoire des mots. 4 Bände. Paris 1968-80 (Neuauflage 1999)
  - Hjalmar Frisk: Griechisches etymologisches Wörterbuch. 3 Bände. Heidelberg 1973
  - Alois Vanicek: Griechisch-lateinisches etymologisches Wörterbuch. Leipzig 1877 (Nachdruck 1972)
- Wörterbücher (altgriechisch):
  - Wilhelm Gemoll: Griechisch–Deutsches Schul- und Handwörterbuch bei Oldenburg Schulbuchverlag. ISBN 3-486-13401-9
  - Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache in 4 Bänden. Braunschweig 1842 ff. (3. Aufl. 1880; Nachdruck 1954)
- Grammatiken (altgriechisch):
  - Eduard Bornemann (u. Mitw. v. Ernst Risch): Griechische Grammatik. Frankfurt a.M. 1978
  - Adolf Kaegi: Kurzgefasste griechische Schulgrammatik. Berlin 1884 (seither ständig nachgedruckt), ISBN 3-615-70100-3
- Historische Grammatik:
  - Helmut Rix: Historische Grammatik des Griechischen. Laut- und Formlehre. Darmstadt 1992

Weblinks


- [http://www.geocities.com/kurogr/ Wörterbuch Mykenisches Griechisch - klassisches Altgriechisch - Englisch (PDF)]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/graeca/Auctores/g_alpha.html griechische Texte in der Bibliotheca Augustana]
- [http://info.uibk.ac.at/c/c6/c604/pdf/Hajnal/Griech.Dial.pdf Die Vorgeschichte der griechischen Dialekte] - Ein Aufsatz über Entstehen und Geschichte der altgriechischen Dialekte.
- [http://kypros.org/LearnGreek/ Online-Kurs vom zypriotischen Rundfunk CyBC, 105 Lektionen à 30 Min., engl., Real Audio]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.chairete.de/ Materialen zum Altgriechischen, Autoren]
- [http://www.altesprachen.de/heureka/heureka.htm Altesprachen.de]
- [http://www.geocities.com/Athens/Agora/6594/inhalt.html Altgriechisch] (Ziemlich umfangreicher Einstiegskurs)
- [http://www.combib.de/infoseiten/griechisch/griechisch.html Aussprachehilfe zum neutestamentlichen Griechisch] (Deutsche Schulaussprache, nicht Originalaussprache!)
- [http://www.gottwein.de/grueb/gr000.htm Altgriechischer Online-Sprachkurs]
- [http://www.gottwein.de/ Navicula Bacchi] (exzellente Seite rund um die Klassische Philologie mit sehr vielen Unterrichtsmaterialien)
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechisch.html Bibliographie - Griechisch]
-
Kategorie:Indogermanisch Kategorie:Einzelsprache als:Griechische Sprache ja:ギリシア語 ko:그리스어 ms:Bahasa Greek simple:Greek language th:ภาษากรีก

Heilkraut

Eine Heilpflanze ist eine Pflanze, die wegen ihres Gehalts an Wirkstoffen zu Heilzwecken bzw. zur Linderung von Krankheiten verwendet werden kann. "Heilpflanzen" ist ein Sammelbegriff. Er umfasst sowohl Kräuter, als auch andere der Heilung dienende Pflanzen, z.B. Faulbaum. Heilpflanzen sind Drogenpflanzen. Die Unterscheidung zu Giftpflanzen liegt einerseits in der produzierten Droge, andererseits in der applizierten Dosis. Der Arzt und Botaniker Abu Muhammad Ibn al-Baitar beschrieb um 1230 im "Kitab al-gami..." über 1400 pflanzliche Heilmittel und ihre Rezepturen. Leonhard Fuchs veröffentlichte 1543 mit dem "New Kreüterbuch", eines der wichtigsten Kräuterbücher in deutscher Sprache, das zahlreiche Arzneipflanzen abbildet und ihre Wirkung beschreibt. Heute werden Heilpflanzen vor allem in Deutschland im Rahmen der Phytotherapie verwendet, in manchen europäischen Ländern sowie den USA spielen sie durch das Aufkommen von chemisch synthetisierten und definierten Wirkstoffen nur eine geringe Rolle. Andererseits ist die pharmazeutische Industrie und die Pharmakologie zu der Erkenntnis gelangt, dass die Gesamtheit der sekundären Pflanzenstoffe ein schier unerschöpfliches Reservoir für neue, hochpotente Medikamente darstellt. Gerade die kaum erforschte und katalogisierte Flora der tropischen Urwälder und die in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) verwendeten Pflanzen bergen in dieser Hinsicht ein nicht zu vernachlässigendes Potenzial. Viele traditionelle Heilpflanzen tragen in ihem lateinischen Namen den Zusatz officinalis. Heilpflanzen werden auch wildwachsend gesammelt oder im Hausgarten angepflanzt, um als Hausmittel vorbeugend oder bei Krankheiten zur Verfügung zu stehen. Die gebräuchlichste Verwendungsform ist wohl der Heiltee

Beispiele für heute noch gängige Heilpflanzen

Eine vollständigere Aufzählung der Heilpflanzen findet man unter Liste der Heilpflanzen bzw. Nutzpflanzen.
- Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense)
- Anis (Pimpinella anisi)
- Arnika (Arnika montana)
- Birke (Betulaceae)
- Brennnessel (Urticaceae)
- Beifuß (Artemisia vulgaris)
- Canabis (Canabis Indica et subspecies)
- Holunder (Sambucus)
- Kerbel (Anthriscus cerefolium)
- Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)
- Kamille (Matricaria chamomilla)
- Lavendel (Lavendula angustifolia)
- Linden (Tilia)
- Löwenzahn (Taraxacum)
- Pfefferminze (Mentha piperita)
- Ringelblume (Calendula Officinalis)
- Sonnenhut (Echinacea)
- Thymian (Thymus vulgaris)
- Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Siehe auch


- Alternativmedizin
- Heilpflanze des Jahres
- Phytotherapie
- TCM

Weblinks


- [http://www.heilkraeuter.at Umfangreiche Datenbanken über Heilpflanzen, Krankheitsbehandlung, gesunde Küche, Naturkosmetik, u.v.m.]
- [http://www.hausgarten.net/kraeuter-und-gewuerze.html Heilkräuter und Küchenkräuter]
- [http://www.giftpflanzen.com/thema_arznei.html Giftpflanzen in der Pharmazie und als Rohstofflieferanten]
- [http://www.heilkraeuter-lexikon.de Heilkräuter-Lexikon]
- [http://www.heilpflanzen-welt.de Heilpflanzen-Welt (inkl. Fachliteratur)]
- [http://heilpflanzen.wetteronline.de Heillpflanzen bei Wetter online]
- [http://www.zauber-pflanzen.de Heilkräuter einst und heute]
- [http://www.heilpflanzen-katalog.de Der große Heilpflanzen-Katalog]
- [http://www.phytotherapie-komitee.de Komitee Forschung Naturmedizin e.V. wissenschaftliche Untersuchungen zu Heilpflanzen] Kategorie:Gesundheit Kategorie:Pflanzentyp Kategorie:Heilpflanze

Apotheker

Ein Apotheker ist ein Fachmann für Arzneimittel. Er beschäftigt sich mit ihrer Entwicklung, Herstellung, Prüfung, Beurteilung und Abgabe. Hierzu sind profunde Kenntnisse der Galenik, Pharmakologie, Physiologie, Chemie, Biologie, Biochemie, Analytik sowie Qualitätssicherung notwendig, welche im Pharmaziestudium erworben werden. Ein Apotheker muss zudem "zur Ausübung der Apothekerberufs nicht ungeeignet" sein.

Geschichtliches

1231 wurde vom Stauferkaiser Friedrich II. ein von zahlreichen Gelehrten zusammengestelltes Gesetzeswerk initiiert, das als "Liber Augustalis" (auch "Constitutiones regni utriusque Siciliae" - Bestimmungen für das Königreich beider Sizilien) auf dem Hoftag in Melfi (Basilicata) beraten wurde und ab September 1231 Gültigkeit erlangte. In den folgenden Jahren gab es zahlreiche Nachträge, darunter um 1241 als "Edikt von Salerno" mehrere Paragraphen, die das Medizinalwesen betrafen. In einem dieser Nachträge wird der Arztberuf von dem des Apothekers abgegrenzt: Ärzte dürfen keine Apotheke besitzen oder daran beteiligt sein; Arzneimittelpreise wurden gesetzlich festgeschrieben um Preistreiberei zu verhindern; Der Apotheker musste einen Eid leisten. Es ist davon auszugehen, dass es Arzneibereiter/Apotheker (dort "confectionariis" genannt) in diesem Gebiet bereits gab, denn einer gesetzlichen Regelung bedarf nur etwas, für das es auch Regelungsnotwendigkeit, beispielsweise durch Übeschneidung von Berufsbildern, gibt. Auch wenn das Datum 1241 als "Gründungsdatum" des Apothekerstandes gilt: Das Liber Augustalis hatte ausschließlich im Königreich Sizilien Gültigkeit. Es beeinflusste aber eine Reihe von Rechtsverordnungen auch nördlich der Alpen, wurde letztlich zum Vorbild der Apothekengesetzgebung in ganz Europa. Heute erfährt der Apotheker in einem 4jährigen Studium eine umfassende Ausbildung unter anderem zu den Themen: Arzneimittel, Arzneimittelherstellung, Arzneimittelwirkung, Arzneimittelwechsel- und -nebenwirkung - viele dieser Punkte fehlten in der Mediziner-Ausbildung bis vor kurzem fast völlig. Seit Anfang der 1990er Jahre wird der Beratungsaspekt immer mehr in den Vordergrund gerückt. Dies bedingt, dass aus dem früheren "Pillendreher" immer mehr ein "Gesundheitsmanager" wird, bei dem der Kunde im Mittelpunkt steht und nicht wie früher das Arzneimittel und seine Herstellung. Durch die Kostenexplosion im Gesundheitswesen der letzten Jahre gerät der Apotheker ob seiner kaufmännischen Eigenschaften immer mehr unter Beschuss, obwohl er infolge gesetzlicher Regelungen nur einen geringen aktiven Anteil an der Verteuerung oder Mehrverbrauch von Arzneimitteln hat.

Ausbildung zum Apotheker

Die Ausbildung zum Apotheker, das Studium der Pharmazie, findet an der Universität statt und umfasst insgesamt 8 Semester (4 Jahre). Anschließend beginnt für den zukünftigen Apotheker das Praktische Jahr (PJ), von dem er mindestens 6 Monate in einer öffentlichen Apotheke absolvieren muss. Die andere Hälfte des praktischen Jahrs können entweder in einer öffentlichen Apotheke, in einer Krankenhausapotheke, in einer Bundeswehrapotheke, an einer Universität oder in der Pharmaindustrie abgeleistet werden. Zudem gibt es die Möglichkeit, das PJ im Ausland zu absolvieren. Im Anschluss an das 3. Staatsexamen kann die Approbation beantragt werden, die zur Berufsausübung berechtigt. Als Grundlage der pharmazeutischen Ausbildung dient die Approbationsordnung für Apotheker.

Tätigkeitsfelder von Apothekerinnen und Apothekern

Neben dem Offizinapotheker, der in einer öffentlichen Apotheke arbeitet, gibt es weitere Berufsfelder wie den Krankenhausapotheker, Apotheker in der pharmazeutischen Industrie sowie in der öffentlichen Verwaltung und bei Krankenkassen. Die meisten Apotheker arbeiten in der öffentlichen Apotheke (Offizinapotheker, von Offizin, lateinisch für Apotheke). In der pharamzeutischen Industrie sind die Aufgabenbereich für Apotheker vielfältig. So ist für bestimmte Stellen vom Gesetz her vorgeschrieben, dass diese von Apothekern (oder Chemikern, Biologen, Medizinern, u.a. mit zusätzlichem Nachweis (was aber fast einem zusätzlichen Pharmaziestudium gleichkommt)) besetzt werden müssen. Das sind unter anderem der Leiter der Herstellung (LdH), der Leiter der Qualitätskontrolle (LdQ) und die "sachkundiger Person (qualified person, QP). Der LdH ist verantwortlich für die korrekte Herstellung von Arzneimitteln. Das heisst, die Produktion muss nach dem den von der Behörde genehmigten Herstellprozess erfolgen, die Mitarbeiter müssen ausreichend qualifiziert sein, die Geräte ordnungsgemäss überwacht. Der LdQ ist für die ordnungsgemässe Kontrolle der Arzneimittel verantwotlich. Dazu werden sowohl die eingesetzten Rohstoffe als auch Proben jeder Produktionscharge der fertigen Arzneimittel chemisch, physikalisch und mikrobiologisch untersucht. Die QP trägt die letzte Verantwortung für die Freigabe der Arzneimittelcharge, das heisst für den Verkauf am Markt. Dazu gehört, dass die QP die Protokolle und Berichte der Untersuchungen und der Herstellung kontrolliert und Massnahmen zur Qualitätssicherung veranlasst und überwacht. Darüber hinaus sind Apotheker auch in der Erforschung von Arzneistoffen, der Entwicklung verschiedener Arzneiformen, dem Marketing und der Pharmakoökonomie tätig. Im Anschluss an die Approbation kann eine Weiterbildung zum Fachapotheker erfolgen. Die Weiterbildung gibt es z.B. zum Apotheker für Offizin-Pharmazie, Klinische Pharmazie, Arzneimittelinformation, Pharmazeutische Technologie oder Pharmazeutische Analytik. Die Weiterbildungszeit beträgt in der Regel 3 Jahre ( http://www.apothekerkammer.de/weiter-opkpai.htm ).

Universitäten in Deutschland, an denen Pharmazie studiert werden kann


- Freie Universität Berlin
- Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
- Technische Universität Braunschweig
- Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
- Friedrich-Alexander-Universität Erlangen
- Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
- Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
- Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
- Martin-Luther-Universität Halle
- Universität Hamburg
- Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
- Friedrich-Schiller-Universität Jena
- Christian-Albrechts-Universität Kiel
- Universität Leipzig
- Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
- Philipps-Universität Marburg
- Ludwig-Maximilians-Universität München
- Westfälische Wilhelms-Universität Münster
- Universität Regensburg
- Universität des Saarlandes Saarbrücken
- Eberhard-Karls-Universität Tübingen
- Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Bekannte Apotheker

Mit der erstmaligen Isolierung des Alkaloids Morphin als (haupt-)wirksamem Inhaltsstoff von Opium gelang Friedrich Wilhelm Sertürner um 1805 ein großer Fortschritt hin zur Präzisierung der Schmerztherapie. Dr. August Oetker (1862-1918): Erfinder des gebrauchsfähigen Backpulvers ("Backin") und Gründer der Nährmittelfabrik "Dr Oetker". Max von Pettenkofer (1818-1901), Apotheker und Arzt, Begründer des Pettenkofer Instituts für Hygiene und Mikrobiologie in München. Die Gründer vieler deutscher Pharmaunternehmen wie Ernst Schering, Heinrich Merck, Friedrich Pascoe oder Carl Leverkus (Gründer des Vorläuferunternehmens der Bayer AG und Namensgeber der Stadt Leverkusen) waren Apotheker wie auch John Pemberton, der Erfinder der "Coca-Cola"-Rezeptur. Andere bekannte Apotheker sind der "Vater der Raufasertapete" Heinrich Wilhelm Hugo Erfurt (1834-1922) und der "Zementmischer" Dr. Ernst Gustav Leube (1808-1881) sowie der Brite John Langdon Hydon Langdon-Down (1828-1896), der Erforscher des Schwachsinns nach dem das Down-Syndrom benannt ist. Einige Apotheker sind als Schriftsteller bekannt geworden (Ludwig Bechstein, Theodor Fontane), andere als Maler (Carl Spitzweg). Besondere Verdienste um die Ausbildung der Apotheker im 19. Jahrhundert hatte Johann Bartholomäus Trommsdorff.

Weblinks


- [http://www.abda.de/ Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA)]
- [http://www.aponet.de/ Gesundheitsportal der deutschen ApothekerInnen]
- [http://www.bphd.de/ Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland - Infos zum Pharmaziestudium]
- [http://www.fachschaftpharmazie.de/ Fachschaft Pharmazie Münster] Kategorie:Pharmazie Kategorie:Heilberuf ! Kategorie:Dienstleistungsberuf __NOTOC__ ja:薬剤師 th:เภสัชกร


PTA

PTA steht für:
- Pädagogisch-Theologische Arbeitsstelle, siehe Religionspädagogisches Institut
- Pharmazeutisch-technischer Assistent, ein Ausbildungsberuf für Assistent/innen in Apotheken und der Pharma-Industrie
- Physikalisch-technischer Assistent, ein Ausbildungsberuf
- Preferential Trade Area for Eastern and Southern Africa, Organisation für einen gemeinsamen Markt im Süden Afrikas, Vorgängerorganisation der COMESA
- Perkutane transluminale Angioplastie, siehe auch Angioplastie)
- Pfadfinder Trotz Allem, eine Arbeitsform der Pfadfinderbewegung für behinderte Menschen
- Post und Telekom Austria, ehemals österreichische Post- und Telegraphenverwaltung
- Phospho-Tungstic Acid, siehe Phosphorwolframsäure
- Plasma-Pulver-Auftragsschweißen (Plasma-Transfer-Arc) Kategorie:Abkürzung

9. Jahrhundert

Das 9. Jahrhundert begann am 1. Januar 801 und endete am 31. Dezember 900.
In Europa ist es die Epoche des Frühmittelalters.

Zeitalter/Epoche

Ereignisse/Entwicklungen


- Besiedlung der Färöer durch Spelleraner
- Beginn des historischen Khmer-Reiches in Angkor (Kambodscha) durch Vereinigung zuvor eigenständiger Königreiche
- In Japan beginnt 858 die Herrschaft der Familie Fujiwara die das Kaiserhaus kontrolliert und somit zur tatsächlichen Regierung wird.
- Durch den Bau der Hammaburg wird die Stadt Hamburg begründet.
- Nach 884: Gründung der Theelacht zu Norden (Niedersachsen) - die wohl älteste und heute noch blühende Genossenschaft
- Die Wikinger fallen in der zweiten Hälfte des 9.Jh in Frankreich ein
- Einweihung des ersten buddhistischen Klosters Samye in Tibet durch den tantrischen Meister Padmasambhava im Jahr 814

Persönlichkeiten


- Karl der Große, fränkischer Kaiser
- Photius der Große, byzantinischer Patriarch
- Nikolaus I., römisch-katholischer Papst

Erfindungen und Entdeckungen


- Entdeckung Islands durch Gardar Svavarsson (um 875)
- Erste Windmühle um 900 01-09 ! ja:9世紀 ko:9세기

Vorderer Orient

Orient (vom lat.: oriens = aufgehend, d.h. Aufgang der Sonne) auch Morgenland genannt, ist das Gegenstück zum Okzident (Abendland), der europäischen Welt (im griechischen nennt man den Orient Anatole und im italienischen Levante). Im Lauf der Geschichte hat das Bedeutungsspektrum dieses Begriffs eine Wandlung erfahren. Während früher die gesamte asiatische Welt, d.h. die arabischen Länder, Indien und die heutige Volksrepublik China als Orient galt, später dann nur die Länder Vorderasiens mit Ägypten und die meisten islamischen Kulturen dazu zählte, tendiert man heute im Sprachgebrauch dazu, den Begriff auf den Nahen Osten und die arabisch-islamische Welt – einschließlich der Türkei und Nordafrika, aber ohne die islamischen Staaten Südostasiens – zu beschränken. Orient wird meist weniger in einem politischen oder geographischen, sondern eher in einem kulturellen Sinne verwendet. Die Welt des Orients inspirierte viele Dichter und Schriftsteller, siehe z.B. Goethes „West-östlicher Diwan“ oder Hesses Roman „Morgenlandfahrt“.

Geschichte

Die Arabische Halbinsel, Kleinasien (die heutige Türkei), Nordafrika und Vorderasien (Irak, Iran, Afghanistan) werden zum Kulturkreis des Orients gezählt. Seit jeher war das Zweistromland ein fruchtbares Gebiet. Die Gegend des heutigen Afghanistan war stets von verschiedenen Mächten umkämpft. Im Orient befanden sich viele frühe Hochkulturen, wie zum Beispiel die Sumerer im Zweistromland und das antike Perserreich. Alexander der Große zog auf seinen Eroberungszügen durch Vorderasien und gründete griechische Städte. Später standen das Imperium Romanum und das Persische Reich im kriegerischen Gegensatz. Missionare und Mönche verbreiteten das Christentum. Nach dem Tode Mohammeds verbreiteten arabische Heere und Händler den Islam, der die dortige Gesellschaft stark beeinflussen sollte. Das Osmanische Reich umfasste Kleinasien, Teile des Balkans, weite Gebiete der arabischen Halbinsel und Vorderasien. Im 1. Weltkrieg wurden der Irak und der Iran von britischen und amerikanischen Truppen besetzt. Beim Kongress von Verona 1922 suchten die europäischen Großmächte die sogenannte Orientalische Frage zu lösen. 1923 wurde das Osmanische Reich von neuen Staaten abgelöst. Durch zahlreiche Erdölfunde wurden einige Staaten zu den reichsten Ländern der Welt, zum Beispiel Saudi-Arabien, Kuwait und Bahrein.

Freimaurerei

In der Freimaurerei bezeichnet Orient den Ort, von dem das Licht ausgeht. Es bezeichnet sowohl den Standort der Loge als auch die Stelle in der versammelten Loge, an welchem der Meister vom Stuhl seinen Sitzplatz hat.

Siehe auch

Orientalistik, Alter Orient, Naher Osten, Mittlerer Osten, Ferner Osten, Deutsche Orient-Gesellschaft, Orientalismus

Weblinks


- [http://www.ex-oriente-lux.de/index.htm ex-oriente-lux]. Eine der ausführlichsten deutschen Websites über den Orient.
- [http://www.heise.de/tp/deutsch/special/ost/default.html Telepolis Orient]
- [http://www.uni-graz.at/franz.koelbl/index2.html Bilder und Eindrücke von mehreren Reisen in den Orient] Kategorie:Orient Kategorie:Kultur Kategorie:Freimaurerei ja:東洋

1241

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Stauferkaiser Friedrich II. erlässt das "Edikt von Salerno" (auch "Constitutiones"): die erste gesetzlich fixierte Trennung der Berufe Arzt und Apotheker. Ärzte dürfen keine Apotheke besitzen oder daran beteiligt sein. Arzneimittelpreise wurden gesetzlich festgeschrieben, um Preistreiberei zu verhindern. Das Edikt von Salerno wurde Vorbild der Apothekengesetzgebung in ganz Europa.
- erste urkundliche Erwähnung von Sebnitz
- April - Schlacht bei Wahlstatt: Heinrich II. von Schlesien fällt gegen die Mongolen
- Einfall der Mongolen in Siebenbürgen, Zerstörung von Hermannstadt
- 25. Oktober - Erstes Konklave bei der Wahl Coelestin IV.

Geboren


- 4. September - Alexander III., König von Schottland († 1286)
- 1. Dezember - Margaretha I. von Österreich, Landgräfin in Thüringen und Pfalzgräfin von Sachsen
- Mechthild von Hackeborn, Zisterzienserin und Mystikerin († 1299)

Gestorben


- 3. Januar - Hermann II., Landgraf von Thüringen seit 1227 (
- 1222)
- 9. April - Heinrich II. (Schlesien), Herzog von Breslau und Polen (1238-1241) (
- 1196/1207)
- 22. August - Gregor IX. (Papst), Papst von 1227 bis 1241 (
- 1167)
- 10. November - Coelestin IV., Papst (
- ?)
- 11. Dezember - Ugedai Khan, dritter Sohn Dschingis Khans (
- 1189)
- 28. März Waldemar II. von Dänemark. ko:1241년

Apotheker

Ein Apotheker ist ein Fachmann für Arzneimittel. Er beschäftigt sich mit ihrer Entwicklung, Herstellung, Prüfung, Beurteilung und Abgabe. Hierzu sind profunde Kenntnisse der Galenik, Pharmakologie, Physiologie, Chemie, Biologie, Biochemie, Analytik sowie Qualitätssicherung notwendig, welche im Pharmaziestudium erworben werden. Ein Apotheker muss zudem "zur Ausübung der Apothekerberufs nicht ungeeignet" sein.

Geschichtliches

1231 wurde vom Stauferkaiser Friedrich II. ein von zahlreichen Gelehrten zusammengestelltes Gesetzeswerk initiiert, das als "Liber Augustalis" (auch "Constitutiones regni utriusque Siciliae" - Bestimmungen für das Königreich beider Sizilien) auf dem Hoftag in Melfi (Basilicata) beraten wurde und ab September 1231 Gültigkeit erlangte. In den folgenden Jahren gab es zahlreiche Nachträge, darunter um 1241 als "Edikt von Salerno" mehrere Paragraphen, die das Medizinalwesen betrafen. In einem dieser Nachträge wird der Arztberuf von dem des Apothekers abgegrenzt: Ärzte dürfen keine Apotheke besitzen oder daran beteiligt sein; Arzneimittelpreise wurden gesetzlich festgeschrieben um Preistreiberei zu verhindern; Der Apotheker musste einen Eid leisten. Es ist davon auszugehen, dass es Arzneibereiter/Apotheker (dort "confectionariis" genannt) in diesem Gebiet bereits gab, denn einer gesetzlichen Regelung bedarf nur etwas, für das es auch Regelungsnotwendigkeit, beispielsweise durch Übeschneidung von Berufsbildern, gibt. Auch wenn das Datum 1241 als "Gründungsdatum" des Apothekerstandes gilt: Das Liber Augustalis hatte ausschließlich im Königreich Sizilien Gültigkeit. Es beeinflusste aber eine Reihe von Rechtsverordnungen auch nördlich der Alpen, wurde letztlich zum Vorbild der Apothekengesetzgebung in ganz Europa. Heute erfährt der Apotheker in einem 4jährigen Studium eine umfassende Ausbildung unter anderem zu den Themen: Arzneimittel, Arzneimittelherstellung, Arzneimittelwirkung, Arzneimittelwechsel- und -nebenwirkung - viele dieser Punkte fehlten in der Mediziner-Ausbildung bis vor kurzem fast völlig. Seit Anfang der 1990er Jahre wird der Beratungsaspekt immer mehr in den Vordergrund gerückt. Dies bedingt, dass aus dem früheren "Pillendreher" immer mehr ein "Gesundheitsmanager" wird, bei dem der Kunde im Mittelpunkt steht und nicht wie früher das Arzneimittel und seine Herstellung. Durch die Kostenexplosion im Gesundheitswesen der letzten Jahre gerät der Apotheker ob seiner kaufmännischen Eigenschaften immer mehr unter Beschuss, obwohl er infolge gesetzlicher Regelungen nur einen geringen aktiven Anteil an der Verteuerung oder Mehrverbrauch von Arzneimitteln hat.

Ausbildung zum Apotheker

Die Ausbildung zum Apotheker, das Studium der Pharmazie, findet an der Universität statt und umfasst insgesamt 8 Semester (4 Jahre). Anschließend beginnt für den zukünftigen Apotheker das Praktische Jahr (PJ), von dem er mindestens 6 Monate in einer öffentlichen Apotheke absolvieren muss. Die andere Hälfte des praktischen Jahrs können entweder in einer öffentlichen Apotheke, in einer Krankenhausapotheke, in einer Bundeswehrapotheke, an einer Universität oder in der Pharmaindustrie abgeleistet werden. Zudem gibt es die Möglichkeit, das PJ im Ausland zu absolvieren. Im Anschluss an das 3. Staatsexamen kann die Approbation beantragt werden, die zur Berufsausübung berechtigt. Als Grundlage der pharmazeutischen Ausbildung dient die Approbationsordnung für Apotheker.

Tätigkeitsfelder von Apothekerinnen und Apothekern

Neben dem Offizinapotheker, der in einer öffentlichen Apotheke arbeitet, gibt es weitere Berufsfelder wie den Krankenhausapotheker, Apotheker in der pharmazeutischen Industrie sowie in der öffentlichen Verwaltung und bei Krankenkassen. Die meisten Apotheker arbeiten in der öffentlichen Apotheke (Offizinapotheker, von Offizin, lateinisch für Apotheke). In der pharamzeutischen Industrie sind die Aufgabenbereich für Apotheker vielfältig. So ist für bestimmte Stellen vom Gesetz her vorgeschrieben, dass diese von Apothekern (oder Chemikern, Biologen, Medizinern, u.a. mit zusätzlichem Nachweis (was aber fast einem zusätzlichen Pharmaziestudium gleichkommt)) besetzt werden müssen. Das sind unter anderem der Leiter der Herstellung (LdH), der Leiter der Qualitätskontrolle (LdQ) und die "sachkundiger Person (qualified person, QP). Der LdH ist verantwortlich für die korrekte Herstellung von Arzneimitteln. Das heisst, die Produktion muss nach dem den von der Behörde genehmigten Herstellprozess erfolgen, die Mitarbeiter müssen ausreichend qualifiziert sein, die Geräte ordnungsgemäss überwacht. Der LdQ ist für die ordnungsgemässe Kontrolle der Arzneimittel verantwotlich. Dazu werden sowohl die eingesetzten Rohstoffe als auch Proben jeder Produktionscharge der fertigen Arzneimittel chemisch, physikalisch und mikrobiologisch untersucht. Die QP trägt die letzte Verantwortung für die Freigabe der Arzneimittelcharge, das heisst für den Verkauf am Markt. Dazu gehört, dass die QP die Protokolle und Berichte der Untersuchungen und der Herstellung kontrolliert und Massnahmen zur Qualitätssicherung veranlasst und überwacht. Darüber hinaus sind Apotheker auch in der Erforschung von Arzneistoffen, der Entwicklung verschiedener Arzneiformen, dem Marketing und der Pharmakoökonomie tätig. Im Anschluss an die Approbation kann eine Weiterbildung zum Fachapotheker erfolgen. Die Weiterbildung gibt es z.B. zum Apotheker für Offizin-Pharmazie, Klinische Pharmazie, Arzneimittelinformation, Pharmazeutische Technologie oder Pharmazeutische Analytik. Die Weiterbildungszeit beträgt in der Regel 3 Jahre ( http://www.apothekerkammer.de/weiter-opkpai.htm ).

Universitäten in Deutschland, an denen Pharmazie studiert werden kann


- Freie Universität Berlin
- Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
- Technische Universität Braunschweig
- Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
- Friedrich-Alexander-Universität Erlangen
- Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
- Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
- Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
- Martin-Luther-Universität Halle
- Universität Hamburg
- Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
- Friedrich-Schiller-Universität Jena
- Christian-Albrechts-Universität Kiel
- Universität Leipzig
- Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
- Philipps-Universität Marburg
- Ludwig-Maximilians-Universität München
- Westfälische Wilhelms-Universität Münster
- Universität Regensburg
- Universität des Saarlandes Saarbrücken
- Eberhard-Karls-Universität Tübingen
- Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Bekannte Apotheker

Mit der erstmaligen Isolierung des Alkaloids Morphin als (haupt-)wirksamem Inhaltsstoff von Opium gelang Friedrich Wilhelm Sertürner um 1805 ein großer Fortschritt hin zur Präzisierung der Schmerztherapie. Dr. August Oetker (1862-1918): Erfinder des gebrauchsfähigen Backpulvers ("Backin") und Gründer der Nährmittelfabrik "Dr Oetker". Max von Pettenkofer (1818-1901), Apotheker und Arzt, Begründer des Pettenkofer Instituts für Hygiene und Mikrobiologie in München. Die Gründer vieler deutscher Pharmaunternehmen wie Ernst Schering, Heinrich Merck, Friedrich Pascoe oder Carl Leverkus (Gründer des Vorläuferunternehmens der Bayer AG und Namensgeber der Stadt Leverkusen) waren Apotheker wie auch John Pemberton, der Erfinder der "Coca-Cola"-Rezeptur. Andere bekannte Apotheker sind der "Vater der Raufasertapete" Heinrich Wilhelm Hugo Erfurt (1834-1922) und der "Zementmischer" Dr. Ernst Gustav Leube (1808-1881) sowie der Brite John Langdon Hydon Langdon-Down (1828-1896), der Erforscher des Schwachsinns nach dem das Down-Syndrom benannt ist. Einige Apotheker sind als Schriftsteller bekannt geworden (Ludwig Bechstein, Theodor Fontane), andere als Maler (Carl Spitzweg). Besondere Verdienste um die Ausbildung der Apotheker im 19. Jahrhundert hatte Johann Bartholomäus Trommsdorff.

Weblinks


- [http://www.abda.de/ Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA)]
- [http://www.aponet.de/ Gesundheitsportal der deutschen ApothekerInnen]
- [http://www.bphd.de/ Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland - Infos zum Pharmaziestudium]
- [http://www.fachschaftpharmazie.de/ Fachschaft Pharmazie Münster] Kategorie:Pharmazie Kategorie:Heilberuf ! Kategorie:Dienstleistungsberuf __NOTOC__ ja:薬剤師 th:เภสัชกร


1241

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Stauferkaiser Friedrich II. erlässt das "Edikt von Salerno" (auch "Constitutiones"): die erste gesetzlich fixierte Trennung der Berufe Arzt und Apotheker. Ärzte dürfen keine Apotheke besitzen oder daran beteiligt sein. Arzneimittelpreise wurden gesetzlich festgeschrieben, um Preistreiberei zu verhindern. Das Edikt von Salerno wurde Vorbild der Apothekengesetzgebung in ganz Europa.
- erste urkundliche Erwähnung von Sebnitz
- April - Schlacht bei Wahlstatt: Heinrich II. von Schlesien fällt gegen die Mongolen
- Einfall der Mongolen in Siebenbürgen, Zerstörung von Hermannstadt
- 25. Oktober - Erstes Konklave bei der Wahl Coelestin IV.

Geboren


- 4. September - Alexander III., König von Schottland († 1286)
- 1. Dezember - Margaretha I. von Österreich, Landgräfin in Thüringen und Pfalzgräfin von Sachsen
- Mechthild von Hackeborn, Zisterzienserin und Mystikerin († 1299)

Gestorben


- 3. Januar - Hermann II., Landgraf von Thüringen seit 1227 (
- 1222)
- 9. April - Heinrich II. (Schlesien), Herzog von Breslau und Polen (1238-1241) (
- 1196/1207)
- 22. August - Gregor IX. (Papst), Papst von 1227 bis 1241 (
- 1167)
- 10. November - Coelestin IV., Papst (
- ?)
- 11. Dezember - Ugedai Khan, dritter Sohn Dschingis Khans (
- 1189)
- 28. März Waldemar II. von Dänemark. ko:1241년

Patrizier

Patrizier ist die Bezeichnung der Oberschichten im alten Rom und in den deutschen Reichsstädten des Mittelalters.

Im Rom der Antike

Patrizier stellten die Oberklasse in der Frühzeit des antiken Rom dar. Sie waren die Familien berühmter oder einflussreicher Vorfahren. Das Wort Patrizier (patricius) leitet sich vom lateinischen Wort pater,patres (Väter, Vorfahren) ab. Die Patrizier nahmen für sich in Anspruch, die Nachfahren der Gründungsväter Roms zu sein. In der frühen Römischen Republik waren Mischehen zwischen Patriziern und Plebejern, also dem gewöhnlichen Volk, zunächst verboten. Auch der Handel war strikt getrennt. Im Zuge der Ständekämpfe lockerten sich diese Einschränkungen, als sich die Plebejer ihr Recht auf Teilhabe an der politischen Macht erstritten. Ab der Zeit der mittleren Republik bildeten die Patrizier und einige plebejische Familien die politische Führungsschicht Roms. Sowohl patrizische als auch plebeische Familien waren Großgrundbesitzer; die Führungsschicht der hohen und späten Republik, die Nobilität, setzte sich aus Patriziern und Plebejern zusammen. Einige Ämter - besonders das Volkstribunat - waren für Patrizier unzugänglich, während ihnen umgekehrt bis zuletzt bestimmte Priesterämter vorbehalten waren. Patrizier genossen prinzipiell auch noch in der späten Republik besonderes Ansehen und neigten zumeist der politischen Richtung der Optimaten zu. Das hinderte jedoch bekannte Patrizier wie Gaius Iulius Caesar nicht daran, ihr politisches Glück bei den Popularen (oder vielmehr: mit "popularen" Methoden) zu suchen. Bekannte Patrizierfamilien, die auch viele Konsuln und andere hohe Beamte der römischen Republik stellten, waren unter anderem die Cornelier, Valerier, Julier, Claudier, Aemilier, Fabier. Im späteren Römischen Reich führte Kaiser Konstantin der Große den Titel Patrizier (Patricius) als Ehrentitel für Bürger, die sich um das Reich verdient gemacht hatten, wieder ein. Im 5. Jahrhundert wurde er zeitweilig praktisch zum Titel desjenigen Mannes, der die Macht hinter dem Kaiserthron verkörperte, üblicherweise eines Generals der römischen Armee, wie beispielsweise Stilicho, Aetius oder Ricimer. Bis zum Ende der Antike war er als Ehrentitel von Bedeutung (vgl. etwa Petros Patrikios).

In den deutschen Reichsstädten des Mittelalters

In den deutschen Reichsstädten des Mittelalters bildete sich ein Patriziat aus den reich gewordenen Bürgern sowie den in die Bürgerschaft aufgenommenen Rittern und Amtsleuten. Die Patrizier besetzten den Rat und wichtige andere städtische Ämter und versuchten, sich ein ausschließliches Recht auf diese Ämter zu wahren, also die Patrizier zu den alleine ratsfähigen Geschlechtern zu machen. Hierfür schlossen sie sich in Gilden zusammen und setzten ein erbliches Recht auf die begehrten Ämter durch. Die Patrizier gelten als dem landgesessenen Adel ebenbürtig. So nimmt das genealogische Handbuch des Adels unverändert jene Familien auch ohne Adelsprädikat auf, deren Mitglieder nachweislich spätestens im 14. Jahrhundert erbgesessene Ratsgeschlechter in deutschen Reichsstädten waren. Seit dem 13. Jahrhundert kämpften die in Zünften organisierten Handwerker gegen die Vorrechte der Patrizier. In der Regel konnten die Zünfte eine Beteiligung am Stadtrat erlangen. In Köln wurde die gesamte Stadtverfassung auf die Zunftverfassung zugeschnitten, während sich in Nürnberg, Frankfurt und in der Mehrzahl der Hansestädte der Patriziat behaupten konnte.

Patriziat im Übrigen

Auch in Frankreich, Italien und der polnischen Hauptstadt Krakau gab es Patrizierfamilien, die die gesellschaftliche Oberschicht darstellten.

Siehe auch


- Portal und Themenliste Rom
- Geschichte der Stadt Nürnberg
- Patrizier (Schweiz)
- Patrizier (Computerspiel) Kategorie:Römische Geschichte Kategorie:Deutsche Geschichte ----

Heilpflanze

Eine Heilpflanze ist eine Pflanze, die wegen ihres Gehalts an Wirkstoffen zu Heilzwecken bzw. zur Linderung von Krankheiten verwendet werden kann. "Heilpflanzen" ist ein Sammelbegriff. Er umfasst sowohl Kräuter, als auch andere der Heilung dienende Pflanzen, z.B. Faulbaum. Heilpflanzen sind Drogenpflanzen. Die Unterscheidung zu Giftpflanzen liegt einerseits in der produzierten Droge, andererseits in der applizierten Dosis. Der Arzt und Botaniker Abu Muhammad Ibn al-Baitar beschrieb um 1230 im "Kitab al-gami..." über 1400 pflanzliche Heilmittel und ihre Rezepturen. Leonhard Fuchs veröffentlichte 1543 mit dem "New Kreüterbuch", eines der wichtigsten Kräuterbücher in deutscher Sprache, das zahlreiche Arzneipflanzen abbildet und ihre Wirkung beschreibt. Heute werden Heilpflanzen vor allem in Deutschland im Rahmen der Phytotherapie verwendet, in manchen europäischen Ländern sowie den USA spielen sie durch das Aufkommen von chemisch synthetisierten und definierten Wirkstoffen nur eine geringe Rolle. Andererseits ist die pharmazeutische Industrie und die Pharmakologie zu der Erkenntnis gelangt, dass die Gesamtheit der sekundären Pflanzenstoffe ein schier unerschöpfliches Reservoir für neue, hochpotente Medikamente darstellt. Gerade die kaum erforschte und katalogisierte Flora der tropischen Urwälder und die in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) verwendeten Pflanzen bergen in dieser Hinsicht ein nicht zu vernachlässigendes Potenzial. Viele traditionelle Heilpflanzen tragen in ihem lateinischen Namen den Zusatz officinalis. Heilpflanzen werden auch wildwachsend gesammelt oder im Hausgarten angepflanzt, um als Hausmittel vorbeugend oder bei Krankheiten zur Verfügung zu stehen. Die gebräuchlichste Verwendungsform ist wohl der Heiltee

Beispiele für heute noch gängige Heilpflanzen

Eine vollständigere Aufzählung der Heilpflanzen findet man unter Liste der Heilpflanzen bzw. Nutzpflanzen.
- Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense)
- Anis (Pimpinella anisi)
- Arnika (Arnika montana)
- Birke (Betulaceae)
- Brennnessel (Urticaceae)
- Beifuß (Artemisia vulgaris)
- Canabis (Canabis Indica et subspecies)
- Holunder (Sambucus)
- Kerbel (Anthriscus cerefolium)
- Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)
- Kamille (Matricaria chamomilla)
- Lavendel (Lavendula angustifolia)
- Linden (Tilia)
- Löwenzahn (Taraxacum)
- Pfefferminze (Mentha piperita)
- Ringelblume (Calendula Officinalis)
- Sonnenhut (Echinacea)
- Thymian (Thymus vulgaris)
- Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Siehe auch


- Alternativmedizin
- Heilpflanze des Jahres
- Phytotherapie
- TCM

Weblinks


- [http://www.heilkraeuter.at Umfangreiche Datenbanken über Heilpflanzen, Krankheitsbehandlung, gesunde Küche, Naturkosmetik, u.v.m.]
- [http://www.hausgarten.net/kraeuter-und-gewuerze.html Heilkräuter und Küchenkräuter]
- [http://www.giftpflanzen.com/thema_arznei.html Giftpflanzen in der Pharmazie und als Rohstofflieferanten]
- [http://www.heilkraeuter-lexikon.de Heilkräuter-Lexikon]
- [http://www.heilpflanzen-welt.de Heilpflanzen-Welt (inkl. Fachliteratur)]
- [http://heilpflanzen.wetteronline.de Heillpflanzen bei Wetter online]
- [http://www.zauber-pflanzen.de Heilkräuter einst und heute]
- [http://www.heilpflanzen-katalog.de Der große Heilpflanzen-Katalog]
- [http://www.phytotherapie-komitee.de Komitee Forschung Naturmedizin e.V. wissenschaftliche Untersuchungen zu Heilpflanzen] Kategorie:Gesundheit Kategorie:Pflanzentyp Kategorie:Heilpflanze

17. Jahrhundert

Das 17. Jahrhundert begann am 1. Januar 1601 und endete am 31. Dezember 1700. Es ist die Epoche der Neuzeit (Frühe Neuzeit).

Persönlichkeiten


- Francis Bacon, englischer Philosoph
- Oliver Cromwell, englischer Politiker
- René Descartes, Philosoph und Mathematiker
- Galileo Galilei, Wissenschaftler
- Thomas Hobbes, Philosoph
- Jan Amos Komenský, Theologe und Pädagoge
- Gottfried Leibniz, Philosoph und Mathematiker
- John Locke, englischer Philosoph
- Claudio Monteverdi, Komponist
- Isaac Newton, Physiker und Mathematiker
- Blaise Pascal, Theologe, Mathematiker und Philosoph
- Franz von Sales, Bischof und Heiliger
- Heinrich Schütz, Komponist
- William Shakespeare, Dramatiker
- Baruch Spinoza, Philosoph
- Rembrandt van Rijn, Maler

Anderes


- Barock, von 1550 - 1750
- Dreißigjähriger Krieg von 1618 - 1648
- Pfälzischer Erbfolgekrieg, 1688 - 1697: Leitet die Machtverlagerung von Frankreich zu Großbritannien ein.

Erfindungen und Entdeckungen


- Isaac Newton entwickelt den Differentialkalkül und legt die Grundlagen der klassischen Mechanik.
- Erste Messung der Lichtgeschwindigkeit, 1676.
- Flaschenkorken ermöglichen die Lagerung von Wein in Flaschen. 01-17 ! ja:17世紀 ko:17세기

18. Jahrhundert

Das 18. Jahrhundert begann am 1. Januar 1701 und endete am 31. Dezember 1800. Es zählt zur Epoche der Neuzeit, gilt im Rahmen der europäischen Geschichte als eine Krönung der Aufklärung - man spricht auch von der Zeit der Spätaufklärung. Nachdem bereits seit der Renaissance und vermehrt im 17. Jahrhundert Forscher und Denker wie Galilei, Newton und Descartes Grundlagen geschaffen hatten, entwickelte sich die neuzeitliche Wissenschaft weiter, gab der Landwirtschaft und Warenproduktion (Manufaktur/ früher Industrialismus) neue Impulse, Ursprünge moderner Wirtschaftswissenschaft wurden erarbeitet - durch Adam Smith z. B. In Begleitung von Voltaire und Jean-Jacques Rousseau kam es auch zum Aufblühen einer Philosophie der Aufklärung. Neue Projekte wie die Enzyklopädie (Denis Diderot u. a.) bargen neben rein sachlichen Wissenssammlungen auch brisante Inhalte, beeinflussten die späteren politischen Revolutionen des Jahrhunderts. In Deutschland kam ein neues Durchsetzungskraft des Mittelstandes z. B. in den Werken Gotthold Ephraim Lessings zum Ausdruck. Mit der Aufklärung erweiterten auch die Vertreterinnen der Frauenemanzipation ihr Wirkungsfeld (Mary Wollstonecraft u. a.).

Ereignisse/Entwicklungen


- Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika
- Französische Revolution 1789
- Gründung der Zulu-Nation
- Die Aufklärung
- In London entwickelt sich anfangs Jahrhundert eine florierende Wertpapierbörse
- Wissenschaftliche Entdeckungen und Frühphase der Industriellen Revolution.
- Die Kleine Eiszeit (1500-1850) erreicht um 1750 ihren Höhepunkt.
- Die Parlamente von Schottland und England bilden das Vereinigte Königreich von Großbritannien
- James Cook umrundet die Welt in den 1770ern.
- Beginn der europäischen Besiedlung Australiens 1788.
- Napoleonische Truppen entdecken 1799 den Stein von Rosetta.
- Wars of Empire zwischen Großbritannien, Frankreich, Spanien, Österreich.
  - siehe auch Spanischer Erbfolgekrieg 1701-1714 (engl. Queen Anne's War), Österreichischer Erbfolgekrieg, War of Jenkins Ear, Siebenjähriger Krieg (engl. French and Indian War). Besiegelt den Aufstieg Großbritanniens zur Großmacht.

Persönlichkeiten


- James Watt, schottischer Erfinder.
- Johann Sebastian Bach, Komponist
- Canaletto, italienischer Maler
- James Cook, englischer Entdecker
- Denis Diderot, französischer Schriftsteller und Philosoph
- Leonhard Euler, schweizer Mathematiker
- Henry Fielding, englischer Schriftsteller
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