Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Appenzell Ausserrhoden

Appenzell Ausserrhoden

Der Kanton Appenzell Ausserrhoden ist ein Kanton im Nordosten der Schweiz. Deutsch: Appenzell Ausserrhoden; Französisch: Appenzell Rhodes- Extérieures; Italienisch: Appenzello Esterno; Rätoromanisch: Appenzell Dador; Englisch: Appenzell Ausserhoden oder Appenzell Outer Rhodes.

Geographie

Englisch Appenzell Ausserrhoden grenzt an die Kantone Appenzell Innerrhoden und St. Gallen. Die beiden Appenzell sind gänzlich vom Kanton St. Gallen umgeben. Höchster Berg ist der Säntis (2503 m ü. M.) im Alpstein, auf dem sich die Grenzen der drei Kantone Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen treffen.

Bevölkerung

Sprachen

Amtssprache ist Deutsch. Die gesprochenen schweizerdeutschen Mundarten unterscheiden sich etwas zwischen Vorderland (wobei der Kurzenberger Dialekt stark abweicht), Mittelland und Hinterland ([http://www.dialekt.ch/mp3/nordost/Herisau_Frehner_Landsgemein.htm Hörprobe]).

Religionen - Konfessionen

Der grösste Teil des Kantons Appenzell Ausserrhoden ist historisch bedingt evangelisch-reformiert. Diese Gebiete trennten sich 1597 vom katholisch gebliebenen Hauptort (Landteilung).

Politik

Obwohl vollkommen selbständig, gilt Appenzell Ausserrhoden seit der Landteilung staatsrechtlich als Halbkanton. Es kann deshalb nur einen Abgeordneten in den Ständerat wählen und gibt bei eidgenössischen Volksabstimmungen eine halbe Standesstimme ab.

Exekutive (Regierungsrat)

Die Regierung des Kantons Appenzell Ausserrhoden besteht aus sieben vollamtlichen Regierungsräten. Seit den letzten Gesamtwahlen setzt sich der Regierungsrat folgendermassen zusammen: Fünf Vertreter gehören der Freisinnig-Demokratischen Partei (FDP) an: Alice Scherrer-Baumann, Marianne Koller, Jakob Brunnschweiler, Rolf Degen und Jürg Wernli. Die verbleibenden 2 Regierungsmitglieder gehören der Schweizerischen Volkspartei (SVP) an, Hans Diem und Köbi Frei. Der Regierung steht Frau oder Herr Landammann vor, zur Zeit ist Alice Scherrer Frau Landammann von Appenzell Ausserrhoden.

Legislative (Kantonsrat)

Appenzell Ausserrhoden hat einen Kantonsrat mit 65 Mitgliedern, die in ihren Wohngemeinden gewählt worden sind. Jede Ausserrhoder Gemeinde hat Anrecht auf mindestens einen Kantonsratssitz. Die verbleibenden Sitze werden gemessen an der Einwohnerzahl auf die Gemeinden verteilt. Sitzzahl der Gemeinden:
- Schönengrund: 1
- Wolfhalden, Bühler, Grub, Hundwil, Lutzenberg, Reute, Schwellbrunn, Stein, Wald: je 2
- Urnäsch, Waldstatt, Gais, Trogen, Rehetobel, Walzenhausen: je 3
- Speicher, Heiden: je 4
- Teufen: 6
- Herisau: 14

Landsgemeinde

Bis zu ihrer Abschaffung an der Landsgemeinde 1997 wurden sämtliche kantonalen Abstimmungen und Wahlen an der jährlich stattfindenden Landsgemeinde entschieden. Sie fand abwechselnd in Trogen und Hundwil statt. Die Stimmbürger versammelten sich auf dem jeweiligen Landsgemeindeplatz im "Ring", während die Kantonsregierung auf dem "Stuhl" (eine Art Holzbühne) stand. Abgestimmt wurde durch Erheben einer Hand und Schätzen ("Mehren") durch die Regierung. Bei knappem Ausgang wurden die Stimmen ausgezählt. Zu Beginn der Landsgemeinde wurde von Stimmvolk und Regierung das Appenzeller Landsgemeindelied gesungen (Text: "Ode an Gott" von Karoline Rudolphi, Musik: Johann Heinrich Tobler). Über die letzte "Männer-Landsgemeinde" in Hundwil, bei der das Frauenstimmrecht angenommen wurde, drehte Erich Langjahr den Dokumentarfilm "Männer im Ring" (auf der Seite des [http://www.langjahr-film.ch/filme/maenner.htm Produzenten/Regisseurs] finden sich auch Standfotos der Landsgemeinde).

Parteiensystem

Die FDP ist in Ausserrhoden mit Abstand die stärkste Partei. Sie besetzt gegenwärtig fünf der sieben Regierungsratssitze, die restlichen zwei Sitze belegt die SVP. Bis 2003 war auch die Sozialdemokratische Partei (SP) immer mit einem Sitz in der Regierung vertreten. Ein Vertreter der Christlichdemokratischen Volkspartei CVP) wurde noch nie in die Ausserrhoder Regierung gewählt. Im Kantonsrat ist die Situation ähnlich: Die FDP besetzt 30 der 65 Sitze, die SVP 9, die SP 5, die CVP 3 und Parteilose haben 18 Sitze inne. In den Gemeinden existieren zudem Lesegesellschaften. Häufig werden Parteilose von Lesegesellschaften empfohlen, was die hohe Anzahl Parteiloser im Kantonsrat zum Teil erklärt.

Geschichte

Gemeinden

Einwohnerzahlen: Stand 2004 2004
- Bühler (1612 E.)
- Gais (2815 E.)
- Grub (1015 E.)
- Heiden (4020 E.)
- Herisau (15507 E.)
- Hundwil (1003 E.)
- Lutzenberg (1189 E.)
- Rehetobel (1744 E.)
- Reute (667 E.)
- Schönengrund (474 E.)
- Schwellbrunn (1494 E.)
- Speicher (3963 E.)
- Stein (1349 E.)
- Teufen (5622 E.)
- Trogen (1764 E.)
- Urnäsch (2316 E.)
- Wald (884 E.)
- Waldstatt (1721 E.)
- Walzenhausen (2100 E.)
- Wolfhalden (1717 E.) Siehe auch: Gemeinden des Kantons Appenzell Ausserrhoden

Bezirke

1858 wurde eine Gliederung des Kantons in drei Bezirke eingeführt. Offiziell wurde diese Gliederung 1995 wieder abgeschafft. Im täglichen Leben ist sie jedoch nach wie vor sehr verbreitet (z.B. in Namen von Sportanlässen und Vereinen). Die ehemaligen Bezirke sind:
- Hinterland (Gemeinden: Herisau (Bezirkshauptort), Hundwil, Schönengrund, Schwellbrunn, Stein AR, Urnäsch, Waldstatt)
- Mittelland (Gemeinden: Bühler, Gais, Speicher, Teufen AR (Bezirkshauptort), Trogen)
- Vorderland (Gemeinden: Grub AR, Heiden (Bezirkshauptort), Lutzenberg, Rehetobel, Reute AR, Wald, Walzenhausen, Wolfhalden)

Verkehr

Die vielen Appenzeller Privatbahnen spielten eine Pionierrolle im Schweizer Bahnsystem. Die meisten sind Schmalspur-Zahnradbahnen. Eine Sonderstellung nimmt die Rorschach-Heiden-Bergbahn RHB ein, die zu den weltweit ganz wenigen Normalspur-Zahlradbahnen gehört. Heute sind die appenzellischen Bahnen bereits zum grössten Teil unter dem Dach der Appenzeller Bahnen (AB) vereint. Auf Ausserrhoder Gebiet befinden sich keine Autobahnen und kein Meter SBB-Gleis.

Weblinks


- [http://www.ar.ch Offizielle Website des Kantons Appenzell Ausserrhoden]
- [http://www.bfs.admin.ch/content/bfs/portal/de/index/regionen/regionalportraets/appenzell_ausserrhoden/blank/kennzahlen.html Offizielle Statistik]
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D7389.html Artikel Appenzell (Kanton) bis 1597] im Historischen Lexikon der Schweiz
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D7476.html Artikel Appenzell (Ausserrhoden) ab 1597] im Historischen Lexikon der Schweiz
- [http://www.appenzellerland.ch Portal Appenzellerland]
- [http://www.wifoear.ch Wirtschaftsförderung AR] Appenzell Ausserrhoden ! als:Kanton Appenzell Ausserrhoden

Kanton (Schweiz)

Die 26 Kantone der Schweiz sind die Gliedstaaten der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Politisches System

Jeder Kanton hat eine eigene Verfassung und eigene gesetzgebende, vollziehende und rechtsprechende Behörden. Alle Kantone besitzen ein Einkammer-Parlament (Grosser Rat, Kantonsrat, Landrat, Parlament; siehe auch: Kantonsparlament). Dieses hat je nach Kanton 58 bis 200 Parlamentssitze. Die Kantonsregierung (Regierungsrat, Regierung, Staatsrat) besteht je nach Kanton aus fünf bis neun Mitgliedern. Alle Bereiche, die nicht von der schweizerischen Bundesverfassung dem Bund zugewiesen bzw. von einem Bundesgesetz geordnet werden, gehören in die Kompetenz der Kantone (staatliche Organisation, Schulwesen, teilweise Gesundheitswesen, teilweise Planungs- und Baurecht, Polizeiwesen, teilweise Gerichtsverfassung, Notariatswesen, kantonales und kommunales Steuerrecht u. a.). Bei vielen dieser Bereiche hat aber der Bund ebenfalls grosse Kompetenzen, so dass oft ein Kompetenzwirrwarr festzustellen ist. Die Kantone ihrerseits können ihren Gemeinden auch eine gewisse Autonomie gewähren. Das Ausmass ist jedoch, wie so oft in der Schweiz, von Kanton zu Kanton verschieden. In zwei Kantonen, Glarus sowie Appenzell Innerrhoden, bestimmt das Volk in Form der Landsgemeinde seine Kantonsvertreter und entscheidet über Sachfragen. In allen anderen Kantonen werden Wahlen und Abstimmungen über die Urne abgewickelt. Siehe auch: Politisches System der Schweiz, Föderalismus in der Schweiz

Geschichte

Die sogenannten Urkantone, welche 1291 die Eidgenossenschaft begründeten, sind Uri, Schwyz und Unterwalden. In der Alten Eidgenossenschaft wurden die Kantone auch Orte genannt. Deshalb spricht man in Bezug auf die Ausweitungsphasen der Schweiz von den Acht Alten Orten und den Dreizehn Alten Orten (bzw. der achtörtigen und der dreizehnörtigen Eidgenossenschaft). Verbündete, welche nicht Vollmitglied der Eidgenossenschaft waren, wurden als zugewandte Orte bezeichnet. In der Helvetischen Republik (1798-1803) waren die Kantone blosse Verwaltungsbezirke ohne Autonomierechte. Die Grenzziehung wurde geändert, um annähernd gleich grosse Kantone zu schaffen und die alte Ordnung zu zerschlagen. Dabei entstanden auch die kurzlebigen Kantone Säntis, Linth, Waldstätten, Oberland, Baden, Lugano und Bellinzona. Mit der Mediationsverfassung 1803 erhöhte sich die Zahl der Kantone auf 19 und mit dem Wiener Kongress 1815 auf 22. Die Zugewandten Orte wie z.B. die altfrye Republik Gersau, das Gebiet der Abtei Engelberg, usw., wurden allerdings (teilweise gegen ihren Willen) einzelnen Kantonen zugeschlagen. 1979 spaltete sich der Kanton Jura vom Kanton Bern ab.

Anzahl und Reihenfolge

Heute wird die Zahl der Kantone meistens mit 26, manchmal aber auch mit 23 angegeben. Das rührt daher, dass sechs Kantone (Obwalden, Nidwalden, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Basel-Stadt und Baselland) aus historischen Gründen als Halbkantone bezeichnet werden (bis zur Totalrevision der Bundesverfassung von 1999 wurde diese Unterscheidung noch vorgenommen). Diese Unterscheidung ist lediglich bei der Besetzung des Ständerates und beim Ständemehr relevant, hat jedoch keinen Einfluss auf die innere Autonomie, weshalb es korrekt wäre, von 26 Kantonen, aber von 23 Ständen zu sprechen. Die übliche Reihenfolge der Kantone (siehe untenstehende Liste) ist in der Bundesverfassung festgelegt. Sie hat jedoch einen viel älteren Ursprung. In der Eidgenossenschaft der Acht Alten Orte standen die Städte Zürich, Bern und Luzern als Vororte in der Hierarchie vor den Landkantonen. Die weiteren Kantone stehen in der Reihenfolge ihres Beitritts.

Liste der Schweizer Kantone mit ihren Eckdaten

In Klammern jeweils der Rang. Bemerkungen: 1 Stand: 31. Dezember 2004, [http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/bevoelkerung/uebersicht/blank/analysen__berichte/result.html Bundesamt für Statistik], 2 km², 3 Einwohner pro km², Stand 2000 4 Sitz der Regierung und des Parlaments, Sitz der Justiz ist Trogen. 5 Stand: 1. Januar 2005. 8 bis hierher: Die Acht Alten Orte, 13 bis hierher: Die Dreizehn Alten Orte Die zweibuchstabigen Kantonsabkürzungen (Siglen) sind verbreitet, sie werden u.a. bei den Kfz-Kennzeichen verwendet und sind auch in der ISO 3166-2:CH verwendet (mit dem Präfix "CH-", z.B. CH-SZ für den Kanton Schwyz).

Kantonsnamen in anderen Sprachen

Kanton in allen Schweizer Landessprachen sowie in weiteren Sprachen Bemerkungen: 1Schweizer Landessprache, 2Wenn es sich von der Sprache oder der Schrift des Hauptortes unterscheidet

Ehemalige Kantone


- Ausserschwyz
- Baden
- Bellinzona
- Fricktal
- Innerschwyz
- Linth
- Lugano
- Oberland
- Säntis
- Waldstätten

Siehe auch

Föderalismus in der Schweiz, Liste der Städte in der Schweiz, Liste der Gemeinden der Schweiz (nach Kantonen und Alphabet), Liste der Bezirke und Distrikte der Schweiz

Weblinks


- [http://www.admin.ch/ch/d/schweiz/kantone/index.html Schweizer Kantone im Internet]
- [http://www.eye.ch/swissgen/kanton-m.htm Informationen über Schweizer Kantone] - viersprachig ! Kategorie:Liste (Geographie) Kategorie:Politik (Schweiz) Kategorie:Schweiz als:Kanton (Schweiz) ja:スイスの地方行政区画 ko:스위스의 주 simple:Canton

Deutsche Sprache

Die deutsche Sprache (Hochdeutsch und Niederdeutsch) zählt zur indoeuropäischen Sprachfamilie (in Deutschland abweichend auch indogermanische Sprachfamilie genannt), spezifisch zu den westgermanischen Sprachen.

Geschichte

Hauptartikel: Deutsche Sprachgeschichte Als hochdeutsche Sprache bezeichnet man zunächst alle germanischen Dialekte, die im frühen Mittelalter an der zweiten oder althochdeutschen Lautverschiebung beteiligt waren (alemannisch, bairisch, ost-, rhein-, mittelfränkisch, ostmitteldeutsch = ober- und mitteldeutsche Mundarten = hochdeutsche Mundarten). Die germanischen Dialekte, die diese zweite germanische Lautverschiebung nicht oder nur zu einem sehr geringen Teil mitgemacht haben, bezeichnet man seit der frühen Neuzeit als niederdeutsche Sprachen (niedersächsisch und niederfränkisch). Das Wort „teutsch“ (deutsch) bildete sich dabei innerhalb des Lateinischen aus dem germanischen Wort für „Volk“ (thioda, thiodisk) heraus und bezeichnete die Sprache der nicht lateinisch (und nicht romanisch) sprechenden Bevölkerung. Die ältere Bezeichnung „fränkisch“ für die eigene Sprache traf etwa seit dem 9. Jahrhundert nicht mehr eindeutig zu, nachdem einerseits die westfränkische Oberschicht im späteren Frankreich den romanischen Dialekt der einheimischen Bevölkerung übernommen hatte und andererseits das Ostfrankenreich auch nicht-fränkische Stämme wie die Alemannen, die Bayern, die Thüringer und die (Nieder-)Sachsen umfasste. Da während des ganzen Mittelalters im Unterschied zu den Nachbarländern in dem Land der Teutschen stark territorial zersplitterte politische Strukturen existierten, entwickelten sich die zum Teil extrem unterschiedlichen deutschen Dialekte (deutsche Mundarten) lange parallel nebeneinander her. Einen ersten Ansatz zu einem überregionalen Ausgleich der Mundarten hat man teilweise in der mittelhochdeutschen Dichtersprache der höfischen Dichtung um 1200 sehen wollen. In der Tat ist teilweise das Bemühen der Dichter zu erkennen, nur regional verständliches Vokabular und dialektale lautliche Besonderheiten zu vermeiden, um ein überregionales Verständnis ihrer Werke zu ermöglichen; andererseits muss aber die Breitenwirkung der an den Fürstenhöfen tätigen Dichter zu einer Zeit, als nur eine verschwindend geringe Minderheit der Bevölkerung alphabetisiert war und Zugang zu dieser elitären Kunst hatte, als äußerst gering eingeschätzt werden. Der Beginn der neuhochdeutschen Schrift- und Standardsprache kann daher erst in überregionalen Ausgleichsprozessen des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit gesehen werden. Während die Standardsprache in den meisten europäischen Ländern aus dem Dialekt der jeweiligen Hauptstadt hervorgegangen ist, stellt die heutige deutsche Hochsprache (Standardsprache) eine Art „Kompromiss“ zwischen den mittel- und oberdeutschen Dialekten südlich der Benrather Linie dar. Benrather Linie In Norddeutschland hat sich das Hochdeutsche, vor allem im Gefolge der Reformation als Amts- und Schulsprache gegen das Niederdeutsche (Plattdeutsche/Niedersächsische und Niederfränkische) durchgesetzt. Zur Blütezeit der Hanse fungierte das Niederdeutsche als Verkehrssprache im gesamten Nord- und Ostseeraum. Auch die Niederländische Sprache ist eine niederfränkische und daher niederdeutsche Sprache. Martin Luther übersetzte 1521 das Neue Testament und 1534 das Alte Testament in die sich damals noch entwickelnde neuhochdeutsche Schriftsprache. Die dort verwendete Sprache in einer ostmitteldeutschen Färbung prägte durch die religiöse Bedeutung Luthers ganze Generationen. Es muss aber angemerkt werden, dass Luthers Bedeutung im Hinblick auf die Entstehung der Neuhochdeutschen Schriftsprache lange Zeit überschätzt wurde. Bereits seit dem 14. Jahrhundert bildete sich allmählich eine immer stärker überregional geprägte Schriftsprache heraus, die man auch als Frühneuhochdeutsch bezeichnet. Die Herausbildung der hochdeutschen Schriftsprache war im 17. Jahrhundert zum Großteil abgeschlossen. Durch die Beseitigung der so genannten Letternhäufelung im 18. Jahrhundert wurde das seitdem in Grundzügen kaum veränderte deutsche Schriftbild abgerundet. Die Geschichte der deutschen Sprache wird häufig in vier Abschnitte (Sprachstufen) unterteilt:
- 7501050: Althochdeutsch
- 10501350: Mittelhochdeutsch
- 13501650: Frühneuhochdeutsch
- ab 1650: Neuhochdeutsch Johann Christoph Adelung veröffentlichte 1781 das erste große Wörterbuch. Jacob und Wilhelm Grimm begannen 1852 mit der Herausgabe des umfassendsten Deutschen Wörterbuchs, das 1961 vollendet wurde, aber seither einer Überarbeitung unterzogen wird. Die deutsche Rechtschreibung wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts zunehmend normiert. Ein Durchbruch zu einer deutschen „Einheitsschreibung“ gelang mit dem „Orthographischen Wörterbuch der deutschen Sprache“ von Konrad Duden (1880), das in der Rechtschreibreform von 1901 in leicht veränderter Form zur Grundlage der amtlichen Rechtschreibung erklärt wurde. Erst 1996 kam es zu einer erneuten Rechtschreibreform. Siehe dazu auch Geschichte der deutschen Rechtschreibung. In der Bundesrepublik Deutschland ist Hochdeutsch:
- nach § 23 Verwaltungsverfahrensgesetz (BVwVfG) als Amtssprache,
- nach § 5 Beurkundungsgesetz als Sprache für notarielle Urkunden,
- nach § 184 Gerichtsverfassungsgesetz als Gerichtssprache festgelegt. Besondere Regelungen gelten für die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein sowie für die Sorben in Brandenburg und Sachsen; mittlerweile aber auch für die niederdeutsche Sprache. In Österreich ist laut Artikel 8. (1) Bundes-Verfassungsgesetz (BVG) die (hoch-)deutsche Sprache, unbeschadet der den sprachlichen Minderheiten eingeräumten Rechte, die Staatssprache der Republik. In Liechtenstein ist Deutsch die alleingültige Amtssprache. Es kennt keine Minderheitensprachen.

Hochdeutsch als Amtssprache (neben anderen Sprachen)


- Belgien (mit Französisch und Niederländisch)
- Luxemburg (mit Luxemburgisch und Französisch)
- Schweiz (63 % deutsch) (auf gesamtstaatlicher Ebene neben Französisch, Italienisch und Rätoromanisch; in 17 von 26 Kantonen alleinige Amtssprache, in 4 weiteren Amtssprache neben anderen Sprachen)
- Italien: nur regional in Südtirol (mit Italienisch und Ladinisch; in anderen Regionen: Aostatal: Französisch; Friaul: Slowenisch jeweils mit Italienisch)
- Dänemark: in Gebieten der deutschen Minderheit (Sønderjylland) (neben Dänisch)
- Namibia (seit Juni 1984 mit Afrikaans und Englisch, seit der Unabhängigkeit Namibias 1990 nicht mehr Amtssprache)
- Russland: Anerkannte Verkehrssprache der deutschstämmigen Bevölkerung in den beiden westsibirischen Nationalkreisen Asowo (Gebiet Omsk) und Halbstadt (Altai-Region). Deutsch ist zudem eine Amtssprache der Europäischen Union und eine Arbeitssprache der Vereinten Nationen. Dass Deutsch beinahe Amtssprache der USA geworden wäre, ist ein Gerücht, das auf eine Fehlinterpretation zurückzuführen ist (Mühlenberg-Legende, siehe auch Deutsche Sprache in den USA).

Als Minderheitensprache


- Argentinien 300.000
- Australien 200.000 oder mehr ( 2 Millionen Deutschstämmige)
- Belgien 112.458
- Brasilien (1.900.000)
- Chile (100.000)
- Dänemark 20.000
- Estland 3.460
- Frankreich: von den 1.200.000 potenziell deutschsprachigen Elsässern und Lothringern spricht nur noch ein kleiner Teil den angestammten Dialekt
- Italien 330.000
- Kanada 500.000 oder mehr (2,8 Millionen Deutschstämmige, siehe Auswärtiges Amt).
- Kasachstan 358.000
- Kroatien 11.000
- Lettland 3.780
- Litauen 2.060
- Moldawien 7.300
- Namibia 30.000
- Niederlande 47.775
- Paraguay 200.000
- Polen 170.000
- Rumänien (70.000.)
- Russland: europäischer Teil (75.000), Sibirien (767.300)
- Slowakei 12.000
- ((Südafrika)) 300.000-500.000 (100.000 Passdeutsche, 1 Million Deutschstämmige, siehe Auswärtiges Amt).
- Togo
- Tschechien 50.000
- Ukraine 38.000
- Ungarn 145.000
- Vereinigte Staaten von Amerika 6.100.000 , insbes. Pennsylvaniadeitsch s. Kapitel Pennsylvania Dutch Siehe auch: Deutschsprachige Minderheiten

Als Fremdsprache

Deutsch (Hochdeutsch) wird in vielen Ländern als Fremdsprache gelehrt; in Europa ist es nach Englisch am weitesten verbreitet. Besonders häufig wird Hochdeutsch als Fremdsprache in den Niederlanden, Skandinavien, Baltikum, Slowenien, Kroatien, Polen, Japan, Bosnien und Herzegowina, der romanischen Schweiz, Serbien, Ungarn, Montenegro, Mazedonien und Bulgarien gewählt. Teilweise gilt Deutsch in diesen Ländern als erste Schulfremdsprache und steht damit noch vor dem Englischen. Auch in Weißrussland wird Deutsch oft an Schulen unterrichtet. In anderen Ländern, so zum Beispiel in Frankreich und den USA, verliert Deutsch zunehmend an Bedeutung gegenüber Spanisch. In Ostasien (Japan) wurde im 19. und 20. Jahrhundert Deutsch als Medizinsprache verwendet (an Stelle von Latein). Nach einer Erhebung der Ständigen Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache, der u. a. das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut angehören, gab es 2000 die meisten Deutschlerner in:
- Russische Föderation: 4.657.500
- Polen: 2.202.708
- Frankreich: 1.603.813
- Tschechien: 799.071
- Ukraine: 629.742
- Ungarn: 629.472
- Kasachstan: 629.874
- Niederlande: 591.190
- USA: 551.274 Deutsch ist heute die nach Englisch am meisten verwendete Sprache im Internet (gefolgt von Französisch, Japanisch, Spanisch und Chinesisch). Mehr als acht Prozent aller Seiten im Internet sind auf Deutsch. (Internetseiten auf Englisch:Cirka 50 %)

Als Kreolsprache

Im Zuge der Kolonialisierung entstand im heutigen East New Britain das so genannte Unserdeutsch, das weltweit einzige Kreoldeutsch. Diese Sprache ist jedoch mittlerweile fast ausgestorben, da die meisten Sprecher auswanderten. Außerdem haben sich in Papua-Neuguinea bis zu 150 Wörter deutschen Ursprungs in der Sprache Tok Pisin erhalten.

Aussprache

Siehe Aussprache der deutschen Sprache.

Grammatik

siehe dazu deutsche Grammatik

Rechtschreibung

Siehe dazu deutsche Rechtschreibung.

Textsammlungen

Beim Projekt Gutenberg-DE gibt es Texte von über 1000 Autoren. Wikisource enthält mehr als 2000 deutschsprachige Werke. Siehe auch: Deutsche Literatur, Sprichwörter, Deutschsprachige Schriftsteller: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Dialekte der hochdeutschen Sprache

Die Einteilung der deutschen Dialekte beruht auf Untersuchungen des 19. Jahrhunderts. In gleicher Zeit begann die Herausbildung von Umgangssprachen als einer Art Mischform zwischen Standardsprache und Dialekt. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts verdrängen die Umgangssprachen die alten Dialekte.
- Mitteldeutsch
  - Westmitteldeutsch (siehe auch: Fränkische Sprache)
    - Mittelfränkisch (Ripuarisch, Moselfränkisch, Luxemburgisch)
    - Rheinfränkisch (Pfälzisch, Hessisch)
  - Ostmitteldeutsche Sprache
    - Thüringisch-Obersächsisch, (Kolonialdialekte)
    - Berlin-Brandenburgisch (Mischform mit Ostniederdeutsch)
    - Ostmitteldeutsche Dialekte
      - Lausitzische Dialekte
    - Ermländisch
- Fränkisch im Übergangsbereich zwischen dem Oberdeutschen und Mitteldeutschen (Wird häufig dem Oberdeutschen zugeordnet.)
  - Ostfränkisch, umgangssprachlich "Fränkisch"
    - Mainfränkisch
  - Süd-Rheinfränkisch
- Oberdeutsch
  - Alemannisch
    - Schwäbisch
    - Elsässisch
    - Niederalemannisch (darunter auch schweizerdeutsche Dialekte)
    - Hochalemannisch (darunter auch schweizerdeutsche Dialekte)
    - Höchstalemannisch (schweizerdeutsche Dialekte)
  - Bairisch
    - Südbairisch
    - Mittelbairisch
    - Nordbairisch

Niederdeutsche Sprachen


- Niederdeutsch
  - Niedersächsisch
  - Niederfränkisch Niederdeutsch bzw. die niederdeutschen Sprachen zeigen bedeutende phonologische, morphologische und lexikal-semantische Unterschiede gegenüber den übrigen deutschen Mundarten. Diese Sprachgruppe hat die zweite hochdeutsche Lautverschiebung nicht mitvollzogen. Das Niedersächsische, das in Deutschland und in den Niederlanden gesprochen wird und gemeinhin in Norddeutschland als Niederdeutsch oder Plattdeutsch (Plattdüütsch) bezeichnet wird (in den Niederlanden als „nedersaksisch”) wird auch als Teil einer niederdeutschen Sprachgruppe aufgefasst. Mittlerweile hat das Niedersächsische infolge der Sprachencharta des Europarats einen offiziellen Status als Regionalsprache erhalten, weil die Länder Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen Niedersächsisch für einen Schutz gemäß Teil III der Sprachencharta angemeldet haben. Vermutlich kann dennoch sein allmähliches Aussterben nicht aufgehalten werden. Das Niederfränkische lebt weiter im Niederländischen. Auch die ursprünglichen Dialekte am Niederrhein (Kleve, Wesel, Duisburg, Mülheim an der Ruhr) sowie die alten Mundarten im Ostbergischen gehörten dem niederfränkischen Zweig an. Sie sind seit dem Zweiten Weltkrieg praktisch im Aussterben. Die Mundarten des Gebietes zwischen der Uerdinger Linie (Ik-/Ich-Linie) und der Benrather Linie (Maken-/Machen-Linie) (Düsseldorf, Mönchengladbach, Krefeld, Neuss) weisen sowohl niederfränkische als auch mittelfränkische Züge auf und sind ein mundartliches Übergangsgebiet zwischen den hochdeutschen und den niederfränkischen Mundarten.

Einflüsse anderer Sprachen auf die deutsche Sprache

Durch ihre zentrale Lage in Europa wurde die deutsche Sprache über die Jahrhunderte durch andere Sprachen beeinflusst. Im Mittelalter und der Zeit davor war es vor allem die lateinische Sprache, aus der sich die deutsche Sprache bediente. So sind viele alltägliche Wörter, vor allem aus Architektur, Religion und Kriegswesen (z. B. Fenster, Keller, Karren, dominieren, Kloster), aus dem Lateinischen entlehnt. Auch die griechische Sprache hat das Deutsche in Religion, Wissenschaft und Philosophie stark beeinflusst (z. B. Philosophie, Physik, Demokratie, Krypta). Später war es dann vor allem die französische Sprache, die großen Einfluss auf das Deutsche ausübte. Da nach dem Dreißigjährigen Krieg an vielen Höfen französisch gesprochen wurde und selbst preußische Könige diese Sprache besser beherrschten als Deutsch und letzteres, frei nach Voltaire, nur zur Kommunikation mit Soldaten und Pferden gebraucht wurde, kamen vor allem Wörter aus dem vornehmen Bereich in die deutsche Sprache (z. B. Boulevard, Trottoir, Konfitüre). Auch aus den slawischen Sprachen (z. B. Grenze, Pistole), dem Jiddischen und dem Rotwelsch (z. B. Zoff, meschugge, Mischpoke, Schockse) kamen einige Wörter ins Deutsche, jedoch war der Einfluss dieser Sprachen im Vergleich zu den vorgenannten wesentlich geringer. In Handel, Botanik und Medizin lassen sich auch einige Einflüsse aus dem Arabischen ausmachen, die verstärkt im Mittelalter beispielsweise durch die Kreuzzüge nach Europa und somit auch nach Deutschland kamen. Aber auch in alltäglichen Begriffen wie Koffer, Benzin oder Limonade lassen sich arabische Einflüsse bzw. Ursprünge nachweisen. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts nahm in Deutschland das Englische zunehmend Einfluss auf die deutsche Sprache (Anglizismen). Diese Entwicklung wird von einigen skeptisch betrachtet. Kritiker bringen vor, es handle sich oftmals (z. B. bei Handy) um Pseudo-Englisch, für das es genügend deutsche Synonyme gebe. Auch technische Zwänge bei der Synchronisation englischsprachiger Filme üben mittlerweile einen Einfluss auf das Deutsche aus. Um Lippensynchronizität zu gewährleisten, werden Worte und Redewendungen kreiert, die zuvor im Deutschen nicht üblich waren, sich dann aber später in der Umgangssprache durchsetzen (z.B. "Oh mein Gott" statt "Um Gottes Willen" als Übersetzung für "Oh my God"). "Verdeckte" Anglizismen gibt es mittlerweile auch aus anderen Gründen: So ist der heute sehr gebräuchliche Ausdruck "nicht wirklich" die wortwörtliche Übersetzung von "not really" und bedeutet demzufolge soviel wie "eigentlich nicht" – allerdings hat sich der Ausdruck inzwischen verselbständigt. Eine Sprachpolitik, wie sie unter anderem in Frankreich und Island betrieben wird, um eine Anreicherung der Sprache mit Anglizismen zu unterbinden, findet in Deutschland seit Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mehr statt. Gründe hierfür sind möglicherweise in der Sprachpolitik des Nationalsozialismus zu suchen. Andere verwerfen solche Bemühungen unter Verweis auf Joachim Heinrich Campe als Sprachpurismus.

Literatur zu Kontakten der deutschen Sprache


- Johannes Bechert/Wolfgang Wildgen: Einführung in die Sprachkontaktforschung. Darmstadt, Wiss. Buchgesellschaft, 1991
- Csaba Földes: Kontaktdeutsch. Zur Theorie eines Varietätentyps unter transkulturellen Bedingungen von Mehrsprachigkeit. Tübingen, Verlag Gunter Narr, 2005
- Claudia Maria Riehl: Sprachkontaktforschung. Tübingen, Narr, 2004

Wie das Deutsche in anderen Sprachen heißt

Aufgrund der sehr wechselhaften Geschichte Deutschlands gibt es in den Sprachen der Welt mehr unterschiedliche Formen für den Namen der deutschen Sprache als für die meisten anderen Sprachen der Welt. Allgemein kann man die Namen der deutschen Sprache aber aufgrund ihrer Herkunft in sechs Gruppen zusammenfassen. Anmerkung: In der Vergangenheit war im Rumänischen die dem Slawischen entlehnte Form nemţeşte üblich, aber heute wird im Rumänischen vorwiegend das Wort germană benutzt. Das ungarische német ist auch aus dem Slawischen entlehnt, ebenso der Name Österreichs im Arabischen, an-Nimsā (النمسا).

Siehe auch


- Jiddisch
- Rotwelsch
- »BRD-Sprache« und »DDR-Sprache«, Duden als Sprachwächter
- Schweizer Hochdeutsch, Schweizerdeutsch
- Sprachgebrauch in Österreich
- Belgranodeutsch
- Deutschsprachiger Raum
- Institut für Deutsche Sprache
- Gebärdensprache im deutschsprachigen Raum
- Moselromanisch
- Deutsche Sprache in Namibia
- :Kategorie:Deutsche Sprache
- Variantenwörterbuch des Deutschen
- Pennsylvania Dutch, Hutterisch, Texasdeutsch
- Riograndenser Hunsrückisch
- Deutsche Redewendungen
- Studentensprache
- Liste deutscher Wörter in anderen Sprachen
- Liste der häufigsten Wörter der deutschen Sprache

Weblinks


- [http://www.ids-mannheim.de Institut für deutsche Sprache, Mannheim]
- [http://www.gfds.de/ Gesellschaft für deutsche Sprache, Wiesbaden]
- [http://wortschatz.uni-leipzig.de/index.html Wortschatz der deutschen Sprache]
- [http://www.dwb.uni-trier.de/ Grimm, Deutsches Wörterbuch]
- [news:de.etc.sprache.deutsch Newsgroup zur deutschen Sprache] ([http://groups.google.com/groups?q=de.etc.sprache.deutsch de.etc.sprache.deutsch bei Google], [http://faql.de FAQs zur Newsgroup])
- [http://www.canoo.net/index.html Rechtschreibung mit Online-Prüfung, Grammatik, Morphologie und anderes]
- [http://www.woerterbuch.info/ woerterbuch.info - Deutsch-Englisch Wörterbuch mit 600.000 Übersetzungen und 125.000 Synonymen]
- [http://www.deutsche-sprachwelt.de Magazin
Deutsche Sprachwelt] Eine Übersicht über die Beiträge in Wikipedia zum Thema Sprache bietet das Portal:Sprache. Kategorie:Indogermanisch Kategorie:Germanisch Kategorie:Einzelsprache !
-
als:Deutsche Sprache ja:ドイツ語 ko:독일어 ms:Bahasa Jerman simple:German language th:ภาษาเยอรมัน


Italienische Sprache

Italienisch ist eine Sprache aus dem romanischen Zweig der indogermanischen Sprachen. Innerhalb der romanischen Sprachen gehört das Italienische zur Gruppe der italoromanischen Sprachen. Unter den großen romanischen Sprachen steht die italienische Sprache dem Lateinischen in Lautung, Vokabular und Grammatik am nächsten. Es wird von etwa 70 Millionen Menschen als Muttersprache oder zweite Muttersprache gesprochen, von denen der größte Teil in Italien lebt. Als zweite Muttersprache oder als nah verwandte Fremdsprache sprechen es unter anderem die Sarden, die Friauler, die Südtiroler und Trentiner Ladiner. Für die deutschsprachigen Südtiroler, die albanische Minderheit und andere Volksgruppen, wie die Slowenen im Hinterland von Monfalcone und Triest, ist es eine Fremdsprache. Italienisch ist Amtssprache in folgenden Staaten:
- Italien (etwa 55 Mio. Muttersprachler)
- Schweiz (etwa 350.000 Muttersprachler)
- San Marino
- Vatikanstadt Außerhalb der Landesgrenzen wird die italienische Sprache beziehungsweise italienische Mundarten in folgenden Regionen gesprochen:
- Kanton Tessin
- Graubünden
- Korsika
- Istrien
- Dalmatien, insbesondere in Split, dem ehemaligen Spalato. Insbesondere alte Menschen sind hier noch häufig zweisprachig.
- Nizza (Anmerkung: Obwohl Nizza historisch viele Verbindungen zu Italien hat, gehört die dort gesprochene Sprache zum Okzitanischen. Gleichwohl leben in Nizza viele Italiener bzw. Italienischstämmige.)
- Fürstentum Monaco (Anmerkung: die Monegassen sprechen wie die Bewohner San Remos eine romanische Sprachvariante, die dem Provençalischen näher steht als dem "florentinischen" Italienisch.)
- in Somalia und Eritrea dient Italienisch neben dem Englischen als Handelssprache. Es existieren auch mehrere italienisch-sprachige Enklaven in Amerika, vor allem in den USA und Argentinien. Zudem flossen italienische Wörter in verschiedene Terminologien ein, z.B. in die Musikersprache oder die Bankensprache.

Geschichte

Wie alle romanischen Sprachen stammt das Italienische vom Lateinischen ab. Zu Beginn des Mittelalters, nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches, blieb in Europa das Lateinische die Amtssprache und die Sprache der Kirche. Das Lateinische behauptete sich überdies als Schriftsprache. Gesprochen wurde allerdings – auch, als das Römische Reich noch bestand – eine vom Schriftstandard abweichende Sprachform, die man auch als Vulgärlatein oder Sprechlatein bezeichnet. Hieraus entwickelte sich die protoromanische Volkssprache und schließlich die romanischen Einzelsprachen. So entstanden in Italien und seinen Nachbarländern neue Sprachen, z.B. die Oïl-Sprachen in Nordfrankreich, die Oc-Sprachen in Südfrankreich und die Sì-Sprachen in Italien, so benannt von Dante Alighieri nach der jeweiligen Bezeichnung für „ja“. Die ersten schriftlichen Zeugnisse des italienischen volgare stammen aus dem späten achten oder frühen neunten Jahrhundert. Das erste ist ein Rätsel, das in der Biblioteca Capitolare di Verona gefunden wurde und als Indovinello veronese bezeichnet wird: :Se pareba boves, alba pratalia araba, versorio teneba et negro semen seminaba. :[Sie] schob Rinder, bebaute weiße Felder, hielt einen weißen Pflug und säte schwarzen Samen. :(Gemeint ist die Hand; Rinder = Finger, weiße Felder = Seiten, weißer Pflug = Feder, schwarzer Samen = Tinte) Die Verbreitung des volgare wurde durch praktische Notwendigkeiten begünstigt. Dokumente, die Rechtsangelegenheiten zwischen Personen betrafen, die kein Latein beherrschten, mussten verständlich abgefasst werden. So ist eins der ältesten Sprachdokumente des Italienischen das Placito cassinese aus dem 9. Jahrhundert. Das Konzil von Tours empfahl 813, die Volkssprache statt des Lateinischen bei der Predigt zu verwenden. Ein weiterer Faktor war das Aufkommen der Städte um die Jahrtausendwende, denn die Stadtverwaltungen mussten ihre Beschlüsse in einer für alle Bürger verständlichen Form abfassen. Jahrhundertelang lebten sowohl die italienischen Volkssprachen als auch das Lateinische, das weiterhin von den Gebildeten benutzt wurde, nebeneinander fort. Erst im 12. Jahrhundert beginnt eine eigenständige italienische Literatur, zunächst in Sizilien am Hof Friedrichs II (Scuola siciliana). Schriftsteller prägten die weitere Entwicklung des Italienischen entscheidend, da sie erst einen überregionalen Standard schufen, um die Sprachdifferenzen zwischen den zahlreichen Dialekte zu überwinden. In erster Linie ist hier Dante Alighieri zu nennen, der eine leicht veränderte Form des florentinischen Dialekts in seinen Werken verwendete. Großen Einfluss auf die italienische Sprache im 14. Jahrhundert hatten weiterhin Francesco Petrarca und Giovanni Boccaccio, die man zusammen mit Dante als die tre corone der italienischen Literatur bezeichnet. Im 16. Jahrhundert wurde in der Questione della lingua über Form und Status der italienischen Sprache diskutiert, massgeblichen Einfluss hatten hier Niccolò Machiavelli, Baldassare Castiglione und Pietro Bembo. Es setzte sich schließlich eine historisierende Form der Sprache durch, die auf das Toskanische des 13./14. Jahrhunderts zurückgeht. Die wirkliche Vereinheitlichung, besonders der gesprochenen Sprache, erfolgte allerdings erst infolge der nationalen Einigung.

Dialekte und Sprachen

Die einzelnen Dialekte des Italienischen unterscheiden sich teilweise sehr stark voneinander, in einigen Fällen ist ihr Status als Dialekt oder eigenständige Sprache auch unter den Linguisten umstritten. Alle italienischen Dialekte und in Italien gesprochenen romanischen Sprachen gehen unmittelbar auf das (Vulgär-)Lateinische zurück. Insofern könnte man - etwas überspitzt - auch alle romanischen Idiome Italiens als "lateinische Dialekte" bezeichnen. Die italienischen Dialekte stellen also nicht etwa degenerierte Formen des Italienischen dar, sondern verfügen über eine eigene Sprachgeschichte. Man unterschiedet nord-, mittel- und süditalienische Dialekte. Die Dialektgrenzen liegen entlang einer Linie zwischen den Küstenstädten La Spezia und Rimini sowie Rom und Ancona. Einige italienische Dialekte wie das Sizilianische oder Venezianische können zudem auf eine eigene literarische Tradition verweisen (die sogenannte Scuola siciliana zur Zeit Friedrichs II), weshalb gelegentlich auch eine Einordnung dieser (und weiterer Dialekte) als eigenständige Sprache postuliert wird. Auch in Lautbildung und Wortschatz weist das Sizilianische so viele Eigentümlichkeiten auf, dass es eher eine dem Italienischen nah verwandte Sprache ist. Hingegen ist die Einordnung beispielsweise des Sardischen oder Ladinischen (Dolomiten, Friaul) als Einzelsprache in der Sprachwissenschaft mittlerweile anerkannt. Das Friaulische steht anders als seit Mussolini offiziell dargestellt dem Französischen näher als dem Italienischen.

Phonetik

Die italienische Rechtschreibung spiegelt den Lautstand ähnlich wie die spanische oder die rumänische einigermaßen genau wider. Das heutige Italienisch gebraucht 21 Buchstaben des lateinischen Alphabets. Die Buchstaben k, j, w, x, y kommen nur in Latinismen, Gräzismen oder Fremdwörtern vor. Das j findet sich in historischen Texten zuweilen für ein (heute nicht mehr geschriebenes) doppeltes i. Anders als im Spanischen kennt das Italienische keine durchgehende Kennzeichnung der betonten Silbe. Lediglich bei endbetonten Wörtern wird ein Gravis (`) (Beispiel: martedì, città, ciò, più), bei e je nach Aussprache ein Akut (´) oder Gravis (`) gesetzt. (Beispiel: perciò, perché). In sehr seltenen Fällen wird auch bei a und o der Akut gesetzt. Der Zirkumflex findet sich zuweilen in Texten um die Verschmelzung zweier i anzuzeigen, Bsp. i principi (die Fürsten, von principe) vs. i principî (die Prinzipien, aus principii, von principio). Zur Klarheit wird der Akzent hin und wieder zur Bedeutungsunterscheidung gebraucht, teilweise auch in Wörterbüchern oder auf Landkarten.

Die Buchstaben g, c und Buchstabenkombinationen mit sc

Folgende Buchstabenkombinationen der italienischen Rechtschreibung sind besonders zu beachten:
- Folgt auf den Buchstaben g ein e oder ein i, so wird dieses g wie dsch (IPA: []) ausgesprochen
- Folgt auf den Buchstaben c ein e oder ein i, so wird dieses c wie tsch (IPA: []) ausgesprochen
- Sollte auf das i direkt ein weiterer Vokal folgen, bleibt es stumm - es führt zu der oben beschriebenen Veränderung des g bzw. des c, wird aber selbst nicht gesprochen
- Das h bleibt immer stumm, dadurch kann z. B. die beschriebene Wirkung von e oder i aufgehoben werden: d. h. Spaghetti wird // ausgesprochen. Spagetti (ohne h) würde wie // ausgesprochen werden.
- g und c vor a, o, u werden wie [] bzw. [] ausgesprochen.
- Die angeführten Regeln gelten auch im Falle der Doppelkonsonanten (siehe dort) gg und cc: bocca //, baccello //, bacchetta //, leggo //, leggio //
- Ähnlich verhält es sich mit der Buchstabenkombination sc(h): scambio //, scopa //, scuola //, schema //, schivo //, aber: scienza //, sciagura //. [] entspricht der deutschen Buchstabenkombination sch.
- Die Buchstabenfolge gl entspricht einem mouillierten "l", einer engen Verschmelzung der Laute [] und [] (IPA: [] ), etwa wie in "brillant", "Folie".
- Die Buchstabenfolge gn entspricht einem mouillierten "n", einer engen Verschmelzung der Laute [] und [] (IPA: []), etwa wie in "Kognak".

Vokale

Konsonanten

Allophone in Klammern

Doppelkonsonanten

Doppelkonsonanten werden im Italienischen als langer Konsonant ausgesprochen: "mm" ist deutlich länger als "m", "rr" hat (im Bühnenitalienisch) vier Zungenanschläge gegenüber zwei bei "r". Bei den Verschlusslauten beginnt man die Aussprache des Konsonanten, verweilt kurz darauf und löst dann den Verschluss. Bei Kombinationen mit Zischlauten // und // verweilt man zunächst kurz auf dem Verschluss und löst den Verschluss zusammen mit dem zweiten Bestandteil, dem Zischlaut: //,//.

Grammatik

Siehe Italienische Grammatik.

Literatur

Italienisch ohne Mühe heute, Assimil, ISBN 2700501136

Weblinks


- [http://www.italienisch-online.ch italienisch-online.ch] Italienische Grammatik, Vokabeln und Übungen
- http://bilder.pauker.at/pauker/DE/IT/wb - Deutsch ↔ Italienisch: Wörterbücher (incl. online Vokabeltrainer)
- http://www.italdict.de/ -- kostenloses Online-Wörterbuch Deutsch-Italienisch (Open Source/Erweiterungen willkommen)
- http://pons.de/ -- kostenloses Online-Wörterbuch Deutsch-Italienisch und Italienisch-Deutsch (auch in anderen Sprachen!)
- http://infoportal-deutschland.aus-stade.de/Italienisch/italienisch-deutsch.htm -- kostenloses Online-Wörterbuch Deutsch-Italienisch und Italienisch-Deutsch
- [http://academic.brooklyn.cuny.edu/modlang/carasi/site/index.html Online-Kurs mit Soundausgabe]
- http://www.italienisch-online-lernen.de Grammatikaufgaben und Wortschatzübungen zur Italienischen Sprache
- http://www.vokabelheft.net Deutsch Italienisch Wörterbuch Kategorie:Romanische Sprache Kategorie:Italien Kategorie:Schweizer Sprache als:Italienische Sprache ja:イタリア語 ko:이탈리아어 simple:Italian

Bündnerromanisch

Romanisch (rät.rumantsch/romontsch/rumauntsch), auch Rätoromanisch genannt, gehört zur Gruppe der Romanischen Sprachen. Die von einigen Sprachwissenschaftern gelegentlich für Romanisch oder Rätoromanisch verwendete Bezeichnung Bündnerromanisch schafft mehr Probleme, als sie zu lösen vermag (z.B. mangelnde Unterscheidbarkeit von der künstlich geschaffenen Schriftsprache Rumantsch Grischun) und vermochte sich nicht durchzusetzen.

Verbreitung des Romanischen

Rumantsch Grischun Romanisch wird heute noch in einzelnen Gebieten des schweizerischen Kantons Graubünden gesprochen. Bei der Schweizer Volkszählung von 1990 gaben 66.356 Menschen an, Romanisch regelmäßig zu sprechen, davon 39.632 als Hauptsprache. Im Jahre 2000 gaben nur noch 35.100 Romanisch als Hauptsprache an. Wegen der früheren Abgeschiedenheit vieler Orte und Täler des Kantons Graubünden haben sich verschiedene Idiome des Romanischen entwickelt, die sich in fünf Gruppen unterteilen lassen:
- Surselvisch (Sursilvan) (verbreitet im Vorderrheintal und dessen Seitentälern sowie in Domat/Ems und Rhäzüns (Razén)
- Sutselvisch (Sutsilvan) (in Gebieten des Hinterrheins, nämlich in den Berggemeinden des Domleschgs und des Heinzenbergs sowie im Schams (Schons), und im Val Ferrera)
- Surmeirisch (Surmiran) (verbreitet im Albulatal, in der Gemeinde Vaz/Obervaz und im Oberhalbstein)
- Oberengadinisch (Puter) (im Oberengadin - und in Bergün, das geografisch nicht zum Engadin gehört)
- Unterengadinisch (Vallader) (verbreitet im Unterengadin und im Münstertal (Val Müstair)) Die Aufreihung entspricht der Verbreitung von West nach Ost. Puter und Vallader werden von den Romanen auch als Rumantsch Ladin zusammengefasst und besungen ("chara lingua da la mamma, tü sonor rumantsch ladin..."). Jedes dieser fünf Idiome hat eine eigene Schriftsprache entwickelt, die allerdings selbst einen Kompromiss zwischen den jeweils verschiedenen Ortsdialekten darstellt. Solche Ortsdialekte sind etwas im Surmeirischen das Suses (gesprochen im Oberhalbstein) und das Sutses (gesprochen u.a. im Ablulatal) sowie im Unterengadinischen das Jauer (gesprochen im Münstertal). Romanisch als Ganzes ist seit 1938 die vierte Nationalsprache der Schweiz, zunächst allerdings ohne Charakter einer Amtssprache. Durch die neue Bundesverfassung von 1999 erhielt die Sprache den Rang einer Landessprache. Dabei ist jede der fünf Schriftsprachen gleichberechtigt. Mehrere Versuche, eine einheitliche Schriftsprache für alle Bündnerromanen zu schaffen, schlugen lange Zeit fehl, weil der Grossteil der Romanen darin eine Gefahr für die Eigenständigkeit ihrer Idiome erblickt.

Rumantsch Grischun (Bündner Romanisch)

Der letzte Versuch, eine Art Hochsprache für alle Bündnerromanen zu schaffen, wurde durch die Lia Rumantscha, welche die Erhaltung des Romanischen zum Ziel hat, in den 1970er Jahren in Angriff genommen. Das Ergebnis trägt den Namen Rumantsch Grischun, auf Deutsch: Bündner Romanisch. Näheres zu dieser Kunst-Schriftsprache siehe unter Rumantsch Grischun. Allerdings wurde Rumantsch Grischun nicht nur freundlich aufgenommen. Viele Bündner, nicht nur Romanen, befürchten, dass eine Kunstsprache zum Totengräber des Romanischen werden könnte. Andere sind optimistischer und verweisen auf das Beispiel der Deutschen Schriftsprache welcher es auch nicht gelungen ist, die vielfältigen Deutschschweizer Dialekte wesentlich zu beeinflussen. Im August 2003 beschloss das Bündner Kantonsparlament, dass sämtliche Lehrmittel für die romanischsprachigen Primarschulen (Volksschulen), die bislang in den fünf traditionellen Idiomen herausgegeben worden waren, nach und nach nur noch in Rumantsch Grischun erscheinen sollen. Zudem wird ab jetzt im Münstertal Rumantsch Grischun als offizielle Schulsprache eingeführt - bis dato war Vallader die alltägliche Schriftsprache. In den letzten 10 Jahren hat das Rätoromanische eine leichte Aufwertung erhalten. Ein Meilenstein ist auch die Herausgabe des Microsoft Office in der rätoromanischen Sprache ab Herbst 2005.

Geschichte des Romanischen

Ursprünglich war das heutige Verbreitungsgebiet des Romanischen von Kelten und, vermutlich nur ganz im Osten Graubündens, von Rätern besiedelt. Was die Zuordnung der Räter und ihrer Sprache angeht, ist man sich unsicher. Man geht aber davon aus, dass die rätische Sprache nicht indogermanisch war. Gesichertere Aussagen lassen sich wegen der bruchstückhaften Überlieferung des Rätischen nicht machen. Eine nähere Verwandtschaft mit dem Etruskischen ist möglich, aber auch angezweifelt. Diese Völker wurden während des Alpenfeldzuges von 15 v. Chr. von den Römern unterworfen, welche die Lateinische Sprache (hauptsächlich in Form des von der einfachen Bevölkerung und vom Militär gesprochenen Populärlatein) in die unterworfenen Gebiete brachten. Wie schnell dann die Romanisierung erfolgte, ist unsicher. Auf alle Fälle muss der Prozess, wie auch in anderen abgelegenen Gebieten, Jahrhunderte gedauert haben. Am Ende des Altertums waren nach den jedoch nicht abschliessenden Erkenntnissen der Sprachforschung die ursprünglichen vorrömischen Sprachen scheinbar praktisch ausgestorben und es blieben nur wenige Lehnwörter im Romanischen erhalten. Diese beziehen sich vor allem auf für die Alpen typische Bezeichnungen aus den Gebieten von Flora und Fauna sowie Geländebezeichnungen (z. B. crap "Stein"). Ab dem 8./9. Jahrhundert geriet die Region unter germanischsprachigen Einfluss. Im weiteren Verlauf wurde zunehmend Deutsch zur Amtssprache, Romanisch wurde zu jener Zeit verächtlich als "Bauernsprache" angesehen. Die gelegentlich gehörte Bezeichnung Geröllhaldenlatein ist neueren Datums (mitte 20. Jahrhundert) und nicht verächtlich sondern freundschaftlich/neckisch gemeint. Die ersten bekannten romanischsprachigen Dokumente waren Übersetzungen lateinischer Predigten. Erst in der Zeit der Reformation entstanden eigentliche Schriftsprachen in den verschiedenen Idiomen. Der Hauptgrund dafür, dass sich keine einheitliche Schriftsprache für alle Idiome entwickelte und dass das Romanische gegenüber der deutschen Sprache zunehmend an Boden verlor, war das Fehlen eines romanischen geistig-politischen Zentrums. Die Stadt Chur, welche als einzige für eine solche Funktion in Frage gekommen wäre, geriet als Bischofssitz schon früh unter deutschen Einfluss und war ab dem 15. Jahrhundert nur noch deutschsprachig. Erst in jüngster Zeit, d.h. ab Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich, infolge der Auswanderung von Romanen in die Kapitale, hier wieder zunehmend so etwas wie ein Zentrum für die Romanische Sprache und Kultur bilden können, von dem wichtige Impulse in die romanischen Stammlande ausgehen. Diese Entwicklung geht einher mit der zunehmenden Ausprägung eines romanischen Sprachbewussteins, das vor dem 19. Jahrhundert noch weitgehend fehlte. Der Name Rätoromanisch hat sich erst ca. Mitte des 19. Jahrhunderts eingebürgert. Er geht auf den Namen der römischen Provinz Raetia zurück, die jedoch ein weit grösseres Gebiet umfasste, als den Lebensraum der unterworfenen Räter, welche, gemäss heutigem Forschungsstand, nur ganz im Osten des heutigen Graubündens, nämlich im Unterengadin und im Münstertal, lebten. Die Verbindung des Romanischen mit dem Rätischen dürfte also weitgehend ein Mythos sein. Jedoch ist anzunehmen, dass sich Sprache und Kultur der von den Römern unterworfenen Alpenbewohner, wer immer diese gewesen sein mochten, in irgendeiner, mit den Methoden der Sprachwissenschaft noch nicht erfassbaren, Form im Romanischen erhalten haben. So wenig wie 1500 Jahre Germanisierung das Romanische vollständig zum Verschwinden bringen konnten, so wenig waren gut 600 Jahre (im heutigen Graubünden keineswegs umfassender) römischer Unterwerfung in der Lage, Sprache und Kultur der vorrömischen, vermutlich keltischen, Bevölkerung, vollständig auszulöschen. Das Echo der vorrömischen Sprache und Kultur klingt noch heute im Romanischen weiter und bildet die Grundlage für das Selbstverständnis der Romanen. Dass die Sprache früher auf einem beträchtlich grösseren Gebiet gesprochen wurde, merkt man an den rätoromanischen Ortsnamen sowie vielen Lehnwörtern in den heute deutschsprachigen Gegenden in den Schweizer Kantonen Glarus und St. Gallen. Sie zeigen, dass noch bis ins Hochmittelalter und z. T. länger die Sprachgrenze im Westen im Gaster bzw. am Walensee (dem "Welschensee") und im Rheintal am Hirschensprung lag; in Österreich waren grosse Teile Vorarlbergs und das westliche Tirol romanisch. Ganz spät (nach dem 11. Jahrhundert) eingedeutscht wurden Gegenden, deren Ortsnamen nicht auf der ersten Silbe betont werden, z. B. Ragaz (heute: Bad Ragaz), Sargans, Vaduz (dieses zu latein. aquaeductus "Wasserleitung"), das Montafon, Tschagguns, Galtür.

Verfassungsmässige Verankerung des Romanischen

Auf Bundesebene ist Romanisch (alle fünf Idiome gleichberechtigt) Landessprache sowie, im Verkehr mit der romanischsprachigen Bevölkerung, Amtssprache. Romanen haben damit die Möglichkeit und das Recht, mit den Bundesbehörden in Sprach und Schrift auf Romanisch zu verkehren. Publikationen des Bundes werden jedoch nicht in den Idiomen, sondern ausschliesslich in Rumantsch Grischun verfasst. [http://www.admin.ch/ch/d/sr/101/a4.html] Auf Kantonsebene (Graubünden): Romanisch (alle fünf Idiome gleichberechtigt) ist Landes- und Amtssprache. Seit 1992 bedient sich der Kanton Graubünden im Schriftverkehr mit der Romanischen Bevölkerung sowie in Romanischen Verlautbarungen (Gesetzessammlung, Kantonsamtsblatt, etc.) ausschliesslich des Rumantsch Grischun. [http://www.admin.ch/ch/d/sr/101/a70.html] Auf Gemeindeebene (Gemeinden in Graubünden): Romanisch ist Landessprache. Jede Gemeinde regelt in ihrer Verfassung, ob Romanisch auch Amts- und/oder Schulsprache ist sowie, ggf., welches Idiom. Die Gemeinden haben auch die Möglichkeit, anstelle eines Idioms, Rumantsch Grischun als Amtssprache zu bezeichnen. [http://www.admin.ch/ch/d/sr/131_226/a3.html]

Zur Sprache

Romanisch kennt - wie fast alle romanischen Sprachen (das Rumänische hat ein Neutrum) - nur zwei Geschlechter: männlich und weiblich. Die romanischen Kinder, die in der Schule Deutsch lernen, merken sich die "Unzahl" der deutschen Artikel in der Regel mit dem nicht ganz korrekten, aber eingängigen Satz "das die der Teufel hol". Romanisch hört sich im ersten Moment vielleicht wie Italienisch oder ein italienischer Dialekt an. Bei genauerem Hinhören bzw. hinsehen fallen jedoch bereits Endungen wie "-ziun" oder Buchstabendkombinationen wie "tg" oder "aun"/"eaun" auf, die untypisch fürs Italienische sind. Als wohl markantestes Unterscheidungsmerkmal gilt jedoch die Pluralbildung mit -ls oder -s, die im Italienischen nicht existiert. Eine Besonderheit in der Aussprache aber auch in der Schreibweise stellen zwei Zischlaute dar, die es sonst weder im romanischen noch im germanischen Sprachraum gibt, dafür aber im Ungarischen und auch in den slawischen Sprachen anzutreffen sind. Der eine entspricht im Deutschen einer Kombination aus "d" und einem Wert zwischen "j" und Ich-Laut. Er entspricht in der Schriftsprache jenem "g" im Italienischen, was vor "e" oder "i" steht, also wie in "Genova" oder "Gennaio". Was man im Italienischen also als weiches "dsch" artikuliert, ist im Bündnerromanischen dann ein "dch" oder "dj". Der zweite Laut ist die entsprechende stimmlose Variante, also ein "t" gefolgt von einem Laut zwischen "j" und dem Ich-Laut. Bei diesem nun existieren zwei Schreibweisen. Für die Schriftsprachen Surselvisch, Sutselvisch und Surmeirisch ist es ein "tg" - wohl die auffälligste Buchstabenkombination des Rätoromanischen. Im Oberengadinischen und Unterengadinischen dagegen hat sich das "ch" für diesen Laut eingebürgert. Da aber einerseits der Zischlaut, der unserem deutschen "sch" entspricht, auch durch "sch" dargestellt wird, andererseits aber auch die Kombination aus "s" und "ch" sehr häufig auftritt, wird in Ober- und Unterengadinisch zur Unterscheidung beider Laute in der Schrift mitten im Wort ein Bindestrich gesetzt, was sehr gewöhnungsbedürftig aussieht. Ortsnamen wie "S-chanf" oder "Cinuos-chel" sind also ein Wort und als "Schtjanf" bzw. "Zinuoschtchel" zu artikulieren. Im Rumantsch Grischun musste hier nun ein Kompromiss geschaffen werden: am Wortanfang findet man für diesen Laut in der Regel ein "ch", innerhalb des Wortes und am Wortende dagegen ein "tg". Bei Ortsnamen allerdings findet aus Rücksicht auf die Historie keine Anpassung der Schreibung statt.

Sprachbeispiele

Surselvisch (Sursilvan)

L'uolp era puspei inagada fomentada. Cheu ha ella viu sin in pegn in tgaper che teneva in toc caschiel en siu bec. Quei gustass a mi, ha ella tertgau, ed ha clamau al tgaper: "Tgei bi che ti eis! Sche tiu cant ei aschi bials sco tia cumparsa, lu eis ti il pli bi utschi da tuts".

Sutselvisch (Sutsilvan)

La vualp eara puspe egn'eada fumantada. Qua â ella vieu sen egn pegn egn corv ca taneva egn toc caschiel ainten sieus pecel. Quegl gustass a mei, â ella tartgieu, ed â clamo agli corv: "Tge beal ca tei es! Scha tieus tgànt e aschi beal sco tia pareta, alura es tei igl ple beal utschi da tuts".

Surmeirisch (Surmiran)

La golp era puspe eneda famantada. Cò ò ella via sen en pegn en corv tgi tigniva en toc caschiel an sies pecal. Chegl am gustess, ò ella panso, ed ò clamo agl corv: "Tge bel tgi te ist! Schi ties cant è schi bel scu tia parentscha, alloura ist te igl pli bel utschel da tots".

Oberengadinisch (Puter)

La vuolp d'eira darcho üna vouta famanteda. Cò ho'la vis sün ün pin ün corv chi tgnaiva ün töch chaschöl in sieu pical. Que am gustess, ho'la penso, ed ho clamo al corv: "Che bel cha tü est! Scha tieu chaunt es uschè bel scu tia apparentscha, alura est tü il pü bel utschè da tuots".

Unterengadinisch (Vallader)

La vuolp d'eira darcheu üna jada fomantada. Qua ha'la vis sün ün pin ün corv chi tgnaiva ün toc chaschöl in seis pical. Quai am gustess, ha'la pensà, ed ha clomà al corv: "Che bel cha tü est! Scha teis chant es uschè bel sco tia apparentscha, lura est tü il plü bel utschè da tuots".

Rumantsch Grischun

La vulp era puspè ina giada fomentada. Qua ha ella vis sin in pign in corv che tegneva in toc chaschiel en ses pichel. Quai ma gustass, ha ella pensà, ed ha clamà al corv: "Tge bel che ti es! Sche tes chant è uschè bel sco tia parita, lura es ti il pli bel utschè da tuts"..

Enge Verwandtschaft des Romanischen mit dem Ladinischen?

Nach Meinung einzelner Forscher besteht eine enge Verwandtschaft zwischen dem Romanischen und dem Ladinischen sowie dem Friaulischen. Diese drei Sprachen werden denn auch gelegentlich als Rätoromanisch (im weiteren Sinne) oder Alpenromanisch zusammengefasst. Diese Untergruppe innerhalb der Romanischen Sprachen, die in engem Zusammenhang mit der sogenannten Questione Ladina steht, war und ist jedoch sehr umstritten. Eine enge Verwandtschaft der drei Sprachen konnte die bisherige Sprachforschung nicht erhärten.

Weblinks


- http://www.mypledari.ch/ Übersetzungsdatenbank vom englischen ins romanische
- http://www.ekud.gr.ch/rumantsch-grischun/pdf/office-rumantsch-de.pdf Pressemitteilung MS Office auf Rätoromanisch Kategorie:Romanische Sprache Kategorie:Schweizer Sprache Kategorie:Graubünden (Kanton) ja:ロマンシュ語

Englische Sprache

Die englische Sprache (Englisch) ist eine germanische Sprache. Sie gehört, wie auch das Deutsche und das Niederländische, dem westlichen Zweig der germanischen Sprachen an. In einem eigenen Artikel gibt es mehr zur Geschichte der englischen Sprache. Englisch ist heute die am weitesten verbreitete Sprache der Welt, während es sich bei Mandarin-Chinesisch um die meistgesprochene Sprache handelt. Die englische Sprache wird in sehr vielen Ländern als erste Fremdsprache in den Schulen gelehrt (siehe Englisch (Schule)) und ist offizielle Sprache der meisten internationalen Organisationen. Viele dieser Organisationen haben daneben noch andere offizielle Sprachen. Englisch gilt als Weltsprache. Heute wird Englisch weltweit von etwa 340 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, das heißt, etwa 340 Millionen Menschen sind anglophon. Zählt man die Zweitsprachler hinzu, kommt man auf etwa 510 Millionen Sprecher.

Verbreitung

Amtssprache

Englisch ist Amtssprache in den folgenden Staaten, wobei die Zahlen die ungefähre Zahl der Muttersprachler angeben, soweit bekannt: Englisch ist zudem Amtssprache bei der Europäischen Union, bei der Afrikanischen Union, der Organisation Amerikanischer Staaten und bei den Vereinten Nationen.

Sonstige Verwendung

Die englische Sprache dient zudem als Verkehrssprache in folgenden Ländern und Regionen:
- Gibraltar
- Hongkong
- Israel
- Malaysia
- St. Martin
- Somalia
- Zypern

Sprachwissenschaftliche Einordnung

Das Englische gehört zu den indogermanischen Sprachen, die ursprünglich sehr stark flektierende Merkmale aufwiesen. Alle indogermanischen Sprachen weisen diese Charakteristik bis heute mehr oder minder auf. Es besteht jedoch in allen diesen Sprachen eine Tendenz weg von flektierenden und hin zu isolierenden Formen. Im Englischen ist diese Tendenz besonders ausgeprägt gewesen, so dass es sich im Laufe seiner Entwicklung im Wesen stark gewandelt hat. Heute trägt die englische Sprache überwiegend isolierende Züge und ähnelt strukturell teilweise stärker isolierenden Sprachen wie dem Chinesischen als den genetisch eng verwandten Sprachen wie dem Deutschen. Zudem hat sich die Sprache heute durch die weite Verbreitung in viele Dialekte aufgeteilt. Viele europäische Sprachen bilden auch völlig neue Begriffe auf Basis der englischen Sprache (Anglizismen). Auch in einigen Fachsprachen werden die Termini von Anglizismen geprägt, z.B. in den Bereichen Informatik und Wirtschaft. Der Language Code ist en beziehungsweise eng (nach ISO 639); der Code für Altenglisch (etwa 450 bis 1100) ist ang und der Code für Mittelenglisch (etwa 1100 bis 1500) ist enm.

Sprachvarianten der englischen Sprache

Durch die weltweite Verbreitung der englischen Sprache hat diese in verschiedenen Gegenden zahlreiche Varianten entwickelt. Nach der bekanntesten und fremdartigsten Variante des Englischen spricht man oft auch von einer Pidginisierung, wenn eine Sprache sich durch ihre weite Verbreitung in mehrere Sprachen aufzuteilen beginnt, die untereinander kaum noch kompatibel sind. Folgende Sprachvarianten werden unterschieden:
- Siehe auch: Internationale Klassifizierungen (Englische Sprache) Eine Reihe von Pidginsprachen und Kreolsprachen haben sich auf englischem Substrat entwickelt. Das Eindringen von Anglizismen in andere Sprachen wird manchmal mit abwertenden Namen wie "Denglisch" (Deutsch und Englisch) oder "Franglais" (Französisch und Englisch) versehen. Dabei handelt es sich nicht um Varianten des Englischen, sondern um Erscheinungen in anderen Sprachen.
- Siehe auch: Englische Sprache in anderen Sprachen Der scherzhafte Begriff "Engrish" bezeichnet ebenfalls keine Variante der englischen Sprache, sondern bezieht sich auf das unbeholfene Englisch, das gelegentlich in asiatischen Ländern anzutreffen ist, hier insbesondere bei Japanern, die den Lateral "l", der im Japanischen nicht vorkommt, durch "r" ersetzen.

Ähnliche/Verwandte Wörter

Deutsch und Niederländisch

Überraschend sind die sehr zahlreichen englischen Wörter, bei denen die Verwandtschaft mit dem Deutschen und dem Niederländischen durch Bedeutungsverschiebung oder -verengung oft nicht ins Auge fällt.

Dänisch

Französisch

Textsammlungen

Beim Project Gutenberg stehen zahlreiche Texte frei zur Verfügung.

Siehe auch


- Englische Grammatik
- Ghoti
- Liste englischer Redensarten
- Englische Phonetik
- Englische Sprache in der Werbung
- Liste von Sprachen nach der Zahl ihrer Muttersprachler
- Chronologie englischsprachiger Medien

Literatur


- Wolfgang Viereck, Heinrich Ramisch, Karin Viereck: dtv Atlas Englische Sprache. dtv, 2002. ISBN 3423032391
- J. C. Wells: Accents of English. Volume I: An Introduction. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521297192
- J. C. Wells: Accents of English. Volume II: The British Isles. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521285402
- J. C. Wells: Accents of English. Volume III: Beyond the British Isles. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521285410
- Michael McCarthy, Felicity O'Dell: English Vocabulary in Use. upper-intermediate and advanced. Cambridge University Press, 1994
- Raymond Murphy: English Grammar in Use. Cambridge University Press, 1985
- Robert Phillipson: Linguistic Imperialism. Oxford University Press, 2000. ISBN 0194371468

Weblinks


- http://dict.leo.org/ – umfangreiches und ständig erweitertes Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Online-Wörterbuch
- http://www.odge.de/ - Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Wörterbuch mit über 420.000 Übersetzungen (auch ungewöhnliches)
- http://www.dict.cc/ – Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Wörterbuch mit mittlerweile über 400.000 Übersetzungen
- http://www.dict.org/ – greift auf mehrere Wörterbücher zu, die das dict-Protokoll benutzen
- http://www.EnglishTensesWithCartoons.com Englishe Zeiten
- http://www.phon.ucl.ac.uk/home/estuary/index.html - Estuary English
- http://www.wordorigins.org/ – Die Herkunft einiger hundert englischer Wörter
- http://www.etymonline.com/ – Online Etymology Dictionary, Erklärungen zur Herkunft einiger tausend englischer Wörter
- http://www.englisch-hilfen.de/ – kostenlose Nachhilfe mit Erklärungen und Übungen
- http://www.ego4u.de/ – Englische Grammatik Online
- http://www.sprachschule-lbt.de/index.php?sprachschulen=englischkurse-5-spaltensystem&englisch-lernen=lernhilfen – kostenloses Grammatiksystem der englischen Sprache zum Selbstlernen
- http://www.quickdic.de/ – Wörterbuch zum Herunterladen
- http://www.phrasen.com/ – Wörterbuch der englischen Redewendungen
- http://www.urbandictionary.com - Slang Dictionary
- http://www.woerterbuch.info/ – Deutsch-Englisch Wörterbuch mit 600.000 Übersetzungen und 125.000 Synonymen
- http://www.alt-usage-english.org/audio_archive.shtml - Sprachfiles für Indisch-, Britisch-, Austrailienenglish und noch vieles mehr Kategorie:Einzelsprache Kategorie:Englische Sprache Kategorie:Anglistik als:Englische Sprache ja:英語 ko:영어 ms:Bahasa Inggeris simple:English language th:ภาษาอังกฤษ zh-min-nan:Eng-gí

St. Gallen (Kanton)

Der Kanton Sankt Gallen ist ein Kanton im Nordosten der Schweiz.

Geographie

Der Ostschweizer Kanton grenzt an Graubünden (S), Glarus (SW), Schwyz (SW), Zürich (W), Thurgau (N), den Bodensee (N) und im Osten an Vorarlberg (Österreich) und Liechtenstein. Ausserdem umschliesst er die Halbkantone Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden Appenzell Ausserrhoden Der Kanton gliedert sich verwaltungsmässig in 89 Gemeinden, Amtssprache ist Deutsch. Der Fläche nach belegt der Kanton Platz 6, der Einwohnerzahl nach Platz 5 unter den insgesamt 26 Schweizer Kantonen. Der höchste Berg des Kantons ist der Ringelspitz mit 3247 m über Meereshöhe, bekannter dürfte jedoch der der Säntis (2502 m.ü.M) sein. Die grössten St. Galler Seen sind der Bodensee, der Zürichsee und der Walensee, die alle allerdings nicht ausschliesslich auf St. Galler Gebiet liegen. Der grösste See ausschliesslich auf St. Galler Gebiet ist daher der Stausee Gigerwaldsee. Bekannte Flüsse sind der Rhein, die Thur sowie die Sitter.

Bevölkerung

St. Gallen hatte auf den 1. Januar 2004 457'289 Einwohner. Auf den 1. Januar 2005 beträgt die Bevölkerung laut der eidgenössischen Statistik geschätzt auf 459'000 Einwohner. In den letzten zehn Jahren hat die Kantonsbevölkerung um 4.9 % zugenommen. Die Bevölkerung hat in dieser Zeitperiode vor allem in den Wahlkreisen See-Gaster (8.6%), Werdenberg (8.1%) und Rheintal (7.5%) zugenommen, während sie in den Wahlkreisen Toggenburg (0.0%) und St. Gallen (1.6%) fast gleich blieb. Von der Gesamtbevölkerung sind 27% unter 20-jährig, 59% 21- bis 65-jährig, 13% 66- bis 90-jährig und 0.4% über 90-jährig.

Bürger

80% der St. Galler Bevölkerung sind Schweizer Bürger. Der Ausländeranteil beträgt somit 20%. Diese stammen aus folgenden Nationen (Stand 2000):
- Europa: ehemaliges Jugoslawien: 8.6%; Italien: 3.4%; Deutschland: 1.8%; Türkei: 1.4%; Österreich: 1.1%; Spanien: 0.7%; übrige europäische Länder: 1.5%. Europa insgesamt (ohne Schweizer): 18.5%
- Übersee: Asien: 1.0%; Afrika: 0.3%; Amerika: 0.2%; Australien und Ozeanien: 0.015% 19.6% sind im Ausland geboren.

Sprachen

Amtssprache ist Deutsch. Umgangssprache ist Schweizerdeutsch. Auf Grund der heterogenen Zusammenstellung des Kantons durch die Meditationsakte 1803 existieren im Kanton St. Gallen verschiedene Dialekte, so unter anderem der Rheintaler, der St. Galler, der Toggenburger oder der Sarganserländer Dialekt. Der Rheintaler Dialekt ist verwandt mit dem Liechtensteiner und dem Vorarlberger Dialekt. Bis nach dem Mittelalter wurde in den südlichen Gegenden des Kanton St. Gallen rätoromanisch gesprochen. Aus diesem Grunde sind viele geografische Bezeichnungen (Ortschaften, Weiler, Berge) in dieser Gegend romanischer Herkunft. Die dortigen schweizerdeutschen Dialekte haben heute noch einen romanischen Akzent. Bei der Volkszählung 2000 gaben 88% der St. Galler an, dass deren Hauptsprache Deutsch ist. Weitere Sprachen: 2.8% slawische Sprachen, 2.3% Italienisch. Andere Sprachen sind weit untervertreten.

Religionen - Konfessionen

Da der Kanton St. Gallen erst 1803 aus verschiedenen Territorien geschaffen worden ist, ist er konfessionell sehr heterogen. Rein katholisch sind das nördliche Fürstenland (einst Besitz des St. Galler Fürstabts), doch mit Ausnahme der traditionell reformierten Stadt St. Gallen (einst freie Reichsstadt) sowie die südlichen Teile des Kantons (einst Untertanengebiete der Innerschweiz), u.a. das Sarganserland. Das im Westen gelegene Toggenburg ist gemischt, doch überwiegend reformiert, das im Osten gelegene Rheintal ist ebenfalls gemischt, doch vorwiegend katholisch (ausgenommen insbesondere das reformierte ehemalige zürcherische und glarnerische Untertanengebiet von Sax und Werdenberg). 52% sind römisch-katholisch, 26% sind evangelisch-reformiert, 6% ohne Konfession, 6% islamisch. Weitere 10% gehören anderen Konfessionen an.

Verfassung und Politik

Die gegenwärtige Kantonsverfassung datiert vom Jahre 2001.

Legislative

Gesetzgebendes Organ ist der Kantonsrat, der 180 Mitglieder zählt und vom Volk auf eine feste Amtszeit von vier Jahren gewählt wird. Über Volksabstimmungen (obligatorisches Referendum bei Verfassungsänderungen, fakultatives Referendum bei Gesetzesänderungen, dazu Volksinitiative) hat auch das Volk direkten Anteil an der Gesetzgebung. Die Abstimmung über ein Gesetz können 4'000 Stimmberechtigte verlangen, um ein Gesetz vorzuschlagen bedarf es der Unterstützung durch 6'000 Stimmberechtigte, und um eine Verfassungsänderung zu beantragen, sind 8'000 Stimmberechtigte vonnöten. Eine allgemeine rechtsetzende Tätigkeit schliesslich können 4'000 Stimmberechtigte verlangen (Einheitsinitiative). Sitzverteilung im Kantonsrat nach den Wahlen von 2004 (in Klammern 2000 und 1996):
CVP 55 (62 - 66), SVP 45 (42 - 14), SP 35 (27 - 34), FDP 32 (40 - 44), GP/Unabhängige 10 (6 - 10), EVP/EDU 2 (2 - 2), AP/FPS 0 (0 - 10), Sonstige 1 (1 - 0).

Exekutive

Die Regierung hat sieben gleichberechtigte Mitglieder (Regierungsräte), die vom Volk auf eine feste Amtszeit von vier Jahren gewählt werden. Die 2004/05 amtierenden Regierungräte und ihre jeweiligen Departemente sind:
- Bau, Willi Haag (FDP)
- Inneres, Kathrin Hilber (SP)
- Erziehung, Hans Ulrich Stöckling (FDP)
- Volkswirtschaft, Josef Keller (CVP)
- Finanzen, Peter Schönenberger (CVP)
- Gesundheit, Heidi Hanselmann (SP)
- Justiz und Polizei, Karin Keller-Sutter (FDP) Der Regierungspräsident für 2005/2006 ist Willi Haag. Leiter der Staatskanzlei ist Staatssekretär Martin Gehrer (CVP).

Judikative

Gerichte auf kantonaler Ebene sind das Kantonsgericht, das Kassationsgericht, das Handelsgericht, das Verwaltungsgericht und das Versicherungsgericht; auf regionaler Ebene bestehen Kreis- und Arbeitsgerichte; auf kommunaler Ebene die Vermittler.

Gemeinden

Als dezentrale Einheiten kennt der Kanton St. Gallen als Normalfall die politischen Gemeinden. Siehe: Gemeinden des Kantons St. Gallen Spezialgemeinden sind die Orts- und die Schulgemeinden, die es nicht im ganzen Kanton gibt, ferner die evangelisch-reformierten und römisch-katholischen Kirchgemeinden. Die Aufgaben der früheren Bezirke (siehe unten) wurden in den letzten Jahren zunehmend auf andere Körperschaften übertragen; als Institutionen wurden die Bezirke schliesslich mit der neuen Kantonsverfassung abgeschafft.

Vertretung auf nationaler Ebene

Sankt Gallen entsendet - wie jeder Vollkanton - zwei Abgeordnete in den Ständerat und aufgrund seiner Einwohnerzahl 12 Vertreter in den Nationalrat.

Wirtschaft

Am Schweizerischen Volkseinkommen hat Sankt Gallen einen Anteil von 5,3%, seine Finanzkraft liegt damit bei etwa 80% des schweizerischen Durchschnitts. Die Steuerkraft liegt bei 1635 CHF pro Einwohner (2002). Innerhalb des Kantons ist die Steuerkraft unterschiedlich. So weist Mörschwil eine Steuerkraft von 2798 CHF auf, während diese in Stein SG bei 784 CHF liegt. Der Kanton St. Gallen bietet 237'000 Arbeitsplätze (inkl. Teilzeit) an, das heisst pro 100 Einwohner im Schnitt 52 Arbeitsplätze.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte des Kantons St. Gallen Geschichte des Kantons St. Gallen Der Kanton St. Gallen wurde 1803 auf Antrag des helvetischen Abgeordneten Karl Müller-Friedberg von Napoleon geschaffen. Das Gebiet des Kantons entstand aus der Verschmelzung der übrig gebliebenen Stücke der helvetischen Kantone Linth und Säntis abzüglich der wiederhergestellten Kantone Glarus und Appenzell. Diese "Konkursmasse" bestand aus den folgenden Gebieten (der Grösse nach):
- Sog. "Alte Landschaft" St. Gallen, bis 1798 Kerngebiet der ehemaligen Fürstabtei St. Gallen
- Grafschaft Toggenburg, bis 1798 von den Fürstäbten von St. Gallen regiert
- Grafschaft Sargans, bis 1798 Gemeine Herrschaft der Eidgenossenschaft
- Vogtei Windegg mit Amt Gams, bis 1798 Gemeine Herrschaft der Eidgenossenschaft
- Vogtei Rheintal, bis 1798 Gemeine Herrschaft der Eidgenossenschaft
- Grafschaft Uznach, bis 1798 Gemeine Herrschaft der Eidgenossenschaft
- Grafschaft Werdenberg, bis 1798 ein Untertanengebiet des Kantons Glarus
- Herrschaft Sax, bis 1798 Untertanengebiet des Kantons Zürich
- Rapperswil, bis 1798 Gemeine Herrschaft der Eidgenossenschaft Der neu gebildete Kanton St. Gallen trat gemeinsam mit den anderen neuen Kantonen Thurgau, Waadt, Aargau, Graubünden und Tessin als gleichberechtigtes Bundesglied der Schweizerischen Eidgenossenschaft bei. Die kurzzeitig auf dem st. gallischen Territorium gebildeten helvetischen Kantone Linth und Säntis wurden aufgelöst. Der junge Kanton gab sich 1803 und 1814 die ersten Kantonsverfassungen und konnte sich in der nachnapoleonischen Zeit gegenüber territorialen Ansprüchen des ehem. Fürstabts von St. Gallen, Pankraz Forster, einerseits und gegenüber separatistischen Kantonsteilen andererseits behaupten. In der Verfassung von 1814 wurden aufgrund der konfessionellen Heterogenität des Kantons Angelegenheiten wie Kirchen-, Ehe- und Schulsachen nicht dem Staat, sondern den beiden (katholischen und reformierten) sogenannten "Kantonsteilen" überantwortet, so dass neben dem allgemeinen gesetzgebenden Grossen Rat (heute Kantonsrat) auch ein katholischer und ein reformierter Grosser Rat eingeführt wurde (konfessioneller Dualismus). 1831 wurde eine repräsentativ-demokratische Verfassung eingeführt, die mit dem "Volksveto" bereits erste direkt-demokratische Züge aufwies und das bisherige oligarchische Regime ablöste. 1861 übernahm der Staat nach heftigen Streitigkeiten das bisher kirchliche Schulwesen. Die starke Konfessionalisierung des Kantons prägte St. Gallen aber noch weit bis ins 20. Jahrhundert hinein. 1875 wurde das "Volksveto" durch das fakultative Referendum (Einspracherecht des Volkes gegen Gesetze) ersetzt. In der neuen Verfassung von <