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Arabische Dialekte

Arabische Dialekte

Aus dem Alt-Arabischen hat sich eine Vielzahl von Dialekten entwickelt. Für alle diese Dialekte außer dem Maltesischen gilt Hoch-Arabisch weiterhin als Schrift- und Dachsprache, so dass bei Beherrschung dieser in der Regel eine Verständigung zwischen Sprechern dieser Sprachen ohne Nutzung einer Drittsprache möglich ist. Bestimmte Entwicklungen sind allen oder fast allen arabischen Dialekten gemein:
- Der Verlust der meisten kurzen Endvokale und damit verbunden
  - der Verlust des Kasussystems, teilweise in Resten und in festen Wendungen erhalten und
  - der Verlust der drei alten Modi.
- Der Zusammenfall von der Spiranten "th" und "dh" mit den Verschlusslauten "t" und "d" in Buchwörtern machmal auch "s" und "z" sowie des "emphatischen" Spiranten entweder zum emphatischen Spiranten "d" oder "s". Viele Dialekte weisen folgende Merkmale auf:
- Entstehung der neuen Langvokale "e" und "o" meist aus "ai" und "au".
- Neuverteilung oder gar Zusammenfall von kurzem "i" und "u".
- Erweiterung des Lautinventars um "g", entweder aus "q" oder aus "dsch".
- Vielfach Wegfall von Hamza.
- Ersetzung von "q" durch "g" oder Hamza; "q" bleibt im Lautinventar in Buchwörtern fast immer erhalten, z.B. Qanun = "Gesetz", Qur'an = Koran. Maltesisch ist die Sprache Maltas, Schrift- und Umgangssprache, Malteser können sich kaum mit Sprechern anderer arabischer Sprachen unterhalten, am ehesten noch mit den Sprechern der tunesischen und algerischen Dialekte. Die Sprachen werden gewöhnlich wie folgt unterteilt:
- Maghrebinisches Arabisch
  - Marokkanisch-Arabisch
  - Algerisch-Arabisch
  - Hassaniye (Mauretanien, Westsahara)
  - Tunesisch-Arabisch
  - (Maltesische Sprache)
- Ägyptisch-Arabisch
- Sudanesisch-Arabisch
- Syrisch-Palästinensisch-Arabisch
- Halbinsel-Arabisch
  - Hidschas-Nadschdi-Arabisch
  - Jemenitisch-Arabisch
  - Golfarabisch
- Irakisch-Arabisch
- Beduinen-Arabisch
  - Libyen-Arabisch
- Christlich-Arabisch

Weblink:


- [http://www.semarch.uni-hd.de/index.php4 Tondokumente arabischer Dialekte] Kategorie:Arabische Sprache

Arabische Sprache

Die arabische Sprache (auf Arabisch: اللغة العربية) gehört zum südlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Der Language Code ist ar bzw. ara (nach ISO 639).

Allgemeines

Die einzelnen arabischen Dialekte in den verschiedenen Ländern unterscheiden sich teilweise sehr stark voneinander und sind, wenn sie weit auseinander liegen (z. B. Marokko - Irak), auf basilektaler Ebene oft gegenseitig nicht oder nur schwer verständlich, in etwa vergleichbar mit den verschiedenen deutschen Mundarten. Algerische Filme, die natürlich im dortigen Dialekt gedreht worden sind, werden zum Teil hocharabisch untertitelt, wenn sie in den Golfstaaten ausgestrahlt werden. Die arabische Sprache in einem erweiterten Sinne umfasst eine Vielzahl von verschiedenen Sprachformen, die in den letzten anderthalb Jahrtausenden gesprochen wurden und werden. Was all diese Sprachformen zu einer Sprache zusammenbindet, ist vor allem der Islam und speziell der Koran. Das Beispiel des Maltesischen zeigt sehr deutlich die große Rolle des Islam, was die Einheit des Arabischen angeht. Das Maltesische ist eine den maghrebinischen Dialekten der arabischen Sprache nah verwandte Sprache, die aber weitestgehend zu einer modernen, eigenständigen Standardsprache ausgebaut worden ist. Aus dem Alt-Arabischen, das dem klassischen Hocharabisch sehr nahe stand, hat sich eine Vielzahl von Dialekten entwickelt, die neuarabischen Dialekte; für alle Sprecher dieser Sprache außer dem Maltesischen ist das unverändert geschriebene Hocharabisch weiterhin Schriftsprache und Dachsprache. Ob Hocharabisch als moderne Standardsprache zu betrachten ist, ist umstritten (siehe auch Halsbandsittich in vielen Sprachen). Die panarabischen Satellitensender könnten es dazu werden lassen. Es fehlt oft noch an einem einheitlichen Wortschatz für viele Dinge der modernen Welt, sowie am Fachwortschatz für viele Bereiche der modernen Wissenschaften. Darüber hinaus ist Hocharabisch innerhalb der einzelnen arabischen Ländern relativ selten ein Mittel zur mündlichen Kommunikation.

Das Arabische im Semitischen

Das klassische Hocharabisch unterscheidet sich nicht wesentlich von der alt-arabischen Sprache. Versucht man durch Vergleich aller semitischen Sprachen die Wurzel eines Wortes zu ermitteln, findet man oft, dass sie genau der klassisch-arabischen Form gleicht. Dadurch kommt dem klassischen Hocharabisch eine zentrale Stellung innerhalb der semitischen Sprachen zu. Lange betrachteten viele Semitisten das klassische Arabisch als die ursprünglichste semitische Sprache überhaupt. Erst langsam stellt sich durch den Vergleich mit anderen afro-asiatischen Sprachen heraus, dass vieles doch nicht so ursprünglich ist, wie man dachte. Klassisches Hocharabisch stellt wohl eine neuere Schicht semitischer Sprachen dar, die viele Möglichkeiten, die in der Grammatik der semitischen Sprachen angelegt sind, konsequent ausgebaut hat. Es hat einen sehr reichen semitischen Wortschatz bewahrt und sogar noch weiter ausgebaut. Die heutigen Dialekte haben viele Veränderungen durchgemacht, wie sie andere semitische Sprachen schon sehr viel früher (2000-3000 Jahre) durchgemacht haben. So fällt beispielsweise auf, dass Alt-Hebräisch und moderne arabische Dialekte, was Lautgestalt und Grammatik angeht, viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Es gibt Spekulationen, dass die Aufgabe der nomadischen Lebensweise und die Überlagerung anderer Sprachen immer wieder ähnliche sprachliche Entwicklungen hervorgerufen haben.

Verbreitung

Varianten des Arabischen werden von ca. 200 bis 300 Millionen Menschen gesprochen. Es ist (nicht immer alleinige) Amtssprache in folgenden Ländern: Ägypten, Algerien, Bahrain, Dschibuti, Eritrea, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Komoren, Katar, Kuwait, Libanon, Libyen, Marokko, Mauretanien, Oman, Palästinensische Autonomiegebiete, Saudi-Arabien, Somalia, Sudan, Syrien, Tschad, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate. Darüberhinaus ist es eine der sechs offiziellen Sprachen der Vereinten Nationen. In aller neuester Zeit gewinnt das gesprochene Hocharabische wieder an Raum, Schrittmacher ist dabei u.a. der Fernsehsender Aljazeera in Katar. Dort gibt es sehr lebendige Diskussionen von Sprechern aus allen Ecken der Arabischen Welt, die sich bemühen eine dem Hocharabischen nahe kommende Sprache zu gebrauchen. Durch die dominierende ägyptische Film- und Fernsehproduktion (u.a. bedingt durch die Bevölkerungszahl) gilt der gesprochene Kairoer Dialekt des Arabischen in der arabischen Welt als allgemein verständlich, sozusagen "gemeinsprachlich". Gewöhnliche Filme auf hocharabisch zu drehen ist nicht üblich, da diese Sprache eher ernsten Themen wie den Fernseh- und Rundfunknachrichten, religiösen Sendungen und Gottesdiensten vorbehalten ist.

Geschichte

Schon in vorislamischer Zeit existierte auf der arabischen Halbinsel eine reichhaltige Dichtersprache, die nur mündlich weitergegeben wurde. Auf dieser Dichtersprache fußt zum Teil das Arabische des Korans, das aber wohl schon modernere Züge aufwies, wie man am Konsonantentext sehen kann. Wohl erst nachträglich hat man durch Zusatzzeichen das Koran-Arabisch für neue nicht arabische Muslime einfacher gemacht. In frühislamischer Zeit wurden viele Gedichte dieser Sprache schriftlich festgehalten. Bis heute ist das Memorieren (Auswendiglernen) von Texten ein wichtiger Bestandteil der islamischen Kultur. So gibt es bis heute viele sehr geachtete Menschen, die den gesamten Koran auswendig vortragen können (Hafiz oder Hafidh). Das klassische Hocharabisch ist insbesondere die Sprache des Korans, das sich aus dem Zentrum der arabischen Halbinsel, dem Hedschas, im Zuge der islamischen Eroberungen über den ganzen Vorderen Orient verbreitete. Der Kalif Abd al-Malik erhob in den 90er Jahren des 7. Jahrhunderts diese Form des Arabisch zur offiziellen Verwaltungssprache des islamischen Reiches. Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich die Sprache dann immer mehr, was jedoch zum Teil an der Schrift nicht zu erkennen ist, da die kurzen Vokale außer im Koran nicht geschrieben wurden und man sich bemühte die alten Regeln bei der Schreibung beizubehalten. Das klassische Hocharabisch wird als Muttersprache heute von niemandem mehr gesprochen. Es wird allerdings auch heute noch, nur im Wortschatz verändert, als geschriebene Hochsprache benutzt, in der fast alle Bücher und Zeitungen erscheinen (außer in Tunesien, Marokko und in etwas geringerem Maße in Algerien, wo sich das Arabische diese Rolle mit dem Französischen teilen muss). Im wissenschaftlich-technischen Bereich wird in den anderen arabischen Ländern aus Mangel an einem spezifischen Fachwortschatz oft Englisch gebraucht. Bei offiziellen Anlässen wird diese normalerweise nur geschriebene Sprache auch mündlich gebraucht, ebenso teilweise in Fernsehen und Rundfunk. Diese Sprache wird oft auch als modernes Hocharabisch bezeichnet. Es unterscheidet sich vom klassischen Hocharabischen vor allem im Wortschatz und je nach Bildungsgrad des Sprechers teilweise auch in Grammatik und oft in der Aussprache. Siehe auch: Geschichte der arabischen Literatur

Phonologie

Das Hocharabische Lautsystem ist wenig ausgeglichen. Es gibt nur drei mit den Lippen gebildete Laute (M م, B ب, F ف), P und das deutsche W fehlen. Der Laut و, den man mit W in der Umschrift wiedergibt, ist ein Halbvokal, der einem englischen W [] entspricht. Dagegen gibt es sehr viele an den Zähnen gebildete Laute: L ل, N ن, D د, T ت, stimmloses und stimmhaftes (wie im Englischen ausgesprochene) "TH" (TH ث, DH ذ), stimmloses und stimmhaftes S (س und ز) und SCH ش. Hinzu kommen die dem Arabischen eigenen emphatischen Laute, d. h. stimmhaftes und stimmloses S (ص und ظ) sowie T ط und D ض, die "dumpf" ausgesprochen werden. Neben dem Zungen-R ر gibt es ein streng davon unterschiedenes Zäpfchen-R غ, normalerweise GH umschrieben. An Gaumenlauten gibt es DSCH ج, K ك, CH خ und den Halbvokal J ي, das G fehlt. Des Weiteren gibt es ein tief in der Kehle gesprochenes K, das mit Q ق umschreiben wird, sowie das mit dem Kehlkopf ausgesprochene Hamza und einen stimmhaften Kehlkopf-Presslaut ع, den man "Ain" nennt, den es aber nur in sehr wenigen anderen Sprachen gibt, sowie eine stimmlose Entsprechung ح, die wie unser H auch mit H umschrieben wird. Unser H ه gibt es auch noch. Die Konsonanten werden sehr genau ausgesprochen, beeinflussen aber stark die Vokale, die deshalb in vielen Varianten vorkommen, obwohl es eigentlich nur A, I, U sowohl lang als auch kurz gibt. Insgesamt entsteht so der kehlige, raue Lauteindruck des Arabischen. Die Dialekte haben dieses Ungleichgewicht zum Teil ausgeglichen: in vielen Dialekten gibt es ein G, TH und DH fehlen meist, deutsche W und P gibt es oft in Fremdwörtern. Meist gibt es auch langes E und O.

Schrift

Hauptartikel: Arabische Schrift Geschrieben wird das Arabische von rechts nach links mit dem arabischen Alphabet, das nur Konsonanten und Langvokale kennt. Es gibt allerdings als Lern- und Lesehilfe ein nachträglich hinzugefügtes System mit Kennzeichen (اشكال) für die Kurzvokale A, I und U, und das in der klassischen Grammatik wichtige End-N, Konsonantenverdopplungen und Konsonanten ohne nachfolgenden Vokal. Der Koran wird immer mit allen Zusatzzeichen geschrieben und gedruckt. Grundsätzlich wäre das vokalisierte und mit Zusatzzeichen versehene Schriftarabisch gleichzeitig eine präzise Lautschrift, diese wird jedoch fast nur für den Koran genutzt. Bei allen anderen Texten muss man die kurzen Vokale selbst finden, was nur möglich ist, wenn man die Grundvokale jedes Wortes auswendig kennt und die grammatische Struktur vollständig analysieren kann, so dass man die richtigen Endungen einfügen kann. Aus diesem Grunde ist das Auswendiglernen langer Texte und die ständige Kontrolle eines anwesenden Lehrers fast unumgänglich, da so gut wie niemand im Alltag Hocharabisch spricht und man es auch nicht, den Koran ausgenommen, durch Lesen selbständig lernen kann. Die arabische Schrift ist eine Kurrentschrift, die sich im Laufe der Geschichte verschliffen hat. Als immer mehr Buchstaben in der Gestalt zusammenfielen, entwickelte man ein System, diese durch Punkte über und unter den alten Konsonanten zu unterscheiden. Da die Buchstaben in einem Wort verbunden werden, gibt es bis zu vier verschieden Formen eines Buchstabens: allein stehend, nach rechts verbunden, nach links verbunden und beidseitig verbunden. Ohne die Punkte fallen beispielsweise in der beidseitig verbundenen Form die Buchstaben N, T, TH, B, Y und P zusammen. Die Punkte für das P übernahm man aus dem Persischen, um Fremdwörter, die ein P enthalten, wiederzugeben. In einer früheren Form der arabischen Schrift, dem Kufi (كوفى), in der es noch keine Punkte gab, wurden viele Texte fast nicht mehr lesbar, da wie gesagt nur die Konsonanten geschrieben wurden und einige davon auch nicht mehr zu unterscheiden waren. Die neuentwickelte Schrift mit den Punkten nennt man Nas-ch (نسخ).

Aussprache

In vielen islamischen Ländern gibt es Bestrebungen, sich bei der Aussprache der modernen Hochsprache einem Standard zu nähern, der dem nahe kommen soll, was als Aussprachestandard für das klassische Hocharabisch gilt. Grundlage dabei ist meistens der Aussprachestandard der Rezitation (ar. tilāwa تلاوة) des Korans, der weitgehend kodifiziert ist und in modernen Korandrucken auch durch Diakritika wiedergegeben wird. Diese Ausspracheform genießt ein hohes Prestige, wird allerdings in der Regel nur im religiösen Kontext verwendet. Die frühere Aussprache des Hocharabischen ist nicht mit Sicherheit in allen Einzelheiten bekannt. Ein typischer Fall, wo bis heute keine völlige Klarheit über die Aussprachenormen des klassischen Hocharabisch besteht, ist die so genannte Nunation, also die Frage, ob die Kasusendungen bei den meisten unbestimmten Nomina auf n auslauten oder nicht (kitābun vs. kitāb). Für beide Varianten lassen sich Argumente finden, und da in alten Handschriften das Vokalzeichen der Endung nicht geschrieben wurde, kann man nicht mit Bestimmtheit sagen, wie diese Formen ausgesprochen wurden.

Grammatik

Das Arabische kennt indeterminierte (unbestimmte) und determinierte (bestimmte) Nomina. Determiniert wird ein Nomen durch den vorangestellten Artikel al, der nach Zahl und Fall unveränderlich ist, der aber sein A verliert, wenn er auf einen anderen Vokal folgt, und sein L an nachfolgende Substantive, die mit Sonnenbuchstaben beginnen, assimiliert. Durch ein nachfolgendes Wort im Genitiv (s.a. Status constructus) oder durch ein direkt an das Wort angeschlossenes Personalsuffix wird ein Wort ebenfalls determiniert. Eigennamen sind von Haus aus determiniert und tragen keinen Artikel, ausgenommen die meisten Ländernamen. Indeterminierte und determinierte Nomina unterscheiden sich zusätzlich durch unterschiedliche Endungen. Attribute werden dem zugehörigen Nomen nachgestellt. Im Arabischen gibt es zwei Geschlechter, männlich und weiblich, die meisten weiblichen Wörter enden auf ah, das bei angehängten Endungen zu at wird. Weibliche Personen (Mutter, Schwester etc.) Eigennamen von Ländern und Städten, und die Namen doppelt vorhandener Körperteile (Fuß, Hand) sind auch ohne weibliche Endung weiblich. Daneben kennt das Arabische noch ein Kollektivum. Es gibt drei Numeri: Einzahl, Zweizahl (Dual) und Mehrzahl, und drei Fälle: Nominativ, Genitiv und Akkusativ, die fast ausschließlich durch kurze Vokal-Endungen bezeichnet werden. Diptoten sind Eigennamen oder indefinierte Substantive, welche anstatt der üblichen drei Deklinationsendungen nur deren zwei aufweisen, d.h. zwischen Genitiv und Akkusativ nicht formal unterscheiden. Die wirkliche Komplexität der arabischen Sprache liegt in der Vielfalt ihrer Verbformen und daraus abgeleiteten Verbalsubstantive, Adjektive, Adverbien und Partizipien. Jedes arabische Verb verfügt über zwei Grundformen im Perfekt und Imperfekt, Beispiel: kataba - yaktubu: "er schrieb - er schreibt". Dazu kommt als dritte wichtige Form das Verbalsubstantiv ("das Schreiben"). Da sich die meisten Verbformen schematisch ableiten lassen, sind sie viel leichter zu erlernen, als ein Arabisch-Schüler vermuten mag. Zwar gibt es nur zwei Hauptzeiten, wobei das Perfekt eine vollendete, das Imperfekt eine unvollendete Handlung ausdrückt. Trotzdem hat das Arabische eine Vielzahl von Zeitstufen ausgebildet. Viele Verben existieren in zahlreichen, durch Umbildung der Wurzel abgeleiteten Stämmen, die jeweils bestimmte Bedeutungsaspekte haben, wie zum Beispiel Intensivierung oder reflexive Bedeutung. Jeder Stamm besitzt bestimmte Eigenschaften, z.B. ein Präfix, Verlängerung, Änderung oder Wegfall eines Vokals oder auch Verdopplung des mittleren Radikals (d.h. Wurzelkonsonanten). Die Art und Reihenfolge dieser Konsonanten ändern sich hingegen innerhalb einer Wortfamilie nie. Eine Eigenheit der arabischen Grammatik erleichtert die mündliche Wiedergabe des Hocharabischen sehr: Am Ende eines Satzes fällt im Hocharabischen die Vokalendung meist weg. Man nennt diese Form traditionell "Pausalform". Nun werden aber die drei Fälle und auch zum Teil die Modi gerade durch diese Endungen ausgedrückt, die bei einer Sprechpause wegfallen. Deshalb benützen viele Sprecher, wenn sie modernes Hocharabisch sprechen, sehr häufig diese "Pausalform" und ersparen sich so einen Teil der manchmal komplizierten Grammatik. Da aber auch gerade diese Vokalendungen in allen Dialekten wegfallen, erleichtert dies das moderne Hocharabisch sehr. Das komplizierte System der Verbformen ist in vielen Dialekten noch weitestgehend erhalten, so dass die Dialektsprecher damit weniger Schwierigkeiten haben. Obwohl wie unten beschrieben die Bedeutung eines Wortes meist an den Konsonanten hängt, sind es gerade die kurzen Vokale, die einen großen Teil der komplizierten Grammatik ausmachen. Arabische Wörterbücher sind häufig so angelegt, dass die einzelnen Wörter nach ihren Wurzeln, also quasi ihren "Wortfamilien", geordnet sind. Daher ist es beim Erlernen des Arabischen wichtig, die Wurzelkonsonaten eines Wortes identifizieren zu können. Der überwiegende Teil der Wörter hat drei Wurzelkonsonanten, einige auch vier. Durch das Abtrennen bestimmter Vor-, Zwischen- und Endsilben erhält man die Wurzel eines Wortes. Gerade Anfänger sollten solche nach Wurzeln geordnete Wörterbücher benutzen, da der Gebrauch "mechanisch-alphabetisch" geordneter Lexika bei geringen Grammatikkenntnissen oft dazu führt, dass eine Form nicht erkannt und falsch übersetzt wird.

Wortschatz

Die meisten arabischen Wörter bestehen aus drei Wurzelkonsonanten (Radikalen). Daraus werden dann verschiedene Wörter gebildet, beispielsweise kann man unter anderem aus den drei Radikalen K-T-B folgende Wörter und Formen bilden:
- KaTaBa : er schrieb
- yaKTuBu : er schreibt
- KiTaaB : Buch
- KuTuB : Bücher
- KaaTiB : Schreiber (Einzahl)
- KuTTaaB : Schreiber (Mehrzahl)
- KaTaBah : Schreiber (alternative Mehrzahlform)
- maKTaB : "Ort des Schreibens", d.h. Büro
- maKTaBah : Bibliothek, Buchhandlung Die hier angegebenen Formen sind Pausalformen. Im klassischen Hocharabisch treten noch die meist nicht geschriebene Endungen -a, -i, -u, -an, -in, -un, -ta, -ti, -tu, -tan, -tin, -tun oder auch keine Endung auf. Das T in den Endungen kommt so zustande, dass man das heute stumme End-H zum T uminterpretiert, indem man ihm die Punkte von T beigibt. Das N in diesen Endungen wird auch nicht durch den Konsonanten-Buchstaben N gekennzeichnet, sondern durch die wenig gebräuchlichen Zusatzzeichen. Der Wortschatz ist zwar extrem reich, aber oft nicht klar normiert und mit Bedeutungen aus der Vergangenheit überfrachtet. So gibt es zum Beispiel kein Wort, das dem europäischen Wort "Nation" relativ genau entspricht. Das dafür gebrauchte Wort (أمة, Umma) bedeutete ursprünglich und im religiösen Kontext bis heute "Gemeinschaft der Gläubigen (Muslime); oder z.B. "Nationalität" (جنسية, dschinsiyya) eigentlich "Geschlechtszugehörigkeit" im Sinne von "Sippenzugehörigkeit", "Geschlechtsleben" z.B. heißt (حياة الجنسية, Hayāt al-dschinsiyya) wobei Hayāt "Leben" heißt. Das Wort für "Nationalismus" (قومية, Qaumiyya) bezieht sich ursprünglich auf die Rivalität vom (Nomaden)-"Stämmen" und kommt von Qaum ursprünglich und bis heute oft noch "Stamm" im Sinne von "Nomandenstamm". So überlagern sich oft in einem Wort sehr alte und sehr moderne Konzepte, ohne dass das eine über das andere obsiegen würde. "Umma" z.B. gewinnt wieder mehr seine alte religiöse Bedeutung zurück. Es gibt zahlreiche alte Lehnwörter aus dem Aramäischen und Griechischen und viele neuere aus dem Englischen und Französischen, die aber oft wie Fremdkörper im Arabischen wirken. Andererseits hat jede Sprache eine Anzahl von Lehnwörtern aus anderen Sprachen. So sind ca. 10% der spanischen Wörter arabischen Ursprungs. Vgl.:Arabischer Einfluss in der spanischen Sprache

Die zehn häufigsten Wörter des Arabischen

Die drei häufigsten Wörter des Arabischen werden im arabischen mit dem nächsten Wort verbunden geschrieben (in der Umschrift mit Bindestrich abgetrennt); es sind "al" der/die/das, "wa" und sowie "bi" in/mittels ال‍ و ب‍ # في fi (in) # من min (von, aus) # على ala (auf, über, an, bei) # أن anna (dass) # إن inna (gewiss, wahrlich auch Verstärkungspartikel) # إلى ila (zu, nach, bis, bis zu) # كان kana (sein [Verb]) # هذا، هذه hadha, hadhihi (das, diese[r, s]) # أن an (dass) # الذي der (Relativpronomen)

Sprachprobe

Die erste Zeile zeigt die Originalschreibweise, die zweite ist eine buchstabengetreue Umschrift, die dritte Zeile gibt die Lautgestalt im modernen Hocharabischen an, wobei die eingeklammerten Kurzvokale wegfallen, weil man oft Pausalformen gebraucht, die letzte Zeile ist eine recht wörtliche Übersetzung. Das End-N in ahlan und sahlan ist eine erstarrte klassische Endung, bei der das N nie geschrieben wird. Siehe auch: Salam, Traditionelle afrikanische Begrüßungsformen Erster Sprecher:
!صباح الخير
S-B-alif-H alif-L-CH-Y-R!
sabaah(u) l-chair(i)!
Morgen der Güte!
Guten Morgen!
Zweiter Sprecher:
?صباح النور, يا أخي! كيف حالك
S-B-alif-H alif-L-N-W-R, Y-alif alif-CH-Y! K-Y-F H-alif-L-K
sabaah(u) n-nuur(i), ya achi! kaif(a) haaluk(a)?
Morgen des Lichts, o mein Bruder! Wie ist dein Zustand?
Guten Morgen, mein Freund, wie geht es dir?
Erster Sprecher:
!بخير, الحمد لله
B-CH-Y-R alif-L-H-M-D L-L-H
bi-chair(in), al-hamdu lillah(i)!
Mit Güte, Lob sei Gott!
Gut, Gott sei Dank!
Zweiter Sprecher:
?الحمد لله! وأنت, كيف حالك
alif-L-H-M-D L-L-H! W-alif-N-T, K-Y-F H-alif-L-K?
al-hamdu lillah(i)! wa anta, kaif(a) haaluk(a)?
Lob sei Gott! Und du, wie ist dein Zustand?
Gott sei's gedankt! Und wie geht's dir?
Erster Sprecher:
!الحمد لله جيد
alif-L-H-M-D L-L-H, DSCH-Y-D!
al-hamdu lillah(i), dschayyid(un)!
Lob sei Gott, gut!
Gott sei Dank, gut!
Zweiter Sprecher:
!أهلا وسهلا بك
alif-H-L-alif W-S-H-L-alif B-K!
ahlan wa-sahlan bik(a)!
etwa: Sei willkommen!
Erster Sprecher:
.أهلا بكم
alif-H-L-alif B-K-M.
ahlan bikum.
etwa: Ich fühle mich (bei dir) willkommen.
Dieses Beispiel zeigt eine typische Begrüßung auf Hocharabisch, wie sie zwischen etwa gleichaltrigen jüngeren, nicht zu sehr vertrauten Männern stattfinden würde. Der eine grüßt den anderen, dieser grüßt zurück, woraufhin der erste den anderen einlädt, einzutreten und der andere sich dafür bedankt. Dieses Beispiel müsste jeweils mehr oder minder von der Lautgestalt her in den Dialekt übertragen werden. Was Grammatik und Wortschatz angeht, ist der Unterschied zu den Dialekten hier eher gering, da es sich in diesem Beispiel fast nur um alte feststehende Redewendungen handelt.

Verwandte Artikel


- Arabische Dialekte
- Arabische Schrift
- Arabisches Alphabet
- Arabische Literatur
- Arabischer Name
- Liste deutscher Wörter aus dem Arabischen

Literatur


- Borg, Tawfik: Modernes Hocharabisch. Konversationskurs. 5. Auflage. Hamburg 2004. ISBN 3921598230 - Konversationsbezogenes Lehrwerk, das z. T. jedoch ägyptisches statt hocharabischen Vokabulars verwendet.
- Harder, Ernst; Schimmel, Annemarie: Arabische Sprachlehre. Heidelberg 1997 ISBN 3872760017 - Knappe Einführung in die arabische Sprache und Grammatik.
- Krahl, Günther; Reuschel, Wolfgang; Schulz, Eckehard: Lehrbuch des modernen Arabisch. 5. Auflage. Berlin, München 2002. ISBN 3324006139 - Ein umfangreiches und akademisch geprägtes Standardwerk, Lehrbuch an vielen deutschsprachigen Universitäten.
- Mace, John: Arabic Grammar. A Revision Guide. Edinburgh 1998. ISBN 0748610790 - Übersichtliche, auf das Arabisch der Gegenwart bezogene Grammatik.
- Schregle, Götz: Deutsch-Arabisches Wörterbuch. Wiesbaden 1977. ISBN 344701623X - Gilt als das Standardwörterbuch Deutsch - Arabisch.
- Wehr, Hans: Arabisches Wörterbuch für die Schriftsprache der Gegenwart. Arabisch-Deutsch. 5. Auflage. Wiesbaden 1985. ISBN 3447019980 - Das Standardwörterbuch der arabischen Gegenwartssprache, nach Wurzeln geordnet.

Weblinks


- [http://www.lessan.org/ Deutsch-Arabisches Online-Wörterbuch]
- [http://www.nicoweb.com/sirpus/ Arabische Schrift und Spache auf MP3]. Arabische Schrift und Spache auf MP3. Neu.
- [http://www.arabmed.de/deutsch/magazin/022002/S50-51.pdf So viel Arabisch steckt im Deutsch]
- [http://www.nicole.ksc.ch/kurs/ksc_abschlussarbeit/arabisch_dt.shtml Arabisch in der deutschen Sprache]
- [http://www.ex-oriente-lux.de/arabischeserbe2.htm Deutsche Wörter arabischen Ursprungs]
- [http://www.uni-erfurt.de/sprachwissenschaft/personal/lehmann/CL_Lehr/Spr_Welt/SW_Arab.html Informative Seite über Arabisch der Universität Erfurt]
- [http://www.arabia-institut.de/download/ Nützliche PDF-Dokumente zum Arabischlernen]
- [http://www.schriften-lernen.de/Schrift/Arab/Arab1.htm Einführung in die arabische Schrift]
- [http://lexicons.ajeeb.com/ Arabische Standard-Wörterbücher المعاجم العربية online auf einer Seite]
- [http://www.chj.de/ Arabische Schrift und Sprache]
- [http://www.muftah-alhuruf.com Muftah-Alhuruf.com]: Schreibt und schickt arabische E-Mails ohne eine arabische Tastatur oder Betriebssystem zu haben. Kategorie:Einzelsprache Kategorie:arabische Sprache Kategorie:Orientalistik Kategorie:Afrikanische Sprache ja:アラビア語 ko:아랍어 ms:Bahasa Arab simple:Arabic language th:ภาษาอาหรับ

Maltesische Sprache

Maltesisch (maltesisch: Malti) gehört zum nordarabischen Zweig der semitischen Sprachen, einer Gruppe innerhalb der afro-asiatischen Sprachen. Der Language Code ist mt bzw. mlt (nach ISO 639). Maltesisch ist aus dem maghrebinischen Arabisch entstanden, hat sich aber heute zu einer eigenständigen Sprache mit eigener Syntax und Phonologie entwickelt. Der Wortschatz ist stark vom Italienischen beeinflusst. Phönizisch-punische Wurzeln finden sich noch in Ortsbezeichnungen. Wegen der rund 180-jährigen Phase ohne Besiedelung im 9./10. Jahrhundert ist jedoch keine Kontinuität der phönizisch-punischen Sprache zum Malti anzunehmen. Während der arabischen Besiedlung ab 870 geht das Malti aus dem Arabischen hervor. Mit der Übernahme der Herrschaft durch den katholischen Johanniterorden 1530 wird Italienisch die dominierende Sprache. 1814 wird Malta britische Kronkolonie, Englisch wird Amtssprache, nur die Oberschicht spricht weiter Italienisch. 1914 führen die Engländer das lateinische Alphabet für das Malti ein, 1924 werden die ersten Rechtschreibregeln erlassen. 1934 wird Malti offiziell Koamtssprache neben dem Englischen, das Italienische verliert seine verfassungsgemäßen Vorrechte. Ohne den italienischen Faschismus und die damit verbunden Gefahr einer Anbindung Maltas an Italien wäre die Geschichte des modernen Malti sicherlich anders verlaufen. Maltesisch wird heute von 330.000 Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen die meisten auf Malta leben, wo es auch (neben Englisch) Amtssprache ist. Seit dem 1. Mai 2004 ist Maltesisch eine der Amtssprachen in der EU. Für viele der rund 1,5 Millionen maltesischen Auswanderer weltweit dient das Malti als Identifikationssymbol.

Alphabet und Aussprache

Als einzige semitische Sprache wird Maltesisch mit lateinischen Buchstaben geschrieben, besitzt aber die Sonderzeichen Ċ/ċ, Ġ/ġ, Ħ/ħ und Ż/ż sowie den Digraphen Għ/għ, der ebenfalls als eigener Buchstabe behandelt wird. Die Buchstaben c und y fehlen. Bei der Aussprache ist zu beachten:
ċ: wie tsch in deutsch
e: wie ä in Äpfel
ġ: wie dsch in Dschungel
għ: stumm; dient zur Längung des vorangegangenen oder folgenden Vokals (aus arab. ع und غ hervorgegangen)
h: stumm
ħ: sehr deutlich gesprochenes h, keine Entsprechung im Deutschen (wie arab. ح)
o: wie o in Ford
q: sehr deutlicher Stimmabsatz (wie z. B. ver'eisen statt verreisen)
r: gerolltes r
s: immer stimmlos wie in Gras
v: wie engl. v, z. B. in vanilla
w: wie engl. w, z. B. in water
x: wie sch in schön
ż: wie stimmhaftes s in Rose
aw: wie au in Haus
ew: etwa wie eo, keine Entsprechung im Deutschen
ie: langes i mit leichter Neigung zum e

Wortschatz

Beispiele für Wörter arabischen oder phönizischen Ursprungs:
- wieħed (eins) < واحد wāhid
- kbir (groß) < كبير kabīr
- raġel (Mann) < رجل radschul
- ħobż (Brot) < خبز chubz
- qamar (Mond) < قمر qamar
- belt (Ort, Stadt) < بلد balad (Land)
- id (Hand) < يد yad
- tajjeb (gut) < طيب tayyib
- saba' (Finger) < إصبع isba'
- sema (Himmel) < سماء samā'
- marid (krank) < مريض marīd
- tqil (schwer) < ثقيل thaqīl
- xahar (Monat) < شهر schahr
- tifla (Mädchen) < طفل tifl (Kleinkind)
- kelma (Vokabel, Wort) < كلمة kalima
- marsa (Hafen) < مرسى marsan (Ankerplatz) Beispiele für Wörter italienischen oder europäischen Ursprungs:
- gravi (wichtig, bedeutend)
- lvant (Osten, vgl. Levante)
- skola (Schule)
- kriżi (Krise)
- parti (Anteil, Teil)
- avukat (Rechtsanwalt, Advokat)
- natura (Natur)
- ċirasa (Kirsche)
- frotta (Frucht)
- griż (grau) siehe auch: L-Innu Malti - Maltesische Hymne

Literatur

Ohk, Brigitte: Sprechen Sie Maltesisch? Qormi: Kimmik, 1995.

Weblinks


- [http://www.omniglot.com/writing/maltese.htm Informationen über das Maltesische]
- [http://mt.wikipedia.org Maltesische Wikipedia]
- [http://www.spinfo.uni-koeln.de/~gvella/dizzjunarju.html Deutsch-Maltesisches Lexikon]
- [http://www.malta4you.ch/pages/maltesisch/html/nummern.html vertonter Grundwortschatz]
- [http://www.vokabeln.de/v2_Maltesisch_Alltag.htm Ein paar maltesische Vokabeln]
- [http://aboutmalta.com/grazio/malti.html Survival Maltese] Sprache Kategorie:Einzelsprache ja:マルタ語 zh-min-nan:Malta-gí

Dachsprache

Als Dachsprache bezeichnet man eine Sprache, die einer Gruppe von Dialekten als gemeinsame Standardsprache dient. Wenn Sprecher einer Sprachform eine bestimmte andere, verwandte Sprachform als ihre Dachsprache anerkennen, werden sie meist als Sprecher eines Dialekts dieser Dachsprache angesehen. Wird die Dachsprache hingegen abgelehnt, ist die fragliche Sprachform meist nicht als Dialekt, sondern als eigene Sprache zu betrachten, vor allem, wenn die Unterschiede zur Dachsprache beträchtlich sind. Eine Dachsprache kann auch nur eine Literatursprache im engeren Sinne sein, die zwar geschrieben und gelesen, aber kaum für den mündlichen Verkehr benutzt wird. Dies könnte bei Rumantsch Grischun in Zukunft der Fall sein. Siehe auch: Ausbausprache, Abstandsprache, Hochsprache Kategorie:Sprache

Spirant

Ein Frikativ (auch Reibelaut, Engelaut, Konstriktiv, Spirans, Spirant) ist ein nach seiner Artikulationsart benannter Konsonant. Bei seiner Artikulation wird eine Engstelle gebildet, die die ausströmende Luft verwirbelt und den Reibelaut erzeugt. Frikative können stimmlos oder stimmhaft sein. Das Internationale Phonetische Alphabet kennt folgende Frikative:
- [] Stimmloser bilabialer Frikativ
- [] Stimmhafter bilabialer Frikativ
- [] Stimmloser labiodentaler Frikativ
- [] Stimmhafter labiodentaler Frikativ
- [] Stimmloser dentaler Frikativ
- [] Stimmhafter dentaler Frikativ
- [] Stimmloser alveolarer Frikativ
- [] Stimmhafter alveolarer Frikativ
- [] Stimmloser alveolarer lateraler Frikativ
- [] Stimmhafter alveolarer lateraler Frikativ
- [] Stimmloser postalveolarer Frikativ
- [] Stimmhafter postalveolarer Frikativ
- [] Stimmloser retroflexer Frikativ
- [] Stimmhafter retroflexer Frikativ
- [] Stimmloser palataler Frikativ (Ich-Laut)
- [] Stimmhafter palataler Frikativ
- [] Stimmloser velarer Frikativ
- [] Stimmhafter velarer Frikativ
- [] Stimmloser uvularer Frikativ (Ach-Laut)
- [] Stimmhafter uvularer Frikativ
- [] Stimmloser pharyngaler Frikativ
- [] Stimmhafter pharyngaler Frikativ
- [] Stimmloser glottaler Frikativ
- [] Stimmhafter glottaler Frikativ
- [] Alveolarer ejektiver Frikativ IPA-Tabelle Other Symbols:
- [] Stimmloser labial-velarer Frikativ
- [] Stimmhafter alveolo-palataler Frikativ
- [] Stimmloser alveolo-palataler Frikativ
- [] Stimmloser dorso-palataler velarer Frikativ
- [] Stimmhafter epiglottaler Frikativ
- [] Stimmloser epiglottaler Frikativ ja:摩擦音 ko:마찰음

Hamza

---- Hamza ist ein Buchstabe des arabischen Alphabets. Er entspricht dem Stimmabsatz oder Glottisschlag [], wie er in vielen Varietäten (Linguistik) des Deutschen vor vokalischem Stammanlaut realisiert wird (z.B. beachte []).Im arabisch-sprachigem Raum ist Hamza auch ein weitverbreiteter, maskuliner Vorname. Das Hamza gilt im arabischen Lautsystem als vollwertiger Konsonant. Allerdings besteht ein Unterschied zu den anderen Buchstaben, da Hamza selten in seiner Grundform steht, sondern meistens einen sogenannten Trägervokal (arab. kursiy) benötigt. Hamza kann über oder unter einem Alif, über einem Waw oder über einem Ya stehen. Die Schreibung unterliegt dabei genau festgelegten Regeln (siehe folgenden Abschnitt). Außerdem ist Hamza der einzige Konsonandt des Arabischen, bei dem eine Silbe die mit Hamza anlautet nicht auch mit Hamza ablauten kann. Treffen zwei Hamzas aufeinander z.B. in 'a + 'akalu (Ich esse) so wird daraus 'âkalu ein Langvokal mit vorangehender Hamza.

Regelung der Hamza-Schreibung


- Am Anfang ist immer Alif der Träger (dies gilt auch, wenn eine die Präposition ب bi- oder ل li- vorangeht). Vor den Vokalen a, u (beide kurz) und ū (lang) wird Hamza über, vor den Vokalen i (kurz) und ī (lang) unter das Alif gesetzt. Folgt auf Hamza ein langes ā, wird statt Hamza das Madda verwendet.
- In der Mitte richtet sich die Schreibung nach dem vorangehenden oder nachfolgenden Vokal:
  - Ist Hamza von zwei a umgeben, schreibt man أ. Ist einer der beiden Vokale ein u oder i, schreibt man ؤ bzw. ئ, es sei denn, das Hamza ist von u und i umgeben, dann hat das Ya´ Vorrang, und man schreibt ئ.
  - Ist Hamza vokallos, wird der Träger durch den unmittelbar vorangehenden Vokal bestimmt; ist der Konsonant vor Hamza vokallos, richtet sich die Schreibung nach dem nachfolgenden Vokal.
  - Bei der Vokalfolge â/a, â/â oder û/a steht Hamza in seiner Grundform ء.

- Am Ende eines Wortes ist der vorangehende Vokal entscheidend. Nach Sukûn oder langem Vokal steht jedoch die Grundform. Bei Anhängung eines Suffixes gelten die Regeln für die Mittelstellung.

Reihenfolge im Alphabet

Hamza ist nach Meinung vieler arabischer Gelehrter heute der erste Buchstabe des arabischen Alphabets. Die meisten Lehrbücher nennen jedoch Alif als ersten Buchstaben, zumal Alif aus dem phönizischen Alphabet stammt und damit älter ist als das erst nach Abfassung des Koran erfundene Hamza. Heute wird das Hamza oft inkonsequent gesetzt; am Wortanfang (mit Alif der Vokalträger) wird es oft weggelassen. Hamza kann nach neuerer Festlegung ein Wurzelkonsonant sein.

Hamza in Unicode

Hamza ist wie auf der Computertastatur nicht als Zusatzzeichen definiert, sondern bildet aus computertypographischer Sicht eine Einheit mit seinem Trägervokal. Zusammen mit der isolierten Form gibt es daher fünf verschiedene Kodierungen.
- Isolierte Form:
- Mit Alif als Träger (Hamza steht über dem Alif):
- Mit Alif als Träger (Hamza steht unter dem Alif):
- Mit Waw als Träger:
- Mit Ya als Träger: Kategorie:Arabisches Schriftzeichen

Marokkanisch-Arabisch

Marokkanisch-Arabisch ist eine neuarabischer Dialekt und wird von ca. 20 Millionen Menschen als Muttersprache und etwa 12 Millionenen als Zweitsprache neben Berbersprachen gesprochen, die vornehmlich in Marokko, in jüngster Zeit aber auch in Westeuropa leben. Der Language Code ist ary (nach ISO 639).

Geschichte

Es hat sich aus dem Klassischen Arabischen entwickelt und ist stark von der Sprache der "Ureinwohner" Marokkos, dem Berberischen, beeinflusst. So kennt es wie dieses Silben ohne Vokale und Sonanten.

Textsammlungen

Colin 1955: Chrestomathie d'arabe marocain Siehe auch: Sprache

Weblinks


- http://www.unizh.ch/spw/teaching/moroccan.pdf Kategorie:Dialekt

Maltesische Sprache

Maltesisch (maltesisch: Malti) gehört zum nordarabischen Zweig der semitischen Sprachen, einer Gruppe innerhalb der afro-asiatischen Sprachen. Der Language Code ist mt bzw. mlt (nach ISO 639). Maltesisch ist aus dem maghrebinischen Arabisch entstanden, hat sich aber heute zu einer eigenständigen Sprache mit eigener Syntax und Phonologie entwickelt. Der Wortschatz ist stark vom Italienischen beeinflusst. Phönizisch-punische Wurzeln finden sich noch in Ortsbezeichnungen. Wegen der rund 180-jährigen Phase ohne Besiedelung im 9./10. Jahrhundert ist jedoch keine Kontinuität der phönizisch-punischen Sprache zum Malti anzunehmen. Während der arabischen Besiedlung ab 870 geht das Malti aus dem Arabischen hervor. Mit der Übernahme der Herrschaft durch den katholischen Johanniterorden 1530 wird Italienisch die dominierende Sprache. 1814 wird Malta britische Kronkolonie, Englisch wird Amtssprache, nur die Oberschicht spricht weiter Italienisch. 1914 führen die Engländer das lateinische Alphabet für das Malti ein, 1924 werden die ersten Rechtschreibregeln erlassen. 1934 wird Malti offiziell Koamtssprache neben dem Englischen, das Italienische verliert seine verfassungsgemäßen Vorrechte. Ohne den italienischen Faschismus und die damit verbunden Gefahr einer Anbindung Maltas an Italien wäre die Geschichte des modernen Malti sicherlich anders verlaufen. Maltesisch wird heute von 330.000 Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen die meisten auf Malta leben, wo es auch (neben Englisch) Amtssprache ist. Seit dem 1. Mai 2004 ist Maltesisch eine der Amtssprachen in der EU. Für viele der rund 1,5 Millionen maltesischen Auswanderer weltweit dient das Malti als Identifikationssymbol.

Alphabet und Aussprache

Als einzige semitische Sprache wird Maltesisch mit lateinischen Buchstaben geschrieben, besitzt aber die Sonderzeichen Ċ/ċ, Ġ/ġ, Ħ/ħ und Ż/ż sowie den Digraphen Għ/għ, der ebenfalls als eigener Buchstabe behandelt wird. Die Buchstaben c und y fehlen. Bei der Aussprache ist zu beachten:
ċ: wie tsch in deutsch
e: wie ä in Äpfel
ġ: wie dsch in Dschungel
għ: stumm; dient zur Längung des vorangegangenen oder folgenden Vokals (aus arab. ع und غ hervorgegangen)
h: stumm
ħ: sehr deutlich gesprochenes h, keine Entsprechung im Deutschen (wie arab. ح)
o: wie o in Ford
q: sehr deutlicher Stimmabsatz (wie z. B. ver'eisen statt verreisen)
r: gerolltes r
s: immer stimmlos wie in Gras
v: wie engl. v, z. B. in vanilla
w: wie engl. w, z. B. in water
x: wie sch in schön
ż: wie stimmhaftes s in Rose
aw: wie au in Haus
ew: etwa wie eo, keine Entsprechung im Deutschen
ie: langes i mit leichter Neigung zum e

Wortschatz

Beispiele für Wörter arabischen oder phönizischen Ursprungs:
- wieħed (eins) < واحد wāhid
- kbir (groß) < كبير kabīr
- raġel (Mann) < رجل radschul
- ħobż (Brot) < خبز chubz
- qamar (Mond) < قمر qamar
- belt (Ort, Stadt) < بلد balad (Land)
- id (Hand) < يد yad
- tajjeb (gut) < طيب tayyib
- saba' (Finger) < إصبع isba'
- sema (Himmel) < سماء samā'
- marid (krank) < مريض marīd
- tqil (schwer) < ثقيل thaqīl
- xahar (Monat) < شهر schahr
- tifla (Mädchen) < طفل tifl (Kleinkind)
- kelma (Vokabel, Wort) < كلمة kalima
- marsa (Hafen) < مرسى marsan (Ankerplatz) Beispiele für Wörter italienischen oder europäischen Ursprungs:
- gravi (wichtig, bedeutend)
- lvant (Osten, vgl. Levante)
- skola (Schule)
- kriżi (Krise)
- parti (Anteil, Teil)
- avukat (Rechtsanwalt, Advokat)
- natura (Natur)
- ċirasa (Kirsche)
- frotta (Frucht)
- griż (grau) siehe auch: L-Innu Malti - Maltesische Hymne

Literatur

Ohk, Brigitte: Sprechen Sie Maltesisch? Qormi: Kimmik, 1995.

Weblinks


- [http://www.omniglot.com/writing/maltese.htm Informationen über das Maltesische]
- [http://mt.wikipedia.org Maltesische Wikipedia]
- [http://www.spinfo.uni-koeln.de/~gvella/dizzjunarju.html Deutsch-Maltesisches Lexikon]
- [http://www.malta4you.ch/pages/maltesisch/html/nummern.html vertonter Grundwortschatz]
- [http://www.vokabeln.de/v2_Maltesisch_Alltag.htm Ein paar maltesische Vokabeln]
- [http://aboutmalta.com/grazio/malti.html Survival Maltese] Sprache Kategorie:Einzelsprache ja:マルタ語 zh-min-nan:Malta-gí

Sudanesisch-Arabisch

Sudanesisch-Arabisch ist ein arabischer Dialekt der im Sudan gesprochen wird. Er wird vor allem im Norden, Westen und Osten des Landes gesprochen. Sudanesisch-Arabisch gliedert sich in Unterdialekte. Der Dialekt, der in der Hauptstadt Khartum gesprochen wird, ist am stärksten verbreitet und wird auch in den anderen Regionen verstanden. Geschrieben wird in der Regel Hocharabisch. Sudanesisch-Arabisch gilt als am wenigsten erforschter arabischer Dialekt.

Literatur


- Randolph Galla: Sudanesisch-Arabisch - Wort für Wort, Reise Know How Verlag, Bielefeld, 1. Auflage, 1997 Kategorie:Afrikanische Sprache Kategorie:Sprache im Sudan Kategorie:Dialekt

Kategorie:Arabische Sprache

Kategorie:Semitische Sprache

Gwangju World Cup Stadium

Guus Hiddink Stadium is a football stadium in the South Korean city of Gwangju. Initially the stadium was named "Gwangju World Cup Stadium" to host some matches of the 2002 World Cup. To honor the Korean national team coach Guus Hiddink, who helped the team advance to the semi-finals for the first time in its history by defeating Spain in that stadium, they renamed it after him.

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