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Aspekt (Linguistik)Der Aspekt (Blickrichtung) bezeichnet in der Linguistik eine verbale Kategorie, die in bestimmten Sprachen ein morphologisches Mittel zur Beschreibung der internen zeitlichen Struktur oder anderer inhaltlicher Merkmale eines Vorgangs darstellen.
Arten des Aspekts
Neben der reinen Zeitstufe gibt es beispielsweise auch die Art und Weise, wie man einen Vorgang betrachtet: sie kann demnach vollendet oder unvollendet sein. Man unterscheidet deshalb
#einen perfektiven, also vollendeten Aspekt. Dieser kann ausdrücken:
##eine momentane oder punktuelle Handlung
##ein Resultat oder einen Effekt (die Handlung deutet auf das Ende eines Vorgangs)
##eine inchoative Handlung, sie weist auf den Beginn
#einen durativen, also unvollendeten Aspekt. Dieser kann ausdrücken:
##eine durative Handlung, sie bezeichnet eine Dauer ohne Rücksicht auf Anfang und Ende
##eine iterative Handlung, sie zeigt sich wiederholt ohne Rücksicht auf Anfang und Ende des jeweiligen Handlungsabschnitts
##eine inchoative Handlung, die eine Dauer anzeigt mit Blick auf den Beginn
Die Kategorie des Aspekts ist besonders stark in den slawischen und baltischen Sprachen sowie im Griechischen, aber auch in den romanischen Sprachen und im Englischen ausgeprägt.
Der Aspekt in der russischen Sprache
Die russische Sprache teilt ihre Verben in vollendete und unvollendete Formen, wobei die jeweiligen Formen nicht nach Regeln voneinander gebildet werden können. Für die Benutzung eines Verbs ist also die Kenntnis der zugehörigen unvollendeten bzw. vollendete Variante Voraussetzung. Dennoch gibt es einige Erkennungsmerkmale:
- Verben ohne Präfix sind in der Regel unvollendet. Durch Präfixierung werden sie vollendet, z.B. строить (uv) - построить (v) (deutsch: bauen), писать (uv) - написать (v) (deutsch: schreiben)
- Bei einigen vollendeten Verben wird durch Einschub von Suffixen hinter den Wortstamm die unvollendete Form gebildet, z.B. заказать (v) - заказывать (uv) (deutsch: bestellen), ответить (v) - отвечать (uv) (deutsch: antworten), спросить (v) - спрашивать (uv) (deutsch: fragen)
- Die Aspektformen vieler Verben ist auf unterschiedliche Wortwurzeln zurückzuführen, z.b. взять (v) - брать (uv) (deutsch: nehmen), сказать (v) - говорить (uv) (deutsch: sprechen)
Beispiele aus verschiedenen Sprachen
aus der englischen Sprache
- I drink tea in the morning. (gewohnheitsmäßige Handlung)
- I am drinking tea. (momentane Handlung)
aus der russischen Sprache
- vollendet: Она написала письмо. - Sie schrieb den Brief (fertig).
- unvollendet: Она писала письма. - Sie schrieb Briefe. (war dabei, Briefe zu schreiben)
aus der griechischen Sprache
...zu ergänzen...
Vom Aspekt ist die Aktionsart zu unterscheiden, die nicht wie der Aspekt morphologisch grammatikalisiert ist.
Siehe auch:
:Aorist, Verlaufsform
Kategorie:Syntax
ja:相 (言語学)
LinguistikLinguistik bezeichnet im engen Sinn
- die Wissenschaft von Sprache als System, vgl. Allgemeine Linguistik
- das Sammelbecken von Wissenschaften die sich mit allen Formen von Sprache beschäftigen, vgl. Sprachwissenschaft
Morphologie (Sprache)Die Morphologie ist der Teilbereich der Linguistik, der die Erforschung der kleinsten bedeutungs- oder funktionstragenden Elemente einer Sprache, der Morpheme, zum Gegenstand hat. Morpheme setzen sich aus Phonemen zusammen und bilden ihrerseits Worte. Die Prinzipien bzw. Regularitäten der inneren Struktur von Wörtern gehören ebenfalls zum Gebiet der Morphologie.
Begriffsherkunft
Der Begriff Morphologie wurde im 19. Jahrhundert von den Sprachwissenschaftlern übernommen, um typische Wortbildungsmuster zu beschreiben. Ursprünglich stammt er von Goethe, der ihn für die Lehre von den Formen, besonders in der Botanik, eingeführt hat. August Schleicher übernahm ihn dann 1860 für die Sprachwissenschaft, allerdings nur als Überschrift und zunächst wenig beachtet. Von Morphemen spricht erstmals Leonard Bloomfield (1933: Language; siehe auch deskriptive Linguistik), von da aus verbreitet sich der Begriff dann in der Linguistik.
Wortbildungsarten bzw. -regeln
Es lassen sich verschiedene Verfahren oder Regeln unterscheiden, die bei der Wortbildung zu beobachten sind.
Flexion
Beugung, vgl. Hauptartikel
Zur Flexion zählen Konjugation und Deklination.
Beispiel: Ich brauche Trinkwasser.
An das Grundmorphem brauch wird e als Flexionsmorphem für 1. Person Singular Präsens Indikativ Aktiv angehängt.
Derivation
Wortableitung, vgl. Hauptartikel
Derivation bezeichnet Wortbildung durch Kombination von Grundmorphemen und Affixen.
Beispiel: Gesundheit
An das Grundmorphem Gesund wird heit angehängt, ein Derivationsmorphem um Adjektive in Substantive zu überführen.
Komposition
Wortzusammensetzung, vgl. Hauptartikel
Beispiel: Sprachwissenschaft
Durch Kombination der zwei Grundmorpheme Sprach und wissenschaft entsteht ein Kompositum.
Konversion
Manche Wissenschaftler rechnen auch noch die Konversion zur Morphologie. Konversionen sind z.B. Verben, die ohne Morphem nur durch Verwendung und Großschreibung in Substantive überführt werden.
Beispiel: denken --> das Denken
Ein weiteres Beispiel für Konversion ist die Pluralbildung von (das) Kissen => (die) Kissen. Hier ist gar keine Formänderung sichtbar. Diese Konversion kann als Anwendung eines nicht mit Form behafteten Morphems auf das Wort (das) Kissen angesehen werden. Dieses Morphem wird Ø-Morphem oder Zero-Morphem genannt.
Morphologische Phänomene lassen sich formal mit regulären Ausdrücken beschreiben.
Abgrenzungsschwierigkeiten
Über die Frage, ob man die Morphologie weiter in Wortbildung und Flexion unterteilen sollte, lässt sich streiten. An einigen Hochschulen wird Wortbildung als eigene Disziplin gelehrt, an anderen wird sie zur Morphologie gezählt.
Die Bezeichnung der Grundeinheit Morphem als kleinste bedeutungs- oder funktionstragende Einheit der Sprache bietet ebenfalls eine Untergliederungsmöglichkeit innerhalb des Gebiets der Morphologie und hat zu Forschungsdebatten geführt (Vgl. z.B. Unklarheit der Forschung über die Regeln der Verwendung und des Bedeutungsinhalts von Fugenelementen und die daraus resultierende Vielzahl an Bezeichnungen).
Literatur
- Nikolaus Dolt: Einführung in die französische Morphologie, Tübingen, Niemeyer, 1992.
- P. H. Matthews: Morphology. Second Edition, Cambridge University Press 1991, ISBN 0-521-41043-6.
- Franz Simmler: Morphologie des Deutschen. Flexions- und Wortbildungsmorphologie, WEIDLER Buchverlag Berlin 1998, ISBN 3-89693-304-3.
- Hans-Jörg Schmid: Englische Morphologie und Wortbildung. Eine Einführung, Erich Schmidt Verlag Berlin 2005, ISBN 3-503-07931-9.
Weblinks
- [http://www-psycho.uni-paderborn.de/lezius/index.html Morphy - ein Morphologieanalysesystem für das Deutsche] (Freeware)
- [http://www.canoo.com/wmtrans/home/index.html Multilingual Morphology Software] (englisch)
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ja:形態素解析
TempusDas Tempus [] (lat. Zeit; Plural: Tempora []) gibt an, in welcher Zeit aus der Sicht des Sprechers das Besprochene (=die Proposition) stattfindet. Tempus ist (neben dem Modus) eine grundlegende Kategorie der Grammatik der Verbgruppe.
Das Tempus wird durch morphologische Kennzeichnung des Verbstamms (Konjugation) oder durch sekundäre Konjugation des Verbs realisiert, d.h. durch zusammengesetzte Konjugationsformen gebildet; außerdem beispielsweise auch durch Null-Flexion mittels Adverbien oder Kontextualisierung.
Eine andere grammatische Kategorie des Verbs ist der Aspekt. Er unterscheidet sich vom Tempus dadurch, dass er gewissermaßen den Grad der Vollendung einer Handlung angibt, unabhängig von ihrem absoluten zeitlichen Kontext.
Weitere grammatische verbale Kategorien sind die Diathese, die Modalität und die Aktionsart.
Theorie
Das Tempus kann relativ zum „Jetzt“ sein, also in Bezug zum Zeitpunkt des Sprechers. In der Theorie lassen sich so drei absolute Zeitebenen unterscheiden:
- Vergangenheit/Vor-Gegenwart
- Gegenwart
- Zukunft/Nach-Gegenwart
Diesen absoluten Zeitangaben stehen die so genannten relativen Tempora entgegen:
- Vorzeitigkeit (etwas weiter Richtung Vergangenheit)
- Nachzeitigkeit (etwas weiter Richtung Zukunft)
Dadurch lassen sich die drei Basiszeiten in der Theorie erweitern:
- Vor-Vergangenheit
- Vergangenheit
- Nach-Vergangenheit
- Gegenwart
- Vor-Zukunft
- Zukunft
- Nach-Zukunft
So kann man mit der Vor-Vergangenheit angeben, dass es etwas während vergangener Handlungen bereits Vergangenheit war, oder mit der Vor-Zukunft, dass etwas während einer zukünftigen Handlung vergangen sein wird. Dieses Verfeinerung lässt sich rein theoretisch noch weiter führen.
Umsetzung
Das Tempus wird in den meisten Sprachen der Welt grammatikalisiert, aber auf sehr unterschiedliche Weisen umgesetzt.
In den indoeuropäischen Sprachen drücken Verben oft das Tempus aus: Die Flexion des Verbes durch eine Stammänderung (ich sehe, ich sah) oder das Anbringen von Affixen (ich töt-e, ich töt-ete). Unter der Verwendung von Hilfsverben lassen sich ebenfalls Zeitenangaben ausdrücken, z.B. „Ich werde gehen“ oder „Ich habe gesehen“.
In einigen Sprachen ist das Tempus aber keine grammatische Formeigenschaft des Verbs. Diese Sprachen verwenden (optionale) Zeitadverbien wie „jetzt“, „heute“ oder „damals“, oder Adverbialsätze, um den zeitlichen Rahmen einer Aktion anzugeben, anstatt das Verb selbst zu verändern. Das Chinesische bildet ein Beispiel.
Auch welche Zeitformen überhaupt zur Verfügung stehen, ist generell sehr unterschiedlich; In vielen Sprachen existieren einige Zeitformen gar nicht oder nur in leidlicher Form. Die Nach-Zukunft im Deutschen beispielsweise hieße theoretisch „Auch wenn ich Alkohol im Blut gehabt haben werde, werde ich das Auto fahren!“, was aber in den Ohren vieler Deutscher i.d.R. unschön klingt. Statt dessen wird eine adverbiale Umschreibung vorgezogen: „Auch wenn ich Alkohol im Blut haben werde, werde ich danach Auto fahren!“
Unter Umständen hat eine Sprache mehrere verschiedene Formen für eine einzige Zeitebene, die untereinander weitgehend austauschbar und/oder nur jeweils für spezielle Fälle vorgegeben sind. So kennt das Deutsche zwei Vergangenheitstempora: Perfekt und Präteritum.
Andererseits wurden woanders viele Tempora entwickelt, die sich nicht in das theoretische Schema einordnen lassen und es erweitern. So kennt das italienische eine Zeitform für sehr weit entfernte Vergangenheit.
Oftmals gibt es Tendenzen dazu, die eigentliche Bedeutung von Zeiten zu zweckentfremden. So drückt das deutsche „Ich putz mir die Zähne (er steht auf und geht zum Badezimmer)“ aus dem Kontextwissen heraus eingentlich Zukunft aus, doch es wird grammatisch die simplere Gegenwart verwendet. Eine derartige Verwendung der Gegenwart ist besonders im Finnischen verbreitet, welches über kein Futur verfügt.
Ein Phänomen in den indoeuropäischen Sprachen ist, dass die grammatischen Kategorien Aspekt_(Linguistik) und Tempus sehr stark ineinander verwoben sind, zu merken an solche „Zeiten“ wie Imperfekt oder Perfekt obwohl es sich im Grunde um zwei verschiedene Eigenschaften des Verbs handelt.
Als Beispiel für ein Zeitensystem siehe das unten aufgeführte traditionelle Schema der Tempora (Zeitformen) der deutschen Grammatik.
Deskriptive Ansätze der Sprachforschung und -beschreibung finden - vor allem als umgangssprachliches, regionales und dialektales Phänomen - weitere Zeitformen im Deutschen vor, die in dem oben beschriebenen System keine Berücksichtigung finden und standardsprachlich als fehlerhaft gelten:
Präsensformen: Dazu gehören das Präsens (ich vergesse es), das Perfekt (ich habe es vergessen) und das Doppelte Perfekt (ich habe es vergessen gehabt).
Präteritumformen: Dazu gehören das Präteritum (ich vergaß es), das Plusquamperfekt (ich hatte es vergessen) und das Doppelte Plusquamperfekt (ich hatte es vergessen gehabt).
Die Futurformen: Dazu gehören das Futur I (ich werde es vergessen), das Futur II (ich werde es vergessen haben) und das Futur III(ich werde es vergessen gehabt haben).
Einige Wissenschaftler nennen das Doppelte Perfekt auch „gestecktes Perfekt“, das Doppelte Plusquamperfekt „gestecktes Plusquamperfekt“.
Während das doppelte Perfekt in der geschriebenen Sprache als nicht korrekt eingestuft wird, gilt die Verwendung des doppelten Plusquamperfekts durchaus als legitimes Mittel, eine Vor- Vorvergangenheit zu bilden.
Kategorie:Grammatik Kategorie:Zeitbegriff
ja:時制
Slawische Sprachen
Die slawischen Sprachen sind ein Zweig der indogermanischen Sprachen.
Allgemeines
Nach der geltenden wissenschaftlichen Auffassung sind sie aus dem sog. Urslawischen entstanden, dem die älteste slawische Schriftsprache, das Altkirchenslawische (ab dem 9. Jahrhundert), noch sehr nahe stand. Aus dem Altkirchenslawischen entwickelten sich etwa dem 11. Jahrhundert verschiedene Varianten, die man traditionell als Kirchenslawisch bezeichnet. Dabei unterscheidet man zwischen Bulgarisch-Kirchenslawisch (oft auch Mittelbulgarisch genannt), Russisch-Kirchenslawisch, Serbisch-Kirchenslawisch, Kroatisch-Kirchenslawisch und Tschechisch-Kirchenslawisch. Auch in Rumänien war bis in das 19. Jahrhundert eine spezielle Variante des Kirchenslawischen als Kirchensprache in Gebrauch.
Am nächsten steht den slawischen Sprachen der baltische Sprachzweig, was auf die lange Nachbarschaft zurückzuführen ist und darauf, dass sich beide Sprachgruppen aus ähnlichen indogermanischen Dialekten entwickelt haben. Einige Sprachwissenschafter gehen sogar von einer baltisch-slawischen Spracheinheit aus, diese Meinung gilt jedoch als umstritten.
Die folgende Übersicht enthält, gegliedert nach den drei geografischen Untergruppen Ostslawisch, Westslawisch und Südslawisch zunächst die slawischen Standardsprachen und danach die sog. Mikroliteratursprachen -- dieser Ausdruck ist in der Slawistik für Sprachformen üblich, in denen schriftliche Texte verfasst werden, die aber nicht alle Eigenschaften vollgültiger Standardsprachen aufweisen. Innerhalb jedes Abschnitts sind die Sprachen alphabetisch angeordnet.
Überblick über die slawischen Sprachen
KURZÜBERBLICK:
Westslawische Sprachen:
- Sorbisch
- Niedersorbisch
- Obersorbisch
- Polabisch ausgestorben
- Polnisch
- Pomoranisch
- Kaschubisch
- Slowinzisch ausgestorben
- Tschechisch
- Lachisch
- Slowakisch
ostslawische Sprachen:
- Russisch
- Weißrussisch
- Ukrainisch
- Karpato-Russinisch
- Jugoslawo-Russinisch
- Westpolessisch
südslawische Sprachen:
- Bosnisch
- Bulgarisch
- Kroatisch
- Mazedonisch
- Slowenisch
- Serbisch
Tabelle
In der Spalte Verbreitung sind Gebiete, in denen die betreffende Sprache Amtssprache ist, fett und Gebiete, in die die betreffende Sprache erst durch Auswanderungen in jüngerer Zeit gekommen ist, kursiv hervorgehoben.
Ausgestorbene slawische Sprachen
Im Zuge der deutschen Ostkolonisation wurde eine größere Zahl von westslawischen Völker assimiliert oder verdrängt, ihre Sprachen sind ausgestorben. Dies betrifft zunächst die slawischen Stämme zwischen Elbe und Oder und der Insel Rügen, die bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts ausgestorben sind, dann das sog. Polabische (auch Drawänopolabisch) im sog. Wendland bei Lüchow (Wendland) und Dannenberg (Elbe), das in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ausgestorben ist, und schließlich das bis kurz nach 1900 in Pommern gesprochene Slowinzische. Auch die Sprecherzahl der beiden sorbischen Sprachen geht seit Jahrhunderten stetig zurück, das Niedersorbische kann heute als akut bedroht gelten.
Andere slawische Sprachen und Dialekte
Auf der Diskussionsseite zu diesem Artikel wird auf eine Liste von weiteren slawischen Sprachen verwiesen ([http://www.uni-klu.ac.at/eeo/abteilung1_neu.htm]), die sich unter im Internet findet. Zu diesen sei, soweit sie nicht oben schon aufgeführt sind, folgendes gesagt:
- Ägäis-Mazedonisch ist eine dem Mazedonischen und Bulgarischen verwandte Sprache in Nordgriechenland, um deren Verschriftung sich dortige Intellektuelle seit wenigen Jahren bemühen;
- Čakavisch ist ein kroatischer Dialekt, der in der Vergangenheit (bis Mitte des 19. Jahrhunderts) auch als Schriftsprache gedient hat;
- Kajkavisch ist ebenfalls ein kroatischer Dialekt, der in der Vergangenheit als Schriftsprache gedient hat;
- Lachisch ist ein in Nordmähren und im ehemaligen Österreichisch-Schlesien gesprochener Dialekt des Tschechischen, den der Schriftsteller Óndra Łysohorsky zur Schriftsprache erheben wollte;
- unter Mährisch versteht man unterschiedliche Versuche, auf der Grundlage der in Mähren gesprochenen tschechischen Dialekte eine eigene Standardsprache einzuführen;
- Masurisch ist ein stark vom Deutschen beeinflusster polnischer Dialekt auf dem Gebiet des ehemaligen Ostpreußen, in dem zeitweise eine gewisse Menge von Literatur veröffentlicht wurde;
- Ostslowakisch bezeichnet den Versuch einer eigenen Schriftsprache auf der Grundlage ostslowakischer Dialekte, den slowakische Calvinisten ab dem 17. Jahrhunderts unternahmen;
- Podhalisch ist der polnische Dialekt des Podhale am Fuße der Karpaten, in dem eine gewisse Menge von Dialektliteratur veröffentlicht wurde;
- Pomakisch ist die Sprache einer slawischen Volksgruppe moslemischer Religion im Süden Bulgariens, die zeitweise in griechischer Schrift geschrieben wurde;
- Schlesisch ist ein Sammelbegriff für die polnischen Dialekte Schlesiens, deren Sprecher über ein klares Bewusstsein von der Eigenständigkeit ihrer Sprache überzeugt sind, die sich aber dennoch bisher zu keiner eigenen Schriftsprache entwickelt haben;
- Slawenoserbisch ist eine Form des Russisch-Kirchenslawischen, die im 18. und am Anfang des 19. Jahrhunderts in Serbien als Schriftsprache verwendet wurde.
Charakteristika der slawischen Sprachen
Die slawischen Sprachen gelten als für Westeuropäer und Sprecher des Deutschen schwer erlernbar. Diese Meinung beruht nicht nur auf Erfahrungen von Ausländern, die eine slawische Sprache lernen wollten, sondern auch auf dem Widerstand gegen das (z.B. nach 1945 in der DDR) oktroyierte Russische und auf Meinungen von Slawen über die schwere Erlernbarkeit ihrer Sprachen (auf die sie ausdrücklich stolz sind). Objektiv zu beschreiben sind die folgenden Faktoren, die sich jedoch nicht bei allen slawischen Sprachen in gleicher Weise auswirken:
- für manche slawischen Sprachen (vor allem Russisch, Polnisch, Bulgarisch) sind weiche bzw. palatalisierte Konsonanten charakteristisch, deren Aussprache Ausländern Schwierigkeiten bereitet
- als typisch slawisch gelten Konsonantengruppen, die aber vor allem in den Sprachen vorkommen, in denen r und/oder l an Stelle von Vokalen gebraucht werden können (Tschechisch, Slowakisch, Kroatisch, Serbisch, Bosnisch)
- man sagt den slawischen Sprachen, die zu den flektierenden Sprachen gehören, einen großen "Formenreichtum" nach; in der Tat haben die meisten slawischen Sprachen sechs oder sieben Kasus, Bulgarisch und Mazedonisch jedoch keine, manche ein reicheres Tempussystem (so die sorbischen Sprachen, das Kroatische, das Serbische, das Bulgarische und das Mazedonische) usw.
- als schwer erlernbar gilt der in allen slawischen Sprachen vorkommende Verbalaspekt.
Maschinelle Übersetzung zwischen slawischen Sprachen
Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes der Prager Karlsuniversität, der Universität des Saarlandes und der Universität in Kaunas (Litauen) ist ein System für maschinelle Übersetzung zwischen den slawischen Sprachen entwickelt worden, bisher gibt es sprachliche Ressourcen (Tagger, Grammatik, Wörterbuch) für die Sprachpaare Tschechisch-Slowakisch und Tschechisch-Polnisch. Die im Rahmen des Projektes entwickelte Technologie basiert auf der Verwandtschaft der slawischen Sprachen auf allen sprachlichen Beschreibungsebenen. Darüber hinaus ist kürzlich das Sprachpaar Tschechisch-Litauisch hinzugekommen, womit das System über die slawische Sprachfamilie hinaus erweitert wurde.
Wörter mit slawischem Ursprung
- Grenze
- Roboter
- Vampir
- Zobel
Literatur
- Trautmann, Reinhold: Die slavischen Völker und Sprachen. Eine Einführung in die Slavistik. Leipzig 1948 (alt, aber immer noch gut)
- Rehder, Peter (Hrsg.): Einführung in die slavischen Sprachen. Darmstadt 1998(3).
- Comrie, Bernard: The Slavonic languages. London 1993.
Kategorie:Sprachfamilie
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Slawistik
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als:Slawische Sprachen
ja:スラヴ語派
ko:슬라브어파
Griechische Sprache
Griechisch (griechisch ελληνικά) ist eine indogermanische Sprache, die einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie darstellt. Eine nähere Verwandtschaft scheint nur zur antiken makedonischen Sprache bestanden zu haben. Griechisch wird von ca. 16 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen ca. 10,5 Millionen in Griechenland leben, wo es Amtssprache ist. Die anderen Muttersprachler sind auf 35 andere Staaten verteilt. Auf Zypern ist Griechisch ebenfalls Amtssprache, offiziell neben dem Türkischen. Außerdem ist in einigen südalbanischen und süditalienischen Gemeinden, in denen Angehörige der griechischen Minderheit leben, das Griechische als lokale Amts- und Schulsprache zugelassen.
Siehe: Griko in Italien
Eine Vielzahl von altgriechischen Wörtern werden darüber hinaus auch in diversen Fachsprachen verwendet und haben Eingang in viele moderne Sprachen gefunden.
Die Sprachcodes nach ISO 639 für Neugriechisch (ab 1453) sind el
bzw. ell oder gre und für Altgriechisch (bis
1453) grc.
Geschichte
1453
Die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Sprache sind in Linearschrift B geschrieben. Sie begegnen ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. - also in mykenischer Zeit - als sehr kurze Texte auf Transportamphoren, wo sie den Inhalt bezeichnen. Längere Texte auf zahlreichen Tontäfelchen, ebenfalls rein praktischer Natur, wurden in den Archiven einiger mykenischer Paläste gefunden. Sie stammen aus dem Beginn des 12. Jahrhundert v. Chr.. Nach Zerstörung der meisten bisher bekannten mykenischen Paläste im 12. Jh. ging die Linearschrift B und damit die Schriftlichkeit der ägäischen Welt nach herrschender Meinung verloren. Zumindest gibt es bisher keine Schriftfunde aus der Zeit der dunklen Jahrhunderte. Gegen Ende der dunklen Jahrhunderte, vermutlich um 800 v.Chr., übernehmen die Griechen das phönizische Schriftsystem, das sie im Grunde auch heute noch benutzen. Eines der bekanntesten frühen Beispiele der neuen alphabetischen Schrift zeigt der sog. Nestor-Becher. In klassischer Zeit ist eine Vielzahl von Dialekten feststellbar, zu den wichtigsten zählen das (noch heute in den Schulen als Altgriechisch gelehrte) Attische, das Ionische, das Dorisch-Nordwestgriechische, das Aeolische und das Arkadisch-Kyprische. Die am Anfang der schriftlichen Überlieferung stehenden homerischen Epen, die Ilias und die Odyssee, sind zum Beispiel in einer künstlerischen Sprachform verfasst, die Worte aus verschiedenen Dialekten benutzte, oft nach den Anforderungen des Metrums, im ganzen jedoch Ionisch mit äolischer Prägung ist.
Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Vormachtstellung Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. machte den dort gesprochenen attischen Dialekt zur Grundlage einer überregionalen Gemeinsprache (Koiné, griechisch κοινή, die Gemeinsame oder Allgemeine), die durch die Eroberungen Alexanders des Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. zur Weltsprache und lingua franca aufstieg. Auch im Römischen Reich blieb Griechisch neben Latein Amtssprache, dies auch aufgrund der kulturellen Abhängigkeit der Römer von den Griechen. In der Osthälfte des Reiches war Griechisch bereits seit dem Hellenismus die dominierende Sprache. Der Einfluss fremder Sprachen und der fortbestehenden Dialekte führte immer wieder, insbesondere im 2. Jahrhundert, zu Bemühungen um eine Reinigung der griechischen Sprache unter Rückgriff auf das klassische Attisch. Eine solche bereinigte Form des Altgriechischen wurde nach der Teilung des Römischen Reiches (395) zur Amts- und Literatursprache des oströmischen Reiches, das nach der Abschaffung der lateinischen Amtssprache um 630 endgültig vom römischen zum byzantinischen Reich wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt versiegt die Produktion literarischer Werke auf Altgriechisch; die Sprache des byzantinischen Reiches weist da schon deutliche Unterschiede in Grammatik und Aussprache auf. Nach der arabischen Eroberung Syriens und Ägyptens blieb Griechisch dort zunächst noch für einige Jahrzehnte Amtssprache, bevor es diese Funktion ab etwa 700 an das Arabische verliert.
Während der Besetzung Griechenlands durch das osmanische Reich war der Unterricht in griechischer Sprache offiziell verboten. Jedoch lebte sie im Alltag der Griechen (und vielfach von Priestern heimlich gelehrt) fort, veränderte sich aber aufgrund geringer Schriftkenntnis und mangelnder Gelehrsamkeit relativ stark. Nach der modernen Staatsgründung wurde die so genannte Katharévousa (griechisch καθαρεύουσα, Reinsprache; die Grundlagen wurden von Korais geschaffen) offizielle Unterrichts- und Amtssprache, eine „künstlich“ geschaffene Standardsprache, die den Wortschatz der am klassischen Attisch orientierten Koiné abermals künstlich konservierte, jedoch innerhalb weitgehend neugriechisch geprägter Aussprache- und Grammatikstrukturen. Erst 1976 wurde die Volkssprache (Dimotikí, griechisch δημοτική) endgültig zur Sprache der staatlichen Verwaltung und der Wissenschaft; allerdings sind viele Katharévousa-Worte im Laufe der Zeit wieder in die Dimotikí zurück übernommen worden.
Im Verlauf der Jahrtausende hat sich die griechische Sprache vielfach in der Aussprache geändert, die Orthographie blieb jedoch dank vielerlei Bemühungen um eine Reinhaltung der Sprache weitgehend konstant. Die in hellenistischer Zeit in die griechische Schriftsprache eingeführten Akzente und Symbole für Hauchlaute wurden noch bis vor kurzem verwendet. Durch Erlass Nr. 297 des griechischen Präsidenten vom 29. April 1982 wurden der Akzent Gravis, der Akzent Zirkumflex sowie die Hauchzeichen Spiritus asper und Spiritus lenis abgeschafft. Es gibt seitdem in der griechischen Schriftsprache nur noch den Akzent Akut, der die betonte Silbe anzeigt.
Die griechische Sprache und Schrift hatte auf die Entwicklung Europas immensen Einfluss: Sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet wurde auf der Basis des griechischen Alphabets entwickelt. Die Rückbesinnung auf das im Westen fast vergessene Griechisch, ausgelöst unter anderem durch die Flucht vieler Byzantiner in den Westen nach dem Fall Konstantinopels 1453, war eine der Hauptquellen der Renaissance und des Humanismus (siehe hierzu auch: Philhellenismus).
Noch heute werden wissenschaftliche Fachbegriffe gerne unter Rückgriff auf griechische (und lateinische) Wörter geprägt.
Das Neue Testament wurde ursprünglich in hellenistischem Griechisch geschrieben und das erste Mal von Erasmus von Rotterdam gedruckt.
Grammatik
Altgriechisch
Die ersten Grammatiken des Abendlandes wurden zu hellenistischer Zeit in der philologischen Schule von Alexandria abgefasst. Aristarch von Samotrake schrieb eine tékhne grammatiké des Griechischen. Die vermutlich erste autonome grammatische Schrift ist die tékhne grammatiké des Dionysios Thrax (2. Jh. v.Ch.), welche die Phonologie und Morphologie einschließlich der Wortarten umfasst. Die Syntax ist Gegenstand eines sehr systematischen Werks des zweiten bedeutenden griechischen Grammatikers, des Apollonios Dyskolos (2. Jh. n.Ch.). Angeblich im Jahre 169/8 "importierten" die Römer die griechische Grammatik und adaptierten sie.
Die Grammatik des Altgriechischen ist auf den ersten Blick recht ähnlich zum Lateinischen, was Partizipialkonstruktionen und sonstige grammatische Phänomene (AcI etc.) anbelangt, so dass Lateinkenntnisse beim Erlernen des Altgriechischen sehr hilfreich sind – und umgekehrt. Gutes Verständnis der deutschen Grammatik hilft allerdings auch; in vielen Fällen ist das Altgriechische dem Deutschen strukturell ähnlicher als dem Lateinischen, beispielsweise sind die bestimmten Artikel im Griechischen vorhanden, während sie im Lateinischen fehlen. Es gibt auch Fälle, in denen die Ähnlichkeit mit dem Lateinischen eher oberflächlicher Art ist und mehr Verwirrung stiftet als hilft – beispielsweise werden die Zeitformen der Verben im Griechischen oft anders verwendet als im Lateinischen.
Im Westen und auch in diesem Artikel werden gewöhnlich lateinische Begriffe (wie Substantiv, Dativ, Aktiv, Person … ) zur Bezeichnung von altgriechischen grammatischen und semantischen Kategorien verwendet, die direkte Übersetzungen der griechischen Definitionen darstellen. In Griechenland werden dagegen bis heute die griechischen Originalbegriffe aus der tékhne grammatiké des Dionysios Thrax verwendet.
Nominale Wörter
Hierzu zählen die Wortarten Substantiv, Adjektiv und Pronomen, die alle dekliniert werden. Auch Partizipien, Verbaladjektive und Infinitive werden dekliniert, sie gelten aber als Zwischenformen (sogenannte Nominalformen des Verbs). Hinsichtlich der Deklination ist folgendes zu benennen:
- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
- (allgemeine) Regeln:
- Maskulinum: bei Bezeichnungen für männliche Wesen, Winde, Flüsse und Monate
- Femininum: bei Bezeichnungen für weibliche Wesen, Länder, Inseln und Städte
- Neutrum: dient unter anderem zur Verkleinerung oder Verächtlichmachung von Wörtern männlichen und weiblichen Geschlechts.
- Für den sonstigen Gebrauch lassen sich keine eindeutigen Regeln aufstellen.
- Besonderheit des Neutrums: Bei Neutrum-Subjekten steht das Verb, auch wenn das Subjekt im Plural steht, in der 3. Person Singular. Diese Besonderheit besteht deswegen, weil das Griechische im Fall des Neutrums einen echten Plural nicht gebildet hat. Der Plural des Neutrums ist eigentlich ein aus dem Indogermanischen ererbter "kollektiver Singular", d.h. ein Sammelbegriff, der formal ein Singular ist, von der Funktion her aber einem Plural entspricht (wie im Deutschen: der Busch, das Gebüsch). Ferner haben im Neutrum – wie in allen indogermanischen Sprachen – Akkusativ und Nominativ identische Formen. Im Griechischen tritt noch die Form des Vokativs den beiden anderen Kasus als identisch hinzu.
Kasussystem
Von den acht Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen fünf erhalten: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ und Vokativ. Die Funktionen der nicht erhaltenen Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen auf den Dativ und den Genitiv verteilt. Die Aufteilung ähnelt der der deutschen Sprache.
Grundfunktionen der Kasus:
- Akkusativ
- echter Akkusativ (direktes Objekt)
- adverbial: Lativ (Richtung, Ausdehnung, Dauer)
- Genitiv
- echter Genitiv (Bereich)
- Separativ (Herkunft)
- Dativ
- echter Dativ (indirektes Objekt)
- Soziativ (Gemeinschaft)
- Instrumental (Mittel)
- Lokativ (Ort, Zeit)
Verben
Tempussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Tempusstämme: Präsensstamm, Aoriststamm, Perfektstamm, Futurstamm; wovon die ersten drei ein System bilden. Das Altgriechische besitzt aber kein ausgebildetes Tempussystem. Die Tempusstämme drücken Aspekte aus; – die subjektive Betrachtungsweise, das heißt die Art, wie der Sprechende den Verbalinhalt auffasst. Deswegen ist der Begriff Tempusstamm genaugenommen nicht richtig; besser zu sagen wäre Aspektstamm.
Der Aspekt des Präsensstamms ist durativ (linear, iterativ oder konativ). Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt der Verlauf oder das Andauern einer Handlung ausgedrückt.
Beispiele:
- νοσειν = (krank sein = ) krank darniederliegen
- (απο)θνησκειν = sterben ( = im Sterben liegen)
Der Aspekt des Aoriststamms ist punktuell. Das bedeutet, es wird der bloße Vollzug einer Handlung vermeldet. (Die Bezeichnung punktuell wird benutzt, um den Gegensatz zum linearen Präsensstamm auszudrücken. Der Aoriststamm ist die Normalform und benennt eine Handlung oder ein Ereignis, ohne ausdrücken zu wollen, ob diese Handlung in Wirklichkeit punktuell oder linear war/ist.) Bei diesem Aspekt wird in der Sprachpraxis gern ein bestimmter Punkt des Verbalbegriffs ins Auge gefasst, nämlich der Abschluss (effektiv) oder der Beginn (ingressiv) einer Handlung.
Beispiele:
- ingressiv: νοσησαι = krank werden oder erkranken
- effektiv: (απο)θανειν = sterben (als Moment des Dahinscheidens)
Der Aspekt des Perfektstamms ist resultativ. Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt ein (erreichter) Zustand oder einfach ohne jede nähere Bestimmung die Qualität einer Sache ausgedrückt.
Beispiele:
- τεθνηκεναι (τεθναναι) = (gestorben und nun) tot sein
- πεποιθεναι = vertrauen
Mit der Handhabung dieser drei Aspekte stellt der Griechischsprechende aber die zeitlichen Bezüge her, die von den Aspekten selbst nicht ausgedrückt werden. Die Aspekte gelten nun generell, während es eine direkt zeitliche Bedeutung nur im Indikativ gibt (bis auf das Futur. siehe unten).
Die Vergangenheit wird mit Hilfe der Nebentempora, die nur im Indikativ auftauchen, gebildet. Das sind im Präsensstamm das Imperfekt, im Perfektstamm das Plusquamperfekt und im Aoriststamm der Aorist. (Der Aoriststamm ist der älteste Tempusstamm und hat ein Haupttempus im Indikativ nie ausgebildet.)
Der vierte Tempusstamm des Altgriechischen, der Futurstamm, ist eine jüngere Entwicklung und hat in der Tat in allen Modi zeitliche Bedeutung.
Übersicht über die Tempusformen im Indikativ:
Modussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Modi: Indikativ, Optativ, Konjunktiv, Imperativ. Die Funktionen, die diese Formen syntaktisch erfüllen, sind sehr vielfältig. Hier kann nur eine grundsätzliche Bestimmung ihrer Bedeutung vorgenommen werden.
Der Modus bringt die geistige Einstellung des Sprechenden gegenüber dem Verbalinhalt zu Ausdruck.
Mit dem Indikativ drückt der Sprecher aus, dass ihm ein Vorgang oder Zustand als wirklich (real) erscheint.
In den anderen Modi drückt der Sprecher aus, dass ihm der Vorgang oder Zustand nur als vorgestellt gilt.
Der Imperativ drückt einen Befehl aus.
Der Konjunktiv drückt einen Willen (Voluntativ) oder eine Erwartung (Prospektiv) aus. (Er hat also leicht futurische Bedeutung, was umgekehrt für das Futur in Bezug auf den Konjunktiv auch gilt).
Der Optativ drückt einen Wunsch (Kupitiv) oder eine Möglichkeit (Potentialis) aus.
Genera Verbi (eigentlich und für das Griechische besser: Diathese)
Von den drei Genera Verbi sind zwei (Aktiv und Medium) aus dem Indogermanischen geerbt. Das Passiv ist eine jüngere Entwicklung.
Das Aktiv drückt einfach eine Tätigkeit aus.
Das Medium drückt aus, dass das Subjekt an der Handlung beteiligt ist, oder an ihr interessiert ist, dass also eine nähere Beziehung zwischen Subjekt und Handlung besteht (transitives Medium). Ferner kann es ausdrücken, dass das Subjekt von seiner eigenen Handlung betroffen ist (intransitives Medium). Der Begriff Medium soll in etwa ausdrücken, dass diese Form zwischen Aktiv und Passiv stehe. Das ist jedoch weder sprachgeschichtlich, noch morphologisch richtig. Das Passiv ist im Griechischen der Grenzfall des Mediums, denn:
Das Passiv drückt die Wirkung einer Handlung auf das Subjekt aus, die nicht von ihm ausgeht. Insofern die Handlung nur noch auf das Subjekt wirkt, ohne von ihm auszugehen, bildet es den Grenzfall des Mediums. (Außerhalb des Futur- und Aoriststamms hat das Passiv keine eigenständige Form. Formal übernimmt dort das Medium neben der eigenen Funktion auch die des Passivs, was nur aus dem syntaktischen Zusammenhang, oder bei genauer Kenntnis der Beschaffenheit des entsprechenden Verbums zu unterscheiden ist.)
Beispiele:
Aktiv: er löst (etwas)
transitives Medium: er löst (etwas) für sich
intransitives Medium: er löst sich, er lässt sich lösen
Passiv: er wird gelöst (von jdm.)
- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Erste Person (ich / wir), zweite Person (du / ihr), dritte Person (er, sie, es, Substantiv im Singular / sie, Substantiv im Plural).
Die Personalpronomen des Nominativ werden wie in vielen anderen indogermanischen Sprachen meist ausgelassen, wenn sie nicht besonders betont werden sollen. Es muss also nicht zwangsläufig ein das Subjekt ausdrücklich nennendes Bezugswort (Pronomen oder Substantiv) beim Verb stehen – die Endung reicht aus, um die Person und damit das Subjekt zu identifizieren.
Neugriechisch (Dimotiki)
Die neugriechische Sprache hat einen Großteil der altgriechischen Grammatik vereinfacht, ist aber immer noch eine stark flektierende Sprache. Sie ist eine der wenigen indogermanischen Sprachen, die eine synthetische (also nicht mit Hilfsverben konstruierte) Diathese behalten hat. Der Dativ ist bis auf wenige Formen wie εν τάξει (en táxei //) ("in Ordnung") verloren gegangen und wird meist durch die Konstruktion eis (eigentl. in... hinein) + Akkusativ ersetzt. Andere wichtige Änderungen der Grammatik sind der Verlust des Optativs (wird durch den Konjunktiv ersetzt), des Infinitivs (wird durch Nebensätze ersetzt "Ich will kaufen" -> "Ich will, dass ich kaufe") und des Duals (wird durch den Plural ersetzt), die Verkleinerung der Anzahl von Deklinationen und der verschiedenen Formen in jeder Deklinaton, der neue Modalpartikel θα (aus θέλω να ("ich will, dass...") > θε' να > θα) für das Futur und Konditional, die Einführung von Hilfsverben, die Reduzierung der Partizipien auf zwei, ein aktives und ein passives, die Erweiterung des Futurs auf die Aspektunterscheidung zwischen Präsens/Imperfekt und Aorist, der Verlust der dritten Person Imperativ, außer in Archaismen wie ζήτω! ('Lang lebe!'); neue Pronomen für die 2. Person Plural, da die alten wegen der Lautveränderung akustisch nicht mehr von denen der 1. Person Plural zu unterscheiden waren; und der Vereinfachung des Systems der Präfixe, wie bei der Augmentation und Reduplikation.
Das Phonemsystem der neugriechischen Sprache:
Vokale
geschlossen
halbgeschlossen
offen
Alle Vokale werden kurz ausgesprochen.
laut IPA
Konsonanten
p t k
b d g
v δ z γ
f θ s χ
m n
l
r
Siehe auch
- Griechisches Alphabet
- Liste griechischer Präfixe
- Liste griechischer Suffixe
- griechische Präpositionen
- Liste griechischer Magischer Quadrate
- Namenforschung
- Griechische Zahlen
- griechische Zahlwörter
- Griechische Phrasen und Redewendungen
Literatur
- Geschichte:
- Francisco R. Adrados: Geschichte der griechischen Sprache von den Anfängen bis heute. Tübingen/Basel 2002
- Hans Eideneier: Von Rhapsodie zu Rap. Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute. Tübingen 1999
- etymologische Wörterbücher (altgriechisch):
- Pierre Chantraine: Dictionnaire étymologique de la langue grecque : histoire des mots. 4 Bände. Paris 1968-80 (Neuauflage 1999)
- Hjalmar Frisk: Griechisches etymologisches Wörterbuch. 3 Bände. Heidelberg 1973
- Alois Vanicek: Griechisch-lateinisches etymologisches Wörterbuch. Leipzig 1877 (Nachdruck 1972)
- Wörterbücher (altgriechisch):
- Wilhelm Gemoll: Griechisch–Deutsches Schul- und Handwörterbuch bei Oldenburg Schulbuchverlag. ISBN 3-486-13401-9
- Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache in 4 Bänden. Braunschweig 1842 ff. (3. Aufl. 1880; Nachdruck 1954)
- Grammatiken (altgriechisch):
- Eduard Bornemann (u. Mitw. v. Ernst Risch): Griechische Grammatik. Frankfurt a.M. 1978
- Adolf Kaegi: Kurzgefasste griechische Schulgrammatik. Berlin 1884 (seither ständig nachgedruckt), ISBN 3-615-70100-3
- Historische Grammatik:
- Helmut Rix: Historische Grammatik des Griechischen. Laut- und Formlehre. Darmstadt 1992
Weblinks
- [http://www.geocities.com/kurogr/ Wörterbuch Mykenisches Griechisch - klassisches Altgriechisch - Englisch (PDF)]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/graeca/Auctores/g_alpha.html griechische Texte in der Bibliotheca Augustana]
- [http://info.uibk.ac.at/c/c6/c604/pdf/Hajnal/Griech.Dial.pdf Die Vorgeschichte der griechischen Dialekte] - Ein Aufsatz über Entstehen und Geschichte der altgriechischen Dialekte.
- [http://kypros.org/LearnGreek/ Online-Kurs vom zypriotischen Rundfunk CyBC, 105 Lektionen à 30 Min., engl., Real Audio]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.chairete.de/ Materialen zum Altgriechischen, Autoren]
- [http://www.altesprachen.de/heureka/heureka.htm Altesprachen.de]
- [http://www.geocities.com/Athens/Agora/6594/inhalt.html Altgriechisch] (Ziemlich umfangreicher Einstiegskurs)
- [http://www.combib.de/infoseiten/griechisch/griechisch.html Aussprachehilfe zum neutestamentlichen Griechisch] (Deutsche Schulaussprache, nicht Originalaussprache!)
- [http://www.gottwein.de/grueb/gr000.htm Altgriechischer Online-Sprachkurs]
- [http://www.gottwein.de/ Navicula Bacchi] (exzellente Seite rund um die Klassische Philologie mit sehr vielen Unterrichtsmaterialien)
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechisch.html Bibliographie - Griechisch]
-
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Einzelsprache
als:Griechische Sprache
ja:ギリシア語
ko:그리스어
ms:Bahasa Greek
simple:Greek language
th:ภาษากรีก
Romanische SprachenDie romanischen Sprachen sind ein Zweig der indoeuropäischen bzw. indogermanischen Sprachen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Sprachgruppen ist die "Ursprache" des Romanischen gut bezeugt: es handelt sich um das gesprochene Latein (Volkslatein oder Vulgärlatein). Das Lateinische selbst gilt nicht als romanische Sprache, sondern wird zu den italischen Sprachen gezählt, die aber heute alle außer den "Nachkommen" des Lateinischen als gesprochene Sprachen ausgestorben sind.
Heutige Standardsprachen
Die heutigen romanischen Standardsprachen sind:
Romanische Sprachen nach Untergruppen
Die romanischen Sprachen lassen sich nach teilweise systemlinguistischen, teilweise geographische Kriterien in mehrere Untergruppen einteilen. Bei der folgenden Liste der romanischen Sprachen ist zu beachten, dass bei vielen romanischen Idiomen die Aufzählung schwierig ist, da sie je nach Quelle mal als eigenständige Sprachen, mal als Dialekte geführt werden. Das hängt damit zusammen, dass sie nicht über eine einheitliche Standardsprache verfügen, sondern überwiegend neben einer anderen Standardsprache vor allem in informellen Kontexten verwendet werden (Diglossie).
Mit Ausnahme des Sephardischen und des Anglonormannischen handelt es sich bei den hier aufgezählten um Sprachformen, die sich direkt und in ungebrochener zeitlicher Kontinuität aus dem gesprochenen Latein entwickelt haben. Sie bilden in Europa mit Ausnahme des Rumänischen auch ein räumliches Kontinuum. Man spricht aufgrund der zeitlichen und räumlichen Kontinuität auch von Romania continua.
Iberoromanische Sprachen
Zum Iberoromanischen gehören die spanische, die portugiesische, die galicische und die katalanische Standardsprache (die letztere einschließlich des Valencianischen). Das Katalanische nimmt dabei eine Übergangsstellung zwischen dem Iberoromanischen und dem Galloromanischen ein. Außerdem gehören zu den iberoromanischen Sprachen:
- Aragonesisch im Norden der Region Aragón in Spanien
- Asturisch in der Region Asturien und der Provinz León in Spanien. Eng mit diesem verwandt ist das Mirandesische (Mirandês) im Nordosten Portugals, das dort lokale Amtssprache ist.
- Sephardisch, die Sprache der nach 1492 aus Spanien vertriebenen jüdischen Sepharden, wird noch heute in der Türkei, in Israel und in New York gesprochen.
Galloromanische Sprachen
Die galloromanischen Sprachen sind alle romanischen Sprachen, die sich aus dem Vulgärlatein der gallischen Bevölkerung im Römischen Reich entwickelte, die auch als Gallo-Römer bezeichnet werden.
Auf fast dem gesamten Gebiet der galloromanischen Sprachen wird heute die französische Standardsprache verwendet. Nach sytemlinguistischen Kriterien kann man die galloromanischen Sprachen zu drei Gruppen zusammenfassen:
- Langues d'oïl. Zu diesen gehören neben dem Französischen mehrere enger mit diesem verwandte Dialekte, die von manchen auch als eigene Sprachen angesehen werden:
- Gallo im östlichen Teil der Bretagne
- Picardisch in Nordostfrankreich und Belgien
- Wallonisch in Nordostfrankreich und Belgien
- Anglonormannisch, die Sprache der normannischen Oberschicht im mittelalterlichen England nach 1066
- Jèrriais auf der Insel Jersey
- Franko-Provenzalisch. Unter diesem Begriff werden von Linguisten die Dialekte des mittleren Rhônetales, des größten Teiles der französischsprachigen Schweiz (Romandie), Savoyens und des Aostatales zusammengefasst. Eine Standardsprache oder ein eigenständiges Sprachbewusstsein existiert jedoch nicht, als Schriftsprache wird hier von Alters her das Französische verwendet.
- Langues d'oc oder Okzitanisch in Südfrankreich (Okzitanien), den Alpen Nordwestitaliens und der Val d'Aran in Katalonien. Dieses muss aufgrund des Systemabstandes auf alle Fälle als eigenständige romanische Sprache klassifiziert werden, besitzt jedoch keine allgemein anerkannte Standardvarietät. Mehrere Dialekte des Okzitanischen werden gelegentlich auch als eigene Sprachen betrachtet:
- Auvergnatisch in der Auvergne
- Gascognisch in Südwestfrankreich zwischen der Garonne und den Pyrenäen sowie in der Val d'Aran; in der Val d'Aran ist die lokale Varietät, das Aranesische, lokale Amtssprache.
- Languedokisch im Languedoc
- Limousinisch im Limousin
- Nissart im Gebiet um Nizza (wird oft auch zum Provenzalischen gezählt)
- Provenzalisch in der Provence (die Bezeichnung Provenzalisch wurde früher auch für das Okzitanische als Ganzes verwendet)
Die Abgrenzung des Galloromanischen zum Iberoromanischen und zum Italoromanischen innerhalb des romanischen Dialektkontinuums ist nicht eindeutig. Das Katalanische nimmt eine Übergangsstellung zwischen Galloromanisch und Iberoromanisch ein, die galloitalienischen Varietäten haben rein systemlinguistisch betrachtet mehr mit dem Galloromanischen gemeinsam als mit dem übrigen Italoromanischen, zu dem sie aus geographischen und kulturgeschichtlichen Gründen meist gezählt werden.
Rätoromanische Sprachen
Unter der Bezeichnung rätoromanische Sprachen werden das Furlanische, das Bündnerromanische und das Ladinische zusammengefasst.
Italoromanische Sprachen
Die einzige italoromanische Standardsprache ist das Italienische. Die übrigen italoromanische Sprachen gehören mit Ausnahme des Korsischen und des Monegassischen alle zum Geltungsbereich der italienischen Standardsprache und werden deshalb oft auch als italienische Dialekte klassifiziert. Sie lassen sich in drei Untergruppen einteilen, zwischen denen große Unterschiede bestehen:
- Die Varietäten der nördlichen Gruppe, die von manchen zusammenfassend auch als Padanisch bezeichnet werden, nehmen eine Übergangsstellung zum Galloromanischen ein. Während das Venetische größere Gemeinsamkeiten mit dem übrigen Italoromanischen aufweist, haben die übrigen norditalienischen Varietäten, die zusammenfassend auch als Galloitalienisch bezeichnet werden, auf dem Gebiet der Lautentwicklung und der Morphologie mehr mit dem Galloromanischen gemeinsam als mit dem übrigen Italoromanischen. Zur nördlichen Gruppe gehören:
- Emilianisch in der Emilia-Romagna
- Ligurisch in Ligurien; eine ligurische Varietät ist auch das Monegassische in Monaco
- Lombardisch in der Lombardei
- Piemontesisch im Piemont
- Venezianisch oder Venetisch in der Region Venetien in Nordostitalien
- Mittelitalienische Varietäten werden in den Regionen Toskana und Umbrien und im größten Teil von Latium und Marken gesprochen. Die Grenze zu den norditalienischen Varietäten folgt ungefähr der Linie La Spezia-Rimini, die Grenze zu den süditalienischen Varietäten der Linie Rom-Ancona. Sie bilden die Grundlage der italienischen Standardsprache. Das Korsisch auf Korsika, das dort neben dem Französischen auch in begrenztem Maße offizielle Anerkennung erlangt hat, gehört systemlinguistisch betrachtet auch zu den mittelitalienischen Varietäten, hat jedoch aus geographischen und kulturgeschichtlichen Gründen eine Sonderstellung.
- Die süditalienischen Varietäten werden in der südlichen Hälfte der Apenninhalbinsel und auf Sizilien gesprochen. Am bekanntesten sind das das Napolitanische in Neapel und der Region Kampanien und das Sizilianisch auf Sizilien.
Sardisch
Das Sardische auf Sardinien lässt sich keiner der Untergruppen zuordnen. Sie besitzt derzeit keine einheitliche Standardsprache, muss jedoch aufgrund ihres Systemabstandes zu den übrigen romanischen Sprachen auf alle Fälle als eigenständige Sprache klassifiziert werden.
Balkanromanische Sprachen
Die einzige balkanromanische Standardsprache ist das Rumänische. Außerdem gehören zu dieser Gruppe mehrere in Südosteuropa gesprochene Kleinsprachen, die früher auch oft als rumänische Dialekte betrachtet wurden:
- Aromunisch (auch: Mazedorumänisch) in Nordgriechenland, Mazedonien, Albanien
- Istrorumänisch im Nordosten Istriens (Kroatien)
- Meglenorumänisch in der Meglen-Ebene an der Grenze zwischen Griechenland und der Republik Mazedonien.
Ausgestorbene romanische Sprachen
Heute ausgestorbene romanische Sprachen (Romania submersa, untergegangene Romania) sind:
- Dalmatisch an der östlichen Adriaküste (mit den Varianten Vegliotisch auf der Insel Krk (italienisch: Veglia), Ragusäisch um Dubrovnik (italienisch: Ragusa)
- Mozarabisch (in Andalusien)
- nordafrikanisches Romanisch
- Moselromanische Sprache (romanische Sprachinsel im Moseltal)
Kreolsprachen auf romanischer Grundlage
Manche Linguisten rechnen auch die romanisch-basierten Pidgins und Kreolsprachen zu den romanischen Sprachen.
Diese "neuromanischen Sprachen" (Romania nova) lassen sich einteilen in:
- Lingua Franca (Pidgin)
- französisch-basierte Kreolsprachen
- spanisch-portugiesisch-basierte Kreolsprachen
Siehe auch: Liste der Kreolsprachen
Plansprachen auf teilweise romanischer Grundlage
Unter romanischem Einfluss sind verschiedene sogenannte „Konstruierte Sprachen“ entwickelt worden, z.B. Esperanto oder Interlingua.
Literatur
- Alwin Kuhn: Die romanischen Sprachen, Bern (Francke) 1951.
- Rainer Schlösser: Die romanischen Sprachen, München (Beck) 2001. ISBN: 3406447678
- Carlo Tagliavini: Einführung in die romanische Philologie, München (Beck) 1973.
Siehe auch
- Panromanismus
- Quantitätenkollaps
Kategorie:Sprachfamilie
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als:Romanische Sprachen
ja:ロマンス語
simple:Romance languages
zh-min-nan:Romance gí-giân
Russische Sprache
Die russische Sprache (früher auch Großrussisch genannt) ist die slawische Sprache mit den meisten Sprechern. Sie bildet zusammen mit dem Ukrainischen (früher auch als Kleinrussisch bezeichnet), dem Weißrussischen und dem Russinischen die Gruppe der ostslawischen Sprachen. Die russische Standardsprache beruht auf den mittelrussischen Mundarten der Gegend um Moskau.
Russisch wird von etwa 180 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen etwa 130 Millionen in Russland leben. Es ist Amtssprache in Russland, Weißrussland (zusammen mit Weißrussisch), Kasachstan (zusammen mit Kasachisch) und der zur Ukraine gehörenden Autonomen Republik Krim (zusammen mit Ukrainisch). In diesen und weiteren Staaten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion ist es sowohl Muttersprache eines Teiles der Bevölkerung als auch Sprache eines großen Teiles des öffentlichen Lebens. Die russische Sprache ist ebenso eine verbreitete Sprache für Wissenschaft, Kunst und Technik. Zählt man die Zweitsprachler hinzu, kommt man auf etwa 300 Millionen Sprecher.
Alphabet
Russisch wird mit dem russischen Alphabet geschrieben (rus.: русский алфавит od. русская азбука), das dem kyrillischen Alphabet (rus.: кириллический алфавит od. кириллица) entstammt.
Seit der letzten Rechtschreibreform im Jahre 1918 besteht das russische Alphabet aus 33 Buchstaben. Davon dienen 10 Buchstaben zur Wiedergabe der Vokale, und zwar: а, е, ё, и, о, у, ы, э, ю und я. Die übrigen 22 Buchstaben werden zur Wiedergabe von Konsonanten verwendet, wobei die Buchstaben ъ und ь nicht zur Nachbildung bestimmter, eingenständiger Laute, sondern als Indikatoren für die Härte oder Weichheit vorangehender Konsonanten dienen [mehr dazu siehe unter: Russische Phonetik].
Siehe auch: Russische Rechtschreibreform von 1918
Aussprache
Die Aussprache der russischen Sprache bezeichnet die Phonetik und die Phonologie der russischen Standardsprache. Im weiteren Sinne kann darunter auch die Aussprache in verschiedenen Varietäten (Dialekten und Mundarten) der russischen Sprache verstanden werden.
Tonalität
Russisch ist eine nicht-tonale Sprache, d.h. die Tonhöhe der Vokale hat keinen Einfluss auf die Bedeutung eines Wortes. Auch wie im Deutschen wird im Russischen innerhalb oder am Ende eines Satzes unterschiedliche Stimmhöhe benutzt, um z.B. einen Aussagesatz von einem Frage- oder Ausrufesatz kenntlich zu machen. Die Stimmhebung oder -senkung dient hier aber dazu, um die Bedeutung eines Satzes zu ändern oder dessen bestimmte Teile klanglich hervorzuheben. In tonalen Sprachen hingegen ändert der Ton die Bedeutung einzelner Wörter.
Wortbetonung
Die Betonung eines Wortes (der Wortakzent) hat im Russischen eine wichtige und häufig eine sinnunterscheidende Bedeutung. Falsch betonte Wörter können zu Verständnisschwierigkeiten führen, insbesondere dann, wenn sie aus dem sprachlichen Kontext isoliert oder einzeln ausgesprochen werden. In der sprachwissenschaftlichen Literatur wird die russische Wortbetonung u.a. als frei und beweglich bezeichnet. So werden z.B. durch die Verlagerung der Betonung innerhalb einiger russischen Wörter ihre unterschiedlichen Flexionsformen gebildet.
Für eine ausführliche Darstellung siehe: Wortbetonung in der russischen Sprache
Phonetik
Die phonetische Struktur der modernen russischen Standardsprache zählt 42 bedeutungsunterscheidende Einzellaute (Phoneme), die sich wiederum in 6 Vokal- und 36 Konsonantenlaute aufteilen lassen. Das umfangreiche Phoneminventar des Russischen erklärt sich durch eine für slawische Sprachen typische Besonderheit der Aussprache, und zwar werden die meisten russischen Konsonanten sowohl hart als auch weich (palatalisiert) ausgesprochen. Hierbei handelt es sich aber nicht um so genannte Phone, sondern um einzelne Phoneme, denn jede dieser Aussprachevarianten ist bedeutungsunterscheidend. Einige russische Dialekte haben einen spezifischen Phonembestand, in dem einige Konsonanten vorwiegend hart bzw. palatalisiert oder etwas anders (z.B. guttural) ausgesprochen werden.
Die Aussprache russischer Vokale und Konsonanten variiert in Abhängigkeit davon, welche Position sie in einem Wort einnehmen. Dabei unterscheidet man bei Vokalen zwischen einer betonten und einer unbetonten Position. So wird beispielsweise das "o" als [o] in betonter und als [a] oder [ə] in unbetonter Position ausgesprochen. Die Aussprache vieler russischen Konsonanten wird wiederum durch andere, ihm nachfolgende Konsonanten bestimmt. So werden u.a. alle stimmhaften Konsonanten nicht nur am Wortende stimmlos ausgesprochen, sondern auch dann, wenn sie einem anderen stimmlosen Konsonanten vorangehen.
Im Unterschied zum Deutschen ist die Länge der Vokale im Russischen weder bedeutungsunterscheidend (wie z.B. in Stiel – still) noch für die richtige Aussprache eines Wortes ausschlaggebend. Die betonten Vokale werden in der Regel halblang ausgesprochen. Die unbetonten Vokale sind dagegen kurz und unterscheiden sich häufig von den entsprechenden betonten Vokalen auch qualitativ. Im Russischen gibt es keine Diphthonge. Sowohl Doppelvokale als auch zwei unterschiedliche, aufeinander folgende Vokale werden stets als einzelne Laute ausgesprochen (wie z.B. in Kooperation, aktuell, Museum, geimpft).
Für eine ausführliche Darstellung der russischen Phonetik siehe: Russische Phonetik
Grammatik
Wie die meisten slawischen Sprachen ist auch das Russische stark flektierend. In einer flektierenden Sprache ändert sich die Gestalt eines Wortes innerhalb diverser grammatischen Kategorien, und zwar einerseits durch Hinzufügung von Affixen (schwache od. äußere Flexion) oder durch Veränderung des Wortstammes (starke od. innere Flexion). Für das Russische sind die beiden Flexionsarten charakteristisch. Im Falle der starken Flexion verändert sich der Stamm vieler russischen Wörter bei deren Beugung (Deklination, Konjugation, Komparation), und zwar durch Ablaut (z.B.: мыть - мою, жевать - жуёт), Konsonantenverschiebung (z.B.: возить - вожу) oder Hinzufügung bzw. Wegfall der Stammvokale (z.B.: брать - беру, один - одна). Dabei können die Attribute der schwachen und der starken Flexion jeweils einzeln oder in Kombination miteinander auftreten (z.B.: жечь - жёг - жгу).
Wortarten und deren grammatische Kategorien:
Auch wie im Deutschen werden im Russischen Substantive, Adjektive und Pronomen nach Kasus, Genus und Numerus gebeugt und Adverbien nur gesteigert. Russische Verben werden hingegen nicht nur nach Tempus und Numerus, sondern in der Vergangenheitsform auch nach Genus gebeugt. Anders als im Deutschen werden im Russischen auch Eigennamen (Personen-, Städte-, Ländernamen u.ä.) und Zahlwörter gebeugt. Außerdem kennt das Russische weder bestimmte noch unbestimmte Artikel. Für die Anzeige von Kasus, Genus und Numerus treten stattdessen zahlreiche Suffixe auf. Bei einer kleinen Gruppe russischer Wörter können grammatische Kategorien durch Verlagerung der Wortbetonung von einer auf die andere Silbe gebildet werden (mehr dazu siehe unter: Wortbetonung in der russischen Sprache). Weitere Wortarten im Russischen sind Präpositionen, Konjunktionen, Fragewörter, Interjektionen, Frage- und Modalpartikeln sowie die Verbpartikel «бы». In einem Satz bleiben sie immer ungebeugt.
Substantive:
Das Russische kennt drei grammatische Geschlechter und sechs grammatische Fälle (Kasus). Bei der Deklination wird innerhalb der grammatischen Geschlechter weiterhin nach belebten (d.h. Lebewesen) und unbelebten (d.h. Sachen) Substantiven unterschieden.
Verben:
Eine Besonderheit der meisten russischen Verben besteht darin, dass sie zwei unterschiedliche Formen haben, um eine Handlung im Zeitgeschehen als vollendet oder unvollendet zu spezifizieren. In der sprachwissenschaftlichen Literatur wird diese verbale Kategorie als Aspekt bezeichnet (mehr dazu siehe unter: Der Aspekt in der russischen Sprache).
Tempus:
Im Unterschied zum Deutschen gibt es in der russischen Standardsprache nur eine Vergangenheitsform, die häufig als Präteritum bezeichnet wird. Diese Bezeichnung beschreibt aber lediglich die Art und Weise, wie die Vergangenheitsform russischer Verben gebildet wird. Diese erfolgt ausschließlich durch Änderung der Gestalt eines Verbs, wie etwa durch Anhängen spezifischer Suffixe, und nicht durch zusätzliche Nutzung von Hilfsverben, wie etwa von Verben „haben“ oder „sein“ im Deutschen.
Syntax (Satzbildung):
Da das Russische stark flektierend ist, sind die gebeugten Formen vieler russischen Wörter oft einzigartig und entsprechen jeweils nur einer bestimmten grammatischen Kategorie. Deshalb ist die Verknüpfung einzelner Satzglieder im Russischen nicht so streng wie im Deutschen geregelt. So muss das Subjekt nicht notwendigerweise unmittelbar vor oder nach dem Prädikat gesetzt werden, ein Aussagesazt kann mit dem Prädikat anfangen oder enden. Innerhalb kurzer Sätze oder einzelner, geschlossener Satzteile kann die Wortfolge oft stark dennoch nicht willkürlich variieren, ohne dabei die Satzsemantik zu verändern. Insbesondere in der Poesie wird dieses besondere Merkmal der russischen Syntax häufig verwendet, indem Sätze zuweilen durch eine unübliche Umstellung der Wörter gebildet werden und somit die Reimfindung erleichtern.
Einige Unterschiede zwischen den Satzbildungsregeln im Deutschen und im Russischen können durch folgende Beispiele veranschaulicht werden:
- Im deutschen Satz „Maria fragt Jan.“ wird die Satzsemantik durch die Reihenfolge [Subjekt] → [Prädikat] → [Akkusativobjekt] bestimmt. Die Substantive, in diesem Fall die Eigennamen „Maria“ und „Jan“, weisen keine grammatischen Merkmale auf, die sie als Subjekt bzw. Akkusativobjekt erkennen lassen. Deshalb, sobald man die beiden Substantive miteinander vertauscht, ändert sich die Bedeutung des Satzes im Deutschen: „Jan fragt Maria.“. Im Russischen lassen sich die beiden Substantive durch ihre Flexionsformen eindeutig als Subjekt bzw. Akkusativobjekt erkennen. Die Bedeutung des Satzes „Мария спрашивает Яна.“ („Maria fragt Jan.“) wird im Russischen also nicht durch die Reihenfolge der Satzglieder, sondern durch deren Flexionsformen bestimmt. Deshalb ändert sich die Satzsemantik durch die Umstellung der Satzglieder nicht. Im russischen Satz wird es immer Maria sein, die Jan fragt und nicht umgekehrt: „Мария спрашивает Яна.“ oder „Мария Яна спрашивает.“ oder „Яна Мария спрашивает.“ oder „Яна спрашивает Мария.“. Will man im Russischen sagen, dass Jan Maria fragt, muss man die Flexionsformen der beiden Substantive ändern: „Ян спрашивает Марию.“.
- Im deutschen Satz „Ich liebe dich.“ muss das Prädikat immer an der zweiten Stelle stehen. Im Russischen Satz kann es entweder an der zweiten oder an der letzten Stelle sein: „Я люблю тебя.“ bzw. „Я тебя люблю.“. Wird das Prädikat an die erste Stelle im Satz gesetzt, so leitet es im Russischen nicht eine Frage ein, sondern hebt lediglich die Handlung hervor und weist in diesem Fall auf die Gefühlsstärke des Sprechenden: „Люблю я тебя.“ („Ich liebe dich so sehr.“).
Für eine ausführliche Darstellung der russischen Grammatik siehe: Russische Grammatik
Dialekte
Man unterscheidet im europäischen Teil Russlands drei sprachlich unterschiedliche Gebiete: Nord-, Mittel- und Südrussland. Die Gebiete unterteilen sich ferner in einzelne Dialekte.
Nordrussisch
Nord-östlich einer Linie vom Ladogasee über Nowgorod und Jaroslawl bis Joschkar-Ola. Diese Mundart kennzeichnet sich durch ein klar ausgesprochens unbetontes "o" (оканье - Okanje), ein gutturales "g" und ein hartes "t".
- Mundartengruppe von Ladoga und Tichwin
- Mundartengruppe von Kostroma
- Mundartengruppe von Wologda
- Mundartengruppe von Onega
- Mundarten von Beloozersk
Mittelrussisch
Die Nördliche Grenze verläuft von Sankt-Petersburg über Nowgorod und Iwanowo bis Nischni Nowgorod und Tscheboksary, die südliche von Welikije Luki über Moskau bis Pensa. Dieses Gebiet zeigt sowohl nördliche als auch südliche Sprachzüge. Im Westen ist das unbetonte "o" ein "o", im Osten ein "a" (аканье - Akanje).
- Westmittelrussisch von Pskow
- Westmittelrussisch von Nowgorod
- Ostmittelrussisch von Moskau und Umgebung
- Ostmittelrussisch von Jegorewsk und Umgebung
- Ostmittelrussisch von Temnikow und Umgebung
- Ostmittelrussisch vom Wolga-Wladimir Gebiet
Südrussisch
Im Bereich südlich von Welikije Luki über Rjasan bis Tambow. Hier spricht man das unbetonte "o" als "a", ein frikatives "g" und ein weiches "t".
- Mundart von Rjasan
- Mundartengruppe vom Dnjepr
- Mundart von Oskol
Mischsprachen
Es gab und gibt einige natürlich entstandene Mischsprachen mit dem Russischen. Bekannteste Vertreter sind die Mischungen mit den nah verwandten Ukrainisch (Surschyk) und Weißrussisch (Trasjanka).
Innerhalb der Sowjetunion vermischte es sich einst auch mit den isolierten Sprachen sibirischer und asiatischer Völker Russlands. An dessen Arktis-Grenzen zu Norwegen wurde vor 100 Jahren noch eifrig Russenorsk gesprochen. Im Fernen Osten wiederum brachte der Kontakt mit Chinesen Kjachta-Russisch hervor. Nationalismus hat auch diese Mischsprachen heute vernichtet. Allein das durch den sowjetischen Einfluss auf Kuba entstandene Rusinol lebt. In Deutschland entsteht zur Zeit unter den russischen Einwanderern eine deutsch-russische Mischsprache.
Lehnwörter
Das Russische hat sich eine ganze Reihe von Wörtern aus dem Deutschen entlehnt (siehe: Liste deutscher Wörter im Russischen). Darüber hinaus sind auch einige russische Wörter in die deutsche Sprache eingegangen (siehe: DDR-Sprache).
- Datsche - дача
- Perestroika - перестройка
- Pogrom - погром
- Sputnik - спутник
- Steppe - степь
- Subbotnik - субботник
- Troika - тройка
- Wodka - водка
- Zobel - соболь
Weitere verwandte Aktikel
- Russische Rechtschreibreform von 1918
- Wortbetonung in der russischen Sprache
- Russische Phonetik
- Russische Grammatik
- Russische Literatur
- Deutschrussisch
- Russischer Mat
Weblinks
- http://www.russian-online.net – Russisch lernen und verstehen – kostenloser Online-Sprachkurs und Sprachführer, für Einsteiger
- http://learning-russian.gramota.ru – Online-Sprachkurs, für Fortgeschrittene
- [http://www.rambler.ru/dict/scripts/go.cgi?btnG=%CD%E0%E9%F2%E8%21&query=&where=deru&start=0&count=15 http://www.rambler.ru/dict/] – Deutsch-Russisches Wörterbuch
- [http://www.dict.russian-german.net http://www.dict.russian-german.net] – freies Deutsch-Russisches Wörterbuch mit Lern-Modus
- [http://www.sz.euv-frankfurt-o.de/Homepages/Lektorate/Russisch/LRLinksOnlineWB.html Liste von Online-Wörterbüchern und Nachschlagewerken]
- [http://www.russlandjournal.de RusslandJournal.de] - Alphabet, Grammatik, viele praktische Sprachübungen und Tests der russischen Sprachlernsoftware und -bücher
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Russische Sprache
ja:ロシア語
ko:러시아어
ms:Bahasa Russia
simple:Russian language
th:ภาษารัสเซีย
VerlaufsformDie Verlaufsform ist eine syntaktische Konstruktion in manchen Sprachen, die eine augenblickliche Handlung ausdrückt.
Im Englischen wird die Verlaufsform Continuous oder Progressive Aspect genannt. Dort steht dieser Aspekt als "unvollendet" im Gegensatz zum "vollendeten" Perfect aspect. Gebildet wird diese Form mit dem Auxiliar be in Verbindung mit einem Gerundium, zum Beispiel he is reading (er liest gerade). Eine ähnliche Bildung findet man auch im Baskischen und im Bretonischen.
Im der deutschen Standardsprache gibt es keine Verlaufsform, jedoch existiert in manchen Mundarten eine Verlaufsform, zum Beispiel die sog. Rheinische Verlaufsform mit sein in Verbindung mit am und einem substantivierten Infinitiv, zum Beispiel er ist am Lesen. Im Südbairischen kann das Auxiliar tun mit einem Infinitiv die Verlaufsform ausdrücken (er tut lesen).
Im Litauischen werden spezielle (progressive) Partizipien verwendet, zum Beispiel jis buvo bemiegąs (er schlief gerade, vgl. die finite Form jis miega/miegojo er schläft/schlief bzw. jis yra/buvo miegojęs er hat/hatte geschlafen), im Präsens ist diese Konstruktion jedoch mundartnah: aš esu beskaitąs (ich lese gerade; wörtlich ich bin ein Lesender).
Kategorie:Grammatik
Kategorie:SyntaxKategorie:Linguistik
Kleine NeteNete#Kleine Nete
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| :: RELATED NEWS :: |
Anno mundi
A calendar era is the year numbering system used by a calendar. For example, the Gregorian calendar numbers its years in the Western Christian era (the Coptic and Ethiopic churches have their own Christian eras, see below). The instant, date, or year from which time is marked is called the epoch of the era. There are many different calendar eras. Some are listed below along with their abbreviati
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Herman Ole Andreas Wold
Herman Ole Andreas Wold (December 25, 1908 - February 16, 1992) Swedish statistician known for his work in time series analysis and econometrics. Eponymous terms include the Wold decomposition and the John Maynard Keynes provided the framework for synthesizing a host of economic ideas present between 1900 and 1940, and that synthesis bears his name. The first generation of Keynesians were focused on unifying the ideas into workable paradigms, combining them with ideas from The Austrian School and Alfred Marshall. The next great wave of Keynesian thinking began with the attempt to give Read More... |
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Eriocheir sinensis
The Chinese mitten crab (Eriocheir sinensis), also known as Shanghai hairy crab, is a medium-sized burrowing crab found in the coastal estuaries of eastern Asia from Korea in the north to the Fujian province of China in the south.
Mitten crabs spend most of their life i
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Intermountain
Intermountain is the designation of a bipolar HVDC transmission line between the power station of Intermountain in Utah and the static inverter plant Adelanto in Los Angeles. The Intermountain is a bipolar overhead line with a length of 785 km can transfer a
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Weston Park
Weston Park is a country house in Weston-under-Lizard, Staffordshire, England, set in more than 1,000 acres (4 km²) of park landscaped by Capability Brown. Over the years, Weston has played host to many distinguished guests including King George V's daughter Mary, and
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New-Keynesian economics
New Keynesian economics developed partly in response to new classical economics. It strives to provide microeconomic foundations to Keynesian economics by showing how imperfect markets can justify demand management by the government or its central bank. The main assumption of New Keynesian economics that distinguishes it from the new classical economics is that wages a
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