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Assuan-Staudamm

Assuan-Staudamm

Der Assuan-Staudamm, genannt Sadd el-Ali (auch als Assuan-Hochdamm bekannt), steht im südlichen Ägypten etwa 13 km südlich bzw. stromaufwärts der Stadt Assuan und staut den Nil zum riesigen Nassersee auf, der sich bis in den Sudans erstreckt, wo er Nubia-See heißt. Der Stausee hat eine Kapazität von 135 - 169 Milliarden Kubikmetern Wasser.

Alter Staudamm

Nubia-See Etwa sechs Kilometer südlich von Assuan befindet sich der Alte Damm. Er wurde zwischen 1892 und 1902 von dem britischen Ingenieur Sir William Willcocks erbaut, um die Wassermassen des Nils vor allem beim jährlichen Hochwasser regulieren zu können. Der Damm besteht aus Granitblöcken, ist an der Sohle 35 m und an der Krone 12 m breit und ist etwa 2100 m lang. In den Jahren 1907-1912 und 1929-1933 wurde er bis auf 54 m erhöht. Durch 180 Schleusentore konnte der Wasserstand reguliert werden, und auch der für die ägyptische Landwirtschaft wichtige, sehr fruchtbare Nilschlamm konnte den Staudamm passieren.

Neuer Damm

Nilschlamm

Planung und Bau

Sieben Kilometer weiter südlich des Alten Damms wurde zwischen 1960 und 1971 mit sowjetischer Hilfe und den Einnahmen aus dem Sueskanal der neue Damm erbaut, der als Assuan-Staudamm bekannt ist. Zunächst war der Damm von westlichen Ingenieuren der Firma Hochtief in Essen geplant worden. Nachdem die USA und die Weltbank ihre Zusage, den Dammbau mitzufinanzieren, zurückgezogen hatten, weil die ägyptische Regierung 1956 die Volksrepublik China offiziell anerkannte, betrachteten es die Sowjetunion, die um Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent bemüht war, ebenso wie die ägyptische Regierung unter dem damaligen Staatspräsidenten Gamal Abd el Nasser als Prestigeprojekt. Daher bauten 2000 sowjetische Ingenieure und 30.000 Arbeiter an dem Projekt, das etwa 2,2 Mrd. Euro kostete. Das Wehr besteht aus einer gewaltigen Schotteraufschüttung mit einem Lehmdichtungskern und einem Betonmantel. Die Staumauer ist mehr als 3600m lang und 111m hoch, an der Sohle 960m und an der Krone etwa 100m breit. Etwa 100.000 Menschen, hauptsächlich Nubier, mussten für das Projekt umgesiedelt werden. Die Füllung des Stausees begann schon im Jahr 1964, also noch während der Bauarbeiten, und war erst 1976 beendet. 451 Menschen verloren während des Baus ihr Leben.

Ziele

1976 Der Bau des Hochdamms hatte mehrere Gründe. Sowohl die Landwirtschaft als auch der Aufbau einer wirtschaftsstarken Industrie sollten durch den Staudamm gefördert werden. Der Damm sollte gleich mehreren Zwecken dienen:
- Ausdehnung der landwirtschaftlichen Nutzflächen um 535.000 Hektar durch Bewässerung
- Umstellung von traditioneller (saisonweiser) Bewässerung auf Dauerbewässerung einer Fläche von ca. 3.100.000 Hektar
- Ausdehnung des Reisanbaus für den Export
- Kontrolle der abfließenden Wassermengen, um in Trockenperioden die Wasserversorgung sicherzustellen und bei starkem Hochwasser das Nilland zu schützen
- Verbesserung der Schiffbarkeit des Nils

Probleme

Schiffbarkeit Da das aufgestaute Wasser des Nils bedeutende Kulturdenkmäler des alten Ägypten bedrohte, wurden einige mit Hilfe der Unesco in höhere Lagen umgesetzt. Berühmt wurde die Umsetzung der Tempel von Abu Simbel und Philae. Trotzdem versanken viele Kulturgüter in den Fluten. Auch die durch den Damm neu geschaffene Agrarsituation ist nicht unproblematisch: Der neue Staudamm verhindert den Durchlass des Nilschlamms, der aufgrund seines Nährstoffgehalts ein wichtiger Dünger war und nun durch Kunstdünger ersetzt werden muss, was wiederum eine sinkende Wasserqualität des Nils zur Folge hat. Dadurch ist zwar eine erfolgreiche Düngerindustrie entstanden, allerdings können sehr viele Bauern sich den teuren Dünger nicht leisten. Durch die fehlenden Nährstoffe im Wasser ist der Fischbestand ab Assuan zudem drastisch zurückgegangen, und sogar im Mittelmeer sind die Effekte zu spüren: Besonders im östlichen Mittelmeer sanken die Fischfänge nach dem Bau des Damms um fast die Hälfte, scheinen sich aber langsam wieder zu erholen. Der zurückgehaltene Nilschlamm ist jedoch nicht nur für die Landwirtschaft flussabwärts ein Problem, sondern auch für den Stausee selbst. Durch die zunehmende Versandung des Sees kann immer weniger Wasser gespeichert werden. Schätzungen zufolge wird der See in etwa 500 Jahren vollständig versanden und damit für die Wasserspeicherung nutzlos sein. Nach Fertigstellung des Staudamms wurde festgestellt, dass im Kraftwerk weniger als die Hälfte der errechneten Stroms gewonnen wird, was zum einem am falsch errechneten Durchflussvolumen, zum anderen aber auch an der unterschätzten Verdunstung im Staubecken durch die viel größere Seefläche liegt. Kritiker merken an, dass der Stausee drohe umzukippen, da der Wasserstrom nicht ausreiche um genügend neuen Sauerstoff in den Stausee zu befördern. Flussabwärts und vor allem im Nildelta stellt auch Erosion ein großes Problem dar. Durch den Mangel an Nilschlamm, der vom Fluss transportiert wird, wird Ackerland weggespült und Uferbefestigungen beschädigt. Auch die Fischbestände im Brackwasser des Nildeltas, wo momentan ein Großteil des ägyptischen Fischs gefangen wird, werden durch das salzige Meerwasser geschädigt. Daneben gibt es eine signifikante Erosion entlang der Küsten des östlichen Mittelmeeres, da der vom Nil ins Meer gespülte Sand fehlt. Durch die Umsiedlung der hauptsächlich nubischen Bauern ist viel von der nubischen Kultur verloren gegangen. Auch von einer steigenden Bilharziose-Gefahr wird berichtet. Diese Krankheit wird von einer im Wasser lebenden Schnecke übertragen, die sich im Nasser-See sowie in den Bewässerungsgräben flussabwärts, die früher zumindest einmal jährlich austrockneten, stark vermehren konnte. Es wird versucht die Schnecken mit Pestiziden zu bekämpfen.

Vorteile


- gleichmäßige Wasserführung
- keine außergewöhnlichen Hochwasser
- ganzjährige Dauerbewässerung aller Felder
- bis zu drei Ernten im Jahr
- elektrische Energie
- Begünstigung von Schifffahrt und Fremdenverkehr

Weblinks


- http://www.yallaev.de/assuan.html
- http://www.klett-verlag.de/klett-perthes/sixcms/klett-perthes/terra-extra/sixcms/detail.php?id=26844
- http://www.pausenhof.de/forum_beitrag.php?tid=2892&csid=cd630c549d37504c91e43d597d6ea288
- http://www.dams.org/kbase/submissions/showsub.php?rec=opt041 Kategorie:Staudamm Kategorie:Geographie (Ägypten) Kategorie:Wirtschaft (Ägypten) ja:アスワン・ハイ・ダム

Ägypten

Ägypten ( Misr) liegt im Nordosten Afrikas, die zu Ägypten gehörende Halbinsel Sinai wird im allgemeinen zu Asien gezählt. Das Land grenzt an das Mittelmeer, das Rote Meer (Golf von Aqaba), den Gaza-Streifen, Israel, Libyen und den Sudan. Die Landfläche Ägyptens besteht im wesentlichen aus der Stromoase des Nils sowie der Libyschen Wüste im Westen und Süden und der östlichen arabischen Wüste.

Geographie

Der landschaftliche Charakter Ägyptens ist geprägt vom Gegensatz der Wüstengebiete und dem dicht besiedelten, bewässerten Kulturland entlang des Nils. Diese Landfläche macht etwa 5% des Territoriums aus. Im Westen Ägyptens liegt die Libysche Wüste, die rund zwei Drittel der Staatsfläche einnimmt. Im Norden dieser Wüste befindet sich das nur recht niedrig gegliederte Libysche Plateau, das in Ägypten bis 241 m Höhe erreicht. Südöstlich dieses Gebiets senkt sich das Gelände in der Kattara-Senke auf knapp 134 m unter den Meeresspiegel ab, im Südwesten steigt es bis 1.098 m Höhe an. Im Osten Ägyptens, wo sich die Arabische Wüste befindet, erheben sich die Berge bis auf 2.184 m. Die höchste Erhebung des Landes ist mit 2.637 m Höhe der Gabal Katrîna (Katharinenberg) im Gebirge Gabal at- auf der Sinai-Halbinsel, die sich im Nordosten des Landes befindet und durch den Sueskanal vom afrikanischen Festland getrennt ist. Der Mittelteil des Landes erhebt sich bis durchschnittlich 500 m Höhe. Zwischen den beiden zuvor genannten Wüsten durchfließt der Nil, dessen Quellfluss der Kagera im Gebirgsland von Burundi ist, auf etwa 1.550 km Länge in Ägypten von Süden nach Norden, bevor er nach Durchfließen des 24.000 km² großen Nildeltas in das Mittelmeer mündet. Durchschnittlich 100 km südwestlich von Kairo befindet sich das 1.827 km³ große Fayyum-Becken, eine beckenartige Oasenlandschaft, in deren Nordteil sich der 230 km² große Qarun-See befindet. Die Küsten liegen im Norden zum Mittelmeer, im Osten zum Roten Meer, beide sind durch den Sueskanal miteinander verbunden.

Klima

Am Nildelta und an der Mittelmeerküste herrscht mediterranes Klima, dort gehen im Winter die Temperaturen herunter und es kommt zu Regenfällen. Der Rest des Landes unterliegt dem Wüstenklima: Heiß und trocken im Sommer, mild im Winter, kaum Regen.

Bevölkerung

Die Bevölkerung Ägyptens siedelt primär im Niltal, im Nildelta, am Sueskanal und am touristisch bedeutsamen Roten Meer. In den westlichen Oasen Fajum, Dachla, Farafra, Siwa und Charga leben nur wenige Menschen. Die größten Städte sind (Mio. Einwohner, Stand 1. Januar 2005): Kairo (7,7), Alexandria (3,8) und Gizeh (2,4), Assuan und Sues. Siehe auch: Liste der Städte in Ägypten

Ethnien

Die Mehrheit der ägyptischen Bevölkerung sind Araber. Darüber hinaus sind im Süden Ägyptens Nubier ansässig. In der libyschen Wüste lebten einst Berberstämme, von denen heute jedoch nur noch wenige in der Oase Siwa eine Berbersprache sprechen, in den Wüsten östlich des Nils leben arabisch- und Bedscha-sprachige Nomaden.

Religionen

Ägypten ist der Verfassung nach ein islamischer Staat und der Islam ist Staatsreligion, die Scharia ist die Hauptquelle der Gesetzgebung. Neben der sunnitischen Mehrheit findet man jedoch in Kairo und Alexandria, aber auch auch in Mittel- und Oberägypten, christliche, vor allem Kopten, die nicht selten in überwiegend christlichen Dörfern leben. Eine amtliche Zählung der Christen wird bewusst nicht durchgeführt, obwohl die Religion im Pass eingetragen sein muss. 90,7 % der Ägypter sind Muslime (meist Sunniten) , 8,5 % sind Christen (meis Kopten) und 0,8 andere. Besonders in Oberägypten sind die Kopten Ziel des Terrors radikaler Muslime geworden, häufig mit Wissen und Billigung der lokalen Behörden. Muslime die zum Christentum übertreten, müssen mit staatlichen Zwangsmaßnahmen rechnen. Neue Kirchen dürfen nicht gebaut werden, auch kleinere Reparaturen bedürfen eines Präsidialerlasses. Ägypten ist seit Jahrzehnten, neben Saudi-Arabien, Zentrum des islamischen Fundamentalismus.

Sprachen

Die Sprache des alten Ägyptens, die sich im Koptischen fortsetzt, wird heute nur noch als Sakralsprache gesprochen. Heute spricht man Ägyptisch-Arabisch, einen neuarabischen Dialekt. Schriftsprache ist seit der arabischen Eroberung im 7. Jh. das Hocharabische, nur in der koptischen Kirche wird als Liturgiesprache noch das Koptische verwendet, das in eigener Schrift, die von der griechischen abgeleitet ist, geschrieben wird. In der Oase Siwa (auch Siwah) spricht man noch eine Berbersprache, das so genannte Siwi. Im Süden und in der Oase Charga sprechen viele Menschen Nubisch. Im Südosten gibt es auch Bedscha-Sprecher. Als Fremdsprache ist Englisch und in der Oberschicht auch noch Französisch verbreitet. In Ägypten gibt es auch orthodoxe religion.

Bevölkerungsentwicklung

Französisch Die Bevölkerung Ägyptens wächst sehr schnell und stellt das ohnehin schon in seinen fruchtbaren Teilen sehr dicht besiedelte Land vor große Probleme. Um 1800 hatte das Land nur etwa 2,5 Millionen Einwohner. Im Jahre 1900 erreichte die Bevölkerung etwa 12 Millionen Einwohner, 2000 schon fast 68 Millionen. In der Vergangenheit, etwa in sicheren Zeiten unter den Pharaonen hatte das Land zwischen 4 bis maximal 12 Millionen Einwohner, eine Bevölkerungszahl, die wohl auch in der Spätantike erreicht wurde.

Geschichte

Die Anfänge der ägyptischen Zivilisation liegen ca. 7.000 Jahre in der Vergangenheit. Die ägyptische Geschichte wird in viele Epochen gegliedert: Epochen]
- Vordynastische Zeit bis 3150 v. Chr.
- Pharaonenzeit
  - Frühdynastische Zeit 3032 - 2707 v. Chr.
  - Altes Reich 2707 - 2216 v. Chr.
  - Erste Zwischenzeit 2216 - 2025 v. Chr.
  - Mittleres Reich 2010 - 1793 v. Chr.
  - Zweite Zwischenzeit 1648 - 1550 v. Chr.
  - Neues Reich 1531 - 1075 v. Chr.
  - Dritte Zwischenzeit 1075 - 652 v. Chr.
  - Spätzeit 652 - 332 v. Chr.
  - Griechisch-Römische Zeit 332 v. Chr. - 395 395]
- Byzantinische Zeit 395 - 638
- Frühislamische Zeit 640 - 968
- Fatimidenzeit 969 - 1171
- Ayyubidenzeit 1171 - 1250
- Mamlukenzeit 1250 - 1517
- Osmanenherrschaft in Ägypten 1517 - 1801
- Ägyptische Expedition 1798 - 1802
- Dynastie des Muhammad Ali 1805 - 1882
- Britische Herrschaft in Ägypten 1892 - 15. März 1922
- Königreich Ägypten 19. April 1922 - Juli 1952
- Republik Ägypten seit Juli 1953 Speziell die Einteilung der geschichtlichen Perioden der vorchristlichen Zeit geht auf Manetho zurück, der die Herrscherlisten des alten Ägyptens bis zum letzten ägyptischen Pharao in 30 Dynastien eingeteilt hat. Siehe dazu auch den Hauptartikel: Geschichte des Alten Ägypten Aus der altägyptischen Kultur sind bis heute eine Reihe von Bauwerken erhalten. Die wohl bekanntesten sind die Pyramiden von Gizeh, das einzige noch erhaltene der 7 antiken Weltwunder. Die Zentrum der Wissenschaften, vor allem der jüdischen und christlichen Theologie und Philosophie (siehe auch Alexandrinische Schule). In späterer Zeit wurden christliche Kirchen und Klöster gebaut. Das bekannteste Kloster ist das auf der Sinai-Halbinsel liegende Katharinenkloster. Die meisten der in islamischer Zeit errichteten Moscheen stehen in Kairo. Deren bedeutendste Moschee ist wohl die zur gleichnamigen Universität gehörige Al-Azhar-Moschee.

Politik

Siehe auch: Politisches System Ägyptens Ägypten ist seit dem 18. Juni 1953 eine Republik. Das Staatsoberhaupt ist seit 14. Oktober 1981 Muhammad Husni Mubarak, der gleichzeitig Führer der regierenden Nationaldemokratischen Partei (NDP) ist. Ein Referendum über die Wahl eines vom Parlament vorgeschlagenen Präsidentschaftskandidaten findet alle 6 Jahre statt, nach einer Ankündigung von Mubarak vom 26. Februar 2005 sollen daraus jedoch in Zukunft freie Wahlen mit mehreren zugelassenen Kandidaten werden. Die nächsten Parlamentswahlen (alle 5 Jahre) sollen im Oktober/November 2005 stattfinden. Die letzten Wahlen (2000) zum 454 Sitze umfassenden "Rat des Volkes" (10 Sitze werden vom Präsidenten vergeben) gewann die NDP mit 86%, es folgten die Unabhängigen (darunter die Kandidaten der Muslim-Bruderschaft) mit 8%, die Neue Wafd-Partei (NWP) mit 2%, die Nationalprogressive Gewerkschaftsvereinigung Al-Tagammu‘ (NPUG) mit 1% und die Nasseristische Partei sowie die Liberale Partei mit jeweils weniger als 1%. Der Präsident ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und hat das Recht, Dekrete zu erlassen. Beratendes Legislativorgan ist die Schura. Hauptquelle der Gesetzgebung ist die Scharia. Ein Verfassungsgericht überwacht die konstitutionelle Ordnung.

Verwaltungsgliederung

Siehe hierzu: Gouvernorate Ägyptens

Wirtschaft

Gouvernorate Ägyptens Die Wirtschaft Ägyptens wird auch heute noch durch die Landwirtschaft geprägt, die sich hauptsächlich auf die Regionen entlang des Nils, im Nildelta und an einzelnen Oasen befinden. Dabei hat sich der landwirtschaftliche Anbau von einer Subsistenz- zu einer Exportorientierung gewandelt, so dass relativ betrachtet weniger landestypische Nahrungsmittel wie Hirse, Saubohnen und Kohl geerntet werden. Dennoch ist Ägypten nicht fähig, seine stark anwachsenden Bevölkerung zu ernähren, so dass riesige Mengen an Lebensmitteln importiert werden müssen - im Jahr 1980 wurden über 5 Mio. Tonnen Weizen aus dem Ausland eingeführt bzw. dreimal soviel, wie in Ägypten selbst angebaut wurde. Die Lebensmitteleinführung macht etwa einen Viertel der Gesamteinfuhr aus, was etwa 3 Mrd. US-Dollar entspricht. Zudem existiert ein riesiges Missverhältnis zwischen Im- und Export, was zu einer enormen Auslandsverschuldung geführt hat. Dieses Problem wird sich auch nicht so schnell beenden lassen, da Ägypten bis auf die bereits genutzten Flächen für die Landwirtschaft kaum bis gar nicht nutzbar ist, da sie sehr arid sind und kaum Wasserquellen für künstliche Bewässerung vorhanden sind. Ein weiterer negativer Punkt für den Lebensmittelanbau in Ägypten ist die Errichtung des Assuan-Staudamms; er sorgte dafür, dass die Überflutung des Nils fast nicht mehr existiert und somit die Ernten bzw. Ernteflächen kleiner und unfruchtbarer wurden. Zurzeit werden jedoch im Rahmen des Toshka-Projekts Teile der ägyptischen Wüste westlich des Nils für die Landwirtschaft nutzbar gemacht. Die wichtigsten Exportgüter Ägyptens sind Erdöl, Baumwolle und Aluminium, die wichtigsten Importgüter sind Nahrungsmittel, chemische Produkte, Metalle und Maschinen. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist der Tourismus, der nach den Terroranschlägen in Luxor am 17. November 1997 und in den USA am 11. September 2001 jedoch starke Einbrüche verkraften musste.

Tourismus

11. September 2001 Der Tourismus ist eine der wichtigsten wirtschaftlichen Einnahmequellen im Land. Besonders die ägyptischen Altertümer sind ein großer Anziehungsmagnet für ausländische Besucher. Neben Gizeh und Kairo wird auch Luxor gern besucht, von wo aus unter anderem das Tal der Könige erreicht werden kann. Luxor ist auch der Ausgangspunkt für Nilkreuzfahrten bis nach Assuan. Von dort werden Flüge und Bus- Touren nach Abu Simbel angeboten. Die meisten Reiseveranstalter bieten dann einen Inlandsflug nach Kairo und nach diesem Kairo- Aufenthalt einen Badeurlaub in Hurghada an. Die Touristenhochburg ist unbestreitbar Hurghada am Roten Meer. Der moderne Touristenort Sharm El-Sheikh an der Südspitze der Sinai-Halbinsel ist besonders bei Freunden des Tauchsports sehr beliebt. Allerdings ist der Touristenansturm auf Sharm El-Sheikh und die Sinai-Halbinsel an sich seit den Anschlägen im Oktober 2004 und Juli 2005 stark zurückgegangen. Durch den allgemein weiter steigenden Tauch-Tourismus werden auch Orte im Süden, entlang der westlichen Küste des Roten Meeres, erschlossen. Hierzu zählen El Quesir und Marsa Alam, sowie kurz vor der sudanesischen Grenze Zabargad.

Kultur

Siehe auch: Musik Ägyptens Das Deutsche Welle-TV strahlt ab dem 28. Februar 2005 täglich drei Stunden arabisches Programm über den ägyptischen Satelliten NileSat in den Nahen Osten aus.

Literatur


- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/1/seite/0209/meyers_b1_s0209.html#%C4gypten Ägypten], Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl., 1888, Band 1, Seite 209 ff. Zum alten Ägypten siehe:
- Umfangreiche Literaturliste zum Thema
- Hermann A. Schlögl: Das alte Ägypten (Beck Wissen), München 2003 (knappe Einführung mit Literatur).

Weblinks


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- [http://www.sis.gov.eg/ Offizielle Webseite]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=2 Informationsseite des Auswärtigen Amtes (D) über Ägypten]
- [http://www.mein-altaegypten.de/ Das Alte Ägypten] Für Ägypten-Interessierte, die sich für die pharaonische Vergangenheit interessieren.
- [http://www.chufu.de/ Ägypten - Land am Nil] Informationen über das Land und seine Sehenswürdigkeiten. Mit Pharaonenliste, Erläuterungen zu Pyramiden, Städten, Tempeln, Nil und Totenkult, Reiseberichte und Reisetipps.
- [http://www.faszination-aegypten.de Faszination Ägypten]: ein weiteres Portal zum alten Ägypten
- [http://www.evdaniken.com/index-g.htm Ägypten aus mystischer Sicht]: Mysterien im alten Ägypten
- [http://www.antikreisen.de/egypt/ Antikes Ägypten] Geschichte, Geographie, Religion, Schrift, Fotos und Rezepte
- [http://anaconda-forum.de/wew00.html Bildergalerie Wüste]
Agypten Agypten Kategorie:Mittelmeer als:Ägypten ja:エジプト ko:이집트 ms:Mesir simple:Egypt th:ประเทศอียิปต์ zh-min-nan:Ai-ki̍p

Nil

Der Nil (arab. بحر النيل, Bahr al-Nīl) ist ein Strom in Afrika. Der Nil entspringt in den Bergen von Ruanda und Burundi und mündet ins Mittelmeer. Dazwischen durchfließt er die Gebiete von sechs Staaten: Burundi, Ruanda, Tansania, Uganda, Sudan und Ägypten. Besonders für Ägypten hat der Nil überragende wirtschaftliche Bedeutung. Mit 6.671 km Länge ist der Nil der längste oder zweitlängste Fluss der Erde, da die Länge des Amazonas – je nach Definition – zwischen 6.500 km und 7.200 km angegeben wird. Die ungenaue Angabe beruht darauf, dass der Quellfluss des Amazonas nicht eindeutig zu bestimmen ist. Siehe hierzu auch: Die längsten Flüsse der Erde

Flusslauf, -länge und Einzugsgebiet

Der Nil besitzt zwei so genannte Quellflüsse - den kürzeren Blauen Nil und den wesentlich längeren, eigentlichen Weißen Nil.

Quellflüsse

Der Hauptfluss des Nils, der Weiße Nil, entsteht aus den Quellflüssen des Akagera-Nil, der oftmals nur Kagera-Nil genannt wird und in den Tälern der Gebirge von Ruanda und Tansania aus zwei Quellflüssen gespeist wird: # "Burundischer Quellfluss", der in Burundi entspringt # "Ruandischer Quellfluss", der in Ruanda entspringt

Burundischer Quellfluss: Luvironza-Ruvuvu-Ruvusu-Akagera

Der Luvironza-Ruvuvu-Ruvusu-Akagera bildet den südlichsten und längsten Quellfluss des gesamten Nils: Dieser Flusslauf ist von der Quelle bis zur Mündung 6.671 km lang; sein Einzugsgebiet umfasst 2.870.000 km² (andere Angaben, die in den verschiedensten Medien zu finden sind, berichten von sogar 6.693 km und 2.881.000 km²); nur der Kongo, welcher der wasserreichste Strom Afrikas ist, hat in Afrika ein noch größeres Einzugsgebiet. Weil der Nil von der Quelle des Luvironza aus gemessen insgesamt länger und größer als der nachfolgend genannte "Ruandische Quellfluss" ist, stellt er den tatsächlichen Quellfluss des Nils dar. Die Quelle des "Burundischer Quellflusses", welche die südlichste des Nils und auch die vom Nildelta bzw. von der Mündung des Nils am weitesten entfernte ist, liegt in den östlichen Randgebirgen des Great Rift Valley bzw. in den südlichen Hochgebirgen von Burundi. Sie befindet sich etwa 45 km östlich des Tanganjikasees zwischen Bururi und Rutana; sein Quellbach heißt Luvironza. Von dort aus fließt dieser über den Ruvuvu, der auch Ruwubu oder Ruwuwu genannt wird, und über den Ruvusu, der auf den letzten Kilometern schiffbar ist, in Richtung Norden und heißt nach 350 km Länge Akagera (Fortsetzung siehe weiter unten).

Ruandischer Quellfluss: Rukarara-Nyabarongo

Der Rukarara-Nyabarongo bildet den nördlicheren und kürzeren Quellfluss des gesamten Nils. Er gilt als einer der beiden Quellflüsse des Weißen Nils. Entdeckt wurde die Quelle des Rukarara im Jahr 1898 durch Richard Kandt. Sein Quellgebiet liegt rund 185 km weiter nördlich, als die des zuvor genannten "Burundischen Quellflusses". Die Quelle, Source du Nil (Nilquelle) genannt (daher ein Mineralwasser namens Nil) liegt im südlichen Ruanda ebenfalls in den östlichen Randgebirgen des Great Rift Valley. Sie befindet sich in etwa 2.700 m Höhe im Nyungwe-Wald etwa 40 km südöstlich des Kiwusees, der oft auch Kivusee genannt wird. Von dort aus fließt er als Rukarara 50 km in östlicher Richtung ab und bildet später - mit dem ihm zufließenden Mwogo - den etwa 225 km langen Nyabarongo (auch Njawarongo genannt). Dieser fließt zuerst in Richtung Nordosten, um dann nach Osten abzuknicken; die dort mehr als rechtwinklige Laufänderung ist geologisch/tektonisch durch die Entstehung der Virunga-Vulkane und des Great Rift Valley bedingt. Danach steuert der Nyabarongo auf Kigali zu, ohne die Hauptstadt von Ruanda direkt zu erreichen. Südlich dieser Stadt, von der er mit kleinen Schiffen mit wenig Tiefgang nutzbar ist, nimmt er den 165 km langen Akanyaru (auch Akanjaru genannt) auf, der aus Richtung Süden kommt und ebenfalls in seinem Unterlauf mit kleinen Schiffen mit wenig Tiefgang befahrbar ist. Der Nyabarongo setzt seinen Lauf auf der Grenze von Ruanda und Burundi sowie auf der Grenze von Ruanda und Tansania nach Osten fort und passiert den Rwerusee (Lac Rweru). Ab dort trägt der Fluss den Namen Akagera ...

Weiterer Flusslauf

Der Flusslauf Akagera-Nil-Viktoria-Nil-Albert-Nil-Weißer Nil-Nil bildet ab der oberhalb der Rusumo Falls liegenden Grenze von Ruanda und Tansania die Fortsetzung der zuvor genannten Flussläufe - Luvironza-Ruvuvu-Ruvusu-Akagera ("Burundischer Quellfluss") und Rukarara-Nyabarongo ("Ruandischer Quellfluss"). Er entsteht in knapp über 2.000 m Höhe in der Bergwelt von Ruanda, fließt überwiegend in nördliche Richtungen und mündet in Ägypten in das Mittelmeer:

Akagera-Nil

Der rund 850 km lange Akagera-Nil (auch Kagera-Nil und früher teils Alexandra-Nil genannt) ist vorerst nur die Fortsetzung des Flusslaufs Rukarara-Nyabarongo in den Gebirgstälern von Ruanda. Er fließt - schiffbar - zuerst innerhalb Ruandas und dann rund 175 km auf den zuvor erwähnten Grenzen nach Osten. An seinem etwas östlich bzw. unterhalb von Ngara liegenden "Südknie" nimmt der Akagera-Nil den Ruvusu auf, welcher der Unterlauf des "Burundischen Quellflusses" ist. Danach knickt er nach Norden ab und stürzt nur wenige hundert Meter nach dieser Flusseinmündung über die Rusumo Falls (Chutes Rusumu). Nach dem Wasserfall ist der Akagera bis zum "Nordknie" wieder schiffbar und bildet nicht nur im dortigen Akagera-Nationalpark die Grenze von Ruanda und Tansania, um rund 180 km weiter im Norden sein "Nordknie" und das Dreiländereck Ruanda-Tansania-Uganda zu erreichen. Dort wechsellt der Flusslauf abermals geologisch/tektonisch bedingt und wieder mehr als rechtwinklig seine Fließrichtung nach Osten. Fortan fließt er erst ein Stück direkt auf der Landesgrenze von Uganda und Tansania; danach verlässt er diese, um über zahlreiche Stromschnellen durch die nördlichen Teile von Tansania zu fließen. Später steuert er in Richtung Nordosten, um rund 270 km nach seinem "Nordknie" und unweit der Grenze der beiden zuletzt genannten Staaten in den Westteil des Viktoriasees zu münden. Seltsamerweise wird der Flusslauf bis zu diesem See oftmals nicht als Teil des Nils angesehen (siehe hierzu weiter unten: "Der tatsächliche Quellfluss").

Viktoria-Nil

Der Nil fließt dann in Uganda als Viktoria-Nil aus dem Norden des Viktoriasees, in dem die überfluteten Owen- und Ripon Falls liegen, durch den Kiogasee, der auch Kyogasee genannt wird, und über die Murchison Falls, die man auch Kabelega Falls nennt und die im Murchison Nationalpark liegen, in den Albertsee, der früher auch Lac Mobutu-Sese-Seko hieß.

Albert-Nil

Unterhalb des Albertsees wird das Fließgewässer Albert-Nil genannt. Seinen Namen trägt er - gemeinsam mit dem Albertsee - zu Ehren des Prinzgemahls der Königin Victoria von England, Prinz Albert. Er fließt innerhalb Ugandas vorbei an der Ruinenstätte Wadelai weiter nach Norden und erreicht die Grenze zum Sudan.

Bahr al-Dschabal

Ab der Grenze zum Sudan heißt der Flusslauf Bahr al-Dschabal (arabisch: Bergfluss; auch Bahr al-Jabal und Bahr el-Dschebel genannt). Bei der Stadt Bur fließt er in den Sudd ein, ein großes Sumpfgebiet, in dem 53 Prozent des Wassers verdunsten.

Weißer Nil

Nach verlassen des Sudd trifft der Bahr al-Dschabal mit dem Fluss Bahr al-Ghazāl im No-See zusammen und wird ab da als 'Weißer Nil bezeichnet, der nun ostwärts weiterfließt. Bei der Stadt Malakal trifft er auf den Jonglei-Kanal und den Zufluß des Sobat. Dann fließt er nordwärts weiter in Richtung Khartum und Omdurman, wo er auf den Blauen Nil trifft, der von rechts bzw. Südosten aus Äthiopien kommt.

Bahr an-Nīl

Von Khartum flussabwärts wird der Strom als Bahr an-Nīl (arabisch: Nilfluss) bezeichnet. Von dort an fließt er als so genannter Fremdlingsfluss durch ausgedehnte Steppen und Wüstenlandschaften s-förmig weiter nach Norden, ohne noch nennenswerte Nebenflüsse aufzunehmen. Während er dabei die Nubische Tafel durchbricht, passiert er die an seine östlichen Ufer angrenzende Nubische Wüste. Somit erreicht er den Nassersee, der durch den von 1960 bis 1971 errichteten Assuan-Damm aufgestaut wird. Darin überquert der Nil die Grenze vom Sudan nach Ägypten, welches der Strom von Süd nach Nord durchfließt. In den Wüstengebieten Oberägyptens bildet der Nil dabei eine 5 bis 20 km breite Niederung, eine lebenswichtige Fluss-Oase, die landwirtschaftlich nutzbar ist. Durch den eben erwähnten und zum Zweck der umfangreichen Bewässerung errichteten Staudamm, der die Schwebstoffe und Sedimente zurückhält, lässt mit der dauerhaften Nutzung der Felder deren Fruchtbarkeit nach; dies liegt auch daran, dass die Versalzung der Böden zunimmt, so dass mit Düngern nachgeholfen wird.

Nil

Nördlich bzw. unterhalb des Assuan-Staudamms und etwa ab Qena trägt der Strom nur noch seinen eigentlichen Namen - Nil. Nun tangiert er die östlich angrenzende Arabische Wüste. Weiter nördlich fließt sein Wasser östlich am Fayyum-Becken vorbei, eine große oasenartige und reichlich besiedelte Beckenlandschaft, mit der er über den Bahr Yusuf (Kanal) verbunden ist. Unterhalb von Kairo und damit noch weiter nördlich, fächert sich der Nil zum etwa 24.000 km² großen Nildelta auf, nach dessen Durchfließen er schließlich in das Mittelmeer mündet; der Assuan-Staudamm ist auch der Grund, warum dieses Flussdelta nicht mehr weiter ins Meer vorgeschoben, sondern durch die dort oftmals sehr starke Brandung abgetragen wird.

Nebenflüsse

Wasserfälle

Kaskaden und Stromschnellen

Im Oberlauf des Weißen Nils (mit all seinen ihn speisenden Flüssen) muss das Nil-Wasser zahlreiche kleinere und größere kaskadenartige Wasserfälle überwinden; dazu gehören:
- Rusumo Falls (Chutes Rusumu) auf der Grenze von Ruanda und Tansania
- Kuruma-Schnellen in Tansania - östlich vom Nordknie des Kagera-Nils
- Ripon Falls in Uganda - (durch den Owen-Falls-Damm vom Viktoriasee überflutet)
- Owen Falls in Uganda - (durch den Owen-Falls-Damm vom Viktoriasee überflutet)
- Murchison Falls (auch Kabelega Falls genannt) in Uganda

Katarakte

In Mittelauf des Nils, unterhalb der Einmündung des Blauen Nils in den Weißen Nil, muss(te) das Nil-Wasser zwischen Omdurman und Assuan insgesamt 6 Katarakte überwinden. Dies sind explizit bei Niedrigwasser schwer passierbare Stromschnellen, die nicht nur im alten Ägypten sehr gefürchtet waren, weil sie zwischen teils spitzen und nur schwer überschaubaren Felsklippen hindurchführen, so dass man sie mit großen Booten oder Schiffen nicht befahren kann; noch heute stellt dies eine Herausforderung dar, diese Katarakte mit Kleinbooten zu überwinden. Früher bildeten sie die Grenze zwischen den Königreichen. Diese 6 natürlichen Granitbarrieren, sind Hunderte Millionen Jahre alte Zeugnisse von übereinander geschobenen Kontinentalplatten, die wesentlich härter sind, als das weiche Sedimentgestein, das der Nil selbst abgelagert hatte. Man nannte diese Barrieren schlicht und einfach Katarakte und gab ihnen eine zusätzliche Nummer; die Nummerierung erfolgt flussaufwärts: Der 1. Katarakt liegt bei Assuan, der heute allerdings – wie der zweite – von den Wassermassen des Nassersees überlagert ist. Der 3. Katarakt liegt nur etwas nördlich von Kerma, der vierte östlich von Merowe und der fünfte 50 km nördlich von Berber. Der oberste Katarakt liegt etwa 75 km nördlich von Omdurman. Durch diese Katarakte fließt das Nil-Wasser aufgrund des schmaleren und tieferen Flussbettes und des stärkeren Gefälles zumeist reißend, insbesondere wenn weiter südlich die Regenzeit tobt und die Wassermassen nach Norden kommen. Bei Assuan wird die Nilschifffahrt durch das 1. Katarakt nach wie vor unterbrochen: Alles was per Schiff weiter nach Süden will, Material und Menschen, muss umgeladen werden bzw. umsteigen, um einen Umweg über Land zu nehmen und dann die Fahrt auf dem Assuan-Stausee weiter fortzusetzen und umgekehrt.

Einige interessante Längen und Daten des Nils

Von seiner am weitesten entfernten Quelle in Burundi legt der Nil bis zu seiner Mündung insgesamt 6.671 km Flussstrecke zurück. Vom Viktoriasee sind dies noch 5.588 km, von Khartum, wo der Blaue Nil in den Weißen Nil fließt, rund 2.700 km und von der Landesgrenze von Sudan/Ägypten bis zur Mündung noch 1.550 km. Geologischen Untersuchungen ergaben, dass sich erst vor ca. 1 Million Jahren der Viktoriasee durch Absenkung des dortigen Hochlandes gebildet hat. Nach dem Ende der letzten Eiszeit ist dieser See vor ca. 12000 Jahren erst übergelaufen und ließ den Viktoria-Nil, bzw den Weißen Nil entstehen.

Geschichte

Altes Ägypten

Erst durch den Nil wurde das Leben und die Kultur an den Nilufern des Alten Ägyptens möglich. Ohne ihn wäre das Land eine einzige Wüste. Man sieht es daran, dass er im Westen von der Libyschen und im Osten von der Nubischen Wüste sowie der Arabischen Wüste eingefasst wird, wo bis auf ein paar Oasen kein Wasser existiert und somit Landwirtschaft und Kultur unmöglich waren bzw. sind. Erst durch den fruchtbaren Schlamm, den der Nil bei seinen Hochwassern über das Land verteilt, konnten Nutzpflanzen angebaut und Landwirtschaft betrieben werden. Außerdem wurde der sehr tonhaltige Schlamm des Nils zum Häuserbau benutzt. Während die vom Nil geführte Wassermenge, die fast ausschließlich von den Niederschlägen in den Ländern um den Viktoriasee abhing, ihren Tiefstand zumeist im April erreicht(e), stieg diese bis Ende August auf das etwa 50 bis 60fache an: Einmal im Jahr überschwemmte der Nil das Land und bedeckte einen bis zu mehrere Kilometer breiten Streifen Land. Wenn das Wasser abfloss und verdunstete, hinterließ er fruchtbaren, dunklen Schlamm (so dies auch heute noch, wenn es den Assuan-Staudamm nicht gäbe), der dem Alten Ägypten seinen Namen gab (Kemet - "Das schwarze Land"). Um diese Anbaufläche für Getreide vollständig nutzen zu können, siedelten die Ägypter meist direkt entlang des Nils, aber auch etwas abseits des Flusses in der Wüste. Um für die Wüstensiedlungen und für Trockenzeiten Wasser speichern zu können, mussten sie Kanäle und künstliche Seen anlegen. Da der einzelne ägyptische Bauer diese nicht bauen konnte, schlossen sich die Bewohner eines Landstriches zusammen und bildeten Gaue, die von Gaufürsten verwaltet wurden. Der Pegelstand des Nils zur Zeit der Überschwemmung schwankte stark. Er wurde an sog. Nilometern gemessen. Da bei niedrigem Stand manche Landstriche nicht überschwemmt wurden und die dort lebenden Bauern hungerten, wurden die Steuern nach dem Stand des Nils festgesetzt. Stieg der Nil aber zu hoch, drohte das Brechen von Dämmen und die Zerstörungen der Häuser. Dadurch wurden schon früh Geometer benötigt, die das Land neu ausmaßen und die Feldergrenzen neu festlegten. Der Nil war der Haupthandelsweg Ägyptens. Über den Fluss wurde z. B. Holz transportiert, das in Ägypten fast überhaupt nicht vorkommt. Es wurde aus Syrien und Palästina importiert. Außerdem wurden Steinblöcke für den Bau von Pyramiden auf Schiffen transportiert. Der Schiffverkehr war auf den Tag begrenzt, da man in der Nacht Gefahr lief, auf Sandbänke zu laufen. Bei sehr niedrigem Wasserstand wurden die Schiffe über kurze Strecken über Land gezogen. Das Segel wurde erst 3350 v. Chr. eingeführt.

Römer- bis Neuzeit

Segel Bereits die alten Römer waren auf der Suche nach den Quellen des riesigen Stromes. Der portugiesische Jesuitenmissionar Pater Pedro Paez (1564-1622) entdeckte 1613 die Quelle des Blauen Nils. Der schottische Afrikaforscher James Bruce (1730-1794) entdeckte die Quelle am 4. November 1770 wieder und beanspruchte den Ruhm (vergeblich) für sich; er befuhr 1771 den Blauen Nil bis zur Vereinigung. Für die Entdeckung der tatsächlichen Quelle des Nils am Luvironza haben viele Afrikaforscher meist vergeblich gesucht und Hypothesen aufgestellt. Bei einer Expedition, die von 1821-1822 dauerte, erreichte der Franzose Frédéric Cailliaud (1787-1869) die Mündung des Blauen- in den Weißen Nil. 1861 stellte die niederländische Afrikaforscherin Alexandrine Tinné in Kairo eine Expedition zusammen, musste diese aber aus logistischen Gründen nach einigen Monaten erfolglos abbrechen. 1866 machte sich der berühmte britische Forscher David Livingstone (1813-1873) auf Expeditionen zu den Quellen des Nil und des Kongo; er meinte sie im viel weiter südlich liegenden Bangweulusee gefunden zu haben, erreichte die wirkliche Quelle aber nie. 1857 gingen die Briten John Haning Speke und Richard Francis Burton gemeinsam auf Erkundung des Viktoriasees: John Speke sah in ihm die Quelle - Richard Burton jedoch im südlicherem Tanganjikasee; 1858 machte sich John Speke, nun in Begleitung mit James Augustus Grant, erneut auf Expedition und sie entdeckten 1862 die seit langem überfluteten Ripon Falls (die damals wohl noch freilagen) im Norden des Viktoriasees, welcher fälschlicher Weise oft als Nilquelle angesehen wird. Die Quelle des Kagera Nils am Luvironza, die der tatsächlichen Nil-Quelle entspricht, wurde 1893 von den Österreichern Oscar Baumann (1864-1899) und Oskar Lenz (1848-1925) gemeinsam entdeckt; erst 1898 wurde die geographische Lage dieser Quelle vom Deutschen Dr. Richard Kandt (1867-1918) genau bestimmt. Auch der Brite Samuel White Baker und der Italiener Romolo Gessi, die sich ebenfalls auf die Suche machten, haben erfolgreiche Expeditionen unternommen.

Die Entdeckung des tatsächlichen Quellflusses des Nils

Weil der Weiße Nil - mit seinen sich daran anschließenden und oben genannten Quellflüssen - deutlich länger als der Blaue Nil ist und auch ein wesentlich größeres Einzugsgebiet als dieser aufweist, ist er der tatsächliche und seit langen unumstrittene Quellfluss des Nils. Allerdings galt der Blaue Nil früher auch als dessen Quellfluss, wohl auch weil zu seinem Namen die Bezeichnung Nil gehört; dies geschah, bis 1893, als man die Quelle des obig genannten Luvironza fand und sich in der Folgezeit daran machte, den sich daran anschließenden Flusslauf zu vermessen. So fand man heraus, dass der Weiße Nil mit seinen Quellflüssen der deutlich längere Fluss ist, so dass dieser der tatsächliche Quellfluss des Nils ist. Wohl der Tradition wegen wird oft auch noch der Viktoriasee (bzw. die darin liegenden und seit langer Zeit überfluteten Ripon Falls) als Flussursprung genannt; dabei werden allerdings 1.083 km (fast die Länge der Elbe) von der Quelle des Luvironza bis zum Ausfluss des Nils aus diesem See unterschlagen. Fasst man die zuvor genannten Erkenntnisse über die Länge und Einzugsgebiet des Stroms zusammen, so ist der Luvironza-Ruvuvu-Ruvusu-Akagera-Weißer Nil-Nil der tatsächliche - gesamte - Flusslauf des Nils.

Fauna

Der Nil besitzt eine artenreiche und einmalige Tierwelt. Viele erhielten nach dem Fluss auch ihren Namen, so etwa das Nilkrokodil, der Nilhecht, die Nilgans, die Nil-Grasratte, der Nilwaran und auch das Nil- oder Flusspferd, welches aber heute im Unterlauf nicht mehr vorkommt. Viele Tiere nutzten die Ägypter als Haustiere oder Vorbilder für Götter.

Städte am Nil-Ufer

Die Millionenstädte Kairo, Giseh (beide Ägypten) und Khartum (Sudan) sind die größten Städte. Die alten Ägypter bauten ihre Städte oft an den fruchtbaren Ebenen des heiligen Flusses. Viele Katarakten und Stauanlagen wurden, u. a. für die Besiedlung, errichtet. Städte am Ufer mit über 100.000 Einwohnern:
- Ruanda
  - Kigali
- Uganda
  - Kampala (am Viktoriasee)
  - Jinja
- Sudan
  - Dschuba
  - Malakal
  - Kusti
  - Rabak
  - Khartum (al-Chartūm)
  - Omdurman (Umm Durmān)
  - Bahri
  - Atbara
  - Wadi Halfa
- Ägypten
  - Assuan (Aswān)
  - Luxor (al-Uqsur)
  - Qena (Qinā)
  - Sohag (Suhādsch)
  - Asyut (Asyūt)
  - Minya (al-Minyā)
  - Beni Suef (Banī Suwaif)
  - Fajum (al-Fayyūm) - etwas westlich vom Nil
  - Helwan (Hulwān)
- Orte im oder am Nildelta
  - Kairo (al-Qāhira)
  - Giseh (al-Dschīza)
  - Heliopolis (Misr al-Dschadīda)
  - Imbaba (Imbābā)
  - Banha (Banhā)
  - Shibin al-Qaum
  - Ismailia (al-Isma'īliyya, am Sueskanal, über Seitenkanal mit Nildelta verbunden)
  - Zagazig (az-Zaqāzīq)
  - Tanta (Tantā)
  - al-Mahallat al-Kubra (al-Mahallāt al-Kubrā)
  - Mansura (al-Mansūra)
  - Naukratis (Nebireh)
  - Damanhur (Damanhūr)
  - Kafr asch-Schaich
  - Alexandria (al-Iskandariyya)
  - Port Said (Būr Sa'īd)
  - Damietta (Dumyāt)

Kanäle

Künstliche angelegte Kanäle, welche den Nil begleiten, oder von ihm abzweigen sind unter anderen:
- Bahr Yusuf
- El Muhit-Kanal
- Giseh-Kanal
- Ibrahim-Kanal
- Ismailia-Kanal
- Jonglei-Kanal

Literatur


- Lutz Knörnschild: Zur Geschichte der Nilwassernutzung in der ägyptischen Landwirtschaft von den Anfängen bis zur Gegenwart (= Leipziger Beiträge zur Orientforschung, Bd. 1), Frankfurt/a. M./Berlin u.a. 1993, S. 284, 11 Abb., 60 Tab., ISBN 3-631-44755-8

Weblinks


- [http://www.selket.de/nil.htm Der Nil - eine Menge Informationen mit Bildern]
- [http://www.jaduland.de/afrika/nil/index.html Der heilige Nil]
- [http://www.chufu.de/Nil/nil.html Der Nil (chufu.de)]
- [http://www.nilebasin.org Nile Basin Initiative]
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/254226.html Nilhochwasserzyklus ] Kategorie:Fluss in Afrika Kategorie:Fluss in Ägypten Kategorie:Fluss im Sudan Kategorie:Ägyptologie ja:ナイル川 ko:나일 강

Nassersee

Der Nassersee (arab. بحيرة الناصر, Buhairat an-Nāssir) ist der im afrikanischen Ägypten durch den Staudamm as-Sadd al-Āli (السدّ العالي, auch als Assuan-Hochdamm bekannt) im Niltal entstandene Stausee, der südlich von Assuan liegt. Ein Teil des Sees befindet sich auch im Sudan, bei Wadi Halfa, wo er Nubia-See heißt. Der See ist etwa 500 km lang, seine Breite schwankt je nach Geländetopographie zwischen 5 und 35 km und sein Wasserinhalt umfasst etwa 165 Milliarden m³. Die Vorteile der durch diesen Staudamm möglichen Regulierung der Wasserdurchflussmengen des Nils im Bereich der landwirtschaftlich genutzten Randzonen werden durch die Tatsache beeeinträchtigt, dass durch das Ausbleiben der jährlichen Überschwemmungen die Verfrachtung der hochnährstoffhaltigen Nilschlämme gleichfalls ausbleibt. Hierdurch ist die Fruchtbarkeit der Agrarflächen gesunken. In zunehmendem Maß wird nun mehr von den Bauern Mineraldünger zum Ausgleich des Nährstoffentzugs durch die Nutzpflanzen eingesetzt. Der Anstieg des Grundwasserspiegels in der Peripherie des Nassersees bedroht zwischenzeitlich auch einige der im oberen Niltal befindlichen Baudenkmäler des alten Ägypten. Der See beziehungsweise der Assuan-Staudamm ist auch der Grund, warum das Nildelta nicht mehr weiter ins Meer vorgeschoben, sondern durch die Brandung abgetragen wird. Momentan entsteht am Nasser-See im Rahmen des Toshka-Projekts eine gigantische Pumpstation, um große Wüstengebiete westlich des Nils zu bewässern.

Siehe auch


- Die größten Stauseen der Erde Kategorie:Stausee Kategorie:See in Afrika Kategorie:Geographie (Ägypten) ja:ナセル湖

Sudan

---Sidenote START---
Die Republik Sudan ist ein Staat in Nordost-Afrika, der am Roten Meer liegt und an Ägypten, Libyen, den Tschad, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo, Uganda, Kenia, Äthiopien und Eritrea grenzt. Der Sudan ist das flächengrößte Land Afrikas und Khartum ist seine Hauptstadt.

Geographie

Ein Teil des Staates Sudan ist Teil der Großlandschaft Sudan. Durch den Sudan verlaufen die Nordäquatorialschwelle und die Zentralafrikanische Schwelle. Weitere geographische Objekte, an denen der Sudan Anteil hat, sind die Nubische Wüste, die Sahelzone und der Nil. Der höchste Berg ist der Kinyeti (3.187 m ü. NN).

Wichtige Städte

Die Städte mit über einer Million Einwohner (Stand 1. Januar 2005) sind Omdurman (2.809.445 Einwohner), Khartum (1.974.647 Einwohner) und Bahri (1.530.443 Einwohner), die sich in enger Nachbarschaft am Zusammenfluss des Weißen Nils mit dem Blauen Nil befinden. Alle anderen Städte bleiben unter der Grenze von 500.000 Einwohnern. Unverzichtbar für den Außenhandel ist die Stadt Bur Sudan, die über den einzigen Meerhafen des Landes verfügt. Entlang des Nils findet man noch folgende größere Städte von Nord nach Süd: Wadi Halfa, Atbara, Kusti, Malakal, Bur und Dschuba. Siehe auch:
- Liste der Städte im Sudan
- :Kategorie:Ort im Sudan

Bevölkerung

Bevölkerung Sudans Der Sudan hat eine Bevölkerung von 40.187.486 (Stand: Juli 2005, geschätzt) und diese wächst mit 2,6 Prozent pro Jahr (Stand: 2005). Das Durchschnittsalter der Bevölkerung beträgt 18 Jahre (Stand: 2005) und die Lebenserwartung 58,54 Jahre (Stand: 2005).

Lebenserwartungen, BSP/BIP pro Kopf

Die Lebenserwartung beträgt bei Männern 54,2 Jahre und bei Frauen 58 Jahre. Das Bruttonationaleinkommen (BSP) pro Kopf beträgt 383 Euro (Stand 2003) und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf beträgt 2.246 Dollar (Stand 2005) (rund 1.826 Euro).

Sprachen

Wichtigste Sprachen in Reihenfolge der Sprecherzahl: Arabisch (Sudanesisch-Arabisch; wird vor allem im Norden gesprochen), Nuer-Dinka (im Süden von 17 % der Gesamtbevölkerung gesprochen), Nubisch (am mittleren Nil von 9 % der Bevölkerung gesprochen), Bedscha (im Nordosten von 6 % der Bevölkerung gesprochen), Azande (im Südwesten von 3 % der Bevölkerung gesprochen), Bari (im Südosten von 2 % der Bevölkerung gesprochen). Eine kleine Bevölkerungsgruppe spricht Ndogo.
Siehe auch: Liste der Sprachen im Sudan

Religionen

Der Islam ist in Sudan Staatsreligion. 70 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime, 25 % Animisten und 5 % Christen. Die Nichtmuslime leben hauptsächlich im Süden des Landes, der seit 1956 für die eigene Unabhängigkeit kämpft. Seit 2005 ist ein Friedensprozess eingeleitet worden, um den Krieg zu beenden.

Zusammensetzung

52 % der Bevölkerung sind Schwarzafrikaner, 39 % sind arabischer Abstammung, 6 % gehören zum Volk der Beja, 2 % sind Ausländer (meist Flüchtlinge der diversen Kriege in Afrika) und 1 % anderer Zugehörigkeit.

Geschichte

Beja
Hauptartikel: Geschichte Sudans Die Geschichte Sudans reicht bis in die Pharaonenzeit zurück. Nach der Christianisierung im 6. Jahrhundert wird der Sudan - mit Ausnahme des Südens - zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert islamisiert. 1821 fällt das Land unter türkisch-ägyptische Herrschaft und wird nach einer kurzen Periode der Unabhängigkeit, infolge des Mahdi-Aufstands und Mahdi Reichs in den Jahren 1881 bis 1898, anglo-ägyptisches Kondominium. Faktisch bleibt es bis 1953 britische Kolonie. Nach einer Phase der vorbereitenden Machtübergabe wird der Sudan 1956 unabhängig. Bis 1972 herrscht ein Bürgerkrieg, ausgelößt durch die Vormachtstellung des arabisch-moslimischen Nordens über den afrikanischen, christlich-animistischen Süden und als weitreichende Folge der Nord-Südtrennung während der Kolonialzeit. Die deutlich werdende ökonomische Benachteiligung des nun eigentlich autonomen Süd-Sudan und die Einführung der Scharia im gesamten Sudan führt ein Jahrzehnt nach Friedensbeschluß zum erneuten Kriegsausbruch. Von 1983 bis 2005 befindet sich das Land praktisch ununterbrochen im Bürgerkrieg. 2005 wird ein Friedensabkommen zwischen der Regierung im Khartum und der SPLA, der südsudanesischen Rebellengruppe, unterzeichnet. Es sieht ein Referendum über die Unabhängigkeit des Süd-Sudan für 2011 vor.

Politik

Allgemein

Der Sudan ist seit dem 1. Januar 1956 eine unabhängige Republik mit einer demokratischen Verfassung,
de facto aber von 19581964 und seit 1989 eine Militärdiktatur mit Präsidialcharakter. Der ehemalige Staatsideologe Hassan al-Turabi war Vorsitzender des sudanesischen Zweiges der Muslimbruderschaft. Siehe auch: Liste der Präsidenten des Sudan

Außenpolitik

Aufenthalt Osama Bin Ladens im Sudan

Nachdem Osama Bin Laden 1992 in Saudi-Arabien zur
persona non grata erklärt worden war – 1994 wurde ihm die saudische Staatsbürgerschaft entzogen –, reiste er in den Sudan. Dort plante er den weiteren internationalen Aufbau und die Vernetzung der terroristischen Vereinigung Al-Qaida. Er fand Anhänger in Somalia, Algerien, Marokko, Pakistan und anderen Staaten. Außerdem baute er Kontakte nach Europa und in die USA auf. Im Sudan heiratete er auch die Nichte Hassan al-Turabis. 1996 wurde er jedoch des Landes verwiesen und reiste nach Afghanistan weiter.

Innere Konflikte

Süd-Sudan

Afghanistan
- Seit etwa 1955 herrscht im Süd-Sudan Bürgerkrieg um dessen Unabhängigkeit/Selbstbestimmung. Dieser Konflikt beherrscht die Innenpolitik wesentlich, da dadurch wertvolle Ressourcen gebunden werden, die der weiteren Entwicklung des Landes fehlen. Im Juni 2002 wurden, unter Mitwirkung des UN-Sonderbeauftragten John C. Danforth, in Machakos (Kenia) zwischen der Regierung und der
Sudanese People's Liberation Movement/Army (SPLM/A) Friedensverhandlungen aufgenommen, welche auch tatsächlich Teilerfolge erzielen konnten. So einigte man sich unter anderem darauf, dem Süden für eine Dauer von 6 Jahren ein Selbstbestimmungsrecht einzuräumen und anschließend ein Referendum durchzuführen. Eine der Ursachen für den Krieg ist der Erdölreichtum verschiedener Südprovinzen. Die chinesischen Bemühungen Erdöl aus Afrika zu erhalten, fokussieren sich auf den Sudan. :Siehe auch: Sezessionskrieg im Süd-Sudan
- Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle die Sklaverei im Sudan. Sie hat in dieser Region eine lange Tradition und betrifft die schwarze, meist christliche Bevölkerung des Südens, die von arabisch-muslimischen Nomaden, die als Paramilitärs von Khartum benutzt werden, versklavt und verkauft werden. :Siehe auch: Sklaverei im Sudan

Darfur

Sklaverei im Sudan Darfur wurde 2003 zum Schauplatz einer blutigen Rebellion gegen die arabisch-dominierte sudanesische Regierung mit zwei (schwarzafrikanischen) Rebellengruppen – der Sudanesischen Befreiungsarmee (Sudan Liberation Army, SLA) und der Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (Justice and Equality Movement, Jem), die die Regierung beschuldigen, Afrikaner zugunsten der Araber zu unterdrücken. Im Gegenzug begann die Regierung einen Feldzug mit Luftbombardements und Bodenangriffen, durchgeführt von einer arabischen Miliz, den Dschandschawid. Die sudanesische Regierung wies jedoch eine Mitschuld an den Verbrechen muslimischer Milizen in Darfur zurück. Am 8. April 2004 wurde, aufgrund des internationalen Drucks, ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen, für dessen Einhaltung die Friedensmission African Union Mission in Sudan (AMIS) mit logistischer Unterstützung der Nato sorgen soll. Siehe auch: Konflikt in Darfur, Darfur-Krise

Administrative Gliederung

Der Sudan ist in 26 Bundesstaaten (
wilayat) unterteilt. Diese teilen sich wiederum in 66 Provinzen und 218 Bezirke. Siehe dazu: Sudanesische Bundesstaaten

Infrastruktur

Straßenverkehr

Das Straßennetz umfasst 11.900 Kilometer, wovon 4.320 Kilometer asphaltiert sind.

Schienenverkehr

Das Schienennetz umfasst 5.995 Kilometer.

Wasserverkehr

Der wichtigste Seehafen befindet sich in Port Sudan, über den das Erdöl aus dem Landesinneren mittels einer Pipeline exportiert werden kann. Der Sudan verfügt über etwa 4.068 Kilometer Wasserstraßen, wovon 1.723 Kilometer (Blauer Nil und Weißer Nil) ganzjährig befahrbar sind. Wichtige Flusshäfen sind Dschuba, Khartum, Kusti, Malakal, Nimule und Wadi Halfa.

Pipelines

Das Pipeline-Netz umfasst für Erdöl 2.365 Kilometer, für Erdölprodukte 810 Kilometer und für Gas 156 Kilometer.

Wirtschaft

Wirtschaft Sudans Der Süden des Landes verfügt über reichhaltige Bodenschätze, wie zum Beispiel Erdöl, Gold, Diamanten und Uran. Allein die Erdölvorkommen werden nach US-amerikanischen Schätzungen aus den 1990er Jahren auf rund 3 Milliarden Barrel beziffert. Bisher sind die meisten dieser Bodenschätze noch nicht erschlossen – teilweise sind sogar die Konzessionen noch nicht vergeben. Haupt-Export-Länder (Stand 2004) sind China (64,3 %), Japan (13,8 %) und Saudi Arabien (3,7 %). Haupt-Import-Länder (Stand 2004) sind Saudi-Arabien (11,7 %), China (10,7 %), die VAE (6,2 %), Ägypten (5,2 %), Deutschland (4,9 %), Indien (4,6 %), Australien (4,1 %) und Großbritannien (4 %).

Beziehung mit China

Die Volksrepublik China ist der wichtigste ausländische Investor im Sudan. Mittlerweile deckt das afrikanische Land schätzungsweise 6 bis 8 % der gesamten Ölimporte Pekings; 60 Prozent des sudanesischen Erdöls geht nach China. Derzeit fördert der Sudan 340.000 Barrel am Tag. Man erwartet in absehbarer Zeit eine steigerung auf 800.000 Barrel täglich. Trotz ständiger Menschenrechtsverletzungen verhindert China mit seinem Vetorecht im Uno-Sicherheitsrat internationale Sanktionen gegen Khartum, das 60 Prozent der Ölerlöse in (chinesisches) Kriegsgerät investiert.

Beziehung mit Deutschland

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und dem Sudan bewegen sich im untergeordneten Bereich, haben aber weiter an Intensität gewonnen. Das Handelsvolumen entspricht mit 150 Mio. Euro nicht dem eigentlichen Potenzial beider Länder. Da bislang noch keine Hermesdeckung der Bundesregierung für Auslandgeschäfte mit dem Sudan möglich ist, bleiben die Perspektiven für eine Ausweitung des bilateralen Handelsaustausches noch beschränkt. Großprojekte wie die Erweiterung des sudanesischen Telekommunikationssektors sowie im Kraftwerksbau und im Luftfahrtbereich haben das Interesse deutscher Unternehmen geweckt, die sich an entsprechenden Ausschreibungen beteiligen. Im März 2004 wurde in Khartum ein deutscher Wirtschaftskreis gegründet, der als Ansprechpartner fungieren und den Austausch beider Seiten fördern soll. Das bilaterale Handelsvolumen betrug im Jahr 2003 gut 150 Mio. Euro. Sudan exportierte Waren im Wert von 39,7 Mio. Euro nach Deutschland. Traditionelle Hauptexportgüter sind Baumwolle, Gummi Arabicum sowie in geringen Mengen Sesam, Nüsse und Häute. Die sudanesischen Importe aus Deutschland umfassten im Jahr 2003 Waren im Wert von 111 Mio. Euro, darunter hauptsächlich Maschinen und Ausrüstungen, sowie Fertigerzeugnisse, Chemikalien, Lebensmittel und Textilien.

Siehe auch


-

Weblinks

Regierung


- [http://www.sudan.gov.sd/english.htm Webseite der Regierung des Sudans (englisch)]
- [http://www.sudan-embassy.de/pages/sudan_embassy.depag.html Botschaft der Republik Sudan in Deutschland]

Überblick


- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=163 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes

Nachrichten


- [http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/Laender/Laenderauswahl/Sudan.php Ärzte ohne Grenzen zum Thema Sudan]
- [http://www.tagesschau.de/thema/0,1186,OID3262992_REF1_NAV,00.html Tagesschau-Dossier: Die Katastrophe im Sudan]

Verzeichnisse


- [http://www.sudan.net/ www.sudan.net]
- [http://www.globalsecurity.org/military/world/war/sudan.htm www.globalsecurity.org]

Tourismus


- Kategorie:Staat ja:スーダン ko:수단 ms:Sudan simple:Sudan th:ประเทศซูดาน zh-min-nan:Sudan


1892

Ereignisse


- 19. April: Erdbeben unbekannter Stärke in Vacaville, Kalifornien, USA, 1 Toter
- 31. Mai: Eröffnung der Preßnitztalbahn
- 11. Juli: Der Ausbruch einer Wassertasche aus dem Inneren des Tete-Rousse-Gletschers am Mont Blanc fordert über 200 Todesopfer
- 21. August: Auf der Tafelfichte wird ein Aussichtsturm eröffnet
- In Hamburg bricht eine Cholera-Epidemie aus, die über 8600 Tote fordert
- In Norwegen wird nach fünf Jahren Bauzeit der Telemarkkanal fertiggestellt

Kultur


- 20. Januar: Uraufführung des Dramas La Wally (Die Geier-Wally) von Alfredo Catalani am Teatro alla Scala di Milano in Mailand
- 17. Februar: Uraufführung der Oper Winkelried von Louis Lacombe am Grand Théâtre in Genf
- 8. März: Uraufführung der Oper Heilmar der Narr von Wilhelm Kienzl in München
- 21. Mai: Uraufführung der Oper I Pagliacci (Der Bajazzo) von Ruggiero Leoncavallo am Teatro dal Verne in Mailand
- 14. Juni: Uraufführung der Operette Signora Vedetta von Richard Genée in Wiesbaden
- 7. November: Öffentliche Uraufführung der Oper Chowanschtschina von Modest Petrowitsch Mussorgski in Kiew
- 18. Dezember: Uraufführung der Oper Jolanthe von Pjotr Iljitsch Tschaikowski an der Hofoper in Sankt Petersburg

Geboren


- 3. Januar: J. R. R. Tolkien, englischer Schriftsteller und Philologe († 1973)
- 6. Januar: Heinz Renner, deutscher Politiker († 1964)
- 6. Januar: Ludwig Berger, deutscher Filmregisseur († 1969)
- 14. Januar: Franz Dahlem, SED-Funktionär, Mitglied des Politbüros des ZK der SED († 1981)
- 14. Januar: Hal Roach, US-amerikanischer Filmproduzent, Regisseur und Schauspieler († 1992)
- 14. Januar: Martin Niemöller, deutscher Theologe und Widerstandskämpfer († 1984)
- 15. Januar: Frank Hutchens, neuseeländischer Komponist († 1965)
- 18. Januar: Oliver Hardy, US-amerikanischer Komiker und Filmschauspieler († 1957)
- 23. Januar: Erté, Illustrator, Bühnenbildner und Modedesigner († 1990)
- 23. Januar: Romain de Tirtoff, russischer Illustrator, Bühnenbildner und Modedesigner († 1990)
- 24. Januar: Arkadi Dimitrijewitsch Schwezow, sowjetischer Triebwerkskonstrukteur († 1953)
- 24. Januar: Konstantin Alexandrowitsch Fedin, russischer Schriftsteller und Schauspieler († 1977)
- 28. Januar: Carlo Emilio Bonferroni, italienischer Mathematiker († 1960)
- 28. Januar: Ernst Lubitsch, deutscher Filmregisseur († 1947)
- 2. Februar: Cuno Hoffmeister, deutscher Astronom und Geophysiker († 1968)
- 4. Februar: Ugo Betti, italienischer Dramatiker († 1953)
- 6. Februar: William Parry Murphy, US-amerikanischer Arzt, Nobelpreisträger († 1987)
- 8. Februar: Luigi Bartolini, italienischer Schriftsteller († 1963)
- 8. Februar: Ralph Chubb, britischer Dichter, Drucker und Künstler († 1960)
- 9. Februar: Robert Geritzmann, deutscher Politiker († 1969)
- 10. Februar: Roland Rohlfs, Testpilot († 1974)
- 12. Februar: Theodor Plievier, deutscher Schriftsteller († 1955)
- 13. Februar: Robert H. Jackson, US-amerikanischer Hauptanklagevertreter bei den Nürnberger Prozessen († 1954)
- 16. Februar: Joaquín Anselmo María Albareda, Kardinal der römisch-katholischen Kirche († 1966)
- 1. März: Ryunosuke Akutagawa, japanischer Dichter und Schriftsteller († 1927)
- 2. März: Heinrich Zerkaulen, deutscher Schriftsteller († 1954)
- 4. März: Nikolai Dmitrijewitsch Kondratjew, russischer Wirtschaftswissenschaftler († 1938)
- 9. März: Josef Weinheber, österreichischer Lyriker, Erzähler und Essayist († 1945)
- 9. März: Rudolf Friedrichs, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen († 1947)
- 10. März: Arthur Honegger, französisch-schweizerischer Komponist († 1955)
- 11. März: Otto Laubinger, Schauspieler am Berliner Staatstheater († 1935)
- 14. März: Matyas Rakosi, ungarischer Politiker († 1971)
- 15. März: Charles Nungesser, französisches Fliegerass des ersten Weltkriegs († 1927)
- 27. März: Ferde Grofé, US-amerikanischer Komponist, Arrangeur und Dirigent († 1972)
- 28. März: Corneille Heymans, belgischer Wissenschaftler († 1968)
- 30. März: Erhard Milch, Generalfeldmarschall im Dritten Reich († 1972)
- 30. März: Stefan Banach, polnischer Mathematiker († 1945)
- 1. April: Anton Storch, deutscher Politiker († 1975)
- 2. April: Maurice-Yves Sandoz, schweizer Schriftsteller
- 4. April: Wilhelm Altmann, deutscher Musikhistoriker und Bibliothekar († 1951)
- 6. April: Donald Wills Douglas, US-amerikanischer Flugzeugbauer († 1981)
- 6. April: Hermann Schäfer, deutscher Politiker († 1966)
- 7. April: Julius Hirsch, deutscher Fußballspieler und NS-Opfer
- 9. April: Anton Eberhard, deutscher Politiker († 1967)
- 9. April: Zita von Bourbon-Parma, letzte Kaiserin Österreichs († 1989)
- 12. April: Johnny Dodds, Jazz-Klarinettist († 1940)
- 13. April: Arthur Harris, Luftmarschall der britischen Royal Air Force († 1984)
- 13. April: Arthur Travers Harris, Luftmarschall der britischen Royal Air Force († 1984)
- 14. April: Vere Gordon Childe, australischer Archäologe († 1957)
- 15. April: Corrie ten Boom, Mitglied der Niederländisch-reformierte Kirche († 1983)
- 18. April: Bolesław Bierut, kommunistischer polnischer Politiker († 1956)
- 22. April: Heinrich Gerns, deutscher Politiker († 1963)
- 23. April: Lutz Heck, Biologe und Zoodirektor († 1983)
- 23. April: Richard Huelsenbeck, deutscher Schriftsteller und Chronist († 1974)
- 1. Mai: Ehrenfried Günther Freiherr von Hünefeld, deutscher Flugpionier († 1929)
- 2. Mai: Manfred von Richthofen (Der Rote Baron), deutscher Jagdflieger († 1918)
- 3. Mai: George Paget Thomson, englischer Physiker († 1975)
- 7. Mai: Josip Broz Tito, Minister- und Staatspräsident Jugoslawiens († 1980)
- 7. Mai: Siegfried Bernfeld, Reformpädagoge, Marxist, Psychoanalytiker, Zionist († 1953)
- 8. Mai: Arnold Hauser, Ungarisch-deutscher Kunsthistoriker und Kunstsoziologe († 1978)
- 9. Mai: Hans Domizlaff, Schöpfer bekannter Marken und Markenartikel († 1971)
- 9. Mai: Walter Zimmermann, deutscher Biologe und Universitätsprofessor († 1980)
- 11. Mai: Margaret Rutherford, Schauspielerin († 1972)
- 12. Mai: Fritz Kortner, deutscher Schauspieler und Theaterregisseur († 1970)
- 22. Mai: Ralph Peer, Protagonist der Country-Musik († 1960)
- 23. Mai: Hans Dülfer, Bergsteiger († 1915)
- 28. Mai: Josef Dietrich, SS-Oberstgruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS († 1966)
- 31. Mai: Gregor Strasser, deutscher nationalsozialistischer Politiker († 1934)
- 31. Mai: Josef Ivar Müller, Schweizer Komponist († 1969)
- 1. Juni: Hironori Otsuka, Begründer der Karate-Stilrichtung Wado-Ryu († 1982)
- 5. Juni: Hans Constantin Paulssen, Industrieller und Präsident der BDA († 1984)
- 6. Juni: Johannes Kunze, deutscher Politiker († 1959)
- 12. Juni: Basil Rathbone, US-amerikanischer Schauspieler († 1967)
- 12. Juni: Stephan Weickert, deutscher Vertriebenenpolitiker († 1952)
- 14. Juni: Ernst Penzoldt, deutscher Dichter und Erzähler († 1955)
- 16. Juni: Axel de Vries, deutscher Politiker der FDP († 1963)
- 21. Juni: Ferdinand Schörner, deutscher Generalfeldmarschall († 1973)
- 21. Juni: Hilding Rosenberg, schwedischer Komponist und Dirigent († 1985)
- 21. Juni: Walter Krämer, deutscher Politiker († 1941)
- 22. Juni: Robert Ritter von Greim, deutscher Generalfeldmarschall († 1945)
- 24. Juni: Gregor Ebner, Arzt und Leiter der Heime des „Lebensborn e. V.“ († 1974)
- 26. Juni: Pearl S. Buck, US-amerikanische Schriftstellerin († 1973)
- 27. Juni: Erich Köhler, deutscher Politiker († 1958)
- 30. Juni: Oswald Pohl, maßgeblich am Holocaust beteiligtes Mitglied der SS († 1951)
- 1. Juli: James M. Cain, US-amerikanischer Journalist und Autor († 1977)
- 8. Juli: Dion O'Banion, Ganganführer und Rivale Al Capones († 1924)
- 8. Juli: Nikolai Nikolajewitsch Polikarpow, sowjetischer Flugzeugkonstrukteur († 1944)
- 11. Juli: Nico Bouvy, niederländischer Fußballspieler († 1957)
- 12. Juli: Bruno Schulz, polnischer Schriftsteller, Graphiker und Zeichner († 1942)
- 12. Juli: Harry Piel, deutscher Regisseur und Schauspieler († 1963)
- 12. Juli: Paula Grogger, österreichische Schriftstellerin
- 12. Juli: Zyrill Fischer, österreichischer Franziskanerpater und Widerstandskämpfer († 1945)
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