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Astronomische Nachrichten

Astronomische Nachrichten

Astronomische Nachrichten (Astronomical Notes) ist der Titel der ältesten noch existierenden astronomischen Fachzeitschrift der Welt. Heute erscheinen zwölf Hefte pro Jahr in Englisch mit einem Schwerpunkt in der beobachtenden und theoretischen Astrophysik. Begründet wurde das Medium 1821 durch Heinrich Christian Schumacher in deutscher Sprache. Zum Themenbogen gehören die Sonnenphysik, extragalaktische Fragen, die Kosmologie, sowie Themen zur Instrumentierung und verwandter Belange der Geophysik. Numerische Methoden mit Bezug zur Astronomie, die häufig in Zusammenhang mit Supercomputern stehen, finden ebenfalls Aufnahme. Zu den Bibliotheken, die die lückenlosesten Bestände besitzen, gehören das Astrophysikalische Institut Potsdam, das Astronomische Recheninstitut Heidelberg und die Universitätsbibliothek München. Kategorie:Astronomische Zeitschrift

Fachzeitschrift

Eine Fachzeitschrift ist eine traditionell periodisch erscheinende gedruckte meist wissenschaftliche Zeitschrift, die im Unterschied zu einer Monografie rasche und aktuelle Informationen über neuere Forschungsergebnisse liefert und so den aktuellen Stand in einem Fachgebiet dokumentiert. Dagegen wenden sich Publikumszeitschriften an einen breiten Leserkreis. Neben umfangreichen Aufsätzen zu einzelnen Themen gibt es kleine Beiträge, die in geisteswissenschaftlichen Zeitschriften traditionell Miszellen genannt werden. Weitere Rubriken sind Forschungsberichte, Rezensionen (über neue Monographien) bzw. Sammelbesprechungen. In manchen Zeitschriften werden fachliche Diskussionen in eigenen diskursiven Abschnitten "Kontroverse" abgehandelt. In manchen Fachgebieten werden die Inhalte von Fachzeitschriften durch für einen oder mehrere Jahrgänge erstellte Register erschlossen. Herausgeber und Redakteure guter Fachzeitschriften sind üblicherweise auch Fachleute auf dem entsprechenden Gebiet. Wissenschaftliche Fachzeitschriften bedienen sich zunehmend des Peer Reviews, um die Qualität der Beiträge sicherzustellen. Die internationalen naturwissenschaftlichen Fachzeitschriften mit dem höchsten Impact Factor sind Nature und Science. Im deutschsprachigen Raum ist Spektrum der Wissenschaft (siehe Scientific American) populärwissenschaftlich ausgerichtet und steht somit zwischen Fachzeitschrift und Publikumszeitschrift.

Geschichte

Die ersten Fachzeitschriften sind das erstmals im Januar 1665 in Paris erschienene „Journal des Sçavans“ und das die Londoner „Philosophical Transactions of the Royal Society“ aus dem selben Jahr.

Literatur


- Zimpel: Fachzeitschriften ISSN 0946-3968 (siehe auch [http://www.zimpel.de/html/service/journal/journal_z4.htm])

Siehe auch


- :Kategorie:Fachzeitschrift,
- Zeitschriftendatenbank, Elektronische Zeitschrift, Bibliothekarische Fachzeitschrift,
- Zeitschriftenkrise

Weblinks


- [http://www.history-journals.de/ The History Journals Guide]
- [http://www.zdb-opac.de OPAC der Zeitschriftendatenbank (ZDB)]
- [http://www.zeitschrift-abc.de Zeitschrift-abc / fachzeitung.de (18163 Fachzeitschriften - Magazine - Diploma) ] ! Kategorie:Medien

1821

Ereignisse


- 22. Februar Spanien verkauft (Ost-)Florida an die USA für 5 Millionen Dollar
- 24. Februar Mexiko erreicht seine endgültige Unabhängigkeit von Spanien
- 25. März Beginn der griechischen Revolution mit dem Ziel eines freien und souveränen Griechenlandes
- 1. Mai: Die Bank von England tauscht ihre Banknoten wieder gegen Gold ein; Ende der bank-restriction (seit 1797)
- 18. Juni: Uraufführung der Oper Der Freischütz von Carl Maria von Weber in Berlin
- 28. Juli José de San Martín ruft die Unabhängigkeit Perus gegenüber Spanien aus
- 15. September: Guatemala, El Salvador, Costa Rica und Honduras erlangen die Unabhängigkeit von Spanien
- 28. November Unabhängigkeit Panamas von Spanien
- 1. Dezember: Costa Rica. Vorläufige Verfassung Pacto de Concordia
- Freiburg im Breisgau wird Bischofssitz

Wissenschaft


- Thomas Johann Seebeck entdeckt den Seebeck-Effekt zur Thermoelektrizität und baut das erste Thermoelement
- Georg Simon Ohm entdeckt das Ohmsche Gesetz

Kultur


- 28. Januar: Uraufführung der Oper Esop in Lydien von Conradin Kreutzer in Donaueschingen
- 13. August: Uraufführung der Oper Adele von Budoy von Conradin Kreutzer in Königsberg
- 30. Oktober: Uraufführung der Oper Elisa e Claudio von Saverio Mercadante am Teatro alla Scala di Milano in Mailand
- 27. November: Uraufführung der Oper Léonore et Félix von François Benoist am Théâtre Feydeau in Paris

Geboren


- 2. Januar: James Croll, schottischer Autodidakt († 1890)
- 8. Januar: James Longstreet, US-amerikanischer General der Konföderation († 1904)
- 14. Januar: Salomon Hermann Mosenthal, Dramatiker und Librettist († 1877)
- 19. Januar: Ferdinand Gregorovius, deutscher Schriftsteller und Historiker († 1891)
- 21. Januar: John Cabell Breckinridge, US-amerikanischer General und Staatsmann († 1875)
- 24. Januar: Blasius Kozenn, österreichischer Kartograph († 1871)
- 3. Februar: Elizabeth Blackwell, englische Ärztin († 1910)
- 11. Februar: Hermann Allmers, norddeutscher Heimatdichter († 1902)
- 12. Februar: Auguste Edouard Mariette, französischer Ägyptologe († 1881)
- 16. Februar: Heinrich Barth, deutscher Afrikaforscher († 1865)
- 17. Februar: Lola Montez, irische Hochstaplerin und Tänzerin († 1861)
- 18. Februar: Rachel Felix, französische Schauspielerin († 1858)
- 19. Februar: August Schleicher, deutscher Sprachwissenschaftler († 1868)
- 22. Februar: Ludmilla Assing, deutsche Schriftstellerin († 1880)
- 1. März: Joseph Hubert Reinkens, erster Bischof der Alt-Katholischen Kirche in Deutschland († 1896)
- 12. März: John Joseph Caldwell Abbott, kanadischer Anwalt, Politiker und Premierminister († 1893)
- 12. März: Luitpold von Bayern, Prinzregent von Bayern († 1912)
- 13. März: Hermann Gruson, Erfinder, Wissenschaftler und Unternehmer († 1895)
- 13. März: Leopold Kaufmann, von 1851 bis 1874 Oberbürgermeister von Bonn († 1898)
- 15. März: Eduard Heine, deutscher Mathematiker († 1881)
- 15. März: Johann Josef Loschmidt, österreichischer Physiker und Chemiker († 1895)
- 19. März: Richard Francis Burton, britischer Konsul, Forscher, Übersetzer, und Orientalist († 1890)
- 3. April: Louis Lewandowski, deutscher Komponist († 1894)
- 4. April: Heinrich Band, Erfinder des Bandoneons
- 4. April: Linus Yale, US-amerikanischer Erfinder (Zylinderschloss) († 1868)
- 9. April: Charles Baudelaire, zählt zu den wichtigsten französischen Dichtern der Moderne († 1867)
- 16. April: Ford Madox Brown, britischer Maler († 1893)
- 15. Mai: Félix Joseph Henri de Lacaze-Duthiers, französischer Physiologe und Zoologe († 1901)
- 15. Mai: Ludwig Knoop, Unternehmer († 1894)
- 16. Mai: Pafnuti Lwowitsch Tschebyschow, russischer Mathematiker († 1894)
- 17. Mai: Sebastian Kneipp, bayerischer Priester und Hydrotherapeut († 1897)
- 24. Mai: Topete y Carballo, spanischer Admiral und Politiker († 1885)
- 25. Mai: Henri Alexis Brialmont, belgischer General und Militärschriftsteller († 1903)
- 26. Mai: Amalie Dietrich, deutsche Botanikerin und Zoologin († 1891)
- 8. Juni: Samuel White Baker, britischer Afrikaforscher († 1893)
- 12. Juni: Louis Baare, deutscher Wirtschaftspionier († 1897)
- 12. Juni: Luise Büchner, Frauenrechtlerin und Autorin († 1877)
- 13. Juni: Albert de Broglie, französischer Historiker, Publizund Staatsmann († 1905)
- 25. Juni: Bartolomé Mitre, Staatsmann, militärischer Führer und Historiker († 1906)
- 27. Juni: August Conradi, deutscher Komponist († 1873)
- 2. Juli: Charles Tupper, kanadischer Politiker und Premierminister († 1915)
- 3. Juli: Ferdinand Kürnberger, österreichischer Schriftsteller († 1879)
- 10. Juli: Karl Culmann, Bauingenieur und Professor in Zürich († 1881)
- 12. Juli: Daniel Harvey Hill, General der Konföderierten Staaten von Amerika († 1889)
- 13. Juli: Nathan Bedford Forrest, General in der Armee der Konföderierten Staaten von Amerika († 1877)
- 16. Juli: Mary Baker Eddy, US-amerikanische Schriftstellerin († 1910)
- 18. Juli: Pauline Viardot-Garcia, französische Künstlerinnen († 1910)
- 21. Juli: Adolf Carl Daniel Fürst von Auersperg, Ministerpräsident von Österreich-Ungarn († 1885)
- 4. August: Louis Vuitton, französischer Unternehmer († 1892)
- 16. August: Arthur Cayley, englischer Mathematiker († 1895)
- 21. August: Wilhelm Heinrich Schüßler, deutscher Begründer der homeopatischen Therapie († 1898)
- 21. August: William Balfour Baikie, Schottischer Afrikaforscher († 1864)
- 31. August: Hermann von Helmholtz, deutscher Physiologe und Physiker († 1894)
- 26. September: Friedrich Engelhorn, deutscher Unternehmer († 1902)
- 27. September: Johann Joachim Schlegel, Gründer der Schlegel Brauerei AG in Bochum († 1880)
- 2. Oktober: Nino Bixio, italienischer Freiheitskämpfer († 1873)
- 5. Oktober: Ludwig Karl Friedrich Turban, Staatsminister in Baden († 1898)
- 8. Oktober: Friedrich Kiel, deutscher Komponder Spätromantik († 1885)
- 11. Oktober: George Williams, Gründer des Christlicher Verein Junger Menschen
- 13. Oktober: Oscar Byström, schwedischer Komponist († 1909)
- 13. Oktober: Rudolf Virchow, deutscher Arzt, Pathologe und Politiker († 1902)
- 15. Oktober: Moritz Hartmann, Journalist, Schriftsteller und Politiker († 1872)
- 16. Oktober: Franz Doppler, ungarischer Komponist († 1883)
- 23. Oktober: Max von Forckenbeck, deutscher Jurist, Politiker und Berliner Bürgermeister († 1892)
- 24. Oktober: Ludwig Seidel, deutscher Mathematiker und Astronom († 1896)
- 11. November: Fjodor Michailowitsch Dostojewski, russischer Schriftsteller († 1881)
- 18. November: Franz Friedrich Ernst Brünnow, deutscher Astronom († 1891)
- 4. Dezember: Ernst Wilhelm Leberecht Tempel, Astronom und Lithograf († 1889)
- 12. Dezember: Gustave Flaubert, französischer Schriftsteller († 1880)
- 17. Dezember: Josef Krejčí, tschechischer Komponist († 1881)
- 25. Dezember: Clara Barton, US-amerikanische Philanthropin († 1912)

Gestorben


- 4. Januar: Elisabeth Anna Bayley Seton, Erste in den USA geborene Heilige (
- 1774)
- 25. Januar: Maciej Kamieński, polnischer Komponist (
- 1734)
- 23. Februar: John Keats, britischer Lyriker (
- 1795)
- 14. März: Ernst von Schwarzenberg, Bischof, Komponist und Domherr in Köln (
- 1773)
- 14. März: Heinrich Rathmann, Pädagoge, Historiker und evangelischer Pfarrer (
- 1750)
- 11. April: Georg Joseph Beer, Begründer der wissenschaftlich fundierten Augenheilkunde (
- 1763)
- 20. April: Franz Karl Achard, deutscher Physiker und Chemiker (
- 1753)
- 22. April: John Crome, britischer Maler (
- 1768)
- 23. April: Pierre Riel de Beurnonville, Französischer General und Staatsmann, Marschall von Frankreich (
- 1752)
- 24. April: Johann Peter Frank, deutscher Mediziner (
- 1745)
- 5. Mai: Napoléon, französischer General und Kaiser (
- 1769)
- 9. Mai: Christian Adolph Overbeck, deutscher Bürgermeister und Dichter (
- 1755)
- 19. Mai: Henri de Franquetot, duc de Coigny, französischer Höfling und General (
- 1737)
- 19. Juni: Peter Ochs, Schweizer Politiker (
- 1752)
- 20. Juli: Maurice-Jean-Magdalène de Broglie, französischer Bischof (
- 1766)
- 4. September: José Miguel Carrera, chilenischer Politiker (
- 1785)
- 10. September: Johann Dominicus Fiorillo, deutscher Maler und Kunsthistoriker (
- 1748)
- 22. Oktober: Matthias Ludwig Leithoff, deutscher Arzt (
- 1748) ko:1821년 simple:1821 th:พ.ศ. 2364

Heinrich Christian Schumacher

Heinrich Christian Schumacher (
- 3. September 1780 im holsteinischen Bramstedt; † 28. Dezember 1850 in Altona) war ein deutscher Astronom, Geodät und Herausgeber. Der Sohn eines Amtmannes wurde als Siebenjähriger dem dänischen König Friedrich VI. - der in Personalunion auch Herzog von Holstein war - vorgestellt. Von dieser Bekanntschaft hat Schumacher im Laufe seines späteren Lebens wiederholt profitiert. Nach dem Tod des Vaters zog seine Mutter mit ihm 1790 nach Altona, wo er die Schule besuchte. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Kiel und Göttingen lehrte er als Dozent der Rechte 1805 an der Universität von Dorpat (Estland). Dabei begegnete Schumacher Prof. Pfaff, dem Leiter der dortigen Sternwarte, der ihn an Mathematik und Astronomie heranführte; nach seiner Rückkehr nahm er mithilfe eines königlichen Stipendiums das Studium dieser beiden Fächer in Kopenhagen und Göttingen auf. Dort war Carl Friedrich Gauß sein Lehrer, der Schumacher für die Geodäsie begeisterte. Nach Ablauf des einjährigen Stipendiums besuchten sie zusammen namhafte Astronomen und Mathematiker (Olbers, Schröter, Bessel). Bei seinen häufigen Zwischenaufenthalten im heimischen Altona hatte Schumacher sich zudem mit Johann Georg Repsold angefreundet, dessen Sternwarte in Hamburg er seit 1808 regelmäßig nutzte. 1810 wurde Schumacher außerordentlicher Professor der Astronomie in Kopenhagen, 1813 Direktor der Sternwarte in Mannheim und 1815 ordentlicher Professor der Astronomie in Kopenhagen – von wo aus er jedoch umgehend nach Altona zurückkehrte, um im Auftrag Friedrichs VI. ab 1817 die geodätische Vermessung des Meridians von Skagen bis Lauenburg vorzunehmen, die von Gauß durch Hannover fortgesetzt wurde, wodurch die dänischen Messungen an das Europäische Netz angeschlossen werden konnten. 1820 erhielt er von der Gesellschaft der Wissenschaften in Kopenhagen den Auftrag, Holstein zu vermessen und die Ergebnisse kartographisch darzustellen. 1821 kaufte Schumacher ein Haus an der Altonaer Palmaille, in dem er sein eigenes Institut, die Altonaer Sternwarte, errichtete – ermöglicht durch ein königliches Privileg, das auch ein jährliches Budget für seine Mitarbeiter und die Zusicherung umfasste, bis zu seinem Tod in Altona leben und forschen zu dürfen. Von den kleinen Erkern des Gebäudes aus konnte man mehrere entfernte Dreieckspunkte sehen; im Garten wurde ein Meridiankreis von Reichenbach aufgestellt, den Repsold montierte, der es zudem mit einem eigenen, verbesserten Ableseniveau ausrüstete. Gleichzeitig begann Schumacher mit der Herausgabe der Astronomische Nachrichten, die die Kommunikation zwischen den Fachleuten und Gelehrten erheblich beförderte: Beiträge von Gauß, Bessel, Rümker, Olbers, Encke, Airy, C. und W.Herschel ließen die Zeitschrift schnell zum Sprachrohr der Astronomie werden. Schumacher und seine Mitarbeiter, namentlich sein langjähriger Observator und Nachfolger Adolph Cornelius Petersen, bestimmten u.a. 1824 den Längenunterschied zwischen Altona und Greenwich durch eine "Chronometerexpedition", führten 1830 auf der Insel Fünen (dänisch: Fyn) Längenbestimmungen mithilfe der Beobachtung von Pendelschwingungen durch, vermaßen die Trasse für die 1844 eröffnete Eisenbahnlinie zwischen Altona und Kiel und nahmen das Hamburger Stadtgebiet nach dem dortigen "Großen Brand" (1842) trigonometrisch auf. Diese Umtriebigkeit, aber zunehmend auch Probleme mit Christian VIII., dem Nachfolger seines 1839 gestorbenen Gönners auf dem dänischen Thron, führten zu einer Verschlechterung seiner Gesundheit. Während des Schleswig-Holsteinischen Aufstandes (1848-1850) lagerten vor dem Altonaer Haus des königstreuen, beamteten dänischen Astronomen feindliche Soldaten; er selbst stand unter Hausarrest, durfte sich nur noch privat an den Astronomischen Nachrichten beteiligen. In diesem Umfeld starb Schumacher, mit zahllosen Orden ausgezeichnet, Mitglied fast sämtlicher bedeutenden wissenschaftlichen Akademien von Moskau über Paris bis Philadelphia, am 28. Dezember 1850. Seine Altonaer Sternwarte war bis 1872 in Betrieb, das Gebäude sank erst 1941 in Trümmer; die Astronomische Nachrichten gibt es heute noch.

Veröffentlichungen (Auswahl)


- "Astronomische Abhandlungen" (Altona 1823-25, 3 Bde.)
- "Astronomische Nachrichten" (Altona 1822-50; nach seinem Tod fortgesetzt)
- "Astronomische Jahrbücher" (Tübingen 1836-44)
- "Astronomische Hilfstafeln" (Kopenhagen 1820-29, 10 Bde.)

Quellen und Weblinks


- Fritz Hauschild: Zur Geschichte der Altonaer Sternwarte von 1851 bis zu ihrem Ende 1872 in: Martin Ewald (Hg.): 300 Jahre Altona – Beiträge zu seiner Geschichte. Hamburg 1964 (Hans Christians Verlag)
- Meyers Lexikon, 4. Auflage (Online-Version)
- [http://www.friedensblitz.de/sterne/schumacher/Schumacher.html Private Seite über Schumacher] Schumacher, Heinrich Christian Schumacher, Heinrich Christian Schumacher, Heinrich Christian Schumacher, Heinrich Christian Schumacher, Heinrich Christian Schumacher, Heinrich Christian

Geophysik

Die Geophysik ist ein Teilgebiet der Geowissenschaften und gleichzeitig der Physik. Sie erforscht die physikalischen Eigenschaften und Vorgänge der Erdkruste und des Erdinnern (Physik der festen Erde, die Geophysik im engeren Sinn), umfasst aber genauso die Physik der Ozeane (Ozeanografie) und der Atmosphäre (Meteorologie). Sie beschäftigt sich dabei vornehmlich mit natürlichen Erscheinungen und Vorgängen der Erde und ihrer Umgebung, sowie mit technischen Aspekten (s. Angewandte Geophysik) und geophysikalischen Karten. Ihre Teilgebiete sind:
- spezielle Geophysik
- Hydrologie (Wissenschaft vom Wasserbau und Wasserwirtschaft)
- Meteorologie (Wissenschaft von der Troposphäre)
- Aeronomie (Wissenschaft von der Stratosphäre)
- Ionosphärenforschung (Wissenschaft von der Thermosphäre)
- Allgemeine Geophysik mit 3 Teilbereichen: # die theoretische Geophysik, die sich z.B. mit der Potentialtheorie, den Wellengleichungen oder der Geodynamik befasst, wobei neben dem kartesischen Koordinatensystem insbesondere auch das Kugelkoordinatensystem verwendet wird. # die experimentelle Geophysik (im Labor), in der beispielsweise die Schall-Leitfähigkeit verschiedener Gesteine unter hohem Druck bestimmt wird oder an Modellen die Ausbreitung von Erdbebenwellen im Erdinneren simuliert wird. Daneben nimmt auch die Numerische Simulation einen immer breiteren Raum ein. # die Angewandte Geophysik zu Exploration (Erkundung), etwa zur Suche nach Erdöl, Wasser oder Erzen, oder zur Ermittlung von potenziell geeigneten Endlagerstätten für Abfälle, insbesondere Atommüll. Des weiteren im Umweltbereich (Altlasten/Deponien, zu Baugrunduntersuchungen (Standfestigkeit) oder in der Landwirtschaft (Agrogeophysik). Die geophysikalischen Erkundungsverfahren können in folgende Teildisziplinen gegliedert werden:
- Potentialverfahren
  - Geoelektrik
  - Geoelektromagnetik
  - Geomagnetik
  - Geothermik
  - Gravimetrie
- Wellenverfahren
  - Seismik
  - Seismologie
- Elektromagnetische Verfahren
  - Georadar (Ground Penetrating Radar, GPR)
  - Magnetotellurik (MT)
  - Radiometrie
  - Transiente Elektromagnetik (TEM oder TDEM)
  - VLF Die globalen Forschungsagenda der Geophysik werden im Rahmen der IUGG (Internationale Union für Geodäsie und Geophysik) und ihren 7 Assoziationen koordiniert. Für regionale und technische Aufgabenbereiche und die Rohstofferkundung gibt es weitere Organisationsformen. [http://www.iugg.org/] Organisation der Geophysik im deutschsprachigen Raum - Die Deutsche Geophysikalische Gesellschaft e.V.: [http://www.dgg-online.de]

Weblinks


- [http://www.geosciences-forum.com/ Geosciences-Forum: Geophysik]
- [http://www.uni-koeln.de/math-nat-fak/geomet/geo/ageo/lotem/index.html Transiente Elektromagnetik (Elektromagnetik im Zeitbereich)]
- [http://www.parautochthon.com/100584/index.html Einblick in die Geophysik] Kategorie:Physik ! Kategorie:Geowissenschaft ja:地球物理学 th:ธรณีฟิสิกส์

Potsdam

Potsdam ist als Landeshauptstadt des Bundeslandes Brandenburg eine Kreisfreie Stadt, die in ihrem Nordosten unmittelbar an die Bundeshauptstadt Berlin angrenzt (Entfernung zur Berliner Innenstadt etwa 26 km). Potsdam gehört zur Europäischen Metropolregion Berlin/Brandenburg. Als einwohnerstärkste Stadt Brandenburgs ist sie eines der vier Oberzentren dieses Bundeslandes. Die Einwohnerzahl der Stadt Potsdam überschritt 1939 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Exonyme für "Potsdam" gibt es in der polnischen Sprache mit "Poczdam", und in der tschechischen mit "Postupim".

Geografie

Exonym Potsdam liegt südwestlich von Berlin am Mittellauf der Havel, in einer eiszeitlich geprägten Wald-Seen-Landschaft, die durch den Wechsel von breiten Talniederungen und Moränenhügeln, wie dem die Stadt südlich flankierenden Saarmunder Endmoränenbogen charakterisiert ist. Die Havel fließt am Strandbad Babelsberg bei 29,4 m über Normalnull. Der Teltowkanal und die Nuthe münden im Stadtgebiet in die Havel. Nuthe Weitere Gewässer sind Griebnitzsee, Templiner See, Vorderkappe, Hinterkappe, Neustädter Havelbucht, Tiefer See, Jungfernsee, Lehnitzsee, Krampnitzsee, Weißer See, Sacrow-Paretzer-Kanal, Teltowkanal, Glienicker Laake, Heiliger See, Groß Glienicker See, Sacrower See, Fahrlander See, Wublitz, Großer Zernsee, Schlänitzsee, Schäfersee, Aradosee, Teufelssee und Hirtenteich. Die höchste Erhebung im Stadtgebiet ist der Kleine Ravensberg mit 114,2 m ü. NN. Die tiefste Stelle ist der mittlere Wasserspiegel der Havelgewässer mit 29 m NN. In der deutschen Kartografie und Geodäsie ist das Potsdam Datum der Zentralpunkt für das Bessel-Ellipsoid des Gauß-Krüger-Koordinatensystems.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Landeshauptstadt Potsdam. Sie werden nach dem Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten benannt: Berlin sowie Kleinmachnow, Stahnsdorf, Nuthetal, Michendorf, Schwielowsee und Werder (Havel) (alle Landkreis Potsdam-Mittelmark) sowie Ketzin, Wustermark und Dallgow-Döberitz (alle Landkreis Havelland).

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Potsdams besteht nach § 3 der Hauptsatzung aus den Wohngebieten Potsdam, Babelsberg, Bornim, Bornstedt, Drewitz, Nedlitz und Sacrow, die sich ihrerseits teilweise weiter untergliedern, sowie aus neun Ortsteilen im Sinne von § 54 der Gemeindeordnung für Brandenburg. Dabei handelt es sich um ehemals selbständige Gemeinden, die zum Großteil erst am 26. Oktober 2003 in die Stadt Potsdam eingegliedert wurden und seither einen eigenen, von der Bevölkerung gewählten Ortsbeirat mit einem Ortsbürgermeister als Vorsitzenden haben. Die Ortsbeiräte haben je nach Einwohnerzahl des Ortsteil zwischen 3 und 9 Mitglieder. Sie sind zu wichtigen, den Ortsteil betreffenden Angelegenheiten zu hören.

Geschichte

Ortsbeirat

Entwicklung der Stadt Potsdam

Im 7. Jahrhundert errichtete der slawische Stamm der Heveller gegenüber der Einmündung der Nuthe eine Burganlage an der Havel. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte in einer Schenkungsurkunde von 993 ("Poztupimi").

Mittelalter

Mitte 12. Jh. wurde am Havelübergang, etwa 700 m von der slawischen Burg entfernt, eine deutsche Burg (steinerne Turmburg) erbaut, neben der sich eine kleine Dienstsiedlung entwickelte. Die slawische Burg blieb daneben als Siedlung erhalten. 1304 wurde Potsdam erstmals als Stedeken („Städtlein“) und 1317 als Burg und Städtlein erwähnt. 1345 erhielt Potsdam das Stadtrecht und blieb lange Zeit ein unbedeutender kleiner städtischer Marktflecken, für den noch 1573 nur 2000 Einwohner und 192 Häuser angegeben werden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) lagen 1660 von den 198 Häusern 119 wüst und es waren nur noch 700 Menschen in der Stadt. Dreißigjährigen Krieg]

Neuzeit

Mit dem kurmärkischen Landtag 1653, auf dem der Kurfürst die Macht des Landadels einschränkte, begann die absolutistische Zeit in Brandenburg. Erst mit dem Ausbau des aus der Burg im 16. Jahrhundert entstandenen Stadtschlosses ab 1660 durch Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg entstand ein Entwicklungsschub. Das Stadtschloss, zunächst als Jagdschloss ausgebaut, wurde später als Sommersitz der preußischen Königsfamilie genutzt. Die Stadt wurde ein wichtiger Garnisonsort des preußischen Heeres. Damit verbunden war auch die Ansiedlung verschiedener, für das Militär wichtiger Handwerker. Das führte zu einer starken Anwachsen der Einwohnerzahl (die Soldaten eingerechnet) und erforderte den Neubau neuer Wohnquartiere (Erste und Zweite Stadterweiterung). König Friedrich II. (der Große) ließ ab 1745 außerhalb der damaligen Stadt das Schloss Sanssouci auf einem künstlichem Weinberg mit großem Schlosspark und weiteren Bauten errichten. Im 19. Jahrhundert siedelten sich auch viele Regierungsbeamte in Potsdam an. Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus fand am 21. März 1933 der "Tag von Potsdam" statt, ein Staatsakt in der Potsdamer Garnisonkirche, bei dem der greise Reichspräsident Paul von Hindenburg dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler die Hand drückte. Dies wurde als symbolische Geste für ein Bündnis von Militär (Reichswehr) und Nationalsozialismus verstanden. Das Stadtzentrum von Potsdam wurde in der letzten Phase des Zweiten Weltkrieges am 14. April 1945 durch einen alliierten Bombenangriff schwer beschädigt. Am 30. April 1945 wurde Potsdam durch die Rote Armee eingenommen. Im Schloss Cecilienhof, dem Wohnsitz des letzten deutschen Kronprinzen, fand vom 17. Juli bis 2. August 1945 die Potsdamer Konferenz der Siegermächte USA (Harry S. Truman), Großbritannien (zunächst Winston Churchill, später Clement Richard Attlee) und Sowjetunion (Stalin) statt, die mit dem Potsdamer Abkommen beendet wurde. In der DDR wurde Potsdam zum Sitz des Bezirkes Potsdam. Mit (Wieder-)Gründung des Landes Brandenburg wurde die Stadt dessen Hauptstadt. Es existieren seither verschiedene Initiativen zur Rekonstruktion einiger zerstörter Gebäude der Innenstadt, so beispielsweise der Garnisonkirche oder des Stadtschlosses.

Eingemeindungen

Das Stadtgebiet Potsdams war bis Ende des 19. Jahrhunderts recht klein. Durch das Anwachsen der Bebauung musste das Stadtgebiet mehrmals erweitert werden. Dies geschah in mehreren Abschnitten mit der Eingliederung von benachbarten Rittergütern beziehungsweise Teilen hiervon. Damit wuchs das Stadtgebiet von 893 ha im Jahre 1836 auf 1350 ha im Jahre 1905. 1928 wurde der Park von Sanssouci mit den Schlössern sowie ein großer Teil der Insel Tornow sowie 6 Gutsbezirke mit Brauhaus- und Telegraphenberg eingegliedert. Danach betrug das Stadtgebiet 3.206 ha. Ab 1935 wurden dann benachbarte Gemeinden, darunter die Industriestadt Babelsberg, zum Teil zwangsweise eingegliedert, bis das Stadtgebiet im Oktober 2003 seine heutige Ausdehnung erreichte. Im Einzelnen wurden eingemeindet:
- 1. April 1926 Gutsbezirke Plantagenhaus (teilweise), Potsdam-Gut und Tornow aus dem Kreis Zauch-Belzig
- 1. August 1935: Bornim, Bornstedt, Eiche ¹ und Nedlitz
- 1. April 1939: Babelsberg (Stadt unter diesem Namen seit 1938, vorher Nowawes, als Stadt gebildet ab 1924 aus Nowawes und Neuendorf sowie Gebietsteilen von Neubabelsberg und Klein-Glienicke), Golm ¹, Grube ¹, Schlänitzsee ¹, Nattwerder ¹, Fahrland ¹, Neu-Fahrland ¹, Sacrow, Geltow ¹, Wildpark-West ¹, Drewitz, Bergholz-Rehbrücke ¹ und Krampnitz ¹
- 11. Juni 1950: Wilhelmshorst ¹
- Frühjahr ? 1993: Eiche
- 5. Dezember 1993: Grube mit Schlänitzsee und Nattwerder
- 26. Oktober 2003: Fahrland mit Kartzow und Krampnitz, Golm, Groß Glienicke, Marquardt, Neu Fahrland, Satzkorn und Uetz-Paaren ¹ diese Orte wurden 1952 im Rahmen der Gebietsreform in der DDR noch einmal ausgegliedert, 1993 bzw. 2003 jedoch zum Großteil wieder eingegliedert

Einwohnerentwicklung

Es folgt eine Übersicht mit den Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1860 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. DDR

Religionen

Die Stadt Potsdam gehörte anfangs zur Propstei Spandau des Bistums Brandenburg. 1541 führte der Kurfürst von Brandenburg die Reformation ein. Danach teilte die Stadt die Geschicke des gesamten Landes Brandenburg und war über Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis, doch gab es auch reformierte Gemeindeglieder. Seit 1730 war Potsdam Sitz einer eigenen "Inspektion", die für die Stadt und das Amt Potsdam zuständig war. Ab 1721 gab es neben der alten Potsdamer Pfarrkirche weitere neue Kirchen und Pfarrgemeinden. In jener Zeit kam es zu Streitigkeiten zwischen den Lutheranern und den Reformierten. Letztere hielten zunächst in der Schlosskirche ihre Gottesdienste ab, doch erhielten sie später die Garnisons- und Heiliggeistkirche gemeinsam mit den Lutheranern. Ab 1723 gab es auch eine Französisch-Reformierte Gemeinde, welche 1753 eine eigene Kirche erhielt. In der Neustadt entstand ab 1795 eine eigene Kirchengemeinde. 1817 wurden beide Konfessionen innerhalb Preußens zu einer einheitlichen Landeskirche (Unierte Kirche) vereinigt. Somit gehörten die protestantischen Gemeinden Potsdams zur "Evangelischen Kirche in Preußen" beziehungsweise deren Provinzialkirche Brandenburg, deren Oberhaupt der jeweilige König von Preußen als "summus episcopus" war. Doch gab es auch Gegner dieser Union. So entstand auch in Potsdam eine alt-lutherische Gemeinde, die 1902 eine eigene Kirche (vorher bestand nur ein Bethaus) baute. Nach Wegfall des Landesherrlichen Kirchenregiments 1918 war die Provinzialkirche Brandenburgs Gründungsmitglied der "Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union" und 1947 wurde sie eine selbständige Landeskirche (Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg) mit einem Bischof an der Spitze. 2004 fusionierte die Kirche mit der Evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz zur Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Die protestantischen Kirchengemeinden Potsdams gehören - sofern es sich nicht um Freikirchen handelt - zum Kirchenkreis Potsdam innerhalb des Sprengels Neuruppin, dessen Sitz (Generalsuperintendentur) sich ebenfalls in Potsdam befindet. Neben den landeskirchlichen Gemeinden gibt es auch mehrere Freikirchen in Potsdam. So gab es unter anderem bereits sehr früh eine Herrnhuter Brüdergemeine. Da Potsdam Garnisonsstadt war, gab es auch katholische Soldaten in der Stadt, die ab 1722 in einer kleinen Fachwerkkirche ihre Gottesdienste abhielten. 1868 entstand am Bassinplatz eine katholische Kirche. Die katholischen Bistümer im Norden Deutschlands waren während der Reformation untergegangen, daher entwickelten sich erst im 18. Jahrhundert wieder katholische Kirchenstrukturen. So konnte zum Beispiel ab 1747 in Berlin die Kirche St. Hedwig (heute Bischofskirche des Erzbistums Berlin) erbaut und 1773 eingeweiht werden. Nach der Säkularisation 1803 konnte sich der Katholizismus weiter ausbreiten und 1821 wurde im gesamten Deutschen Bund die katholische Kirche neu organisiert. Der Papst errichtete 1821 die "Fürstbischöfliche Delegatur Berlin-Brandenburg-Pommern". An ihrer Spitze stand der Propst von Sankt Hedwig in Berlin als Breslauer Delegat (Erzbistum Breslau). Zu diesem Kirchengebilde gehörten auch die Katholiken Potsdams, bis am 13. August 1930 das Bistum Berlin als Suffraganbistum von Breslau errichtet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet der Kirchenprovinz Breslau getrennt. Daher wurde das Bistum Berlin exemt, das heißt, es unterstand direkt dem Papst. Im Zuge der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurden auch die kirchlichen Strukturen den neuen Gegebenheiten angepasst. So wurde 1994 das Bistum Berlin zum Erzbistum erhoben. Ihm wurden die beiden Suffraganbistümer Dresden-Meißen und Görlitz zugeordnet. Die Pfarrgemeinden Potsdams gehören somit heute zum Dekanat Potsdam des Erzbistums Berlin. In Potsdam gibt es ebenfalls noch zwei jüdische Gemeinden. Eine gehört dem Zentralrat der Juden in Deutschland an. Sie wird von einem Rabbiner der Bewegung Chabad Lubawitsch betreut und hat heute ca. 350 Mitglieder. Die zweite Gemeinde ist vom Zentralrat völlig unabhängig und nennt sich: Gemeinde gesetzestreuer Juden. Ausserdem ist Potsdam Sitz des liberalen Abraham-Geiger-Kollegs. Dies ist bisher das einzige Rabbinerseminar in Deutschland. Etwa 80 % der Bevölkerung gehören keiner Religion an.

Politik

An der Spitze der Stadt stand seit 1345 ein "Consules" beziehungsweise ab 1450 ein Bürgermeister. Einen Rat ist ab 1465 nachweisbar. Im 16. und 17. Jahrhundert hatte der Rat 4 bis 5 Mitglieder, darunter der Bürgermeister. Später hatte der jeweilige Landesherr einen starken Einfluss auf die Stadtverwaltung. Ab 1722 gab es für die Altstadt und die Neustadt einen Magistrat. An der Spitze stand ein Stadtdirektor. 1809 wurde Potsdam eine kreisfreie Stadt mit einem Oberbürgermeister an der Spitze sowie mit einer Stadtverordnetenversammlung als gewähltem Gremium. In der Zeit des Dritten Reiches wurde der Oberbürgermeister von der Partei (NSDAP) eingesetzt und die Stadtverordnetenversammlung aufgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungszone den "Rat der Stadt" mit einem Oberbürgermeister. Der Rat wurde vom Volk in einer Einheitsliste der Nationalen Front gewählt. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde die Stadtverordnetenversammlung wieder frei gewählt. Sie ist das Hauptorgan der Stadtverwaltung, die zuletzt am 26. Oktober 2003 von den Potsdamer Bürgerinnen und Bürger für eine fünfjährige Amtszeit gewählt wurde (nächste Kommunalwahl 2008). Die Bezeichnung des Vorsitzenden war von 1990 bis 1999 "Stadtpräsident", seither Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung. Der wird ebenfalls direkt von den Bürgern gewählt. Bei den letzten Oberbürgermeister-Wahlen am 22. September 2002 konnte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erringen. Daher musste durch eine Stichwahl am 27. Oktober 2002 zwischen Jann Jakobs (SPD) und Hans-Jürgen Scharfenberg (PDS) das neue Stadtoberhaupt ermittelt werden. Dabei konnte sich Jann Jakobs mit einer knappen Mehrheit von 50,1 Prozent durchsetzen. Oberbürgermeister seit 1809 Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung
- 1990 - 1993: Dr. Helmut Przybilski, Stadtpräsident
- 1994 - heute: Birgit Müller (PDS), Stadtpräsidentin, seit 1999 Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung

Wappen

Das Wappen der Stadt Potsdam zeigt in Gold einen nach links sehenden, schwarz bewehrten, golden gerauteten roten Adler. Der Wappenschild wird gekrönt von einer gewölbten, fünfzinnigen, roten Mauerkrone. Die Stadtflagge ist Rot-Weiß mit dem Wappen.

Städtepartnerschaften

Potsdam unterhält eine Städtepartnerschaft mit folgenden Städten:
- Opole/Oppeln (Polen), seit 1973
- Bobigny (Frankreich), seit 1974
- Jyväskylä (Finnland), seit 1985
- Bonn (Nordrhein-Westfalen), seit 1988
- Perugia (Italien), seit 1990
- Sioux Falls, Bundesstaat South Dakota (USA), seit 1990
- Luzern (Schweiz), seit 2002

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Potsdam ist durch die Nähe zu Berlin äußerst gut an das Netz der Bundesautobahnen angeschlossen. Die Stadt wird im Westen und Süden vom so genannten Berliner Ring (A 10) und im Osten von der Autobahn A 115, die so genannte AVUS, die in die Innenstadt Berlins führt, umgeben. Folgende Bundesstraßen führen durch das Stadtgebiet: B 1, B 2 und B 273. Die bedeutende Landstraße L 40 erschließt das südliche Berliner Umland über Stahnsdorf, Teltow, Mahlow, Schönefeld nach Berlin (Treptow-Köpenick) und ist im Potsdamer Stadtgebiet als Nuthe-Schnellstraße (Kraftfahrstraße) bezeichnet. Diese Straße verbindet Potsdam mit den Bundesstraßen B 101, B 96 und B 179. Auch an das Eisenbahnnetz ist Potsdam gut angebunden. Von hier aus führen Bahnlinien in folgende Richtungen: Berlin, Flughafen Berlin-Schönefeld, Jüterbog, Dessau, Brandenburg an der Havel und Hennigsdorf. Es gibt folgende Bahnhöfe im Stadtgebiet:
- Bahnhof Potsdam-Babelsberg in Babelsberg (S-Bahn)
- Bahnhof Potsdam Charlottenhof in der Nähe des Schlosses Charlottenhof in der Brandenburger Vorstadt (Regionalbahn, Regionalexpress / ehemals Potsdam-West)
- Bahnhof Potsdam Park Sanssouci in der Nähe des Parks Sanssouci (Regionalbahn, Regionalexpress / ehemals Wildpark und Kaiserbahnhof), heute Führungsakademie der DB
- Bahnhof Griebnitzsee am Griebnitzsee (S-Bahn, Regionalbahn)
- Hauptbahnhof (S-Bahn, Regionalbahn) Regionalexpress, ICE / ehemals Potsdam-Stadt), hier zentrale Bushaltestelle, Straßenbahn.
- Bahnhof Potsdam Medienstadt Babelsberg (Regionalbahn, Regionalexpress / ehemals Potsdam-Drewitz)
- Bahnhof Potsdam Pirschheide (Regionalbahn / ehemaliger Hauptbahnhof; zum Teil stillgelegt)
- Golm
- Bornim-Grube (stillgelegt)
- Satzkorn (stillgelegt)
- Bahnhof Potsdam-Rehbrücke in Bergholz-Rehbrücke (Regionalbahn / liegt unmittelbar hinter der Stadtgrenze von Potsdam) mit Anschluß Straßenbahn zur Stadt Eisenbahnbetrieblich ist Potsdam jedoch kein eigenständiger Knotenpunkt, sondern seine Bahnanlagen gehören zum Eisenbahnkomplex Berlin, dessen "großer" Eisenbahnring (Berliner Außenring) Potsdam im Bereich des Bahnhofes Pirschheide durchschneidet; zu diesem Komplex gehört auch der südlich von Potsdam gelegene Rangierbahnhof Seddin (siehe auch: Landkreis Potsdam-Mittelmark). Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen außer der S-Bahn Berlin verschiedene Straßenbahn- und Buslinien der ViP (Verkehrsbetriebe Potsdam) GmbH, wie unter Nahverkehr in Potsdam näher beschrieben. Die Havelbus Verkehrsgesellschaft mbH betreibt mit mehr als 200 Bussen die Linien von Potsdam in den Landkreis Potsdam-Mittelmark sowie den Landkreis Havelland, weiterhin die Linien in die 2003 eingemeindeten Stadtteile. Alle Linien sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) zu benutzen. Die Stadt liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.

Medien

In Potsdam erscheinen als Tageszeitung die Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) und die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) mit Potsdamer Regionalteil. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hat einen Standort in Potsdam-Babelsberg. Ihm untergeordnet sind unter anderem die Radiosender Antenne Brandenburg, Fritz und Radio Eins, die ihren Sitz in Potsdam-Babelsberg haben. Außerdem existiert ein lokaler Fernsehsender namens PotsdamTV. Seit 1997 existiert auch das Szene-Magazin "EVENTS", wo alle Veranstaltungen des Monats und zahlreiche Gastronomie- und Locationtips enthalten sind.

Öffentliche Einrichtungen

Potsdam ist Sitz folgender Einrichtungen und Institutionen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts:

Bildung und Forschung

Potsdam ist Universitätsstadt. Die Universität Potsdam wurde 1991 als Universität des Landes Brandenburg gegründet. Vorgängereinrichtung war die 1948 gegründete Brandenburgische Landeshochschule, die Anfang der 1950er Jahre in die Pädagogische Hochschule "Karl Liebknecht", eine der größten der DDR, überführt wurde. Ferner gibt es die Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" (HFF Babelsberg), die 1954 als Deutsche Hochschule für Filmkunst gegründet wurde und seit 1985 ihren heutigen Namen trägt. Die Fachhochschule Potsdam ist hingegen eine junge Hochschule, die im Zuge der Umstrukturierung des ostdeutschen Hochschulsystems in Trägerschaft des Landes Brandenburg gegründet wurde. In ihr ging jedoch die vormalige Potsdamer Außenstelle der DDR-Fachhochschule für Werbung und Gestaltung Berlin auf. Am privaten Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik kann man einen Bachelor- oder Masterabschluss für Softwaresystemtechnik (bzw. neuerdings IT Systems Engineering) erwerben. Diese Abschlüsse werden ebenfalls von der Universität Potsdam verliehen. Folgende Forschungsinstitute sind in Potsdam ansässig:
- Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) sowie die
- Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung,
- Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie
- Geoforschungszentrum Potsdam (Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft)
- einige Abteilungen der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater


- Hans-Otto-Theater (im Bau, Fertigstellung September 2006)
- freie Theatergruppen

Museen und Gedenkstätten


- Potsdam-Museum
  - Naturkundemuseum (Breite Straße 13)
  - Museum für Stadtgeschichte (Benkertstraße 3)
  - Gedenkstätte zum 20. Juli 1944 (im brandenburg. Ministerium f. Stadtentwicklg., Wohnen u. Verkehr, Henning-von-Tresckow-Straße 2-8)
  - Gedenkstätte Lindenstraße 54 (ehemaliges Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit)
  - Ausstellung zur Geschichte der Glienicker Brücke (im Bundesvermögensamt, Berliner Straße 98-101)
- Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (im Kutschstall am Neuen Markt)
- Jan-Bouman-Haus (zur Geschichte und Architektur des Holländischen Viertels, Mittelstraße 8)
- Museum Alexandrowka (zur Geschichte und Architektur der Russischen Kolonie, Russische Kolonie 2)
- Filmmuseum Potsdam (im Marstall am Lustgarten, Breite Straße 1A)
- Mühlenmuseum in der Historischen Mühle (Maulbeerallee 5)
- Berliner S-Bahn-Museum (im Umspannwerk Griebnitzsee, Rudolf-Breitscheid-Straße 203)
- Kindertagesstätten-Museum (im Ortsteil Groß Glienicke, Seeburger Chaussee 2)
- Gedenk- und Begegnungsstätte Ehemaliges KGB-Gefängnis Potsdam (Zur Geschichte des KGB im besetzten Nachkriegsdeutschland, Leistikowstr. 1)

Bauwerke und Parkanlagen

Historischen Mühle Historischen Mühle Historischen Mühle Historischen Mühle Historischen Mühle Historischen Mühle Historischen Mühle
- Park Sanssouci
  - Schloss Sanssouci (Wahrzeichen der Stadt)
  - Neue Kammern
  - Bildergalerie
  - Chinesisches Haus (Chinesisches Teehaus)
  - Friedenskirche
  - Neues Palais
  - Antikentempel
  - Freundschaftstempel
  - Römische Bäder
  - Schloss Charlottenhof
  - Orangerieschloss
  - Belvedere auf dem Klausberg
  - Drachenhaus auf dem Klausberg
  - Historische Mühle von Sanssouci
- Krongut Bornstedt
- Alexandrowka (ehemalige russische Kolonie)
  - russisch-orthodoxe Kirche Alexander Newski
- Belvedere auf dem Pfingstberg
  - Pomonatempel
- Altes Rathaus
- Fortunaportal
- Villa Ingenheim
- ehemaliges Großes Militärwaisenhaus
- Maschinenhaus mit Pumpwerk für den Park Sanssouci in der Moschee an der Neustädter Havelbucht
- Holländisches Viertel
- Glienicker Brücke
- Neuer Garten (Parkanlage)
  - Marmorpalais
  - Schloss Cecilienhof
  - Meierei
- Park Babelsberg
  - Schloss Babelsberg
  - Kleines Schloss
  - Dampfmaschinenhaus
  - Matrosenhaus
  - Flatowturm
  - Gerichtslaube
- Kirchen
  - St. Nikolaikirche
  - St. Peter und Paul (Potsdam) - katholische Kirche
  - Französische Kirche
  - Erlöserkirche
  - Heilandskirche am Port von Sacrow
  - (oben bereits erwähnte) Friedenskirche im Park Sanssouci
  - Garnisonkirche (nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen, es existiert eine Initiative zum Wiederaufbau)
- Stadttore:
  - Brandenburger Tor
  - Nauener Tor: Baupläne von Johann Gottfried Büring nach 1754 erstellten Skizzen von König Friedrich II.. Erstes Beispiel für Neugotik auf dem europäischen Kontinent.
  - Jägertor
  - Berliner Tor: nur noch teilweise erhalten
  - Neustädter Tor: nur noch teilweise erhalten
- Villenkolonie Neu Babelsberg
- Einsteinturm
- Freundschaftsinsel (Karl-Foerster-Staudengarten)
- Lustgarten Potsdam
- Volkspark Potsdam (ehemaliges BUGA-Gelände 2001)

Sonstige Sehenswürdigkeiten


- Biosphäre Potsdam
- Botanischer Garten
- Filmpark Babelsberg
- Wildpark
- Stadtkanal :Der Stadtkanal in Potsdam ist ein wegen des hohen Grundwasserstandes innerhalb des Stadtgebietes künstlich angelegter, ausgemauerter und der Entwässerung dienender Arm der Havel. Zwischen dem Ende der 1960er und dem Ende der 1970er war er zurückgebaut, verfüllt und überbaut worden. Die laufende Rekonstruktion ist teilweise umstritten.

Regelmäßige Veranstaltungen


- alljährliche Schlössernacht in den verschiedenen Schlössern der Stadt
- Potsdamer Tanztage
- Theaterfestival UNIDRAM
- Weihnachtsmarkt (Sinterklaas) und Tulpenfest im Holländischen Viertel
- sehsüchte - das internationale Studentenfilmfestival
- Parkfestspiele

Sport

Fußball
- 1. FFC Turbine Potsdam - 1.Frauen-Bundesliga Deutscher Meister 2004
- SV Babelsberg 03 - Oberliga Nord Rugby
- USV Potsdam - 2. Rugby-Bundesliga Football
- Potsdam Royals Sonstiges
- Olympiastützpunkt (in Verbindung mit der Sportschule "Friedrich-Ludwig-Jahn")

Musik

Bands
- Ruffians
- Lex Barker Experience
- Subway to Sally
- 44 Leningrad Jährliche Veranstaltungen
- "Lindenpark" Ska Festival
- Golm Open Air (GOA)
- Golm Drin
- Hochschulsommerfest

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Folgende Persönlichkeiten wurden in Potsdam geboren (Auflistung nach Geburtstag). Ob die Personen später in Potsdam ihren Wirkungskreis hatten oder nicht ist dabei unerheblich.
- 1759, 26. September, Johann David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg, † 4. Oktober 1830 in Klein Oels, preußischer Feldmarschall
- 1767, 22. Juni, Wilhelm von Humboldt, † 8. April 1835 in Tegel, deutscher Gelehrter und Staatsmann, Gründer der Berliner Humboldt-Universität
- 1770, 3. August, Friedrich Wilhelm III., † 7. Juni 1840 in Berlin, König von Preußen 1797-1840
- 1785, 11. März, Eleonore Prochaska † 5. Oktober 1813 in Dannenberg, Soldatin, kämpfte während der Befreiungskriege unerkannt als Mann verkleidet zunächst als Trommler, später als Infanterist im preußischen Heer gegen Napoleon
- 1797, 30. März, Heinrich Wilhelm Krausnick, † 14. Dezember 1882 in Berlin, Oberbürgermeister von Berlin
- 1801, 21. September, Moritz Hermann von Jacobi, † 10. März 1874 in Sankt Petersburg, Physiker und Ingenieur
- 1804, 10. Dezember, Carl Gustav Jacob Jacobi, † 18. Februar 1851 in Berlin, Mathematiker
- 1821, 31. August, Hermann (von) Helmholtz, † 8. September 1894 in Charlottenburg, Physiologe und Physiker, einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler seiner Zeit
- 1831, 18. Oktober, Friedrich I. beziehungsweise Friedrich III., † 15. Juni 1888 in Potsdam, Kaiser des Deutschen Reichs und König von Preußen 1888
- 1834, 16. Februar, Ernst Haeckel, † 9. August 1919 in Jena, Zoologe, Philosoph
- 1859, 27. Januar, Wilhelm II., † 4. Juni 1941 in Doorn/Niederlande, Kaiser des Deutschen Reichs und König von Preußen 1888-1918
- 1872, 4. November, Max Wilhelm August Heldt, † 27. Dezember 1933 in Dresden, Ministerpräsident von Sachsen 1924-29
- 1882, 23. Januar, Martin Steinke, deutscher Buddhist und Schriftsteller.
- 1883, 7. Juli, Eitel Friedrich von Preußen, † 8. Dezember 1942, Villa Ingenheim in Potsdam, zweiter Sohn König Wilhelm II. von Preußen
- 1892, 22. Januar, Conrad Veidt † 3. April 1943 in Hollywood, Kalifornien, Schauspieler
- 1901, 21. Oktober, Margarete Buber-Neumann, † 6. November 1989 in Frankfurt am Main, Schriftstellerin ("Als Gefangene bei Hitler und Stalin", "Von Potsdam nach Moskau")
- 1902, 24. Juli, Hans Helmuth Chemin-Petit, † 12. April 1981 in Berlin, Komponist und Dirigent
- 1907, 9. November, Louis Ferdinand von Preußen, † 25. September 1994 in Bremen, seit 1933 deutscher und preußischer Thronfolger und seit 1951 bis zu seinem Tod 1994 Chef des Hauses Hohenzollern
- 1909, 9. August, Adam von Trott zu Solz, † 26. August 1944 in Berlin-Plötzensee, Jurist, Diplomat und Widerstandskämpfer
- 1921, Ilse Kleberger, Schriftstellerin von Reiseliteratur, Biografien und Kinder- und Jugendliteratur
- 1922, 31. Mai, Bernhard Hassenstein, Verhaltensbiologe und Mitbegründer der biologischen Kybernetik
- 1925, 9. Februar, Burkhard Heim, † 14. Januar 2001, Sprengstofftechniker, Physiker und Gelehrter
- 1927, Gerhard Wagenitz, Botaniker
- 1928, 29. August, Klaus Bölling, Chef des Presse- u. Informationsamtes der Bundesregierung sowie Regierungssprecher (1974-1980 und 1982), Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in der DDR (1981-1982)
- 1934, 2. September, Hilla Becher, Fotografin (zusammen mit ihrem Ehemann Bernhard Becher erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen; Hauptarbeiten: Industriebauten, Wassertürme)
- 1942, 14. September, Manfred Butzmann, Grafiker
- 1943, 25. November, Wolff-Ekkehardt Stein, Komponist ("Sun of Jamaica")
- 1944, 18. November, Wolfgang Joop, Modedesigner
- 1946, 29. Oktober, Oliver Bendt alias Jürgen Koch, Schauspieler, Kunstturner, Sänger ("Amarillo", "Mein Lied für Maria")
- 1953, 29. Dezember, Matthias Platzeck, Ministerpräsident des Landes Brandenburg
- 1974, Antje Rávic Strubel, Schriftstellerin

Literatur


- Bernhard R. Kroener (Hrsg.): Potsdam - Staat, Armee, Residenz in der preußisch-deutschen Militärgeschichte, (im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes hrsg. von Bernhard R. Kroener unter Mitarbeit von Heiger Ostertag), Propyläen : Frankfurt am Main / Berlin 1993, 637 S., ISBN 3-549-05328-2

Weblinks


- [http://www.info-potsdam.de/ info-potsdam.de] - Ausführliches Informationsportal zur Geschichte, Tourismus und Veranstaltungen
- [http://www.potsdam-abc.de/ potsdam-abc.de] Online Portal
- [http://www.potsdam-sightseeing.de/ Stadtführer rund um Potsdam]
- [http://www.potsdam-portal.net/ Portal des Tourismusverbandes Potsdam-Havelland]
- [http://www.potsdamer-stadtplan.com/ Stadtplan Potsdam] Kategorie:Ort in Brandenburg Kategorie:Deutsche Landeshauptstadt Kategorie:Potsdam ja:ポツダム ko:포츠담 simple:Potsdam

Astronomisches Recheninstitut

Das Astronomische Recheninstitut (ARI) ist ein Forschungsinstitut für Astrometrie und Stellardynamik des Landes Baden-Württemberg. Gleichzeitig ist es die international wichtigste Institution zur Berechnung astronomischer Daten und Dienstleistungen (Ephemeriden von Sternen, Körpern des Sonnensystems, Jahrbücher und astronomisches Fundamentalsystem). Das ARI hat seit 1945 seinen Sitz in Heidelberg, ist mit der dortigen Universität organisatorisch verbunden und konnte im Mai 2000 seinen 300-jährigen Bestand feiern. Das Institut gibt/gab unter anderem folgende Publikationen heraus:
- die jährlich erscheinenden "Apparent Places" (hochpräzise vorausberechnete Sternörter für 3000 Sterne und jeden Tag)
- die jährlichen Astronomischen Kalender-Grundlagen für Deutschland
- die fundamentalen Sternkataloge FK5 und FK6
- die Referateorgan "Astronomy and Astrophysics Abstracts", früher: Astronomischer Jahresbericht, beinhaltet alle Themen der Astronomie und Astrophysik und relevantes aus den Nachbarfächern.
- Berliner Astronomisches Jahrbuch von 1776 bis 1960. Darüber hinaus arbeitet eine Reihe von Heidelberger Wissenschaftern an Forschungsprojekten der Astrometrie und anderer Gebiete der Himmelskunde.

Weblinks


- http://www.ari.uni-heidelberg.de/publikationen/ Publikationen des ARI
- http://www.ari.uni-heidelberg.de/ariapfs/query.htm - tägliche Sternörter; Beispiele: Stern Nr. 509 = η UMa (Großer Wagen-Deichsel), Nr. 699 = α Lyr (Wega), Nr. 907 = α UMi (Polaris). Kategorie:Astronomische Organisation Kategorie:Forschungsinstitut Kategorie:Heidelberg

München

München ist die Landeshauptstadt des Freistaates Bayern. Nach Berlin und Hamburg ist München die drittgrößte Großstadt Deutschlands und gilt als eines der wichtigsten Wirtschafts-, Verkehrs- und Kulturzentren der Bundesrepublik.

Geografie

Deutschland)]] München ist eine der flächengrößten Städte Deutschlands. München bildet eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern. Höchster Punkt der Stadt ist der Warnberg mit 579 m über NN, der tiefste Punkt liegt mit 482 m über NN im nördlichen Schwarzhölzl im Stadtteil Feldmoching. Die Isar durchfließt das Stadtgebiet auf einer Länge von 13,7 km von Südwest nach Nordost. Bekannte Flussinseln sind die Museumsinsel mit dem Deutschen Museum und die in unmittelbarer Nähe gelegene Praterinsel. Im weiteren Umland liegen zahlreiche große Seen, wie z. B. der Ammersee, Wörthsee oder der Starnberger See. Weitere Fließgewässer sind die Würm, die, aus dem Starnberger See kommend, den Westen Münchens durchfließt, der Hachinger Bach, der im Südosten bei Perlach in das Stadtgebiet eintritt und nördlich von Neuperlach versickert, sowie etliche von der Isar abzweigende Stadtbäche wie der Eisbach, der Auer Mühlbach, der unmittelbar nach seiner Ableitung aus dem Isarkanal als erstes den Münchner Tierpark Hellabrunn durchfließt, sowie der Brunnbach. Die Stadtbäche wurden größtenteils entlang der Isar angelegt, einige durchfließen auch die Innenstadt, wobei die Bäche im Zentrum heute größtenteils unterirdisch durch Röhren geführt werden oder seit dem Bau von S- und U-Bahnlinien teilweise trockengelegt wurden. Seen im Münchener Stadtgebiet sind der Kleinhesseloher See im Englischen Garten, der See im Olympiagelände sowie der Lerchenauer, Fasanerie- und Feldmochinger See, allesamt im Norden von München.

Ausdehnung

Die Gesamtfläche der Stadt München beträgt 31.043 ha; München ist damit nach Berlin, Hamburg, Köln, Dresden und Bremen die flächenmäßig sechstgrößte Großstadt Deutschlands. Von den gut 310 km² entfallen 44 % auf Gebäude und zugehörige Freiflächen, 16,9 % auf Landwirtschaftsflächen, 16,5 % auf Verkehrsflächen, 14,7 % auf Erholungsflächen, 4,4 % auf Waldflächen, 1,2 % auf Wasserflächen und weitere 2,2 % auf Flächen anderer Nutzung. Die Grenze der Stadt umfasst 117,4 km. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt von Nord nach Süd 20,9 km und von Ost nach West 26,8 km. (Stand 31. Dezember 2000)

Bezirke und Nachbargemeinden

2000 Mit der Neugliederung des Stadtgebiets im Jahr 1992 wurde die Zahl der Stadtbezirke in München von 41 auf 25 verringert. Sie heißen (in alphabetischer Reihenfolge): Allach-Untermenzing (23), Altstadt-Lehel (1), Aubing-Lochhausen-Langwied (22), Au-Haidhausen (5), Berg am Laim (14), Bogenhausen (13), Feldmoching-Hasenbergl (24), Hadern (20), Laim (25), Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (2), Maxvorstadt (3), Milbertshofen-Am Hart (11), Moosach (10), Neuhausen-Nymphenburg (9), Obergiesing (17), Pasing-Obermenzing (21), Ramersdorf-Perlach (16), Schwabing-Freimann (12), Schwabing-West (4), Schwanthalerhöhe (8), Sendling (6), Sendling-Westpark (7), Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln (19), Trudering-Riem (15) und Untergiesing-Harlaching (18). Im Bereich des Bezirks 22 entsteht derzeit der neue Stadtteil Freiham. Folgende Gemeinden und gemeindefreien Gebiete grenzen an die Stadt München (sie werden nach dem Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt): Oberschleißheim, Garching, Ismaning, Unterföhring, Aschheim, Feldkirchen, Haar, Putzbrunn, Neubiberg, Unterhaching, Perlacher Forst, Oberhaching, Grünwald, Pullach, Forstenrieder Park, Neuried, Planegg und Gräfelfing (alle Landkreis München), Germering, Puchheim und Gröbenzell (alle Landkreis Fürstenfeldbruck) sowie Karlsfeld (Landkreis Dachau) Landkreis Dachau

Klima

Die Stadt München liegt im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen kontinentalen Klima. Weitere wesentliche wetterbestimmende Faktoren sind die Alpen als mitteleuropäische und die Donau als regionale Wetterscheide. Aufgrund dieser Konstellation ist das Wetter relativ wechselhaft. Der Föhn bringt das ganze Jahr hindurch aus südlicher Richtung unregelmäßig warme, trockene Luftströmungen nach München. Damit verbunden ist eine sehr gute Fernsicht - und insbesondere auch der berühmte bayerisch-blaue Himmel - so dass auch die Bayerischen Alpen sehr deutlich zu sehen sind. Die bisher höchste offiziell vom Deutschen Wetterdienst gemessene Temperatur in der offiziellen DWD-Wetterstation in München-Nymphenburg war 37,2 Grad Celsius im Juli 1983. München wurde auch schon durch seine Lage im gewitterintensivsten Bundesland Bayern von heftigen Unwettern betroffen. Am bemerkenswertesten ist hier das Hagelunwetter vom 12. Juli 1984, bei dem Schäden in Höhe von umgerechnet 1,5 Mrd. Euro entstanden. München ist durch die Nähe zu den Alpen auch die schneereichste Großstadt Deutschlands. Eine Auswertung der Wetterstatistiken hat ergeben, dass der südliche Teil der Stadt am sonnigsten ist. Der nördliche hat mehr Nebel. Der westliche ist trockener als der östliche. Dies ist grundsätzlich auch eine Folge der Höhenunterschiede innerhalb der Stadt, die ein entsprechendes Kleinklima generieren, sowie eine Trennung der Stadt in Ost-/Westrichtung durch die Isar.

Bevölkerung

München hat ca. 1,28 Millionen Einwohner, die Arbeitslosenzahl liegt bei etwa 82.000 (Stand Mitte 2005). Der Ausländeranteil liegt derzeit bei etwa 23 % (293.386 in absoluten Zahlen, Stand 31. Dezember 2004). Die größten Gruppen darunter stellten Türken (43.110), Kroaten (25.104), Serben (24.086) und Griechen (22.781) dar.

Geschichte

Isar Hauptartikel: Geschichte Münchens München wurde 1158 zum ersten Mal als Villa Munichen urkundlich erwähnt, nachdem der Herzog von Bayern und Sachsen Heinrich der Löwe nahe dieser schon bestehenden Mönchssiedlung am Platz der heutigen Ludwigsbrücke bei den Isarinseln eine Brücke über die Isar errichtet hatte. Durch einen Gewaltstreich hatte Heinrich dabei die bestehende Brücke des Bischofs von Freising bei Unterföhring zerstört, um selbst vom reichen Salzhandel zu profitieren. Mit der Brücke, und damit dem Salzhandel, erhielt München durch einen Schiedsspruch das Markt-, Münz- und Zollrecht von Kaiser Friedrich Barbarossa zugesprochen. Bereits knapp zwanzig Jahre später, im Jahre 1175, wurde München der Stadtstatus gewährt und die erste Befestigungsanlage errichtet. Als Heinrich 1180 vom Kaiser geächtet wurde, fiel Bayern an die Wittelsbacher und München an den Bischof von Freising. 1240 kam auch München in wittelsbachischen Besitz und wurde bereits 1255 nach der ersten Landesteilung herzogliche Residenz. Seit 1314 war Herzog Ludwig IV. deutscher König, seit 1328 auch Kaiser und München wurde als seine Residenz durch einen zweiten Mauerring erheblich erweitert. Seit dieser Zeit sind die Farben Münchens die Farben des alten Reiches: Schwarz und Gold. Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts kam es wiederholt zu Aufständen der Bürgerschaft gegen die Herzöge, die daraufhin ihren Regierungssitz vom Alten Hof in die neue Residenz am Stadtrand verlegten. 1442 wurden die jüdischen Bürger aus der Stadt vertrieben. Nachdem München in der Spätgotik eine neue kulturelle Blütezeit erlebt hatte, wurde die Stadt 1506 mit der Wiedervereinigung des Landes Hauptstadt von ganz Bayern. Danach ging der Einfluss der Bürgerschaft mehr und mehr zurück, die Wittelsbacher bestimmten fortan die Entwicklung der Stadt. München wurde ein Zentrum der Renaissance aber auch der Gegenreformation. Unter Herzog Maximilian I. von Bayern wurde München 1623 kurfürstliche Residenzstadt, musste aber 1632 die Besatzung schwedischer Truppen erdulden. München musste ein hohes Lösegeld bezahlen und Geiseln stellen um seiner Zerstörung zu entgehen. Nachdem der Dreißigjährige Krieg 1648 beendet war öffnete sich die Stadt dem italienischen B