Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Asturisch

Asturisch

Die asturische Sprache, Asturische oder Asturleonesische (asturleon. asturianu, bable, asturllionés, llionés, span. asturiano, asturleonés) ist eine iberoromanische Sprache, die im größten Teil der Region Asturien (mit Ausnahme des Gebietes an der Grenze zu Galicien, wo Übergangsdialekte zwischen Asturisch und Galicisch gesprochen werden) und in Teilen der Provinzen León, Zamora und Salamanca in Spanien und im Gebiet von Miranda do Douro in Portugal, wo es eine Amtssprache ist und offiziell Mirandes genannt wird, gesprochen wird. Etwa 450.000 Menschen (44,4 % der Gesamtbevölkerung Asturiens) sprechen Asturisch (Asturleonesisch). Einige Vor- und Grundschulen benutzen die Sprache als Unterrichtsmedium. In der Primär- und Sekundärstufe wird Asturisch als Wahlfach angeboten. Es gibt keine Fernsehprogramme in Asturisch/Asturleonesisch. Radioprogramme sind häufiger. Es existiert eine Wochenzeitung auf Asturisch. Andere Zeitungen veröffentlichen Auszüge auf Asturisch. Ein paar Magazine werden auf Asturisch herausgegeben. Es ist umstritten, ob Asturischleonesisch als Dialekt der spanischen Sprache oder als eigenständige Sprache zu klassifizieren ist. Es existieren drei Hauptdialekte mit zahlreichen Untergliederungen. Das Westasturleonesische weist galizisch-portugiesische Züge auf und ist am konservativsten, das Zentralasturische (gesprochen in der Gegend von Oviedo und Gijón in Asturien) hat die meisten Sprecher und ist die Grundlage für einen Normativierungsversuch und das Ostasturleonesische ist im Begriff, zu einem kastilischen Dialekt zu werden. Als Sprachvergleich das Vater unser in den drei Varietäten und Spanisch: Asturisch:: Westdialekt Pai nuesu que tás en cielu, sentificáu seya´l tou nome. Amiye´l tou reinu, fáigase la túa voluntá lu mesmu na tierra comu´n cielu. El nuesu pan de tolus días dánuslu guoi ya perdónamus las nuesas ofensas lu mesmu que nós facemus conus que mus faltoren. Ya nun mus deixes cayere na tentación ya llíbramus del mal. Amén. Asturisch:: Zentraldialekt Padre nuesu que tas en cielu, santificáu seya'l to nome. Amiye'l to reinu, fáigase la to voluntá lo mesmo na tierra qu'en cielu. El nuesu pan de tolos díes dánoslo güei y perdónamos les nueses ofenses lo mesmo que nós facemos colos que mos faltaren. Y nun mos dexes cayer na tentación, y llíbramos del mal. Amén. Asturisch:: Ostdialekt Padre nuestru que tas en cielu, santificáu seya´l tu nome. Amiye´l tu reinu, h.ágase la tu voluntá lu mesmu ena tierra qu´en cielu. El nuestru pan de tolus días dánuslu güei y perdónanus las nuestras tentaciones lu mesmu que nosotros h.acemus colus que nus faltaren. Y nun nus dexes cayer ena tentación, y líbranus del mal. Amén. Spanisch: Padre nuestro que estás en los cielos, santificado sea tu nombre. Venga tu Reino. Hágase tu voluntad, así en la tierra como en el cielo. El pan nuestro de cada día, dánosle hoy y perdónanos nuestras deudas, así como nosotros perdonamos a nuestros deudores. Y no nos dejes caer en la tentación, mas líbranos del mal. Amén.

Weblinks


- http://ast.wikipedia.org Wikipedia auf Asturisch
- http://fueyallionesa.tripod.com Leonesischsprachige Wochenzeitung Kategorie:Romanische Sprache Kategorie:Spanien ja:アストゥリアス語

Iberoromanische Sprache

Als Iberoromanische Sprachen werden diejenigen Sprachen bezeichnet, die auf der iberischen Halbinsel gesprochen werden und aus dem Vulgärlatein entstanden sind. Dies sind das Spanische, Portugiesische, Galicische, Katalanische, Aragonesische und Asturische. Siehe auch: Romanische Sprachen Kategorie:Sprachfamilie

Asturien

Asturien (spanisch Asturias bzw. offiziell Principado de Asturias, d. h. Fürstentum Asturien, asturisch Asturies bzw. Principáu d'Asturies) ist eine Autonome Gemeinschaft im Nordwesten Spaniens. Das Territorium der Autonomen Gemeinschaft ist identisch mit dem der Provinz Asturien (früher Provinz Oviedo). Die Hauptstadt ist Oviedo (asturisch Uviéu) mit ca. 200.000 Einwohnern (Stand 2004).

Geographie

Asturien erstreckt sich zwischen dem Golf von Biskaya im Norden und dem Kantabrischen Gebirge im Süden. Politisch grenzt es im Westen an Galicien, im Süden an Kastilien-León und im Osten an Kantabrien. Im ganzen Land herrscht ozeanisches Klima. Die Bevölkerung konzentriert sich in den Tälern des zentralen Landesteiles sowie an der Küste, während die Mittel- und Hochgebirgsregionen nur dünn besiedelt sind.

Geschichte

In der Region gibt es Höhlen mit steinzeitlichen Malereien, vor allem Tierdarstellungen, die ca. 15.000 Jahre alt sein sollen. Weiterhin wurden bis heute etwa 700 Dolmen gefunden. Die meisten haben die Jahrtausende weitgehend unbeschadet überstanden, weil sie durch Erde bedeckt waren. Die ersten Ansiedlungen werden den Iberern zugerechnet. Die Region hat Bodenschätze zu bieten, insbesondere Gold. Zu deren Förderung wurden Zentren geründet, sogenannte Castros. Diese waren über lange Zeit (>1000 Jahre) bevölkert und werden heute wieder ausgegraben. Ca. 800 v. Chr. wurde die Region von keltischen Stämmen besiedelt. Diese errichteten diverse befestigte Siedlungen. Sie dürften als Hirten ihren Lebensunterhalt bestritten haben. Ca. 25 – 19 v. Chr. durch Rom erobert; im 5. Jahrhundert Teil des Westgotenreichs. Der spanische Nationalheld Pelayo (Pelagius) (
- ? – 18. September 737), von Witiza, König von Toledo, verbannt, zog sich nach Asturien zurück, gründete hier sein Fürstentum. Er bezwang im Jahr 722 die vordringenden islamischen Mauren in der Schlacht von Covadonga (siehe: Statthalter von Andalusien). Das gilt seither als der eigentliche Ausgangspunkt der Reconquista. Bis 910 gab es das Königreich Asturien, das seit 924 Teil des Königreiches León war. 1230 wurde es mit Kastilien vereinigt. Der spanische Thronfolger trägt von 1388 bis heute den Titel „Fürst von Asturien“ (Príncipe de Asturias). Im 19. Jahrhundert wurde Asturien zusammen mit dem Baskenland Zentrum der Industrialisierung Spaniens (v.a. Bergbau und Schwerindustrie). Es war auch einer der Ursprungsorte der spanischen Arbeiterbewegung. Im Spanischen Bürgerkrieg war Asturien ein Zentrum des republikanischen Widerstandes. Es war jedoch geographisch vom Hauptteil der republikanischen Zone isoliert und konnte im Sommer 1937 von Francos Truppen erobert werden. Ihr heutiges Autonomiestatut erhielt die Region am 11. Januar 1982. 1982] 1982]

Wirtschaft

Die traditionell vorherrschenden Industriezweige Asturiens sind Steinkohlen- und Erzbergbau sowie Eisenindustrie. Daneben gibt es (hauptsächlich inländischen) Tourismus. In den letzten vier Jahrzehnten lag die Wirtschaftswachstumsrate Asturiens hinter der anderer spanischer Gebiete zurück. Dies lässt sich auf die Krise in den traditionellen Wirtschaftszweigen wie Bergbau und Stahlerzeugung zurück führen.

Sprachen

Neben dem Spanischen wird in Asturien auch das autochthone Asturische sowie in den westlichen Randgebieten längs der Grenze zu Galicien das Galicische gesprochen. Amtssprache ist jedoch nur das Spanische.

Städte


- Gijón (asturisch Xixón), Hafenstadt mit ca. 271.000 Einwohnern (Stand 2004)
- Oviedo (asturisch Uviéu, beides aus lateinisch Ovetum), Hauptstadt mit ca. 200.000 Einwohnern (Stand 2004)
- Avilés, Industriestadt mit ca. 81.000 Einwohnern (Stand 2004)

Weblinks


- [http://www.princast.es/ Website der Regierung von Asturien]
- [http://grado.grao.net/ Asturien - Küstengebirge der Naturräume ] Kategorie:Spanische autonome Gemeinschaft Kategorie:Spanische Provinz Kategorie:Historische Landschaft ja:アストゥリアス州

Galicien

Galicien (auch Galizien; span. Galicia, galic. Galicia oder Galiza; offiziell Comunidad Autónoma de Galicia) ist eine Autonome Gemeinschaft im Nordwesten Spaniens. Sie grenzt im Norden und Westen an den Atlantischen Ozean und wird im Osten von Asturien und Kastilien-León umschlossen, während im Süden die Staatsgrenze zu Portugal verläuft. Sie gliedert sich in die vier Provinzen A Coruña, Lugo, Ourense und Pontevedra.

Geographie

Galicien liegt in Nordwest-Spanien und erstreckt sich etwa zwischen dem 36°W 42°N und dem 7°W 44°N. Im Norden grenzt Galicien an das kantabrische Meer, im Westen an den Atlantischen Ozean. Im Süden grenzt es an Portugal und im Osten an die spanischen automomen Gemeinschaften Kastilien-León und Asturien. Prägend für die Region sind hohe Bergketten, die Galicien vom Rest Spaniens abschotten. Mehr als die Hälfte des Gebietes liegt über 400 m hoch. Die höchste Erhebung ist mit 2100 m die Pena Trevinca. Interessant ist zudem der ausgeprägte Küstenverlauf Galiciens: mit einer Gesamtlänge von rund 1659 km, von denen über 800 km aus Steilküste und rund 300 km aus Strandabschnitten bestehen, umfasst dieser rund ein Drittel der spanischen Küste. Charakteristisch für Galiciens Küste sind die so genannten Rías, schlauch- und trichterförmige, fjordähnliche Flussmündungen, in die das Meer eingedrungen ist. Im Gegensatz zu Fjorden weisen die Rías allerdings nur eine geringe Tiefe auf. Unterschieden werden die Rías Baixas (span. Rías Bajas) und die Rías Altas. Die Rías Altas im Norden reichen von Ribadeo bis A Coruña. Die Rías Baixas reichen vom Kap Finisterre (galic. Cabo Fisterra) bis zur portugiesischen Grenze. Hauptunterscheidungsmerkmal der beiden Küstenabschnitte ist die jeweils sehr spezifische Küstencharakteristik. Während die Rías Baixas sanft ins Meer laufen, ist der Verlauf der die Rías Altas wesentlich steiler. So finden sich an den Rías Altas auch die höchsten Kliffs des europäischen Kontinents. Diese liegen in San Andrés de Teixido (Cedeira), nahe Ferrol, und erreichen eine Höhe von 620 m. Die größte Ría ist die zu den Rías Baixas gehörende Ría de Arousa. Diese hat eine Länge von 37 km und eine Tiefe von maximal 69 m. Ría de Arousa Charakteristisch für Galicien sind überdies die weitläufigen Wälder. Das Waldgebiet in der Autonomen Gemeinschaft entspricht etwa 30 Prozent des Gesamtwaldbestandes in Spanien. Durch Galicien führt der sowohl kulturell als auch touristisch äußerst interessante Jakobsweg, der Pilger und Interessierte zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto bis nach Santiago de Compostela führt. Bedeutende Städte sind A Coruña, Ferrol, Lugo, Ourense, Pontevedra, Santiago de Compostela und Vigo.

Klima

Das Klima der Region wird vom Atlantik geprägt und ist ausgesprochen mild, dabei jedoch sehr feucht. Kennzeichnend für Galicien sind milde Winter mit heftigen Niederschlägen und nicht allzu heiße Sommermonate. Die mittleren Sonnenstunden liegen bei 1.989,4 h im Jahr. Die mittleren Temperaturen an der Küste liegen im Jahresdurchschnitt in A Coruña bei 13,8° und in Vigo bei 14,7°. Im Binnenland erreicht Ourense 14°. In den Bergen liegen die Durchschnittstemperaturen deutlich darunter, so etwa bei 9,7 im "Alto de Rodicio" oder 8° in "Pedrafita do Cebreiro". Der Nordwesten Galiciens weist rund 150 Regentage im Jahr auf und ist die regenreichste Region Spaniens. Diese Zahl reduziert sich zunehmend in Richtung Südosten. Hier werden rund 100 Regentage und weniger im Jahr registriert. Am regenintensivsten sind in abnehmender Reihenfolge der Winter, der Herbst und der Frühling. Die mittlere Niederschlagsmenge liegt bei 1.404,8 l/m². Das feuchte Klima, häufige Nebel und Winde sowie die grüne bergige Landschaft insbesondere im Herbst und im Winter lassen Assoziationen mit Irland oder der Bretagne aufkommen.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl Galiciens liegt bei 2.751.094 Einwohner (Stand: Januar 2003), von denen 48,1 Prozent Männer und 51,9 Prozent Frauen sind. In Galicien wird neben Spanisch das mit dem Portugiesischen eng verwandte Galicische (galic. Galego, span. Gallego) gesprochen. Die deutsche Bezeichnung für die heimische Bevölkerung lautet Galicier (span. gallegos, gal. galegos).

Geschichte

In Galicien wurden vereinzelt Spuren gefunden, die auf die Zeit zwischen 25.000 und 16.000 v. Chr. bestimmt wurden. Die älteste Funde menschlicher Aktivität wurden in Budiño, Porriño, gefunden und stammen aus der Zeit um 25.000 v. Chr. Nach 8.000 v. Chr. sind die Funde von Steinwerkzeugen recht häufig. An der Küste entsteht im Mesolithikum die Fischerei. Diese Periode wird auch als asturianische Periode bezeichnet und bringt entlang der Küste von Vigo bis nach Asturien eine eigene, hochentwickelte Kultur hervor. Es tauchen auch erste Keramiken auf. Umfangreiche Spuren der galicischen Vorgeschichte sind dann aus der Zeit der Megalithkultur (um 4.000 Jahre v. Chr.) bekannt. Mehrere Megalithbauten (v. a. Dolmen) wie die von Dombate, Axeitos, Pedra da Arca bei Baiñas oder Maus de Salas sind Beispiele dieser Zeit. In der Bronzezeit (1800 Jahre v. Chr.) gibt es Hinweise auf eine entwickelte Metallverarbeitung. Aus dieser Periode stammen auch diverse in Stein gravierte Figuren (Petroglyphen) mit religiösem oder kosmischem Symbolen. Ausgehend von abstrakten Irrgartenthemen werden auch Tiere und Menschen dargestellt. Die wichtigsten Fundorte dieser Figuren liegen in der Provinz Pontevedra (Mogor, Castrove, Campolameiro). Aufgrund zahlreicher Metallvorkommen wird Galicien bald als Land der unzähligen Rohstoffe bekannt. Der Schutz der einheimischen Bevölkerung vor Eindringlingen wird somit zu einem gesellschaftsprägenden Merkmal. In dieser Zeit (etwa ab 1000 v. Chr. bis 400 v. Chr.) entstanden wehrhafte Großdörfer (gal. u span. castros), überwiegend an geschützten Hanglagen oder Hügeln. Die Befestigungen und die Grundrisse der meist ovalen Häuser sind noch bis heute an manchen Orten zu sehen. Gute Beispiele für die Castros dieser Zeit sind Santa Tegra bei A Guarda, Troña, Castromao, Borneiro, S. Cibrao de Lás, Viladonga. Aus der Castro-Zeit stammen auch die meisten gefundenen Ausgrabungen. Vermutlich ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. fallen die Kelten in verschiedenen Wellen in Galicien ein und vermischen sich mit der einheimischen Bevölkerung. Der Name Galicien leitet sich dann auch von den keltischen Galläkern (Kallaiker, lateinisch Callaici) ab, die in diesem Gebiet siedelten, bevor die Römer erstmals 135 v. Chr. erste Expeditionen nach Galicien durchführten. Die Konsolidierung der römischen Macht erfolgte erst durch Julius Cäsar im Jahre 60 v. Chr. - Galicien wurde zur römischen Provinz Gallaecia. Gallaecia umfasste jedoch - über das heutige Galicien hinaus - Gebiete im westlichen Teil des heutigen Kastilien und im nördlichen Teil Portugals. Die Befriedung Gallaecias erfolgte durch die Kriegszüge Kaiser Augustus. In der Folge entwickelten die Römer eine umfassende Infrastruktur, insbesondere jedoch den Straßenbau, weiter. Die Straßen der Römer blieben neben den Pilgerwegen nach Santiago de Compostela bis ins Mittelalter hinein die einzigen guten Verbindungen nach Galicien. In der Zeit der Völkerwanderung ließen sich in Galicien im Jahr 409 die germanischen Sueben nieder und gründeten 411 unter König Hermerich, der bis 438 regierte, ein Königreich, das 585 von den Westgoten unterworfen wurde. Die im Jahr 711 beginnende Besetzung der iberischen Halbinsel durch die Mauren hatte auf Galicien nur geringen Einfluss. Das erste Eindringen der Mauren in Galicien wird auf das Jahr 716 datiert. Für eine dauerhafte Ansiedlung der Mauren im galicischen Kerngebiet gibt es keine Hinweise. Lediglich in den Randzonen des Landes wurden wohl einige kleinere Gruppen von Berbern sesshaft. Eine Eingliederung Galiciens in das Herrschaftsgebiet von Al-Andalus ist nicht erfolgt. Etwa um 740 zogen sich die Mauren aus Galicien endgültig zurück. Aus den folgenden Jahrzehnten sind jedoch immer wieder maurische Expeditionen auf galicisches Gebiet bekannt. Im Jahr 813 wurden in einem Grab an einer Stelle der heutigen Stadt Santiago de Compostela die vermeintlichen Gebeine des Apostel Jakobus (spanisch Santiago), einem der zwölf Apostel Jesu, gefunden. Der Ort des Fundes wurde etwa um 830 - zur Zeit des Bischofs Theodemir von Iria Flavia - zum Wallfahrtsort. In der Folgezeit begannen gläubige Christen aus ganz Europa auf dem Jakobsweg nach Galicien zu pilgern. Zweck der Pilgerreise war ein Besuch am Grab von Jakobus. Nicht zuletzt für die vermeintlichen Gebeine des Jakobus wurde im Jahr 1075 der Grundstein für die Kathedrale von Santiago de Compostela gelegt, die schließlich im Jahr 1211 geweiht wurde. Im 10. und 11. Jahrhundert war Galicien jeweils kurzzeitig ein selbstständiges Königreich. Im Jahr 1065 wurde Don García zum König von Galicien ausgerufen. Galicien war ansonsten Teil des Königreiches León. Im 13. Jahrhundert fiel Galicien zusammen mit León an die kastilische Krone. Im Jahre 1833 wurde das Königreich Galicien formelle aufgelöst und in vier Provinzen aufgeteilt, die direkt der spanischen Zentralregierung unterstanden. Die sich unter anderem aus der Abgelegenheit der Region ergebende wirtschaftliche Rückständigkeit Galiciens führte im 19. Jahrhundert zu dem Beginn einer Massenauswanderung. In der Zeit zwischen 1836 und 1980 wanderten insgesamt rund 2,5 Mio. Menschen aus Galicien aus. Das beliebteste Ziel war dabei Lateinamerika (u.a. Argentinien, Brasilien). Als Resultat dieser damals beginnenden Auswanderungswelle leben noch gegenwärtig rund 1,4 Mio. Galicier (2003) in der Emigration, wobei mit dem wirtschaftlichen Aufschwung Spanien etwa seit 1980 eine Rückkehrbewegung eingesetzt hat. Im Zuge der Demokratisierung Spaniens in den 1970er Jahren wurde Galicien neben Katalonien und dem Baskenland als eine der historischen Nationalitäten Spaniens anerkannt und erhielt deshalb 1980/1981 als eine der ersten Regionen Spaniens ein Autonomiestatut. Seitdem ist es eine der Autonomen Gemeinschaften Spaniens. Die Jahre zwischen 1989 und 2005 waren dabei auf Ebene der Autonomen Gemeinschaft von einer klaren absoluten Mehrheit des konservativen Partido Popular unter dem Regierungschef Manuel Fraga Iribarne geprägt. In den letzten Jahren gab es vor der Küste von Galicien mehrere Öltanker-Havarien. In das Blickfeld der internationalen Öffentlichkeit gelangte insbesondere die schwere Tankerhavarie Prestige im Jahr 2002 (siehe auch Ölpest). Diese war Ausgangspunkt für die umfassende Bürger- und Sozialbewegung "Nie wieder!" (Nunca Mais). Nach den Regionalwahlen von 2005 wurde die Regierung des Partido Popular durch eine Koalitionsregierung aus Partido Socialista de Galicia und Bloque Nacionalista Galego unter dem neuen Regierungschef Emilio Pérez Touriño abgelöst.

Politik

Galicien hat den Status einer Autonomen Gemeinschaft innerhalb des Königreichs Spanien und verfügt über ein eigenes regionales Parlament. Die Regionalregierung heißt Xunta de Galicia. Die politische Landschaft Galiciens wird durch die regionalen Ableger der großen spanischen Volksparteien Partido Popular (hier: Partido Popular de Galicia - PPG) und Partido Socialista Obrero Español (hier: Partido Socialista de Galicia - PSdeG) sowie der linksnationalistischen Regionalpartei Bloque Nacionalista Galego (BNG) bestimmt. Bei den Regionalwahlen am 19. Juni 2005 erzielte der Partido Popular, mit dem für eine fünfte Amtszeit kandidierenden Manuel Fraga Iribarne an der Spitze, 44,9 % der Stimmen (37 Sitze) und verpaßte damit knapp die erneute absolute Mehrheit. Die Sozialisten, die 32,5 % (25 Sitze) der Stimmen auf sich vereinigten sowie der BNG mit 19,6 % (13 Sitze) verfügten damit über eine knappe Mehrheit im Regionalparlament. Die Vereinigte Linke erzielte bei den Wahlen am 19. Juni 2005 (Izquierda Unida) 0,8 % (0 Sitze) der Stimmen. Nach der Bildung einer Koalitionsregierung aus PSdeG und BNG wurde Emilio Pérez Touriño vom PSdeG am 29. Juli 2005 vom galicischen Parlament zum Nachfolger von Manuel Fraga Iribarne als Regierungschef gewählt und trat am 2. August 2005 sein Amt an.

Politische Gliederung

Die Autonome Gemeinschaft Galicien gliedert sich in die vier Provinzen A Coruña, Lugo, Ourense und Pontevedra. Die Provinzen umfassen ihrerseits 53 Landkreise mit 315 Gemeinden und 3.781 so genannten Parroquias. Bemerkenswert ist, dass Galicien mit einem Anteil von lediglich 5,8 Prozent an der Gesamtfläche Spaniens über die Hälfte der Ortschaften Spaniens umfasst. Im Jahre 1996 waren es 20.947, von denen einige jedoch nur ein einziges Haus zählten.

Wirtschaft und Infrastruktur

Galicien ist eine der ärmeren Regionen Spaniens. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag 2002 bei 36,8 Mrd. €. Das Pro-Kopf-BIP lag bei 13.391 € und damit auf einem Niveau, dass lediglich bei 79 Prozent des spanischen Pro-Kopf-BIP auslief. Die Wirtschaftsstruktur des Landes wird von klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) dominiert. Insgesamt gab es im Jahr 2003 174.083 Unternehmen in Galicien, von denen 173.935 (99,9 Prozent) den klein- und mittelständischen Unternehmen (zwischen 0 und 249 Beschäftigte) zuzurechnen waren. Rund 94,9 Prozent der Unternehmen in Galicien gehörten zu der Gruppe der Kleinstunternehen (0 bis 9 Beschäftigte). Die Anzahl von Großunternehmen in Galicien ist im Vergleich mit dem spanischen Gesamtstaat unterentwickelt. Von besonderer Bedeutung in Galicien sind die Landwirtschaft und der Fischfang. Dabei überwiegt die Bedeutung der Landwirtschaft im Osten des Landes und die Industrie sowie die Großhäfen im Westen. Die Beschäftigung der galicischen Wirtschaft verteilte sich 2003 prozentual wie folgt auf die wirtschaftlichen Sektoren:
- Agrarsektor 12,8 Prozent (Spanien gesamt: 5,6 Prozent)
- Industriesektor 20,3 Prozent (18,2 Prozent)
- Bau-/Konstruktionssektor 12,1 Prozent (11,8 Prozent)
- Dienstleistungssektor 54,8 Prozent (64,3 Prozent) Die Arbeitslosenquote lag im Juni 2004 bei 11,1 Prozent, wobei sie in der landwirtschaftlich geprägten Provinz Ourense mit 12,3 Prozent am höchsten und in der Provinz Lugo mit 9,4 Prozent am niedrigsten war. In der Provinz Pontevedra lag die Arbeitslosenquote bei 11,7 Prozent und in A Coruña bei 10,9 Prozent. Importe: 9,4 Mrd. €: 32 Prozent Autos, 14 Prozent Fisch/Meeresfrüchte, 13 Prozent Mineralien hauptsächlich aus Frankreich und Portugal, aber auch aus anderen EU-Staaten. Exporte: 9,3 Mrd. €: 50 Prozent Autos, 8 Prozent Fisch/Meeresfrüchte, 5 Prozent Kleidung hauptsächlich nach Frankreich und Portugal, aber auch in andere EU-Staaten. Frankreich

Sehenswürdigkeiten


- Kathedrale von Santiago de Compostela
- Herkules-Leuchtturm in La Coruña
- Naturschutzgebiet auf den Cies-Inseln (Islas Cíes)
- Cabo Fisterra (span. Cabo Finisterre) - "Das Ende der Welt" in Galicien

Kultur

Literatur

Die Wurzeln der galicischen Literatur reichen bis in das 12. Jahrhundert zurück. Der älteste bekannte und noch erhaltene literarische Text in galicischer Sprache ist ein 1196 komponierter Lobgesang von Xoán Soares de Pavia. Insgesamt sind 170 Autoren mittelalterlicher Lobgesänge bekannt. Obwohl die galicische Sprache auch während des 16. bis 18. Jahrhunderts die verbreitetste Sprache in Galicien war, gibt es für diesen Zeitraum kaum literarische Zeugnisse; dieser Zeitraum wird in Galicien als die "dunklen Jahrhunderte" (galicisch: Os Séculos Escuros) bezeichnet. Erst das Jahr 1863 kennzeichnet den Beginn des so genannten Rexurdimento, der sprachlich-literarischen Wiedergeburt. In diesem Jahr wird das Werk 'Cantares gallegos' (Lieder aus Galicien) von Rosalía de Castro veröffentlicht. Das Werk dieser Lyrikerin, zusammen mit den Werken Curros Enríquez (Aires da miña terra, 1880) sowie Eduardo Pondal (Queixumes dos pinos, 1886), stellt die Wiedergeburt des Galicischen in der spanischen Literatur dar. In den Werken dieser Autoren und insbesondere bei Pondal drücken sich deutliche Bestrebungen galicischer Literaten aus, die galicische Literatur weiterzuentwickeln. Zu den in Spanien bekanntesten galicischen Schriftstellern, die jedoch überwiegend in spanischer Sprache schrieben, gehören auch Ramón María del Valle-Inclán, Camilo José Cela (Nobelpreisträger für Literatur) sowie Torrente Ballester. Nach dem Ende des Franco-Regimes, das die Veröffentlichungen in galicischer Sprache untersagte, erlebte die galicische Literatur eine erneute Phase des Aufschwunges. Im Jahre 1998 wurden insgesamt 1.106 Bücher auf Galicisch veröffentlicht. Die Gesamtauflage dieser Bücher lag bei knapp zwei Millionen Exemplaren. Die in der Gegenwart populärsten galicischen Autoren sind Xosé Neira Vilas, Manuel Rivas, Suso de Toro und X. L. Méndez Ferrín.

Musik

Traditionelle galicische Musik wird geprägt vom Einsatz von Dudelsack (galicisch Gaita), Leier und Harfe. Die Musik erinnert an die Musik aus keltischen Gebieten wie Irland oder die Bretagne und erfreut sich auch heute noch großer Beliebheit in Galicien. Der 'gaiteiro' (deutsch 'Dudelsackspieler') Johan Gonçalves, der 1374 in Monfero lebte, ist der erste namentlich überlieferte Dudelsackspieler Galiciens. Wichtige Vertreter der traditionellen galicischen Musik, die teilweise auch international Beachtung gefunden haben, sind etwa die Gruppen Milladoiro oder Fuxan os Ventos. Insbesondere Milladoiro erlangte dabei bereits vor Jahren einen sehr guten internationalen Ruf auf dem Gebiet keltischer Folkmusik. Musiker, die zwar fest in der traditionellen galicischen Musik verwurzelt sind, aber auch neue Wege suchen sind u. a. Berrogüetto, Carlos Núñez, Luar na Lubre, Pancho Alvarez, Susana Seivane und Xosé Manuel Budiño. Auch diese Musiker konnten in der internationalen Folkszene einige Bekanntheit erlangen.

Feste

In Galicien werden jedes Jahr über 4.000 Ortsfeste gefeiert, zu denen noch unzählige Wallfahrten, gastronomische Feiern und andere Traditionen, wie der Karneval, kommen.

Religiöse Feste


- 25. Juli Namenstag des Heiligen Jakobus in Santiago de Compostela. Gleichzeitig ist dieser Tag galicischer (Día da Patria Galega) und spanischer Nationalfeiertag (Santiago Apostol).

Historische Feste

Einige jährlich begangene Feste mit historischen Hintergrund sind:
- 28. März: Fiesta de la Reconquista in Vigo - Feier der "Rückeroberung" des spanischen Gebietes von den Mauren.
- 1. Sonntag im August: "Wikingerfest" in Catoira, Pontevedra - Das Wikingerfest von Catoira fußt auf einer historischen Begebenheit. Bei dem Fest überfallen als Wikinger verkleidete Einheimische von ihren Drachenbooten aus die friedliebenden Bewohner des Ortes Catoira. Nach Beendigung der nachgestellten Schlacht werden Unmengen von Wein, Muscheln und Tintenfischen verzehrt. Das Wikingerfest von Catoira ist mittlerweile als Fest “von nationalem historischen Interesse” eingestuft worden. Das Fest wird musikalisch von verschiedenen traditionellen Dudelsackgruppen begleitet.

Gastronomie

In den Küstenregionen spiegelt sich die Nähe zum Atlantischen Ozean wider. Zu den Spezialitäten der galicischen Küche gehören hier diverse Krusten- und Schalenweichtieren. Zu diesen zählen u. a. Entenmuscheln (galicisch percebes), Austern (ostras), Langusten (langostas) und Jakobsmuscheln (vieiras). Auch diverse Fischsorten stehen hier regelmäßig auf dem Speiseplan. Dazu gehören etwa der Seehecht (merluza) oder der gesalzene Stockfisch (Bacalao). Typisch für Galicien sind zudem deftige Eintöpfe (z.B. caldo galego), der pulpo a la galega (Krake nach galicischer Art) oder die empanada. Dieses überwiegend aus Teig und einer würzigen Füllung bestehende Gericht ist eine der beliebtesten Speisen der traditionellen galicischen Küche und wurde bereits im Jahr 1188 im Glorienportal der Kathedrale zu Santiago de Compostela dargestellt. Derzeit gibt es sechs Herkunftsbezeichnungen (Denonimación de Origen) für Weine aus Galicien. Dies sind Ribeiro, Rías Baixas, Ribeira Sacra, Valdeorras und Monterrei. Siehe auch: Weinbau in Spanien

Sport

Zwei Fußballvereine der spanischen Primera División sind in Galicien beheimatet:
- Real Club Deportivo de La Coruña (Deportivo) in A Coruña
- Real Club Celta de Vigo in Vigo

Verschiedenes


- Fotografie: Manuel Ferrol, Mariano Grueiro, Xurxo Lobato
- Film: Mariano Grueiro
- Malerei: Castelao
- Architektur: Cesar Portela
- Volkskultur: Meigas

Literatur


- Peter Bohning: Galicien und der Jakobsweg durch den Norden Spaniens. Meyer Reiseführer. Februar 2003. ISBN 3898591344

Weblinks


- [http://www.elcorreogallego.es/ El Correo Gallego - Webseite der galicischen Tageszeitung]
- [http://www.deutsch-galicische-gesellschaft.de/ Webseite der Deutsch-Galicischen-Gesellschaft]
- [http://www.galinor.es/index.html Touristische Informationen zu Galicien]
- [http://www.parlamentodegalicia.es/ Website des galicischen Parlaments]
- [http://www.turgalicia.es Turgalicia.es Tourismusinformationen rund um Galicien]
- [http://www.vieiros.com Vieiros Aktuelle News und Infos aus Galicien]
- [http://www.xacobeo.es Website zum Jakobsweg]
- [http://www.xunta.es Regionalregierung Galiciens]
- [http://www.ige.xunta.es Galicisches Statistisches Institut - IGE] Kategorie:Spanische autonome Gemeinschaft Kategorie:Galicien ja:ガリシア

León (Provinz)

Die Provinz León ist eine Provinz im Nordwesten Spaniens. Sie hat 488.751 Einwohner (2001) und gehört zur Autonomen Region Kastilien-León. Hauptstadt und größte Stadt ist León, die zweitgrößte Stadt ist Ponferrada. Im Norden grenzt die Provinz an Asturien und Kantabrien, im Westen an die Region Galicien, im Süden an Zamora und Valladolid und im Osten an Palencia. Mit einer Fläche von 15.581 km² zwischen den Gebirgen Nordspaniens und der Hochebene gelegen gibt es in der landschaftlich sehr reizvollen Provinz León diverse Naturparks (Parque nacional de los Picos de Europa, Los Ancares, Las Médulas, Cueva de Valporquero). Was das Kulinarische betrifft sind die Wurstspezialitäten (Embutidos) und die Weine (Bierzo, Valdevimbre-Los Oteros) zu erwähnen. Durch die Provinz führt in Nord-Süd-Richtung die Ruta de la Plata und in Ost-West-Richtung der Jakobsweg (span. Camino de Santiago). In einigen Gegenden Léons spricht man asturisch, eine iberoromanische Sprache. Kategorie:Spanische Provinz

Zamora (Provinz)

Die Provinz Zamora ist eine spanische Provinz innerhalb der Autonomen Region Kastilien-León. Sie liegt im Südwesten der Region an der Grenze zu Portugal und hat eine Fläche von 10.559 km² und 214.000 Einwohner. Hauptstadt ist die Stadt Zamora. Kategorie:Spanische Provinz

Spanien

Das Königreich Spanien (amtlich spanisch Reino de España, katalanisch Regne d'Espanya, galicisch Reino de España, baskisch Espainiako Erresuma) liegt im Südwesten Europas und nimmt den größten Teil der Iberischen Halbinsel ein.

Geographie

Spanien befindet sich, ebenso wie Portugal (im Westen) und das zum Vereinigten Königreich gehörende Gibraltar (im Süden), auf der iberischen Halbinsel, von der Spanien sechs Siebtel einnimmt. Im Nordosten, entlang des Gebirgszuges der Pyrenäen, grenzt Spanien an Frankreich und den Kleinstaat Andorra. Außerdem gehören die Inselgruppen der Balearen, im Mittelmeer gelegen, und der Kanaren, im Atlantik, sowie die an der nordafrikanischen Küste gelegenen Städte Ceuta und Melilla zum Staatsgebiet. Spanien ist das drittgrößte Land Europas. In Frankreich besitzt Spanien die Exklave Llívia. Außerdem gehören Spanien die vor der marokkanischen Küste gelegenen Inseln Islas Chafarinas, Peñón de Vélez de la Gomera, Alhucemas, Alborán und die Islas Columbretes. Die Zugehörigkeit der Insel Perejil ist zwischen Marokko und Spanien nicht geklärt. Der höchste Berg Spaniens ist mit 3.718 m Höhe der Pico del Teide auf der Insel Teneriffa, die zu den Kanarischen Inseln gehört. Die Städte Ceuta und Melilla liegen in Nordafrika und grenzen an das Mittelmeer sowie Marokko. Der nördlichste Punkt Spaniens ist die Estaca de Vares, der westlichste das Kap Toriñana, beide in Galicien, der südlichste die Punta Marroquí bei Tarifa, der östlichste das Kap de Creus. Die größte Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 856 km und von Osten nach Westen 1020 km. Die Nordküste Spaniens verläuft fast in gerader Linie und bildet nur zwischen Gijón und Avilés sowie zwischen Ribadeo und A Coruña (spanisch La Coruña) bedeutendere Vorsprünge nach Norden. Gegenüber den übrigen Küsten des Landes zeichnen sich diese Küstenabschnitte durch Schroffheit und schlechte Zugänglichkeit aus. Ursächlich hierfür ist, dass hier die Gebirge fast überall dicht ans Meer heranrücken. Zugänglich sind diese Küstenabschnitte nur an den Mündungen der Flüsse und der tief in das Land einschneidenden Meeresarme (Rías), die insbesondere an der Küste von Galicien häufig auftreten. Auch die Westküste Spaniens trägt im Ganzen diesen Charakter; doch ist sie viel zugänglicher als der Norden, da hier die Gebirge nur in den Kaps bis an das Meer herantreten und sich im Hintergrund der Rias gewöhnlich Ebenen befinden. A Coruña Charakteristisch für die Süd- und Ostküste sind dagegen eine Anzahl weiter, flacher Meerbusen und dazwischen befindliche, in felsige Vorgebirge endende Landvorsprünge. Diese Abschnitte sind zugänglicher als die Nord- und Westküste. Die wichtigsten Buchten der Südküste sind von Westen nach Osten die Golfe von Cádiz, Málaga und Almería sowie die Bucht von Cartagena, an der Ostküste die Bahía von Alicante und der Golf von Valencia. Die größten Flüsse Spaniens sind der Duero, der Tajo und der Ebro. Die Vegetation der Iberischen Halbinsel teilt sich in drei große Bereiche auf:
- Vegetation des feuchten Spanien: Eichen, Buchen
- Vegetation des trockenen Spanien: immergrüne Eichen (Steineichen, Korkeichen), Pinien
- Vegetation der Gebirge je nach Höhe: Steineichen, Korkeichen, Eichen, Kastanien, Wiesen, Tundra Intensiver Anbau von Kulturpflanzen erfordert Bewässerungsanbau.

Bevölkerung

Sprachen

In Spanien werden überwiegend Spanisch (Español/Castellano, "Kastilisch"), Katalanisch (Català) und Galicisch (Gallego), sowie das Baskische (Euskara) gesprochen. Die spanische Sprache ist im gesamten Staatsgebiet Amtssprache, während die anderen drei nur in den entsprechenden Autonomen Regionen diesen Status genießen. Ferner wird in der Autonomen Region València eine Variation des Katalanischen, Valencianisch (Valencià), und auf den Balearen wird eine weitere lokale Variante des Katalanischen, das Mallorquin (Mallorquí/Balear), gesprochen. Daneben existieren einige Minderheitensprachen, welche von einer geringen Anzahl von Menschen gesprochen werden. Zu diesen zählt Asturisch-Leonesisch (Bable), Aragonesisch (Fabla aragonesa) und Aranesisch. In Melilla spricht die masirische Minderheit zudem Tamazight, in Olivenza (Extremadura) wird noch teilweise Portugiesisch gesprochen. Portugiesisch Während der Urlaubssaison arbeiten in den Tourismusregionen auch Saisonarbeiter aus Deutschland und Polen, vielfach auch Südamerikaner. In einigen Tourismusregionen wie der Costa Blanca oder der Costa del Sol sind vergleichsweise viele Deutsche und Engländer dauerhaft ansässig. Als Fremdsprachen werden meist Englisch und Französisch gesprochen. Jüngere Spanier sprechen als Fremdsprache zumeist Englisch, Ältere eher Französisch. In der breiten Bevölkerungsmasse sind anwendbare Fremdsprachenkenntnisse aber nach wie vor nicht die Regel. In von Touristen gerne besuchten Gebieten am Mittelmeer, den Balearen und auf den Kanarischen Inseln ist zum Teil Deutsch gebräuchlich. In Katalonien wird an den Schulen und Universitäten größtenteils auf Katalanisch gelehrt; Spanisch darf dort jedoch von allen Studenten in Unterricht und Klausuren benutzt werden.

Religion

Spanien ist ein vorwiegend katholisches Land. 92 % der Bevölkerung (Stand: 2000) gehören offiziell der römisch-katholischen Kirche an. Im Rahmen einer Studie des staatlichen Meinungsforschungsinstitutes Centro de Investigaciones Sociológicas im Jahr 2002 gaben hingegen nur 80 % der Befragten an, Katholiken zu sein. 12 % bezeichneten sich als nicht religiös. Finanziert wird die katholische Kirche vom spanischen Staat auf Grundlage eines Vertrages zwischen diesem und dem Heiligen Stuhl. Da also in Spanien die katholische Kirche nicht aus direkt entrichteten Steuern der Gläubigen finanziert wird, bringt ein offizieller Kirchenaustritt somit keine finanziellen Vorteile. Innerhalb der katholischen Kirche gibt es die in sich sehr stark geschlossene Gruppierung Opus Dei. Die Muslime machen 0,5 %, die Protestanten 0,3 % der Bevölkerung aus. Juden, Angehörige anderer Konfessionen und Konfessionslose stellen 7,2 % der Bevölkerung. Siehe auch: Katholische Kirche in Spanien, Islam in Spanien, Protestantismus in Spanien, Judentum in Spanien

Größte Städte

Städte mit über 100.000 Einwohnern, mit Einwohnerzahl. (Stand: 1. Januar 2004)

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Spaniens Die Ureinwohner der Pyrenäenhalbinsel waren die Kelten und die Iberer, nach denen auch die Halbinsel benannt worden ist. Im 11. Jahrhundert v. Chr. siedelten sich die Phönizier an der Südküste an; die berühmteste von ihren Kolonien war Cádiz (Gades). Die Bezeichnung Spanien leitet sich von der römischen Bezeichnung "Hispania" ab (phönizisch "Küste der Klippschliefer"; was die Phönizier für Klippschliefer hielten, waren in Wirklichkeit Kaninchen). Geprägt wurde das Land auch durch die jahrhundertelange arabische Vorherrschaft, deren Erbe sich sowohl in der Architektur als auch in der Sprache niedergeschlagen hat. Mit der Vertreibung der Mauren von der iberischen Halbinsel (Wiedereroberung - Reconquista) und der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492 stieg Spanien vorübergehend zur Weltmacht auf.

Politik

Gemäß der Verfassung vom 6. Dezember 1978 ist Spanien ein sozialer und demokratischer Rechtsstaat mit der Staatsform einer parlamentarischen Monarchie (Art. 1, Abs. 3 der spanischen Verfassung). Der Königstitel ist erblich. Der derzeitige König ist Juan Carlos I. Der König ist Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Thronfolger ist Prinz Felipe de Borbón y Grecia, der gleichzeitig den Titel
Fürst von Asturien (Príncipe de Asturias) trägt. Wohnsitz der Königsfamilie ist der Palacio de la Zarzuela in Madrid. Die Rolle der spanischen Krone wird in der Verfassung im Wesentlichen auf repräsentative Funktionen beschränkt. Darüber hinausgehende Funktionen des Königs sind die Bestätigung von Gesetzen und die Ernennung und die Entlassung des Regierungschefs. Das oberste Gesetzgebungsorgan in Spanien ist das Parlament (Cortes Generales). Die Cortes unterteilen sich in zwei Kammern, das Abgeordnetenhaus (Congreso de los Diputados) und den Senat (Senado). Die 350 Mitglieder des Abgeordnetenhauses werden per Direktwahl für vier Jahre gewählt. Der Senat besteht aus 259 Sitzen. Davon werden 208 Mitglieder direkt vom Volk gewählt und die restlichen 51 von den Parlamenten der autonomen Regionen bestimmt. Senatoren werden für eine Amtszeit von vier Jahren ernannt. Der Ministerpräsident (Presidente del Gobierno, wörtlich übersetzt "Regierungspräsident") und die Regierungsmitglieder werden vom Abgeordnetenhaus gewählt. Derzeitiger Ministerpräsident ist José Luis Rodríguez Zapatero vom sozialdemokratischen Partido Socialista Obrero Español (PSOE). Sitz des Regierungspräsidenten ist der Palacio de la Moncloa in Madrid. Spanien ist seit Januar 1986 Mitglied der Europäischen Union (bis 1992: „Europäische Gemeinschaft“). Siehe auch: Politische Parteien in Spanien, Liste der spanischen Ministerpräsidenten, Baskische Befreiungsbewegung Euskadi Ta Askatasuna (ETA)

Autonome Regionen

Hauptartikel: Autonome Regionen Spaniens Spanien gliedert sich administrativ in 17 autonome Regionen oder Gemeinschaften (Comunidades Autónomas), vergleichbar den deutschen Bundesländern, und in die zwei autonomen Städte Ceuta und Melilla. Die autonomen Regionen selbst gliedern sich ihrerseits in insgesamt 50 (52 mit Ceuta und Melilla) Provinzen (provincias), die fast alle nach ihrem jeweiligen Verwaltungssitz benannt sind. Kämpfe gibt es u. a. um die Autonomie des Baskenlandes, deren blutige Form die ETA betreibt. Katalonien strebt auf politischem Wege die Unabhängigkeit an.

Wirtschaft

Währung

Die Währung in Spanien ist seit dem 01.01.1999 der Euro. Der Umtauschkurs zur vorigen Währung, den Peseten,
pesetas (PTS), beträgt: 1€ = 166,386 PTS bzw. 1 PTS = 0,6010 €-Cent. Nach wie vor werden noch Preise in Peseten angegeben, gerade bei teuren Gütern die nicht allzu häufig gekauft werden wie Autos oder Wohnungen. Als großzügig abkürzende Größenordnung werden hierbei gerne Millionen PTS, Million Pesetas verwendet: so kostet z.B. eine Wohnung in der Umgangssprache 25 Mio. PTS oder ein Auto 2 Mio. PTS. 1.000.000 PTS entsprechen 6.010,12 €, also rund 6.000 €. 500 Peseten entsprechen ziemlich genau 3,0051 Euro. Daher kann mit Dividieren durch 500 und anschließendem Multiplizieren mit 3 recht einfach von Peseten auf Euro umgerechnet werden. Umgekehrt können Euro durch Dividieren mit 3 und anschließendem Multiplizieren mit 500 einfach auf Peseten umgerechnet werden. In Gesprächen wird gelegentlich noch die Währungseinheit Duro benutzt. Ein Duro entspricht 5 Peseten, also ungefähr 3 Cent. Um von Euro auf Duro umzurechnen, reicht es, den Eurobetrag durch 3 zu dividieren und anschließend zwei Nullen anzuhängen (oder mit 100 multiplizieren).

Bruttosozialprodukt

Das Bruttosozialprodukt beträgt 596,5 Mrd. US$ bei einer Wachstumsrate von 2,0 %. Das Bruttosozialprodukt pro Kopf beträgt 14.580 US$. Das Bruttoinlandsprodukt wird
- zu 66% mit Dienstleistungen,
- zu 30% von der Instustrie und
- zu 3% durch die Landwirtschaft erwirtschaftet. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt betragen 0,96%. Die Arbeitslosenquote liegt bei 11,4%, die Inflationsrate bei 3,1%. Die Staatseinnahmen von 274,6 Mrd. € setzen sich
- zu 29% aus der Einkommensteuer,
- zu 35% aus der Körperschaftssteuer zusammen. Die Staatsausgaben betragen 275,2 Mrd. €, das Haushaltsdefizit beträgt 0,3% des Bruttoinlandsprudukts.

Landwirtschaft

36% der Landesfläche werden landwirtschaftlich genutzt, Bewässerungsfeldbau wird auf ca. 20,1% der Anbaufläche betrieben. 144 000 km² der Landesfläche sind bewaldet. In Spanien werden folgende Agrarprodukte hergestellt: Getreide (vor allem Weizen und Reis), Gemüse, Oliven, Weintrauben, Zuckerrüben, Zitrusfrüchte wie Orangen und Zitronen, Fleisch (Schaf, Ziege, Kaninchen, Geflügel), Milchprodukte (z.B. Manchego-Käse), Seefisch und Meeresfrüchte.

Infrastruktur

Straßennetz

Spanien verfügt über ein gut ausgebautes Straßen- und Autobahnnetz von 663.795 km Länge. Das Straßennetz ist zum allergrößten Teil befestigt. Das Fernstraßennetz umfasst Nationalstraßen,
carreteras nacionales, und Autobahnen, den sogenannten autovías (gebührenfrei) und autopistas (mautpflichtig, de peaje). An den Zahlstellen der gebührenpflichtigen autopistas kann mit Bargeld oder Kreditkarte bezahlt werden. Teilweise verlaufen gebührenpflichtige Autobahnabschnitte parallel zu gebührenfreien. Rund um Ballungszentren gibt es meist gebührenfreie autopistas, viele Fernverbindungen sind gebührenpflichtig. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt:
- innerhalb geschlossener Ortschaften 50 km/h
- auf Landstraßen 90 km/h
- auf Landstraßen mit einem Randstreifen von mindestens 1,5 m Breite oder einer zusätzlichen Fahrspur 100 km/h
- auf den Autobahnen 120 km/h Seit Sommer 2005 werden in Spanien Geschwindigkeitskontrollen mit stationären Radargeräten durchgeführt. In geschlossenen Ortschaften nachts immer mit Abblendlicht fahren. Vorsicht beim Einfahren in Autobahnen: hier gilt zwar wie im deutschen Sprachraum „Vorfahrt gewähren“, jedoch wird einfahrenden Autofahrern meist nicht Platz zum Einscheren eingeräumt. Für Linksabbieger gibt es gelegentlich eine Art „Wartespur“ in der Mitte der Straße, von dieser Wartespur kann dann nach rechts in auf die Fahrspur eingeschert werden. Seit Juli 2004 sind in Spanien Warnwesten gesetzlich vorgeschrieben. Diese müssen bei Unfällen und Pannen getragen werden. Reservebirnen und zwei rote Warndreiecke müssen ebenso im Kraftfahrzeug sein. Grüne Versichertenkarten sind zwar nicht Pflicht, aber empfehlenswert, da die Polizei mit ihnen vertraut ist. In den letzten Jahren hat die Zahl der PKW und die Verstädterung in Spanien stark zugenommen. In Spanien gibt es 467 KFZ/ 1000 Ew. 78% der Bevölkerung leben in Städten; die Bevölkerungsdichte beträgt 82 Ew/km². Vielerorts herrscht auch durch die engen Straßen akute Parkplatznot. Eine durchgezogene gelbe Linie am Fahrbahnrand weist auf ein Parkverbot hin. Die lokale Polizei besitzt oftmals eigene Abschleppwagen. Die Parkgebühren in Ballungsräumen liegen auf demselben Niveau wie in Metropolen im deutschsprachigen Raum. In manchen Ballungsräumen (Madrid, Barcelona) sind die Straßennetze gerade im Berufsverkehr örtlich überfordert; teilweise gibt es Verkehrsleitsysteme wie in Valencia (Stadt).

Fahrrad

Fahrradfahren wird von den Spaniern zuerst als sportliche Betätigung aufgefasst; als Verkehrsmittel wird das Fahrrad selten genutzt. Fahrradfahrer sind im Straßenverkehr rechtlich nicht besser gestellt, wie dies beispielsweise in Deutschland der Fall ist. Fahrradwege sind meist nur in touristisch attraktiven Regionen bekannt. Die einzelnen Radwege sind oftmals nicht miteinander verknüpft.

Fernbusnetz

Spanien verfügt über ein sehr gut ausgebautes Busnetz. In kleinen und großen Städten gibt es spezielle Busbahnhöfe. Das Busnetz verbindet insbesondere kleinere Städte und Dörfer, aber es gibt auch überregionale Linien und internationale Verbindungen. Busfahren ist in Spanien vergleichsweise billig.

Schifffahrt

Auf 1045 km Kanälen und Flüssen ist Binnenschiffahrt möglich. Die größten Seehäfen sind Barcelona, Valencia, Bilbao, Gijón und Santa Cruz de Tenerife. Zwischen der Iberischen Halbinsel und den Balearen gibt es eine Reihe von Fährverbindungen.

Bahnnetz

Das Bahnnetz (traditionell Breitspur) der staatlichen Eisenbahngesellschaft RENFE wird durch ein normalspuriges Hochgeschwindigkeitsnetz (AVE, ungefähr 525 km Streckennetz) ergänzt. Das Fernverkehrssystem wird
Grandes Líneas genannt, der AVE ist hiervon ausgenommen. Die RENFE betreibt in den Ballungszentren lokale S-Bahn-Netze, die sogenannten Cercanías. In folgenden Regionen gibt es Cercanías-Netze: Asturias, Barcelona, Bilbao, Cádiz, Madrid, Málaga, Murcia/ Alicante, Santander, San Sebastián, Sevilla und Valencia. Schmalspurstrecken werden von regionalen Gesellschaften betrieben. Die spanischen Fernverkehrszüge der Grandes Líneas werden in Tag- und Nachtzüge unterschieden. Tagzüge sind der Alaris, Altaria, Arco, Euromed, Talgo, Intercity und Diurno. Nachtzüge sind der Trenhotel und Estrella. Diese Zugtypen unterscheiden sich in ihrer Bauart und fahren auf festgelegten Strecken. Eine Klassifizierung nach der Zug-Geschwindigkeit und Haltepunktdichte wie im deutschen Sprachraum gibt es in Spanien nicht. Fahrkarten werden nicht für eine Strecke, sondern für ein Produkt verkauft. Die Tagzüge haben haben Raucher- und Nichtraucherplätze und einen Speisewagen. Es gibt Sitzplätze erster und zweiter Klasse. Die erste Klasse wird als Preferente und die zweite Klasse als Túrista bezeichnet. In der ersten Klasse werden kostenlos Zeitungen, Essen und Getränke gereicht. Während der Fahrt werden Kinofilme gezeigt. Die Nachtzüge verfügen über die ersten Klassen Gran Clase und Preferente und die zweite Klasse Túrista/ Litera. Die Züge haben eine Cafetería bzw. ein Restaurant. Die erste Klasse besteht aus Schlafwagen und hat ein Bad bzw. eine Waschgelegenheit. Die zweite Klasse des Trenhotel hat Vierbett-Abteile, die zweite Klasse des Estrella Sechs-Sitz-Abteile. Tickets für Fernverkehrszüge beinhalten eine Sitzplatzreservierung; der Zug kann ohne gültiges Ticket nicht betreten werden. Seit den Terroranschlägen in Madrid im März 2004 werden beim Einstieg Gepäckkontrollen ähnlich wie an Flughäfen durchgeführt. In den Fernverkehrsbahnhöfen finden sich Schalter für den Vorverkauf, die venta anticipada und den Kauf mit sofortigem Fahrantritt. Fahrkarten für den Regional- und den Fernverkehr müssen getrennt gekauft werden. Für den Fernverkehr ist es bedingt durch die Reservierungspflicht sinnvoll, Tickets im Voraus zu kaufen. Dies ist auch über das Internet möglich; die Tickets müssen teilweise am Bahnhof abgeholt werden. Die Städte Barcelona, Bilbao, Madrid und Valencia verfügen über U-Bahn- oder Metronetze, in Sevilla und Palma de Mallorca sind entsprechende Netze im Aufbau. Einige Städte wie Alicante und Barcelona besitzen neu eröffnete Straßenbahnnetze.

Flughäfen

Rund 40 Städte verfügen über einen Flughafen für Verkehrsmaschinen. Die größten spanischen Fluggesellschaften sind Iberia, Spanair, Vueling und Air Europa. Die Flughäfen von Madrid und Barcelona sind unter den Top 10 der Passagierzahlen der europäischen Flughäfen. Zwischen den Flughäfen Madrid und Barcelona gibt eine Luftbrücke,
puente aéreo: zwischen 07:00 und 23:00 starten in sehr kurzem Zeitabstand zahlreiche Flüge. Die puente aéreo wird von der spanischen Fluggesellschaft Iberia betrieben.

Kultur


- Literatur: Miguel de Cervantes, Tirso de Molina, Lope de Vega, Pedro Calderón de la Barca, Francisco de Quevedo, Rosalía do Castro, Federico García Lorca, Camilo José Cela, Javier Marías, Arturo Pérez-Reverte, Manuel Vázquez Montalbán, Miguel Delibes, José Zorrilla
- Musik: Flamenco, Manuel de Falla, Paco de Lucía, Joaquín Rodrigo, Pablo Sarasate
- Film: Pedro Almodóvar, Julio Médem, Luis Buñuel, Alejandro Amenábar, Alex de la Iglesia
- Malerei: Pablo Picasso, Salvador Dalí, Diego Velázquez, El Greco, Joan Miró, Francisco de Goya, Bartolomé Esteban Murillo
- Bildhauerei: Eduardo Chillida
- Architektur: Antoni Gaudí, Santiago Calatrava, César Manrique

Medien

Die meisten überregionalen Tageszeitungen erscheinen in der Hauptstadt Madrid:
El País (durchschnittliche Auflage im Jahr 2003 ca. 561.000 Exemplare), El Mundo (379.000), ABC (346.000) und La Razón (205.000). In Barcelona erscheinen La Vanguardia (240.000) und die wichtige regionale Zeitung El Periódico de Catalunya (221.000). Von Bedeutung sind auch täglich erscheinende Sport-Medien wie Marca (549.000) und As (303.000), die meisten Spanier lesen Regionalzeitungen, fast jede größere Stadt im Land hat hier ein Angebot, beispielsweise Diario de Sevilla oder auch Diario de Mallorca. Die staatliche Fernsehanstalt Televisión Española betreibt zwei Sender, TVE 1 und TVE 2. Private TV-Programme sind Antena 3, Telecinco und Canal+. Das Fernsehprogrammangebot wird durch regionale Fernsehsender abgerundet. Im Bereich des digitalen Fernsehens gibt es die Angebote Digital+ und Auna.

Sport

Fußball ist in Spanien der mit Abstand wichtigste Publikums- und auch ein viel betriebener Breitensport. Weitere Mannschaftssportarten sind Basketball, Handball und Volleyball, an den Universitäten erfreut sich außerdem Rugby großer Beliebtheit. Der Motorsport, insbesondere Rallye (Carlos Sainz ist derzeit der bekannteste spanische Fahrer), Formel 1 (Fernando Alonso jüngster Weltmeister im Jahre 2005) und Motorradrennen (Dani Pedrosa) genießen die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Ein großes Radsportereignis ist die Vuelta, weitere international beachtete Rennen sind die Baskenland-Rundfahrt, die Katalonien-Rundfahrt und das Clásica San Sebastián. Bedeutende Individualsportarten sind Tennis, Padel, ein relativ neues, dem Tennis ähnliches Spiel, und Golf. Im Nordosten Spaniens und im Lande Valencia wird Pelota, der baskische Nationalsport, gespielt. Ein typisch spanisches Spektakel ist der Stierkampf, der nicht als Sportart angesehen wird. Nach Meinung seiner Anhänger ist er als eine Kunst anzusehen, in der Eleganz und Ästhetik eine wichtige Rolle spielen. In den Augen vieler Kritiker stellt er eine archaische und brutale Tradition dar, die es aufgrund der mit ihr verbundenen Tierquälerei nicht wert sei, in ihrer heutigen Form fortgeführt zu werden.

Nationale Feiertage

Der spanische Nationalfeiertag wird am 12. Oktober anlässlich der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus gefeiert (
Día de la Hispanidad). Am 6. Dezember wird die Annahme der Verfassung im Jahre 1978 (Dia de la Constitución) gefeiert.
- 1. Januar -
Neujahr
- 6. Januar -
Heilige Drei Könige und Epiphanias
- 19. März -
St. Josef
- 1. Mai -
Tag der Arbeit
- 12. Oktober -
Nationalfeiertag (s.o.)
- 1. November -
Tag aller Heiligen
- 6. Dezember -
Tag der Verfassung
- 25. Dezember -
Weihnachten In den einzelnen Provinzen gibt es noch weitere Feiertage, so wird z. B. in Katalonien am 24. Juni St. Joan (spanisch St. Juan) gefeiert.

Weitere Themen


- Liste katalanisch-spanischer Ortsnamen im katalanischen Sprachgebiet
- Tourismus in Spanien
- Stierkampf
- Kfz-Kennzeichen (Spanien)
- Postleitzahl (Spanien)
- Portal:Spanien
- Spanische Küche
- Weinbau in Spanien
- Redewendung: Das kommt mir spanisch vor

Weblinks

20px Wiki-Portal Spanien
- WikiTravel-Eintrag zu [http://wikitravel.org/de/Spanien Spanien]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=157 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,,ESP,00.html Spiegel online / Jahrbuch / Spanien]
- http://www.guiadeayuntamientos.info/ - spanischsprachige Website mit Informationen über sämtliche spanische Gemeinden
- http://www.spanischebotschaft.de/ - Website der spanischen Botschaft in Deutschland
- http://www.proel.org/lenguas2.html - Informationen über die Sprachen in Spanien (auf Spanisch)
- http://www.ccape.es - Deutsche Handelskammer für Spanien
- http://www.cibera.de - cibera - Virtuelle Fachbibliothek Ibero-Amerika / Spanien / Portugal
Kategorie:Staat Kategorie:Monarchie Kategorie:Land in der EU Kategorie:Mittelmeer fiu-vro:Hispaania ja:スペイン ko:에스파냐 ms:Sepanyol simple:Spain th:ประเทศสเปน zh-min-nan:Se-pan-gâ


Portugal

Die Portugiesische Republik (República Portuguesa) ist ein Staat im Südwesten der iberischen Halbinsel. Er wird im Westen und Süden vom Atlantischen Ozean, im Osten und Norden von Spanien begrenzt. Daneben gehören zum portugiesischen Staatsgebiet die Inselgruppe der Azoren sowie Madeira. Westlich der Hauptstadt Lissabon liegt Cabo da Roca, der westlichste Punkt des europäischen Festlandes. Der Name Portugal entstammt dem Namen der Siedlung Cale im Delta des Flusses Rio Douro. Cale könnte ein griechisches Wort sein (Kalles = schön) und sich auf die Schönheit der Natur im Norden des heutigen Portugal beziehen, das die Griechen in der Antike kolonisierten. Andere Historiker meinen, dass Cale phönizischen Ursprungs ist, da die Phönizier Portugal schon vor den Griechen besiedelten. Als das heutige Portugal zum Römischen Imperium gehörte, wurde Cale ein wichtiger Hafen, in Latein Portus Cale. Im Mittelalter wurde Portus Cale zu Portucale, später Portugale, wobei dieses Wort im 7. und 8. Jahrhundert nur die nördlichen Teile des Landes bezeichnete, also die Region zwischen den Flüssen Rio Douro und Rio Minho. Andererseits verkürzte sich der Name Portus Cale zu Porto, der zweitwichtigsten Stadt, die sich deshalb voller Stolz als Namensgeber des Landes bezeichnet.

Geographie

Der Norden Portugals hat ein relativ kühles und feuchtes Klima und besteht aus zwei traditionellen Provinzen oder Landschaften: Der Minho im Nordwesten gehört zu den am dichtesten besiedelten Gegenden des Landes, wobei Großstädte nur an der Atlantikküste liegen, im Landesinneren liegen jedoch viele Kleinstädte und Dörfer. Der Minho wird wegen seines Klimas und der vergleichsweise üppigen Vegetation als der grüne Garten Portugals bezeichnet. Auf den Hängen der zahlreichen Flusstäler wird vor allem Wein angepflanzt, die zum berühmten Portwein und dem Vinho Verde weiterverarbeitet werden. Daneben gedeihen viele Gemüsesorten. Die natürliche Vegetation ist eine Mischung aus der Flora der gemäßigten Klimazone und der subtropischen Flora, je nach Höhenlage gibt es Eichen oder Kastanien bzw. Pinien und Olivenbäume. Im Nordosten liegt Trás-os-Montes (Hinter den Bergen). Dies ist die dem Meer abgewandte Seite Nordportugals, die sehr gebirgig ist und deshalb sehr kalte Winter und sehr heiße Sommer hat. Die Vegetation ist bedeutend weniger üppig als im Minho und sie fällt umso spärlicher aus, je mehr man sich der Grenze zu Spanien nähert. Beiden Provinzen ist gemein, dass ihre Gebirgsmassive, wie z. B. Marão oder Peneda-Gerês von zahlreichen Flüssen, wie der Rio Minho (Grenzfluss zu Spanien) oder der Rio Douro, durchschnitten werden. Im Norden Portugals liegt der Nationalpark Peneda-Gerês, das bedeutendste Schutzgebiet des Landes. Dort existieren noch Restbestände naturbelassener Wälder, in denen sich insbesondere die immergrüne Steineiche findet. Bedeutende Städte des Nordens sind Porto, Vila Nova de Gaia, Matosinhos, Braga, Vila Real und Bragança. Mittelportugal ist größtenteils hügelig bis gebirgig und hat mit der Serra da Estrela ein bedeutendes Gebirge mit Skigebiet. Die wichtigsten Landschaften sind die Beira, der Ribatejo (die Tejo-Ebene mit Beinamen Garten Lissabons), die Estremadura sowie die Mündung des Tejo in den Atlantik. Die gesamte Region ist sehr fruchtbar und hat ein für den Weinanbau optimales Klima, so dass die Tradition des Weinbaus hier bis zu den Römern zurückreicht. Daneben werden Getreide, Reis, Sonnenblumen und Gemüse angebaut. Die Region wird durch den Tejo zweigeteilt. Überschwemmungen, die früher den Ribatejo regelmäßig heimsuchten, kommen seit dem Bau zahlreicher Staudämme nicht mehr vor. Die wichtigsten Städte Mittelportugals sind Lissabon, Aveiro, Amadora, Almada, Seixal, Cascais, Coimbra, Viseu, Guarda, Leiria, Castelo Branco, Covilhã, Setúbal sowie Santarém. Santarém Der Süden Portugals setzt sich aus den drei Landschaften Terras do Sado, Alentejo und Algarve zusammen. Die Oberfläche der gesamten Region ist eben bis hügelig und hat ein trockenes und heißes Klima. Der Alentejo, die frühere Kornkammer Portugals, ist heute nur dünn besiedelt und von Abwanderung gekennzeichnet, weitläufige Getreidefelder mit Olivenhainen und Korkeichen dominieren die Landschaft, die eine unvergleichliche Ruhe und Getragenheit ausstrahlt. Zum Getreide kommen Weinanbau und in zunehmenden Maße auch Sonnenblumen als Hauptprodukte. Die Wiesen sind im Frühling mit Blumen übersät, die als Weiden für Schafe dienen. Zum wirtschaftlichen Niedergang tragen nicht zuletzt auch immer länger werdende Trockenperioden bei, denen man mit dem Bau von Staudämmen zu begegnen versucht. Nicht einheimisch, aber immer häufiger anzutreffen, sind Pflanzungen von Eukalyptus, die allerdings wegen der hohen Brandgefahr, die von diesen Bäumen ausgeht, nicht unumstritten sind. Die südlichen Küstenregionen sind dazu häufig von Kiefernwäldern bewachsen. Daneben finden sich zahlreiche Palmenarten, von denen aber nur die Zwergpalme einheimisch ist. Die Algarve markiert die gesamte Südküste des Landes und ist mit ihren hübschen Städten, den Steilküsten und Sandstränden zu einem beliebten Feriendomizil geworden, was die üblichen negativen Begleiterscheinungen des Massentourismus mit sich gebracht hat. Die größten Städte Südportugals sind Portalegre, Évora, Beja sowie Faro und Lagos. Der wichtigste Fluss ist der Rio Guadiana, der zweimal auf längeren Strecken auch die Grenze zu Spanien markiert. An die große sommerliche Hitze angepasst sind zahlreiche sukkulente Pflanzen. Zu Portugal gehören weiterhin die beiden Inselgruppen Madeira (Holzinsel) und Azoren (Habichtsinsel) im Atlantik; sie sind vulkanischen Ursprungs. Die Inselgruppe Madeira hat aufgrund ihrer Lage vor der afrikanischen Küste eine teils tropische, teils subtropische Vegetation. Der höchste Berg Portugals befindet sich auf den Azoren (Monte Pico, 2.351 m). Der wichtigste Fluss Portugals ist der Tejo, welcher in Spanien unter dem Namen Tajo entspringt und bei Lissabon in den Atlantischen Ozean mündet. Siehe auch: Liste der Städte in Portugal Die Tierwelt Portugals unterscheidet sich nur unwesentlich von der Spaniens. Vereinzelt leben hier noch Wölfe; der nur auf der iberischen Halbinsel verbreitete Pardelluchs ist dagegen in Portugal nahezu ausgestorben, nur noch selten werden Einzeltiere angetroffen, die vermutlich über die Grenze mit Spanien eingewandert sind. Ansonsten finden sich Wildkatzen, Füchse, Wildschweine, Hirsche, wilde Ziegen sowie Wildkaninchen. Da Portugal auf der Zugvogelroute nach Afrika liegt, lassen sich zahlreiche Vögel beobachten, darunter insbesondere im Süden auch Flamingos; Steinadler leben und jagen in den Küstengebieten. Im Landesinneren kommen auch verschiedene Schlangen und Skorpione vor.

Bevölkerung

Portugal ist, jedenfalls bezogen auf die alteingesessene Bevölkerung, in sprachlicher, ethnischer und religiöser Hinsicht ein sehr homogenes Land. Die portugiesische Sprache wird im ganzen Land gesprochen, und nur in den Dörfern von Miranda do Douro wird ein dem Asturischen zugeordneter Dialekt (Mirandes) gesprochen, der als Minderheitensprache anerkannt wird. Die überwiegende Mehrheit der Portugiesen bekennt sich zum römisch-katholischen Glauben. Aus anthropologischer Sichtweise sind die Portugiesen ein Mischvolk, welches sich aus den Nachkommen der Iberer, der Urbevölkerung der iberischen Halbinsel, den später aus Nordeuropa gekommenen Kelten die sich mit den Iberern zu den Keltiberern zusammenschlossen, sowie den Nachkommen der römischen, gotischen, suebischen und maurischen Invasoren zusammensetzt. Der maurische Einfluss ist in Portugal stärker als in anderen europäischen Ländern. Nach der Reconquista wurden die Mauren teils vertrieben, zum größten Teil jedoch versklavt, sie vermischten sich später mit der Bevölkerung und hatten einen großen Anteil an der Blüte von Handwerk und Landwirtschaft im frühen Mittelalter. Mittelalter Für lange Zeit war Portugal ein Auswanderungsland; wichtige Zentren der portugiesischen Kultur gibt es vor allem in Frankreich, wo allein 600.000 Portugiesen leben, aber auch in vielen anderen Staaten. Andererseits war Portugal schon während der Unabhängigkeitskriege seiner Kolonien Zielland für Einwanderer aus den kolonisierten Regionen. Seit dem Beitritt Portugals zur Europäischen Union und dem damit verbundenen politischen und wirtschaftlichen Wandel ist Portugal verstärkt zu einem Einwanderungsland geworden, wobei die Herkunftsländer der Zuwanderer vor allem in Afrika (Angola, Kap Verde), Südamerika (Brasilien) sowie Osteuropa (Russland, Ukraine, Moldawien) liegen. Ende 2003 lebten etwa 250.000 ausländische Staatsangehörige in Portugal. Diese stammen zu mehr als der Hälfte aus anderen portugiesischsprachigen Ländern, sind meist katholischen Glaubens und haben auch einen ähnlichen kulturellen Hintergrund. Etwa ein Viertel der Ausländer, die in Portugal leben, sind Europäer - teils sind sie Dauerurlauber, die in Portugal ihre Pension verbringen, ein gewichtiger Anteil sind jedoch auch Rückkehrer, also Portugiesen, die aus Portugal ausgewandert waren und mit fremder Staatsbürgerschaft zurückgekehrt sind. Somit kennt Portugal das Phänomen, Zuwanderer mit komplett unterschiedlicher Sprache und Kultur integrieren zu müssen, wie etwa Deutschland, nicht. Auf zehn Portugiesen kommt statistisch gesehen ein Bürger nicht-portugiesischer Herkunft (viele davon mittlerweile mit portugiesischem Pass). Die ausländische Bevölkerung lebt zu mehr als der Hälfte in Lissabon, davon abgesehen konzentriert sie sich auf die Stadtgebiete an der Küste. Im Hinterland liegt der Anteil bei unter 0,5 %. Lissabon Die dichteste Besiedelung weist ein Küstenstreifen von der spanischen Grenze im Norden bis in die Gegend um Lissabon auf. Während in diesem Streifen 70 % der Bevölkerung leben, sind das Hinterland und der Süden Portugals sehr dünn besiedelt. Mehr als 10 % der Bevölkerung entfällt auf zwei Städte (Lissabon und Porto), während mehr als die Hälfte in Orten unter 2.000 Einwohnern lebt. Der Trend geht jedoch auch in Portugal in Richtung Verstädterung. Innerhalb Portugals gibt es starke Migrationsbewegungen, wobei die Wanderungsbewegungen aus den Regionen des Hinterlandes in Richtung der Zentren von Industrie (Lissabon, Porto) und Tourismus (Algarve, Madeira und Azoren) gehen.

Religion

Etwa 97 % der Portugiesen sind römisch-katholischen Glaubens, wobei jedoch in Portugal Glaubensfreiheit herrscht. Der Wallfahrtsort Fátima liegt in Portugal und ist der Mutter Jesu, Maria, gewidmet. Maria wird von den Portugiesen sehr verehrt, fast wie eine Göttin, was für manche ein Hinweis darauf ist, dass die Vorfahren der Portugiesen vor der Christianisierung vorrangig weibliche Gottheiten anbeteten.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Portugals

Frühgeschichte bis Antike

Geschichte Portugals Die Vor- und Frühgeschichte des Landes entspricht weitgehend der Entwicklung in den anderen Regionen der iberischen Halbinsel. Ab 2000 v. Chr. wandern die Iberer wahrscheinlich aus Nordafrika ein. Ab 1200 v. Chr. werden von den Phöniziern und ab 700 v. Chr. von den Griechen Kolonien gegründet. Ab 600 v. Chr. wandern Kelten ein, die sich mit den Iberern vermischen (sog. Keltiberer). Zu diesen gehört auch der Stamm der Lusitaner, ([http://groups.msn.com/Loriga/viriatolusitanianhero.msnw Viriato]) der im Lateinischen namensgebend für das Land werden soll. Ab 450 v. Chr. wird das Gebiet von Karthago erobert und im Ergebnis des Zweiten Punischen Krieges an Rom abgetreten. Von den Römern wird es unter dem Namen Lusitania (Portugal) zum Teil als eigenständige Provinz verwaltet. Die römische Herrschaft endet in der Völkerwanderungszeit, Sueben (ab 409) und vor allem Westgoten (ab 416) gründen ihre Reiche auf dem Gebiet des späteren Portugals.

Maurische Herrschaft bis Kolonialmacht Portugal

Im Jahre 711 erobern die Mauren das Land, Portugal wird Teil des Kalifats von Córdoba, Herrschaft der Almoraviden. Von Asturien aus nimmt der Gotenherzog Pelagius (Don Pelayo) im Jahre 722 die christliche Reconquista auf, die Mauren werden bis 1492 sukzessive von der iberischen Halbinsel vertrieben. Portugal wird als eigenständige Grafschaft bereits im 11. Jahrhundert gegründet ("Condado Portucalense", Grafschaft von Portucale); diese fällt 1093 an Heinrich von Burgund, den Stammvater der ersten portugiesischen Königsdynastie. Unter Heinrichs Sohn und Nachfolger Alfons I. erlangt das Land 1143 seine Unabhängigkeit, Alfons nimmt den Königstitel an. Die Burgunder herrschen bis 1383 in Portugal, 1211 wird das erste Ständeparlament (Cortes) einberufen, 1250 ist die Reconquista in Portugal mit der Eroberung der Algarve abgeschlossen, 1256 wird die Hauptstadt nach Lissabon verlegt. Lissabon)]] 1383 stirbt das Haus Burgund in Portugal aus, ein nichtehelicher Abkömmling, Johann von Avis ruft sich zum König aus, kann kastilische Ansprüche auf den portugiesischen Thron in der Schlacht von Aljubarrota (1385) abwehren und gründet die zweite portugiesische Dynastie, das Haus Avis. Die Avis-Könige (besonders unter Emanuel I. - er herrschte von 1495 bis 1521) führten das Land zu höchster Blüte, Portugal steigt zur führenden Handels- und Seemacht auf, erwirbt Kolonien in Brasilien, Afrika, Arabien, Indien und China, das Land ist Weltmacht und reichste Nation Europas (siehe auch Heinrich der Seefahrer). Auch kulturell kommt es zu einer Blütezeit (Luís de Camões). 1580 stirbt das Haus Avis aus, Portugal fällt aus dynastischen Gründen an die Habsburgerherrscher Spaniens. Bis 1640 herrschen die Spanier, Portugal verliert seine Unabhängigkeit, sinkt zur spanischen Provinz herab, verliert Teile seines Kolonialreiches. 1640 führt der Herzog von Braganza eine Adelsrevolte gegen die spanische Herrschaft an und ruft sich als Johann IV. zum König aus. Er gründet die vorletzte portugiesische Dynastie, das Haus Braganza. Außen- und wirtschaftspolitisch gerät das Land in immer größere Abhängigkeit von England (Methuenvertrag, 1703). 1755 vernichtet ein Erdbeben große Teile der Hauptstadt Lissabon, der Marquês de Pombal baut die Stadt wieder auf und formt das Land mit zum Teil drastischen Methoden zu einem aufgeklärt absolutistischen Staat um. 1807 besetzen napoleonische Truppen das Land, die königliche Familie flieht nach Brasilien. Nachdem die Franzosen mit britischer Hilfe vertrieben wurden, kommt es zur liberalen Revolution, das Land erhält zum ersten Mal in seiner Geschichte eine Verfassung (1821). Der sich anschließende Kampf zwischen Anhängern des Absolutismus und Befürwortern einer konstitutionellen Monarchie wird erst durch den Sieg der letzteren im Miguelistenkrieg entschieden. Am 7. September 1822 erlangt Brasilien unter Kaiser Peter I. seine Unabhängigkeit.

Endphase der Monarchie bis Estado Novo

Die Zeit nach Ende des Miguelistenkrieges wird von der Auseinandersetzung zwischen Rechts- und Linksliberalen (Cartisten und Setembristen) geprägt. 1853 stirbt mit Königin Maria II. das Haus Braganza in direkter Linie aus, über die Ehe der Königin mit Ferdinand II. von Sachsen-Coburg-Gotha übernimmt der portugiesische Zweig dieses deutschen Adelshauses den Thron (bis 1910). Die Endphase der Monarchie ist durch eine allgemeine Schwäche des Landes, wirtschaftliche Probleme (Staatsbankrott 1891) und zunehmende republikanische Aufstände geprägt. 1908 werden der König Karl I. und der Thronfolger bei einem Attentat getötet, 1910 wird die Republik ausgerufen. Im März 1916 tritt das Land auf Seiten der Entente in den Ersten Weltkrieg ein. Portugal mobilisiert bis zu 100.000 Soldaten, von denen ca. 7.000 bis zum Ende des Krieges fallen. Die sog. erste Republik (bis 1926) ist durch anarchisch chaotische Zustände gezeichnet, monarchistische und kommunistische Aufstände, Putschversuche (u. a. des Sidónio Pais, 1917), schwache, häufig wechselnde Regierungen ohne parlamentarische Mehrheit und eine allgemeine politische Instabilität kennzeichnen die Situation. 1926 putscht das Militär und beendet die erste Republik. Unter den Militärs steigt jedoch ein Zivilist, António de Oliveira Salazar, ab 1928 Finanzminister, ab 1932 Ministerpräsident, zu höchster Macht auf. Er gründet ab 1933 den "Estado Novo", den neuen Staat, ein autoritäres Gebilde mit faschistischen Tendenzen, komplett mit Einheitspartei (Nationale Union), Staatsjugend und Geheimpolizei (PIDE). Im Zweiten Weltkrieg bleibt das Land neutral, erlaubt aber den Alliierten die Einrichtung von Militärbasen auf den Azoren und tritt nach Ende des Krieges der NATO bei. Ab 1960 beginnt der Kolonialkrieg, der besonders in Afrika (Angola, Mosambik, Guinea-Bissau) mit großer Härte geführt wird. 1968 muss Salazar wegen gesundheitlicher Probleme zurücktreten, sein Nachfolger, Marcello Caetano, kann sich jedoch nicht zu grundlegenden Reformen entschließen. Durch den Kolonialkrieg ist Portugal außenpolitisch zunehmend isoliert, die Kosten des Krieges führen zu steigender Staatsverschuldung und Inflation. Führende Militärs erkennen, dass der Kolonialkrieg militärisch für Portugal nicht zu gewinnen ist; wegen der Unfähigkeit der Regierung, eine politische Lösung des Problems zu finden, putschen sie schließlich 1974. Eine allgemeine Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Diktatur, durch die einsetzende Wirtschaftskrise (hervorgerufen durch die erste Ölkrise 1973) noch verstärkt, führt dazu, dass sich die Bevölkerung massenhaft mit den putschenden Offizieren solidiarisiert, es kommt zu einer allgemeinen Volkserhebung, der Nelkenrevolution, die den Estado Novo beendet. Die neuen Machthaber entlassen die portugiesischen Kolonien in die Unabhängigkeit (1974/1975). Dies bedeutet das Ende des jahrhundertealten portugiesischen Kolonialreiches.

Nelkenrevolution bis EU-Beitritt

1975 Die erste Phase nach der Revolution ist geprägt von der Auseinandersetzung zwischen einer eher konservativen Strömung (General Spínola) und einem sozialistischen Flügel (Hauptmann Otelo), innerhalb des MFA (Movimento das Forças Armadas - Bewegung der Streitkräfte), der Vereinigung der putschenden Offizieren. Zunächst sah es so aus, als wenn die sozialistische Strömung obsiegen würde, es kam zu Verstaatlichungen und Landreform, die neue Verfassung von 1976 definiert den Übergang zum Sozialismus als Staatsziel. Als sich jedoch bei den ersten Präsidentschaftswahlen nach der neuen Verfassung 1976 der gemäßigtere General Eanes überraschend deutlich gegen Hauptmann Otelo durchsetzen kann, sind die Weichen für eine Rückkehr des Landes zu einer parlamentarischen Demokratie westeuropäischen Zuschnitts gestellt. Eanes und der Vorsitzende der Sozialistischen Partei Mário Soares (Regierungschef von 1976 bis 1978 und 1983 bis 1985, Staatspräsident von 1986 bis 1996) führen das Land schließlich in die Europäische Gemeinschaft (Beitritt 1986).

Vom EU-Beitritt bis heute

1979 gewann zum ersten Mal seit der Nelkenrevolution wieder eine politische Gruppierung, die rechts von der Mitte stand, die Parlamentswahlen (Regierungen Francisco de Sá Carneiro und Francisco Pinto Balsemão), die Regierung kann sich mit der sozialistischen Opposition auf eine Verfassungsänderung einigen, durch die sozialistische Überreste, die nach der Nelkenrevolution in die Verfassung geschrieben wurden, entfernt werden. Die 1982 in Kraft getretene Verfassungsänderung eliminierte unter anderem den bis dahin bedeutenden Revolutionsrat und schuf ein Verfassungsgericht nach dem Vorbild anderer demokratischer Staaten. 1985 wird Aníbal Cavaco Silva Ministerpräsident, seiner konservativen Partido Social Democrata (PSD) gelingt bei den Wahlen 1987 ein Erdrutschsieg, bei dem eine Partei zum ersten Mal eine absolute Mehrheit erringen kann. Cavaco Silva bleibt bis 1995 Ministerpräsident, wobei er eine neoliberale Wirtschaftspolitik führt und die Verstaatlichungen aus der Zeit der Nelkenrevolution zurücknimmt. Von 1995 bis 2002 stellen die Sozialisten mit António Guterres wieder die Regierung. Bei den Parlamentswahlen vom 17. März 2002 kommt es zu einem neuerlichen Rechtsrutsch. Bei einer Wahlbeteiligung von 62,3 % erreicht die konservative PSD unter José Manuel Durão Barroso eine relative Stimmenmehrheit von 40,1 %, gefolgt von der sozialistischen Partido Socialista und der rechtskonservativen Volkspartei Partido Popular (PP) mit 37,9 bzw. 8,8 %. Mit letzterer bildet Barroso eine Koalitionsregierung, wobei der populistische Vorsitzende der PP, Paulo Portas, das Amt des Verteidigungsministers übernimmt und auch die Bereiche Justiz sowie Arbeit und Soziales an die PP gehen. Die Sozialisten stellen allerdings ununterbrochen den Präsidenten des Landes, da Nachfolger von Soares 1996 der Sozialist Jorge Sampaio wird. Im Jahr 2004 wird Barroso vom Europäischen Rat zum Nachfolger von Romano Prodi als Präsident der Kommission der Europäischen Union nominiert. Sein Nachfolger als Ministerpräsident wird Pedro Santana Lopes, der aber nur kurze Zeit regieren kann, da der Präsident bereits im November das Parlament vorzeitig auflöst und für Februar 2005 Neuwahlen ausschreibt, bei der die Partido Socialista zum ersten Mal in der Geschichte eine absolute Mehrheit erringt. Ihr Spitzenkandidat José Sócrates ist seit 12. März 2005 neuer Ministerpräsident.

Politik

Politisches System

Seit der Nelkenrevolution des Jahres 1974 hat Portugal sich zu einer stabilen parlamentarischen Republik entwickelt. Die vier wichtigsten Organe der Politik in Portugal sind der Präsident, der Premierminister und sein Ministerrat, das Parlament sowie die Justiz. Der Präsident, der alle fünf Jahre direkt in allgemeinen Wahlen bestimmt wird, ist auch Oberkommandierender der Streitkräfte. Er ernennt einen Premierminister und den Ministerrat, wobei er sich am Ergebnis der Parlamentswahlen zu orientieren hat. Der Staatsrat ist ein Gremium, das den Präsidenten berät, und besteht aus dem Staatspräsidenten und allen seinen Vorgängern, dem Premierminister, dem Präsidenten des Verfassungsgerichtes, dem Bürgerbeauftragten, den