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Atlantik-ChartaDie Atlantik-Charta vom 14. August 1941 ist ein von den damaligen Regierungschefs der USA, Franklin D. Roosevelt, und Großbritanniens, Winston Churchill, verabschiedetes Dokument, das beider Vorstellungen von einer neuen Weltordnung nach dem Zweiten Weltkrieg präzisiert.
Unter dem Eindruck des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion trafen sich Roosevelt und Churchill im August 1941 auf dem britischen Schlachtschiff Prince of Wales im Atlantik. Auf der sogenannten Atlantikkonferenz vereinbarten sie die Atlantik-Charta, ein angelsächsisches Nachkriegsprogramm.
Insgesamt wurden acht Punkte festgehalten, darunter: Verzicht auf territoriale Expansion, gleichberechtigter Zugang zum Welthandel und zu Rohstoffen, Verzicht auf Gewaltanwendung, Selbstbestimmungsrecht, Liberalisierung des Handels, Freiheit der Meere.
Die Atlantikcharta wurde, als sich später weitere Staaten zu ihr bekannten, zum grundlegenden Dokument für die Vereinten Nationen. Sie hatte das Ziel einer besseren Weltordnung (s.a. unter Beachtung des Völkerrecht, der Selbständigkeit von Völkern zur Staatsgründung usw.). Eine gewisse Anlehnung an den Vierzehn-Punkte-Plan von Woodrow Wilson lässt sich nicht verleugnen.
Wortlaut (deutsche Übersetzung)
Atlantik-Charta vom 14. August 1941
Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und der Premierminister Churchill, der die Regierung Seiner Majestät im Vereinigten Königreich vertritt, sind zusammengetroffen und halten es für richtig, gewisse Grundsätze der nationalen Politik ihrer Länder bekanntzugeben, auf die sie die Hoffnung für eine bessere Zukunft der Welt gründen.
- Ihre Länder streben keine Bereicherung an, weder in territorialer noch in anderer Hinsicht.
- Sie wünschen keine territorialen Veränderungen, die nicht im Einklang mit dem Willen der betreffenden Völker stehen.
- Sie achten das Recht sämtlicher Völker, jene Regierungsform zu wählen, unter der sie leben wollen. Sie wünschen, daß die Souveränität und die Eigen-Verwaltung jenen zurückgegeben werden, denen sie gewaltsam entrissen wurden.
- Sie sind bestrebt, mit Rücksicht auf bestehende Verpflichtungen dahin zu wirken, daß alle Staaten, ob groß oder klein, ob Sieger oder Besiegte, gleichermaßen Zutritt zum Handel und zu den Rohstoffen der Welt erhalten, um zu wirtschaftlichem Wohlstand zu gelangen.
- Sie erstreben die größtmögliche wirtschaftliche Zusammenarbeit aller Völker mit dem Ziele, allen Menschen bessere Arbeitsbedingungen, wirtschaftlichen Aufstieg und soziale Sicherheit zu bieten.
- Nach der endgültigen Zerstörung der Nazi-Herrschaft erhoffen sie die Gestaltung eines Friedens, der es allen Völkern ermöglicht, innerhalb ihrer Grenzen in Frieden zu leben und der allen Menschen in allen Ländern ein Leben frei von Not gewährleistet.
- Dieser Friede soll es allen Menschen ermöglichen, ohne Hindernisse die Meere und Ozeane zu bereisen.
- Sie hegen die Überzeugung, daß alle Völker dieser Welt aus ethischen und praktischen Gründen zum Verzicht auf Gewaltanwendung gelangen müssen. Der künftige Friede kann nicht erhalten werden, wenn die Rüstung zu Lande, zu Wasser und in der Luft durch Nationen weitergeführt wird, die mit Angriffen über ihre Grenzen hinaus drohen oder zu drohen bereit sind, daher glauben sie, daß die Abrüstung dieser Nationen nötig ist, solange nicht ein umfassendes und dauerhaftes System allgemeiner Sicherheit besteht. Sie werden in gleicher Weise alle anderen praktischen Maßnahmen fördern und ermutigen, den friedliebenden Völkern die erdrückenden Rüstungslasten zu erleichtern.
gez. Franklin D. Roosevelt gez. Winston S. Churchill
Siehe auch:
- UNO
- Menschenrechte
- Konferenz von Jalta
Kategorie:Geschichte der Vereinten Nationen
ja:大西洋憲章
14. AugustDer 14. August ist der 226. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 227. in Schaltjahren) - somit bleiben noch 139 Tage bis zum Jahresende.
In Amerika ist dieser Tag der Nationale Navajo-Codesprecher-Tag
Ereignisse
- 1040 - Macbeth tötet den schottischen König Duncan I. und krönt sich darauf selbst zum König.
- 1089 - Kaiser Heinrich IV. heiratet Adelheid (Praxedis, Eupraxia) von Kiew, Tochter des Großfürsten Wsewolod I.
- 1099 - Paschalis II., geborener Raineri, wird Papst.
- 1235 - Baubeginn der ersten deutschen Hallenkirche der Gotik über dem Grab der heiligen Elisabeth von Thüringen
- 1288 - Düsseldorf erhält die Stadtrechte.
- 1291 - Chastel Pelerin, Stolz der Templer, fällt in die Hände von el-Malek-el-Ashraf.
- 1457 - Mainzer Psalter ("Psalterium Moguntinum"), erste datierte Inkunabel der Schriftgeschichte, wird von Peter Schöffer vollendet.
- 1502 - Christoph Kolumbus betritt bei Kap Honduras erstmals amerikanischen Festlandboden.
- 1524 - Beginn des Deutschen Bauernkriegs
- 1893 - In Paris wird die weltweit erste Fahrprüfung absolviert.
- 1945 - Philippe Pétain, der Chef des Vichy-Regimes, wird von einem französischen Kriegsgericht zum Tode verurteilt.
- 1945 - Die Kapitulation Japans beendet den Zweiten Weltkrieg.
- 1947 - Gründung des Staates Pakistan
- 1949 - Der erste Deutsche Bundestag wird gewählt.
- 1969 - Einsatz britischer Truppen in Nordirland.
- 1980 - Polen wird bestreikt. Die Forderungen: Mehr Freiheit und bessere Lebensqualität
- 1991 - Laos. Erste republikanische Verfassung
- 1992 - Beginn des Krieges zwischen Georgien und Abchasien
- 2001 - In Mexiko tritt eine Verfassungsänderung in Kraft.
- 2003 - Ein Stromausfall trifft die nordöstlichen USA und Teile Kanadas - etwa 50 Millionen Menschen sitzen im Dunkeln.
Kultur
- 1955 - Uraufführung der Oper Irische Legende von Werner Egk im Festspielhaus in Salzburg
- 1969 - In den bundesdeutschen Filmtheatern läuft der Sergio Leone-Western "Spiel mir das Lied vom Tod" an. Die Musik von Ennio Morricone prägt sich den Kinogängern ein.
Katastrophen
- 1958 - Ein Propellerflugzeug der niederländischen KLM stürzt westlich von Irland in den Atlantik und reißt alle 99 Menschen in den Tod.
- 1968 - In Compton (US-Staat Kalifornien) stürzt ein Hubschrauber auf dem Flug ins Disneyland Resort mit 21 Fluggästen ab. Niemand überlebt das Unglück.
- 1972 - Ein Verkehrsflugzeug mit 156 Menschen an Bord stürzt kurz nach dem Start in Berlin-Schönefeld bei Königs Wusterhausen (DDR) ab, wobei alle Reisenden umkommen.
- 2005 - Eine Boeing 737-300 der zypriotischen Fluggesellschaft Helios Airways stürzt in der Nähe von Athen ab. Alle 121 Menschen an Bord sterben.
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 2004 - Nurcan Taylan (Türkei) hebt bei den Frauen bis 48kg 210kg.
Geboren
- 1297 - Hanazono, letzter japanischer Kaiser der Kamakura-Zeit
- 1455 - Johann von Dalberg, Bischof von Worms und Kanzler der Universität Heidelberg
- 1532 - Magdalena, Erzherzogin von Österreich
- 1552 - Paolo Sarpi, italienischer Ordensmann und Historiker
- 1590 - Johann Jacob von Königsegg-Rothenfels, Domherr in Köln
- 1688 - Friedrich Wilhelm I. von Preußen, König 1713-1740; genannt "Soldatenkönig"
- 1714 - Claude Joseph Vernet, französischer Maler
- 1742 - Pius VII., Papst von 1800 bis 1823
- 1756 - Olof Åhlström, schwedischer Komponist
- 1771 - Walter Scott, schottischer Schriftsteller
- 1773 - Peter Buell Porter, US-Politiker, General und Kriegsminister
- 1774 - Franz Xaver Gewey, österreichischer Beamter, Schauspieler und Schriftsteller
- 1776 - Friedrich Tieck, deutscher Bildhauer
- 1777 - Hans Christian Ørsted, dänischer Physiker und Chemiker
- 1818 - François d'Orléans, prince de Joinville, französischer Admiral
- 1834 - Friedrich Leopold Goltz, deutscher Physiologe und Neffe des Schriftstellers Bogumil Goltz
- 1837 - Johannes Trojan, deutscher Schriftsteller
- 1840 - Richard von Krafft-Ebing, deutscher Psychiater und Gerichtsmediziner
- 1842 - Jean Gaston Darboux, französischer Mathematiker
- 1847 - Robert Comtesse, Schweizer Politiker und Bundesrat
- 1851 - Guido Herzfeld, deutscher Schauspieler der Stummfilmzeit
- 1860 - Ernest Thompson Seton, Autor und Mitbegründer der US-amerikanischen Pfadfinderbewegung
- 1862 - Heinrich von Preußen, preußischer Prinz, Marineoffizier, Admiral
- 1865 - Dimitri S. Mereschkowski, russischer Dichter
- 1867 - John Galsworthy, britischer Schriftsteller, Dramatiker und Nobelpreisträger
- 1871 - Guangxu, Chinesischer Kaiser (Qing-Dynastie)
- 1876 - Alexander I. (Serbien), König von Serbien 1889-1903
- 1877 - Friedrich von Bodelschwingh der Jüngere, deutscher Theologe
- 1883 - Ernest E. Just, US-amerikanischer Biologe
- 1888 - Emma Zimmer, SS-Oberaufseherin im Konzentrationslager Ravensbrück
- 1889 - Walter Freitag, deutscher Politiker und MdB
- 1889 - Wilhelm Münzenberg, deutscher Politiker und Publizist
- 1891 - Mihail Jora, rumänischer Komponist
- 1899 - Margarete Gröwel, deutsche Politikerin und MdB 1949-1953
- 1905 - Raimund Weissensteiner, Priester, Komponist
- 1906 - Bruno Six, deutscher Politiker
- 1906 - Dino Staffa, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1906 - Fürst Franz Josef II. von Liechtenstein, Sohn vom Prinz Alois von und zu Liechtenstein
- 1906 - Horst P. Horst, US-amerikanischer Fotograf
- 1907 - Ernst Waldbrunn, österreichischer Schauspieler und Kabarettist
- 1910 - Hermann Diebäcker, deutscher Politiker und MdB
- 1910 - Pierre Schaeffer, französischer Komponist
- 1912 - Erwin Strittmatter, deutscher Schriftsteller
- 1917 - Rob Walker, britischer Rennstallbesitzer
- 1917 - Jack Lynch, Premierminister von Irland 1966-1973 und 1977-1979
- 1921 - Giorgio Strehler, italienischer Theaterregisseur und Intendant
- 1926 - Agostino Cacciavillan, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1926 - Buddy Greco, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1926 - Lina Wertmüller, italienische Filmregisseurin
- 1926 - Martin Broszat, deutscher Historiker
- 1926 - René Goscinny, französischer Comic-Texter (Asterix)
- 1933 - Richard R. Ernst, schweizerischer Chemiker, Nobelpreis für Chemie 1991
- 1934 - Franco Costa, Italienischer Maler
- 1938 - Beata Tyszkiewicz, polnische Schauspielerin
- 1939 - Andreas Birkmann, deutscher Politiker und Richter am Bundesgerichtshof
- 1940 - Arthur B. Laffer, US-amerikanischer Ökonom
- 1940 - Dash Crofts, US-amerikanischer Musiker und Sänger
- 1940 - Max Schautzer, deutscher TV-Moderator
- 1941 - David Crosby, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1941 - Uta Zapf, deutsche Politikerin und MdB
- 1942 - Gil Bridges, US-amerikanischer Musiker
- 1943 - Wolf Wondratschek, deutscher Schriftsteller
- 1944 - Tim Bogert, US-amerikanischer Musiker
- 1945 - Steve Martin, amerikanischer Komiker und Filmschauspieler
- 1945 - Ernst Wilhelm "Wim" Wenders, deutscher Regisseur und Fotograf
- 1946 - Larry Graham, US-amerikanischer Musiker und Sänger
- 1947 - Danielle Steel, US-amerikanische Schriftstellerin
- 1948 - Boris Mironowitsch Pergamenschtschikow, Cellist
- 1949 - Morten Olsen, dänischer Fußballspieler und -trainer
- 1950 - Gary Larson, US-amerikanischer Comic-Zeichner und Cartoonist
- 1952 - Alex van Warmerdam, niederländischer Regisseur
- 1953 - James Horner, US-amerikanischer Filmkomponist
- 1953 - Ulla Meinecke, deutsche Sängerin
- 1954 - Christian Gross, schweizerischer Fußballtrainer und -spieler
- 1959 - Earvin Johnson, US-amerikanischer Basketballspieler
- 1959 - Marcia Gay Harden, Schauspielerin
- 1960 - Sarah Brightman, britische Sängerin (Sopran)
- 1961 - Luisa Fernandez, spanische Sängerin
- 1965 - Emmanuelle Béart, französische Schauspielerin
- 1968 - Halle Berry, US-amerikanische Schauspielerin
- 1968 - Catherine Bell, Schauspielerin
- 1972 - Cristian Zorzi, italienischer Skilangläufer
- 1973 - Jay-Jay Okocha, nigerianischer Fußballspieler
- 1978 - Marcel Fischer, Schweizer Fechter
Gestorben
- 1040 - Duncan I., König von Strathclyde und Schottland von 1034 bis 1040
- 1167 - Rainald von Dassel, Erzbischof des Erzbistums Köln und Erzkanzler von Italien
- 1196 - Meinhard von Livland, Bischof der Liven und Missionar
- 1315 - Margarete von Burgund, Gemahlin Ludwigs X. von Frankreich
- 1319 - Waldemar, letzter askanischer Markgraf von Brandenburg
- 1349 - Walram von Jülich, Erzbischof des Erzbistums Köln
- 1369 - Philippa von Hennegau, Königsgemahlin Eduards III.
- 1433 - Johann I., der zehnte König von Portugal
- 1537 - Peter Swyn, wichtiger Anführer der Bauernrepublik Dithmarschen
- 1587 - Guglielmo Gonzaga, Herzog von Mantua und Montferrat
- 1625 - Hans Rottenhammer, deutscher Maler
- 1660 - Carlo II. Gonzaga, Regent
- 1670 - David Mevius, deutscher Jurist, Pommern
- 1727 - William Croft, englischer Organist und Komponist
- 1754 - Maria Anna von Österreich, Erzherzogin von Österreich und Königin von Portugal
- 1777 - Otto Magnus von Schwerin, preußischer General
- 1784 - Nathaniel Hone, irischer Maler und Graphiker
- 1794 - George Colman der Ältere, englischer Schriftsteller
- 1805 - Friederike von Hessen-Darmstadt,
- 1828 - Karl August, Herzog und Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach
- 1841 - Johann Friedrich Herbart, deutscher Philosoph, Psychologe und Pädagoge
- 1854 - Carl Carl, österreichischer Schauspieler und Theaterdirektor
- 1863 - Colin Campbell, britischer Feldmarschall
- 1869 - Adolphe Niel, französischer General und Staatsmann, Marschall von Frankreich
- 1870 - David Glasgow Farragut, US-amerikanischen Marineoffiziere
- 1876 - Carl Wilhelm Otto Koch, deutscher Jurist, Bürgermeister von Leipzig
- 1880 - Charles Jules Labarte, französischer Kunsthistoriker
- 1884 - Moritz Thausing, Kunstschriftsteller.
- 1908 - Friedrich Paulsen, Pädagoge und Kant-Forscher
- 1920 - Stepan Karapetowitsch Alawerdjan, Armemischer kommunistischer Funktionär
- 1921 - Georg von Schönerer, österreichischer Gutsbesitzer und Politiker
- 1922 - Alfred Harmsworth, britischer Verleger
- 1928 - Klabund, (Alfred Henschke), deutscher Schriftsteller
- 1941 - Maximilian Kolbe, polnischer Franziskaner-Minorit, im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet
- 1941 - Paul Sabatier, französischer Chemiker, Nobelpreisträger
- 1942 - Hans Behrendt, deutscher Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler
- 1946 - Robert Wagner (Politiker), Gauleiter von Baden und NS-Funktionär
- 1948 - Ferdinand I. von Bulgarien
- 1951 - William Randolph Hearst, US-amerikanischer Verleger und Medienzar
- 1954 - Hugo Eckener, Leiter der Zeppelinwerke Friedrichshafen
- 1956 - Bertolt Brecht, deutscher Dramatiker und Lyriker
- 1956 - Jaroslav Řídký, tschechischer Komponist
- 1956 - Konstantin Freiherr von Neurath, deutscher Außenminister und Reichsprotektor in Böhmen und Mähren
- 1958 - Big Bill Broonzy, US-amerikanischer Sänger
- 1958 - Frédéric Joliot-Curie, französischer Physiker und Chemiker, Nobelpreisträger
- 1961 - Clark Ashton Smith, US-amerikanischer Dichter, Bildhauer, Maler und Autor
- 1961 - Henri Édouard Breuil, französischer Historiker
- 1962 - Rudi Arnstadt, Hauptmann der Grenztruppen der DDR
- 1964 - Johnny Burnette, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1972 - Jules Romains, französischer Schriftsteller
- 1972 - Pierre Brasseur, französischer Schauspieler
- 1974 - Arnulf Klett, Oberbürgermeister von Stuttgart
- 1976 - Werner Bräunig, deutscher Schriftsteller
- 1978 - Joe Venuti, US-amerikanischer Musiker
- 1979 - Richard Alewyn, bedeutender Germanist und Literaturkritiker
- 1980 - Dorothy Stratten, US Playboy Playmate 1980
- 1981 - Karl Böhm, österreichischer Dirigent
- 1983 - Alfred Rust, deutscher Archäologe
- 1983 - Rainer Brambach, Schweizer Schriftsteller
- 1983 - Wilhelm Cleven, Weihbischof in Köln
- 1985 - Otto Kaufmann, Heimatforscher
- 1986 - Pierre Bertaux, französischer Germanist
- 1988 - Enzo Ferrari, italienischer Rennfahrer und Gründer des Rennwagenherstellers Ferrari
- 1988 - Roy Buchanan, US-amerikanischer Bluesrock-Gitarrist
- 1992 - Immy Schell, österreichische Schauspielerin
- 1994 - Elias Canetti, deutschsprachiger Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger
- 1996 - Camilla Horn, deutsche Schauspielerin
- 1996 - Sergiu Celibidache, rumänischer Dirigent
- 1998 - Hans-Joachim Kulenkampff, deutscher Schauspieler und Fernsehmoderator
- 1998 - Rudolf Gebhardt, deutscher Kunstflieger
- 2002 - Dave Williams, Sänger der US-amerikanischen Band Drowning Pool
- 2003 - Helmut Rahn, deutscher Fußballspieler
- 2003 - Lew Kerbel, russischer Bildhauer
- 2004 - Czeslaw Milosz, polnischer Schriftsteller
- 2004 - Gerda Johanna Werner, Baumpflanzerin auf der Rückseite der 50-Pfennig-Münze
- 2004 - Heinz Frölich, Schauspieler
- 2004 - Marion S. Kellogg, US-amerikanische Managerin und Unternehmensberaterin
- 2005 - Hans Berentzen, deutscher Spirituosenfabrikant
Feier- und Gedenktage
- Maximilian Kolbe, Märtyrer, Heiligsprechung 1982
Siehe auch
:13. August - 15. August
:14. Juli - 14. September
:Historische Jahrestage - Zeitskala
:Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0814
ja:8月14日
ko:8월 14일
simple:August 14
th:14 สิงหาคม
RegierungschefDer Regierungschef ist der Leiter der Regierung eines Staates oder Gliedstaates. Meist setzt er einen Großteil der politischen Richtungsentscheidungen.
In Parlamentarischen Regierungssystemen hat das Amt meist ein Ministerpräsident inne, d.h. der Vorsitzende der Regierung. Die Bezeichnung variiert in den verschiedenen Ländern, so heißt der deutsche und der österreichische Regierungschef „Bundeskanzler“, der
britische „Premierminister“ und der spanische „Präsident der Regierung“ (Presidente del Gobierno).
In Präsidientellen Regierungssystemen nimmt die Aufgabe des Regierungschefs der Präsident ein (z.B. der Präsident der USA). In diesem Fall nimmt der Regierungschef auch die Funktion des Staatsoberhauptes ein. Die genauen Befugnisse des Regierungschefs variieren in allen Regierungssystemen und sind in den Verfassung der jeweiligen Länder festgelegt.
Siehe auch: Semipräsidentielles Regierungssystem
Kategorie:Politischer Begriff
Franklin D. Roosevelt
Franklin Delano Roosevelt [] ( - 30. Januar 1882 in Hyde Park, New York; † 12. April 1945 in Warm Springs, Georgia) war von 1933 bis zu seinem Tod 1945 der 32. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (USA). Er war Kandidat der Demokratischen Partei und wurde nach seiner ersten Amtszeit dreimal wiedergewählt (1936, 1940,1944) – er ist damit der einzige Präsident der USA, der mehr als 2 Amtzeiten hatte, denn erst seit einer Verfassungsänderung im Jahre 1947 gibt es eine formale Begrenzung auf zwei Amtszeiten, die Präsidenten vor Roosevelt hatten dies jedoch alle als informelles Prinzip anerkannt.
Leben
Franklin D. Roosevelt war mit dem republikanischen 26. US-Präsidenten Theodore Roosevelt verwandt. Er entstammte einer der wohlhabendsten und vornehmsten Familien Bostons. Sein Vater James Roosevelt war überwiegend im Eisenbahnbau tätig. Dieser unternahm häufig Europareisen, meist in Begleitung seiner gesamten Familie. Daher verbrachte Franklin D. Roosevelt einen Teil seiner Kindheit in Europa, zwischen 1891 und 1896 mehrere Monate in der deutschen Kurstadt Bad Nauheim, wo er auch für einige Zeit die Schule besuchte.
Roosevelt war Mitglied der Holland Lodge No. 8 der Freimaurer in New York. Seit seinem 40. Lebensjahr litt er an Poliomyelitis und war seither meist auf die Benutzung eines Rollstuhls angewiesen. Verheiratet war er seit dem 17. März 1905 mit Eleanor Roosevelt, ebenfalls einer Verwandten (Nichte von Theodore Roosevelt), die selbst zu einer bekannten öffentlichen Person wurde.
Politik in den 30er Jahren
„New Deal“
Nach dem Börsenkrach von 1929 (Schwarzer Freitag) kam es zu einer Weltwirtschaftskrise. In der US-amerikanischen Ausformung wurde sie als „Great Depression“ (dt. „Große Depression“) bezeichnet. Im Zuge dieser Krise gewann Roosevelt die Wahl 1932 gegen den republikanischen Kandidaten Herbert C. Hoover, dem die Schuld an der Krise gegeben und mangelnder Mut zu Entscheidungen vorgeworfen wurde. Von Roosevelt erwartete man vor allem radikale Reformen, um die weit verbreitete soziale Not zu lindern und die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Unter dem Schlagwort New Deal führte er einschneidende Wirtschaftsreformen zugunsten größerer sozialer Verantwortlichkeit durch, die für US-amerikanische Verhältnisse beinahe sozialistisch anmuteten. Allgemein gab es in den 1930er-Jahren eine für US-Verhältnisse stark ausgeprägte linke soziale Bewegung, die Popular Front. Das allgemeine politische Klima wirkte auch in der Politik..
„Good Neighbor Policy“
Roosevelt ist v.a. für seine sozialdemokratische Sozial- und Wirtschaftspolitik und als Führerpersönlichkeit während der Zeit des 2. Weltkrieges bekannt. Aber auch schon lange vor dem Krieg hatte er sich Verdienste um die Etablierung einer gerechten Weltordnung erworben. In der Amtseinführungsrede vor dem Kongreß im März 1933 verkündete er seine außenpolitische Vision der „Good Neighbor Policy“ („Außenpolitk der Guten Nachbarschaft“). Seine Leitlinie beruhte dabei auf dem kategorischen Imperativ. Roosevelt war davon überzeugt, dass die weltweiten imperialistischen Überdehnungen der USA den revolutionären Ursprungsidealen seines Landes zuwiderliefen.
Die kooperativen, gutnachbarschaftlichen und gleichberechtigten Austauschbeziehungen der ländlichen Gemeinden Amerikas untereinander waren das Modell, nach dem die USA unter Roosevelt auch die internationalen Beziehungen eingerichtet wissen wollten. Aus diesem sehr pragmatischen, vom „common-sense“ (Vernunft) geprägten Ansatz heraus war für Roosevelt die Außenpolitik immer auch eine unmittelbare Funktion einer auf Ausgleich, Entwicklung und Gerechtigkeit gegründeten humanen Gesellschaftspolitik im Innern.
Dies musste den Präsidenten zwangsläufig zu einem natürlichen Antagonisten der europäischen Diktatoren Hitler und Mussolini und des japanischen Kaiserreiches machen.
Anstelle eines engen Nationalismus suchte Roosevelt den Gedanken der globalen Abhängigkeit aller von allen („One World“) in seiner Außenpolitik zur Geltung zu verhelfen. Dem sollten sich auch die weltweiten industriellen und die Finanzinteressen der amerikanischen Konzerne unterordnen:
:„We now realize, as we have never realized before, our interdependence with each other—that we cannot merely take but we must give as well.“ („Wir stellen nun fest, wie wir es nie zuvor festgestellt haben, dass wir voneinander abhängen – dass wir nicht nur nehmen können, sondern auch geben müssen.“)
Wenige Monate bevor er starb, schrieb Roosevelt:
:„that we cannot live alone, at peace; that our own well-being is dependent on the well-being of other nations—far away. We have learned to be citizens of the world, members of the human community. We have learned the simple truth of Emerson that ‘the only way to have a friend is to be one.’“ („dass wir nicht alleine in Frieden leben können; dass unser eigenes Wohlergehen vom Wohlergehen anderer Nationen abhängt – weit entfernten Nationen. Wir haben gelernt, Bürger der Welt zu sein, Mitglieder der menschlichen Gemeinschaft. Wir haben die einfache Wahrheit Emersons gelernt, dass ‚der einzige Weg, einen Freund zu haben, ist, einer zu sein‘.“)
Mit diesen Worten hat Roosevelt seine Vision von den internationalen Beziehungen und von der Außenpolitik der USA am konzentriertesten zusammengefasst.
Es ist daher kein Zufall, daß Roosevelt noch in den Kriegsjahren an die Ausarbeitung einer gerechten Nachkriegsordnung heranging und die Gründung der Vereinten Nationen (1945) in San Francisco 1944 vorantrieb.
Das visionäre außenpolitische Erbe des Präsidenten Roosevelt wurde von seinen Nachfolgern im Laufe der Jahrzehnte weitgehend demontiert und ist, in der Außenpolitik der Bush-Junior-Regierung gipfelnd, weitgehend in ihr Gegenteil verkehrt worden.
Der Zweite Weltkrieg
Trotz formaler Neutralität unterstützte Roosevelt Großbritannien seit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939, unter anderem mit dem Leih- und Pachtgesetz, das die leihweise Lieferung von Waffen und Material bis hin zu ganzen Kriegsschiffen an England ermöglichte. Erst der japanische Angriff auf den US-Flottenstützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii und die deutsche Kriegserklärung vom 7. Dezember 1941 sorgten für einen Stimmungsumschwung in den USA und ermöglichten es Roosevelt, direkt an der Seite Großbritanniens und der Sowjetunion in den Krieg einzutreten.
Mit dem britische Premier Winston Churchill einigte er sich auf den Grundsatz „Germany first“, also auf den Vorrang des Krieges gegen das Deutsche Reich des Adolf Hitler (siehe Zeit des Nationalsozialismus). Auf der Konferenz von Casablanca im Januar 1943 setzte er gegen Churchills Bedenken die Forderung nach der bedingungslosen militärischen Kapitulation des Deutschen Reiches durch.
In der Atlantik-Charta, die die Gründungsurkunde der Vereinten Nationen vorwegnahm, einigte er sich mit Churchill auf die Grundsätze einer Nachkriegsordnung, die auf den „Vier Freiheiten“ begründet sein sollten. Diese hatte er bereits in einer Rede vom 6. Januar 1941 skizziert:
:„Von der Zukunft, die wir zu einer Zukunft der Sicherheit machen wollen, erhoffen wir eine Welt, die sich auf vier entscheidende Freiheiten der Menschheit gründet. Vier Freiheiten
:# Die erste Freiheit ist die Freiheit der Rede und der Meinungsäußerung – überall in der Welt.
:# Die zweite Freiheit ist die Freiheit eines jeden, Gott auf seine Weise zu dienen – überall in der Welt.
:# Die dritte Freiheit ist Freiheit von Not. Das bedeutet, gesehen vom Gesichtspunkt der Welt, wirtschaftliche Verständigung, die für jede Nation ein gesundes, friedliches Leben gewährleistet überall in der Welt.
:# Die vierte Freiheit ist Freiheit von Furcht. Das bedeutet, gesehen vom Gesichtspunkt der Welt, weltweite Abrüstung, so gründlich und so weitgehend, daß kein Volk mehr in der Lage sein wird, irgendeinen Nachbarn mit Waffengewalt anzugreifen – überall in der Welt.
: Das ist keine Vision eines fernen tausendjährigen Reiches. Es ist eine feste Grundlage für eine Welt, die schon in unserer Zeit und für unsere Generation verwirklicht werden kann. Diese Welt steht in tiefstem Gegensatz zu der sogenannten 'Neuen Ordnung' der Tyrannei, welche die Diktatoren im Krachen der Bomben zu errichten suchen.“
Als wichtigstes Mittel, diese Freiheiten in der internationalen politischen Ordnung nach dem Krieg zu realisieren, sah er die Gründung der Vereinten Nationen an. Um auch die Sowjetunion in die Weltorganisation einzubinden, war er auf den Konferenzen von Teheran und Jalta zu erheblichen Zugeständnissen an Stalin bereit, dem er – anders als Churchill – nicht prinzipiell misstraute. Stalin konnte daher den sowjetischen Machtbereich bis nach Mitteleuropa hinaus ausdehnen und dafür sorgen, dass Roosevelts vier Freiheiten dort 40 Jahre lang nicht verwirklicht wurden.
Wenige Wochen nach der Konferenz von Jalta, kurz vor Kriegsende, starb Franklin Delano Roosevelt am 12. April 1945 im Alter von 63 Jahren überraschend an einer Hirnblutung. Sein Amt übernahm sein dritter Vizepräsident Harry S. Truman.
Literatur
- Dirk Bavendamm: Roosevelts Weg zum Krieg: amerikanische Politik 1914–1939. 1989, Ullstein TB-Verlag, ISBN 3-548-33115-7, ISBN 3-7766-2058-7
- Detlef Junker: Franklin D. Roosevelt, Macht und Vision: Präsident in Krisenzeiten. Muster-Schmidt Verlag, ISBN 3-7881-0105-9
Weblinks
-
- http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/RooseveltFranklin/
Roosevelt, Franklin Delano
Roosevelt, Franklin Delano
Roosevelt, Franklin Delano
Roosevelt, Franklin Delano
Roosevelt, Franklin Delano
ja:フランクリン・デラノ・ルーズベルト
simple:Franklin Delano Roosevelt
th:แฟรงคลิน ดี. รูสเวลท์
Großbritannien und Nordirland
Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland (engl. United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland - meist verkürzt zu United Kingdom oder UK) ist eine konstitutionelle Monarchie im Nordwesten Europas. Der größte Inselstaat Europas besteht aus den Landesteilen England, Wales und Schottland auf der Insel Großbritannien und Nordirland auf der Insel Irland.
__TOC__
Im deutschen Sprachraum wird der Name oft auf Vereinigtes Königreich, entsprechend den amtlichen Kurzformen verkürzt. Die Bezeichnung Großbritannien wird ugs. oft als Synonym verwendet, bezeichnet aber nur Teile der britischen Inseln, nämlich nur die Insel, auf der England, Wales und Schottland liegen, und nicht noch das benachbarte Nordirland. Die Bezeichnung England schränkt das Vereinigte Königreich noch mehr ein. Zwar ist England der größte und nach wie vor beherrschende Landesteil, aber eben nur ein Teil des Landes und der Insel. So würde sich ein Schotte oder Nordire selbst nicht als Engländer bezeichnen.
Woher das „Groß“ in „Großbritannien“ stammt, wird im Französischen klar: „Großbritannien“ ist die „Grande-Bretagne“, im Unterschied zu der auch im Deutschen so genannten „Bretagne“. Die Bezeichnung Britannia hingegen stammt aus der Spätantike, nämlich aus dem Wortschatz der Urengländer, dem keltischen Brith, was buntfarbig oder gefleckt bedeutet. Offenbar war es dort einst Sitte, sich zu bemalen.
Geographie
Bretagne
Der größte Teil Englands besteht aus flachen Ebenen. Eine imaginäre Linie zwischen den Flüssen Tees (bei Middlesbrough) und Exe (bei Exeter) unterteilt England in einen sehr flachen und in einen eher hügeligen Teil. Die wichtigsten Hügelzüge (Gebirgsketten) von Nord nach Süd sind die Cumbrian Mountains, die Pennines, der Peak District, die Cotswolds und die Chilterns. Die wichtigsten Flüsse sind Themse, Severn, Trent, Great Ouse und Humber. Die größten Städte sind London, Birmingham, Manchester, Sheffield, Liverpool, Leeds, Bristol und Newcastle-upon-Tyne.
Wales ist abgesehen von einer flachen Ebene im Süden äußerst hügelig. Der höchste Berg, der Snowdon, ist 1.085 Meter hoch. Nördlich des Festlandes liegt die Insel Anglesey. Die größte Stadt ist Cardiff an der Südküste.
Die Geographie Schottlands ist sehr unterschiedlich, mit den flachen Lowlands im Süden und Osten sowie den teils gebirgigen Highlands im Norden und Westen. Der Ben Nevis (1.344 Meter) ist der höchste Berg Großbritanniens. Es gibt zahlreiche lange und tiefe Meeresarme, Firths und Lochs. An der Nord- und Westküste gibt es eine stattliche Anzahl von Inseln, darunter die Hebriden, die Orkney- und die Shetlandinseln. Die größten Städte sind Edinburgh, Glasgow und Aberdeen.
Nordirland umfasst den nordöstlichen Teil der Insel Irland. Das Gelände ist hügelig. Ziemlich exakt in der Mitte des Territoriums liegt der Lough Neagh, der größte Binnensee der Britischen Inseln. Die wichtigsten Städte sind Belfast und Derry.
Siehe auch: Liste der Seen in Großbritannien, Liste der Berge in Großbritannien
Klima und Vegetation
Das Klima von Großbritannien und Nordirland variiert, ist jedoch gemäßigt. Es ist aufgrund des Golfstroms markant wärmer als in anderen Gebieten auf den gleichen Breitengraden (wie z. B. Polen). Allgemein ist das Klima im Süden wärmer und trockener als im Norden.
Der Wind bläst hauptsächlich von Südwesten, vom Atlantischen Ozean her. Während mehr als der Hälfte des Jahres ist der Himmel bewölkt. Das Land ist relativ selten von Naturkatastrophen betroffen, vor allem im Winter können jedoch starke Sturmwinde und Überschwemmungen auftreten.
Die Regenmenge beträgt im Norden durchschnittlich 1.000 mm pro Jahr, im Süden 700 mm. Die Grafschaft Essex ist die trockenste Gegend des Landes. Die jährliche Regenmenge beträgt hier nur 600 mm, obwohl an über 100 Tagen im Jahr Regen fällt. In manchen Jahren kann die Regenmenge nur 450 mm betragen, weniger als z. B. in Jerusalem oder Beirut.
Der früher weit verbreitete Laub- und Mischwald ist wegen Raubbau und Landwirtschaft auf 8 % zurückgedrängt worden. Jetzt versucht man die Wälder wieder aufzuforsten. Die Gebirge sind mit Mooren und Heiden bedeckt.
Bevölkerung
Das Vereinigte Königreich hatte bei der letzten Volkszählung im Jahre 2004 60.294.000 Einwohner.
Sie gliedert sich in Engländer (83,6 %), Schotten (8,6 %), Iren (2,9 %), Waliser (4,9 %) und Andere 7,9 %.
Sprachen
Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland hat keine offizielle Amtssprache. Englisch ist jedoch de facto offizielle Sprache und wird von 95 % der Bevölkerung als einzige Sprache gesprochen. Als „Hochsprache“ gilt die so genannte Aussprachevariante der Received Pronunciation. Dieses Englisch wird auch in den meisten Schulen Deutschlands unterrichtet. Allerdings haben zwei Teilstaaten offizielle Sprachen: In Wales sind sowohl Englisch als auch Walisisch offizielle Sprachen. In Nordirland sind dies Englisch, Irisch und Ulster Scots. Zusätzlich wird in den Äußeren Hebriden die Schottisch-Gälische Sprache anerkannt. Daneben gibt es in Großbritannien diverse lokale Dialekte des Englischen, die aber keinen offiziellen Status haben und meist rein mündlicher Natur sind. Noch bis in die jüngste Vergangenheit hinein empfand man Dialekte und dialektal gefärbte Aussprache im klassenbewussten Königreich als sozialen Makel.
Die Minderheitensprachen sind durch die Europäische Charta für Regional- und Minderheitensprachen anerkannt und geschützt. Walisisch genießt in Wales Gleichberechtigung mit Englisch; in Schottland ist dies Scots, in Cornwall die Kornische Sprache, in Nordirland das Ulster Scots. Die Gehörlosen verwenden die British Sign Language.
Laut der Volkszählung von 2001 wird Walisisch von rund 20 % der Bevölkerung in Wales gesprochen (ca. 600.000 Menschen), schottisches Gälisch von rund 60.000 Menschen, Irisch von rund 20.000 Menschen (7 % der Bevölkerung Nordirlands) und Kornisch von 3.500 Menschen (etwa 0,6 % der Bevölkerung von Cornwall).
Schreibweise des Landesnamens in den offiziell anerkannten Sprachen:
- United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland (Englisch)
- Teyrnas Unedig Prydain Fawr a Gogledd Iwerddon (Walisisch)
- An Rìoghachd Aonaichte na Breatainn Mhòr agus Eirinn a Tuath (schottisches Gälisch)
- Ríocht Aontaithe na Breataine Móire agus Thuaisceart Éireann (Irisch)
- An Rywvaneth Unys a Vreten Veur hag Iwerdhon Glédh (Kornisch)
- Unitit Kinrick o Great Breetain an Northren Ireland (Scots)
Minderheiten
Es gibt mehrere ethnische Minderheiten im Vereinigten Königreich, die ca. 7,9 % der Bevölkerung ausmachen. Zu über 50 % sind ihre Angehörigen im Vereinigten Königreich selbst geboren worden. Der relativ große Anteil dieser Minderheiten erklärt sich aus der Einwanderung einer großen Anzahl von Bewohnern ehemaliger britischer Kolonien in der Karibik und des indischen Subkontinents, vor allem in den 1950ern und den 1960ern. Es gibt folgende Hauptminderheiten:
Karibischer oder afrikanischer Abstammung („Black Caribbean“ bzw. „Black African“ - über 1,1 Millionen)
Der Großteil der eingewanderten Westinder kam in den 1950ern, in der Hoffnung auf Arbeit und um der schlechten Lebensqualität in ihren Heimatländern zu entfliehen. Die meisten kamen aus Jamaika, Trinidad und Tobago und Dominica. Bei der letzten Volkszählung 2001 wurden 1.148.738 Menschen gezählt (davon 565.876 aus dem karibischen Raum und 485.277 aus Afrika), was etwa 2,1 % der Gesamtbevölkerung entspricht.
Inder (über 1 Million - 2001)
Die Inder stellen die größte Einwanderergruppe aus einem einzigen Land. Ihr Anteil an der Bevölkerung beträgt 1,8 %. Bei der letzten Volkszählung (2001) wurden 1.053.411 Menschen gezählt. Obwohl sie als eine einzige Minderheitengruppe zusammengefasst werden, gibt es weitere Unterschiede innerhalb derselben. 45 % der britischen Inder sind Hindus, die Sikhs folgen mit 29 % und an dritter Stelle die indischen Moslems mit 13 %. Diverse Gründe haben die Inder dazu veranlasst, nach Großbritannien auszuwandern; neben wirtschaftlichen Gründen wie Armut, Arbeitssuche oder dem Wunsch nach einem höheren Lebensstandard spielt auch politische Verfolgung eine Rolle.
Pakistaner (747.285 - 2001)
Pakistaner sind die zweitgrößte südasiatische Minderheit in Großbritannien. Sie kamen mit Seefahrern nach Großbritannien und suchten dort für kurze Zeit Arbeit, um Geld für ihre Familien zu verdienen, und fuhren dann wieder zurück nach Pakistan. Viele von ihnen aber blieben in Großbritannien. Der größte Teil der Pakistaner sind Anhänger des Islam.
Bengalen (283.063 - 2001)
Die Bengalen gehören ebenso wie die Inder und Pakistaner zu den sogenannten „Asian or Asian British People“. Die Gründe für ihre Einwanderung waren der Bürgerkrieg und die Abspaltung Bangladeschs von Pakistan 1971 ebenso wie die der Suche nach Arbeit und die Hoffnung auf einen höheren Lebensstandard. Die meisten Bengalen sind ebenfalls Muslime.
Chinesen (247.403 - 2001)
Ein Großteil der chinesischen Einwanderer in Großbritannien wanderte nach dem Zweiten Weltkrieg ein, vor allem aufgrund des Preisverfalls von Reis in Hongkong. Im Jahre 2001 lebten 247.403 Chinesen in Großbritannien, was 0,4 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Heutzutage gehören die Chinesen zu den bestverdienenden und bestausgebildeten Einwohnern Großbritanniens.
Sinti & Roma (ca. 120.000)
Unter dem englischen Begriff „Gypsy“ oder „Traveller“ versteht man eine Vielzahl ethnischer Minderheiten. Die Minderheit, die den traditionellen „Zigeunern“ in ihrer Lebensweise am nächsten kommt, sind die Roma, deren Ursprung in Nordindien liegt. Heutzutage werden aber auch Einwanderer aus Osteuropa, etwa aus Polen, Rumänien, Tschechien und der Slowakei dazugezählt. Die Hauptprobleme der Roma und auch der relativ wenigen britischen Sinti sind Diskriminierung, Armut und eine hohe Kindersterblichkeitsrate.
Nach Schätzungen der UNO leben in Großbritannien mehrere hunderttausend Menschen polnischer Herkunft.
Religion
Die Mehrzahl der Einwohner des Vereinigten Königreichs (ca. 74 %) versteht sich als Christen. Bei der letzten Volkszählung 2001 beantworteten 92 % der Einwohner die freiwillige Frage nach der Religion.
Wie in anderen Ländern auch ist die Kirchenmitgliedschaft nicht mit der Religionszugehörigkeit gleichzusetzen. Genaue Statistiken der Kirchenmitgliedschaft sind schwer zu erstellen, da man in Großbritannien gewöhnlich nur dann offiziell Mitglied einer Kirche wird, wenn man sich über den gelegentlichen Gottesdienstbesuch hinaus am Gemeindeleben beteiligen will. 1995 waren nur 14 % der Bevölkerung solche Mitglieder von Kirchen. Laut Umfragen aus dem Jahr 1995 fühlen sich noch ca. 27 Millionen (45 %) der anglikanischen Kirche zugehörig, 11 Millionen (19 %) anderen protestantischen Kirchen im weitesten Sinne und knapp 6 Millionen (10 %) der katholischen Kirche. Katholiken wurden früher oft als kuriose Minderheit empfunden (vgl. z. B. Evelyn Waughs Wiedersehen in Brideshead), sind heute aber etwas relativ normales geworden.
Zu den großen Kirchen (grob nach Größe und Einfluss geordnet) zählen in
- England die
- Church of England (Anglikanisch)
- Römisch-Katholische Kirche
- Methodistische Kirche
- United Reformed Church (Reformiert)
- Schottland die
- Church of Scotland (Reformiert/Presbyterianisch)
- Römisch-Katholische Kirche
- United Reformed Church (Reformiert) (in Schottland entstanden aus der Congregational Union bzw. Church und anderen reformierten Gemeinden)
- Methodistische Kirche
- Wales die
- Church in Wales (Anglikanisch)
- United Reformed Church (Reformiert)
- Römisch-Katholische Kirche
- Methodistische Kirche
- Nordirland die
- Church of Ireland (Anglikanisch)
- Römisch-Katholische Kirche
- Verschiedene Presbyterianische Kirchen
Über 9 Millionen Einwohner gehören keiner Religion an (Agnostiker, Atheisten und Heiden).
Daneben sind auch Islam, Hinduismus, Sikhismus und andere Religionen verbreitet:
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Britischen Inseln, Geschichte des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland
Geschichte des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland
In der Antike waren weite Teile der Insel Großbritannien, abgesehen vom Gebiet des heutigen Schottlands, für rund 350 Jahre von den Römern besetzt. Als diese sich zurückzogen, bildeten sich mehrere kleine Königreiche, die von den eingewanderten Angeln und Sachsen (Angelsachsen) und später auch von den Wikingern beherrscht wurden. Die keltische Urbevölkerung wurde in die westlichen Randgebiete verdrängt. Im 10. Jahrhundert entstanden die voneinander unabhängigen Königreiche Schottland und England. 1066 eroberten die Normannen, französisierte Wikinger aus der Normandie, die Insel und prägten sie für die folgenden Jahrhunderte.
Wales, das seit 1284 unter der Kontrolle Englands war, wurde mit der Act of Union 1536 Teil des Englischen Königreichs. Mit der Act of Union 1707 wurden die Königreiche Schottland und England zum Königreich Großbritannien vereinigt; beide Staaten hatten seit 1603 durch Personalunion denselben Monarchen. Die Act of Union 1800 vereinigte das Königreich Großbritannien mit dem Königreich Irland, das von 1169 bis 1603 mehr und mehr unter englische Kontrolle geraten war. Durch diese Verschmelzung entstand das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland. 1922 bildeten 26 irische Grafschaften den Irischen Freistaat (ab 1937 Éire, ab 1949 Republik Irland). Die restlichen 6 Grafschaften in der Provinz Ulster verblieben beim Vereinigten Königreich. Der heutige Staatsname Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland wird seit 1927 verwendet.
Das Vereinigte Königreich, die dominierende Industrie- und Seefahrtsnation im 19. Jahrhundert, spielte eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der parlamentarischen Monarchie, bei Literatur und Wissenschaft. Unter dem außenpolitischen Prinzip der Balance of Power trat Großbritannien über viele Jahrhunderte für ein Mächtegleichgewicht auf dem europäischen Kontinent ein und schloss dafür wechselnde Bündnisse. Auf seinem Höhepunkt umfasste das Britische Imperium zwei Fünftel der Landfläche der Erde, die in vielen Kriegen erobert worden waren. Durch die beiden Weltkriege verlor das Land seine Weltmachtstellung, obwohl es beide Male auf der Siegerseite stand. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Imperium bis auf einige kleine Reste aufgelöst. Großbritannien war gezwungen, sich mehr Europa (Kontinentaleuropa) zuzuwenden, hält sich aber bis heute bei der Integration zurück. Das Land ist zwar Mitglied der Europäischen Union, hat aber den Euro wegen innenpolitischer Widerstände nicht eingeführt. Im Zuge einer Verfassungsreform erhielten Schottland, Wales und Nordirland im Jahre 1999 eigene Parlamente.
Siehe auch: Geschichte des Vereinigten Königreiches, Geschichte Englands, Geschichte Irlands, Geschichte Nordirlands, Geschichte Schottlands, Geschichte von Wales, Britisches Imperium, Commonwealth of Nations, Britische Unterhauswahlen 2005
Politik
Hauptartikel: Politisches System Großbritanniens und Nordirlands, Britische Monarchie
Das Vereinigte Königreich ist eine konstitutionelle Monarchie (Staatsoberhaupt ist Königin Elisabeth II.), Premierminister ist Tony Blair. Hort der Souveränität ist das Parlament, das aus Oberhaus (House of Lords: Adel, heute größtenteils nichterblicher Verdienstadel, und einige anglikanische Bischöfe) und Unterhaus (House of Commons: nach Mehrheitswahlrecht gewählte Abgeordnete) besteht. Der Landesteil England ist in Europa das Land mit der ältesten ununterbrochenen parlamentarischen Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht (Magna Charta). Eine geschriebene Verfassung gibt es nicht, es gibt allerdings Gesetze mit Verfassungsrang. Schottland und Wales haben seit den 1990er Jahren eigene Landesparlamente und -regierungen. In Schottland und Wales gilt schon die Europäische Menschenrechtserklärung, in England steht sie vor der Einführung.
Das Vereinigte Königreich ist eines der Gründungsmitglieder der NATO und des Commonwealth of the Nations. Es ist außerdem ständiges Mitglied des UNO-Sicherheitsrates sowie Teil der Europäischen Union.
Militär
Das Vereinigte Königreich hat die höchsten Rüstungsausgaben in Europa und ist dessen wichtigste Militärnation. Traditionell konzentriert sich das britische Militär mehr auf die Kriegsmarine, Royal Navy, und die Luftwaffe, Royal Air Force, als auf das Heer, die British Army. Das Vereinigte Königreich besitzt seit 1952 Atomwaffen, deren Bestand in den vergangenen Jahren zwar deutlich reduziert wurde, jedoch ständig modernisiert wird.
Das Vereinigte Königreich unterhält zudem etliche Militärbasen im Ausland. Hierzu gehören mehrere Basen in Deutschland mit insgesamt 27.000 Soldaten sowie zwei britische Hoheitsgebiete auf Zypern mit etwa 7.000 Soldaten. Außer den USA hat kein Staat mehr Soldaten im Ausland stationiert als Großbritannien. Aktuell sind 67.000 britische Soldaten im Ausland stationiert, darunter 8.900 im Irak.
Verwaltungsgliederung
Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Großbritanniens und Nordirlands
Das Vereinigte Königreich besteht aus den vier Landesteilen: England (Königreich), Wales (Fürstentum), Schottland (Königreich) und Nordirland (Provinz). Wales, Schottland und Nordirland besitzen seit den 1990er Jahren eigene Landesteilparlamente und -regierungen mit einem sog. Ersten Minister als Chef (vergleichbar einem Ministerpräsidenten in Deutschland oder einem Landeshauptmann in Österreich). England besitzt, mit Ausnahme Londons (noch) keine Landesverwaltung. Eine „Northern Assembly“ (Nordenglische Versammlung) ist gegenwärtig in der Diskussion. Die Aufgaben einer Staatsspitze Englands werden von Parlament und Regierung des Vereinigten Königreiches mit wahrgenommen. Dabei ist es inzwischen üblich geworden, dass sich im Parlament die Abgeordneten der anderen Landesteile enthalten, wenn eine Entscheidung nur England betrifft (siehe auch West-Lothian Question).
Die unteren Verwaltungsebenen sind seit dem späten 19. Jahrhundert mehrmals neu strukturiert worden, weitere Veränderungen sind in der Zukunft zu erwarten. Traditionell bestand England seit dem Mittelalter aus 39, Schottland aus 34, Wales aus 13 und Nordirland aus 6 Grafschaften (engl. counties).
Heute (2004) gibt es in England 35 Grafschaften, 40 so genannte „Unitary Authories“, 6 Metropolitan Counties sowie Greater London mit seinem Bürgermeister Ken Livingstone (siehe hierzu auch Verwaltungsgliederung Englands). Wales besteht aus 22, Schottland aus 32 Unitary Authorities. In Nordirland gibt es 26 Bezirke (District). Die Namen der alten Grafschaften werden aber im Alltagsgebrauch aller Landesteile oft weiterhin verwendet.
Abhängige Gebiete (offiziell Überseegebiete/Overseas territories of the United Kingdom):
- Anguilla
- Bermuda
- Britische Jungferninseln
- Britisches Antarktis-Territorium
- Britisches Territorium im Indischen Ozean
- Kaimaninseln
- Falklandinseln
- Gibraltar
- Montserrat
- Pitcairninseln
- St. Helena
- Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln
- Turks- und Caicosinseln
Gebiete, die nur der britischen Krone unterstehen und nicht dem Vereinigten Königreich (Crown dependencies):
- Kanalinseln
- Man
Beide haben eigene Legislativen und Rechtssysteme, werden jedoch im Bereich Verteidigung und internationale Beziehungen von der britischen Regierung vertreten.
Der britische Monarch ist Staatsoberhaupt nicht nur des Vereinigten Königreichs, sondern auch einer ganzen Reihe weiterer, unabhängiger Commonwealth-Staaten.
Siehe auch: Liste der Städte in Großbritannien und Nordirland, Kronkolonie
Infrastruktur
Der Verkehr orientiert sich in Nord-Süd-Richtung.
Im Straßenverkehr wird links gefahren, im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern. Kreisverkehre sind bei britischen Verkehrsplanern besonders beliebt, da es keine Rechts-vor-Links- oder Links-vor-Rechts-Regel gibt; an Kreuzungen ohne Kreisverkehr ist stets eine der Straßen als Vorfahrtsstraße markiert.
Von Bedeutung sind die Autobahnen (Motorways), die das Land (insbesondere England) sehr gut erschließen. Zudem begann man in den 1990er Jahren mit dem Bau mehrspuriger Überlandstraßen, um sowohl die Autobahnen wie auch die an kleineren Straßen gelegenen Orte zu entlasten. Die Inseln Großbritannien und Irland sind durch Fähren verbunden.
Das Vereinigte Königreich ist die wichtigste Drehscheibe des Weltluftverkehrs. Das gesamte Fluggastaufkommen ist mit rund 200 Mio. Passagieren pro Jahr (davon 125 Mio. auf den Londoner Flughäfen) das größte Europas. Insgesamt verfügt es über acht internationale und viele regionale Flughäfen. Heathrow im Westen Londons war mit 64 Millionen Passagieren 2003 der Flughafen mit dem größten internationalen Passagieraufkommen der Welt und zugleich auch der mit den meisten Flugbewegungen. Weitere wichtige Flughäfen sind Gatwick und Stansted bei London sowie Birmingham und Manchester.
Das dichte, 1994 privatisierte, älteste Eisenbahnnetz der Welt ist in den 1960er- und 1970er-Jahren aus Rentabilitätsgründen stark geschrumpft. Durch den Eurotunnel besteht Anschluss an das Eisenbahnnetz des europäischen Kontinents. Um diese Verbindung zu verbessern, wurde 2003 der erste Teil des Channel Tunnel Rail Link in Betrieb genommen. Diese erste Hochgeschwindigkeitsstrecke Großbritanniens soll die Reisezeit deutlich verkürzen.
Ende der 1990er-Jahre und zu Beginn des aktuellen Jahrzehnts kam es wiederholt zu schweren Eisenbahnunfällen, die von Fachleuten auch auf eine mangelhafte Organisation bei der Privatisierung des Schienennetzes zurückgeführt wurden. Dies war mit ein Grund dafür, dass die Schieneninfrastruktur 2002 wieder verstaatlicht wurde. Auch kommt es immer wieder zu erheblichen Verspätungen im Personenverkehr. Die offiziellen Erklärungen für die Verspätungen und Ausfälle sorgen auf der Insel immer wieder für Heiterkeit: Mal sind es „Blätter auf den Schienen“ (im Herbst), mal ist es „die falsche Sorte Schnee“ (im Winter), im Rest des Jahres sind es „Weichenprobleme“ oder „fehlende Lokführer“. Der Schienengüterverkehr in Nordirland wurde im Jahre 2004 eingestellt, während in Großbritannien in den letzten Jahren Zuwächse erzielt werden konnten.
Durch die Insellage des Vereinigten Königreiches, die räumliche Trennung Nordirlands vom restlichen Staatsgebiet und die vielen vorgelagerten Inseln besitzt die Seeschifffahrt traditionell eine große Bedeutung. Die wichtigsten Häfen sind Southampton, London und Belfast. Schon seit der Antike sind regelmäßige Schiffsverbindungen zwischen den Inseln und dem (Insel-)Festland bekannt. Es war einfacher, per Schiff von einem Ort zum anderen zu kommen als über das unwegsame bergige Land.
Siehe auch
- Kfz-Kennzeichen (UK)
- Straßensystem in Großbritannien
- Liste der Autobahnen in Großbritannien
- Liste von Eisenbahngesellschaften in Großbritannien und Nordirland
Wirtschaft
Das Vereinigte Königreich zählt zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt.
Die Wirtschaft des Vereinigten Königreiches ist dienstleistungsorientiert. Wichtigste Exportgüter sind Maschinen, Computer und vor allem die Bodenschätze der Nordsee, nämlich Erdöl und Erdgas.
In den vergangenen Jahren erlebten vor allem die Rüstungsindustrie und der Schiffbau einen großen Aufschwung. Auch in der Luftfahrtindustrie ist Großbritannien wieder verstärkt vertreten, u. a. im Airbus-Konsortium und durch zahlreiche Kooperationen mit Boeing und Lockheed-Martin.
Großbritannien stellt zudem mehrere der größten Konzerne der Welt, darunter British Aerospace, BP, Shell und HSBC.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im 1. Quartal 2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,4 %. Mit 23.080 Euro liegt das BIP pro Kopf im oberen europäischen Referenzrahmen. Die Arbeitslosenquote beträgt 3,7 % (2004).
Kultur
Höchste Bauwerke
- Belmont-Sendemast, 385 Meter - höchstes Bauwerk Großbritanniens und der EU
- VLF-Sendemast Skelton, 365 Meter
- (Wolkenkratzer London Bridge Tower (London), 310 Meter - höchstes Hochhaus Europas (in Planung))
- Wolkenkratzer 1 Canada Square (London), 235 Meter
- Wolkenkratzer 8 Canada Square (London), 210 Meter
- Wolkenkratzer 25 Canada Square (London), 210 Meter
Weitere Themen
- Portal:Großbritannien
- Anglozentrismus
Weblinks
Geschichte Großbritanniens
- http://www.schottlandgeschichte.de/ – Umfangreiche Zeittafel und Informationen zu Schottland (deutsch)
- http://www.britannia.com/ – UK Travel & British History (englisch)
- http://www.historic-uk.com/ – history and heritage accommodation guide (englisch)
- http://www.woodlands-junior.kent.sch.uk/geography/unionjack.html – Union Jack: die britische Flagge (englisch)
- http://www.royal.gov.uk – Monarchy Today: Vergangenheit und Gegenwart des englischen Köngigshauses (englisch)
- http://www.britishbattles.com/ – British Battles (englisch)
Landschaft und Natur
- http://www.beautifulbritain.co.uk/ – Beautiful Britain (englisch)
Politik
- http://www.politik.uni-koeln.de/jaeger/links/britauspol – Linksammlung zur Britischen Außenpolitik
- http://www.fco.gov.uk – Britisches Außenministerium
- http://www.parliament.uk – Britisches Parlament
- http://www.number-10.gov.uk – No. 10 Downing Street (Britische Regierung)
Institutionen
- http://www.statistics.gov.uk/products/p5703.asp – Britain 2004: Das offizielle Jahrbuch über Großbritannien
- http://www.agf.org.uk – Anglo-German Foundation (Deutsch-Britische Stiftung)
- http://www.gbf.com – Deutsch-Britisches Forum
- http://www.britischebotschaft.de/ – Britische Botschaft in Berlin
Reisen
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=189 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- http://www.nationalexpress.com – National Express: bekanntester britischer Reisebus-Service (englisch)
- http://www.schottlandportal.de/ – Schottland: Portal und Informationsseite zu Urlaub, Reisen, Land und Leute
- http://www.vereinigtes-königreich.de/ – Vereinigtes Königreich
Vermischtes
- http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,1518,GBR,00.html – Spiegel online / Jahrbuch / Großbritannien
- http://www.career-contact.de/laenderinfos/grossbritannien/uebersicht.php – Jobs und Praktikum in Großbritannien - Das Infoportal
Kategorie:Monarchie
Kategorie:Staat
Kategorie:Land in der EU
als:Grossbritannien und Nordirland
ja:イギリス
ko:영국
ms:United Kingdom
simple:United Kingdom
th:สหราชอาณาจักร
zh-min-nan:Liân-ha̍p Ông-kok
Winston Churchill
Sir Winston Leonard Spencer Churchill ( - 30. November 1874 in Woodstock (England); † 24. Januar 1965 in London) gilt als bedeutendster britischer Staatsmann des 20. Jahrhunderts. Er war zwei Mal Premierminister und führte Großbritannien durch den Zweiten Weltkrieg. Zuvor hatte er bereits mehrere Regierungsämter bekleidet, unter anderem das des Ersten Lords der Admiralität, des Innen- und des Finanzministers. Darüber hinaus trat er als Autor politischer und historischer Werke hervor und erhielt 1953 den Nobelpreis für Literatur.
Leben
Herkunft, Schule, Militär
Winston Churchill war der Sohn des britischen Politikers Lord Randolph Churchill und der amerikanischen Millionärstochter Jennie Jerome. Er kam im Schloss seines Großvaters zur Welt, in Blenheim Palace bei Woodstock in Oxfordshire.
Der Großvater, John Winston Spencer-Churchill, war als Siebter Herzog von Marlborough Mitglied des englischen Hochadels. Randolph Churchill war dessen dritter Sohn und erbte daher nicht den Herzogstitel. Winston Churchill selbst sollte in den 50er Jahren die angebotene Erhebung zur erblichen Peerswürde ablehnen, wurde aber 1953 zum Ritter des Hosenbandordens geschlagen. Seine Herkunft sicherte ihm in seiner Jugend die Aufnahme in renommierte Internate und als Offizier in die Armee, obwohl seine Leistungen als Schüler eher mangelhaft waren.
Von 1881 bis 1892 besuchte Churchill Eliteschulen in Ascot, Brighton und Harrow. Das autoritäre Erziehungssystem dort widerstrebte ihm und er blieb mehrfach sitzen. Nach der Schulzeit bewarb er sich beim Militär, fiel jedoch zweimal durch die Aufnahmeprüfung. 1893 aber kam er doch noch als Kadett nach Sandhurst und mit 21 Jahren als Kavallerie-Leutnant zum 4. Husarenregiment. Hier erkannte er, wozu er wirklich berufen zu sein schien: zum „Krieger“.
Kavallerie
Außerdem zeigte sich nun ein weiteres Talent: Ohne schulischen Druck erwarb sich Churchill eine profunde literarische Bildung und begann kurz darauf selbst zu schreiben. Bis zu seinem Lebensende sollte er als Journalist und Buchautor einen geschliffenen Stil pflegen, der ihm den Nobelpreis für Literatur einbrachte.
Zwischen 1895 und 1901 erlebte Churchill als aktiver Soldat und Kriegsberichterstatter fünf verschiedene Kolonialkriege mit: in Kuba sowie in Indien und anderen Teilen des Britischen Empire. In der Schlacht von Omdurman im Sudan nahm er an einer der letzten Kavallerieattacken der Geschichte teil. Im Burenkrieg gelang ihm nach der Gefangennahme eine spektakuläre Flucht. Sein Buch über dieses Abenteuer und seine Kriegsberichte machten ihn in England bekannt.
Politischer Aufstieg
Bereits 1899 hatte sich Churchill vergeblich um einen Sitz im britischen Unterhaus bemüht. Nach seiner Rückkehr aus dem Burenkrieg zog er im März 1901 als frischgewählter Konservativer (Tory) für den Wahlkreis Oldham ins Parlament ein. Im selben Jahr wurde er zum Mitglied der Londoner Freimaurerloge „United Studholme Lodge No. 1591“ gewählt.
Sein erster spektakulärer Auftritt im Parlament war am 31. Mai 1904 der demonstrative Übertritt zu den Whigs. Der Grund dafür war die Haltung der Liberalen in der Frage „Freihandel oder Schutzzoll“, die ihm näher lag. Bei den Whigs wanderte er auf der politischen Skala immer weiter nach links. Er gehörte dem sozialreformerischen Parteiflügel an und galt schließlich in der Öffentlichkeit wie sein Förderer David Lloyd George als draufgängerischer, aber auch bewunderter Radikaler.
David Lloyd George
Bei den Konservativen inzwischen regelrecht verhasst, überraschte er Freund und Feind in den Jahren nach 1906 durch seine Fähigkeiten als Unterstaatssekretär für die Kolonien, sowie als Wirtschafts- und Innenminister. Gerade als der deutsch-britische Flottenkonflikt sich zuzuspitzen begann, machte Premierminister Herbert Henry Asquith Churchill 1911 zum Ersten Lord der Admiralität, zum Marineminister. Seine wichtigste Entscheidung in diesem Amt, vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, war die Umrüstung der britischen Schlachtflotte von Kohle- auf Ölfeuerung, was ihren Aktionsradius deutlich erhöhte.
Sein rascher politischer Aufstieg fiel mit Veränderungen in seinem Privatleben zusammen: Im September 1908 heiratete Churchill in der Londoner St. Margaret's Church Clementine Hozier, mit der er bis zu seinem Tod zusammenlebte. Dem Ehepaar wurden später ein Sohn und vier Töchter geboren, von denen eine noch im Kindesalter starb. Sein Sohn Randolph und zwei seiner Enkel sollten ebenfalls Parlamentarier werden.
Im Ersten Weltkrieg
Im 1. Weltkrieg bestimmte Churchill Englands Kriegspolitik als Kabinettsmitglied und Oberbefehlshaber der Royal Navy zunächst entscheidend mit. Dabei scheute er sich nicht vor schweren Kompetenzüberschreitungen, etwa als er sich im Spätsommer 1914 in die Operationen der britischen Expeditionsstreitkräfte in Belgien einmischte und auf eigene Faust die Verteidigung Antwerpens zu organisieren versuchte.
Zu einem Fehlschlag wurde sein Plan, die Kriegsgegner Deutschland und Österreich im Süden über die mit ihnen verbündete Türkei anzugreifen. Das Landeunternehmen britischer, französischer, indischer, australischer und neuseeländischer Truppen auf der Halbinsel Gallipoli an den Dardanellen wurde blutig zurückgeschlagen.
Nach dem Rücktritt seines Flottenchefs John Fisher wurde eine Einbeziehung der Konservativen in die Regierung unausweichlich, um eine Regierungskrise abzuwenden. Da Churchill seit seinem Parteiwechsel den Konservativen, insbesondere ihrem Parteichef Andrew Bonar Law, als "Verräter" galt, und weil man vor der Öffentlichkeit einen Sündenbock für die Niederlage an den Dardanellen brauchte, musste er die Verantwortung dafür übernehmen und am 18. Mai 1915 zurücktreten. Nach einem steilen Aufstieg schien seine Karriere in einem tiefen Sturz zu enden. Bis Ende des Jahres verblieb er in der unbedeutenden Position des Kanzler des Herzogtums Lancaster in der erweiterten Regierung.
Im November desselben Jahres meldete er sich freiwillig zur Armee und ging als einfacher Major an die Front nach Frankreich, wo er ein Bataillon befehligte. Aber schon 1916 bewarb er sich wieder erfolgreich um einen Unterhaussitz, und 1917 holte ihn Lloyd George, der mittlerweile Asquith als Premier abgelöst hatte, als Rüstungsminister zurück ins Kabinett. In dieser Funktion war er maßgeblich an der Entscheidung zum Bau und Einsatz der Tanks - also der ersten Panzer - beteiligt: einer Waffe, die im Sommer 1918 wesentlich zum Zusammenbruch der letzten deutschen Offensive an der Westfront beitragen sollte. Bereits Ende 1914, als Marineminister, war er neben Maurice Hankey, dem Sekretär des Nationalen Verteidigungsrates für den Bau dieser als "Landschlachtschiff" bezeichneten neuen Waffe eingetreten, um die erstarrten Fronten wieder in Bewegung zu setzen.
Churchill gehörte auch zu den Ersten, die das militärische Potenzial von Flugzeugen voll erfassten. Ihm war klar, dass die Maschinen, die im Weltkrieg noch vorwiegend zu Aufklärungszwecken und in Einzelkämpfen eingesetzt worden waren, die Kriegsführung revolutionierten. Mit ihnen ließen sich künftig Angriffe direkt ins Hinterland des Gegners tragen, um seine militärischen und industriellen Ressourcen zu treffen. Auch England würde sich nicht länger auf seine Insellage verlassen können. Als Luftfahrtminister förderte er daher den Aufbau einer Luftwaffe und setzte sie als Kolonialminister auch zum Abwurf von Bomben gegen Aufständische ein, um das britische Kolonialreich zu sichern.
Der Gefahren des modernen Kriegs war sich Churchill vollauf bewusst. In seinem Werk Nach dem Krieg blickte er 1928 auf den 1. Weltkrieg zurück, zog eine Bilanz aus den Erfahrungen der Vergangenheit und beschrieb damit schon den Krieg der Zukunft:
:„Es öffneten sich Luftwege, auf denen Tod und Schrecken weit hinter die eigentlichen Frontlinien getragen werden konnten, so dass auch Frauen, Kinder, Greise und Kranke, die in früheren Kriegen natürlicherweise verschont blieben, davon erfasst wurden. (...) Nie zuvor war die Menschheit in dieser Lage. Ohne eine wahrnehmbare Zunahme ihrer Tugenden und ohne den Vorteil einer weiseren Führung hält sie zum ersten Mal die Werkzeuge in Händen, die unfehlbar ihre eigene Vernichtung besiegeln können. (...) Die Menschen würden gut daran tun, inne zu halten und über ihre neuen Verantwortungen nachzudenken. Der Tod steht bereit, willfährig, erwartungsvoll und diensteifrig, die Völker massenweise niederzumähen; auf einen Ruf bereit, alle Reste der Zivilisation unwiderruflich zu Staub zu zertrümmern.“
Zwischen den Kriegen
Bis zum Sturz des liberalen Kabinetts Lloyd George 1922 übernahm Churchill nacheinander die Ämter des Kriegs- und Luftfahrtministers und des Kolonialministers. Nach zwei Jahren politischer Abstinenz und 20 Jahre nach seinem ersten Parteiwechsel trat er 1924 erneut in die Konservative Partei ein.
Noch im November jenes Jahres wurde er Schatzkanzler (Finanzminister) in der Konservativen Regierung des neuen Premiers Stanley Baldwin und blieb es bis zu dessen Abwahl 1929. In diesem Amt setzte er 1924 sogleich die Wiedereinführung des Goldstandards durch. Diese konservative Finanzpolitik führte zu steigender Arbeitslosigkeit in Großbritannien. Die Unzufriedenheit der Arbeiter gipfelte im Generalstreik von 1926. Churchill forderte, den Generalstreik gewaltsam zu beenden: „Entweder das Land bricht den Generalstreik, oder der Generalstreik zerbricht das Land.“ Dazu kam es aber nicht. Jedoch wurde der Goldstandard 1931, zwei Jahre nach Churchills Ablösung als Finanzminister, wegen seiner verheerenden wirtschaftlichen Auswirkungen wieder abgeschafft.
1930 überwarf sich Churchill mit dem abgewählten Premier und Chef der Konservativen wegen dessen angeblich zu nachgiebiger Haltung gegenüber der indischen Unabhängigkeitsbewegung unter Gandhi, den er einen halbnackten Fakir nannte. Als überzeugter Imperialist trat er aus Baldwins Schattenkabinett aus.
Ganz anders als zu Beginn seiner politischen Karriere galt Churchill nun nahezu als Reaktionär. Besonders seine scharfe Ablehnung der Appeasementpolitik, der Beschwichtigung und des Nachgebens gegenüber Hitler-Deutschland, brachte ihm den Ruf eines Kriegstreibers ein. Er erschien nun, 10 Jahre vor Beginn des 2. Weltkriegs, als ein Mann, der seine Zukunft hinter sich hatte und politisch am Ende war.
Er zog sich auf seinen Landsitz Chartwell in Kent zurück, wo er sich in den nächsten Jahren der Malerei sowie seinen journalistischen und schriftstellerischen Ambitionen widmete. In der Zeit des „inneren Exils“ - die er selbst später als "Wilderness Years" charakterisierte - entstanden unter anderem die großangelegte Biographie seines Ahnherrn Marlborough und die vierbändige Geschichte der englischsprachigen Völker. Seinem Biografen William Manchaster zufolge war Churchill in den 30er Jahren der bestbezahlte Schriftsteller und Kolumnist der Welt.
Rückkehr in die Regierung
Churchills Warnungen wurden solange nicht ernst genommen, bis Hitler selbst dem britischen Volk und der politischen Klasse in England klar machte, wie berechtigt sein Misstrauen gewesen war. Seit Hitlers Annexion Österreichs und dem deutschen Einmarsch in die Tschechoslowakei 1938 fand Churchill wieder zunehmend Gehör. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs brachte den langjährigen Warner vor der Aggressivität der Nazis zurück in die aktive Politik. Von Premierminister Neville Chamberlain wurde er zum zweiten Mal nach 1911 mit dem Amt des Ersten Lords der Admiralität betraut.
Als solcher plante er die Besetzung des norwegischen Hafens Narvik, um das Deutsche Reich von schwedischen Erzlieferungen abzuschneiden. Am 8. April 1940, einen Tag vor dem deutschen Einmarsch in Dänemark und Norwegen, begann die Royal Navy gegen den Wunsch der Regierung Norwegens damit, dessen Hoheitsgewässer zu verminen, um Schleichfahrten deutscher Schiffe entlang der Küste zu verhindern. Doch die schon angelaufene Landung britischer und französischer Truppen in Narvik musste überstürzt abgebrochen werden, da ihnen deutsche Einheiten um wenige Stunden zuvorgekommen waren.
Der Kriegspremier
Der deutschen Besetzung Polens, Dänemarks, Norwegens, Luxemburgs, Belgiens und der Niederlande hatten Engländer und Franzosen zunächst nichts entgegen zu setzen. Chamberlain verlor damit den letzten Rückhalt bei der Bevölkerung und im Parlament, und der Rücktritt des früheren Verfechters des Appeasement wurde unvermeidlich. Obwohl Churchill von Teilen der Presse für den Fehlschlag in Norwegen verantwortlich gemacht wurde, kam nur er als Nachfolger in Frage. Am 10. Mai 1940, dem selben Tag, an dem der deutsche Angriff auf Englands Hauptverbündeten Frankreich begann, bildete er unter Einschluss der Labour Party eine Allparteienregierung. Er selbst übernahm neben dem Amt des Premiers auch das des Kriegsministers.
Sommer 1940
Die meisten Historiker stimmen darin überein, dass Hitler einem Sieg nie so nahe gekommen war wie nach dem Westfeldzug im Juni 1940: Frankreich war geschlagen; England stand allein und ohne ausreichend gerüstetes Heer der deutschen Kriegsmaschine gegenüber, die bereits halb Europa überrannt hatte. Doch in Churchills Kabinett gab es noch immer Anhänger der Appeasement-Politik Chamberlains, die für Verhandlungen mit Hitler-Deutschland eintraten. Einer ihrer Vertreter, Lord Halifax, stand bereit, Churchill als Premierminister abzulösen.
Hitlers Sieg hätte nach Churchills eigenen Worten bedeutet, dass „die ganze Welt, einschließlich der Vereinigten Staaten, einschließlich all dessen, was wir gekannt und geliebt haben, im Abgrund eines neuen Dunklen Zeitalters versinken“ müsste. Daher verlangte er im Juni gegen teilweise Widerstände in der eigenen Regierung, dass keinerlei Zugeständnisse an Deutschland gemacht und der Krieg notfalls aus Übersee weitergeführt | | |