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Atlas (Gebirge)
Der Atlas ist ein Hochgebirge im Nordwesten Afrikas, das sich etwa 2300 Kilometer breit über die Staaten Marokko, Algerien und Tunesien erstreckt. Der höchste Gipfel ist mit 4165 Metern der Toubkal im Süden Marokkos. Der Atlas bildet eine markante Scheidelinie zwischen dem feuchten Klima des äußersten Nordens Westafrikas und der extrem trockenen Saharawüste.
Gliederung
Das Gebirge gliedert sich in folgende Gebirgsketten:
- Der Tellatlas (auch Kleiner Atlas) mit maximal 2308 Metern unmittelbar an der algerischen Nordküste zum Mittelmeer
- Das Rif (auch Er Rif) mit maximal 2456 Metern Höhe an der marokkanischen Nordküste zum Mittelmeer
- Der Mittlere Atlas mit maximal 3737 Metern Höhe im Zentrum Marokkos
- Der Hohe Atlas mit maximal 4165 Metern Höhe etwas südlich des Zentrums von Marokko
- Der Saharaatlas mit maximal 2008 Metern Höhe im Norden Algeriens aber südlich des Tellatlas
- Der Antiatlas mit maximal 2531 Metern Höhe im Südwesten Marokkos
- Der vulkanische Djebel Sarhro (auch Jabal Sirwah) mit maximal 3304 Metern Höhe im zentralen Süden Marokkos
In Tunesien sind dagegen nur noch die Ausläufe der algerischen Gebirgsketten Tellatlas und Saharaatlas zu finden.
Djebel Sarhro
Geologie
Entstehung
Der Atlas, wie er heute erscheint, muss zum Verständnis zweigeteilt werden, da seine Entstehung zu zwei verschiedenen erdgeschichtlichen Phasen stattfand. Der erste Teil besteht nur aus dem Antiatlas, der schon bereits im Jungpaläozoikum (um 300 Mio. Jahren vor heute) als Resultat von Kollisionen damaliger Kontinente entstand. Erst im Tertiär (65 Mio. bis etwa 1,8 Mio. Jahren vor heute) bildeten sich alle restlichen Gebirgsketten, die heute den Atlas bilden, da die Landmassen Europas und Afrikas am südlichen Ende der Iberischen Halbinsel gegeneinander drückten. Da das Land sich durch diesen Druck zu einem Gebirge auffaltete, spricht man beim Atlas von einem Faltengebirge. Die selbe Bewegung formte zu dieser Zeit, in der auch die heutige Straße von Gibraltar geschlossen war, die Alpen und die Pyrenäen. Erst im Quartär (ab etwa 1,8 Mio. Jahren vor heute) löste sich der afrikanische Kontinent durch einen schwächer werdenden Druck gegen Europa.
Geologischer Ausnahmefall für Afrika
Das Grundgebirge Afrikas entstand bereits im Präkambrium (von etwa 4,5 Mrd. bis etwa 550 Mio. Jahren vor heute) und ist damit ungleich älter als das heute ebenfalls in Afrika liegende Atlasgebirge (siehe Entstehung). Dem Atlas steht daher eine Sonderrolle unter den Gebirgen Afrikas zu, da es entstehungsgeschichtlich nicht zum restlichen Afrika passt.
Präkambrium
Gefahr durch Erdbeben
Der Atlas bildet heute plattentektonisch betrachtet die Grenze zwischen der Eurasischen Platte im Norden und der Afrikanischen Platte im Süden. Wenn diese beiden Platten aneinanderreiben, kann es zu Erdbeben kommen. Die mitten im Tellatlas liegende Stadt Blida mit heute etwa 265.000 (2005) Einwohnern wurde im 19. Jahrhundert zwei mal durch starke Erdbeben völlig zerstört. In der ebenfalls in Algerien liegenden Stadt Ech Cheliff mit heute etwa 235.000 (2005) Einwohnern starben bei einem Erdbeben mit der Stärke 7.3 auf der Richterskala im Jahr 1980 etwa 5.000 Menschen.
Vorkommen verwertbarer Rohstoffe
Der Atlas ist reich an Rohstoffen, deren Abbau für die Menschen attraktiv ist. Es gibt Eisenerz, Bleierz, Kupfer, Steinsalz, Phosphat, Quecksilber, Marmor und etwas Silber, Steinkohle und Erdgas. Mit dieser Vielfalt an Rohstoffen bildet er eine Ausname (siehe Geologischer Ausnahmefall für Afrika) unter den Gebirgen Afrikas, denn die Saharagebirge Ahaggar und Tibesti oder die Gebirge Äthiopiens im Osten des Kontinents weisen gar keine Rohstoffvorkommen auf. Einzig im Süden des Kontinents gibt es ähnlich Rohstoffreiche Gebiete.
Klima
Äthiopien
Äthiopien
Grundsätzlich herrscht ein mediterranes Klima. Die Sommer sind daher recht heiß, während es im Winter auch aufgrund der Höhe zu starken Schneefällen bei nicht allzu niedrigen Temperaturen kommt. In der meisten Zeit des Jahres bleiben zumindest die höheren Gipfel mit Schnee bedeckt, allerdings schmilzt dieser spätestens in den Sommermonaten wieder ab. Gletscher gibt es daher nicht.
Im etwa mittig im Atlas liegenden Hochland der Schotts betragen die mittleren Monatstemperaturen etwa 26 °C im Sommer und um 4 °C im Winter.
Der Atlas als Scheidelinie
Vom Norden dringen kalte und feuchte Luftmassen zum ihm, während ihn über die Sahara südlich die sehr heißen und trockenen Winde des Schirokko erreichen. Er bildet somit eine Scheidelinie zweier sehr verschiedener klimatischer Räume. Die südlichen Hänge des Saharaatlases haben daher ein völlig anderes Klima als die nördlichen Hänge des Tellatlases. Das Gebiet der zur Wüste gerichteten Hänge weist nämlich kaum Niederschlag auf und unterliegt starken, tageszeitbedingten Temperaturschwankungen. Weiter nördlich trifft man auf ein etwas milderes Klima mit deutlich mehr Niederschlag und mit weniger Temperaturschwankungen im Laufe eines Tages. Neben den stärken Schwankungen der Temperaturen im Verlauf eines Tages weist das südliche Klima auch einen stärker kontinental geprägten Charakter auf, der die Winter kälter und die Sommer wärmer werden lässt.
Schneeschmelze und Regen
Aufgrund der alljährlich abschmelzenden Schneemassen im Frühling und auch durch neuen Niederschlag zu dieser Zeit entstehen zahlreiche Bäche und Flüsse, die teilweise nach beendeter Schneeschmelze wieder austrocknen und speziell Wadi genannt werden. Zwischen dem Tellatlas und dem Saharaatlas im Hochland der Schotts entstehen als Schotts bezeichnete Salzseen durch Regen- und Schmelzwasser, die im späten Sommer aber wieder bis auf kleinere Lachen austrocknen.
Lache
Lache
Flora und Fauna
Aufgrund jahrhundertelanger Abholzung und Beweidung sind seine Wälder heute hauptsächlich durch immergrüne Strauchgewächse ersetzt. Es wachsen dort heute Macchiagebüsche, Korkeichen, Aleppokiefern, Zedern, Wacholder, zum Teil wilde Ölbäume, darunter besonders in Marokko Arganbäume und große Flächen von Thymian und Rosmarin. Es gibt außerdem auch Kakteen, Feigenbäume und verschiedene Palmengewächse. An gut bewässerten Stellen findet man auch lockere Bestände von Akazien und Jujube. Auch bei der Pflanzenwelt der Region fällt insgesamt stark auf, wie groß die Unterschiede zwischen dem nördlichen und dem südlichen Atlas sind. Die durchaus fruchtbaren Böden werden auch landwirtschaftlich genutzt.
Auch die Tierwelt ist aufgrund der beiden aufeinandertreffenden Klimazonen äußerst vielfältig. Im Norden gibt es die typischen Tiere des Mittelmeerraumes, wie zum Beispiel Wildschweine, die zwischenzeitig sehr selten wurden oder mittlerweile domestizierte Esel. Südlich kommen die spezialisierten Tierarten der wüstennahen Region vor, wie Gazellen, die vom Aussterben bedrohten Leoparden und Geparden, Hyänen, Wüstenhasen und -Springmäuse. In beiden Regionen gibt es außerdem noch Kleinreptilien, Schlangen und natürlich zahlreiche Arten von Insekten.
Insekt
Besiedlung
Alle größeren Städte Algeriens liegen im Nordteil des Landes und damit in der Region des Atlasgebirges, da im südlichen Teil die Sahara, die extrem schlechte Siedlungsbedingungen liefert, liegt. Auch die großen Städte Tunesiens und Marokkos liegen in der Region des Gebirges. Die dichtesten Siedlungsgebiete liegen allerdings eher unmittelbar an der Küste zum Mittelmeer. Einige große Städte, wie zum Beispiel das marokkanische Marrakesch mit etwa 850.000 (2004) Einwohnern liegen auch direkt am Fuß der Berge. Die algerischen Städte Constantine in 650 Metern Höhe mit etwa 500.000 (2005) Einwohnern und besonders El Djelfa in über 1.100 Metern Höhe mit etwa 235.000 (2005) Einwohnern sind die einzigen Städte von nennenswerter Größe, die sich wirklich im Gebirge befinden.
Kleinere Siedlungen finden sich aber zahlreich überall dort, wo Wasser auch in Form der Wadi zur Verfügung steht.
Geschichte und Mythologie
Homer und Herodot, die griechischen Dichter und Historiker aus der Antike sahen in ihm die westliche Grenze der damals bekannten Welt.
Den arabischen Geographen zur Zeit der Islamische Expansion schien der gebirgige Nordwestvorsprung wie eine Insel, da er nördlich vom Meer und südlich durch die karge Wüste abgeschnitten wurde. Diese Insel erhöbe sich nach ihren Vorstellungen gegenüber dem andalusischen Gebirgsland im heutigen Spanien und auch für sie bildete er den äußersten Westen der Welt. Anderseits aber haben die damaligen arabischen Geographen den Begriff des Atlasgebirges unnatürlich nach Osten hinaus erweitert.
Siehe auch: Atlas (Mythologie)
Kategorie:Gebirge in Afrika
Kategorie:Maghreb
Kategorie:Geographie (Marokko)
Kategorie:Geographie (Algerien)
Kategorie:Geographie (Tunesien)
ja:アトラス山脈
Marokko---Sidenote START---
Das Königreich Marokko (المملكة المغربية ) ist ein Staat in Nordwest-Afrika.
Es grenzt an Algerien, Mauretanien, die beiden spanischen Exklaven Ceuta und Melilla, den Atlantik und das Mittelmeer.
Marokkos Südgrenze bleibt jedoch wegen des Westsaharakonfliktes bis zum Abhalten eines UNO-Referendums über die zukünftige Zugehörigkeit der Westsahara international umstritten.
Landesname
Während sich das Land in der eigenen offiziellen Staatsbezeichnung "al-Mamlakah al-Maghribiyah" anspruchsvoll und eher allgemein als "Maghrebinisches Königreich" bezeichnet (bis in die 1960er übrigens "Scherifisches Maghrebinisches Königreich") hat sich international die europäische Ableitung des Namens der ehemaligen Hauptstadt Marrakesch für das gesamte Königreich Marokko durchgesetzt.
Geographie
Die wichtigsten Städte sind (Stand Volkszählung 2. September 2004):
# Casablanca: 2.933.684 Einwohner
# Rabat: 1.622.860 Einwohner
# Fès: 946.815 Einwohner
# Marrakesch: 823.154 Einwohner
# Agadir: 678.596 Einwohner
Siehe auch: Liste der Städte in Marokko
Bevölkerung
Rund 60% (Januar 2005) der Bevölkerung leben in Städten. Nordmarokko mit der alten Metropole Fes sind eher arabisch, Südmarokko und dessen Metropole Marrakesch eher berberisch geprägt.
Sprache
Die landesweite Amtssprache ist Arabisch. Von Marokkanern berberischer Abstammung werden auch diverse Berbersprachen (Tachelhit, Tamazight, Ghomara, Tarifit, Senhaja de Srair, und ehemals auch Judeo-Berberisch) gesprochen. Französisch wird im gesamten Land als Geschäfts- und Bildungssprache benutzt, verliert aber langsam an Bedeutung bei der Bevölkerung. Im Norden Marokkos wird zusätzlich Spanisch gebraucht (aber auch andere westliche Sprachen). Im Süden ist Französisch sehr angebracht um sich zu verständigen. Englisch ist kaum verbreitet.
Religion
98% der Bevölkerung sind Muslime, 1,4% Christen und 0,6% Juden. Der Islam in Marokko ist durchaus liberaler als in anderen arabischen Staaten, was vermutlich mit der engen Bindung an Europa zusammenhängt. Nicht mehr alle Frauen tragen ein Kopftuch oder Schleier. Besonders in den Städten kleiden sich immer mehr Frauen nach europäischen Vorbild betont modisch. Auch alleine Ausgehen ist für Frauen zumindest in den Städten kein Problem mehr.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Marokkos
Marokko wurde seit Beginn der historischen Überlieferung von Berberstämmen bewohnt, die im 3. Jahrhundert v. Chr. das Königreich Mauretanien bildeten. Nach der römischen Herrschaft mussten sich die Berber am Ende des 7. Jahrhunderts den Muslimen unterwerfen. Schnell wurde der Islam von den Berbern übernommen, doch kam es wegen Diskriminierungen durch die arabischen Muslime bald zu Aufständen. Diese führten schon im 8. Jahrhundert zur Bildung eigenständiger Reiche. Die bedeutendsten Dynastien im Mittelalter waren die Almoraviden, die Almohaden und Meriniden. Den Almoraviden gelang im 12. Jahrhundert sogar die erstmalige Vereinigung des Maghreb unter dem Einschluss von Andalusien. Die folgenden Dynastien blieben in ihrer Herrschaft weitgehend auf Marokko beschränkt. Seit dem 15. Jahrhundert war die Berberbevölkerung auch weitgehend arabisiert. Mit den Alawiden kam im 17. Jahrhundert die bis heute in Marokko regierende Dynastie an die Macht. Sie konnte die Unabhängigkeit des Landes gegenüber den europäischen Kolonialmächten lange behaupten und musste erst 1912 das französische Protektorat anerkennen. Doch schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg war Frankreich gezwungen, Marokko in die Unabhängigkeit zu entlassen (1956). Im selben Jahr gab auch Spanien sein 1912 besetztes an der marokkanischen Mittelmeerküste gelegenes Protektorat Spanisch-Marokko zurück.
1976 annektierte Marokko nach dem Grünen Marsch von 1975, an dem über 350.000 unbewaffnete marokkanische Zivilisten teilnahmen, die benachbarte Westsahara, die bisher als Kolonie von Spanien verwaltet wurde und vorher unter weitgehendem marokkanischem und (gebietsweise) mauretinischem Einfluss stand. Der damalige König Marokkos, Hassan II., bat den internationalen Gerichtshof in Den Haag um ein Urteil, das die historische Zugehörigkeit der Westsahara zu Marokko belegen sollte. Der internationale Gerichtshof in Den Haag sprach Marokko jedoch sämtliche Besitzansprüche auf die besetzten Gebiete ab, worauf Marokko das Urteil schlicht ignorierte. Die UNO forderte Marokko auf, in einer Volksabstimmung die verbliebene und die vertriebene Bevölkerung der Westsahara über Freiheit oder Zugehörigkeit zu Marokko entscheiden zu lassen. Hassan II. stimmte diesem Vorgehen zu, die Abstimmung hat jedoch bis heute nicht stattgefunden. Indes betreibt Marokko eine umfassende Besiedlungspolitik in der Sahara, wohl um den marokkanischen Bevölkerungsanteil bis zur Abstimmung groß genug werden zu lassen. Ein Teil der saharouischen Bevölkerung lebt in Flüchtlingslagern in der algerischen Sahara. Wegen der Aufnahme der Arabischen Demokratischen Republik Sahara in die Afrikanische Union (AU) hat Marokko als einziger afrikanischer Staat es vorgezogen, nicht Mitglied der AU zu sein.
Siehe auch: Westsaharakonflikt, Liste der Könige Marokkos, Liste der französischen Generalresidenten für Marokko, Liste der Premierminister von Marokko.
Politik
Marokko ist eine konstitutionelle Monarchie, deren derzeitiges Staatsoberhaupt, seit dem 23. Juli 1999, König Mohammed VI. ist. König Mohammed VI. gehört der Dynastie der Alawiden an, die seit über drei Jahrhunderten über Marokko herrscht. Er ist nicht nur weltliches, sondern als Führer der Gläubigen auch geistiges Oberhaupt der marokkanischen Bevölkerung. Der König ernennt nicht nur den Premierminister, der in der Regel von der stärksten politischen Partei des Parlamentes vorgeschlagen wird, sondern auch das gesamte Kabinett und verfügt daneben über zahlreiche Befugnisse, die seine Position als mächtigste Instanz des Staates untermauern. Im Vergleich zu europäischen Monarchien hat der marokkanische König weitergehendere Kompetenzen, wobei jedoch in der Praxis der Premierminister die politischen Tagesgeschäfte führt.
Derzeitiger Premierminister ist seit dem 7. November 2002 der parteilose Driss Jettou.
Marokko verfügt seit einer konstitutionellen Reform von 1996 über ein parlamentarisches Zweikammernsystem aus Nationalversammlung und Senat. Darüber hinaus gewährt die Verfassung des Landes eine unabhängige Judikative. Die Richter des Obersten Gerichtshofes werden vom König ernannt.
Siehe auch: Politisches System Marokkos
Außenpolitik
Marokko war das erste Land, welches die jungen Vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1777 offiziell anerkannte. Der "Moroccan-American Treaty of Friendship" von 1783, welcher von US-amerikanischer Seite von John Adams und Thomas Jefferson unterzeichnet wurde, ist somit auch Amerikas längster ungebrochener Freundschaftsvertrag mit einem anderen Staat. Die US-Marokkanischen Beziehungen sind so gut, dass die Vereinigten Staaten Marokko den Status eines Hauptverbündeten Alliierten außerhalb der NATO (Major Non-Nato Ally) im Juni 2004 zuerkannten (Quelle: [http://www.state.gov/r/pa/ei/bgn/5431.htm background note on Morocco, Oct. 2004] des US-Außenministeriums).
Marokkos Politik ist dediziert pro-westlich und pro-europäisch, wobei es starke politische, kulturelle und auch soziale [http://europa.eu.int/comm/external_relations/morocco/intro/ Bindungen zu Europa] unterhält.
Mit Spanien existieren noch ungelöste Territorialstreitigkeiten über die Exklaven Ceuta und Melilla, sowie über die küstennahen Inseln Isla Perejil, Chafarinas, Alhucemas und Vélez de la Gomera. Die Souveränität Spaniens über die genannten Gebiete werden von Marokko nicht anerkannt. Der Streit eskalierte 2002, als marokkanische Truppen die Isla del Perejil besetzten. Ein spanisches Armeekommando überwältigte die marokkanischen Soldaten unblutig und repatriierte sie.
Regionen und Provinzen
Im Rahmen eines Dezentralisierungsprogramms wurden 1997 die Provinzen zu Regionen zusammengefasst.
- (Oued Eddahab-Lagouira)
- (Laayoune-Boujdour-Sakia El Hamra)
- Guelmim-Es Smara
- Tiznit
- Tata
- Tan-Tan
- Souss-Massa-Draa
- Agadir
- Ouarzazate
- Zagora
- Mhamid
- Gharb-Chrarda-Beni Hassan
- Kenitra
- Chaouia-Ourdigha
- Ben Slimane
- Settat
- Oued Zem
- Marrakech-Tensift-El Haouz
- Marrakech
- Essaouira
- el Kelaa des Sraghna
- Oriental
- Nador
- Oujda
- Bou Arfa
- Casablanca
- Rabat-Salé-Zemmour-Zaar
- Rabat-Salé
- Khemisset
- Doukkala-Abda
- El Jadida
- Safi
- Tadla-Azilal
- Beni Mellal
- Kasba Tadla
- Azilal
- Meknès-Tafilalt
- Meknès
- Khenifra
- Ksar es Souq
- Fès-Boulmane
- Fès
- Boulmane
- Taza-Al Hoceima-Taounate
- Taza
- Al Hoceima
- Taounate
- Tanger-Tétouan
- Tanger
- Tétouan
- Chechaouene
Oued Eddahab-Lagouira, der größte Teil von Laayoune-Boujdour-Sakia El Hamra und Teile von Guelmim-Es Smara bilden die Westsahara, deren Zugehörigkeit zu Marokko international nicht anerkannt ist.
Wirtschaft
Marokko ist reich an Phosphat, weshalb ca. 75 % des weltweit geförderten Phosphats aus Marokko stammt. Daneben gibt es Rohstoffvorkommen von Phosphor, Erdöl, Erdgas, Kohle, Salz, Eisenerz, Blei, Kupfer, Zink, Silber, Gold, Mangan, Nickel, Kobalt. Seinen Bedarf an Energie kann Marokko nur zu rund 13 % aus eigenen Mitteln decken.
Die Landwirtschaft Marokkos macht 16 % am BIP aus (Stand: 2003), kann jedoch als wichtigster Wirtschaftssektor betrachtet werden, da hier ca. 43 % der erwerbstätigen Bevölkerung beschäftigt sind. Angebaut werden Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Oliven, Zitrusfrüchte, Baumwolle, Wein, Mandeln, Datteln und Tabak. Die Viehzucht in den Steppen der Meseta, im Osten des Landes und in den Gebirgen wird teilweise nomadisch betrieben (Schafe, Ziegen, Rinder, Esel, Kamele, Pferde). Rund 10 % des Waldbestandes sind Korkeichen (Marokko ist der drittgrößte Korkproduzent der Erde). Küsten- und Hochseefischerei an der Atlantikküste sind bedeutend für den Export.
Im Industriesektor, dem Bergbau und der Bauwirtschaft werden insgesamt 33 % des Bruttoinlandproduktes erwirtschaftet (Stand: 2003). Die Industrie verarbeitet vor allem die Agrar- und Fischfangerträge. Wichtig ist auch die Textilindustrie, wobei aber auch die traditionelle Verarbeitung von Leder, Textilien und Metall nach wie vor eine Rolle spielt. Des Weiteren sind die Produktion von elektrotechnischen Gütern, die Metallverarbeitung, die Produktion von Autoteilen und die chemische Industrie maßgebend für den marokkanischen Industriesektor.
Im Dienstleistungsbereich werden 53 % (Stand: 2003) des BIP Marokkos erwirtschaftet, wobei es sich hierbei hauptsächlich um Dienstleistungen den Tourismus betreffend handelt. Etwa 80 % der Touristen die Marokko besuchen sind Europäer.
Außenwirtschaft:
Exportiert werden jährlich Güter in einem Gesamtwert von ca. 7,1 Mrd. Euro (Stand: 2003).
Hauptexportgüter des Königreiches sind Nahrungsmittel und Tabak, welche ca. 33,6 % des Exportvolumens ausmachen, Konsumgüter (22,1 %), Phosphate und Düngemittel (21,7 %) sowie Fisch und Fischereiprodukte (14,5 %). Hauptabnehmer marokkanischer Güter sind Frankreich (27 %), Spanien (13 %), Großbritannien (8 %) sowie Deutschland und Italien (jeweils 6 %). Importiert werden nach Marokko jährlich Güter im Gesamtwert von ca. 9,6 Mrd. Euro. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um industrielle Vorprodukte und Halbfertigwaren (23,8 %), Maschinen und Transportmittel (20,2 %) sowie Nahrungsmittel (13,5 %). Hauptlieferanten dieser Importgüter sind Frankreich (24,3 %), Spanien (9,8 %) und Großbritannien (6,0 %).
Eine der weitaus wichtigsten Einnahmequellen Marokkos sind jedoch vor allem die Geldüberweisungen der im Ausland lebenden und arbeitenden Marokkaner. Allein in Europa leben ca. 1 Million marokkanische Arbeitsemigranten, die durch ihre Überweisungen für eine Devisenzufuhr von etwa 2,2 Milliarden Euro sorgen, eine Summe welche die Einnahmen aus dem Tourismus oder dem Export von Phosphaten übersteigt und somit unerlässlich für Marokko ist.
Marokko verfügt über eine marktwirtschaftlich orientierte Wirtschaftsordnung, welche den Schutz des Eigentums, Gewerbe- und Niederlassungsfreiheit und Wettbewerb vorsieht. Zu Zeiten Hassans II. stellte Marokko einen Antrag zur Aufnahme in die EG, welcher jedoch abgelehnt wurde. Marokkos Ziel der EU beizutreten ist mit der Unterzeichnung eines [http://europa.eu.int/comm/external_relations/morocco/intro/ Assoziationsabkommens mit der EU] im Jahr 1996 (in Kraft getreten im Jahr 2000) ein Stück näher gerückt. Seit den 1990ern gilt die marokkanische Wirtschaft als liberalste und offenste Volkswirtschaft des Maghreb.
Seit den späten 1980er Jahren bemüht sich das Königreich seine Staatsbetriebe zu privatisieren, wobei bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt weniger als ein Viertel dieser staatlichen Unternehmen diesen Prozess durchlaufen haben. Erst vor Kurzem erlaubte Marokko ausländischen Kreditinstituten den Erwerb von Minderheitenbeteiligungen an marokkanischen Banken. Eine weitere Öffnung des Marktes für ausländische Investoren wurde bereits angekündigt.
Mit den Vereinigten Staaten von Amerika wurde eine Freihandelszone vereinbart. Das [http://www.moroccousafta.com/ftafulltext.htm US-marokkanische Freihandelsabkommen] wurde am 22. Juli 2004 vom US-Senat bei einer Stimmenmehrheit von 85 zu 13 ratifiziert und wird, sobald es in Kraft tritt, den Handel für 95 % der Industrie- und Konsumgüter ohne Zölle ermöglichen und den Handel mit Agrargütern für beide Länder erheblich erleichtern. Für das Jahr 2010 ist auch die Verwirklichung einer Freihandelszone mit der EU geplant.
Verkehr
Marokko hat Flughäfen in Casablanca, Tanger, Rabat, Tétouan, Al Hoceima, Fès, Oujda, Marrakesch, Ouarzazate, Essaouira und Nador. Der für den Tourismus wichtigste Flughafen ist Agadir.
Ebenfalls vorhanden sind Autobahnen.
Kultur
- Nationalfeiertag ist der 30. Juli (Thronbesteigung des Königs).
- Liste der zum Weltkulturerbe gehördenden Stätten in Marokko
Weblinks
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=106 Seite des Auswärtigen Amtes Deutschland]
- [http://europa.eu.int/comm/external_relations/morocco/intro/ Beziehungen zwischen Marokko und der EU] (auf Englisch)
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/mo.html Morocco], aus dem CIA World Factbook (auf Englisch).
- [http://imurig.c.la Berberische Musik aus Marokko zum online anhören mit Texten und Biographien]
- [http://wikitravel.org/de/Marokko Reiseinfos zu Marokko] auf Wikitravel
Kategorie:Staat
Kategorie:Mittelmeer
Kategorie:Monarchie
ja:モロッコ
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zh-min-nan:Morocco
Tunesien
Tunesien ist ein Staat in Nordafrika, der an das Mittelmeer, Algerien und Libyen grenzt.
Geographie
Libyen
Hauptartikel: Geographie Tunesiens
Tunesien ist das nördlichste Land Afrikas, nur 140 Kilometer von Sizilien entfernt, und erstreckt sich zwischen dem Mittelmeer und der Sahara, zwischen 37° 20’ und 30° 10’ nördlicher Breite sowie zwischen 7° 30’ und 12° östlicher Länge. Es ist Bestandteil des Maghreb und mit einer Größe von 163.610 km² weniger als halb so groß wie Deutschland. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung zwischen Cap Blanc und der Grenzstation Bordj el Khadra beträgt rund 897 km, die größte Ost-West-Ausdehnung zwischen der Insel Djerba und Nefta etwa 330 km.
Tunesien hat eine ungefähr 1.300 km lange Küstenlinie am Mittelmeer.
Der Nordwesten Tunesiens wird vom Tell-Atlas bestimmt. Parallel zur Nordküste verlaufen von der algerischen Grenze bis zur Bucht von Bizerte die Gebirgszüge der Kroumirie. Daran schließt sich nordöstlich das Mogod-Bergland an, welches im Cap Blanc ins Meer abbricht. Sie sind mit ihrer Höhe von 700-800 m (Kroumirie) und 300-400 m (Mogod) mit bewaldeten Mittelgebirgen vergleichbar. Auf der dem Wind abgewandten Seite des Gebirges schließt sich das Talbecken des Medjerda an, dessen Unterlauf zur wichtigsten Agrarzone des Landes gehört.
Die Bergrücken der Dorsale verlaufen von Nordost (Cap Bon) nach Südwest (Djebel Chambi, 1.544 m) in einer Länge von 220 km und bilden die Klimascheide zwischen dem mediterranen Norden und dem trockenen Steppenklima Mitteltunesiens.
Östlich der Dorsale entlang der Mittelmeerküste zwischen Hammamet und Skhira, Sousse und Sfax umschließend, liegt der Sahel (arab. für Ufer) genannte Küstenstreifen, der durch regenbringende Ostwinde sehr fruchtbar ist und unter anderem große Olivenbaumkulturen ermöglicht. Diese Kulturlandschaft wird seit der Antike intensiv genutzt.
Südlich der Dorsale schließt sich die Schottsenke (Chott el Djerid, Salzsee) an, die noch weiter südlich in die Wüste Sahara mit dem Großen Östlichen Erg übergeht.
Entlang des Mittelmeeres, etwa von Gafsa im Westen bis zur libyschen Grenze erstreckt sich die Djeffara-Ebene, welche durch das bis zu 600 m hohe Dahar-Bergland vom Erg getrennt ist.
Klima, Flora und Fauna
Dahar
In Tunesien stoßen mediterranes und arides Klima aufeinander. Die Niederschläge nehmen von Nord nach Süd ab und von West nach Ost leicht zu. Es lassen sich unterscheiden:
- der winterfeucht-sommertrockene Norden
- die vom wechselhaften Klima bestimmte zentraltunesische Steppenregion mit heißen Sommern, kalten Wintern und abnehmenden Niederschlägen
- die vom Meer beeinflusste Mittelmeerküste mit ausgeglichenerem Klima
- das Wüstenklima südlich der Schotts
Niederschläge fallen fast nur in den Wintermonaten und werden meistens von Tiefausläufern des weiter nördlich gelegenen Westwinddrifts herangeführt. Im Sommer liegt das gesamte Land im Bereich der subtropischen Hochdruckzone, welche die Tiefdruckgebiete der Westwinddrift um das Mittelmeer herumleitet.
Jedoch kann es in Ausnahmefällen auch im Sommer zu heftigen Regenfällen kommen, die vorher ausgetrocknete Oueds (Wadi) in reißende Ströme verwandeln.
Mit zunehmender Entfernung vom Mittelmeer weicht sein ausgleichender Einfluss einem kontinentalen Klima. Die extremsten Unterschiede werden in der Sahara mit sommerlichen Temperaturen von 50° C und Bodenfrösten im Winter erreicht.
Unerträgliche Hitze kann der in Tunesien Chehili genannte Saharawind Scirocco bringen.
Während im Norden die jährliche Niederschlagsmenge noch über 400 mm liegt und damit für einen erfolgreichen Regenfeldbau ausreicht, ist im Süden die Verdunstung stärker als die Niederschlagsmenge.
Bevölkerung
Der Islam ist in Tunesien Staatsreligion, etwa 98 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime.
Die größte ethnische Minderheit stellen die Berber dar, deren Anteil jedoch nur mit 0,97 % angegeben wird, da die Berber weitestgehend als arabisiert und angepasst gelten.
Es existieren kleine Minderheiten von Europäern im Norden des Landes, vor allem in der Umgebung von Tunis. In den letzten Jahren kamen weitere
Einwanderer aus Afrika, die sich überwiegend im Süden des Landes ansiedelten und dort größtenteils in der Landwirtschaft arbeiten.
Die wenigen Christen sind meist europäischer Abstammung. Auf Djerba leben noch einige muslimische Kharidjiten sowie knapp 1.000 Juden.
Auf der Halbinsel Djerba steht seit wahrscheinlich über 1.000 Jahren die Synagoge "La Ghriba". "La Ghriba" heißt übersetzt so viel wie "Die Bizarre". Der Legende nach ist sie eine der ältesten Synagogen des Judentums. Jedes Jahr, am 33. Tag nach dem Pessach-Fest (zeitgleich mit dem westkirchlichen Ostertermin), findet hier die größte jüdische Wallfahrt Nordafrikas statt. Zu dieser Wallfahrt werden Gläubige aus der ganzen Welt erwartet.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Tunesiens
Tunesien wurde im 1. Jahrtausend v. Chr. von Berbern bewohnt, bevor die Phönizier Handelskolonien an der Küste gründeten. Zur bedeutendsten Kolonie stieg bald Karthago auf, das im 5. Jahrhundert v. Chr. das westliche Mittelmeer beherrschte. In den Punischen Kriegen wurde es aber von Rom besiegt und zerstört. Mit dem Niedergang des Römischen Reiches wurde Tunesien Teil des Vandalenreichs, das aber im 6. Jahrhundert von Byzanz erobert wurde.
Nach der Unterwerfung des Landes durch die Muslime im 7. Jahrhundert wurde Ifriqiya, das heutige Tunesien, Reichszentrum der Aghlabiden, Fatimiden und Hafsiden.
Während des 16. Jahrhunderts versuchte Spanien die Herrschaft über Tunesien zu erringen, wurde aber von den Osmanen und den mit ihnen verbündeten Korsaren vertrieben. Unter der osmanischen Oberherrschaft kamen 1705 die Husainiden an die Macht. Auch wenn diese wieder politische Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung ermöglichten, wurde Tunesien 1881 dennoch ein Protektorat Frankreichs. Nachdem das Land während des Zweiten Weltkrieges Schauplatz heftiger Kämpfe geworden war, erlangte es 1956 seine Unabhängigkeit und wurde am 25. Juli 1957 zur Republik erklärt. (siehe auch die Liste der französischen Ministerresidenten, Generalresidenten und Hochkommissare)
Tunesien ist heute neben dem Libanon eines der am stärksten westlich geprägten arabischen Länder.
Staatsgründer Habib Bourguiba wurde von den Franzosen nach jahrelanger Haft entlassen und führte das Land 1956 in die offizielle Unabhängigkeit. Nach dem Zwischenfall von Bizerte zogen 1961 auch die letzten französischen Truppen ab und Tunesien wurde in die Selbstverwaltung entlassen.
Habib Bourguiba entpuppte sich als westlich geprägter Visionär und führte mit der Staatsgründung sogleich das Frauenwahlrecht ein – als erstes arabisches Land überhaupt. Er forderte eine strikte Trennung zwischen Staat und Religion, trennte die Gesetzgebung weitestgehend von der Scharia ab und übernahm bewusst große Teile der französischen Staats- und Verwaltungsstrukturen. So ist erst seit wenigen Jahren das Arabische die Hauptsprache bei allen Verwaltungsangelegenheiten – neben der französischen Sprache. Sowohl unter Bourguiba als auch unter Ben Ali wurden mehrere Programme erwirkt, um die Beschäftigungsquote bei Frauen auf europäisches Niveau zu steigern (derzeit: 33 %), um die gesellschaftliche Gleichstellung stärker voranzutreiben.
Das Land schloss zudem mit der Europäischen Union ein Assoziationsabkommen ab, das 2008 in Kraft treten wird und eine Sicherung von Grundrechten für die gesamte Bevölkerung voraussetzt.
Politik
Tunesien ist eine Republik, die durch eine einzige politische Partei beherrscht wird.
Die einzige an der Regierung beteiligte Partei war 25 Jahre lang auch die einzige zugelassene Partei. Sie beherrscht noch heute das politische Leben.
Der Präsident wird auf fünf Jahre gewählt. Regionale Gouverneure und lokale Verwalter werden ebenfalls durch die Zentralregierung ernannt; beratende Bürgermeister und städtische Räte werden gewählt.
Die Justizgewalt ist unabhängig, reagiert aber auf Empfehlungen der Exekutive, besonders in politischen Fällen.
Tunesien verfügt nur über ein schwaches Militärwesen, das überwiegend mit der Überwachung der Grenzen des Landes betraut ist. Als Absicherung des Landes gilt ein Abkommen mit Frankreich, Tunesien in einem Angriffsfall zu verteidigen. Diese Verfahrensweise entstand aus der Einschätzung, dass Tunesiens Hauptbedrohung im Inland liegt.
Tunesien verfügt über ein sehr gut ausgebautes Netz aus regionalen Polizeibehörden, Bundespolizeibehörden und polizeilichen Sondereinheiten, die direkt dem Innenministerium unterstellt sind.
Tunesiens offene, europäisch orientierte Politik und die auf Tourismus fixierte Wirtschaft sind vielen Islamisten ein Dorn im Auge und bereits Ziel von mindestens einem islamistischen Anschlag gewesen.
Es gibt verschiedene beratende Körperschaften: Staatsrat, Sozial- und Wirtschaftsrat, Konstitutionsrat und den höheren islamischen Rat.
Menschenrechte
Die Meinungsfreiheit in Tunesien gilt als eingeschränkt. Am Fall von Zouhair Yahyaoui wird deutlich, dass bereits Kritik am Präsidenten im Internet zu langen Haftstrafen führen kann. Tunesien hat ein ausgereiftes System für Internetzensur aufgebaut.
Gouvernorate
Tunesien ist in 24 Gouvernorate gegliedert, deren geographische Größe ihrer Einwohnerzahl angepasst ist:
Mitgliedschaft Tunesiens in internationalen Organisationen
Wirtschaft
Tunesien ist ein Schwellenland mit einer Spitzenposition in Afrika und im Maghreb. Durch das Assoziationsabkommen mit der EU will Tunesien in den Kreis der Industrienationen aufsteigen.
Tunesien ist ein beliebtes Ziel für europäische Touristen, welche in den Küstenorten wie Hammamet, Sousse und Port El-Kantaoui Erholung suchen, die Wüste Sahara im Süden erkunden wollen oder archäologische Fundstellen wie Karthago, nicht weit von der im Norden des Landes gelegenen Hauptstadt Tunis, besichtigen wollen.
Tunesiens Hauptdevisenbringer sind die verarbeitende Industrie und der Fremdenverkehr (jährlich rund 4 Mio. Auslandsgäste). Letzterer konzentriert sich vor allem auf die Küstenregionen. Bedeutende Touristenorte sind die Regionen um den Golf von Hammamet (Hammamet, Nabeul, Sousse, Port El Kantaoui und Monastir) sowie die Insel Djerba.
Etwa 50 % der Landesfläche werden für intensive Landwirtschaft genutzt.
Im fruchtbaren Norden wird vor allem Obst, Gemüse und Getreide angebaut, in Zentraltunesien Datteln und Oliven. Bedeutend ist auch der Weinbau. Tunesien ist außerdem reich an Bodenschätzen wie Erdöl und Phosphaten, die ebenfalls exportiert werden.
Der Süden des Landes mündet in die Wüste Sahara und ist deshalb nach Süden immer weniger bewohnt und wirtschaftlich nutzbar.
Kultur
Tunesien ist bekannt für die große Zahl der erhaltenen römischen Mosaiken. Die bedeutendsten archäologischen Fundstücke werden im Museum Le Bardo aufbewahrt.
In Tunesien befindet sich El Jem, das besterhaltenste römische Amphitheater. Es hat ein Fassungsvermögen von 45.000 Zuschauern und wird noch heute für Konzerte genutzt.
Da Tunesien über die Jahrhunderte mehrere Einwanderungswellen aus Arabien, Spanien, Frankreich, Türkei, Westafrika, den Berber-Reichen und sogar aus Skandinavien erlebte, unterscheiden sich die Tunesier in ihrem Aussehen und Kulturleben etwas von anderen arabischen Kulturnationen, wie z. B. Saudi-Arabien, Jemen oder Libyen.
Dies äußert sich im Stadtbild (z. B. Place de Barcelone in Tunis oder besonders das andalusische Viertel Sidi Bou Said, Straßenbeschilderungen und Geschäftsschilder sind meistens auf französisch), in der Töpferei- und Keramikkunst (z. B. in Nabeul), zahlreichen Bauten verschiedenster Epochen (z. B. das Fort im Golf von Hammamet), der tunesischen Küche (z. B. Baguette, Frommage, Croissant sowie einigen Berbergerichten und dem beliebten "Makkarona" aus Italien).
Musik
Tunesien ist vor allem bekannt für die Musikrichtung des Malouf, welche andalusische Flüchtlinge nach der spanischen Eroberung im 15. Jahrhundert mitbrachten.
Malouf wird von kleinen Orchestern gespielt, bestehend aus Violine, Trommel, Sitar und Laute (Oud). Modernes Malouf hat einige Elemente der Berber-Musik im Rhythmus.
Baron Erlanger ist eine wichtige Figur der modernen tunesischen Musik. Er sammelte die Regeln und Geschichte des Malouf, welches 6 Bände füllte, und gründete eine Rachida, ein wichtiges Konservatorium, welches heute noch genutzt wird.
Zu den Künstlern des 20. Jahrhunderts zählen Anouar Brahem, ein Oud-Spieler; El Azifet, ein seltenes reines Frauen-Orchester; Khemais Tarnane; Raoul Journou; Saliha; Saleh Mehdi; Ali Riahi; Hedi Jouini sowie Fethia Khairi.
Bekannte Musikinstrumente sind u. a. die Darbouka (Trommel), welche man in Tunesien eigentlich in jedem Haushalt findet.
Kunsthandwerk
Teppiche, Webereien, Trachten, Lederverarbeitung, Holzverarbeitung, Metallverarbeitung (Schmieden,Kupfer), Schmuck, Korallen, Silber, Keramik, Töpferei, Glas, Mosaiken, Korbwaren aus Halfagras etc.
- [http://www.artisanat.nat.tn Offizielle Seite des Tunesischen Kunsthandwerks]
Sport
Tunesien ist besonders bekannt für:
- Fußball (Sieger im Afrika-Cup 2004, WM-Teilnehmer 2006, Zoubaier Baya)
- Handball (Austragungsort der WM 2005)
- Die Tunesien-Rallye "21. El Chott" vom 29.10-12.11.2005 [http://www.offroad-pro.de Veranstalter ]
- Im Sommer findet in der Nähe von Hammamet auch immer ein Schnellboot-Rennen statt.
Feiertage
Weitere Themen
- Portal:Tunesien
- Liste der Städte in Tunesien
Weblinks
- [http://museums.ncl.ac.uk/roman_africa/ELJEM.HTM El jem ]
- [http://www.datenreise.de/de/censorship/tunesien.php Internetzensur in Tunesien]
- [http://www.ministeres.tn Tunesische Regierung (frz)]
- [http://www.carthage.tn Tunesischer Präsident (frz)]
- [http://www.tunisiaonline.com/ Tunesien online (englisch)]
- [http://www.fremdenverkehrsamttunesien.de Fremdenverkehrsamt]
- [http://www.ins.nat.tn/ Tunesisches Institut für Statistik]
- [http://wikitravel.org/de/artikel/Tunesien Reiseführer Tunesien (Wikitravel)]
Kategorie:Staat
Kategorie:Mittelmeer
ja:チュニジア
ko:튀니지
ms:Tunisia
simple:Tunisia
th:ประเทศตูนิเซีย
zh-min-nan:Tunisia
Sahara
am 22. Februar 2004]]
Die Sahara ist mit 9 Millionen km² die größte Trockenwüste der Erde. Sie erstreckt sich von der Atlantikküste bis zur Küste des Roten Meeres und bildet ein Trapez von 4.500–5.500 km westöstlicher und 1.500–2.000 km nordsüdlicher Ausdehnung.
Die Sahara ist größtenteils eine Steinwüste (Hamada) oder Felswüste (Serir), oder auch Geröllwüste; die klischeehafte Sandwüste (Erg) macht nur einen ziemlich geringen Teil aus.
Etymologie
Die Bezeichnung Sahara kommt von der arabischen Übersetzung Sahhra صحراء des Tuareg-Wortes Tenere, das Wüste oder Sand bedeutet. Nach einer weiteren Theorie leitet sich der Begriff von sahraa bzw. es-ssah-ra ab, wobei der Prefix es ein Artikel ist und wurde denn auf Deutsch die bedeuten. Bei Ländereien kann man das Wort auch mit "öde, leer, nichts" oder "unfruchtbar" übersetzen.
Die alten Römer nannten das Land südlich von Karthago Terra Deserta für "unbewohntes/verlassenes Land". Im Mittelalter nannte man die Sahara schlicht "Große Wüste". Erst im 19. Jahrhundert hat sich die Bezeichnung "Sahara" durchgesetzt.
Die Araber nennen die Sahara Bahr bela ma für "Meer ohne Wasser" (vgl. Sahel für "Ufer").
Lage
In Ägypten wird sie durch die Flussoase des Nils unterbrochen. Im Norden befindet sich der Maghreb (Marokko, Algerien, Tunesien) und Libyen, im Süden liegt der Sahel.
Im Westen der Sahara gibt es einen Staat gleichen Namens (gelegentlich auch West-Sahara genannt), dessen offizielle Bezeichnung Demokratisch-arabische Republik Sahara ist. Dieser Staat ist de facto von Marokko besetzt und wurde bislang lediglich von wenigen, meist afrikanischen, Staaten anerkannt.
Geographie
Das Klima ist äußerst trocken und heiß. Meistens weht während des ganzen Jahres der Passat, der wenig Niederschlag bringt. Der einzige Dauerfluss ist der Nil. Die extremen Temperaturschwankungen von tagsüber bis zu 63 °C – nachts bis zu 30 °C geringer – tragen u.a
zur Wüstenbildung bei. Im Winter sind nachts bis zu -10 °C zu messen. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge in der Sahara beträgt ca. 45,5 mm. Manche Jahre regnet es jedoch gar nicht. Die Sahara weist einige Gebirgsketten auf, wie etwa das Hoggargebirge und das Tibestigebirge. Höchste Erhebung ist der Emi Koussi im Tibesti mit 3415 m ü.NN
Geologie
In der Pluvialzeit war die Sahara wasserreicher und begrünt, wie zahlreiche Felsmalereien und die von den Gebirgen ausstragenden, oft über 1.000 km langen Trockenflussbetten (Wadis) beweisen. Neueste Forschungen der Universität von Illinois in Chicago aus dem Jahr 2004 haben ergeben, dass das Grundwasser unter Ägypten und Libyen bis zu einer Million Jahre alt ist. Es fließt langsam in einem unterirdischen System von Nubien aus mit einer Geschwindigkeit von nur ein bis zwei Metern pro Jahr nordwärts.
Geschichte
Die Sahara, einst wasserreicher und grüner als heute, erfasste die neolithische Revolution beinahe zur selben Zeit wie die Hochkulturen an Nil, Euphrat und Tigris. Etwa im 6. Jahrtausend v. Chr. begannen die Bewohner der Region mit dem Ackerbau. Eine Städtekultur wie in den genannten Gebieten der Hochkulturen bildeten sie aber nie aus.
Im 20. Jahrhundert v. Chr. beginnt die Pferdezeit, so benannt, weil ab dieser Zeit Pferde in den Motiven der Höhlenmalerei vorherrschen. Ebenso wie in Ägypten, Anatolien und der Ägäis wurde im 16. Jahrhundert die "Wunderwaffe" der Bronzezeit, der Streitwagen, eingeführt. Pharao Ramses III. listet 92 Streitwagen sowie 184 Pferde als Beute seines Libyen-Feldzuges auf.
Anfang des 1. Jahrtausend v. Chr. beginnt die Austrocknung der Sahara und somit der langsame Niedergang von Ackerbau und Viehzucht. Durch die assyrische Eroberung Ägyptens im 7. Jahrhundert v. Chr. kommt das Kamel nach Afrika und löst das Pferd als wichtigstes Lastentier ab. Spätestens seit der Ptolemäerzeit wird es im größeren Maße eingesetzt.
Bevölkerung
Die geringe einheimische Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Arabern, Berbern und Mauren. Daneben gibt es kleine Gruppen wie die Tubu (auch Tibbu) und Tuareg. Neben der Viehhaltung war bis ins 19. Jahrhundert der Transsaharahandel eine wesentliche Lebensgrundlage für diese Bevölkerungsgruppen die auch als Yallas bekannt sind.
Literatur
- Barich, Barbara E.: People, water, and grain. The beginnings of domestication in the Sahara and the Nile valley, Rom 1998. ISBN 88-8265-017-0 (engl.)
- Rohlfs, Gerhard: Quer durch Afrika. Die Erstdurchquerung der Sahara vom Mittelmeer zum Golf von Guinea 1865-1867, Stuttgart 1984. ISBN 3-522-60580-2
- Mori, Fabrizio: The great civilisations of the ancient Sahara, Rom 1998. ISBN 88-7062-971-6 (engl.)
- Schiffers, Heinrich: Die Sahara. Entwicklungen in einem Wüstenkontinent, Kiel 1980. ISBN 3-554-60106-3
siehe auch
Sahara (Film)
Kategorie:Geographie (Afrika)
Kategorie:Wüste in Afrika
ja:サハラ砂漠
ko:사하라 사막
simple:Sahara Desert
th:ทะเลทรายซาฮารา
TellatlasDer Tellatlas (auch Kleiner Atlas) ist eine zum Atlasgebirge in Nordafrika gehörende Gebirgskette von über 1.000 Kilometern Länge in Marokko, Algerien und Tunesien, die direkt am Mittelmeer liegt.
Er wird nördlich vom Mittelmeer und südlich vom Hochland der Schotts eingeschlossen. Aufgrund eines Landvorsprungs bildet das Mittelmeer auch die östliche Grenze in Tunesien, während ihn westlich die weiteren Gebirgsketten Rif und Mittlerer Atlas in Marokko ablösen.Mittlerer Atlas
In seiner Region liegen viele große Städte, wie zum Beispiel die algerische Hauptstadt Algier mit etwa 1.500.000 (2005) Einwohnern oder Oran mit 770.000 (2005) Einwohnern. Die ebenfalls algerische Stadt Constantine mit etwa 505.000 (2005) Einwohnern liegt direkt im Gebirge auf 650 Metern Höhe.
Sein höchster Gipfel liegt 2.308 Meter über dem Meeresspiegel.
Kategorie:Gebirge in Afrika
Kategorie:Geographie (Marokko)
Kategorie:Geographie (Algerien)
Kategorie:Geographie (Tunesien)
Rif
Das Rif (auch Er Rif) ist eine zum Atlasgebirge in Nordafrika gehörende Gebirgskette von etwa 350 Kilometern Länge in Marokko, die direkt am Mittelmeer liegt.
Es bildet den afrikanischen Vorsprung zur Straße von Gibraltar gegenüber dem Vorsprung auf der Iberischen Halbinsel. Südlich wird es von den Gebirgsketten Mittlerer Atlas und Tellatlas abgelöst.
Es ist nicht sehr stark besiedelt, allerdings befinden sich die Städte Tanger mit etwa 620.000 Einwohnern (2004) nahezu direkt an der Küste zur Straße von Gibraltar und Tétouan mit etwa 320.000 Einwohnern (2004) auch nördlich am Fuß der Gebirgskette.
Der höchste Gipfel des Rif liegt 2.456 Meter über dem Meeresspiegel.
Tétouan
Weblinks
[http://www.haschisch-film.de Haschisch - Der Film] Dokumentarfilm von Daniel Gräbner über den Hanfanbau im Rif-Gebirge
Kategorie:Gebirge in Afrika
Kategorie:Geographie (Marokko)
Hoher Atlas
Der Hohe Atlas ist die höchste Gebirgskette des Atlas und befindet sich im Süden Marokkos.
Der Hohe Atlas erhebt sich vom Westen an der Atlantikküste in östliche Richtung bis vor die marokkanisch-algerische Grenze. Zum Atlantik wie südwestlich zur Sous-Ebene hin fällt er steil ab und bildet einen eindrucksvollen Kontrast zur Küste bzw. dem Antiatlas. Zum Norden hin, Richtung Marrakesch, fällt er weniger abrupt ab. Er ist die west-östlich verlaufende Wetterscheide Marokkos gegen die saharischen Klimaeinflüsse, die besonders im Sommer stark abgemildert werden. Der Hohe Atlas bildet die Grundlage für eine Vielzahl von Flusssystemen und damit auch für große landwirtschlaftliche Regionen südlich des Gebirges, aber noch mehr Richtung Norden.
Der höchste Gipfel, der Toubkal, erreicht über 4100 m. In den Hochlagen fällt regelmäßig Schnee (Wintersport), der bis in das Frühjahr hinein liegen bleibt.
Sehenswürdigkeiten
Lohnend ist die Fahrt über die das Gebirge überwindendenden Pässe. Zu Füßen des Hohen Atlas sind Ait Benhaddou (Kasbah) und die Wohnburgen in Ouarzazate sehenswert. Zwischen den Gipfeln auf 1600m Höhe liegt die Kasbah von Télouet (Sitz des Führers der Glaoua, einem Berberstamm, dem „Glaoui“) – auf dem Weg von Ouarzazate nach Marrakesch.
Eindrucksvoll sind weiterhin die Schluchten des Dades und des Todgha.
Atlas, Hoher
Atlas, Hoher
SaharaatlasDer Saharaatlas ist eine zum Atlasgebirge in Nordafrika gehörende Gebirgskette von etwa 950 Kilometern Länge in Marokko und Algerien. Er bildet eine Nordgrenze der Sahara.
Nördlich von ihm liegt das Hochland der Schotts, während südlich von ihm nur Wüste zu finden ist. Östlich umschlingt ihn die Tellatlas-Gebirgskette und westlich begrenzen ihn die marokkanischen Gebirgsketten Hoher Atlas und Djebel Sarhro.Djebel Sarhro
Aufgrund der Wüstennähe ist er nur da lebens- und siedlungsfreundlich, wo es Wasser in Form von Oasen oder den nur manchmal wasserführenden Wüstenflüssen, den Wadis gibt. Die Stadt El Djelfa mit etwa 235.000 (2005) Einwohnern liegt als einzige größere Stadt direkt im Gebirge auf über 1.100 Metern Höhe. Sie ist ein wichtiger Handelsknotenpunkt für die Nomaden und Halbnomaden der Sahara. Wenige weitere Städte finden sich an seinem Fuß.
Sein höchster Gipfel liegt 2.008 Meter über dem Meeresspiegel.
Kategorie:Gebirge in Afrika
Kategorie:Geographie (Marokko)
Kategorie:Geographie (Algerien)
Djebel SarhroDer Djebel Sarhro (auch Jabal Sirwah) ist eine zum Atlasgebirge in Nordafrika gehörende Gebirgskette von etwa 430 Kilometern Länge in Marokko.
Er wird nördlich von der ebenfalls zum Atlas gehörenden Gebirgskette Hoher Atlas und südlich von der Sahara begrenzt. Westlich stößt er auf die Antiatlas-Gebirgskette und östlich läuft er etwas länger aus, um noch in Marokko zur Grenze nach Algerien auf die Gebirgskette Saharaatlas zu treffen.Saharaatlas
Es gibt in der Region des Djebel Sarhro keine größeren Städte, da die Nähe zur Sahara siedlungsunfreundliche Bedingungen schafft und das Gebiet wegen des Einschlusses durch die nördlicheren Gebirgsketten schwer zugänglich ist. Einzig wo Wasser in Form von Oasen oder den nur manchmal wasserführenden Wüstenflüssen, den Wadis, vorkommt, gibt es Siedlungen.
Sein höchster Gipfel liegt 3.304 Meter über dem Meeresspiegel.
Kategorie:Gebirge in Afrika
Kategorie:Geographie (Marokko)
Paläozoikum
Das Paläozoikum, auch Erdaltertum, ist das älteste der drei Erdzeitalter (Ären) in die das Äon Phanerozoikum innerhalb der geologischen Zeitskala geteilt wird. Es umfasst den Zeitraum von 542 Millionen Jahren bis 251 Millionen Jahren vor der Gegenwart. Auf das Paläozoikum folgt das Mesozoikum. Das jüngste Zeitalter im Phanerozoikum ist dann das Känozoikum (Erdneuzeit).
Stellung des Paläozoikums im Phanerozoikum
- Phanerozoikum
- Känozoikum (65,5 Ma - heute)
- Mesozoikum (251 - 65,5 Ma)
- Paläozoikum (542 - 251 Ma)
Vor dem Äon Phanerozoikum liegen die Äonen
- Proterozoikum
- Archaikum
- Hadaikum
Einteilung des Paläozoikums
Eingeteilt wird das Paläozoikum in folgende Perioden:
- Paläozoikum
- Perm (299 - 251 Ma)
- Karbon (359 - 299 Ma)
- Devon (416 - 359 Ma)
- Silur (444 - 416 Ma)
- Ordovizium (488 - 444 Ma)
- Kambrium (542 - 488 Ma)
Vor dem Kambrium liegt das so genannte Präkambrium, es umfasst die Äonen Proterozoikum, Archaikum und Hadaikum, ab der Entstehung der Erde vor ca. 4,560 Milliarden Jahren bis zum Paläozoikum.
Leben im Paläozoikum
Das Paläozoikum begann mit dem Auftreten kleiner, hartschaliger Fossilien, der so genannten small shelly fauna an der Basis des Kambrium, in der Stufe des Tommotium.
Im Kambrium entwickelten sich dann fast alle auch heute noch existierenden Stämme des Tierreichs.
Das Leben beschränkte sich anfangs auf die Ozeane. Am Ende des Ordoviziums kam es zeitgleich mit der oberordovizischen Vereisung zu einem Massenaussterben, ebenso am Ende des Devon.
Aus oberdevonischen Schichten geht jedoch hervor, dass das Leben schon das Land erobert hatte, es sind die ersten Amphibien überliefert, die zumindest teilweise an Land lebten.
Pflanzen vollzogen den Sprung auf das Land vermutlich schon im späten Ordovizium.
Im Karbon und Perm waren die Kontinente bereits von einer vielfältigen Fauna bewohnt und von den Wäldern bewachsen, deren Fossilien man heute in den alten Steinkohlenflözen findet.
Die größten tierischen Formen dieser Zeit stellten die Therapsiden, säugetierähnliche Reptilien.
Am Ende des Paläozoikums, im oberen Perm kam es dann zu einem der größten Massenaussterben der geologischen Geschichte.
Über einen Zeitraum von größenordnungsmäßig zehn Millionen Jahren starben zwischen 75 und 90 Prozent aller damals existierenden Arten.
Die später im Mesozoikum so erfolgreichen Ammonoideen entgingen äußerst knapp der Auslöschung, nur zwei oder drei Arten überlebten die Krise im Perm bis in die nachfolgende Trias.
Geologische Befunde sprechen für eine Verschlechterung des Klimas als mögliche Ursache der Katastrophe.
Die Polregionen waren im Perm von Kontinenten bedeckt, auf denen sich große Inlandeismassen bildeten.
Das geographische Verbreitungsgebiet vieler tropischer, wärmeliebender Arten war auf die Tethys beschränkt, einen Meeresgolf, der von Osten in den Superkontinent Pangäa hineinragte.
Siehe auch
- Erdzeitalter
- Geologische Zeitskala
Literatur
- Steven M. Stanley, 1998: Wendemarken des Lebens, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, ISBN 3827404754
Weblinks
Das paleomap-project auf http://www.scotese.com bietet plattentektonische Rekonstruktionen der Kontinentanordnung im Paläozoikum:
- Kambrium: http://www.scotese.com/newpage12.htm
- Ordovizium: http://www.scotese.com/newpage1.htm
- Silur: http://www.scotese.com/newpage2.htm
- Devon: http://www.scotese.com/newpage3.htm
- Karbon: http://www.scotese.com/late.htm
- Perm: http://www.scotese.com/newpage5.htm
Kategorie:Erdzeitalter
ja:古生代
Kontinent
Der Begriff Kontinent (von lat.: (terra) continens) bedeutet "zusammenhängendes Land", das von den Inseln unterschiedene Festland.
Die Kontinente der Erde machen insgesamt nur 29 Prozent der Erdoberfläche aus, den Rest nehmen die Ozeane und Meere ein.
Definitionen
Meer
Geografisch besteht ein Kontinent aus einer großen zusammenhängenden Landmasse, die durch das Meer von anderen Kontinenten abgegrenzt wird. So bildet der Panamakanal die Grenze zwischen Nord- und Südamerika und der Sueskanal die Grenze zwischen Afrika und Asien. Eine Ausnahme stellt die Trennlinie zwischen Asien und Europa dar: Sie verläuft über den Ural. Aus dieser Definition ergeben sich 7 Kontinente: Afrika, Antarktika, Asien, Australien/Ozeanien, Europa, Nordamerika und Südamerika.
Südamerika
Geologisch gesehen umfasst ein Kontinent das zugehörige Schelfgebiet, welches auch Kontinentalplatte genannt wird. Man zählt auf unserem Planeten 14 solche Kontinentalplatten.
Neben diesen beiden gibt es auch historisch-politische Definitionen von Kontinenten. So muss die Aufteilung Eurasiens in Asien und Europa aus der historisch-politischen Perspektive des Kolonialismus verstanden werden. Zur historisch-politischen Kategorie gehören auch die Versuche, ein Mittelamerika oder den Nahen Osten als eigene Kontinente abzutrennen.
Die Abgrenzung Europas als Kontinent greift auf eine Vorstellung zurück, wonach man glaubte, Europa und Asien seinen zwei unterschiedliche Kontinente. Heute wissen wir aber, das es nur eine Eurasische Platte gibt. Europa und Asien sind im Sinne der Plattentektonik ein Kontinent, Eurasien. Von Irland über Russland bis nach Malaysia liegt alles auf einer einzigen Platte, eine physische Grenze zwischen Asien und Europa existiert dementsprechend nicht.
Geschichtliches
Kolonialismus]
Herodot teilte die Welt in 3 Kontinente: Europa, Asien und Libyen. Seine Dreiteilung wurde im Altertum als verbindlich angesehen. Hekataios zog im 6. Jahrhundert v. Chr. die Grenze zwischen Asien und Europa vom Ägäischen Meer über das Marmarameer und das Schwarze Meer bis hin zum Don. Heute zählt man 7 geografische Kontinente.
Zum Begriff "Kontinent"
Das lateinische continens bedeutet im eigentlichen Sinne das "Zusammenhaltende" oder "Umfassende". Die Vorstellung hinter dieser Begriffsverwendung für einen Kontinent im heutigen Sinne ist eigentlich irreführend: Sie beruht auf der Annahme, dass die Landteile der Erde die Wasserteile umfassen. Da jedoch die Wasserflächen der Erde um ein Vielfaches größer sind als die kontinentalen Flächen, müsste man letztere eigentlich als das "Umfasste", das contentum bezeichnen. Die Begriffsbildung beruht somit auf einer falschen Vorstellung der Erde.
Namensgebung
Die Namen der Kontinente sind in der ursprünglichen lateinischen Form alle weiblich und enden entsprechend einheitlich mit a.
Afrika galt im Altertum nur als Name für das heutige Tunesien, welches von den Römern nach dem Stamm der Afri um Karthago so benannt wurde.
Amerika wurde auf Vorschlag Martin Waldseemüllers nach Amerigo Vespucci benannt, der kurz nach Christoph Kolumbus die Ostküste Südamerikas befuhr. Zu dieser Zeit konnte noch nicht überblickt werden, dass es sich genau genommen um zwei Kontinente handelt, die nur durch eine relativ schmale Landbrücke miteinander verbunden sind.
Antarktika wurde nach seiner Lage inmitten der Antarktis benannt.
Asien (eigtl. Asia) kommt aus dem Assyrischen von Assu = Sonnenaufgang bzw. Osten.
Australien (eigtl. Australia) kommt von lat. Terra Australis = südliches Land.
Europa hat seine Bezeichnung möglicherweise vom griech. Erebos = Abendland, die Herkunft ist jedoch umstritten.
Siehe auch
- Superkontinent
- Subkontinent
- Landhemisphäre
- Plattentektonik
Weblinks
[http://userpage.fu-berlin.de/~tmuehle/europa/europa/europa_mount-elbrus.htm Die Grenzen Europas]
Kategorie:Geowissenschaft
Kategorie:Physische Geographie
!
ja:大陸
ko:대륙
ms:Benua
simple:Continent
th:ทวีป
zh-min-nan:Tāi-lio̍k
Iberische Halbinsel
Die Iberische Halbinsel ist der Teil Europas südwestlich der Pyrenäen.
Spanien und Portugal sind die beiden heutigen Staaten auf der Halbinsel. Das Fürstentum Andorra liegt im Nordosten, an der Grenze zu Frankreich.
Gibraltar an der Südspitze ist eine britische Kronkolonie.
Die Iberische Halbinsel führt ihren Namen auf die Volks- oder Stammesgruppe der Iberer zurück, die dort in der Antike gelebt haben.
Der Ebro (Lateinisch Iberus) fließt vom Norden aus ins Mittelmeer.
Iberia war auch die griechische Bezeichnung dieser Gegend.
Im Lateinischen wurde die Region Hispania genannt, wovon España und Spanien abgeleitet sind.
Im Frühmittelalter waren große Teile der Iberischen Halbinsel islamisch und färbten durch die Vermischung die iberische Kultur auf nachhaltige Art und Weise.
!
ja:イベリア半島
ko:이베리아 반도
Faltengebirge]]Faltengebirge entstehen, wenn mindestens zwei Platten der Erdkruste gegeneinander verschoben werden, was dazu führt, das diese unter enormen Druck aufgefaltet und empor gedrückt werden. Dieser Jahrmillionen andauernde Vorgang wird durch tektonische Spannungen in der Erdkruste verursacht, die stetigen Druck- und Zerrbewegungen ausgesetzt sind. Faltengebirge sind die häufigste Hochgebirgsform auf der Erde. Im Unterschied dazu stehen die Bruchschollengebirge - eine häufig in Mitttelgebirgen anzutreffende Form, bei der sich die Schollen entlang der Bruchzonen als Ganzes heben oder senken, ohne dass es zur Faltung kommt.
Außer auf der Erde entstehen Faltengebirge auch auf anderen Himmelskörpern, sofern diese über eine feste Kruste mit flüssigem Kern - Voraussetzung für die Plattentektonik - verfügen. Auf dem Erdmond gibt es daher keine Faltengebirge.
Faltengebirge (u.a.)
- Atlas
- Ruwenzori
- Altai
- Himalaja
- Kaukasus
- Pamir
- Great Dividing Range
- Alpen
- Balkan
- Jura
- Karpaten
- Pyrenäen
- Teutoburger Wald wirklich Faltengebirge ?!
- Thüringer Wald wirklich Faltengebirge ?!
- Ural
- Kaukasus
- Appalachen
- Rocky Mountains
- Sierra Madre Occidental
- Sierra Madre Oriental
- Anden
Siehe auch
- Gebirge
- Mittelgebirge
- Hochgebirge
Kategorie:Gebirge
Kategorie:Geologie
Straße von Gibraltar
Die Straße von Gibraltar ist eine Meerenge, die das Mittelmeer mit dem Atlantik verbindet. Eingefasst wird sie im Norden von Spanien und der britischen Kronkolonie Gibraltar, im Süden von Marokko und der spanischen Exklave Ceuta. Sowohl Gibraltar wie auch Ceuta, in der Antike als „Säulen des Herakles“ bezeichnet, sind wichtige Hafenstädte. Die Straße von Gibraltar ist 14 bis 44 km breit und etwa 60 km lang. Sie erreicht eine Tiefe von 286 m unter dem Meeresspiegel.
Die Straße von Gibraltar ist eine der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt, die täglich von ca. 300 Handelsschiffen durchfahren wird.
Durch den ständig ostsetzenden Strom an der Oberfläche, hervorgerufen durch das etwa 1,4 m niedrigere Niveau des Mittelmeers gegenüber dem Atlantik, in Verbindung mit oft vorherrschenden Westwinden, die sich in der Straße durch Düsenwirkung verstärken, galt sie in der Antike als unbezwingbar und als das Ende der Welt. In der Tiefe gibt es eine Gegenströmung, mit der das salzhaltigere Mittelmeerwasser in den Atlantik fließt.
Geplantes Brückenprojekt über die Straße von Gibraltar
Seit einigen Jahren bestehen Pläne zum Bau einer Brücke, um Afrika und Europa zu verbinden. Diese Brücke sollte die längste Brücke der Welt werden und eine völlig neue Konstruktion aufweisen, eine Mischung aus Hänge- und Schrägseilbrücke. Die Brückenpfeiler müssen mit speziellen Vorrichtungen vor einer möglichen Kollision mit Schiffen geschützt werden.
Obgleich eine extreme technische Herausforderung, wirkt das Projekt nahezu bescheiden gegenüber Plänen des deutschen Architekten Hermann Sörgel, der zwischen 1928 und 1952 durchaus ernsthaft den Bau eines gigantischen Staudammes in dieser Meerenge erwog, um nach teilweiser Trockenlegung des Mittelmeeres Europa und Afrika zu einem durchgängigen Kontinent Atlantropa zu verbinden.
Weblinks
- [http://www.firmm.org/de/wale-delfine.html Wal- und Delfinarten in der Straße von Gibraltar]
- [http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/28/0,1872,2021180,00.html ZDF.de: Gibraltar-Brücke]
Gibraltar, Straße von
Gibraltar, Straße von
Gibraltar, Straße von
Gibraltar, Straße von
ja:ジブラルタル海峡
ko:지브롤터 해협
Alpen
Die Alpen sind das größte und höchste Gebirge Europas, an dem Frankreich, Italien, die Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Österreich und Slowenien Anteil haben. Sie entstanden vor etwa 30 Millionen Jahren, als die Adriatische Platte mit der europäischen Platte kollidierte. Im Maximum der Faltung wuchs das Gebirge um etwa 5 mm/Jahr in die Höhe. Dieser Druck dauert bis heute an, der Wuchs beträgt jedoch weniger als 0,5 mm/Jahr.
Die Alpen sind Klima- und Wasserscheide zwischen Mitteleuropa und dem zentralen Mittelmeerraum. Sie schließen nördlich des Golfs von Genua an den Apennin an, umfassen in weitem Bogen nach Westen die Poebene, verzweigen sich beim Lac du Bourget in den Französischen und Schweizer Jura und enden nach 750 km westöstlicher Erstreckung fächerförmig im Osten vor dem westpannonischen Berg- und Hügelland an der Donau bei Wien. Im Nordosten sind die Alpen durch das Wiener Becken von den geologisch verwandten Karpaten getrennt, im Südosten gehen sie in das Dinarisches Gebirge aus Karst über. Im Norden fallen die Alpen allmählich zum österreichischen und deutschen Alpenvorland ab. Im Süden ist der Abfall zur Poebene steiler. Die Gesamtlänge der Alpen von Genua bis Wien beträgt etwa 1.200 km, die Breite 150 bis 200 km, im Osten bis 300 km. Die Gipfelhöhen in den westlichen Gebirgsstöcken liegen meist zwischen 3.000 und 4.300 m, in den Ostalpen sind die Berge etwas niedriger. Der höchste Gipfel der Alpen ist der Mont Blanc mit 4.808 m. Die höchsten Berge der Alpen findet man in der Liste der Viertausender in den Alpen.
Liste der Viertausender in den Alpen
Liste der Viertausender in den Alpen
Gliederung
Vertikal gliedert man die Alpen in die Region des Alpenvorlandes bis zur oberen Waldgrenze (1.500 bis 2.000 m), in die Mittelalpen bis zur Schneegrenze (2.400 bis 3.100 m), darüber in die Hochalpen. Horizontal gesehen gilt die Linie Rheintal-Splügen-Comer See als Grenze zwischen den Ost- und Westalpen.
Ostalpen
Als Ostalpen bezeichnet man den Teil der Alpen östlich einer gedachten Linie vom Bodensee entlang des Rheins über den Splügenpass zum Comersee (Comosee) und Lago Maggiore. Sie sind im Vergleich zu den Westalpen niedriger und "sanfter", mit niedrigeren Übergängen (Pässen). Die Ostalpen durchziehen ganz Österreich - von Vorarlberg bis hin zum Burgenland.
Im Gegensatz zu den Westalpen schließen die Ostalpen keine autochthonen Massen ein; sie sind ein Decken- und Faltgebirge, in dem westalpine Decken nur randlich und in geologischen Fenstern hervortreten.
Drei Deckensysteme werden über den breiten Rand der Böhmischen Masse nach Norden geschoben:
- Helvetisches System: Die helvetische Decke tritt am Nordrand der Alpen zu Tage.
- Penninisches System: Die penninische Decke baut die Sandsteinzone (Flyschzone) auf und erscheint mit kristallinen Gesteinen in geologischen Fenstern, z.B. Unterengadiner Fenster, bis Prutz in Tirol hereinreichend; Tauernfenster zwischen Brennerfurche und Liesertal; Fenster von Rechnitz (Günser Berge).
- Ostalpines System: Sie bauen die Nördliche Kalkzone, Schieferzone (Grauwackenzone), kristalline Zone (Zentralzone) auf - mit Ausnahme der geologischen Fenster, Gailtaler Alpen und dem nördlichen Zug der Karawanken. Südlich der Störungslinie Gailtal-Eiskappl ("alpin-dinarische Narbe") folgen südbewegte dinarische Decken (sie zeigen nur kleine Überschiebungen).
Geografische Gliederung der Ostalpen
Nordalpen
Die Nordalpen umfassen Sandsteinzone, die nördliche Kalkzone und den Hauptteil der nördlichen Schieferzone.
Die Sandsteinzone, auch Flyschzone genannt, besteht aus Gesteinen der Kreidezeit und des Alttertiärs. Sie erhebt sich deutlich über das Alpenvorland. Die Sandsteinzone ist schmal, verbreitert sich nur im Wiener- und Bregenzerwald und ist ungefähr 1000 m hoch. Es gibt zwar weit höherere Berge im Bregenzerwald - doch diese bestehen aus Kalkstein. Die Zone besteht aus wenig widerstandsfähigen Gesteinen wie Sandstein, Mergel und Tonschiefer. Sie bilden die Rücken und Kuppen; und im Westen auch Schneiden. Diese Rücken, Kuppen, etc. tragen vorwiegend Laubmischwälder und Wiesen. Die dicke, lehmige Verwitterungsdecke neigt zu Rutschungen und begünstigt durch den raschen Abfluss die Entstehung von Hochwässern.
Nördliche Kalkalpen
Die nördlichen Kalkalpen bestehen aus mesozoischen Gesteinen (besonders Trias). Die Kalkalpen kann man in die Kalkvoralpen und die Kalkhochalpen unterteilen.
Die Kalkvoralpen bestehen aus Dolomiten und Kalken und sind ein Mittelgebirge mit Schneiden, Kegeln und Stöcken, welche bis zu 1600 m hoch werden können. Die nördlichen Kalkalpen sind vorwiegend von Fichtenmischwäldern bedeckt. Im Kalk entstehen Karsterscheinungen. Der wasserundurchlässige Dolomit hingegen ist stark zertalt, mit brüchigen Felsbildungen und Schutthalden aus feinem Grus versehen. In den Kalkvoralpen gibt es einzelne höhere Erhebungen wie den Ötscher oder das Sengsengebirge. Ihre Zuordnung zu den Voralpen oder den Kalkhochalpen ist jedoch strittig.
Etwas südlich der Kalkvoralpen erstrecken sich die felsigen Kalkhochalpen, die vorwiegend aus Kalken (im Westen Wettersteinkalk, im Osten Dachsteinkalk) sowie Dolomiten bestehen.
Vom Wilden Kaiser gegen Westen bestehen sie vorwiegend aus wasserarmen Ketten, die steil geschichtet und mit Waldfluchten versehen sind. Außerdem sind die Kalkhochalpen mit Graten, Spitzen, Türmen, tief eingefressenen Karen und mächtigen Schutthalden versehen. Der Kettencharakter, der in den westlicheren Kalkhochalpen überwiegt, ist in den Lechtaler Alpen (mit dem höchsten Berg der Nordalpen), dem Wettersteingebirge und dem Karwendelgebirge besonders ausgeprägt.
Vom Zahmen Kaiser gegen Osten finden sich Kalkstöcke mit verkarsteten, wasserlosen, öden Hochflächen mit Karrenfeldern und Dolinen. Darauf wachsen weite Bestände von Legföhren (Latschen). Zwischen den Kalkplateaus liegt ein weitmaschiges Flussnetz in tiefen Tälern und Schluchten. Die Hochflächen zeigen eine buckelige, kuppige Altlandschaft (im Osten auch "Raxlandschaft" genannt) und konservieren des flachere Relief der tertiären Alpen, das infolge der Verkarstung bei und nach Hebung des Gebirges nicht zerschnitten, jedoch eiszeitlich überformt wurde. Die östlichen Kalkhochalpen weisen Plateaucharakter auf. Viele Höhlen sind als Reste ehemaliger unterirdischer Entwässerung übrig geblieben. An der Basis der Kalkberge befinden sich Salz- und Gipslager, sowie Quellhorizonte (Karstquellen) über Schiefern.
Schiefer-Grauwacken-Zone
Die Schiefer-Grauwackenzone ist ein schmaler Streifen paläozoischer Schiefer, Sandsteine und Kalke. Im Westen zeigen die Schieferalpen almen- und quellenreiche Rücken und Schneiden, darüber stellenweise Grate und Spitzen in härteren Schiefern und Kalken: Kitzbühler Alpen (von Bevölkerung als "Grasberge" bezeichnet). In den Eisenerzer Alpen dominieren dagegen Kalkklötze. Die Schieferzone enthält Lager von Eisen- und Kupfererz, Magnesit, Graphit und Talk. Die Schieferalpen liegen großteils südlich der Längstalflucht und werden daher meist zu den Zentralalpen gerechnet.
Nördlicher Längstalzug
Der nördliche Längstalzug bildet die ungefähre Grenze zwischen Nord- und Zentralalpen. Sie verläuft weithin innerhalb der Schieferzone oder an ihrem Rande: Walgau (untere Ill) - Klostertal - Arlberg - Stanzertal - Inntal - Zillertal - Gerlospass (oder Inntal - Talfurche von Ellmau - Pass von Grießen - Saalachtal - Talwasserscheide von Zell - Salzachtal) - Wagrainer Höhe - (oder Fritzbachtal) - Ennstal - Paltental - Schoberpass - Liesingtal - Murtal - Mürztal - Semmering - Schwarzatal. Der Talzug ist von Westen bis zum Schobersattel meist breit, eiszeitlich ausgestaltet und zeigt Schwemmkegel der Seitenbäche und Terrassen.
Zentralalpen
Die Zentralalpen sind weitgehend identisch mit der kristallinen Zone bestehend aus präkambrischen und paläozoischen Resten eines variszischen Gebirges ("Altkristallin") und dem Tauernfenster. Sie bestehen hauptsächlich aus harten, wasserundurchlässigen Gneisen und Granitgneisen (grobes Blockwerk) sowie Glimmerschiefern; stellenweise Kalkschollen (zum Beispiel südlich von Innsbruck) und Kalkbändern.
Die Zentralalpen sind reich an Quellen, Bächen und Karseen; im Westen auch an Gletschern. Bedeutende Unterschiede in Höhe und Formbild zwischen Westen und Osten.
Im Westen befindet sich die stark zerschnitte Silvrettagruppe mit schroffen "Hörnern"; die massigen, asymmetrischen Ötztaler und die Stubaier Alpen mit langen Seitenkämmen nach Norden sind stark vergletschert; Wildspitze (zweithöchster Berg Österreichs); Weißkugel und Zuckerhütl (nach Firnbedeckung benannt). Östlich der Brennerfurche befinden sich fiederförmig angeordnete, langgestreckte Ketten und werden wegen der Vergletscherungen auch "Keesberge" als bezeichnet: Zillertaler Alpen, Hohe Tauern. Ebenso sind den westlichen Zentralalpen (bis zum Katschberg) Pyramidengipfel, weite Firnfelder, die von Felsgraten getrennt werden; tiefer unten Kare mit Seen, z.T. weite Karplatten; in Talanfänge reichende Gletscherzungen; tiefe, stufen- und wasserreiche Trogtäler; ausgedehnte Almmatten, Lärchen- und Fichtenwälder gemeinsam.
Die östlichen Zentralalpen sind niedgriger und in mehrere Kämme aufgeteilt. Dazwischen befinden sich auch Senkungsfelder. Die Niederen Tauern sind heute unvergletschert, doch mit Karen und Karseen, Graten und Pyramidengipfeln (besonders im widerstandsfähigen Granitgneis) versehen. Südlich der Mur-Mürz-Furche überwiegen trotz Höhen über 2000 m die Mittelgebirgsformen: breite Rücken sind vermutliche Reste eines tertiären Flachreliefs und zeigen nur stellenweise Karbildungen. Ebenso sind mehr Matten- als Felsregionen und weite Fichtenwälder zu finden. Die Gurktaler Alpen werden im Südwestteil ihrer Formen wegen "Nockberge" genannt. Die Steirischen Randgebirge umfassen im Halbkreis die Grazer Bucht und endet an der ungarischen Grenze in waldbedeckten Mittelgebirgsspornen. Inselgebirge (Leithagebirge und Hainburger Berge) bilden eine Brücke zu den Karpaten.
Südliche Kalkalpen
Die Grenze zwischen Zentralalpen und südlichen Kalkalpen wird durch die Störungslinie der periadriatischen Naht gebildet. Die Abgrenzung zu den nördlichen Kalkalpen ist durch die Grauwackenzone gegeben.
Südlicher Längstalzug
Der südliche Längstalzug bildet die Grenze zwischen Zentral- und Südalpen. Er verläuft vom Pustertal (Rienztal - Toblacher Feld - oberes Drautal) durch das Drautal weiter in das Klagenfurter Becken bis ins Tal der Mieß/Meza. Der Längstalzug ist glazial verbreitert und mit großen Schwemmkegeln und nassen Talböden durchzogen.
Südliche Ostalpen
Die südlichen Ostalpen sind nicht so deutlich zonal gegliedert wie die Nordalpen. Infolge der S-förmigen Krümmung streichen Gesteinszüge in Südtirol von Süden heran. Das tief zerschnittene Bozener Porphyrplateau geht im Norden in die kristallinen Sarntaler Alpen über. Östlich schließen die südlichen Kalkalpen aus mesozoischen Gesteinen an. Formenreiche Dolomiten aus Riffkalken und Dolomiten bilden Zinnen, Türme, Stöcke ( | | |