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Atlas (Rakete)

Atlas (Rakete)

Die Atlas, einst entwickelt als ballistische Interkontinentalrakete, ist eine Trägerrakete, die v.a. in den 1960er Jahren beim Mercury- und Gemini-Programmen eingesetzt wurde. Weiterentwicklungen der Atlas-Rakete sind auch heute noch als Trägerraketen für Satelliten im Einsatz.

Geschichte

Interkontinentalrakete

Die Entwicklung der Atlas begann im März 1946, als die Firma Convair mit dem Bau einer Interkontinentalrakete mit einer Reichweite von 8000 km beauftragt wurde (Projekt MX-774 oder Hiroc). Das Projekt wurde aber nach kurzer Zeit aus Geldgründen auf Eis gelegt, jedoch 1951 angesichts der sowjetischen Aufrüstung wiederbelebt (als Projekt MX-1593 oder Atlas). Der erste Start einer Atlas fand am 11. Juni 1957 statt. Aufgrund eines Fehlers im Treibstoffsystem musste die Rakete aber 51 Sekunden nach dem Start zerstört werden. So blieb der erste erfolgreiche Flug einer Interkontinentalrakete der Sowjetunion vorbehalten. Die U.S. Air Force zog aber noch im selben Jahr, am 17. Dezember 1957, mit dem ersten geglückten Flug der Atlas A nach. Ein Jahr später absolvierte die Atlas B am 29. November 1958 den ersten Flug über die volle Distanz. Im selben Jahr wurde beschlossen, die Atlas als Trägerrakete für das Mercury-Programm zu benutzen. Im Mai 1960 stellte die Atlas D mit einer Flugstrecke von fast 14500 km den bis dato gültigen Rekord für den weitesten bekannten Flug einer Interkontinentalrakete auf.

Raumfahrt-Trägersystem 1. Generation

Der erste Start einer Mercury-Atlas-Rakete fand am 29. Juli 1960 statt, schlug jedoch fehl. Dabei kam als Erststufe eine Atlas-D-Interkontinentalrakete zum Einsatz. Nach fast eineinhalb Jahren und weiteren Teststarts wurde am 29. November 1961 der Affe Enos erfolgreich mit der Mercury Atlas 5 in einen Orbit gebracht und bestand damit erfolgreich die Generalprobe für den ersten bemannten Flug. Diesen absolvierte Lt. Col. John H. Glenn am 20. Februar 1962 im Rahmen der Mercury 6 Mission und wurde damit zum ersten Amerikaner in einem Orbit. Auch die drei darauf folgenden Mercury-Missionen wurden mit einer Atlas-Rakete durchgeführt. Eine Atlas mit der Agena-Oberstufe startete seit 1960 zahlreiche militärische und NASA-Nutzlasten. Auch beim Gemini-Programm beförderte eine Atlas-Agena ihre Agena-Oberstufe in den Orbit, die dort den bemannten Gemini-Raumschiffen als ein Andockziel diente. Die Atlas-Rakete wurde in Verbindung mit der Centaur-Oberstufe auch zum Start der Surveyor-Mondsonden, Mariner 9, Pioneer-Venus, Pioneer 10 und 11 eingesetzt. Außerdem startete sie kommerzielle und militärische Kommunikationssatelliten in den Geotransferorbit. Vornehmlich vom Militär wurde auch eine Atlas-Rakete mit einer kleineren Festtreibstoff-Oberstufe genutzt. Diese brachte NOAA-Wettersatelliten und militärische Nutzlasten von Vandenberg AFB aus in einen polaren Orbit.

Raumfahrt-Trägersystem 2. Generation

Als nach der Challenger-Katastrophe klar wurde, dass man ein unbemanntes Trägersystem zum Starten von Kommunikationssatelliten und mittelschweren militärischen Nutzlasten brauchte (Titan IV übernahm die schweren, Delta II die leichteren Nutzlasten), wurde 1990 die größtenteils auf der Atlas-Centaur basierte Atlas I eingeführt. Gleichzeitig wurde das Entwicklungsrisiko von der NASA auf den privaten Hersteller übertragen. Von nun an wurde die Entwicklung der Rakete nicht mehr von der NASA finanziert, sondern wurde indirekt durch das Buchen von mehreren Raketen des zu entwickelnden Types durch die NASA und das Verteidigungsministerium subventioniert. Ein Jahr später folgte die etwas stärkere Atlas II, die über ein verbessertes Triebwerk in der ersten Stufe verfügte. Es folgten die Atlas IIA, die eine verbesserte Centaur-Stufe verwendete und die Atlas IIAS, die zudem über vier Castor-IVA-Feststoffbooster als Starthilfe verfügte. Die Atlas II flog in den Jahren 1991 bis 2004 63 Einsätze, die sämtlich erfolgreich verliefen. Die zunächst als eine Weiterentwicklung der Atlas II geplante Atlas III (frühere Bezeichnung Atlas IIAR) wurde nach dem Beschluss, Atlas V zu entwickeln, als eine Übergangslösung zur Atlas V angesehen. Sie sollte einen Großteil von neuen Technologien testen, die in der späteren Atlas V zum Einsatz kommen sollten. Atlas III verwendete als erste US-amerikanische Rakete ein russisches RD-180-Haupttriebwerk, das von dem Triebwerk der Zenit-Rakete abgeleitet wurde. Durch den sehr viel höheren Schub des RD-180 konnte die Rakete schwerer werden, die Tanks wurden erheblich verlängert, um mehr Treibstoff aufzufassen. 2000 startete die erste Atlas IIIA, 2002 die Atlas IIIB, deren Centaur-Stufe so ausgelegt war, dass sie wahlweise mit einem oder zwei RL-10-Triebwerken angetrieben werden konnte (SEC = Single Engine Centaur, DEC = Dual Engine Centaur). Diese Technik kommt auch in der Atlas V zum Einsatz. Da Atlas III nur eine Übergangslösung war, wurde ihre Produktion nach der Einführung der Atlas V wieder eingestellt. Sie absolvierte bis 2005 lediglich sechs Starts, alle erfolgreich. Alle Atlas-Raketen der zweiten Generationen wurden mit Centaur-Oberstufen ausgestattet. Da die Stufe standardmäßig zur Rakete gehörte, wurde ihr Einsatz nicht mehr wie bei der Atlas-Centaur der ersten Generation besonders gekennzeichnet.

Weiterentwicklung

Als Weiterentwicklung entstand die Atlas V, die 2002 ihren Erstflug absolvierte und aufgrund der großen Unterschiede in einem eigenen Artikel beschrieben wird. Eine Atlas IV gab es nicht, vermutlich wurde diese Ziffer übersprungen, um nicht mit der Titan IV verwechselt zu werden, die ebenfalls vom gleichen Hersteller kommt.

Technik

Die Atlas der ersten Generation wog bei einer Höhe von 29,1 Metern etwa 116 Tonnen und konnte damit eine Nutzlast von 1,4 Tonnen transportieren. Sie wurde in einer 1,5-stufigen Bauweise gefertigt und bestand aus einem Haupt- und zwei zusätzlichen Starttriebwerken, wobei letztere nach ca. 130 s abgeworfen wurden, während das Haupttriebwerk weiterarbeitete. Dieses ungewöhnliche, in den 1950ern entwickelte Stufenkonzept folgte aus der Befürchtung heraus, ein Raketentriebwerk würde im Vakuum des Weltraums nicht zuverlässig gezündet werden. Deshalb wählte man ein Konzept, bei dem alle drei Triebwerke bereits am Boden zünden. Alle Triebwerke wurden aus denselben Tanks versorgt. Die silbrige Außenhaut bestand aus Edelstahl und musste aufgrund ihrer nur ein Millimeter dicken Wand beim Leertransport auf der Erde durch Innendruck versteift werden. Der Treibstoff wurde im Rumpf, d. h. ohne getrennten Innentank, transportiert. Durch diese Konstruktionsweise zeichnete sich die Atlas durch ein extrem niedriges Leergewicht aus. Das Haupttriebwerk wurde schon beim Start gezündet und brannte insgesamt 402 Sekunden lang, wobei es am Anfang 131 Sekunden lang von den beiden Starttriebwerken unterstützt wurde. Der Treibstoff bestand aus Kerosin, welches unter einem Druck von 4,2 bar stand, und Sauerstoff, der mit 2,1 bar komprimiert wurde.

Weblinks


- [http://www.bernd-leitenberger.de/atlas.html Die Atlas Trägerrakete] (dt.)
- [http://www.raumfahrer.net/raumfahrt/raketen/atlas.shtml Raumfahrer.net: Atlas] (dt.)
- [http://www.geocities.com/atlas_missile/ Atlas ICBM History Website] (engl.)
Kategorie:Raketentyp Kategorie:Interkontinentalrakete ja:アトラス (ミサイル)

Interkontinentalrakete

Als Interkontinentalrakete (:en:ICBM: InterContinental Ballistic Missile) wird eine Boden-Boden-Rakete hoher Reichweite bezeichnet. Nach dem raketengetriebenen Start dringt das Projektil in den Weltraum ein, der weitgehend antriebslos (= ballistisch) bis zum Ziel durchflogen wird. Im Gegensatz dazu fliegen Kurz- und Mittelstreckenraketen in den unteren Bereichen der Erdatmosphäre, sie haben eine kleinere Reichweite. Die Abgrenzung des Begriffs Interkontinentalrakete zu Begriffen wie Langstreckenrakete, Mittelstreckenrakete, ist uneinheitlich.

Antrieb

Während die ersten Generation Interkontinentalraketen durchwegs Raketentriebwerke mit teilweise cryogenem Flüssigtreibstoff hatten, ging man mehr und mehr zu lagerfähigen Flüssigtreibstoffen und Feststoffantrieb über. Raketentriebwerke mit Feststoffantrieb haben zwar eine geringere Effizienz, sind jedoch in der Handhabung einfacher und besitzen eine kürzere Reaktionszeit - das Betanken der Rakete entfällt. Moderne Interkontinentalraketen haben teilweise in der letzten Antriebsstufe wieder einen Raketenmotor mit Flüssigtreibstoff, allerdings regelbar. Diese Raketenstufen sind heute durchweg lagerfähig, der Treibstoff lagert dabei über Jahre in der Rakete und muss nicht kurz vor Start getankt werden. Durch die Regelmöglichkeit ist der Flug nicht mehr rein ballistisch und der Flugkörper kann bis kurz vor den Einschlag manövriert werden. Dies verbessert zum einen die Genauigkeit und zum anderen erschwert es die Abwehr, da die Flugbahn nicht mehr deterministisch durch die Gesetze der Ballistik vorgegeben ist.

Reichweite

Beliebige Reichweiten sind möglich - üblich sind Reichweiten bis ca. 15.000 km. Die nicht mehr in Truppendienst befindliche russische Rakete SS-9 hatte in einer ihrer Varianten beispielsweise einen teilorbitalen Sprengkopf, der jeden Punkt der Erde aus jeder Richtung erreichen konnte (FOBS). Aufgrund der hohen Leistungsfähigkeit dieser Raketen werden veraltete Interkontinentalraketen auch zum Start von Satelliten eingesetzt, beispielsweise die russischen Raketen vom Typ SS-19 als Rockot-Trägerrakete.

Sprengkopf

Typen

ICBMs sind ausschließlich mit nuklearen Sprengköpfen bestückt. Hier kommen seit der zweiten Generation fast ausschließlich Mehrfachsprengköpfe zum Einsatz (MIRV), d. h. spätestens beim Wiedereintritt in die Atmosphäre teilt sich die Spitze in mehrere (meist) auf verschiedene Ziele programmierte Gefechtsköpfe. Die sog. Warheads liegen meist bei einer Sprengkraft von hunderten kt. Bei der sowjetischen R-36M (SS-18 Satan) Mod 2 war die Sprengkraft pro Sprengkopf bis zu 1,3 MT.

Wiedereintrittskapsel

Da Interkontinentalraketen durchwegs einen Großteil der Flugbahn im Weltraum zurücklegen, müssen sie zum Erreichen ihres Zieles wieder in die Erdatmosphäre eindringen. Um nicht zu verglühen, benötigen sie eine wärmeresistente Wiedereintrittskapsel.

Vielfachwiedereintrittskörper

Aus Gründen der Effizienz werden Interkontinentalraketen oft nicht nur mit einem Sprengkopf ausgerüstet, sondern mit mehreren kleinen Sprengköpfen. Die erste Generation mehrfacher Sprengköpfe war in ihren Fähigkeiten begrenzt. Die Gefechtsköpfe konnten noch nicht voneinander unabhängig gesteuert werden (MRV - Multiple Re-Entry Vehicle). So zum Beispiel die SS-9 Mod 4. Bei späteren ballistischen Trägersystemen wurde schon möglich, Gefechtsköpfe unabhängig voneinander zu steuern(engl. MIRV: Multiple Independently targetable Re-entry Vehicle). Diese Sprengköpfe sind bei modernen Raketen unabhängig voneinander manövrierbar und können innerhalb des Zielgebiets mit meist mehreren hundert Kilometer Durchmesser beliebig platziert werden. In den 80er Jahren hat die US Navy das System weiterentwickelt. Die MARV (Maneuvering Re-Entry Vehicle) sollte begrenzt manövrierfähig sein und so die Raketenabwehr rund um Moskau und Leningrad penetrieren können. Als Trägerrakete war die sehr genaue (CEP 120 m) UGM-93B Trident II D-5 geplant. Es wurde jedoch nicht mehr in Dienst gestellt.

FOBS

Bei FOBS (Fractional Orbital Bombardment System) wird der Gefechtskopf in eine niedrige Erdumlaufbahn gebracht, von wo aus er jeden Punkt der Erde auf seiner Flugbahn erreichen kann. Um das System einzusetzen, muss der Gefechtskopf lediglich in der Atmosphäre abgebremst werden. Da die Abbremsung zu jedem beliebigen Zeitpunkt erfolgen kann und die Zeitspanne zwischen der Abbremsung und dem Aufschlag auf der Erde nur wenige Minuten beträgt, ist die Vorwarnzeit sehr gering, was auch zum späteren Verbot dieser Art von Waffen führte. Außerdem flogen diese Geschosse in niedrigeren Höhen, so dass die Entdeckung durch Radarsysteme dadurch erschwert wurde. Die Raketen würden über den Südpol fliegen und die USA vom Süden aus angreifen. Damit umging man das US-Radarnetz das in Richtung Norden ausgerichtet war. Die Trägerrakete war die sowjetische R-36O (SS-9 Scarp Mod 3). Es wurde im November 1968 voll Einsatzbereit. Es transportierte einen Gefechtskopf mit einer Sprengkraft von 1-3 MT. Dieses System wurde allerdings nur für kurze Zeit in Dienst gestellt und war nie in ausreichenden Zahlen verfügbar. Außerdem war es sehr ungenau (CEP bis zu 5 km) und dadurch für den Angriff auf gehärtete Ziele (z.B. Raketensilos) ungeeignet.

Abwehr

Im Allgemeinen wird heute davon ausgegangen, dass Interkontinentalraketen auf Grund ihrer hohen Geschwindigkeit - circa 20-fache Schallgeschwindigkeit - und Flughöhe nur mit nuklear bestückten Abfangraketen sicher abgewehrt werden können. Da die amerikanischen und sowjetischen Interkontinentalraketen vielfach für einen Flug über den Nordpol programmiert waren, sind die entsprechenden Abwehranlagen jeweils nach Norden ausgerichtet. Aus diesem Grund befinden sich in Alaska amerikanische Anlagen zur Raketenortung und -abwehr. Während des kalten Krieges handelten die USA und die UdSSR ein Abkommen aus, das es jeder Seite erlaubte, eine Anlage zur Raketenabwehr einzurichten. Während die USA ihre Raketenfelder schützten, aber die Anlage bereits nach kurzer Zeit (gerüchteweise 1 Tag) wieder außer Betrieb nahmen, sind die ABM Raketen des heutigen Russland nach wie vor rund um Moskau stationiert. Die US-amerikanischen Bestrebungen zum Bau nicht-nuklearer Abwehrmethoden sind - nach heute allgemeine anerkannter Sichtweise - nur gegen einfache Interkontinentalraketen die über keine Köder (:en:Decoy), sonstige Gegenmaßnahmen oder MIRVs verfügen. Beispielsweise chinesischer- (Ausnahme DF-31 CSS-9) oder nordkoreanischer Herkunft geeignet.

Typen

(Kursiv = nicht in Dienst, entweder obsolet, oder noch in der Entwicklung) USA
- landgestützt: [http://www.globalsecurity.org/wmd/systems/icbm.htm]
  - CGM-16 Atlas
  - HGM-25A Titan I
  - LGM-25C Titan II
  - LGM-30A/B Minuteman I
  - LGM-30F Minuteman II
  - LGM-30G Minuteman III
  - LGM-118 Peacekeeper
  - MGM-134 Midgetman Small ICBM (nicht in Dienst gestellt)
- seegestützt: [http://www.globalsecurity.org/wmd/systems/slbm.htm]
  - UGM-27A Polaris A-1
  - UGM-27B Polaris A-2
  - UGM-27C Polaris A-3
  - UGM-73 Poseidon C-3
  - UGM-93 Trident I C-4
  - UGM-133 Trident II D-5 UdSSR / Russland
- landgestützt (Sowjetische Bezeichnung. Defense Intelligence Agency-, Nato-Code in Klammern).
  - R-7 (SS-6, Sapwood)
  - R-9 (SS-8, Sasin)
  - GR-1 (SS-10 Scragg, nicht in Dienst gestellt)
  - R-16 (SS-7 Saddler)
  - R-26 (SS-8 Sasin, Verwechslung mit R-9, nicht in Dienst gestellt)
  - R-36 (SS-9 Scarp)
  - R-36-O (SS-9 FOBS, orbitalfähige R-36)
  - R-36M "Voivode" (:en:SS-18 Satan) (verschiedene Versionen)
  - UR-100 (SS-11 Sego)
  - UR-100MR "Sotka" (SS-17 Spanker)
  - UR-100N (SS-19 Stiletto)
  - UR-200 (SS-X-10 Scragg, Verwechslung mit GR-1, nicht in Dienst gestellt)
  - UR-500 "Proton" (nicht in Dienst gestellt)
  - RT-1 (kein Nato-Code vorhanden, nicht in Dienst gestellt)
  - RT-2 (SS-13 Savage)
  - RT-20P (SS-15 Scrooge)
  - RT-21 "Temp-2S" (SS-16 Sinner)
  - RT-2PM "Topol" (SS-25 Sickle)
  - RT-2UTTH "Topol-M" (SS-27 :en:Topol-M)
  - RT-23 "Molodets" (SS-24 Scalpel)
  - RSS-40 "Kuryer" (Nato-Code SS-X-26 ist obsolet, Projekt wurde aufgegeben)
- seegestützt China
- landgestützt:
  - DF-3 (Projekt wurde aufgegeben)
  - DF-5 (andere Bezeichnung CSS-4)
  - DF-6 (Projekt wurde aufgegeben)
  - DF-22 (andere Bezeichnung DF-14, Projekt wurde aufgegeben)
  - DF-31 (andere Bezeichnung CSS-X-9 bzw. CSS-9 bei Indienststellung)
  - DF-41 (andere Bezeichnung CSS-X-10, geplante Indienststellung 2010) Nordkorea:
  - No-dong-B (vorläufige Bezeichnung)
  - Taep´o-dong-1
  - Taep´o-dong-2
  - NKSL-1 (Taep´o-dong-1 mit dritter Stufe, kann Satelliten in den Orbit bringen, vorläufige Bezeichnung)
  - NKSL-X-2 (Taep´o-dong-2 mit dritter Stufe, kann Satelliten in den Orbit bringen, vorläufige Bezeichnung) Großbritannien
- (seegestützt, U-Boote):
  - Polaris (SLBM) (US-Rakete mit britischen Sprengköpfen)
  - Trident (SLBM) II (US-Raketen mit britischen Sprengköpfen) Frankreich
- (seegestützt, U-Boot):
  - M-1
  - M-2
  - M-20
  - M-4 bzw. M-45 nach Umrüstung
  - M-5 bzw. M-51 nach Umrüstung Indien
  - Surya (vermutlich in Entwicklung, Status unklar): Pakistan
  - Tipu (vielleicht in Entwicklung oder Verwechslung mit anderer Rakete)

Abrüstung


- ABM-Vertrag
- START-Vertrag

Weblinks


- [http://www.globalsecurity.org/wmd Massenvernichtungswaffen der Welt Global Security (en). Sehr ausführlich]
- [http://www.nrdc.org/nuclear/nudb/datainx.asp NRDC Archive of Nuclear Data. Viele wichtige Zahlen]
- [http://www.globaldefence.net/deutsch/nordamerika/usa/strategisch.htm US-Atomstreitkräfte(de)]
- [http://www.russianforces.com Atomstreitkräfte Russlands]
- [http://space.huerz.ch/htm/startplaetze.htm Raketenstartplätze UdSSR]
- [http://www.peterhall.de/lexikon/lexikon2.html Interkontinentalraketen] Kategorie:Atomwaffe !Interkontinentalrakete Kategorie:Raketentyp ja:大陸間弾道ミサイル ms:Peluru berpandu balistik jarak benua

Trägerrakete

] Eine Trägerrakete ist eine Rakete, die dem Transport von Nutzlasten in den Erdorbit dient und somit ein System zum Betrieb von Raumfahrt ist. Mittels Trägerraketen wie der amerikanischen Atlas, Titan, Saturn, sowie der sowjetischen Wostok, Woschod, Sojus und der chinesischen Langer Marsch 2E wurden und werden auch Menschen in den Weltraum befördert. Die bekannteste europäische Trägerrakete ist die Ariane, deren aktuelle Ausbaustufe die Ariane 5 ist. Zu den stärksten je gebauten Trägerraketen gehören die amerikanische Saturn V sowie die sowjetischen N1 und Energija. Keine von diesen Raketen wird derzeit hergestellt. Die stärkste derzeit im Einsatz stehende Trägerrakete ist der Space Shuttle, unter unbemannten Raketen ist es die von Boeing entwickelte und gebaute Delta IV Heavy, die am 21. Dezember 2004 von Cape Canaveral aus ihren Jungfernflug absolvierte. Die stärkste im Einsatz stehende russische Trägerrakete ist die Proton-M.

Übersicht heutiger Trägerraketen

Diese Tabelle enthält heute (Ende 2005) für staatliche und kommerzielle Nutzlasten verfügbare Trägerraketen sowie Raketen, die mit ausreichender Sicherheit in naher Zukunft ihre Erstflüge absolvieren werden und teilweise bereits über gebuchte Starts verfügen.

- = Noch nicht geflogene Raketen mit gebuchten Nutzlasten

  - = Noch nicht geflogene Raketen ohne gebuchte Nutzlasten bzw. unbekannt
n = für kommerzielle Nutzlasten nicht verfügbar
Kategorie:Rakete

1960er

Ereignisse


- Erster Raumflug eines Menschen (Juri Gagarin) (1961)
- Bau der Berliner Mauer (1961)
- Zündung der Zar-Bombe (1961)
- Kuba-Krise (1962)
- Elbeflut in Hamburg 1962
- Vietnamkrieg (der USA seit 1964) und Friedensbewegung
- 1964 findet zum ersten Mal das Berliner Theatertreffen statt
- APO
- Kulturrevolution in China (1966)
- Völkermord in Tibet (ca. 1–1,5 Millionen Opfer)
- Erste Große Koalition in Deutschland (1966)
- Sechstagekrieg (1967)
- Erste Mondlandung mit Apollo 11 (1969)
- Das Woodstock Festival, Höhepunkt der Hippie-Bewegung (15.–17. August 1969)
- Die Gemeindereform beginnt Ende der 1960er. Sie reduziert die Zahl der Einzelgemeinden im Bundesgebiet um zwei Drittel

Kulturgeschichte

Persönlichkeiten (Auswahl)

ja:1960年代 ko:1960년대 simple:1960s

Mercury-Programm

Das Mercury-Programm war das erste bemannte Raumfahrtprogramm der USA. Es dauerte von 1958 bis 1963 und hatte zum Ziel, einen Menschen im Orbit um die Erde zu fliegen. Die Frühphase wurde von der NACA (National Advisory Committee for Aeronautics) geplant. Durchgeführt wurde es von der neu gegründeten NASA.

Die Planung

Anfang Oktober 1958 wurde beschlossen, ein bemanntes Raumfahrtprogramm in den USA durchzuführen. Die Planungen sahen vor, eine Raumkapsel mit einem Menschen zu bemannen und diese orbital um die Erde kreisen zu lassen. In der Frühphase wurde von einem bemannten Satelliten gesprochen. Um dieses Programm ausführen zu können, mussten verschiedene Systeme entworfen und getestet werden. So wurde im Langley Research Center ein Programm zur voll gesteuerten Fallschirmlandung entwickelt. Außerdem wurden mit Hilfe der United States Air Force, die schon Erfahrungen auf diesem Gebiet hatte, die Raketen ausgesucht. Da diese aber nur für militärische Zwecke gebaut waren, mussten sie weiterentwickelt werden. Es handelte sich dabei in erster Linie um die Atlas- und Redstone-Raketen. An letzterer war auch die deutsche Gruppe um Dr. Wernher von Braun beteiligt. Um die Mercury-Kapsel zu entwickeln, wurden verschiedenste Aufträge an mehr als zwanzig Industrieunternehmen vergeben. Den Zuschlag zum Bau der Kapsel erhielt die Firma McDonnell Aircraft Corporation aus St. Louis. Am 26. November 1958 wurde der Name Mercury offizieller Projektname.

Die ersten Tests

Mit Hilfe des Startsystems Little Joe, das zum Testen ballistischer Bahnen schon vorhanden war, konnten erste Tests der Kapsel und des Rettungssystems durchgeführt werden. Daneben wurde auf der Grundlage einer Atlas-Rakete das „Big Joe“-System eingeführt, mit dessen Hilfe eine Kapsel hoch genug in den Weltraum befördert werden konnte, um den kritischen Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zu testen und zu üben. Am 13. Dezember 1958 wurde der Primat Gordo auf der Spitze eines Jupiter-Geschosses der U.S. Army in die Schwerelosigkeit befördert, der er 8,3 Minuten ausgesetzt war. Gordo überlebte Start und Landung. Anfang 1959 wurden die Kriterien zur Auswahl der Piloten aufgestellt. Dies waren:
- Alter unter 40 Jahre
- Größe kleiner als 180 cm
- Ausgezeichnete physische Konditionen
- Bachelor-Abschluss
- Abschluss als Test- und Jetpilot
- Mindestens 1.500 Stunden Flugerfahrung Ebenso begann zu Anfang des Jahres die Entwicklung des Hitzeschilds für die Mercury-Raumkapsel. Im Februar 1959 wurden 110 Kandidaten für das Mercury-Programm getestet. Mehrere Teststarts schlugen im Laufe des Februar und März fehl. Am 9. April 1959 wurden auf einer Pressekonferenz in Washington (D.C.) die sieben ausgewählten Mercury-Astronauten der Öffentlichkeit vorgestellt. Es waren im einzelnen:
- Lt. Commander Alan B. Shepard, Jr., Navy
- Captain Virgil I. Grissom, Air Force
- Lt. Colonel John H. Glenn, Jr., Marines
- Lieutenant Malcolm Scott Carpenter, Navy
- Lt. Commander Walter M. Schirra, Jr., Navy
- Captain Donald K. Slayton, Air Force
- Captain Leroy Gordon Cooper, Jr., Air Force Das Rettungssystem der Kapsel funktionierte beim zweiten Start im April 1959 planmäßig und brachte die Kapsel vorschriftsmäßig zur Wasserung im Atlantik, sodass das Raumschiff von einem Helikopter geborgen werden konnte. Helikopter Mit Hilfe eines Schweins, Gentle Bess, testete McDonnell die Aufschlagssteifigkeit der Raumkapsel. Der Test war erfolgreich, das Schwein überlebte. Weitere Tests mit Schweinen lehnte die NASA ab, da Schweine nicht lange in sitzender Position überleben können. Die zwei Primaten Able und Baker wurden am 28. Mai 1959 mittels einer Jupiter-Rakete 300 Meilen in den Weltraum geschossen. Sie landeten 1.700 Meilen entfernt von Cape Canaveral und überlebten den Flug. Im September verlief ein Mercury-Testflug mit einer Big Joe Atlas fast zu hundert Prozent erfolgreich. Wertvolle Erkenntnisse über den Wiedereintrittswinkel und die auftretenden Temperaturen am Hitzeschild wurden gewonnen. Am 4. Dezember 1959 wurde mit dem „Little Joe“-System der Rhesusaffe Sam gestartet und die Funktionalität des Rettungssystems zu testen. Ebenso sollten medizinische Erkenntnisse beim Flug gewonnen werden. Der Test war erfolgreich und Sam überlebte ihn. Ein zweiter Test mit dem Rhesusaffen Miss Sam verlief am 21. Januar 1960 ebenso erfolgreich.

Mercury-Atlas und Mercury-Redstone

1960 Nachdem Mitte 1960 die ersten Atlas- und Redstone-Raketen, sowie die zugehörigen Kapseln angeliefert worden waren, konnte am 29. Juli 1960 die Mercury-Atlas 1 (MA-1) Mission gestartet werden. Aber schon nach 59 Sekunden musste die Rakete auf Grund eines Strukturfehlers gesprengt werden. Die Mercury-Kapsel ging dabei verloren, da kein Rettungssystem vorhanden war. Nach diesem Fehlschlag wurde das Projekt einer mehrmonatigen Untersuchung unterzogen. Während dieser Zeit wurden die sieben Astronauten auf ihren ersten Flug mit den unterschiedlichsten medizinischen und physischen Tests vorbereitet. So wurde eine Zentrifuge zum Testen der Schwerkraftbelastungen installiert und ein großer Wassertank um die Schwerelosigkeit zu simulieren. Die Mercury-Redstone 1 (MR-1) Mission wurde abgebrochen, als am 21. November 1960 beim Start der Rakete auf dem Startplatz nur das Rettungssystem aktiviert wurde. Die Ersatzmission, Mercury-Redstone 1A (MR-1A), verlief dagegen am 19. Dezember 1960 problemlos. Das Raumschiff erreichte eine Höhe von ca. 131 Meilen und wurde nach erfolgter Landung 15 Minuten später von einem Helikopter aus dem Atlantik geborgen. Am 31. Januar 1961 wurde mit der Mercury-Redstone 2 (MR-2) Mission der Schimpanse Ham in den Weltraum befördert. Kleinere Fehler führten dazu, dass die Kapsel höher und weiter flog als vorher geplant und berechnet worden war. Der Schimpanse überlebte den Flug, zeigte aber während des Flugs nicht viel Interesse, die ihm gestellten Aufgaben auszuführen. Eine unbemannte Mission, Mercury-Atlas 2 (MA-2), verlief am 21. Februar 1961 ebenso erfolgreich. Die unbemannte Mercury-Atlas 3 (MA-3) Mission am 25. April 1961 war dagegen ein Fehlversuch. Nachdem sich nach dem Start die Rakete nicht wie vorgesehen um 70° drehte, um auf die vorgesehene Flugbahn zu kommen, wurde das Rettungssystem aktiviert und die Kapsel abgetrennt. Die Atlas-Rakete wurde kurz darauf gesprengt.

Bemannte Flüge

Mit dem Start von Alan Shepard in der Mercury-Redstone 3 (MR-3) begann für die Amerikaner am 5. Mai 1961 das Zeitalter der bemannten Raumfahrt. Zwar waren die ersten Flüge nur ballistischer Natur; sie konnten aber die Zuverlässigkeit der Technik beweisen und dass es möglich ist, einen Menschen sehr hohen Beschleunigungswerten bei einem Start und einer Landung auszusetzen. Erst ab Mercury-Atlas 6 wurde dann der Erdorbit erreicht.

Flug-Chronologie

orbit orbit

Das Ende des Projekts

Am 12. Juni 1963 wurde das Mercury-Programm offiziell eingestellt. Da Präsident John F. Kennedy in seiner berühmten Kongress-Rede am 25. Mai 1961 die Mondlandung innerhalb des laufenden Jahrzehnts als Ziel ausgegeben hatte, mussten weitergehende Raumfahrt-Programme anvisiert werden, da derart ehrgeizige Planungen mit dem Mercury-Projekt nicht zu verwirklichen waren. Dies lag in allererster Linie an der Unmöglichkeit, die Kapsel zu manövrieren. Das war aber für Kopplungsmanöver im All unabdingbare Voraussetzung. Es folgte das Gemini-Projekt, dessen Planungsphase sogar schon 1959 begonnen hatte.

Siehe auch

Geschichte der Raumfahrt, Liste der bemannten Raumfahrtmissionen, Liste der Raumfahrer, Gemini-Projekt, Apollo-Projekt

Literatur

Deutschsprachige Literatur ist entsprechend gekennzeichnet

NASA-Mission-Reports


- Robert Godwin, SIGMA 7: the NASA Mission Reports, Apogee Books, 2003, ISBN 1894959019 (Buch & CD)
- Robert Godwin, Freedom 7: the NASA Mission Reports, Collector's Guide Publishing, 2001, ISBN 1896522807 (Buch & CD)
- Robert Godwin, Friendship 7: The First Flight of John Glenn, Apogee Books, 1999, ISBN 1896522602 (Buch & CD)

Allgemein


- Ruth Ashby, Rocket Man: The Mercury Adventure of John Glenn, Peachtree Publishers, 2004, ISBN 1561453234
- Scott Carpenter, For Spacious Skies: The Uncommon Journey of a Mercury Astronaut, Harcourt, 2003, ISBN 0151004676
- Martha Ackmann, The Mercury 13: The Untold Story of Thirteen American Women and the Dream of Space Flight, Random House, 2003, ISBN 0375507442
- Martha Ackmann, The Mercury 13, Thorndike Press, 2003, ISBN 0786258187
- Helen Zelon, The Mercury 6 Mission: The First American Astronaut to Orbit Earth, PowerKids Press, 2002, ISBN 0823957705
- John E. Catchpole, Project Mercury, Springer-Praxis, 2001, ISBN 1852334061
- Bryan Ethier, Fly Me to the Moon: Lost in Space with the Mercury Generation, McGregor Publishing, 1999, ISBN 0965384659
- Diane M. und Paul P. Sipiera, Project Mercury, Children's Press, 1997, ISBN 0516204432
- Diverse, The Mercury Seven, Abdo & Daughters Publishing, 1996, ISBN 1562395653
- Donald K. Slayton, Deke!: U.S. Manned Space : From Mercury to the Shuttle, Forge, 1994, ISBN 0312855036

Filme

DVDs


- Das NASA Programm – Das Mercury Programm
- Der Stoff, aus dem die Helden sind, Spielfilm USA – 1983, Regie: Philip Kaufman, Darsteller: Sam Shepard, Scott Glenn, Ed Harris, Dennis Quaid, Fred Ward u.a.

Weblinks


- [http://www.hq.nasa.gov/office/pao/History/SP-4201/toc.htm NASA-Abhandlung über das Mercury-Projekt] (engl.)
- [http://www.extrasolar-planets.com/raumfahrt/mercury.php extrasolar-planets.com – Mercury-Projekt] (dt.)
- [http://history.nasa.gov/SP-4001/contents.htm NASA-Chronologie über das Mercury-Projekt] (engl.)
- [http://www-pao.ksc.nasa.gov/kscpao/history/mercury/mercury.htm Mercury-Seiten der NASA] (engl.)
- [http://spaceflight1.nasa.gov/gallery/images/mercury/index.html Photos der NASA zum Mercury Programm] (bemerkenswert: sehr hohe Auflösung) !Mercury-Programm ja:マーキュリー計画

Satellit (Raumfahrt)

Ein Satellit ist in der Raumfahrt ein künstlicher Flugkörper, der ein anderes Objekt, wie Planeten oder Monde, auf einer elliptischen oder kreisförmigen Umlaufbahn zur Erfüllung wissenschaftlicher, kommerzieller oder militärischer Zwecke umrundet.

Unterscheidung

Umlaufbahn

Nach Art der Umlaufbahn unterscheidet man bei Erdsatelliten zwischen
- Low-Earth-Orbit-Satelliten,
- Medium-Earth-Orbit-Satelliten,
- Highly-Elliptical-Orbit-Satelliten,
- geostationären Satelliten und
- sonnensynchronen Satelliten.

Aufgaben

Satelliten können unterschiedlichste Aufgaben wahrnehmen:
- Erdbeobachtungssatelliten können Bilder für unterschiedliche Zwecke liefern, so die Wetter- und Spionagesatelliten. Diese Bilder können mit verschiedenen Techniken erstellt werden, zum Beispiel von Röntgensatelliten.
- Nachrichtensatelliten erfüllen kommerzielle Aufgaben, während Amateurfunksatelliten privaten Zwecken dienen, siehe auch Satellitenkommunikation.
- Astrometriesatelliten beobachten das Weltall, hauptsächlich für wissenschaftliche Zwecke.
- Raumstationen können aufgrund ihrer orbitalen Laufbahn ebenfalls zu den Satelliten gezählt werden.

Betrieb


- Bahnbeschreibung
- Bahnänderungsmanöver
- Antriebssysteme
- Bahnstörungen eines Satelliten
- Bahnregelung
- Lageregelung
- Thermalkontrolle
- Funkdienst
- Energieversorgung.

Abgrenzung

Man bezeichnet Flugkörper nur dann als Satelliten, wenn sie die Erde im Weltraum umkreisen. Alle Flugkörper, die den Erdorbit mit Fluchtgeschwindigkeit verlassen, werden Raumsonden genannt, unabhängig davon, ob sie in den Orbit eines anderen Planeten eintreten oder nicht.

Beobachtung von der Erde

Zahlreiche größere Erdsatelliten können mit bloßem Auge als langsam über das nächtliche Himmelsgewölbe wandernde Lichtpunkte beobachtet werden. Mit speziellen Instrumenten ist es auch möglich, den Vorüberzug von Satelliten vor der Sonne zu beobachten. Manche Satelliten, wie die ISS, können eine scheinbare Helligkeit von −1m erreichen. Die Satelliten des Iridium-Systems erreichen unter bestimmten Umständen kurzzeitig eine scheinbare Helligkeit von bis zu −9m. Im Unterschied zu einem Flugzeug hat ein Satellit keine blinkenden, farbigen Lichter.

Beispiele

Einige künstliche Satelliten: :SputnikTelstarHubble-WeltraumteleskopLandsatAstraEutelsatIntelsat (Early Bird)EnvisatAstérix - TUBSAT - BIRD

Siehe auch


- Raumfahrt
- Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen
- 100 Wörter des 20. Jahrhunderts
- Erdbeobachtungssatellit
- Erdsatellit
- Geostationärer Satellit
- Liste der Erdsatelliten nach Ländern geordnet
- Nachrichtensatellit
- Satellitenfernsehen
- Satellitennavigation

Weblinks


- [http://www.heavens-above.com/ Heavens Above:] Berechnung der Sichtbarkeit von Satelliten (englisch)
- [http://science.nasa.gov/Realtime/JTrack/3D/JTrack3D.html J-Track 3D:] Echtzeitdarstellung von Satellitenpositionen, Java ist erforderlich (englisch)
- [http://128.250.125.178/wwp.html Satellitenbilder der Erde,] Flash ist erforderlich (englisch)
- [http://www.mygeo.info/satellitenbilder1.html Satellitenbilder:] Kultur- und Naturlandschaften
- [http://www.erdsicht.de/ Thematische Sammlung von Satellitenbildern weltweit]
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/249294.html Satelliten an der Leine:] Beitrag bei wissenschaft.de über die Idee, Satelliten mithilfe eines Seils in den Erdorbit zu bringen Kategorie:Künstlicher Satellit ja:人工衛星 ko:인공 위성

Convair

Die Firma Consolidated Vultee Aircraft Corporation nannte sich selbst kurz Convair . Unter diesem Namen wurde sie auch der Öffentlichkeit bekannt. Convair war ein US-amerikanischer Flugzeughersteller. Er entstand 1943, als sich Vultee Aircraft und Consolidated Aircraft zu einem neuen Hersteller vereinigten. Grund war die Anforderung an die Herstellung eines neuen Superbombers, der die Japaner im Pazifik niederringen sollte. Dies war der Startschuss für die Convair B-36 Peacemaker. Im April 1954 schloss sich Convair der General Dynamics-Gruppe an und hieß dann: Convair Division of General Dynamics. Zu diesem Zeitpunkt unterhielt Convair Fertigungsstätten in San Diego, Pomona und Fort Worth. Insbesondere im militärischen Bereich war Convair konkurrenzfähig. So entwickelte man das erste Flugzeug mit einem Deltaflügel, die Convair F-102, und den ersten Überschall-Bomber der Welt, die Convair B-58. Die zivilen Propeller-Typen wie die Convair CV 240, Convair CV 340 und Convair CV 440 verkauften sich in den 1950er Jahren gut. Diesen Erfolg wollte man mit den strahlgetriebenen Typen Convair CV 880 und Convair CV 990 Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre wiederholen. Sie konnten sich jedoch nicht gegen die bereits etablierte Konkurrenz von Douglas und Boeing durchsetzen, denn sie kamen zu spät. Außerdem entsprachen sie mit ihrer Auslegung für besonders hohe Reisegeschwindigkeiten und dem deshalb sehr schmalen Rumpf mit dementsprechend geringer Passagierkapazität nicht den Wünschen der Fluggesellschaften. Convair baute bis 1965 weiter Flugzeuge, um sich dann der Raumfahrt zuzuwenden. Bereits 1951 bekam man den Auftrag, eine Interkontinentalrakete (ICBM) für den Einsatz von Atomwaffen zu entwickeln. Daraus entstand die Atlas Trägerrakete, die am 18. Dezember 1958 erstmals startete. Mit einer solchen weiterentwickelten Rakete wurde John Glenn 1962 zum ersten amerikanischen Raumfahrer, der die Erde umrundete. Zusammen mit der ebenfalls von Convair entwickelten Centaur-Stufe wurde die Atlas Rakete für etwa 30 Jahre das wichtigste Mittel der Amerikaner, um Satelliten in den Orbit zu bringen. Des weiteren war man als Komponentenzulieferer der Luftfahrtindustrie tätig. So baute man Sektionen für das Space Shuttle, war am Tomahawk-Flugkörperprogramm beteiligt und lieferte ab 1985 Teile für die McDonnell-Douglas MD-11. 1994 wurde Convair daraufhin an McDonnell Douglas verkauft. 1996 wurde die Firma liquidiert. Kategorie:Flugzeughersteller Kategorie:Ehemaliges Unternehmen Kategorie:Unternehmen (USA) ja:コンベア

Interkontinentalrakete

Als Interkontinentalrakete (:en:ICBM: InterContinental Ballistic Missile) wird eine Boden-Boden-Rakete hoher Reichweite bezeichnet. Nach dem raketengetriebenen Start dringt das Projektil in den Weltraum ein, der weitgehend antriebslos (= ballistisch) bis zum Ziel durchflogen wird. Im Gegensatz dazu fliegen Kurz- und Mittelstreckenraketen in den unteren Bereichen der Erdatmosphäre, sie haben eine kleinere Reichweite. Die Abgrenzung des Begriffs Interkontinentalrakete zu Begriffen wie Langstreckenrakete, Mittelstreckenrakete, ist uneinheitlich.

Antrieb

Während die ersten Generation Interkontinentalraketen durchwegs Raketentriebwerke mit teilweise cryogenem Flüssigtreibstoff hatten, ging man mehr und mehr zu lagerfähigen Flüssigtreibstoffen und Feststoffantrieb über. Raketentriebwerke mit Feststoffantrieb haben zwar eine geringere Effizienz, sind jedoch in der Handhabung einfacher und besitzen eine kürzere Reaktionszeit - das Betanken der Rakete entfällt. Moderne Interkontinentalraketen haben teilweise in der letzten Antriebsstufe wieder einen Raketenmotor mit Flüssigtreibstoff, allerdings regelbar. Diese Raketenstufen sind heute durchweg lagerfähig, der Treibstoff lagert dabei über Jahre in der Rakete und muss nicht kurz vor Start getankt werden. Durch die Regelmöglichkeit ist der Flug nicht mehr rein ballistisch und der Flugkörper kann bis kurz vor den Einschlag manövriert werden. Dies verbessert zum einen die Genauigkeit und zum anderen erschwert es die Abwehr, da die Flugbahn nicht mehr deterministisch durch die Gesetze der Ballistik vorgegeben ist.

Reichweite

Beliebige Reichweiten sind möglich - üblich sind Reichweiten bis ca. 15.000 km. Die nicht mehr in Truppendienst befindliche russische Rakete SS-9 hatte in einer ihrer Varianten beispielsweise einen teilorbitalen Sprengkopf, der jeden Punkt der Erde aus jeder Richtung erreichen konnte (FOBS). Aufgrund der hohen Leistungsfähigkeit dieser Raketen werden veraltete Interkontinentalraketen auch zum Start von Satelliten eingesetzt, beispielsweise die russischen Raketen vom Typ SS-19 als Rockot-Trägerrakete.

Sprengkopf

Typen

ICBMs sind ausschließlich mit nuklearen Sprengköpfen bestückt. Hier kommen seit der zweiten Generation fast ausschließlich Mehrfachsprengköpfe zum Einsatz (MIRV), d. h. spätestens beim Wiedereintritt in die Atmosphäre teilt sich die Spitze in mehrere (meist) auf verschiedene Ziele programmierte Gefechtsköpfe. Die sog. Warheads liegen meist bei einer Sprengkraft von hunderten kt. Bei der sowjetischen R-36M (SS-18 Satan) Mod 2 war die Sprengkraft pro Sprengkopf bis zu 1,3 MT.

Wiedereintrittskapsel

Da Interkontinentalraketen durchwegs einen Großteil der Flugbahn im Weltraum zurücklegen, müssen sie zum Erreichen ihres Zieles wieder in die Erdatmosphäre eindringen. Um nicht zu verglühen, benötigen sie eine wärmeresistente Wiedereintrittskapsel.

Vielfachwiedereintrittskörper

Aus Gründen der Effizienz werden Interkontinentalraketen oft nicht nur mit einem Sprengkopf ausgerüstet, sondern mit mehreren kleinen Sprengköpfen. Die erste Generation mehrfacher Sprengköpfe war in ihren Fähigkeiten begrenzt. Die Gefechtsköpfe konnten noch nicht voneinander unabhängig gesteuert werden (MRV - Multiple Re-Entry Vehicle). So zum Beispiel die SS-9 Mod 4. Bei späteren ballistischen Trägersystemen wurde schon möglich, Gefechtsköpfe unabhängig voneinander zu steuern(engl. MIRV: Multiple Independently targetable Re-entry Vehicle). Diese Sprengköpfe sind bei modernen Raketen unabhängig voneinander manövrierbar und können innerhalb des Zielgebiets mit meist mehreren hundert Kilometer Durchmesser beliebig platziert werden. In den 80er Jahren hat die US Navy das System weiterentwickelt. Die MARV (Maneuvering Re-Entry Vehicle) sollte begrenzt manövrierfähig sein und so die Raketenabwehr rund um Moskau und Leningrad penetrieren können. Als Trägerrakete war die sehr genaue (CEP 120 m) UGM-93B Trident II D-5 geplant. Es wurde jedoch nicht mehr in Dienst gestellt.

FOBS

Bei FOBS (Fractional Orbital Bombardment System) wird der Gefechtskopf in eine niedrige Erdumlaufbahn gebracht, von wo aus er jeden Punkt der Erde auf seiner Flugbahn erreichen kann. Um das System einzusetzen, muss der Gefechtskopf lediglich in der Atmosphäre abgebremst werden. Da die Abbremsung zu jedem beliebigen Zeitpunkt erfolgen kann und die Zeitspanne zwischen der Abbremsung und dem Aufschlag auf der Erde nur wenige Minuten beträgt, ist die Vorwarnzeit sehr gering, was auch zum späteren Verbot dieser Art von Waffen führte. Außerdem flogen diese Geschosse in niedrigeren Höhen, so dass die Entdeckung durch Radarsysteme dadurch erschwert wurde. Die Raketen würden über den Südpol fliegen und die USA vom Süden aus angreifen. Damit umging man das US-Radarnetz das in Richtung Norden ausgerichtet war. Die Trägerrakete war die sowjetische R-36O (SS-9 Scarp Mod 3). Es wurde im November 1968 voll Einsatzbereit. Es transportierte einen Gefechtskopf mit einer Sprengkraft von 1-3 MT. Dieses System wurde allerdings nur für kurze Zeit in Dienst gestellt und war nie in ausreichenden Zahlen verfügbar. Außerdem war es sehr ungenau (CEP bis zu 5 km) und dadurch für den Angriff auf gehärtete Ziele (z.B. Raketensilos) ungeeignet.

Abwehr

Im Allgemeinen wird heute davon ausgegangen, dass Interkontinentalraketen auf Grund ihrer hohen Geschwindigkeit - circa 20-fache Schallgeschwindigkeit - und Flughöhe nur mit nuklear bestückten Abfangraketen sicher abgewehrt werden können. Da die amerikanischen und sowjetischen Interkontinentalraketen vielfach für einen Flug über den Nordpol programmiert waren, sind die entsprechenden Abwehranlagen jeweils nach Norden ausgerichtet. Aus diesem Grund befinden sich in Alaska amerikanische Anlagen zur Raketenortung und -abwehr. Während des kalten Krieges handelten die USA und die UdSSR ein Abkommen aus, das es jeder Seite erlaubte, eine Anlage zur Raketenabwehr einzurichten. Während die USA ihre Raketenfelder schützten, aber die Anlage bereits nach kurzer Zeit (gerüchteweise 1 Tag) wieder außer Betrieb nahmen, sind die ABM Raketen des heutigen Russland nach wie vor rund um Moskau stationiert. Die US-amerikanischen Bestrebungen zum Bau nicht-nuklearer Abwehrmethoden sind - nach heute allgemeine anerkannter Sichtweise - nur gegen einfache Interkontinentalraketen die über keine Köder (:en:Decoy), sonstige Gegenmaßnahmen oder MIRVs verfügen. Beispielsweise chinesischer- (Ausnahme DF-31 CSS-9) oder nordkoreanischer Herkunft geeignet.

Typen

(Kursiv = nicht in Dienst, entweder obsolet, oder noch in der Entwicklung) USA
- landgestützt: [http://www.globalsecurity.org/wmd/systems/icbm.htm]
  - CGM-16 Atlas
  - HGM-25A Titan I
  - LGM-25C Titan II
  - LGM-30A/B Minuteman I
  - LGM-30F Minuteman II
  - LGM-30G Minuteman III
  - LGM-118 Peacekeeper
  - MGM-134 Midgetman Small ICBM (nicht in Dienst gestellt)
- seegestützt: [http://www.globalsecurity.org/wmd/systems/slbm.htm]
  - UGM-27A Polaris A-1
  - UGM-27B Polaris A-2
  - UGM-27C Polaris A-3
  - UGM-73 Poseidon C-3
  - UGM-93 Trident I C-4
  - UGM-133 Trident II D-5 UdSSR / Russland
- landgestützt (Sowjetische Bezeichnung. Defense Intelligence Agency-, Nato-Code in Klammern).
  - R-7 (SS-6, Sapwood)
  - R-9 (SS-8, Sasin)
  - GR-1 (SS-10 Scragg, nicht in Dienst gestellt)
  - R-16 (SS-7 Saddler)
  - R-26 (SS-8 Sasin, Verwechslung mit R-9, nicht in Dienst gestellt)
  - R-36 (SS-9 Scarp)
  - R-36-O (SS-9 FOBS, orbitalfähige R-36)
  - R-36M "Voivode" (:en:SS-18 Satan) (verschiedene Versionen)
  - UR-100 (SS-11 Sego)
  - UR-100MR "Sotka" (SS-17 Spanker)
  - UR-100N (SS-19 Stiletto)
  - UR-200 (SS-X-10 Scragg, Verwechslung mit GR-1, nicht in Dienst gestellt)
  - UR-500 "Proton" (nicht in Dienst gestellt)
  - RT-1 (kein Nato-Code vorhanden, nicht in Dienst gestellt)
  - RT-2 (SS-13 Savage)
  - RT-20P (SS-15 Scrooge)
  - RT-21 "Temp-2S" (SS-16 Sinner)
  - RT-2PM "Topol" (SS-25 Sickle)
  - RT-2UTTH "Topol-M" (SS-27 :en:Topol-M)
  - RT-23 "Molodets" (SS-24 Scalpel)
  - RSS-40 "Kuryer" (Nato-Code SS-X-26 ist obsolet, Projekt wurde aufgegeben)
- seegestützt China
- landgestützt:
  - DF-3 (Projekt wurde aufgegeben)
  - DF-5 (andere Bezeichnung CSS-4)
  - DF-6 (Projekt wurde aufgegeben)
  - DF-22 (andere Bezeichnung DF-14, Projekt wurde aufgegeben)
  - DF-31 (andere Bezeichnung CSS-X-9 bzw. CSS-9 bei Indienststellung)
  - DF-41 (andere Bezeichnung CSS-X-10, geplante Indienststellung 2010) Nordkorea:
  - No-dong-B (vorläufige Bezeichnung)
  - Taep´o-dong-1
  - Taep´o-dong-2
  - NKSL-1 (Taep´o-dong-1 mit dritter Stufe, kann Satelliten in den Orbit bringen, vorläufige Bezeichnung)
  - NKSL-X-2 (Taep´o-dong-2 mit dritter Stufe, kann Satelliten in den Orbit bringen, vorläufige Bezeichnung) Großbritannien
- (seegestützt, U-Boote):
  - Polaris (SLBM) (US-Rakete mit britischen Sprengköpfen)
  - Trident (SLBM) II (US-Raketen mit britischen Sprengköpfen) Frankreich
- (seegestützt, U-Boot):
  - M-1
  - M-2
  - M-20
  - M-4 bzw. M-45 nach Umrüstung
  - M-5 bzw. M-51 nach Umrüstung Indien
  - Surya (vermutlich in Entwicklung, Status unklar): Pakistan
  - Tipu (vielleicht in Entwicklung oder Verwechslung mit anderer Rakete)

Abrüstung


- ABM-Vertrag
- START-Vertrag

Weblinks


- [http://www.globalsecurity.org/wmd Massenvernichtungswaffen der Welt Global Security (en). Sehr ausführlich]
- [http://www.nrdc.org/nuclear/nudb/datainx.asp NRDC Archive of Nuclear Data. Viele wichtige Zahlen]
- [http://www.globaldefence.net/deutsch/nordamerika/usa/strategisch.htm US-Atomstreitkräfte(de)]
- [http://www.russianforces.com Atomstreitkräfte Russlands]
- [http://space.huerz.ch/htm/startplaetze.htm Raketenstartplätze UdSSR]
- [http://www.peterhall.de/lexikon/lexikon2.html Interkontinentalraketen] Kategorie:Atomwaffe !Interkontinentalrakete Kategorie:Raketentyp ja:大陸間弾道ミサイル ms:Peluru berpandu balistik jarak benua

11. Juni

Der 11. Juni ist der 162. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 163. in Schaltjahren) - somit verbleiben noch 203 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1157 - Gründungsdatum der Mark Brandenburg: Albrecht gelingt mit Jaxas Vertreibung die Rückeroberung der Burg Brandenburg.
- 1770 - James Cooks Schiff, die HMS Endeavour, in der Nacht am Great Barrier Reef auf Grund gelaufen, kommt leckgeschlagen wieder frei.
- 1798 - Napoleonische Truppen landen auf Malta, der Malteserorden der Johanniter verlässt darauf die Insel und geht nach Russland.
- 1919 – Der deutsche Lyriker Rainer Maria Rilke lässt sich in der Schweiz nieder, wo er seine Schaffenskrise überwindet.
- 1962 - John und Clarence Anglin und Frank Morris gelingt die Flucht aus Alcatraz
- 1964 - Mit selbstgebautem Flammenwerfer und Lanze läuft der Frührentner Walter Seifert an einer Kölner Grundschule Amok. Er ermordet acht Kinder und zwei Lehrerinnen.
- 1985 - Auf der Glienicker Brücke bei Berlin findet der größte Agentenaustausch der Geschichte statt.
- 1988 - Tribute-Konzert zum 70. Geburtstag von Nelson Mandela im Londoner Wembley Stadium. Mitwirkende sind u.a. Peter Gabriel, Tracey Chapman, The Eurythmics, Stevie Wonder und die Simple Minds.
- 1989 - France Albert René wird als Staatspräsident auf den Seychellen in seinem Amt bestätigt
- 1994 - Mit Veröffentlichung des Neunundzwanzigsten Strafrechtsänderungsgesetzes im Bundesgesetzblatt tritt in Deutschland der § 175 StGB, der die männliche Homosexualität unter 18 Jahren unter Strafe gestellt hatte, außer Kraft.
- 1996 - Bombenanschlag auf die Moskauer Metro - vier Menschen werden getötet und zwölf verletzt.
- 2001 - Hinrichtung von Timothy McVeigh, einem der Attentäter des Anschlages auf das Murrah Federal Building in Oklahoma City vom 19. April 1995, durch die Giftspritze.

Wirtschaft


- 1974 - Der Bundestag beschließt die Erhöhung der Beamtengehälter um 11% (rückwirkend ab dem 1. Januar 1974).

Wissenschaft und Technik


- 1973 - Wissenschaftler der Universität Delaware feiern die Fertigstellung von Solar One, dem ersten durch Sonnenenergie versorgten Haus der Welt.

Religion


- 1997 - Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Thüringen

Kultur


- 1914 - Uraufführung der Oper "Don Juans letztes Abenteuer" von Paul Graener in Leipzig.
- 2005 - Unter dem Titel "Winning Alternatives" findet in Salzburg eine Konferenz anlässlich 25 Jahre Alternativer Nobelpreis statt. Zur Veranstaltung finden sich neben Jakob von Uexküll auch 70 Preisträger ein.

Katastrophen


- 1981 - Ein Erdbeben der Stärke 6,9 im Iran fordert ca. 3.000 Todesopfer.

Sport


- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1955 - Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans sterben in der größten Katastrophe des Motorsports der Fahrer Pierre Levegh und 79 Zuschauer.
- 1982 - Larry Holmes verteidigt seinen Boxweltmeistertitel im Schwergewicht gegen Gerry Cooney im Ceasars Palace, Las Vegas, durch technischen KO.
- 2005 - Amsterdam Admirals gewinnen den World Bowl XIII im American Football gegen den Titelverteidiger Berlin Thunder mit 27:21

Geboren

Berlin Thunder Berlin Thunder Berlin Thunder) Berlin Thunder
- 1519 - Cosimo I. Medici, Herzog von Florenz
- 1572 - Benjamin Jonson, englischer Bühnenautor und Dichter
- 1653 - Matthias Klotz, deutscher Geigenbauer
- 1672 - Francesco Antonio Bonporti, italienischer Priester und Komponist
- 1681 - Colley Cibber, britischer Theaterleiter, Impressario, Dramatiker und Dichter
- 1776 - John Constable, britischer Landschaftsmaler
- 1779 - Bernhard von Lindenau, deutscher Astronom, sächsischer Minister, Kunstsammler
- 1799 - Ludwig Wilhelm Anton Pernice, deutscher Rechtsgelehrter
- 1815 - Julia Margaret Cameron, britische Fotografin
- 1818 - Alexander Bain, schottischer Philosoph und Pädagoge, Mitbegründer der englisch-schottischen Schule der Assoziationspsychologie
- 1833 - Jules Valles, französischer Publizist, Revolutionär und Journalist,
- 1842 - Carl von Linde, deutscher Ingenieur und Erfinder, Gründer der Linde AG
- 1847 - Millicent Garrett Fawcett, britische Frauenrechtlerin
- 1854 - Alfred Müller, Ethnologe, Autor, Realschuldirektor
- 1864 - Richard Strauss, deutscher Komponist und Dirigent
- 1867 - Charles Fabry, französischer Physiker
- 1875 - George Herbert Walker, US-amerikanischer Bankier
- 1879 - Max Schreck, deutscher Schauspieler
- 1880 - Jeanette Pickering Rankin, US-amerikanische Politikerin
- 1880 - Willem Janssen, niederländischer Fußballspieler
- 1882 - Alvin Langdon Coburn, US-amerikanischer Fotograf
- 1893 - Karl Weissenberg, niederländischer Physiker und einer der ersten Rheologen
- 1895 - Nikolai Alexandrowitsch Bulganin, sowjetischer Staatsmann
- 1897 - Alexandre Tansman, polnisch-französischer Komponist
- 1899 - Yasunari Kawabata, japanischer Schriftsteller
- 1902 - Ernst Wilhelm Nay, deutscher Maler
- 1904 - Clarence Smith, US-amerikanischer Jazz-Pianist
- 1904 - Emil František Burian, tschechischer Komponist
- 1905 - Ladislaus Winterstein, deutscher Politiker und MdB
- 1908 - Francisco Marto, portugisiescer Seliger, Zeuge einer Marienerscheinung
- 1910 - Carmine Coppola, US-amerikanischer Musiker und Komponist
- 1910 - Jacques-Yves Cousteau, französischer Meeresforscher
- 1913 - Vince Lombardi, US-amerikanischer Football-Coach
- 1921 - Waltrud Will-Feld, deutsche Politikerin und MdB
- 1922 - Alberto Bovone, italienischer Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1925 - Elfriede Ott, österreichische Kammerschauspielerin, Sängerin und Regisseurin
- 1925 - William Styron, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1928 - Fabiola, Königin von Belgien
- 1929 - Ellen Schwiers, deutsche Schauspielerin
- 1932 - Athol Fugard, südafrikanischer Schriftsteller
- 1932 - Gert Prokop, deutscher Schriftsteller
- 1933 - Gene Wilder, US-amerikanischer Schauspieler
- 1933 - Harald Szeemann, schweizerischer Ausstellungsmacher
- 1933 - Josef Paul Kleihues, deutscher Architekt
- 1933 - Walther Zügel, deutscher Bankmanager
- 1935 - Jack Huston, US-amerikanischer Sänger
- 1936 - Jud Strunk, US-amerikanischer Sänger
- 1936 - Wolfgang Römer, Richter am Bundesgerichtshof
- 1937 - J. Robin Warren, australischer Pathologe
- 1938 - Peter Eigen (Jurist), deutscher Jurist
- 1939 - Herbert Knoblich, deutscher Politiker
- 1939 - Jackie Stewart, britischer Formel 1-Rennfahrer
- 1940 - Joey Dee, US-amerikanischer Songschreiber und Sänger
- 1941 - Helmut Krauss, deutscher Schauspieler, Kabarettist und Synchronsprecher
- 1942 - Peter Blusch, deutscher Fußballspieler
- 1943 - Johann Kurzbauer, österreichischer Politiker
- 1943 - Walter Zuber, deutscher Politiker
- 1944 - Gunther Gabriel, deutscher Sänger und Songschreiber
- 1945 - Ernst Bahr, deutscher Politiker und MdB
- 1945 - Roger Schawinski, schweizerischer Medienpionier und Fernsehmoderator
- 1946 - Jan Petersen, norwegischer konservativer Politiker, Jurist und Diplomat
- 1946 - John Lawton, US-amerikanischer Sänger
- 1947 - Glenn Leonard, US-amerikanischer Sänger
- 1948 - Sumaya Farhat-Naser, palästinensische Politikerin
- 1949 - Ingrid Newkirk, englische Aktivistin, Mitbegründerin und Präsidentin der militanten Tierschutzorganisation PETA.
- 1949 - Tom Pryce, britischer Autorennfahrer
- 1950 - Bjarne Stroustrup, dänischer Informatiker
- 1950 - Lynsey de Paul, britischer Songschreiber und Sänger
- 1952 - Bronislaw Wildstein, polnischer Journalist und Schriftsteller
- 1952 - Helmut Reitze, Intendant des Hessischen Rundfunks
- 1952 - Wolfgang Bosbach, deutscher Politiker
- 1953 - Wera Komissowa, russische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 1954 - Gerhard Grandke, deutscher Politiker
- 1956 - Joe Montana, US-amerikanischer Footballspieler
- 1956 - Simon Plouffe, kanadischer Mathematiker
- 1957 - Martin Wimmer, deutscher Motorradrennfahrer
- 1960 - Sissy Raith, deutsche Fußballspielerin und Fußballtrainierin
- 1963 - Johan Nijs, belgischer Komponist und Dirigent
- 1964 - Gunnar Sauer, deutscher Fußballspieler
- 1964 - Jean Alesi, französischer Formel 1-Rennfahrer
- 1964 - Kim Gallagher, US-amerikanische Leichtathletin und Olympionikin
- 1964 - Georg Andreas Christian von Holst alias Kuddel, deutscher Musiker
- 1977 - Pamela Großer, deutsche TV-Moderatorin und Schauspielerin
- 1978 - Joshua Jackson, US-amerikanischer Schauspieler
- 1982 - Diana Taurasi, US-amerikanische Basketballspielerin
- 1985 - Petter Tande, norwegischer Skisportler
- 1987 - Gonzalo Castro, spanischer Fußballspieler
- 1988 - Daniel Kramer, Poet und Schülersprecher

Gestorben


- 323 v. Chr. - Alexander der Große, nach babylonischer Quelle am 29. Aiaru, zwischen Morgen und Abend des 11. Juni
- 190 - Seimu, 13. Kaiser von Japan (131 - 190)
- 999 - Everger, Erzbischof von Köln
- 1051 - Erzbischof Bardo von Mainz
- 1183 - Heinrich der Jüngere, Mitkönig von England
- 1216 - Heinrich, Zweiter Kaiser des Lateinischen Kaiserreichs
- 1488 - Jakob III., von 1460 bis 1488 König von Schottland
- 1557 - Johann III., König von Portugal aus dem Hause Avis
- 1568 - Heinrich der Jüngere, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel
- 1661 - Georg II., Landgraf von Hessen-Darmstadt
- 1698 - Balthasar Bekker, deutsch-niederländischer, protestantischer Theologe, Philosoph, Prediger
- 1727 - Georg I., Kurfürst von Hannover
- 1749 - Johann Bernhard Bach d. Ä., deutscher Komponist
- 1811 - Adolf Müllner - deutscher Schriftsteller
- 1816 - Pierre-François-Charles Augereau, französischer General, Marschall von Frankreich
- 1847 - John Franklin, englischer Kapitän und Polarforscher
- 1853 - Johannes Cornelis de Jonge, niederländischer Geschichtsschreiber
- 1856 - Friedrich Heinrich von der Hagen, deutscher Germanist
- 1859 - Klemens Wenzel Lothar von Metternich, österreichischer Staatsmann
- 1867 - Karl Otto Weber, deutscher Chirurg und Pathologe
- 1868 - August Sicard von Sicardsburg, österreichischer Architekt
- 1868 - James Brooke, britischer Seefahrer und Entdecker
- 1877 - Johann Heinrich Fierz, schweizerischer Unternehmer und Nationalrat
- 1897 - Carl Remigius Fresenius, deutscher analytischer Chemiker
- 1902 - Otto Eckmann, deutscher Maler und Grafiker
- 1919 - Hermann Lietz, deutscher Pädagoge
- 1924 - Théodore Dubois, französischer Komponist
- 1933 - Hildegard Burjan, österreichische Ärztin, Ordensgründerin, Politikerin
- 1934 - Lew Semjonowitsch Wygotski, russischer Psychologe
- 1936 - Robert Howard, US-amerikanischer Fantasy-Schriftsteller
- 1937 - José María Lacalle, spanischer Komponist
- 1942 - Joakim Bonnier, schwedischer Formel-1-Rennfahrer
- 1944 - Gertrud Grunow, deutsche Opernsängerin und Pianistin
- 1944 - Vojtěch Preissig, tschechischer Maler und Grafiker
- 1953 - Marcel Herrand, französischer Schauspieler
- 1955 - Pierre Levegh, französischer Rennfahrer
- 1959 - Grantly Dick-Read, britischer Mediziner
- 1963 - Friedrich Wagner, deutscher Archäologe
- 1964 - Phibul Songkhram, thailändischer Feldmarschall, Premierminister und Militärdiktator
- 1967 - Ernesto Ruffini, italienischer katholischer Geistlicher, Bischof und Kardinal
- 1967 - Wolfgang Köhler, deutscher Mitbegründer der Gestaltpsychologie bzw. der Gestalttheorie
- 1968 - Otto Heinrich Greve, deutscher Politiker und MdB
- 1970 - Alexander Fjodorowitsch Kerenski, russischer Politiker
- 1970 - Earl Grant, US-amerikanischer Sänger und Gitarrist
- 1974 - Julius Evola, italienischer Kulturphilosoph
- 1978 - Ernst Paul, deutscher Politiker
- 1979 - John Wayne, US-amerikanischer Schauspieler
- 1980 - Gregory Bateson, britischer Anthropologe
- 1984 - Enrico Berlinguer, italienischer Politiker und Antifaschist
- 1984 - Siegfried Balke, deutscher Chemiker, Manager, Politiker und Bundesminister
- 1988 - Giuseppe Saragat, italienischer Politiker
- 1990 - Oldřich Nejedlý, tschechoslowakischer Fußballspieler
- 1996 - Brigitte Helm, deutsche Schauspielerin
- 1999 - DeForest Kelley, US-amerikanischer Schauspieler
- 2003 - Georg Henrik von Wright, finnischer Philosoph
- 2004 - Egon von Fürstenberg, Schweizer Modedesigner
- 2004 - Mario Jeckle, deutscher Informatiker
- 2005 - Vasco Gonçalves, portugiesischer General und Politiker

Feier- und Gedenktage


- Barnabas-Tag

Siehe auch


- 10. Juni - 12. Juni
- 11. Mai - 11. Juli
- Historische Jahrestage - Zeitskala
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Sowjetunion

Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (kurz UdSSR oder Sowjetunion, bzw. russisch Союз Советских Социалистических Республик (СССР), Sojus Sowjetskich Sozialistitscheskich Respublik (SSSR) ) war ein Staat in Osteuropa und Nordasien. Sie bestand vom 30. Dezember 1922 – nach der russischen Oktoberrevolution - bis zur offiziellen Auflösung am 8. Dezember 1991 – auf dem Gebiet des ehemaligen russischen Reiches. Später dehnte sie sich auf die von den Nachbarstaaten Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Deutschland, Rumänien und Polen eroberten Gebiete aus. Die Sowjetunion war damit der geographisch grösste Staat in der neueren Geschichte der Menschheit. Ihr Rechtsnachfolger (mit 78% der früheren Fläche) ist seit 1991/92 die Russische Föderation. Formal war die Sowjetunion ein Staatenbund von Teilstaaten (Unionsrepubliken); de facto war sie ein zentralistisch regierter und von Russland dominierter Staat. Nominell wurde sie demokratisch durch Räte (Sowjets) bzw. ein Parlament regiert. Die tatsächliche Macht lag aber stets bei der Führung der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, die das Land besonders unter Stalin totalitär, später eher diktatorisch regierte. Gegen Ende der UdSSR unternahm Michail Gorbatschow unter dem Stichwort Perestroika Anstrengungen, tatsächlich demokratische Institutionen einzuführen.

Politik

Die Regierung der Sowjetunion war nicht nur für die Gesetzgebung, Verwaltung und Gerichtsbarkeit des Landes zuständig, sondern verwaltete auch die Wirtschaft. Die grundlegenden politischen Entscheidungen wurden von der wichtigsten politischen Institution des Landes, der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) getroffen. In den späten 1980ern war der Aufbau des Staates in der Theorie ähnlich wie bei westlichen politischen Systemen organisiert. So setzte eine Verfassung alle Staatsorgane ein und garantierte den Bürgern eine Reihe von politischen Rechten und Bürgerrechten. Eine legislative Gewalt, der Kongress der Volksbeauftragten und ein ständiger legislativer Rat, der Oberste Sowjet, als Volksvertretung repräsentierten die Souveränität des Volkes. Der Oberste Sowjet wählte das Präsidium, dessen Vorsitzender auch als Staatsoberhaupt fungierte und überwachte den Rat der Volkskommissare, später der Ministerrat, der als die exekutive Gewalt agierte. Der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, dessen Wahl von der Legislative bestätigt werden musste, war der Regierungschef. Eine verfassungsbasierte Judikative wurde durch ein System von Gerichtshöfen, dessen oberster der Oberste Gerichtshof war, repräsentiert. Der Oberste Gerichtshof war verantwortlich für die Überwachung der Gesetzmäßigkeit der Regierungsinstitutionen. Nach der Verfassung von 1977 hatte das Land eine föderale Struktur, die den einzelnen Teilrepubliken bestimmte souveräne Rechte (z. B. die Entscheidung über Minderheitenpolitik) zusprach. In der Praxis jedoch wurden viele der Aufgaben der einzelnen Regierungsinstitutionen von der einzigen erlaubten Partei, der KPdSU, wahrgenommen. Die eigentlichen Grundlagen- und Richtlinienentscheidungen wurden von der Partei getroffen und von der Regierung übernommen, die eher die Entscheidungen der Partei ratifizierte als selbst Gesetze zu beschließen. Eine Reihe verschiedener Mechanismen sorgte dafür, dass die Regierung die Entscheidungen der Partei mit trug. Zwar konnten die Bürger der Sowjetunion sich bei allen Wahlen entscheiden, welchen Kandidaten sie wählten, aber da alle Kandidaten der KPdSU angehören mussten und von der Partei aufgestellt wurden, konnte die Kommunistische Partei alle wichtigen Positionen in der Regierung mit Personen setzen, die der Parteiführung gegenüber loyal waren. Die Personen in Regierungsämtern wurden strikt von der KPdSU überwacht, um zu verhindern, dass sie von der offiziellen Linie abwichen. Die Hauptaufgabe der Exekutive, des Ministerrats, war die Verwaltung der Wirtschaft. Der Ministerrat war über die gesamte Zeit seines Bestehens mit der Kommunistischen Partei gegenüber loyalen Politikern besetzt, der Vorsitzende des Ministerrats war immer auch ein Mitglied des Politbüros, der zentralen Entscheidungsinstanz der KPdSU. Oft war es auch der Generalsekretär der Partei selbst. Der Vorsitzende hatte eine dominante Stellung gegenüber den anderen Ministern. Nach der Verfassung von 1988 war das höchste legislative Gremium der Sowjetunion der Kongress der Volksbeauftragten. Die wichtigste Aufgabe des Kongresses war die Wahl einer kleineren, ständigen legislativen Versammlung, dem Obersten Sowjet mit seinem Vorsitzenden, der gleichzeitig Staatsoberhaupt war. Obwohl der Kongress der Volksbeauftragten theoretisch allein das Recht hatte, Gesetze zu beschließen, trat er nur selten zusammen, um Gesetzesentwürfen der Partei, des Ministerrats und des Obersten Sowjets zuzustimmen. Der Oberste Sowjet hatte das Recht, das geltende Recht der Sowjetunion zu interpretieren und zusammen mit dem Ministerrat Dekrete zu beschließen, falls es in den bestehenden Gesetzen Unklarheiten gab. Das Rechtssystem unterschied sich von dem in westlichen Staaten gepflegten. Statt dass ein Verteidiger und ein Staatsanwalt für bzw. gegen den Angeklagten argumentierten, arbeitete der Richter mit den Staatsanwalt und dem Verteidiger zusammen, um sicherzustellen, dass die Prozesse die Wahrheit zu Tage förderten, was auch zu Missbrauch führte. Die Sowjetunion war offiziell ein föderaler Staat, der aus 15 Republiken gebildet wurde, die theoretisch auch das Recht hatten, wieder aus der Union auszutreten. Die Republiken hatten ihre eigenen Verfassungen, die, wie die Verfassung der gesamten Union, theoretisch die Gewaltenteilung in der Sowjetunion garantieren sollten. In der Praxis hatte die zentrale Regierung jedoch alle wichtigen Befugnisse an sich gezogen und traf Entscheidungen, die von den regionalen Behörden nur ausgeführt wurden.

Fläche und Bevölkerung

Die Sowjetunion grenzte nach 1945 im Westen an Rumänien, Ungarn, die Tschechoslowakei, Polen, die Ostsee, Finnland und Norwegen; im Norden an die Barentssee, die Karasee, die Laptewsee sowie an die Ostsibirische See; im Osten an das Ochotskische Meer, das Beringmeer sowie an den Pazifischen Ozean; im Süden an Nordkorea, die Volksrepublik China, die Mongolei, Afghanistan, den Iran und die Türkei. Das Territorium der UdSSR umfasste mit 22,4 Millionen Quadratkilometern fast ein Sechstel des Festlandes der Erde. In West-Ost-Richtung erstreckte es sich vom Schwarzen Meer und der Ostsee bis zum Pazifischen Ozean über fast 10.000 Kilometer. Von Norden nach Süden hatte es eine Ausdehnung von fast 5.000 Kilometern. Die Sowjetunion berührte 11 der 24 Zeitzonen der Erde. Nach Stand der Volkszählung von 1988 hatte die Sowjetunion in 15 Unionsrepubliken 286,717 Mio. Einwohner. Die RSFSR (Russische Sozialistische Föderalistische Sowjetrepublik) war sowohl flächen- als auch bevölkerungsmäßig die bei weitem größte Unionsrepublik und auch in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht dominierend.

Religion in der Sowjetunion

In dieser Zeit wurde die Religionsausübung verboten, waren um 1920 noch etwa 90 % der Russen in der Orthodoxe Kirche organisiert, so sank die Zahl bis 1940 auf unter 30 %. Tausende Priester wurden hingerichtet oder in Arbeitslager deportiert. Ebenso in Zentralasiatischen Republiken wo mehrheitlich Muslime lebten, wurden die meisten Moscheen geschlossen und die Religiosausübung ebenfalls verboten. Viele Gläubige waren Repressalien ausgesetzt. Mehr dazu in der englischen wikipedia.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Sowjetunion Das damalige Zarenreich Russland wurde mit der Oktoberrevolution, benannt nach den - allerdings schnell entmachteten - Räten (russ. Sowjets), zur Sowjetunion. Die frühe Sowjetregierung, in der die Revolutionsführer Wladimir Iljitsch Lenin und Leo Trotzki als Regierungs- bzw. Armeechefs, als Vorsitzender des Rates der Volkskommissare fungierten, versuchten eine zentralwirtschaftliche nachholende Industrialisierung des Landes durchzuführen. Ein vorher in sämtlichen Bereichen rückständiges Bauernland, in dem zum Teil mittelalterliche, präziser ausgedrückt feudal-asiatische Produktionsverhältnisse herrschten, sollte innerhalb von 20 Jahren zur Industriemacht und zum militärischen Ausgangspunkt der Weltrevolution umgestaltet werden. Dies geschah durch den forcierten, in seiner Ausführung berserkerartigen Aufbau der Schwerindustrie von 1928 an. Die ideologische Macht der Partei sollte durch umfassende Alphabetisierungskampagnen unter der unwissenden Bevölkerung gefestigt werden. Da durch den während der Revolution, der Bekämpfung ihrer vorgeblichen Gegner ("Konterrevolutionäre") und während des nachfolgenden Bürgerkrieges (1917-1921) praktizierten Kriegskommunismus eine katastrophale wirtschaftliche Lage entstanden war, wurde 1921 die so genannte Neue Ökonomische Politik (NEP) eingeführt, die eine Reihe marktwirtschaftlicher Zugeständnisse enthielt. Die herrschende Kaste der Bürokratie, die ihren Führer in Josef Stalin gefunden hatte, ging nach jahrelangem Zögern und einer den Kleinbürgern und russischen Großbauern (Kulaken) entgegenkommenden Politik zu einer willkürlichen und fehlerhaften Planwirtschaft über. Die Landwirtschaft wurde in Sowchosen und Kolchosen in einer Weise zwangskollektiviert, dass es die Union wirtschaftlich wiederum in einen bürgerkriegsähnlichen Zustand versetzte.

Außenpolitik

Ein wichtiger Schritt aus der selbst gewählten Isolierung bildete der Ausgleich mit Deutschland im Vertrag von Rapallo von 1922, das die UdSSR als erster ausländischer Staat diplomatisch anerkannte. Am 18. September 1934 trat die Sowjetunion dem Völkerbund bei. Das Verhältnis zum nationalsozialistischen Regime in Deutschland war von Anfang an sehr gespannt. Hitlers aggressive Außenpolitik und seine Herabwürdigung der slawischen Völker als "Untermenschen", ebenso wie seine extreme Feindschaft zum Kommunismus, beeinträchtigten die deutsch-sowjetischen Beziehungen sehr stark. Dennoch schlossen die Sowjetunion und Deutschland am 23. August 1939 einen Nichtangriffspakt, den so genannten