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Atlasgebirge

Atlasgebirge

Der Atlas ist ein Hochgebirge im Nordwesten Afrikas, das sich etwa 2300 Kilometer breit über die Staaten Marokko, Algerien und Tunesien erstreckt. Der höchste Gipfel ist mit 4165 Metern der Toubkal im Süden Marokkos. Der Atlas bildet eine markante Scheidelinie zwischen dem feuchten Klima des äußersten Nordens Westafrikas und der extrem trockenen Saharawüste.

Gliederung

Das Gebirge gliedert sich in folgende Gebirgsketten:
- Der Tellatlas (auch Kleiner Atlas) mit maximal 2308 Metern unmittelbar an der algerischen Nordküste zum Mittelmeer
- Das Rif (auch Er Rif) mit maximal 2456 Metern Höhe an der marokkanischen Nordküste zum Mittelmeer
- Der Mittlere Atlas mit maximal 3737 Metern Höhe im Zentrum Marokkos
- Der Hohe Atlas mit maximal 4165 Metern Höhe etwas südlich des Zentrums von Marokko
- Der Saharaatlas mit maximal 2008 Metern Höhe im Norden Algeriens aber südlich des Tellatlas
- Der Antiatlas mit maximal 2531 Metern Höhe im Südwesten Marokkos
- Der vulkanische Djebel Sarhro (auch Jabal Sirwah) mit maximal 3304 Metern Höhe im zentralen Süden Marokkos In Tunesien sind dagegen nur noch die Ausläufe der algerischen Gebirgsketten Tellatlas und Saharaatlas zu finden. Djebel Sarhro

Geologie

Entstehung

Der Atlas, wie er heute erscheint, muss zum Verständnis zweigeteilt werden, da seine Entstehung zu zwei verschiedenen erdgeschichtlichen Phasen stattfand. Der erste Teil besteht nur aus dem Antiatlas, der schon bereits im Jungpaläozoikum (um 300 Mio. Jahren vor heute) als Resultat von Kollisionen damaliger Kontinente entstand. Erst im Tertiär (65 Mio. bis etwa 1,8 Mio. Jahren vor heute) bildeten sich alle restlichen Gebirgsketten, die heute den Atlas bilden, da die Landmassen Europas und Afrikas am südlichen Ende der Iberischen Halbinsel gegeneinander drückten. Da das Land sich durch diesen Druck zu einem Gebirge auffaltete, spricht man beim Atlas von einem Faltengebirge. Die selbe Bewegung formte zu dieser Zeit, in der auch die heutige Straße von Gibraltar geschlossen war, die Alpen und die Pyrenäen. Erst im Quartär (ab etwa 1,8 Mio. Jahren vor heute) löste sich der afrikanische Kontinent durch einen schwächer werdenden Druck gegen Europa.

Geologischer Ausnahmefall für Afrika

Das Grundgebirge Afrikas entstand bereits im Präkambrium (von etwa 4,5 Mrd. bis etwa 550 Mio. Jahren vor heute) und ist damit ungleich älter als das heute ebenfalls in Afrika liegende Atlasgebirge (siehe Entstehung). Dem Atlas steht daher eine Sonderrolle unter den Gebirgen Afrikas zu, da es entstehungsgeschichtlich nicht zum restlichen Afrika passt. Präkambrium

Gefahr durch Erdbeben

Der Atlas bildet heute plattentektonisch betrachtet die Grenze zwischen der Eurasischen Platte im Norden und der Afrikanischen Platte im Süden. Wenn diese beiden Platten aneinanderreiben, kann es zu Erdbeben kommen. Die mitten im Tellatlas liegende Stadt Blida mit heute etwa 265.000 (2005) Einwohnern wurde im 19. Jahrhundert zwei mal durch starke Erdbeben völlig zerstört. In der ebenfalls in Algerien liegenden Stadt Ech Cheliff mit heute etwa 235.000 (2005) Einwohnern starben bei einem Erdbeben mit der Stärke 7.3 auf der Richterskala im Jahr 1980 etwa 5.000 Menschen.

Vorkommen verwertbarer Rohstoffe

Der Atlas ist reich an Rohstoffen, deren Abbau für die Menschen attraktiv ist. Es gibt Eisenerz, Bleierz, Kupfer, Steinsalz, Phosphat, Quecksilber, Marmor und etwas Silber, Steinkohle und Erdgas. Mit dieser Vielfalt an Rohstoffen bildet er eine Ausname (siehe Geologischer Ausnahmefall für Afrika) unter den Gebirgen Afrikas, denn die Saharagebirge Ahaggar und Tibesti oder die Gebirge Äthiopiens im Osten des Kontinents weisen gar keine Rohstoffvorkommen auf. Einzig im Süden des Kontinents gibt es ähnlich Rohstoffreiche Gebiete.

Klima

Äthiopien Äthiopien Grundsätzlich herrscht ein mediterranes Klima. Die Sommer sind daher recht heiß, während es im Winter auch aufgrund der Höhe zu starken Schneefällen bei nicht allzu niedrigen Temperaturen kommt. In der meisten Zeit des Jahres bleiben zumindest die höheren Gipfel mit Schnee bedeckt, allerdings schmilzt dieser spätestens in den Sommermonaten wieder ab. Gletscher gibt es daher nicht. Im etwa mittig im Atlas liegenden Hochland der Schotts betragen die mittleren Monatstemperaturen etwa 26 °C im Sommer und um 4 °C im Winter.

Der Atlas als Scheidelinie

Vom Norden dringen kalte und feuchte Luftmassen zum ihm, während ihn über die Sahara südlich die sehr heißen und trockenen Winde des Schirokko erreichen. Er bildet somit eine Scheidelinie zweier sehr verschiedener klimatischer Räume. Die südlichen Hänge des Saharaatlases haben daher ein völlig anderes Klima als die nördlichen Hänge des Tellatlases. Das Gebiet der zur Wüste gerichteten Hänge weist nämlich kaum Niederschlag auf und unterliegt starken, tageszeitbedingten Temperaturschwankungen. Weiter nördlich trifft man auf ein etwas milderes Klima mit deutlich mehr Niederschlag und mit weniger Temperaturschwankungen im Laufe eines Tages. Neben den stärken Schwankungen der Temperaturen im Verlauf eines Tages weist das südliche Klima auch einen stärker kontinental geprägten Charakter auf, der die Winter kälter und die Sommer wärmer werden lässt.

Schneeschmelze und Regen

Aufgrund der alljährlich abschmelzenden Schneemassen im Frühling und auch durch neuen Niederschlag zu dieser Zeit entstehen zahlreiche Bäche und Flüsse, die teilweise nach beendeter Schneeschmelze wieder austrocknen und speziell Wadi genannt werden. Zwischen dem Tellatlas und dem Saharaatlas im Hochland der Schotts entstehen als Schotts bezeichnete Salzseen durch Regen- und Schmelzwasser, die im späten Sommer aber wieder bis auf kleinere Lachen austrocknen. Lache Lache

Flora und Fauna

Aufgrund jahrhundertelanger Abholzung und Beweidung sind seine Wälder heute hauptsächlich durch immergrüne Strauchgewächse ersetzt. Es wachsen dort heute Macchiagebüsche, Korkeichen, Aleppokiefern, Zedern, Wacholder, zum Teil wilde Ölbäume, darunter besonders in Marokko Arganbäume und große Flächen von Thymian und Rosmarin. Es gibt außerdem auch Kakteen, Feigenbäume und verschiedene Palmengewächse. An gut bewässerten Stellen findet man auch lockere Bestände von Akazien und Jujube. Auch bei der Pflanzenwelt der Region fällt insgesamt stark auf, wie groß die Unterschiede zwischen dem nördlichen und dem südlichen Atlas sind. Die durchaus fruchtbaren Böden werden auch landwirtschaftlich genutzt. Auch die Tierwelt ist aufgrund der beiden aufeinandertreffenden Klimazonen äußerst vielfältig. Im Norden gibt es die typischen Tiere des Mittelmeerraumes, wie zum Beispiel Wildschweine, die zwischenzeitig sehr selten wurden oder mittlerweile domestizierte Esel. Südlich kommen die spezialisierten Tierarten der wüstennahen Region vor, wie Gazellen, die vom Aussterben bedrohten Leoparden und Geparden, Hyänen, Wüstenhasen und -Springmäuse. In beiden Regionen gibt es außerdem noch Kleinreptilien, Schlangen und natürlich zahlreiche Arten von Insekten. Insekt

Besiedlung

Alle größeren Städte Algeriens liegen im Nordteil des Landes und damit in der Region des Atlasgebirges, da im südlichen Teil die Sahara, die extrem schlechte Siedlungsbedingungen liefert, liegt. Auch die großen Städte Tunesiens und Marokkos liegen in der Region des Gebirges. Die dichtesten Siedlungsgebiete liegen allerdings eher unmittelbar an der Küste zum Mittelmeer. Einige große Städte, wie zum Beispiel das marokkanische Marrakesch mit etwa 850.000 (2004) Einwohnern liegen auch direkt am Fuß der Berge. Die algerischen Städte Constantine in 650 Metern Höhe mit etwa 500.000 (2005) Einwohnern und besonders El Djelfa in über 1.100 Metern Höhe mit etwa 235.000 (2005) Einwohnern sind die einzigen Städte von nennenswerter Größe, die sich wirklich im Gebirge befinden. Kleinere Siedlungen finden sich aber zahlreich überall dort, wo Wasser auch in Form der Wadi zur Verfügung steht.

Geschichte und Mythologie

Homer und Herodot, die griechischen Dichter und Historiker aus der Antike sahen in ihm die westliche Grenze der damals bekannten Welt. Den arabischen Geographen zur Zeit der Islamische Expansion schien der gebirgige Nordwestvorsprung wie eine Insel, da er nördlich vom Meer und südlich durch die karge Wüste abgeschnitten wurde. Diese Insel erhöbe sich nach ihren Vorstellungen gegenüber dem andalusischen Gebirgsland im heutigen Spanien und auch für sie bildete er den äußersten Westen der Welt. Anderseits aber haben die damaligen arabischen Geographen den Begriff des Atlasgebirges unnatürlich nach Osten hinaus erweitert. Siehe auch: Atlas (Mythologie) Kategorie:Gebirge in Afrika Kategorie:Maghreb Kategorie:Geographie (Marokko) Kategorie:Geographie (Algerien) Kategorie:Geographie (Tunesien) ja:アトラス山脈

Afrika

Afrika ist mit einer Fläche von 30,3 Mio. km² (22 % der gesamten Landfläche der Erde) nach Asien und Amerika der drittgrößte Kontinent und damit ungefähr dreimal so groß wie Europa. Die etwa 906 Mio. Einwohner (Stand Mitte 2005) machen 14 % der gegenwärtigen Weltbevölkerung aus, wobei dieser Anteil durch die hohen Geburtenraten in den nächsten Jahrzehnten vermutlich noch steigen wird. Afrika ist im Norden vom Mittelmeer, im Westen vom Atlantik, im Osten vom Indischen Ozean und dem Roten Meer umgeben. Die Sahara teilt den Kontinent in das hauptsächlich von Arabern bewohnte Nordafrika und das subsaharische Afrika (Schwarzafrika). Geprägt wird der Erdteil von der kulturellen Vielfalt seiner unzähligen Völker, dem Erbe des Kolonialismus, den Folgen der extremen Armut weiter Teile der afrikanischen Bevölkerung sowie dem aktuellen Bemühen, Afrikas Marginalisierung in vielen Bereichen zu überwinden und nachhaltige Lösungen für seine zahlreichen Probleme zu finden.

Etymologie

Im Altertum bezeichnete Africa nur das Gebiet des heutigen Tunesien, der Kontinent wurde Libyen genannt. Der Name wurde vom römischen Senator und Feldherrn Scipio Africanus (Eroberer Karthagos) erstmals verwendet und könnte von einem einheimischen Stamm abgeleitet sein oder auf dem phönizischen afar („Staub“), dem griechischen aphrike („unkalt“), dem lateinischen aprica („sonnig“) oder dem lateinischen Wort Afer (Plural: Afri) beruhen, was soviel wie „Afrikaner, Punier“ bedeutet.

Geographie

Lage

Afrika wird im Westen vom Atlantik, im Osten vom Indischen Ozean und dem Roten Meer und im Norden vom Mittelmeer begrenzt. Die Küstenlänge beträgt 30.490 km, was gemessen an der großen Fläche relativ wenig ist. Die einzige Landverbindung zu anderen Festlandmassen, bzw. zu Asien, bildet der Sinai, der zwischen Afrika und der Arabischen Halbinsel liegt. Europa liegt Afrika an der Straße von Gibraltar und der Straße von Sizilien am nächsten. Der afrikanische Erdteil ist nur wenig gegliedert; er hat weniger Inseln und Halbinseln als alle anderen Kontinente. Die weitgehend unbesiedelte Sahara trennt das zum Mittelmeerraum gehörende Nordafrika vom südlich gelegenen Schwarzafrika (subsaharisches Afrika). Der kleinste Staat auf dem Festland, Gambia, ist etwa so groß wie Zypern und der größte, Sudan, ungefähr acht mal so groß wie Deutschland. Die größte Insel ist Madagaskar, die vor der Südostküste Afrikas im Indischen Ozean (Indik) liegt. Die Kanarischen Inseln im Nordwesten und die Städte Ceuta und Melilla zählen zu Spanien und damit zur Europäischen Union.

Gebirge und Berge

Dies sind die 5 höchsten Gebirge bzw. Bergmassive mit ihrem jeweils höchsten Berg in Afrika: Außerdem zählt der Atlas mit dem Toubkal (4.165 m ü. NN) in Marokko, der Mount Meru (4.562,13 m), ein Inselberg in Tansania, und der Kamerunberg (4.095 m), ein Inselberg in Kamerun, zu den höchsten Gebirgen, Bergmassiven bzw. Bergen des Kontinents.

Gewässer

Flüsse

Der längste Strom Afrikas, der zugleich den längsten der Erde darstellt, ist der Nil (6.671 km). Danach folgen der Kongo (4.374 km), welcher der wasserreichste des Kontinents ist, der Niger (4.184 km) und der Sambesi (2.736 km).

Seen

Die größten Seen Afrikas sind der Viktoriasee (68.870 km²), der nach dem Kaspischen Meer und dem Oberen See der drittgrößte See der Erde ist, der Tanganjikasee (32.893 km²) und der Malawisee (29.600 km²). Die beiden letzteren sind auch mit 1.470 m (und damit zweittiefster der Erde) und 706 m die tiefsten Seen in Afrika.

Stauseen

Die größten Stauseen bzw. Wasserspeicher Afrikas sind das Viktoria-Reservoir, welcher der flächen- (68.870 km²) und volumenmäßig (204,8 Milliarden ) größte Stausee der Erde ist, der Volta-Stausee (8.482 km²; 153 Mrd. m³) und der Kariba-Stausee (5.580 km²; 180,6 Mrd. m³).

Geologie

Im Norden Afrikas zieht sich das Atlas- oder Maghreb-Gebirge durch die Staaten Marokko, Algerien und Tunesien, das zusammen mit den Alpen im Zuge der Annäherung der afrikanischen an die eurasische Platte entstanden ist. Durch den Osten Afrikas zieht sich der Große Afrikanische Grabenbruch, welcher die Fortsetzung des Grabenbruchs unter dem Roten Meer ist und auf eine Abspaltung des Horns von Afrika und Arabiens vom Rest Afrikas hindeutet. Der dabei entstehende Vulkanismus hat unter anderem das Kilimandscharo-Massiv, das höchste Bergmassiv Afrikas, das Ruwenzori-Gebirge und das Mount-Kenya-Massiv geschaffen. Im weiteren Verlauf des Grabenbruchs liegen Rudolfsee, Kiwusee, Tanganjikasee und Malawisee sowie der Unterlauf des Sambesi.

Klima und Natur

Durch seine Lage beiderseits des Äquators und seine kompakte Form besitzt Afrika die größte zusammenhängende Landmasse der Tropen. 75 % der Fläche Afrikas liegen innerhalb der Wendekreise, die die mathematische Tropengrenze bilden. Der größte Teil Zentral- und Westafrikas ist von tropischem Regenwald bedeckt; das Kongobecken ist nach Amazonien das zweitgrößte Regenwaldgebiet der Erde. Um die Wendekreise sind große Wüsten entstanden; die Sahara im Norden wird nur durch die Flussoase des Nils unterbrochen, im Süden befinden sich die Namib als Nebelwüste und die Kalahari als Trockensavanne. Im Bereich zweier jährlicher Niederschlagsmaxima breiten sich die Trockenwälder und Feuerökosysteme aus, beispielsweise Mopane, Miombo oder Chipya-Vegetation. Südostafrika ist durch den Einfluss des Monsun und die großen Täler von Sambesi und Limpopo fruchtbarer.

Bevölkerung

Völker

Im Norden Afrikas lebten schon Jahrtausende vor der Ankunft der Araber um das 7. Jahrhundert herum berberische Völker. Diese leben seitdem vor allem in den gebirgigen Regionen des Maghreb, wo sie vor den arabischen Invasoren Zuflucht fanden, um sich im Laufe der folgenden Jahrhunderte aber deutlich mit jenen zu durchmischen und eine eigene maghrebinische Kultur zu schaffen, die einige Unterschiede zur übrigen arabischen Welt aufweist, beispielsweise in der Sprache. Auch die Völker Nordostafrikas, wie z.B. die Amharen sind semitische Völker. Südlich der Sahara, die von den nomadisierenden Tuareg bewohnt ist, leben einige Tausend verschiedene schwarzafrikanische Völker. Von den westafrikanischen sind die Mande- und Voltaic-Völker zu nennen. Hausa und Yoruba leben im östlichen Westafrika, Wolof und Fulbe im westlichen Teil. In Zentral- und Ostafrika sind die Bantu beheimatet, eine aus zahlreichen Völkern bestehende Gruppe. Die Khoisan-Völker zählen zu den am längsten in Afrika ansässigen Ethnien. Größte Gruppe von im Zuge der Kolonialisierung eingewanderten Menschen sind die Buren in Südafrika. Moderne Migrationsbewegungen haben Libanesen nach West- sowie Inder und Chinesen nach Ostafrika gebracht. Siehe auch: Liste der afrikanischen Völker

Religion

In Nordafrika, Ostafrika und Westafrika ist der Islam weit verbreitet. Mehr als 41 % aller Afrikaner (darunter in Nordafrika Araber) gehören dem Islam an. Daneben gibt es vor allem in West- und Südostafrika eine große Anzahl derer, die Animismus praktizieren. Man schätzt das weitere 10 % der Afrikaner dem Animismus anhängen. Die restlichen rund 48 % gehören christlichen Konfessionen an (u.a Kopten) Die Mehrheit der afrikanischen Christen lebt im Süden Afrikas. Eine Sonderrolle spielt die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche, da in Äthiopien das Königreich Axum als erstes Land der Welt im dritten Jahrhundert das Christentum zur Staatsreligion machte. Außerdem sind unter den nicht-afrikanischen Minderheiten auch Bahai, Judentum, Hinduismus und Buddhismus verbreitet.

Sprachen

Hauptartikel: Afrikanische Sprachen Insgesamt gibt es über 2000 eigenständige afrikanische Sprachen von denen rund 50 als größere Sprachen gelten, die jeweils von über einer Million Menschen gesprochen werden. Einige der wichtigsten afrikanischen Sprachen sind Swahili, Hausa und Fulbe. Die ehemaligen Kolonialsprachen Englisch, Französisch, Portugiesisch, Spanisch, Italienisch und Deutsch, Niederländisch(Afrikaans) werden vielerorts noch heute gesprochen. Zu den afroasiatischen Sprachen gehören Arabisch, Hausa und Amharisch, zu den nigerkordofanischen Sprachen zählen Bambara, Swahili, Wolof, Yoruba und Zulu. Die Khoisan-Sprachen werden von den gleichnamigen Völkern im Südlichen Afrika gesprochen; charakteristisch für sie sind Klicklaute. Auf Madagaskar werden Austronesische Sprachen wie Malagasy, Howa (Dialekt des Merina) und andere Merina-Dialekte.

Städte

Die größte Stadt Afrikas ist Kairo in Ägypten mit 15.100.000 Einwohnern. Siehe auch: Liste der größten Städte Afrikas

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Afrikas Die ältesten bisher bekannten menschlichen Lebensspuren fanden sich in Ostafrika. Es gilt als fast sicher, dass sich sowohl die primitiveren Menschenarten als auch der Homo sapiens von dort über die Welt ausgebreitet haben. Im Niltal in Nordafrika befand sich mit Ägypten eine der ersten Hochkulturen. Von dort breitete sich der Ackerbau schon früh nach Sudan und andere Gebiete Afrikas aus. Mangels schriftlicher Aufzeichnungen ist darüber aber noch wenig bekannt. Nordafrika war durch das Mittelmeer mit Europa und Vorderasien eher verbunden als getrennt. Karthago, eine Gründung der Phönizier im heutigen Tunesien, war um die Mitte des 1. Jahrtausend v. Chr. die herrschende Großmacht im westlichen Mittelmeer, bis sie in den Punischen Kriegen von Rom abgelöst wurde. Dieses herrschte ab 30 v. Chr. (Eroberung Ägyptens) über ganz Nordafrika. Schon die alten Ägypter (Königin Hatschepsut) unternahmen Fahrten nach Punt, wahrscheinlich im heutigen Somalia. Auch das Reich der Königin von Saba, welches wohl in Südarabien sein Zentrum hatte, soll sich über Teile des Horns von Afrika bis in den Norden Äthiopiens erstreckt haben. Die Herrscher Äthiopiens führten ihre Abstammung auf die Königin von Saba zurück. Herodot berichtet, dass um 600 v. Chr. karthagische Seeleute im Auftrag des Pharao Necho in drei Jahren Afrika vom Roten Meer bis zur Nilmündung umfahren hätten. Da er davon berichtet, sie hätten behauptet, die Sonne „zu ihrer Rechten“, also im Norden, gesehen zu haben, gilt dieser Bericht als glaubwürdig. Sicher ist die Fahrt des karthagischen Admirals Hanno um 500 v. Chr., der von Südspanien aus mindestens bis Sierra Leone kam. Während der Völkerwanderung eroberten die Wandalen das römische Nordafrika von Marokko bis Libyen. Schon vor der Hedschra wanderten arabische Stämme nach Nordafrika ein. Mit dem Siegeszug des Islam wurde Ägypten 641, Marokko 670 erobert. In den folgenden Jahrhunderten wurde Nordafrika praktisch vollständig islamisiert, der Sahel, West- und Ostafrika zumindest teilweise. Sahel] Sahel] 1250 richtete sich der Sechste Kreuzzug gegen Ägypten (die anderen Kreuzzüge richteten sich gegen Palästina). Zwischen dem 9. und 16. Jahrhundert entwickelten sich im Gebiet des heutigen Mali mehrere mächtige, unabhängige Königreiche. Im 15. Jahrhundert wurde die Westküste Afrikas von Portugal aus erforscht. Portugal und Spanien errichteten im 15. und 16. Jahrhundert erste Stützpunkte an der Nordküste. Nach der Entdeckung Amerikas war Afrika für die Europäer hauptsächlich als Quelle für Sklaven interessant. Ein erheblicher Anteil der Bevölkerung von Brasilien, Haiti und anderen Inseln der Karibik, aber auch der USA sind afrikanischer Abstammung. Zum Zweck des Sklavenhandels wurden Forts an den Küsten errichtet, den Transport aus dem Binnenland übernahmen meist einheimische Königreiche. In Ostafrika waren bis ins 17. Jahrhundert arabische Händler vorherrschend. Das Innere des Kontinents war den Europäern weitestgehend unbekannt. Erste Forschungsreisen unternahmen Ende des 18. Jahrhunderts von der Association for Promotion the Discovery of the Interieur of Africa (Africa Association, London) ausgesandte Männer verschiedener Nationalitäten. Nach der industriellen Revolution und dem Verbot des Sklavenhandels 1807 wurde Afrika eher uninteressant. Erst mit dem Aufkommen des Imperialismus wuchs das Interesse der europäischen Großmächte am dunklen Kontinent und der Wettlauf um Afrika führte innerhalb von weniger als 20 Jahren zur Besetzung fast des gesamten Kontinents. Auf der Kongokonferenz in Berlin wurde 1884/85 der größte Teil Innerafrikas zwischen den europäischen Mächten aufgeteilt, bis 1912 verloren die meisten afrikanischen Völker ihre Freiheit. Unabhängig blieben nur Liberia, eine Siedlungskolonie freigelassener nordamerikanischer Sklaven, sowie das alte Reich Abessinien (heute Äthiopien), welches allerdings kurz vorm 2.Weltkrieg 1936 durch Hilfe aus dem nationalsozialistischem Deutschland (Giftgas und Artillerie) von Italien für ca. fünf Jahre annektiert wurde. Im Ersten Weltkrieg waren die deutschen Kolonien Kriegsschauplatz, viele Afrikaner kämpften auch in Europa. Im Zweiten Weltkrieg fanden Kämpfe vor allem in Nordafrika und am Horn von Afrika statt. Zweiten Weltkrieg Im Zuge der Dekolonisation Afrikas wurden mehrere Staaten in den 1950er Jahren unabhängig. 1960 gilt als das Jahr der afrikanischen Unabhängigkeit, da der Großteil der französischen Kolonien in diesem Jahr in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Als letzte europäische Besitzung auf dem Festland wurde Dschibuti 1977 unabhängig. In Südafrika ist die schwarze Bevölkerungsmehrheit erst seit 1994 an der Regierung. Einige Inseln gehören bis heute verschiedenen europäischen Staaten. Durch die künstlichen Grenzen der Kolonialzeit haben die meisten afrikanischen Staaten kein Nationalgefühl entwickeln können. Dies und die einseitige Ausrichtung der Wirtschaften auf Exportartikel führten u.a. dazu, dass die politische Lage in den meisten Staaten instabil ist und autoritäre Regime vorherrschen. Dadurch fällt ein großer Teil der natürlichen Reichtümer des Kontinents der Korruption zum Opfer beziehungsweise wird von internationalen Konzernen abgeschöpft. Verbunden mit unterentwickelter Infrastruktur, klimatischen Problemen, hohem Bevölkerungszuwachs und in neuerer Zeit sehr hohen Aids-Raten führt dies dazu, dass fast ganz Afrika der Dritten Welt angehört.

Politik

Mit der Gründung der Afrikanischen Union (AU) soll ein neues Kapitel in der afrikanischen Politik eingeschlagen werden; Eigenverantwortung, gegenseitige Kontrolle, gute Regierungsführung sollen die afrikanische Renaissance ermöglichen.

Gliederung


- Nordafrika
- Westafrika
- Ostafrika
- Zentralafrika
- Südliches Afrika

Wirtschaft

Hauptartikel: Wirtschaft Afrikas Weite Teile der Wirtschaft im mittleren und südlichen Afrika sind auf den Export ausgerichtet (z. B. Bananenplantagen, Tropenhölzer, Gold- und Diamantenminen, Kakaoplantagen). Daneben gibt es in den Städten größere Industrie- und kleinere Handwerksbetriebe, die unter anderem für den Eigenbedarf produzieren. Auf dem Lande herrscht oft Selbstversorgungswirtschaft, beispielsweise Anbau von Maniok und Batate, Fischerei, Tierzucht. Außerdem ist in manchen Gegenden der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle (z. B. Safari). In den Staaten Nordafrikas bringt vor allem die Förderung von Erdöl und Erdgas Einnahmen. Daneben gibt es am Nil und in einigen fruchtbaren Gebieten Landwirtschaft. Die Nil-Staudämme werden zur Stromerzeugung genutzt.

Exportartikel


- Kakao: etwa 70% Weltmarktanteil
- Diamanten: etwa 50% Weltmarktanteil
- Gold: etwa 25% Weltmarktanteil
- Erdöl: etwa 10% Weltmarktanteil

Kultur

Kino

Hauptartikel Afrikanisches Kino Filme wurden in Afrika seit der Erfindung des Kinos, darunter ethnographische Filme und kolonialistische Propagandafilme, gedreht. Eine eigene Filmindustrie entwickelte sich insbesondere in Ägypten.
In den Ländern südlich der Sahara konnte sich eine eigenständige Produktion erst nach dem Zweiten Weltkrieg entwickeln. Als „Vater“ des afrikanischen Kinos gilt Ousmane Sembène. Das afrikanische Autorenkino hat es schwer, die afrikanischen Zuschauerinnen und Zuschauer zu erreichen, da die kommerziellen Kinos nach dem Blocksystem Filme einkaufen und überwiegend Hollywoodfilme und indische Produktionen zeigen. Wo das afrikanische Publikum jedoch Gelegenheit hat, afrikanische Filme zu sehen, wie beim panafrikanischen Filmfestival FESPACO in Ouagadougou (Burkina Faso) zeigt es lebhaftes Interesse. Zur Finanzierung und Produktion sind afrikanische Filmemacherinnen und Filmemacher vielfach immer noch auf europäische Institutionen angewiesen. Eine kommerziell rentable Videoproduktion hat sich in Nigeria entwickelt. Weitere bekannte Regisseurinnen und Regisseure u.a.:
Souleymane Cissé, Safi Faye, Anne-Laure Folly, Med Hondo, Djibril Diop Mambéty. Zeitschrift: Écrans d'Afrique

Literatur

Hauptartikel: Afrikanische Literatur Zu den wichtigsten afrikanischen Autoren gehören der Literaturnobelpreisträger Wole Soyinka und der mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnete Chinua Achebe, der „Vater“ der afrikanischen Literatur. Weitere bedeutende Autoren sind u.a.: Chinua Achebe (Nigeria), Mobolaji Adenubi (Nigeria), Ama Ata Aidoo (Ghana), Amadou Hampâté Bâ, Francis Bebey (Kamerun), Mongo Beti (Kamerun), Steve Chimombo (Malawi), Mia Couto (Mosambik), Amma Darko (Ghana), E.B. Dongala (Volksrepublik Kongo), Naruddin Farah (Somalia), Nadine Gordimer (Südafrika), Bessie Head (Südafrika/Botswana), Lília Momplé (Mosambik), Grace Ogot (Kenia), Ben Okri (Nigeria), Ousmane Sembène (Senegal), Ngugi wa Thiong'o (Kenia), Yvonne Vera (Zimbabwe), Naguib Mahfouz (Ägypten, Literaturnobelpreis 1988), Tayeb Salih (Sudan), John M. Coetzee (Südafrika, Literaturnobelpreis 2003), Waris Dirie (Somalia), Damon Galgut (Südafrika) Siehe auch: Arabische Literatur

Kunst

Hauptartikel: Afrikanische Kunst Afrikanische Kunst Afrikanische Kunst

Musik

Hauptartikel: Afrikanische Musik, Afrikanischer Tanz Für die meisten afrikanischen Musikkulturen ist Gesang die wichtigste Musik. Viele afrikanische Kulturen haben Tonsprachen, das heißt Sprachen, in denen die Tonhöhe zur Unterscheidung von Bedeutung benutzt wird; dies hat zum Teil erheblich Konsequenzen zum Beispiel dadurch, dass mit auf Instrumenten gespielten Tonfolgen bedeutungsvoller und für die Zuhörer verständlicher Text gespielt werden kann. Aber auch, dass Tonfolgen in Vokalmusik dem Sprachton unterworfen sein können. Über afrikanische Musik kann man nicht sprechen ohne den Tanz einzuschließen. Viele afrikanische Sprachen haben ein Wort für die beiden in „westlicher“ Kultur zumeist unterschiedenen Konzepte. Historische Forschungen haben gezeigt, dass afrikanische Musikkulturen niemals statisch sondern im Gegenteil überaus dynamisch waren und sind. Verschiedene Tonsysteme, Musiken in Verknüpfung mit Kult, Repräsentation, dörflichen Festen, städtischer Unterhaltung, seit Anfang des 20. Jahrhunderts eine kommerzielle Musik-Industrie (Schellack-Platten) existieren jeweils unter lokal verschiedenen Bedingungen und sorgen so für eine große Diversität afrikanischer Musik. Eine grobe Einteilung in Stilgebiete unterscheidet den Khoisanid geprägten Süden vom Bantusprachigen Zentralafrika, und den mehr oder weniger islamisch beeinflussten Regionen Ost- wie Westafrikas.

Philosophie

Hauptartikel: Afrikanische Philosophie Philosophische Inhalte werden zum Großteil noch immer über nicht-schriftliche Medien, wie beispielsweise mündlicher Überlieferung, vermittelt, da die meisten afrikanischen Völker keine Schriftform entwickelten. Dementsprechend schwierig gestaltet sich der Umgang mit dem philosophischen Erbe Afrikas. Amadou Hampâté Bâ drückte es einmal so aus; es verbrenne immer eine ganze Bibliothek, wenn ein Alter stirbt. Dichter wie Ngugi wa Thiong'o schreiben zudem aus Protest gegen den ihrer Meinung nach eurozentristischen Blick hiesiger Wissenschaften und aufgrund ihres Zielpublikums in ihrer eigenen Sprache, für die oft noch keine Schriftform existierte. Schriftformen wurden erst in den letzten Jahrzehnten, auch unter europäischer Mithilfe entwickelt. Philosophen und Theoretiker sind einem europäischen Publikum meist aus dem Zusammenhang kultureller Befreiungsversuche bekannt. Siehe auch: Postkolonialismus, Literaturliste zur afrikanischen Philosophie

Medien

Zeitschriften in Afrika Zeitschriften im deutschsprachigen Raum
- [http://www.Africa-Live.de/ AFRICA live]
- Africa positive
- [http://www.theafricancourier.de/ The African Courier]

Organisationen

Politische Organisationen


- Afrikanische Union (AU, früher OAU)

Wirtschaftliche Organisationen


- Zentralafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion
- Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion
- Economic Community of West African States

Andere


- CAF Afrikanischer Fußballverband

Literatur

Einführungen und Handbücher


- Jacob E. Mabe (Hrsg.): Das Afrika-Lexikon. Ein Kontinent in 1000 Stichwörtern. Metzler, Stuttgart 2004, ISBN 3476020460 (Dieses Lexikon enthält einige nützliche Artikel; heikle Themen wie die Unterstützung zahlreicher afrikanischer Diktaturen durch Frankreich und die USA werden jedoch ausgespart)
- Julius Wagner, Willy Eggers (Hrsg.): Harms' Handbuch der Erdkunde. Band 5: Afrika. 9. neubearbeitete Auflage. List, München 1973
- Christoph Plate, Theo Sommer (Hrsg.): Der bunte Kontinent. Ein neuer Blick auf Afrika. DVA, Stuttgart München 2001
- Bartholomäus Grill: Ach, Afrika. Berichte aus dem Inneren eines Kontinents. Siedler Verlag, Berlin 2003

Gesamtdarstellungen


- Jacques Maquet, Herbert Ganslmayr: Afrika. Die schwarzen Zivilisationen. Kindler, München 1985
- John Iliffe: Geschichte Afrikas. C.H. Beck, München 1997
- Joseph Ki-Zerbo: Die Geschichte Schwarz-Afrikas. Fischer, Frankfurt am Main 1993

Spezielle Aspekte


- Susan Arndt (Hrsg.): AfrikaBilder. Studien zu Rassismus in Deutschland. Unrast Verlag, ISBN 3-89771-407-8
- Susan Arndt, Antje Hornscheidt (Hrsg.): Afrika und die deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk. Unrast Verlag 2004, ISBN 3-89771-424-8
- Gerhard Hauck: Gesellschaft und Staat in Afrika. Brandes & Apsel, Frankfurt am Main 2001
- Ryszard Kapuściński: Afrikanisches Fieber. Erfahrungen aus vierzig Jahren. (Heban, Polen 1998; dt. Ausgabe Berlin: Eichborn 1999, als Taschenbuch: ISBN 3492232981)
- Ngugi wa Thiong'o: Moving the Centre. Essays über die Befreiung afrikanischer Kulturen. Münster 1995, ISBN 3-928300-27-X

Siehe auch

Neokolonialismus, Bevölkerungszahlen Afrikas, Afrikanische Völker, Afrikanische Kultur, Afrikanische Union (AU), Afrikanische Küche, Liste der größten Städte Afrikas, Liste der afrikanischen Universitäten

Weblinks


- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/aussenpolitik/regionalkonzepte/afrika/index_html Afrikapolitik des deutschen Auswärtiges Amtes]
- [http://www.bpb.de/themen/2MDWSY,0,Afrika.html Schwerpunkt Afrika bei der Bundeszentrale für politische Bildung]
- [http://www.afrika-start.de Afrika-Start.de - aktuelle deutschsprachige Informationen über Afrika]
- [http://www.afrika-heute.de/ AFRIKA-HEUTE.DE - Tagesaktuelle Nachrichten, Analyse, Hintergrundinformationen rund um Afrika]
- [http://www.africa-live.de/ AFRICA live - deutsches Afrikamagazin mit tagesaktuellen Nachrichten]
- [http://www.pbs.org/wnet/africa/ Afrikafeature des Senders PBS (englisch)]
- [http://allafrica.com/ allafrica.com - Nachrichtensite zu Afrika (englisch)]
- [http://afrika.heim.at/Afrika.htm Website über Afrika]
- [http://www.weltkarte.com/afrika/indexindex.htm Landkarten von Afrika]
- [http://www.pygmies.info/ Afrikanische Pygmäen] Kultur und fotos der ersten Einwohner von Afrika
- [http://www.afrikafoto.de/ Afrika Fotos - 36 Fotos aus acht afrikanischen Staaten]
- [http://www.ify.ch/africa/ Links zu afrikanischen Staaten, internationalen Organisationen und Websites mit Afrikabezug]
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Regional/Afrika/ ODP-Linkverzeichnis zu Afrika]
Kategorie:Kontinent ja:アフリカ ko:아프리카 ms:Afrika simple:Africa th:ทวีปแอฟริกา zh-min-nan:Hui-chiu

Algerien

Algerien (arabisch: الجزائر al-Ğazā’ir ) ist ein Staat im Nordwesten Afrikas. Das zum Maghreb zählende Land grenzt an das Mittelmeer, Marokko, Mauretanien, Mali, Niger, Libyen und Tunesien. Algerien war bis zum Unabhängigkeitskrieg französisches Gebiet und ist neben dem Sudan und der Demokratischen Republik Kongo einer der größten Staaten Afrikas mit einem großen Anteil an der Sahara. Nach Jahren des Bürgerkrieges zwischen islamischen Fundamentalisten und der Regierung ist Algerien nun relativ befriedet und darum bemüht, gesellschaftliche und wirtschaftliche Reformen zu verwirklichen.

Geographie

Algerien ist nach der Republik Sudan das zweitgrößte Land Afrikas und erstreckt sich von der 1.100 km langen Mittelmeer-Küste bis in die Sahara. Nordalgerien umfasst das hinter dem Küstensaum ansteigende Gebirgsland des Tellatlas (2.308 m), dem inneren Hochland der Schotts, dem Hauptteil des Saharaatlas (2.328 m). Südalgerien (80 % der Staatsfläche) wird eingenommen von Sanddünen (Großer Erg), den Plateaus der Hammada, schluchtenreichen Stufenlandschaften (Tassili n'Ajjer) und dem Gebirgsmassiv Ahaggar (2.918 m) in der zentralen Sahara. Der Norden hat Mittelmeerklima, das Atlasgebiet kontinentales Hochlandklima, der Süden Wüstenklima. Es gibt nur wenige ganzjährig fließende Flüsse. An der Nordseite des Tellatlas wachsen mediterrane Sträucher (Macchie), Aleppokiefern, Korkeichen und Steineiche.

Bevölkerung

Vorwiegend Algerier und verschieden Berberstämme, die zum Teil arabisiert sind, bevölkern Algerien. Die Zahl der Europäer sank nach Erlangung der Unabhängigkeit bis auf etwa 20000. Die Bevölkerungsdichte im nördlichen Algerien beträgt 50 Einwohner je km², dagegen liegt sie in den Saharagebieten unter einem Einwohner. Der Anteil der städtischen Bevölkerung (etwa 60%) nimmt ständig zu. Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug während der letzten Jahre durchschnittlich 2,3 %.

Sprache

Allgemeine Umgangssprache ist das Algerisch-Arabische. Daneben spielt das Französische noch eine wichtige Rolle. Schriftsprache ist entweder Französisch oder Hocharabisch, wobei es eine Initiative der Regierung zum Gebrauch des Hocharabischen gibt. Etwa 83% der Bevölkerung spricht Arabisch als Muttersprache. Daneben spricht ein großer Teil, 16%, der Bevölkerung Berbersprachen, vor allem im Süden des Landes, der fast nur von Tuareg bewohnt ist. Die am meisten gesprochene Berbersprache ist Kabylisch. Die Berberische Sprache wird nicht nur im Süden gesprochen, sondern auch im Nord-Osten von Algier (Kabylei).

Religion

Die Staatsreligion ist der Islam,der von fast 100% der Bevölkerung praktiziert wird. Es gibt katholische und protestantische Minderheiten.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Algeriens Seit Beginn der historischen Überlieferung wurde das Gebiet Algeriens von Berber-Stämmen besiedelt. Alsbald kam die Region unter römische Herrschaft. Nach dem Untergang des Römischen Reichs im 5. Jahrhundert gewannen die Berber wieder ihre Unabhängigkeit, wurden aber im 7. Jahrhundert von den muslimischen Arabern unterworfen. Als im 16. Jahrhundert Spanien die algerischen Küstenstädte eroberte, griffen Korsaren unter der Hoheit des osmanischen Sultans in Istanbul an und konnten mit dessen Hilfe die Spanier in langwierigen Kämpfen vertreiben. In Algerien setzten die Osmanen Paschas als Regenten ein. Allerdings verloren diese bald die wirksame Kontrolle über Algerien, so dass die Korsaren und die osmanischen Janitscharen den Dey in Algier einsetzten. 1830 besetzten französische Truppen Algier, Oran und Bone und begannen mit der Eroberung des Landes. Nun begann die Umwandlung Algeriens in eine französische Provinz. Bis 1906 war auch die algerische Sahara von den Franzosen unterworfen worden. Zum Aufschwung der Unabhängigkeitsbewegung kam es, als 1945 nach Unruhen in Setif und Guelma zehntausende Algerier von der französischen Armee massakriert wurden. Im November 1954 begann der Unabhängigkeitskrieg (Algerienkrieg) gegen Frankreich. 1962 erreichte Algerien mit dem in Evian geschlossenen Vertrag die Unabhängigkeit nach einem achtjährigen blutigen Krieg, der auf beiden Seiten hohe Verluste forderte. Bald brachen Machtkämpfe über den politischen Kurs aus, der aber bald damit endete, dass alle Behörden und die verstaatlichte Wirtschaft von der Einheitspartei FLN kontrolliert wurden. 1988 kam es zu schweren sozialen Unruhen. Ursache waren unter anderem die hohe Arbeitslosigkeit und die Wohnungsnot. Eine Demokratisierung wurde eingeleitet und 1989 eine neue demokratische Verfassung, die die Trennung von Partei und Staat, parlamentarische Verantwortung, Pluralismus, politische Freiheiten und Garantien der Menschenrechte vorsah, geschaffen. 1991 kam es bei den ersten freien Wahlen zu einem Putsch des Militärs, aufgrund des drohenden Wahlsieges der islamischen Partei FIS (Front islamique du salut) im zweiten Wahldurchgang. Dies führte zum Ausbruch eines blutigen Bürgerkriegs zwischen radikalen Islamisten und der Armee, dem seither über 120.000 Menschen zum Opfer gefallen sind. Zu den Hintergründen siehe auch Hinweise zu Algerien unter Strategie der Spannung. Nach dem Abflauen des Bürgerkriegs initiierte die Regierung 1999 eine Volksabstimmung über eine Versöhnungspolitik. In dieser Politik wird die ehemalige Einheitspartei FLN bei den Parlamentswahlen 2002 bestätigt. Im Jahr 2003 mussten die Minister Mourad Medelci und Abdelhamid Temmar und dem massivem Druck des Gewerkschaftsdachverbands UGTA zurücktreten. UGTA hatte im Februar jenes Jahres - zum zweiten Mal seit Beginn des Jahrzehnts – einen dreitägigen Generalstreik durchgeführt, der sich gegen das Privatisierungsprogramm der Regierung richtete. An dem Streik nahmen über 90 Prozent der Arbeiter teil. Am 8. April 2004 fand eine erneute Präsidentenwahl statt. Nach einem Wahlkampf, in dem der gesamte Staatsapparat inklusive der staatlichen Massenmedien für eine maßgeschneiderte Darstellung des Präsidenten mobilisiert wurde, ließ Abd al-Asis Bouteflika der 1999 mit Rückendeckung des Militärs gewählt worden war, das absurde Wahlergebnis von 83 Prozent der Stimmen verkünden. Bouteflika ist damit der erste Präsident Algeriens, der ein zweites Mandat erhält. Präsidentschaftskandidat Benflis sprach von Betrug. Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusamenarbeit in Europa sprachen aber von einer fairen Wahl. Am 1. Mai 2005 kommt es zu einer Regierungsumbildung. Mehrere Minister wurden durch ihre jeweiligen Vorgänger ersetzt, die nun vor allem in Schlüsselpositionen der Wirtschaftspolitik sitzen. Die Modernisierer Mourad Medelci und Abdelhamid Temmar übernahmen das Finanzressort bzw. das Ministerium für Investitionsförderung. Sie setzen sich für die Privatisierung öffentlicher Betriebe und die Öffnung des Erdöl- und Erdgassektor für private Investitionen ein. Am 30. September 2005 stimmen die algerischen Wähler für Versöhnung. Bei einem Referendum zur nationalen Versöhnung über die "Charte pour la paix et la réconciliaion nationale" stimmten 97 Prozent der Wähler für den Plan der Regierung von Präsident Bouteflika. Dieser bedeutet eine Amnestie für viele islamische Extremisten. Die Mehrheit der Algerier will einen Schlussstrich unter die Bürgerkiegsära ziehen. Die Opposition, die zu einem Boykott des Volksentscheides aufgerufen hatte, kritisierte die Ergebnisse als Wahlfälschung.

Politik

Die Staatspräsidenten von Algerien (seit 1963)

Algerien hat ein Zwei-Kammern-System, es besteht aus der Nationalen Volksversammlung und einem Oberhaus (Nationalrat).

Provinzen

Der Staat besteht aus 48 Provinzen, genannt Wilaya: Adrar, Ain Defla, Ain Temouchent, Alger, Annaba, Batna, Bechar, Bejaia, Biskra, Blida, Bordj Bou Arreridj, Bouira, Boumerdes, Chlef, Constantine, Djelfa, El Bayadh, El Oued, El Tarf, Ghardaia, Guelma, Illizi, Jijel, Khenchela, Laghouat, Mascara, Medea, Mila, Mostaganem, M'Sila, Naama, Oran, Ouargla, Oum el Bouaghi, Relizane, Saida, Setif, Sidi Bel Abbes, Skikda, Souk Ahras, Tamanghasset, Tebessa, Tiaret, Tindouf, Tipaza, Tissemsilt, Tizi Ouzou, Tlemcen.

Wirtschaft

Landwirtschaft ist der wichtigste Erwerbszweig, wird jedoch allmählich vom produzierenden Gewerbe überholt. Intensive agrarische Nutzung ist nur in den Küsten- und Talebenen der Tellregion möglich. Angebaut werden vor allem Getreide, Zuckerrüben, Kartoffeln, Hülsenfrüchte; in Treibhäusern Frühgemüse für den Export. Im Nahrungsmittelsektor werden weniger als 40 % des Bedarfs durch Eigenproduktion gedeckt. Algerien ist Mitglied der OPEC. Basis für die Entwicklung waren Erdöl (drittgrößtes Vorkommen Afrikas) und Erdgas in der Sahara. Weitere Rohstoffe sind meist noch nicht erschlossen. Erdöl- und Erdgasverarbeitung machen mehr als 90 % der Exporterlöse aus. Die Öleinnahmen sind teils in Prestigeobjekte investiert worden und teils der Oberschicht zugeflossen. Mit dem Rückgang der Öleinnahmen kam es zu einer Krise, da die Exporterlöse für die Rückzahlung von Auslandsschulden eingesetzt werden mussten. Liberalisierung schließt die Gefahr politischer Rückschläge ein. Das Verkehrsnetz ist auf Nordalgerien konzentriert. Die Straßen gehen südlich des Atlas meist in Wüstenpisten über. Der Tourismus ist, verglichen mit dem der Nachbarländer, noch wenig entwickelt. Erdgas Wirtschaftliche Daten (geschätzte Werte für 2003):
- BIP: 160 Milliarden Euro
- Durchschnittliches Jahreseinkommen je Einwohner: 5000 Euro
- Arbeitslosigkeit: 26,2 %
- Inflationsrate: 3,5 %
- Staatseinnahmen: 21 Milliarden Euro
- Staatsausgaben: 20 Milliarden Euro
- Auslandsverschuldung: 19 Milliarden Euro
- Empfangene Entwicklungshilfe: 150 Millionen Euro

Kultur

Die algerische Literatur ist das arabische Kulturerbe. Allerdings gibt es auch ein Kulturerbe der berberischen Minderheit. Viele berberische Autoren schreiben in Sprache und Schrift der Berber. Dem steht der Arabisierungsgedanke konservativer Kräfte entgegen, weswegen es in den 90er Jahren immer wieder zu Auseinandersetzungen kam, bei denen bekannte berberische Schriftsteller ums Leben kamen. Im Zuge der 2004 angestrebten Parlamentswahlen machte die Regierung Bouteflika den Berbern Zugeständnisse (masierisch an Schulen), die Spannungen dauern jedoch an.(Alexander Wesner, Berlin)

Sport

Bislang konnten vier algerische Sportler bei Olympischen Spielen eine Goldmedaille erreichen: # Hassiba Boulmerka - (1992 - Leichtathletik, 1500 m, Frauen) # Noureddine Morceli - (1996 - Leichtathletik, 1500 m, Männer) # Hocine Soltani - (1996 - Boxen, Mittelgewicht 71-75 kg, Männer) # Nouria Merah-Benida - (2000 - Leichtathletik, 1500 m, Frauen)

Literatur


- Bernhard Schmid: Algerien - Frontstaat im globalen Krieg? Neoliberalismus, soziale Bewegungen und islamistische Ideologie in einem nordafrikanischen Land. Münster, 2005. ISBN 3-89771-019-6
- Thomas Hasel: Machtkonflikt in Algerien (Nahost-Studien 3, hrsg. von Friedemann Büttner), 284 S., Verlag Hans Schiler, Berlin, 2002, ISBN 3-89930-190-0
- Habib Souaidia: Schmutziger Krieg in Algerien - Bericht eines Ex-Offiziers der Spezialkräfte der Armee (1992-2000), Chronos Verlag, 2001, ISBN 3-0340-0537-7

Weblinks


- [http://www.algerische-botschaft.de/ Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Algerien in Deutschland]
- [http://algerie.el-annabi.com/ Alle Städte von Algerien]
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Tunesien

Tunesien ist ein Staat in Nordafrika, der an das Mittelmeer, Algerien und Libyen grenzt.

Geographie

Libyen Hauptartikel: Geographie Tunesiens Tunesien ist das nördlichste Land Afrikas, nur 140 Kilometer von Sizilien entfernt, und erstreckt sich zwischen dem Mittelmeer und der Sahara, zwischen 37° 20’ und 30° 10’ nördlicher Breite sowie zwischen 7° 30’ und 12° östlicher Länge. Es ist Bestandteil des Maghreb und mit einer Größe von 163.610 km² weniger als halb so groß wie Deutschland. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung zwischen Cap Blanc und der Grenzstation Bordj el Khadra beträgt rund 897 km, die größte Ost-West-Ausdehnung zwischen der Insel Djerba und Nefta etwa 330 km. Tunesien hat eine ungefähr 1.300 km lange Küstenlinie am Mittelmeer. Der Nordwesten Tunesiens wird vom Tell-Atlas bestimmt. Parallel zur Nordküste verlaufen von der algerischen Grenze bis zur Bucht von Bizerte die Gebirgszüge der Kroumirie. Daran schließt sich nordöstlich das Mogod-Bergland an, welches im Cap Blanc ins Meer abbricht. Sie sind mit ihrer Höhe von 700-800 m (Kroumirie) und 300-400 m (Mogod) mit bewaldeten Mittelgebirgen vergleichbar. Auf der dem Wind abgewandten Seite des Gebirges schließt sich das Talbecken des Medjerda an, dessen Unterlauf zur wichtigsten Agrarzone des Landes gehört. Die Bergrücken der Dorsale verlaufen von Nordost (Cap Bon) nach Südwest (Djebel Chambi, 1.544 m) in einer Länge von 220 km und bilden die Klimascheide zwischen dem mediterranen Norden und dem trockenen Steppenklima Mitteltunesiens. Östlich der Dorsale entlang der Mittelmeerküste zwischen Hammamet und Skhira, Sousse und Sfax umschließend, liegt der Sahel (arab. für Ufer) genannte Küstenstreifen, der durch regenbringende Ostwinde sehr fruchtbar ist und unter anderem große Olivenbaumkulturen ermöglicht. Diese Kulturlandschaft wird seit der Antike intensiv genutzt. Südlich der Dorsale schließt sich die Schottsenke (Chott el Djerid, Salzsee) an, die noch weiter südlich in die Wüste Sahara mit dem Großen Östlichen Erg übergeht. Entlang des Mittelmeeres, etwa von Gafsa im Westen bis zur libyschen Grenze erstreckt sich die Djeffara-Ebene, welche durch das bis zu 600 m hohe Dahar-Bergland vom Erg getrennt ist.

Klima, Flora und Fauna

Dahar In Tunesien stoßen mediterranes und arides Klima aufeinander. Die Niederschläge nehmen von Nord nach Süd ab und von West nach Ost leicht zu. Es lassen sich unterscheiden:
- der winterfeucht-sommertrockene Norden
- die vom wechselhaften Klima bestimmte zentraltunesische Steppenregion mit heißen Sommern, kalten Wintern und abnehmenden Niederschlägen
- die vom Meer beeinflusste Mittelmeerküste mit ausgeglichenerem Klima
- das Wüstenklima südlich der Schotts Niederschläge fallen fast nur in den Wintermonaten und werden meistens von Tiefausläufern des weiter nördlich gelegenen Westwinddrifts herangeführt. Im Sommer liegt das gesamte Land im Bereich der subtropischen Hochdruckzone, welche die Tiefdruckgebiete der Westwinddrift um das Mittelmeer herumleitet. Jedoch kann es in Ausnahmefällen auch im Sommer zu heftigen Regenfällen kommen, die vorher ausgetrocknete Oueds (Wadi) in reißende Ströme verwandeln. Mit zunehmender Entfernung vom Mittelmeer weicht sein ausgleichender Einfluss einem kontinentalen Klima. Die extremsten Unterschiede werden in der Sahara mit sommerlichen Temperaturen von 50° C und Bodenfrösten im Winter erreicht. Unerträgliche Hitze kann der in Tunesien Chehili genannte Saharawind Scirocco bringen. Während im Norden die jährliche Niederschlagsmenge noch über 400 mm liegt und damit für einen erfolgreichen Regenfeldbau ausreicht, ist im Süden die Verdunstung stärker als die Niederschlagsmenge.

Bevölkerung

Der Islam ist in Tunesien Staatsreligion, etwa 98 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime. Die größte ethnische Minderheit stellen die Berber dar, deren Anteil jedoch nur mit 0,97 % angegeben wird, da die Berber weitestgehend als arabisiert und angepasst gelten. Es existieren kleine Minderheiten von Europäern im Norden des Landes, vor allem in der Umgebung von Tunis. In den letzten Jahren kamen weitere Einwanderer aus Afrika, die sich überwiegend im Süden des Landes ansiedelten und dort größtenteils in der Landwirtschaft arbeiten. Die wenigen Christen sind meist europäischer Abstammung. Auf Djerba leben noch einige muslimische Kharidjiten sowie knapp 1.000 Juden. Auf der Halbinsel Djerba steht seit wahrscheinlich über 1.000 Jahren die Synagoge "La Ghriba". "La Ghriba" heißt übersetzt so viel wie "Die Bizarre". Der Legende nach ist sie eine der ältesten Synagogen des Judentums. Jedes Jahr, am 33. Tag nach dem Pessach-Fest (zeitgleich mit dem westkirchlichen Ostertermin), findet hier die größte jüdische Wallfahrt Nordafrikas statt. Zu dieser Wallfahrt werden Gläubige aus der ganzen Welt erwartet.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Tunesiens Tunesien wurde im 1. Jahrtausend v. Chr. von Berbern bewohnt, bevor die Phönizier Handelskolonien an der Küste gründeten. Zur bedeutendsten Kolonie stieg bald Karthago auf, das im 5. Jahrhundert v. Chr. das westliche Mittelmeer beherrschte. In den Punischen Kriegen wurde es aber von Rom besiegt und zerstört. Mit dem Niedergang des Römischen Reiches wurde Tunesien Teil des Vandalenreichs, das aber im 6. Jahrhundert von Byzanz erobert wurde. Nach der Unterwerfung des Landes durch die Muslime im 7. Jahrhundert wurde Ifriqiya, das heutige Tunesien, Reichszentrum der Aghlabiden, Fatimiden und Hafsiden. Während des 16. Jahrhunderts versuchte Spanien die Herrschaft über Tunesien zu erringen, wurde aber von den Osmanen und den mit ihnen verbündeten Korsaren vertrieben. Unter der osmanischen Oberherrschaft kamen 1705 die Husainiden an die Macht. Auch wenn diese wieder politische Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung ermöglichten, wurde Tunesien 1881 dennoch ein Protektorat Frankreichs. Nachdem das Land während des Zweiten Weltkrieges Schauplatz heftiger Kämpfe geworden war, erlangte es 1956 seine Unabhängigkeit und wurde am 25. Juli 1957 zur Republik erklärt. (siehe auch die Liste der französischen Ministerresidenten, Generalresidenten und Hochkommissare) Tunesien ist heute neben dem Libanon eines der am stärksten westlich geprägten arabischen Länder. Staatsgründer Habib Bourguiba wurde von den Franzosen nach jahrelanger Haft entlassen und führte das Land 1956 in die offizielle Unabhängigkeit. Nach dem Zwischenfall von Bizerte zogen 1961 auch die letzten französischen Truppen ab und Tunesien wurde in die Selbstverwaltung entlassen. Habib Bourguiba entpuppte sich als westlich geprägter Visionär und führte mit der Staatsgründung sogleich das Frauenwahlrecht ein – als erstes arabisches Land überhaupt. Er forderte eine strikte Trennung zwischen Staat und Religion, trennte die Gesetzgebung weitestgehend von der Scharia ab und übernahm bewusst große Teile der französischen Staats- und Verwaltungsstrukturen. So ist erst seit wenigen Jahren das Arabische die Hauptsprache bei allen Verwaltungsangelegenheiten – neben der französischen Sprache. Sowohl unter Bourguiba als auch unter Ben Ali wurden mehrere Programme erwirkt, um die Beschäftigungsquote bei Frauen auf europäisches Niveau zu steigern (derzeit: 33 %), um die gesellschaftliche Gleichstellung stärker voranzutreiben. Das Land schloss zudem mit der Europäischen Union ein Assoziationsabkommen ab, das 2008 in Kraft treten wird und eine Sicherung von Grundrechten für die gesamte Bevölkerung voraussetzt.

Politik

Tunesien ist eine Republik, die durch eine einzige politische Partei beherrscht wird. Die einzige an der Regierung beteiligte Partei war 25 Jahre lang auch die einzige zugelassene Partei. Sie beherrscht noch heute das politische Leben. Der Präsident wird auf fünf Jahre gewählt. Regionale Gouverneure und lokale Verwalter werden ebenfalls durch die Zentralregierung ernannt; beratende Bürgermeister und städtische Räte werden gewählt. Die Justizgewalt ist unabhängig, reagiert aber auf Empfehlungen der Exekutive, besonders in politischen Fällen. Tunesien verfügt nur über ein schwaches Militärwesen, das überwiegend mit der Überwachung der Grenzen des Landes betraut ist. Als Absicherung des Landes gilt ein Abkommen mit Frankreich, Tunesien in einem Angriffsfall zu verteidigen. Diese Verfahrensweise entstand aus der Einschätzung, dass Tunesiens Hauptbedrohung im Inland liegt. Tunesien verfügt über ein sehr gut ausgebautes Netz aus regionalen Polizeibehörden, Bundespolizeibehörden und polizeilichen Sondereinheiten, die direkt dem Innenministerium unterstellt sind. Tunesiens offene, europäisch orientierte Politik und die auf Tourismus fixierte Wirtschaft sind vielen Islamisten ein Dorn im Auge und bereits Ziel von mindestens einem islamistischen Anschlag gewesen. Es gibt verschiedene beratende Körperschaften: Staatsrat, Sozial- und Wirtschaftsrat, Konstitutionsrat und den höheren islamischen Rat.

Menschenrechte

Die Meinungsfreiheit in Tunesien gilt als eingeschränkt. Am Fall von Zouhair Yahyaoui wird deutlich, dass bereits Kritik am Präsidenten im Internet zu langen Haftstrafen führen kann. Tunesien hat ein ausgereiftes System für Internetzensur aufgebaut.

Gouvernorate

Tunesien ist in 24 Gouvernorate gegliedert, deren geographische Größe ihrer Einwohnerzahl angepasst ist: Mitgliedschaft Tunesiens in internationalen Organisationen

Wirtschaft

Tunesien ist ein Schwellenland mit einer Spitzenposition in Afrika und im Maghreb. Durch das Assoziationsabkommen mit der EU will Tunesien in den Kreis der Industrienationen aufsteigen. Tunesien ist ein beliebtes Ziel für europäische Touristen, welche in den Küstenorten wie Hammamet, Sousse und Port El-Kantaoui Erholung suchen, die Wüste Sahara im Süden erkunden wollen oder archäologische Fundstellen wie Karthago, nicht weit von der im Norden des Landes gelegenen Hauptstadt Tunis, besichtigen wollen. Tunesiens Hauptdevisenbringer sind die verarbeitende Industrie und der Fremdenverkehr (jährlich rund 4 Mio. Auslandsgäste). Letzterer konzentriert sich vor allem auf die Küstenregionen. Bedeutende Touristenorte sind die Regionen um den Golf von Hammamet (Hammamet, Nabeul, Sousse, Port El Kantaoui und Monastir) sowie die Insel Djerba. Etwa 50 % der Landesfläche werden für intensive Landwirtschaft genutzt. Im fruchtbaren Norden wird vor allem Obst, Gemüse und Getreide angebaut, in Zentraltunesien Datteln und Oliven. Bedeutend ist auch der Weinbau. Tunesien ist außerdem reich an Bodenschätzen wie Erdöl und Phosphaten, die ebenfalls exportiert werden. Der Süden des Landes mündet in die Wüste Sahara und ist deshalb nach Süden immer weniger bewohnt und wirtschaftlich nutzbar.

Kultur

Tunesien ist bekannt für die große Zahl der erhaltenen römischen Mosaiken. Die bedeutendsten archäologischen Fundstücke werden im Museum Le Bardo aufbewahrt. In Tunesien befindet sich El Jem, das besterhaltenste römische Amphitheater. Es hat ein Fassungsvermögen von 45.000 Zuschauern und wird noch heute für Konzerte genutzt. Da Tunesien über die Jahrhunderte mehrere Einwanderungswellen aus Arabien, Spanien, Frankreich, Türkei, Westafrika, den Berber-Reichen und sogar aus Skandinavien erlebte, unterscheiden sich die Tunesier in ihrem Aussehen und Kulturleben etwas von anderen arabischen Kulturnationen, wie z. B. Saudi-Arabien, Jemen oder Libyen. Dies äußert sich im Stadtbild (z. B. Place de Barcelone in Tunis oder besonders das andalusische Viertel Sidi Bou Said, Straßenbeschilderungen und Geschäftsschilder sind meistens auf französisch), in der Töpferei- und Keramikkunst (z. B. in Nabeul), zahlreichen Bauten verschiedenster Epochen (z. B. das Fort im Golf von Hammamet), der tunesischen Küche (z. B. Baguette, Frommage, Croissant sowie einigen Berbergerichten und dem beliebten "Makkarona" aus Italien).

Musik

Tunesien ist vor allem bekannt für die Musikrichtung des Malouf, welche andalusische Flüchtlinge nach der spanischen Eroberung im 15. Jahrhundert mitbrachten. Malouf wird von kleinen Orchestern gespielt, bestehend aus Violine, Trommel, Sitar und Laute (Oud). Modernes Malouf hat einige Elemente der Berber-Musik im Rhythmus. Baron Erlanger ist eine wichtige Figur der modernen tunesischen Musik. Er sammelte die Regeln und Geschichte des Malouf, welches 6 Bände füllte, und gründete eine Rachida, ein wichtiges Konservatorium, welches heute noch genutzt wird. Zu den Künstlern des 20. Jahrhunderts zählen Anouar Brahem, ein Oud-Spieler; El Azifet, ein seltenes reines Frauen-Orchester; Khemais Tarnane; Raoul Journou; Saliha; Saleh Mehdi; Ali Riahi; Hedi Jouini sowie Fethia Khairi. Bekannte Musikinstrumente sind u. a. die Darbouka (Trommel), welche man in Tunesien eigentlich in jedem Haushalt findet.

Kunsthandwerk

Teppiche, Webereien, Trachten, Lederverarbeitung, Holzverarbeitung, Metallverarbeitung (Schmieden,Kupfer), Schmuck, Korallen, Silber, Keramik, Töpferei, Glas, Mosaiken, Korbwaren aus Halfagras etc.
- [http://www.artisanat.nat.tn Offizielle Seite des Tunesischen Kunsthandwerks]

Sport

Tunesien ist besonders bekannt für:
- Fußball (Sieger im Afrika-Cup 2004, WM-Teilnehmer 2006, Zoubaier Baya)
- Handball (Austragungsort der WM 2005)
- Die Tunesien-Rallye "21. El Chott" vom 29.10-12.11.2005 [http://www.offroad-pro.de Veranstalter ]
- Im Sommer findet in der Nähe von Hammamet auch immer ein Schnellboot-Rennen statt.

Feiertage

Weitere Themen


- Portal:Tunesien
- Liste der Städte in Tunesien

Weblinks


- [http://museums.ncl.ac.uk/roman_africa/ELJEM.HTM El jem ]
- [http://www.datenreise.de/de/censorship/tunesien.php Internetzensur in Tunesien]
- [http://www.ministeres.tn Tunesische Regierung (frz)]
- [http://www.carthage.tn Tunesischer Präsident (frz)]
- [http://www.tunisiaonline.com/ Tunesien online (englisch)]
- [http://www.fremdenverkehrsamttunesien.de Fremdenverkehrsamt]
- [http://www.ins.nat.tn/ Tunesisches Institut für Statistik]
- [http://wikitravel.org/de/artikel/Tunesien Reiseführer Tunesien (Wikitravel)] Kategorie:Staat Kategorie:Mittelmeer ja:チュニジア ko:튀니지 ms:Tunisia simple:Tunisia th:ประเทศตูนิเซีย zh-min-nan:Tunisia

Sahara

am 22. Februar 2004]] Die Sahara ist mit 9 Millionen km² die größte Trockenwüste der Erde. Sie erstreckt sich von der Atlantikküste bis zur Küste des Roten Meeres und bildet ein Trapez von 4.500–5.500 km westöstlicher und 1.500–2.000 km nordsüdlicher Ausdehnung. Die Sahara ist größtenteils eine Steinwüste (Hamada) oder Felswüste (Serir), oder auch Geröllwüste; die klischeehafte Sandwüste (Erg) macht nur einen ziemlich geringen Teil aus.

Etymologie

Die Bezeichnung Sahara kommt von der arabischen Übersetzung Sahhra صحراء des Tuareg-Wortes Tenere, das Wüste oder Sand bedeutet. Nach einer weiteren Theorie leitet sich der Begriff von sahraa bzw. es-ssah-ra ab, wobei der Prefix es ein Artikel ist und wurde denn auf Deutsch die bedeuten. Bei Ländereien kann man das Wort auch mit "öde, leer, nichts" oder "unfruchtbar" übersetzen. Die alten Römer nannten das Land südlich von Karthago Terra Deserta für "unbewohntes/verlassenes Land". Im Mittelalter nannte man die Sahara schlicht "Große Wüste". Erst im 19. Jahrhundert hat sich die Bezeichnung "Sahara" durchgesetzt. Die Araber nennen die Sahara Bahr bela ma für "Meer ohne Wasser" (vgl. Sahel für "Ufer").

Lage

In Ägypten wird sie durch die Flussoase des Nils unterbrochen. Im Norden befindet sich der Maghreb (Marokko, Algerien, Tunesien) und Libyen, im Süden liegt der Sahel. Im Westen der Sahara gibt es einen Staat gleichen Namens (gelegentlich auch West-Sahara genannt), dessen offizielle Bezeichnung Demokratisch-arabische Republik Sahara ist. Dieser Staat ist de facto von Marokko besetzt und wurde bislang lediglich von wenigen, meist afrikanischen, Staaten anerkannt.

Geographie

Das Klima ist äußerst trocken und heiß. Meistens weht während des ganzen Jahres der Passat, der wenig Niederschlag bringt. Der einzige Dauerfluss ist der Nil. Die extremen Temperaturschwankungen von tagsüber bis zu 63 °C – nachts bis zu 30 °C geringer – tragen u.a zur Wüstenbildung bei. Im Winter sind nachts bis zu -10 °C zu messen. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge in der Sahara beträgt ca. 45,5 mm. Manche Jahre regnet es jedoch gar nicht. Die Sahara weist einige Gebirgsketten auf, wie etwa das Hoggargebirge und das Tibestigebirge. Höchste Erhebung ist der Emi Koussi im Tibesti mit 3415 m ü.NN

Geologie

In der Pluvialzeit war die Sahara wasserreicher und begrünt, wie zahlreiche Felsmalereien und die von den Gebirgen ausstragenden, oft über 1.000 km langen Trockenflussbetten (Wadis) beweisen. Neueste Forschungen der Universität von Illinois in Chicago aus dem Jahr 2004 haben ergeben, dass das Grundwasser unter Ägypten und Libyen bis zu einer Million Jahre alt ist. Es fließt langsam in einem unterirdischen System von Nubien aus mit einer Geschwindigkeit von nur ein bis zwei Metern pro Jahr nordwärts.

Geschichte

Die Sahara, einst wasserreicher und grüner als heute, erfasste die neolithische Revolution beinahe zur selben Zeit wie die Hochkulturen an Nil, Euphrat und Tigris. Etwa im 6. Jahrtausend v. Chr. begannen die Bewohner der Region mit dem Ackerbau. Eine Städtekultur wie in den genannten Gebieten der Hochkulturen bildeten sie aber nie aus. Im 20. Jahrhundert v. Chr. beginnt die Pferdezeit, so benannt, weil ab dieser Zeit Pferde in den Motiven der Höhlenmalerei vorherrschen. Ebenso wie in Ägypten, Anatolien und der Ägäis wurde im 16. Jahrhundert die "Wunderwaffe" der Bronzezeit, der Streitwagen, eingeführt. Pharao Ramses III. listet 92 Streitwagen sowie 184 Pferde als Beute seines Libyen-Feldzuges auf. Anfang des 1. Jahrtausend v. Chr. beginnt die Austrocknung der Sahara und somit der langsame Niedergang von Ackerbau und Viehzucht. Durch die assyrische Eroberung Ägyptens im 7. Jahrhundert v. Chr. kommt das Kamel nach Afrika und löst das Pferd als wichtigstes Lastentier ab. Spätestens seit der Ptolemäerzeit wird es im größeren Maße eingesetzt.

Bevölkerung

Die geringe einheimische Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Arabern, Berbern und Mauren. Daneben gibt es kleine Gruppen wie die Tubu (auch Tibbu) und Tuareg. Neben der Viehhaltung war bis ins 19. Jahrhundert der Transsaharahandel eine wesentliche Lebensgrundlage für diese Bevölkerungsgruppen die auch als Yallas bekannt sind.

Literatur


- Barich, Barbara E.: People, water, and grain. The beginnings of domestication in the Sahara and the Nile valley, Rom 1998. ISBN 88-8265-017-0 (engl.)
- Rohlfs, Gerhard: Quer durch Afrika. Die Erstdurchquerung der Sahara vom Mittelmeer zum Golf von Guinea 1865-1867, Stuttgart 1984. ISBN 3-522-60580-2
- Mori, Fabrizio: The great civilisations of the ancient Sahara, Rom 1998. ISBN 88-7062-971-6 (engl.)
- Schiffers, Heinrich: Die Sahara. Entwicklungen in einem Wüstenkontinent, Kiel 1980. ISBN 3-554-60106-3

siehe auch

Sahara (Film) Kategorie:Geographie (Afrika) Kategorie:Wüste in Afrika ja:サハラ砂漠 ko:사하라 사막 simple:Sahara Desert th:ทะเลทรายซาฮารา

Gebirgskette

Unter Gebirgszug versteht man eine Folge hoher Berg-Gipfel oder eine zusammenhängende Bergkette innerhalb eines größeren Gebirges. Ihre kettenförmige Anordnung ist eine Folge der gemeinsamen Entstehung durch gebirgsbildende Kräfte und hängt oft mit Störungszonen der Erdkruste zusammen, die zwischen einzelnen Bergketten in der Nähe größerer Flusstäler verlaufen. Gebirgszüge haben im Wesentlichen ein einheitliches geologisches Alter, können aber aus mehreren Gesteinsarten bestehen. Manchmal besitzen sie Teile aus später angelagerten Gesteinen, z.B. Kalkstein von Korallenriffen (Dachstein, Leithagebirge, Westerwald). Den Übergang von einer Bergkette zur nächsten bildet meist ein durch Straßen erschlossener Pass oder Sattel -- z. B. der Brenner zwischen den Tiroler Gebirgszügen der Zillertaler- und der Stubaier Alpen. Zwischen den einzelnen Bergen oder Berggruppen einer Kette sind die Übergänge merklich höher und werden regional verschieden benannt (Joch, Scharte, Lucke usw.) Durch Erosion bilden Gebirgszüge oft sehr charakteristische Formen aus - je nach Gestein, Schichtung, Hangneigung, Gewässertypen und Geologie. Bekannt sind z.B. die Schuttkegel und schroffen Berge der Dolomiten in den südlichen Kalkalpen von Ost- und Südtirol, die aus dem kalkähnlichen Dolomit bestehen. Im Gegensatz dazu bilden sich bei Flysch oder Schiefer sanfte Bergformen, weil das Gestein weniger wasserdurchlässig ist. Siehe auch: Gebirgsbildung, Hochgebirge, Plattentektonik, Tektonik, Vulkanismus, Liste der größten Gebirge der Erde nach Ausdehnung Kategorie:Physische Geographie

Rif

Das Rif (auch Er Rif) ist eine zum Atlasgebirge in Nordafrika gehörende Gebirgskette von etwa 350 Kilometern Länge in Marokko, die direkt am Mittelmeer liegt. Es bildet den afrikanischen Vorsprung zur Straße von Gibraltar gegenüber dem Vorsprung auf der Iberischen Halbinsel. Südlich wird es von den Gebirgsketten Mittlerer Atlas und Tellatlas abgelöst. Es ist nicht sehr stark besiedelt, allerdings befinden sich die Städte Tanger mit etwa 620.000 Einwohnern (2004) nahezu direkt an der Küste zur Straße von Gibraltar und Tétouan mit etwa 320.000 Einwohnern (2004) auch nördlich am Fuß der Gebirgskette. Der höchste Gipfel des Rif liegt 2.456 Meter über dem Meeresspiegel. Tétouan

Weblinks

[http://www.haschisch-film.de Haschisch - Der Film] Dokumentarfilm von Daniel Gräbner über den Hanfanbau im Rif-Gebirge Kategorie:Gebirge in Afrika Kategorie:Geographie (Marokko)

Hoher Atlas

Der Hohe Atlas ist die höchste Gebirgskette des Atlas und befindet sich im Süden Marokkos. Der Hohe Atlas erhebt sich vom Westen an der Atlantikküste in östliche Richtung bis vor die marokkanisch-algerische Grenze. Zum Atlantik wie südwestlich zur Sous-Ebene hin fällt er steil ab und bildet einen eindrucksvollen Kontrast zur Küste bzw. dem Antiatlas. Zum Norden hin, Richtung Marrakesch, fällt er weniger abrupt ab. Er ist die west-östlich verlaufende Wetterscheide Marokkos gegen die saharischen Klimaeinflüsse, die besonders im Sommer stark abgemildert werden. Der Hohe Atlas bildet die Grundlage für eine Vielzahl von Flusssystemen und damit auch für große landwirtschlaftliche Regionen südlich des Gebirges, aber noch mehr Richtung Norden. Der höchste Gipfel, der Toubkal, erreicht über 4100 m. In den Hochlagen fällt regelmäßig Schnee (Wintersport), der bis in das Frühjahr hinein liegen bleibt.

Sehenswürdigkeiten

Lohnend ist die Fahrt über die das Gebirge überwindendenden Pässe. Zu Füßen des Hohen Atlas sind Ait Benhaddou (Kasbah) und die Wohnburgen in Ouarzazate sehenswert. Zwischen den Gipfeln auf 1600m Höhe liegt die Kasbah von Télouet (Sitz des Führers der Glaoua, einem Berberstamm, dem „Glaoui“) – auf dem Weg von Ouarzazate nach Marrakesch. Eindrucksvoll sind weiterhin die Schluchten des Dades und des Todgha. Atlas, Hoher Atlas, Hoher

Saharaatlas

Der Saharaatlas ist eine zum Atlasgebirge in Nordafrika gehörende Gebirgskette von etwa 950 Kilometern Länge in Marokko und Algerien. Er bildet eine Nordgrenze der Sahara. Nördlich von ihm liegt das Hochland der Schotts, während südlich von ihm nur Wüste zu finden ist. Östlich umschlingt ihn die Tellatlas-Gebirgskette und westlich begrenzen ihn die marokkanischen Gebirgsketten Hoher Atlas und Djebel Sarhro.Djebel Sarhro Aufgrund der Wüstennähe ist er nur da lebens- und siedlungsfreundlich, wo es Wasser in Form von Oasen oder den nur manchmal wasserführenden Wüstenflüssen, den Wadis gibt. Die Stadt El Djelfa mit etwa 235.000 (2005) Einwohnern liegt als einzige größere Stadt direkt im Gebirge auf über 1.100 Metern Höhe. Sie ist ein wichtiger Handelsknotenpunkt für die Nomaden und Halbnomaden der Sahara. Wenige weitere Städte finden sich an seinem Fuß. Sein höchster Gipfel liegt 2.008 Meter über dem Meeresspiegel. Kategorie:Gebirge in Afrika Kategorie:Geographie (Marokko) Kategorie:Geographie (Algerien)

Antiatlas

Der Antiatlas ist eine in Marokko liegende Gebirgskette des Atlasgebirges im Nordwesten Afrikas. Der Antiatlas erstreckt sich vom Atlantik im Südwesten Richtung Nordost bis auf die Höhe von Ouarzazate und weiter östlich bis an das Tafilalt (insgesamt rund 500 km). Im Süden wird es von der Sahara begrenzt. Östliche Ausläufer des Antiatlas sind das Djebel Sarhro-Gebirge und dessen östliche Vorgebirge, die sich streckenweise dem Hohen Atlas annähern und nur durch enge Täler von ihm getrennt sind (Dadés-Tal, Tal des Todgha). Auf der Höhe von Ouarzazate wird das Massiv vom Dráa-Tal in südlicher Richtung durchschnitten.

Entstehung

Geologisch gesehen beginnt mit dem Antiatlas die Afrikanische Platte. Diese ist erdgeschichtlich älter als die europäische Kontinentalplatte, nämlich präkambrisch. Dem entsprechend ist die Entstehungsgeschichte des Antiatlas nicht mit der der nahe gelegenen Gebirgskette Hohen Atlas verbunden. Auf dem Grundgebirge Afrikas bilden präkambrische (Präkambrium: vor ca. 570 Millionen Jahren) und kambrische Gesteine den Antiatlas, der im Jungpaläozoikum (vor ca. 300 Millionen Jahren) entstand. In dieser Erdphase stießen zwei Urkontinente, Laurussia und Gondwana, gegeneinander. In diesem zeitlichen und geologischen Kontext entstand das Gebirge des Antiatlas. Nach dem Entstehen des Hohen Atlas hauptsächlich im Eozän (begann vor rund 55 Mio. Jahren) kam es zu vulkanischen Eruptionen an den Schwächezonen zwischen beiden Gebirgen. Thermalquellen und Erdbeben zeugen davon, dass das Gebiet der Atlasgebirge noch nicht zur Ruhe gekommen ist.

Profil und Klima

Die Berggipfel des Antiatlas erreichen Höhen von 2.500m bis 2700m, gegenüber einer Plateauhöhe von ca. 1.700 bis 1.800 m bzw. der Saharahöhe von rund 700 m südlich des Anti-Atlas. Der Djebel Siroua o.a. Sirwa, mit vulkanischem Ursprung, erreicht allerdings 3.304 m. Das Gebirge ist, insbesondere Richtung Süden, stark zerklüftet. Hier liegen die Niederschlagmengen unter 200 mm jährlich, während die klimatischen Bedingungen an den Nord- und Westhängen günstiger sind. Klimatisch muss das Gebirge schon der saharaischen Wüstenzone zugerechnet werden.

Flora

Während im Weste