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AtomsprengkopfZu den Kernwaffen, auch als Atomwaffen oder Nuklearwaffen bezeichnet, gehören alle Waffen, die ihre Explosionsenergie aus der Umwandlung von Atomkernen bei der Kernspaltung oder Kernfusion gewinnen (im Gegensatz zu konventionellen Waffen, die ihre Explosionsenergie aus chemischen Reaktionen erhalten, bei denen die Atomkerne unverändert bleiben). Sie gehören zu den ABC-Waffen (auch Massenvernichtungswaffen).
Eine Beschreibung über den Explosionsvorgang nach Abschluss der nuklearen Kettenreaktion und über dessen Auswirkungen findet sich unter Kernwaffenexplosion. Der Artikel Zivile Atombomben beschreibt die bisherigen nicht-militärischen Atomexplosionen.
Einführung
Die Entwicklung der Kernwaffen stellt einen Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit dar.
Bereits die ersten Kernwaffen mit nur 1%-iger Effizienz erreichten Explosionsenergien, die mehr als zehntausend Tonnen konventionellen Sprengstoffs entsprachen. Damit setzten sie genug Energie frei, um im August 1945 die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki fast vollständig zu zerstören und Hunderttausende von Menschen zu töten. Während des Kalten Krieges entwickelten vor allem die USA und die Sowjetunion Kernwaffen mit teilweise mehr als zehn Millionen Tonnen TNT-Äquivalent. Die stärkste jemals explodierte Bombe war die sowjetische Zar-Bombe. Sie wurde am 30. Oktober 1961 bei einem atmosphärischen Kernwaffentest gezündet und setzte eine Energie von etwa 57.000 Kilotonnen (= 57 Megatonnen) TNT-Äquivalent frei. Zum Vergleich: die Hiroshima-Bombe hatte eine Sprengkraft von 13 Kilotonnen TNT. Eine Bombe mit derartiger Kraft hätte im Kriegseinsatz ganze Ballungsgebiete verwüstet. Die Temperatur, die bei einer nuklearen Explosion erzeugt wird, beträgt zwischen 200.000.000 °C und 300.000.000 °C.
Durch ihre große Zerstörungskraft, aber mehr noch durch die bei der Explosion freigesetzten radioaktiven Rückstände stellen Kernwaffen eine ernste existenzielle Bedrohung für die Menschheit und das Leben auf der Erde dar. Auch nach dem Zusammenbruch des Ostblocks ist die Gefahr eines Atomkrieges nicht gebannt. Eine zunehmende Zahl kleinerer Staaten strebt, teilweise bereits mit Erfolg, nach atomarer Aufrüstung. Der Umgang mit dieser Gefahr wird von vielen Politikwissenschaftlern als eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts angesehen.
siehe auch: Atomstreitkräfte
Die technische Entwicklung der Kernwaffen seit den 40er Jahren hat eine große Vielfalt unterschiedlicher Varianten hervorgebracht. Unterschieden werden grundsätzlich Atombomben nach dem Kernspaltungs- oder Fissionsprinzip (»klassische« Atombombe) und nach dem Kernfusionsprinzip (Wasserstoff- oder H-Bombe).
Bei der Kernspaltungsbombe wird eine überkritische Menge (wie viel das ist, ist geometrie- bzw. konstruktionsabhängig – die kleinste kritische Masse erreicht man mit einer Kugel) Uran 235 oder Plutonium 239 durch Sprengstoff auf engem Raum zusammengebracht. Ab einem bestimmten Verhältnis von Masse zu Oberfläche des Spaltmaterials können Neutronen, die beim spontanen Zerfall einzelner Kerne entstehen, weitere Kerne im Material spalten, wobei diese wiederum einige Neutronen liefern. Es kommt zur nuklearen Kettenreaktion, in deren Verlauf immer weitere Kerne gespalten werden.
Bei der Fusionsbombe wird zunächst eine Kernspaltungsbombe gezündet. Die dadurch im Inneren der Bombe erzeugten Drücke und Temperaturen reichen aus, um in dem in ihr enthaltenen schweren Wasserstoff (Deuterium) die Fusionsreaktion zu zünden.
Mehr dazu: Kernwaffentechnik
Detonation von Atombomben
Um Atombomben zur Detonation zu bringen, d.h. den Kernspaltungs- oder Fusionsprozess in Gang zu setzen, wurden mehrere verschiedene Systeme entwickelt.
Explosion
Das einfachste Prinzip besteht darin, dass soviel zusätzliches spaltbares Material durch den Zünder auf den Kernsprengstoffvorrat geschossen wird, dass die spaltbaren Materialien desselben Stoffes verschmelzen und eine kritische bzw. superkritische Masse entsteht. Diese führt dann zum Kernspaltungs- bzw. Kernfusionsprozess und es kommt zur Atombombenexplosion.
Einen solchen Aufbau einer Atombombe nennt man "Gun-Design".
Die von den USA am 6. August 1945 auf Hiroshima abgeworfene Atombombe besaß dieses System und hatte eine Sprengkraft von 13 Kilotonnen TNT.
Implosion
Eine weitere Methode ist die "Implosion" und wird in einer kugelförmigen Waffe angewandt.
Der äußere Teil der Kugel besteht aus einer Schicht aus hochexplosiven Material. Jeder Abschnitt dieses Materials ist mit einer Sprengkapsel versehen, wobei die Abschnitte untereinander mit Drähten verbunden sind. Durch einen elektrischen Impuls werden alle Teile des Materials exakt gleichzeitig gezündet. Die entstehende Druckwelle der Detonation läuft im Zentrum der Waffe zusammen. Die sich dort befindliche Kugel aus spaltbarem Material wird durch den enormen nach innen gerichteten Druck (Implosion) zusammengedrückt. Dadurch erhöht sich die Dichte des Elementes und eine superkritische Anordnung entsteht.
Sowohl bei der Testbombe von Alamogordo, als auch bei der am 9. August 1945 auf Nagasaki abgeworfenen Atombombe, handelte es sich um Implosionsbomben.
Diese hatten beide eine Sprengkraft von 20 Kilotonnen TNT.
Klassifizierung
Die Explosionsenergie reicht von der Sprengkraft weniger hundert Kilogramm TNT bis zu einigen Megatonnen (1 Megatonne = 1 Million Tonnen bzw. 1 Milliarde Kilogramm) TNT-Äquivalent. Neben der reinen Sprengkraft sind folgende militärische »Maßeinheiten« in Verwendung:
- Totaler Zerstörungsradius: Radius um das Explosionszentrum in dem alles tierische und menschliche Leben und alle Gebäude, Pflanzen usw. komplett vernichtet werden. Reicht je nach Größe der Bombe bis zu 50 km (bei der experimentellen sowjetischen Tsar Bomba sogar bis zu 100 km).
- Millionen Tote: Anzahl der Getöteten bei Detonation in einem Ballungsgebiet
- Zahl der Sprengköpfe: viele Kernwaffen verfügen heute über mehrere Sprengköpfe, die dann in großer Höhe von der Trägerrakete getrennt werden. So kann eine einzige Rakete riesige Gebiete verwüsten, so etwa die sowjetische SS-18 Satan je nach Ausrüstung ein Areal von bis zu 60.000 km².
Die stärksten als reguläre militärische Sprengköpfe konstruierte Kernwaffen sind Wasserstoffbomben mit bis zu 25 MT Sprengkraft. Typischerweise sind es aber nicht mehr als die Hälfte davon. Ohne Kernfusion, das heißt nur mit Spaltung von Uran- oder Plutoniumkernen, erreicht man rund 500 (amerikanischer Ivy King-Test) bis 800 kT (stärkste französische Militärwaffe). Fat Man, über Nagasaki abgeworfen, hatte demgegenüber nur 25 kT Sprengkraft.
Strategische Kernwaffen
Strategische Kernwaffen sind Kernwaffen mit großer Sprengkraft, die nicht auf dem Gefechtsfeld eingesetzt werden, sondern Ziele im gegnerischen Hinterland zerstören sollen, wie z. B. ganze Städte oder Raketensilos von Interkontinentalraketen. Ihre Sprengkraft reicht vom Kilotonnenbereich bis zu theoretisch über 100 Megatonnen TNT bei der Wasserstoffbombe.
]]n (MRBM, IRBM) mit nuklearem Sprengkopf, die in Silos oder auf mobilen Abschussrampen montiert sind. Ein besonderes Problem dieser Waffen ist die heute lediglich noch von solchen Staaten stationiert, denen die Technik von Interkontinentalraketen fehlt, wie Pakistan oder Israel.
- U-Boot-
Eine Rakete kann je nach Bauart auch mehrere nukleare Sprengköpfe transportieren (sogenannte MIRV-Bauweise, Multiple Independently targetable Re-entry Vehicle).
Taktische Kernwaffen
Taktische Kernwaffen (auch atomare oder nukleare Gefechtsfeldwaffen genannt) werden ähnlich wie konventionelle Waffen gezielt gegen gegnerische Verbände oder Einheiten eingesetzt. Ihre Sprengkraft reicht bis zu einigen hundert Kilotonnen und ist damit im Vergleich den strategischen Kernwaffen relativ niedrig. Die kleinste taktische Atomwaffe im Truppendienst hat eine Sprengkraft von circa 0,3 KT. Derartig kleine Atomwaffen erlauben einen Einsatz vergleichsweise nahe an den eigenen Truppen.
Taktische Kernwaffen gibt oder gab es als
- Freifallbombe
- Artilleriegranaten, die von normalen Artilleriegeschützen verschossen werden können
- Raketen zur U-Boot-Abwehr
- Taktische Raketen kurzer Reichweite (z. B. »Lance«, »Honest John«)
- Luft-Luft-Raketen zur Bekämpfung von Flugzeugen (heute nicht mehr verwendet)
- Boden-Luft-Raketen (z. B. Bomarc) zur Bekämpfung von Flugzeugen und, beispielsweise im Rahmen des amerikanischen Safeguard-Systems, zur Abwehr von Interkontinentalraketen.
- Raketen zur Bekämpfung von Satelliten
- Nukleare Wasserbomben zum Einsatz gegen U-Boote
- Atomminen, die auch an der innerdeutschen Grenze zum Einsatz kommen sollten.
Diskutiert wurden daneben auch
- im Weltraum stationierte Kernwaffen
- Torpedos zur U-Boot-Abwehr
Neutronenbomben
Neutronenbomben sind taktische Kernwaffen mit verhältnismäßig geringer Sprengkraft (ca. 1 KT). Im Vergleich zu herkömmlichen Kernwaffen zeichnen sie sich durch eine verstärkte Neutronenstrahlung aus. Daher haben sie eine erhöhte Effektivität gegen gepanzerte Streitkräfte, denn für die Zerstörung von Panzern muss eine Bombe normalerweise in der unmittelbaren Umgebung detonieren, da die Panzerung einen gewissen Schutz gegen Druckwelle und Hitzeentwicklung bietet. Gegen Neutronenstrahlung hingegen ist es keine effektive Panzerung. Das Panzergehäuse wird dabei durch Neutroneneinfang radioaktiv aktiviert, wodurch bei weiterer Nutzung die Besatzung häufig ausgewechselt werden muss.
Außerdem können Neutronenbomben gegnerische Kernwaffen (z.B. anfliegende Raketen) durch Zerstören der Zündelektronik unbrauchbar machen.
Der Glaube, dass Neutronenbomben Waffen sind, die Menschen töten, aber die Infrastruktur unbeschädigt lassen, ist zwar weit verbreitet, aber falsch. In dem Gebiet, in dem die Neutronenstrahlung tödlich wirkt, ist Druck- und Hitzewirkung der Neutronenbombe so groß, dass ungeschützte Personen schon durch sie allein getötet würden, ebenso werden Gebäude in diesem Gebiet schwer beschädigt oder zerstört. Außerdem wird die Neutronenstrahlung »eingefangen« und macht das bestrahlte Material selbst radioaktiv. Auch diese Art von Atombomben sind daher alles andere als »sauber«.
In den USA wurden seit 1974 etwa 800 Neutronensprengsätze gebaut. Die letzten wurden 1992 verschrottet.
Mini-Nukes
So genannte Mini-Nukes sind Kernwaffen mit einer Sprengkraft unter fünf Kilotonnen. Die neue Forschung über kleine, technisch hoch entwickelte Kernwaffen ist in den USA geplant. Der US-Senat hob im Mai 2003 ein 10 Jahre altes Verbot der Entwicklung von Mini-Nukes auf. Diese Entscheidung wurde im Kongress durch eine Resolution geschwächt, die die Forschung erlaubt, jedoch ein Verbot der Entwicklung oder Herstellung neuer Atomwaffen mit geringer Sprengkraft beibehält.
Kofferbomben, beispielsweise zum Einsatz durch Geheimdienste oder Terroristen, wurden beschrieben und werden auch auf dem High Energy Weapons Archive vorgestellt; dort wird aber auch betont, dass die physikalische Umsetzbarkeit mehr als zweifelhaft ist (beispielsweise bräuchte man zu hohe Mengen an konventionellem Sprengstoff zur Zündung), was sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Urban Legend macht.
Bunker Buster
Nukleare bunkerbrechende Waffen sollen tief in die Erde eindringen, um unterirdische und gehärtete Bunker zu zerstören. Es ist ausgeschlossen, dass die Bomben, aus der Luft abgeworfen, tief genug unter die Oberfläche eindringen und die Explosion vollkommen unterirdisch abläuft. Somit wird ein Bombenkrater erzeugt und hochradioaktives Material in die Luft ausgeworfen. Ebenso sind durch die erzeugten Erschütterungen großflächige Zerstörungen um das eigentliche Ziel herum zu befürchten. Es gibt im US-Arsenal bereits eine »Bunker Buster«: die B-61-11, die laut des im Januar 2002 veröffentlichten Überprüfungsberichts (NPR = Nuclear Posture Review) der US-Atomwaffenpolitik eine Sprengkraftgröße von mehr als fünf Kilotonnen hat und damit keine »Mini-Nuke« ist. Diese Waffe dringt aus einer Höhe von gut 13.000 Metern nur bis zu sieben Meter in die Erde und 2–3 Meter in gefrorenen Boden ein. Die USA haben etwa 50 dieser Bomben zur Verfügung.
Schmutzige Bombe
Bei einer sogenannten »schmutzigen Bombe« wird die ohnehin vernichtende Wirkung während der Explosion mit der großflächigen und jahrelangen Verstrahlung durch radioaktiven Fallout weiter gesteigert. Dies wird durch den Aufbau oder durch eine Kernexplosion auf dem Erdboden erreicht (für letzteres siehe Atomexplosion). Insbesondere wurde die Kobaltbombe als schmutzige Bombe bezeichnet. In dieser Bauform wird wo möglich Kobalt für die Fertigung der Einzelteile verwendet. Dieses Metall wird durch die Explosion in stark strahlende Isotope langer Halbwertszeit umgewandelt.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde der Begriff »schmutzige Bombe« erheblich umgeprägt. Derzeit bezeichnet man als schmutzige Bombe einen Sprengsatz aus konventionellem Sprengstoff, dem radioaktives Material beigemischt wurde. Im Vergleich zu einer echten Atombombe besitzt sie nicht deren enorme Sprengkraft, da keine Nuklearexplosion ausgelöst wird. Ziel ihres Einsatzes ist es, radioaktives Material über ganze Stadtteile zu verstreuen und diese auf lange Sicht unbewohnbar zu machen. Eine solche Waffe ist daher eher zu den Chemiewaffen zu zählen. Im Gegensatz zu chemischen Waffen tötet das strahlende Material nicht sofort sondern erhöht die Sterblichkeit längerfristig. Da sich die tödliche Wirkung nur bei einem weiteren Aufenthalt in dem verstrahlten Gebiet entfaltet, versuchen einige Experten die "Schmutzige Bombe" zu den nicht tödlichen Waffen zu rechnen. Nach Ansicht von Experten können auch nur schwach verstrahlte Landstriche über Jahre hinweg die Gefahr von Krebserkrankungen für die Bevölkerung erhöhen. Auch wenn die Verschmutzung nur oberflächlich und daher (mit enormem Aufwand allerdings) dekontaminierbar wäre, könnte die psychologische Wirkung eines solchen Anschlages verheerend sein, da z.B. Arbeitnehmer eine schnelle Rückkehr an den Ort des Anschlags verweigern könnten.
Der radioaktive Inhalt schmutziger Bomben setzt sich aus strahlenden Substanzen zusammen, wie sie unter anderem in der Industrie oder Medizin zum Einsatz kommen, z.B. radioaktives Spaltmaterial aus Kernkraftwerken oder radioaktive Stoffe aus medizinischen Geräten. Die Zutaten für eine schmutzige Bombe sind im Unterschied zu echten Kernwaffen also verhältnismäßig leicht zu beschaffen. Bereits seit längerem warnt die Internationale Kernenergieorganisation davor, dass Terroristen radioaktives Material aus der ehemaligen Sowjetunion kaufen könnten. Dort verschwinden immer wieder aus Industrie, Forschungseinrichtungen oder Krankenhäusern radioaktive Strahlenquellen. Selbst in den USA kommt regelmäßig radioaktives Material abhanden. Da das Material für die schmutzige Bombe
aus der normalen (friedlichen) Kerntechnik gewinnbar ist, muss die gesamte Kerntechnik zu den Dual Use Anlagen gezählt werden.
Als Gradmesser für die Folgen einer schmutzigen Bombe wird oft der Goiânia-Unfall in Brasilien herangezogen. 1987 brachen Obdachlose in ein leerstehendes, verwahrlostes Spital ein und stahlen einen Behälter mit hochradioaktivem 137Cäsiumchlorid, welches dort früher für medizinische Bestrahlungen verwendet wurde. Aus Neugier und Unwissenheit hantierten viele mit dem bläulich fluoreszierenden Material und wollten sogar einen Fingerring daraus schmieden. Auch trugen viele Menschen radioaktiven Staub, den sie von dem CsCl-Stab abkratzten, in ihren Kleidern herum. Vier Menschen starben an der Strahlenkrankheit, zehn brauchten intensive medizinische Behandlung.
Geschichte
Anfänge
Allgemein bekannt für ihre Arbeit bei der Entwicklung von Kernwaffen sind Robert Oppenheimer und Edward Teller.
Jedoch der wohl erste Wissenschaftler, der ernsthaft über den tatsächlichen Bau einer Kernwaffe nachdachte, war der Physiker Leó Szilárd.
Bereits im September 1933 dachte er an die Möglichkeit mittels Beschuss durch Neutronen Atomkerne zu einer Kettenreaktion anzuregen. Diese Idee war zu jener Zeit noch sehr umstritten, später auf diesem Gebiet sehr erfolgreiche Forscher wie Ernest Rutherford, Enrico Fermi und Otto Hahn glaubten damals noch nicht daran, dass Kerne sich überhaupt spalten lassen.
Nach einigen Jahren der Grundlagenforschung (u.a. von Otto Hahn, Fritz Straßmann, Frédéric Joliot-Curie, Enrico Fermi) war es im Frühsommer 1939 soweit, dass die notwendigen theoretischen Grundlagen veröffentlicht waren, um bei ausreichender Verfügbarkeit von spaltbarem Uran eine Kernwaffe zu bauen.
Schon vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939 richteten die drei in den Vereinigten Staaten lebenden Physiker Leó Szilárd, Albert Einstein und Eugene Paul Wigner im August 1939 einen Brief an den damaligen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt, um ihn vor der Möglichkeit der Entwicklung einer Atombombe in Deutschland zu warnen und ihn im Gegenzug zu der Entwicklung einer eigenen Atombombe anzuregen.
Doch es sollte noch bis zum Herbst 1940 dauern, bis Enrico Fermi und Leó Szilárd genügend finanzielle Mittel erhielten, um mit der Entwicklung eines Kernreaktors zu beginnen.
Als die amerikanische Regierung durch die Erfolge an dieser Arbeit davon überzeugt wurde, dass die Entwicklung einer Atombombe grundsätzlich möglich ist, und dass auch der Kriegsgegner Deutschland diese Möglichkeit besitzt, wurden die Forschungen intensiviert und führten schließlich zum Manhattan-Projekt.
Deutsches Kernwaffenprojekt
In Deutschland arbeiteten während des Zweiten Weltkrieges Wissenschaftler wie u.a. Werner Heisenberg, Carl Friedrich von Weizsäcker, Walther Gerlach, Kurt Diebner und Otto Hahn u.a. im Rahmen des „Uranprojektes“ an der militärischen Nutzbarmachung der Kernspaltung zur Erreichung deutscher Kriegsziele.
Die Befürchtung der USA, Deutschland könnte so einen eigenen nuklearen Sprengsatz entwickeln, war ein wichtiger Anlass, ein eigenes Atombombenprogramm zu initiieren. Viele, über das Gebiet des Deutschen Reiches verteilte (z.T. unabhängig voneinander arbeitende) Forschergruppen arbeiteten bis zum Kriegsende an der Entwicklung einer deutschen Kernwaffe. Nach dem Krieg wurde jedoch festgestellt, dass im „Uranprojekt“ keine Kernwaffen entwickelt wurden.
Ausführlicher Artikel: Uranprojekt
Manhattan-Projekt
1942 wurde unter größter Geheimhaltung unter dem Decknamen "Projekt Y" (als Teil des Manhattan-Projekts) das Forschungslaboratorium Los Alamos im US-Bundesstaat New Mexico konzipiert. Von 1943 an arbeiteten dort unter der wissenschaftlichen Leitung Robert Oppenheimers mehrere tausend Menschen, vielfach Wissenschaftler und Techniker.
Am 16. Juli 1945 wurde die erste Atombombe oberirdisch bei Alamogordo gezündet (Trinity-Test). Das in der Bombe verwendete nukleare Brennmaterial war Plutonium und besaß eine Sprengkraft von etwa 20 Kilotonnen.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde ein deutsches Fern-U-Boot (U 234) nach Japan entsandt, das neben Kisten voll Dokumenten und Verfahrensanweisungen auch etwa eine halbe Tonne Uran-Oxid beförderte. Es ist unklar, wofür die Japaner dieses Uran verwenden wollten. Angeblich soll es sich um Natururan gehandelt haben, sodass auch nach technischer Anreicherung keine ausreichende Menge für eine Atombombe hätte daraus gewonnen werden können. Die Besatzung des U-Bootes ergab sich, auf Anweisung von Dönitz, nach der deutschen Kapitulation den Amerikanern.
Ausführlicher Artikel: Manhattan-Projekt
Das eigentlich als Gegengewicht zum vermuteten deutschen Atomprojekt begonnene, und auch aufgrund Einsteins Brief deswegen an den US-Präsidenten forcierte, amerikanische Atomprojekt kam nicht gegen Nazi-Deutschland zum Einsatz. Aussagen hochrangiger amerikanischer Militärs ist zu entnehmen, dass dies vor allem aufgrund der Befürchtung nicht geschah, ein abgeworfener Blindgänger könne den deutschen Wissenschaftlern in die Hände fallen und wertvolle Hinweise liefern - der Krieg selbst war ohnehin gewonnen. Stattdessen wurden die ersten Luftangriffe mit Atombomben am 6. und 9. August 1945 gegen die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki geflogen.
Die Herstellung von Atomwaffen war während des Zweiten Weltkrieges noch aufwändig und teuer. Das atomare Arsenal war nach Trinity, Hiroshima und Nagasaki bereits aufgebraucht; einer verzögerten Kapitulation Japans hätte mit dem Fortführen des konventionellen Bombardements begegnet werden müssen. Anders hätte es ausgesehen, wenn etwa der andauernde Einsatz von vielen Atomwaffen die Eroberung von Pazifikinseln durch die USA massiv beschleunigt hätte.
Einsatz gegen Hiroshima und Nagasaki
Am 6. August 1945, also 21 Tage nach dem ersten erfolgreichen Test bei Alamogordo, warf der Bomber Enola Gay die erste Atombombe (Sprengstoff: Uran-235), Little Boy genannt, über der Küstenstadt Hiroshima ab, wo sie um 8.16 Uhr Ortszeit in etwa 600 m Höhe über dem Boden detonierte. Rund 90.000 Menschen starben sofort, weitere 50.000 Menschen starben Jahre bis Jahrzehnte später an der Strahlenkrankheit.
Am 9. August 1945 sollte der Bomber Bockscar die zweite Atombombe (Sprengstoff: Plutonium-239), Fat Man genannt, eigentlich über Kokura abwerfen. Als dort auch nach drei Anflügen noch schlechte Sicht herrschte, wich der Kommandant aufgrund Treibstoffmangels auf das Alternativziel, die Küstenstadt Nagasaki, aus. Da auch dort die Wolkendecke zu dicht war, wurde das Stadtzentrum um mehrere Kilometer verfehlt. Weil zudem das Stadtgebiet hügeliger als das Hiroshimas ist, was die Ausbreitung der Druckwelle behinderte, waren dort weniger Opfer zu beklagen - obwohl Fat Mans Sprengkraft rund doppelt so stark war wie die Little Boys. Dennoch kamen bei diesem Angriff 36.000 Menschen sofort ums Leben, weitere 40.000 Menschen wurden so stark verstrahlt, dass sie Jahre bis Jahrzehnte später starben.
Die militärische Notwendigkeit des Atombombeneinsatzes ist umstritten, denn diesen zwei Städten wurde der Angriff mit konventionellen (Brand-)Bomben bis zuletzt erspart, um dann den Effekt einer nuklearen Explosion auf eine Großstadt testen zu können. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass der japanische Kaiser zum Zeitpunkt des atomaren Angriffs schon zu einer Aufgabe bereit war. Weiterhin muss der Atombombeneinsatz auf Hiroshima und Nagasaki mit der Bombardierung von Tokio verglichen werden. Dort starben während der Nacht vom 9. März 1945 mehr als 100.000 Menschen. Die Legitimität des Atombombeneinsatzes steht und fällt also mit jener des konventionellen Bombenkriegs.
Noch heute wird jährlich der tausenden Opfer gedacht. Als Symbol für den Frieden werden dabei einige weiße Tauben fliegen gelassen.
Siehe auch: Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki
[http://www.pcf.city.hiroshima.jp/peacesite/BPW/english/index.html Zeichnungen von Hiroshima-Augenzeugen (englisch)]
Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg
Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki
Die Zeit unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg war zunächst von einer langsamen Weiterentwicklung der Atombombe geprägt. Während die USA unterschiedliche Tests wie eine Unterwasserexplosion durchführten, arbeiteten Großbritannien und die Sowjetunion an eigenen Atombomben. 1948 besaßen die USA rund 50 einsatzbereite Sprengköpfe. Die Sowjetunion wurde schon während des Zweiten Weltkriegs von Klaus Fuchs über das Atombombenprogramm informiert und zündete ihre erste Atombombe am 29. August 1949, Großbritannien erst am 2. Oktober 1952. In dieser Zeit entstand auch das nebenstehende Bild eines amerikanischen Truppenversuchs mit Soldaten in geringer Entfernung zur Atomexplosion, das den teilweise sorglosen, teilweise rücksichtslosen Umgang mit Radioaktivität in der damaligen Zeit dokumentiert.
Entwicklung der Wasserstoffbombe
Die weitere Entwicklung von Kernwaffen führte zur Wasserstoffbombe. Die erste Zündung einer Wasserstoffbombe mit dem Codenamen Ivy Mike erfolgte am 31. Oktober 1952 über dem Eniwetok-Atoll und setzte eine Energie wie 10,4 Megatonnen TNT-Äquivalent frei. Diese Sprengkraft entspricht dem 830-fachen der Hiroshima Bombe.
Die Notwendigkeit, angereichertes Uran und Plutonium zum Kernwaffenbau herzustellen, führte zur Entwicklung von Urananreicherungsanlagen sowie den ersten Kernreaktoren. Die hierdurch gewonnenen Erfahrungen beschleunigten den Aufbau einer zivilen Nutzung der Kernenergie.
Weltweit, teilweise auch in den USA selbst, wird der Einsatz dieser Massenvernichtungswaffen hauptsächlich gegen die Zivilbevölkerung als ungerechtfertigt verurteilt.
Die Entwicklung der Atombombe wird heute allgemein als das dunkelste Kapitel der Technik- und Wissenschaftsgeschichte angesehen. Die Atombombe ist der Inbegriff des "Fluches der Technik".
Die Erfindung der Kernwaffen löste ein beispielloses Wettrüsten - insbesondere zwischen den USA und der Sowjetunion - aus und war die schwerste Bedrohung in der Zeit des Kalten Krieges.
Die Kernwaffe hatte hier andererseits möglicherweise eine hemmende Wirkung im positiven Sinne, weil die direkte Konfrontation auf beiden Seiten nicht zuletzt wegen dieser übermächtigen Bedrohung einer nuklearen Explosion gescheut wurde.
Unter diesem Eindruck wurden die Risiken des technischen Fortschritts insbesondere in der Literatur vielfach erörtert ...
Entwicklung nach dem Kalten Krieg
Nach dem Zerfall der Sowjetunion zu Beginn der 1990er Jahre bezweifeln Experten den militärischen Sinn von Kernwaffen, da jedes Ziel auch mit konventionellen Waffen der gewünschten Größenordnung zerstört werden kann. Als größte Gefahr der atomaren Bewaffnung wird daher ein Einsatz durch Terroristen angesehen, denn diese könnten bei Verwendung von Atomwaffen mit geringem Aufwand großen Schaden anrichten (siehe Hiroshima bzw. Nagasaki), während Atomwaffen im Kampf gegen den Terrorismus vollkommen ungeeignet sind.
Unabhängig von dieser Entwicklung blieben die USA und Russland als Nachfolgestaat der Sowjetunion diejenigen Staaten mit den meisten Kernwaffen. Ihr Arsenal wird auch weiterhin gepflegt, entzog sich jedoch nach Ende des Kalten Krieges mehr und mehr der öffentlichen Aufmerksamkeit. Während zunächst die Entwicklungstätigkeit in diesem Bereich erlahmte, werden in den USA seit Ende der neunziger Jahre sogenannte Bunker Buster entwickelt. Diese Atomwaffen kleiner Sprengkraft dienen der Vernichtung unterirdischer Anlagen. Sie werden mit hoher Geschwindigkeit in den Boden geschossen, dringen in diesen ein und explodieren dann unterirdisch. Dadurch lösen sie eine Schockwelle im Boden aus, die die angegriffenen Anlagen zerstört. Politischer Hintergrund dieser Entwicklung sind vermehrte Anstrengungen einiger Staaten der Dritten Welt wie dem Iran, wichtige militärische Bauten unterirdisch anzulegen, um sie im Kriegsfall den Angriffen durch überlegene Luftstreitkräfte zu entziehen.
Die Entwicklung solcher kleiner Kernwaffen wird in der Fachwelt als eine Gefahr eingeschätzt, da ihr Einsatz kaum Aufsehen erregen würde. Statt zerstörter Städte und tausender Toter würde die Weltöffentlichkeit lediglich einen kleinen Krater sehen. In der Konsequenz würde die Hemmschwelle sinken, Atomwaffen einzusetzen und auf diese Weise vergleichsweise preiswert - ohne Verlust eigener Soldaten und ohne allzu negatives Image - Kriege in der Dritten Welt zu führen.
Kernwaffen in Europa
Die in Europa gelagerten Kernwaffen sind nach Ende des Kalten Krieges drastisch reduziert worden. Auf den europäischen Luftwaffenstützpunkten sind von 1990 bis 1996 rund 208 Kernwaffensilos der NATO gebaut worden. Ursprünglich waren hierfür 438 NATO-Bunker vorgesehen, die aber nicht mehr benötigt wurden. Die von den US-Streitkräften kontrollierten Bunker für Bomben, die im Ernstfall den NATO-Streitkräften zur Verfügung standen, waren nicht alle bestückt worden. Bis 1998 hatte Großbritannien sein Arsenal an Fallbomben auf den Stützpunkten abgebaut. Ab 1996 wurden dann die weiteren Arsenale geleert. Die deutschen Luftwaffenstützpunkte in Memmingen und Nörvenich verfügten schon ab 1995 über keinerlei Kernwaffen mehr. Nur in Büchel trainiert die Deutsche Luftwaffe weiterhin den nuklearen Einsatz durch Jagdbomber vom Typ Tornado.
Die USA und Großbritannien lagerten während des Kalten Krieges bis zu 5.000 Kernwaffen in deutschen Bunkern. Heute existieren in Deutschland noch 65 Wasserstoffbomben in den Bunkern der Luftwaffenstützpunkte Ramstein und Büchel; hier besteht die sogenannte Nukleare Teilhabe.
Die beiden westeuropäischen Atommächte Großbritannien und Frankreich begannen bereits in den 1960ern bzw. 70ern Teile ihrer Arsenale auf seegestützte Systeme umzustellen. Beide Staaten unterhalten heute je vier ballistische Atom-U-Boote, von denen jedes mit jeweils 16 Atomraketen ausgestattet werden kann. Frankreich hält lediglich noch 60 Sprengköpfe zum Einsatz durch Bomber bereit, Großbritannien verfügt seit dem Jahr 2000 ausschließlich über seegestützte Systeme. Infolge dieser Veränderung wurde auch die Anzahl der Lagerstätten auf Luftwaffenstützpunkten reduziert. Die etwa 490 seegestützten Sprengköpfe machen heute den größten Teil der in Europa stationierten Atomwaffen aus. Die britischen Sprengköpfe werden komplett in der Marinebasis Clyde gelagert, die französischen in Brest.
NATO-Luftwaffenstützpunkte mit Kernwaffen
(Auswahl, Stand: 1997)
- Großbritannien
- Lakenheath
- Marham
- Wittering
- Niederlande
- Volkel
- Belgien
- Kleine Brogel
- Deutschland
- Ramstein (54 WS3-Lagersysteme)
- Büchel (elf WS3-Lagersysteme für 22 Bomben B-61)
- Nörvenich (elf WS3-Lagersysteme für 22 Bomben B-61, z.Zt keine Waffen gelagert)
- Brüggen
- Italien
- Aviano (achtzehn WS3-Lagersysteme für 36 Bomben B-61)
- Ghedi-Torre (elf WS3-Lagersysteme für 22 Bomben B-61)
- Griechenland
- Araxos (geschlossen)
- Türkei
- Balikesir (sechs Unterflurdepots, z.Zt keine Waffen gelagert)
- Incirlik (nicht fertiggestellt)
- Murted (sechs Unterflurdepots, z.Zt keine Waffen gelagert)
Aktueller Stand
Aktuell verfügen folgende Staaten über Kernwaffen und gelten daher als Atommächte:
- China: ca. 400
- Frankreich: 348 - 350
- Großbritannien: 185 - 200
- Indien: 30 - 35
- Israel: 75 - 200
- Nordkorea: 0 - 10
- Pakistan: 24 - 48
- Russland: 6000 - 8400
- USA: 7200 - 10240
Nordkorea erklärte im Frühjahr 2005 ebenfalls, Kernwaffen zur Abschreckung entwickelt zu haben, die Aussage wird jedoch auch von verschiedenen Seiten bezweifelt. Unstrittig ist jedoch, dass Nordkorea ein ambitioniertes Programm zum Erlangen von Kernwaffen unterhält. Unter anderem wird Nordkorea vorgeworfen, dass sie die Brennstäbe ihrer Einrichtungen zu lange im Reaktor belassen, als es die rein zivile Energieerzeugung verlangt. Der verlängerte Gebrauch erhöht den Plutoniumgehalt der Stäbe.
Obwohl nie von offizieller Seite bestätigt, gilt es als unstrittig, dass auch Israel seit den 70er Jahren im Besitz von ca. 200 Kernwaffen ist, da das Land in der Vergangenheit seinen Nachbarländern mehrfach mit deren Einsatz gedroht hat. Mordechai Vanunu hat die Welt vom israelischen Kernwaffenprojekt unterrichtet, nachdem er am Dimona-Reaktor arbeitete.
Beim Iran gilt der Besitz einer Kernwaffe als möglich, ist aber nicht gesichert, auch hier ist das Kernwaffenprogramm ambitioniert, der Zweck ist jedoch laut Iran die zivile Nutzung der Kernkraft.
Südafrika hat 1979 einen Kernwaffentest durchgeführt aber keine einsatzfähigen Atomwaffen entwickelt und das Programm später aufgegeben.
Argentinien, Brasilien, Libyen, und die Schweiz verfügten in der Vergangenheit über Kernwaffenprogramme, haben diese aber aufgegeben und offiziell beendet. Kasachstan, die Ukraine und Weißrussland kamen durch den Zerfall der Sowjetunion an Atomwaffen, die auf ihrem Gebiet stationiert waren, haben diese dann später aber an Russland abgetreten.
Einen Überblick über die verschiedenen Kernwaffenprogramme gibt der Artikel über Atommächte.
Unfälle mit Kernwaffen
Zwischen 1950 und 1980 wurden 32 Unfälle allein mit US-amerikanischen Kernwaffen bekannt. Vor allem in den 1950er und 1960er Jahren mussten viele Waffen bei Notlandungen von Bombern abgeworfen werden. Manche der Waffen wurden nie wieder gefunden, weil sie in den Ozeanen abgeworfen (aber nicht gezündet) wurden. Nach Schätzungen von Greenpeace gingen etwa 50 Atombomben verloren. 11 Bomben vermissen die USA offiziell. Radioaktive Verseuchung wurde nur in wenigen Fällen festgestellt.
Abstürze von Atombombern und andere Unfälle sind deshalb sehr problematisch, weil die Bombe zwar nicht zur Zündung kommt, aber durch den Aufprall das spaltbare Material in der Umgebung verstreut werden kann. Im Falle des extrem giftigen Plutoniums – bei welchem die Inhalation eines Millionstel Gramms bereits Krebs auslösen kann – ist dies äußerst gefährlich.
Eine Übersicht der Unfälle kann auf der Liste der nuklearen Unfälle gefunden werden.
Atomteststoppabkommen
Am 10. Oktober 1963 trat das Teststoppabkommen in Kraft, worin sich einige Großmächte einigten, keine Nuklearwaffen im Wasser, im All und in der Atmosphäre zu zünden. Unterirdische Tests sollten eine bestimmte Stärke nicht überschreiten. Diesem Abkommen sind bisher 120 Nationen beigetreten.
Seit 1996 liegt der Vertrag zum umfassenden Verbot von Nuklearversuchen (CTBT) zur Unterzeichnung auf. Er tritt erst in Kraft, wenn eine bestimmte Gruppe von Ländern ihn ratifiziert hat, u.a. die USA. Die Ratifizierungen einiger wichtiger Länder stehen derzeit noch aus. Vor allem die USA lehnen Rüstungskontrollen ab.
Die Einhaltung der Verträge wird durch verschiedene Techniken verifiziert: Erdbebenmessstationen reagieren bereits auf kleinste Vibrationen und ermöglichen eine recht genaue Ortung von unterirdischen Detonationen. Sie können auch die seismographischen Signaturen von Erdbeben und Atomwaffentests deutlich unterscheiden. Hydroakustik kann Unterwasserexplosionen aufspüren und lokalisieren. Spezialmikrophone und Radionuklid-Detektoren können atmosphärische Kernexplosionen entdecken, identifizieren und lokalisieren. Die Messstationen sind über die ganze Welt verteilt. Wenn der Vertrag in Kraft tritt, wird es auch noch die Möglichkeit der Vor-Ort-Inspektion geben. Die Implementation des Vertrages wird von der Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO) vorbereitet.
Zitate
Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten werden die Menschen mit Stöcken und Steinen kämpfen, Albert Einstein
Weitere Informationen/Quellen
Siehe auch
Uranmunition, Atommacht, Atomkrieg, Atomstreitkräfte, Nuklearer Holocaust, Kernwaffen-Effekt, Plutoniumbombe, Atombombentest, EMP, Kalter Krieg, Wettrüsten, Strategic Defense Initiative (SDI), Atomkriegsuhr (Doomsday clock), Demonstrative Use, Robert McNamara, Nukleare Basiswelle, Nukleare Teilhabe, Radiologische Waffe (schmutzige Bombe)
Literatur
Sachbücher
- Florian Coulmas, Hiroshima : Geschichte und Nachgeschichte, München : Beck, 2005, ISBN 3406527973
- Klaus Fuchs, Ruth Werner, Eberhard Panitz: Treffpunkt Banbury oder Wie die Atombombe zu den Russen kam. 2003, ISBN 3360009908
- Robert Jungk: Heller als tausend Sonnen. 1958, ISBN B0000BJWE0
- Paul Takashi Nagai, Die Glocken von Nagasaki : Geschichte der Atombombe, - München : Rex-Verlag, 1955 - Bericht eines überlebenden Arztes ISBN 3895750565
- Gian L. Nespoli, Giuseppe Zambon: Hiroschima, Nagasaki. 1997, ISBN 3889750559
- Wolfgang Sternstein: Atomwaffen abschaffen!. 2001, ISBN 3933325056
- Edgar Mayer, Thomas Mehner Das Geheimnis der deutschen Atombombe. Gewannen Hitlers Wissenschaftler den nuklearen Wettlauf doch?. 2001, ISBN 3930219360
- Edgar Mayer, Thomas Mehner: Die Atombombe und das Dritte Reich. 2002, ISBN 3930219506
- Rainer Karlsch, Zbynek Zeman: Urangeheimnisse. 2002, ISBN 386153276X
- Richard Rhodes: The Making of the Atomic Bomb. 1995, ISBN 0684813785
- Helmut Simon (Vorwort): Atomwaffen vor dem Internationalen Gerichtshof. ISBN 3825832430
Romane und Theaterstücke
- Heinar Kipphardt: In der Sache J. Robert Oppenheimer ISBN 3499121115
- Masuji Ibuse, Schwarzer Regen, Frankfurt am Main : Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1985, ISBN 3596258464
Weblinks
- [http://nuclearweaponarchive.org/Nwfaq/Nfaq0.html Nuclear Weapons FAQ (auf Englisch, aber sehr informativ)]
- [http://www.safog.com/home/atombombe.html Dokumentationen und Diagramme zur Atombombe]
- [http://www.armscontrol.de Überblicksseite zu Rüstungskontrolle und Abrüstung]
- [http://www.zeit.de/2005/32/Atombomenabwurf Thomas Macho, Still ruht die Bombe - Es gibt immer mehr Kernwaffen auf der Welt. Warum fühlt sich keiner mehr bedroht?] ("Die Zeit" Nr. 32/2005)
- [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19994/1.html Florian Rötzer, Es gibt keine harmlosen Mini-Nukes] (Telepolis, 29. April 2005)
- [http://www.cdi.org/program/issue/index.cfm?ProgramID=32&issueid=110 Center for Defense Information (USA) - Kolumne zu aktuellen Risiken betr. Kernwaffen]
- [http://www.politikerscreen.de/t-online/lexikon_detail.asp?ID=398 Schmutzige Bombe]
- [http://www.atomwaffena-z.info/home.html Geschichte/Wissen/Aktuelles über die Atombomben]
- [http://www.glasnost.de/militaer/95atomstud.html Atomwaffentests]
- [http://www.ippnw.org International Physicians for the Prevention of Nuclear War]
- [http://www.kernwaffe.de www.kernwaffe.de - Große Bilder und Video-Sammlung über A-Waffen]
- [http://www.atomwaffena-z.info www.atomwaffena-z.info]
- [http://www.ippnw.de IPPNW Deutschland]
- [http://www.lebenshaus-alb.de/mt/archives/subcategories/atomwaffen.html Schwerpunkt: Atomwaffen]
- [http://www.kernenergie-wissen.de/kernwaffen.html Basiswissen Kernenergie]
- [http://www.ga.gov.au/oracle/nukexp_query.html Nuclear Explosion Database]
- [http://nuclearweaponarchive.org/Usa/Tests/Crossrd.html Die Atombombentests der USA (ausführliche Beschreibung!)]
- [http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/kino/18295/1.html Heise-Telepolis-Artikel über verschwundene Atombomben in den USA im Kalten Krieg]
- [http://www.archive.org/movies/details-db.php?collection=prelinger&collectionid=19069 Duck and Cover], ein naiver Aufklärungsfilm von 1951, wie man sich bei der Explosion einer A-Waffe zu verhalten hat.
- [http://www.ctbto.org Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO)]
Kategorie:Militärtechnik
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ja:核兵器
ko:핵무기
ms:Senjata nuklear
simple:Nuclear weapon
th:อาวุธนิวเคลียร์
Waffe
Als Waffen bezeichnet man Werkzeuge oder Maschinen, die einerseits der Jagd, der Verteidigung, oder dem Angriff dienen können; andererseits aber auch nur dem Sport. So wie man Waffen häufig auch zu anderen Zwecken gebrauchen kann, ist es umgekehrt oft möglich, Geräte und Werkzeuge, die ursprünglich einem anderen Zweck dienten, als Waffe zu gebrauchen oder umzufunktionieren. Was eine Waffe ist, richtet sich demnach auch nach der Art des Gebrauchs. Im ursprünglichen Sinn bezeichnet das Wort Waffe einen Gegenstand, der nur zum Zweck des Kämpfens angefertigt wurde.
Zu modernen Waffensystemen gehören Massenvernichtungswaffen, die zum großen Teil weltweit geächtet sind.
Im übertragenen Sinn werden als Waffen auch Ideen und andere nichtmaterielle Güter (Informationen) angesehen. Bekannt ist die Losung: "Kunst ist Waffe". Auch Algorithmen, Patente, Verschlüsselungsmechanismen und ähnliche können als Waffe eingesetzt werden. Im Krieg haben Information und Desinformation heute zum Teil kriegsentscheidende Bedeutung erlangt.
Das Waffengesetz (WaffG) der Bundesrepublik Deutschland definiert Waffen und regelt deren Benutzung.
Für den Erwerb vieler Schusswaffen benötigt der Besitzer eine Waffenbesitzkarte, bzw. für das Führen (Tragen in der Öffentlichkeit) der Waffe einen Waffenschein.
Messer gehören zu den ältesten Waffen der Menschen.
Speziell zur Verwendung als Waffe konstruiert wurden:
Diese folgenden Waffen sind in erster Linie zur Jagd entwickelt worden.
Hauptsächlich werden heutzutage Schusswaffen als Jagdwaffen verwendet.
- Schusswaffen
::Jagdbüchse, Jagdflinte
Heute nicht mehr allgemein verwendet werden:
- Bogenwaffen
::Armbrust: wird im Waffenrecht der Schusswaffe gleichgestellt.
::Bogen: ist vom deutschen Waffenrecht ausgenommen, gilt also nicht im gesetzlichen Sinn als Waffe. Die Jagd damit ist in Deutschland und Österreich heute nicht mehr erlaubt, da die entstehende Energie beim Aufschlag am Wild nicht ausreicht, es sofort zu töten (siehe Tierschutz).
In den USA ist die Jagd mit dem Bogen jedoch noch immer erlaubt. Hierbei kommt in den meisten Fällen der sogenannte Compound-Bogen zum Einsatz.
Dieser arbeitet nach dem Prinzip des Flaschenzugs. Die Sehne ist dabei etwa dreimal so lang wie bei einem "normalen" Bogen und wird an den Enden des Bogens über jeweils eine Rolle geführt.
Durch das Flaschenzug-Prinzip entstehen zwei Vorteile: Erstens kann ein sehr viel stärkerer Bogen gefertigt werden, der jedoch Zweitens mit geringerem Kraftaufwand (gegenüber einem "normalen" Bogen) zu spannen ist.
Die Schusskraft eines Compound-Bogens ist nicht zu unterschätzen. Berichten zufolge durchschlägt der Pfeil auf dreissig Meter Entfernung mühelos einen Bären.
- Wurfwaffen
::Speer, Atlatl, Bumerang
Sportwaffen
Diese Waffen sind auf sportliche Belange optimiert und eignen sich nicht mehr oder nur noch eingeschränkt zum Kampf. Trotzdem sind sie, wie viele andere Sport- und sonstige Geräte, immer noch gefährlich und mit Respekt zu behandeln. Es scheint allerdings in der Handhabung zu gelten: Je gefährlicher eine Waffe, desto sorgsamer wird sie gehandhabt, so dass die meisten Unfälle mit vermeintlich ungefährlichen Gegenständen stattfinden.
Beispiele für Sportwaffen:
- Luftdruckwaffen
- Kleinkaliber-Präzisionswaffen
- Sportpistolen, -revolver und -gewehre
- Wurfspeere
- Wurfmesser
- Florett, Degen, Säbel, Bokken, Iaito
- Sportbögen
Historische Kampfwaffen aus Europa
- Stangenwaffen
:: Ango, Bartaxt, Berdish, Falces, Glefe, Hellebarde, Korseke, Lanze, Luzerner Hammer, Partisane, Pike, Pilum, Speer, Spieß, Sponton
- Hiebwaffen
:: Bauernwehr oder Hauswehr, Falchion, Streitflegel, Franziska, Katzbalger, Keule, Entermesser, Kopesh, Kriegsflegel, Morgenstern, Pallasch, Rabenschnabel, Rapier, Säbel, Sax, Schwert, Streitaxt, Streithammer, Streitkolben, Xyphon
- Stichwaffen
:: Degen, Dolch, Florett, Stilett, Schwert (Handschar, Yatagan), Seitengewehr (Bajonett), Panzerbrecher,Gladius
- Fernwaffen
:: Bogen, Schleuder, Armbrust, Blasrohr
- Feuerwaffen
:: Arkebuse, Muskete, Pistol(-e), Karabiner
Historische Kampfwaffen aus Japan
- Nihonto
- Katana
- Tachi
- Wakizashi
- Tanto
- Aikuchi
- Kogatana
- Ōdachi
- Yari
- Naginata
- Nagamaki
- Yoroi-doshi
Historische Kriegsmaschinen
- Katapult, Balliste, Tribok (Trebuchet), Onager, Feuerschleuder, Artilleriewaffen, Wagen-Rotationsgeschütze, Falarika, Mauerbohrer (Terebra, Tarant, Fuchs, Krebs)
Moderne Waffen
Diese Waffen können unterschiedlichen Zwecken dienen.
- Hiebwaffen
:: Totschläger, Stahlrute, Schlagring, Gummiknüppel, Schlagstock, "Hampelmann", Ochsenziemer, Nunchaku
- Schusswaffen, Handfeuerwaffen
::Revolver, Pistole, Maschinenpistole, Maschinenkarabiner, Gewehr, Personal Defence Weapon
- Brandwaffen
::Molotowcocktail, Flammenwerfer, Brandgranaten, Phosphorbomben, Blendbrandwaffen, Napalm, C5-Devices, MultiPurposeFireMissiles/FPFM,
Moderne Kriegswaffen
Waffen, die ausschließlich dem Krieg dienen:
- Schusswaffen
:: Sturmgewehr, Maschinenpistole, Scharfschützengewehr, Maschinengewehr, Maschinenkanone, Panzerabwehrhandwaffe, Panzerbüchse
- Brandwaffen
::Flammenwerfer, Brandbombe, Napalm
- Explosionswaffen
:: Bombe, Granate, Schrapnell, Handgranate, Mine, Atombombe, Neutronenbombe, Sprengkopf
- Massenvernichtungswaffen
:: ABC-Waffen (Atomwaffen, Biologische Waffen, Chemische Waffen z.B. Sarin, Senfgas, Tabun, Soman, Lost)
- Trägersysteme
:: Rakete, Lenkwaffe, Torpedo, Marschflugkörper, Seezielflugkörper, Flugabwehrrakete
- Moderne Waffensysteme
:: Kanone, Geschütz, Haubitze, Mörser, Kampf-Panzer, Schützenpanzer, Flugzeugträger, U-Boot, Kampfhubschrauber, Jagdflugzeug, Bomber
- Kampfroboter
:: SWORDS
- Moderne Kriegswaffen im Polizeidienst
Scharfschützengewehre, Maschinenpistolen, Blendbrandgranaten,
Sprengmittel
Non Lethal Weapon
Non Lethal Weapons sind Waffen, die Personen nicht töten, sondern verteidigungsunfähig machen sollen:
- Active Denial System
- High Power Microwave (HPM-Waffe)
- Long Range Acoustic Device (LRAD)
- StunStrike CQ (Close Quarters).
- Elektroschockpistole
Dinge, die zu einem Angriff oder zu einer Verletzung nicht geeignet sind, aber vor Verletzungen schützen, werden vom Staat seit dem Jahr 1989 als Schutzwaffe oder passive Waffe bezeichnet, obwohl sie keine Waffe sind.
Unklassifiziert
- Bo,
- Glefe, Shuriken,
- Katana, Wakizashi
- Rohrbombe, Briefbombe
- Sai
- Tonfa
Siehe auch
Portal:Waffen, Krieg, Bewaffneter Konflikt, passive Waffe, Uranmunition, Waffenhandel, Kriegswaffe, Gaußkanone
Weblinks
- [http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/waffg_2002/index.html Waffengesetz]
- [http://www.waffenhq.de Moderne Waffen aller Art]
Kategorie:Führungs- und Einsatzmittel
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KernspaltungDie Kernspaltung bezeichnet in der Kernphysik einen Prozess, bei dem ein Atomkern in zwei oder mehrere Bestandteile zerlegt wird. Seltener wird die Kernspaltung auch als Kernfission (lat. fissio, »das Spalten«) bezeichnet, ein Begriff, der nicht mit Kernfusion, dem Verschmelzen zweier Atomkerne, verwechselt werden darf.
Einige Atomkernarten zerfallen spontan, andere nur unter Einwirkung äußerer Kräfte.
Typische Methoden zur Induzierung einer Spaltung sind der Beschuss eines Atomkerns mit anderen Elementarteilchen oder Neutronen; der Spaltungserfolg hängt von der geeignet gewählten Energie des Projektils ab.
Bei einer Kernspaltung werden enorme Energiemengen in Form von Wärme und Gammastrahlung freigesetzt. Es entstehen dabei neue leichtere Kerne (Spaltprodukte). Das Verblüffende dabei ist, dass die Masse des ursprünglichen Atomkernes größer als die Summe der Massen der Spaltprodukte ist. Die scheinbar fehlende Masse ist nicht verloren, sondern erscheint in veränderter Form, als freigesetzte Energie. Sie lässt sich mit der Einstein'schen Formel E=mc² berechnen.
Die Spaltprodukte selbst sind oft radioaktiv, und setzen bei ihrem Zerfall weiter Energie frei.
Isotope der Elemente Uran, Plutonium und Thorium lassen sich durch Neutronen geeigneter Energie besonders leicht spalten.
In Kernreaktoren werden Kernspaltungen dieser Elemente kontrolliert durchgeführt, um Wärme und daraus Elektrizität zu erzeugen. In einer Atombombe setzen Kernspaltungen von Uran oder Plutonium in kurzer Zeit viel Energie, Radioaktivität und radioaktive Zerfallsprodukte frei.
Bau des Atomkerns
Atomkerne bestehen aus positiv geladenen Protonen und elektrisch neutralen Neutronen.
Die sogenannte Kernladungszahl entspricht der Anzahl der Protonen im Atomkern. Die Summe aus Protonenzahl und Neutronenzahl (die Masse der Elektronen kann vernachlässigt werden, da sie nur einen Bruchteil der gesamten Masse ausmacht) ergibt die sogenannte Massenzahl, und korrespondiert mit der Kernmasse. Je nach Anzahl der Protonen und Neutronen entsteht aus der Kombination dieser Kräfte ein stabiler oder ein instabiler Atomkern.
Allgemein kann man sagen, dass eine stabile Konfiguration gegeben ist, wenn die Anzahl der Protonen und Neutronen etwa gleich ist.
Allerdings wird bei Atomkernen mit hoher Kernmasse (>100) ein Übergewicht an Neutronen notwendig.
Oberhalb einer Kernladungszahl von 90 finden sich überhaupt keine stabilen Atomkerne mehr; die Atomkerne zerfallen in der Regel durch radioaktiven Zerfall.
Die Kernspaltung kann auftreten, wenn die Bindungsenergie des Atomkerns kleiner ist als die der entstehenden Bestandteile, bei denen es sich auch wieder um Atomkerne handelt. Dabei ist die Reibungsenergie nicht zu vernachlässigen.
Die Bindungsenergien lassen sich durch Vergleich der Massen der beteiligten Atomkerne berechnen.
Spontane Spaltung
Ein instabiler Atomkern befindet sich in einem lokalen Energieminimum (das aber noch höher ist, als die Ruhe-Gesamtenergie aller Bruchstücke) bevor er mittels des quantenmechanischen Tunneleffekts spontan zerfällt.
Jeder Zerfall für sich ist zufällig, aber für eine große Zahl an Atomkernen kann die Häufigkeit des Zerfalls durch die Halbwertzeit (d.h. die Zeit in der die Hälfte der Atome zerfallen) charakterisiert werden.
Die Kerne ein und desselben Nuklid spalten sich dabei auf vielfältiger Weise. Hier sind vier Beispiele von Plutonium 239 :
Alternativ kann der Atomkern durch eine Aktivierungsenergie in einen Zustand höherer Energie angehoben werden, um schneller zu zerfallen.
Induzierte Kernspaltung
Halbwertzeit
Einige der Isotope von Uran (U), Plutonium (Pu) und Thorium (Th) haben eine relativ niedrige Aktivierungsenergie, so dass neben dem typischen radioaktiven Zerfall (Alpha-, Betazerfall und Elektroneneinfang) auch in geringer Häufigkeit ein Kernzerfall auftritt.
Der Anteil des Kernzerfalls bei 235U ist nur 7×10-9% und bei 239Pu ist er 3×10-10%.
Bei all diesen Isotopen kann die Aktivierungsenergie durch Beschuss des Atomkerns mit einem Neutron geliefert werden.
Die Anwesenheit des Neutrons regt den Kern über die Bindung so stark an, dass der Zerfall schnell stattfindet.
Dabei muss die Energie des Neutrons so gewählt sein, dass einmal genügend Anregungsenergie vorhanden ist, andererseits aber das Neutron nicht so schnell ist, dass es vom Kern gar nicht eingefangen werden kann (Siehe auch: Wirkungsquerschnitt).
Im Tröpfchenmodell des Atomkerns stellt man sich vor, dass die Anregung durch das Neutron den Atomkern in Schwingungen versetzt, bei denen der Kern lang gestreckt wird, und sich etwa in der Mitte einschnürt.
Die elektrische Abstoßung überwiegt gegenüber der Anziehung der kurzreichweitigen Kernkraft, und die Spaltprodukte werden durch die elektrische Abstoßung voneinander weg bewegt.
Die vom Neutron gelieferte Bindungsenergie an den Atomkern reicht bei 233U, 235U, 237Np und 239Pu aus, um den Kern zu spalten.
Isotope wie 232Th, 238U und 240Pu benötigen eine zusätzliche Energie, die als Bewegungsenergie der (schnellen) Neutronen geliefert werden kann.
Im Gegensatz zu 'schnellen' spricht man bei erstgenannten 'langsamen' Neutronen auch von thermische Neutronen.
Bei der Spaltung eines Thorium-, Uran- oder Plutoniumkerns wird eine Energie von etwa 200 Mega-eV freigesetzt.
Der größte Teil davon ist die Bewegungsenergie der Spaltprodukte.
Typische Spaltprodukte
- 4He Kerne - auch α-Strahlung genannt.
- Neutronen.
- 89Kr, 90Sr, 93Zr, 131I, 132Te, 137Cs, 140Ba, 144Ce und weitere instabile Kerne, bekannt sind insgesamt über 200 verschiedene von 30Zn bis 65Tb.
Die Spaltprodukte sind in aller Regel selbst radioaktiv.
Technische Aspekte
Kettenreaktion
Bei der Spaltung schwerer Kerne werden zwei bis drei Neutronen freigesetzt (prompte Neutronen), die weitere Kernspaltungen hervorrufen können und so zu einer Kettenreaktion führen.
Etwa 1% der Neutronen wird erst durch radioaktiven Zerfall aus den Spaltprodukten freigesetzt (verzögerte Neutronen). Diese verzögerten Neutronen machen die Regelung von Kernkraftwerken möglich.
Die Freisetzung von Neutronen bei einer Kernspaltung erlaubt eine kontinuierlich ablaufende Folge von Kernspaltungen. Zur stabilen Aufrechterhaltung einer solchen Kettenreaktion ist es notwendig, dass im Mittel eines der bei einer Kernspaltung freigesetzten Neutronen einen weiteren Atomkern spaltet. Falls mehr als eines der freigesetzten Neutronen eine Kernspaltung bewirkt, nimmt die Anzahl der Reaktionen mit der Zeit exponentiell zu: Eine Explosion findet statt. Falls weniger als eines der freigesetzten Neutronen eine Kernspaltung bewirkt, nimmt die Anzahl der Reaktionen mit der Zeit exponentiell ab: Die Reaktion endet.
Technisch ist es notwendig, genau den Mittelpunkt zu finden.
Dabei sind folgende Faktoren von Bedeutung:
- Anordnung des Materials,
- Geschwindigkeit der Neutronen, und
- Materialien im Reaktionsbereich.
Die Anordnung des spaltbaren Materials im Raum hat Einfluss darauf, ob freigesetzte Neutronen, die sich in alle Raumrichtungen bewegen, überhaupt spaltbares Material treffen. Ein dünn ausgewalztes Blech verliert fast alle Neutronen nach außen, wogegen in einem kompakten Objekt (z. B. einem Würfel) die meisten Neutronen Gelegenheit haben, andere Atomkerne zu treffen.
Die kleinste kompakte Masse eines Materials, die eine Kettenreaktion aufrecht erhalten kann, wird als "kritische Masse" bezeichnet.
Die Geschwindigkeit der Neutronen hat Einfluss auf die Spaltwahrscheinlichkeit. Dabei besitzt jedes spaltbare Material eine optimale Neutronengeschwindigkeit, unter der eine Kernspaltung auftritt. Die Geschwindigkeit der entstehenden Neutronen kann durch Moderatoren auf eine geringere Geschwindigkeit gebracht werden.
Neben Moderatoren, die zur Geschwindigkeitsregulierung der Neutronen im Reaktionsbereich eingebracht werden, gibt es auch neutronenabsorbierende Materialien. Diese verringern die Anzahl der verfügbaren Neutronen, und regulieren somit die Kettenreaktion. Neutronenabsorbierende Materialien werden teils direkt zur Regulierung der Reaktion eingebracht. Daneben sind viele Spaltprodukte, die sich nach einer gewissen Reaktionszeit ansammeln, Neutronenabsorber.
Spaltbare Materialien sind spezielle Isotope eines oder mehrerer chemischer Elemente. Die anderen Isotope sind oft nicht zur Kernspaltung geeignet, und stellen oft unerwünschte Neutronenabsorber dar. Durch den Prozess der Anreicherung wird der Anteil spaltbarer Atomkerne erhöht.
Ein Neutron kann also entweder
- das spaltbare Material verlassen,
- absorbiert werden, ohne dass eine Spaltung stattfindet, oder
- eine Spaltung bewirken.
Kritische Masse
Die kritische Masse bezeichnet die geringste Menge eines spaltbaren Materials, die notwendig ist, eine Kettenreaktion aufrecht zu erhalten. Allerdings ist die kritische Masse auch abhängig von Parametern wie der Kompression des Materials, so dass im Allgemeinen keine untere Grenze angegeben werden kann. Diese kritische Masse reagiert allerdings nur, wenn sie kompakt zusammen vorliegt. Bei der Bearbeitung spaltbaren Materials ist es daher eine Voraussetzung, nur Mengen, die geringer sind als die kritische Masse, zu einer Zeit handzuhaben.
Alternativ werden etwa chemische Reaktionen in flachen Wannen durchgeführt, wo das Material über weite Flächen verteilt ist.
Moderatoren
Die Wahrscheinlichkeit für eine Kernspaltung nimmt in der Regel mit wachsender Neutronenenergie ab.
Bei 232Th und 238U ist die Wahrscheinlichkeit für Konkurrenzprozesse wie die inelastische Streuung und Neutroneneinfang so hoch, dass eine Kettenreaktion mit schnellen Neutronen nicht zustande kommen kann.
Anders verhält es sich mit 233U, 235U und 239Pu.
Hier ist Kernspaltung mit schnellen Neutronen möglich, was in Atomwaffen und im schnellen Brüter ausgenutzt wird.
In gewöhnlichen Reaktoren werden die Neutronen jedoch mit einem Moderator abgebremst.
Kernreaktoren arbeiten meistens mit U-235 oder Plutonium, welche vorzugsweise durch langsame (thermische) Neutronen gespalten werden.
Bei einer Kernspaltung entstehen aber schnelle Neutronen, welche nur selten eine Spaltung hervorrufen.
Daher muss die Geschwindigkeit der Neutronen reduziert werden.
Das Abbremsen der Neutronen geschieht mittels elastischen Stoßes mit anderen leichten Atomkernen, die allerdings keine Neutronenabsorption aufweisen dürfen.
Von den leichten Elementen sind dadurch Lithium und Bor ausgeschlossen.
Theoretisch denkbar sind Wasserstoff, Deuterium, Helium, Beryllium und Kohlenstoff.
Technisch genutzt werden Wasserstoff (Leichtwasserreaktor), Deuterium (Schwerwasserreaktor) und Kohlenstoff in Form von Graphit (Brutreaktor, Kugelhaufenreaktor).
Gleichzeitig findet jedoch auch eine Absorption (Verschlucken) von Neutronen in Materialien statt, die zur Kernspaltung nicht beitragen, etwa U-238 oder das Reaktorbaumaterial; diese Absorption findet vorzugsweise für mittelschnelle Neutronen statt.
Insofern besteht das Aufrechterhalten der Kernreaktion darin, genügend Neutronen abzubremsen, die eine Kernspaltung bewirken.
Anreicherung
Uran, das bevorzugte Spaltmaterial, kommt in der Natur als Gemisch dreier Isotope vor:
etwa 0.006% U-234, 0.7% U-235 und 99.3% U-238.
Die Eigenschaften dieser Isotope unter Neutronenbeschuss unterscheiden sich grundlegend:
- U-238 absorbiert thermische Neutronen, es entsteht U-239, welches sich durch radioaktiven Zerfall in Plutonium-239 umwandelt.
- U-235 wird bei Absorption eines thermischen Neutrons in der Regel gespalten, kann aber auch durch schnelle Neutronen gespalten werden.
Durch Anreicherung des Anteils von U-235 kann eine Isotopmischung erreicht werden, die geeignet zur Aufrechterhaltung einer Kettenreaktion ist.
Anwendungen
Kernreaktor
Verschiedene Typen von Kernreaktoren, die unterschiedliche Spaltmaterialien, Bauweisen und Moderatoren nutzen, sind entwickelt worden.
Die heute auf dem Markt befindlichen Reaktoren unterteilen sich wie folgt:
# Thermische Reaktoren
## Leichtwasserreaktoren
### Druckwasserreaktoren
### Siedewasserreaktoren: Die neusten Typen sind inhärent ausgelegt und weisen einen Sicherheitsstandard auf, der bei Anomalien die Kettenreaktion automatisch unterbindet. Die gängigen Leistungsgrößen liegen bei 1000 MW bis 1500 MW. Die Industrie wäre auch in der Lage Anlagen bis 2000 MW zu liefern. Die Leistungsgröße wird aber letztlich von der Versorgungssicherheit des Verbundnetzes vorgegeben.
## Gasgekühlte Graphit-moderierte Reaktoren
## Leichtwassergekühlte Graphit-moderierte Reaktoren
## Schwerwasserreaktoren
# Schnelle Brüter
Kernwaffen
Die exponentielle Kernspaltung dient als Energiequelle für "normale" Kernwaffen. Die Energie wird in verschiedenen zerstörenden Formen wie Lichtstrahlung, Hitze usw. freigesetzt.
Bei Wasserstoffbomben dient die Kernspaltung als Zünder für eine Kernfusion, dem Verschmelzen von Atomkernen, bei denen zusätzliche Energie freigesetzt wird.
Geschichte
Die induzierte Kernspaltung des Urans wurde 1934 durch Enrico Fermi erstmals experimentell durchgeführt und Vermutungen [Nature 133 (1934), S. 898 - 899: Possible production of element of atomic number higher than 92] bezüglich der Interpretation der Ergebnisse geäußert. Besonders Ida Noddack [Angewandte Chemie 47 (1934), S. 653 - 655: Über das Element 93] vertrat die richtige Vermutung des Zerfallens des neugebildeten Kerns ("Es wäre denkbar, daß bei der Beschießung schwerer Kerne mit Neutronen dies Kerne in mehrere größere Bruchstücke zerfallen, die zwar Isotope bekannter Elemente, aber nicht Nachbarn der bestrahlten Elemente sind."). Allerdings galten diese Vermutungen 1934 noch als unseriös.
Die induzierte Kernspaltung des Urans wurde 1938 durch die Deutschen Otto Hahn und Fritz Straßmann am Berliner Kaiser-Wilhelm-Institut erstmals experimentell durchgeführt und durch den chemischen Nachweis eines der Spaltprodukte (radioaktives Barium) nachgewiesen. Lise Meitner klärte im selben Jahr (gemeinsam mit Otto Frisch) den theoretischen Hintergrund des Experiments auf.
Seit den Rutherford'schen Streuversuchen (1919) ist bekannt, dass Atomkerne durch den Beschuss mit schnellen Teilchen verändert werden können. Mit der Entdeckung des Neutrons im Jahre 1932 durch James Chadwick ergaben sich vielfältige neue Möglichkeiten der Umwandlung von Atomen. So erwiesen sich die Ergebnisse des Beschusses von Uran mit Neutronen als sehr interessant. Erstmals von Enrico Fermi 1934 untersucht, konnten sie erst Jahre später richtig eingeordnet werden.
Am 16. Januar 1939 reiste Niels Bohr in die USA, um einige Monate zusammen mit Albert Einstein physikalische Probleme zu erörtern. Kurz vor seiner Abreise aus Dänemark berichteten ihm Otto Robert Frisch und Lise Meitner von ihrer Vermutung, dass die Absorption eines Neutrons durch einen Urankern manchmal zu dessen Zerfall in zwei annähernd gleichgroße Teile unter Freisetzung von Energie führt.
Der Grund für diese These war eine sensationelle Entdeckung von Otto Hahn und Fritz Straßmann. Sie beobachteten, dass beim Beschuss von Uran mit langsamen Neutronen der o.g. Zerfall des Urans eintritt, bei dem u.a. ein zu dieser Zeit noch nicht bekanntes radioaktives Barium entsteht, ein Isotop des natürlichen Bariums. Bohr berichtete nach seiner Ankunft in den USA seinem früheren Schüler John Archibald Wheeler sowie anderen Interessierten. Durch sie verbreitete sich die Neuigkeit unter anderen Physikern, unter ihnen auch Enrico Fermi von der Columbia Universität. Als ein Ergebnis der Diskussion des Themas zwischen Fermi, J. R. Dunning und G. B. Pegram kam es zu einer Untersuchung der vermuteten Ionisierungsimpulse, die von den auseinander fliegenden Urankernfragmenten erwartet wurden. Die Untersuchung fand an der Columbia-Universität statt.
Kategorie:Kernphysik
ja:核分裂反応
ko:핵분열
th:ปฏิกิริยานิวเคลียร์ฟิซชัน
Kernfusion
Fusions-Reaktion
wird als vielversprechende Reaktion für die Energieerzeugung in einem Kernfusionsreaktor angesehen.]]
Kernfusion bezeichnet den Prozess des Verschmelzens zweier Atomkerne zu einem schwereren Kern. Je nachdem, welche Ausgangskerne beteiligt sind und welches Element daraus entsteht, wird bei diesem Prozess Energie freigesetzt oder aufgewendet. Die Energiebilanz ist positiv, wenn das Fusionsprodukt eine Massenzahl von weniger als etwa 60 bis 80 hat, negativ bei noch schwereren Kernen. Der Grund dafür ist die unterschiedliche Verteilung des Massendefekts über das Periodensystem. In der Regel wird bei einer Kernverschmelzung neben dem Reaktionsprodukt ein leichtes Teilchen wie ein Neutron, ein Proton, ein Alpha-Teilchen oder ein Gamma-Teilchen erzeugt. Dieses ist wegen Energie- und Impulserhaltung erforderlich, da der neu erzeugte Kern nur fest definierte Energieniveaus annehmen kann, während die kinetische Energie, die die beiden Ausgangskerne vor der Verschmelzung haben, variabel ist.
Besonders viel Energie wird frei, wenn schwerer und überschwerer Wasserstoff (Deuterium und Tritium) miteinander verschmelzen. Hier beträgt der Massendefekt fast 4 Promille, das heißt, die Reaktionsprodukte Helium und ein Neutron haben entsprechend weniger Masse als die Ausgangsprodukte. Die fehlende Masse wird aufgrund der Äquivalenz von Masse und Energie als kinetische Energie auf die Reaktionsprodukte übertragen oder in Form von Gammastrahlung freigesetzt.
Die Kernfusion ist die Energiequelle der Sterne, etwa unserer Sonne. Die meisten Sterne fusionieren dabei beim so genannten Wasserstoffbrennen von Wasserstoff über mehrere Zwischenschritte zu Helium, die dafür nötige Temperatur liegt bei ca. 10 Millionen Kelvin. Am Ende ihrer Lebenszeit, wenn der Wasserstoff aufgebraucht ist, kommt die Energie aus der Fusion von Helium oder noch größerer Atome. Diese Fusion liefert weniger Energie und hat eine höhere Fusionstemperatur. Größere Sterne können mit ihrer Masse auch einen stärkeren Gravitationsdruck erzeugen, wodurch diese am Ende auch schwerere Elemente fusionieren.
Die für die Fusion notwendige Temperatur hängt unter anderem vom Druck ab. Da auf der Erde ein ähnlich starker Druck wie auf der Sonne nicht erzeugt werden kann, liegt hier die für die Wasserstofffusion nötige Temperatur bei etwa 100 Millionen Kelvin.
Nutzung auf der Erde
- Im Labor zur Grundlagenforschung. Hier werden mittels eines Teilchenbeschleunigers energiereiche Atomkerne auf ein Ziel geschossen, wo es zu Verschmelzungsreaktionen kommen kann.
- In Kernwaffen (Wasserstoffbombe). Während Kernspaltungswaffen wie die Hiroshima-Bombe (»Little Boy«) eine Sprengkraft von bis zu 400 Kilotonnen TNT haben, entfalten Kernfusionswaffen mehrere Megatonnen TNT. Da man noch keine kontrollierte Reaktion hervorrufen kann, wird im Innern einer Wasserstoffbombe eine Atombombe platziert, um eine hohe Temperatur von 100 Millionen Kelvin zu erreichen, welche nötig ist, um die Kernfusion zu initiieren.
- Zur billigen Erzeugung von Neutronen mittels des Farnsworth-Hirsch-Fusors.
- Zur geplanten zivilen Energie- und Stromerzeugung durch Kernfusionsreaktoren. Am weitesten fortgeschritten ist hier das Projekt Joint European Torus (kurz JET), das für einige Sekunden ein Plasma aus Deuterium und Tritium am Brennen halten konnte, und dabei einige Megawatt produzierte. Ab 2016 soll voraussichtlich der internationale Versuchsreaktor ITER in Südfrankreich in Betrieb gehen. Experten erwarten jedoch nicht vor 2030 bis 2050 den Bau eines kommerziell verwendbaren Fusionskraftwerkes. Es gab auch immer wieder Versuche, Fusion ohne aufwändige Vorrichtungen zur Erzeugung eines geeigneten Plasmas zu erzeugen, z. B. mittels kalter Fusion oder Bläschen-Fusion.
Kalte Fusion und verwandte Verfahren
Kalte Fusionen und verwandte Verfahren haben gemein, dass bei ihnen der Energiebedarf, um eine Fusion anzuschieben, äußerst gering und somit auch das Verfahren relativ leicht durchzuführen ist. Ein US-amerikanischer Artikel zur Bläschen-Fusion titelte passend „Star in a Jar?“ – sinngemäß „Die Sonne im Wasserglas?“.
Nach der gescheiterten ursprünglichen Kalten Fusion von 1989 richtet sich die Aufmerksamkeit derzeit auf die Bläschen-Fusion, bei der Deuterium mittels Ultraschall und unter Neutronenbeschuss in Schwingungen versetzt wird. Dabei entstehende Gasbläschen kollabieren (Kavitation) unter bestimmten Umständen äußerst energiereich unter Aussendung von Lichtblitzen (Sonolumineszenz) und bei sehr hohen Temperaturen von an der Bläschenoberfläche gemessen über 10.000 °C. Die Vermutung ist, dass innerhalb der Bläschen weitaus höhere Temperaturen und Drücke zustande kommen, die eine Kernfusion ermöglichen.
Der Versuch zur Bläschen-Fusion soll bislang dreimalig mit Erfolg durchgeführt worden sein, 2002 und 2004 von Gruppen um den Entdecker Rusi P. Taleyarkhan und 2005 mit sogar deutlich vereinfachter Apparatur von einer Gruppe um Yiban Xu und Adam Butt. Trotzdem ist die Realisierbarkeit dieser Art von Fusion, sowie die kalte Fusion allgemein, selbst unter Wissenschaftlern nach wie vor höchst umstritten.
Eine „lauwarme“ Kernfusion ist den Wissenschaftlern um Seth Putterman von der Universität von Kalifornien mit Lithiumtantalat, einem pyroelektrischem Kristall, gelungen. Das Verfahren tauge aber nicht zur Stromerzeugung, sondern ließe sich, etwas überarbeitet, recht simpel zur Produktion von hochenergetischen Neutronen nutzen, um Gepäckstücke an Flughäfen zu durchleuchten...
Reaktionen (Auswahl)
- D + T → 4He + n + 17,588 MeV (größter Wirkungsquerschnitt)
- D + D → 3He + n + 3,268 MeV
- D + D → T + p + 4,03 MeV
- 3He + D → 4He + p + 18,34 MeV
Es wird aber niemals Tritium als Endprodukt entstehen.
In der Sonne findet u.a. folgende so genannte Proton-Proton-Reaktion statt:
# p + p → D + + + 0,42 MeV (langsamste, und damit begrenzende Reaktion) + → (mit Energie E(2 ) = 2 511keV)
# D + p → 3He + + 5,49 MeV
# 3He + 3He → 4He + 2 p + + 12,86 MeV
In obigen Formeln steht D für Deuterium (schwerer Wasserstoff ), T für Tritium (überschwerer Wasserstoff ), 3He und 4He für die Isotope des Heliums mit 1 bzw. 2 Neutronen, für Gammaquant, für Elektron, für Positron, für Elektron-Neutrino, n für Neutron und p für Proton. Die jeweils angegebenen Energien verteilen sich als Bewegungsenergie auf die Reaktionsprodukte.
Zudem findet in der Sonne ein Kohlenstoff-katalysierter Fusionszyklus statt, der Bethe-Weizsäcker-Zyklus, der etwa 1,6% der Energie des Sonnenhaushalts ausmacht.
Weblinks
- [http://www.ipp.mpg.de/ Max-Planck-Institut für Plasmaphysik] in Garching und Greifswald (Informationen zu den verschiedenen Typen der Fusionsreaktoren(Stellarator und Tokamak, sowie deren konkrete Untersuchungen)
- [http://www.marcus-haas.de/Wissenschaft/technologie/kernfusion.html Kernfusion - eine Energiequelle der Zukunft?]; Marcus Haas
Siehe auch
- ASDEX Upgrade
- Lawson-Kriterium
- ITER
- Tokamak
- Z-Maschine
- Forschungsanlage in Greifswald, genannt Wendelstein 7-X
Kategorie:Plasmaphysik
Kategorie:Kernphysik
Kategorie:Kernenergie
Kategorie:Astrophysikalischer Prozess
ja:原子核融合
ABC-WaffenZu den Massenvernichtungswaffen zählen heute atomare, biologische und chemische Waffen (ABC-Waffen, neuerdings auf EU-Ebene auch CBRN-Waffen genannt), mit denen der Feind effektiv geschädigt werden soll. In der Regel entstehen bei ihrem Einsatz - manchmal vom Anwender bewusst gewollte - Kollateralschäden. Allerdings ist die Eingrenzung des Begriffs Massenvernichtungswaffe auf ABC-Waffen nicht sinnvoll, da die Zerstörungen durch konventionelle Waffen durchaus die Wirkung der ABC-Waffen übersteigen können, beispielsweise im Zweiten Weltkrieg.
Die Proliferation (Verbreitung) von Massenvernichtungswaffen ist eine große Gefahr für die weltweite Sicherheit.
Der Zweite Weltkrieg ist der einzige Krieg, in dem alle ABC-Waffen, atomare (USA in Japan), biologische (Japan in China) und chemische (Japan in China), eingesetzt wurden.
Waffentypen
Während des Zweiten Weltkrieges entwickelten die USA die Atombombe und setzten sie am 6. August 1945 über der japanischen Stadt Hiroshima und am 9. August 1945 über Nagasaki ein. Die Bombe über Hiroshima hat mindestens 90.000 Menschen das Leben gekostet, als Folgen der Strahlung sind jedoch viel mehr gestorben. Allerdings sind nicht grundsätzlich alle Nuklearwaffen als Massenvernichtungswaffen anzusehen. In bestimmten Fällen dienen sie einem rein militärischen Zweck wie der Flugabwehr, gegen Schiffsziele in der Marine und für besondere Einsatzgebiete wie die Satellitenzerstörung, bei der im Extremfall keine Menschen zu Schaden kommen.
Biologische Waffen richten sich grundsätzlich gegen Menschen und ihre Wirkung kann zumeist nicht eingegrenzt werden. Aufgrund der Infektions- und Seuchengefahr richten sich diese Waffen insbesondere gegen weiche zivile Ziele. Militärische Organisationen verfügen dagegen im Allgemeinen über geeignete Abwehrmittel (Schutzanzüge, Desinfektionsmittel und Schutzimpfungen zur Verhinderung einer Infektion und im Fall einer Infektion schnelle Diagnose, hochwirksame Antibiotika in ausreichender Menge und das nötige Know-How) und sind deshalb mit biologischen Waffen kaum zu treffen.
Da biologische Waffen anders als atomare und chemische nicht über einen kurzen Zeitraum wirksam sind, sondern ihre (Infektions-)Wirkung über eine längere Zeit beibehalten, können sie wirksam gegen passive Verteidigungsmaßnahmen wie Bunker eingesetzt werden.
Ein Beispiel ist etwa der Milzbrand, der zur Zeit von den USA weiterentwickelt wird. Es genügen hiervon schon wenige Gramm, um großflächige Gebiete zu verseuchen. Des Weiteren besitzen die USA und Russland Stämme ausgerotteter Krankheiten wie Pocken, die aufgrund schwindender Resistenzen in Zukunft immer verheerender eingesetzt werden könnten.
Besonders gefährlich ist das sogenannte "dreckige Dutzend", dabei handelt es sich um Bakterien, die sich äußerst leicht züchten lassen oder um sehr stabile Sporen:
Entero-Toxin B,
Pferde-Enzephalitis,
Botulismus,
Q-Fieber,
Ebola,
Lassa-Fieber,
Hasenpest,
Brucellose,
Pest,
Rotz (Malleus),
Ricin,
Pocken
C-Waffen wurden erstmals im Ersten Weltkrieg am 22. April 1915 von deutschen Truppen gegen die Franzosen eingesetzt, wobei es sich um das von Fritz Haber entwickelte Chlorgas handelte. Die Herstellung von chemischen Waffen ist relativ einfach und billig. Da sich militärisches Personal sehr einfach und effizient gegen chemische Waffen schützen kann, sind chemische Waffen lediglich gegen Zivilisten effektiv (Zusatz eines ABC-Abwehr Soldaten: Die Standardausrüstung eines Heeressoldaten (Poncho mit abc-Schutzmaske) ist zwar besser als nichts, es besteht aber trotzdem noch Bedarf geeigneterer Ausrüstung, um sich wirklich effektiv gegen C-Waffen zu schützen). Beispiel: Ein Tropfen Lewisit auf den Rücken--> Eine Blase mit r=30cm --> man "Verdurstet"(Flüssigkeitsmangel).
Angesichts der Gräuel des ersten Weltkriegs wurde 1925 im Genfer Protokoll betreffend das Verbot der Anwendung von chemischen Waffen und bakteriologischen Mitteln der Einsatz von chemischen Waffen verboten. Das Verbot wurde im Zweiten Weltkrieg beachtet, obwohl nicht alle beteiligten Länder dem Protokoll beigetreten waren.
Konventionelle Waffen
Aufgrund industrieller Fertigungskapazitäten können konventionelle Waffen heute in großer Zahl hergestellt werden und gelten in bestimmten Fällen auch als Massenvernichtungswaffen.
Insbesondere die Methode des Flächenbombardements, die von deutschen Bombern der Legion Condor im spanischen Bürgerkrieg am 26. April 1937 erstmal eingesetzt wurde, und in den Bombardierungen von Coventry (Großbritannien) und Hamar (Norwegen), sowie den Städtebombardements über zahlreichen deutschen Städten und Ballungsgebieten während des 2. Weltkriegs sein Fortsetzung fand, kann hierzu gezählt werden.
Auch der Einsatz von Minen, z. B. durch den Abwurf aus der Luft, hat einen vergleichbaren Charakter, wobei hier vor allem die Krisenregionen Afrikas, aber auch Ex-Jugoslawien oder die Länder Südostasiens betroffen sind.
Im Vietnamkrieg, Ersten Irakkrieg, Zweiten Irakkrieg, Sowjetischen Afghanistankrieg, US-amerikanischen Afghanistankrieg und ähnlichen Konflikten wurden hunderttausende Menschen durch konventionelle Waffen getötet - weit mehr als durch ABC-Waffen im selben Zeitraum. Zum Einsatz kamen dabei zahlreiche konventionelle Techniken, wie etwa der Abwurf von Napalm in Vietnam, aber auch die sogenannten Daisy Cutter US-amerikanischen Bomben in Afghanistan.
Vor allem in Vietnam ist das von den USA eingesetzte Entlaubungsmittel Agent Orange durch seine bekannten giftigen und krebserregenden Nebenwirkungen erwähnenswert. Streng genommen handelt es sich dabei aber um eine C-Waffe, zumal der hohe Dioxin-Gehalt von Agent Orange und seine direkten und indirekten Folgen den verantwortlichen Militärs bekannt gewesen ist.
Ethische Bewertung
In der ethischen Bewertung eines so vielschichtigen Themas wird im Allgemeinen unterschieden, wie die Waffen eingesetzt werden, von wem und gegen wen und in welchem Kontext. Beispielsweise kann eine Atomwaffe gegen rein militärische Ziele eingesetzt werden wie gegen einen (zivile Städte angreifenden) Flugzeugträger oder - im Extremfall - gegen unbemannte Satelliten eines angreifenden Staates. Im anderen Extremfall können Massenvernichtungswaffen in militärisch sinnlosen Angriffen gegen zivile Städte eingesetzt werden. Abhängig von derartigen Begleitumständen werden verschiedene Argumentationen vorgetragen.
Die Grundproblematik bei den ethisch zweifelhaften oder gar verwerflichen Waffen ist die flächenhafte Anwendung, bei der es für die Partei, welche die Waffe einsetzt weitgehend unkontrollierbar wird wer von den Folgen betroffen sein wird. Das bedeutet, dass Menschen - ohne Unterscheidung zwischen Freund und Feind, aber auch ohne Unterscheidung zwischen Soldaten und Zivilisten -, Tiere und Pflanzen gleichermaßen Opfer sein können.
Insbesondere bei den weitgehend geächteten Landminen, aber auch bei Seeminen ist es oftmals nicht möglich, nicht absolut sicherstellbar oder wird aus diversen Gründen versäumt die zeitliche Begrenzheit für die Dauer eines absehbaren Krieges sicher zu stellen. Ähnliches gilt auch für Bomben; Blindgänger werden selbst 70 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg immer noch in den bombardierten Städten gefunden werden und unter größten Gefahren geräumt.
Inwiefern es sittlich legitim sein kann, in extremen Verhältnissen gegenüber einem erklärten Gegner bzw. einem Angreifer mit dem Einsatz von Massenvernichtungsmitteln zu drohen, ist umstritten. Zu bedenken ist, dass jede Drohung nur dann wirkt, wenn sie auch ernst genommen wird. Somit bietet bereits der Besitz von Massenvernichtungsmitteln zwar eine Schutzfunktion, birgt aber zugleich auch ein jederzeit umsetzbares Potential der Zerstörung in sich. Daher scheint es im Sinn des internationalen Rechts und auch der ethischen Grundsätze für geboten, alles mögliche zu tun, um in Zukunft sowohl den Besitz als auch den Einsatz von Massenvernichtungsmitteln auszuschließen.
Literatur
- Katrin Krömer: Massenvernichtungswaffen und die NATO; Nomos Universitätsschriften; 2003; ISBN 3832903658
Siehe auch
- Genfer Konvention
- Wettrüsten
- Chemische Waffe, Chemiewaffenkonvention
- Fritz Haber
- Atombombe, Atomwaffensperrvertrag
- Halabdscha
- Geschichte des Irak
- UNO
Kategorie:Militärtechnik
Kategorie:Waffe
Kategorie:Atomwaffe
Kategorie:Rüstungskontrolle
ja:大量破壊兵器
MassenvernichtungswaffeZu den Massenvernichtungswaffen zählen heute atomare, biologische und chemische Waffen (ABC-Waffen, neuerdings auf EU-Ebene auch CBRN-Waffen genannt), mit denen der Feind effektiv geschädigt werden soll. In der Regel entstehen bei ihrem Einsatz - manchmal vom Anwender bewusst gewollte - Kollateralschäden. Allerdings ist die Eingrenzung des Begriffs Massenvernichtungswaffe auf ABC-Waffen nicht sinnvoll, da die Zerstörungen durch konventionelle Waffen durchaus die Wirkung der ABC-Waffen übersteigen können, beispielsweise im Zweiten Weltkrieg.
Die Proliferation (Verbreitung) von Massenvernichtungswaffen ist eine große Gefahr für die weltweite Sicherheit.
Der Zweite Weltkrieg ist der einzige Krieg, in dem alle ABC-Waffen, atomare (USA in Japan), biologische (Japan in China) und chemische (Japan in China), eingesetzt wurden.
Waffentypen
Während des Zweiten Weltkrieges entwickelten die USA die Atombombe und setzten sie am 6. August 1945 über der japanischen Stadt Hiroshima und am 9. August 1945 über Nagasaki ein. Die Bombe über Hiroshima hat mindestens 90.000 Menschen das Leben gekostet, als Folgen der Strahlung sind jedoch viel mehr gestorben. Allerdings sind nicht grundsätzlich alle Nuklearwaffen als Massenvernichtungswaffen anzusehen. In bestimmten Fällen dienen sie einem rein militärischen Zweck wie der Flugabwehr, gegen Schiffsziele in der Marine und für besondere Einsatzgebiete wie die Satellitenzerstörung, bei der im Extremfall keine Menschen zu Schaden kommen.
Biologische Waffen richten sich grundsätzlich gegen Menschen und ihre Wirkung kann zumeist nicht eingegrenzt werden. Aufgrund der Infektions- und Seuchengefahr richten sich diese Waffen insbesondere gegen weiche zivile Ziele. Militärische Organisationen verfügen dagegen im Allgemeinen über geeignete Abwehrmittel (Schutzanzüge, Desinfektionsmittel und Schutzimpfungen zur Verhinderung einer Infektion und im Fall einer Infektion schnelle Diagnose, hochwirksame Antibiotika in ausreichender Menge und das nötige Know-How) und sind deshalb mit biologischen Waffen kaum zu treffen.
Da biologische Waffen anders als atomare und chemische nicht über einen kurzen Zeitraum wirksam sind, sondern ihre (Infektions-)Wirkung über eine längere Zeit beibehalten, können sie wirksam gegen passive Verteidigungsmaßnahmen wie Bunker eingesetzt werden.
Ein Beispiel ist etwa der Milzbrand, der zur Zeit von den USA weiterentwickelt wird. Es genügen hiervon schon wenige Gramm, um großflächige Gebiete zu verseuchen. Des Weiteren besitzen die USA und Russland Stämme ausgerotteter Krankheiten wie Pocken, die aufgrund schwindender Resistenzen in Zukunft immer verheerender eingesetzt werden könnten.
Besonders gefährlich ist das sogenan | | |