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Atomwaffenfreie Zone

Atomwaffenfreie Zone

Der Begriff atomwaffenfreie Zone bezeichnet einen räumlichen Bereich, der frei von atomaren Vernichtungswaffen wie Atombomben oder -raketen ist. Erstmalig tauchte er in den 1950er Jahren auf, als im Kalten Krieg das atomare Wettrüsten zwischen Ost und West begann und auch in der Bundesrepublik Deutschland über die atomare Bewaffnung der Bundeswehr nachgedacht wurde. Von Seiten der Friedensbewegung forderte man eine atomwaffenfreie Zone in Mitteleuropa. Nachdem jedoch Briten, US-Amerikaner und Franzosen Atomwaffen in der Bundesrepublik Deutschland stationiert hatten, schien der Begriff innerhalb Deutschlands obsolet geworden zu sein, hatte jedoch global weiter seine Berechtigung (siehe Atomwaffensperrvertrag). Der Begriff lebte mit der Friedensbewegung Anfang der 1980er Jahre, die sich gegen die so genannte Nachrüstung im Rahmen des NATO-Doppelbeschlusses wandte, wieder auf. Schulen, Kommunen usw. erklärten sich zur atomwaffenfreien Zone, um damit ihre Ablehnung gegen Atomwaffen kund zu tun. Da jedoch solche Träger hoheitlicher Gewalt juristisch gesehen keine Kompetenz hinsichtlich der Verteidigung haben, galt diese rein deklaratorische Stellungnahme als rechtswidrig. Heute taucht der Begriff immer wieder im Zusammenhang mit der atomaren Rüstung im nahen Osten und Asien auf. Länder wie Israel, Pakistan und Indien sowie Nordkorea widersetzen sich mit ihren Atomprogrammen dem Ziel der fünf offiziellen Atommächte (USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China), atomwaffenfreie Zonen aus sicherheitspolitischen Gründen zu erhalten. Siehe auch: Atomwaffen, Atommacht, Gentechnikfreie Zone Kategorie:Rüstungskontrolle Kategorie:Atomwaffe

Atombombe

Zu den Kernwaffen, auch als Atomwaffen oder Nuklearwaffen bezeichnet, gehören alle Waffen, die ihre Explosionsenergie aus der Umwandlung von Atomkernen bei der Kernspaltung oder Kernfusion gewinnen (im Gegensatz zu konventionellen Waffen, die ihre Explosionsenergie aus chemischen Reaktionen erhalten, bei denen die Atomkerne unverändert bleiben). Sie gehören zu den ABC-Waffen (auch Massenvernichtungswaffen). Eine Beschreibung über den Explosionsvorgang nach Abschluss der nuklearen Kettenreaktion und über dessen Auswirkungen findet sich unter Kernwaffenexplosion. Der Artikel Zivile Atombomben beschreibt die bisherigen nicht-militärischen Atomexplosionen.

Einführung

Die Entwicklung der Kernwaffen stellt einen Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit dar. Bereits die ersten Kernwaffen mit nur 1%-iger Effizienz erreichten Explosionsenergien, die mehr als zehntausend Tonnen konventionellen Sprengstoffs entsprachen. Damit setzten sie genug Energie frei, um im August 1945 die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki fast vollständig zu zerstören und Hunderttausende von Menschen zu töten. Während des Kalten Krieges entwickelten vor allem die USA und die Sowjetunion Kernwaffen mit teilweise mehr als zehn Millionen Tonnen TNT-Äquivalent. Die stärkste jemals explodierte Bombe war die sowjetische Zar-Bombe. Sie wurde am 30. Oktober 1961 bei einem atmosphärischen Kernwaffentest gezündet und setzte eine Energie von etwa 57.000 Kilotonnen (= 57 Megatonnen) TNT-Äquivalent frei. Zum Vergleich: die Hiroshima-Bombe hatte eine Sprengkraft von 13 Kilotonnen TNT. Eine Bombe mit derartiger Kraft hätte im Kriegseinsatz ganze Ballungsgebiete verwüstet. Die Temperatur, die bei einer nuklearen Explosion erzeugt wird, beträgt zwischen 200.000.000 °C und 300.000.000 °C. Durch ihre große Zerstörungskraft, aber mehr noch durch die bei der Explosion freigesetzten radioaktiven Rückstände stellen Kernwaffen eine ernste existenzielle Bedrohung für die Menschheit und das Leben auf der Erde dar. Auch nach dem Zusammenbruch des Ostblocks ist die Gefahr eines Atomkrieges nicht gebannt. Eine zunehmende Zahl kleinerer Staaten strebt, teilweise bereits mit Erfolg, nach atomarer Aufrüstung. Der Umgang mit dieser Gefahr wird von vielen Politikwissenschaftlern als eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts angesehen. siehe auch: Atomstreitkräfte Die technische Entwicklung der Kernwaffen seit den 40er Jahren hat eine große Vielfalt unterschiedlicher Varianten hervorgebracht. Unterschieden werden grundsätzlich Atombomben nach dem Kernspaltungs- oder Fissionsprinzip (»klassische« Atombombe) und nach dem Kernfusionsprinzip (Wasserstoff- oder H-Bombe). Bei der Kernspaltungsbombe wird eine überkritische Menge (wie viel das ist, ist geometrie- bzw. konstruktionsabhängig – die kleinste kritische Masse erreicht man mit einer Kugel) Uran 235 oder Plutonium 239 durch Sprengstoff auf engem Raum zusammengebracht. Ab einem bestimmten Verhältnis von Masse zu Oberfläche des Spaltmaterials können Neutronen, die beim spontanen Zerfall einzelner Kerne entstehen, weitere Kerne im Material spalten, wobei diese wiederum einige Neutronen liefern. Es kommt zur nuklearen Kettenreaktion, in deren Verlauf immer weitere Kerne gespalten werden. Bei der Fusionsbombe wird zunächst eine Kernspaltungsbombe gezündet. Die dadurch im Inneren der Bombe erzeugten Drücke und Temperaturen reichen aus, um in dem in ihr enthaltenen schweren Wasserstoff (Deuterium) die Fusionsreaktion zu zünden. Mehr dazu: Kernwaffentechnik

Detonation von Atombomben

Um Atombomben zur Detonation zu bringen, d.h. den Kernspaltungs- oder Fusionsprozess in Gang zu setzen, wurden mehrere verschiedene Systeme entwickelt.

Explosion

Das einfachste Prinzip besteht darin, dass soviel zusätzliches spaltbares Material durch den Zünder auf den Kernsprengstoffvorrat geschossen wird, dass die spaltbaren Materialien desselben Stoffes verschmelzen und eine kritische bzw. superkritische Masse entsteht. Diese führt dann zum Kernspaltungs- bzw. Kernfusionsprozess und es kommt zur Atombombenexplosion. Einen solchen Aufbau einer Atombombe nennt man "Gun-Design". Die von den USA am 6. August 1945 auf Hiroshima abgeworfene Atombombe besaß dieses System und hatte eine Sprengkraft von 13 Kilotonnen TNT.

Implosion

Eine weitere Methode ist die "Implosion" und wird in einer kugelförmigen Waffe angewandt. Der äußere Teil der Kugel besteht aus einer Schicht aus hochexplosiven Material. Jeder Abschnitt dieses Materials ist mit einer Sprengkapsel versehen, wobei die Abschnitte untereinander mit Drähten verbunden sind. Durch einen elektrischen Impuls werden alle Teile des Materials exakt gleichzeitig gezündet. Die entstehende Druckwelle der Detonation läuft im Zentrum der Waffe zusammen. Die sich dort befindliche Kugel aus spaltbarem Material wird durch den enormen nach innen gerichteten Druck (Implosion) zusammengedrückt. Dadurch erhöht sich die Dichte des Elementes und eine superkritische Anordnung entsteht. Sowohl bei der Testbombe von Alamogordo, als auch bei der am 9. August 1945 auf Nagasaki abgeworfenen Atombombe, handelte es sich um Implosionsbomben. Diese hatten beide eine Sprengkraft von 20 Kilotonnen TNT.

Klassifizierung

Die Explosionsenergie reicht von der Sprengkraft weniger hundert Kilogramm TNT bis zu einigen Megatonnen (1 Megatonne = 1 Million Tonnen bzw. 1 Milliarde Kilogramm) TNT-Äquivalent. Neben der reinen Sprengkraft sind folgende militärische »Maßeinheiten« in Verwendung:
- Totaler Zerstörungsradius: Radius um das Explosionszentrum in dem alles tierische und menschliche Leben und alle Gebäude, Pflanzen usw. komplett vernichtet werden. Reicht je nach Größe der Bombe bis zu 50 km (bei der experimentellen sowjetischen Tsar Bomba sogar bis zu 100 km).
- Millionen Tote: Anzahl der Getöteten bei Detonation in einem Ballungsgebiet
- Zahl der Sprengköpfe: viele Kernwaffen verfügen heute über mehrere Sprengköpfe, die dann in großer Höhe von der Trägerrakete getrennt werden. So kann eine einzige Rakete riesige Gebiete verwüsten, so etwa die sowjetische SS-18 Satan je nach Ausrüstung ein Areal von bis zu 60.000 km². Die stärksten als reguläre militärische Sprengköpfe konstruierte Kernwaffen sind Wasserstoffbomben mit bis zu 25 MT Sprengkraft. Typischerweise sind es aber nicht mehr als die Hälfte davon. Ohne Kernfusion, das heißt nur mit Spaltung von Uran- oder Plutoniumkernen, erreicht man rund 500 (amerikanischer Ivy King-Test) bis 800 kT (stärkste französische Militärwaffe). Fat Man, über Nagasaki abgeworfen, hatte demgegenüber nur 25 kT Sprengkraft.

Strategische Kernwaffen

Strategische Kernwaffen sind Kernwaffen mit großer Sprengkraft, die nicht auf dem Gefechtsfeld eingesetzt werden, sondern Ziele im gegnerischen Hinterland zerstören sollen, wie z. B. ganze Städte oder Raketensilos von Interkontinentalraketen. Ihre Sprengkraft reicht vom Kilotonnenbereich bis zu theoretisch über 100 Megatonnen TNT bei der Wasserstoffbombe. ]]n (MRBM, IRBM) mit nuklearem Sprengkopf, die in Silos oder auf mobilen Abschussrampen montiert sind. Ein besonderes Problem dieser Waffen ist die heute lediglich noch von solchen Staaten stationiert, denen die Technik von Interkontinentalraketen fehlt, wie Pakistan oder Israel.
- U-Boot- Eine Rakete kann je nach Bauart auch mehrere nukleare Sprengköpfe transportieren (sogenannte MIRV-Bauweise, Multiple Independently targetable Re-entry Vehicle).

Taktische Kernwaffen

Taktische Kernwaffen (auch atomare oder nukleare Gefechtsfeldwaffen genannt) werden ähnlich wie konventionelle Waffen gezielt gegen gegnerische Verbände oder Einheiten eingesetzt. Ihre Sprengkraft reicht bis zu einigen hundert Kilotonnen und ist damit im Vergleich den strategischen Kernwaffen relativ niedrig. Die kleinste taktische Atomwaffe im Truppendienst hat eine Sprengkraft von circa 0,3 KT. Derartig kleine Atomwaffen erlauben einen Einsatz vergleichsweise nahe an den eigenen Truppen. Taktische Kernwaffen gibt oder gab es als
- Freifallbombe
- Artilleriegranaten, die von normalen Artilleriegeschützen verschossen werden können
- Raketen zur U-Boot-Abwehr
- Taktische Raketen kurzer Reichweite (z. B. »Lance«, »Honest John«)
- Luft-Luft-Raketen zur Bekämpfung von Flugzeugen (heute nicht mehr verwendet)
- Boden-Luft-Raketen (z. B. Bomarc) zur Bekämpfung von Flugzeugen und, beispielsweise im Rahmen des amerikanischen Safeguard-Systems, zur Abwehr von Interkontinentalraketen.
- Raketen zur Bekämpfung von Satelliten
- Nukleare Wasserbomben zum Einsatz gegen U-Boote
- Atomminen, die auch an der innerdeutschen Grenze zum Einsatz kommen sollten. Diskutiert wurden daneben auch
- im Weltraum stationierte Kernwaffen
- Torpedos zur U-Boot-Abwehr

Neutronenbomben

Neutronenbomben sind taktische Kernwaffen mit verhältnismäßig geringer Sprengkraft (ca. 1 KT). Im Vergleich zu herkömmlichen Kernwaffen zeichnen sie sich durch eine verstärkte Neutronenstrahlung aus. Daher haben sie eine erhöhte Effektivität gegen gepanzerte Streitkräfte, denn für die Zerstörung von Panzern muss eine Bombe normalerweise in der unmittelbaren Umgebung detonieren, da die Panzerung einen gewissen Schutz gegen Druckwelle und Hitzeentwicklung bietet. Gegen Neutronenstrahlung hingegen ist es keine effektive Panzerung. Das Panzergehäuse wird dabei durch Neutroneneinfang radioaktiv aktiviert, wodurch bei weiterer Nutzung die Besatzung häufig ausgewechselt werden muss. Außerdem können Neutronenbomben gegnerische Kernwaffen (z.B. anfliegende Raketen) durch Zerstören der Zündelektronik unbrauchbar machen. Der Glaube, dass Neutronenbomben Waffen sind, die Menschen töten, aber die Infrastruktur unbeschädigt lassen, ist zwar weit verbreitet, aber falsch. In dem Gebiet, in dem die Neutronenstrahlung tödlich wirkt, ist Druck- und Hitzewirkung der Neutronenbombe so groß, dass ungeschützte Personen schon durch sie allein getötet würden, ebenso werden Gebäude in diesem Gebiet schwer beschädigt oder zerstört. Außerdem wird die Neutronenstrahlung »eingefangen« und macht das bestrahlte Material selbst radioaktiv. Auch diese Art von Atombomben sind daher alles andere als »sauber«. In den USA wurden seit 1974 etwa 800 Neutronensprengsätze gebaut. Die letzten wurden 1992 verschrottet.

Mini-Nukes

So genannte Mini-Nukes sind Kernwaffen mit einer Sprengkraft unter fünf Kilotonnen. Die neue Forschung über kleine, technisch hoch entwickelte Kernwaffen ist in den USA geplant. Der US-Senat hob im Mai 2003 ein 10 Jahre altes Verbot der Entwicklung von Mini-Nukes auf. Diese Entscheidung wurde im Kongress durch eine Resolution geschwächt, die die Forschung erlaubt, jedoch ein Verbot der Entwicklung oder Herstellung neuer Atomwaffen mit geringer Sprengkraft beibehält. Kofferbomben, beispielsweise zum Einsatz durch Geheimdienste oder Terroristen, wurden beschrieben und werden auch auf dem High Energy Weapons Archive vorgestellt; dort wird aber auch betont, dass die physikalische Umsetzbarkeit mehr als zweifelhaft ist (beispielsweise bräuchte man zu hohe Mengen an konventionellem Sprengstoff zur Zündung), was sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Urban Legend macht.

Bunker Buster

Nukleare bunkerbrechende Waffen sollen tief in die Erde eindringen, um unterirdische und gehärtete Bunker zu zerstören. Es ist ausgeschlossen, dass die Bomben, aus der Luft abgeworfen, tief genug unter die Oberfläche eindringen und die Explosion vollkommen unterirdisch abläuft. Somit wird ein Bombenkrater erzeugt und hochradioaktives Material in die Luft ausgeworfen. Ebenso sind durch die erzeugten Erschütterungen großflächige Zerstörungen um das eigentliche Ziel herum zu befürchten. Es gibt im US-Arsenal bereits eine »Bunker Buster«: die B-61-11, die laut des im Januar 2002 veröffentlichten Überprüfungsberichts (NPR = Nuclear Posture Review) der US-Atomwaffenpolitik eine Sprengkraftgröße von mehr als fünf Kilotonnen hat und damit keine »Mini-Nuke« ist. Diese Waffe dringt aus einer Höhe von gut 13.000 Metern nur bis zu sieben Meter in die Erde und 2–3 Meter in gefrorenen Boden ein. Die USA haben etwa 50 dieser Bomben zur Verfügung.

Schmutzige Bombe

Bei einer sogenannten »schmutzigen Bombe« wird die ohnehin vernichtende Wirkung während der Explosion mit der großflächigen und jahrelangen Verstrahlung durch radioaktiven Fallout weiter gesteigert. Dies wird durch den Aufbau oder durch eine Kernexplosion auf dem Erdboden erreicht (für letzteres siehe Atomexplosion). Insbesondere wurde die Kobaltbombe als schmutzige Bombe bezeichnet. In dieser Bauform wird wo möglich Kobalt für die Fertigung der Einzelteile verwendet. Dieses Metall wird durch die Explosion in stark strahlende Isotope langer Halbwertszeit umgewandelt. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde der Begriff »schmutzige Bombe« erheblich umgeprägt. Derzeit bezeichnet man als schmutzige Bombe einen Sprengsatz aus konventionellem Sprengstoff, dem radioaktives Material beigemischt wurde. Im Vergleich zu einer echten Atombombe besitzt sie nicht deren enorme Sprengkraft, da keine Nuklearexplosion ausgelöst wird. Ziel ihres Einsatzes ist es, radioaktives Material über ganze Stadtteile zu verstreuen und diese auf lange Sicht unbewohnbar zu machen. Eine solche Waffe ist daher eher zu den Chemiewaffen zu zählen. Im Gegensatz zu chemischen Waffen tötet das strahlende Material nicht sofort sondern erhöht die Sterblichkeit längerfristig. Da sich die tödliche Wirkung nur bei einem weiteren Aufenthalt in dem verstrahlten Gebiet entfaltet, versuchen einige Experten die "Schmutzige Bombe" zu den nicht tödlichen Waffen zu rechnen. Nach Ansicht von Experten können auch nur schwach verstrahlte Landstriche über Jahre hinweg die Gefahr von Krebserkrankungen für die Bevölkerung erhöhen. Auch wenn die Verschmutzung nur oberflächlich und daher (mit enormem Aufwand allerdings) dekontaminierbar wäre, könnte die psychologische Wirkung eines solchen Anschlages verheerend sein, da z.B. Arbeitnehmer eine schnelle Rückkehr an den Ort des Anschlags verweigern könnten. Der radioaktive Inhalt schmutziger Bomben setzt sich aus strahlenden Substanzen zusammen, wie sie unter anderem in der Industrie oder Medizin zum Einsatz kommen, z.B. radioaktives Spaltmaterial aus Kernkraftwerken oder radioaktive Stoffe aus medizinischen Geräten. Die Zutaten für eine schmutzige Bombe sind im Unterschied zu echten Kernwaffen also verhältnismäßig leicht zu beschaffen. Bereits seit längerem warnt die Internationale Kernenergieorganisation davor, dass Terroristen radioaktives Material aus der ehemaligen Sowjetunion kaufen könnten. Dort verschwinden immer wieder aus Industrie, Forschungseinrichtungen oder Krankenhäusern radioaktive Strahlenquellen. Selbst in den USA kommt regelmäßig radioaktives Material abhanden. Da das Material für die schmutzige Bombe aus der normalen (friedlichen) Kerntechnik gewinnbar ist, muss die gesamte Kerntechnik zu den Dual Use Anlagen gezählt werden. Als Gradmesser für die Folgen einer schmutzigen Bombe wird oft der Goiânia-Unfall in Brasilien herangezogen. 1987 brachen Obdachlose in ein leerstehendes, verwahrlostes Spital ein und stahlen einen Behälter mit hochradioaktivem 137Cäsiumchlorid, welches dort früher für medizinische Bestrahlungen verwendet wurde. Aus Neugier und Unwissenheit hantierten viele mit dem bläulich fluoreszierenden Material und wollten sogar einen Fingerring daraus schmieden. Auch trugen viele Menschen radioaktiven Staub, den sie von dem CsCl-Stab abkratzten, in ihren Kleidern herum. Vier Menschen starben an der Strahlenkrankheit, zehn brauchten intensive medizinische Behandlung.

Geschichte

Anfänge

Allgemein bekannt für ihre Arbeit bei der Entwicklung von Kernwaffen sind Robert Oppenheimer und Edward Teller.
Jedoch der wohl erste Wissenschaftler, der ernsthaft über den tatsächlichen Bau einer Kernwaffe nachdachte, war der Physiker Leó Szilárd. Bereits im September 1933 dachte er an die Möglichkeit mittels Beschuss durch Neutronen Atomkerne zu einer Kettenreaktion anzuregen. Diese Idee war zu jener Zeit noch sehr umstritten, später auf diesem Gebiet sehr erfolgreiche Forscher wie Ernest Rutherford, Enrico Fermi und Otto Hahn glaubten damals noch nicht daran, dass Kerne sich überhaupt spalten lassen. Nach einigen Jahren der Grundlagenforschung (u.a. von Otto Hahn, Fritz Straßmann, Frédéric Joliot-Curie, Enrico Fermi) war es im Frühsommer 1939 soweit, dass die notwendigen theoretischen Grundlagen veröffentlicht waren, um bei ausreichender Verfügbarkeit von spaltbarem Uran eine Kernwaffe zu bauen. Schon vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939 richteten die drei in den Vereinigten Staaten lebenden Physiker Leó Szilárd, Albert Einstein und Eugene Paul Wigner im August 1939 einen Brief an den damaligen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt, um ihn vor der Möglichkeit der Entwicklung einer Atombombe in Deutschland zu warnen und ihn im Gegenzug zu der Entwicklung einer eigenen Atombombe anzuregen. Doch es sollte noch bis zum Herbst 1940 dauern, bis Enrico Fermi und Leó Szilárd genügend finanzielle Mittel erhielten, um mit der Entwicklung eines Kernreaktors zu beginnen. Als die amerikanische Regierung durch die Erfolge an dieser Arbeit davon überzeugt wurde, dass die Entwicklung einer Atombombe grundsätzlich möglich ist, und dass auch der Kriegsgegner Deutschland diese Möglichkeit besitzt, wurden die Forschungen intensiviert und führten schließlich zum Manhattan-Projekt.

Deutsches Kernwaffenprojekt

In Deutschland arbeiteten während des Zweiten Weltkrieges Wissenschaftler wie u.a. Werner Heisenberg, Carl Friedrich von Weizsäcker, Walther Gerlach, Kurt Diebner und Otto Hahn u.a. im Rahmen des „Uranprojektes“ an der militärischen Nutzbarmachung der Kernspaltung zur Erreichung deutscher Kriegsziele. Die Befürchtung der USA, Deutschland könnte so einen eigenen nuklearen Sprengsatz entwickeln, war ein wichtiger Anlass, ein eigenes Atombombenprogramm zu initiieren. Viele, über das Gebiet des Deutschen Reiches verteilte (z.T. unabhängig voneinander arbeitende) Forschergruppen arbeiteten bis zum Kriegsende an der Entwicklung einer deutschen Kernwaffe. Nach dem Krieg wurde jedoch festgestellt, dass im „Uranprojekt“ keine Kernwaffen entwickelt wurden. Ausführlicher Artikel: Uranprojekt

Manhattan-Projekt

1942 wurde unter größter Geheimhaltung unter dem Decknamen "Projekt Y" (als Teil des Manhattan-Projekts) das Forschungslaboratorium Los Alamos im US-Bundesstaat New Mexico konzipiert. Von 1943 an arbeiteten dort unter der wissenschaftlichen Leitung Robert Oppenheimers mehrere tausend Menschen, vielfach Wissenschaftler und Techniker. Am 16. Juli 1945 wurde die erste Atombombe oberirdisch bei Alamogordo gezündet (Trinity-Test). Das in der Bombe verwendete nukleare Brennmaterial war Plutonium und besaß eine Sprengkraft von etwa 20 Kilotonnen. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde ein deutsches Fern-U-Boot (U 234) nach Japan entsandt, das neben Kisten voll Dokumenten und Verfahrensanweisungen auch etwa eine halbe Tonne Uran-Oxid beförderte. Es ist unklar, wofür die Japaner dieses Uran verwenden wollten. Angeblich soll es sich um Natururan gehandelt haben, sodass auch nach technischer Anreicherung keine ausreichende Menge für eine Atombombe hätte daraus gewonnen werden können. Die Besatzung des U-Bootes ergab sich, auf Anweisung von Dönitz, nach der deutschen Kapitulation den Amerikanern. Ausführlicher Artikel: Manhattan-Projekt Das eigentlich als Gegengewicht zum vermuteten deutschen Atomprojekt begonnene, und auch aufgrund Einsteins Brief deswegen an den US-Präsidenten forcierte, amerikanische Atomprojekt kam nicht gegen Nazi-Deutschland zum Einsatz. Aussagen hochrangiger amerikanischer Militärs ist zu entnehmen, dass dies vor allem aufgrund der Befürchtung nicht geschah, ein abgeworfener Blindgänger könne den deutschen Wissenschaftlern in die Hände fallen und wertvolle Hinweise liefern - der Krieg selbst war ohnehin gewonnen. Stattdessen wurden die ersten Luftangriffe mit Atombomben am 6. und 9. August 1945 gegen die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki geflogen. Die Herstellung von Atomwaffen war während des Zweiten Weltkrieges noch aufwändig und teuer. Das atomare Arsenal war nach Trinity, Hiroshima und Nagasaki bereits aufgebraucht; einer verzögerten Kapitulation Japans hätte mit dem Fortführen des konventionellen Bombardements begegnet werden müssen. Anders hätte es ausgesehen, wenn etwa der andauernde Einsatz von vielen Atomwaffen die Eroberung von Pazifikinseln durch die USA massiv beschleunigt hätte.

Einsatz gegen Hiroshima und Nagasaki

Am 6. August 1945, also 21 Tage nach dem ersten erfolgreichen Test bei Alamogordo, warf der Bomber Enola Gay die erste Atombombe (Sprengstoff: Uran-235), Little Boy genannt, über der Küstenstadt Hiroshima ab, wo sie um 8.16 Uhr Ortszeit in etwa 600 m Höhe über dem Boden detonierte. Rund 90.000 Menschen starben sofort, weitere 50.000 Menschen starben Jahre bis Jahrzehnte später an der Strahlenkrankheit. Am 9. August 1945 sollte der Bomber Bockscar die zweite Atombombe (Sprengstoff: Plutonium-239), Fat Man genannt, eigentlich über Kokura abwerfen. Als dort auch nach drei Anflügen noch schlechte Sicht herrschte, wich der Kommandant aufgrund Treibstoffmangels auf das Alternativziel, die Küstenstadt Nagasaki, aus. Da auch dort die Wolkendecke zu dicht war, wurde das Stadtzentrum um mehrere Kilometer verfehlt. Weil zudem das Stadtgebiet hügeliger als das Hiroshimas ist, was die Ausbreitung der Druckwelle behinderte, waren dort weniger Opfer zu beklagen - obwohl Fat Mans Sprengkraft rund doppelt so stark war wie die Little Boys. Dennoch kamen bei diesem Angriff 36.000 Menschen sofort ums Leben, weitere 40.000 Menschen wurden so stark verstrahlt, dass sie Jahre bis Jahrzehnte später starben. Die militärische Notwendigkeit des Atombombeneinsatzes ist umstritten, denn diesen zwei Städten wurde der Angriff mit konventionellen (Brand-)Bomben bis zuletzt erspart, um dann den Effekt einer nuklearen Explosion auf eine Großstadt testen zu können. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass der japanische Kaiser zum Zeitpunkt des atomaren Angriffs schon zu einer Aufgabe bereit war. Weiterhin muss der Atombombeneinsatz auf Hiroshima und Nagasaki mit der Bombardierung von Tokio verglichen werden. Dort starben während der Nacht vom 9. März 1945 mehr als 100.000 Menschen. Die Legitimität des Atombombeneinsatzes steht und fällt also mit jener des konventionellen Bombenkriegs. Noch heute wird jährlich der tausenden Opfer gedacht. Als Symbol für den Frieden werden dabei einige weiße Tauben fliegen gelassen. Siehe auch: Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki [http://www.pcf.city.hiroshima.jp/peacesite/BPW/english/index.html Zeichnungen von Hiroshima-Augenzeugen (englisch)]

Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg

Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki Die Zeit unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg war zunächst von einer langsamen Weiterentwicklung der Atombombe geprägt. Während die USA unterschiedliche Tests wie eine Unterwasserexplosion durchführten, arbeiteten Großbritannien und die Sowjetunion an eigenen Atombomben. 1948 besaßen die USA rund 50 einsatzbereite Sprengköpfe. Die Sowjetunion wurde schon während des Zweiten Weltkriegs von Klaus Fuchs über das Atombombenprogramm informiert und zündete ihre erste Atombombe am 29. August 1949, Großbritannien erst am 2. Oktober 1952. In dieser Zeit entstand auch das nebenstehende Bild eines amerikanischen Truppenversuchs mit Soldaten in geringer Entfernung zur Atomexplosion, das den teilweise sorglosen, teilweise rücksichtslosen Umgang mit Radioaktivität in der damaligen Zeit dokumentiert.

Entwicklung der Wasserstoffbombe

Die weitere Entwicklung von Kernwaffen führte zur Wasserstoffbombe. Die erste Zündung einer Wasserstoffbombe mit dem Codenamen Ivy Mike erfolgte am 31. Oktober 1952 über dem Eniwetok-Atoll und setzte eine Energie wie 10,4 Megatonnen TNT-Äquivalent frei. Diese Sprengkraft entspricht dem 830-fachen der Hiroshima Bombe. Die Notwendigkeit, angereichertes Uran und Plutonium zum Kernwaffenbau herzustellen, führte zur Entwicklung von Urananreicherungsanlagen sowie den ersten Kernreaktoren. Die hierdurch gewonnenen Erfahrungen beschleunigten den Aufbau einer zivilen Nutzung der Kernenergie. Weltweit, teilweise auch in den USA selbst, wird der Einsatz dieser Massenvernichtungswaffen hauptsächlich gegen die Zivilbevölkerung als ungerechtfertigt verurteilt. Die Entwicklung der Atombombe wird heute allgemein als das dunkelste Kapitel der Technik- und Wissenschaftsgeschichte angesehen. Die Atombombe ist der Inbegriff des "Fluches der Technik". Die Erfindung der Kernwaffen löste ein beispielloses Wettrüsten - insbesondere zwischen den USA und der Sowjetunion - aus und war die schwerste Bedrohung in der Zeit des Kalten Krieges. Die Kernwaffe hatte hier andererseits möglicherweise eine hemmende Wirkung im positiven Sinne, weil die direkte Konfrontation auf beiden Seiten nicht zuletzt wegen dieser übermächtigen Bedrohung einer nuklearen Explosion gescheut wurde. Unter diesem Eindruck wurden die Risiken des technischen Fortschritts insbesondere in der Literatur vielfach erörtert ...

Entwicklung nach dem Kalten Krieg

Nach dem Zerfall der Sowjetunion zu Beginn der 1990er Jahre bezweifeln Experten den militärischen Sinn von Kernwaffen, da jedes Ziel auch mit konventionellen Waffen der gewünschten Größenordnung zerstört werden kann. Als größte Gefahr der atomaren Bewaffnung wird daher ein Einsatz durch Terroristen angesehen, denn diese könnten bei Verwendung von Atomwaffen mit geringem Aufwand großen Schaden anrichten (siehe Hiroshima bzw. Nagasaki), während Atomwaffen im Kampf gegen den Terrorismus vollkommen ungeeignet sind. Unabhängig von dieser Entwicklung blieben die USA und Russland als Nachfolgestaat der Sowjetunion diejenigen Staaten mit den meisten Kernwaffen. Ihr Arsenal wird auch weiterhin gepflegt, entzog sich jedoch nach Ende des Kalten Krieges mehr und mehr der öffentlichen Aufmerksamkeit. Während zunächst die Entwicklungstätigkeit in diesem Bereich erlahmte, werden in den USA seit Ende der neunziger Jahre sogenannte Bunker Buster entwickelt. Diese Atomwaffen kleiner Sprengkraft dienen der Vernichtung unterirdischer Anlagen. Sie werden mit hoher Geschwindigkeit in den Boden geschossen, dringen in diesen ein und explodieren dann unterirdisch. Dadurch lösen sie eine Schockwelle im Boden aus, die die angegriffenen Anlagen zerstört. Politischer Hintergrund dieser Entwicklung sind vermehrte Anstrengungen einiger Staaten der Dritten Welt wie dem Iran, wichtige militärische Bauten unterirdisch anzulegen, um sie im Kriegsfall den Angriffen durch überlegene Luftstreitkräfte zu entziehen. Die Entwicklung solcher kleiner Kernwaffen wird in der Fachwelt als eine Gefahr eingeschätzt, da ihr Einsatz kaum Aufsehen erregen würde. Statt zerstörter Städte und tausender Toter würde die Weltöffentlichkeit lediglich einen kleinen Krater sehen. In der Konsequenz würde die Hemmschwelle sinken, Atomwaffen einzusetzen und auf diese Weise vergleichsweise preiswert - ohne Verlust eigener Soldaten und ohne allzu negatives Image - Kriege in der Dritten Welt zu führen.

Kernwaffen in Europa

Die in Europa gelagerten Kernwaffen sind nach Ende des Kalten Krieges drastisch reduziert worden. Auf den europäischen Luftwaffenstützpunkten sind von 1990 bis 1996 rund 208 Kernwaffensilos der NATO gebaut worden. Ursprünglich waren hierfür 438 NATO-Bunker vorgesehen, die aber nicht mehr benötigt wurden. Die von den US-Streitkräften kontrollierten Bunker für Bomben, die im Ernstfall den NATO-Streitkräften zur Verfügung standen, waren nicht alle bestückt worden. Bis 1998 hatte Großbritannien sein Arsenal an Fallbomben auf den Stützpunkten abgebaut. Ab 1996 wurden dann die weiteren Arsenale geleert. Die deutschen Luftwaffenstützpunkte in Memmingen und Nörvenich verfügten schon ab 1995 über keinerlei Kernwaffen mehr. Nur in Büchel trainiert die Deutsche Luftwaffe weiterhin den nuklearen Einsatz durch Jagdbomber vom Typ Tornado. Die USA und Großbritannien lagerten während des Kalten Krieges bis zu 5.000 Kernwaffen in deutschen Bunkern. Heute existieren in Deutschland noch 65 Wasserstoffbomben in den Bunkern der Luftwaffenstützpunkte Ramstein und Büchel; hier besteht die sogenannte Nukleare Teilhabe. Die beiden westeuropäischen Atommächte Großbritannien und Frankreich begannen bereits in den 1960ern bzw. 70ern Teile ihrer Arsenale auf seegestützte Systeme umzustellen. Beide Staaten unterhalten heute je vier ballistische Atom-U-Boote, von denen jedes mit jeweils 16 Atomraketen ausgestattet werden kann. Frankreich hält lediglich noch 60 Sprengköpfe zum Einsatz durch Bomber bereit, Großbritannien verfügt seit dem Jahr 2000 ausschließlich über seegestützte Systeme. Infolge dieser Veränderung wurde auch die Anzahl der Lagerstätten auf Luftwaffenstützpunkten reduziert. Die etwa 490 seegestützten Sprengköpfe machen heute den größten Teil der in Europa stationierten Atomwaffen aus. Die britischen Sprengköpfe werden komplett in der Marinebasis Clyde gelagert, die französischen in Brest.

NATO-Luftwaffenstützpunkte mit Kernwaffen

(Auswahl, Stand: 1997)
- Großbritannien
  - Lakenheath
  - Marham
  - Wittering
- Niederlande
  - Volkel
- Belgien
  - Kleine Brogel
- Deutschland
  - Ramstein (54 WS3-Lagersysteme)
  - Büchel (elf WS3-Lagersysteme für 22 Bomben B-61)
  - Nörvenich (elf WS3-Lagersysteme für 22 Bomben B-61, z.Zt keine Waffen gelagert)
  - Brüggen
- Italien
  - Aviano (achtzehn WS3-Lagersysteme für 36 Bomben B-61)
  - Ghedi-Torre (elf WS3-Lagersysteme für 22 Bomben B-61)
- Griechenland
  - Araxos (geschlossen)
- Türkei
  - Balikesir (sechs Unterflurdepots, z.Zt keine Waffen gelagert)
  - Incirlik (nicht fertiggestellt)
  - Murted (sechs Unterflurdepots, z.Zt keine Waffen gelagert)

Aktueller Stand

Aktuell verfügen folgende Staaten über Kernwaffen und gelten daher als Atommächte:
- China: ca. 400
- Frankreich: 348 - 350
- Großbritannien: 185 - 200
- Indien: 30 - 35
- Israel: 75 - 200
- Nordkorea: 0 - 10
- Pakistan: 24 - 48
- Russland: 6000 - 8400
- USA: 7200 - 10240 Nordkorea erklärte im Frühjahr 2005 ebenfalls, Kernwaffen zur Abschreckung entwickelt zu haben, die Aussage wird jedoch auch von verschiedenen Seiten bezweifelt. Unstrittig ist jedoch, dass Nordkorea ein ambitioniertes Programm zum Erlangen von Kernwaffen unterhält. Unter anderem wird Nordkorea vorgeworfen, dass sie die Brennstäbe ihrer Einrichtungen zu lange im Reaktor belassen, als es die rein zivile Energieerzeugung verlangt. Der verlängerte Gebrauch erhöht den Plutoniumgehalt der Stäbe. Obwohl nie von offizieller Seite bestätigt, gilt es als unstrittig, dass auch Israel seit den 70er Jahren im Besitz von ca. 200 Kernwaffen ist, da das Land in der Vergangenheit seinen Nachbarländern mehrfach mit deren Einsatz gedroht hat. Mordechai Vanunu hat die Welt vom israelischen Kernwaffenprojekt unterrichtet, nachdem er am Dimona-Reaktor arbeitete. Beim Iran gilt der Besitz einer Kernwaffe als möglich, ist aber nicht gesichert, auch hier ist das Kernwaffenprogramm ambitioniert, der Zweck ist jedoch laut Iran die zivile Nutzung der Kernkraft. Südafrika hat 1979 einen Kernwaffentest durchgeführt aber keine einsatzfähigen Atomwaffen entwickelt und das Programm später aufgegeben. Argentinien, Brasilien, Libyen, und die Schweiz verfügten in der Vergangenheit über Kernwaffenprogramme, haben diese aber aufgegeben und offiziell beendet. Kasachstan, die Ukraine und Weißrussland kamen durch den Zerfall der Sowjetunion an Atomwaffen, die auf ihrem Gebiet stationiert waren, haben diese dann später aber an Russland abgetreten. Einen Überblick über die verschiedenen Kernwaffenprogramme gibt der Artikel über Atommächte.

Unfälle mit Kernwaffen

Zwischen 1950 und 1980 wurden 32 Unfälle allein mit US-amerikanischen Kernwaffen bekannt. Vor allem in den 1950er und 1960er Jahren mussten viele Waffen bei Notlandungen von Bombern abgeworfen werden. Manche der Waffen wurden nie wieder gefunden, weil sie in den Ozeanen abgeworfen (aber nicht gezündet) wurden. Nach Schätzungen von Greenpeace gingen etwa 50 Atombomben verloren. 11 Bomben vermissen die USA offiziell. Radioaktive Verseuchung wurde nur in wenigen Fällen festgestellt. Abstürze von Atombombern und andere Unfälle sind deshalb sehr problematisch, weil die Bombe zwar nicht zur Zündung kommt, aber durch den Aufprall das spaltbare Material in der Umgebung verstreut werden kann. Im Falle des extrem giftigen Plutoniums – bei welchem die Inhalation eines Millionstel Gramms bereits Krebs auslösen kann – ist dies äußerst gefährlich. Eine Übersicht der Unfälle kann auf der Liste der nuklearen Unfälle gefunden werden.

Atomteststoppabkommen

Am 10. Oktober 1963 trat das Teststoppabkommen in Kraft, worin sich einige Großmächte einigten, keine Nuklearwaffen im Wasser, im All und in der Atmosphäre zu zünden. Unterirdische Tests sollten eine bestimmte Stärke nicht überschreiten. Diesem Abkommen sind bisher 120 Nationen beigetreten. Seit 1996 liegt der Vertrag zum umfassenden Verbot von Nuklearversuchen (CTBT) zur Unterzeichnung auf. Er tritt erst in Kraft, wenn eine bestimmte Gruppe von Ländern ihn ratifiziert hat, u.a. die USA. Die Ratifizierungen einiger wichtiger Länder stehen derzeit noch aus. Vor allem die USA lehnen Rüstungskontrollen ab. Die Einhaltung der Verträge wird durch verschiedene Techniken verifiziert: Erdbebenmessstationen reagieren bereits auf kleinste Vibrationen und ermöglichen eine recht genaue Ortung von unterirdischen Detonationen. Sie können auch die seismographischen Signaturen von Erdbeben und Atomwaffentests deutlich unterscheiden. Hydroakustik kann Unterwasserexplosionen aufspüren und lokalisieren. Spezialmikrophone und Radionuklid-Detektoren können atmosphärische Kernexplosionen entdecken, identifizieren und lokalisieren. Die Messstationen sind über die ganze Welt verteilt. Wenn der Vertrag in Kraft tritt, wird es auch noch die Möglichkeit der Vor-Ort-Inspektion geben. Die Implementation des Vertrages wird von der Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO) vorbereitet.

Zitate

Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten werden die Menschen mit Stöcken und Steinen kämpfen, Albert Einstein

Weitere Informationen/Quellen

Siehe auch

Uranmunition, Atommacht, Atomkrieg, Atomstreitkräfte, Nuklearer Holocaust, Kernwaffen-Effekt, Plutoniumbombe, Atombombentest, EMP, Kalter Krieg, Wettrüsten, Strategic Defense Initiative (SDI), Atomkriegsuhr (Doomsday clock), Demonstrative Use, Robert McNamara, Nukleare Basiswelle, Nukleare Teilhabe, Radiologische Waffe (schmutzige Bombe)

Literatur

Sachbücher
- Florian Coulmas, Hiroshima : Geschichte und Nachgeschichte, München : Beck, 2005, ISBN 3406527973
- Klaus Fuchs, Ruth Werner, Eberhard Panitz: Treffpunkt Banbury oder Wie die Atombombe zu den Russen kam. 2003, ISBN 3360009908
- Robert Jungk: Heller als tausend Sonnen. 1958, ISBN B0000BJWE0
- Paul Takashi Nagai, Die Glocken von Nagasaki : Geschichte der Atombombe, - München : Rex-Verlag, 1955 - Bericht eines überlebenden Arztes ISBN 3895750565
- Gian L. Nespoli, Giuseppe Zambon: Hiroschima, Nagasaki. 1997, ISBN 3889750559
- Wolfgang Sternstein: Atomwaffen abschaffen!. 2001, ISBN 3933325056
- Edgar Mayer, Thomas Mehner Das Geheimnis der deutschen Atombombe. Gewannen Hitlers Wissenschaftler den nuklearen Wettlauf doch?. 2001, ISBN 3930219360
- Edgar Mayer, Thomas Mehner: Die Atombombe und das Dritte Reich. 2002, ISBN 3930219506
- Rainer Karlsch, Zbynek Zeman: Urangeheimnisse. 2002, ISBN 386153276X
- Richard Rhodes: The Making of the Atomic Bomb. 1995, ISBN 0684813785
- Helmut Simon (Vorwort): Atomwaffen vor dem Internationalen Gerichtshof. ISBN 3825832430 Romane und Theaterstücke
- Heinar Kipphardt: In der Sache J. Robert Oppenheimer ISBN 3499121115
- Masuji Ibuse, Schwarzer Regen, Frankfurt am Main : Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1985, ISBN 3596258464

Weblinks


- [http://nuclearweaponarchive.org/Nwfaq/Nfaq0.html Nuclear Weapons FAQ (auf Englisch, aber sehr informativ)]
- [http://www.safog.com/home/atombombe.html Dokumentationen und Diagramme zur Atombombe]
- [http://www.armscontrol.de Überblicksseite zu Rüstungskontrolle und Abrüstung]
- [http://www.zeit.de/2005/32/Atombomenabwurf Thomas Macho, Still ruht die Bombe - Es gibt immer mehr Kernwaffen auf der Welt. Warum fühlt sich keiner mehr bedroht?]
("Die Zeit" Nr. 32/2005)
- [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19994/1.html Florian Rötzer, Es gibt keine harmlosen Mini-Nukes] (Telepolis, 29. April 2005)
- [http://www.cdi.org/program/issue/index.cfm?ProgramID=32&issueid=110 Center for Defense Information (USA) - Kolumne zu aktuellen Risiken betr. Kernwaffen]
- [http://www.politikerscreen.de/t-online/lexikon_detail.asp?ID=398 Schmutzige Bombe]
- [http://www.atomwaffena-z.info/home.html Geschichte/Wissen/Aktuelles über die Atombomben]
- [http://www.glasnost.de/militaer/95atomstud.html Atomwaffentests]
- [http://www.ippnw.org International Physicians for the Prevention of Nuclear War]
- [http://www.kernwaffe.de www.kernwaffe.de - Große Bilder und Video-Sammlung über A-Waffen]
- [http://www.atomwaffena-z.info www.atomwaffena-z.info]
- [http://www.ippnw.de IPPNW Deutschland]
- [http://www.lebenshaus-alb.de/mt/archives/subcategories/atomwaffen.html Schwerpunkt: Atomwaffen]
- [http://www.kernenergie-wissen.de/kernwaffen.html Basiswissen Kernenergie]
- [http://www.ga.gov.au/oracle/nukexp_query.html Nuclear Explosion Database]
- [http://nuclearweaponarchive.org/Usa/Tests/Crossrd.html Die Atombombentests der USA (ausführliche Beschreibung!)]
- [http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/kino/18295/1.html Heise-Telepolis-Artikel über verschwundene Atombomben in den USA im Kalten Krieg]
- [http://www.archive.org/movies/details-db.php?collection=prelinger&collectionid=19069 Duck and Cover], ein naiver Aufklärungsfilm von 1951, wie man sich bei der Explosion einer A-Waffe zu verhalten hat.
- [http://www.ctbto.org Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO)] Kategorie:Militärtechnik ! ja:核兵器 ko:핵무기 ms:Senjata nuklear simple:Nuclear weapon th:อาวุธนิวเคลียร์

Kalter Krieg

Der Ausdruck "Kalter Krieg" bezeichnet den welthistorischen Gegensatz, den die beiden Supermächte USA und Sowjetunion zwischen 1945 und 1990 mit allen verfügbaren Mitteln, aber unterhalb der Schwelle eines offenen Krieges anführten und austrugen.

Überblick

1990 1990 Der Ost-West-Konflikt führte zur Bildung von zwei feindlichen Machtblöcken und dazugehörigen Militärbündnissen der NATO und des Warschauer Paktes, die sich hochgerüstet gegenüberstanden und eine bipolare Welt dominierten. Die Entwicklung dorthin begann schon mit der Entstehung der Sowjetunion 1917, verfestigte sich aber erst seit dem Zerfall der Anti-Hitler-Koalition ab 1944 und der darauf folgenden Teilung Europas zu jenem Beinahe-Kriegszustand, der die Politik beider Seiten bis zum Zerfall der Sowjetunion 1991 maßgeblich bestimmte. 1947 prägte der US-amerikanische Journalist Walter Lippmann dafür den englischen Begriff cold war. Der Kalte Krieg war Ausdruck eines fundamentalen Systemgegensatzes: Zu den machtpolitischen Interessensphären, die auch sonst internationale Beziehungen bestimmen, traten konträre Ideologien. Aus westlicher Sicht standen dabei stets "Freiheit und Demokratie" gegen "totalitäre Diktatur" sowie "Marktwirtschaft" gegen "Planwirtschaft". Aus östlicher Sicht stand gegen das "Wolfsgesetz der Ausbeutung" im "Kapitalismus" die von der Staatspartei realisierte "allseitige Entfaltung" des "neuen Menschen" im "Kommunismus", der sich der Zukunft gewiss wähnte. Die Supermächte vermieden zwar den "heißen" Krieg mit direkten Militäraktionen gegeneinander, trieben aber ein beispielloses Wettrüsten vor allem auf dem Gebiet der Atomwaffen voran. Die Drohung des Atomkriegs, den beide Seiten einkalkulierten, beschwor erstmals in der Menschheitsgeschichte die Gefahr der Selbstauslöschung herauf. Der Interessenkonflikt drohte mehrmals militärisch zu eskalieren: in der Berlin-Blockade 1948, aus Anlass des Mauerbaus 1961 und besonders in der Kuba-Krise 1962. Dort konnte der direkte Krieg zwischen den Supermächten, der zum Einsatz von Atomwaffen geführt hätte, nur äußerst knapp vermieden werden. Seitdem wurde der Konflikt auf bilateraler Ebene zwar durch Krisendialog und Rüstungskontrollverträge reguliert, erzeugte aber weiterhin viele Stellvertreterkriege: etwa den Vietnamkrieg, Kriege in Kambodscha, Angola, Afghanistan sowie bewaffnete Konflikte in Afrika, Mittel- und Südamerika. Der Wettkampf der Systeme verlief auch auf technologischem, kulturellem und sportlichem Gebiet. So wurden das US-amerikanische wie das sowjetische Weltraumprogramm maßgeblich vorangetrieben, um dem Gegner die eigene wissenschaftlich-technische Überlegenheit zu demonstrieren. Dadurch entstanden viele Technologien, die heute zivil genutzt werden, so auch das Internet. Der Kalte Krieg spaltete Europa und Deutschland durch den sogenannten "Eisernen Vorhang". Er spiegelte sich auch in der Rivalität der zwei miteinander konkurrierenden deutschen Staaten. In Westdeutschland wurde die DDR während ihres gesamten Bestehens nicht als eigenständiger Staat anerkannt. Das Grundgesetz hielt in der Präambel „... Das gesamte Deutsche Volk bleibt aufgefordert, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden“ bis zur tatsächlichen Wiedervereinigung 1990 am Wiedervereinigungsgebot fest. Bis 1969 erhob die Bundesrepublik Deutschland sogar einen außenpolitischen Alleinvertretungsanspruch auf Gesamtdeutschland (Hallstein-Doktrin). Die Springerpresse, besonders die Bild-Zeitung, druckte die Abkürzung "DDR" daher stets in Anführungszeichen. Die DDR-Regierung hingegen bezeichnete Ostberlin entgegen dem Viermächte-Status von ganz Berlin stets als "Hauptstadt der DDR", um als eigener Staat anerkannt zu werden. Obwohl die Bundesrepublik dieses offiziell vermied - etwa mit einer "Ständigen Vertretung" statt einer Botschaft - behandelte sie die DDR seit den Ostverträgen der Regierung Willy Brandt de facto als selbstständigen Staat. Dem folgte auch die konservative Regierung Helmut Kohls. Wann der Kalte Krieg endete, ist unter Historikern umstritten. Politische Entspannungsbemühungen begannen schon bald nach Stalins Tod 1953, erfuhren aber immer neue Rückschläge. US-Präsident John F. Kennedy proklamierte 1961 nach seinem Wahlsieg das Ende des Konflikts, worauf aber mit der Kuba-Krise ein weiterer Höhepunkt folgte. Auch während der anschließend ausgerufenen "friedlichen Koexistenz" setzten beide Supermächte das Wettrüsten und Stellvertreterkriege unvermindert fort. Erst mit dem Führungswechsel im Kreml zu Michail Gorbatschow eröffneten sich ernsthafte Chancen zu militärischer Abrüstung und politischer Annäherung der Blöcke. Diese zog ab 1989 die Selbstbestimmung der Völker Osteuropas, den Zerfall des Ostblocks und 1991 die Auflösung der Sowjetunion nach sich. Damit endete zumindest vorläufig die bipolare Weltaufteilung.

Die Vorgeschichte (1917–1944)

1917 ergriffen in Russland die Bolschewisten unter Führung Lenins die Macht. Die USA und andere westliche Mächte sandten Interventionstruppen, um diese Oktoberrevolution im Keim zu ersticken. Zwar misslang dies, aber der Versuch markiert den Beginn der latenten Phase des Kalten Krieges. Erst 1933 erkannten die USA den neuen Staat UdSSR an. Im Zweiten Weltkrieg kämpften beide dann als Alliierte gegen Nazi-Deutschland. Die Beziehung des damaligen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt zum sowjetischen Diktator Stalin war wegen des gemeinsamen Interesses am Sieg über Adolf Hitler relativ freundschaftlich; die Sowjetunion wurde z.B. auch mit Kriegsmaterial beliefert.

Von Jalta bis zur Teilung Deutschlands (1944–1949)

1944 zeigte die Anti-Hitler-Koalition erste Risse: Roosevelt lehnte auf der Konferenz von Jalta konkrete Garantien und Vereinbarungen mit der SU für die Nachkriegszeit ab, obwohl diese die Hauptlast des Krieges, nämlich den verlustreichen Vormarsch der Roten Armee am Boden trug und zudem durch Hitlers Überfall auf ihr Gebiet und die deutschen Vernichtungs- und Arbeitslager für ihre Soldaten die weitaus größten Kriegszerstörungen erlitten hatte. Stalin versuchte die Konferenzergebnisse als Freibrief zur Durchsetzung sowjetischer Sicherheitsinteressen ohne Rücksprache mit den Westalliierten zu benutzen: Er etablierte zum Teil gewaltsam in Mittel- und Osteuropa kommunistische Regierungen. 1945 nach Roosevelts Tod (12. April) zerbrach die Anti-Hitler-Koalition: Sein Nachfolger Harry S. Truman schwenkte auf einen strikt antisowjetischen und antikommunistischen Kurs um. Als er auf der Konferenz von Potsdam vom ersten erfolgreichen Test einer Atombombe erfuhr (16. Juli 1945), stellte er Stalin Bedingungen für seine - von Roosevelt noch gewünschte - Kriegserklärung an Japan (8. August) und gab den Befehl für den Einsatz der ersten Atombomben. Diese wurden am 6. August auf Hiroshima, am 9. August auf Nagasaki abgeworfen. Sie sollten die bedingungslose Kapitulation Japans beschleunigen, auch um dem weiterem Vorrücken Stalins in Ostasien zuvorzukommen. Zugleich wurde die Wirkungsweise zweier unterschiedlicher Bombentypen am "lebenden Objekt" ausprobiert. Die Abwürfe waren u.a. nach Ansicht des US-Historikers David Horowitz eine gezielte Machtdemonstration an die SU für die Nachkriegszeit. Seit der Nachkriegskonferenz in London stützten sich die USA dann auch politisch gegenüber der SU auf ihre Wirtschaftsüberlegenheit und ihr Atomwaffenmonopol, das bis 1949 bestand. Sie wollten auf dieser Basis ein vereintes Europa mit privatwirtschaftlichen und parlamentarischen Strukturen und eine Weltordnung unter ihrer Führung schaffen. Die SU wiederum wollte ihre vorgelagerte Sicherheitssphäre in Osteuropa nicht aufweichen. Die USA erkannten dieses Interesse und die dazu getroffenen sowjetischen Maßnahmen nicht an. Auch die Nachkriegsordnung Deutschlands war umstritten. Dies und die der SU versprochenen Reparationen wurden vertagt. Damit war der weitere Konflikt vorprogrammiert. Das gegenseitige Misstrauen wuchs: Die USA schätzten die SU als aggressiv-expansionistisch ein und wollten ihre Ausdehnung nach außen hin eindämmen (Containment-Politik: Irankrise 1946, Türkeikrise). Wie Geheimdokumente des Pentagon von 1950 zeigen, ging es schon früh auch darum, Osteuropa unter westlichen Einfluss zu bringen (roll back) und die SU durch Aufrüstung zu destabilisieren. Ab 1946 nahmen die USA ein geteiltes Deutschland in Kauf. Die SU bevorzugte ein vereintes, neutrales Deutschland mit Mitspracherecht aller Sieger. Sie versuchte, zunächst die eigene Wirtschaft und Innenpolitik zu konsolidieren; Expansion konnte sie sich daher nicht leisten. 1947 verpflichtete die Truman-Doktrin die USA, alle freien Völker zu unterstützen, die sich der Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder durch Druck von außen widersetzen. Anlass dafür war die Situation in Griechenland und der Türkei, die keine kommunistischen Regimes erhalten sollten. Um Unterstützung im US-Kongress und der eigenen Bevölkerung zu erhalten, stilisierte Truman die SU nun zum Feindbild der "freien Welt". Die geistige Vorlage für seine Doktrin war das long telegram des amerikanischen Diplomaten George F. Kennan. Darin schloss Kennan jeden modus vivendi (Weise des Miteinanders, politisches Arrangement) mit der SU aus. Der Marshall-Plan bot allen europäischen Staaten, auch der SU, Unterstützung zum Wiederaufbau. Die Verhandlungen dazu in Paris brach die SU ab, da die USA politische Zugeständnisse verlangten. Dadurch erhielten auch die Länder des Ostblocks keine westliche Wirtschaftshilfe und schlossen sich daraufhin ihrerseits wirtschaftlich enger zusammen. 1947/48 führten die Westalliierten eine Währungsreform in den drei Westzonen Deutschlands und Berlins durch. Die SU betrachtete dies als Bruch der Potsdamer Beschlüsse, wonach Deutschland als politische und wirtschaftliche Einheit zu wahren war, und antwortete mit der Blockade Berlins. Diese verstärkte die westliche Furcht vor einer sowjetischen Expansion in Europa. Der Westen reagierte mit der Luftbrücke. 1949 wurden die drei Westzonen zur Bundesrepublik Deutschland vereint. Mit der Gründung der NATO begann deren auch militärische Westintegration. Die SU antwortete mit der Gründung der DDR. Damit waren Deutschlands und Europas Teilung vollends institutionalisiert und die bipolare Weltordnung zementiert. Die SU zündete ihre erste Atombombe; doch erst ihr Nachziehen auch bei den Wasserstoffbomben und neuen Flugzeugen mit interkontinentaler Reichweite etablierte 1954 das so genannte "Gleichgewicht des Schreckens". Dessen Erhaltung bestimmte fortan ihre Beziehungen zu den USA und trieb den Rüstungswettlauf im ganzen Kalten Krieg zusätzlich voran. China wurde im selben Jahr kommunistisch. Daraufhin verschärften die USA ihre Eindämmungspolitik: Sie erkannten die chinesische Regierung nicht an und verweigerten China die UNO-Mitgliedschaft. Sie engagierten sich nun verstärkt in Japan, um es zu einem antikommunistischen Gegenpol aufzubauen. Ihre auch für die NATO verbindliche Militärstrategie basierte bis 1954 auf der Drohung mit "massiver Vergeltung" (massive retaliance) "an Orten und mit Mitteln eigener Wahl" für jeden nicht näher definierten kommunistischen Expansionsversuch. Damit verfolgten die USA nun offen eine Politik des roll back, d.h. ein Zurückdrängen des Staatskommunismus in Ost-, Ostmitteleuropa und Asien.

Vom Koreakrieg bis zur Kubakrise (1950–1962)

Japan-UN-Einheiten überqueren 1950 den 38. Breitengrad]] 1950 war der vorläufige Höhepunkt des Kalten Krieges: Er eskalierte in Südostasien zum Koreakrieg. Dieser war ein Stellvertreterkrieg vor allem zwischen den USA, die Südkorea unterstützten, und China, das Nordkorea unterstützte. Korea war nach der Kapitulation Japans bis 1949 von der UdSSR im Norden und den USA im Süden besetzt worden, die das Land am 38. Breitengrad entlang teilten. 1949 zogen beide Supermächte ab. Daraufhin wollte der Kommunist Kim Il-sung in Nordkorea den Diktator Syngman Rhee in Südkorea verdrängen und Korea unter seiner Führung vereinigen. Die USA intervenierten mit eigenen Truppen. Nur das Eingreifen chinesischer "Freiwilliger" bewahrte Nordkorea vor der amerikanischen Besetzung. Weil die UdSSR den UN-Sicherheitsrat vorübergehend boykottierte, segnete dieser die US-Intervention nachträglich ab. Fortan blieb Korea geteilt. 1952 bot Stalin den drei Westmächten in den Deutschland-Noten die Wiedervereinigung Deutschlands an. Es sollte ein neutraler, aber zur Selbstverteidigung fähiger Staat in den von der Potsdamer Konferenz festgelegten Grenzen werden. Damit wollte Stalin die voraussehbare NATO-Mitgliedschaft Westdeutschlands abwenden und Russland klare Vorteile verschaffen:
- Es wäre für den Fall militärischer Konflikte eine Art "Pufferzone" zwischen Ost und West entstanden.
- Der Westen hätte mit den drei Westzonen einen größeren Einflussbereich aufgeben müssen als der Osten mit der Sowjetischen Besatzungszone.
- Deutschland wäre eventuell ungeschützt gewesen, da es als neutrales entmilitarisiertes Land keinem Militärbündnis angehört hätte. Eine andere damalige Ansicht, vertreten etwa von Gustav Heinemann, sah die Neutralität zwischen den Machtblöcken gerade als größeren Schutz und langfristig tragfähigere Perspektive an, weil damit mitten in Europa ein großer weitgehend abgerüsteter Flächenstaat entstanden wäre, der keinem Militärbündnis angehört hätte und daher auch größere politische Handlungsfreiheit gegenüber beiden Supermächten gehabt hätte. Dies hätte auf die Nachbarstaaten ausstrahlen und ein erster Schritt in Richtung Entspannung zwischen den Blöcken sein können. Den Westmächten und der konservativen westdeutschen Regierung erschienen diese Vorschläge jedoch nachteilig. Deshalb teilte man Stalin nach einer Rücksprache mit Adenauer mit, dass man erst auf dieses Angebot eingehen werde, wenn er freie Wahlen garantieren würde und Deutschland die Wahl eines Bündnisses überließe. Stalin gab unerwartet nach und gestattete freie Wahlen, jedoch unter Aufsicht der vier Siegermächte. Die Westalliierten antworteten mit dem Verweis auf 1948, als eine Viermächteverwaltung in Deutschland gescheitert war. Damit war der Vorschlag abgelehnt und eine Chance zur deutschen Wiedervereinigung, die nicht von einem vorherigen Systemwandel im Ostblock abhing, zunächst für lange Zeit aufgegeben. 1955 wurde ein ähnliches Angebot für Österreich jedoch angenommen. Damit war die Nord-Süd-Verbindung der NATO in Europa unterbrochen, unter anderem auch durch die neutrale Schweiz. Außerdem begann 1952 die Wiederbewaffnung der BRD mit dem Amt Blank. Amt Blank Seite für den Beginn des kalten Krieges stand, starb am 5. März 1953]] Amt Blank Amt Blank führte die Welt 1962 an den Rand eines 3. Weltkriegs]] 1953, am 5. März, starb Stalin. Damit boten sich Chancen zur "Entstalinisierung" der UdSSR. Doch deren Verhandlungsbereitschaft endete mit dem Aufstand in der DDR am 17. Juni 1953. Dennoch versuchte Chruschtschow angesichts der atomaren Pattsituation und massiver innenpolitischer Probleme einen Entspannungskurs und leitete die Politik der "friedlichen Koexistenz" ein. In den USA nahm der Antikommunismus in den 50er Jahren auch innenpolitisch enorm zu. 1950 wurde das Komitee für unamerikanische Aktivitäten eingerichtet, sein Leiter, der Senator McCarthy führte bis 1954 den Ausschuss zur Untersuchung "antiamerikanischer Umtriebe". Er suchte systematisch nicht nur Kommunisten, sondern alle möglichen liberalen Intellektuellen als vermutete Spione und Systemgegner ausfindig zu machen, um sie zu verhören, einzuschüchtern, zu verurteilen und ihrer Ämter zu berauben ("McCarthyism"). Er wurde schließlich abgelöst und gerügt. 1955 wurde der Warschauer Pakt gebildet, die Gegenorganisation der Sowjetunion zur NATO. In den Pariser Verträgen wurde die Bundesrepublik in die NATO aufgenommen, wo sie jedoch nur begrenzte militärische Mitspracherechte erhielt. Damit war die Bundeswehr in ein atomar bewaffnetes Bündnis integriert, dessen Führungsmacht seit 1954 die Abschreckungsdoktrin der "Massiven Vergeltung" vertrat und im "Verteidigungsfall" das Entscheidungsmonopol zur atomaren Eskalation innehatten. Dies beruhte ursprünglich auf dem Monopol der USA an H-Bomben und Flugzeugen mit großer Reichweite. Nachdem die SU hier 1954 gleichzog, stationierten die USA auch auf westdeutschem Boden atomar bestückbare Kurzstreckenraketen, über deren Einsatz nur sie zu entscheiden hatten. Dies war ein Anlass für die UdSSR, ihrerseits den Warschauer Pakt atomar aufzurüsten. So kam es zu den Plänen von Konrad Adenauer und dem damaligen Verteidigungsminister Franz Joseph Strauß, auch die Bundeswehr atomar zu bewaffnen, um mehr eigene Druckmittel gegen die UdSSR und volle Gleichberechtigung in der NATO zu erlangen. Als dies im April 1957 öffentlich bekannt wurde, entstand mit dem "Göttinger Manifest" von 18 Physikern die erste breite außerparlamentarische Opposition in der Bundesrepublik: die Kampf-dem-Atomtod-Bewegung, die vor allem von SPD, Kirchen und Gewerkschaften getragen wurde. 1957, am 2. Oktober, schlug der polnische Außenminister Adam Rapacki vor der UNO-Vollversammlung überraschend einen beiderseitigen Verzicht der Militärbündnisse auf Atomwaffen und eine Entmilitarisierung ganz Mitteleuropas vor. Damit griff er Vorschläge auf, die schon der britische Premier Anthony Eden drei Jahre zuvor auf einer Genfer Gipfelkonferenz gemacht hatte. Diese sahen ein von Besatzungstruppen freies Gebiet und nur geringe eigene Rüstung auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs vor, um damit Erfahrungen in der Kontrolle von Abrüstungsmaßnahmen zu sammeln. Der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw Molotow hatte diese Idee weiterentwickelt. Doch die westlichen Vorschläge verlangten damit zugleich die Auflösung des Warschauer Pakts, während die östlichen einen Verzicht auf das US-Atomwaffenmonopol in der NATO implizierten. Dies lehnte die NATO im Dezember 1957 endgültig ab. Zugleich verwehrte sie der westdeutschen Regierung die Verfügung über eigene Atomwaffen. Damit entschied sie zwar gegen die Atombewaffnung der Bundeswehr, brachte aber auch alle weitergehenden Entspannungsbemühungen im Vorfeld der Atombewaffnung der Blöcke zum Scheitern. 1961, am 13. August, wurde infolge massiver Fachkräfteverluste durch Abwanderungen in den Westen (ca. 2,6 Mio. Menschen seit 1949) über Nacht die Berliner Mauer errichtet. Dabei standen sich russische und amerikanische Panzer in Berlin direkt gegenüber. US-Präsident Kennedy verzichtete jedoch auf konkrete Maßnahmen und beschränkte sich auf diplomatischen Protest mit der Begründung, die Mauer sei „keine sehr schöne Lösung, aber tausendmal besser als Krieg.“. 1962 standen die Supermächte und die Welt in der Kubakrise am Rand eines neuen Weltkriegs. Nachdem die USA Zeus- und Thor-Mittelstreckenraketen in der Türkei stationiert hatten, unterstützte die UdSSR des kubanischen Staatsoberhaupt Fidel Castro und stationierte ihrerseits Atomraketen auf Kuba. Diese hätten die Vorwarnzeiten für einen Angriff auf die USA extrem herabgesetzt und damit die Zweitschlagsfähigkeit, auf der das strategische Atompatt beruhte, ausschalten können. Dies konnte Kennedy nicht zulassen. Er verhängte eine Seeblockade für sowjetische Schiffe, die Kuba anliefen. Zugleich versuchte er intensiv über geheime diplomatische Kontakte, Chruschtschow zum Verzicht auf die Raketenstationierung zu bewegen. Es gelang ihm nur mit dem Zugeständnis des Abzugs amerikanischer Raketen aus der Türkei. Dies wurde der Öffentlichkeit in den USA verschwiegen. Danach wurde aufgrund der Erfahrung des Beinahe-Zusammenstoßes ein "heißer Draht" zwischen den Staatschefs beider Supermächte, das sogenannte "rote Telefon", eingerichtet.

Die Phase der friedlichen Koexistenz und Entspannung (1962–1979)

Supermächte Supermächte Nach dem Schock der Kubakrise setzte allmählich ein Umdenken ein. Der kommunistische Block war durch die Rivalität zwischen China und der UdSSR seit 1956 schon geschwächt. Auch die USA erlitten im Vietnamkrieg (1964-1975) Rückschläge, so dass US-Präsident Lyndon B. Johnson die Bombardierung Nordvietnams zeitweise einstellte. Zugleich zeigte sich die UdSSR zu wirtschaftlicher Kooperation bereit. Als das langanhaltende Nachkriegswachstum in Westeuropa abebbte, wuchs mit der neuen Generation auch der innenpolitische Protest gegen die einseitige proamerikanische Ausrichtung der westdeutschen Regierungspolitik. Diese Faktoren begünstigten die folgende Phase der Entspannungspolitik. Seit 1965 versuchten die Supermächte, infolge des atomarem Patts Obergrenzen für ihre Aufrüstung auszuhandeln. 1968 unterzeichneten die fünf damaligen Atommächte den Atomwaffensperrvertrag. 1969 begann der SALT-Vertragsprozess, der 1972 zunächst zum ABM-Vertrag führte. Hinzu kam in Europa 1973 der KSZE-Prozess: Der Westen erkannte die Nachkriegsgrenzen des Ostblocks, der Osten die Menschenrechte als verbindlich an. Dies gab Bürgerrechtsbewegungen im Ostblock Auftrieb. Auch stärkerer Wirtschaftsaustausch und humanitäre Erleichterungen waren die Folge. Bundeskanzler Willy Brandts Ostpolitik umfasste den Gewaltverzichtsvertrag mit der Sowjetunion, die Aussöhnung mit Polen, die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie und innerdeutsche Verträge für Reiseerleichterungen, die heute als erste Schritte auf dem Weg zur Deutschen Einheit gelten. Sein enger Freund, der schwedische Regierungschef Olof Palme, stieß seit 1973 Abrüstungsinitiativen an, die viele Vorschläge vorwegnahmen, die später unter Michail Gorbatschow realisiert wurden. Auf dem Gebiet der Rüstungstechnologie ging der Wettlauf der Supermächte jedoch unvermindert weiter. Dabei waren die USA der UdSSR auf fast allen Gebieten stets einige Schritte voraus, nur im Weltraum behielt die UdSSR anfangs die Nase vorn. Nach dem Sputnik-Satelliten 1957 sandte sie mit Juri Gagarin 1961 den ersten Menschen ins All. Dem US-Amerikaner John Glenn gelang 1962 die erste mehrfache Umkreisung der Erde mit seiner Mercury-Raumkapsel. Drei Jahre später machte der sowjetische Kosmonaut Alexei Leonow, nur mit einer Schnur mit seinem Raumschiff verbunden, den ersten Weltraumspaziergang. 1969 betrat der Amerikaner Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Bald darauf stellte die Sowjetunion ihr eigenes, bis dahin unter strengster Geheimhaltung durchgeführtes bemanntes Mondlandeprogramm ein. Der Wettlauf ins All war damit zu Gunsten der USA entschieden. 1975 war das Apollo-Sojus-Projekt die erste amerikanisch-sowjetische Kooperation in der Weltraumfahrt, zugleich ein politischer Publizitätserfolg und ein Signal der gegenseitigen Annäherung beider Supermächte. Es kennzeichnete auch das Ende der amerikanischen bemannten Raumfahrt bis zu deren Wiederaufnahme mit dem Space-Shuttle.

Vom NATO-Doppelbeschluss bis zu Gorbatschow (1979–1985)

Space-Shuttle ]] 1979 markierten zwei nahezu gleichzeitig stattfindende Ereignisse das Ende der Entspannungspolitik der 1970er Jahre und den Beginn des letzten Kapitels des Kalten Krieges: Der "Nato-Doppelbeschluss" und die "Sowjetische Invasion in Afghanistan". US-Präsident Ronald Reagan reagierte auf den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan mit Erhöhung der Rüstungsausgaben, Waffenlieferungen an die afghanischen Mujaheddin, sowie dem "SDI-Projekt" (auch Star-Wars-Programm genannt) zur Abwehr strategischer Raketen. Insbesondere mit diesem Projekt versuchte Reagan, das Kräftegleichgewicht zugunsten der USA zu verschieben, denn die bisherige Abschreckungsdoktrin „der Erstangreifer muss einen Zweitschlag des Gegners fürchten“ wäre dadurch ausgehebelt worden. In dieser neu eröffneten Runde forcierter technologischer Entwicklung konnte die Sowjetunion nicht mehr mithalten, zumal sie ihre Kräfte mit der Afghanistan-Invasion und mangels hinreichender ökonomischer Basis schon deutlich überdehnt hatte.

Tauwetter im Osten und Zerfall des Ostblocks (1985–1991)

ökonomischer, 1987]] 1985 leitete Michail Gorbatschow ein Reformprogramm ein, das aus Perestroika (Wende in Wirtschaft und Verwaltung) und Glasnost (Offenheit und Transparenz nach innen und außen) bestand. Man begann mit Ergebnissen über Abrüstung zu diskutieren und kooperierte wirklich in Fragen der globalen Sicherheit. Ab 1989 erübrigte sich die ideologische Auseinandersetzung, die ohnehin schon längere Zeit nur noch im Hintergrund stand, mit der Auflösung des Ostblocks. Gorbatschow sagte zu Honecker in Berlin sinngemäß: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Um den Kalten Krieg gibt es seit Jahren insbesondere in den USA eine interessante Forschungskontroverse, wobei die traditionelle Sicht eine Hauptverantwortung für die Entstehung des Kalten Krieges im (ideologisch begründeten) Expansionsdrang der Sowjetunion sah. Die jüngere (so genannte revisionistische) Linie sieht hingegen eine verteilte "Schuld" oder sogar ein Übergewicht hegemonialer und ökonomischer Interessen insbesondere der USA. Mit dem Ende der Sowjetunion und der Öffnung zahlreicher Archive scheinen sich eher vermittelnde Positionen anzubahnen.

Literatur


- Bernd Stöver: Der Kalte Krieg, C.H. Beck Verlag, München 2003, ISBN 3406480144
- Daniel Yergin: Shattered Peace: The Origins of the Cold War and the National Security State, Boston 1978, ISBN 039527267X
- David Horowitz: Kalter Krieg. Hintergründe der US-Außenpolitik von Jalta bis Vietnam, Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 1983, ISBN 3803110130
- Jeremy Isaacs/Taylor Downing: Der Kalte Krieg, Heyne, München 2001, ISBN 3453197100
- John Lewis Gaddis: We now know. Rethinking Cold War History, Oxford 1997
- Jürgen Bruhn: Der Kalte Krieg oder: Die Totrüstung der Sowjetunion, Gießen 1995, ISBN 3883494348
- Michael R. Beschloss/Strobe Talbott: Auf höchster Ebene, das Ende des Kalten Krieges und die Geheimdiplomatie der Supermächte 1989-91, ECON, ISBN 3430112478
- Rolf Steininger: Der Kalte Krieg, Fischer Taschenbuch Verlag Nr. 15551, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3596155517
- Wladimir K. Wolkow, Harald Neubert: Stalin wollte ein anderes Europa, Berlin 2003, ISBN 3360010469

Siehe auch


- Berliner Mauer
- Point Alpha
- Geschichte Deutschlands
- Eiserner Vorhang
- Containment-Politik
- Wettrüsten
- Truman-Doktrin
- Verträge und Abkommen des Kalten Krieges
- Permanente Rüstungswirtschaft

Weblinks


- [http://www.hdg.de/lemo/html/Nachkriegsjahre/EntstehungZweierDeutscherStaaten/derKalteKrieg.html www.hdg.de/...] - Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland: Der Kalte Krieg
- [http://www.dhm.de/ausstellungen/kalter_krieg/aus.htm www.dhm.de/...] - Ausstellung zum Kalten Krieg
- [http://www.kssursee.ch/schuelerweb/kalter-krieg/index.htm www.kssursee.ch/...] - Schülerweb: Kalter Krieg
- [http://home.snafu.de/veith/krieg.htm home.snafu.de/...] - Zwischenfälle im Kalten Krieg
- [http://www.zeithistorische-forschungen.de/portal/alias__zeithistorische-forschungen/lang__de/tabID__40208301/Default.aspx www.zeithistorische-forschungen.de/...] - Dierk Walter: Kolonialkrieg, Globalstrategie und Kalter Krieg
- [http://www.foreignaffairs.org/19470701faessay25403/x/the-sources-of-soviet-conduct.html?mode=print www.foreignaffairs.org/...] - The Sources of Soviet Conduct, Foreign Affairs (english)
- [http://wwics.si.edu/index.cfm?fuseaction=topics.home&topic_id=1409 wwics.si.edu/...] - Cold War International History Project (english) ! Kategorie:US-Außenpolitik Kategorie:Politischer Begriff Kategorie:Politisches Schlagwort ja:冷戦 ko:냉전 ms:Perang Dingin simple:Cold War th:สงครามเย็น

Wettrüsten

] Unter Wettrüsten oder Rüstungswettlauf versteht man die schrittweise militärische Aufrüstung zweier gegnerischer Parteien. Zu Zeiten des "Kalten Kriegs" fand kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs ein Wettrüsten zwischen den technologisch entwickelten westlichen Ländern rund um die NATO und den sozialistischen Ländern rund um den Warschauer Pakt statt, das bis zum Zusammenbruch der UdSSR weiter geführt wurde. Zunächst wurde vor allem die Vernichtungskraft atomarer Erstschlagswaffen erhöht. Kamen am Ende des Zweiten Weltkriegs die ersten beiden Atombomben mit einer Sprengkraft von 20 Kilotonnen TNT zum Einsatz, die bereits genügten, um einige hunderttausend Todesopfer zu fordern, waren in den 1960er Jahren Wasserstoffbomben mit ca. 20 Megatonnen Sprengkraft einsatzbereit, wobei mit nur einer Bombe eine Großstadt eingeäschert werden konnte. Das Wettrüsten setzte sich in Trägersystemen fort. Langstreckenbomber, die noch durch Jagdflugzeuge abgefangen werden konnten, wurden durch Interkontinentalraketen ergänzt, für die es keine Abwehrmöglichkeit gab. Das Wettrüsten endete schließlich darin, dass beide Seiten theoretisch die ganze Welt mehrfach vernichten konnten („Overkill“). Neben den Begriffen Rüstungsspirale, Rüstungswettlauf und Wettrüsten war auch nuklearer Holocaust ein gängiger Begriff. Hinzu kamen noch biologische und chemische Massenvernichtungswaffen. Teil dieser Rüstungsanstrengungen war die Kubakrise 1962 unter John F. Kennedy und N. Chrustschow. Der Aufbau dieses massiven Zerstörungspotentials gründete in der Drohung, dass jeder Angriff mit der vollständigen Zerstörung des Angreifers beantwortet würde. (Dies in diplomatischer Denkweise: Also nicht der tatsächliche Angreifer werde zerstört, sondern der gesamte Staat, in dem der Angreifer vermutet wird.) Der strategische Grundsatz dahinter wurde in dem Satz zusammengefasst: Wer zuerst schießt, stirbt als zweiter. Es zeigte sich jedoch, dass dieses Prinzip nicht grundsätzlich anwendbar war, sondern lediglich dann eine wirksame Drohung darstellen konnte, wenn die unmittelbaren Interessen eines Landes betroffen waren, im Extremfall der Angriff auf ein Staatsgebiet. In der Folge wurde das Prinzip der flexible response propagiert, also die Möglichkeit, auf einen Angriff flexibel reagieren zu können, sodass die vollständige Vernichtung des Feindes nicht mehr notwendig war. 1972 wurde mit dem ABM-Vertrag die Grundlage geschaffen, das gewaltige Vernichtungspotential zu reduzieren. Die "rohe Kraft" wurde in den nächsten Jahrzehnten zunehmend durch ausgeklügelte Technologien ersetzt. Das Spektrum reicht dabei von Spionagesatelliten und Tarntechnologien bis hin zu Präzisionswaffen, die metergenau Ziele zerstören können. Weiterhin wurden spezifisch wirksame Nuklearwaffen erdacht und teilweise auch entwickelt, z.B. die sog. Rucksackbombe, eine tragbare Atomwaffe mit sehr begrenzter Sprengkraft, oder die Neutronenbombe, die vor allem durch freigesetzte Neutronenstrahlung biologische Ziele (Menschen) töten sollte, ohne die Infrastruktur des Zielgebiets zu stark zu schädigen. Die Vernichtungskraft konventioneller Bomben wurde soweit optimiert, dass sie mit kleinen Atomwaffen konkurrieren können. Die übliche Rechtfertigung für das Wettrüsten bzw. die Rüstungsprirale bestand in der Unterstellung, dass die eine Seite jeweils weiter aufrüsten müsse, da dies die andere Seite auch tat. Ronald Reagan betrieb das Wettrüsten mit der Begründung, auf diese Weise die kommunistischen Länder wirtschaftlich in die Knie zu zwingen. Es ist heute fraglich, ob der Zusammenbruch des Ostblocks eine unmittelbare Folge des Wettrüstens war, oder ob die Wirtschaften der Länder ohnehin bereits vor Reagans Amtsperiode zum Scheitern verurteilt waren. Mit dem Ende des Kalten Krieges wurde auch das Wettrüsten zwischen NATO und Warschauer Pakt bzw. den USA und der UdSSR beendet. Heute findet lediglich noch ein hochtechnologisches defensives Wettrüsten zwischen den USA und den von ihnen so benannten „Schurkenstaaten“ statt, ohne dass der Begriff selbst noch benutzt wird. Dabei wird postuliert, dass auch ein unterentwickeltes Land mit wenigen interkontinental einsetzbaren Massenvernichtungswaffen ein hoch entwickeltes Land wirksam bedrohen kann. Einerseits wird nun versucht, diese Bedrohung im Ansatz zu unterbinden, indem diesen Staaten Kontrollen bzgl. der Herstellung von ABC-Waffen aufgezwungen werden. Andererseits versuchen die USA Abwehrsysteme zu entwickeln, die interkontinental einsetzbare Waffen im Anflug zerstören können. Das Wettrüsten kann spieltheoretisch modelliert werden. Es soll dabei im Wesentlichen dem Gefangenen-Dilemma entsprechen, bei dem das einseitige Aufrüsten einen größeren individuellen subjektiven Vorteil gegenüber dem gemeinsamen Abrüsten entspricht.

Literatur


- Richard J. Barnet: Der amerikanische Rüstungswahn. Rowohlt, 1984 ISBN 3-499-11450-X
- Jürgen Bruhn: Der Kalte Krieg oder: Die Totrüstung der Sowjetunion, 1995 ISBN 3-88349-434-8

Siehe auch


- Verträge und Abkommen des Kalten Krieges
- Kalter Krieg
- Aufrüstung
- Abrüstung
- Permanente Rüstungswirtschaft Kategorie:Sicherheitspolitik Kategorie:Kalter_Krieg Kategorie:US-Außenpolitik Kategorie:Politik (Sowjetunion) Kategorie:Politisches Schlagwort

Atomwaffensperrvertrag

Der Atomwaffensperrvertrag (englisch Treaty on the Non-proliferation of Nuclear Weapons (NPT)) ist der Vertrag, der die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen zum Gegenstand hat.

Inhalt

Der Atomwaffensperrvertrag regelt, dass der Besitz atomarer Waffen auf die USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und die Volksrepublik China beschränkt bleiben soll, und dass diese Atommächte kein atomwaffenfähiges Material an andere Staaten weiterverbreiten dürfen. Diese fünf offiziellen Atommächte verpflichten sich im Atomwaffensperrvertrag auch, eine vollständige Abrüstung ihrer Atomwaffen unter internationaler Aufsicht vertraglich zu vereinbaren. Unterzeichnerstaaten, die keine Atomwaffen besitzen, sollen bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie unterstützt werden und verpflichten sich, in Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, die den Bau von Atomwaffen verhindern sollen. Diese friedliche Nutzung ist in absehbarer Zeit in Deutschland beendet, so dass der Vertrag ohne Nachteile kündbar sein sollte. Der Atomwaffensperrvertrag wurde am 1. Juli 1968 von den USA, der Sowjetunion und Großbritannien unterzeichnet und trat 1970 in Kraft. Mittlerweile haben 189 Staaten den Vertrag unterzeichnet, darunter auch die Volksrepublik China und Frankreich (beide 1992). Die Bundesrepublik Deutschland unterzeichnete den Atomwaffensperrvertrag am 28. November 1969. Zu den nicht unterzeichnenden Staaten gehört neben Indien und Pakistan, die mittlerweile Atomwaffen entwickelt und getestet haben, auch Israel, das ebenfalls über Atomwaffen verfügt, dies aber weder bestätigt noch negiert. Nordkorea ist dem Atomwaffensperrvertrag 1985 beigetreten, hat aber am 11. Januar 2003 den Austritt erklärt. Der Vertrag war zunächst für 25 Jahre gültig. 1995 wurde er auf unbestimmte Zeit verlängert. Der Beitritt zum Atomwaffensperrvertrag bedeutet für die Unterzeichnerstaaten die Verpflichtung, sich in regelmäßigen Abständen den von der IAEA durchgeführten Kontrollen auf Einhaltung des Vertrags zu unterwerfen. Da diese Kontrollen aber angemeldet werden und sich zudem nur auf solche Anlagen richten, die die Vertragsstaaten freiwillig zur Kontrolle anbieten, bieten sie kaum Möglichkeiten, Verstöße gegen den Vertrag aufzudecken. Dies wurde deutlich, als die IAEA nach dem zweiten Golfkrieg 1991 erstmals uneingeschränkte Untersuchungen im Irak durchführen konnte und dabei das geheime Atomwaffenprogramm Saddam Husseins aufdeckte. Um ein wirksameres Mittel der Überprüfung zu erhalten, hat die IAEA daher ein Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag verfasst, das den Inspektoren die Möglichkeit gibt, unangemeldete Kontrollen in beliebigen Anlagen durchzuführen. Dieses Protokoll ist allerdings erst in 38 Staaten in Kraft (Stand 2004). Weder die USA noch die EU-Staaten haben das Protokoll bisher ratifiziert.

Kritik

Kritiker des Atomwaffensperrvertrags bemängeln, dass durch ihn – und insbesondere die fehlende Umsetzung der Abrüstungsverpflichtung – ein Ungleichgewicht in den internationalen Beziehungen festgeschrieben wird. Es wird auch in Frage gestellt, dass Nationen, die Angriffs- oder Kolonialkriege führen (wie dies alle im Vertrag genannten Atommächte getan haben), die moralische Berechtigung hätten, anderen Staaten Vorschriften hinsichtlich ihrer Bewaffnung zu machen. Auch wird kritisiert, dass der Vertrag die Ausbreitung von Atomwaffen nicht dauerhaft begrenzen konnte. Es ist seit langer Zeit bekannt, wenn auch offiziell nicht bestätigt, dass Israel – vermutlich schon seit 1967 – über Atomwaffen verfügt. Indien und Pakistan haben offiziell bestätigt, solche Waffen zu besitzen, und haben sie getestet; Nordkorea behauptet, ebenfalls über Atomwaffen zu verfügen. Auch Südafrika hat während der Apartheid Atomwaffenprogramme verfolgt, sie danach aber freiwillig aufgedeckt und beendet. Derzeit werden dem Iran von manchen – darunter der Regierung der USA – Bestrebungen unterstellt, Atomwaffen zu entwickeln. Außerdem haben die USA außerhalb ihres eigenen Territoriums in mehreren NATO-Staaten sowie in Japan und Südkorea Atomwaffen stationiert. Teilweise ist geplant, diese im Konfliktfall durch Soldaten von Nicht-Atommächten wie der Bundesrepublik Deutschland einsetzen zu lassen.

Verstöße

Es gibt vor allem drei Arten befürchteter oder tatsächlicher Verstöße gegen den Atomwaffensperrvertrag:
- Wie bereits unter „Kritik“ angesprochen, sehen zahlreiche Menschen die vertragliche Verpflichtung der Atommächte, sich um Abrüstung zu bemühen, nicht erfüllt. Sollte diese Einschätzung richtig sein, wäre dies ein Verstoß gegen den Vertrag.
- Es gibt Formen der Stationierung von Atomwaffen von Atommächten in anderen Ländern, bei denen die Verfügungsgewalt für den Einsatzfall unklar ist. Prominentestes Beispiel einer solchen Situation ist die nukleare Teilhabe, in deren Rahmen Atomwaffen der USA in europäischen NATO-Ländern, insbesondere Deutschland, stationiert sind. Manche Beobachter sehen darin einen Verstoß gegen das Verbot des Vertrags Atomwaffen zu überlassen oder anzunehmen.
- Es wird spekuliert, dass Regierungen oder Einzelpersonen mit Zugriff auf Atomwaffen oder für ihre Erzeugung nötige Technologie diese an interessierte Zielstaaten weitergegeben haben könnten oder dass dies in der Zukunft geschehen könnte. Es sind keine gesicherten Fälle solcher Transfers bekannt geworden.

Siehe auch


- Atomwaffenfreie Zone, Proliferation, Verzicht auf den Ersteinsatz

Weblinks


- http://disarmament2.un.org/wmd/npt/npttext.html Vertragstext (englisch)
- http://www.un.org/Depts/dda/WMD/treaty/ (englisch, Webseite der Vereinten Nationen)
- http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/infoservice/download/pdf/friedenspolitik/abruestung/nvv.pdf Vertragstext (deutsche Übersetzung)
- [http://www.learn-line.nrw.de/angebote/agenda21/lexikon/NPT.htm Atomwaffensperrvertrag: Hintergrund, Aktuelles] "Agenda 21 Treffpunkt" im Bildungsserver learn:line NRW
- [http://www.lebenshaus-alb.de/cgi-bin/movabletype/mt-search.cgi?search=Atomwaffensperrvertrag Artikelsammlung zum Atomwaffensperrvertrag] Kategorie:Vertrag Kategorie:Rüstungskontrolle Kategorie:Atomwaffe ja:核拡散防止条約 ko:핵무기 확산방지 조약 ms:Persefahaman Membantut Percambahan Senjata Nuklear

Nachrüstung

Unter dem NATO-Doppelbeschluss wird die Entscheidung der NATO vom 12. Dezember 1979 verstanden, dem Warschauer Pakt eine beidseitige Begrenzung von Mittelstreckenraketen anzubieten, verbunden mit der Drohung, bei Nichteinigung ebenfalls neue amerikanische Mittelstreckenraketen in Westeuropa zu stationieren. Im weiteren Sinne wird auch die dieser Stationierung vorausgehende Sicherheitspolitische Debatte eingeschlossen. Der NATO-Doppelbeschluss war eines der bestimmenden Themen in der Bundesrepublik Deutschland der frühen 1980er-Jahre. Während die Befürworter von einer notwendigen „Nachrüstung“ (Aufrüstung) sprachen, sahen die Kritiker darin den Teil eines sinnlosen und gefährlichen Rüstungswettlaufes.

Vorgeschichte

Die Anfang der 1970er langsam beginnende und sich bis Ende des Jahrzehnts fortsetzende Entspannungspolitik zwischen den