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Außenhandel

Außenhandel

Die Außenwirtschaftslehre ist ein Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre. Sie befasst sich mit allen Fragen, die mit dem grenzüberschreitenden Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital zusammenhängen. Sie wendet dort die Aussagen und Theorien der Makroökonomie und Mikroökonomie an. Die Außenwirtschaftstheorie gliedert sich heute in drei Stränge: die reale (güterwirtschaftliche) Theorie, die monetäre Theorie und die Theorie wirtschaftlicher Integration. Die reale Außenwirtschaft ist das traditionelle Kernstück der Außenwirtschaftslehre (weswegen sie in älteren Lehrbüchern auch als "reine Außenwirtschaft" bezeichnet wird). Sie befasst sich mit dem Außenhandelsmarkt und den dort relevanten Größen Ex- und Import. Insbesondere durch den Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems haben jedoch monetäre Aspekte in den letzten Jahrzehnten eine weit stärkere Bedeutung gewonnen. Die monetäre Außenwirtschaft hat sich daher seit den 1960ern als zweites bedeutendes Standbein der Außenwirtschaftstheorie herausgebildet. Sie untersucht den Devisenmarkt (und dort insbesondere den Wechselkurs untersucht. Beide Ansätze standen lange weitgehend unverbunden nebeneinader. Als neuester Strang der Außenwirtschaftslehre haben sich in den letzten Jahrzehnten, insbesondere aber in den 1990er Jahren Theorien zu Fragen der wirtschaftlichen Integration herausgebildet. Sie verknüpfen reale und monetäre Außenwirtschaft und stellen heute den in der Öffentlichkeit am meisten beachteten Strang der Außenwirtschaft dar. Ein gesondertes Wissensgebiet sind betriebswirtschaftliche Aspekte der Außenwirtschaftslehre, so z. B. der Anbahnung und Abwicklung von Exportgeschäften, der Absicherung gegen Wechselkurs-, wirtschaftliche und politische Risiken.

Güterwirtschaftliche (reale) Außenwirtschaftstheorie

Komparative Kostenvorteile und Austauschverhältnis

Die güterwirtschaftliche Theorie befasst sich mit den Ursachen des Außenhandels. Dieser kommt zu Stande
- wenn Güter in einem Land nicht verfügbar sind, (z.B. Deutschland importiert Bananen)
- besondere Präferenzen für ausländische Güter bestehen (Import von französischem Champagner)
- Länder über unterschiedliche Kostenvorteile verfügen. Adam Smith ging noch davon aus, dass sich Außenhandel nur beim Vorhandensein absoluter Kostenvorteile lohnt. David Ricardo (1772-1825, englischer Nationalökonom) zeigte aber, dass auch ein Land, das bei allen Gütern über absolute Kostenvorteile verfügt, dennoch Nutzen aus dem Außenhandel ziehen kann, wenn es seine komparativen Kostenvorteile ausnutzt. Quintessenz dieser Überlegungen ist, dass Spezialisierung und Außenhandel die Wohlfahrt aller Länder erhöht. Die gilt zumindest dann, wenn sich auf den Weltmärkten ein Austauschverhältnis terms of trade herausbildet, bei dem beide Seiten profitieren. Allerdings sind die Vorteile aus dem Außenhandel an Annahmen geknüpft, die in der Praxis nicht ohne weiteres erfüllt sind. So wird unterstellt, dass Produktionsfaktoren in den beteiligten Ländern flexibel einsetzbar sind, dass also ein Land, das z.B. sein Vorteile auf dem Gebiet der Landwirtschaft verliert, die dort beschäftigten Arbeitskräfte ohne weiteres in Industrien einsetzen kann, die über Vorteile im Außenhandel verfügen. Auch kann die Spezialisierung zu Monokulturen führen, wodurch Länder von einem Produkt abhängig werden und sich terms of trade herausbilden können, die nicht mehr vorteilhaft für das Land sind; unter diesem Problem leiden viele Entwicklungsländer.

Handelspolitik und Protektionismus

Obwohl ein freier Welthandel nach der Theorie der komparativen Kosten den Wohlstand aller Volkswirtschaften begünstigt, ergriffen und ergreifen Länder protektionistische Maßnahmen zur Beschränkung des Handels. Das liegt unter anderem daran, dass die Vorteile des Freihandels für den Einzelnen von diesem nicht bewusst wahrgenommen werden, während die Nachteile oft kleine Gruppen (in Deutschland z.B. die Bergarbeiter) sehr hart treffen, die entsprechend laut ihre Interessen artikulieren. Traditionelle Instrumente einer strategischen Handelspolitik sind Zölle, Kontingente und Exportsubventionen. Man bezeichnet diese auch als tarifäre Handelshemmnisse. Große Bedeutung besitzen aber auch nicht-tarifäre Maßnahmen wie z.B. Selbstbeschränkungsabkommen, Ausländer diskriminierende Vorschriften und Normen oder bürokratische Regelungen. (Grenzzuschläge, Konsulargebühren, Hafengebühren, Gesundheits und Sicherheitsbestimmungen, Subventionen und andere staatliche Beihilfen, Importentmutigende Gesetze... )

Ordnung des Welthandels

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Neuordnung des Welthandels 1947 mit der Gründung des Allgemein Zoll- und Handelsabkommen GATT. In seinem Rahmen fanden acht Verhandlungsrunden statt, in denen die Zölle weltweit gesenkt wurden. Die achte Runde (sog. Uruguay-Runde) endete mit der Gründung der Welthandelsorganisation WTO.

Monetäre Außenwirtschaftstheorie

Während im Mittelpunkt der güterwirtschaftlichen Theorie physische Ströme von Waren und Dienstleistungen stehen, betrachtet die monetäre Theorie die denen entsprechenden Geldströme und bezieht auch den internationalen Kapitalverkehr mit ein.

Darstellung des Außenhandels in der Zahlungsbilanz

Definitorischer Rahmen für die Abbildung der grenzüberschreitenden Geld- und Kapitalströme ist die Zahlungsbilanz. Diese ist insgesamt gesehen stets ausgeglichen, da alle Ungleichgewichte letztlich durch die Zentralbank ausgeglichen werden, deren Devisenreserven sich entsprechend verändern. Von einer ausgeglichenen Zahlungsbilanz spricht man, wenn sich die Devisenreserven nicht ändern, also die Devisenbilanz ausgeglichen ist. Instrumente zum Zahlungsbilanzausgleich sind der Wechselkurs und der Zins.

Wechselkurs und Außenhandel

Die klassische Annahme der monetären Außenwirtschaftslehre ist, dass das Angebot und die Nachfrage auf den Devisenmärkten allein aus dem Außenhandel ergibt: Exporteure erlösen Devisen und bieten sie an, Importeure benötigen zur Bezahlung ihrer Rechnungen Devisen und fragen sie nach. Bildet sich der Wechselkurs frei nach Angebot und Nachfrage, dann beeinflussen Ungleichgewichte in der Zahlungsbilanz den Wechselkurs, und der Wechselkurs beeinflusst wiederum die Zahlungsbilanz. (Bei festen Wechselkursen erfolgt die Anpassung über die Inflationsraten). Hat ein Land einen Überschuss in der Zahlungsbilanz, übersteigt das Angebot auf dem Devisenmarkt die Nachfrage, der Kurs der ausländischen Währung gerät unter Druck bzw. die inländische Währung wertet auf. Eine Aufwertung der heimischen Währung verteuert aber die Ausfuhren, so dass, eine normale Preiselastizität der Nachfrage vorausgesetzt, im Ausland weniger Exportgüter nachgefragt werden, die Ausfuhren also sinken. Gleichzeitig werden Importgüter billiger, so dass die Einfuhren steigen. Damit verringert sich der Überschuss in der Zahlungsbilanz. Diese hier nur vereinfacht wiedergegebene Argumentation war es, die Ende der sechziger Jahre, als das Bretton-Woods-System fester Wechselkurse zusammenbrach, die Forderung nach flexiblen Wechselkursen laut werden ließ. Allerdings wird die Zahlungsbilanz in hohem Maße durch Kapitalströme beeinflusst, die zwar auch auf Wechselkurse reagieren, aber auch durch Zinsdifferenzen, Wachstumserwartungen etc. beeinflusst werden.

Die internationale Währungsordnung

Noch während des Zweiten Weltkrieges wurde bei einer Konferenz in Bretton Woods die Neuordnung der internationalen Währungsordnung in die Wege geleitet mit Gründung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und seiner Schwesterorganisationen Weltbank und Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD). Die Wechselkursbeziehungen zwischen den IWF-Mitgliedern waren durch das Bretton-Woods-System geregelt, das durch feste Wechselkurse aller Mitgliedsländer gegenüber dem Dollar gekennzeichnet war, für den wiederum ein Goldstandard galt. Als das System Anfang der siebziger Jahre zusammenbrach, bildete sich in Europa das Europäisches Währungssystem heraus, in dem die stark verflochtenen Länder der Europäischen Union untereinander feste Wechselkurse vereinbarten. Aufgabe des IWF ist heute vor allem die Überwachung der Stabilität der Währungen ihrer Mitglieder (Surveillance) und die Gewährung von Überbrückungskrediten, um Währungskrisen zu vermeiden. Allerdings verfolgten die IWF-Mitglieder zeitweise informelle Wechselkursziele, so z.B. 1985, als sie in konzertierter Aktion eine außerordentlich starke Aufwertung des Dollar stoppten und 1987, als sie den Fall des Dollar beendeten.

Internationale wirtschaftliche Integration

siehe Hauptartikel Wirtschaftliche Integration Reale und monetäre Außenwirtschaftslehre werden über die so genannte Integrationstheorie zusammengeführt. Sie ist das Ergebnis der derzeit zu beobachtenden zunehmende wirtschaftliche Integration, welche wiederum die direkte Folge vermehrter güterwirtschaftlicher und monetärer Interaktion zwischen Staaten ist. Das Phänomen der wirtschaftlichen Integration hat sich in den letzten Jahren zu einer dritten Säule der Außenwirtschaftslehre entwickelt, da es in der Öffentlichkeit eine besonder starke Beachtung findet. In diesem Zusammenhang betrachtete Prozesse sind die Globalisierung, die Globalisierungskritik und die Institutionalisierung der Wirtschaftsintegration (durch Zollunionen, Freihandelszonen, Währungsunionen oder einen gemeinsamen Markt) durch Internationale Organisationen. Ergebnisse dieses Institutionalisierungsprozesses sind z. B. die Europäische Union, der Euro, die NAFTA oder Welthandelsorganisation. Zur Untersuchung dieser Zusammenhänge verfügt die Außenwirtschaftslehre jedoch bisher über ein vergleichsweise kleines theoretisches Spektrum. In den letzten Jahrzehnten haben sich erst wenige Integrationstheorien herausgebildet, jedoch gibt es v. a. im Bereich der Währungsintegration eine ganze Reihe wissenschaftlicher Arbeiten, die unter dem Schlagwort Theorie optimaler Währungsräume zusammengefasst werden. Im Rahmen der Globalisierungsdebatte hat sich v. a. in den 1990er Jahren eine teils scharfe Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern entwickelt. Das theoretische Rüstzeug hierzu bilden bis heute v. a. die bekannten Außenhandelstheorien, denen von Globalisierungskritikern jedoch die übergreifende Aussagekraft absprechen.

Europäische Integration

siehe Hauptartikel Europäische Union Als weltweit erfolgreichstes Integrationsprojekt hat sich bis heute die Europäische Union bewiesen. Sie hat mehrere Stufen der Integration durchlaufen und ist heute mit der EWWU eine Wirtschafts- und Währungsunion, sowie mit den weiteren Integrationssäulen teilweise sogar eine Politische Union. Die Außenwirtschaftslehre misst der europäischen Integration mehrheitlich einen stark positiven Nutzen bei. EU-Mitgliedsländer wie Irland, Spanien, Portugal oder die MOEL haben nicht zuletzt aufgrund der fruchtbaren institutionellen Rahmenbedingungen der EU ein beachtliches ökonomisches Wachstum erzielt.

Andere Integrationsräume

In Europa hatte sich parallel zur EU die EFTA (European Free Trade Association) gegründet, die meisten ihrer Mitglieder traten aber nach und nach der EU bei. In Osteuropa war als Gegenpol zur Marshallplanhilfe der Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW, COMECON) entstanden, der sich 1991 mit dem Ende des planwirtschaftlichen Systems auflöste. In Nordamerika wurde die US-kanadische Freihandelszone 1994 durch den Beitritt Mexikos die NAFTA (Nordamerikanische Freihandelszone) gebildet. In Südamerika gründeten Argentinien, Uruguay, Brasilien und Paraguay den Mercosur. In der Planung ist eine panamerikanische Freihandelszone FTAA. In Asien steht die regionale wirtschaftliche Integration noch am Anfang. In Südostasien existiert zwar schon seit 1967 die ASEAN, jedoch unternehmen ihre Mitglieder erst gegenwärtig erste Schritte in Richtung einer Freihandelszone.

Betriebswirtschaftliche Aspekte der Außenwirtschaftslehre

Aus betrieblicher Sicht sind grenzüberschreitende Geschäfte mit besonderen Risiken verbunden: Dadurch, dass Geschäfte häufig in fremden Währungen fakturiert werden, ergibt sich die Notwendigkeit einer Absicherung gegen Wechselkursrisiken (z. B. durch Hedging). Dadurch, dass die Transportwege länger sind, entstehen auch größere Transportrisiken als im Binnenhandel. Deshalb sind klare Absprachen zu treffen, wo Risiken vom Versender auf den Empfänger übergehen und wer welche Kosten zu tragen hat. Um hier klare Regeln zu schaffen, werden in Verträgen international eindeutig definierte Handelsklauseln verwendet. Ferner unterliegt Außenhandel besonderen Länder- und politischen Risiken. Eine staatlich garantierte Absicherung gegen solche Risiken bilden in Deutschland die Hermes-Bürgschaften. Eine Absicherung im Außenhandel ist z. B. auch durch Dokumentenakkreditiv möglich. Außerdem kann es schwierig sein, Forderungen gegen Vertragspartner durchzusetzen, deren Rechtssitz im Ausland liegt und auf die daher das inländische Recht nicht anwendbar ist.

Siehe auch


- Außenhandelsstatistik
- Freihandel
- Handelsbilanz
- Balassa-Samuelson-Effekt !

Volkswirtschaftslehre

Die Volkswirtschaftslehre (VWL) ist ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaft.

Betätigungsfeld und Grundannahmen der VWL

Allokation knapper Güter

Die VWL untersucht die Allokation ökonomischer Ressourcen (Güter und Produktionsfaktoren), die der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse dienen. Ausgangspunkt ist also die Grundannahme, dass Güter und Ressourcen knapp sind und die Menschen darum gezwungen sind, sich zwischen verschiedenen Möglichkeiten von deren Einsatz oder Verbrauch zu entscheiden (Ökonomisches Prinzip). Die Knappheit bedeutet dabei, dass eine einmal gewählte Verwendungsmöglichkeit eine andere ausschließt. Ökonomen bezeichnen das als Opportunitätskosten. Die Wahlentscheidungen von Individuen und Gruppen sind daher in der VWL von zentraler Bedeutung. Die Wirtschaftswissenschaftler gehen davon aus, dass Anreize, Präferenzen und Nutzen diese Entscheidungen bestimmen.

Untersuchungsfelder

In der Volkswirtschaftslehre werden gesamt- und einzelwirtschaftliche Zusammenhänge und Prozesse untersucht. Grundfragen sind Handel, Ressourcenallokation, die Ursachen des Wohlstandes, die Gestaltung der Produktion, die Verteilung des Wohlstandes in einer Gesellschaft, Ursachen von Wirtschaftskrisen sowie die damit verwandten Themen Finanzen, Steuern, Arbeit und Arbeitslosigkeit, Recht, Armut, Umweltschutz und viele andere.

Menschenbilder

In der Volkswirtschaftslehre wird häufig mit der Modellannahme des homo oeconomicus gearbeitet, nach der der Mensch rational handelt, um sein Wohlbefinden unter gegebenem Informationsstand zu maximieren. Dieses Modell scheint für viele Untersuchungen ausreichend, da sich die irrationalen Vorlieben der einzelnen Individuen in der Summe wieder ausgleichen. Neuere Forschungsmodelle erweitern zunehmend die Annahmen und beziehen irrationales Verhalten in ihre Denkmodelle der Verhaltensökonomie mit ein, so z. B. in der Spieltheorie. Einige Forscher haben für diese Ansätze schon den Wirtschaftsnobelpreis verliehen bekommen. Des Weiteren berücksichtigen neuere ökonomische Menschenbilder opportunistisches Verhalten (opportunism, Williamson), worunter eigennütziges Denken gepaart mit List und Tücke verstanden wird, und die Begrenztheit der menschlichen Rationalität aufgrund beschränkter kognitiver Kapazitäten (bounded rationality, Simon). So werden solche menschlichen Eigenschaften in der neuen Institutionenökonomik berücksichtigt. Darüber hinausgehende Entwicklungen wie die des sog. REMM (resourceful, evaluating, maximizing man, Meckling) beziehen zudem die Lernfähigkeit des Menschen in die Betrachtung mit ein.

Werkzeuge und Themen der VWL

Werkzeuge der VWL

Mathematische Modelle spielen eine wesentliche Rolle in der VWL, da sie klare Beweisführung und eindeutig definierte Annahmen verlangen und in der Regel nicht zu vieldeutigen oder "weich" interpretierbaren Ergebnissen führen. Die generellen volkswirtschaftlichen Ansätze lassen sich aber mit einfacher Arithmetik und dem Verschieben von Kurven darstellen, ohne dass man tiefere mathematische Kenntnisse mitbringen muss. Die Österreichische Schule vertritt sogar die Auffassung, dass jedes Modell, das über einfache Logik hinausgeht, nicht nur überflüssig, sondern sogar ungeeignet für ökonomische Analysen sei. In den letzten Jahren zeigt sich eine zunehmende Tendenz hin zu ökonometrischen Arbeiten.

Fachrichtungen der VWL


- Mikroökonomie, die sich mit den Beziehungen von einzelnen Individuen und Firmen untereinander befasst. Die innere Gliederung von Unternehmen ist Gegenstand der Betriebswirtschaftslehre.
- Makroökonomie, die die Wirtschaft im Gesamtzusammenhang betrachtet, also die Wechselwirkung von Einkommen, Beschäftigung und Inflation In den letzten zwanzig Jahren gab es immer wieder Versuche, diese beiden Grundrichtungen miteinander zu verzahnen. Heute herrscht weitgehend Einigkeit, dass gute makroökonomische Analysen auf fundierten mikroökonomischen Kenntnissen aufbauen müssen. Innerhalb dieser breiten Fachrichtungen der VWL finden sich spezialisierte Themenbereiche, die ein breites Spektrum menschlicher Tätigkeiten abdecken. Das quantitative Methodenwissen der VWL ist in einer eigenen Fachrichtung zusammengefasst, der Ökonometrie.

Themen in der VWL


- Allgemeine Mikroökonomie :Markt -- Allgemeine Gleichgewichtstheorie -- Marktgleichgewicht -- Angebot und Nachfrage -- Preis -- Preiselastizität -- Nutzenfunktion -- Produktionsfaktor -- Produktionsfunktion
- Mikroökonomie der staatlichen Eingriffe :Entwicklungsökonomie --Öffentliche Finanzen -- Öffentliche Güter und externe Effekte -- Netzwerkeffekte -- Staatliche Regulierung -- Ölflecktheorem
- Spezielle Mikroökonomie für einzelne Bereiche bzw. Branchen :Arbeitsmarkt -- Bildungsökonomie -- Familienökonomie -- Finanzökonomie -- Gesundheitsökonomie -- Industrieökonomik -- Ökonomie des Rechts -- Regionalökonomie -- Verkehrswirtschaftslehre -- Umweltökonomie -- Innovationsökonomie -- Ökonomie der Kriminalität -- Religionsökonomie
- Makroökonomie :Gesamtwirtschaftlicher Konsum -- Gesamtwirtschaftliche Investitionen -- Fiskalpolitik -- Geldpolitik -- Preisentwicklung -- Wechselkursentwicklung -- Konjunkturtheorie -- Wirtschaftswachstum -- Arbeitslosigkeit bzw. Gesamtwirtschaftliche Beschäftigung
- Internationale Wirtschaftsbeziehungen :Güterwirtschaftliche und monetäre Außenwirtschaftstheorie -- Zolltheorie -- Handelspolitik -- Zahlungsbilanz -- Internationale Institutionen -- Wirtschaftliche Integration
- Methodologie :Entscheidungstheorie -- Evolutionsökonomik -- Experimentelle Ökonomie -- Ökonometrie -- Spieltheorie -- Wirtschaftsgeografie -- Wirtschaftsgeschichte -- Wirtschaftspolitik

Geschichte der Volkswirtschaftslehre

Das Bearbeiten grundlegender ökonomischer Fragestellungen theoretischer Natur wurden nach allgemeiner Auffassung im Merkantilismus begonnen. Eine echte akademische Debatte gab es zu dieser Zeit natürlich noch nicht. Thomas Mun war einer der frühesten ökonomischen Autoren und schrieb bspw. über Handelsbilanzen zweier Länder. Auch Jean-Baptiste Colbert war einer dieser frühesten Autoren, er beschäftigte sich mit Staatseingriffen in die Wirtschaft. Drei wichtige frühe theoretische Autoren waren vor allem William Petty, John Law und John Locke, die erste theoretische Erkenntnisse über bspw. Geldumlauf und Geld bzw. Banknoten (Assignaten) veröffentlichten. Nach der merkantilistischen und physiokratischen Epoche entstand mit Adam Smith, David Ricardo, Jean-Baptiste Say und anderen Autoren die Klassische Nationalökonomie. Vor allem Smiths Werk „An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations“ ist ein bis heute bedeutendes Grundlagenwerk der Volkswirtschaftstheorie. In diesem fasst er bereits (auch von anderen) entwickelte Theorien zusammen und formuliert eine Struktur volkswirtschaftlicher Zusammenhänge. Smiths bedeutendster Beitrag ist das Konzept der "unsichtbaren Hand", welches das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage auf einem freien Markt darstellt. Ricardo entwickelte das Konzept der Arbeitsteilung und der komparativen Kostenvorteile zweier Länder und beschrieb, warum Handel sich positiv auf die Wirtschaft und die Faktorallokation zweier Länder auswirkt. Ab Anfang des 19. Jahrhunderts schrieben mehrere Wirtschaftstheoretiker relativ unabhängig voneinander wichtige Werke über die Monopoltheorie (Cournot und Dupuit) oder Raumordnung und Standortplanung (Johann Heinrich von Thünen). Auch Karl Marx gehört in diese Epoche, wenngleich behauptet wird, Marx habe lediglich Ricardo weiterentwickelt (Schumpeter behauptete, Marx habe "die Fehler Ricardos zu Ende gedacht"). Mit dem auslaufenden 19. Jahrhundert entstanden drei von einander unabhängige Schulen der Grenznutzentheorie, welche die sogenannte marginalistische Revolution auslösten: Die Österreichische Schule von Carl Menger, die Cambridge-School von William Stanley Jevons und die Lausanner Schule um Leon Walras. Alle drei Schulen entwickelten die Theorien des Grenznutzens und des allgemeinen Gleichgewichts weiter. Allerdings wurden wesentliche Grundlagen der Grenznutzentheorie bereits rund 20 Jahre vorher (um 1850) vom deutschen Ökonomen Hermann Heinrich Gossen entwickelt, was allerdings bis weit nach dessen Tode unbekannt blieb. Gossen fand erst nach seinem Tode größere Beachtung. Die drei neoklassischen Schulen haben eine Vielzahl wichtiger Ökonomen hervorgebracht, welche bis zum zweiten Weltkrieg die Wirtschaftstheorie entscheidend prägten: Die österreichische Schule bestand neben Carl Menger noch aus Eugen von Böhm-Bawerk, Friedrich von Wieser, Joseph Schumpeter und Ludwig von Mises. Zur Cambridge School gehören neben Jevons der herausragende englische Ökonom Alfred Marshall, welcher als erster den Begriff "Economics" statt "Political economy" verwendete und die Wirtschaftstheorie somit begriffsmäßig in eine eigene Wissenschaft überführte. Weiterhin gehörten zur Cambridge-School Francis Edgeworth, Arthur Cecil Pigou und John Maynard Keynes. Zur Lausanner Schule, welche prägend für eine stärkere mathematische Ausgestaltung der ökonomischen Theorie war, zählt neben Walras vor allem Vilfredo Pareto, Eugenius Slutsky und Irving Fisher, der wohl wichtigste US-amerikanische Ökonom in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zur Lausanner Schule können auch noch Heinrich von Stackelberg sowie Paul Samuelson gezählt werden. Die neoklassische und die keynesianische Theorie haben derzeit den stärksten Einfluss auf die wissenschaftliche Theoriebildung, der Monetarismus und der Neoliberalismus beeinflussen derzeit am stärksten die Wirtschaftspolitik. Die Außenseiterpositionen Debitismus und Freiwirtschaftslehre sind zwei Denkschulen, die in der universitären Ausbildung kaum gelehrt werden.

Bekannte Volkswirte


- 18. Jahrhundert :
- Francois Quesnay
- 1694 - erste ökonomische Kreislauftheorie :
- Adam Smith
- 1723 - "Unsichtbare Hand", Klassik :
- Jean-Baptiste Say
- 1767 - Saysches Theorem, Klassik :
- David Ricardo
- 1772 - Theorie der komparativen Vorteile, Klassik
- 19. Jahrhundert :
- Luigi Bodio
- 1840 - Herausgeber der Statistique internationale des caisses d'épargne :
- Eugen von Böhm-Bawerk :
- Antoine-Augustine Cournot :
- Hermann Heinrich Gossen :
- William Stanley Jevons - Begründer der Cambridge-School :
- Karl Marx
- 1818 und Friedrich Engels
- 1820 - Sozialismus :
- Carl Menger - Begründer der Österreichischen Schule :
- Marie Esprit Léon Walras
- 1834 - Begründer der Lausanner Schule, Gleichgewicht in der Totalanalyse, Neoklassik :
- Friedrich von Wieser
- 20. Jahrhundert :
- Kenneth Arrow - Maß zur Messung der Risikoaversion, zusammen mit John Pratt, deshalb auch bekannt als Arrow/Pratt-Maß :
- George A. Akerlof - Adverse Selektion bei Informationsasymmetrie, Saure-Gurken-Problem (Lemons problem) :
- John Richard Hicks - Kompensationstest, zusammen mit Nicholas Kaldor :
- Arthur Cecil Pigou - Ökosteuer (Pigou-Steuer) :
- Robert Solow - Wachstumstheorie (Solow-Modell) :
- Lenin - Modell der Planwirtschaft :
- Nikolai Iwanowitsch Bucharin - Marxistische Wirtschaftsordnung :
- Gary Stanley Becker - Anwendung der Ökonomik auf alle Lebensbereiche, Neoklassik :
- Karl Bücher - Geschichte der Wirtschaftsformen :
- Ronald Harry Coase - The nature of the firm (Existenz von Transaktionskosten), Das Coase-Theorem, Begründer der Neuen Institutionenökonomik :
- Milton Friedman - Begründer des Monetarismus :
- John Kenneth Galbraith - Wettbewerbspolitik, The Concept of Countervailing Power :
- Silvio Gesell - Begründer der Freiwirtschaftslehre - Die natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld; Der abgebaute Staat :
- Friedrich August von Hayek - Die Verfassung der Freiheit, Evolutionsökonomik (spontane Ordnung, Nicht-Zentralisierbarkeit des Wissens) :
- Michael Jensen - Institutionenökonomik (Agency-Theorie) :
- Lord John Maynard Keynes - Begründer des Keynesianismus, nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik :
- Robert Mundell - Entwicklung von Konjunktur-Modellen und theoretische Arbeiten zu Währungsgemeinschaften :
- Piero Sraffa - Theorie des Produktwertes, Kritik der Grenznutzentheorie :
- Joseph Alois Schumpeter - Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, Konjunkturtheorie :
- Vilfredo Pareto - Begründer des Pareto-Optimums :
- Franz Oppenheimer - Mitbegründer der Sozialen Marktwirtschaft, Genossenschaftswesen :
- Amartya Sen - Wohlfahrtsökonomik :
- Oliver Williamson - Markets and Hierarchies, The Economic Institutions of Capitalism, Institutionenökonomik (Theorie der Firma) :
- George Stigler - Chicago School of Antitrust, zeigte empirisch, dass moderne Marktwirtschaften weit intensiverem Wettbewerb unterliegen als ihre Kritiker wahrhaben wollen

Organisationen, Verbände und Vereine


- Verein für Socialpolitik
- Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte
- Berufsverband für Wirtschaftsakademiker und Studierende der Wirtschaftswissenschaften

Siehe auch


- Portal:Wirtschaft
- Liste von Ökonomen
- Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften
- Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften

Literatur


- N. Gregory Mankiw: Grundzüge der Volkswirtschaftslehre. Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2001 ISBN 3-7910-1853-1 (erklärt komplexe Zusammenhänge in leicht verständlicher Sprache und gibt einen ausführlichen Einstieg in die Materie, 868 Seiten)
- Paul A. Samuelson, William D. Nordhaus: Volkswirtschaftslehre. ISBN 3-636-03033-7 (ein bekanntes Standardwerk)
- Ulrich van Suntum: Die unsichtbare Hand. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg New York 2000 ISBN 3-540-41003-1 (übersichtsverschaffender Einstieg in die Volkswirtschaftslehre, besonders auch für interessierte Fachfremde geeignet)
- Gilberto Granados/Erik Gurgsdies: Ökonomie — Ein systematischer Überblick über die Grundprobleme entwickelter Marktwirtschaften am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland. Besonders geeignet für interessierte Laien. Dietz 1999, ISBN 3-8012-0270-4
- Jochen Schumann: [http://www.wiwi.uni-muenster.de/ecochron/ec-top.htm?tp_wirtschaft1.htm Geschichte der Wirtschaftstheorie]. In: Das Wirtschaftsstudium (WISU), 19. Jg., Heft 10 (Oktober 1990), S. 586-592.

Weblinks


- [http://www.vwler.de Portal für Volkswirte - Der VWLer.de]
- [http://www.wagner-berlin.de/leit.htm Leitfaden Volkswirtschaftslehre]
- [http://www.oeffentliche-finanzen.de/zeit/Inhalt.htm ZEIT-Bibliothek der Ökonomen]
- [http://www.wiwi.uni-muenster.de/ecochron/ec-top.htm?tp_wirtschaft1.htm Geschichte der Wirtschaftstheorie] ! ja:経済学 ko:경제학 simple:Economics

Makroökonomie

Die Makroökonomie (auch Makroökonomik) ist ein Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre. Im Gegensatz zur Mikroökonomie arbeitet sie mit aggregierten Größen, d. h. sie untersucht Fragen nach dem Verhalten der Wirtschaft insgesamt, so z. B. Änderungen des Gesamteinkommens oder des Beschäftigungsgrades, der Inflationsrate oder Konjunkturschwankungen. Sie versucht Erklärungen für diese Schwankungen zu finden und die relevanten Steuergrößen und ihre Abhängigkeiten zu ermitteln. Mittelpunkt makroökonomischer Theorien ist schließlich die Frage nach der Rolle des Staates im gesamtwirtschaftlichen Kontext; aus den Theorien werden Forderungen an die Wirtschaftspolitik abgeleitet. Regierungen versuchen, die Größen, die aufgrund der ex-post-Betrachtung als maßgeblich erscheinen, zu ändern. So werden durch Änderungen bei Steuern, Zinsen oder Staatsnachfrage politisch definierte Ziele wie Preisniveaustabilität, Vollbeschäftigung oder Wirtschaftswachstum angestrebt. Makroökonomische Kenngrößen spielen daher im politischen Legitimationsprozess eine wichtige Rolle, da sie von den Wählern als Hinweis auf die Qualität der Arbeit einer Regierung gedeutet werden.

Geschichte der Makroökonomik

Zeit bis zum Absolutismus

Aus der Antike und aus dem Mittelalter sind Gedanken zum wirtschaftlichen Handeln in den Werken einzelner Philosophen, Rechts- und Finanzgelehrter und Theologen überliefert. Bildung ökonomischer Theorien durch akademische Diskussion und die Reflexion aktuellen wirtschaftlichen Handelns im heutigen Sinne fand damals nur selten statt. Antike Vorläufer der Wirtschaftswissenschaftler waren u.a. Xenophon, Platon und Aristoteles. Im Mittelalter und während der Aufklärung Thomas Morus, Thomas Hobbes, John Locke und Gottfried Wilhelm Leibniz. Entsprechend wurde Wirtschaftspolitik meist ohne fundierte theoretische Unterfütterung durchgeführt.

Merkantilismus bis Klassik

Während des Absolutismus kristallisierte sich in Frankreich, Italien und England eine Denkrichtung in der Wirtschaftspolitik heraus, die zwar nicht auf einer geschlossenen Theorie basierte, aber auf präziseren Vorstellungen über die Zusammenhänge wirtschaftlichen Handelns basierte, als das bis dahin der Fall gewesen war. Auch in Deutschland wurden die Prinzipien des Merkantilismus im Rahmen des Kameralismus angewandt. Die merkantilistische Wirtschaftspolitik war gekennzeichnet durch massive Eingriffe des Staates in die Wirtschaft und führte in Frankreich zu einem Niedergang der Landwirtschaft. Als Reaktion auf diese Entwicklung verlangte die 1758 vom Arzt Francois Quesnay im Tableau Economique veröffentlichte Theorie eines kreislaufbasierten Wirtschaftsmechanismus eine laissez-faire-Politik. Diese später Physiokratie genannte Denkschule gilt als erster wissenschaftlicher wirtschaftstheoretischer Ansatz. In England wurden die Gedanken der Physiokratie aufgenommen und zu einer gesamtgesellschaftlichen Theorie ausgeweitet, der Klassischen Nationalökonomie. Adam Smith, David Ricardo und John Stuart Mill werden häufig als wichtige Vertreter dieser Denkschule genannt. Im Gegensatz zu den Physiokraten forderten die Klassiker begrenzte Eingriffe des Staates in das Wirtschaftsgeschehen, um Fehlentwicklungen zu vermeiden.

Klassik bis Keynes

Im Zuge der Industrialisierung und der damit verbundenen Entstehung verschärfter sozialer Gegensätze in den Städten wurden verstärkt Fragen der Gewinnverteilung für Volkswirtschaftler interessant. Der Sozialismus und der Marxismus entstanden. Diese Denkschulen betonten die Notwendigkeit von Regulierung des Wirtschaftens und forderten die Kollektivierung der Produktionsmittel. Als wichtige Vertreter gelten Robert Owen, Charles Fourier und Karl Marx. Gleichzeitig prägten andere stärker vom aufkeimenden Nationalgefühl geprägte Wissenschaftler wie Friedrich List und Gustav von Schmoller den Historismus. Ihre Forderungen waren Eingriffe des Staates zum Schutz der einheimischen Wirtschaft sowie Erforschung der Wirklichkeit statt (vor)schneller Verallgemeinerungen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand die Grenznutzenschule unter dem Einfluß von Ökonomen wie William Stanley Jevons, Carl Menger und Léon Walras. Hier wurden erstmals mikroökonomische Ansätze wie individuelle Nutzeneinschätzungen und Angebots- und Nachfragefunktionen thematisiert. Seitdem bildeten methodologische Probleme eine mindestens gleichberechtigte Säule der Volkswirtschaftslehre neben inhaltichen und ordnungspolitischen Fragestellungen. (siehe auch Utilitarismus.) Unter dem Eindruck der Denkweise der Grenznutzenschule wurde die Klassik u.a. von Alfred Marshall weiterentwickelt zur Neoklassik, indem die subjektivistischen Ansätze der Grenznutzenschule mit den objektivistischen Theorien der Klassiker in der Gleichgewichtsanalyse zusammengeführt wurde. Mit Ausnahme der Österreichischen Schule der Nationalökonomie konnten die bis dahin entwickelten Theorien keine Erklärungen oder hilfreiche Handlungsansätze gegen die globale Wirtschaftskrise der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts mit Ihrer Massenarbeitslosigkeit liefern. Eine von den Vertretern der liberalen Österreichischen Schule befürwortete Abkehr vom Interventionismus dieser Zeit erwies sich jedoch als politisch nicht durchsetzbar.

Keynes bis heute

John Maynard Keynes lieferte den politischen Akteuren eine Theorie zur Überwindung wirtschaftlicher Krisen durch eine aktive Wirtschaftspolitik des Staates und begründete so den Keynesianismus. Parallel wurde auf Basis des Liberalismus ein Neoliberalismus genanntes politisches Gegengewicht entwickelt. (siehe auch: Chicagoer Schule.) Der Ordoliberalismus als Ableger des Neoliberalismus lieferte das Konzept der sozialen Marktwirtschaft. In den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts begründete Milton Friedman den Monetarismus. Neuere, bisher wenig verbreitete Denkschulen sind Debitismus, Freiwirtschaft und Evolutionsökonomik sowie die Neue Institutionenökonomik.

Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung

Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) erfasst systematisch alle wirtschaftlichen Transaktionen in einer Volkswirtschaft in einer abgelaufenen Periode (Binnenwirtschaftrechnung) oder mit dem Ausland (Außenwirtschaftsrechnung). Diese ex post-Daten bilden die Grundlagen für Prognosen und Analysen.

Makroökonomische Modelle

Der Gütermarkt

ex post Eine Volkswirtschaft kann mit Hilfe eines Wirtschaftskreislaufes beschrieben werden. In seiner einfachsten Form unterscheidet das Modell zwei Akteure: private Haushalte und Unternehmen. Die Haushalte konsumieren die produzierten Güter, im Gegenzug bieten sie ihre Arbeitskraft. Das Modell lässt sich durch die Rolle des Staates erweitern. Der Staat fragt wie ein privater Haushalt Güter nach, die er über Steuereinnahmen finanziert.

Keynesianisches Totalmodell (IS-LM-Modell)

Bisher waren die Investitionen exogen vorgegeben. Durch die Endogenisierung der Investitionsnachfrage und die Einbeziehung des Geldmarktes entsteht das IS-LM-Modell von John Hicks. In diesem Modell werden die Wechselwirkungen zwischen Güter- und Geldmarkt sichtbar. Verbindende Variable ist der Zinssatz.

Wichtige Begriffe der Makroökonomie

Aggregierte Größen -- Geldmenge -- Geld- und Fiskalpolitik -- Klassische Dichotomie -- Indikator (Wirtschaft) -- Handelsbilanz -- Zahlungsbilanz -- Staatsbudget -- Staatsschulden -- Lohn- und Preisänderungen -- Inflationsrate -- Deflation -- Hyperinflation -- Rezession -- Bruttoinlandsprodukt -- Wirtschaftspolitik

Konzepte der Makroökonomie

Akzelerator -- Antizyklische Finanzpolitik -- Arbeitsmarktmodell -- Automatischer Stabilisator -- Binnenkonjunktur -- CES-Produktionsfunktion -- Geldnachfrage -- Gini-Koeffizient -- Holländische Krankheit -- Kondratjew-Zyklus -- Konjunktur -- Multiplikator -- Mundell-Fleming Modell -- öffentliche Ersparnis -- Okunsches Gesetz -- Produktionspotential -- Prozyklische Wirtschaftspolitik -- Saysches Theorem -- Sparquote -- Wirtschaftswachstum

Siehe auch


- Mikroökonomie
- Mesoökonomie

Literatur


- N. Gregory Mankiw: Makroökonomik (5. Auflage). Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-7910-2026-9 (aus dem engl.: Macroeconomics)
- Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie (3., aktualisierte Auflage). Pearson Studium, München 2004, ISBN 3-8273-7051-5

Weblinks


- [http://www.makroo.de/ http://www.makroo.de - online Lehrbuch] ! Kategorie:Wirtschaftstheorie Kategorie:Wirtschaftsordnung ja:マクロ経済学

Mikroökonomie

Die Mikroökonomie (auch: Mikroökonomik) ist ein Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre. Ihr Gegenstand ist das wirtschaftliche Verhalten einzelner Konsumenten (Haushaltstheorie), Unternehmen (Produktionstheorie) und die Verteilung von knappen Gütern und Einkommen unter diesen. In der Mikroökonomie werden Individuen als Quelle der Arbeitskraft und des Kapitals angesehen sowie als Verbraucher produzierter Güter, die sie mit dem Ziel der Nutzenmaximierung konsumieren. Die Betriebe setzen die Produktionsfaktoren Arbeit, Boden, Kapital, techn. Fortschritt mit dem Ziel der Gewinnmaximierung ein. Im Gegensatz zur Mikroökonomie arbeitet die Makroökonomie mit aggregierten Größen, also zum Beispiel mit dem Einkommen aller Haushalte.

Teilgebiete

Die Haushaltstheorie beschäftigt sich mit der Nachfrageseite auf dem Gütermarkt. Wichtiger Untersuchungsgegenstand ist hier der Nutzen, den ein Nachfrager durch den Warenkorb, die Menge aller Güter die er in einer bestimmten Periode kauft, hat. Dafür spielen Präferenzrelationen und Indifferenzkurven eine wichtige Rolle. Dem gegenüber steht die Produktionstheorie, die sich mit der Angebotsseite des Gütermarktes beschäftigt. Ausgehend von einer gegebenen Produktionsfunktion, die das Verhältnis von Input- zu Outputfaktoren angibt, wird untersucht, welche Produktionsmengen mit welchen Inputfaktoren produziert werden sollen. Schließlich untersucht die Preistheorie die Effekte, wenn Angebot und Nachfrage auf einem Gütermarkt aufeinander treffen. Im weiteren Rahmen werden auch Entscheidungs- und Spieltheorie betrachtet.

Annahmen

In der Mikroökonomie werden meistens die Wirklichkeit abstrahierende Modelle benutzt, um die Fragestellungen beherrschbar zu machen. Dazu wird zum einen angenommen, dass alle Wirtschaftsakteure Nutzenmaximierung betreiben und rational handeln, also unter den zur Auswahl stehenden Handlungsalternativen immer die beste auswählen. Der so handelnde Ideal-Akteur wird auch Homo oeconomicus genannt. Daneben werden oft weitere Annahmen getroffen. Die Konvexitätsannahme beschreibt die Vorstellung über die Präferenzrelation eines Entscheiders, die Nichtsättigungsannahme beschreibt die Annahme, dass jede Einheit eines Gutes den Präferenzwert eines Güterbündels erhöht und mit der Teilbarkeitsannahme erleichtern sich die Mikroökonomen ihre Rechnungen, da sie damit nicht bedenken müssen, dass Güter nur in ganzzahligen Einheiten nachgefragt und produziert werden. Für die Betrachtung von Präferenzrelationen sind auch dieTransitivitätsannahme und die Vollständigkeitsannahme wichtig. Erstere sagt aus, dass es keine Widersprüche in den Präferenzen eines Wirtschaftsakteurs gibt und mit der zweiten Annahme wird gefordert, dass er auch für je zwei Güterbündel sagen kann, welches er vorzieht.

Siehe auch


- Volkswirtschaftslehre
- Makroökonomie
- Stackelberg-Modell
- Mesoökonomie

Literatur


- Endres, A.: Moderne Mikroökonomik - erklärt in einer einzigen Nacht. München.
- Feess, E.: Mikroökonomie. Eine spieltheoretisch- und anwendungsorientierte Einführung, 2. Auflage, Marburg.
- Mas-Colell, A. / Whinston, M. / Green, J.R.: Microeconomic Theory, New York. (Eines der besten und umfassensten Werke am Markt)
- Hal R. Varian: Grundzüge der Mikroökonomik. Oldenbourg Verlag, ISBN 3-486-25543-6
- Pindyck/Rubinfeld: Mikroökonomie. 5. aktualisierte Auflage, Pearson Studium

Weblinks


- Online-Skript von Prof. Dr. Wilhelm Lorenz: http://www.mikrooekonomie.de/
- Leitfaden Volkswirtschaftslehre (Mikro- und Makroökonomie, Online Skript) von Ralf Wagner, Uni Berlin: http://www.wagner-berlin.de/leit.htm
- Stichwörter (Lexikon) und Graphiken zu Mikroökonomie (Universität Siegen): http://www.uni-siegen.de/dept/fb05/vwlii/mikro/stichworte.html ! ja:ミクロ経済学 ko:미시경제학 simple:Microeconomics

Außenhandel

Die Außenwirtschaftslehre ist ein Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre. Sie befasst sich mit allen Fragen, die mit dem grenzüberschreitenden Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital zusammenhängen. Sie wendet dort die Aussagen und Theorien der Makroökonomie und Mikroökonomie an. Die Außenwirtschaftstheorie gliedert sich heute in drei Stränge: die reale (güterwirtschaftliche) Theorie, die monetäre Theorie und die Theorie wirtschaftlicher Integration. Die reale Außenwirtschaft ist das traditionelle Kernstück der Außenwirtschaftslehre (weswegen sie in älteren Lehrbüchern auch als "reine Außenwirtschaft" bezeichnet wird). Sie befasst sich mit dem Außenhandelsmarkt und den dort relevanten Größen Ex- und Import. Insbesondere durch den Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems haben jedoch monetäre Aspekte in den letzten Jahrzehnten eine weit stärkere Bedeutung gewonnen. Die monetäre Außenwirtschaft hat sich daher seit den 1960ern als zweites bedeutendes Standbein der Außenwirtschaftstheorie herausgebildet. Sie untersucht den Devisenmarkt (und dort insbesondere den Wechselkurs untersucht. Beide Ansätze standen lange weitgehend unverbunden nebeneinader. Als neuester Strang der Außenwirtschaftslehre haben sich in den letzten Jahrzehnten, insbesondere aber in den 1990er Jahren Theorien zu Fragen der wirtschaftlichen Integration herausgebildet. Sie verknüpfen reale und monetäre Außenwirtschaft und stellen heute den in der Öffentlichkeit am meisten beachteten Strang der Außenwirtschaft dar. Ein gesondertes Wissensgebiet sind betriebswirtschaftliche Aspekte der Außenwirtschaftslehre, so z. B. der Anbahnung und Abwicklung von Exportgeschäften, der Absicherung gegen Wechselkurs-, wirtschaftliche und politische Risiken.

Güterwirtschaftliche (reale) Außenwirtschaftstheorie

Komparative Kostenvorteile und Austauschverhältnis

Die güterwirtschaftliche Theorie befasst sich mit den Ursachen des Außenhandels. Dieser kommt zu Stande
- wenn Güter in einem Land nicht verfügbar sind, (z.B. Deutschland importiert Bananen)
- besondere Präferenzen für ausländische Güter bestehen (Import von französischem Champagner)
- Länder über unterschiedliche Kostenvorteile verfügen. Adam Smith ging noch davon aus, dass sich Außenhandel nur beim Vorhandensein absoluter Kostenvorteile lohnt. David Ricardo (1772-1825, englischer Nationalökonom) zeigte aber, dass auch ein Land, das bei allen Gütern über absolute Kostenvorteile verfügt, dennoch Nutzen aus dem Außenhandel ziehen kann, wenn es seine komparativen Kostenvorteile ausnutzt. Quintessenz dieser Überlegungen ist, dass Spezialisierung und Außenhandel die Wohlfahrt aller Länder erhöht. Die gilt zumindest dann, wenn sich auf den Weltmärkten ein Austauschverhältnis terms of trade herausbildet, bei dem beide Seiten profitieren. Allerdings sind die Vorteile aus dem Außenhandel an Annahmen geknüpft, die in der Praxis nicht ohne weiteres erfüllt sind. So wird unterstellt, dass Produktionsfaktoren in den beteiligten Ländern flexibel einsetzbar sind, dass also ein Land, das z.B. sein Vorteile auf dem Gebiet der Landwirtschaft verliert, die dort beschäftigten Arbeitskräfte ohne weiteres in Industrien einsetzen kann, die über Vorteile im Außenhandel verfügen. Auch kann die Spezialisierung zu Monokulturen führen, wodurch Länder von einem Produkt abhängig werden und sich terms of trade herausbilden können, die nicht mehr vorteilhaft für das Land sind; unter diesem Problem leiden viele Entwicklungsländer.

Handelspolitik und Protektionismus

Obwohl ein freier Welthandel nach der Theorie der komparativen Kosten den Wohlstand aller Volkswirtschaften begünstigt, ergriffen und ergreifen Länder protektionistische Maßnahmen zur Beschränkung des Handels. Das liegt unter anderem daran, dass die Vorteile des Freihandels für den Einzelnen von diesem nicht bewusst wahrgenommen werden, während die Nachteile oft kleine Gruppen (in Deutschland z.B. die Bergarbeiter) sehr hart treffen, die entsprechend laut ihre Interessen artikulieren. Traditionelle Instrumente einer strategischen Handelspolitik sind Zölle, Kontingente und Exportsubventionen. Man bezeichnet diese auch als tarifäre Handelshemmnisse. Große Bedeutung besitzen aber auch nicht-tarifäre Maßnahmen wie z.B. Selbstbeschränkungsabkommen, Ausländer diskriminierende Vorschriften und Normen oder bürokratische Regelungen. (Grenzzuschläge, Konsulargebühren, Hafengebühren, Gesundheits und Sicherheitsbestimmungen, Subventionen und andere staatliche Beihilfen, Importentmutigende Gesetze... )

Ordnung des Welthandels

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Neuordnung des Welthandels 1947 mit der Gründung des Allgemein Zoll- und Handelsabkommen GATT. In seinem Rahmen fanden acht Verhandlungsrunden statt, in denen die Zölle weltweit gesenkt wurden. Die achte Runde (sog. Uruguay-Runde) endete mit der Gründung der Welthandelsorganisation WTO.

Monetäre Außenwirtschaftstheorie

Während im Mittelpunkt der güterwirtschaftlichen Theorie physische Ströme von Waren und Dienstleistungen stehen, betrachtet die monetäre Theorie die denen entsprechenden Geldströme und bezieht auch den internationalen Kapitalverkehr mit ein.

Darstellung des Außenhandels in der Zahlungsbilanz

Definitorischer Rahmen für die Abbildung der grenzüberschreitenden Geld- und Kapitalströme ist die Zahlungsbilanz. Diese ist insgesamt gesehen stets ausgeglichen, da alle Ungleichgewichte letztlich durch die Zentralbank ausgeglichen werden, deren Devisenreserven sich entsprechend verändern. Von einer ausgeglichenen Zahlungsbilanz spricht man, wenn sich die Devisenreserven nicht ändern, also die Devisenbilanz ausgeglichen ist. Instrumente zum Zahlungsbilanzausgleich sind der Wechselkurs und der Zins.

Wechselkurs und Außenhandel

Die klassische Annahme der monetären Außenwirtschaftslehre ist, dass das Angebot und die Nachfrage auf den Devisenmärkten allein aus dem Außenhandel ergibt: Exporteure erlösen Devisen und bieten sie an, Importeure benötigen zur Bezahlung ihrer Rechnungen Devisen und fragen sie nach. Bildet sich der Wechselkurs frei nach Angebot und Nachfrage, dann beeinflussen Ungleichgewichte in der Zahlungsbilanz den Wechselkurs, und der Wechselkurs beeinflusst wiederum die Zahlungsbilanz. (Bei festen Wechselkursen erfolgt die Anpassung über die Inflationsraten). Hat ein Land einen Überschuss in der Zahlungsbilanz, übersteigt das Angebot auf dem Devisenmarkt die Nachfrage, der Kurs der ausländischen Währung gerät unter Druck bzw. die inländische Währung wertet auf. Eine Aufwertung der heimischen Währung verteuert aber die Ausfuhren, so dass, eine normale Preiselastizität der Nachfrage vorausgesetzt, im Ausland weniger Exportgüter nachgefragt werden, die Ausfuhren also sinken. Gleichzeitig werden Importgüter billiger, so dass die Einfuhren steigen. Damit verringert sich der Überschuss in der Zahlungsbilanz. Diese hier nur vereinfacht wiedergegebene Argumentation war es, die Ende der sechziger Jahre, als das Bretton-Woods-System fester Wechselkurse zusammenbrach, die Forderung nach flexiblen Wechselkursen laut werden ließ. Allerdings wird die Zahlungsbilanz in hohem Maße durch Kapitalströme beeinflusst, die zwar auch auf Wechselkurse reagieren, aber auch durch Zinsdifferenzen, Wachstumserwartungen etc. beeinflusst werden.

Die internationale Währungsordnung

Noch während des Zweiten Weltkrieges wurde bei einer Konferenz in Bretton Woods die Neuordnung der internationalen Währungsordnung in die Wege geleitet mit Gründung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und seiner Schwesterorganisationen Weltbank und Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD). Die Wechselkursbeziehungen zwischen den IWF-Mitgliedern waren durch das Bretton-Woods-System geregelt, das durch feste Wechselkurse aller Mitgliedsländer gegenüber dem Dollar gekennzeichnet war, für den wiederum ein Goldstandard galt. Als das System Anfang der siebziger Jahre zusammenbrach, bildete sich in Europa das Europäisches Währungssystem heraus, in dem die stark verflochtenen Länder der Europäischen Union untereinander feste Wechselkurse vereinbarten. Aufgabe des IWF ist heute vor allem die Überwachung der Stabilität der Währungen ihrer Mitglieder (Surveillance) und die Gewährung von Überbrückungskrediten, um Währungskrisen zu vermeiden. Allerdings verfolgten die IWF-Mitglieder zeitweise informelle Wechselkursziele, so z.B. 1985, als sie in konzertierter Aktion eine außerordentlich starke Aufwertung des Dollar stoppten und 1987, als sie den Fall des Dollar beendeten.

Internationale wirtschaftliche Integration

siehe Hauptartikel Wirtschaftliche Integration Reale und monetäre Außenwirtschaftslehre werden über die so genannte Integrationstheorie zusammengeführt. Sie ist das Ergebnis der derzeit zu beobachtenden zunehmende wirtschaftliche Integration, welche wiederum die direkte Folge vermehrter güterwirtschaftlicher und monetärer Interaktion zwischen Staaten ist. Das Phänomen der wirtschaftlichen Integration hat sich in den letzten Jahren zu einer dritten Säule der Außenwirtschaftslehre entwickelt, da es in der Öffentlichkeit eine besonder starke Beachtung findet. In diesem Zusammenhang betrachtete Prozesse sind die Globalisierung, die Globalisierungskritik und die Institutionalisierung der Wirtschaftsintegration (durch Zollunionen, Freihandelszonen, Währungsunionen oder einen gemeinsamen Markt) durch Internationale Organisationen. Ergebnisse dieses Institutionalisierungsprozesses sind z. B. die Europäische Union, der Euro, die NAFTA oder Welthandelsorganisation. Zur Untersuchung dieser Zusammenhänge verfügt die Außenwirtschaftslehre jedoch bisher über ein vergleichsweise kleines theoretisches Spektrum. In den letzten Jahrzehnten haben sich erst wenige Integrationstheorien herausgebildet, jedoch gibt es v. a. im Bereich der Währungsintegration eine ganze Reihe wissenschaftlicher Arbeiten, die unter dem Schlagwort Theorie optimaler Währungsräume zusammengefasst werden. Im Rahmen der Globalisierungsdebatte hat sich v. a. in den 1990er Jahren eine teils scharfe Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern entwickelt. Das theoretische Rüstzeug hierzu bilden bis heute v. a. die bekannten Außenhandelstheorien, denen von Globalisierungskritikern jedoch die übergreifende Aussagekraft absprechen.

Europäische Integration

siehe Hauptartikel Europäische Union Als weltweit erfolgreichstes Integrationsprojekt hat sich bis heute die Europäische Union bewiesen. Sie hat mehrere Stufen der Integration durchlaufen und ist heute mit der EWWU eine Wirtschafts- und Währungsunion, sowie mit den weiteren Integrationssäulen teilweise sogar eine Politische Union. Die Außenwirtschaftslehre misst der europäischen Integration mehrheitlich einen stark positiven Nutzen bei. EU-Mitgliedsländer wie Irland, Spanien, Portugal oder die MOEL haben nicht zuletzt aufgrund der fruchtbaren institutionellen Rahmenbedingungen der EU ein beachtliches ökonomisches Wachstum erzielt.

Andere Integrationsräume

In Europa hatte sich parallel zur EU die EFTA (European Free Trade Association) gegründet, die meisten ihrer Mitglieder traten aber nach und nach der EU bei. In Osteuropa war als Gegenpol zur Marshallplanhilfe der Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW, COMECON) entstanden, der sich 1991 mit dem Ende des planwirtschaftlichen Systems auflöste. In Nordamerika wurde die US-kanadische Freihandelszone 1994 durch den Beitritt Mexikos die NAFTA (Nordamerikanische Freihandelszone) gebildet. In Südamerika gründeten Argentinien, Uruguay, Brasilien und Paraguay den Mercosur. In der Planung ist eine panamerikanische Freihandelszone FTAA. In Asien steht die regionale wirtschaftliche Integration noch am Anfang. In Südostasien existiert zwar schon seit 1967 die ASEAN, jedoch unternehmen ihre Mitglieder erst gegenwärtig erste Schritte in Richtung einer Freihandelszone.

Betriebswirtschaftliche Aspekte der Außenwirtschaftslehre

Aus betrieblicher Sicht sind grenzüberschreitende Geschäfte mit besonderen Risiken verbunden: Dadurch, dass Geschäfte häufig in fremden Währungen fakturiert werden, ergibt sich die Notwendigkeit einer Absicherung gegen Wechselkursrisiken (z. B. durch Hedging). Dadurch, dass die Transportwege länger sind, entstehen auch größere Transportrisiken als im Binnenhandel. Deshalb sind klare Absprachen zu treffen, wo Risiken vom Versender auf den Empfänger übergehen und wer welche Kosten zu tragen hat. Um hier klare Regeln zu schaffen, werden in Verträgen international eindeutig definierte Handelsklauseln verwendet. Ferner unterliegt Außenhandel besonderen Länder- und politischen Risiken. Eine staatlich garantierte Absicherung gegen solche Risiken bilden in Deutschland die Hermes-Bürgschaften. Eine Absicherung im Außenhandel ist z. B. auch durch Dokumentenakkreditiv möglich. Außerdem kann es schwierig sein, Forderungen gegen Vertragspartner durchzusetzen, deren Rechtssitz im Ausland liegt und auf die daher das inländische Recht nicht anwendbar ist.

Siehe auch


- Außenhandelsstatistik
- Freihandel
- Handelsbilanz
- Balassa-Samuelson-Effekt !

Import (Wirtschaft)

Import ist die gängige Bezeichnung für die Einfuhr von Waren, Rohstoffen, Halbprodukten zur Veredelung und Weiterverarbeitung und im weiteren Sinne auch von Dienstleistungsergebnissen aus dem Ausland ins Inland durch einen Kaufmann -Importeur- zum Zwecke des Handels. Dabei sind unter Umständen in Deutschland Genehmigungen beispielsweise durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einzuholen, da einzelne Warenkategorien Mengenbeschränkungen aufgrund internationaler Handelsabkommen unterliegen. Dies gilt zur Zeit für :
- Stahl und Eisen
- Schuhen aus Vietnam
- Textilien und Bekleidungswaren
- Keramik und Porzellan aus der Volksrepublik China Zur Ausgestaltung der Handelsverträge hinsichtlich Kostenübernahme für Transport, Verpackung, Versicherung und den Gefahrenübergang am Kaufgegenstand werden meist die von der Internationalen Handelskammer, Paris(ICC) seit 1936 veröffentlichten Incoterms (Aktuelle Fassung von 2000) als standardisierte Vertragsklauseln angewandt. Der Importeur hat bei der Einfuhr in das Wirtschaftsgebiet der Europäischen Union für die Entrichtung der fälligen Zölle und Einfuhrumsatzsteuer Sorge zu tragen. Zur Absicherung der Abwicklung können Dienstleistungen von Banken in Anspruch genommen werden, hierzu zählen Dokumenteninkassi oder auch Akkreditive.

Internationaler Vergleich

Akkreditiv In der Abbildung sind für die Länder der Triade, also die drei größten Volkswirtschaften der Welt, die Exporte im Verhältnis zum jeweiligen BIP dargestellt, außerdem der Nettoexport im Verhältnis zum BIP. Die Importquoten sind auch im Bild versteckt als Differenz zwischen Exportquote und Nettoexportquote. Steigende Export- und Importquoten sind ein Hinweis auf zunehmende internationale Verflechtung des Welthandels im Zuge der Globalisierung.

Weblinks


- [http://www.bafa.de/1/de/aufgaben/einfuhr.htm Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle]
- [http://www.frankfurt-main.ihk.de/international/importexport/incoterms/ Incoterms]
- [http://www.checkliste.de/unternehmen/export-import/ Checklisten zur Thematik Import + Export] Kategorie:Außenwirtschaft Kategorie:Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung

Devisenmarkt

Der Devisenmarkt ist der Markt für den Handel mit ausländischen Währungen. Am Devisenmarkt bildet sich der Devisenkurs (Wechselkurs) als Preis (Gegenwert) einer ausländischen Währung im Verhältnis zur inländischen. Kategorie:Außenwirtschaft

Wechselkurs

Der Wechselkurs ist der Preis einer Währung ausgedrückt in einer anderen Währung. Der Markt, auf dem sich dieser Preis bildet, ist der Devisenmarkt.

Arten von Wechselkursen

Im Allgemeinen unterscheidet man Wechselkurse nach zwei Kriterien:
- nach Einbeziehung des Preisniveaus in die Berechnung werden nominale und reale Wechselkurse unterschieden
- nach der Anzahl an Ländern, gegenüber denen der Währungspreis berechnet wird, werden bilaterale und multilaterale (effektive) Wechselkurse unterschieden Zur Berechnung siehe Formelsammlung Wirtschaft.

Nominaler Wechselkurs

Grundsätzlich gibt der nominale Wechselkurs an, in welchem Verhältnis die Währung eines Landes gegen die Währung eines anderen Landes getauscht werden kann. Der nominale Wechselkurs lässt sich dabei in der Mengen- oder der Preisnotierung ausdrücken. Die Mengennotierung gibt den Preis einer Einheit der inländischen Währung in Einheiten der ausländischen Währung an (am Beispiel Europas: Dollar je Euro). Dagegen gibt die Preisnotierung den Preis einer Einheit der ausländischen Währung in Einheiten der inländischen Währung an (am Beispiel Europas: Euro je Dollar). Die Preisnotierung ist somit definitionsgemäß der Kehrwert der Mengennotierung. Sowohl in Europa als auch den USA wird heute mehrheitlich die Mengennotierung verwendet, während in Kontinentaleuropa vor der Euroeinführung die Preisnotierung üblich war. In Lehrbüchern beiderseits des Atlantiks finden sich beide Notationen.

Realer Wechselkurs

Der reale Wechselkurs bezeichnet das Verhältnis, zu dem ein repräsentativer Güterkorb eines Landes gegen einen repräsentativen Güterkorb eines anderen Landes getauscht werden kann. Der reale Wechselkurs ist damit als ein Index definiert, sein absoluter Wert hat also keinen Aussagewert. Erst durch die Betrachtung der Änderungsraten im Zeitverlauf kann man wichtige Erkenntnisse gewinnen. An den Änderungsraten kann man zum Beispiel die Entwicklung der Kaufkraft eines Landes ablesen. Eine real aufwertende Währung zeichnet sich zwar durch eine höhere Kaufkraft gegenüber dem Ausland aus (man spricht auch von verbesserten Terms of Trade), verringert jedoch gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Wirtschaft. Die Auswirkungen von Auf- und Abwertungen einer Währung werden im Abschnitt "Ökonomische Bedeutung von Wechselkursänderungen" näher beschrieben und erläutert.

Bilaterale und effektive (multilaterale) Wechselkurse

Vom bilateralen Wechselkurs spricht man, wenn sich der Wechselkurs auf zwei Währungen bezieht. Betrachtet man dagegen den Wechselkurs zwischen einer Währung und einem Währungskorb, dann spricht man vom effektiven (oder auch multilateralen) Wechselkurs. Der Währungskorb wird aus den Währungen der wichtigsten Handelspartner gebildet. Der multilaterale Wechselkurs wird bestimmt, indem der Durchschnitt aus allen bilateralen Wechselkursen mit den Währungen im Währungskorb gebildet wird, dabei wird jeder bilaterale Wechselkurs mit dem Anteil am Außenhandel des jeweiligen Landes bewertet. Wird mit dem Exportanteil gewichtet, so spricht man vom Exportwechselkurs, wird dagegen mit dem Importanteil gewichtet, dann spricht man vom Importwechselkurs. Meistens wird der Durchschnitt aus dem Export- und Importanteil gebildet, in diesem Fall wird der multilaterale Wechselkurs als Außenwert der Währung bezeichnet. Der effektive Wechselkurs ist deswegen wichtig, weil Wechselkurse aus Unternehmenssicht v. a. wichtige Indikatoren für die eigene Wettbewerbsfähigkeit sind. Allerdings kann ein Wechselkurs per Definition immer nur genau zwei Volkswirtschaften miteinander vergleichen. Dies reduziert seine Aussagekraft. Um zu einer grundsätzlicheren Erkenntnis über die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes zu kommen, müssten demnach auch alle anderen für Ex- und Importe wichtigen Wechselkurse berücksichtigt werden - dies leistet der effektive Wechselkurs. Die Europäische Zentralbank (EZB) berechnet den effektiven Außenwert des Euro gegenüber den Währungen von 23 Haupthandelspartnern (die s. g. EWK-23-Gruppe, darunter sind alle EU-Länder, die den Euro bisher nicht eingeführt haben). Bedeutsam sind dabei jedoch v. a. der US-Dollar, das britische Pfund und der japanische Yen, die derzeit gemeinsam über 55 Prozent des gesamten effektiven Wechselkurses des Euro ausmachen. Obwohl die Währungen außerhalb der EWK-23-Gruppe eine relativ unwichtige Rolle spielen, bestimmt die EZB auch den effektiven Wechselkurs für die 42 wichtigsten Handelspartner, die s. g. EWK-42-Gruppe.

Wechselkursänderungen

Da sich der Wechselkurs auf einem sehr liquiden und oft volatilen Markt bildet, schwanken Wechselkurse in Systemen flexibler Wechselkurse erfahrungsgemäß sehr stark. Das Maß für die Schwankungsintensität eines Wechselkurses bezeichnet man als Wechselkursvolatilität. Wechselkursänderungen haben große gesamtwirtschaftliche Bedeutung und spielen daher auch im Rahmen der Wirtschaftspolitik eine bedeutende Rolle.

Auf- und Abwertungen als Formen der Wechselkursänderung

Eine Währung erfährt eine Aufwertung, wenn ihr Preis auf dem Devisenmarkt steigt. Sie wertet ab, wenn ihr Preis auf dem Devisenmarkt sinkt. Im engeren Sinne bezeichnet man als Auf- und Abwertung nur wirtschaftspolitisch herbeigeführte Preisänderungen auf dem Devisenmarkt (so genannte Realignments). Formal lässt sich die prozentuale Änderung des Wechselkurses (WK) wie folgt berechnen: Aenderungsrate = \frac - 1 Bei einer Darstellung des Wechselkurses in Mengennotierung bedeuten positive Änderungsraten eine Aufwertung der Inlandswährung, negative Änderungsdaten dagegen eine Abwertung. Es verhält sich genau umgekehrt, wenn der Wechselkurs in Preisnotierung dargestellt wird, dann entsprechen positive Änderungsraten einer Abwertung und negative einer Aufwertung der Inlandswährung. Beispiel: Bei einer Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar steigt der Wechselkurs in der üblichen Mengennotierung von 1,25 USD/EUR auf 1,50 USD/EUR, dann ist die Änderungsrate gleich 0,2.

Ökonomische Bedeutung von Wechselkursänderungen

Änderungen des Wechselkurses (besonders gegenüber wichtigen Handelspartnern) sind bedeutsame Einflussgrößen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung eines Landes und oftmals auch die seiner Handelspartner. Hierbei gibt es eine ganze Reihe von Deutungen: Während Aufwertungen oft als gleichbedeutend mit einem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Unternehmen angesehen werden, deutet man eine Abwertung als stimulierend für die Exportwirtschaft. Im Rahmen der Zahlungsbilanztheorie werden die Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf den Außenhandel untersucht. Wichtige Ansätze hierzu sind beispielsweise die Marshall-Lerner-Bedingung, die Robinson-Bedingung oder der J-Kurven-Effekt. Eine Aufwertung kann auch als Zeichen von Investitionsinteresse ausländischer Anleger (und eine Abwertung demzufolge als Desinteresse) gedeutet werden. Zu berücksichtigen ist auch, dass Wechselkursänderungen Inflationswirkungen nach sich ziehen: Die Abwertung der inländischen Währung bewirkt direkt einen Anstieg der Importpreise und somit des Konsumentenpreisindex. Umgekehrt wirkt eine Aufwertung inflationsbremsend.

Auslöser von Wechselkursänderungen

Wechselkursänderungen sind in Systemen fixer Wechselkurse (s. u.) politisch und in Systemen flexibler Wechselkurse durch Angebots- und Nachfrageverhalten der privaten Marktakteure bedingt. Auf- und Abwertungen auf einem Festkurssystem heraus bezeichnet man als Realignments. Auslöser hierfür sind Devisenmarktinterventionen. Realignments sind oft verbunden mit einer Abwertungsspirale. Durch private Marktakteure ausgelöste Wechselkursänderungen sind meist auf Änderungen der Wechselkurserwartungen (siehe hierzu auch Terminmarkt) zurückzuführen. Große Wechselkursänderungen treten zumeist im Rahmen genereller Finanz- oder Wirtschaftskrisen auf.

Wechselkursregime

Hauptartikel Wechselkursregime Im Prinzip kann sich der Preis entweder frei bilden (flexibler Wechselkurs) oder von einer Notenbank festgelegt werden (fixer Wechselkurs). Daneben existieren zahlreiche Zwischen- und Sonderformen. In der Regel sollten die Wechselkurse umso fixer sein, je enger zwei Volkswirtschaften realwirtschaftlich miteinander verzahnt sind. Flexible Wechselkurse haben die Vorteile:
- autonome Geldpolitik: Die Zentralbank kann in der Zinspolitik frei entscheiden
- Spekulationen unmöglich zu machen
- (theoretisch) mittelfristig Unter- und Überbewertungen zu vermeiden, also optimale Allokation zu ermöglichen Nachteile sind unter anderem
- starke Volatilität, die nach Ansicht vieler Ökonomen kaum durch Fundamentaldaten zu rechtfertigen ist
- Transaktionskosten, bedingt durch die Unsicherheit (etwa Währungsabsicherungsgeschäfte)
- Import von Volatilität: schwankende Wechselkurse führen zu Schwankenden Zinsen und so zu Instabilität Fixe Wechselkurse haben die Vorteile:
- keine Transaktionskosten
- Sicherheit für Anleger aus dem Ausland Nachteile sind unter anderem
- Verlust der Autonomie in der Geldpolitik: Die Geldpolitik der Zentralbank der Ankerwährung wird übernommen
- Sicherungskosten: Direkte Interventionskosten (Devisenverluste) bei Kauf und indirekte (Inflation) bei Verkauf der eigenen Währung
- Anfälligkeit für Spekulationen

Literatur


- Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie, 3., aktualisierte Auflage; München: Pearson Studium 2004.

Weblinks


- [http://www.RMoser.ch/downloads/t27.pdf Grafische Darstellung der flexiblen und fixen Wechselkurse]
- [http://www.oanda.com/converter/classic?lang=de The Currency Site] (aktuelle Wechselkurse und Umrechnungen für 164 Währungen)
- [http://fx.sauder.ubc.ca/data.html historische Wechselkurse] Kategorie:Währung ja:為替レート ko:환율

Betriebswirtschaftslehre

Die Betriebswirtschaftslehre (BWL) ist ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaft und damit in weiterem Sinne eine spezielle Form der Sozial-, Kultur- und Geisteswissenschaften. Wie Wirtschaftswissenschaft grundsätzlich beruht sie auf der Tatsache, dass für den Menschen die meisten Güter knapp sind und von den Akteuren bewirtschaftet werden müssen. Sie beschreibt die ökonomischen Funktionen des Betriebes innerhalb einer Volkswirtschaft. Dazu gehört neben den Unternehmenszielen und den betriebswirtschaftlichen Funktionen vor allem die optimale Organisation der Produktionsfaktoren. Im weiteren Sinn sind auch alle Haushalte Betriebe.

Gliederung

Die Betriebswirtschaftslehre gliedert sich in zwei Hauptbereiche (a und b) und überschneidet sich außerdem mit anderen Wissenschaften (c):

a) Allgemeine Betriebswirtschaftslehre

Die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre (ABWL) befasst sich mit planerischen, organisatorischen und rechentechnischen Entscheidungen in Betrieben und ist dabei funktionsübergreifend und branchenübergreifend ausgerichtet. Die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre soll Studenten den Überblick über die Wissenschaft der Betriebswirtschaftslehre vermitteln und dabei funktions- sowie branchenübergreifende Zusammenhänge darlegen. Ziel ist es, das fachübergreifende Denken und Entscheiden zu fördern.

b) Spezielle Betriebswirtschaftslehre

In der Vergangenheit wurde die BWL nach Besonderheiten einzelner Betriebe aufgegliedert, so dass die "Institutionelle Spezielle Betriebswirtschaftslehre" (SBWL) einzelner Branchen entstand. Beispiele hierfür sind:
- Industriebetriebslehre
- Bankbetriebslehre bzw. Bankwirtschaft
- Handelsbetriebslehre
- Versicherungsbetriebslehre
- Medienbetriebslehre
- BWL der Genossenschaften
- BWL der Gesundheitsbetriebe
- Verkehrsbetriebslehre Diese Unterteilung hat sich als unzweckmäßig erwiesen, da in den Branchen immer wieder dieselben funktionellen Probleme auftauchen und somit Dopplungen in Forschung und Lehre vorlagen. Deshalb hat sich in den letzten Jahrzehnten die funktionelle Aufteilung der "Speziellen Betriebswirtschaftslehre" (SBWL) durchgesetzt. Beispiele hierfür sind:
- Absatz und Marketing
- Controlling (Internes Rechnungswesen)
- Finanzen | Finanzwirtschaft (Investition und Finanzierung, Kapitalmärkte)
- Internationale Betriebswirtschaftslehre/Außenhandel
- Logistik
- Organisation
- Personal
- Produktionswirtschaft und Logistik
- Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung (Externes Rechnungswesen)
- Ökologieorientierte Betriebswirtschaftslehre
- Unternehmensführung und Management
- Konzernmanagement
- Unternehmensgründung/Entrepreneurship
- Wirtschaftsinformatik
- Öffentliche Betriebswirtschaftslehre An einigen Hochschulen wird die Spezielle BWL auch "Besondere Betriebswirtschaftslehre" (BBWL) genannt.

c) Schnittmengen mit anderen Wissenschaften

Die BWL bildet mit anderen Wissenschaften Schnittmengen. Diese Schnittmengen bilden wiederum eigenständige Lehr- und Forschungsbereiche, können oft aber auch als SBWL bzw. BBWL gewählt werden:
- Wirtschaftsinformatik
- Wirtschaftsingenieurwesen
- Wirtschaftsmathematik
- Wirtschaftspädagogik
- Wirtschaftsgeographie Von diesen Bereichen ist die Wirtschaftspädagogik zumeist den wirtschaftswissenschaftlichen, erziehungswissenschaftlichen oder philosophischen Fakultäten der Hochschulen zugeordnet. Die Wirtschaftsinformatik und das Wirtschaftsingenieurwesen ist uneinheitlich entweder den BWL- oder den jeweiligen technischen Fakultäten zugeordnet. Je größer die Auswahl an unterschiedlichen ingenieurwissenschaftlichen Vertiefungen ist, um so eher ist es den BWL-Fakultäten zugeordnet. Wirtschaftsmathematik und Wirtschaftsgeographie befinden sich, i.d.R., in naturwissenschaftlichen Fakultäten, wie z.B. Mathematik- und Geographiefakultäten.

Akademische Ausbildung

Das Studium der Betriebswirtschaftslehre ist an Universitäten und Fachhochschulen möglich und endet mit dem akademischen Grad eines Diplom-Kaufmann, Diplom-Betriebswirt (FH), Diplom-Kaufmann (FH), Diplom-Wirtschaftswissenschaftler, Diplom-Volkswirt (mit Wahlpflichtfächern im Bereich der BWL) oder Diplom-Ökonom, im Bereich der Wirtschaftspädagogik wird der akademische Grad eines Diplom-Handelslehrers oder eines Diplom-Wirtschaftspädagogen erlangt. An Fachhochschulabsolventen wird der Grad mit dem Zusatz "(FH)" vergeben, wobei der Grad Diplom-Betriebswirt ausschließlich von FHs vergeben wird. Durch die Einführung konsekutiver Studiengänge entstehen vermehrt auch Bachelor- und Masterstudiengänge. Ein guter universitärer Diplom- und Mastergrad sowie sehr gute Fachhochschulabschlüsse mit entsprechendem fachlichem Bezug sind Zugangsvoraussetzung zur Promotion.

Nichtakademische Ausbildung bzw. betriebswirtschaftliche Weiterbildung

Das Studium der Betriebswirtschaftslehre an einer staatlich anerkannten Berufsakademie endet mit dem Abschluss als (Diplom-)Betriebswirt (BA), wobei der Abschluss kein akademischer Grad ist. Für weitere Informationen zur nichtakademischen Ausbildung, insbesondere nichtakademische Weiterbildung siehe auch den Artikel Betriebswirt.

Organisationen, Verbände und Vereine

bdvb e.V. Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebwirte e.V. (bdvb) - Berufsverband für Wirtschaftsakademiker und Studierende der Wirtschaftswissenschaften

Literatur


- Wöhe, Günter / Döring, Ulrich: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 21. Auflage. München, Verlag Franz Vahlen, 2002, ISBN 3800628651.
- Bestmann, Uwe: Kompendium der Betriebswirtschaftslehre, 10. Auflage. München, R. Oldenburg Verlag München Wien, 2001, ISBN 3486253638
- Albach, Horst: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 2. Auflage, Gabler-Verlag Wiesbaden, 2000, ISBN 3409229353
- Jean-Paul Thommen/Ann-Kristin Achleitner: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre Umfassende Einführung aus managementorientierter Sicht, 4. Auflage, Gabler-Verlag Wiesbaden, ISBN 3409430164
- Johannes M. Waidfeld: Wachstum, der Irrtum; Wohlstand, eine gesellschaftliche Betrachtung, Fischer & Fischer Medien AG, Frankfurt 2005, ISBN 3-89950-076-8
- Domschke, Wolfgang / Scholl, Armin: Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre - Eine Einführung aus entscheidungsorientierter Sicht, 3. Auflage, Berlin, Heidelberg, New York, Springer-Verlag, 2005. ISBN 3-540-25047-6

Siehe auch

Wirtschaftswissenschaften, Volkswirtschaftslehre, Controlling, Rechnungswesen, Treasury, Wirtschaftsingenieurwesen
- Portal:Wirtschaft
- Wirtschaft
- Managementlehre
- Erich Gutenberg

Weblinks


- [http://www.bdvb.de bdvb] Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e.V.
- [http://www.bwl-studium.org Bwl Portal und Community rund um das Bwl-Studium]
- [http://www.mba-studium.net MBA Portal - Master of Business Administration]
- ja:ビジネス th:ธุรกิจ

Absoluter Kostenvorteil

Das Modell der absoluten Kostenvorteile ist der Kerngedanke der klassischen Außenhandelstheorie. Der Ökonom Adam Smith entwickelte diese Theorie 1776 in seinem Buch An Inquiry into the Nature And Causes of the Wealth of Nations (verkürzter deutscher Titel: Wohlstand der Nationen). Sie besagt, dass Außenhandel und internationale Arbeitsteilung allen beteiligten Ländern Vorteile bringen. Dazu solle sich jedes Land auf die Produktion der Güter spezialisieren und beschränken, bei denen es einen absoluten Kostenvorteil besitzt.

Außenhandel und absoluter Kostenvorteil

Im vierten Buch des Werkes Wohlstand der Nationen führt Smith aus, dass jedes Land die Güter produzieren soll, die es billiger als das Ausland herstellen kann. Im Handel mit den anderen Ländern kann es diese dann gegen andere Güter tauschen. Letztendlich profitieren durch die so erfolgte Spezialisierung alle am Außenhandel beteiligten Länder. Die begrenzt vorhandene Arbeit wird produktiver eingesetzt als bei reiner Selbstversorgung eines jeden Landes, so dass durch den Außenhandel letztendlich jedes Land mehr Güter erhält als bei einer Selbstversorgung. Diese Tatsache lässt sich an einem einfachen Beispiel deutlich machen.

Beispiel

In diesem Beispiel treten die zwei Länder Frankreich und Irland auf. Irland ist in der Lage, eine Einheit Kleidung in 10 Stunden zu produzieren, Frankreich benötigt dafür 20 Stunden. Im Gegenzug stellt Frankreich eine Einheit Kohle in 10 Stunden her, wofür Irland 20 Stunden benötigt. Frankreich besitzt also einen absoluten Kostenvorteil bei der Produktion von Kohle und Irland bei Kleidung.
Die Voraussetzungen lassen sich in einer Tabelle zusammenfassen: Bei einem Arbeitseinsatz von je 60 Stunden könnte jedes Land bei Selbstversorgung je zwei Einheiten Kleidung und Kohle herstellen. Insgesamt wären also 4 Einheiten Kohle und 4 Einheiten Kleidung vorhanden. Spezialisierte sich aber Irland auf die Produktion von Kleidung, könnte es 6 Einheiten Kleidung herstellen, Frankreich bei entsprechender Spezialisierung 6 Einheiten Kohle. Kommt es nun zum Außenhandel und tauschen die beiden Länder 3 Einheiten Kleidung gegen 3 Einheiten Kohle, so hätte jedes Land nach dem Außenhandel je 3 Einheiten Kleidung und Kohle. Das entspricht einer Steigerung von 50 % gegenüber der Selbstversorgung, womit deutlich wird, dass die Spezialisierung verbunden mit Außenhandel jedem Land Vorteile bringt.

Forderungen

Aus dem Modell der absoluten Kostenvorteile ergeben sich einige Forderungen an die beteiligten Länder. Wie am Beispiel deutlich gemacht soll jedes Land auf die Erhebung von Zöllen oder andere Handelshemmnisse verzichten, damit der Außenhandel zu Stande kommt und der Wohlstand beider Länder steigt.
Jedes Land muss sich zudem auf die Produktion solcher Güter konzentrieren, bei denen es tatsächlich einen Vorteil hat. Spezialisierte sich im obigen Beispiel Frankreich auf die Kleidungsproduktion und Irland auf den Abbau von Kohle, so hätte jedes Land am Ende nur 1,5 Einheiten Kleidung und Kohle, eine Verringerung um 25 %.

Bedeutung der Theorie

Mit seinem Modell der absoluten Kostenvorteile wandte sich Adam Smith gegen die Strategien des Merkantilismus und begründete die klassische Außenhandelstheorie. Im merkantilistischen System war jedes Land darum bemüht, den Import von Fertigprodukten zu verhindern und diese stattdessen selber zu produzieren und zu exportieren, um größere Mengen Edelmetalle, d.h. Geld zu erlangen. Damit ging eine entsprechende Zollpolitik einher. Der Außenhandel des Merkantilismus war ein Nullsummenspiel, bei dem ein Land nur auf Kosten eines anderen gewinnen konnte.
Adam Smith hielt den Merkantilismus, insbesondere das Streben nach Erhöhung der Edelmetallvorräte für schädlich. Eine Erhöhung der Edelmetallvorräte, die damals als Geldmittel dienten, erhöhe nur die Preise für die Güter. Der Wohlstand einer Nation lasse sich nicht am Edelmetallbesitz messen, sondern an der Gütermenge, die zur Verfügung stand, und damit an der Arbeitsleistung. Der erste Satz aus Wohlstand der Nationen drückt dies aus: : The annual labour of every nation is the fund which originally supplies it with all the necessaries and conveniences of life which it annually consumes, and which consist always either in the immediate produce of that labour, or in what is purchased with that produce from other nations.

Probleme und Weiterentwicklung

Die Theorie der absoluten Kostenvorteile hat allerdings den Nachteil, dass sie nur den Handel erklärt, der zwischen Ländern mit wechselseitigen absoluten Kostenvorteilen herrscht. Hat ein Land bei keinem Gut solche Vorteile, nähme es nach der Theorie der absoluten Kostenvorteile nicht am internationalen Handel teil. Mit seinem Theorem der komparativen Kostenvorteile lieferte David Ricardo eine Erklärung, warum auch solche Länder am Außenhandel teilnehmen sollten. Damit erweiterte er die Ideen von Adam Smith. Kategorie:Außenwirtschaft

Komparative Kostenvorteile

Nach der Theorie der komparativen Kostenvorteile sind internationaler Handel und internationale Arbeitsteilung selbst für solche Länder von Vorteil, die alle Güter nur zu höheren Kosten erzeugen können als das Ausland. Sie müssen sich nur auf die Produktion jener Güter spezialisieren, die sie relativ (komparativ) am günstigsten herstellen können. In der Realität lässt sich dies vor allem auf Handelsbeziehungen zwischen hoch industrialisierten und niedrig industrialisierten Ländern anwenden. Die Theorie des komparativen (v. lat.: comparare = vergleichen) Vorteils besagt, dass die Vorteilhaftigkeit des Handels zwischen zwei Ländern nicht von den absoluten Produktionskosten abhängt, sondern von den relativen Kosten der produzierten Güter zueinander. Grundsätzlich ist demnach der Handel zwischen zwei Ländern immer vorteilhaft, wenn bei beiden Handelspartnern unterschiedliche Produktionskostenstrukturen existieren, d.h. wenn ein Land für ein produziertes Gut auf weniger Einheiten eines anderen Gutes verzichten muss als das andere Land (niedrigere Opportunitätskosten). In diesem Fall sollte jedes Land sich auf das Gut spezialisieren, das es relativ günstiger herstellen kann. Dabei ist zu beachten, dass nichts über die Verteilung des Handelsgewinnes oder die Effekte der Spezialisierung ausgesagt wird. Eine anschauliche Erklärung des Phänomens bietet nachfolgendes Beispiel.

Beispiel

Es existieren zwei Länder, A-Land und B-Land, in beiden werden Tuch und Weizen produziert.
- A-Land verfügt über hoch entwickelte Produktionstechnologie und kann 10 Tuch oder 100 Weizen pro Stunde produzieren,
- B-Land verfügt über eine niedriger entwickelte Produktionstechnologie und kann nur 1 Tuch oder 50 Weizen pro Stunde produzieren. Tabellarisch dargestellt: Produktionsmöglichkeit pro Stunde Zeitaufwand (=absolute Kosten) für jeweils eine Einheit der Ware in Stunden Man sieht: Das Verhältnis der absoluten Kosten im A-Land ist im Verhältnis 0,1 : 0,01 bzw. 10 : 1. Im B-Land ist das Verhältnis 1 : 0,02 bzw. 100 : 2. Relativ gesehen kann also das A-Land kostengünstiger Tuch und das B-Land kostengünstiger Weizen produzieren. Dies nennt man auch die komparativen Vorteile. Bei beiden Produkten hat B-Land höhere absolute Kosten. Werden aber die Opportunitätskosten, d.h. die Menge Tuch, auf die verzichtet werden muss, um 100 Weizen zu erhalten (und umgekehrt) betrachtet, ergibt sich folgendes Bild: Das B-Land muss nur auf 2 Tuch verzichten um 100 Weizen mehr zu produzieren, während A-Land für 100 Weizen auf 10 Tuch verzichten muss. Dieser geringere notwendige Verzicht ist der komparative Vorteil von B-Land in der Weizenproduktion. Tabelle zu den komparativen Kosten: Wenn nun A-Land und B-Land nicht miteinander handeln und sich beide entscheiden, 8 Stunden Tuch und 2 Stunden Weizen zu produzieren, ergibt dies folgende Gesamtproduktion: Entscheiden sich die beiden Länder nun, miteinander zu handeln und sich auf ihren komparativen Vorteil zu konzentrieren, d.h. A-Land produziert 10 Stunden nur Tuch, B-Land 10 Stunden nur Weizen, so ergibt sich folgendes Bild: Durch den Handel und den dadurch effizienteren Arbeitseinsatz wird es also möglich, bei insgesamt unveränderter Arbeitszeit 12 Tuch und 200 Weizen mehr zu produzieren. Ein weiteres Beispiel: Es existiert ein Rechtsanwalt der zudem noch der beste Schreibmaschinenschreiber im ganzen Ort ist. Weil er als Rechtsanwalt mehr Geld verdient, hat er einen komparativen Kostenvorteil gegenüber der Tätigkeit als Sekretär. Obwohl er einen absoluten Kostenvorteil in beiden Berufen gegenüber einer Sekretärin hat, lohnt es sich für ihn eine einzustellen, die weniger begabt ist als er. Betrachtet man den Standpunkt der Sekretärin: Sie hat als Sekretärin einen komparativen Kostenvorteil gegenüber der Tätigkeit als Rechtsanwalt. Sie ist ihrem Chef also am geringsten als Sekretärin unterlegen. Nun spezialisieren sich beide auf ihre monetär gesehen lukrativsten Fähigkeiten und ziehen so den meisten Profit daraus.

Geschichte

Spezialisierung] Das Konzept komparativer Kostenvorteile wurde im Jahre 1806 von David Ricardo als Weiterentwicklung der Theorie der absoluten Kostenvorteile vorgestellt und ist ein Kernpunkt der Außenwirtschaftstheorie. Einige Ideen tauchten bereits bei David Hume auf....

Diskussion

Kritiker äußern Bedenken gegen die Verwendung der Theorie zur Begründung von Vorteilen des Freihandels. Vor allem wird kritisiert, dass die Theorie der komparativen Kostenvorteile ein simples mathematisches Modell sei, mit dem Vorgänge in der realen Welt beschrieben werden sollen. Als Modell enthalte es jedoch bestimmte Grundannahmen, die in der realen Welt möglicherweise so nicht vorkommen.

Generelle Kritik an der Aussagekraft komparativer Vorteile

Von manchen Kritikern wird die Grundaussage des Modells (jedes Land spezialisiert sich auf seinen komparativen Vorteil) in Frage gestellt. Würde man statt Ländern Unternehmen betrachten, so könnte man mit demselben Modell auch begründen, dass zwei Unternehmen (und nicht Staaten) nebeneinander am Markt existieren könnten, obwohl das eine Unternehmen in allen Bereichen unproduktiver arbeitet. Letzteres sei offensichtlich unzutreffend. Dem wird entgegnet, dass Unternehmen nicht in allen Bereichen tätig seien, sondern sich gerade wegen ihrer komparativen Kostenvorteile auf die Produktion einzelner Güter spezialisierten, auch wenn sie mit ihrer vorhandenen Belegschaft weitere Güter absolut kostengünstiger herstellen könnten als andere Unternehmen. Insofern sei es offensichtlich zutreffend, dass zwei Unternehmen nebeneinander existieren können, auch wenn eins von ihnen in allen Bereichen produktiver arbeiten kann. Eine andere Situation ergäbe sich erst, wenn der Faktor Arbeit völlig mobil sei. Das aber wäre gerade zwischen verschiedenen Ländern nicht der Fall, so dass der Vergleich hinke.

Kritik an der Annahme einer festen Vereinbarung ohne Konkurrenz auf dem Markt

Nach dem Modell des komparativen Kostenvorteil würden sich