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| Außenpolitik |
AußenpolitikDer Begriff Außenpolitik beschreibt das politische Handeln eines Staates (eines Staatenbundes etc.), insbesondere seiner Regierung (Außenminister), zur Vertretung seiner Interessen, einerseits, andererseits zur (diplomatischen) Gestaltung seiner auswärtigen Beziehungen zu anderen Staaten (und Verbünden) sowie zu zwischenstaatlichen Einrichtungen.
In der Politikwissenschaft beschäftigt sich vor allem der Teilbereich der Internationalen Beziehungen mit der Außenpolitik verschiedener Staaten.
Einflüsse auf die Außenpolitik
Die Außenpolitik eines Staates wird von zahlreichen Faktoren bestimmt:
# Innenpolitische Faktoren: Stärke der Regierung, Herrschaftsstruktur, Machtlegitimation, Kompromißfähigkeit nach Außen (Prestige, Wahlkampf)
# Außenpolitische Faktoren: Einbindung in Systeme, Grad der Souveränität, Sicherheit und Militär, historische Verbindungen und Abhängigkeiten
# Ökonomische Faktoren: Wirtschaftskraft, Wirtschaftsstruktur, Verhältnis Import-Export, Verflechtungen und Abhängigkeiten
# Gesellschaftliche Faktoren: Bewusstseinslage und Partizipationsmöglichkeiten der Bevölkerung, Konsensfähigkeit, "Weltoffenheit"
# Objektive Faktoren: geographische Lage, Ressourcen, Bevölkerungszahl
Charakter der Außenpolitik
Außenpolitik ist eine zähe, langwierige Angelegenheit.
Bei einem Regierungswechsel in einem kommunitären Staat ändert sich die Außenpolitik meist nur in Nuancen (daher auch die weitgehende Auslassung außenpolitischer Zielsetzungen in Wahlprogrammen), allenfalls Akzentverschiebungen sind möglich. Die Gründe dafür sind vielfältig:
# Die Leitziele Stabilität, Kontinuität und Beherrschbarkeit bleiben ebenso bestehen wie die Systeme, in denen sich die Politik bewegt (Bündnisse: pacta sunt servanda!)
# Grundprobleme, welche die Weltlage und damit außenpolitische Aktivitäten beeinflussen, behalten häufig über lange Zeiträume ihre Brisanz (zum Beispiel Nahostkonflikt)
# Objektive Inlandsfaktoren bleiben bestehen, auch veränderbare Inlandsfaktoren ändern sich nicht "ruckartig"
# Revolutionäre außenpolitische Konzepte sind aufgrund des hohen internationalen Verflechtungsgrades nicht oder nur kaum durchsetzbar. Auch der Krieg als „ultima ratio“ scheidet immer mehr aus.
Zitat
Die großen Nationen sind nicht von innen gemacht, sondern nach außen; nur eine geschickte Außenpolitik, eine Politik bedeutender Unternehmungen, ermöglicht eine fruchtbare Innenpolitik, die letzten Endes immer von geringerem Tiefgang ist. – José Ortega y Gasset (Aufbau und Zerfall Spaniens, 1921)
Siehe auch
- Botschafter, Auswärtiges Amt, Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten, Außenpolitisches System der USA, Bundesdeutsche Außenpolitik 1945–1989
Weblinks
- [http://www.deutsche-aussenpolitik.de/ Außenpolitik-Projekt der Uni Trier unter Leitung von Hanns W. Maull]
- [http://www.politik.uni-koeln.de/jaeger/links/medien Linksammlung zum Thema Außenpolitik und Medien]
- [http://www.dgap.org Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e. V. – DGAP]
- [http://www.dias-online.org Düsseldorfer Institut für Außen- und Sicherheitspolitik e. V. – DIAS]
- [http://www.swp-berlin.org Stiftung Wissenschaft und Politik – SWP]
- [http://www.thinktankdirectory.org/directory/politikfelder.html#aussen „Think Tank Directory“, Kategorie Außen- und Sicherheitspolitik]
- [http://www.german-foreign-policy.com Informationen und Kritik zur Deutschen Außenpolitik – www.german-foreign-policy.com]
Kategorie:Politisches Sachgebiet
Kategorie:Politologie
Kategorie:Diplomatie
Staat
Max Weber definiert in seiner Herrschaftssoziologie Staat als einen solchen politischen Anstaltsbetrieb, dessen Verwaltungsstab erfolgreich das Monopol legitimen physischen Zwanges (also das Gewaltmonopol) für die Durchführung der Ordnungen in Anspruch nimmt (Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, [http://www.textlog.de/7321.html Kap. 1, § 17]). In der Ökonomie wird der Staat oftmals als Summe aller Zwangsverbände betrachtet. Zur Unterscheidung oder Kongruenz von Staat und Gesellschaft siehe Staat und Gesellschaft.
Ein Staat (aus lat. status Zustand, Verfassung) ist ein ein Gebilde, das laut der Konvention von Montevideo folgende Eigenschaften aufweist:
- eine mehr oder weniger stabile Kernbevölkerung (Staatsvolk);
- einen klar abgegrenzten oder definierten Landbesitz (Staatsgebiet, Territorium);
- eine Regierung, die eine Staatsgewalt ausüben kann;
- die Fähigkeit, mit anderen Staaten in politischen Kontakt zu treten, d. h., ein Völkerrechtssubjekt zu sein.
Die klassische Staatsrechtslehre nennt nur die ersten drei Merkmale (Drei-Elemente-Lehre Jellineks). In diesem Sinne sind die Glieder eines Bundesstaates, wie die deutschen Länder auch "Staaten" (übrigens auch beschränkt Völkerrechtssubjekte, da sie auf Grund ihrer "Kulturhoheit" z. B. mit dem Heiligen Stuhl unabhängig von der Bundesrepublik Deutschland Konkordate abschließen können). Der klassische Ausnahmefall eines Staates ohne Staatsgebiet ist - seit der Annexion Maltas durch Napoleon I. - der "Souveräne Malteserorden".
Die Souveränität ist kein definierendes Merkmal des Staates. Staaten können rechtlich auch dann fortbestehen, wenn sie unter Besatzung stehen (okkupiert sind); oder (in der älteren Staatsrechtslehre), wenn sie nur "souverän" sind (z. B. Samos im Osmanischen Reich). Jedoch muss faktisch eine Teilsouveränität gegeben sein.
Wie denn überhaupt das Völkerrecht mangels einer Welt-Legislative von Entscheidungen von Fall zu Fall abhängt (case law) und mithin ein sehr nachgiebiges Recht ist, wenn Völkerrechtssubjekte "Fakten setzen".
Völkerrechtliche Anerkennung
Ein Staat bedarf zu seiner Gründung keiner juristischen Legitimation (er wird 'ausgerufen', vgl. den Rütli-Schwur bei der Begründung der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Mittelalter - die neuzeitliche Schweizerische Konföderation besteht aber durchaus aus einzelnen Staaten, den Kantonen). International hat es sich eingebürgert, einen Staat anzuerkennen, sobald mehrere andere Staaten seine Existenz anerkannt haben.
Einige Gebiete wie Taiwan oder Nordzypern auf Zypern, die zwar die Merkmale eines Staates aufweisen, wurden dennoch, meist aus politischen Gründen, nicht allgemein anerkannt; diese werden als Stabilisierte De-Facto-Regime bezeichnet.
Die Konvention von Montevideo regt häufig zu Diskussionen an, ob es möglich ist, durch Kauf einer staatenlosen Insel oder Bohrinsel quasi eine Mikronation zu gründen. Die Anerkennung durch andere Staaten ist das Hauptproblem solcher Vorhaben.
Anzahl
Insgesamt gibt es 192 vollständig anerkannte souveräne Staaten. Darunter fallen die 191 Mitglieder der UNO sowie die Vatikanstadt. Weitere Staaten sind nur von einer Minderheit der weltweiten Staaten anerkannt, dies sind u. a. Taiwan, Westsahara (DARS), die Cookinseln und Niue.
Literatur
- Michail Bakunin, Gott und der Staat, Berlin: Karin Kramer 1995
- Karl Held (Hrsg.): [http://www.gegenstandpunkt.com/vlg/staat/staat_i.htm Der bürgerliche Staat]. Die Staatsableitung. München, 1999. 138 Seiten ISBN 3-929211-03-3
- Stefan Breuer: Der Staat. Entstehung, Typen und Organisationsstadien, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1998.
- Heide Gerstenberger, Die subjektlose Gewalt. Theorie der Entstehung buergerlicher Staatsgewalt, Münster: Westfälisches Dampfboot 2005
- Wolfgang Reinhard, Geschichte der Staatsgewalt. Eine vergleichende Verfassungsgeschichte Europas von den Anfängen bis zur Gegenwart, Sonderausgabe, München: C.H. Beck 2002
- Franz Oppenheimer: [http://www.opp.uni-wuppertal.de/oppenheimer/st/staat0.htm Der Staat], 3. überarbeitete Auflage von 1929
- OVG Münster, Urteil vom 14.02.1989, Az. 18 A 858/87, in: NVwZ 1989, S. 790.
Siehe auch
- Staatstheorie
- Liste unabhängiger Staaten
- Liste der Staatsformen souveräner Staaten
- Staatliche Souveränität
- Territoriale Integrität
Kategorie:Politische Geographie
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ja:国家 simple:State
RegierungDie Regierung ist die oberste Institution eines Staates. Sie leitet, lenkt und beaufsichtigt die Gesamtpolitik des Staates. Die Regierung, ihre Organisation und Funktion stehen in enger Beziehung mit der allgemein in der entsprechenden Gesellschaft vorherrschenden Herrschaftsstruktur sowie der sozio-ökonomischen Ordnung.
In modernen, demokratischen Staaten wird als Regierung meist die Exekutive (ausführende Gewalt) eines Staates oder einer Gebietseinheit desselben gemeint.
In anderen Sprachen und Dialekten
In Bayern nennt man die auf der Ebene der Bezirke gebildete Mittelbehörde der staatlichen Verwaltung Regierung, zum Beispiel die Regierung von Oberbayern. In anderen deutschen Bundesländern heißt diese Mittelbehörde Regierungspräsidium oder Bezirksregierung.
Auf britischem Englisch bedeutet das Wort government nicht nur "Regierung", sondern auch "Staatsgewalt"; auf amerikanischem Englisch bedeutet government sogar fast nur noch "Staatsgewalt"; die Exekutive wird meistens administration genannt. In Frankreich kann gouvernement sowohl "Regierung" als auch "Staatsgewalt" bedeuten, während das gouvernement in Kanada meistens nur "Regierung" bedeutet.
Legitimation der Regierung
Eine Regierung kann sich unterschiedlich legitimieren:
- durch Wahlen: Demokratie
- durch Ernennung oder Vererbung: Plutokratie, Aristokratie, Monarchie, Autokratie
- durch Gewalt: Diktatur, Militärjunta
- In der vom Anarchismus angestrebten Gesellschaft gibt es keine Regierung (Selbstorganisation, Selbstverwaltung, ein Rhizom besitzt kein Zentrum und keine Hierarchie).
Wirkliche Regierungen stellen oft Mischformen der genannten Systeme dar.
Beispielsweise eine Konstitutionelle Monarchie, die Elemente der Demokratie und Monarchie vereint.
Soziale Aufgaben
Die Aufgaben einer Regierung werden heutzutage in den meisten Staaten durch eine Verfassung festgelegt. Aus gesellschaftlicher Sicht ist es die eigentliche soziale Aufgabe der Regierung, allokations-, distributions- und stabilisierungspolitische Vorschläge auszuarbeiten und umzusetzen.
Die Regierung kann durch bestimmte Entscheidungen und die Verfassung eine Vorbildfunktion einnehmen. Bestimmte politische Entscheidungen in Innen- oder Außenpolitik können Terrorismus, eine besondere Stellung des Militärs (Banden), hervorbringen. Durch Todesstrafe im Grundgesetz kann in Fällen der Selbstjustiz als Vorbild die Regierung genannt werden, die ja selbst exekutiert (USA).
Siehe auch: Bundesregierung, Regierungsform, Regierungserklärung, 100-Tage-Frist
Eigene Ziele
Entgegen der sozialen Aufgaben werden gemäß der ökonomischen Theorie der Politik (ÖTP) in Regierungen tatsächlich Ziele verfolgt, die die eigene Macht stützen und eine Wiederwahl ermöglichen sollen.
Historische Entwicklung der Regierungsfunktion
Das zentrales und leitendes Organ der Staatsmacht entstand in Europa Hand in Hand mit der Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft. Erste Ansätze dazu, darunter die zentralisierte Lenkung des Staates und seiner Bevölkerung mithilfe von Armee, Polizei, Bürokratie, Richterstand usw. fanden sich in der Absoluten Monarchie. Obwohl die absolutistischen Monarchen durch die Zentralisierung der Regierungsfunktionen ihre Position stärkten, begaben sie sich dadurch gleichzeitig in finanzielle Abhängigkeit von den Handwerkszünften und dem sich in seiner Entstehung befindenden Bürgertum. Die Entstehung eines politischen Institutionsgefüges hatte die Herstellung eines territorial beschränkten Wirtschaftsraumes zur Folge und entsprach damit den Interessen des Bürgertums, womit der Grundstein für die Entwicklung des Kapitalismus gelegt war.
Die Auffassung von Herrschaft eines Staates wandelte sich in der Zeit des Absolutismus zu einer einheitlichen, übergeordneten Gewalt: der öffentlichen, je nach Land spezifisch legitimierten, Staatsgewalt. Die Funktion der Staatsgewalt war die eines Garanten für die Kontinuität der ökonomisch-sozialen Verhältnisse und vertrat damit die Ordnung, an der wiederum sich die weiteren gesellschaftlichen Entwicklungen orientierten.
Der alleinige Führungsanspruch des absolutistischen Herrschers wurde mit der Entwicklung der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft zunehmend auf weitere Institutionen, insbesondere der Verwaltung abgelöst. Einerseits eigneten sich die Berater der Herrschenden mehr und mehr Machtnischen an, andererseits begann sich die von den Herrschern geschaffene bürokratische Verwaltung mehr und mehr zu verselbständigen.
Kategorie:Politischer Begriff
ja:政府
ko:정부
ms:Kerajaan
simple:Government
th:รัฐบาล
PolitikwissenschaftPolitikwissenschaft (oft auch als Politologie oder Politische Wissenschaft bezeichnet) ist eine Disziplin der Sozialwissenschaften, die sich mit dem wissenschaftlichen Studium der Politik beschäftigt.
Gegenstand der Forschung
Die Politikwissenschaft befasst sich mit dem Zusammenleben der Menschen. Sie untersucht, wie dieses Zusammenleben allgemeinverbindlich geregelt werden soll und geregelt ist. Dies beinhaltet die Analyse von grundlegenden Prinzipien, Zusammenhängen und von Ursache- und Wirkungsmechanismen. Dabei berücksichtigt sie institutionelle, prozedurale und sachlich-materielle Gesichtspunkte.
Ursprünglich hatte die Politikwissenschaft eine stark normative Prägung. Sie beschäftigte sich lange Zeit damit, wie das Zusammenleben der Menschen am besten gestaltet werden soll. Diese Wurzel läßt sich bis zu den altgriechischen Philosophen - u.a. auf Platon - zurückführen und ist auch heute noch bedeutsam. Als solche wurde die Politikwissenschaft auch nach ihrer Gründung als akademische Disziplin in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945 verstanden und konzipiert ("Demokratiewissenschaft"). Ausgehend von den USA wurde die Politikwissenschaft seit den 1960er Jahren ("behavioristische Revolution" in den Sozialwissenschaften) stärker empirisch ausgerichtet. Ihr Untersuchungsgegenstand verlagerte sich zunehmend auf den realweltlichen, beobachtbaren "Ist-Bereich".
In diesem Sinne dominieren die Politikwissenschaft nunmehr Fragen, wie das Zusammenleben der Menschen geregelt ist, wobei eine Wertung entfällt.
Es kam zur analytischen und methodischen Hinwendung der Politikwissenschaft auf die Naturwissenschaften, also zu einer "Verwissenschaftlichung" der Politikwissenschaft.
Die moderne Politikwissenschaft, die nach wie vor wesentlich durch US-amerikanische Entwicklungen und Innovationen bestimmt wird, ist daher in zunehmenden Maße durch analytische Stringenz (etwa durch den Einsatz mathematischer Modellierung) sowie methodischer Rigorosität (Einsatz statistischer Verfahren) geprägt.
Name
Der Streit um den Namen für diese Disziplin ist in Deutschland so alt wie die Disziplin selbst. Während im Englischen die Bezeichnung political science um 1880 begründet wurde und seit langem etabliert ist, tat man sich im Nachkriegsdeutschland nach den Erfahrungen der Nazizeit schwer mit dem Begriff einer politischen Wissenschaft, weil dieser bei einigen Leuten Assoziationen mit einer politisierten Wissenschaft hervorrief. Heute sind die Bezeichnungen Politikwissenschaft(en) und Politologie im deutschsprachigen Raum geläufig, wobei die meisten Institute erstere offiziell verwenden.
Auch wenn umgangssprachlich oft von einem Politikstudium oder ähnlichem die Rede ist, ist deutlich zu unterscheiden zwischen den Begriffen Politikwissenschaft und Politik. Ein Politiker macht Politik, ein Politikwissenschaftler (oder Politologe) setzt sich wissenschaftlich mit politischen Fragen auseinander.
Integrationswissenschaft
Teilweise begreift sich die Politikwissenschaft als Integrationswissenschaft der Staatswissenschaften. Das Ziel war hier die Heranbildung von Generalisten, die in Organisationen und Verwaltung das nötige Sachverständnis hatten, um ihre Funktionen und Ämter führen zu können.
Dabei führt sie Ansätze fort, die schon seit der frühen Neuzeit von Juristen, Theologen und Philosophen sowie später von Historikern begründet worden sind.
Bereits im 18. Jahrhundert lehrte Joseph von Sonnenfels an der Universität Wien Politische Wissenschaften Es etablierten sich im 19. Jahrhundert Fächer wie die Kameralwissenschaft und die Policywissenschaft.
Eine eigene Disziplin entwickelte sich in Deutschland unter US-amerikanischem Einfluss aber erst nach dem II. Weltkrieg. Anknüpfungspunkte waren allerdings gegeben zu den Aktivitäten der Deutschen Hochschule für Politik, die in der Frühphase der Weimarer Republik 1920 in Berlin gegründet wurde und bis zur Integration in die Berliner Universität 1940 bestand. Politikwissenschaft wurde in der Weimarer Republik im Wesentlichen als Demokratiewissenschaft verstanden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ihr Selbstverständnis als Demokratiewissenschaft erneut populär, also als Wissenschaft von der Funktionsweise der Demokratie, die insbesondere Mittler wie Lehrer und Journalisten befähigen sollte, den demokratischen Gedanken zu vermitteln und das demokratische Denken in der Bevölkerung zu verankern. Daher beschäftigte sich die frühe nachkriegsdeutsche Politikwissenschaft hauptsächlich mit Institutionen wie beispielsweise Parteien, Gewerkschaften, dem Parlament oder der Bundesregierung.
Heute bezeichnet man diesen Gegenstandsbereich als Polity.
Mit dem politischen und wissenschaftlichen Erfolg der Bundesrepublik Deutschland rückte die Erforschung der eigentlichen politischen Prozesse in den Vordergrund: Man versuchte zu verstehen, was innerhalb der Institutionen passiert und welche Funktionen sie jeweils erfüllten, anstatt zu beschreiben, welche Aufgaben sie offiziell hatten. Dabei spielten insbesondere Verbände eine wichtige Rolle, da sie - obwohl nicht gesetzlich verankert - einen wichtigen Anteil am politischen Prozess haben.
Man versuchte also, die tatsächlichen Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse (Politics) zu analysieren und zu verstehen.
Teildisziplinen
Schließlich versuchte man, einzelne Politiksektoren (wie z. B. Gesundheitspolitik) zu untersuchen. Hierbei ist Fachkompetenz zur Analyse der tatsächlichen Probleme erforderlich. Diese neuere Teildisziplin der Politikwissenschaft, die sich mit Sachproblemen einzelner Politikbereiche auseinandersetzt, wird Policy-Forschung oder auch Politikfeldforschung genannt.
Diese spielt für die Politikberatung eine immer größer werdende Rolle, mit Hilfe derer sich Entscheidungsträger auf wissenschaftlich fundierte Beratung verlassen oder eine politische Entscheidung treffen und absichern wollen. Die Grenzen der Wissenschaftlichkeit solcher Beratungen sind jedoch oft unklar - vielfach sind es "Gefälligkeitsgutachten", also interessengeleitete Gutachten, die zu einem vom Auftraggeber gewünschten Ergebnis kommen.
Die Paradigmen der Integrationswissenschaft und der Demokratiewissenschaft werden daher heute zunehmend durch die Teilung der Disziplin Politikwissenschaft in die Teildisziplinen Polity, Politics und Policy ersetzt.
Eine weitere gebräuchliche Unterteilung der Politikwissenschaft in Teildisziplinen ist die Unterscheidung zwischen Internationalen Beziehungen, Politischer Theorie und Vergleichende Politikwissenschaft (auch: Vergleichender Analyse politischer Systeme genannt).
Zu den wichtigsten Gegenständen der Politikwissenschaft gehören die Strukturprobleme der Demokratie, politische Parteien und soziale Bewegungen, internationale Beziehungen, Staatsinterventionen und Wirtschaft, politische Haltungen und Bewusstseinsformen, öffentliche Meinung, Massenmedien und Wahlverhalten.
Ein populärer Irrtum besteht darin, dass Politikwissenschaft als wissenschaftliche Fortsetzung der (Partei)politik verstanden wird.
Vielmehr ist Gegenstand der Politikwissenschaft die wissenschaftliche Analyse von Politik.
Ausbildung zum Politikwissenschaftler
In der Nachkriegszeit wurden zahlreiche Institute für Politikwissenschaft gegründet, so z. B. an den Universitäten Köln, Mainz, Tübingen und Bonn. Daneben existieren auch einzelne Lehrstühle und Professuren an manchen Universitäten. Somit bieten viele Universitäten ein Studium der Politikwissenschaft an, in dem man zum Politikwissenschaftler ausgebildet wird.
Das älteste und größte Institut für Politikwissenschaft in Deutschland ist das Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin, das 1959 aus der Deutschen Hochschule für Politik hervorging.
In Österreich kann Politikwissenschaft an den Universitäten in Innsbruck, Salzburg und Wien studiert werden.
An der Universität Innsbruck wird mit Wirkung zum 1. Januar 2005 eine eigene Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie eingerichtet.
Themen
:Politikwissenschaft allgemein
:: Politikwissenschaftler
:: Was ist Politik?
:: Politikbibliographie
:: Methodik der Politikwissenschaft
: Politische Theorien und Ideengeschichte
:: Absolutismus
:: Anarchismus
:: Demokratie
:: Despotie
:: Diktatur
:: Doppelherrschaft
:: Monarchie
::: Wahlmonarchie
::: Erbmonarchie
:: Faschismus
::: Austrofaschismus
::: Francismus
::: Klerikalfaschismus
::: Neofaschismus (Rechtsextremismus)
:: Feudalismus
:: Kapitalismus
:: Kommunismus
::: Bolschewismus
::: Castroismus
::: Leninismus
::: Maoismus
::: Rätekommunismus
::: Reformkommunismus
::: Stalinismus
::: Titoismus
::: Trotzkismus
:: Konservativismus (Christdemokratismus)
:: Marxismus
::: Neomarxismus
:: Merkantilismus
:: Nationalismus
:: Nationalsozialismus
::: Neonazismus (Rechtsextremismus)
:: Parlamentarismus
:: Politikzyklus
:: Politischer Liberalismus
:: Republikanismus
::: Kemalismus
:: Sozialismus
::: Linkssozialismus
::: Rechtssozialismus
::: Sozialdemokratie
:: Totalitarismus
:: Tyrannis
: Themen und Theorien der politischen Philosophie
:: Naturrechtstheorien
:: Vertragstheorien
:: Theorie der rationalen Entscheidung (rational choice theory)
:: Spieltheorien
:: Regierungsformen
:: Herrschaftslegitimation
:: Gewaltenteilung
:: Souveränität
:: Föderalismus
:: Zentralismus
:: Menschenrechte
:: Staatstheorie
:: Demokratietheorie
:: Revisionismus
: Politische Einheiten, Institutionen und Akteure
:: Staat
:: Volk
:: Bürger
:: Stadt
:: Bundesland
:: Regierung
:: Parlament
:: Politische Parteien
: Politische Kultur
: Recht und Verfassung
: Wahl
:: Wahlsysteme
::: Verhältniswahlrecht
::: Mehrheitswahlrecht
: Internationale Beziehungen
:: Außenpolitik
:: Völkerrecht
:: Diplomatie
:: Internationale Organisationen
::: UNO
::: OSZE
::: Europäische Union
:: Nichtstaatliche Organisationen (NGO's)
::: Amnesty International
::: ATTAC
::: Greenpeace
::: Global 2000
::: WWF
:: Militärbündnisse
:::NATO, WEU, Warschauer Pakt
::Wirtschaftsbündnisse und -organisationen
::: EWR, EFTA, Europäische Gemeinschaft, COMECON, OEEC, OECD, G8, AKP-Staaten, OPEC, ECOWAS, CARICOM, Mercosur, Andengemeinschaft, CSN, NAFTA, ASEAN, WTO, GATT, GATS, IWF, Weltbank
:: Theorien der internationalen Politik
::: Politischer Realismus
::: Neorealismus
::: Neoliberaler Institutionalismus
::: Politikwissenschaftlicher Konstruktivismus
::: Dependenztheorien
::: Modernisierungstheorien
::: Konfliktforschung
::: Friedensforschung
:: Themen der internationalen Politik
::: UNO und ihre Organisationen
::: Globalisierung
::: Migration
::: Nahostkonflikt
::: Ost-West-Konflikt
::: Nord-Süd-Konflikt
::: Entwicklungspolitik
::: Internationale Handelspolitik
::: Globale Umweltpolitik
::: Internationale Nuklearpolitik
::: Terrorismus
Literatur
- Wilhelm Bleek: Geschichte der Politikwissenschaft in Deutschland. C.H.Beck, München 2001, ISBN 3-4064-9602-4
- Matthias Catón, Julia Leininger, Philip Stöver u. Claudia Zilla (Hrsg.): Politikwissenschaft im Beruf. Perspektiven für Politologinnen und Politologen. Lit, Münster 2005 ISBN 3-8258-8360-4
- Jürgen W. Falter u. Felix W. Wurm (Hrsg.): Politikwissenschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Wiesbaden, Westdeutscher Verlag 2003 ISBN 3-531-13815-4
- Gerhard Göhler u. Bodo Zeuner (Hrsg.): Kontinuitäten und Brüche in der deutschen Politikwissenschaft. Nomos, Baden-Baden 1991
- Dieter Nohlen und Rainer-Olaf Schultze (Hrsg.): Lexikon der Politikwissenschaft. Theorien, Methoden, Begriffe. 2 Bände, 2. Auflage. Beck, München 2004 ISBN 3-406-51126-0 und ISBN 3-406-51127-9
- Werner J. Patzelt Einführung in die Politikwissenschaft. Grundriss des Faches und studiumbegleitende Orientierung., 5. Auflage. Rothe, Passau 2003 ISBN 3-927575-95-X
- Wolfgang Rudzio: Das politische System der Bundesrepublik Deutschland, 6. Auflage. Leske und Budrich, Opladen 2003 ISBN 3-8252-1280-7
- Meyer, Thomas: Was ist Politik?, Stuttgart (2002), ISBN 3825221350
- Klaus von Beyme: "Das politische System der Bundesrepublik Deutschland - Eine Einführung", 10. Auflage, Wiesbaden (2004), ISBN 3-531-33426-3.
- Dirk Berg-Schlosser und Theo Stammen: "Einführung in die Politikwissenschaft", 7. Auflage, München (2003), ISBN 3-406-50495-7.
Weblinks
- [http://ch.dmoz.org/World/Deutsch/Wissenschaft/Sozialwissenschaften/Politologie/ Kategorie Politologie bei dmoz.org]
- [http://www.vergleichende-politikwissenschaft.de Online-Einführung in die Vergleichende Politikwissenschaft ]
- [http://www.isn.ethz.ch/ International Relations and Security Network]
- [http://www.vifapol.de/ Virtuelle Fachbibliothek Politikwissenschaft]
- [http://www.uni-tuebingen.de/pol/urlpool.htm/ Ausführliche Linksammlung zu politikwissenschaftlichen Themen]
- [http://www.iposs.de/ Interessenvereinigung für Politikwissenschaftstudierende]
- [http://www.politikwissen.de/lexikon/index.html Heidelberger Online Lexikon der Politik bei www.politikwissen.de]
- [http://www.politikon.org PolitikON Fachportal und E_learning Plattform]
- [http://www.powi.at Plattform Politikwissenschaft Universität Wien]
Kategorie:Sozialwissenschaft
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ja:政治学
ko:정치학
th:รัฐศาสตร์
Internationale BeziehungenDas Fach Internationale Beziehungen (IB) bildet eine Teildisziplin der Politikwissenschaft, die sich vor allem mit dem Verhältnis von Staaten ("inter-national" - zwischen Nationen) zueinander befasst.
Gegenstand der IB
Darüber hinaus befinden sich in zunehmendem Maße internationale Zusammenarbeit und Verhalten jenseits der Nationalstaaten im Fokus des Forschungsinteresses; Nichtregierungsorganisationen (NGOs), internationale Organisationen und Staaten befinden sich demnach in einem Raum internationaler Kommunikation oder jedenfalls Interaktion. Die Inhalte der Disziplin lassen sich auf zwei verschiedene Arten untergliedern: Einmal nach den Interpretationsansätzen, die verwandt werden (Theorien), und zum anderen nach den behandelten Politikfeldern (Policies). In der Geschichte der IB gab es drei sog. "Große Debatten", langandauernde Forschungsdiskussionen, die das Fach geprägt haben: in den 1940/50er Jahren die erste zwischen Idealismus und Realismus, in den 1960er Jahren zwischen Szientismus und Traditionalismus und in den 1980er Jahren zwischen Postmodernismus und Positivismus. Die IB sind bisher sehr stark von der US-amerikanischen Politikwissenschaft behavioralistischer Ausrichtung geprägt.
Das Politikverständnis der IB ist mit Czempiel (2004) als die "autoritative Zuteilung von Werten in den Bereichen Sicherheit, Wohlfahrt und Herrschaft" zu bezeichnen.
Geschichte der IB
Der Anfang dieser Teildisziplin der Politikwissenschaften läßt sich auf die Pariser Friedenskonferenz von 1919 datieren. Damals war den Politikern wichtig, eine Katastrophe wie den Ersten Weltkrieg in zukunft zu vermeiden. Dazu sollte eine Wissenschaft eingerichtet werden, die Bedingungen dauerhaften Friedens aufzeigen sollte.
Theorien der Internationalen Beziehungen
Zur Zeit sind der Neorealismus, Liberalismus, Institutionalismus und - mit Abstrichen - Sozialkonstruktivismus die bedeutendsten Theorien, in den Vereinigten Staaten dominiert bislang eindeutig der Neorealismus (Keohane/ Waltz). Kennzeichnend für die IB sind ausladende Theoriediskussionen auch und vor allem metatheoretischer Art.
- Englische Schule
- Dependenztheorien
- Feministische IB-Theorie
- Interdependenztheorie
- Konstruktivismus (Metatheorie)
- Liberalismus
- Neo-Gramscianismus
- Pluralismus
- Politischer Realismus und Neorealismus
- Postmodernistische IB-Theorie
- Regimetheorie/ Institutionalismus
Inhalte der Internationalen Beziehungen
Kernbereich der IB ist die Beschäftigung mit Konflikten. Dabei stehen die Aspekte Konfliktparteien, Konfliktgegenstand, Konfliktumwelt, Positionsdifferene und Konfliktaustrag zu Analyse an (Schimmelpfennig 1995:29). Die verschiedenen Theorien der IB bieten jeweils unterschiedliche Analysekonzepte und Konfliktlösungsstrategien an. Im deutschsprachigen Raum ist besonders das Konzept der sog. Tübinger Schule (Rittberger, Hasenclever u.a.) bedeutsam, deren Konfliktanalyse einerseits auf einem prozessualen Politikbegriff beruht (Schwerpunkt: friedlicher Konfliktaustrag) und andererseits stark in der Friedensforschung verwurzelt ist.
- Themen der internationalen Politik
- Außenpolitik
- Diplomatie
- Entwicklungspolitik
- Friedensforschung
- Globale Umweltpolitik
- Globalisierung
- Internationale Handelspolitik
- Internationale Nuklearpolitik
- Nahostkonflikt
- Nord-Süd-Konflikt
- Ost-West-Konflikt
- Völkerrecht
- UNO
- OSZE
- Europäische Union
- Militärbündnisse
- NATO
- ehem. Warschauer Pakt
- nichtstaatliche Organisationen (NGOs)
- Amnesty International
- ATTAC
- Greenpeace
- Freedom House
Studienliteratur
- Bueno des Mesquita, Bruce: Principles of International Politics - People's Power, Preferences and Perceptions', Washington 2000
- Hartmann, Jürgen: Einführung in die Internationalen Beziehungen, Opladen 2001
- Hellmann, Gunther/ Wolf, Klaus Dieter/ Zürn, Michael (Hg.): Die neuen Internationalen Beziehungen. Forschungsstand und Perspektiven in Deutschland, Baden-Baden 2003. ISBN 3-8329-0320-8
- Krell, Gert: Weltbilder und Weltordnung, Baden-Baden 2004, 3. Aufl. ISBN 383290347X
- Menzel, Ulrich: Zwischen Idealismus und Realismus, Frankfurt a.M. 2004
- Schieder, Siegfried/ Spindler, Manuela: Theorien der Internationalen Beziehungen, Opladen (2003) ISBN 3825223159, Standardeinführung mit Überblicksdarstellungen der Denkschulen
- Schimmelpfennig, Frank: Debatten zwischen Staaten. Eine Argumentationstheorie internationaler Systemkonflikte, 1995
- Viotti, Paul R./ Kauppi, ?: International Relations Theory, Boston 2002, 3. Aufl.
- Woyke, Wichard: Handwörterbuch Internationale Politik, Stuttgart (2005), ISBN 3825207021
- Knapp, M./Krell, G.: Einführung in die internationale Politik, Oldenbourg (2003), ISBN 3486259687
- Schirm, Stefan: Internationale Politische Ökonomie, Baden-Baden (2004), ISBN 3832907351
Zeitschriften
- International Organization
- Zeitschrift für Internationale Beziehungen
Kategorie:Politologie
Kategorie:Diplomatie
ja:国際関係論
SouveränitätDer Begriff Souveränität (von franz.: souveraineté, aus lat.: superanus, darüber befindlich, überlegen) beschreibt in der Rechtswissenschaft den Zustand einer natürlichen oder juristischen Person, der durch Eigenständigkeit, Selbstbestimmtheit und Vollmacht gekennzeichnet ist und nicht durch Fremdbestimmung. Diese Selbstbestimmtheit ist nicht rechtlich, sondern bestenfalls durch die Rücksichtnahme auf andere praktisch begrenzt.
Souveränität im Völkerrecht
Im Völkerrecht wird der Begriff der Souveränität als die grundsätzliche Unabhängigkeit eines Staates von anderen Staaten (Souveränität nach außen) und seine Selbstbestimmtheit in Fragen der eigenen staatlichen Gestaltung (Souveränität nach innen) bezeichnet. Der aus der klassischen Völkerrechtslehre stammende Souveränitätsbegriff erfährt in der modernen Völkerrechtswissenschaft eine zunehmende Beschränkung, begründet vor allem mit der zunehmenden rechtlichen wie tatsächlichen Interdependenz von Staaten, internationalen Organisationen, transnationalen Unternehmen und regierungsunabhängigen Organisationen.
Das Gegenstück zur staatlichen Souveränität ist die frühneuzeitliche Rechtsfigur der Suzeränität.
Siehe auch: Autonomie
Souveränität im Staatsrecht
Der Begriff Souveränität wird im innerstaatlichen Recht und in der politischen Theorie verwendet, um die oberste Kompetenz zur Machtausübung im Inneren eines Staates zu bezeichnen. So bezeichnete man den Herrscher eines absolutistischen Staates oft als den Souverän, und in demokratischen Gesellschaften ist von der Volkssouveränität die Rede, die darin besteht, dass alle staatliche Machtanwendung durch das Volk legitimiert ist und das Volk selbst Staatsform und Regierung bestimmen kann.
Die Souveränität ist daneben eines der drei klassischen Definitionsmerkmale des Staates (Staatsvolk, Staatsgebiet und Souveränität, vgl. Jean Bodin und seine Souveränitätsthese).
Da auf einem bestimmten Gebiet und über ein bestimmtes Volk immer nur ein Gemeinwesen souverän sein kann, dient der Begriff der Souveränität auch zur Unterscheidung von Bundesstaaten und Staatenbünden: Bei Staatenbünden liegt die staatliche Souveränität immer noch bei den einzelnen Staaten. Bei der Gründung eines Bundesstaates hingegen geben die nachmaligen Gliedstaaten (Deutschland: Bundesländer, Schweiz: Kantone, USA: states, usw.) ihre Souveränität an den Bund ab. Dies äussert sich insbesondere dadurch, dass im Bundesstaat der Bund die sogenannte Kompetenzkompetenz besitzt, d.h. er kann über die Zuweisung von Kompetenzen an den Bund oder an die Gliedstaaten entscheiden. In Staatenbünden hingegen entscheiden die einzelnen Staaten, ob sie dem Bund eine Kompetenz überlassen wollen.
Souveränität als menschliche Eigenschaft
Ein Zustand von Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit, im Gegensatz zur Fremdbestimmtheit
Siehe auch: Integrität
Kategorie:Politischer Begriff
Kategorie:Völkerrecht
Kategorie:Wort des Jahres
ja:主権
Stabilität
Stabilität (von lat. stabilis = standhaft, stabil) bedeutet Beständigkeit, Standfestigkeit und die Robustheit einer Anordnung von Elementen. Das Gegenteil der Stabilität ist die Instabilität. Ein schwacher Zustand der Stabilität wird als Metastabilität bezeichnet.
Ein stabiles System neigt dazu, seinen momentanen Zustand beizubehalten, auch wenn Störungen von außen hereinwirken. Solche Störungen können beispielsweise sein: Stöße oder (geistige) Anstöße, Bahnstörungen, elektrizische und magnetische Effekte, Strahlungen (Atomteilchen, Gamma- bis Radiostrahlung), Temperatur und Wärmeleitung, Wind, und im sozialen Bereich Abbruch des Kontakts, Betrug, Enttäuschung, Intoleranz oder ähnliches. Für mathematisch beschreibbare Systeme kann die Stabilität durch die Stabilitätstheorie quantifiziert werden.
Stabilität einer Größe bedeutet, dass diese in einem bestimmten fixierten - oder erwünschten - Bereich bleibt. Abweichungen hiervon werden durch korrigierende Einflüsse minimiert (bei Instrumenten Justierung genannt).
Ein stabiles Gleichgewicht ist das Ergebnis eines Regelkreises (z.B. beim Aufhängen eines Gegenstandes das abnehmende Pendeln durch Schwerkraft und Reibungseffekte). Führen Abweichungen vom Gleichgewicht zu noch größerer Abweichung vom Arbeitspunkt, liegt ein labiles Gleichgewicht vor (etwa beim Balancieren einer Stange).
Stabilität einer Verbindung bedeutet, dass eine Kombination, die aus mehreren Elementen zusammengefügt ist, diesen Zusammenhalt nicht verliert, auch wenn sie Einwirkungen ausgesetzt ist, die gegen diesen Zusammenhalt gerichtet ist. Im Gegenteil werden die einwirkenden Einflüsse (Störungen) durch Gegenkräfte kompensiert oder ausgeglichen.
Stabilität einer Beziehung: in ähnlicher Weise sind Partnerschaft, Ehe, Freundschaft mit Störungen konfrontiert. Die wichtigste Gegenkraft ist das Ansprechen der Störungen und der Gefühle - bzw. das Akzeptieren, dass es sie gibt. Abgeschwächt werden die stabilisierenden Kräfte durch Schuldzuweisungen, verletzende Worte oder stillen Rückzug.
Politische Stabilität ist die Beständigkeit der öffentlich wirksamen Gesellschaft (staatlich oder regional). Instabile Politik-Situationen sind z.B. Revolution, Unruhen durch Armut, Hunger oder Ungerechtigkeit, massive Korruption oder offensichtlicher Wahlbetrug (siehe Ukraine 2004), schwere Wirtschaftskrisen und hohe Arbeitslosigkeit, und manchmal auch politischer Gleichstand an Parlamentssitzen (wechselnde Mehrheiten, siehe z.B. Italien).
Die meisten Völker wünschen sich Sicherheit, auch in Form von politischer und wirtschaftlicher Stabilität - weshalb sogar Diktaturen oft akzeptiert werden. Dieser Wunsch wird aber oft von Machthabern missbraucht. Wiederkehrende Beispiele finden sich etwa in der Volksrepublik China, wo Stabilität als Motiv zur Unterdrückung von Minderheiten dient.
Mißbräuche bei der "Stabilisierung" können dann auch Instabilität und Umsturz bewirken - siehe etwa DDR und Rumänien Ende 1989. In Demokratien regeln sich mißbräuchliche Drohungen im Regelfall von selbst (Beispiele etwa USA 1992 (Bush sen./ Clinton) oder EU-Österreich Febr.2000) - entweder durch Wahlen oder durch Einsicht, Reaktion auf (Umfragen), Verhandlungen und Kompromisse.
Stabilität in der Technischen Mechanik bedeutet die Widerstandsfähigkeit von festen Strukturen gegen Knicken und Beulen bei der Wirkung von Druckkräften.
Stabilität in der Informatik bedeutet, dass eine Vorsortierung erhalten bleibt, wenn eine Folge anschließend nach einem anderen Merkmal sortiert wird. Genaueres siehe Stabiles Sortierverfahren.
Stabilität in der Meteorologie bezeichnet in der Regel einen sich selbst erhaltenden Schichtungszustand der Atmosphäre.
Kategorie:Techniktheorie
Kategorie:Eigenschaft
KontinuitätDie Kontinuität (von lat. continuitas, "gleichbedeutend") bezeichnet einen lückenlosen Zusammenhang, eine Stetigkeit, einen fließenden Übergang, einen durch keine Grenze unterbrochenen Zusammenhang; einen ununterbrochenen, gleichmäßigen Fortgang. Sie zeichnet Abläufe und Prozesse aus, die stetig laufen und sich dabei gleichmäßig in eine Richtung verändern können. Abrupte, sprunghafte Veränderungen sind nicht zu erwarten, solange die Einflussfaktoren konstant bleiben. Daraus ergibt sich eine erhöhte Vorhersagbarkeit und damit Sicherheit gegenüber dem Ablauf.
In der Mathematik bedeutet "kontinuierlich" dasselbe wie "stetig". Außerhalb des fachsprachlichen Gebrauchs ist "kontinuierlich" gleichbedeutend mit "fortlaufend".
Das Gegenteil der Kontinuität ist die Diskontinuität.
Begriffsgeschichte
Die Eleaten waren Anhänger einer ausschließlichen Kontinuität. Die Einheitlichkeit des Seins im Sinne des Parmenides von Elea und die daraus resultierenden Paradoxien (Antinomien des Zenon von Elea) setzten die Kontinuität als fundamentalstes theoretisches Konzept voraus. Auch Aristoteles vertrat die Konzeption der Kontinuität.
Gottfried Wilhelm Leibniz übernimmt das Kontinuitätsprinzip von Aristoteles (siehe natura non facit saltus) und formulierte das Gesetz der Kontinuität (lex continui).
Bei Immanuel Kant kommt in der 2. Antinomie der reinen Vernunft zunächst die Widersprüchlichkeit und Gleichberechtigung für die These der Kontinuität und ihrer Antithese von der Diskontinuität zum Ausdruck. Er weiß beide zu begründen, tendiert aber schließlich dazu, die für die Zusammensetzung der Substanz formulierte Antinomie nach der Kontituität aufzulösen. Kontinuierliche Größen sind bei Kant Raum und Zeit, was somit alle Erscheinungen einschließt.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel kritisierte Kant in dieser Frage. Er betonte, daß beide Bestimmungen nur in ihrer Einheit wahr sind. Während Hegel aber Kontinuität als wesentliche Charakteristik von Raum und Zeit ansah, ist für ihn die Diskontinuität nur die abstrakte Negation der Kontinuität. Hegel betrachtet die Quantität als "ununterbrochene Kontinuität"; da sie aber aber auch das Eins enthalte, sei ihr auch das Moment des Diskretion zuzurechnen.
Aus Sicht der materialistischen Dialektik ist die Kontinuität ein wesentliches Merkmal der Existenz, Bewegung und Entwicklung der Materie. Sie findet ihren Ausdruck in dem durchgängigen universellen Zusammenhang aller Materie- und Bewegungsformen, aber auch in dem wechselseitigen Zusammenhang und der gegenseitigen Bedingtheit der Elemente oder Zustände eines einzelnen Objekts oder Prozesses.
Verfahrenstechnik
In der (chemischen) Verfahrenstechnik werden technisch-chemische Prozesse (Synthesen, chemische Reaktionen) in kontinuierliche und diskontinuierliche unterteilt. Erstere finden beispielsweise in Rohrreaktoren statt, letztere in mehr oder weniger abgeschlossenen Gefäßen, wie etwa in Rührkesseln. Gesamtprozesse die auf beiden Prinzipien beruhen werden als semi- oder halbkontinuierliche Prozesse bezeichnet.
Betriebswirtschaft
In der Betriebswirtschaftslehre bedeutet "betriebliche Kontinuität" die Fortführung der Geschäftstätigkeit unter Krisenbedingungen oder zumindest unvorhergesehen erschwerten Bedingungen. Das betriebliche Kontinuitätsmanagement bezeichnet Konzepte, Planungen und Maßnahmen, die zur Absicherung der Geschäftstätigkeit gegenüber Risiken und Krisen beitragen sollen.
Kulturwissenschaft
In der Volkskunde (Vergleichende Kulturwissenschaft) bezeichnet Kontinuität einen lückenlosen, stetigen Zusammenhang. Der Begriff wird hier im Bezug auf Bräuche angewendet. Ein Brauch weist Kontinuität auf, wenn er über längere Zeit größtenteils unverändert ausgeübt wird. Die ausübende Gruppe und der Ort ändern sich bei Kontinuität meist nicht. Am wichtigsten ist jedoch, dass die Funktion des Brauches erhalten bleibt.
Film
In der Filmkunst bezeichnet Continuity den Übergang zwischen zwei Einstellungen, siehe Anschluss (Film).
Siehe auch: Kontinuum
Kategorie:Ontologie
Ultima RatioDie ultima ratio (lateinisch letzte Möglichkeit) bezeichnet
# eine grundlegende Begründung, mit der alle aus ihr unmittelbar oder mittelbar abgeleiteten Folgen gesichert begründet sind
# einen überzeugendsten und entscheidendsten Beweisgrund
# ein allerletztes, äußerstes Mittel oder eine solche Maßnahme, wenn nichts anderes mehr Aussicht auf Erfolg hat (z.B. eine riskante Therapie, wenn sonst alles versucht wurde, oder der militärische Einsatz von Massenvernichtungswaffen).
# wird in der Rechtswissenschaft als mildestes Mittel in der Verhältnismäßigkeit geprüft
Die Bezeichnung ultima ratio stammt aus dem Dreißigjährigen Krieg. Kardinal Richelieu ließ auf die Geschützrohre die Formel gießen: "Ultima ratio regum", also ,Die äußerste Vernunft der Könige'. 100 Jahre später reagierte Friedrich II. von Preußen standesgemäß nahezu wortgleich. Zur selben Zeit wie Richelieu erkannte der spanische Dramatiker Pedro Calderón de la Barca, Pulver und Blei seien die última razón der Könige.
Die Anwendbarkeit der Drohung militärischer Gewalt im Sinne eines letzten vernünftigen Mittels wird im Zeitalter der Massenvernichtungswaffen zunehmend in Frage gestellt, ist jedoch nach wie vor weit verbreitet.
Kategorie:Lateinische Phrase
José Ortega y Gasset
José Ortega y Gasset ( - 9. Mai 1883 in Madrid, † 18. Oktober 1955 in Madrid) war ein spanischer Philosoph, Soziologe und Essayist.
Ortega wurde in Madrid als Spross einer Journalistenfamilie geboren. Er besuchte die Jesuitenschule in Málaga und studierte Philosophie an der Universität Madrid, wo er 1904 promovierte. Von 1905 bis 1909 hielt er sich zu Studienzwecken in Deutschland auf.
Ortega war Gründer und Herausgeber der Zeitschriften España (1915-1924) und Revista de Occidente (1926-1936). Von 1910 bis 1936 hatte er eine Professur für Metaphysik an der Universität Madrid inne, von 1936 bis 1945 lebte er in der Emigration (Frankreich, Argentinien, ab 1943 in Portugal). Als Kulturphilosoph baute er auf Friedrich Nietzsche und Wilhelm Dilthey und der Lebensphilosophie auf.
Werke
- Meditationen über "Don Quijote" (1914)
- Stern und Unstern, Gedanken über Spaniens Landschaft und Geschichte (1915) bis (1932)
- Die Aufgabe unserer Zeit (1923)
- Der Aufstand der Massen (1929, siehe auch: Masse (Soziologie))
- Buch des Betrachters (1934)
- Über die Liebe (1941)
- Das Wesen geschichtlicher Krisen Original Esquema de las crisis y otros ensayos (1942)
- Der Mensch und die Leute (posthum 1957)
Weblinks
-
-
- [http://www.capurro.de/kroener1.htm#Ortega www.capurro.de]
Siehe auch
- Generación del 98
Ortega y Gasset, José
Ortega y Gasset, José
Ortega y Gasset, José
Ortega y Gasset, José
Ortega y Gasset
Ortega y Gasset
ja:ホセ・オルテガ・イ・ガセト
BotschafterEin Botschafter ist der höchste Repräsentant eines Staates in einem anderen Land und untersteht üblicherweise dem Außenministerium seines Landes.
Seine Aufgabe ist einerseits die Interessenvertretung seiner Regierung gegenüber Regierung, Opposition sowie gesellschaftlichen Organisationen im Gaststaat in einer Botschaft, andererseits Unterstützung der sich in dem Land aufhaltenden eigenen Staatsbürger (z.B. bei Passproblemen und Konsularfragen). Innerhalb der Botschaft arbeitet er mit den für ihre Ressorts verantwortlichen Botschaftsräten und dem Militärattaché zusammen.
Er befindet sich in einem teilweise schwierigen Spagat, da er einerseits für die Politik in seinem fern liegenden Heimatstaat mit verantwortlich gemacht wird (obwohl er darauf aus dem Ausland kaum Einfluss hat), andererseits soll er gute Beziehungen pflegen und wichtige Informationen über seinen Gaststaat liefern. Ob und wie diese Analysen dann von den Abteilungen des heimatlichen Außenministeriums tatsächlich verwendet werden, kann er aus der Ferne kaum beeinflussen.
Um die uneingeschränkte Interessenvertretung zu ermöglichen, wird Botschaftern und anderen Diplomaten Immunität gewährt.
Der repräsentative Wohnsitz des Botschafters und seiner Familie wird Residenz genannt und ist wie die Botschaft exterritoriales Gebiet für den Gaststaat.
In Deutschland ist ein Botschafter ein vom Bundespräsidenten ernannter Beamter des höheren Auswärtigen Dienstes.
Siehe auch
- Generalkonsul
- Konsul
- Konsularvertrag
- Diplomatische Vertretung
- Gesandter
- Außenpolitik
- diplomatisches Corps
Kategorie:Diplomatie
Kategorie:Berufliche Funktion
ja:外交官
simple:Ambassador
Bundesministerium für auswärtige AngelegenheitenDie seit 1959 als Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten (kurz "BMAA" oder "Außenministerium") bezeichnete österreichische Verwaltungseinrichtung des Bundes ist vor allem zuständig für Angelegenheiten der Außenpolitik, Vertretung der Republik gegenüber ausländischen Staaten und Koordination in Angelegenheiten der Europäischen Union.
Bundesminister
In der derzeitig amtierenden Bundesregierung Schüssel II ist Dr. Ursula Plassnik (ÖVP) Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten. Ihre Angelobung erfolgte am 20. Oktober 2004.
Kompetenzen
Das BMAA ist zuständig für:
- Auswärtige Angelegenheiten soweit sie nicht in die Zuständigkeit eines anderen Bundesministeriums fallen..
- Außenpolitik
- Angelegenheiten des Völkerrechts
- Verhandlung von Staatsverträgen
- Angelegenheiten internationaler Organisationen
- Diplomatenpässe; zwischenstaatliches Zeremoniell; Auszeichnungswesen betreffend Ausländer
- Vermittlung von Rechts- und Amtshilfe
- Allgemeine Angelegenheiten des Rechts der Europäischen Union; Koordination in Angelegenheiten der Europäischen Union
- Angelegenheiten der Internationalen Atomenergie-Organisation
- Diplomatische Akademie
- Entwicklungszusammenarbeit sowie Koordination der internationalen Entwicklungspolitik
- Zusammenarbeit mit dem UNHCR und dem IKRK
Organisation
Das BMAA ist in Sektionen, Gruppen, Abteilungen und Referate gegliedert:
- Bundesminister
- Generalsekretär
- Generalinspektorat
- Sektion I: Zentrale Angelegenheiten (Protokoll; Völkerrecht; Presse und Information; internationale Konferenzen; Sicherheitsangelegenheiten)
- Sektion II: Politische Sektion (GASP; West- und Nordeuropa; Südtirol und Südeuropa; Zentral-, Ost- und Südosteuropa; Asien; Mittlerer Osten; Amerika; Afrika; Internationale Organisationen; OSZE; IAEO)
- Sektion III: Integration, Wirtschaftspolitik, EU (EU-Grundsatzfragen, EU-Institutionen; Europäischer Rat; Außenwirtschaftsbeziehungen; EU-Erweiterung; Gemeinschaftspolitiken: Beschäftigung, Sozialfragen, Industrie, Verbraucherschutz; Verkehrs- und Energieangelegenheiten, EURATOM)
- Sektion IV: Rechts- und Konsularsektion (Rechts- und Amtshilfe, zwischenstaatliche Abkommen: Straf- und Zivilrecht, innere Sicherheit; Reise- und Grenzverkehr; Auslandsösterreicher; Auskunftsstelle in Konsularfragen, Schutzmaßnahmen in Krisengebieten, Staatsbürgerschaftsangelegenheiten; Zusammenarbeit bzgl. Innere Sicherheit und Personenverkehr, Terrorismus-, Drogen-, Verbrechens- und Geldwäschereiverhütung, Justiz und Inneres)
- Sektion V: Kulturpolitische Sektion (u.a. UNESCO)
- Sektion VI: Administrative Angelegenheiten, Infrastruktur
- Sektion VII: Entwicklungszusammenarbeit sowie Kooperation mit den Mittel- und Osteuropäischen Staaten; Koordination der internationalen Entwicklungspolitik (siehe auch Entwicklungshilfe)
Historische Entwicklung
- 1742: Geheime Haus-, Hof- und Staatskanzlei für die Angelegenheiten der Außenpolitik
- 1867: (k. u. k.) Ministerium des Äußern
- 1919: Staatsamt für Äußeres
- 1920: Bundesministerium für Äußeres
- 1923: Eingliederung in das Bundeskanzleramt als Sektion
- seit 1959 heutige Bezeichnung Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten
Liste und Zeitleisten der Außenminister
Liste der Außenminister von 1918 bis 1938
- auch Staats- bzw. Bundeskanzler
- als Bundeskanzler
Liste der Außenminister seit 1945
Zeitleiste der Außenminister von 1918 bis 1938
Zeitleiste der Außenminister seit 1945
siehe auch: Liste österreichischer Außenminister
Weblinks
- [http://www.bmaa.gv.at Bundesministerium für Auswärtige Angelegenheiten]
- [http://www.eza.gv.at Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit]
Auswärtige Angelegenheiten
Außenpolitisches System der USADas außenpolitische System der USA ist gesetzlich nicht in dem Sinne geregelt, wer wie Außenpolitik formulieren oder entscheiden soll.
Es gibt ein Vielzahl von Akteuren, im Zentrum der Entscheidungen steht der Präsident. Welches System der Präsident wählt, um mit seinen Beratern zu Entscheidungen zu kommen, bleibt dem jeweiligen Amtsinhaber vorbehalten und wird daher immer wieder verändert. Die Art dieser Strukturen kann aber einen großen Einfluss auf den Inhalt von Entscheidungen haben.
Die Berater sind in der Regel
- der Außenminister
- der Verteidigungsminister
- der nationale Sicherheitsberater
- der Director of National Intelligence
- der Finanzminister
Literatur
- S.Bierling: Geschichte der amerikanischen Außenpolitik von 1917 bis zur Gegenwart. München: CH. Beck, 2003. ISBN 3406494285
Weblinks
- [http://www.politik.uni-koeln.de/jaeger/links/amauspol Linksammlung zur Außenpolitik der USA]
Kategorie:USA
!US-Außenpolitik
Bundesdeutsche Außenpolitik 1945-1989Die Bundesdeutsche Außenpolitik von 1945 bis 1989 wollte die Handlungsfähigkeit deutscher Außenpolitik wiederherstellen und Vertrauen in die Berechenbarkeit deutscher Politik schaffen, um mittelfristig die deutsche Einheit und die nationale Souveränität zu erreichen.
Kernaussage
Im Rahmen der bipolaren Weltordnung war und ist die wichtigste Botschaft, die Bundesregierung werde die Unverletzlichkeit der Grenzen respektieren (keine Gebietsansprüche stellen) und sich in eine Europäische Sicherheitsarchitektur einbinden lassen.
Ausgangssituation
Garanten eines friedlichen Deutschland für die Nachbarländer blieben die Siegermächte mit ihren in Deutschland stationierten Truppen. Der große Rahmen war und ist durch die Weltmacht USA vorgegeben: Eindämmung durch Internationale Organisationen wie (KSZE) und Bündnisse (NATO) sowie nukleare Waffen auf deutschem Boden unter amerikanischer Kontrolle.
Adressaten
Erster Adressat deutscher Außenpolitik war und ist die damalige Besatzungsmacht USA. Der jeweilige Botschafter (ab 1955) hatte eine zentralen Position. Deutschland signalisierte die Bereitschaft, die Deutsche Einheit zurückzustellen, sich nach Westen zu orientieren und die Stationierung fremder Truppen zu bejahen. Mit Gründung der NATO (1949) stellte sich auch die Frage nach einer deutschen Armee; 1956 – elf Jahre nach Kriegsende – wurde sie aufgestellt.
Zweiter Adressat deutscher Außenpolitik war und ist Frankreich. Die Regierung in Bonn signalisierte, man wolle die deutsch-französische Aussöhnung vorrangig betreiben, um den Frieden in Europa langfristig zu sichern. Lokalpolitiker begegneten einander (Städtepartnerschaften); später auch Schüler (Deutsch-Französisches Jugendwerk, 1963). 1963 konnte auch der Elysée-Vertrag unterschrieben werden. Eine enge Koordinierung bis hin zu einer Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) wurde möglich. So konnte in Bonn auch die atomare Bewaffnung des Bündnispartners akzeptiert werden.
Außenpolitik durch gesellschaftliche Organisationen und Programme
Trauerarbeit wird durch den Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge geleistet; ausländische Studenten als potentielle Elite von morgen nach Deutschland eingeladen (Eliteförderung durch Stipendien der Politischen Stiftungen); ausländische Journalisten können Deutschland besuchen (Programm Inter Nationes).
Außenpolitik durch Verträge
Viele weitere bilaterale Verträge kamen hinzu, denn mehr und mehr wurde der Wiederaufbau zum Erfolg und die deutsche Wiederbewaffnung in den Nachbarländern als Bedrohung empfunden. Die Einbindung in die NATO-Strukturen dienten als vertrauensbildende Maßnahme.
Außenpolitik als Aufgabe des Parlamentes
Zwischen 1949 und 1989 haben die Parteien CDU, FDP und SPD meist im Konsens agiert.
Meilensteine
1947: Der Marshallplan bietet Hilfen für Kohle und Stahl; der Wiederaufbau der Industrie beginnt.
1948: Die Londoner Sechsmächtekonferenz will die Gründung eines westdeutschen Staates. Von Juni 1948 bis 12. Mai 1949 dauert die Berlin-Blockade der UdSSR und die Luftbrücke der Westmächte; die Alliierten fordern Deutschland auf, eine Verfassung zu konzipieren (Rittersturzkonferenz der Deutschen Ministerpräsidenten; der Verfassungskonvent tagt)
1949: Der Staat wird neu etabliert, ein Entscheidungsspielraum für nationale Politik gewonnen (Verfassung von 23. Mai); aus Militärgouverneuren werden Hochkommissare. Am 4. April Gründung der NATO in Washington und Überlegungen zu einem deutschen Beitrag. Am 21. September Veröffentlichung des Besatzungsstatutes (Kontrolle über Abrüstung, Entmilitarisierung, Außenpolitik, Außenhandel, Devisenverkehr, Anwendung des Grundgesetzes). Im
Petersberg-Abkommen (22. November) behalten sich die Alliierten konsularische Beziehungen, Demontagen, Entscheidungen über den Beitritt Deutschlands zu Internationalen Organisationen vor.
1950: Frankreich schlägt am 24. Oktober eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft vor, um den Aufbau einer deutschen Armee zu verhindern, im Oktober entsteht die Dienststelle Blank im Bundeskanzleramt zur Vorbereitung der Wiederbewaffnung.
1951: Bundeskanzler Konrad Adenauer ist zugleich Außenminister (15. März); die Basis für die Grundstoffindustrie (Montanunion ist die EGKS vom 18. April, dies bedeutet Aufhebung der internationalen Kontrolle über das Ruhrgebiet; Schaffung des Bundesgrenzschutzes – 1956 tritt dann die Hälfte der Beamten in die Bundeswehr ein.
1952: Das Luxemburger Abkommen vom 10. September sieht 3 Mrd. DM für die Eingliederung von 500.000 Flüchtlingen vor; Adenauer sieht in diesen Vereinbarungen mit Israel eine Verbesserung der moralischen Position Deutschlands in der Welt; UNHCR-Mitgliedschaft und eigene Mission bei der UNO in New York.
1953: Das Londoner Schuldenabkommen schafft die Voraussetzung für die deutsche Kreditwürdigkeit, für internationale Geschäfte und Exporterfolge (27. Februar).
1955: Adenauer zu Besuch in Moskau: Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der UdSSR und Repatriierung von 2 der 3,3 Mio. noch in der UdSSR befindlicher deutscher Kriegsgefangener. Die Gespräche finden 9. September-13. September statt. Der NATO-Beitritt bedeutet Ende des Besatzungsstatuts; aus Hochkommissaren der Alliierten werden Botschafter.
1956: Gründung der Bundeswehr als Armee innerhalb der NATO: Am 2. Januar Einrücken der ersten Rekruten.
1957 Der Bund der Vertriebenen gründet sich. Er vertritt 12 Mio. Flüchtlinge.
1961: Gründung des Entwicklungshilfeministeriums: Deutschland zeigt seine Fähigkeit und Bereitschaft, sich in der Welt praktisch zu engagieren.
1963: Der Elysée-Vertrag zur deutsch-französischen Aussöhnung (22. Januar)
1969: Auch der Ausgleich mit Polen, Tschechien und anderen Ländern im Machtbereich der UdSSR wird im Rahmen des Helsinki-Prozesses gesucht.
1971 Das Vier-Mächte-Abkommen über Deutschland und Berlin
(3. September).
1972: Der Grundlagenvertrag am 21. Dezember (DDR garantiert Transitverkehr für Westberlin)
1973: Eröffnung der Konferenz der OSZE in Helsinki (3. Juli); Deutschland (BRD und DDR) erlangen die UN-Vollmitgliedschaft (18. September)
1975: Die Schlußakte von Helsinki (1. August) eröffnet auch der bundesdeutschen Außenpolitik größere Spielräume, um die Einheit Deutschlands und gutnachbarliche Beziehungen mit europäischen Ländern wie Polen voranzutreiben, die im Machtbereich der UdSSR liegen.
(...)
Ausblick: Situation seit 1989
Im Rahmen der unipolaren (bzw. multipolaren) Weltordnung nach 1989 erweist sich die fundamentale Schwäche Deutschlands – beispielsweise im Kosovo – und auch die der Europäischen Union, der UNO und der NATO gegenüber den unilateralen Möglichkeiten der USA. In außenpolitischer Hinsicht liegt hier die Herausforderung für die Bundesrepublik.
Weblinks
- [http://www.auswaertiges-amt Das Auswärtige Amt]
- [http://www.dgap.org Die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik]
- [http://www.deutsche-aussenpolitik.de Uni Trier, Fachbereich Politikwissenschaft: viele nützliche Links]
Kategorie:Politik (Deutschland)
Kategorie:Deutschland
Kategorie:PolitologieKategorie:Politik
Kategorie:Sozialwissenschaft
Kategorie:DiplomatieKategorie:Völkerrecht
Kategorie:Politischer Begriff
Victoria, Entre RíosVictoria is a small city in the southwest of the province of Entre Ríos, Argentina. It is located on the eastern shore of the Paraná River, opposite Rosario, Santa Fe, to which it is connected since 2003 by the Rosario-Victoria Bridge.
The city's patron is the Virgin of Aranzazú. The church (started in 1872) is dedicated to this patron. The city also features an abbey (Abadía Los Monjes del Niño Dios), founded by Benedictine monks who arrived in 1899.
The Victoria region is at the core of the fishing industry of commercially very important species like sábalo and surubí; it produces 95% of the annual 27,000 tonnes of sábalo (Prochilodus lineatus) captured in the province. Concerns about over-exploitation of this resource has been raised lately.
The city has a beach resort, and the river at this point is appropriate for the practice of sports such as kayak sailing and windsurf. The municipality claims jurisdiction over 3,700 km² of islands and islets on the Paraná. Several fishing areas are reserved for sports purposes, while others are protected.
Every year Victoria hosts an extended Carnival Season; in 2005, for example, parades and dances were held on weekends from January to the beginning of March.
Victoria has seen increased touristic affluence since the opening of the connection with Rosario and the Greater Rosario area.
Sources
- [http://www.turismoentrerios.com/victoria/index.htm Turismo Entre Ríos] (in Spanish)
- [http://www.entreriostotal.com.ar/economiasregionales/pescacomercial/especiesytallas.htm Entre Ríos - Economías regionales] (in Spanish)
Category:Cities in Argentina
Category:Entre Ríos Province
Category:Paraná River
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Pierre de Bocsozel de Chastelard
Pierre de Bocosel de Chastelard (1540 - 1562), French poet, was born in Datiphin, a scion of the house of Bayard, grandson of Chevalier de Bayard. His name is inseparably connected with Mary, Queen of Scots, for whom he conceived an insane passion.
From the service of the Constable Montmorency, Chastelard, then a page, passed to the hous
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Misery (song)
Please Please Me was the title of the Beatles' first album. The album was released on March 22, 1963 in the United Kingdom, due to the constant efforts of producer George Martin. To date, the Beatles had released only two singles ("Love Me Do"/"P.S. I Love You" -
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Insulin glargine recombinant
; blue: nitrogen; pink: sulfur. The blue/purple ribbons denote the skeleton [-N-C-C-]n in the protein's amino acid sequence H-[-NH-CHR-CO-]n-OH where R is the part protruding from the skeleton in each amino acid.]]
Insulin (Latin insula, "island", as it is produced in the Read More... |
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