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Audio-CD

Audio-CD

Die Audio-CD (Audio Compact Disc, Digital-Audio-CD oder kurz CD-DA) ist ein optischer Massenspeicher, der seit 1979 von Philips und Sony zur digitalen Speicherung von Musik entwickelt wurde und die Schallplatte als wichtigstes zum Verkauf bestimmtes Medium von aufgezeichneten Sprach- und Musikaufnahmen ablöste. Siehe auch: Compact Disc, DVD, DVD-Audio, Super Audio CD, Kopierschutz, Aufnahmeverfahren (CD), Freedb

Bedeutung

Bereits wenige Jahre nach der Markteinführung der CD (1982) wurde das digitale Medium populärer als die Vinyl-Schallplatte; allein in den USA wurden 1983 etwa 30.000 CD-Player und 800.000 Audio-CDs verkauft. 1988 wurden erstmals 100 Millionen Audio-CDs pro Jahr produziert. Anfang der 90er Jahre verschwanden LPs dann größtenteils aus den ehemaligen "Schallplattenläden". Millionen von Käufern ersetzten ihre teilweise jahrzehntelang aufgebauten Schallplattensammlungen durch Audio-CDs und ermöglichten der Musikindustrie so Rekordumsätze nach Jahren der Rezession. Das Boomjahr der deutschen Musikindustrie war 1997, als die Branche rund 2,6 Milliarden Euro erwirtschaftete. In Deutschland werden Audio-CDs – zumindest steuerrechtlich – nicht als wertvolle Kulturgüter betrachtet; für Audio-CDs gilt ein Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent, während dieser für Bücher und Noten bei 7 Prozent liegt. Etwa seit der Jahrtausendwende beklagen die Plattenfirmen jedoch wieder zurückgehende Umsätze. Die Umsatzeinbrüche liegen bei bis zu zehn Prozent; deutsche Plattenfirmen verloren 2003 sogar ein Fünftel ihres Umsatzes; im Jahr 2002 war der Umsatz bereits um mehr als elf Prozent auf weniger als zwei Milliarden Euro zurückgegangen. Ursache für die aktuellen Probleme der Musikbranche sollen nach deren Aussage vor allem so genannte Raubkopien sein, die über Tauschbörsen verbreitet werden, sowie Kopien von Audio-CDs; nach Ansicht der Musikbranche übersteige die Zahl der mit Musik bespielten CD-Rohlinge (2002: 267 Millionen) die der verkauften Musik-CDs (2002: 166 Millionen) bei weitem; wie diese Zahlen ermittelt worden sein sollen, verraten die Vertreter der Musikindustrie indes nicht.

Technologie und Standardisierung

Die Audio-CD ist eines der offiziellen CD-Formate, die in den sogenannten »Bunten Büchern« (siehe Rainbow Books) beschrieben werden und das Compact Disc-Logo tragen dürfen. Die Format-Spezifikationen der Audio-CD, korrekt als CD-DA bezeichnet, ist 1980 unter der Bezeichnung »Red Book« durch die ANSI (IEC-908) standardisiert worden; diese Norm ermöglichte es, dass ursprünglich jeder CD-Player und jedes CD-ROM-Laufwerk jede Audio-CD abspielen konnte – solange sich die Plattenfirmen an die Norm hielten. Eine Audio-CD enthält in dieser ursprünglichen Form ausschließlich Audio-Daten und keine multimedialen oder textuellen Zusatzinformationen. Erweiterungen zur CD-DA wie Mixed-Mode-CD, Enhanced CD/CD-Plus, CD-Text, CD+G oder CD+MIDI können jedoch Zusatzinformationen enthalten sein. Die Audio-Daten werden unkomprimiert gespeichert. Das Red-Book-Format unterstützt nur ein einfaches Verfahren zum Erkennen oder Korrigieren von Lesefehlern, das so genannte CIRC (Cross Interleaved Reed Solomon Code), und erlaubt bis zu 250 Fehler pro Sekunde. Gute CD-Player können auch etwas höhere Fehlerzahlen noch (fast) unhörbar »überdecken«. Die CD selbst ist eine 1,2 mm dicke Scheibe mit einem Durchmesser von 12 cm bzw. 8 cm (CD-Single), die aus einem Polycarbonat-Träger besteht, auf den eine dünne Aluminium-Schicht aufgetragen wird.

Datenrate

Audio-CDs werden mit einer Abtastrate von 44,1 kHz, 16-Bit-Samples und 2 Kanälen aufgezeichnet; die Datenrate einer Audio-CD liegt daher bei 176,4 KByte/s, das sind 1411 kbit/s. Alle diese technischen Merkmale werden bei den Nachfolgetechnologien wie DVD-Audio und Super-Audio-CD erweitert. Das PCM-Kodierverfahren (Linear Pulse Code Modulation) wird dagegen auch von der DVD-Audio verwendet. Die Frequenzbandbreite einer Audio-CD liegt bei 5 Hz bis 20 kHz, der Dynamikumfang bei 96 dB. Auf einer Audio-CD können bis zu 99 Tracks mit einer Mindestlänge von vier Sekunden gespeichert werden, ein Track entspricht dabei i.d.R. einem Musikstück; jeder Track kann durch Index Points weiter unterteilt werden (beispielsweise für die Sätze einer Sinfonie oder Arien innerhalb einer Oper), heutige Player unterstützen diese Funktion jedoch häufig nicht mehr. Zwischen den Tracks befindet sich der Track Pre-Gap, der i.d.R. eine Länge von zwei Sekunden hat. Die Speicherkapazität liegt bei insgesamt 650 MB, was einer maximalen Spielzeit von 74 Minuten (bei einer 12-cm-CD) entspricht; durch verbesserte Herstllungsverfahren lassen sich heutzutage auf Audio-CDs jedoch auch weitgehend problemlos bis zu 80 Minuten Musik oder Sprache aufzeichnen. Die Länge der Aufzeichnung einer Audio-CD soll angeblich durch Sonys Vizepräsident Norio Ohga mit der Argumentation festgelegt worden sein, eine CD müsse bis zu 75 Minuten Musik fassen, da dies etwa der Länge von Beethovens neunter Sinfonie entspreche. Auch der Dirigent Herbert von Karajan soll auf eine Mindestlänge gedrängt haben, um wichtige Werke der Musik unterbrechungsfrei abspielen zu können. Philips-Wissenschaftler sollen dagegen eine CD mit geringerem Durchmesser und kürzerer Spieldauer favorisiert haben. Ursprünglich sollte die CD sogar auf einem 1973 entwickelten Format, der Video Long Play Disc (VLP, LaserVision) basieren. Letztlich setzte sich jedoch anscheinend Sonys Vizepräsident durch. Philips besitzt auch das Recht der Lizenzierung des »CD«-Logos, das auf jeder CD erscheint; die dem zu Grunde liegenden Patente liefen jedoch zwischen 2002 und 2003 aus. Insbesondere auf älteren CDs ist angegeben, ob die einzelnen Aufnahmeschritte analog oder digital erstellt worden sind. Dazu werden die Abkürzungen AAD, ADD und DDD verwendet.

Kopierschutz

Ähnlich dem DAT-Standard enthält die Audio-CD nach dem Red-Book-Standard ein Kopierschutzverfahren, wobei lediglich in der Table of Contents (TOC) ein Bit den Kopierschutz anzeigt. Zusätzlich befindet sich ein ähnliches Bit in jedem Q-Sub-Channel-Block, welches drei Zustände anzeigen kann: Kopiergeschützt (immer gesetzt), Kopie (Bit alternierend über die Sub-Channel-Blöcke) und nicht Kopiergeschützt (immer ungesetzt). Theoretisch sollten bei einem HiFi-CD-Player diese Flags korrekt auf dem Digitalen Ausgang ausgegeben werden. Allerdings werden bei den meisten Computer-Komponenten diese Flags ignoriert. Seit etwa 2001 werden in Deutschland auch Audio-CDs verkauft, die einen darüber hinausgehenden Kopierschutz enthalten. Sie werden zwar ebenfalls irreführend als CD bezeichnet, entsprechen aber nicht der Red-Book-Norm, sind daher keine echten Audio-CDs und können nicht mehr in allen CD-Playern abgespielt werden; damit wird der so genannte Kopierschutz zu einem „Abspielschutz“, aus der CD eine „Un-CD“. Die Umgehung eines „wirksamen Kopierschutzes“ ist nach der Novellierung des Urheberrechtes (Neues Urheberrechtsgesetz (UrhG), in Kraft seit 13. September 2003) nicht mehr zulässig. Dabei stellt sich allerdings die Frage, ob die für Audio-CDs eingesetzten Kopierschutzverfahren überhaupt die Forderung nach einem wirksamen Kopierschutz erfüllen, da viele CD Laufwerke diese Fehler automatisch korrigieren können. Eine gerichtliche Entscheidung zu dem Kopierschutz der Audio-CDs steht noch aus. Derartig modifizierte Audio-CDs müssen allerdings nach § 95 d UrhG seit dem 1. November 2003 durch den Hersteller deutlich gekennzeichnet werden. Die IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) hat ein entsprechendes Logo für kopiergeschützte Audio-CDs eingeführt. Der Heise Zeitschriftenverlag betreibt auch eine Datenbank, in der nach kopiergeschützten und potenziell nicht abspielbaren Musik-CDs gesucht werden kann. Es sind zahlreiche Kopierschutzverfahren mit unterschiedlichem Schutz- und Wirkungsgrad in Verwendung; der Kopierschutz MediaMax CD3 von SunnComm lässt sich unter dem Betriebssystem Microsoft Windows beispielsweise einfach durch das Drücken der Shift-Taste deaktivieren, da hiermit der CD-Autostart ausgeschaltet wird. Man kann drei verschiedene Arten von Kopierschutzen für Audio CDs unterscheiden.
- Illegale TOC: Bei diesem Verfahren werden (normalerweise in einer zusätzlichen Session, da die zweite Session eine Kopie der ersten enthält) die Trackspositionen auf illegale Positionen umgelenkt, wie zum Beispiel auf einen Block im Lead-In. Da HiFi-Player normalerweise nur die erste Session betrachten (Red Book), betrifft diese Schutz nur Computer-Laufwerke. Da aber in vielen neueren Playern, vor allem in DVD-Playern, Computer-Hardware eingesetzt wird, kommt es dort auch immer häufiger zu Problemen. Eine Abart dieser illegalen TOC äußert sich mit einer bei jedem Einlegen der CD wechselnden Trackliste. Da die TOC in dem vorgesehenen Bereich, zwecks Verbesserung der Lesbarkeit, mehrmals hintereinander geschrieben wird, werden eine Vielzahl von unterschiedlichen (und falschen) TOC abgelegt.
- Absichtliche Lesefehler: Durch Manipulation des Cross-Interleave Reed-Solomon code (CIRC) werden an Stellen des Musikstückes mit einem annähernd linearen Anstieg des Pegels wenige Samples verfälscht. Die Parität wird jedoch über den korrekten Block berechnet. Damit wird beim Auslesen des Blockes die jeweiligen Samples als defekt markiert. Computerlaufwerke, die keinen speziellen Audio-Modus haben, geben die fehlerhaften Daten zurück, während HiFi-Laufwerke speziell auf solche Fehler vorbereitet sind und die fehlerhaften Daten (oft linear) interpolieren. Da der Pegel an der Stelle linear ansteigt, soll dieser Fehler auf HiFi-Playern nicht hörbar sein. Allerdings ist es zu bemerken, dass in vielen Blöcken die Fehlerkorrektur schon ausgereizt ist. Jeder kleine Kratzer auf der Oberfläche kann echte Lesefehler provozieren. Man kauft sozusagen eine Audio-CD, die schon von vorneherein zerkratzt ist (obwohl man auf der Oberfläche keine Kratzer sehen kann).
- Falsche Q-Subcodes: Dieser Kopierschutz wird eher selten verwendet, da auch HiFi-Player damit Probleme haben können. Er basiert darauf, dass CD-Player die CD ähnlich wie eine LP in einem Gang abspielen, in dem diese der „Rille“ folgen. Nur bei der Trackanwahl oder beim Überspringen einzelner Stellen wird effektiv ein bestimmter Block gesucht. Bei Audio-CDs ist in jedem Q-Subcode zu einem Block die jeweilige Position vermerkt. Wenn man dort eine leicht abweichende Position einträgt (durcheinanderwürfelt), kann nicht mehr exakt gesucht werden, was aber HiFi-Player nicht stört (es sei denn Player mit Shock Resistance). Computerlaufwerke dagegen werden üblicherweise blockweise angesprochen und müssen sehr oft neu die Position auf der CD suchen. Dies ist dann nicht mehr möglich, da die Positionen durcheinandergewürfelt sind, und daher ein paar Blöcke vorher oder später gelesen wird. Dies äußert sich in kurzen Wiederholungen oder fehlenden Stückchen (üblicherweise um 0,05 Sekunden lang).

Inhalte und Formate

Die von der Schallplatte bekannte Vermarktungs-Unterteilung in große LPs und kleinere Singles wurde auch bei der Audio-CD übernommen. Dabei entstanden folgende inhaltsabhängige Formate:
- CD (Alben, Kompilationen): Tonträger mit 12 cm Durchmesser und etwa 45-80 Minuten Musik/Tonmaterial
- Single: Tonträger mit 8 cm Durchmesser und etwa 1-4 Tracks
- Maxi/Maxi-Single: Tonträger mit 12 cm Durchmesser, aber nur etwa 1-5 Tracks Daneben entstand die Promo-CD, ein Tonträger mit zwölf oder acht Zentimeter Durchmesser zu Werbezwecken, der meist kostenlos verteilt wird. Er enthält manchmal das ganze Album, das beworben werden soll, manchmal aber auch nur sehr wenige Tracks oder nur Ausschnitte der ganzen Tracks. Zielgruppen für Promo-CDs sind als Multiplikatoren wirkende Menschen oder Institutionen, zum Beispiel Radio-Stationen oder DJs.

CD-Player

Das erste Wiedergabegerät für Audio-CDs, der Sony CDP-101, wurde 1. Oktober 1982 vorgestellt und zum Preis von 168.000 Yen (damals rund 625 US-Dollar) verkauft.

Die ersten Audio-CDs

Die ersten Audio-CDs stellte das Plattenlabel PolyGram am 17. August 1982 vor; es handelte sich dabei um
- Walzer von Frederic Chopin für Klavier, gespielt von Claudio Arrau sowie
- das Album The Visitors der Musikgruppe ABBA.

Weblinks


- [http://www.lrz-muenchen.de/services/peripherie/cd-formate/ Hintergrundwissen über CD-Formate: Standards, Dateisysteme, Spezialfälle]
- [http://www.tecchannel.de/hardware/415/ CD-ROM-Formate im Überblick]
- [http://www.heise.de/newsticker/data/vza-01.10.02-000/ Noch'n Geburtstag für die Audio-CD]
- [http://www.cddb.com Gracenote - internationale CD-Alben und Titel Datenbank]
- Rippen von [http://www.audiohq.de/index.php?showtopic=47 Audio-CDs mit Exact Audio Copy]
- Rippen von [http://www.audiohq.de/index.php?showtopic=108 Audio-CDs unter Linux]
- [http://www.audiohq.de/index.php?showtopic=48 "Secure Mode"-Rippen, Caching von CD-Laufwerken]
- [http://www.cd-register.de/ Heises Audio-CD-Kopierschutz-Datenbank] Kategorie:Datenformat Kategorie:Speichermedium Kategorie:Tonträger ja:CD-DA

Massenspeicher

Als Massenspeicher werden im IT-Bereich Speichermedien bezeichnet, die dauerhaft große Mengen an Daten speichern. Aufgrund der allgemeinen Entwicklung im Computerbereich ist naturgemäß der Begriff "große Datenmenge" stark von den gerade aktuellen Gegebenheiten abhängig. Demnach versteht man unter einem Massenspeicher im Zeitablauf Datenträger mit immer höheren Kapazitäten. Die größte Bedeutung als Massenspeicher haben seit über zwanzig Jahren Festplatten. Die Entwicklung ihrer Kapazität hat mit der allgemeinen Entwicklung schrittgehalten: Anfang der 1980er Jahre konnten sie 10 Megabyte, heute können sie mehrere hundert Gigabyte speichern. Je nach Größendefinition sind Medien wie nur lesbare CD-ROM und DVD-ROM, die beschreibbaren DVD-/CD-R-Medien und wiederbeschreibbaren CD-/DVD-RW-Medien (Optische Platten) und Flash-Speicher-Medien wie USB-Sticks und CompactFlash-Karten ebenfalls als Massenspeicher zu bezeichnen. Ihr Vorteil ist die einfache Mobilität und Verwendbarkeit als Wechselmedium in jedem beliebigen Gerät mit entsprechendem Laufwerk, Steckplatz oder passender Schnittstelle. Für Archivierungszwecke stehen WORM-Medien zur Verfügung. Magnetische Speicherbänder können auch als Massenspeicher bezeichnet werden. Sie werden für Archivierungs- und Datensicherungszwecke verwendet. Kategorie:Speichermedium Kategorie:Speichertechnologie

Philips

Koninklijke Philips Electronics N.V. (Royal Philips Electronics; kurz Philips genannt) ist einer der weltgrößten Elektronikhersteller. Philips setzte 2004 30,3 Milliarden Euro (2002 31,8 Milliarden Euro) um und beschäftigte 160.900 Menschen (2002 166.000 Menschen) in über 60 Ländern. Philips ist in folgende Geschäftsbereiche eingeteilt: Medizintechnik, Elektro-Hausgeräte, Unterhaltungselektronik, Licht und Halbleiter.

Firmengeschichte

Die Firma wurde 1891 von Gerard Philips in Eindhoven (Niederlande) gegründet. Die ersten Produkte waren Glühlampen. Die erste Fabrik besteht heute noch als Museum. In den 1920ern begann die Firma mit der Produktion anderer Güter, und 1939 stellten sie ihren ersten Elektrorasierer vor, den Philishave. 1963 führte Philips die sehr erfolgreiche Compact Cassette (CC) ein. 1966, zum 75jährigen Bestehen der Firma, errichtete Philips in Eindhoven ein Evoluon genanntes Museum, das die Rolle der Technik in der menschlichen Gesellschaft darstellte. 1983 brachte Philips in Zusammenarbeit mit Sony die Compact Disc (CD) heraus. Der Standard Video 2000 für Videorekorder wurde aber im Vergleich zu Betamax und insbesondere VHS kein Erfolg. Ebenso erwies sich die von Philips entwickelte Digitale Compact Cassette (DCC) als völliger Misserfolg. Allerdings entwickelten sich Produkte wie Laufwerke für Autoradios als extremer Erfolg, nachdem die Entwicklung sich nichtmehr nur auf interne Geräte, sondern weltweit auf alle Automobilzulieferer von Radios konzentrierte. Über die Jahre kaufte Philips mehrere Firmen auf, unter anderem Magnavox, Signetics, Mullard, Paradise Systems, GTE Sylvania, VLSI und Westinghouse. Von 1984 bis 1998 gehörte auch die Grundig AG zur Philips-Gruppe.

Bisherige Geschäftsführer:


- 1891--1922: Gerard Philips
- 1922--1939: Anton Philips
- 1939--1961: Frans Otten
- 1961--1971: Frits Philips
- 1971--1977: Henk van Riemsdijk
- 1977--1981: Nico Rodenburg
- 1982--1986: Wisse Dekker
- 1986--1990: Cornelis Van der Klugt
- 1990--1996: Jan Timmer
- 1996--2001: Cor Boonstra
- 2001 bis heute: Gerard Kleisterlee

Weblinks


- [http://www.philips.de Philips.de] - Offizielle Website von Philips Kategorie:Elektronikhersteller Kategorie:Hardwarehersteller Kategorie:Unternehmen (Niederlande) ja:フィリップス

Sony

]] Sony (japanisch: ソニー株式会社) ist ein japanischer Elektronik-Konzern, der 1946 von Akio Morita und Masaru Ibuka gegründet wurde. Der Name Sony ist eine Kombination aus dem Lateinischen Wort sonus (Klang) und dem englischen Wort sonny (kleiner Junge).

Geschichte

Zunächst nannte sich die Firma "Totsuko", das von Tokyo Tsushin Kogyou (Tokyo Telecommunications Engineering Corporation) hergeleitet wurde und produzierte unter anderem selbst entwickelte Reiskocher. Da diese jedoch nicht sehr funktionssicher waren, verlagerte man bald den Schwerpunkt auf die Entwicklung und Herstellung von Produkten in der Unterhaltungselektronik für den Weltmarkt bzw. für die breite Masse. Mit dem ersten großen Erfolg wurde die Firma in Sony umbenannt. Der frühere legendäre Geschäftsführer und Firmenpräsident Akio Morita führte die Firma an die Spitze der Branche. Sony machte sich weltweit einen Namen für hoch innovative Geräte im attraktiven Design. Ein besonderer Schwerpunkt wird die Miniaturisierung der Geräte. In den 1990er Jahren brachte Sony jährlich etwa 500 neue Produkte auf den Markt. Das sind täglich fast zwei Neuentwicklungen. Die zwei Hauptsitze des Konzerns befinden sich in Japan und den USA.

Produkte

Bild:SonyDSCU50-1.jpg|Sony DSC U-50: Digital-Miniaturkamera Bild:DCR-DVD201E-5.jpg|Sony DCR-DVD201E HDV-Camcorder Bild:Sony Vaio.jpg|Sony Vaio Notebook Bild:Sony_DSCF828-1.jpg|Sony DSC F 828 Bild:Sony_net_md_walkman_mz_n510.jpg|Minidisc-Player Bild:Sony Clié TG50 PDA mit Dockingstation und Stylus.jpg|Sony Clié TG50 PDA in der Docking Station Bild:Walkman.jpg|Sony Walkman WM-GX302 Bild:Sony_watchman_fd210.jpg|Sony Watchman FD-210BE In den 50er-Jahren erkannte Sony als erste Firma das Potential des gerade neuentwickelten Transistors und erfand das Transistorradio Sony TR-63. Diese Erfindung war der erste bahnbrechende Erfolg für Sony. Der Walkman, ein kleiner, tragbarer Kassettenspieler, wurde von Sony entwickelt und ab 1979 sehr erfolgreich vermarktet. An dem Begriff Walkman hat Sony bis heute das Markenrecht. Mit Ausnahme von Österreich. Dort wurde Sony dieses Markenrecht im Juni 2002 vom Obersten Gerichtshof entzogen. Im Jahr 1983 brachte Sony in Zusammenarbeit mit Philips die Compact Disc (CD) heraus und produziert bis heute auch CD-Player. Die mobilen Abspielgeräte werden Discman gennant in Anlehnung an den Walkman. Sony hat das Videoaufnahmesystem Betamax entwickelt, das sich jedoch nur im professionellen Broadcast-Bereich gegen das konkurrierende VHS-System (JVC) durchsetzen konnte. Seit geraumer Zeit ist Sony der führende Hersteller von sogenannten CCD-Chips zur Aufnahme von Videofilmen und wohl Marktführer bei der Herstellung von Videokameras für professionelle Zwecke. Eine Vielzahl von Videokameramodelen werden für den privaten Unterhaltungsmarkt angeboten. Trinitron-Farbbildröhren sind ebenfalls eine Entwicklung von Sony, verlieren jedoch seit 2000 gegenüber dem Plasma- und LCD-Fernseher dramatisch an Bedeutung. Auch das von Sony stark geförderte SACD-Format konnte sich bislang am Markt nicht durchsetzen. Als digitaler Nachfolger der Musikkassette (MC) wurde von Sony in den 1990er Jahren die MiniDisc (MD) entwickelt. Eine große Verbreitung fand die MiniDisc vor allem im asiatischen Raum. Hierzulande setzte sie sich jedoch wegen teurer Lizenzgebühren und aufwendiger Kopierschutzmechanismen nicht durch. Auf Grund der geringen Größe der Geräte und der Robustheit der Medien ist die MD noch heute als mobiler Musikdatenträger recht beliebt. Vor allem die exzellenten Akkulaufzeiten der MD-Geräte haben das Format bis heute am Leben erhalten. Sie reichen bei den Topmodellen bis zu 135 Stunden. Zusätzlich zur Unterhaltungselektronik machte sich Sony in den letzten Jahren einen Namen im Film- und Musikgeschäft. Für zwei Milliarden britische Pfund kaufte Sony 1988 die Plattenfirma CBS Records und alle damit verbundenen Rechte, woraus der Unternehmenszweig Sony Music Entertainment entstand. Dieser Unternehmenszweig fusionierte 1994 mit der Plattenfirma Bertelsmann Music Group von der Bertelsmann AG. Beide agieren fortan unter dem Namen Sony BMG Music Entertainment. Im Jahr 1989 erwarb Sony das Filmstudio Columbia TriStar Pictures und besitzt damit auch ein erfolgreiches Hollywood-Studio. 2005 kaufte Sony außerdem das legendäre Filmstudio Metro-Goldwyn-Mayer und dessen Tochterunternehmen United Artists. Im Jahr 2001 bildete Sony mit dem schwedischen Telekommunikationskonzern Ericsson ein Gemeinschaftsunternehmen namens Sony Ericsson. Zuvor kooperierte man mit Siemens. Dieses Mobilfunkunternehmen gehört Sony und Ericsson zu gleichen Teilen. Der Hauptsitz liegt in London, das Unternehmen hat weltweit ca. 3500 Angestellte. Sony ist, über die Tochtergesellschaft Sony Computer Entertainment, der Hersteller der PlayStation-Spielekonsolen, und auch des künstlichen Roboter-Hundes Aibo und des humanoiden Roboters Qrio, der Vaio-PCs und der auf PalmOS basierenden Clié Personal Digital Assistants, wobei diese in Zukunft nicht mehr außerhalb Japans vertrieben werden.

Aktionäre

(Stand: März 2004)
- Moxley and Co. (12,5 %)
- Stéphane Béart (10,5 %)
- Japan Trustee Services Bank, Ltd. (Trust Account) (5,3 %)
- The Master Trust Bank of Japan, Ltd. (Trust Account) (4,2 %)
- The Chase Manhattan Bank N.A. London (3,6 %)
- State Street Bank and Trust Company (1,3 %)
- Sumitomo Mitsui Banking Corporation (0,9 %)
- The Bank of Tokyo-Mitsubishi, Ltd. (0,8 %)
- SEGA Schweizerische Effekten-Giro AG (0,8 %)
- Clearstream Banking S.A. (0,8 %)
- Nichido Fire and Marine Insurance Co., Ltd. (0,8 %)

Weltweite Präsenz

In den Ausstellungsräumen im Tokioter Sony-Building in der Nähe von Ginza kann man die vielfältige Produktpalette von Sony kennenlernen und teilweise auch ausprobieren. In Deutschland ist Sony mit einem Forschungszentrum in Stuttgart-Wangen (ehemals Sony-Wega), sowie mit einem Vertriebszentrum in Köln vertreten. Des Weiteren befindet sich die Europazentrale des Konzerns im Sony-Center am Potsdamer Platz in Berlin. Hier befindet sich auch der Sony Style Store, in dem ebenfalls eine breite Palette von Produkten ausprobiert werden kann.

Siehe auch


- Sony Computer Entertainment
- Sony BMG
- Sony Ericsson
- Sony Online Entertainment
- Unilink

Weblinks


- [http://www.sony.at Sony Austria]
- [http://www.sony.de Sony Deutschland]
- [http://www.stuttgart.sony.de Sony Deutschland - Stuttgart Technology Center (STC)]
- [http://www.sony-europe.com Sony Europe]
- [http://www.sony.net Sony global]
- [http://soe.sony.com Sony Online Entertainment]
- [http://www.ericsson.de Ericsson Deutschland]
- [http://www.sonyericsson.de SonyEricsson]
- [http://www.playstation.com Sony Playstation]
- [http://www.sonycenter.de Sony Center Berlin]
- [http://www.sonydadc.com Sony DADC]
- [http://www.sonynetservices.com Sony NetServices]
- [http://www.heise.de/newsticker/meldung/47769 Zu Sony und der Erfindung des Walkmans]
- [http://www.phiso.de PHISO - Sony Community und Info Seite mit Downloads und Testberichten]
- [http://www.sony.net/Fun/SH/ Die einzig wahre Firmengeschichte von Sony]
- [http://www.yourpsp.com Playstation Portable]
- [http://www.planet-playstation.de/ Umfangreiches Informationsportal zu Playstation & Co.]
- [http://www.sonyatv.com Sony/ATV Music Publishing (Musikverlag im Sony-Konzern)] Kategorie:Hardwarehersteller Kategorie:Elektronikhersteller Kategorie:Unternehmen (Japan) ja:ソニー ko:소니 simple:Sony

Compact Disc

Die Compact Disc (kurz: CD, englisch für Kompakte Scheibe) ist ein optischer Massenspeicher, der Anfang der 80er zur digitalen Speicherung von Musik von Philips und Sony eingeführt wurde und die Schallplatte ablösen sollte. Später wurde das Format der Compact Disc erweitert, um nicht nur Musik abspeichern zu können. Als CD-ROM wird sie seitdem auch zur Speicherung von Daten für Computer eingesetzt.

Geschichte

In den 70er Jahren experimentierten Techniker aller Elektronikkonzerne mit digitaler Aufzeichnung von Klang. Die ersten Prototypen basierten auf magnetischen Speichermedien, wie etwa die klassische Audiokassette. Das erste Gerät auf dem Markt im Jahr 1977 war eine Erweiterung des Betamax-Videorekorders der Firma Sony. Das klobige Gerät und die Störgeräusche bei der Aufnahme konnten die Konsumenten nicht überzeugen. Sony entwickelte spezielle Verfahren um die Störgeräusche zu eliminieren. Um diese Verfahren zu testen, wurden heimlich bei einer Probe eines Konzertes von Herbert von Karajan im September 1978 Aufnahmen gemacht. Karajan wurde später von Sony eingeladen, die Aufnahmen zu beurteilen. 1978 Zur gleichen Zeit arbeitete man bei der Firma Philips an der optischen Aufzeichnung von Bildsignalen, die die Videotechnik revolutionieren sollte. Bald entwickelte sich die Idee, diese Technologie auch für digitale Klänge zu nutzen. Beide Firmen standen plötzlich vor einem riesigen Problem. Sie hatten die neuen optischen Datenträger, ähnlich der Schallplatte, mit einem Durchmesser von 30 cm geplant. Bei der Aufzeichnung von bewegten Bildern konnten sie darauf etwa 30 Minuten Videomaterial unterbringen. Bei Audiodaten reichte aber die Kapazität für 13 Stunden und 20 Minuten. Sony war klar, dass das Geschäftsmodell der Musikindustrie zusammenbrechen würde, wenn sie solche Mengen an Musik an die Verbraucher vermarkten sollten. Nachdem die Compact Cassette (Audiokassette) bereits gemeinsam mit der Firma Philips und Siemens standardisiert wurde, versuchten beide Firmen auch hier einen Standard herbeizuführen. Nach einigen Differenzen schlug Sony vor, dass die neue CD zumindest Ludwig van Beethovens Neunte Sinfonie in voller Länge erfassen sollte. Dieser Vorschlag hing mit Sonys damaligem Vizepräsidenten, Norio Ohga zusammen, der ein ausgebildeter Opernsänger war und sich schon immer wünschte, Beethovens Neunte ohne störendes Wechseln des Tonträgers hören zu können. Ohgas Lieblingsversion, dirigiert von Herbert von Karajan, dauerte 66 Minuten, die Techniker hielten sich an die damals längste zur Verfügung stehende Version von Wilhelm Furtwängler. Die Aufnahme aus dem Jahre 1951 dauerte exakt 74 Minuten. 74 Minuten bedeuteten 12 cm Durchmesser des optischen Datenträgers. Die Entwickler von Philips reagierten mit Skepsis, da ein so großes Ding nicht in die Anzugtaschen passen würde. Daraufhin maßen Sony-Entwickler Anzüge aus aller Welt aus, mit dem Ergebnis, dass für 12 cm überall Platz ist. Damit hatte Beethoven einen neuen Standard festgelegt. 1980 wurde von beiden Firmen für Audioaufnahmen der "Red Book"-Standard festgelegt. Am 1. Oktober 1982 erschien der erste CD-Spieler auf dem Markt und bereits 1988 wurden 100 Millionen Audio-CDs produziert. Bei dem Durchmesser des Innenloches der CD (15 mm) setzten sich die Niederländer durch. Als Maßstab diente hierfür das seinerzeit weltweit kleinste Geldstück, das niederländische 10-Cent-Stück (das so genannte "Dubbeltje").

Funktionsweise

Aufbau einer CD

1988 Die CD besteht zum größten Teil aus einem durchsichtigen Trägermaterial (Polycarbonat), das mittels Spritzprägen geformt wird. Die Oberseite dieses Trägers enthält die digitalen Informationen in Form von mikrometer kleinen Vertiefungen („Pits“), die noch nicht einmal durch ein Mikroskop zu erkennen sind (sondern beispielsweise nur durch ein Rastersondenmikroskop), und Zwischenräumen („Lands“), die zu einer einzigen langen, spiralförmigen Spur angeordnet sind (insgesamt etwa 5 km). Diese „informationshaltige“ Oberfläche wird mit einem dünnen Aluminiumfilm bedampft und schließlich mit einem Lacküberzug geschützt und eventuell mit einem Etikett versehen oder bedruckt. Diese Informationen werden im Abspielgerät von einem Laser durch die Trägerschicht abgetastet. Daraus folgt auch, dass der Laser die Pits nicht als Vertiefungen, sondern durch das Polycarbonat als Hügel sieht. Ein Spurabschnitt von ca. 0,3 Mikrometer Länge (eine Bitzelle) stellt ein sogenanntes Kanalbit (Null oder Eins) dar. Eine Bitzelle mit einem Wechsel am Anfang von Land/Pit oder Pit/Land stellt eine logische Kanalbit-Eins dar, eine Bitzelle ohne einen solchen Wechsel eine logische Kanalbit-Null (NRZ-I-Codierung). Mikrometer Der so ausgelesene Datenstrom ist EFM-codiert (engl. Eight-to-Fourteen-Modulation EFM), das heißt jeweils 14 Kanalbits repräsentieren ein 8-Bit-Datenwort. Die 14-Bit-Datenwörter zeichnen sich dadurch aus, dass auf jede Eins immer mindestens zwei und maximal zehn Nullen folgen. Die 14-Bit-Datenwörter sind – unter anderem zur Sicherstellung dieser Bedingung (manche fangen mit einer Eins an, andere hören mit einer Eins auf) – jeweils noch durch drei Füllbits (auch Trennbits oder Mergingbits genannt) voneinander getrennt. Aufgrund dieser Struktur des Datenstroms, bei der statt 8 Bits jeweils 17 Bits abgespeichert werden, passen überraschenderweise 50 Prozent mehr Information auf die Disc: Das kürzeste vom Laserpunkt auslesbare Pit/Land ist aus physikalischen Gründen knapp einen Mikrometer lang (limitierende Größe ist der Durchmesser des optimal fokussierten Punkts). Wenn im Datenstrom zwei Einsen aufeinander folgen dürften, würde dies in der Spur zum Beispiel wie folgt aussehen: Wechsel vom Land zum Pit plus Bitzellenlänge für die erste Eins und Wechsel vom Pit zum Land plus Bitzellenlänge für die zweite Eins (oder umgekehrt). Dieses so gebildete (kürzeste) Pit/Land würde genau eine Bitzelle darstellen. Umgekehrt entspräche eine Bitzellenlänge genau der Länge des kürzesten Pits/Lands, sprich knapp einen Mikrometer. Wenn jedoch immer wenigstens zwei Nullen auf eine Eins folgen bevor die nächste Eins kommt, kann ein solches kürzestes Pit/Land plötzlich drei Bits darstellen (Wechsel plus eine Bitzelle für die Eins plus zwei weitere Bitzellen für die beiden Nullen, dann folgt wieder der Wechsel für die folgende Eins). Eine Bitzelle hat dann – bei gleicher Pit/Land-Länge – nur noch die Länge von knapp einen drittel Mikrometer. Bei der EFM-Codierung ergeben sich zwar gut die doppelte Menge von Kanalbits (17 Kanalbits statt 8 Datenbits), diese passen jedoch auf zweidrittel des Platzes, den die uncodierten Datenbits erfordern würden. Beim Auslesen werden die drei Füllbits sofort aus dem Datenstrom entfernt und für die je 14 EFM-codierten Kanalbits wird dann mittels einer Übersetzungstabelle der entsprechende Wert des uncodierten 8-Bit-Datenworts ermittelt. Die Daten sind darüberhinaus als Blöcke und Frames organisiert. Je 24 uncodierte Bytes (entsprechend 6 Stereo-Samples) zzgl. 8 Byte Fehlerkorrekturinformationen bilden einen Frame, von denen wiederum 98 einen Block bilden. Ein Block enthält also 2352 Byte uncodierte Nutzdaten, 75 Blöcke enthalten eine Sekunde Audiomaterial.

Fehlerkorrektur und Fehlerverdeckung

Damit sich Kratzer nicht negativ auf die Datensicherheit auswirken, sind die Daten mittels Paritätsbits gesichert, so dass Bitfehler erkannt und korrigiert werden können. Weiterhin sind aufeinanderfolgende Datenbytes per Interleaving auf eine größere Fläche verteilt. Der Cross-Interleave Reed-Solomon code (CIRC) ist dadurch in der Lage, einen Fehler von bis zu 3500 Bit (das entspricht einer Spurlänge von etwa 2,4 mm) zu korrigieren und Fehler von bis zu 12000 Bit (etwa 8,5 mm Spurlänge) bei der Audio-CD zu kompensieren. Bei sehr starker Verkratzung des Trägers von der Unterseite ist jedoch die Lesbarkeit eingeschränkt oder ganz unmöglich.

Lesevorgang

Cross-Interleave Reed-Solomon code Das Abtasten einer CD erfolgt mittels einer Laserdiode. Der Lichtstrahl wird (mittels eines halbdurchlässigen Spiegels) in zwei Teile gleicher Stärke aufgespaltet. Einer der beiden Teile wird auf die CD gelenkt, dort zurückgespiegelt und wird dann mit dem anderen Teil des Lichtstrahls wieder überlagert. Der Strahl, der auf die CD trifft, hat bei einem "Land" eine längere Laufstrecke zurückzulegen als bei einer "Pit". Durch Interferenz der Lichtwellen entstehen aus den Laufzeitunterschieden zwei unterschiedliche Helligkeiten im Summenstrahl, die mit einer Photodiode erfasst und in elektrische Impulse umgewandelt werden. Die Optik mit dem Laser bewegt sich beim Abspielen vom ersten zum letzten Track im Gegensatz zur Schallplatte von innen nach außen. Ebenso ist die Rotationsgeschwindigkeit der CD nicht konstant, sie dreht sich innen schneller als außen, da eine konstante Bahngeschwindigkeit (CLV) und nicht eine konstante Winkelgeschwindigkeit (CAV) verwendet wird. Wenn der Lesekopf weiter außen auf der CD liest, wird die CD also langsamer gedreht. Auf diese Weise kann überall auf der CD mit voller Aufzeichnungsdichte gearbeitet werden und es ist ein konstanter Datenstrom gewährleistet, wie er bei Audio-CDs benötigt wird. Im Red Book sind zwei verschiedene Geschwindigkeiten festgelegt, 1,2 m/s und 1,4 m/s. Somit sind entsprechend Spielzeiten von 74:41 Min. bzw. 64:01 Min., unter maximaler Ausnutzung aller Toleranzen 80:29 Min, möglich. Die Umdrehungs-Geschwindigkeit wird durch einen Regelkreis anhand des Füllstandes eines FIFO-Puffers geregelt. Daher muss keine Umschaltung (weder manuell noch automatisch) je nach benutzter Linear-Geschwindigkeit erfolgen. Durch den genannten Puffer wirken sich Schwankungen der Drehzahl nicht auf die Wiedergabe-Geschwindigkeit aus. Viele moderne CD-ROM-Laufwerke lesen Daten-CDs hingegen mit konstanter Winkelgeschwindigkeit, um das zeitraubende Beschleunigen und Abbremsen der CD beim Hin- und Herspringen der Leseposition zu vermeiden. Dadurch hängt dann bei Daten-CDs die Datenrate von der Position des Lesekopfes ab. Die auf der Verpackung angegebene Geschwindigkeit ist fast immer die maximale, nicht die durchschnittliche.

Varianten

Die Format-Spezifikationen der Audio-CD (kurz CD-DA), bekannt als „Red Book“-Standard, wurde von der niederländischen Elektronikfirma Philips entworfen. Philips besitzt auch das Recht der Lizenzierung des „Compact Disc Digital Audio“-Logos, das auf jeder CD erscheint. Die Musikinformationen werden in 16-Bit-Stereo und einer Abtastrate von 44,1 kHz gespeichert. Abtastrate CDs gibt es in zwei verschiedenen Größen, am weitesten verbreitet ist die Version mit einem Durchmesser von 120 mm und 15 Gramm Gewicht, seltener die Mini-CD mit einem Durchmesser von 80 mm und 30 % der Speicherkapazität. Daneben gibt es auch CDs, die eine andere Form als eine runde Scheibe haben. Diese so genannten Freiformen (Shape-CDs) sind aber aufgrund von Abspielproblemen (eventuelle Unwucht, kein Einzug in Slot-Laufwerke) nicht populär. Einige CD-Spieler sind in der Lage, so genannte HDCD-CDs abzuspielen. Diese CDs sind mit echten 20 Bit Musik-Information kodiert (anstatt mit 16) und sollen bei hochwertigen Musik-Anlagen besser klingen. HDCD-CDs sind vollständig kompatibel mit „normalen“ CD-Spielern. CD Video ist eine Mischform von CD-DA (Audio-CD) und LV/LD (Bildplatte) mit digitalem Nur-Audio-Teil und analogem Video-Teil. Die Spezifikationen der CD-ROM sind im „Yellow Book“-Standard festgelegt. Ein plattformübergreifendes Dateisystem der CD-ROM wurde von der ISO im Standard ISO 9660 festgeschrieben. Sein Nachfolger lautet UDF. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Audio-CD-Inhalte und CD-ROM-Inhalte auf einer Scheibe zu kombinieren. Die einfachste Möglichkeit ist, einen Datentrack mit dem CD-ROM-Inhalt als ersten Track auf die CD zu bringen (Enhanced CD). Dem heutzutage praktisch nichtigen Vorteil, dass der CD-ROM-Teil auch in ausschließlich singlesession-fähigen CD-ROM-Laufwerken gelesen werden kann, steht der vergleichsweise große Nachteil der Sichtbarkeit dieses Daten-Tracks für normale Audio-CD-Spieler entgegen – insbesondere, da manche (ältere) CD-Spieler auch eine Wiedergabe der CD-ROM-Daten als Audio-Daten ermöglichen. Das äußert sich in – je nach Lautstärke-Einstellung – ohrenbetäubendem (und lautsprecherverstümmeldem) Krach. Als Weiterentwicklung wurde der Datentrack mit einer Index-Position von 0 versehen, wodurch dieser nicht ohne Weiteres vom CD-Spieler angefahren wird (i-Trax). Das Audiomaterial beginnt, wie bei einfachen Audio-CDs, an Index-Position 1 von Track 1. (Problematisch für die Abspielkompatibilität könnte die Tatsache sein, dass innerhalb des Tracks der Modus von CD-ROM Mode 1 auf Audio wechselt.) Heutzutage werden zu diesem Zwecke praktisch ausschließlich Multisession-CDs benutzt – die Audio-Daten liegen in der ersten Session, während die CD-ROM-Daten in einer zweiten Session enthalten sind, welche nicht von Audio-CD-Spielern gelesen wird (CD-Extra, CD-Plus). Natürlich wird für den CD-ROM-Teil ein multisession-fähiges CD-ROM-Laufwerk benötigt. Eine Mischform ist die CD+G (CD+Graphics). Diese CD stellt zeitgleich zur Musik grafische Daten, wie beispielsweise den Liedtext, auf einem Bildschirm dar. Häufigste Anwendung dieses Formats ist Karaoke. In einem normalen CD-Spieler ist die CD+G als ganz normale Audio-CD abspielbar. Auf speziellen Geräten (in jüngerer Zeit auch auf einigen DVD-Playern) ist zur Musik auch die Grafik auf dem Bildschirm sichtbar. Die zusätzlichen Daten sind im Subcode der CD gespeichert, d. h. sie sind – im Gegensatz zum Inhalt von Datentracks – nicht ohne Weiteres für ein Betriebssystem sichtbar. Deutlich häufiger anzutreffen sind dagegen CDs mit CD-Text. Dabei werden im Subcode der CD (meist im Lead-In) zusätzliche Informationen, wie Titelname und Künstler, gespeichert. Diese Informationen werden dann von entsprechenden Playern während des Abspielens der CD angezeigt. Weiterentwicklungen der CD sind die DVD-Audio und die Super Audio Compact Disc. Diese bieten wesentlich größere Kapazitäten von 4,7 GB (single-layer) bis 9,0 GB (double/dual-layer). Es ist nicht so, dass viel mehr Stunden Audio darauf passen, sondern alles in 5.1-Sound aufgenommen wird. Während die Super-Audio-CD und DVD Audio ausschließlich für Audiodaten verwendet wird, sind bei der DVD verschiedene Datenarten möglich (DVD Data, DVD Video, DVD Audio, DVD Rom, DVD+/-R(W) ). Allerdings hat sich die DVD im Audiobereich noch nicht durchgesetzt. Es gibt auch CD-i, CDTV, Photo-CD, Video-CD.

Kopierschutz

Seit 2001 werden in Deutschland auch silberne Scheiben verkauft, die einen so genannten „Kopierschutz“ enthalten, welcher das digitale Auslesen der Audiodaten (und damit das Kopieren der Daten) verhindern soll. Sie werden zwar ebenfalls als CD bezeichnet, entsprechen aber den Bestimmungen des Red Book nicht und sind demnach keine echten Audio-CDs. Diese CDs werden daher auch als „Un-CDs“ (Unknown CD) bezeichnet. Einige CD-Abspielgeräte geben Unknown CD (bzw. Un-CD) als Fehlermeldung im Display aus, wenn eine eingelegte CD nicht erkannt wird. Der Kopierschutz wird realisiert, indem Fehler oder eine zweite fehlerhafte Session eingebracht werden. Auch Abweichungen vom Red Book-Standard sind möglich aber eher selten. Es ist dadurch ein „Abspielschutz“, da die Fehler bewirken sollen, dass sich die Scheiben nicht mehr in dem CD-Laufwerk eines PCs abspielen lassen. Dies soll so das Kopieren verhindern. Manche CD-Laufwerke lassen sich davon aber nicht beeindrucken und können die Daten trotzdem lesen, wodurch die Idee des „Kopierschutzes“ nutzlos wird. Stattdessen verursachen die Fehler auf der „kopiergeschützten“ CD Probleme auf zahlreichen normalen Audio-CD-Spielern und vielen Autoradios mit integrierter CD-Einheit. Diese können diese Medien entweder gar nicht oder nur teilweise abspielen, teilweise entstehen sogar ernsthafte Hardware-Defekte, etwa wenn die Firmware des CD-Spielers abstürzt und sich das Medium nicht mehr auswerfen lässt. Außerdem leidet oft die Tonqualität und die Lebensdauer des Abspielgerätes unter dem Kopierschutz. Ab dem 1. November 2003 sind die Hersteller gesetzlich verpflichtet, kopiergeschützte Medien als solche zu kennzeichnen. Solchen Kennzeichnungen ist jedoch kaum zu entnehmen, welche Probleme im Einzelfall mit Autoradios, MP3-CD-Spielern, DVD-Spielern und anderen Geräten auftreten können. Da der Kopierschutz in der Praxis kaum wirksam ist und andererseits immer wieder zu Problemen beim Abspielen führt, haben inzwischen (2005) einige Labels das Konzept "kopiergeschützte CD" wieder aufgegeben und veröffentlichen wieder gewöhnliche, ungeschützte Red-Book-CDs, zumal sich so außerdem Lizenzgebühren für den Kopierschutz einsparen lassen.

Beschreibbare CDs

2005 Beschreibbare CDs gibt es in einer einmal beschreibbaren Variante (CD-R: CD recordable) und in einer mehrfach wiederbeschreibbaren Variante (CD-RW: CD rewritable). Während die Reflexionseigenschaften einer CD-R denen einer normalen CD nahezu gleichen und diese somit auch in älteren CD-Laufwerken gelesen werden können sollte, ist das Lesekopf-Ausgangssignal einer CD-RW weitaus schwächer, so dass diese Medien nur von entsprechend ausgestatteten (neueren) Laufwerken bzw. Spielern gelesen werden können. Zum Beschreiben einer CD kann kein gewöhnlicher CD-Spieler benutzt werden. Hierfür ist ein so genannter CD-Brenner (bzw. ein CD-Rekorder) notwendig. CD-Brenner können CDs nicht nur beschreiben, sondern auch lesen. Daher verschwinden reine CD-ROM-Lesegeräte für Computer seit dem Jahre 1999 langsam vom Markt. Das ISO-9660-Dateiformat einer CD-ROM gestattet keine nachträglichen Änderungen. Außerdem können beschreibbare CDs – im Gegensatz zu Festplatten – nicht blockweise beschrieben werden. Deshalb muss erst ein so genanntes „Image“ angelegt werden, welches eine exakte Kopie der auf die CD zu brennenden Daten enthält. Dieses Image kann dann (als ein Track) in einem Durchgang auf die CD „gebrannt“ werden. Dafür sind spezielle CD-Brennprogramme nötig. Aktuelle Brennprogramme beherrschen das Erstellen des Images „on-the-fly“, das heißt, das ISO-Image wird während des Schreibens erzeugt. Allerdings ist es möglich, mit einem weiteren Schreibvorgang nachträglich in einem weiteren Track (das heißt normalerweise in einer weiteren Session) der CD ein neues Dateisystem zu erzeugen. Die Verzeichnisse dieses neuen Dateisystems können auch auf Dateien in den älteren Tracks referenzieren. Da beim normalen Betrieb immer das Dateisystem des letzten Tracks benutzt wird, ist es möglich, Dateien hinzuzufügen, umzubenennen, zu „löschen“ und zu „überschreiben“. Natürlich kann der belegte Platz nicht erneut benutzt werden. Mit spezieller Software (im Windows-Bereich zum Beispiel „Isobuster“) kann auch auf die älteren Dateisysteme zugegriffen werden, das heißt, die „gelöschten“ Dateien bzw. die älteren Versionen „überschriebener“ Dateien sind dort noch vorhanden (Multisession-CD). Alternativ können die Dateisysteme in den Tracks einer CD (analog zu Partitionen einer Festplatte) als unterschiedliche virtuelle Laufwerke betrachtet werden (Multivolume-CD). Dieses Verfahren ist jedoch kaum verbreitet. CD-RWs können theoretisch blockweise beschrieben werden. Das muss auch vom CD-Brenner unterstützt werden. Da das auf CD-ROMs verwendete ISO-9660-Dateiformat keine nachträglichen Änderungen an Dateien unterstützt, wurde hierfür ein eigenes Dateisystem namens UDF eingeführt, welches auch auf DVDs verwendet wird. Dieses Format erlaubt es, wie zum Beispiel bei einer Diskette, direkt Dateien auf der CD zu speichern.

Labelaufdruck

Für den Labelaufdruck bei der CD stehen, ebenso wie bei der DVD, verschiedene Drucktechniken zur Auswahl: Siebdruck: Im Siebdruck sind bis zu 6 Labelfarben möglich, es können Schmuckfarben (HKS oder Pantone) gewählt werden. Siebdruck ist derzeit die gängigste Variante, um CDs oder DVDs zu bedrucken, wird aber mehr und mehr vom Offsetdruck verdrängt. Der Siebdruck ist geeignet für gepresste CDs und DVDs, auch die Rohlingsbedruckung im Siebdruck ist möglich. Im Siebdruck sind die Farben sehr brillant. Trockenoffsetdruck: Im Trockenoffset sind 4 Labelfarben möglich (CMYK), kombiniert mit dem Siebdruck bis zu 6 Labelfarben (CMYK im Offset und zusätzlich weiß Vollfläche und eine Schmuckfarbe im Siebdruck). Auf Grund der höheren Auflösung als im Siebdruck ist der Offsetdruck ideal für fotorealistische Darstellungen. Seit Anfang 2004 ist der Offsetdruck nicht nur für gepresste CDs und DVDs, sondern auch für CD-Rohlinge und DVD-Rohlinge möglich. Thermotransferdruck: Bei diesem Druckverfahren wird mit einem speziellen Drucker Farbe von einem Farbband durch Erhitzen des Druckkopfes auf die CD oder DVD übertragen. Technisch bedingt ist das Druckverfahren eher für Schriften und Logos geeignet. In der Praxis wird dieses Verfahren bei kleinen Auflagen (selbst gebrannte CDs und DVDs) angewendet. Thermoretransferdruck: Der Thermoretransferdruck ist die Weiterentwicklung des Thermotransferdrucks. Das Labelmotiv wird im Thermotransferdruckverfahren auf ein Übertragungsband gedruckt und davon dann eine Folie auf die CD aufgebracht. Durch diese Technik ist eine bessere Auflösung möglich. So kann bereits bei Kleinauflagen ein fotorealistischer Druck erreicht werden. Lightscribe-Verfahren: Bei diesem Verfahren brennt der Laser eines Lightscribe-fähigen CD-Brenners auf die Vorderseite entsprechender Rohlinge eine beliebige Graustufengrafik, die mittels entsprechender Software entworfen und an den Brenner übertragen wird. Der Brennvorgang dauert momentan (März 2005) in ansehnlicher Qualität noch recht lang (über 30 Minuten). Demnächst wird auch Farbe möglich sein.

Umweltschutz

Die Compact-Disc besteht hauptsächlich aus dem wertvollen Kunststoff Polycarbonat, so dass sich ein sortenreines Recycling wirtschaftlich lohnt, um daraus wieder Compact-Discs herzustellen. In Deutschland gab es das Sammelsystem CD-Collect, welches CD-Recycling als Geschäftsmodell hatte. Die Firma hat ihren Geschäftsbetrieb jedoch eingestellt. CDs mit sensiblen Daten, die nicht mehr benötigt werden, lassen sich gegen unberechtigtes Lesen schützen, indem die Metallschicht (und damit die Datenschicht) mit einen spitzem Gegenstand zerkratzt wird. Eine solche CD lässt sich mit normalen CD-Laufwerken nicht mehr lesen. Ein Auslesen der nicht zerkratzten Daten ist mit speziellen Lesegeräten noch möglich, aber sehr aufwändig und teuer und übersteigt meist den Wert der Daten. Für extrem sensible Daten existieren spezielle CD-Shredder, welche CDs und andere optische Datenträger in so kleine Stücke häckseln, so dass die Datenträger als zuverlässig vernichtet gelten können, wobei die Recyclingfähigkeit des Datenträgers gewährleistet bleibt.

Literatur


- Hartmut Gieselmann: Gegen das Vergessen. US-Forscher prüfen Lebensdauer von [beschreibbaren] CDs und DVDs. In: c't, 1/2005. Heise-Verlag, S. 44

Siehe auch


- CD- und DVD-Verpackungen
- CD-Hersteller
- Rippen

Formate


- Audio-CD
- CD-R
- CD-ROM
- CD-RW
- CD-Text
- DVD
- ISO-Image
- Laserdisc (LD, oder auch „Laservision“ oder „CD-Video“)
- Speichermedium
- Super Audio Compact Disc (SACD)
- Super Video Compact Disc (SVCD)
- Video Compact Disc (VCD)

Weblinks


- [http://www.cdrfaq.org/ CD-Recordable FAQ (engl.)]
- [http://www.inter-disc.de/de/cd-dvd/content/fertigung.mp3 Erklärung zur CD-Fertigung (Radiobeitrag) als MP3 Datei]
- [http://www.kefk.net/Hardware/Massenspeicher/Sekund%C3%A4r/Formate/index.asp Übersicht und Einzelheiten zu den vielen verschiedenen CD-Formaten]
- [http://www.clir.org/pubs/reports/pub121/contents.html Care and handling of CDs and DVDs] (engl.)
- [http://www.audiohq.de/index.php?showtopic=840 Aufbau und Grundlagen, Fehlerkorrektur, Reinigung, Reparatur] (deu.)
- [http://www.mediabit.de/lexikon/labelaufdruck.html Labelinformationen ] Informationen zum Labeldruck auf CD und DVD
- [http://www.cd-register.de/ c't CD-Register] Informationen über kopiergeschützte CDs
- [http://www.sony.net/Fun/SH/1-20/h1.html Die Anzugtaschengeschichte] (engl.)
- [http://www.medientraeger.de/fachbegriffe.htm Glossar der Fachbegriffe bei der Herstellung]
- [http://www.wdrmaus.de/sachgeschichten/cd_herstellung/ Sendung mit der Maus: CD-Herstellung]
- [http://www.gfu.de/pages/history/his_tontr_08.html Die Geschichte der Unterhaltungselektronik]
- [http://www.dvddemystifiziert.de/sonstiges/spirallength.html Die Länge der Datenspur auf CD und DVD ] mit mathematischer Herleitung Kategorie:Speichermedium Kategorie:Medien Kategorie:Tonträger als:Compact Disc ja:コンパクトディスク nb:CD simple:Compact disc th:ซีดี

DVD-Audio

Die DVD-Audio ist eine DVD-Variante, die zur Wiedergabe von Musik dient. Sie ist für Viele ein Nachfolger der Audio-CD (Compact Disc).

Aufbau der DVD-Audio

Eine DVD-Audio ist eine DVD-ROM, die in einem speziellen Unterverzeichnis (AUDIO_TS) gewisse Dateien mit einer vorgegebenen Struktur (AOB-Dateien) enthält und auf einem DVD-Audio-Spieler abgespielt werden kann. Diese Daten enthalten nichtdatenreduzierte Audiosignale und Standbilder. Eine DVD-Video ist eine DVD-ROM, die in einem speziellen Unterverzeichnis (VIDEO_TS) gewisse Dateien mit einer vorgegebenen Struktur (VOB-Dateien) enthält und auf einem DVD-Video-Spieler abgespielt werden kann. Diese Daten enthalten nichtdatenreduzierte oder datenreduzierte Audiosignale, Stand- oder Bewegtbilder sowie optionale Untertitel. Eine Hybrid-DVD enthält sowohl einen DVD-Audio- wie einen DVD-Video-Teil und ist damit sowohl auf DVD-Video-Playern wie auf DVD-Audio-Playern abspielbar. Praktisch alle DVD-Audio im Handel sind Hybride.

Geschichte


- Entwicklungsziel
- Knacken des Kopierschutzes und Verzögerungen ...
- Konkurrenten
- Probleme beim Marketing

Unterschiede in den Fähigkeiten zur DVD-Video


- Unterstützung von 44,1 kHz und 88,2 kHz als Abtastfrequenz (bis 6 Kanäle) [DVD-V unterstützt nur 48 und 96 kHz]
- Unterstützung von 176,4 kHz und 192 kHz als Abtastfrequenz (bis 2 Kanäle) [DVD-V unterstützt maximal 96 kHz]
- Unterstützung von 20 bit Abtasttiefe [DVD-V unterstützt nur 16 und 24 Bit]
- Unterstützung von verlustfreier Komprimierung (MLP) [DVD-V hat nichts dergleichen]
- Maximale Datenrate für Audio von 9,8 Mbps [DVD-V max. 6,144 Mbps], mit MLP ergibt das die Möglichkeit für Modi wie 6 x 16 bit x 96 kHz oder 6 x 24 bit x 96 kHz
- Standbild-Galerie pro Titel (für Liedtexte etc.) [DVD-V hat nichts dergleichen]
- Kodierte Untertitel (als ASCII) [DVD-V hat nichts dergleichen]
- ausgeklügelteres Lautsprechermanagement für 2.0 oder 2.1-Konfigurationen
- KEIN Bewegtbild
- KEIN komprimiertes Audio (MPEG Audio, Dolby Digital, DTS o.ä.)
- KEINE Graphikuntertitel
- KEIN Lautsprechermanagement für 4.0 oder 4.1-Konfigurationen Die Spieldauer ist wesentlich flexibler als die der SACD (deren theoretisches Limit bei 111 min für Stereo und 101 min für Mehrkanalaufnahmen liegen). Sie beträgt pro Seite
- 2x 16 bit x 44,1 kHz: ohne MLP 13,4 Stunden, mit MLP 18...27 Stunden
- 6x 16 bit x 48 kHz: ohne MLP 4,1 Stunden, mit MLP 6,5 bis 10 Stunden
- 6x 24 bit x 48 kHz: ohne MLP ---, mit MLP 3,3 bis 4,1 Stunden
- 6x 24 bit x 96 kHz: ohne MLP ---, mit MLP 1,9 bis 2,5 Stunden
- 2x 24 bit x 192 kHz: ohne MLP ---, mit MLP 3,5 bis 5 Stunden

Optionale Features


- Das oben schon erwähnte Meridian Lossless Packing (MLP) zur verlustfreien Kompression
  - Ermöglicht hohe Spielzeiten (z.B. für Hörbücher), obwohl Datenreduktion à la DD oder dts fehlt
  - Notwendig für alle Modi, deren unkomprimierte Datenrate sonst oberhalb 9,8 Mbps liegt
- Kopierschutz
  - Digitale Inhalte auf einer DVD-Audio können nach Wahl des Herausgebers durch einen digitalen Kopierschutz vor unerwünschter Verbreitung geschützt werden; das verwendete Verfahren CPPM (Content Protection for Prerecorded Media) ist eine Variante des CSS-Kopierschutzes. Die Verwendung des Kopierschutzes ist auch bei industriell gefertigten DVD-Audios nicht zwingend.
- Daten außerhalb der Verzeichnisse AUDIO_TS und VIDEO_TS für Computernutzung
  - Wie auf einer CD, DVD-V und DVD-A sind auch auf einer DVD-A Daten auf einem optionalen Computer-only speicherbar. Eine Möglichkeit ist, die Audiodaten datenreduziert in einer so genannten Compressed Zone durch DRM geschützt abzuspeichern.

Auf CD-Spielern abspielbare Versionen (CD-Hybride)

Bei der so genannten Flip Disc (Dual Disc) handelt es sich um einen Sandwich aus einer herkömmlichen Audio-CD und einer DVD-Audio; diese Scheiben sind allerdings wegen zu großer Dicke (1,2 mm + 0,6 mm) nicht standardkonform. Das führt zu Problemen bei Geräten, die die CD auf der Laserseite einspannen. Denkbar ist auch eine Version, die eine für rotes Licht durchlässige Schicht in 0,6 mm Tiefe für DVD-A-Spieler und eine vollreflektierende in 1,2 mm Tiefe für CD-Spieler hat. Probleme bekommt man aber bei DVD-Video-Playern, die erst die DVD-Schicht suchen und dort nichts finden. Eine ähnliche Variante existiert bereits seit längerem bei der Super-Audio-CD.

Vorteile und Nachteile der DVD-A gegenüber der CD-DA

Nachweisbare Vorteile
- längere Spielzeit als die CD (bis zu etwa 10...12 Stunden mit CD-Qualität)
- diskrete Mehrkanaltechnik möglich Nachteile
- erfordert spezielle Abspielgeräte, die wesentlich seltener als CD-Spieler sind
- Vollständige Bedienung eines DVD-A-Spielers erfordert häufig einen Fernseher Nicht nachweisbare Vorteile
- Frequenzgang bis ca. 85 kHz (CD bis 20 kHz), praktischer Nutzen ist nicht nachgewiesen, wenn auch dauernd Diskussionsstoff
- Theoretische Dynamik bis ca. 147 dB möglich (CD bis 98 dB), praktischer Nutzen ist nicht nachgewiesen, wenn auch dauernd Diskussionsstoff

Verbreitung

Die DVD-A ist derzeit (2005) ein Nischenprodukt, was mit nur einigen 100 Neuerscheinungen pro Jahr (in allen Musikbereichen zusammen) in starker Konkurrenz zur SACD steht, welche vor allem im Klassikbereich deutlich höhere Verkaufzahlen hat. Allerdings hat die DVD-A auf dem wichtigen US-amerikanischen Markt einen Vorsprung. In Europa dagegen spielt sie bisher kaum eine Rolle. Welches Medium sich durchsetzen wird, scheint offen zu sein, möglicherweise werden beide auch durch neuere Entwicklungen abgelöst wie etwa der HD-DVD und der Blu-ray Disc.

Weblinks


- http://www.dvddemystifiziert.de/sonstiges/dvdaudiofaq.html
- http://www.dvddemystifiziert.de/3.html#3.6
- http://www.dvd-audio.org/
- http://www.meridian-audio.com
- http://www.m7records.de/dvd-a-links.html
- http://www.highfidelityreview.com/reviews/dvdaudio.asp Kategorie:Speichermedium Kategorie:Tonträger

Super Audio Compact Disc

Die Super-Audio-CD (SACD) ist ein Datenträger und eine spezielle Form der Digital Versatile Disc (DVD), die von Philips und Sony entwickelt wurde. Auf der Super-Audio-CD sind nur Toninformationen gespeichert wie Musik, Sprache, Klänge oder Geräusche. Die SACD ist, neben DVD-Audio, eines der Nachfolgemedien zur Audio-CD (CD-DA).

Technologie

SACD soll eine Verbesserung der Audio-CD sein. Dabei verwendet SACD das so genannte Delta-Sigma-Verfahren. Das bedeutet, dass der Audio-Stream nur 1 bit breit ist, allerdings bei einer Abtastrate von 2,8224 MHz. (Eine normale Audio-CD enthält Audiodaten mit 16 bit Auflösung bei 44,1 kHz Abtastrate.) Delta-Sigma-Analog-Digital-Wandler sind bei gegebener Qualität einfacher und billiger zu bauen als konventionelle A/D-Wandler, bzw. erreichen bei gleichem Preis eine deutlich bessere Qualität. Aufgrund erheblich höherer Samplingfrequenz (Abtastfrequenz), einer größeren Frequenzbandbreite und einem deutlich erweiterten Dynamikumfang von über 120 dB soll eine SACD besser als eine konventionelle Audio CD klingen, hochwertige Verstärker- und Schallwandlerkomponenten vorausgesetzt. Außerdem können auf einer SACD bis zu 109 Minuten Zweikanal-Ton bzw. bis zu 80 Minuten Mehrkanalton aufgezeichnet werden. Die Super-Audio-CD unterstützt mehrkanaligen Surround-Sound mit bis zu sechs Kanälen, im Gegensatz zu Dolby-Digital verlustfrei komprimiert. Die Mehrkanal-Tonspur ist auf den Tonträgern optional enthalten. SACD speichert Audiodaten in einem komprimierten Dateiformat, dem Direct Stream Transfer (DST). Zur Kodierung wird, anders als bei der Audio-CD, das kopiergeschützte DSD-Verfahren (Direct Stream Digital) verwendet.

Kopierschutz

Digitale Inhalte auf einer SACD sind durch einen Kopierschutz vor der unerwünschten Verbreitung geschützt. Player geben die auf einer SACD gespeicherten Inhalte digital – falls überhaupt – nur über spezielle Verbindungen auf Firewire-Basis (IEEE1394) aus. Ansonsten werden die Daten nur über die analogen Ausgänge ausgegeben. Die meisten DVD-Player können weder DVD-Audio noch SACD wiedergeben. Auch auf PC-Laufwerken ist das Abspielen von SACD nicht möglich (ausgenommen das CD-Layer einer Hybrid Disk).

Varianten

Es gibt drei Typen von Super-Audio-CDs:
- Zweikanal-SACD basierend auf DVD-5,
- (Zweikanal-SACD basierend auf DVD-9 ???), (mir ist leider nicht bekannt, ob 2-Kanal-Geräte beide Layer nutzen können)
- Mehrkanal-SACD basierend auf DVD-9 (Layer 1 enthält 2-Kanal-Version, Layer 2 Mehrkanal-Version),
- Hybrid-Versionen aus CD-DA und SA-CD. Die SACD gibt es bereits seit der Einführung des Formats als Hybrid-Discs; dabei handelt es sich um einseitige und doppellagige Medien. In zwei Schichten liegen die Daten einerseits im DSD-, andererseits im CD-Format (Linear PCM 16 Bit, 44,1 kHz) vor. Diese Scheiben können auch auf herkömmlichen CD-Playern abgespielt werden, allerdings nur in CD-Qualität.

Weblinks


- http://www.superaudio-cd.com/
- http://www.super-audio.de/
- http://www.highfidelityreview.com/reviews/sacd.asp Kategorie:Speichermedium Kategorie:Tonträger ja:Super Audio CD

Aufnahmeverfahren (CD)

Das Aufnahmeverfahren einer Audio-CD wird durch einen aus drei Buchstaben bestehende Kennzeichnung auf CD-Hüllen beschrieben. Die Buchstaben bezeichnen die verwendete Technik für die Produktionsschritte Aufnahme, Abmischung und Erstellung des Masterbandes. Dabei steht jeweils 'A' für analoge und 'D' für digitale Technik. Heutzutage findet man solche Hinweise nur mehr selten, am häufigsten noch auf Klassik-CDs. Es gilt also
- DDD: Digitale Aufnahme, digitale Abmischung, digitales Mastering : Die volldigitale Produktion ist heute Standard.
- ADD: Analoge Aufnahme, digitale Abmischung, digitales Mastering
- AAD: Analoge Aufnahme, analoge Abmischung, digitales Mastering : Digitales Remastering ist die häufigste Variante für Aufnahmen aus der Zeit vor Einführung der CD. Kategorie:Speichermedium

Freedb

freedb ist eine freie Datenbank mit Informationen über den Inhalt von CDs, insbesondere Musik-CDs. Diese Informationen stehen im Internet zur Verfügung und ermöglichen u. a. beim Abspielen einer Musik-CD, den Titel der CD sowie der einzelnen Stücke anzuzeigen. Ein vergleichbares Projekt ist MusicBrainz. Grundlage zur Identifizierung einer CD ist die Disk-ID, die nach einem bestimmten Verfahren aus dem Inhaltsverzeichnis (TOC, „Table of Contents“) der CD berechnet wird. Im wesentlichen wird dabei aus den Startsektoren und Längen der einzelnen Tracks eine Art Prüfsumme gebildet. Mit der Disk-ID als Schlüssel sind in der Datenbank verschiedene Informationen abgelegt:
- Titel / Interpret
- Jahr
- Genre, mögliche Werte:
  - blues
  - classical
  - country
  - data
  - folk
  - jazz
  - newage
  - reggae
  - rock
  - soundtrack
  - misc
- Angaben zu den einzelnen Tracks:
  - Titel / Interpret
  - Länge
- Zusatzinformationen Diese Daten werden von Freiwilligen in die Datenbank eingegeben, und stehen unter der GPL. Das Eingeben der Informationen erfolgt mit CD-Spielern bzw. CD-Grabbern (Programme zum CD-Rippen) in die freedb-Support integriert wurde. Beim Rippen von CDs können dann automatisch durch Abfragen der freedb Datenbank die ID3-Tags der Audiodateien erstellt werden. Vorläufer von freedb war CDDB, entworfen 1996 von Ti Kan mit cddbd-server-software von Steve Scherf. Die Firma CDDB, Inc bzw. seit 2000 Gracenote hat 2001 jedoch die Lizenzbedingungen geändert, und auf ein erweitertes, aber proprietäres Datenformat umgestellt.

Weblinks


- http://www.freedb.org (englisch) Kategorie:Website

Schallplatte

Eine Schallplatte ist eine runde, meist schwarze Scheibe auf der Ton analog aufgezeichnet ist. Die Schallsignale sind in einer spiralförmigen, zum Mittelpunkt der Platte verlaufenden Rille gespeichert, deren Auslenkung der Schallamplitude entspricht. Üblicherweise wird sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite der Schallplatte aufgezeichnet. Bei der Aufzeichnung werden aus physikalischen Gründen die Höhen angehoben (Preemphasis) und die Tiefen abgeschwächt, bei der Wiedergabe muss der Frequenzgang wieder rückentzerrt werden. Dazu gibt es eine genormte Kennlinie nach RIAA. Zum Entzerren verwendet man einen Entzerrvorverstärker oder einen speziellen Tonabnehmer. Kristallabtastsysteme benötigen keinen zusätzlichen Entzerrvorverstärker, da sie den Frequenzgang durch ihre physikalischen Eigenschaften von sich aus entzerren.

Geschichte der Schallplatte

Vorgeschichte

Tonabnehmer Vorläufer der Schallplatte war der theoretisch zuerst von Charles Cros beschriebene, 1877 von Thomas Alva Edison unabhängig von Cros erneut erfundene und zum Patent angemeldete Phonograph. Die Töne wurden dabei auf einem Wachszylinder mit wendelförmiger Tonspur gespeichert, wobei das Prinzip der Amplitudenauslenkung zunächst unmittelbar akustisch ohne elektrische Umwandlung genutzt wurde.

Charles Sumner Tainter

Bereits im Jahre 1880 erkannte der US-amerikanische Physiker Charles Sumner Tainter, dass viele technische Nachteile der Edison'schen Walzen beseitigt werden könnten, wenn man die Tonspur spiralförmig in die Oberfläche einer flachen, runden Scheibe eingravieren würde. Tainter entwickelte den Prototypen eines entsprechenden Aufnahmeapparats und stellte einige bespielte Wachsplatten her, gab die Versuche aber infolge technischer Probleme nach kurzer Zeit wieder auf. Tainters Wachsplatten befinden sich heute im Smithsonian Institute in Washington; sie gelten als die ersten Schallplatten der Welt.

Emil Berliner

Unabhängig von Tainter, der seine Ideen nicht publiziert hatte, gelangte im Jahre 1887 der Erfinder und Industrielle Emil Berliner bei seinen Versuchen mit dem Edison-Phonographen zu einem ähnlichen Verbesserungskonzept. Er hatte sich mehrere Jahre lang mit dem Edison-Phonographen befasst und früher als Edison erkannt, dass die Zukunft der Tonaufzeichnung in erster Linie im Unterhaltungsbereich lag. Als Geschäftsmann sah er in der fehlenden Vervielfältigungsmöglichkeit der Wachswalzen den entscheidenden Schwachpunkt des Phonographen und verwendete seine Zeit und Mühe vorrangig auf die Lösung dieses Problems. 1887 gelang ihm der entscheidende Durchbruch seines Erfinderdaseins: er konstruierte ein Gerät, dass die Schallwellen nicht wie bei Edisons Phonographen in vertikale, sondern in horizontale Bewegungen einer Nadel umsetzte; diese mechanischen Schwingungen ließ er in eine dick mit Ruß überzogene Glasplatte einritzen. Nach chemischer Härtung des Rußes war er in der Lage, auf galvanoplastischem Wege ein Zink-Positiv und von diesem ein Negativ der Platte anzufertigen, das als Stempel zur Pressung beliebig vieler Positive genutzt werden konnte – die Schallplatte war erfunden. Am 4. Mai 1887 wurde Berliner für seine Idee das US-Patent No. 372,786 erteilt. Die älteste bis heute erhaltene Berliner-Schallplatte ist ein am 25. Oktober 1887 von Berliner selbst angefertigtes Zink-Positiv. Der Öffentlichkeit wurde das neue Aufzeichnungsverfahren erstmals in einem Bericht der Zeitschrift Electrical World vom 12. November 1887 vorgestellt; die frühesten zu Demonstrationszwecken angefertigten Zinkplatten hatten einen Durchmesser von 28 cm und bei etwa 30 UpM eine Spieldauer von vier Minuten. In den folgenden Monaten entwickelte Berliner in Zusammenarbeit mit dem Techniker Werner Suess sein Verfahren weiter, indem er das rußbeschichtete Glas durch eine mit Wachs überzogene Zink- oder Kupferplatte ersetzte. Nach der Gravur der Schallrille in die Wachsschicht wurde die Platte einem Säurebad ausgesetzt, das die noch mit Wachs bedeckten Teile der Platte nicht angriff, die freigelegten Rillen aber in das Metall einätzte, so dass nach Entfernung des Wachses eine haltbare metallene Ur-Platte entstand, die zur Herstellung der Pressmatrizen verwendet werden konnte. Am 16. Mai 1888 präsentierte Berliner ein erstes funktionsfähiges Gerät, das er der zeittypischen Vorliebe für Graezismen folgend Grammofon nannte, den Wissenschaftlern des Franklin Institute in Philadelphia. Im August 1888 begann er erstmals, die eigentlich von Anfang an vorgesehene Vervielfältigung seiner Zinkplatten durch Pressen der Negative in weiches Material zu erproben. Zunächst verwendete er als Pressmasse Zelluloid, das er unmittelbar vom Erfinder dieses Werkstoffs, John W. Hyatt, bezog und das sich bald als technisch ungeeignet erwies. Von den als Hyatt Disks bekannten ersten experimentellen Zelluloidplatten sind nur sehr wenige Exemplare erhalten geblieben. Im Juli 1889 kam Berliner aufgrund materialkundlicher Versuche zu dem Schluss, dass vulkanisiertes Hartgummi als Pressmaterial die günstigsten Eigenschaften aufweise, und erachtete seine Erfindung für ausgereift genug, um den Beginn der Serienproduktion einzuleiten. Er ging auf Investorensuche, stieß aber bei der US-amerikanischen Industrie auf wenig Resonanz. Daher reiste er im August 1889 nach Deutschland, um das Grammophon potentiellen Interessenten vorzuführen. Am 26. November 1889 demonstrierte er das Gerät den staunenden Experten der Berliner Elektrotechnischen Gesellschaft, die ihn sofort als Mitglied aufnahm.

Serienfertigung

Von diesem Erfolg ermutigt entschloss er sich Ende 1889, die Serienfertigung der Platten zunächst auf eigene Rechnung in die Wege zu leiten. Die renommierte Spielwarenfabrik Kämmer & Reinhardt in Waltershausen / Thüringen, fertigte für ihn – vermutlich ab Juli 1890 – sehr einfache Grammophone mit Handkurbelantrieb und entwickelte auch eine sprechende Puppe mit Miniatur-Grammophon im Rumpf. Die passenden Platten wurden bei zwei deutschen Firmen in Auftrag gegeben: einer der beiden Hersteller war die Rheinische Gummi- und Celluloidfabrik in Mannheim; von der anderen ist nur das bislang nicht entschlüsselte Firmenkürzel „GFKC“ bekannt. Hergestellt wurden Platten mit 8 cm Durchmesser für die Sprechpuppe und 12,5 cm Durchmesser für das Grammophon; zumindest teilweise kamen dabei wohl in den USA entstandene Matrizen zur Verwendung. Die Pressungen waren in Gummi-, Zelluloid- und Zink-Ausführung erhältlich, wobei nicht bekannt ist, inwieweit Zelluloid und Gummi zu einander in zeitlicher Abfolge standen; die Zinkplatten wurden offenbar gegen Aufpreis verkauft. Diese ersten Serienschallplatten der Welt waren von so minderwertiger Klangqualität, dass Zettel mit dem vollständigen Text der jeweiligen Aufnahme auf die Plattenrückseite geklebt wurden, damit der Käufer den Inhalt der Platte nachvollziehen konnte. Insgesamt wurden 1889-90 in Deutschland etwa 25.000 Platten gepresst, von denen heute weltweit nur noch sehr wenige Exemplare bekannt sind. Die einzige erhaltene Berliner-Sprechpuppe befindet sich im Puppenmuseum der Stadt Waltershausen. Kurzzeitig wurden die deutschen Berliner-Produkte auch nach England exportiert; das Geschäft mit dem unausgereiften System erwies sich aber als wenig lukrativ, weshalb Berliner 1891 die Fertigung einstellen ließ und in die USA zurückkehrte. Am 23. April 1889 gründete er die American Gramophone Co., die die Verwertung seiner Erfindung übernehmen sollte, aber nach kurzer Zeit zusammenbrach. Die folgenden zwei Jahre verbrachte Berliner damit, das Grammophon technisch zu verbessern; er ließ von einem New Yorker Uhrmacher einen Federantrieb entwickeln, der sich allerdings als nicht praxistauglich erwies, und engagierte einen Techniker namens Edward L. Wilson, der für ihn ein Grammophon mit Münzmechanik konstruierte. Erst im April 1893 wagte Berliner zusammen mit den Brüdern Fred und Will Geisberg, die zuvor schon bei der Columbia Graphophone Company tätig gewesen waren, eine neue Firmengründung: es entstand die United States Gramophone Company mit Sitz in Washington (1205 G Street NW), die die Erfindung kommerziell verwerten sollte und an die er seine Patente abtreten musste. Die Firma produzierte einige wenige Grammophone und Schallplatten aus Vulcanite beziehungsweise Hartgummi, geriet allerdings bald in finanzielle Schwierigkeiten. 1895 gelang es Berliner, eine Gruppe von Investoren aus Philadelphia für seine Erfindung zu begeistern; es kam zur Gründung der Berliner Gramophone Company, deren Anteile allerdings nur zum kleineren Teil Berliner selbst gehörten; die United States Gramophone Co. bestand allerdings parallel dazu als Inhaberin der Patente weiter. Das neue Unternehmen eröffnete in Baltimore (109 North Charles Street) eine Fabrik nebst show room und begann mit der Fertigung von Geräten und Tonträgern. Der Durchmesser der Platten wurde 1894 auf 10 Zoll = 25.4 cm festgelegt; bis zum Herbst 1894 verließen etwa 1000 Grammophone und 25.000 Platten die Fabrik. Berliner veröffentlichte die erste gedruckte Bestellliste der verfügbaren Aufnahmen; das Unternehmen bot neben den handbetriebenen Grammophonen auch zwei Luxusmodelle mit Elektromotoren an. 1895 änderte man den Plattendurchmesser auf 17.5 cm; im gleichen Jahr erhielt Berliner nach langen juristischen Auseinandersetzungen jenes US-Patent für sein Horizontalschrift-Aufnahmeverfahren, dessen Existenz später die jahrzehntelange monopolartige Position der Firma Victor auf dem nordamerikanischen Plattenmarkt begründen sollte. Die Umsätze der Firma waren zunächst bescheiden, da die potentiellen Kunden in Berliners primitivem, handkurbelbetriebenem Grammophon noch immer eher ein Kinderspielzeug als ein ernstzunehmendes Unterhaltungsgerät sahen. Angeregt durch entsprechende Entwicklungen auf dem Phonographen-Sektor beschäftigte sich Berliner erneut mit dem Gedanken, seine Geräte mit Federmotoren auszustatten. Er beauftragte den Mechaniker Eldridge R. Johnson aus Camden City, mit der Entwicklung und Serienfertigung eines passenden Federwerks, dessen Markteinführung 1896 erfolgte und dem Produkt tatsächlich zu einer enormen Umsatzsteigerung verhalf. Im Oktober 1896 gab Berliner die Verwendung von Hartgummi als Plattenmaterial auf und ersetzte die Substanz durch eine von der Duranoid Co., Newark, New Jersey, hergestellte Pressmasse, die im wesentlichen aus Schellack bestand und deren Einführung Klangqualität und Haltbarkeit der Platten enorm verbesserte – die Schellackplatte war geboren. Im gleichen Jahr engagierte Berliner den Werbefachmann Frank Seaman, dessen Aufgabe es sein sollte, den Vertrieb der Berliner-Produkte zu übernehmen. Seaman gründete unter dem Namen National Gramophone Company ein eigenes Unternehmen und schloss mit der Berliner Gramophone Company einen auf fünfzehn Jahre Laufzeit ausgelegten Vertrag, der ihm die Exklusivrechte am Vertrieb aller Berliner-Erzeugnisse sicherte. Seamans brillante Werbekampagnen machten das Grammophon binnen kürzester Zeit weltweit bekannt und ließen die Verkaufszahlen der Platten und Geräte förmlich explodieren – im Geschäftsjahr 1898 konnte Berliner bereits 713.753 Schellackplatten absetzen. Berliners Erfindung lag nun in den Händen dreier von einander unabhängiger Firmen: die United States Gramophone Company hielt noch immer die Patente, die Berliner Gramophone Company produzierte Platten und Abspielgeräte; die National Gramophone Company kontrollierte die Vermarktung. Berliner expandierte durch Gründung ausländischer Tochtergesellschaften, als deren wichtigste im Jahre 1898 die britische Gramophone Company entstand; diese gründete ihrerseits als Tochter-Tochterunternehmen die Deutsche Grammophon-Gesellschaft mit Sitz in Hannover, geleitet erneut von Berliners Bruder Joseph. Das zunächst sehr erfolgreiche unternehmerische Konzept sollte sich für Berliner bald als fatal erweisen, denn Seaman, der als wenig vertrauenswürdiger Charakter galt, war angesichts der enormen Gewinne, die in Berliners Kassen flossen, mit seinem langfristigen Vertrag unzufrieden. Er begann 1898 heimlich mit der Herstellung seiner Zonophone, die technisch lediglich Plagiate der Berliner-Geräte darstellten. Seaman bot Berliner an, er möge künftig die Zonophone kaufen und unter seinem Namen vertreiben lassen. Berliner lehnte dies empört ab, zumal er den Vertrag mit Johnson nicht gefährden wollte und Seaman allgemein misstraute; überdies waren die Zonophone von schlechterer Qualität als die bisherigen Berliner-Erzeugnisse. Seaman wertete die Ablehnung Berliners als Aufhebung seines Vertrags, benannte seine Firma in United Talking Machine Company (UTMC) um und begann auf eigene Rechnung Platten und Zonophone zu fertigen. Berliner verklagte Seaman wegen Vertragsbruchs; Seaman nahm daraufhin vertrauliche Verhandlungen mit dem Walzenhersteller Columbia auf, der die Patente an den Erfindungen von Bell und Tainter hielt. 1899 erhob Columbia auf Seamans Betreiben Klage gegen Berliner mit der Begründung, die Berliner-Patente von 1887 seien unter Verletzung älterer Bell&Tainter-Patente erteilt worden und damit nichtig. Die komplizierten juristischen Auseinandersetzungen, in die auch Eldridge Johnson verwickelt war und in denen der von Columbia engagierte Star-Anwalt Philipp Mauro eine entscheidende Rolle spielte, endeten für Seaman erfolgreich, was dazu führte, dass Berliner ab dem 25. Juni 1900 die Verwendung des Namens Gramophone in den USA verboten war und er auch sonst für sein amerikanisches Unternehmen keine Zukunft mehr sah. Er löste seine Firmen auf, verkaufte alle seine US-amerikanischen Patente an Eldridge Johnson, mit dem er sich wieder versöhnt hatte, und übersiedelte nach Montreal. In den folgenden Jahrzehnten leitete er sehr erfolgreich die kanadische Niederlassung seines Imperiums und nahm auch maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der aus seiner britischen Filiale entstandenen Gramophone Company; nebenbei beschäftigte er sich mit aeronautischen Problemen und war an der Entwicklung eines der ersten brauchbaren Hubschrauber beteiligt.

Entstehung der Schallplattenindustrie

Der große kommerzielle Erfolg der Berliner-Schallplatte und der relativ schlechte patentrechtliche Schutz der Erfindung ermunterten ab etwa 1900 vor allem in Europa zahlreiche Unternehmer, die Produktion eigener Schallplatten und Abspielgeräte aufzunehmen. Binnen weniger Jahre entwickelte sich so ein äußerst innovativer, schnelllebiger Industriezweig, als dessen Zentren London, Paris, Hannover, Berlin und Wien galten. Preiswerte Grammophone einfacher Bauart kamen in vielfältigen Formen auf den Markt und ließen die Schallplatte zu einem auch für die Unterschicht erschwinglichen Unterhaltungsmedium werden. Bis 1914 entstanden alleine in Deutschland etwa 500 konkurrierende Schallplattenmarken. Technische Verbesserungen ließen die Klangqualität stetig steigen; allmählich begannen sich auch große Musiker wie Enrico Caruso, Nellie Melba und Hermann Jadlowker für das Medium Schallplatte zu interessieren und verhalfen mit ihren Einspielungen den Plattenkonzernen zu beträchtlichen Gewinnen. Besonders das zunächst eigenständige, später vom Konzern des schwedischen „Schallplattenkönigs“ Carl Lindström übernommene Label Odeon tat sich mit technischen Innovationen hervor und brachte die ersten großformatigen Platten (25, 27 und 30cm Durchmesser) sowie die ersten doppelseitigen Pressungen auf den Markt.

Entwicklung in den 1920er Jahren

Der Erste Weltkrieg ließ die Schallplattenproduktion weltweit stark zurückgehen, was primär durch den vorübergehenden Zusammenbruch des internationalen Handelsnetzes für Rohschellack bedingt war. Nach Kriegsende erholte sich die Schallplattenindustrie zunächst nur langsam; die Wirtschaftskrisen der 20er Jahre und auch die Entstehung der ersten Rundfunksender beeinträchtigten die Plattenabsätze weltweit erheblich. Ins Gegenteil verkehrte sich diese Entwicklung allerdings, als ab 1925 mehrere US-amerikanische, holländische und deutsche Firmen annähernd zeitgleich elektrische Aufnahmeverfahren präsentierten, die die alten akustisch-mechanischen Aufnahmeapparate binnen kurzer Zeit völlig verdrängten, die Kosten der Schallplattenaufnahme dramatisch reduzierten und die Klangqualität enorm verbesserten. Die Einführung der elektrischen Aufnahme ließ in Deutschland erneut eine große Zahl kurzlebiger kleiner Plattenfirmen entstehen, die technisch und musikalisch oft sehr experimentierfreudig waren. Das 1928 von dem Erfinderkollektiv Tri Ergon entwickelte Lichttonverfahren erlaubte erstmals das Schneiden und Nachbearbeiten von Aufnahmen. Erste elektrische Plattenspieler kamen auf den Markt; die Musikbegeisterung der späten 20er Jahre garantierte den Schallplattenkonzernen ausgezeichnete Umsätze.

Die 1930er Jahre

Das Jahr 1933 brachte für die deutsche Schallplattenindustrie dramatische Veränderungen: zahlreiche bis dahin in jüdischem Besitz gewesene Unternehmen wurden in den ersten Jahren der NS-Diktatur enteignet und aufgelöst; gegen viele prominente Plattenkünstler, wie z. B. die Comedian Harmonists, ergingen aus „rassischen“ und politischen Gründen Berufsverbote; die Einfuhr ausländischer Platten nach Deutschland war kaum mehr möglich. Bis 1939 reduzierte sich die Zahl der auf dem deutschen Markt präsenten Schallplattenmarken daher beträchtlich. Während des Zweiten Weltkriegs sollte nach dem Willen des NS-Regimes die Schallplattenproduktion durch ein groß angelegtes Altplatten-Verwertungssystem sichergestellt werden; tatsächlich brach ab etwa 1943 die deutsche Schallplattenproduktion trotzdem weitgehend zusammen. Nur für den Bedarf von Rundfunk und Kinos wurde bis zum Kriegsende weiterproduziert.

Nach dem 2. Weltkrieg

Nach 1945 nahmen die Schallplattenfabriken, soweit unzerstört geblieben, ihre Arbeit recht bald wieder auf, wobei zunächst die Schellack-Technik beibehalten wurde. Im Westen Deutschlands entstanden viele neue Plattenmarken, die besonders den neu entstandenen Bedarf nach US-amerikanisch geprägtem Swing und Jazz zu decken versuchten. In der sowjetischen Besatzungszone wurde die Schallplattenfabrikation dagegen als einer der ersten Industriezweige komplett verstaatlicht; es verblieb als einziger Schallplattenhersteller der VEB Lied der Zeit, später VEB Deutsche Schallplatten, mit den „Einheitslabels“ Amiga, Eterna, Litera, Schola und Aurora. In der Bundesrepublik und den meisten anderen westlichen Ländern wurde die Fertigung von Schellackplatten um das Jahr 1958 aufgegeben. Die DDR vollzog diesen Schritt im Jahre 1960.

Technische Fortschritte nach der Schellack-Ära

Vinyl - Single - LP

Bereits in den Anfängen der Schallplattenherstellung hatte es - etwa in Großbritannien durch Nicole Records - erfolglose Versuche gegeben, das teure Naturprodukt Schellack durch preiswertere synthetische Kunststoffe zu ersetzen. Der Durchbruch auf diesem Gebiet gelang 1948 mit der Herstellung der ersten Schallplatten aus Polyvinylchlorid (PVC). Hiermit wurde nochmals eine deutliche Steigerung der Tonqualität als auch der Spieldauer möglich. PVC-Schallplatten können bei 33 1/3 Umdrehungen pro Minute (5/9 s-1) bis zu 45 Minuten Musik und Ton pro Seite speichern.

Stereo

Später wurde durch die Einführung der Stereo-Schallplatte eine weitere Steigerung der Hörqualität erzielt. Die Stereodekodierung erforderte ein spezielles Stereoabtastsystem: Statt bei der Wiedergabe nur die reine Seitwärtsbewegung des Tonabnehmers auszuwerten wurde Tiefen- und Seitwärtsbewegung zur Gewinnung des Tonsignals herangezogen. Hier konkurrierten kurze Zeit das sogenannte „+“- und das sogenannte „x“-System miteinander. Das „+“-System setzte weiterhin die Seitwärtsbewegung direkt in das Tonsignal eines Kanals, die Tiefenbewegung in die des anderen Kanals um - die Tonabnehmerbewegungen für ein Tonsignal nur für den linken, dann nur für den rechten Kanal beschrieben also ein „+“. Das „x“-System, das sich später durchsetzte, setzte dagegen die Tonsignale beider Kanäle in um ±45° gegen die Senkrechte geneigte Schwingungen um und war so vollkompatibel zur Monoaufzeichnung. Solche Mono- und Stereoschallplatten wurden Langspielplatten (LP = Longplay) oder Album genannt. Die Abtastnadeln waren jetzt keine Stahlnadeln mehr, sondern spezielle Saphire oder Diamanten. Darüber hinaus gab es die kleinen Singles, die bei 45 Umdrehungen pro Minute (0,75 s-1) abgespielt wurden (wodurch die Tonqualität etwas besser als bei LPs ist) und nur ein Stück pro Seite enthielten, sowie die mit gleicher Geschwindigkeit abgespielten, größeren Maxi-Singles (auch mit EP für Extended Play bezeichnet). Maxi-Singles enthielten typischerweise 2 Stücke pro Seite und hatten den Durchmesser einer Langspielplatte. Als Sonderform sei hier noch die Urform der EP erwähnt, die einen Durchmesser von 25 cm (im Gegensatz zu den 30 cm der LP und 17.5 cm der Single) aufweist und bei ebenfalls 33 1/3 Umdrehungen pro Minute 15 bis 20 Minuten Spielzeit pro Seite bietet.

Totgesagte leben länger - Die Vinylplatte seit den 1980er Jahren

Extended Play Mit der Einführung der digitalen Compact Disc (CD), welche sich in der Fachsprache Audio-CD nennt, gingen 1983 die Verkäufe und Produktionszahlen von Schallplatten rasch zurück. 1990 wurden doppelt so viele CDs verkauft wie LPs. Anfang der 1990er verkündeten die wichtigsten Konzerne der Phonoindustrie gemeinsam den Tod der Schallplatte. Fortan wurde nur noch auf die Audio-CD beziehungsweise später die Audio-DVD und anderer Weiterentwicklungen gesetzt. Dabei hält eine kleine Verbrauchergruppe der Schallplatte nach wie vor die Treue. Hierbei spielen unter anderem nostalgische Aspekte, aber auch individuelle ästhetische und technische Vorteile der Schallplatte gegenüber der CD, eine Rolle. Zahlreiche Musikliebhaber bevorzugen die Schallplatte wegen ihres „lebendigeren“ und „wärmeren“ Klangs. Schallplattenliebhaber erklären diese Vorliebe häufig mit vorgeblichen Unzulänglichkeiten digitaler Aufzeichnung, wie etwa Quantisierungsfehlern. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass analoge Tonaufzeichnung, insbesondere bei mechanischer Abtastung, einige subjektiv als angenehm empfundene Klangverfälschungen mit sich bringen, die von diesen Personen dem verzerrungsärmeren Klang der CD vorgezogen werden. Dazu zählen insbesondere harmonische Verzerrungen, sanfteres Clipping-Verhalten der Schallplatte bei übersteuerten Aufnahmen, geringere Übersprech-Dämpfung analoger Tonaufzeichnung u.a.m. Auch unter den DJs, besonders in den Bereichen House, Techno, Hip Hop, Drum'n'Bass etc., ist die Schallplatte nach wie vor nicht nur aus ästhetischen Gründe beliebt, sondern weil sie sich zum Scratchen und Mixen, einer Technik des Zusammenführens einzelner Tracks (Musikstücke) eignet. Die Schallplatte wird dabei auf einem speziellen Plattenspieler von Hand abwechselnd in und gegen Abspielrichtung bewegt bzw. in die anderen Tracks gemischt. In den letzten Jahren ist die Zahl der verkauften als auch neu veröffentlichten Langspielplatten und Singles, ausgehend von einer niedrigen Bezugs-Anzahl, geringfügig gestiegen. In Europa werden heute jährlich rund 15.000.000 Schallplatten gefertigt. Die Schallplatte ist also noch lange nicht tot.

Sonderformen

; Vertikalschriftplatten : Ab etwa 1900 nutzten verschiedene Hersteller, darunter vor allem der französische Konzern Pathé, das sogenannte Vertikalschriftformat. Die Aufzeichnung erfolgte hier nicht durch seitliche Ausschläge, sondern durch eine Auf-und-ab-Bewegung. Als Tonabnehmer fungierte keine Nadel, die die Tiefenunterschiede der Rille schnell zerstört hätte, sondern eine winzige, beweglich gelagerte Saphirkugel, die sich rollend durch die Rille bewegte. Systeme dieser Art blieben besonders in Frankreich und den USA bis in die 20er Jahre populär. ; Ungewöhnliche Plattendurchmesser : Neben den Standard-Plattenformaten mit 25 cm und 30 cm Durchmesser gab es in der Schellack-Ära eine Vielzahl anderer kommerziell verwendeter Plattendurchmesser. Die kleinsten Serienplatten der Schellack-Ära waren, sieht man von Werbe- und Spielzeugplatten ab, die amerikanischen Durium Junior-Pressungen aus dem Jahre 1930 mit einem Durchmesser von 10,2 cm. Als die größten Serienplatten gelten die gewaltigen Pathé Concert-Pressungen aus der Zeit vor 1914, die einen Durchmesser von 50 cm aufwiesen. ; Ungewöhnliche Materialien : Im Verlauf der ersten siebzig Jahre der Schallplattenherstellung gab es immer wieder Versuche, den teuren, schwer zu beschaffenden Rohstoff Schellack durch andere, billigere Materialien zu ersetzen. Die britische Firma Nicole Records präsentierte kurz nach 1900 Schallplatten aus einem mit Zelluloid beschichteten Fasermaterial. Wenig später erschienen bei Zonophone in Berlin die ersten „klingenden Postkarten“ mit aufgeklebten Schallfolien aus Zelluloid. Die Stahlnadeln der Grammophone zerstörten diese Tonträger allerdings sehr schnell, weil dem verwendeten Zelluloid die nötige Abriebfestigkeit fehlte. Der britische Neophone-Konzern fertigte um 1906 vorübergehend Platten aus Pappe, die mit einem wachsartigen Trägermaterial überzogen waren und gewisse Probleme in Sachen Hitzebeständigkeit aufwiesen. In den 20er Jahren produzierte das in Berlin ansässige Unternehmen Metallophon Schallplatten aus lackiertem Stahlblech - die Vorzüge dieses Konzepts waren eher begrenzt, die Umsätze offenbar auch. Vor allem in der Studiotechnik wurden in den 40er Jahren Schallplatten aus beschichtetem Glas eingesetzt. Das kurioseste jemals zur Plattenherstellung verwendete Material dürfte allerdings Schokolade gewesen sein - um 1910 präsentierte der Süßwarenhersteller Stollwerck seine Schallplatten, die tatsächlich aus Schokolade gepresst waren, bekannte Kinderlieder enthielten und nach dem - nur wenige Male möglichen - Abspielen aufgegessen werden konnten. ; Ungewöhnliche Formen und Farben : Vor allem im Bereich der Rockmusik, dem Rap, und der elektronischen Musik werden Schallplatten angefertigt, die sich durch ihr Aussehen von der Standardplatte abheben. So sind z.B. die sog. picture disc recht verbreitet, bei denen transparentes Material um ein gedrucktes Bild herum gepresst wird. Ebenfalls gebräuchlich ist gefärbtes und/oder transparentes PVC. Diese Platten erscheinen oft in einer limitierten Auflage und haben einen hohen Sammlerwert. Eine weitere Variante sind die sog. shape vinyls. Anders als gewöhnliche Schallplatten sind diese nicht rund, sondern können die ausgefallensten Formen haben. ; Frühe Langspielformate : Die ersten Versuche mit Mikrorillen-Formaten, die eine längere Spieldauer der Schallplatte ermöglichen sollten, unternahm der britische Tontechnik-Pionier Michaelis bereits im Jahre 1906. Sein Unternehmen Neophone produzierte 25cm-Platten mit einer Laufzeit von etwa 12 Minuten. 1929 präsentierte Thomas Alva Edison als eine seiner letzten Erfindungen eine Langspielplatte mit extremer Mikrorille (siehe Diamond Disc), die bei 80 U/min und 24cm Durchmesser eine Laufzeit von mehr als zwanzig Minuten pro Seite (!) aufwies. Die Platte konnte nur mit einem speziellen Diamant-Abnehmer wiedergegeben werden und war einen halben Zentimeter dick, um jegliche Flexibilität zu beseitigen. Die Empfindlichkeit der Mikrorillen, deren Wände schon durch normales Berühren der Platte beschädigt werden konnten, verhinderte jeden kommerziellen Erfolg des Systems, das nur einige Monate lang auf dem Markt blieb. Flexibilität ; Platten mit atypischen Mittellöchern : Ein besonders in den USA vor 1914 verbreitetes Phänomen waren Schallplatten mit besonders großen Mittellöchern. Plattenhersteller wie Aretino und Busy Bee versuchten auf diesem Gebiet eigene Standards zu setzen; Hintergrund waren keine technischen Überlegungen, sondern bloße Vermarktungsstrategien. Ungewöhnlich kleine Mittellöcher, die aus einer vom westlichen Standard abweichenden Industrienorm resultierten, waren dagegen ein Merkmal sowjetischer Schallplatten aus den 20er und 30er Jahren. ; Platten mit konstanter Lineargeschwindigkeit : Der Weg, den die Nadel beim Abspielvorgang auf der Platte zurücklegt, wird durch den spiralförmigen Verlauf der Schallrille von Umdrehung zu Umdrehung kleiner. Da bei konventionellen Platten die Drehzahl des Plattentellers stets konstant bleibt, sinkt die Geschwindigkeit der Nadel relativ zur Plattenoberfläche vom äußeren Rand der Platte bis zum inneren kontinuierlich ab. Diese Veränderung ist unter bestimmten Umständen akustisch wahrnehmbar. Um das Phänomen zu beseitigen, wurde seit den 20er Jahren mit Platten experimentiert, die durch permanente Anpassung der Drehzahl eine konstante Lineargeschwindigkeit aufwiesen. Jedoch musste jedes Abspielgerät mit einer speziellen Vorrichtung ausgerüstet und justiert werden. Eine dieser Vorrichtungen war in den USA der so genannte World Disc Record Controller. Durchgesetzt haben sich solche Systeme nie. ; Schallplatten als digitale Datenträger : Ähnlich wie auf Magnetbandkassette (Datasette) können digitale Computerdaten theoretisch auch auf Schallplatten aufgezeichnet werden. De facto wurde diese Möglichkeit nur selten genutzt; die einzige in größerer Stückzahl produzierte Datenschallplatte war eine Pressung des DDR-Jugendradios DT64, die Software für den Kleincomputer HC900 enthielt. Auch die deutsche Band Welle:Erdball hat auf ihre erste Vinyl-Veröffentlichung Horizonterweiterungen aus dem Jahr 2005 ein Programm für den Heimcomputer Commodore 64 gepresst. Dieses Programm kann über eine Datasette auf dem C64 ausgeführt werden. ; Dubplates : Dubplates sind spezielle als Einzelstück gefertigte Schallplatten. Sie werden von DJs verwendet insbesondere um neue Musikstücke beim Publikum zu testen. Dubplates bestehen aus einer mit Azetat beschichteten Aluminiumplatte. Sie werden nicht mittels einer Matrize gepresst sondern direkt geschnitten. Das Azetat ist relativ weich, so dass eine Dubplate sich nur wenige Male abspielen lässt. ; Final Scratch : Mit Final Scratch kann man digitale Audiodateien (zum Beispiel MP3s) mit Hilfe spezieller Vinyl-Matrizen abspielen. Dazu wird die relative Bewegung der Nadel in der Rille einer speziellen Platte von einer Software registrie