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Auferstehung
Auferstehung ist eine religiöse Vorstellung. Danach handelt es sich um die Wiedervereinigung der zuvor durch den Tod vom Leib getrennten Seele mit ihrem nunmehr wiederhergestellten und nicht mehr verweslichen Leib. Es handelt sich also nicht einfach um eine Rückkehr in das alte, durch den Tod beendete Leben. Diese Vorstellung ist überwiegend vom christlichen Glauben geprägt.
Auferstehungsbegriff des Kynismus
Der Kynismus geht auf den griechischen Philosophen Diogenes zurück (3. Jahrhundert vor Christus). Die Kyniker verbanden dessen Weltanschauung mit anderen Philosophien wie der Stoa und integrierten auch Elemente der griechischen Mythologie. Sie verehrten zum Beispiel den Halbgott Herakles und praktizierten Mysterienkulte um Tod und Auferstehung.
Auferstehungsbegriff des Zarathustrismus
Die Schöpfungsgeschichte des Zarathustrismus (auch: Zoroastrismus, 1200 v.d.Z.) besagt, das Ahura Mazdā in den ersten 3000 Jahren durch einen langherrschenden Windhauch zuerst den eiförmigen Himmel und daraufhin die Erde und die Pflanzen erschuf. In dem zweiten Zyklus von 3000 Jahren entstanden die Urstiere und danach der Urmensch.
Dann ist der Einbruch des Anramainyu erfolgt, welcher den Urmenschen und den Urstier tötet und eine Periode des Kampfes eröffnet, die ihr Ende erst mit der Geburt des Zarathustra erreicht. Von da an werden wieder 3000 Jahre vergehen, bis der Heiland Saoschjant geboren wird, welcher die bösen Geister vernichten und eine neue, unvergängliche Welt herbeiführen wird; auch die Toten sollen dann auferstehen.
Im Zarathustrismus, nach Zarathustra (630 - 553 v.d.Z.), gelangen die Seelen nach dem Tod an die Činvat-Brücke. Hier wird Gericht über Gute und Böse gehalten. Für den rechtschaffenen Menschen ist die Brücke breit wie ein Pfad, für den anderen schmal wie eine Messerspitze. Die Guten gelangen in die seligen Gefilde des Paradieses Garodemäna (später Garotman), des "Orts der Lobgesänge" (siehe auch: Himmel); die Seele des Bösen aber gelangt an den "schlechtesten Ort", d. h. in die Hölle. Parallelen zur späteren christlichen Lehre vom jüngsten Gericht und zur Eschatologie im Islam sind unverkennbar. Bei näherem Hinschauen erkennt man jedoch auch eindeutige Unterschiede.
Auferstehungsbegriff des Judentums
Der Tod wird im Judentum vor allem als das Ende des Lebens angesehen. Das Entwickeln von Vorstellungen, die das Leben nach dem Tod, das Eingehen in ein Reich der Toten oder die Auferstehung betreffen, haben mindere Bedeutung und sind in der jüdischen Theologie auch nicht systematisch ausgearbeitet.
Das Judentum entwickelte nie eine eindeutige Vorstellung über das Geschehen im Jenseits, nach dem Tode. Es haben sich vielmehr wesentlich zwei Lehrmeinungen herausgebildet, die sich auf eine unbestimmte Menge von Hinweisen im Tanach beziehen.
# Die eine nimmt an, das die reine Seele, unbefleckt durch Geburt, Leben und Tod, wieder rein zu Gott zurückkehrt. Sie geht von der Unsterblichkeit der Seele aus und davon, dass diese nach dem Tod unabhängig vom Körper weiterlebt (Schabbat 152b, Proverbien 12,28).
# Die anderte nimmt die Auferstehung der Toten an, d.h. die Menschen sterben mit Leib und Seele, werden aber in der messianischen Zeit wiederbelebt und leiblich auferstehen (Daniel 12,2; Sanhedrin 10,1).
# Weiterhin gab es eine Vermengung dieser beiden Lehrmeinungen zur folgenden, dass nämlich die Seele den Tod des Menschen überlebe, bis zur messianischen Zeit weiterlebe, sich schließlich mit dem Körper neu vereinige und leibhaftig auferstehe.
Im modernen Judentum spielen der Auferstehungsglaube überwiegend keine Rolle mehr, sondern vielmehr die Unsterblichkeit der Seele, die, da göttlich, nicht befleckt werden könne. Genaueres über die Wesenhaftigkeit der Seele nach dem Tod hat das Judentum nie spezifiziert.
Weblinks
#[http://www.liberale-juden.de/cms/index.php?id=83.html Was kommt nach dem Tod?]
#[http://www.religion-online.info/judentum/themen/tod-bestattung.html Tod und Bestattung]
Auferstehungsbegriff des Christentums
Der Glaube an die leibliche Auferstehung Jesu Christi ist das zentrale und charakterisierende Element des Christentums. Dies wird im Osterfest, dem bedeutendsten Fest der Christenheit, gefeiert. Darüberhinaus gibt es im Christentum die traditionelle Lehrauffassung, dass jeder Mensch am Jüngsten Tag auferstehen wird. In einigen Teilen der Christenheit wird die allgemeine Totenauferstehung am Jüngsten Tag von der besonderen Auferstehung derer unterschieden, "die in Christus entschlafen sind" (zB 1. Korintherbrief15,23f; 1. Thessalonicherbrief 4,13ff). Aus dem Zusammenhang erscheint diese der allgemeinen Auferstehung vorgeordnet zu sein und wird im Neuen Testament auch als Erste Auferstehung (Offenbarung 20,4-6) bezeichnet.
Das mögliche Empfinden, dass der Tod endgültig und eine Bedrohung sei, von der Erbsünde oder Erbschuld überschattet, ist eine existenzielle Beunruhigung für viele christliche Menschen. Es ist eine wichtige Funktion der christlichen Religion, diese Beunruhigung in der Glaubensgemeinschaft ihrer Anhänger zu mildern oder aufzuheben. Den Christen ist dies dank der im Neuen Testament der Bibel bezeugten Auferstehung Jesu Christi keine Jenseitsvertröstung, sondern kraftvolle und lebensspendende (Leben nach dem Tode) Glaubensbotschaft, im Kontrast zur religiösen Lehrmeinung der Erbsündlichkeit aller Menschen.
"(...)Unter allen erhaltenen Auferstehungsberichten stimmen nicht zwei überein.(...)" (aus dem als Standardwerk geltenden Buch:: Campenhausen, H.v.: Die Entstehung der christlichen Bibel, Tübingen 1968.) Dies ist ganz normal, da jedes Evangelium unterschiedliche Aspekte im Leben Jesus hervorhebt. Die Tatsache, dass die Auferstehung des Jesus in allen Evangelien erzählt wird, unterstreicht die Wahrhaftigkeit dieser.
Im Lukasevangelium fährt Jesus gleich nach seiner Auferstehung in den Himmel auf, in der Apostelgeschichte nach 40 Tagen.
Bezüglich der Offenbarung des Johannes des Neuen Testaments der Bibel erfolgt nach dem Tode das persönlichen Gericht zu Himmel, Hölle oder Fegefeuer und am Jüngsten Tag das allgemeine Gericht, an dem alle Menschen einen totaliter-aliter erneuerten Leib erhalten.
Es gibt im Christentum jedoch auch die Auffassung, dass dieses Gericht für alle Menschen stellvertretend von Jesus am Kreuz, als blutiges Menschenopfer, in Analogie zum Lammopfer des Pessach-Festes des Judentums zu Ostern (Jesus ist Lamm Gottes, siehe Agnus Dei), durch die römische Besatzungsmacht vollzogen worden ist.
In modernen Strömungen der Theologie gibt es die Sprechweise vom "Selbstgericht", d.h. nicht Gott verurteilt gegen den Willen des Menschen, sondern in der Schau Gottes vollzieht der Mensch sein Ja oder Nein zu Gott endgültig - eine Entscheidung, die er bereits auf Erden vorläufig getroffen hat.
Problematisch ist hier, dass die Willensfreiheit, die besonders aufgrund der Fragen der Theodizee vom Christentum betont wird, Gott schuf den Menschen mit freiem Willen nach seinem Vorbild, durch das Dogma der Erbsünde geschwächt wird. Kurz gesagt bleibt den Menschen nur das Vertrauen zu Jesus als den Messias/Erlöser und an dessen Auferstehung, so dass sie nach dem Tode als Auferstandene wie er weiterleben werden. Die frohe Botschaft ist eine hoffnungsvolle und die konsequente Mission des Christentums empfehlende (siehe Geschichte Südamerikas oder Polynesische Mission).
Manche Menschen halten heute die körperlich-leibliche Auferstehung, da sie allen bisherigen Erfahrungen der Menschen widerspricht, für einen geschichtlichen Mythos und nicht für das Zentrum ihres Glaubens. Aufgrund deutlicher biblischer Worte (vor allem 1 Korinther 15), der frühen Glaubensbekenntnisse und (für die protestantischen Kirchen) der Bekenntnisschriften der Reformationszeit kommen allerdings alle christlichen Konfessionen um eine Diskussion dieses Bekenntnisses nicht herum. Insbesondere in der Theologie der Befreiung wird der real-utopische Gehalt dieser Tradition betont: die Transzendentalität liegt innerhalb dieses Lebens. Begründet wurde diese vom Judentum abweichende Lehre u.a. von dem jüdischen Pharisäer Paulus.
Auferstehungsbegriff des Islam
Die Auferstehung gehört zu den vier Hauptthemen im Koran: ca. ein Drittel des Korans handelt von der Auferstehung. Sie ist somit ein essentieller Bestandteil des islamischen Glaubens. Zunächst, zum besseren Verständnis, ein paar Worte zu der Station "Tod", welcher ins Jenseits führt:
Tod
Der Tod ist im Islam gleichgestellt mit dem Leben sogar bedeutender und wahrhafter. Denn er ist nicht das Ende, sondern der Anfang. Der Tod ist eine Befreiung von den Aufgaben dieses Lebens, es ist ein Wechsel von der vergänglichen Welt in eine Beständige. Der Mensch wird von all den Anstrengungen des diesseitigen Lebens entlastet. Hinter der beängstigenden, schmerzenden Fassade des Todes verstecken sich viele Frohe Botschaften. Hierzu ein Zitat von Said Nursi: "Der Tod ist keine Hinrichtung, er ist nicht das Nichts und auch kein Aufhören oder Verenden und kein Erlöschen. Er ist keine ewige Trennung, kein Nichtsein und weder Zufall noch ein Verschwinden ohne ein handelndes Subjekt. Der Tod ist vielmehr eine Entlassung von seiten eines Tätigen-Barmherzig-Weisen und ein Ortswechsel. Er ist eine Reise in die ewige Glückseligkeit und zur ursprünglichen Heimat und auch ein Tor des Zusammenkommens mit neunundneunzig Prozent aller Freunde."
Nach der Islamischen Lehre ist die Seele unsterblich. Das heißt, beim Tod stirbt nur der Körper, was nichts weiter als das Verlassen eines altgewordenen Nestes bedeutet. Nun tritt die Seele des Menschen in die Zwischenwelt (Berzah) ein. Das Trennen von Körper und Seele ist die Aufgabe des Erzengels Azrail. Der Mensch wird in der Zwischenwelt entsprechend seinen Wohltaten bzw. Freveln empfangen und verweilt in einem ihm würdigen Zustand bis zum Jüngsten Tag.
Zitate aus dem Koran
- "Schau dann auf die Zeichen der Gnade Gottes - wie Er die Erde nach ihrem Absterben wiederbelebt - wahrhaftig, Er ist es, Der die Toten belebt und Macht hat über alle Dinge." (Sure 30, 50)
- "Er führt Uns ein Gleichnis an und vergißt, daß er erschaffen ist. Er sagt: "Wer macht diese Gebeine wieder lebendig, wenn sie auseinander gefallen sind?" "Sprich: Wieder lebendig macht sie der, der sie das erste Mal hat entstehen lassen. Und Er weiß über alle Geschöpfe Bescheid." (Sure 36, 78-79)
- Und bringe frohe Botschaft denen, die glauben und gute Werke tun, dass Gärten für sie sind, durch die Ströme fließen. Wann immer ihnen von den Früchten daraus gegeben wird, werden sie sprechen: "Das ist, was uns zuvor gegeben wurde", und (Gaben) gleicher Art sollen ihnen gebracht werden. Und sie werden darin Gefährten und Gefährtinnen haben von vollkommener Reinheit, und darin werden sie weilen. (Sure 2, 25)
Zitate von Mohammed (ASM)
- Das Diesseits ist der Acker für das Jenseits. (el-Aclûnî, Keşfü'l-Hafâ: 1320)
- Du wirst (im Jenseits) mit denjenigen sein, die du liebst. (Sahih Muslim: 4775)
- Wenn jemand stirbt und das Paradies erlangt, jung oder alt, in welchem Alter er auch immer sein mag, wird er in das Paradies im Alter von 30 Jahren eintreten. Sein Alter wird sich bis in alle Ewigkeit nicht ändern. Das Gleiche gilt für diejenigen, welche in die Hölle kommen. (Tirmizi, Kütüb-i Sitte-14, s. 450/5)
Weltliches Leben - Glaube an die Auferstehung
Der Glaube an das Jenseits ist nach islamischer Auffasung das Fundament des sozialen sowie des individuellen Lebens. Der Islam vertritt die Meinung das er die Grundlage zur Glückseligkeit und zur Vervollkommnung des Menschen ist. Hierzu ein paar Beispiele:
# Kinder können nur im Gedanken an das Paradies den Tod und die Trennung ertragen, welche ihnen Angst und Schrecken einjagt. Nur so können sie in ihrer Empfindsamkeit und vergleichsweisen Schwäche die geistige Kraft für ihr Dasein aufbringen und bei ihrer so wenig widerstandsfähigen Gemütsverfassung, in der sie doch so leicht zum Weinen neigen, mit der Hoffnung auf das Paradies in Freude leben. Beispielsweise sagt ein Kind im Gedanken an das Paradies: "Mein kleiner Bruder oder Freund ist gestorben. Er ist jetzt ein Vogel im Paradies geworden. Er fliegt im Paradies umher und lebt jetzt noch schöner als wir." Wäre es nicht so, fielen diesen hilflosen, schwachen und ängstlichen Kindern die Toten ins Auge, Große und auch Kleine in ihrem Alter, die immer und überall rings um sie gestorben sind, vernichteten ganz und gar die Kraft ihres Widerstandes und die Stärke ihrer Seele, brächten nicht nur ihre Augen, nein, Herz, Sinn und Verstand, ihr ganzes Gemüt zum Weinen.
# Alte Leute können das Herannahen des Grabes nur mittels der Vorstellung vom Leben im Jenseits aushalten. Nur dadurch können sie für die anrückende Auslöschung des irdischen Lebens etwas Trost finden. Nur durch die Hoffnung auf das ewige Leben können sie der schmerzhaften und schrecklichen Verzweiflung entgegentreten, die aus der Erwartung des Todes und der Trennung kommt, trotz der Verletzlichkeit ihrer Psychen und Seelen, die der der Kinder ähnelt. Sonst würden all diese verehrten Alten, die Mitleid, Ruhe und herzliche Behaglichkeit verdienen, all diese besorgten Mütter und Väter, die Seelen- und Herzensruhe dringend brauchen, solche Bekümmertheit des Gemüts und solche Unruhe des Herzens erfahren, daß die Welt ihnen wie ein finsterer Kerker erschiene und das Leben als hartherziger Schlächter.
# Der universale Mittelpunkt der Menschheit in ihrem weltlichen Leben, ihre grundlegendste Ressource, ihr Paradies, ihre Zuflucht und ihre Festung des weltlichen Glücks ist das Familienleben. Für Jedermann ist sein Zuhause wie eine kleine Welt. Leben und Glück seines Heimes und seines Familienlebens hängen ab vom ernsten, aufrichtigen und ehrerbietigen Respekt, von wahrer, selbstaufopfernder und barmherziger Fürsorge. Diese hängt umgekehrt ab von ewiger Freundschaft, von immerbleibender Kameradschaft, von unsterblicher Verbundenheit und vom Gedanken an die Existenz väterlicher, kindlicher, brüderlicher und freundschaftlicher Beziehungen, die für eine unbegrenzte Periode und ein immerwährendes Leben existieren können. So sagt ein Mensch zum Beispiel: »Diese meine Frau wird in einer ewigen Welt, einem ewigen Leben meine immerwährende Gefährtin sein. Wenn sie nun alt und nicht mehr so schön wie früher ist, macht das nichts, denn sie hat eine ewige Schönheit, die sich in der Zukunft zeigen wird, und wegen solch einer ewigen Kameradschaft opfere ich mich nun und zeige ihr Mitgefühl." So wird er sein betagtes Eheweib mit so viel Liebe, Leidenschaft und Fürsorge behandeln, als wäre sie eine wunderschöne Paradiesfrau. Andernfalls wäre ein Zusammensein, das nach ein paar Stunden kurzer Freundschaft in ewiger Trennung und in ewigem Abschied endete, ohne Zweifel oberflächlich, kurzzeitig.
Weiterführende Literatur
- Koran, (Wie in der Einführung erwähnt, ein Drittel des Korans handelt von der Auferstehung und dem Jenseits)
- Hadith - Überlieferungen des Prophten Mohammed (ASM), (In fast allen Hadithbüchern gibt es ein Kapitel über die Auferstehung)
- "Abhandlung über die Auferstehung" - 10. Wort, "Über das Paradies" - 28. Wort aus dem Band Worte von Said Nursi
- "Tod Auferstehung Hölle" von Harun Yahya
- "Die kostbare Perle im Wissen des Jenseits" von Abû Hâmîd Al Ghazâlî
Siehe auch
- Ganztodtheorie
- Mumifizierung
- Reinkarnation
Literatur
- Frans Hinkelamert, Das Reich des Lebens und das Reich des Todes: Leben und Tod in der christlichen Botschaft. In: ders.: Die ideologischen Waffen des Todes. zur Metaphysik des Kapitalismus. Münster: Exodus (1985), S. 163 ff
- W. Gunther Plaut (Hrsg.); "Die Tora. In jüdischer Auslegung.", Band 1, Genesis; Gütersloh, 1999
- Robert James Lees (Hrsg.); "Drei Eichen Verlag. Reise in die Unsterblichkeit." Band 1, Band2-3
Das Elysische Leben,Vor dem Himmelstor erschienen 1962
Weblinks
- [http://www.theologie-systematisch.de/christologie/12auferweckung.htm Aktuelle Literatur zur Auferstehung Jesu Christi]
- [http://www.ekiba.de/l_glauben.htm#8 Tod und Auferstehung allgemein - Leben nach dem Tod]
- [http://www.grabtuchvonturin.de Das Grabtuch von Turin: Eine andere Annäherung zum Thema]
Kategorie:Religion
((Robert James Lees ))
Tod
Der Tod ist der unumkehrbare Verlust der für ein Lebewesen typischen und wesentlichen Lebensfunktionen (siehe Leben).
Die Schwierigkeit einer Definition
Die Schwierigkeit einer für alle Lebewesen gültigen Definition lässt sich durch die Beispiele Tod von Einzellern und Tod von Säugetieren erahnen. Im ersteren Fall ist der Tod entweder durch den unumkehrbaren Verlust der Zellintegrität (Lyse) oder den unumkehrbaren Verlust der Zellteilungsfähigkeit (z. B. durch Zerstörung des Genoms) definiert, im zweiteren Fall durch die unumkehrbare Desintegration lebensnotwendiger Organe wie des Herzkreislaufsystems und des zentralen Nervensystems (Gehirn). Das Sterben ist ein Prozess, und das Eintreten des Todes lässt sich selten exakt einem Zeitpunkt zuordnen. Der Tod ist der Zustand eines Organismus nach der Beendigung des Lebens und nicht zu verwechseln mit dem Sterben und Nahtoderfahrungen, die ein Teil des Lebens sind.
Der Tod als biologischer Mechanismus
Die biologische Begründung für den natürlichen Tod – und auch schon der Alterung – wird von Wissenschaftlern im Mechanismus der Evolution vermutet: Hat ein Lebewesen sein Erbgut erfolgreich weitergegeben (sind die Nachkommen selbständig), dann existiert das Erbgut in den Nachkommen fort. Ereignisse, die sich nach der erfolgreichen Weitergabe des Erbguts einstellen, haben keine direkte Wirkung auf die Veränderung, also weder eine fördernde noch eine hemmende Wirkung. Folglich können sich im Erbgut Faktoren ansammeln, die das weitere Leben nach der erfolgreichen Erbgutweitergabe bestimmen, ohne dass sie dem Selektionsdruck ausgesetzt sind. Dazu zählen auch Erbkrankheiten, die erst im fortgeschrittenen Alter ausbrechen, wie z. B. die Nervenkrankheit Chorea Huntington. Dieser „genetische Müll“ verursache, so die Theorie, den Alterstod. Dass der Alterstod nicht zwangsläufig sein muss, zeigen Experimente mit bestimmten Seegurken-Arten: Diese konnten über Jahrzehnte am Leben erhalten werden, ohne dass Alterungserscheinungen auftraten. Voraussetzung für die völlige Aussetzung der Selektion ist, dass es ein Alter gibt, ab dem eine Fortpflanzung nicht mehr möglich ist. Bei Lebewesen, die sich durch Knospung vermehren, ist dies oft nicht gegeben. Diese sollten also nach dieser Theorie potentiell unsterblich sein.
Zwei Faktoren können jedoch auch nach der Erbgutweitergabe einen Selektionsdruck auf Gene bewirken, die sich auf den Todeszeitpunkt auswirken: Bei vielen Lebewesen ist es Aufgabe der Eltern, ihre Nachkommen großzuziehen, und ein Tod der Eltern während dieser Zeit verhindert das Fortbestehen des Erbgutes. Andererseits führt ein zu langes Weiterleben nach der Fortpflanzung zu höherem Druck für die Nachkommen wegen Platz- und Ressourcenmangel. Weiterhin führt zu langsamer Generationswechsel zur zu langsamen Anpassung an veränderte Umweltbedingungen und dient nicht der Arterhaltung. In dieser Hinsicht ist der Tod also nützlich und notwendig (für die Art).
Todesursachen
Im engeren Sinne unterscheidet man beim Eintritt des Todes einerseits konkret fassbare Ursachen, andererseits werden aus den jeweiligen Umständen des Todes einer Person abgeleitete, psychogene Faktoren diskutiert, die als Ursache des Todes in Erscheinung treten sollen.
Zu den natürlichen Todesursachen zählen Krankheiten und das Versagen von Körperfunktionen, zu den nichtnatürlichen Todesursachen rechnet man u.a. Unfälle, Verbrechen, Krieg, Vergiftungen oder Suizide.
Todesursachen in Deutschland
Der Begriff des psychogenen Todes beschreibt Vermutungen, wie der Tod aus der „Tätigkeit der Psyche heraus“ eintreten könnte. Der psychogene Tod soll etwa in Zusammenhang mit Voodoo als Folge von Verzauberung, Verfluchung, Suggestion, Prophezeihung, schwarzer Magie oder Beten beobachtet worden sein. Man geht auch bei Todesfällen nach Brechen von abergläubischen und religiösen Tabus oder bei Verzweiflung, Hilf- und Hoffnungslosigkeit oder Heimweh im Rahmen des „Heimweh-Tods“ von psychogenen Ursachen beim Todeseintritt aus. Es soll daneben einen sogenannten Seelentod geben, dessen pathophysiologische Mechanismen ebenfalls unklar sind.
Der Übergang vom Leben zum Tod
Sterbephase
Elisabeth Kübler-Ross erkannte, dass der Sterbeprozess unheilbar Kranker in unserer modernen Kultur meist in fünf Phasen abläuft. In der Regel durchlaufen die Betroffenen die Zustände
- Nichtwahrhabenwollen und Isolierung
- Zorn
- Verhandeln
- Depression
- Zustimmung
Diese Gemütszustände sind Verteidigungsmechanismen im psychiatrischen Sinne und dienen der Bewältigung der Extremsituation, in der sich die Sterbenden befinden. Sie müssen nicht zwingend alle und in dieser Reihenfolge auftreten, auch können sie gleichzeitig vorkommen und individuell sehr verschieden lang andauern.
Mit dem Tod und aller todbezogenen Gedanken, Gefühle, Verhaltensweisen und Phänomene beschäftigt sich besonders die Thanatologie.
Siehe auch: Ars moriendi
Die genaue Grenze zwischen Leben und Tod ist schwer zu definieren. Je weiter man von der Grenze entfernt ist, desto klarer ist der Unterschied zwischen Leben und Tod, je näher man an der Grenze ist, desto unschärfer wird sie: So können Lebewesen, die bereits einen Herzstillstand haben, manchmal erfolgreich wiederbelebt werden.
Ebenfalls können einzelne Zellen und Gewebe während des so genannten intermediären Lebens noch viele Stunden nach eingetretenem Hirntod auf äußere Einflüsse reagieren. Als unsichere Todeszeichen gelten unter anderem
- fehlende Atmung
- fehlender Puls
- fehlender Herzschlag
- Bewusstlosigkeit
- Unterkühlung
- komplette Lähmung aller Muskeln
- fehlender Pupillenreflex (vgl. Areflexie)
- Trübung der Hornhaut
Für eine Organentnahme zur Organtransplantation wird der Tod über den Hirntod definiert. Zur Feststellung des endgültigen Todes dienen die sicheren Todeszeichen. Im allgemeinen reichen die folgenden sicheren Todeszeichen dazu aus:
- Totenstarre (Rigor mortis, Leichenstarre)
- Verwesung (Autolyse) oder Fäulnis
- Totenflecken (Livores)
- Verletzungen, die mit dem Leben nicht mehr vereinbar sind (z. B. Enthauptung)
Todeszeitpunkt
Zur Feststellung des Todeszeitpunktes werden verschiedene Methoden angewandt. So geben die Beurteilung der Totenstarre und der Leichenflecken grobe Richtwerte (Beginn der Totenstarre nach 2–4 Stunden, volle Ausprägung nach 6–8 Stunden, Lösung nach 2–3 Tagen). Als einer der genausten Methoden gilt die Bestimmung der Körperkerntemperatur, die unter Berücksichtigung der Außentemperatur, des Körpergewichtes und den Auffindungsumständen zur Berechnung der Abkühlungszeit benutzt werden. Ebenfalls zur Ermittlung der Todeszeit werden Insektenlarven beurteilt. Daraus hat sich eine eigene Forschungsrichtung der Rechtsmedizin entwickelt: die forensische Entomologie.
Der Tod in der deutschen Rechtsprechung
Gesetzliche Definition
Im deutschen Recht gibt es keine gesetzliche Bestimmung zur Frage, wann der Tod eingetreten ist. Überwiegend wird der Hirntod als Todeszeitpunkt angenommen.
Nach dem Transplantationsgesetz ist eine Organentnahme nur nach dem Hirntod erlaubt. Auch das schweizer Transplantationsgesetz vom Dezember 2003 regelt dies vergleichbar. Der genaue Todeszeitpunkt kann bei erbrechtlichen Fragen eine Rolle spielen. Mit dem Tod endet die Rechtsfähigkeit des Menschen, wenn auch gewisse Schutzrechte (z. B. in Form der Schweigepflicht) fortdauern.
Rechtsmedizin
Zur Aufklärung von Verbrechen sowie für Erbschaftsfragen ist gelegentlich die Feststellung der Todesursache oder die Schätzung des Todeszeitpunktes von Bedeutung. Dies ist Aufgabe der Rechtsmedizin.
Bei den – zumindest aus schulmedizinischer Sicht – konkret fassbaren Todesursachen versucht man, die gewaltsamen von den nicht gewaltsamen Todesursachen zu unterscheiden. Diese recht grobe Unterteilung wird von den für die Untersuchung zuständigen Amtspersonen mit dem Begriff Todesart bezeichnet und kennt die Möglichkeiten natürlich und nicht-natürlich; eine als ungeklärt bezeichnete Todesart kann dagegen nicht als eigentliches Untersuchungsergebnis bezeichnet werden. Eine nach dem Tod eines Individuums letztlich ermittelte „Todesursache“ ist nichts anderes als eine rekonstruktive Formulierung, die das Ergebnis eines umsichtigen Einreihens der einzelnen, zur Verfügung stehenden Beobachtungen in einen Erfahrungsrahmen ist, die umso besser gelingt, je mehr Beobachtungen zur Verfügung stehen.
Die Formulierung von Todesursachen kann Fehlern unterliegen: z. B. ungenügende Untersuchung der verstorbenen Person oder Verkennen kausaler Zusammenhänge. Das Spezifitäts-Paradox ist ebenfalls ein nicht seltener Fehler: nur weil eine bestimmte Beobachtung besonders genau dokumentiert wurde, ist sie nicht alleine deswegen der wichtigste Faktor im pathophysiologischen Sterbeprozess.
Die Untersuchung einer Todesursache bedingt je nach konkreter Fragestellung eine äußere Leichenschau, eine autoptische Leichenöffnung und eine toxikologische Untersuchung mit Frage nach Vergiftung. Die Frage nach Vergiftung durch Drogen wie Alkohol oder Medikamente oder durch andere Substanzen kann bei ausschließlich äußerer Untersuchung meist nicht beantwortet werden.
Welche Untersuchungsschritte zur Etablierung einer Todesursache unabdingbar sind, hängt zum einen vom öffentlichen Anspruch an das Ergebnis der Todesursachenbestimmung ab, zum anderen von den konkreten Gegebenheiten. Es gibt Ereignisarten, die keine Gesetzgebung verpassen sollte; dazu gehören Tötungen, Vernachlässigungen, medizinische Behandlungsfehler, Unfälle als Folge technischer Mängel, Unfälle als Folge verantwortungslosen Handelns und man kennt meldepflichtige infektiöse Erkrankungen, deren Vorliegen mitunter nach Abschluss einer amtlichen Untersuchung konstatiert werden kann.
Die von Amtes wegen vorgeschriebene Strategie zur Untersuchung von Todesursachen unterscheidet sich daher auch von Gesetzgebung zu Gesetzgebung. Zweckmässig ist mindestens
#das routinemässige Durchführen einer toxikologischen Untersuchung von Blut und Urin,
#die routinemässige Inspektion der äußeren Körperoberfläche und
#die routinemässige Untersuchung der dem Tod vorausgehenden Umstände und der Auffindesituation bei jedem Todesfall durch
#geschultes Personal.
Ohne triftigen Grund sollte keiner dieser vier für die Todeursachen-Untersuchung wichtigen Bereiche ausgelassen werden. Es erstaunt daher nicht, dass Gesetzgebungen, die auf eine oder mehrere dieser vier für die Todesursachen-Untersuchung wichtigen Bereiche verzichten, entsprechende „Überraschungen“ erleben.
Was nach dem Tod kommt
Zu den Konsequenzen des Todes für das betroffenene Individuum lassen sich vier grundsätzliche Haltungen unterscheiden:
# Der Tod ist das endgültige Ende der körperlich-organischen und der aktiven, physisch feststellbaren geistigen Existenz eines Lebewesens (z.B. Ganztodtheorie)
# Der Tod ist nur eine Phase, die schließlich zu einem neuen individuellen Leben führt (Wiederverkörperung durch Reinkarnation)
# Der Tod ist der unumkehrbare Übergang in einen anderen Seinszustand (Weiterleben in einem Totenreich, Auferstehung, Unsterblichkeit)
# Leben und Tod sind indifferent (in einigen mystischen Richtungen, z.B. im Zen).
Zu den unterschiedlichen Auffassungen der verschiedenen Religionen und philosophischen Richtungen gibt der Artikel Leben nach dem Tod Auskunft.
Der Umgang mit dem Tod
(Gebräuche und Rituale, Verdrängung und Verarbeitung)
Sonstiges
Der Tod in Literatur und Kunst
Oftmals wird der Tod in der Literatur personifiziert, etwa in Wolfgang Borcherts „Draußen vor der Tür“ oder Terry Pratchetts „Gevatter Tod“. Ein zentrales Motiv stellt er auch bei Thomas Mann dar, so bereits in seinen frühen Erzählungen (Der Weg zum Friedhof, Der Kleiderschrank), vor allem aber in Der Tod in Venedig und Der Zauberberg.
In der darstellenden Kunst wird der Tod als Skelett mit Sense (Sensenmann) gezeigt; die Sense dient dazu, die Seele vom Körper zu trennen. Siehe auch Totentanz.
Weitere Bezeichnungen für den Tod sind: Freund Hein, Gevatter Tod, der Schnitter.
Darstellungen des Todes im Film
- Ian McKellen in Last Action Hero (1993)
- Brad Pitt in Rendevous mit Joe Black (1998)
Der Tod in der Sprache
Der Tod von Menschen ist oft ein Tabuthema. Daher haben alle Sprachen euphemistische Ausdrücke, um den Tod zu umschreiben. Oft handelt sich dabei um Ausdrücke, die anstelle der Endgültigkeit des Todes einen Übergang in ein potentielles Jenseits betonen. In der deutschen Sprache sind Euphemismen wie Verlassen, Hinscheiden, Heimgehen, Entschlafen gebräuchlich. Regional wird auch häufig „Abberufen werden“ (zum Herrgott) verwendet. Zudem existieren viele saloppe Wendungen wie „Den Löffel abgeben “ oder „Ins Gras beißen“.
Der Tod von nicht-menschlichen Lebewesen wird meist mit spezifischen Ausdrücken bezeichnet: Tiere, die getötet werden, schläfert man ein, sie sterben aus innerer Ursache, krepieren oder verenden. Oder sie werden von Tieren gefressen oder von Menschen geschlachtet. Pflanzen gehen ein.
Ein Soldat, der bei Kampfhandlungen ums Leben gekommen ist, wird als Gefallener bezeichnet.
Siehe auch
- Themenliste Tod, Totenfürsorge, Bestattung, Friedhof,
- Hospizbewegung, Todesangst, Sterbehilfe, Suizid, Mortalität
- Todessymbolik,
- Scheintod, Hungertod
Literatur
- Philippe Ariès: Geschichte des Todes. 10. Aufl. Dtv, München 2002, ISBN 3-423-30169-4
- Norbert Fischer: Geschichte des Todes in der Neuzeit. Sutton, Erfurt 2001, ISBN 3-89702-342-3
- Norbert Ohler: Sterben und Tod im Mittelalter. Patmos, Düsseldorf 2003, ISBN 3-491-69070-6
- Christoph Daxelmüller (Hrsg.): Tod und Gesellschaft - Tod im Wandel. Schnell und Steiner, Regensburg 1996, ISBN 3-7954-1114-9
- Ulrich H. J. Körtner: Der unbewältigte Tod. Theologische und ethische Überlegungen zum Lebensende in der heutigen Gesellschaft. Rothe, Passau 1997, ISBN 3-927575-62-3
- Albrecht Gläser: Grenzen zwischen Leben und Tod. Probleme in der Intensivmedizin. Hirzel, Stuttgart u.a. 1998, ISBN 3-7776-0861-0
- Ines Klinge: Todesbegriff, Totenschutz und Verfassung. Der Tod in der Rechtsordnung unter besonderer Berücksichtigung der verfassungsrechtlichen Dimension. Nomos, Baden-Baden 1996, ISBN 3-7890-458
- Sherwin B. Nuland. Wie wir sterben.Kindler Verlag, München 1994, ISBN 3-426-77237-X
- Walter Zimmermann: Rechtsfragen bei einem Todesfall. Erbrecht, Testament, Steuern, Versorgung, Bestattung. 5. Aufl. Dtv, München 2004, ISBN 3-423-05632-0, 3-406-49284-3
- Hans Schilder: Was tun im Trauerfall? Formalitäten erledigen, Bestattungen organisieren und Abschiedsfeier gestalten. Urania, Stuttgart 2004, ISBN 3-332-01504-4
Dokumentarfilme
- Dying at Grace, Kanada 2003, Regie: Allan King
Weblinks
- [http://www.bundesaerztekammer.de/30/Richtlinien/Richtidx/Hirntod/index.html Kriterien des Hirntods. Richtlinien der Bundesärztekammer]
- [http://www.silent-sepulchre.net/tod/index.php Umfangreiche Seite mit Informationen zum Thema Tod, Sterben, Trauer und E. Kübler-Ross]
- [http://www.sungaya.de/schwarz/allmende/tod.htm www.sungaya.de - Sterben und Tod]
- [http://www.webhistoriker.de/scripts/reisen.html Todesvorstellungen in Spätmittelalter und Früher Neuzeit]
- [http://club-dialektik.de/texte/begriff_des_todes.html Begriff des Todes von Stephan Siemens (Darstellung eines dialektischen Todesbegriffs)]
- [http://bidok.uibk.ac.at/library/steger-leben.html Manuela Steger: Eine Reise in das Leben - Zeitgenössische Betrachtungen im Angesicht des Todes (Diplomarbeit 1999)]
!
ja:死
ms:Ajal
simple:Death
VerwesungAls die Verwesung (Synonym: Fäulnis) wird eine Entwicklung bezeichnet, welche nach dem Tod eines Organismus eintritt. Dabei werden die komplexen organischen Stoffe über eine Sukzession mit verschiedenen Stadien des Zerfalls abgebaut. Man spricht von Verwesung in der Regel im Zusammenhang mit tierischen und pflanzlichen Organismen, der Begriff kann jedoch auch auf Lebensmittel (Verderbung) übertragen werden.
Lebensmittel
Die Verwesung erfolgt vor allem durch bakteriellen Abbau, die Autolyse hingegen bezeichnet Zersetzung durch dem toten Körper eigene, supravitale Enzyme.
Die Verwesung in einem beerdigtem Sarg dauert aufgrund des geringem Sauerstoffgehaltes ca. achtmal länger als unter freiem Himmel.
Allerdings spielen auch viele größere Organismen eine Rolle: Bei Tieren oder auch länger liegenden menschlichen Leichen fressen oft Maden die verwertbaren Stoffe, daneben allerdings auch verschiedene Käfer (Speckkäfer (Dermestidae) u.a.), Ameisen und Fadenwürmer. Alle diese Organismen werden unter dem Begriff der Nekrophagen zusammengefasst. In späteren Zerfallsstadien spielen auch Pilze eine größere Rolle.
Siehe auch: Moorleiche, Ötzi
Kategorie:Ökologie
Kategorie:Rechtsmedizin
Philosophie. Ausschnitt aus „Die Schule von Athen“ von Raffael (um 1510).]]
Die Philosophie (griech. φιλοσοφία, philosophia wörtlich „Liebe zur Weisheit“) hat im Gegensatz zu den einzelnen Wissenschaften keinen klar bestimmbaren, begrenzten Gegenstandsbereich. Allgemein könnte man sie als den Versuch der kritisch-rationalen Selbstüberprüfung des Denkens bezeichnen, als eine methodische Reflexion. Der Versuch, Philosophie zu definieren, ist bereits Gegenstand der Philosophie selbst.
Der Beginn des philosophischen Denkens im 6. vorchristlichen Jahrhundert markiert den eigentlichen Beginn der europäischen Geistesgeschichte. Erst im Laufe der Jahrhunderte differenzierten sich die Methoden und Diszplinen der Welterschließung, indem sich die einzelnen Wissenschaften nach und nach aus der Philosophie ausgliederten. Die bis heute gültigen Kerngebiete der Philosophie sind die Logik als die Wissenschaft vom folgerichtigen Denken, die Ethik als die Wissenschaft vom rechten Handeln und die Metaphysik als die Wissenschaft von den ersten Gründen des Seins und der Wirklichkeit; weitere Grunddisziplinen sind die Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, die sich mit den Möglichkeiten des Erkenntnisgewinns im allgemeinen bzw. speziell in den unterschiedlichen Einzelwissenschaften beschäftigen.
Begriffsgeschichte
Der Begriff Philosophie, zusammengesetzt aus griech. φίλος „Freund“ und σοφία „Weisheit“, bedeutet, wörtlich aus dem Griechischen übersetzt „Liebe zur Weisheit“ bzw. einfach „zum Wissen“ – denn sophía besitzt zunächst einmal jemand, der ein Fachmann für etwas ist. Die Wortprägung Philosophie tritt wahrscheinlich das erste Mal bei Platon auf.
Zwar wurde in der späteren Antike die Einführung des Begriffes „Philosophie“ Pythagoras von Samos zugeschrieben (vgl. Diogenes Laertios De vita et moribus philosophorum, I, 12; Cicero: Tusculanae disputationes, V, 8-9). Diese Zuschreibung geht zurück auf eine Notiz aus einem verlorenen Werk des Herakleides Pontikos, eines Schülers des Aristoteles. Vermutlich ist diese Notiz aber nicht korrekt: Sie folgt dem Muster der weitverbreiteten Pythagoras-Legenden jener Zeit.
Ursprünglich bezog sich der Begriff „Philosophie“ auf eine Denktradition, die vom antiken Griechenland ausging. Er wird heute aber auch für asiatische Denktraditionen (östliche Philosophie) und eher religiöse Weltanschauungen verwendet. Daneben taucht der Begriff in jüngerer Zeit im Wirtschafts-Jargon und in der Technik als Synonym für Strategie oder Gesamtkonzept auf (Unternehmensphilosophie, Designphilosophie).
Was ist Philosophie?
Die Frage, was Philosophie eigentlich ist, ist bereits eine philosophische Frage. Philosophie ist nicht in eine allgemeingültige feste Definition zu bringen. Es ließe sich auch keine finden, der alle Philosophen zustimmen könnten, weil jeder, der philosophiert, eine eigene Sicht der Dinge entwickelt. Daher gibt es beinahe so viele Antworten auf diese Frage, wie es Philosophen gibt. Die Verwendung des Begriffs „Philosophie“ in der Geschichte füllt im Historischen Wörterbuch der Philosophie so viele Spalten, dass dieser Artikel als eigenständiges Buch publiziert wurde. Carl Friedrich von Weizsäcker hat es einmal so formuliert: „Philosophie ist die Wissenschaft, über die man nicht reden kann, ohne sie selbst zu betreiben.“
Selbstverständnis
Carl Friedrich von Weizsäcker (12. Jh.), Detail]]
Die ersten Philosophen, die sich selbst so bezeichneten – Platon und Sokrates – verstanden Philosophie als Alternative zur mythischen Religion und ihrer Ordnung. Indem sich der Mensch durch Philosophieren die Welt selbst erklärt, emanzipiert er sich von der Welt des Aberglaubens, der Priesterherrschaft und der Götter. Sokrates wurde deshalb als „Verderber der Jugend“ hingerichtet. Bis in die Gegenwart hinein setzt sich die Philosophie stets kritisch mit der Religion auseinander, grenzt sich von ihr ab und betrachtet sich dieser in der Regel als überlegen.
Das Selbstverständnis der Philosophie hat sich im Laufe ihrer Geschichte immer wieder gewandelt. Vor allem in bestimmten Phasen der Neuzeit wurde sie als allen Einzelwissenschaften übergeordnete Universalwissenschaft begriffen, die – um die Wirklichkeit als Ganzes zu erfassen – zu den letzten Ursachen und Prinzipien vordringt und dabei ewiggültige, allgemeine Wahrheiten entdeckt und zugänglich macht (Philosophia perennis). Im Mittelalter wurde der Kern der Philosophie durch die so genannten artes liberales bestimmt, zu denen Grammatik, Dialektik, Rethorik sowie Geometrie, Arithmetik, Astronomie und Musik gehörten. Dabei dominierte zeitweise das Bild der Philosophie als einer „Dienerin der Theologie“ (ancilla theologiae), d.h. als Hilfswissenschaft. Noch bis ins 18. Jahrhundert war die Philosophie eine der klassischen Fakultäten neben Theologie, Medizin und Recht. Erst nach einer grundlegenden Ausbildung in Philosophie, die mit dem Magister abschloss, konnten sich die Studenten naturwissenschaftlichen Fragen und Forschungen zuwenden. Im 19. Jahrhundert begann dann immer mehr die Verselbständigung zunächst der Naturwissenschaften und dann auch der philologischen und der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer. Die moderne Fachwissenschaft Philosophie zieht ihre Rechtfertigung aus dem Anspruch, philosophische Methoden könnten auch für andere Wissens- und Praxisgebiete hilfreich sein. Darüber hinaus betrachten die Philosophen die Erörterung ethischer Themen und Grundsatzfragen als ihr ureigenes Gebiet.
Charakteristika
gesellschaftswissenschaftlichen (1750)]]
Der Beginn aller Philosophie ist das Sich-Wundern, das Staunen. Platon schrieb: „Das Staunen ist die Einstellung eines Mannes, der die Weisheit wahrhaft liebt, ja es gibt keinen anderen Anfang der Philosophie als diesen“, und auch Aristoteles stellte fest: „Staunen veranlasste zuerst – wie noch heute – die Menschen zum Philosophieren.“ Menschen, denen alles selbstverständlich erscheint, finden nicht zur Philosophie. Durch ihr Staunen ist die Philosophie die Mutter aller Wissenschaften. Dies gilt sowohl historisch, da aus ihr alle anderen Wissenschaften entstanden sind, als auch systematisch, da sie als Meta-Wissenschaft über die Aufgaben und Möglichkeiten der Wissenschaften reflektiert.
Ein ähnlicher Grundzug der Philosophie ist das Fragen, besonders auch das Infragestellen des scheinbar Zweifelsfreien und Selbstverständlichen. Das Fragen ist damit eine weitere Quelle der Philosophie. Aus sich selbst heraus kann die Philosophie dem Fragen keine Grenzen setzen: Sie stellt radikal alles in Frage – sogar sich selbst. Dadurch beginnt die Philosophie gleichsam immer wieder bei Null, da jede einzelne Aussage immer wieder hinterfragt werden darf. Es ist erlaubt, alles zu bezweifeln, außer dem Zweifeln selbst. Der philosophische Diskurs ist daher eine niemals endende, kontroverse Diskussion.
Die Philosophie umfasst verschiedene geistige Bemühungen. Dabei handelt es sich um Nachdenken, Analysieren und Überprüfen mit Hilfe der Mittel des vernünftig-rationalen, kritischen Denkens. Philosophie stellt die Fragen, die die Wissenschaften (bisher) nicht beantwortet haben oder grundsätzlich nicht beantworten können. Diese Fragen richten sich auf den Menschen selbst und die ihn umgebende Welt. Philosophie wird also nicht um ihrer selbst willen betrieben, sondern um des Menschen willen. Dabei findet sie nie allgemein anerkannte Antworten, sondern stellt einen endlosen, dynamischen Prozess dar.
Philosophisch gebildete Menschen unterscheiden sich darum von den übrigen nicht darin, dass sie mehr (nützliches) Wissen zur Verfügung hätten. Sie besitzen allerdings in der Regel einen besseren Überblick über die Argumente, die in einer philosophischen Debatte über einen bestimmten Diskussionsgegenstand bereits vorgebracht wurden. So kann es etwa hilfreich sein, bei einem aktuell diskutierten Problem (z.B. Euthanasie) danach zu fragen, welche Antwortmöglichkeiten die Philosophie bisher dazu angeboten hat und welche Auseinandersetzungen es um diese Vorschläge bereits gab.
Formen des Philosophierens
Grundsätzlich lassen sich drei verschiedene Arten des Philosophierens unterscheiden: die Philosophie als Streben nach Wissen, die Philosophie als Lebensweise und die akademische Philosophie.
Philosophie als Weltweisheit
Euthanasie
Philosophie als Weltweisheit ist diejenige Philosophie, die sich mit den philosophischen Sachverhalten beschäftigt, die jedermann interessieren. Im Alltag können das verschiedene, für den Einzelnen bedeutsame Gegenstände sein, z.B. "Was ist (für mich) das gute Leben?". Meist handelt es sich um allgemein diskutierte oder gesellschaftlich relevante Fragen. Die Probleme stammen dabei in der Regel nicht aus dem philosophischen, sondern aus dem öffentlichen Diskurs.
Von anderen Herangehensweisen – wie etwa dem Beantworten dieser Fragen mit gesellschaftlichen oder religiösen Traditionen – unterscheidet sich die Philosophie insofern, als dass sie sich bei der Klärung dabei im weitesten Sinne rationaler, d.h. (allein) auf vernunftgemäßes Denken gestützter Methoden bedient.
Philosophie als Lebensform
In der Antike wurde die Philosophie häufig nicht nur theoretisch betrieben, sondern als eigene, praktische Lebensweise kultiviert. Weisheit und die Verwirklichung des „rechten Lebens“ waren die praktische Ausrichtung etwa der Stoa oder des Epikureismus.
Bei der Philosophie als Lebensform geht es darum, sich selber als Mensch auszubilden und ein durch philosophische Erkenntnisse geprägtes Leben zu führen. Bestimmt wird dieses Ideal in der Philosophie traditionell durch das große Vorbild Sokrates, der nicht etwa Bücher schrieb, sondern seine Zeit vornehmlich mit philosophischen Gesprächen zugebracht haben soll.
Philosophie als Wissenschaft
zudecken
In der philosophischen Ausbildung an der Universität ist die Philosophie als Wissenschaft heute die einzige der drei Formen, die noch gelehrt wird. Natürlich bietet der akademische Betrieb mit seiner Verwissenschaftlichung auch nicht den Rahmen, um eine umfassende „Erziehung des Menschen zum Menschen“ zu leisten.
Das akademische Philosophieren unterscheidet sich vom alltäglichen Philosophieren nicht prinzipiell durch die Fragen, sondern eher durch den Rahmen – in der Regel die Universität – und durch bestimmte Formen der Aus- und Abgrenzung philosophischer Tätigkeit. Es gelten verschiedene Übereinkünfte über die Formen des Argumentierens und der wissenschaftlichen Publikation sowie die zugelassene Fachterminologie. Die Tätigkeiten des akademisch Philosophierenden umfassen dabei die Prüfung der Voraussetzungen einer Position, das Rekonstruieren und Widerlegen von Argumenten, die genaue Analyse und Unterscheidung von Begriffen, die eigene Positionierung und die Argumentation für oder gegen Thesen.
Grundsätzlich lassen sich zwei Ansätze bzw. Bereiche des akademischen Philosophierens unterscheiden: die historische und die systematische Vorgehensweise.
- Historisch arbeitet die Philosophie dann, wenn sie versucht, die Positionen und Thesen von Denkern wie Platon, Thomas von Aquin oder Kant zu rekonstruieren, zu verstehen und zu interpretieren. Auch die Herausarbeitung bestimmter philosophischer Strömungen oder Auseinandersetzungen in der Geschichte gehört hierzu.
- Systematisch geht die Philosophie vor, wenn sie versucht, zu einem bestimmten Problemfeld Standpunkte zu vertreten, Fragen innerhalb der verschiedenen philosophischen Disziplinen zu beantworten, die Voraussetzungen oder Implikationen einer bestimmten Frage oder These zu verstehen oder überhaupt erst die verwendeten Begriffe in bestimmten Fragen, Thesen oder Positionen zu klären. Lautet die Frage innerhalb der theoretischen Philosophie „Hat der Mensch einen freien Willen?“, so muss für eine Antwort zunächst die Begriffe des „Willens“, der „Freiheit“ und des „Menschseins“ einer genaueren Analyse unterzogen werden.
Die historischen und die systematischen Herangehensweisen bzw. Bereiche sind dabei prinzipiell durch das jeweilige Ziel der philosophischen Untersuchungen voneinander abgrenzbar. Viele Philosophen und Philosophinnen forschen allerdings auf beiden Gebieten, was sich insofern auch ergänzt, als die Schriften herausragender philosophischer Autoren auch für das systematische Philosophieren hilfreiche Überlegungen enthalten. Außerdem können in vielen Fällen die heutigen Fragen nur dann wirklich präzise gestellt und beantwortet werden, wenn der historische Hintergrund für ihr Aufkommen und die relevante Begrifflichkeit verstanden sind.
Gegenstände der Philosophie
Systematische Gegenstände
Begrifflichkeit
Man kann die Philosophie in einen theoretischen Bereich und in einen praktischen Bereich unterteilen. Die theoretische Philosophie untersucht die Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Erkenntnisvermögens und die allgemeinen Strukturen des menschlichen Bewusstseins. Außerdem wird versucht, grundsätzliche Aussagen über das Sein zu treffen. Disziplinen sind u.a. Ontologie, Metaphysik, Logik, Erkenntnistheorie und Wissenschaftstheorie. Die praktische Philosophie beschäftigt sich hingegen mit Bereichen, die direkte Auswirkungen auf das praktische Leben haben können. Disziplinen sind u.a. Ethik, Rechtsphilosophie, politische Philosophie und Sozialphilosophie.
Auch wenn sich der Bereich, den die Philosophie insgesamt umfasst, in gewissem Sinne nicht eingrenzen lässt (da sie „alles“ behandelt), gib es doch bestimmte Domänen, in denen sie hauptsächlich tätig ist. Der Philosoph Immanuel Kant hat diese einmal in den folgenden Fragen zusammengefasst:
# Was kann ich wissen?
# Was soll ich tun?
# Was darf ich hoffen?
# Was ist der Mensch?
Diese Fragen könnte man auch in etwa so formulieren:
# Wie können wir zu Erkenntnis gelangen und wie sind diese Erkenntnisse einzuschätzen? (Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie, Logik)
# Wie sollen wir handeln? (Ethik)
# Was ist die Welt? Warum gibt es überhaupt irgendetwas statt einfach nur nichts? (Metaphysik, Ontologie). Gibt es Gott? Steuert die Geschichte auf ein Ziel zu und wenn ja auf welches? (Religionsphilosophie, Geschichtsphilosophie)
# Was sind wir für Wesen? In welchem Verhältnis stehen wir zu der Welt, die wir vorfinden? (Philosophische Anthropologie, Kulturphilosophie, Ästhetik)
Im Folgenden wird vorgestellt, welche Themenbereiche diese Fragen – und damit auch die Philosophie – berühren.
;Was ist der Mensch?
Die philosophischen Anthropologie stellt zunächst die Frage nach dem Unterschied zwischen Mensch und Tier. Was ist Bewusstsein und Selbstbewusstsein, was ist das „Ich“ und wie wird es geschaffen, wie sind Selbsterkenntnis und Selbstidentität möglich? Gibt es einen Geist der vom Körper bzw. Leib verschieden ist? Besitzen wir eine (unsterbliche) Seele bzw. Geist? Wann beginnt und endet das menschliche Leben? Haben wir einen freien Willen oder ist alles bereits vorherbestimmt? Welchen Einfluss haben wir auf die Geschichte und welchen Einfluss hat sie auf uns? Hat alles Sein nur einen Sinn durch den Menschen? Oder ist das menschliche Sein als Ganzes sinnlos? Welche Bedeutung hat die Kunst für den Menschen? Gibt es allgemeine Prinzipien für die Ästhetik?
Ästhetik
;Was können wir wissen?
Die Erkenntnistheorie fragt nach den Möglichkeiten, Erkenntnisse zu erlangen. So befasst sie sich mit der Frage, wie sich die Wahrheit oder Falschheit von Theorien überprüfen lassen. Die Wahrnehmung der Wirklichkeit stellt sie ebenso auf den Prüfstand wie den Einfluss von Sprache und Denken auf den Erkenntnisprozess. Außerdem versucht sie, die Grenzen der Erkenntnis abzustecken und zu definieren, was als „wissenschaftlich“ bezeichnet werden kann.
;Was soll ich tun?
Die Ethik beschäftigt sich mit dem menschlichen Handeln. Ist der Mensch in seinen Handlungen frei? Gibt es absolute, verbindliche Werte oder ist alles relativ? Gibt es einen Unterschied zwischen subjektiv und objektiv richtigem Handeln? Was ist gut, was ist böse? Kann man richtiges Verhalten mit Hilfe der Vernunft begründen? Gibt es allgemein gültige Tugenden? Was sind Tatsachen, was sind Werturteile? Soll dasjenige zur Regel werden, was die Mehrheit macht? Worauf stützt sich das Recht? Gibt es einen Unterschied zwischen natürlichen Rechten und den Gesetzen, zwischen Recht und Gerechtigkeit? Wie gehen wir mit Schuld, Sühne und Strafe um? Wie soll man sich im Staat verhalten? Was darf man gegen einen Unrechtsstaat unternehmen? Was soll in einer Gemeinschaft an Idealen verwirklicht werden, z.B. mehr Freiheit oder mehr Sicherheit? Was ist der Sinn des Lebens? Wie sollen wir unsere Kinder erziehen?
;Was ist die Welt?
Hiermit sind grundsätzliche Fragen der Kosmologie angesprochen, die z.B. die Physik nicht beantworten kann; etwa: warum überhaupt irgendetwas existiert, welchen Sinn und welches Ziel die Welt hat (Teleologie), ob es einen Unterschied zwischen Geist und Materie gibt und ob dem Diesseits ein Jenseits gegenübersteht. Auch geht es um die Unterschiede zwischen der vom Menschen vorgefundenen Natur und der durch den Menschen geschaffenen Kultur.
;Was darf ich hoffen?
Die Religionsphilosophie untersucht religiöse Fragestellungen, um Hinweise auf die Existenz göttlichen, überirdischen Seins oder, anders ausgedrückt, das Bestehen einer „Weltvernunft“ (Logos) zu ergründen. Dazu gehört auch, religiöse Auffassungen zu hinterfragen (Religionskritik) und aufklärerisch zu wirken.
Historische Gegenstände
Siehe auch: Geschichte der Philosophie
Natürlich setzt sich die Philosophie auch mit ihrer eigenen Geschichte auseinander. Wer die philosophischen Einsichten und Begrifflichkeiten der Vergangenheit kennt, kann alte Fehler vermeiden und vielleicht einen neuen Gedanken zu den alten Lehren hinzufügen. Der Philosoph Alfred North Whitehead charakterisierte die Geschichte der europäischen Philosophie seit Aristoteles einmal als bloße „Fußnoten zu Platon“.
Fußnote
Im 6. Jahrhundert v. Chr. wird in Ionien mit den naturphilosophischen Fragen der Vorsokratiker nach dem Urgrund oder Anfang der Welt (arché) die Philosophie der Antike eingeleitet. Mit Sokrates beginnt die Blütezeit der attischen Philosophie. Seine Lebensweise und Kunst der Gesprächsführung – die er „Hebammenkunst“ (Mäeutik) nannte – wirken bis heute fort; das ironische Eingeständnis seines Nichtwissens (gr. oída eídos oudèn „Ich weiß, dass ich nichts weiß“) ist sprichwörtlich geblieben. Da Sokrates nichts Schriftliches hinterließ, schuf sein Schüler Platon eine Reihe von Dialogen, in denen er diesen als literarische Figur auftreten lässt. Platon verfasste ein umfangreiches, für die westliche Philosophie bis heute zentrales Werk, erdachte die Ideenlehre, gründete außerhalb Athens die Akademie, die erst 529 nach über 900 Jahren aufgelöst wurde und war der Lehrer von Aristoteles. Dieser wiederum stützte sich auch auf empirische Forschung. Er führte den Begriff der Substanz und die Metaphysik als „Erste Philosophie“ ein - eine den übrigen Wissenschaften übergeordnete Disziplin - und begründete eine Lehre vom Zusammenhang zwischen „Form“ und „Stoff“ (Hylemorphismus). In der Zeit des Hellenismus folgten die weniger theoretisch, sondern auf das „rechte Leben“, d.h. die Lebenspraxis ausgerichteten Schulen: die Stoa, für die die Tugend (virtus) das höchste Gut darstellte, und der Epikureismus, der eine Glückslehre beinhaltete und eine aufgeklärte Zuwendung zum Diesseits vertrat. In der Spätantike wird die Platonische Lehre im Neuplatonismus wieder aufgegriffen und umgeformt. Die wichtige Rolle, die die „Abstufungen“ des Seins hier spielen, weisen bereits ebenso auf das Mittelalter voraus wie die christlichen Lehren des Kirchenvaters Augustinus, die die kommenden Jahrhunderte entscheidend mitprägen sollten.
Die Philosophie des Mittelalters beginnt etwa um 500, nachdem zuvor schon die Patristik die Grundlagen der christlichen Lehre und Kirche gelegt hatte. In der Frühscholastik begründet Abaelard, der die Vernunft in Glaubensfragen höher schätzte als die Autorität, die scholastische Methode der Gegenüberstellung und Auflösung gegensätzlicher Argumente. Der auch naturwissenschaftlich forschende Albertus Magnus und der große Kirchenlehrer Thomas von Aquin führten in der Hochscholastik mit einer Renaissance und Überformung der aristotelischen Lehre die mittelalterliche Philosophie zu einem Höhepunkt. Die philosophische Mystik erlebt mit Meister Eckhart ihren Höhepunkt. Mit Wilhelm von Ockham und Nikolaus von Kues als Vorbereitern zukünftiger Vorstellungen und der modernen Wissenschaft beginnt sich in der Spätscholastik bereits langsam die Neuzeit anzukündigen.
Neuzeit
In der Philosophie der Renaissance und des Humanismus bildeten sich ab 1450 die Eigenheiten der Neuzeit aus. Die Naturwissenschaften und die Mathematik lösen sich von der Philosophe und gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Philosophie der Neuzeit setzt mit dem Streit zwischen dem Rationalismus (René Descartes, Leibniz), der die überragende Bedeutung der Vernunft für den Erkenntnisprozess hervorhebt, und dem Empirismus (John Locke, Thomas Hobbes), der letztlich alle Erkenntnis aus Sinneserfahrungen ableiten will, ein. Dieser Konflikt gipfelt in der Zeit der Aufklärung in der Kritischen Philosophie von Immanuel Kant. Dessen Denken, das insbesondere eine grundsätzliche Untersuchung der Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Erkenntnisvermögens zum Inhalt hatte, stellt einen Wendepunkt in der Geschichte der neuzeitlichen Philosophie dar.
Die Philosophie des 19. Jahrhunderts ist einerseits durch die vermeintliche Weiterentwicklung und Interpretation der Philosophie Kants in den großen metaphysischen Systementwürfen des Deutschen Idealismus mit Fichte, Schelling, Hegel geprägt, andererseits durch das Erstarken des Positivismus im Zuge der Erfolge der Naturwissenschaften. Darüber hinaus finden sich zunehmend eigenständige Denker, wie etwa der Vorläufer der existenzialistischen Philosophie Søren Kierkegaard, der Vermittler buddhistischer Philosophie Arthur Schopenhauer und der „Prophet“ des Nihilismus Friedrich Nietzsche. Von großer historischer Tragweite ist die Philosophie von Karl Marx. Weitere wichtige Phänomene sind der Neukantianismus, der Pragmatismus und die Lebensphilosophie.
Mit der Phänomenologie Edmund Husserls, die sich den Dingen über eine Wesensschau zuwenden möchte, begann spätestens die Philosophie des 20. Jahrhunderts, die sich durch eine große Vielfalt der Denkansätze auszeichnete. Besonders bedeutend sind die Existenzphilosophie von Martin Heidegger, der der Philosophie mit dem Rückgang auf das Seinsproblem wieder eine neue Basis zu geben versuchte, der Existenzialismus nach Jean Paul Sartre, der die Frage nach dem Sinn des Daseins stellte und der Logische Empirismus, der die Philosophie auf eine Wissenschaftstheorie verengen wollte. Für die modernen Naturwissenschaften prägend war der von Karl Popper entwickelte Kritische Rationalismus. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts gewannen einige die Sprach- und Literaturwissenschaft dominierende Konzepte wie der Strukturalismus, Dekonstruktivismus und Poststrukturalismus an Bedeutung.
In der Philosophie der Gegenwart beherrscht die von Ludwig Wittgenstein begründete Analytische Philosophie bzw. Sprachphilosophie, die als Ausgangspunkt die Entlarvung philosophischer Probleme als Scheinprobleme zum Ziel hatte, als Methode das akademische Denken. Gegengewichte hierzu bilden u.a. die umstrittene Philosophie der Postmoderne und die Neuscholastik in der Nachfolge des Thomas von Aquin.
Sinn und Nutzen der Philosophie
Zunächst ist hier festzuhalten, dass die Philosphie auf keinen Zweck abziehlt außer die Erkenntnis des Seins, die Weisheit. Alle hier aufgeführten Nutzen sind lediglich Beiwerk. Die eigentliche Philosophie ergibt sich aus dem Philopsophieren, also dem Nachdenken über und Streben nach Weisheit jedes Einzelnen, das aus Neugierde und nicht aus primitiven Aufwand-Nutzen-Denken geschieht.
Zunächst einmal besteht der Nutzen des Philosophierens in der Schulung des Denkens und des Argumentierens, denn sowohl in methodischer Hinsicht als auch im sprachlichen Ausdruck werden strenge Anforderungen an die Philosophierenden gestellt. Desweiteren lernt man durch die Beschäftigung mit der Philosophie die gegenwärtigen und vergangenen philosophischen Probleme und Debatten kennen. In der akademischen Ausbildung wird zudem Wert darauf gelegt, dass die Philosophierenden den Regeln der wissenschaftlich betriebenen Philosophie entsprechend an den unterschiedlichen philosophischen Diskursen teilnehmen können.
Der Sinn der systematischen Philosophie besteht vor allem in der Beschäftigung mit zwei Gegenständen:
- Sie thematisiert einerseits die expliziten Begriffe, Fragen, Thesen und Positionen der einzelnen Wissenschaften. So fragt die Philosophie etwa, was den Begriff „Würde“ ausmacht, den die Rechtswissenschaften oder die Soziologie voraussetzen.
- Zum anderen arbeitet sie die impliziten Begriffe, Fragen, Thesen und Positionen heraus, die den anderen Wissenschaften zugrunde liegen. So fragt etwa die Erkenntnistheorie „Was können wir wissen?“ und untersucht dabei auch den Begriff und die Grundlagen und Bedingungen von Wissen überhaupt.
So verstanden ist Philosophie also eine Grundlagenwissenschaft. Alle anderen Wissenschaften haben sich mit der Zeit aus der Konkretisierung philosophischer Problematiken heraus entwickelt. Keine Wissenschaft ist ohne eine ihr zu Grunde liegende philosophische Perspektive, sei es die Theorie, dass alle Erscheinungen allgemein gültigen Gesetzen unterliegen in allen Naturwissenschaften oder die Theorie der Bedeutsamkeit historischer Ereignisse für die Gegenwart in den Geschichtswissenschaften, auch nur denkbar.
Man kann die Philosophie auch als „Prinzipienwissenschaft“ bezeichnen, d.h. sie behandelt nicht nur die konkreten Gegenstände, sondern auch, wie alles zustande kommt. Am offensichtlichsten kommt dies in der Wissenschaftstheorie zum Tragen, die die Grundlagen aller wissenschaftlichen Erkenntnis behandelt und somit auf alle anderen wissenschaftlichen Disziplinen Einfluss nimmt.
Der Sinn der historischen Philosophie lässt sich etwa so fassen:
- Wenn es von Interesse ist, alte Dinge und Quellen zu sammeln, zu untersuchen und ins Museum zu stellen, um die Fragen beantworten zu können: „Wie haben die Menschen gelebt, die vor langer Zeit in diesen Häusern gewohnt, aus diesen Tellern gegessen, diese Dokumente verfasst haben?“, dann muss es noch vielmehr von Interesse sein, ihre philosophischen Schriften zu lesen, um zu verstehen, wie sie gedacht haben.
- Zweitens ist es Aufgabe der historischen Philosophie, die kulturellen Grundlagen unserer heutigen Zeit zu verstehen.
- Drittens ist die Kenntnis historischer philosophische Fragen, Thesen, Argumente und Positionen sinnvoll und nützlich für das systematische Philosophieren.
Ein sozial besonders relevantes Kerngebiet der Philosophie, welches nicht von anderen Wissenschaften übernommen werden kann, ist die Ethik. Die zeitgenössische Philosophie legt dabei einen Schwerpunkt auf die Metaethik, d.h. sie schreibt in einem Bereich „jenseits von Gut und Böse“ nicht Werte vor, sondern ist das Instrument zu einem kritischen Verständnis der Art und Weise, wie sich Werte überhaupt erst bilden. In der Praxis gewinnt die medizinische Ethik immer mehr an Bedeutung. Als Lehrfach an Schulen ist die Philosophie Grundlage des Ethik- oder Werteunterrichts.
Siehe auch
- Portal:Philosophie, Geschichte der Philosophie, Philosophieren, Liste wichtiger philosophischer Werke, Philosophiebibliographie, Didaktik der Philosophie, Philosophie und Universität, Stimmen über die Philosophie, Wikipedia:Die Wikipedianer/nach Wissensgebieten/Philosophie
Literatur
Einführungen
- Thomas Nagel: Was bedeutet das alles? Eine ganz kurze Einführung in die Philosophie. Nachdr. Reclam, Stuttgart 2002, ISBN 3-15-008637-X (Kurze, dichte Einführung anhand philosophischer Alltagsprobleme: Sinn des Lebens, Gerechtigkeit usw.)
- Reinhard Brandt: Philosophie. Eine Einführung. Reclam, Stuttgart 2001, ISBN 3-15-018137-2 (Philosophisches Selberdenken auf Grundlage historischer Texte)
- Arno Anzenbacher: Einführung in die Philosophie. 10. Aufl. Herder, Freiburg i.Br. u.a. 2004, ISBN 3-451-27851-0 (Solide Einführung, die historische und systematische Aspekte verbindet)
- Rafael Ferber: Philosophische Grundbegriffe. 2 Bde. Beck, München 2003, ISBN 3-406-45654-5 (Einführung in die zentralen Begriffe der Philosophie wie z.B. Wahrheit, Sein)
- Jay F. Rosenberg: Philosophieren. Ein Handbuch für Anfänger. Klostermann, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-465-01718-8 (Eine "professionelle" Anleitung zum Philosophieren)
- Weischedel, Wilhelm: Die philosophische Hintertreppe. 34 große Philosophen im Alltag und Denken. 24. Aufl. Nymphenburger (u.a.), München 2003, ISBN 3-485-00863-X (Leicht lesbare Hinführung zur Philosophie in Anekdoten)
Hilfsmittel/Nachschlagewerke
- Anton Hügli, Poul Lübcke (Hrsg.): Philosophielexikon. Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart. 5. Aufl. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2003, ISBN 3-499-55453-4 (preiswert, zum schnellen Nachschlagen)
- Georgi Schischkoff: Philosophisches Wörterbuch. 22. Aufl. Kröner, Stuttgart 1991, ISBN 3-520-01322-3 (handlich, zuverlässig, aber etwas in die Jahre gekommen)
- Jürgen Mittelstraß (Hrsg.): Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie. Grundwerk in acht Bänden. 2. Aufl. Metzler, Stuttgart 2005, ISBN 3-476-02108-4 (umfangreich, wissenschaftsorientiert, stark im Bereich Logik und Mathematik)
- Hans Jörg Sandkühler (Hrsg.): Europäische Enzyklopädie zu Philosophie und Wissenschaften. 4 Bde. Meiner, Hamburg 1990, ISBN 3-7873-0983-7 (umfangreich, nur umfassende Artikel, eher „idealistisch“ ausgerichtet)
- Edward Craig (Hrsg.): The Routledge Encyclopedia of Philosophy. 10 Bde. Routeledge, London 1998. (Das vielleicht beste Nachschlagewerk; auch als einbändige, allerdings sehr knappe Kurzfassung erschienen; außerdem auf CD-ROM erhältlich)
- Joachim Ritter, Karlfried Gründer (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. 12 Bde. Schwabe, Basel u.a. 1971-2004. (Das umfassendste Werk seiner Art; 2005 abgeschlossen)
- Franco Volpi, Julian Nida-Rümelin: Lexikon der philosophischen Werke. Kröner, Stuttgart 1988, ISBN 3-520-48601-6 (handlich und informativ)
- Franco Volpi: Großes Werklexikon der Philosophie. Kröner, Stuttgart 2004, ISBN 3-520-83901-6 (umfangreich und fundiert)
- Norbert Retlich: Literatur für das Philosophiestudium. Metzler, Stuttgart u.a. 1998. ISBN 3-476-10308-0
- Annemarie Pieper, Urs Thurnherr: Was sollen Philosophen lesen? Schmidt, Berlin 1994, ISBN 3-503-03079-4
Siehe auch die Literaturangaben im Artikel Geschichte der Philosophie
Weblinks
- Hilfsmittel
- [http://plato.stanford.edu/ Hauptseite] der Stanford Encyclopedia of Philosophy
- [http://www.phillex.de Phillex – Lexikon der Philosophie]
- [http://www.philolex.de/philolex.htm Philolex – Ein Online-Lexikon zur Philosophie]
- [http://www.textlog.de/6088.html Karl Vorländer – Geschichte der Philosophie (1902)]
- [http://www.pyrrhon.de Pyrrhon.de – Philosophische Lexika und Suchmaschinen]
- [http://www.uni-erfurt.de/philosophie/allgemein-literaturhinw.pdf Kommentierte Literaturliste der Universität Erfurt (PDF)]
- Allgemeine Informationen
- [http://www.philosophie.de Philosophieportal der Gesellschaft für Philosophie und Wissenschaft e.V]
- [http://www.philo.de/Philosophie-Seiten/ Die Philosophie-Seiten, Informationen von Dieter Köhlers]
- [http://www.information-philosophie.de/ eZine Information Philosophie im Internet mit Nachrichten und Informationen]
- [http://www.shef.ac.uk/~ptpdlp/newsletter/index.html Philosophy Pathways – Philosophiemagazin (engl.)]
- Sonstiges
- [http://www.philos.de Studienführer Philosophie – sortiertes Verweisverzeichnis philosophischer Institute (mit Karte)]
- [http://www.philopage.de philoSOPHIA e.V. – Philosophische Seminare für junge Menschen]
- [http://buecherei.philo.at/ Philosophische Bücherei – Kommentierte Internet-Ressourcen zur Philosophie]
- [http://audiothek.philo.at Sammlung von Mitschnitten von Vorträgen u.ä. in der Philosophischen Audiothek (MP3)]
Kategorie:Geisteswissenschaft
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ja:哲学
ko:철학
ms:Falsafah
simple:Philosophy
th:ปรัชญา
DiogenesDiogenes (griechisch Διογένης) war der Name verschiedener Persönlichkeiten des antiken Griechenlands, insbesondere mehrerer Philosophen:
- Diogenes von Apollonia, um 500 v. Chr., Philosoph in Athen, vertrat die monistische Lehre, dass die Luft Urstoff (arché) der Welt sei.
- Diogenes von Sinope,ca. 399- 323 v. Chr. bekannt als 'Diogenes in der Tonne', Gründer der Kyniker
- Diogenes von Babylon, bedeutender Stoiker, ca. 240–150 v. Chr.
- Diogenes von Oinoanda, Epikureer, ließ ca. im 1.-3. Jahrhundert die Lehren Epikurs in die Rückwand einer Säulenhalle im kleinasiatischen Oinoanda meißeln, damit sie jeder kostenlos lesen konnte.
- Diogenes Laertios schrieb im 3. Jahrhundert eine Geschichte der griechischen Philosophie.
Nach Diogenes, wohl genauer nach Diogenes von Sinope ist der Diogenes Verlag benannt, ein schweizer Buchverlag.
ko:디오게네스
MythologieMythologie ist die systematische Beschäftigung mit den Mythen, sei dies in literarischer, wissenschaftlicher, mystischer oder religiöser Form. Mythologie ist somit mehr als nur die Gesamtheit der Mythen eines Volkes, einer Region oder einer sozialen Gruppe.
Sehr häufig wird der Begriff aber genau so verwendet, als Gesamtheit der Mythen nach der Zugehörigkeit zu einer Kultur bzw. Region. Daneben kann man auch Mythen zu verschiedenen Themen kulturübergreifend behandeln. Man erhält dann Unterteilungen wie z.B. Landschaftsmythologie, Astralmythologie, Zahlenmythologie, Eschatologie.
Mythologie beschäftigt sich aber auch mit der Frage nach der Herkunft der Mythen und deren Verhältis zu anderen Erzählformen wie Legende, Märchen, Sage. Besonders Märchen werden mitunter als degradierte Mythen angesehen. Die Entwicklung der Mythen als erzählerische Gattung und auch deren Transformation zu Märchen ist Gegenstand der Narratologie. Die Entstehung von Mythen ist auch Gegenstand der Psychologie, besonders der einst modernen Völkerpsychologie.
Da der Gegenstand der Mythen gemeinhin religiös ist, ist deren Erforschung eng mit der Religionsgeschichte verbunden. Informationen aus Mythen sind wichtig zur Rekonstruktion religiöser Vorstellungen. Mythologie, die die Informationen mehrerer Mythen miteinander zu einem religiösen System verbindet, läuft aber Gefahr, etwas zu rekonstruieren, das so nie bestanden hat.
Mythologien verschiedener Kulturen
: Ägyptische Mythologie (vor-islamisch) - Akamba Mythologie - Akan Mythologie - Alur Mythologie - Ashanti Mythologie - Bambara Mythologie - Bambuti Mythologie - Banyarwanda Mythologie - Basari Mythologie - Baule Mythologie - Bavenda Mythologie - Bazambi Mythologie - Baziba Mythologie - Bushongo Mythologie - Dahomey Mythologie (Fon) - Dinka Mythologie - Ewische Mythologie - Ekoi Mythologie - Fan Mythologie - Fens Mythologie - Fjort Mythologie - Herero Mythologie - Ibibio Mythologie - Ibo Mythologie - Isoko Mythologie - Kamba Mythologie - Kavirondo Mythologie - Khoikhoi Mythologie - Kurumba Mythologie - Lotuko Mythologie - Lugbara Mythologie - Lunda Mythologie - Makoni Mythologie - Massai Mythologie - Mongo Mythologie - Mundang Mythologie - Ngbandi Mythologie - Nupe Mythologie - Nyamwezi Mythologie - Oromo Mythologie - Ovambo Mythologie - Pygmäen Mythologie - San Mythologie - Serer Mythologie - Shona Mythologie - Shongo Mythologie - Songhai Mythologie - Sotho Mythologie - Tumbuka Mythologie - Xhosa Mythologie - Yoruba Mythologie - Zulu Mythologie
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- Liste von Mythologien und Götterwelten
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- Liste mythologischer Orte
Literatur
- Der psychologische Mythos. Kurt Derungs, Edition Amalia, 1996, ISBN 3952076465
- Die Enzyklopädie der Mythologie. Klassisch, keltisch, nordisch. Arthur Cotterell, EditionXXL, ISBN 3897363003
- Lexikon der abendländischen Mythologie Otto Holzapfel, Herder Spektrum, ISBN 3451055007
- Carl Gustav Jung und Karl Kerényi: "Einführung in das Wesen der Mythologie", Walter-Verlag 1999, ISBN 3-530-40061-0
- Karl Kerényi: "Die Mythologie der Griechen - Die Götter- und Menschheitsgeschichten", dtv, ISBN 3-423-30030-2
- Michael Grant und John Hazel: "Lexikon der antiken Mythen und Gestalten", dtv, ISBN 3-423-32508-9
- Robert von Ranke-Graves: "Griechische Mythologie - Quellen und Deutung", rororo, ISBN 3-499-55404-6
- Robert von Ranke-Graves: "Die Weiße Göttin - Sprache des Mythos", rororo, ISBN 3-499-55416-X
- Roland Barthes: "Mythen des Alltags." edition suhrkamp, 1964, ISBN 3-518-10092-0
- Joseph Campbell: "Die Masken Gottes", (vier Bände), DTV 1996, ISBN 3423590343
- Joseph Campbell: "Der Heros in tausend Gestalten", Insel 1999, ISBN 3458342567
- Christoph Jamme: "Gott an hat ein Gewand - Grenzen und Perspektiven philosophischer Mythos-Theorien der Gegenwart", Suhrkamp 1999, ISBN 3518290339
- Heinrich Zimmer: "Indische Mythen und Symbole", Diederichs 2000, ISBN 3424006939
Weblinks
- [http://www.mythenwiki.de ein Wiki zum Thema Mythologie]
- [http://www.mythologica.de Lexikon zur griechischen Mythologie]
- [http://www.gottwein.de/Cap/Mythologie.htm Lexikon der Mythologie]
- [http://www.jcf.org Offizielle Website der Joseph Campbell Foundation - englisch]
- [http://www.sukhavati.de Mythologie, Symbole, Kunst und Mystik - deutsche Joseph Campbell Website]
- [http://www.mythentor.de Namen und Stichworte der Mythologie]
- [http://www.vingilot.de/Vingilot/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=69&Itemid=72
Astro-Mythologische Studien]
- [http://www.mythentor.de Vieles über Mythen]
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ja:神話
ko:신화
th:ปุราณวิทยา
HalbgottEin Halbgott ist in der Regel ein Geschöpf, das von einem Gott und einem nichtgöttlichen Wesen abstammt und gehört damit in den Bereich Mythologie oder Fantasy.
Der Begriff kann im übertragenen Sinn quasi-göttliche Wesen Macht bezeichnen (vgl.Halbgötter in Weiß als Bezeichnung für Ärzte).
Halbgötter
Beispiele für Halbgötter wären:
- Hercules oder Herakles (Sohn von Zeus/Jova/Jupiter und Alkmene)
- Pollux bzw. Polydeukes (aus der griechischen Mythologie)
- Achilleus (aus der griechischen Mythologie, Sohn des Peleus und der Meeresgöttin Thetis)
- Proteus (griechischer Halbgott)
- Pan
- Aiakos (wird auf Ägina als Halbgott verehrt)
- Fionn (aus einer irischen mittelalterlichen Sage)
- CuChullain (der Sohn von Lugh und Dechtire aus einer frühmittelalterlichen irischen Sage)
- Manu (Kind von Saraswati und Brahma)
siehe auch
- Mischwesen
Kategorie:gottheit
Herakles
Herakles (gr. ΗΡΑΚΛΗΣ/Ηρακλής, lat. Hercules, Herkules) war der Sohn des Zeus und der Alkmene.
Herakles war ein allgriechischer Nationalheros, dem göttliche Ehren zukamen.
Allerdings war er nur ein Halbgott, der später zum Gott ernannt wurde.
Er war Heil- und Orakelgott, der Gymnasien und Paläste.
Seine Attribute waren zum Beispiel: das Löwenfell, die Keule, das Füllhorn, der Bogen und der Köcher.
Leben des Herakles
Geburt
Nationalheros]]
Zeus verliebte sich einst in die schöne Alkmene, die Gattin des Amphitryon. In der Nacht näherte er sich ihr in Gestalt ihres Ehemannes, der sich zu der Zeit auf einem Feldzug befand, und vereinigte sich mit ihr. Hera, die Gemahlin des Zeus, war darüber rasend vor Eifersucht.
Als nun die Geburt von Herakles und seinem Zwillingsbruder Iphikles anstand, verkündete Zeus, dass das erstgeborene Kind aus dem Hause des Perseus der Herr über Mykene werde. Da verzögerte Hera die Wehen von Alkmene und ließ zunächst Eurystheus, den Sohn des Sthenelus, einem Onkel Amphitryons’, zur Welt kommen und erst dann Herakles, der somit diesem nun Untertan war.
Schon als Säugling offenbarten sich die göttlichen Kräfte des Herakles.
Er war gerade acht Monate alt, als Hera eines Abends zwei riesige Schlangen in das Gemach der Kinder schickte. Iphikles weinte vor Angst, doch da ergriff sein Bruder die beiden Schlangen mit seinen kleinen Händen und drückte ihnen den Hals zu. Der Griff war so stark, dass die Schlangen erstickten. Der Seher Teiresias, den der erstaunte Adoptivvater Amphitryon kommen ließ, prophezeite dem Kind eine ungewöhnliche Zukun | | |