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Aufklärung

Aufklärung

Als Aufklärung werden bezeichnet:
- die sexuelle Aufklärung, auch Sexualaufklärung
- die militärische Aufklärung (vgl. Aufklärer), militärische Geheimdienste
- die ärztliche Aufklärung: Information eines Patienten über eine Erkrankung und geplante Therapiemaßnahmen
- das Zeitalter der Aufklärung, einen durch fortschreitende Erkenntnis geprägten gesellschaftlichen Emanzipationsprozess; im engeren Sinne der Aufklärungsprozess des 17. und 18. Jahrhunderts
- die Klärung eines Sachverhalts, insbesondere eines Verbrechens
- die Belehrung, Information über gesellschaftliche oder politische Fragen
- im weiteren Sinn die Fortschritte des menschlichen Geistes in der gesamten Geschichte der Menschheit, die evolutionäre Überwindung von Wahn und Gewalt, gleich Menschwerdung im umfassendsten Wortsinn
- der Himmel klärt sich auf (wird klar; frei von Wolken)

Sexuelle Aufklärung

Sexualaufklärung oder Sexuelle Aufklärung ist die geschlechtliche Erziehung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit dem Ziel, die sie zu einer von der jeweiligen Kultur als "richtig" empfundenen Ausübung ihres ihnen angeborenen Sexualtriebs im Rahmen der herrschenden Sexualmoral zu führen. Die Sexualaufklärung besteht im Wesentlichen aus folgenden Teilen:
- Der Menschliche Körper und seine Funktion, Anatomie von Mann und Frau, anatomische Veränderung während des Wachstum und in der Pubertät.
- Erotik und Liebesleben, Sexualität, Zeugung, Schwangerschaft, Geburt, Stillen, Ehe, Eltern, Kinder
- Allgemeine Körperhygiene und Sexualhygiene oder Intimpflege, das Verhüten von Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten, Schwangerschaftsverhütung, Familienplanung.
- Sexualität als Kulturverhalten, gesellschaftliche Norm und die Abweichung von ihnen. Sexualaufklärung findet auf höheren Schulen oft im Rahmen des Biologie-Unterrichts statt. Noch in den 50er Jahren war die menschliche Sexualität ein öffentliches Tabuthema. Abbildungen in Schulbüchern zeigten den Menschen meist als geschlechtsloses Wesen. Unter dieser Tabuisierung litten vor allem die Frauen. Sexualität von Frauen wurde unmittelbar mit Ehe, Schwangerschaft und Mutterschaft verknüpft. Frauen, die schwanger wurden, ohne verheiratet zu sein, wurden gesellschaftlich geächtet. In den sechziger Jahren kam es unter anderem in Folge der Pille zu einer Gegenbewegung: der so genannten "Sexwelle". Die Studentenbewegung propagierte die freie Liebe nach dem Motto: "Make love not war!" Gesundheitsministerin Käte Strobel brachte den ersten Sexualkundeatlas heraus, befürwortete die Einnahme der Antibabypille und zeichnete auch für den ersten Aufklärungfilm Helga (1967) verantwortlich. Es folgten die Aufklärungsfilme des selbsternannten "Aufklärers der Nation", Oswalt Kolle. Nach und nach zog auch die Sexualkunde als Fach in die Schulen ein. Heute ist die sexuelle Aufklärung kein Tabuthema mehr. Der Aufklärungsunterricht im Rahmen der 'Menschenkunde' ist ein obligatorischer und wesentlicher Bestandteil des Schulfaches Biologie. Jugendzeitschriften wie BRAVO (mit ihrer Dr. Sommer-Redaktion) und andere Magazine beantworten Fragen zur Sexualität. Eine besondere Aufklärung ist in der modernen westlichen Kultur dadurch nötig, dass Kinder und teilweise auch Jugendliche von Sexualität ferngehalten werden. Pornografie dürfen Jugendliche in Deutschland nicht sehen, obwohl sie schon Sex mit einem Partner haben dürfen, ohne dass sich dieser dabei strafbar macht (siehe Schutzalter). Sexuelle Handlungen zwischen Kindern und Jugendlichen sind nach § 176 StGB verboten. Darunter fallen auch Zungenküsse. Den Kindern wird keine Möglichkeit aufgezeigt, wie sie ihre Sexualität anders als durch Selbstbefriedigung gesellschaftskonform ausleben können. Bei der Aufklärung stehen oft Gefahren wie Schwangerschaft, Geschlechtskrankheiten und sexuelle Übergriffe im Vordergrund. Unter Umständen gilt schon eine (lustbetonte) Unterhaltung mit einem Kind über Sexualität als Missbrauch. Kindliche Sexualität ist teilweise noch heute, auch in den deutschsprachigen eurpäischen Ländern, tabuisiert. In den USA und teilweise auch in Deutschland werden so genannte sexualisierte Kinder therapiert (siehe Doktorspiele). Sinnverwandte Begriffe: Sexualität; Sexualkunde; Sexualpädagogik

Weblinks


- [http://www.mit16.de/ Zitate aus Aufklärungsbüchern der 50er, 60er und 70er Jahre] Kategorie:Sexualaufklärung ja:性教育

Aufklärer

Das Wort Aufklärer bezeichnet:
- einen Vertreter der Aufklärungsepoche.
- davon abgeleitet einen Agitator, der sich z. B. für Emanzipation einsetzt.
- jemanden, der sexuelle Aufklärung, (Sexualaufklärung) unternimmt.
- die militärische Aufklärung
- eine Kurzform für Aufklärungsflugzeug, siehe auch Seeaufklärer.

Geheimdienst

Ein Nachrichtendienst oder auch Geheimdienst ist eine Organisation, die Informationen zur außen-, innen- und sicherheitspolitischen Situation sammelt und diese auswertet. Man unterscheidet zwischen Inlands- und Auslandsnachrichtendiensten. Zahlreiche Nachrichtendienste verfügen außerdem über Abteilungen zur Durchführung sogenannter verdeckter Operationen im Ausland. Für Nachrichtendienste gelten in der Regel besondere Rechte. verdeckter Operationen)]]

Nachrichtendienste in Demokratien

In Demokratien unterliegen die Nachrichtendienste einer gewissen Kontrolle, die neben verfassungswidrigen Eingriffen in die Rechte der Bürger auch verhindern soll, dass allein die gerade im Amt befindliche Regierung sich die Möglichkeiten der Dienste zunutze machen kann. Kritiker führen an, dass durch die Natur eines Nachrichtendienstes eine parlamentarische und gerichtliche Kontrolle nur sehr eingeschränkt möglich sei bzw. leicht umgangen werden könne. Ein exemplarisches Beispiel für das unkontrollierte Handeln von Nachrichtendiensten bei verdeckten Operationen lieferte die 1990 aufgedeckte, europaweite Operation Gladio von NATO und CIA.

Deutschland

In Deutschland unterliegen Nachrichtendienste der parlamentarischen Kontrolle. Um eine der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) des Dritten Reiches oder der Staatssicherheit (Stasi) der DDR vergleichbare Macht zu verhindern, wurden in der Bundesrepublik Deutschland mit dem Bundesnachrichtendienst (BND), dem Militärischen Abschirmdienst (MAD) und dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) drei Nachrichtendienste des Bundes eingerichtet, daneben bestehen im jedem Bundesland jeweils eigene Verfassungsschutzbehörden der Länder. Im zivilen Bereich haben ferner das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sowie die Zentralstelle für Information und Kommunikation der Bundespolizei (seit dem 30. Juni 2005 heißt der Bundesgrenzschutz Bundespolizei) nachrichtendienstliche Aufgaben.

Österreich

In Österreich gibt es mehrere Nachrichtendienste:
- Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung: ist der Nachrichtendienst des BMI und ist damit die Nachfolgeorganisation der bekannten Staatspolizei (Stapo) die ca. 2002 umbenannt wurde.
- Heeresnachrichtenamt (HNA) als Auslandsgeheimdienst des Bundesheer (Bundesministerium für Landesverteidigung)
- Abwehramt (HAA oder HAbwA) als Inlandsnachrichtendienst des Bundesheeres, ebenfalld dem BMLV unterstellt.

Luxemburg

Luxemburg verfügt seit 2004 über einen modernen Nachrichtendienst, den Service de Renseignement de l'Etat.

Schweiz

In der Schweiz existieren vier Nachrichtendienste:
- Strategischer Nachrichtendienst (SND), Auslandsnachrichtendienst
- Dienst für Analyse und Prävention (DAP), Inlandsnachrichtendienst
- Militärischer Nachrichtendienst (MND)
- Luftwaffennachrichtendienst (LWND) Siehe auch: Schweizer Nachrichtendienste

England

In England gibt es den Secret Intelligence Service (SIS). Er ist der britische Auslandsgeheimdienst, welcher auch unter den Namen MI6 (Military Intelligence, Abteilung sechs) oder Secret Service firmiert. (James Bond ist Mitglied des MI6) Des Weiteren gibt es den Security Service oder MI5 (Military Intelligence, Abteilung fünf), welcher für das Inland zuständig ist. Neben der klassischen Aufteilung in Auslands- und Inlandsgeheimdienst existiert zudem mit dem GCHQ (Government Communications Headquaters) in Celtanham, Wales ein Nachrichtendienst, der sich einzig um die elektronische Aufklärung (ELINT) kümmert.

Russland

Der russische Inlandsgeheimdienst ist der FSB, der aus dem KGB hervorging. Der schon seit dem 1. Weltkrieg existierende, aber weithin unbekannte Geheimdienst der Streitkräfte ist der GRU.

Niederlande

In den Niederlanden besteht ein militärischer (Militaire Inlichtingen- en Veiligheidsdienst, MIVD) und ein ziviler Nachrichtendienst (Algemene Inlichtingen- en Veiligheidsdienst, AIVD, bis 2002: Binnenlandse Veiligheidsdienst, BVD). Die Umbenennung des zivilen Nachrichtendienstes ging einher mit einer Ausweitung seiner Aufgaben. Der AIVD ist betroffenen Bürgern gegenüber auskunftspflichtig, sofern diese Auskunft nicht laufende Untersuchungen gefährdet. Unterstützt werden die beiden Geheimdienste durch den 2003 gegründeten Nationale Sigint Organisatie (NSO).

USA

Das Geheimdienstwesen der Vereinigten Staaten ist fragmentiert. Insgesamt teilen sich zur Zeit 13 Einzeldienste die Zuständigkeiten: Vier Dienste unterstehen den Teilstreitkräften: # Army Intelligence (AI), Heeresnachrichtendienst # Marine Corps Intelligence Activity, Nachrichtendienst des US Marine Corps # Office of Naval Intelligence (ONI), Marinenachrichtendienst # Air Intelligence Agency (AIA), Luftwaffennachrichtendienst # Die Defense Intelligence Agency (DIA) untersteht direkt dem Pentagon und soll die Arbeit der vier Geheimdienste der Teilstreitkräfte besser koordinieren. # Dem National Reconnaissance Office (NRO) unterstehen alle Spionagesatelliten # Die National Security Agency (NSA) in Fort Meade, Maryland ist, trotz ihrer relativen Unbekanntheit, dem Budget nach der größte Geheimdienst. Ihre Aufgabe besteht in der elektronischen Aufklärung (ELINT). Das Echelon Spionagenetz wird von ihr betrieben. # Die Central Intelligence Agency (CIA) ist der Nachrichtendienst für alle zivilen Belange. Ihr kommt gleichzeitg die Aufgabe zu, alle anderen Dienste zu koordinieren.

Italien

1977 schuf Italien per Gesetz erstmals ein parlamentarisch kontrolliertes, übersichtliches und in sich schlüssiges System von Nachrichtendiensten, das verschiedene organisatorische und operative Auswüchse der Nachkriegszeit beenden sollte. Der Ministerpräsident ist politisch für die Dienste verantwortlich und legt in Zusammenarbeit mit einem interministeriellen Steuerungskomittee (CIIS) die operativen Prioritäten der Dienste fest. Das ihm unterstellte
- Comitato Esecutivo per i Servizi di Informazione e di Sicurezza (CESIS) koordiniert die Arbeit der beiden Dienste:
- Servizio per le Informazioni e la Sicurezza Militare (SISMI) (Verteidigungsministerium)
- Servizio per le Informazioni e la Sicurezza Democratica (SISDE) (Innenministerium). Daneben gibt es noch einen beim Generalstab angesiedelten militärischen Fachdienst (J2). (siehe auch: Systematische Liste der italienischen Nachrichtendienste) Italien hatte in der Zeit von 1950 bis 1990 die vielleicht aufregenste Geheimdienstgeschichte aller westlichen Staaten. Wegen einer drohenden (demokratischen) Machtübernahme der sehr starken Kommunistischen Partei Italiens (PCI) und den Terroraktionen der sie unterstützenden Rote Brigaden versuchten die oftmals von altfaschistischen Kräften durchsetzten Dienste mit aller Macht, eine kommunistische Machtergreifung in Italien zu verhindern (Gladio, Strategie der Spannung, Propaganda Due).

Nachrichtendienste in Diktaturen

In Diktaturen sind Geheimdienste meist ein wichtiger Machtfaktor. Zu ihrer Aufgabe gehört dort oft auch die Einschüchterung politischer Gegner bis hin zur Ermordung unliebsamer Kontrahenten und die gezielte Manipulation der öffentlichen Meinung. So wurden insbesondere in Südamerika Anschläge von Geheimdiensten verübt, die anschließend dem politischen Gegner zugeschoben wurden, um diesen zu diskreditieren.

Intention

Die Existenz von Geheim- und Nachrichtendiensten ist eng verwandt mit der Idee der Staatsräson, wie aus einer [http://www.polizei.mvnet.de/lka/pages/txt_stasch.htm offiziellen Definition] abzulesen ist: "Der Begriff Staatsschutz umfasst alle Maßnahmen, die dem Schutz der Staatsorgane, der inneren und äußeren Existenz des Staates und seiner Einrichtungen dienen."

Kritik

Kritiker sind der Meinung, dass auch in Demokratien trotz der dort wirksamen parlamentarischen Kontrolle die Tätigkeit der Nachrichtendienste durch Intransparenz und Rechtsmittellosigkeit bestimmt sei; Ausnahmeregelungen für die Nachrichtendienste würden zudem die staatlichen Grundrechts-Garantien aufheben. Das Ausmaß nachrichtendienstlicher Operationen sei daher schwer abzuschätzen.

Sonstige Begriffsbedeutungen

Oft werden auch Nachrichten- und Presseagenturen als Nachrichtendienste bezeichnet.

Siehe auch


- Liste von Nachrichtendiensten
- Geheimpolizei
- Überwachungsstaat
- Verdeckte Operation
- Desinformation
- SourceWatch
- Berner Club
- V-Mann
- Wikipedia:WikiProjekt Nachrichtendienst

Weblinks


- http://www.geheimdienste.org - deutsche Seite mit Informationen zu einigen Nachrichtendiensten
- http://www.fas.org/irp/world/index.html - Übersicht zu Nachrichten- und ähnlichen Diensten nach Ländern (auf Englisch) --> Link defekt!
- http://www.facts.biz.ly/Nachrichtendienste.html - deutschsprachige Seite über die österreichischen Geheimdienste (Geschichte, gesetzliche Grundlage, HNaA, AbwA, BVT, und einer umfangreichen Linksammlung zu anderen Geheimdienstseiten)
- http://nachrichtendienst.biz Kategorie:Euphemismus ! ja:情報機関

Zeitalter der Aufklärung

Der Grundstein der Aufklärung bilden Renaissance ( Dinge aus der Ankike werden aufgegriffen,überarbeitet und wieder eingeführt) und Humanismus ( der Mensch steht im Zentrum,Schule für alle!!) Das Zeitalter der Aufklärung bezeichnet eine Epoche in der geistigen Entwicklung der westlichen Gesellschaft im 16. bis 18. Jahrhundert, die besonders durch das Bestreben geprägt ist, das Denken mit den Mitteln der Vernunft von althergebrachten, starren und überholten Vorstellungen, Vorurteilen und Ideologien zu befreien und Akzeptanz für neu erlangtes Wissen zu schaffen.

Aufklärung im Allgemeinen

Ideologie Unter Aufklärung im allgemeinen Sinne versteht man einen gesellschaftlichen Emanzipationsprozess, dessen Ziel es ist, traditionelle, auf Frömmigkeit beruhende, autoritäre Geisteshaltungen kritisch zu hinterfragen, um einer ernüchterten Kultur der Vernunft Vorschub zu leisten. Der aufgeklärte Mensch soll nicht mehr den Vorgaben der Obrigkeiten vertrauen, sondern aus „seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“ (Immanuel Kant) ausgehen und sein Leben selbstbestimmt in die Hand nehmen. Beispiele für Aufklärungsprozesse sind die griechische Aufklärung im Zeitalter der Antike oder die moderne europäische Aufklärung, die sich auf erstere stützt. Die moderne europäische Aufklärung beginnt mit der Wiedergeburt des antiken Geistes in der Renaissance. Diese und die Reformation bilden das Vorspiel für das so genannte Zeitalter der Aufklärung. Zwischen diesem Vorspiel und der „tatsächlichen“ Aufklärung liegt jedoch der 30-jährige Krieg. Daher wird die Aufklärung auch als die Fortsetzung der Renaissance nach dem 30-jährigen Krieg bezeichnet. Das Zeitalter der Aufklärung wird oft kurz Aufklärung genannt, obwohl der Aufklärungsprozess eine menschheitliche und welthistorische Dimension hat und nicht erst im 17. Jahrhundert in West-Europa begann und sich auch nicht am Ende des 18. Jahrhunderts verabschiedete. Man kann das Zeitalter der Aufklärung auch mit dem Romanisten Werner Krauss in Frühaufklärung, Aufklärung und Spätaufklärung unterteilen. Dann versteht man unter Aufklärung im engeren Sinne die Periode in der Mitte des 18. Jahrhunderts, die in Frankreich geistesgeschichtlich von den Diskussionen um die Encyclopédie bestimmt wurde. Mit der Zeit dieser Aufklärung ging ein naturwissenschaftlicher und technischer Erkenntnisfortschritt einher. Er beeinflusste auch stark die Bildung humanistischer Vorstellungen, denn auch die Ethik sollte rationalen Kriterien unterworfen werden.

Geschichtlicher Hintergrund

Das Zeitalter der Aufklärung ist die Epoche der europäischen Geistesgeschichte im 17. und 18. Jahrhundert. Sie war geprägt durch eine Bewegung der Säkularisierung und eine Abkehr von der absolutistischen hin zu einer demokratischen Staatsauffassung und dem Aufkommen des Liberalismus mit seinem Konzept der Menschen- und Bürgerrechte. Die Bewegung trat für ein vernunftgemäßes Denken und gegen Vorurteile und religiösen Aberglauben ein, gegen den sie eine „Vernunftreligion“ entwickelte; Wissenschaft und Bildung sollten gefördert und in allen Volksschichten verbreitet werden. Die Aufklärung ging vor allem von England, Frankreich, Polen und Deutschland aus. Die wichtigsten Voraussetzungen für die Aufklärung waren die vorausgegangene Renaissance, die neuen Entdeckungen in Übersee und das daraus entstandene neue Weltbild, die Papierherstellung und der Buchdruck. Damit wurde der Bucherwerb auch für das bürgerliche Publikum erschwinglich, ein Verlagswesen mit Zeitungsproduktion und Buchmarkt entstand. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts war Reiseliteratur in Mode. Hatte man zuvor den Europäer (und Christen) für überlegen gehalten, las man nun, dass manche Anders- oder Ungläubige, wie zum Beispiel die Chinesen, sehr wohl hohe ethische Prinzipien und eine eigene Hochkultur haben konnten. Die Reiseliteratur jener Tage übte derart mehr oder weniger deutlich Kritik an der europäischen Gesellschaft. In fiktiven Reiseberichten, z.B. Montesquieus Persischen Briefen, in denen zwei Perser Europa besuchen, sehen die Leser ihre Welt durch die Augen der Fremden - mit erhellenden komisch-satirischen Effekten. Als eine der wichtigsten Errungenschaften der Aufklärung gilt die Verabschiedung der ersten demokratischen Verfassungen in den USA 1787, Polen 1791 und Frankreich 1791.

Allgemeine Charakteristika

Frankreich Der wichtigste Grundsatz der Aufklärung besagte, dass die Vernunft imstande sei, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Nicht wenige Anhänger der Aufklärung landeten wegen dieser Überzeugung und ihrer Forschungsergebnisse hinter Schloss und Riegel wie Galilei oder mussten fliehen. Kants Leitspruch: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ („Sapere aude“) zielt auf den äußeren Widerstand gegen die Aufklärung, aber auch auf die innere Befreiung von der Bevormundung (siehe auch: Priesterbetrugstheorie). Spinoza vertrat in seinem Theologisch-politischen Traktat von 1670 die These, Judentum und Christentum seien lediglich vergängliche Phänomene ohne absolute Gültigkeit. Die Forderung der Aufklärer nach Gedanken- und Glaubensfreiheit konnte sich unter anderem auf John Lockes Briefe über die Toleranz (1689) berufen. John Toland veröffentlichte 1696 ein Buch, in dem er behauptete, die Bibel sei zum Teil eine Fälschung und die Kirche habe ein Interesse daran, Menschen zu täuschen. Jean Meslier ging in seinen Beobachtungen und Forderungen noch wesentlich über Toland hinaus. Pierre Bayle attackierte den Aberglauben, dass Kometen Unheil ankündigen, und andere Vorurteile, während der Holländer Balthasar Bekker die Hexenprozesse aufs Korn nahm. Sein Landsmann Gerhard Noodt sprach sich als Rektor der Leidener Universität in einer Rektoratsrede 1699 dafür aus, dass dem Fürsten die Macht vom Volk genommen werden könne. In einer weiteren Rede 1706 befürwortete er die absolute Freiheit der Untertanen in Religionsfragen gegenüber dem Fürsten. Die Menschen der Aufklärung beflügelte der Glaube, Vernunft und Freiheit würden die Menschheit in absehbarer Zeit von Unterdrückung und Armut erlösen. Auch glaubten viele an den Slogan „Wissen ist Macht“ von Francis Bacon. In Frankreich entstand so die berühmte Encyclopédie. Herausgegeben wurde sie von Denis Diderot und Jean d'Alembert, und etliche Aufklärer mit großem Namen wie Voltaire und Montesquieu schrieben Artikel für das Hauptwerk der Aufklärung. Jean-Jacques Rousseau beteiligte sich ebenfalls. Er wird jedoch nicht von allen als Aufklärer bezeichnet. In seiner Schrift über die Wissenschaften und die Künste von 1750 verneinte er die Frage, ob diese zum moralischen Fortschritt der Menschheit beigetragen hätten. Seine politischen Schriften beeinflussten maßgebliche Vertreter der Französischen Revolution. Voltaire war ein unerbittlicher Gegner der Kirche und ein Erneuerer der Geschichtsschreibung. Einen großen Teil seines guten Rufs verdankt er seinem erfolgreichen Kampf gegen krasse Irrtümer bzw. Willkür-Urteile der Justiz. Die Aufklärung war vor allem Sache der Wohlhabenden, namentlich des ökonomisch erfolgreichen Bürgertums. Manche Aristokraten sympathisierten mit der Bewegung und unterstützten in juristische oder finanzielle Bedrängnis geratene Aufklärer. Condorcet ging so weit, seinen Adelstitel ganz abzulegen. Aufgrund der strengen Zensur in Frankreich arbeiteten einige französische Druckereien in Amsterdam, wo auch berühmte Aufklärer Zuflucht fanden. Schriften wurden von dort nach Frankreich geschmuggelt. Das gleiche Muster zeigte sich in Österreich; viele Druckwerke erschienen in Deutschland. Die Aufklärung war nicht die einzige Ursache der französischen Revolution, hat sie jedoch in vielen Aspekten geprägt: Ihre Führer, radikale Anhänger der Aufklärung, schafften den Einfluss der Kirche ab und ordneten Kalender, Uhr, Maße, Geldsystem und Gesetze anhand rein rationaler Kriterien neu. Die französische Revolution markiert gemeinhin das Ende der Aufklärung. Die extreme Betonung von Ratio und Objektivität der Aufklärung führte zur Gegenbewegung, der Romantik, die Individualität und subjektive Erfahrung betonten und die Menschen in einer Welt, in der Werte und Regeln einzig nach Kriterien der Vernunft bestimmt wurden, als Gefangene sah. Allerdings schloss das Zeitalter der Aufklärung auch einige bedeutende nicht-rationale Bewegungen ein, wie beispielsweise den Mesmerismus. Noch stärker wird die Aufklärung von Postmoderne und Dekonstruktivismus kritisiert, die absolute objektive Werte und Wahrheiten verneinen und Logik nicht als alleinige Basis des menschlichen Wissens sehen.

Typische Merkmale


- Denkbewegungen auf allen Gebieten
- Kritisches Fragen, Denken und Zweifeln werden zur Tugend
- Toleranz der Religionen gefordert
- Diesseitsorientierung der Menschen (nicht mehr Konzentration auf Leben nach dem Tod)
- Bürger erlangen Selbstbewusstsein durch ökonomische Veränderungen wie z.B. durch das Manufakturwesen, die das Bürgertum zur wirtschaftlich bedeutendsten Schicht macht; Weltbürgertum
- Wachsende Wichtigkeit der Erkenntnis aus der Sinneswahrnehmung (Empirismus)
- Wachsende Relevanz der im Verstand gegründeten Denkfähigkeit (Rationalismus, logisches und eigenständiges Denken)
- Weisheit und Intellekt werden zu Tugenden
- Tugend und ihre Förderung werden zum Hauptziel der Epoche
- Das „Gute“ und das „Vernünftige“ werden gleichgesetzt
- Natur statt offenbarte Religion als Referenz
- Menschlicher Verstand als Instrument der Wahrnehmung
- Freiheit statt Absolutismus; Gleichheit statt Ständeordnung; Erfahrung, wissenschaftliche Erkenntnis statt Vorurteil und Aberglauben, Toleranz statt Dogmatismus
- „Der Mensch ist von Natur aus gut, man muss es ihm nur zeigen.“

Bekannte Vertreter der Aufklärung

In alphabetischer Reihenfolge:
- Felix Adams
- Cesare Beccaria
- August Friedrich Wilhelm Crome
- Denis Diderot
- Claude Adrien Helvétius
- Johann Gottfried Herder
- Paul Heinrich Dietrich von Holbach
- David Hume
- Friedrich Heinrich Jacobi
- Immanuel Kant
- Ignacy Krasicki
- Gotthold Ephraim Lessing
- John Locke
- Moses Mendelssohn
- Montesquieu
- Thomas Paine
- Stanisław August Poniatowski
- Carl Leonhard Reinhold
- Jean-Jacques Rousseau
- Voltaire
- Christian Jacob Wagenseil
- Christian Felix Weiße
- Christoph Martin Wieland

Zitate


- Immanuel Kant: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“
- Gotthold Ephraim Lessing: „An die Stelle der Religion muss die Überzeugung treten.“

Literatur


- Autorenkollektiv,
Französische Aufklärung. Bürgerliche Emanzipation, Literatur und Bewußtseinsbildung, Leipzig: Reclam 1974
- Ehrhard Bahr (Hrsg.):
Was ist Aufklärung? Thesen und Definitionen. Stuttgart: Reclam 1974 (Preiswerte Sammlung zentraler Quellen: Texte von Kant, M. Mendelssohn, Wieland, Herder, Lessing, etc.)
- Ernst Cassirer,
Die Philosophie der Aufklärung, Hamburg: Meiner 1998, ISBN 3787313621
- J. Stenzel (Hrsg.):
Das Zeitalter der Aufklärung. München 1980
- Gudrun Hentges:
Schattenseiten der Aufklärung/Die Darstellung von Juden und „Wilden“ in philosophischen Schriften des 18. und 19. Jahrhunderts; Wochenschau Verlag, Schwalbach/Ta 1999, 298 Seiten, ISBN 3-87920-485-3
- Panajotis Kondylis,
Die Aufklärung im Rahmen des neuzeitlichen Rationalismus, Hamburg: Meiner 2002, ISBN 3787316132
- W. Krauss:
Studien zur deutschen und französischen Aufklärung. Berlin 1963
- Peter Pütz:
Die deutsche Aufklärung. Darmstadt 1978
- Jochen Schmidt (Hrsg.):
Aufklärung und Gegenaufklärung in der europäischen Literatur, Philosophie und Politik von der Antike bis zur Gegenwart. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1989
- Peter Lang in: Helmut Reinalter (Hrsg.):
Die Aufklärung in Österreich. Ignaz von Born und seine Zeit. (Schriftenreihe der Internationalen Forschungsstelle Demokratische Bewegungen in Mitteleuropa 1770-1850, Bd. 4), Frankfurt/a. M. u. a. 1991, 146 S., ISBN 3-631-43379-4

Weblinks


- http://www.dieterwunderlich.de/aufklarung.htm
- http://www.thur.de/philo/kp/mensch5.htm

Siehe auch


- französischer Materialismus, protestantische Reformation, Humanismus, Freimaurerei, Haskala
- Kant:
Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?
- Horkheimer/Adorno:
Dialektik der Aufklärung Kategorie:Philosophie der Aufklärung Kategorie:Religionskritik Kategorie:Zeitalter !Zeitalter der Aufklärung ja:啓蒙時代 ko:계몽주의 th:ยุคแสงสว่าง

Sinatra '65: The Singer Today

Sinatra '65: The Singer Today is an album by American singer Frank Sinatra, released in 1965. The album is an odds-and-ends collection of various singles and sessions, highlighted by the hits "Anytime At All," "Somewhere In Your Heart, " "Stay With Me, " and "Tell Her (You Lover Her Each Day)." This album is not available on compact disc, although all songs are available on The Complete Reprise Studio Recordings.

Track listing

#"Tell Her (You Love Her Each Day)" (Gil Ward, Charles Watkins) #"Any Time At All" (Baker Knight) #"Stay With Me" (Jerome Moross, Carolyn Leigh) #"I Like To Lead When I Dance" (Sammy Cahn, Jimmy Van Heusen) #"You Brought A New Kind Of Love To Me" (Sammy Fain, Irving Kahal, Pierre Norman Connor) #"My Kind Of Town" (Sammy Cahn, Jimmy Van Heusen) #"When Somebody Loves You" (Sammy Cahn, Jimmy Van Heusen) #"Somewhere In Your Heart" (Russell Faith, Clarence Keltner) #"I've Never Been In Love Before" (Frank Loesser) #"When I'm Not Near The Girl I Love" (E.Y. Harburg, Burton Lane) #"Luck Be A Lady" (Frank Loesser)

Personnel


- Frank Sinatra - Vocals
- Ernie Freeman - Arranger, Conductor
- Nelson Riddle - Arranger, Conductor
- Don Costa - Arranger, Conductor
- Billy May - Arranger
- Gordon Jenkins - Conductor
- Morris Stoloff - Conductor Category:Frank Sinatra albums Category:1965 albums

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