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| Aufklärungsflugzeug |
AufklärungsflugzeugEin Aufklärungsflugzeug ist ein Militärflugzeug, das für die Aufgabe konstruiert, umgebaut oder ausgerüstet ist, Informationen für die militärische Aufklärung zu beschaffen.
militärische Aufklärung]]
Arten der Aufklärung
Bildaufklärung
militärische Aufklärung]]
militärische Aufklärung
Die grundlegende und älteste eingeführte Form der Aufklärung besteht in der Anfertigung von Bildern des Zielgebiets. In den Zeiten des Ballons bedeutete dies einen Mann mit Papier und Stift, der Skizzen von feindlichen Befestigungsanlagen machte, doch bald nahmen Flugzeuge Kameras mit in die Luft. Bis in die 1990er Jahre war die mit superfeinem Schwarz-Weiß-Film bestückte Kamera das wichtigste Werkzeug der Aufklärung, ehe sie von der elektronischen Bilderfassung abgelöst wurde. Ihr wesentlicher Vorteil liegt in der Informationsverarbeitung und -übermittlung in Echtzeit.
Mit großen Brennweiten und hoch technologischen Optiken können Spionagesatelliten aus ihrem Orbit Aufnahmen mit einer Auflösung von weniger als 30 Zentimetern aus einer Entfernung von 250 Kilometern machen und so wahrscheinlich Autokennzeichen entziffern.
Andere Sensoren, die ebenfalls Bildaufklärung liefern, sind Infrarotsensoren, Videokameras und Radarsysteme. Auch Fernsehkameras werden eingesetzt, um Informationen an Bodenstationen zu übermitteln, wo Geheimdienstoffiziere die Szenen in Echtzeit verfolgen können.
Strategische Aufklärung
Oberstes Ziel eines strategischen Aufklärungssystems ist es, den eigenen Kommandoautoritäten zu ermöglichen, die militärische Stärke einer Zielnation in Friedenzeiten abzuschätzen, und eine solche Aufgabe fortzusetzen, wenn ein Krieg ausbricht. Diese Art von Mission, die über einen langen Zeitraum kontinuierlich ausgeführt wird, ist eher unter dem angemesseneren Begriff Überwachung bekannt.
Überwachung
Strategische Aufklärungsplattformen müssen so viel Information wie möglich über ein möglichst großes Gebiet bei einem einzigen Überflug sammeln; deshalb tendierte man in der Vergangenheit dazu, dafür sehr hoch fliegende Flugzeuge wie die Lockheed U-2 und die Lockheed SR-71 einzusetzen.
Heute stammt der Großteil der Geheimdienstinformationen, die für strategische Planung verwendet werden, von Satelliten. Sie halten nach einer Bandbreite an Zeichen für militärische Expansion Ausschau, etwa große Truppenbewegungen oder Aufstellung neuer Raketenbatterien (Kuba-Krise), aber auch militärisch bedeutsame wirtschaftliche Veränderungen, etwa die Umstellung der Produktion in Munitionsfabriken auf ganztägigem Dreischichtenbetrieb.
Taktische Aufklärung
Kuba-Krise
Die Grenze zwischen strategischer und taktischer Aufklärung ist unscharf. Im allgemeinen wird taktische Aufklärung im Auftrag des Bodenbefehlshabers ausgeführt und zwar meistens von aktuellen Varianten hochleistungsfähiger Flugzeuge wie dem Panavia Tornado und zunehmend von Drohnen. Doch auch strategische Systeme können für taktische Zwecke verwendet werden: Die SR-71 machten Mach 3-Aufklärungsflüge in extremen Höhen, um die feindliche Abwehr auszuspionieren, bevor die USA in den 1980er Jahren militärische Kampfhandlungen in Grenada, Libyen und Panama initiierten.
Taktische Aufklärung beinhaltet äußerst selten Überwachung; stattdessen werden die Flugzeuge beauftragt, nachrichtendienstliche Informationen über ein bestimmtes Ziel in einem kurzen Zeitabschnitt zu liefern.
Technik
Die technische Ausstattung reicht dabei von Foto-Kameras über Daten- und Sprechfunkantennen, Mikrowellenempfängern bis zu Wärmebildkameras und Radar und weiteren Geräten wie Tonbandgeräten etc.
Sigint
Sigint (signals intelligence = Signal-Nachrichtendienst) ist ein weiter und ständig wachsender Bereich der Aufklärung, der das Sammeln von Informationen über das gesamte elektromagnetische Spektrum umfasst. Er teilt sich in verschiedene Bereiche, die sich mit willkürlichen und zufälligen Transmissionen beschäftigen.
Elint
Radar
Elint (electronic intelligence = elektronischer Geheimdienst) ist eine spezialisierte und sehr wichtige Form der SIGINT-Aufklärung. Elint-Flugzeuge sind mit hochsensiblen Empfängern bestückt, die auf die Frequenzen der Radarabwehr eines potentiellen Feindes eingestellt sind. Ihre Aufgabe besteht in der Aufzeichnung und Analyse von feindlichen Signalen, um zu berechnen, wie man sie am besten stören oder umgehen kann. Die meiste Zeit bleiben sie den gegnerischen Grenzen fern, doch gelegentlich kommen sie ihnen sehr nahe, um die feindliche Abwehr in Bewegung zu bringen. Das liefert eine Unmenge nachrichtendienstlich verwertbarer Daten, wie Empfindlichkeit und Reichweite des Abwehrnetzes oder die Reaktionszeiten der Abfangjäger.
Comint
Comint (communications intelligence = Abhördienst) ist eigentlich bloß das Abhören des feindlichen Funkverkehrs. Viele Länder besitzen spezielle Comint-Flugzeuge, die Informationen auf allen Wellenlängen abziehen und sie für spätere Analysen aufzeichnen. Natürlich ist ein Großteil der gesammelten Informationen codiert; deshalb arbeiten Comint-Teams eng mit Codeknackern zusammen.
Telint
Telin (telemetric intelligence = Telemetrie-Nachrichtendienst) ist eine spezielle Form des Comint, der Anweisungen und Datenübermittlungen zwischen Rakete und Bodenkontrolle im Verlauf von Tests abfängt. Die Analyse dieser Daten kann präzise Informationen über die Leistung der Rakete erbringen, die wertvoll sind, wenn man Waffenabkommen verhandelt.
Radarüberwachung
Radarüberwachung gehört nicht im engeren Sinne zur Aufklärung. Radarüberwachung wird von NATO-Luftwaffen unter den Begriffen AWACS (Airborne Warning And Control System) für die Luftraumüberwachung und STARS (Surveillance Target Attack Radar System) für die Radarüberwachung von Bodentruppen durchgeführt.
Aufgaben und Risiken
Aufgaben
Je nach Aufgabe und dafür optimaler Technik werden verschiedene Flugzeugtypen eingesetzt. Diese richten sich auch nach dem Risiko des Fluges. Beispielsweise kann über Gebieten mit starker Luftabwehr nicht mit langsamen und/oder bodennah fliegenden Maschinen operiert werden. Meist werden für niedrige Flüge, z.B. wenn das Ziel die Abhörung leistungsschwachen Sprechfunks ist, kleine Flugzeuge eingesetzt z.B. eine Beechcraft RC-12; bei großflächiger Überwachung dagegen hochfliegende große Flugzeuge z.B. die Boeing RC-135.
Risiken
Es ist jedoch ein riskantes Unterfangen. Mehrere Elint-Spürhunde wurden abgeschossen, weil sie feindlichen Küsten zu nahe kamen oder das Temperament des Gegners unterschätzten. Tatsächlich kam es zur Tragödie des Fluges KE 007, weil die Sowjetsche Luftverteidigung dachten, es handle sich um eine Elint-Mission über hochsensiblen Militärzonen. Einer der bekanntesten Fälle ist der Abschuß der U-2 über der UdSSR und die Gefangennahme von Gary Powers. Bis Heute werden 150 Soldaten der US-Airforce vermisst und es ist der Öffentlichkeit unbekannt wieviele einen Abschuß überlebten und in Gefangenschaft geraten sind.
Liste von Flugzeugen
Gary Powers
- MiG-25R Foxbat
- Iljuschin Il-20
- BAe Nimrod R.Mk 1
- Boeing RC-135
- Boeing E-3 AWACS
- Boeing E-8 Joint STARS
- Lockheed U-2/TR-1
- Lockheed SR-71
- Lockheed P-3 Orion (und EP-3 Orion)
- Lockheed ES-3 Shadow
- Grumman E-2 Hawkeye
- Northrop-Grumman RQ-4
Siehe auch
- Seeaufklärer
- Kampfflugzeug
- Jagdbomber
- Liste von Flugzeugtypen
- Luftkrieg
Weblinks
- [http://www.spyflight.co.uk/main.htm Spyflight] (Englisch)
Aufklaerungsflugzeug
Kategorie:Militärische Luftfahrt
ja:偵察機
Flugzeug
Ein Flugzeug ist ein Luftfahrzeug, das schwerer als Luft ist und das aerodynamischen Auftrieb nutzt.
Im Gegensatz zu den Luftfahrzeugen wie Ballonen oder Luftschiffen, die den statischen Auftrieb nutzen, entsteht der Auftrieb bei Flugzeugen entweder erst beim Umströmen des Tragorgans (dynamischer Auftrieb) oder durch Rückstoß. Starrflügelflugzeuge besitzen als Tragorgane Tragflächen im weitesten Sinn, Drehflügelflugzeuge besitzen als Tragorgan einen oder mehrere Rotoren und Schwingenflugzeuge besitzen als Tragorgane Schwingen. Bei Senkrechtstartern beruht der Auftrieb in der Schwebe- und Übergangs- oder Transitionsphase auf dem Reaktivantrieb (Rückstoß).
Grundlegende Bauweisen
Das Prinzip des aerodynamischen Flugs wird durch unterschiedliche Bauweisen verwirklicht:
Starrflügelflugzeuge
Senkrechtstarter
Bei Starrflügelflugzeugen wird die Luftströmung über den Tragflächen durch die Vorwärtsbewegung des Flugzeugs hervorgerufen. Das heißt allerdings nicht, dass die Flügel ausnahmslos unbeweglich sein müssen. Es gibt Flugzeuge mit Schwenkflügeln (variabler Pfeilung), die der Fluggeschwindigkeit angepasst werden kann, wie beispielsweise das Kampfflugzeug Tornado. Auch sie gehören zu dieser Kategorie.
Im weiteren Sinn gehören zu den Flugzeugen, die nach dem Starrflügelprinzig fliegen auch Motorschirme und Gleitschirme sowie deren Vorgänger mit festem Gestell, die Hängegleiter. Die Gleitschirme selbst, im Volksmund ihrer Form wegen "Matratzen" genannt sind eigentlich nichts anderes als vom Fahrtwind aufgeblasene Tragflügel. Nicht lenkbare Fallschirme, insbesondere Bremsfallschirme und Fallbremsen (engl. fall retarder) gehören nicht zu den Flugzeugen.
Bodeneffektfahrzeuge komprimieren Luft unter einer Tragfläche und sind damit nichts anderes als extrem tief fliegende Starrflügelflugzeuge.
Bild:GENERAL DYNAMICS EF-111A RAVEN.png|Flugzeug mit variabler Pfeilung
Bild:Motorschirm.jpg|Motorschirm
Bild:Aufgebauter Hängegleiter in Scuol.JPG|Hängegleiter
Bild:Ekranoplan A-90 Orljonok.png|Bodeneffektfahrzeug
Drehflügelflugzeuge
Bodeneffektfahrzeuge
Bei Drehflügelflugzeugen werden die Tragflächen in Form eines horizontalen Rotors gebaut. Die Luftströmung über den Rotorblättern wird hauptsächlich durch die Drehbewegung des Rotors oder der Rotoren erzeugt.
Hubschrauber
Hubschrauber besitzen einen oder mehrere angetriebene (nahezu) waagrechte Rotoren. Der Auftrieb und der Vortrieb werden durch entsprechende Steuerung der Rotoren verwirklicht. Die Steuerung für den Auftrieb ist die kollektive Rotorblattverstellung, die Steuerung für den Vortrieb (oder auch für den seitlichen oder den Rückwärtsflug) die zyklische Rotorblattverstellung.
Tragschrauber
Beim Tragschrauber, auch "Autogiro" genannt sorgt ein nicht durch ein Triebwerk, sondern durch den Fahrtwind in Autorotation angetriebener Rotor für den Auftrieb. Für den Vortrieb muss ein Zug- oder Schubtriebwerk sorgen. Der Rotor ersetzt den starren Tragflügel des Tragflügelflugzeugs.
Flugschrauber
Flugschrauber erzeugen den Auftrieb über einen durch ein Triebwerk angetrieben Rotor und den Vortrieb über Schub- oder Zugtriebwerke. Da der Rotor nur noch durch den Auftrieb belastet wird, können Flugschrauber etwas höhere Geschwindigkeiten als Hubschrauber erreichen.
Bild:Flama.jpg|Hubschrauber
Bild:Aurogyro-ELA-07-Casarrubios-Spain.jpg|Tragschrauber
Image:Ah-56.jpg|(Kombinations)-Flugschrauber
Hybride aus Dreh- und Starrflügelflugzeug
Flugschrauber]
Verbundhubschrauber
Verbundhubschrauber sind eine Kombination aus Hubschrauber und Starrflügelflugzeug. Sie besitzen einen oder mehrere Rotoren und feste Tragflügel meist in Form von Stummelflügeln die beim Reiseflug einen Teil des Auftriebs übernehmen.
Kombinationsflugschrauber
Kombinationsflugschrauber, auch "Compounds" genannt sind eine Kombination aus Flugschrauber und Starrflügelflugzeug. Beim Senkrechtstart übernimmt der Rotor den Auftrieb, beim Reiseflug übernehmen Schub- oder Zugtriebwerke den Vortrieb, Starrflügel und Rotor(en) den Auftrieb. Der Rotor kann beim Reiseflug auf niedrigen Widerstand eingestellt und vom Triebwerk abgekuppelt werden. Alternativ ist aber auch der Antrieb des Rotors bei Start und Landung durch Blattspitzenantriebe möglich (Beispiel: Fairey Rotodyne). Durch die Entlastung des Rotors lassen sich höhere Geschwindigkeiten als beim Hubschrauber erreichen.
Wandelflugzeug
Wandelflugzeuge, auch Verwandlungsflugzeuge oder auch Verwandlungshubschrauber genannt besitzen während des Senkrechtstarts die Konfiguration eines Hubschraubers. Beim Übergang zum Reiseflug werden sie zum Starrflügelflugzeug um konfiguriert, zum Beispiel durch Kippen des Rotors und Benutzung desselben als Zugtriebwerk (diese Konfiguration nennt sich Kipprotor oder Tiltrotor; Beispiel: Bell-Boeing V-22). Zu den Wandelflugzeugen gehören auch Kippflügel-, Schwenkrotor-, Einziehrotor- und Stopprotorflugzeuge. Wandelflugzeuge kombinieren die Vorteile eines Drehflügelflugzeugs mit denen eines Starrflügelflugzeugs. Die meisten nicht durch Strahltriebwerke angetriebenen Senkrechtstarter (VTOL-Flugzeuge) gehören zu den Wandelflugzeugen.
Image:Mil Mi-6 HOOK.png|Verbundhubschrauber Mil Mi-6
Bild:Fairey Rotodyne Model.jpg|Kombinationsflugschrauber
Image:X-18 tilting its wing bw.jpg|Wandelflugzeug (Kippflügelflugzeug)
Schwingenflugzeuge (Ornithopter)
Bei Schwingenflugzeugen bewegen sich die Tragflächen wie Vogelflügel auf und ab, sie werden deshalb von manchen Autoren auch als Flatterflügel bezeichnet und erzeugen gleichzeitig Auftrieb sowie Vortrieb. Besonders in der Frühzeit der Luftfahrt wurde versucht, Schwingenflugzeuge zu bauen, aber außer in kleinen Modellen ist dies bis heute noch nicht gelungen, beziehungsweise nicht wirtschaftlich.
Rotorflugzeuge
Luftfahrt
Ein Rotorflugzeug besitzt als Tragorgane Flettner-Rotoren, die den Magnus-Effekt nutzen. Momentan haben Rotorflugzeuge keinerlei praktische Bedeutung. Rotorflugzeuge dürfen nicht mit Drehflügelflugzeugen verwechselt werden.
Grenzfall: Luftkissenfahrzeug
Die Grenze zwischen Flugzeug und Landfahrzeug bzw. Schiff ist beim Vollhovercraft erreicht. Das Luftkissenfahrzeug kann als Senkrechtstarter betrachtet werden, der sich nur um die Dicke des Luftkissens vom Boden erheben kann. Anders als das Bodeneffektfahrzeug (Ekranoplan) kann es aber keine Hindernisse überspringen. Ein Hybrid zwischen Luftkissenfahrzeug und Bodeneffektfahrzeug ist das amerikanische Hoverwing (das deutsche Modell gleichen Namens ist ein reines Bodeneffektfahrzeug). Dieses lässt sich wiederum den Starrflügelflugzeugen zuordnen.
Abgrenzung zur Rakete
Anders als das Flugzeug fliegt die Rakete ballistisch, auch wenn sie aerodynamische Steuerflächen haben kann. Diese dienen aber nicht dem Auftrieb. Ein Sonderfall ist der Raumgleiter, der meist im ballistischen Flug startet und im aerodynamischen Flug landet. Er kann als Flugzeug angesehen werden.
Aufbau
Traditionell wird ein Flugzeug in Flugwerk, dem Triebwerk und der Betriebsausrüstung eingeteilt.
Das Flugwerk
Raumgleiter]]
Das Flugwerk besteht aus aus dem Tragwerk, dem Rumpf oder der Zelle, dem Leitwerk, dem Steuerwerk, dem Fahrwerk bei Landflugzeugen bzw. dem Schwimmwerk bei Wasserflugzeugen. Bei Senkrechtstartern kann statt dem Fahrwerk oder dem Schwimmwerk ein Kufenlandegestell vorhanden sein.
Tragwerk
Das Tragwerk besteht bei Starrflügelflugzeugen aus Flügel, Vorflügel und Landeklappen, bei Drehflügelflugzeugen aus dem Rotor oder den Rotoren.
Leitwerk
Das Leitwerk besteht bei Starrflügelflugzeugen aus dem Höhenleitwerk mit den Höhenrudern und den Trimmrudern für die Höhenruder, dem Seitenleitwerk mit dem Seitenruder und dem Trimmruder für das Seitenruder und den Querrudern. Bei bestimmten Drehflügelflugzeugen können sich an den Rotorblättern kleine Ruder befinden. Auch einen Heckrotor, ein Fenestron oder eine Steuerdüse am Heckausleger kann als zum Leitwerk gehörend betrachtet werden.
Steuerwerk
Das Steuerwerk oder die Steuerung besteht beim Starrflügelflugzeug aus dem Steuerknüppel oder der Steuersäule mit Steuerhorn oder Handrad, den Seitensteuerpedalen, Gestänge, Seilzügen oder Steuerhydraulik. Die Steuersäule wird bei einigen modernen Flugzeugen durch den Sidestick ersetzt (Fly-by-Wire).
Beim Hubschrauber gilt entsprechendes, dieser besitzt allerdings statt dem Steuerknüppel oder der Steuersäule einen Blattverstellhebel für die kollektive Rotorblattverstellung und einen Steuerknüppel für die zyklische Rotorblattverstellung.
Der Antrieb (traditionelle Bezeichnung: Triebwerk)
Fly-by-Wire]]
Das Triebwerk eines Flugzeuges umfasst einen oder mehrere Motoren mit Zubehör: den Kolbenmotor, die Gasturbine, das Staustrahltriebwerk oder das Raketentriebwerk, den Propeller, die Gebläsestufe eines Mantelstromtriebwerkes, will man diese als Ableitung des Propellers ansehen oder der Propfan mit oder ohne Mantel als Nachfolger des Propellers, die Kraftstofftanks, die Schmieranlage, die Motorkühlung, Triebwerksträger und Triebwerksverkleidung. Weiteres zu den Antriebsarten siehe Abschnitt Auftrieb und Vortrieb.
Die Betriebsausrüstung
Mantelstromtriebwerk
Die Betriebsausrüstung eines Flugzeuges umfasst alle bordseitigen Komponenten eines Flugzeuges, die nicht zu Flugwerk und Triebwerk gehören und die zur sicheren Durchführung eines Fluges erforderlich sind. Sie besteht aus den Komponenten zur Überwachung von Fluglage und Flugzustand und dem Zustand der Triebwerke, zur Navigation, zur Kommunikation, Versorgungssysteme, Warnsysteme, Sicherheitsausrüstung und gegebenenfalls Sonderausrüstung. Der elektronische Teil der Betriebsausrüstung wird auch Avionik genannt.
Viele Fachautoren zählen inzwischen das Steuerwerk oder die Steuerung nicht mehr zum Flugwerk, sondern zur Betriebsausrüstung, da bei modernen Flugzeugen die Steuerung von den Sensoren der Betriebsausrüstung und von Bordrechnern wesentlich beeinflusst wird.
Grundlagen: Auftrieb und Vortrieb
Auftrieb
Der Auftrieb wird beim Starrflügelflugzeug und wenn man die Rotoren eines Drehflügelflugzeuges als rotierende Tragflächen betrachtet auf der einen Seite durch die Form des Flügelprofils aber auch durch den Winkel zwischen der anströmenden Luft und der Flügelebene, besser Profilsehne, dem sogenannten Anstellwinkel, (englisch: angle of attack) bestimmt. Durch diesen Winkel wird die Luft nach unten abgelenkt und das Flugzeug nach oben.
Avionik
Im Horizontalflug mit konstanter Geschwindigkeit ist die Auftriebskraft gleich der Schwerkraft (Gleichgewicht), im Steigflug hingegen überwiegt die Auftriebskraft. Zusätzlich entsteht durch die Reibung der Luft an der Flugzeugaußenhaut ein Widerstand, der durch den Antrieb überwunden werden muss. Bei Starrflügelflugzeugen werden die Tragflügelprofile in der Regel so ausgelegt, dass der Widerstand möglichst klein, aber der Auftrieb möglichst groß ist. Auch der Rumpf leistet einen kleinen Beitrag zum Auftrieb. Bei den Lifting Body genannten Flugzeugen ist der Rumpf aerodynamisch so geformt, dass er den Hauptanteil des Auftriebs übernimmt.
Die Steigrate bzw. Sinkrate bekommt der Flugzeugführer über das Variometer angezeigt, die Höhe in Bezug auf die Meereshöhe über den barometrischen Höhenmesser, die Höhe über Grund bei größeren Flugzeugen über den Radarhöhenmesser.
Zusammenhang zwischen Auftrieb, Vortrieb und Luftwiderstand
Um sich vorwärts zu bewegen, muss das Flugzeug mittels des Antriebs Vortrieb erzeugen, um den Widerstand, der die freie Vorwärtsbewegung hemmt, zu überwinden. Der Luftwiderstand eines Flugzeuges ist zum einen vom Formwiderstand, bedingt durch die Reibung der Luft am Körper des Flugzeuges und zum anderen vom Auftrieb abhängig. Der vom Auftrieb abhängige "induzierte" Teil des Luftwiderstands wird in einigen Quellen induzierter Widerstand genannt: Der Höhengewinn eines Flugzeugs ist nur durch Arbeit zu erreichen, die sich in einem zusätzlichen Widerstand gegen den Vortrieb auswirkt. Vereinfacht betrachtet (gültig außerhalb von Grenzbereichen bei Starrflügelflugzeugen) verändert sich der Auftrieb linear mit dem Anstellwinkel der Tragfläche, der Widerstand jedoch nahezu quadratisch.
Maßgeblich für die aerodynamische Qualität eines Flugzeugs ist weniger ein günstiger Widerstandsbeiwert (cW-Wert) wie beim Kraftfahrzeug, sondern das Verhältnis von Widerstand zu Auftrieb, die Gleitzahl.
Den Zusammenhang zwischen Widerstand und Auftrieb eines bestimmten Flugzeugs und damit dessen aerodynamische Charakteristik nennt man die Flugzeugpolare, dargestellt im Polardiagramm nach Otto Lilienthal.
Fluggeschwindigkeit und Flugenveloppe
Spricht man über die Fluggeschwindigkeit eines Flugzeuges, so muss man mindestens zwei Werte unterscheiden. Der Flugzeugführer bekommt über seinen Fahrtmesser die Geschwindigkeit gegenüber der umgebenden Luft angezeigt. Diese wird aus aus dem statischen Druck und dem dem Gesamtdruck aus statischem und dynamischem Druck am Staurohr des Fahrtmessers ermittelt. Diese angezeigte Geschwindigkeit (indicated air speed, abgekürzt IAS) ist jedoch von der Kompressibilität der Luft in der Flughöhe abhängig und nicht gleich der wahren Fluggeschwindigkeit (true air speed, abgekürzt TAS).
Der mögliche Geschwindigkeitsbereich (TAS) eines Flugzeugs in Abhängigkeit von der Flughöhe wird durch die Flugenveloppe dargestellt. Die Maximalgeschwindigkeit des Flugzeugs ist spätestens beim Flug an dessen mechanischen Festigkeitsgrenzen erreicht und zusätzlich bei Flugzeugen, die bedingt durch die hohe Leistung ihres Antriebs den Bereich der Schallgeschwindigkeit erreichen können, die aber nicht für Überschallflüge konstruiert sind in einem gewissen Abstand zur Schallgeschwindigkeit. Wie schnell ein Flugzeug bezogen auf die Schallgeschwindigkeit fliegt, wird durch die Mach-Zahl dargestellt, wobei die Mach-Zahl 1 die Schallgeschwindigkeit ist. Moderne Verkehrsflugzeuge mit Strahltriebwerk erreichen Geschwindigkeiten (IAS) von Mach 0,8 bis 0,85.
Die Minimalgeschwindigkeit wird benötigt, damit die Tragfläche ausreichend Auftrieb erzeugt. Diese Minimale Geschwindigkeit nennt man Überziehgeschwindigkeit. Unter der Überziehgeschwindigkeit erfolgt ein Strömungsabriss (englisch: stall). Die Überziehgeschwindigkeit ändert sich, je nachdem, ob die Hochauftriebshilfen aus- oder eingefahren sind.
Beim Drehflügelflugzeug kommen bezüglich der maximalen Fluggeschwindigkeit noch andere Gesichtspunkte hinzu: Die Blattspitzen der nach vorne laufenden Rotorblätter sollen nicht die Schallgeschwindigkeit erreichen, bei den nach hinten laufenden Rotorblättern darf es nicht zum Strömungsabriss durch zu geringe Anstömung kommen. Die bezogen auf die Masse des Drehflügelflugzeugs zu installierende Antriebsleistung steigt außerdem überproportional zur zu erreichenden Geschwindigkeit. Bei Hybriden aus Starrflügelflugzeug und Drehflügelflugzeug entlasten bei höheren Geschwindigkeiten die zusätzlichen Tragflügel den Hauptrotor bzw. die Hauptrotoren, daher können diese Flugzeuge bei gleicher Antriebsleistung schneller fliegen, als reine Drehflügelflugzeuge.
Flugzeuge starten und landen gegen den Wind. Dadurch wird die zum Auftrieb beitragende angezeigte Geschwindigkeit größer als die wahre Fluggeschwindigkeit mit der Folge, dass wesentlich kürzere Start- und Landestrecken gebraucht werden als bei Rückenwind.
Arten des Vortriebs
Zur Erzeugung des Vortriebs gibt es verschiedene Möglichkeiten:
ohne Eigenantrieb
Bei Segelflugzeugen, Hängegleitern und Gleitschirmen ist der Vortrieb auch ohne Eigenantrieb gewährleistet, da vorhandene Höhe sehr verlustarm in Geschwindigkeit umgewandelt werden kann. Der Höhengewinn selbst erfolgt durch Aufwinde (z.B. Thermik oder Hang- und Wellenaufwinde).
Propeller in Verbindung mit Muskelkraft
Eine extreme Form des Propellerantriebs stellen sog. Muskelkraftflugzeuge (HPA) dar: Ein Muskelkraftflugzeug wird nur mit Hilfe der Muskelkraft des Piloten angetrieben, unter Ausnutzung der Gleiteigenschaften der Flugzeugkonstruktion.
Propeller in Verbindung mit einem Elektromotor
Ein Propeller kann auch durch einen Elektromotor angetrieben werden. Diese Antriebsart wird vor allem bei Solarflugzeugen und bei Modellflugzeugen verwendet.
Propeller in Verbindung mit Kolbenmotoren
Propeller in Verbindung mit Kolbenmotoren waren bis zur Entwicklung der Turbostrahltriebwerke die übliche Antriebsart. Als praktische Leistungsgrenze für Flugmotoren dieser Art wurden 4000 PS (2940 kW) angesehen, als erreichbare Geschwindigkeit 750 km/h. Heute ist diese Antriebsart für Sportflugzeuge und kleinere ein- bis zweimotorige Flugzeuge üblich. Auf Grund der besonderen Anforderungen an die Sicherheit der Motoren werden spezielle Flugmotoren verwendet.
Vortrieb beim Hubschrauber
Bei Hubschraubern sorgen der Hauptrotor oder die Hauptrotoren durch die zyklische Rotorblattverstellung für den Vortrieb. Angetrieben wird der Hubschrauber von einem Kolbenmotor oder von einer oder zwei Gasturbinen, bei denen die Leistung über die Turbinenwelle abgenommen wird (Wellenleistungstriebwerk).
Turboprop
Propellerturbinentriebwerke kurz Turboprop werden für Kurz- und Mittelstreckenerkehrsflugzeuge, militärische Transportflugzeuge, Seeüberwachungsflugzeuge und ein- oder zweimotorige Geschäftsreiseflugzeuge im Unterschallbereich verwendet. Weiterentwicklungen für die zukünftige Verwendung in Verkehrsflugzeugen und militärischen Transportflugzeugen sind "Unducted Propfan", auch "Unducted Fan" (UDF) genannt und "Shrouded Propfan" (z.B. MTU CRISP).
Turbostrahltriebwerk
Turbostrahltriebwerke (Gasturbinen) werden für moderne schnelle Flugzeuge bis nahe dem Transschallgeschwindigkeitsbereich (transsonischer Geschwindigkeitsbereich) oder auch für Geschwindigkeiten im Transschall- und Überschallbereich eingesetzt. Für Flüge im Bereich der Überschallgeschwindigkeit besitzen Turbostrahltriebwerke zur Leistungserhöhung oft eine Nachverbrennung.
Staustrahltriebwerk
Staustrahltriebwerke wurden historisch in Form des Verpuffungsstrahltriebwerks als Vorgänger der Raketentriebwerke für Marschflugkörper verwendet, heute als ventillose Staustrahltriebwerke für Hyperschallgeschwindigkeiten. Kombinationen aus Turbostrahltriebwerk mit Nachverbrennung und Staustrahltriebwerk werden Turbostaustrahltriebwerk oder Turboramjet genannt.
Raketentriebwerke
Raketentriebwerke werden bisher nur bei Experimentalflugzeugen verwendet.
Booster
Um den Vortrieb und besonders den Auftrieb beim Start von STOL-Flugzeugen zu erhöhen, wurden zeitweise auch Booster in Form von Strahltriebwerken (Beispiel: Varianten der Fairchild C-123) oder gar Dampfraketen eingesetzt.
Steuerung
Neben dem Antrieb ist auch eine Steuerung um alle 3 Raumachsen notwendig.
Sie erfolgt beim Starrflügelflugzeug durch Ruder und Klappen, Strahlklappen genannte Schlitzdüsen, das Verstellen von Schubvektoren, Verwindung der Tragflügel und Leitwerke oder Gewichtsverlagerung, beim Hubschrauber durch die Rotorblattverstellung und die Steuerung eines eventuell vorhandenen Heckrotors oder Fenestrons oder einer Düse am Heckausleger, bei allen anderen Flugzeugen können alle Steuerungsmöglichkeiten zum Einsatz kommen. Beim Senkrechtstarter kommen als weitere Steuerungsmöglichkeiten insbesondere im Schwebe- und Transitionsflug das Kippen bzw. Schwenken von Rotoren, Strahltriebwerken hinzu.
Die Steuerung von Starrflügelflugzeugen sei am Beispiel der Steuerung über Ruder dargestellt:
- Das Höhenruder dient der Drehung um die Querachse, Nicken oder Kippen genannt.
- Das Seitenruder dient der Drehung um die Hochachse (vertikale Achse), Wenden oder Gieren genannt.
- Das Querruder dient der Drehung um die Längsachse, dem Rollen.
Querruder
Das Flugzeug kann simultan um eine oder mehrere dieser Achsen drehen.
Das Höhenruder ist in der Regel hinten angebracht, ebenso das Seitenruder. Querruder befinden sich an der Tragflächenhinterkante. Abweichend davon
kann die Höhensteuerung auch vorne platziert sein (Canard).
Querruder können durch gegenläufigen Ausschlag der Höhenruder ersetzt werden.
Höhen- und Seitenruder können auch kombiniert werden wie beim V-Leitwerk.
Neben den oben genannten Rudern gibt es noch so genannte Trimmruder, die nur zur Stabilisierung der Flugzeuglage dienen. Bei modernen Flugzeugen übernimmt der Autopilot die Kontrolle der Trimmruder.
Die Hochauftriebshilfen werden beim Starten/Steigflug und zum Landeanflug benutzt. An der Hinterkante der Flügel befinden sich die Hinterkantenauftriebshilfen oder Endklappen (flaps), die im Gegensatz zu den Rudern immer synchron an beiden Tragflügeln verwendet werden. Größere Flugzeuge und STOL-Flugzeuge haben meist auch noch Nasenauftriebshilfen in Form von Vorflügeln (Slats), Krügerklappen oder Nasenklappen (Kippnasen) die analog zu den Landeklappen an der hinteren Tragflächenkante, an der vorderen Tragflächenkante ausfahren. Durch die Klappen kann die Wölbung des Tragflügelprofils so verändert werden, dass auch beim langsamen Landeanflug/Steigflug der Auftrieb erhalten bleibt. Für die begrenzung der Geschwindigkeit im Sinkflug werden auf den Tragflächen angebrachte sogenannten Brems-/Störklappen, "Spoiler" genannt, verwendet. Im ausgefahrenen Zustand vermindern sie den Auftrieb an den Tragflächen (Strömungsablösung). Durch den verringerten Auftrieb ist ein steilerer Landeanflug möglich. Spoiler werden auch zur Unterstützung oder, in bestimmten Flugbereichen, als Ersatz für Querruder verwendet. Nach der Landung werden sie voll ausgefahren und so der Auftrieb bewusst zerstört. Dies geschieht meist durch einen Automatismus, der unter anderem durch das Einfedern des Hauptfahrwerks bei der Landung eingeleitet wird.
Es gibt auch Steuerflächen mit mehrfachen Funktionen:
- Flaperons: Arbeiten sowohl als Klappen als auch als Querruder
- Elevons: Arbeiten sowohl als Höhenruder als auch als Querruder, besonders beim Nurflügel
Neben der konventionellen Anordnung der Steuerflächen existieren auch Sonderformen:
- Das Entenflugzeug hat das Höhenruder vorne, beispielsweise Gyroflug SC01 Speed-Canard
- Der Nurflügel hat kein separates Höhenruder, beispielsweise der Northrop B-2 Bomber
Seine Lage im Raum erkennt der Flugzeugführer entweder durch Beobachtung der Einzelheiten des überflogenen Gebiets und des Horizonts, oder durch Anzeigeinstrumente (Flugnavigation). Bei schlechter Sicht dient der künstliche Horizont der Anzeige der Fluglage in Bezug auf die Nickachse, also Anstellwinkel des Flugzeugrumpfes und die Rollachse, die sogenannte Querlage (Banklage). Die Himmelrichtung, in die das Flugzeug fliegt zeigt der magnetische Kompass und der Kreiselkompass, auch Kurskreisel (nach der englischen Bezeichnung "directional gyro") genannt. Magnetischer Kompass und Kurskreisel ergänzen sich gegenseitig, da der Magnetkompass bei Sink-, Steig- und Kurvenflügen zu Dreh- und Beschleunigungsfehlern neigt, der Kurskreisel jedoch nicht. Der Kurskreisel hat jedoch keine eigene "nordsuchende" Eigenschaft und muss mindestens vor dem Start (in der Praxis auch in regelmäßigen Abständen beim Geradeausflug) mit dem Magnetkompass kalibriert werden. Der Wendezeiger dient zur Anzeige der Drehrichtung und zur Messung der Drehgeschwindigkeit des Flugzeugs um die Hochachse (engl. rate of turn). Er enthält meistens die Kugellibelle, die anzeigt, wie koordiniert eine Kurve geflogen wird.
Weitere Klassifizierungen
Neben der nahe liegenden Klassifizierung nach der Bauweise oder der Antriebsart haben sich weitere Klassifizierungen etabliert.
Zivile oder militärische Nutzung
Zivilflugzeuge dienen der zivilen Luftfahrt, dazu gehört die allgemeine Luftfahrt und der Linien- und Charterverkehr durch die Fluggesellschaften (Airlines).
Militär-Flugzeuge sind Flugzeuge, die der militärischen Nutzung unterliegen. Ganz sauber ist die Grenze jedoch nicht immer zu ziehen. Viele Flugzeuge erfahren sowohl militärische, als auch zivile Verwendung.
Verwendungszweck
Zivilflugzeuge werden hauptsächlich nach folgendem Schema klassifiziert:
Die ersten Flugzeuge waren Experimentalflugzeuge. Experimentalflugzeuge, auch Versuchflugzeuge genannt, dienen dem Erforschen von Techniken oder dem Testen von Forschungserkenntnissen im Bereich der Luftfahrt.
Sehr früh in der Geschichte des Flugzeugs entstanden auch die Sportflugzeuge. Ein Sportflugzeug ist ein Leichtflugzeug zur Ausübung einer sportlichen Tätigkeit, entweder zur Erholung oder bei einem sportlichen Wettkampf.
Noch vor dem ersten Weltkrieg kam es zur Erprobung und zum Bau des Passagierflugzeugs. Passagierflugzeuge dienen dem zivilen Personentransport. Heute werden kleinere Passagierflugzeuge auch als Geschäftsreiseflugzeuge bezeichnet.
Ein Frachtflugzeug ist ein Flugzeug zum Transport von (kommerzieller) Fracht. Sitze sind daher nur für die Mannschaft eingebaut, meist enthalten sie heute ein Transportsystem für Paletten und Flugzeugcontainer.
Eine Unterkategorie des Frachtflugzeugs ist das Postflugzeug. Frühe Postflugzeuge konnten auch dem Transport einzelner Personen dienen.
Für den Bereich der Land- und Forstwirtschaft werden spezielle Flugzeuge verwendet, die Dünger, bodenverbessernde Stoffe und Pflanzenschutzmittel in Behältern mitführen können und über Sprühdüsen, Streuteller oder ähnliche Einrichtungen verbreiten können. Sie werden allgemein als Agrarflugzeuge bezeichnet.
Feuerlöschflugzeuge, auch "Wasserbomber" genannt sind Flugzeuge, die Wasser und Löschadditive in ein- oder angebauten Tanks mitführen und über Schadfeuern abwerfen können.
Es gibt unter dem Begriff Sanitätsflugzeug (amtlich "Luftrettungsmittel" genannt) verschiedene unterschiedliche Kategorien wie Rettungshubschrauber, Intensivtransporthubschrauber, Notartzteinsatzhubschrauber oder Flugzeuge zur Rückholung von Patienten aus dem Ausland. Unter den Überbegriff Search and Rescue (SAR) fallen Flugzeuge, die zum Suchen und Retten von Unfallopfern verwendet werden.
Es gibt zahlreiche Sonderbauformen wie z.B. Forschungsflugzeuge mit spezieller Ausrüstung (spezielles Radar, Fotokameras, sonstige Sensoren).
Image:North American X-15.jpg|Experimentalflugzeug
Image:Skymaxx.jpg|Sportflugzeug: Ultraleichtflugzeug Sky-Arrow
Image:US Immigration and Customs Enforcement aircraft.jpg|Passagierflugzeug - Geschäftsreiseflugzeug Pilatus PC-12
Image:Airbus beluga beladung.jpg|Frachtflugzeug Airbus A300-600ST Beluga
Image:B-757 Frachter, DHL.jpg|Postflugzeug
Image:CRESCO TOP DRESSING.JPG|Agrarflugzeug: PAC Cresco streut Kunstdünger
Image:PBY Catalina airtanker.jpg|Feuerlöschflugzeug
Image:King Air 200 air ambulance.JPG|Sanitätsflugzeug: Inneres eines Ambulanzflugzeugs
Militärflugzeuge werden nach folgenden Kriterien unterschieden:
Ein Jagdflugzeug ist ein in erster Linie zur Bekämpfung anderer Flugzeuge eingesetztes Militärflugzeug.
Ein Bomber ist ein militärisches Flugzeug, das dazu dient, Bodenziele mit Fliegerbomben, Luft-Boden-Raketen und Marschflugkörpern anzugreifen.
Ein Verbindungsflugzeug ist ein kleines Militärflugzeug, mit dem in der Regel Kommandeure transportiert werden. Es kann außerdem der Gefechtsfeldaufklärung dienen (heute nur noch bei Truppenübungen), als kleineres Ambulanzflugzeug dienen oder für Botendienste eingesetzt werden. Heute werden als Verbindungsflugzeug meistens leichte Hubschrauber eingesetzt.
Luftbetankung bezeichnet die Übergabe von Treibstoff von einem Flugzeug zu einem anderen während des Fluges. Üblicherweise ist das Flugzeug, das den Treibstoff zur Verfügung stellt, ein speziell für diese Aufgabe entwickeltes Tankflugzeug.
Ein Trainer ist ein Flugzeug, das zur Ausbildung von Piloten benutzt wird.
Transportflugzeuge sind besondere Frachtflugzeuge, die für den militärischen Lastentransport entwickelt werden. Sie müssen robust, zuverlässig, variabel für den Personen-, Material- oder Frachttransport geeignet sowie schnell ein- und ausladbar sein. Transportiert werden können, auch in Kombination, zum Beispiel Hilfsgüter, Fallschirmspringer, Fahrzeuge, Panzer, Truppen oder Ausrüstung.
Ein Aufklärungsflugzeug ist ein Militärflugzeug, das für die Aufgabe konstruiert, umgebaut oder ausgerüstet ist, Informationen für die militärische Aufklärung zu beschaffen. Manchmal werden Aufklärungsflugzeuge auch als Spionageflugzeuge bezeichnet.
Ein Erdkampfflugzeug ist ein militärischer Flugzeugtyp, der besonders für die Bekämpfung von Bodenzielen vorgesehen ist. Dieser Typus stellt eine eigene Flugzeugart dar, die ganz spezifische taktische Aufgaben erfüllen soll. Da die Angriffe in niedrigen bis mittleren Flughöhen stattfinden und mit starkem Abwehrfeuer zu rechnen ist, werden besondere Schutzmaßnahmen ergriffen, wie Panzerung der Kabine und Triebwerke gegen Bodenfeuer. Transportflugzeuge, die mit seitlich ausgerichteten Maschinenwaffen oder gar Rohrartillerie ausgerüstet sind, nennen sich Gunship. Drehflügelflugzeuge als Erdkampfflugzeuge werden als "Kampfhubschrauber" bezeichnet.
Bild:Mikoyan mig29..jpg|Jagdflugzeug: Mikojan-Gurewitsch MiG-29
Bild:Boeing B-52 dropping bombs.jpg|Bomber: Boeing B-52
Bild:Alouette ag1.JPG|Verbindungsflugzeug: Alouette III der Schweizer Armee
Bild:Usaf.f15.f16.kc135.750pix.jpg|Tankflugzeug: KC-135R Stratotanker, zwei F-15s (Doppelleitwerke) und zwei F-16s, auf einer Luftbetankungs-Trainingsmission
Bild:PC7.JPG|Trainer: Pilatus PC-7 der schweizerischen Luftwaffe
Bild:C-160 Transall.jpg|Transportflugzeug: Transall C-160D
Bild:Lockheed SR-71 Blackbird.jpg|Aufklärungsflugzeug: Lockheed SR-71B Blackbird
Bild:AH-64 dsc04577.jpg|Erdkampfflugzeug/Kampfhubschrauber: AH-64 Apache Longbow
Struktur des Flugzeugs
Flugzeuge, die starre Tragflügel besitzen werden häufig auch nach der Anzahl und Lage der Tragflügel zum Rumpf kategorisiert.
Ein Eindecker ist ein Flugzeug mit einer Tragfläche bzw. einem Paar Tragflügeln. Eindecker werden wiederum unterteilt in
- Tiefdecker, bei denen die Unterseite der Tragfläche mit der Unterseite des Rumpfes abschließt;
- Mitteldecker, bei denen die Tragfläche in der Mitte der Rumpfseiten angeordnet ist;
- Schulterdecker, bei denen die Tragflächen auf oder in der Oberseite des Rumpfes angeordnet sind;
- Hochdecker, bei denen die Tragfläche über der Oberseite des Rumpfes verstrebt angeordnet sind.
Image:Beechcraft KING AIR.png|Tiefdecker
Image:McDONNELL DOUGLAS F-A-18 HORNET.png|Mitteldecker
Image:Boeing B-52 STRATOFORTRESS.png|Schulterdecker
Image:Cessna O-1 BIRD DOG.png|Hochdecker
Doppeldecker ist die Bezeichnung für ein Flugzeug, das zwei vertikal gestaffelt angeordnete Tragflächen besitzt. Eine Sonderform des Doppeldeckers ist der "Anderthalbdecker". Um die Zeit des ersten Weltkriegs gab es auch Dreidecker.
Doppelrumpfflugzeuge besitzen zwei Rümpfe. Das Cockpit ist in der Regel an der Tragfläche zwischen den Rümpfen angebracht.
Asymmetrische Flugzeuge sind ein sehr seltener Flugzeugtyp, das bekannsteste Exemplar ist die Blohm & Voss BV 141 von 1938. Hier ist die Flugzeugkanzel auf der Tragfläche, während der Propeller und Motor den Rumpf alleine besetzen. Die Tragflächen sind asymmetrisch ausgebildet.
Als Canard oder Entenflugzeug bezeichnet wird ein Flugzeug bezeichnet, bei dem das Höhenleitwerk nicht konventionell am hinteren Ende des Flugzeugs montiert ist, sondern vor der Tragfläche an der Flugzeugnase.
Ein Nurflügel ist ein Flugzeug ohne ein separates Höhenruder, bei dem es keine Differenzierung zwischen Tragflächen und Rumpf gibt. Sonderformen der Nurflügelflugzeuge Deltaflugzeuge sowie Hängegleiter, mit oder ohne Motor. Bildet der Rumpf selbst den Auftriebskörper und hat dieser nicht mehr die typischen Dimensionen eines Tragflügels, wird er als "Lifting Body" bezeichnet.
Image:Pitts-S1S-in-flight.jpg|Doppeldecker
Image:Kocherigin DI-6.JPG|Anderthalbdecker
Image:P-38 2.jpg|Doppelrumpfflugzeug mit Cockpit zwischen den Rümpfen
Image:P-82 Twin Mustang.jpg|Doppelrumpfflugzeug mit Cockpit in den Rümpfen
Image:Blohm und Voss Bv141 rear.jpg|Asymmetrisches Flugzeug: Blohm & Voss BV 141
Image:Gyroflug SC01 Speed-Canard Niederrhein vr.jpg|Canard: Gyroflug SC01
Image:XB-35.jpg|Nurflügel: Northrop B-35
Image:3 lifting bodys.jpg|Lifting Bodys
Ein Wasserflugzeug ist ein Flugzeug, das für Start und Landung auf Wasserflächen konstruiert ist. Es hat meist unter jeder der beiden Tragflächen einen leichten, bootartigen Schwimmer. Bei Flugbooten ist der gesamte Rumpf schwimmfähig. Wasserflugzeuge und Flugboote können nur vom Wasser aus starten oder im Wasser landen. Sind diese Flugzeuge mit (meist einziehbaren) Fahrwerken versehen, mit denen sie auch vom Land aus starten und auf dem Land landen können, werden sie Amphibienflugzeuge genannt.
Bild:Wasserflugzeug 01 KMJ.jpg|Wasserflugzeug
Bild:Martin model 130 China Clipper class passenger-carrying flying.jpg|Flugboot
Image:DWCL215.jpg|Amphibienflugzeug
Start- und Landeeigenschaften
Starrflügelflugzeuge und einige Typen der Drehflügelflugzeuge benötigen eine mehr oder weniger präparierte Start- und Landebahn einer gewissen Länge. Die Ansprüche reichen von einem ebenen Rasen ohne Hindernisse bis zur geteerten oder betonierten Piste. Historisch wurde die geteerte Piste nach dem damals verwendeten Verfahren "Tarmac" genannt.
Flugzeuge die mit besonders kurzen Start- und Landebahnen auskommen werden als Kurzstartflugzeug oder STOL-Flugzeuge typisiert.
Flugzeuge die senkrecht starten und landen können sind Senkrechtstarter oder VTOL-Flugzeuge. Sie benötigen gar keine Start- und Landebahn, sondern nur einen Untergrund ausreichender Größe, der ihr Gewicht tragen kann, und auf dem der Abwind, der durch das VTOL-Flugzeug erzeugt wird (engl. downwash), nicht allzu viel Schaden anrichtet, z.B. ein Helipad.
VTOL-Flugzeuge, die auf dem Boden senkrecht nach oben stehend starten und landen, sind Heckstarter.
Bild:Do-27.JPG|STOL-Flugzeug Dornier Do-27
Image:X-22a onground bw.jpg|Senkrechtstarter X-22a
Bild:Lockheed XFV-1 on ground bw.jpg|Heckstarter Lockheed XFV-1
Unbemannte Flugzeuge
Heckstarter]
Im zivilen Bereich sind unbemannte Flugzeuge meistens als Modellflugzeug gebräuchlich. Sie werden meistens über Funkfernsteuerungen gesteuert, sehr selten über Programmsteuerungen. Häufiger sind bei Modellen von Drehflügelflugzeugen die Kombination von Funkfernsteuerung und Programmsteuerung, in die beispielsweise eine Kreiselstabilisierung eingreift.
Als unbemannte Flugzeuge ziviler Nutzung im weitesten Sinn können auch Zugdrachen angesehen werden.
Unbemannte Flugzeuge zum Gebrauch im militärischen und behördlichen Bereich werden Drohnen genannt. Das Spektrum reicht hier von Modellflugzeugen zur Zieldarstellung für Flugabwehrkanonen über unbemannte Aufklärungsflugzeuge bis hin zu unbemannten bewaffneten Kampfflugzeugen (Kampfdrohnen). Die Steuerung erfolgt über Funkfernsteuerung oder Programmsteuerung.
Während Drohnen in der Regel wiederverwendbar sind, werden unbemannte Flugzeuge mit Sprengkopf, die im Ziel explodieren als Marschflugkörper bezeichnet.
Geschichte
Vorbilder aus der Natur
Marschflugkörper
Die ersten "Flieger" stammen aus der Natur, sind Geschöpf oder ein Produkt der Evolution, je nach Weltanschauung. Vögel und Insekten sind jedoch so perfekte Konstruktionen, dass sie bis heute nicht nach gebaut werden können. Es ist bis heute noch keinem Menschen gelungen, sich mit einem Ornithopter in die Lüfte zu erheben, geschweige denn in einem Flugzeug, das die Flugeigenschaften einer Libelle hat. Gleichwohl darf wohl der Gleitflug der Vögel als Vorbild für den Gleitflug der Starrflügelflugzeuge angesehen werden.
Anders sieht es bei den Drehflügelflugzeugen aus. Der Same des Ahornbaums wurde wohl nie als Vorbild für das Drehflügelflugzeug angesehen, obwohl er ein natürlicher Tragschrauber ist. Er fällt ja nur zur Erde.
Dies führt zu einer weiteren Frage im Zusammenhang mit Flugzeugen: Was macht denn eigentlich die Faszination am Fliegen aus? Die Antwort geben viele Allegorien, schon vor der Sage von Ikaros und Daidalos: Flügel haben bedeutet nahezu unbegrenzte Freiheit.
Altes und Sagenhaftes
Allegorie
Im vierten Jahrhundert v. Chr. spielen chinesische Kinder bereits mit einem Spielzeug, das als erstes bekanntes Modell zum Hubschrauber (Drehflügelflugzeug) angesehen werden kann. Der chinesische Kreisel bestand aus einem runden Stab, in den kreuzförmig leicht angestellt Vogelfedern eingesteckt waren. Durch Drehung des Rundstabs zwischen beiden Handflächen erzeugen die Federn schließlich genug Auftrieb, um den Kreisel in die Luft steigen zu lassen.
Um die Zeitenwende dokumentierte der römische Dichter Publius Ovidius Naso in seinem Werk Metamorphosen die griechische Sage von Daidalos und Ikaros, die mit selbstgebauten Schwingen die Flucht von Kreta nach Sizilien versuchten.
In der Zeit der Renaissance entwarf Leonardo da Vinci verschiedene Flugzeuge, darunter auch den ersten "Helicopter". Keines der Modelle wäre flugtauglich gewesen. Da Vincis Entwürfe wurden erst Ende des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt und hatten wohl keinen Einfluss auf die Entwicklung der ersten Flugzeuge.
Vom Schritt zum Sprung, vom Sprung zum Flug
1810 bis 1811 konstruiert Albrecht Ludwig Berblinger, der berühmte Schneider von Ulm seinen ersten flugfähigen Gleiter, führt ihn jedoch der Öffentlichkeit über der Donau unter ungünstigen Verhältnissen (Abwind) vor und stürzt unter dem Spott der Leute in den Fluss. Das sein Flugzeug flugfähig war, wurde 1986 nachgewiesen.
Der englische Gelehrte Sir George Cayley (1773 bis 1857) untersuchte und beschrieb als erster in grundlegender Weise die Probleme des aerodynamischen Flugs. Er löste sich vom Schwingenflug und veröffentlicht 1809 bis 1810 einen Vorschlag für ein Fluggerät mit "angestellter Fläche und einem Vortriebsmechanismus". Er beschreibt damit als erster das Prinzip des modernen Starrflügelflugzeugs. Im Jahr 1849 baut er einen bemannten Dreidecker, der eine kurze Strecke fliegt.
1784 bauen die Franzosen Launoy und Biénvenue einen frühen flugfähigen Modellhubschrauber mit Doppelrotor. Sir George Cayley modifiziert das Modell 1796. Dies sind die ersten bekannten zugegebenermaßen primitiven flugfähigen Modellhubschrauber mit gegenläufig koaxialen Rotoren. Sie wurden mit einem Drillbogen angetrieben, eine Steuerung war nicht vorgesehen. 1842 baut der Engländer W. H. Phillips den ersten flugfähigen Modellhubschrauber mit Blattspitzenantrieb. 1874 entwerfen Fritz und Wilhelm Achenbach den ersten einrotorigen Hubschrauber mit Heckrotor zum Drehmomentausgleich. Es gibt aber kein flugfähiges Modell.
1874
Der Flugpionier Otto Lilienthal (1848 - 1896) führte erfolgreiche Gleitflüge nach dem Prinzip "schwerer als Luft" durch und unterschied sich von zahlreichen Vorläufern dadurch, dass er nicht einen einzigen Flug versuchte, sondern nach ausführlichen theoretischen und praktischen Vorarbeiten deutlich über 1.000mal gesegelt ist. Die aerodynamische Formgebung seiner Tragflügel erprobte er auf seinem "Rundlaufapparat", von der Funktion her ein Vorgänger der modernen Windkanäle.
Einen der ersten gesteuerten Motorflüge soll der deutsch-amerikanische Flugpionier Gustav Weißkopf im Jahr 1901 über eine Strecke von einer halben Meile zurückgelegt haben. Leider gab es hierzu außer Zeugenaussagen keinen fotografischen Beweis.
Gustav Weißkopf
Die herausragende Leistung der Gebrüder Wright bestand darin, als erste ein Flugzeug gebaut zu haben, mit dem ein erfolgreicher, andauernder, gesteuerter Motorflug möglich war, und diesen Motorflug am 17. Dezember 1903 auch durchgeführt zu haben. Darüber hinaus haben sie ihre Flüge genaustens dokumentiert und innerhalb kurzer Zeit in weiteren Flügen die Tauglichkeit ihres Flugzeuges zweifelsfrei bewiesen. Von herausragender Bedeutung ist, dass Orville Wright bereits 1904 mit dem Wright Flyer einen gesteuerten Vollkreis fliegen konnte. Am Rand sei bemerkt, dass der Wright Flyer ein "Canard" war, sich also die Höhensteuerung vor dem Haupttragwerk befand. Einen faden Beigeschmack hat die Geschichte dennoch: Samuel Pierpont Langley, ein Sekretär des Smithsonian-Instituts versuchte einige Wochen vor dem Wright-Flug sein "Aerodrome" zum Fliegen zu bringen. Obwohl sein Versuch scheiterte, prahlte das Smithsonian lange damit, die Aerodrome wäre die erste "flugtaugliche Maschine". Der Wright Flyer wurde dem Smithsonian Institut mit der Auflage gestiftet, dass das Institut keinen früheren motorisierten Flug anerkennen dürfe. Diese Auflage wurde von den Stiftern formuliert, um die frühere Darstellung des Instituts, Langley hätte mit der Aerodrome den ersten erfolgreichen Motorflug durchgeführt, zu unterbinden. Trotzdem führte diese Auflage immer wieder zu der Vermutung, dass es vor den Wright Flyern erfolgreiche Versuche zum Motorflug gegeben habe, deren Anerkennung aber im Zusammenhang mit der Stiftungsauflage unterdrückt worden sei. Die Tatsachen bezüglich des ersten erfolgreichen Motorflugs liegen also teilweise im Dunklen.
Der erste Motorflieger Europas war wohl der in Paris lebende Brasilianer Alberto Santos-Dumont. Am 12. November 1906 flog er mit der 14-bis den ersten öffentlichen und offiziellen Motorflug ohne Katapultsystem und ohne Gegenwind. Alberto Santos-Dumont gewann das Preisgeld von 1.500 Franc für den ersten Motorflug der Welt über 100 Meter. Seine 1907 bis 1909 gebauten Eindecker (5 Meter Spannweite) waren Vorläufer des Leichtflugzeuges. Im September des Jahres 1909 entwarf und flog Alberto Santos-Dumont die Demoiselle, das erste Leichtbau-Sportflugzeut der Welt. Er flog im gleichen Monat einen Geschwindigkeitsrekord von 55,8 mph (18 km in 16 Minuten). Das Flugmodell wurde in den USA und in Europa mehrfach kopiert.
Die ersten Motorflugzeuge waren meistens Doppeldecker. Versuchsweise wurden auch mehr als drei Tragflächen übereinander angeordnet. Eine solche Mehrdeckerkonstruktion stammte von dem Engländer Horatio Frederick Phillips. Mit dem Fünfzigdecker "Horatio Phillips No. 2" gelang ihm im Sommer 1907 der erste Motorflug in England.
1907
Im Jahr 1909 setzte Europa weitere praktische Meilensteine in der Geschichte des Flugzeugs. Am 25. Juli 1909 überquerte Louis Blériot mit seinem Eindecker Blériot XI als erster mit einem Flugzeug den Ärmelkanal. Sein Flug von Calais nach Dover dauerte 37 Minuten bei einer durchschnittlichen Flughöhe von 100 Metern. Blériot konnte somit den von der englischen Zeitung Daily Mail für die erste Kanalüberquerung ausgelobten Geldpreis entgegen nehmen. Mit der Blériot XI wurde ihr Konstrukteur "Vater der modernen Eindecker". Der Erfolg der Maschine machte ihn zum ersten kommerziellen Flugzeughersteller.
Auch die von dem österreichischen Flugpionier Igo Etrich im Jahr 1909 entwickelte Etrich Taube war eines der ersten in größerer Stückzahl gebauten Motorflugzeuge. Sie hatte bis in den ersten Weltkrieg hinein auch Bedeutung als Militärflugzeug.
Vom 22. bis zum 29. August 1909 fand die "Grande Semaine d'Aviation de la Champangne" bei Reims statt, der mehrere Rekorde bescherte: Henri Farman flog eine Strecke von 180 Kilometern in 3 Stunden. Blériot flog die höchste Fluggeschwindigkeit über die 10 Kilometer-Strecke mit 76,95 km/h. Hubert Latham erreichte auf einer "Antoinette" des Flugzeugkonstrukteurs Levasseur mit 155 m die größte Flughöhe.
Hubert Latham
Ende 1907 wurde die spätere Aerodynamische Versuchsanstalt Göttingen (AVA) ins Leben gerufen. Sie beschäftigte sich in ihren Gründungsjahren noch mit der Entwicklung der "besten" Luftschiffform, ihr damaliger Leiter Ludwig Prandtl wurde allerdings mit der Erforschung der wissenschaftlichen Grundlagen zur Grenzschichttheorie und zur Theorie des Tragflügels weltweit zum "Vater der Aerodynamik".
1907 bauen Louis und Jaques Bréguet unter der Mitwirkung von Charles Richet den Quadrocopter "Bréguet-Richet Nr. 1". Der Hubschrauber hebt mit einer Person ca. 1,5 m vom Boden ab. Die Flugeigenschaften sind allerdings so instabil, dass die Maschine von vier Mann an den Auslegern gesichert werden muss. Der erste Hubschrauberflug war also ein Fesselflug. Der erste Verbundhubschrauber war 1908 der "Bréguet-Richet Nr. 2". Er erreichte eine Flughöhe von ca. 4,5 m und eine Flugstrecke von ca. 20 m. Zu wirklich brauchbaren Hubschrauberkonstruktionen kam es erst in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Über alle diese Jahre wurden schon Konstruktionsmerkmale weiterentwickelt, die auch heute noch Bedeutung haben wie Tandemrotor, koaxiale Rotoranordnung oder Heckrotor zum Ausgleich des Drehmoments.
1907 stellt das Drägerwerk sein erstes Konstantdosierhöhenatemgerät her. Diese Geräte bekommen für Flugzeuge aber erst später Bedeutung, bisher erreichen nur Ballonfahrer Höhen, bei denen die Höhenkrankheit auftritt.
Irgendwann zwischen 1909 und 1911 begann der sportliche Segelflug. Im Jahr 1910 wird über erste Flüge mit Hängegleitern durch Ingenieursstudenten berichtet. 1911 gab es die Flüge mit Gleitern auf der Wasserkuppe. Der Luftsport war geboren.
1910 gelingt dem französischen Ingenieur Henri Fabre mit dem von ihm konstruierten Canard Hydravion der erste Flug mit einem Wasserflugzeug.
1912 erfindet Louis Béchereau die Monocoque-Bauweise für Flugzeuge. Die Rümpfe anderer Flugzeuge bestanden aus einem mit lackiertem Stoff überzogenen Gerüst. Das von Béchereau entworfene Deperdussin Monocoque-Rennflugzeug besaß jedoch einen Stromlinienrumpf aus einer Holzschale ohne innerem Gerüst. Neu war auch die "DEP"-Steuerung, bei der auf dem Steuerknüppel für die Nickbewegung ein Steuerrad für die Rollbewegung saß, ein Prinzip, das heute noch vielfach Verwendung findet. Als Triebwerk besaß das Flugzeug einen speziellen Flugzeugmotor, den Gnôme-Umlaufmotor. Die Deperdussin Monocoques waren die schnellsten Flugzeuge ihrer Zeit.
Gnôme-Umlaufmotor]
Ein wesentlicher technischer Durchbruch gelingt kurz vor dem ersten Weltkrieg dem russischen Konstrukteur und Pilot Igor Iwanowitsch Sikorski, der später eher als Hersteller von Flugbooten und Konstrukteur von Hubschraubern in den USA bekannt wird. 1913 bis 1914 beweist er mit den ersten von ihm konstruierten "Großflugzeugen", dem zweimotorigen Grand Baltiski, dem viermotorigen Le Grande und dessen Nachfolger, dem viermotorigen Ilja Muromez, dass solche großen Flugzeuge sicher und stabil fliegen können, selbst wenn ein oder zwei Motoren abgestellt sind oder ausfallen. Diese Flugzeuge waren ursprünglich als komfortable Passagierflugzeuge konstruiert und begründen diese Ära. Später werden die Ilja Muromez leider zu zugegebenermaßen erfolgreichen Bombern umgebaut.
Der erste Weltkrieg
Ilja Muromez
Während des Ersten Weltkrieges verlor der Traum vom Fliegen seine Unschuld. Zuerst wurden die Flugzeuge als Beobachtungsflugzeuge eingesetzt. Das Flugzeug wurde als Waffe verbessert und die Grundlagen des Luftkrieges entwickelt. Bordmaschinengewehre wurden mit dem Flugzeugantrieb mit Hilfe eines Unterbrechergetriebes synchronisiert, damit man mit der Waffe durch den eigenen Propellerkreis auf den Gegner schießen konnte. Damit waren brauchbare Jagdflugzeuge erfunden. Aus den Flugzeugen wurden Granaten, Flechettes und später erste spezielle Spreng- und Brandbomben, zunächst auf die feindlichen Linien und später auch auf feindliche Fabriken und Städte abgeworfen. Hier entwickelte sich bereits eine unter beiden Kriegsparteien eine Doktrin, die bis heute viel Leid verursacht (Zitat: Kriegsrat der Alliierten in Versailles im Herbst 1918):
„Das beste Mittel ist, die industriellen Zentren zu bombardieren, wo man:
a) militärische und vitale Schäden durch Zerstörung der Versorgungszentren für Kriegsmaterial erreicht und
b) den maximalen Effekt auf die Moral durch Zerstörung des empfindlichsten Teils der Bevölkerung, nämlich der Arbeiterklasse erreicht.“
Während des ersten Weltkrieges wurde eine Flugzeugindustrie aus dem Boden gestampft, die ersten Flugplätze entstanden, die Technik des Flugfunks wurde entwickelt, Flugzeugmotoren wurden immer leistungsfähiger.
Viele der im Luftkamp
1990er
- 1990: Namibia wird unabhängig, erster Präsident ist Sam Nujoma (SWAPO)
- 1990: Wiedervereinigung Deutschlands
- 1991: 2. Golfkrieg: Der Irak überfällt Kuwait; alliierte Kräfte unter der Führung der USA befreien den Golfstaat
- 1991–1995: Zerfall Jugoslawiens. Der durch Unabhängigkeitserklärungen der Teilrepubliken Slowenien, Kroatien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina und der damit verbundenen Problematik der ethnischen Vielfalt in den neu gebildeten Nationalstaaten aufbrechende Balkankonflikt zieht eine Reihe von Bürgerkriegen nach sich
- 1991: Mit der Unabhängigkeitserklärung der baltischen Staaten wird der Zerfall der Sowjetunion eingeleitet. Die Auflösung des „Ostblocks“ setzt sich fort
- 1992–1995: UNOSOM-Einsätze in Somalia (UNOSOM I, UNOSOM II, Schlacht von Mogadischu am 3. Oktober 1993)
- 1993: Die Tschechoslowakei löst sich auf. Die Nachfolgestaaten Slowakei (Slowakische Republik) und Tschechien (Tschechische Republik) entstehen.
- 1993: Auf das World Trade Center wird von islamistischen Terroristen ein erster Terroranschlag verübt
- 1993: Eritrea wird als letztes afrikanisches Land unabhängig
- 1994: Krieg in Ruanda
- 1994: Nach dem Ende der Apartheid wird Nelson Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt
- 1995: Friedensabkommen von Oslo zwischen Israel und der PLO
- 1998: Regierungswechsel in Deutschland. Ende der 16 Jahre dauernden Ära Kohl. Neuer Bundeskanzler ist Gerhard Schröder
- 1999: Kosovo-Krieg. NATO fliegt Luftangriffe auf die Bundesrepublik Jugoslawien
- 1999: Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung Euro (€) als Buchgeld
Kulturgeschichte
- 1990 findet das größte Rockkonzert in Berlin seit Öffnung der Mauer statt: Pink Floyd – The Wall
- Generation X
- Das Internet wird populär
- Mobiltelefone finden weite Verbreitung
- Achtziger-Revival (ab 1998) in Deutschland, unter anderem ausgelöst durch das Comeback von Modern Talking
- bedeutende Musikrichtungen: Hip Hop, Techno, Grunge, Jungle, Drum'n'Bass, Eurodance
Persönlichkeiten (Auswahl)
ja:1990年代
ko:1990년대
simple:1990s
zh-min-nan:1990 nî-tāi
Spionagesatellit
Ein Spionagesatellit ist ein Satellit im Weltall, der mit einer hochauflösenden optischen Kamera, Radar oder anderer Sensorik ausgestattet ist, um die Erdoberfläche abzulichten. Es handelt sich um spezielle Erdbeobachtungssatelliten, die meist zu militärischen Zwecken verwendet werden. Die so gewonnenen Bilder werden ausgewertet, um beispielsweise Informationen über Truppenbewegungen, Truppenstärke, Kampfhandlungen oder Ähnliches zu gewinnen. Auch Naturkatastrophen oder zivile Unglücke lassen sich mithilfe dieser Satelliten beobachten. Um eine möglichst hohe Auflösung des Zielgebietes zu erhalten werden Spionagesatelliten zur Beobachtung in einen niederen Orbit abgesenkt und später wieder angehoben. Dieses Vorgehen ist sehr teuer und beschränkt die chemisch angetriebenen Satelliten stark in ihrer Lebensdauer. Es begründet jedoch in der Hauptsache den Qualitätsunterschied zu zivilen Erdbeobachtungssatelliten.
Heutzutage kann man sich auch als Privatperson Fotos des eigenen Vorgartens, vom Weltall aus gesehen, anschauen – diverse Verlage haben CD- oder sogar DVD-Sammlungen mit mehreren Gigabyte Fotomaterial veröffentlicht, im Internet sind ebenfalls oft Bilder einsehbar. Diese Bilder wurden jedoch von kommerziellen Satelliten geschossen, und bieten eine deutlich niedrigere Auflösung.
Kommerzielle Satelliten werden während Kriegen gerne von einer der Konfliktparteien gebucht um die eigenen Kapazitäten zu erweitern oder um der anderen Partei den Zugriff darauf zu verwehren. Auch sind einige weitere, eigentlich nicht-militärische, Erdbeobachtungssatelliten im Dual Use verwendbar.
Auflösungsvermögen
Um das Auflösungsvermögen der optischen Spionagesatelliten gibt es eine Menge Spekulation. Obwohl die genauen Daten streng geheim sind, kann man zumindest einige Näherungswerte berechnen. Wichtigster Punkt ist der Öffnungs- oder Hauptspiegeldurchmesser. Diese Größe kann zumindest nach oben hin durch den Durchmesser der Nutzlastverkleidung der Trägerrakete abgeschätzt werden. Durch die Diffraktion des Hauptspiegels der Optik ist die Auflösung physikalisch begrenzt. Die folgende Formel [http://satobs.org/columbia/KH11resolution.html] berechnet das theoretisch mögliche Auflösungsvermögen der Satellitenoptik. Durch atmosphärische Störeffekte verschlechtert sich die Auflösung in der Realität jedoch vom berechneten Wert.
Auflösung = 1.22 - Wellenlänge - Abstand / Durchmesser
Am Beispiel des KH-11 (Kennan / Crystal) Satelliten:
Wellenlänge des sichtbaren Lichts: 5.5 - 10-5 cm.
Spiegeldurchmesser des KH-11 (nach Jeffrey Richelson) : 234 cm
Perigäumshöhe: ~ 300 km = 3 - 107 cm.
-> Auflösung: 8.6 cm aus 300 km Höhe
Selbst mit einem angenommenen Spiegeldurchmesser von 4 m (Annahme für gegenwärtig maximal mögliche Spiegeldurchmesser) liegt die Auflösung bei ca. 5 cm. Dies reicht nicht zum Lesen von Autonummernschilder oder zur Identifikation von individuellen Personen aus.
Siehe auch: Aufklärungsflugzeug
Weblinks
- [http://www.gwu.edu/%7ensarchiv/NSAEBB/NSAEBB13/index.html U.S. Satellite Imagery, 1960-1999 by Jeffrey T. Richelson]
Kategorie:militärischer Satellit
Kategorie:künstlicher Satellit
Kategorie:Satellitentechnik
ja:偵察衛星
ÜberwachungÜberwachung oder Observation (v. lat. observare = beobachten) ist die aufmerksame Beobachtung von Personen bzw. Objekten zu technischen, politischen, militärischen oder anderen Zwecken.
Man unterscheidet u.a.:
#Verkehrsüberwachung
#technische Überwachung von Anlagen oder die Überwachung von Umweltdaten (z.B. des Ozonlochs). Erstere dient vor allem der Vermeidung von Störfällen (siehe auch TÜV), letztere zur Aufdeckung und Kontrolle von Umweltschäden.
#Eine medizinische Form der Überwachung ist z. B. die Überwachung von Kranken in der Intensivstation. Hier werden ständig lebenswichtige Daten wie Herzschlag, Blutdruck und Atmung kontrolliert, um im Notfall schnell eingreifen zu können.
#elektronische Überwachung: wird oft benutzt, um eine Beobachtung aus der Distanz mittels elektronischer Ausrüstung oder anderer technischer Mittel zu beschreiben.
#Neben technischen Maßnahmen kann Überwachung auch mit "low-tech" durchgeführt werden, etwa durch Beschattung.
#Militärische Überwachung von Räumen bzw. Gelände (siehe Gefechtsarten und Allgemeine Aufgaben im Einsatz)
Überwachungsmaßnahmen werden üblicherweise von staatlichen Geheimdiensten und der Polizei eingesetzt, können aber auch der Kontrolle von Arbeitnehmern in Unternehmen dienen. Diese zweite Art der Überwachung ist in Deutschland in hohem Maße illegal, während in USA oder auch in Großbritannien Arbeitgeber Angestellte beispielsweise völlig legal mittels am Arbeitsplatz installierten Kameras überwachen dürfen. Auch das Mitlesen des E-Mail-Verkehrs ihrer Angestellten ist Firmen in den USA im Gegensatz zu Deutschland erlaubt.
Der Grad der Überwachung ist ein heißumstrittenes und sehr problematisches Thema. Einerseits werden beispielsweise in den skandinavischen Ländern und in Großbritannien die neuen Formen der elektronischen Kontrolle als "Errungenschaft der Demokratie" gepriesen. Andererseits befürchtet beispielsweise der Europäische Gerichtshof in seiner Herleitung für das Recht auf Datenschutz eine Einschränkung der Meinungsfreiheit. Wenn die Bürger nicht mehr wissen, wann und in welchem Maße sie beobachtet werden, werden sie sich aus Angst vor Repressionen auch vorsichtiger verhalten.
Überwachung mit Videokameras
Repression
Eine andere Form der Überwachung, meist durch Kameras, wird an öffentlichen Plätzen, z.B. Bahnhöfen, als Sicherheitsmaßnahme eingesetzt. In Deutschland wurden diesbezüglich Modellprojekte, etwa in Regensburg durchgeführt, die auf heftigen Widerstand unter Datenschützern stießen. Mittlerweile ist die Video-Überwachung kein Modellprojekt mehr, sondern wird in vielen Städten an öffentlichen Plätzen eingesetzt. Als Begründung werden manchmal "Erfordernisse des Marketings" [http://derstandard.at/text/?id=1289108] genannt, wie etwa in der oberösterreichischen Stadt Wels. Auch Kaufhäuser werden in der Regel videoüberwacht, um Ladendiebstählen vorzubeugen.
Es gibt Anstrengungen, die Videoaufnahmen mittels einer Software, häufig Gesichtserkennung oder pattern matching genannt, automatisch auszuwerten und mit bestehenden Personenbildern zu vergleichen. Zur zweifelsfreien Erkennung genügen inzwischen schon kurze Aufnahmen von wenigen Signalen, beispielsweise der Augenpartie. Mit dem Einsatz dieser Technik wäre es nicht mehr möglich, anonym an beispielsweise politischen Demonstrationen teilzunehmen. Bürgerrechtler befürchten eine globale Demonstranten-Datenbank oder enorme Repressalien, wenn beispielsweise die Polizei Fotos von Demonstranten an die jeweiligen Arbeitgeber weiter geben würde.
Flugverkehr
Im Flugverkehr verlangen die USA die Weitergabe von Fluggastdaten. [http://www.ad.or.at/news/pw20030221.html#1]. Es wird ein System zur Früherkennung von "Terroristen" weiterentwickelt. Man sucht nach "verdächtigen" Mustern, um so Terroristen zu entlarven. Der Rüstungskonzern Lockheed-Martin wurde von der US-Transportbehörde "Transportation Security Administration" beauftragt, das System "Computer Assisted Passenger Pre-Screening" (CAPPS) weiter auszubauen. Dagegen formieren sich auch Widerstände ([http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?read=detail&id=159028],[http://www.edri.org/cgi-bin/index?funktion=view&id=000100000085 edri.org]). Ausländer und Kriegsgegner werden besonders genau kontrolliert. ([http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/15375/1.html heise.de])
Deutschland
Die besondere Sensibilität der Deutschen gegenüber jeder Form der Überwachung im Gegensatz zu anglo-amerikanischen Ländern lässt sich unter anderem auf die im Nationalsozialismus praktizierte Überwachung der Bevölkerung durch ein System von Blockwarten zurückführen. Auch das in der DDR durch die Staatssicherheit etablierte und nach der Wende aufgedeckte Netz von Inoffiziellen Mitarbeitern, das weite Teile der Bevölkerung bespitzelte, trägt zu einer besonderen Sensibilität bei.
Überwachung des Briefverkehrs
Da heute mehr und mehr Menschen Fax und E-Mail verwenden, verringert sich die Bedeutung v. a. des internationalen Briefverkehrs. Das Abfangen von Post bleibt dennoch eine wichtige Aufgabe des Geheimdienstes.
Es gibt keinen einfachen Weg festzustellen, ob die persönliche Post gelesen wurde, oder nicht. Da die Post Sortiermaschinen benutzt, die gelegentlich Briefe beschädigen, ist auch eine solche Beschädigung kein sicheres Anzeichen für eine Überwachung.
Heute werden große Datenmengen auch mit CDs auf dem Postweg verschickt. Diese sollte man vor dem "Brennen" mit einem bekannt sicheren Verschlüsselungprogramm, etwa GPG verschlüsseln.
Audio - Überwachung
Neben den konventionellen Methoden wie versteckten Wanzen gibt es noch die ausgefallenere Methode der optischen Mithöreinrichtung. Hierbei wird ausgenutzt, dass eine Fensterscheibe im Takt mit der Sprache schwingt. Um diese Schwingungen zu ermitteln, wird ein Laserstrahl auf die Scheibe gerichtet und wieder aufgefangen. Aus den Abweichungen des Laserstrahls werden die gesprochenen Worte elektronisch rekonstruiert.
Telefonüberwachung
Das Abhören von Telefongesprächen ist in Deutschland für Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden relativ einfach möglich. Der Heise News-Ticker bezeichnet Deutschland sogar als Weltmeister der Telefonüberwachung [http://www.heise.de/newsticker/data/jwe-06.05.03-000/]. Im Jahr 2002 wurden von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post knapp 22.000 Telefonüberwachungen (nicht zu Verwechseln mit Abhöraktionen) in Deutschland gezählt.
Dieses gilt aber nur für die Zahl der überwachten Anschlüsse. Häufig haben die Betroffenen mehrere Anschlüsse (Bsp.: ISDN und verschiedene Pre-paid-Karten für Handy) und/oder wechseln diese auch während der laufenden Überwachung. Die hohe Zahl der überwachten Anschlüsse entsteht, da für jeden Anschluss (=Rufnummer), im Gegensatz zu anderen Ländern, ein Beschluss vorliegen muss. Bei der Zahl der überwachten Personen liegt Bundesrepublik im unteren Mittelfeld.
Neben dem direkten Abhören von Telefongesprächen und der gezielten Überwachung von Telefonanschlüssen kommt es verstärkt dazu, ungezielt eine große Anzahl von Anschlüssen zu überwachen. Dies wird mit Gefahrenabwehr (z.B. Terrorismusbekämpfung) begründet.
Hierbei werden einerseits die Verbindungsdaten aufgelistet und die Kommunikationszusammenhänge über lange Zeiträume ausgewertet. Beispielsweise wird überprüft, wer mit wem telefoniert und in welcher Beziehung die Partner stehen. Andererseits erlauben Spracherkennungsprogramme automatisch nach Stichworten wie Bombe oder nach verdächtigen Wortkombinationen wie Palästina und Freiheit zu horchen, die Verbindungsdaten zu markieren und für eine intensive Überprüfung zu empfehlen. Alle Auslandsleitungen der BRD liefen lange Zeit durch eine Computerstation der NSA in Frankfurt, welche unter dem Namen Echelon bekannt wurde.
Einige Bundesländer, darunter Thüringen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz, haben mittlerweile in ihren Polizeigesetzen bzw. Gefahrenabwehrgesetzen Ermächtigungsnormen eingeführt, die die Telefonüberwachung zu präventiven Zwecken ermöglichen. Der landesgesetzlichen Regelung der präventiven Telekommunikationsüberwachung sind jedoch enge Grenzen gesetz, so hat das Bundesverfassungsgericht die fragliche Vorschrift (§ 33a NSOG) im Niedersächsischen Sicherheits- und Ordnungsgesetz für verfassungswidrig erklärt. Die sächsische Regelung wurde vom sächsischen Staatsgerichtshof als verfassungswidrig verworfen.
Für das Information Awareness Office des Pentagon soll ein geplantes Data-Mining-System im In- und Ausland alle verfügbaren Informationsquellen erschließen: Es wird an einem gigantischen, umfassenden elektronischen Überwachungssystem namens TIA (Total Information Awareness) gearbeitet.
Die namenhafte us- amerikanische Universität MIT hat als Gegenprojekt zu TIA das Informationsprojekt GIA (Government Information Awareness) ins Leben gerufen. Mit Hilfe dieser Plattform sollen Daten zu Personen und Institutionen von Regierungen zusammengetragen werden und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
PC-Überwachungsprogramme
Mit bestimmten Überwachungsprogrammen können ahnungslose Computer-"Mitbenutzer" unbemerkt ausspioniert werden. Der "Controller" kann sämtliche Aktivitäten nachträglich observieren. Auch Passwörter (PIN, TAN) sind davor ungeschützt, bei Online-Bankgeschäften kann sich dadurch eine geänderte Haftung bei einem Schadensfall ergeben, da die Banken das Aufzeichnen der Passwörter verbieten. Die Anschaffung und Installation derartiger Programme ist legal - die Anwendung nur, wenn man seine eigenen Aktivitäten kontrolliert. Auch bei Besitzstörungen und Scheidungsverfahren ist der Einsatz illegal, er kann aber trotzdem in die freie Beweiswürdigung des Richters Eingang finden. In Österreich gibt es nur das Recht auf Unterlassung einer illegalen Überwachung.
Kontaktloser RFID-Chip
Völlig neue Möglichkeiten der Datensammlung und Überwachung bietet der Einsatz der RFID-Technologie. RFID steht für Remote Frequency Identifier bzw. Radio Frequency Identification und erlaubt das kontaktlose Lesen von Daten (einer weltweit eindeutigen ID) über Distanz, ursprünglich entwickelt, um den Strichcode z.B. auf Lebensmitteln oder anderen Objekten abzulösen. Um ein Objekt mittels RFID zu markieren, muss ein so genannter RFID-Tag angebracht werden, der teilweise nur wenige Millimeter groß sein muss, um Daten über mehrere Meter senden zu können. RFID-Tags werden stillschweigend in immer mehr Produkten des täglichen Lebens eingearbeitet, ohne die Kunden zu informieren. Da solch ein "Produkt-Kennzeichen" theoretisch eine unbegrenzte Lebensdauer besitzt, wird der Kunde zu einem wandelden Informationssender über die Waren bzw. Produkte, die er bei sich trägt.
Eingesetzt werden RFID unter anderem auch auf Ausweisdokumenten (Reisepaß) und in Geldkarten.
Überwachungsarten und ihre Umsetzung
- klassisches Abhören mit Wanzen (siehe auch Großer Lauschangriff)
- Telefonüberwachung
- IMSI-Catcher
- E-Mail-Überwachung
- Briefüberwachung
- Videoüberwachung
- Satellitenüberwachung
Risiken
Hauptrisiko der Überwachung ist, dass die bei der Überwachung anfallenden Daten zweckentfremdet oder gezielt missbraucht werden könnten.
Folgen
Überwachung hat unter anderem die Folge, dass die Überwachten sich konformer (zu dem, was nach den aktuellen Moral- und Wertvorstellungen jeweils vorgegeben wird) verhalten, jedenfalls dann, wenn sie sich überwacht glauben. Das heißt nicht notwendigerweise, dass dadurch der Wille der Überwachten dauerhaft gebeugt wird, doch achten sie in der Regel mehr auf ihre äußerliche Wirkung - ganz ähnlich der eines Schauspielers. Diesen "Zwang zum Schauspiel" erfährt der Überwachte in der Regel als Bürde, die ihn in seiner (gefühlten) Freiheit einschränkt.
[http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19703/1.html Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse] des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie haben ergeben, dass allein die Anwesenheit eines Gesichts in einem Raum (z.B. auf einem Foto) die Konformität des "durch das Gesicht Überwachten" erheblich erhöht, selbst wenn dem Überwachten klar ist, dass dieses Gesicht eben nur eine Abbildung ist. Offensichtlich ist der Vorgang, bei Überwachung sein Verhalten anzupassen, sehr tief im Menschen verwurzelt.
Literatur
- Blum, Elisabeth, "Schöne neue Stadt: wie der Sicherheitswahn die urbane Welt diszipliniert", Basel:Birkhäuser 2003
- Wehrheim, Jan, "Die überwachte Stadt. Sicherheit, Segregation und Ausgrenzung", Opladen: Leske + Budrich 2002
- George Orwell,"1984", Roman über die Zukunft des Überwachungsstaates
Film
- The conversation, Regie: Francis Ford Coppola, USA 1973, Spielfilm, Die Geschichte eines professionellen Abhörspezialisten
- Der Staatsfeind Nr. 1, Regie:Tony Scott, USA 1998, Spielfilm, mit Will Smith und Gene Hackman
Siehe auch
Überwachungsstaat
Post- und Fernmeldegeheimnis
RFID
Biometrie, Spionage, Echelon, Datenschutz, Telekommunikations-Überwachungsverordnung, Mitglied in einer kriminellen Vereinigung, Customer Relationship Management, Identität, Schutz der Sozialdaten, Telemetrie, Videoüberwachung, Monitor, Monitoring, Privatsphäre, Privacy, Stop 1984, Großer Bruder, Gegenobservation
Weblinks
- [http://www.surveillance-and-society.org/ Surveillance & Society] Englischsprachiges wissenschaftliches Journal mit transdisziplinärem Anspruch (Kriminologie, Soziologie, Kunst, u.a.)
- [http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/13580/1.html Totale Überwachung - Das Information Awareness Office] Telepolis Artikel, 11. November 2002
- [http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/17/0,1872,2044689,00.html ZDF.de - Maßloses Lauschen ]
- [http://home.arcor.de/m_enning/politik/ueberwachung.htm Projekt-L] - Mikrochip • DigitalAngel • MEU • GPS • ECHELON • TCPA • SAFE • Video • Zukunft ...
- [http://www.uni-bielefeld.de/Universitaet/Aktuelles/pdf/backes_kurzfassung_telefonueberwachung.pdf Zusammenfassung einer Studie der Universität Bielefeld zur Telefonüberwachung in Deutschland] (PDF)
- [http://www.zeit.de/2004/34/ueberwachung_liste "Auf den Spuren Big Brothers"] ZEIT-Artikel zur Überwachung (mit zahlreichen Links)
- [http://www.zeit.de/2004/34/Big_Brother "Unter Verdacht"] ZEIT-Artikel zur Überwachung in den USA
- Eine ausführliche Aufzählung von Überwachungstechnologien findet sich in http://sicherheitskultur.at/privacy.htm
- [http://www.datenreise.de Datenreise.de]
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Lockheed U-2
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Die Lockheed U-2 »Dragon Lady« ist wahrscheinlich das bekannteste Spionageflugzeug überhaupt.
Entwickelt von der Advanced Development Projects Unit (besser bekannt als Skunk Works) der Firma Lockheed, war es bei einer Einsatzhöhe von über 20.000 m lange Zeit sowohl für bodengestützte Luftabwehr wie auch für Jagdflugzeuge unerreichbar. Ermöglicht wird diese Flugleistung unter anderem durch das von Segelflugzeugen abgeleitete Design. Das Flugzeug hat keine druckfeste Pilotenkabine, stattdessen muß der Pilot einen Druckanzug tragen. Die Spionageausrüstung bestand ursprünglich aus zwei hoch auflösenden Panoramakameras und wurde im Verlauf der Zeit um weitere Apparate (elektronische Sensoren, GPS etc.) ergänzt.
Der offizielle Erstflug erfolgte am 4. August 1955, das Nachfolgemodell TR-1 steht immer noch in Dienst. Die NASA benutzt eine eigene Ausführung, die U-2 ER-2, für zivile Forschungsflüge.
Einsätze
Am 1. Mai 1960 flog Gary Powers mit einer U-2 eine Aufklärungsmission über der Sowjetunion. Während des Fluges kam es zu Triebwerksschwierigkeiten, die dazu führten, daß das Flugzeug an Höhe verlor und in den Wirkungsbereich der sowjetischen Luftabwehrraketen geriet. Die U-2 wurde abgeschossen und Powers, der sich trotz gegensätzlicher Anweisungen mit dem Schleudersitz gerettet hatte, gefangengenommen. Der unter großem internationalen Interesse durchgeführte Schauprozess, in dem Powers zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, wurde von den USA als empfindliche Demütigung empfunden. In Folge der Blamage wurden - zumindest bei einigen Maschinen - die Schleudersitze entfernt. Nach der anfänglichen Darstellung der USA, es habe sich um ein Wetterflugzeug gehandelt, gestand US-Außenminister Christian Herter am 9. Mai 1960, dass derartige Spionageflüge über der Sowjetunion bereits seit dem Juli 1956 stattfanden. In der Operation "Overflight" hatten die USA von Stellungen erster sowjetischer Interkontinentalraketen, dem Bau einer atomaren U-Boot-Flotte und die Erprobung von Raketenabwehr-Raketen Kenntnis erlangt. Am 11. Mai 1960 übernahm US-Präsident Dwight D. Eisenhower, der jeden einzelnen Flug der U2 vorher genehmigte, die volle Verantwortung, lehnte aber die Forderung des sowjetischen Ministerpräsidenten Nikita Chrustschow ab, den Luftzwischenfall als "aggressiven Akt" der USA anzuerkennen.
Während der Kuba-Krise 1962 lieferte das Flugzeug die entscheidenden Fotos der sowjetischen Raketenstellungen. Im späteren Verlauf der Krise wurde eine weitere U-2 abgeschossen, der Pilot, Major Rudolph Anderson, kam ums Leben. Er ist das einzige Opfer der Kuba-Krise.
Die U-2 wurde seit Mitte der 1960er Jahre durch Satellitenaufklärung ergänzt und schließlich durch die SR-71 abgelöst. Seit Ende des Kalten Kriegs setzt die US-Luftwaffe jedoch wieder die kostengünstigere U-2 statt der SR-71 ein.
In den 1990er Jahren wurden die Maschinen als Version U-2S noch einmal mit überarbeiteten Motoren und Kameratechnik ausgestattet. Auf 100.000 Flugstunden kommt nach Berechnungen des Congressional Research Service der Totalschaden an einer Maschine.
Am 26. Januar 2003 stürzte eine U-2 nahe dem Luftstützpunkt Osan in Südkorea ab, der Pilot konnte sich retten.
Am 22. Juni 2005 stürzte eine U-2S nach offiziellen Angaben der US Air Force „in Südwestasien“ ab als sie von einem Einsatz über Afghanistan (siehe Krieg in Afghanistan, Operation „Enduring Freedom“) zurückkehrte. Dabei starb der Air-Force-Pilot Maj. Duane W. Dively. Gemäß inoffiziellen Aussagen von Vetretern des Pentagon liegt der Absturzort im Gebiet der US-Luftwaffenbasis Al Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Über die dort stationierten Flugzeuge und deren Einsätze werden „aus Rücksicht auf das Gastgeberland“ allerdings keine öffentlichen Aussagen gemacht. Einige Beobachter und Medien vermuteten, dass es sich auch um einen Spionageflug über dem Iran gehandelt haben könnte.
Nach dem Absturz verfügten die USA nach Angaben der Zeitschrift Aviation Week & Space Technology noch über 38 U-2, von denen fünf zweisitzige Trainingsflugzeuge sind und zwei Maschinen von der NASA betrieben werden.
Technische Daten
- Länge: 15,24 m
- Flügelspannweite: 24,38 m
- Höhe: 4,57 m
- Höchstgeschwindigkeit: 794 km/h
- Reichweite: 4635 km
- Besatzung: 1 Pilot
- Dienstgipfelhöhe: 21.335 m
- Bewaffnung: keine
Eine Besonderheit der U-2 ist ihr Fahrwerk. Ein einziehbares Doppelrad befindet sich in der Rumpfmitte. Zur Stabilisation befinden sich links und rechts an den Tragflächen kleine Stützräder an langen Stelzen, die jedoch noch während des Startvorganges abgeworfen werden. Die Landung auf dem Mittelfahrwerk kann nur mit Hilfe von exakter Einweisung durch Bodenfahrzeuge erfolgen.
Siehe auch: Liste von Flugzeugtypen
Weblinks
- [http://www.af.mil/news/story.asp?storyID=123010842 af.mil - Pilot dies after U-2 Dragon Lady crashes in Southwest Asia] (englisch)
- [http://www.blackbirds.net/u2/index.html U2-Pages] (engl.)
Kategorie:Militärischer Flugzeugtyp
ja:U-2 (偵察機)
Kuba-KriseDie Kubakrise 1962 wird als der Höhepunkt und gleichzeitig als Wendepunkt in der Geschichte des Kalten Krieges und des Wettrüstens angesehen. Sie war jener Zeitpunkt in der Weltgeschichte, an dem die beiden Supermächte USA und Sowjetunion kurz vor einer nuklearen Eskalation standen. Nie zuvor in der Weltgeschichte war ein Atomkrieg so wahrscheinlich wie zu diesem Zeitpunkt.
Vorgeschichte
Seit dem Beginn des Kalten Krieges war es Ziel beider Supermächte, die für zwei gegensätzliche Wirtschaftssysteme und Ideologien standen, dem jeweiligen Gegner mit immer neuen Waffentechnologien die eigene Überlegenheit zu demonstrieren.
Die strategischen Konzepte gingen soweit, dass die Option eines nuklearen Erstschlags nicht ausgeschlossen wurden. Dabei sollte der Gegner durch massiven Einsatz von Kernwaffen innerhalb kürzester Zeit vernichtet werden, so dass die Möglichkeit eines nuklearen Gegenschlags nicht mehr möglich wäre. Konventionelle Waffen eigneten sich nicht zu einer solchen Offensive, da die Feuerkraft nicht ausreichend war den Gegner handlungsunfähig zu machen.
Mit der, zu dieser Zeit, verfügbaren Raketentechnologie (siehe Interkontinentalrakete) konnten Ziele in einer Entfernung von 14.000 km vernichtet werden. So wäre es durchaus möglich gewesen, dass Territorium des Gegners, mit Raketen vom heimischen Territorium aus zu erreichen. Die zur Verfügung stehenden Bomberflotten, B-52 bzw. Tu-95 wären zu derartigen Angriffen ebenfalls in der Lage gewesen. Der Nachteil dieser beiden Angriffsmethoden war eine lange Vorwarnzeit und damit die Möglichkeit des Gegners Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Um diese Vorwarnzeiten zu verringern mußten Nuklearraketen möglichst nahe am Territorium des jeweiligen Gegners stationiert werden. Diese Voraussetzungen schufen die USA 1959 mit der Stationierung von nuklearen Mittelstreckenraketen des Typs Jupiter in Italien.
Zu diesem Zeitpunkt bestand für die Sowjetunion keine Möglichkeit, eigene nukleare Mittelstreckenraketen in Reichweite des Territoriums der USA zu stationieren.
Erst mit der Flucht von Diktator Fulgencio Batista im Januar 1959 aus Kuba und der faktischen Anerkennung des Sieges der Guerilla unter Fidel Castro sah die Sowjetunion eine Möglichkeit diesen taktischen Nachteil auszugleichen.
Castro bildete eine Revolutionsregierung, in der verschiedene oppositionelle Gruppen, darunter auch Kommunisten, vertreten waren. Batista war von den USA unterstützt worden. Die neue Regierung, unter Castro, hielt die Beziehung zu den USA aufrecht. Castro bat die USA um ein Darlehen. Diese Bitte wurde von der amerikanischen Regierung unter Eisenhower nicht nur abgelehnt, sondern die USA entschieden sich im März 1959, den Sturz Castros durch Unterstützung der Opposition, durch Terror- und Sabotageakte sowie Mordanschläge zu betreiben. Für die USA kam Castro als Partner nicht in Frage, so dass Castro andere, von den USA unabhängige Handelspartner benötigte.
In der UdSSR wurde diese Entwicklung aufmerksam beobachtet. Mit der Aufnahme von diplomatischen Beziehungen, im Mai 1959, rückte Kuba in die Reichweite sowjetischen Interessen.
Kuba sicherte sich einen starken Wirtschaftspartner und hegte die Hoffnung, ein Vorbild für die nationale Unabhängigkeit in Lateinamerika werden zu können.
In den USA wurde das allerdings als ein nicht akzeptabler Versuch, den Kommunismus in Süd- und Mittelamerika salonfähig zu machen, betrachtet.
Der Export von Erdöl nach Kuba und Importe aller Waren aus Kuba wurden am 19. Oktober 1960 per Dekret der Regierung Dwight D. Eisenhower verboten.
Das Politbüro unter Chruschtschow reagierte auf dieses Embargo mit der Zusage wirtschaftlicher und militärischer Unterstützung. Diese Zusagen werden heute als Anlass zur Durchführung der Schweinebuchtinvasion am 17. April 1961 bezeichnet. Die militärische Aktion endete in einem Fiasko für die USA und zeigte deutlich, zu welchen Maßnahmen die USA unter der Regierung Kennedy bereit war Castro zu stürzen.
Das Bündnis zwischen der Sowjetunion und Kuba war für beide Staaten vorteilhaft.
Die UdSSR konnte ihr taktisches Defizit, die Erreichbarkeit des gegnerischen Territoriums mit Nuklearraketen, gegenüber den USA ausgleichen und Kuba betrachtete die Sowjetunion als wichtigsten Handelspartner und Schutzmacht, die das überleben der Regierung Castro sicherte.
Unmittelbare Vorgeschichte
Von 1959 an stationierten die USA in Italien 30 und in der Türkei 15 Atomraketen die auf die UdSSR gerichtet waren.
Im April 1962 wurden die amerikanischen Thor- und Jupiter-Atomraketen in der Türkei einsatzbereit. Wegen ihrer leichten Angreifbarkeit durch ungeschützte Aufstellung konnten sie nur zu einem atomaren Erstschlag genutzt werden.
Im Mai 1962 begann die UdSSR, unter dem Decknamen Operation Anadyr, im Geheimen auf Kuba Atomraketen sowie 40000 Soldaten der Roten Armee zu stationieren, die die Insel vor einer drohende US-amerikanische Invasion schützen sollten. Gleichzeitig konnte die Sowjetunion das militärische Gleichgewicht wieder herstellen, dass mit der Stationierung der Mittelstreckenraketen in Italien und der Türkei zu Gunsten der USA verschoben war.
Im August 1962 entdeckte die CIA nach Agentenhinweisen mithilfe des US-Spionageflugzeuges U-2 erstmals in der Provinz Pinar del Río Raketenabschussvorrichtungen.
Die Krise im Oktober 1962
Zur eigentlichen Krise kam es erst im Oktober 1962.
US-Präsident John F. Kennedy gibt erneut die Genehmigung für Luftaufnahmen durch die Spionageflugzeuge Lockheed U-2.
Lockheed U-2
Lockheed U-2
Auf den ausgewerteten Photos wird der direkte Beweis für die Existenz von Atomraketen erbracht. Es handelt sich um SS-4 Mittelstreckenraketen, die auch Washington erreichen können.
John F. Kennedy wird vom Sicherheitsberater McGeorge Bundy informiert, und beruft sofort seinen Beraterstab (Executive Commitee, ExComm) ein. Verschiedene Möglichkeiten der Reaktion werden erörtert, darunter Hinnehmen der Stationierung, diplomatische Lösungsversuche und die militärischen Möglichkeiten der Seeblockade, des Luftangriffes und der Invasion. Alle Beratungen und Ergebnisse werden vor der Öffentlichkeit (und somit auch vor der Sowjetunion) geheim gehalten.
17. Oktober
Weitere Luftaufnahmen beweisen die Existenz von mindestens | | |