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Auflage Einer Publikation

Auflage einer Publikation

Als Auflage wird im Verlagswesen die Zahl der auf einmal produzierten Publikationen wie Bücher, Zeitschriften oder Zeitungen bezeichnet. Als Kleinauflage bezeichnet man im Bereich des Druckens kleinere Druckaufträge. Diese sind je nach dem Druckverfahren unterschiedlich, beim Siebdruck z.B. weniger als 10 Druckbögen. Die Höhe einer Auflage bezeichnet die Zahl der produzierten Einheiten. Sie sagt nichts über die literarische Qualität aus, oder darüber welche Wirkung die Publikation zu erzielen vermag. Beispielsweise haben Kafka oder Melville zeitlebens nie von ihren Büchern leben können, dennoch ist die Qualität und Wirkungskraft ihrer Bücher unbestritten. Die Nummer einer Auflage wird bei jeder Neuauflage fortgezählt (siehe auch Erstauflage, Neuauflage, Buchausgabe). Die Erstauflage gibt das erste Erscheinen eines Druckwerkes bei einem Verlag an. So können Werke von Goethe auch heute noch in einer Erstauflage bei einem bestimmten Verlag erscheinen, jedoch nicht mehr als Erstausgabe. Die Deckungsauflage bezeichnet die Zahl der Exemplare, die zur Deckung der Kosten mindestens verkauft werden müssen. Sie resultiert bei Büchern im wesentlichen aus der Höhe des in der Regel gebundenen Ladenpreises. Die durchschnittliche Auflage eines Romans beträgt z.B. bei Suhrkamp oder Verlag C. H. Beck etwa 4.000, bei wissenschaftlichen Büchern 2.000 bis 3.000 und bei Lyrik sogar nur 1.000 bis 2.000. Bei den meisten Verlagen müssen wenige auflagenstarke Erfolgsautoren die Verluste aus den Büchern erfolgloserer Autoren kompensieren. Bei Zeitungen und Zeitschriften unterscheidet man noch zwischen der gedruckten Auflage und der verkauften Auflage sowie der verbreiteten Auflage. Die verbreitete Auflage umfasst neben den Verkäufen über Einzelhandel und Abonnement auch beispielsweise auf Messen kostenlos verteilte Exemplare. Nicht verkaufte Exemplare der ausgelieferten Auflage werden von den Verkaufsstellen (Kioske, Tankstellen, etc.) als Remittenden an den Pressegroßhandel zurückgeschickt. Je nach Periodizität können sie von den Grossisten neu verteilt werden (monatlich oder vierteljährlich erscheinende Zeitschriften). Die Auflagezahlen von Zeitungen und Zeitschriften ermittelt die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) e.V.. Sie ist eine neutrale Kontrolleinrichtung, die 'zur Förderung der Wahrheit und Klarheit der Werbung und damit zur Sicherung eines echten Leistungswettbewerbs vergleichbare und objektiv ermittelte Unterlagen über die Auflagezahlen bereitstellt. Mit der Reichweite einer Publikation gibt man die Zahl der Personen an, die Leser einer Ausgabe (LpA = Leser pro Ausgabe) eines Titels oder einer Titelkombination sind. Der Bezug ist dabei auf das Erscheinungsintervall, also ein Tag bei täglichen Medien, eine Woche bei wöchentlich erscheinenden und ein Monat bei monatlich erscheinenden Medien. Diese Daten werden durch Umfragen empirisch erhoben. Die Reichweite unterscheidet sich von den verkauften Exemplaren, da ein Exemplar üblicherweise von mehreren Personen gelesen wird. Eine Besonderheit besteht beim Print on Demand, wo jedes Exemplar einzeln, also in einer Auflage der Höhe 1 hergestellt wird. Siehe auch: Verlag, Rezension, Buchhandel, IVW, Buchdruck, Drucktechnik

Weblinks


- [http://www.ivw.de/ IVW] - Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern in Deutschland
- [http://www.wemf.ch Wemf] - AG für Werbemedienforschung in der Schweiz
- [http://www.wemf.ch/d/info_pool/mach2000lpa/2b.shtml Reichweite] - Definition der AG für Werbemedienforschung in der Schweiz Kategorie:Medien Kategorie:Verlag

Verlagswesen

Das Verlagswesen ist eine neue Form der Produktion und des Vertriebs von Waren und leitete die Zeit der frühkapitalistischen Produktionweisen ein. Ausgangspunkt bildete das Wirtschaften der Bauern und Handwerker und deren Familien im Mittelalter wie schon Jahrhunderte vorher. Diese kauften ihre Rohstoffe selbst auf dem Markt, produzierten bei sich zu Hause die Waren und verkauften diese selbst von zu Hause aus, auf dem Markt oder an Händler. Der Verleger ist nun nicht nur einfacher Händler, der den Verkauf für die Produzenten übernimmt, sondern er kauft die Ware zu vorher vereinbarten Preisen vollständig auf. Um die Produktivität seiner Lieferanten noch zu steigern, übernimmt er auch deren Belieferung mit den Rohstoffen und Vorerzeugnissen der Produktion. Der Handwerker konnte durch die ausschließliche Konzentration auf die Produktion effizienter wirtschaften. Diese Spezialisierung nur auf die Produktion und die Abhängigkeit vom Verleger für Einkauf und Vertrieb, drückte die Verdienstmöglichkeiten der Handwerker auf ein Minimum. Auch war die unmittelbare Nähe der Erzeuger zu den Märkten kein entscheidender Vorteil mehr. So konnte auch in abgelegenen Gebieten effizient genug produziert werden. Die Textilproduktion mit ihren vielen speziellen Verarbeitungsstufen eignete sich besonders für das Verlagswesen. Ganze frühkapitalistische Unternehmerdynastien entstanden durch diese damals überlegene Produktionsweise: die Fugger, die Medici, die Welser. Das Verlagswesen wurde sukzessive durch die Manufakturen abgelöst. !

Buch

Ein Buch (Plural Bücher) ist eine mit einer Bindung und meistens auch mit Bucheinband (Cover) versehene Sammlung von bedruckten, beschriebenen, bemalten oder auch leeren Blättern aus Papier oder anderen geeigneten Materialien. Zudem werden große Textabschnitte, die in sich abgeschlossen sind, als "Buch" bezeichnet. Das ist bei antiken Werken, die aus zusammengehörigen Büchersammlungen bestehen, der Fall. Beispiele hierführ sind: Bibel und Aeneis. Elektronisch gespeicherte Buchtexte werden als digitale Bücher (engl. e-book) bezeichnet. Eine andere moderne Variante des Buches ist das Hörbuch. Hörbuch

Geschichte

Hauptartikel: Buchgeschichte Die ältesten Vorläufer des Buches waren die Papyrusrollen der Ägypter, von denen das älteste bekannte Exemplar über 5000 Jahre alt ist (Siehe auch Geschichte der Schrift). Die Griechen und Römer übernahmen die Papyrusrollen, bis sie ab dem 1. Jahrhundert allmählich vom Codex abgelöst wurden. Der Codex bestand aus mehreren Lagen Pergament, die in der Mitte gefaltet und zusammengeheftet wurden, prinzipiell bereits genauso wie im heutigen Buch. Ab dem 14. Jahrhundert wurde das Pergament allmählich durch das billigere und viel einfacher zu produzierende Papier ersetzt. Die erste Papiermühle in Deutschland war die des Ulman Stromer in Nürnberg im Jahr 1390. Die von der Erfindung des Buchdrucks (ca. 1450) durch Johannes Gutenberg bis zum Jahr 1500 gedruckten Bücher werden Inkunabel oder Wiegendruck (aus der Zeit, als der Buchdruck noch in der Wiege lag) genannt. In Korea wurde rund 200 Jahre vor Johannes Gutenbergs Erfindung in Europa der Buchdruck mit beweglichen Lettern aus Metall entwickelt, vermutlich eine Weiterentwicklung chinesischer Druckmaschinen bereits im 11. Jahrhundert mit Tonlettern. Korea präsentiert das im Oktober 2005 als Gastland auf der Frankfurter Buchmesse, die schon zu Gutenbergs Zeit die hier erfundene Buchdruckkunst verbreitete (in Korea fehlte ein entsprechendes). Die schnelle Verbreitung der neuen Technik in ganz Europa und die stetige Verbesserung und Weiterentwicklung des Buchdrucks und der Herstellung von Papier machten das Buch zur Massenware, was eine wesentliche Voraussetzung für die Reformation und später für das Zeitalter der Aufklärung wurde. Wissen wurde zum Allgemeingut im Abendland. Schrift und Bild waren im Buch des Mittelalters eine Einheit. Künstler des Bauhauses schufen im 20.Jahrhundert Bücher von hohem gestalterischen Niveau, die dem Bereich Druckgrafik zuzurechnen sind. Diese Künstlerbücher erscheinen in kleinen limitierten Auflage. Im dritten Jahrtausend erscheint schließlich dann auch das digitale Buch auf dem Online-Buchmarkt Der Digitaldruck erlaubt kostengünstige Auflagen ab einem Exemplar: Book on demand

Arten von Büchern

Differenzierung nach Inhalt


- fiktionale Bücher:
  - Roman
  - Kinderbuch
  - Bilderbuch
  - Gedichtband
  - Liederbuch
- nonfiktionale Bücher, Sachbücher:
  - Fachbuch
  - Lehrbuch
  - Schulbuch
  - Handbuch
  - Wörterbuch
  - Lexikon
  - Bibliografie
  - Farbbuch: Schwarzbuch, Weißbuch
- Zunächst meist Einzelexemplare:
  - Tagebuch
  - Rechnungsbuch, Kassenbuch - daher auch Buchhaltung
  - Logbuch
  - Manuskript
  - Drehbuch
  - Künstlerbuch, Buchobjekt

Differenzierung nach Herstellungsart


- Kodizes: handgeschriebene Bücher, davon werden einige als schönste Bücher der Menschheitsgeschichte empfunden (singular: Kodex).
- Beutelbuch: Mittelalterliche Sonderform. Es kann wie ein Beutel getragen und am Gürtel befestigt werden.
- Taschenbuch: Kleinformatiges Buch, meist Paperback, zum Transport geeignet.
- Miniaturbuch: Sehr kleines Buch.
- Paperback: Mit weichem Einband und meist mit Klebebindung versehen, früher auch Fadenbindung.
- Broschur: Buchblock mit verschiedenen Arten des weichen Umschlags, in der Regel fadengeheftet.
- Hardcover: Fester Einband. Heute im deutschsprachigen Raum nur noch selten mit Fadenheftung.
- Loseblattsammlung: Einzelne, austauschbare Seiten in einem oder mehreren Ordnern (hier ist nicht die umgangssprachliche Verwendung von Loseblattsammlung gemeint, die kein Buch darstellt).
- E-Book (Elektronisches Buch): in verschiedenen Formaten, elektronisch gespeichert, zum Teil nur auf Bildschirm lesbar, zum Teil druckbar.
- Hörbuch: Hier werden die Texte eines schon vorhandenen Buches vom Autor oder (häufiger) einem Erzähler vorgelesen, manchmal auch von mehreren Erzählern in Rollen. Teilweise werden inzwischen auch Hörspiele unter dieser Bezeichnung vertrieben. Hörbücher werden auf Musik-CDs/Musikkassetten bzw. in Computer-Audiodateien verkauft und verbreitet.
- Faksimile: originalgetreuer Nachdruck historischer Ausgaben. Audiodatei siehe auch
- Schönstes Buch Österreichs
- Schönste Bücher aus aller Welt

Listen "empfehlenswerter" Bücher


- [http://www.swr.de/bestenliste/ SWR-Bestenliste]
- Fritz J. Raddatz (Hrsg.): ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher, Frankfurt/Main (Suhrkamp) 11.Aufl. 2002. ISBN 3-518-37145-2 (Eine Zusammenstellung schöngeistiger Literatur)
- ZEIT-Bibliothek der 100 Sachbücher
- Iris Radisch (Hrsg.): Mein Jahrhundertbuch - 51 Liebeserklärungen, Ein ZEIT-Buch, Frankfurt/Main (Suhrkamp) 2003. ISBN 3-518-45554-0
- Marcel Reich-Ranicki: Der Kanon
- [http://www.abebooks.de/docs/ReadingRoom/BesteBuecher/besteBuecher.shtml Die 100 besten Bücher der Welt (abebooks)]
- [http://focus.msn.de/D/DF/DFX/DFX04/dfx04.htm Die 100 besten Bücher (Focus)]
- [http://www.spiegel.de/kultur/charts/0,1518,belletristik,00.html Spiegel Bestsellerliste] wöchentliche Liste der meist-verkauften Belletristiktitel
- [http://www.spiegel.de/kultur/charts/0,1518,sachbuch,00.html Spiegel Bestsellerliste] wöchentliche Liste der meist-verkauften Sachbücher
- [http://www.zeit.de/marktplatz/zvab/index Bestsellerliste antiquarischer Bücher] (Die Zeit)
- ZDF-Lieblingsbücher 2004

Kleines Glossar zur Vorsilbe "Biblio-"


- Biblio-Club: Literaturklub an einer Bibliothek, Beispiel: Biblio-Club der Jugend an der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam
- Bibliograf: Jemand der eine Bibliografie bearbeitet oder zusammenstellt
- Bibliografie: Nachschlagewerk von Literaturhinweisen
- Bibliographisches Institut - 1826 in Gotha gegründete Verlagsbuchhandlung (inzwischen fusioniert mit Brockhaus)
- Biblioklast: Jemand, der Bücher zerstört, indem er Seiten oder Bilder zum Sammeln heraustrennt
- Bibliomanie: übersteigerte, manische Bibliophilie, beispielsweise in Form einer ungesteuerten Sammelwut des Bibliomanen
- Bibliometrie: quantitative Erforschung von Publikationen unter dem Aspekt von Häufigkeitsmerkmalen und -beziehungen; Teilgebiet der Szientometrie
- Bibliophilie: Bücherliebhaberei (Beschäftigung mit besonders schönen, alten oder besonderen Büchern)
- Bibliophobie: Abneigung gegen Bücher (Bücherfeindlichkeit)
- Bibliosophie: Lehre vom Büchersammeln (veralteter Ausdruck)
- Bibliothek: nach bestimmten Prinzipien geordnete Sammlungen von Büchern und anderen Publikationsformen sowie ein Bibliotheksbau, in dem diese untergebracht sind (siehe auch Bibliothekstyp und Bibliothekswesen).
- Bibliothekar: Angestellter in einer Bibliothek
- Bibliotheksabgabe: Tantieme, die von Bibliotheken an die Verwertungsgesellschaften abgegeben wird.
- Bibliothekswissenschaft: Wissenschaftliche Disziplin von der Funktion und Organisation von Bibliotheken und Bibliothekswesen
- Bibliotherapie: psychotherapeutische Methode, bei der die Lektüre von Büchern zur Heilung beitragen soll; auch Buchkonservierung

Rekorde & Skurriles


- Das kleinste Buch der Welt stammt aus dem Leipziger Verlag Faber & Faber. Mit 2,4 auf 2,9 Millimeter ist es etwa so groß (oder besser gesagt: so klein) wie ein Streichholzkopf. Die 32 Seiten sind mit Buchstabenbildern im Offset bedruckt und in Handarbeit ledergebunden. Erwerben kann man es im [http://www.hnf.de/ Heinz Nixdorf Computermuseum] in Paderborn.
- Im Jahr 2004 brachte der Autohersteller Mazda einen Bildband mit dem wohl größten Format der Welt heraus: 3,07 m x 3,42 m.

Zitate


- „Auch das schlechteste Buch hat seine gute Seite: die letzte.“ (John Osborne)
- Des vielen Büchermachens ist kein Ende, und viel Studieren ermüdet den Leib. (Salomo in Prediger 12,12 zitiert nach der Schlachter-Bibel, Ausgabe 2000)

Siehe auch

Übergeordnete:
- Liste von Verlagen
- Literatur, Portal:Literatur Herstellung und Vertrieb:
- Buchbinderei, Buchdruck, Buchhandel, Printmedien, Verlag. Verleger Organisationen:
- Schweizer Buchzentrum Format:
- Buchformat
- Studienausgabe Anwendung:
- Bibliothek, Bookcrossing, BücherWiki, Lesekompetenz weiteres
- Annalen, Bestseller, Fibel, Lektüre, Schmöker,
- Band, Broschüre, Foliant, Wälzer, Kodex, Inkunabel, Konvolut, Palimpsest, Paperback, Papyrus, Pergament,
- Libretto
- Adressbuch, Bestimmungsbuch, Beschwerdebuch, Ehrenbuch, Gästebuch, Hauptbuch, Hausbuch, Herdbuch, Klassenbuch, Kunstbuch, Kirchenbuch, Logbuch, Meldebuch, Notenbuch, Notizbuch, Soldbuch, Stammbuch, Tagebuch, Jahrbuch, Kochbuch, Kursbuch, Lesebuch, Märchenbuch, Liederbuch, Schwarzbuch, Taschenbuch, Wörterbuch, Zauberbuch
- Geschäftsbuch, Kassenbuch, Rechnungsbuch

Weblinks


- [http://www.vl-ghw.uni-muenchen.de/buchgeschichte.html Linksammlung zur Buchgeschichte]
- [http://www.ifla.org/IV/ifla61/61-gehh.htm Geschichte des Buches in Deutschland (1450–1900)]
- [http://www.bib-bvb.de/fachbereich/buchgeschichte.html Chronologie zur Buch- und Bibliotheksgeschichte]
- [http://www.narrenschiff.ch/abkuerzungen/buchbeschreiben.php#BegriffeamBuch Begriffe am Buch]
- [http://www.artistbooks.de/suchen/suchen-archiv.htm Datenbank des "Archiv für künstlerische Bücher und mehr"] !Buch Kategorie:Antiquariat Kategorie:Bibliothekswesen Kategorie:Papierprodukt ja:本 simple:Book tokipona:lipu toki

Zeitung

Das Wort Zeitung war ursprünglich der Begriff für die beliebige Nachricht, veränderte sich jedoch während des 17. und 18. Jahrhunderts in seiner Bedeutung und wurde zu einem Nachrichtenblatt.

Geschichte der Zeitung

Ursprünge

Mit dem Druckmarkt waren im späten 15. Jahrhundert Einblattdrucke aufgekommen - mit Holzschnitten illustrierte, einseitig bedruckte Zettel (mehr dazu im Aufsatz Flugblatt). „Newe Zeitung von …“ – Neue Nachricht über … – verkündete regulär die Titelzeile, was im Handel mit Zeitungen den Eindruck davon, wofür das Wort stand, auf Dauer verschob: Zeitung, so die Wahrnehmung der Zeitungsleser des 17. und 18. Jahrhunderts, war das mit Nachrichten bedruckte Blatt, das seit dem 17. Jahrhundert in den meisten größeren Städten Westeuropas drei Mal wöchentlich Nachrichten aus aller Welt kolportierte. Neben den Flugblättern sind ab dem 15. Jahrhundert sog. Flugschriften nachweisbar, die sich bereits stärker um Objektivität und fundierte Nachrichten bemühten (siehe auch hierzu mehr im Kapitel "Flugblatt").

Erste Zeitungen

Der Begriff „Zeitung“ tauchte als „zidunge“ mit der Bedeutung „Kunde“ oder „Nachricht“ im Raum Köln bereits am Anfang des 14. Jahrhunderts auf. Die Pressegeschichte im weiteren Sinne reicht zurück bis zu den Kaufmannsbriefen, die seit 1380 nachweisbar erschienen. Die erste gedruckte Ausgabe namens [http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/relation1609 Relation aller Fuernemmen und gedenckwuerdigen Historien] (häufig in der Forschung auch nur als "Relation bezeichnet) erscheint vermutlich Mitte des Jahres 1605 in Straßburg im Elsaß. Gegründet wurde sie von Johann Carolus und erschien wahrscheinlich wöchentlich. Ein indirekter Hinweis dafür ist die auf den Oktober 1605 datierte Eingabe des Herausgebers an den Straßburger Stadtrat, in der er um Schutz vor skrupellosen Kopisten ersucht. Er schreibt, nachdem er jetzt das zwöhlffte Mahl Woche für Woche ein gedrucktes Blatt herausgebracht habe, benötige er Unterstützung bei der Abwehr der Raubdrucker. Rückgerechnet muß die erste Ausgabe also im Juli 1605 erschienen sein. Die älteste erhaltene Ausgabe dieser Zeitung stammt jedoch aus dem Jahre 1609. Raubdruck vom 21. Mai 1799 zum Kampf von österreichischen und französischen Truppen in der Schweiz ]] Im Jahr 1650 erscheint in Leipzig mit den Einkommenden Zeitungen zum ersten Mal eine Tageszeitung mit sechs Ausgaben pro Woche. Die älteste noch erscheinende Zeitung ist die seit 1645 in Schweden erscheinende Post-och Inrikes Tidningar. Die Tageszeitung blieb eine Ausnahme, ihre interessanteste Funktion gewann sie vor dem 19. Jahrhundert mit der seit 1702 in London erscheinenden Daily Courant, dem Blatt, das die Funktionen des Veranstaltungskalenders der Großstadt übernahm (in kleineren Städten wurden die lokalen Veranstaltungen rascher durch den Ausruf vermeldet). Wochenzeitungen ergänzen den von Tageszeitungen beherrschten Markt. Definitionskriterium der Zeitung ist dabei weniger ihr Erscheinungsrhythmus als ihr physisches Erscheinungsbild: Zeitungen pflegen auf speziellem minderwertigem Zeitungspapier in ineinandergelegter ungebunden bleibenden Bögen zu erscheinen – ein Kriterium, das mit neueren Projekten wie der [http://www.netzeitung.de Netzeitung] sich im Moment relativiert. Die Inhalte werden mit journalistischen Stilmitteln präsentiert und sind vorwiegend unbegrenzt, meldungsaktuell und allgemein gesellschaftlich, jedoch nicht fachlich oder beruflich bestimmt. Eine Zeitung ist im Gegensatz zur Zeitschrift ein dem Tagesgeschehen verpflichtetes Presseorgan und gliedert sich meist in mehrere inhaltliche Teile wie Politik, Lokales, Wirtschaft, Sport, Feuilleton und Immobilien. Die einzelnen Segmente einer Zeitung heißen Bücher. Zeitungen bestehen inhaltlich aus dem so genannten redaktionellen Teil, der durch die Redaktion oder einzelne Autoren verantwortet wird, und dem Anzeigenteil. Anzeigen werden in ihrem Inhalt von demjenigen verantwortet, der die Anzeige „schaltet“, d.h. bei der Anzeigenredaktion aufliefert und für ihr Erscheinen bezahlt. Der Verlag kann bestimmte Anzeigen dagegen auch ablehnen. Die Anzeigenpreise richten sich vor allem nach der Auflagenhöhe der jeweiligen Zeitung.

Zeitungen in den 20er Jahren

Die große Zeit der Zeitungen war vor der Erfindung des Radios, als Verlagsobjekte aus den Berliner Mosse-, Scherl- und Ullstein-Verlagen teilweise viermal am Tag erschienen: Morgenausgabe, Mittagsausgabe, Abendausgabe, Nachtausgabe. Die weltweit schnellsten Zeitungs-Rotationspressen standen damals an der Spree. Die reiche Zeitungskultur der Zwanziger Jahre wurde neben den Neuen Medien Radio und Fernsehen in Deutschland auch durch Konzentrationsprozesse (Hugenberg-Konzern) und so genannte Arisierungen (Amann-Verlag) während der Zeit des Dritten Reiches ab- und aufgelöst. Konzentrationsprozesse und Zusammenschlüsse der Presse halten aus meist wirtschaftlichen Gründen bis heute an (Mantelzeitungen). Seit Mitte der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts ergänzen viele Zeitungsverlage ihre gedruckten Ausgaben durch Internet-Präsenzen, andere nutzen die Neuen Medien mehr oder weniger geschickt zur Cross Promotion.

Heutige Einteilung


- Erscheinungsweise
  - Tageszeitung
  - Wochenzeitung
  - Sonderausgabe
- Verbreitungsgebiet
  - Stadtteilzeitung (meist von Bürgerinitiativen erstellt)
  - Lokalblatt (häufig als Anzeigenblatt)
  - Regionalzeitung
  - überregionale Zeitung
- Vertriebsart
  - Abonnementzeitung (durch Zusteller oder per Post)
  - Boulevardzeitung (Straßenverkauf)
  - Anzeigenblatt (wird kostenlos an alle Haushalte verteilt)
  - Offertenblatt (wird über den Pressevertrieb vertrieben)
  - Mitgliederzeitung (wird kostenlos oder gegen Kosten an Verbands-, Vereins- bzw. Parteimitglieder verteilt)
  - Firmenzeitung (Herausgeber ist meist die PR-Abteilung des Unternehmens oder eine separate Abteilung für die unternehmensinterne Kommunikation)
  - Betriebszeitung (DDR)
  - Kiosk
  - Pressevertrieb (Presse-Großhandel)
  - Zeitungsantiquariat (Lieferung alter Zeitungen für Museen, Archive, als Filmrequisiten oder als Geschenke)
  - Pendlerzeitung (kostenlose, durch Werbung finanzierte, Zeitungen die an Bahnhöfen, Tram- oder Bussstationen verteilt werden)
- Spezielle Zeitungsformen
  - Schülerzeitung
  - Abiturzeitung
  - Studentenzeitung
  - Parteizeitung
  - Kirchenzeitung
  - Hochzeitszeitung
  - Amtsblatt
  - Berufsgruppenzeitung
  - Unternehmens- oder Beriebszeitung (Betriebs- oder Unternehmensinterne Zeitung)

Ausstellungen zum Jubiläumsjahr


- [http://www.400-jahre-zeitung.de/ 400 Jahre Zeitung], 10. Juli bis 30. Dezember 2005 im Gutenberg-Museum, Mainz
- [http://www.gutenberg-museum.de/index.php?eventid_te=4&aktion=anzeige_aktuelles&pagev=2/ Gutenberg-Museum], 10. Juli bis 30. Dezember 2005 im Gutenberg-Museum, Mitarbeiter, Termine etc. des Gutenberg-Museums, begleitend zur Ausstellung in Mainz
- [http://idw-online.de/pages/de/news114534 Das Neueste von gestern … 400 Jahre Zeitungsgeschichte in Bremen und Nordwestdeutschland], bis 23. Juni 2005 in der Bremer Bürgerschaft, danach in Oldenburg in Oldenburg und Hamburg

Siehe auch


- Chronologie deutschsprachiger Zeitungen und Zeitschriften
- Liste deutscher Zeitungen, Liste von Zeitungen
- Chronologie englischsprachiger Medien
- Pressegeschichte, Antiquarische Zeitung, Fuggerzeitungen, Newe Zeytung
- Zeitungsformate
- Journalist, Journalistische Darstellungsformen
- Verlag, Verleger, Liste von Verlagen in Deutschland, Österreich und Schweiz
- Zeitschrift, Gazette, Magazin
- Zeitungsmuseum, Zeitungsantiquariat

Literatur


- Jürgen Heinrich: Medienökonomie, Bd.1, Mediensystem, Zeitung, Zeitschrift, Anzeigenblatt. 2001 (ISBN 3531326368)
- Stefan Hartwig: Deutschsprachige Medien im Ausland - fremdsprachige Medien in Deutschland. 2003. (ISBN 3825854191)
- Werner Faulstich: Grundwissen Medien. 2004
- Werner Faulstich: Medien zwischen Herrschaft und Revolte. Die Medienkultur der frühen Neuzeit (1400-1700), Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 1998 (Die Geschichte der Medien, Bd. 3).
- Thomas Schröder: Die ersten Zeitungen. Textgestaltung und Nachrichtenauswahl. Tübingen: Gunter Narr 1995.

Weblinks


- [http://www.newspaperindex.com/de/ Deutsche und Internationale Zeitungen Übersicht]
- [http://anno.onb.ac.at/ ANNO AustriaN Newspapers Online]
- [http://www.compactmemory.de/ Compact Memory] Jüdische Zeitungen des 18.–20. Jahrhunderts.
- [http://www1.uni-bremen.de/~pressfor/ Institut für Deutsche Presseforschung an der Universität Bremen]
- [http://www.gutenberg-museum.de/index.php?id=126 Jubiläumsausstellung anlässlich des 400. Geburtstags der Zeitung im Gutenberg-Museum Mainz, 10.7-30.12.2005]
- [http://www.zeitungs-museum.de Stiftung Deutsches Zeitungsmuseum]
- [http://www.zeitungsforschung.de Institut für Zeitungsforschung, Dortmund] !Zeitung Kategorie:Journalismus Kategorie:Papierprodukt ja:新聞 simple:Newspaper

Siebdruck

Der Siebdruck ist ein Druckverfahren, bei dem die Druckfarbe mit einer Gummirakel durch ein feinmaschiges Gewebe hindurch auf den Bedruckstoff (Papiere, Kunststoffe, Textilien etc.) gedruckt wird. An denjenigen Stellen des Gewebes, wo der Bildvorlage entsprechend keine Farbe gedruckt werden soll, sind die Maschenöffnungen des Gewebes durch eine Schablone farbundurchlässig gemacht worden. Die Anwendungsgebiete des Siebdruckverfahrens sind äußerst groß und vielseitig. Es wird im Bereich der Werbung und Beschriftung eingesetzt, aber auch für industrielle Anwendungen, im Textil- und Keramikdruck oder für künstlerische Drucke. Die Vorteile des Siebdrucks liegen darin, dass durch verschiedene Gewebefeinheiten der Farbauftrag variiert werden kann (deckend oder lasierend), zudem können sehr viele verschiedene Farbsorten verdruckt werden. Das Druckformat kann im Extremfall mehrere Meter betragen, es können auch geformte Gegenstände wie Flaschen, Dosen oder Gerätegehäuse bedruckt werden. Im Vergleich zu den anderen Druckverfahren ist die Druckgeschwindigkeit allerdings relativ gering, das Siebdruckverfahren wird deshalb meistens für den Druck von kleineren und mittleren Auflagen eingesetzt, als spezielle "Beschichtungstechnik mit Druckfarbe".

Das Druckprinzip

Gummirakel Der Siebdruck wird neben dem Hochdruck, dem Tiefdruck und dem Flachdruck (Offsetdruck) auch als Durchdruck bezeichnet, da die druckenden Stellen der Siebdruckform (Schablone) farbdurchlässig sind. Der Siebdruck gilt geschichtlich gesehen als viertes Druckverfahren, den Digitaldruck, der sich seit den 1990er Jahren entwickelt, dürfte man als das fünfte Druckverfahren bezeichnen. Die Druckform des Siebdrucks besteht aus einem Rahmen und einem Gewebe, welches auf den Rahmen aufgespannt ist. Auf das Gewebe wird fotografisch (bei künstlerischen Arbeiten manchmal auch von Hand) eine Schablone aufgebracht. Die Schablone verhindert an denjenigen Stellen des Druckbildes, die nicht drucken sollen, den Farbauftrag. Die Druckform wird in einer Druckmaschine über dem Bedruckstoff (Papier, Kunststoffe etc.) befestigt. Nun wird die Druckfarbe auf das Siebgewebe aufgetragen und mit einer Gummirakel durch die offenen Stellen der Schablone auf den Bedruckstoff gestrichen (gerakelt). Die Farbe fließt dabei durch die Siebmaschen und wird auf die Bedruckstoffoberfläche aufgetragen. Damit sich das Gewebe unmittelbar nach dem Druckvorgang wieder aus dem gedruckten Farbfilm löst, muss zwischen dem Gewebe und dem Bedruckstoff eine Distanz von wenigen Millimetern bestehen ("Absprung"). Ohne diesen Absprung würde der Bedruckstoff am Gewebe kleben bleiben. Nach dem Druck wird das bedruckte Material der Maschine entnommen und zum Trocknen ausgelegt. Gedruckt wird im Siebdruck teilweise auf Handdruckgeräten (für kleine Auflagen), meistens aber auf automatischen Druckmaschinen. Die Arbeit eines Siebdruckers umfasst das Beurteilen der Kundenwünsche zur siebdruckgeigneten Realisierung, oft auch die Herstellung der Kopiervorlage zur Schablonenherstellung, die Schablonenherstellung selbst, das Mischen von Farbtönen gemäß den Wünschen des Kunden, das Druckfertigmachen der Farben, das Einrichten der Druckmaschine, das Drucken und oft auch das Ausrüsten der Drucke (Schneiden, Stanzen etc.). Siebdruckereien sind oft kleingewerbliche Betriebe, es gibt aber auch mittelgroße und große Firmen. In den meisten Siebdruckereien werden viele verschiedenartige Druckarbeiten ausgeführt, es gibt aber auch Firmen, die sich auf ganz bestimmte Arbeiten spezialisiert haben.

Das Siebdruckgewebe

Digitaldruck Im Siebdruck werden spezielle Gewebe eingesetzt, die je nach Druckarbeit und den verwendeten Farbsorten (Farbsysteme wie wasserbasierende Textildruckfarben, lösemittelbasierende Druckfarben, UV-härtende Druckfarben etc.) unterschiedliche Feinheiten haben können. Der große Vorteil des Siebdruckverfahrens liegt darin, dass der Farbauftrag je nach Gewebefeinheit variiert werden kann und dass viele verschiedenartige Farbsysteme (Farbsorten) verdruckt werden können. Gewebe mit geringer Siebfeinheit ergeben dabei einen hohen Farbauftrag (zum Beispiel im Textildruck). Allerdings können damit keine feine Linien oder Raster gedruckt werden, weil das grobe Gewebe die feinen Schablonenelemente kaum mehr verankern kann. Umgekehrt ist es bei Geweben mit hoher Feinheit: Es können feine Details gedruckt werden, allerdings bei geringem Farbauftrag (zum Beispiel im Plakatdruck). Das Herstellen dieser Siebdruckgewebe wird auf Präzisionswebmaschinen durchgeführt. Folgende Siebgewebematerialien werden heute verwendet:
- Polyestergewebe: Sie besitzen grundsätzlich eine hohe Verzugsfreiheit, da sie sehr stark gespannt werden können und keine Feuchtigkeit aufnehmen. Polyestergewebe werden deshalb für die meisten Siebdruckarbeiten eingesetzt. Spezielle Polyestergewebe mit eingewebten Carbonfäden (oder mit Carbon ummantelt) werden - selten - gegen statische Aufladungen eingesetzt. Ebenso kalandrierte (geglättete) Polyestergewebe, die durch die dünnere Gewebedicke einen reduzierten Farbauftrag ergeben, was beim Druck mit UV-Farben erwünscht wird.
- Nylongewebe (Polyamid): Sie sind relativ dehnbar (elastisch) und sehr beständig gegenüber abrasiven (scheuernden) Druckfarben. Sie werden zum Bedrucken von nicht flachen Bedruckstoffen oder im Keramikdruck (scheuernde Druckpasten) eingesetzt. Nylon
- Stahlgewebe: Sie sind sehr hoch spannbar, was eine äußerst gute Verzugsfreiheit beim Drucken ergibt. Zudem sind die Gewebedrähte im Vergleich zu Polyestergeweben bei gleicher Siebfeinheit dünner. Stahlgewebe haben deshalb eine größere Maschenöffnung als Polyestergewebe, was einen höheren Farbauftrag und auch den Druck von feinsten Linien ermöglicht. Allerdings sind Stahlgewebe sehr teuer und knickempfindlich. Sie werden deshalb meistens nur im Elektronik- oder Keramikdruck verwendet.
- Rotamesh: Hier handelt es sich nicht mehr um ein Gewebe, sondern um eine Platte mit sehr feinen wabenartigen Öffnungen. Rotameshplatten werden zu einem runden Zylinder geformt und in Rotationsdruckmaschinen zum Bedrucken von Textilien oder im Etikettendruck eingesetzt.
- Seidegewebe: Siehe Geschichte des Siebdrucks in dieser Abhandlung. Seide Die Siebgewebefäden sind in der Regel monofil, der Faden ist einfasrig wie ein Draht, also nicht gesponnen. Multifile Fäden werden mehrfasrig aus mehreren dünneren Fäden versponnen bis die erforderliche Fadenstärke oder Fadendicke erreicht ist. Sie werden im Siebdruck aber kaum noch verwendet, da solche Gewebe keine Druckpräzision bieten und schlecht zu reinigen sind. Neu sind monofile Spezialfäden die einen Polyesterkern und eine Ummantelung haben. Durch die Ummantelung werden die Eigenschaften von verschiedenen Siebgewebematerialien wie Dimensionsstabilität, Farbdurchlass, Reißfestigkeit, Beständigkeit, usw. verbessert lt. Herstellerangaben

Welches Gewebe für welche Druckarbeit?

Heute werden zu 90% monofile Polyestergewebe eingesetzt. Die Wahl der Gewebefeinheit ist anhängig von der Beschaffenheit des Bedruckstoffs, der Feinheit des Druckmotivs, der Größe der Farbpigmente und dem gewünschten Farbauftrag. Es gibt im Siebdruck also kein "Standardgewebe", das universell eingesetzbar wäre. Von den Gewebeherstellern werden Feinheiten von etwa 5 Fäden/cm bis 200 Fäden/cm angeboten. Die Wahl einer geeigneten Gewebefeinheit erfordert daher eine gewisse Berufserfahrung. Als ungefähre Richtlinie können folgende Angaben dienen (die Zahl bezeichnet die Anzahl Fäden/cm):
- bis ca. 30: Druck von Glitter etc., Reliefdruck (Druck von feinen Linien oder Rastern nicht möglich).
- 30-60: Textildrucke (bei deckendem direkten Druck auf dunkle Textilien ca. 30-40, bei feineren Linien oder Rastern 50-60). Grobpigmentierte Farben wie Nachleuchtfarben, Grobsilber etc.
- 77-90: Deckende Drucke auf Papiere, Kunststoffe etc. mit glatter Oberfläche, feinpigmentierte Metallicfarben, Tagesleuchtfarben.
- 120-140: Für feine Linien und Raster auf glatte Bedruckstoffoberflächen bei geringem Farbauftrag.
- 150-180: Für feinste Linien und Raster. Reduzierter Farbauftrag (UV-Farben).

Verschiedene Fadendicken bei gleicher Siebfeinheit

Für die meisten Siebdruckgewebe werden innerhalb einer bestimmten Feinheit (zum Beispiel 120 Fäden pro Zentimeter) Gewebe mit verschiedenen Fadendicken angeboten. Bei einem 120er Gewebe mit dicken Fäden ist die Reissfestigkeit höher und der Farbverbrauch etwas geringer als bei einem 120er Gewebe mit dünnen Fäden. Beim 120er Gewebe mit dünnen Fäden sind hingegen die Maschenöffnungen größer, was den Druck von feinen, sägezahnfreien Linien oder Rastern erleichtert. Unter dem Begriff „Sägezahn" versteht man im Siebdruck den störenden Einfluss der Gewebefäden auf das Druckbild. Dünne Linien können dabei durch die Gewebefäden „unterbrochen" werden, die Linie wirkt an ihren Rändern „gezackt". Früher wurde die Fadendicke mit den Kürzeln S, T oder HD. bezeichnet. In der Regel wurden T-Gewebe mit mitteldickem Faden verwendet. S- und HD-Gewebe kamen meistens nur für spezielle Druckaufgaben in Frage. Zum Beispiel:
- 120 S bezeichnete ein Gewebe mit 120 Fäden pro cm mit dünnen Fäden, großer Maschenöffnung und geringer Gewebedicke.
- 120 T bezeichnete ein Gewebe mit 120 Fäden pro cm mit mitteldicken Fäden (Standarddicke).
- 120 HD bezeichnete ein Gewebe mit 120 Fäden pro cm mit dicken Fäden, kleiner Maschenöffnung und höherer Gewebedicke. Seide Beispiele für die Einsatzgebiete:
- S Gewebe für den Druck feiner Raster oder Linien (dünne Fäden, große Maschenöffnung)
- T Standardgewebe, universell einsetzbar
- HD für robuste Anwendungen (dicke Fäden) oder für reduzierten Farbauftrag (kleine Maschenöffnung) Seide Durch den immer stärkeren Einsatz des Siebdruckes im technisch-industriellen Bereich wurde allerdings eine genauere Beschreibung des Siebgewebes erforderlich: Die alten Bezeichnungen S, T und HD wurden durch die Angabe der Fadendicke in Tausendstelmillimeter (µm = Mikrometer) ersetzt. Als Beispiel:
Für das Bedrucken einer Musik-CD mit UV-härtenden Siebdruckfarben, setzt man oft ein Siebgewebe mit der Bezeichnung 150.31 ein. Was bedeutet nun 150.31? „150“ bezeichnet die Anzahl der Fäden pro cm Siebgewebe (in Kett- und Schussrichtung der Webung). „31“ bezeichnet die Fadendicke in µm. (1 µm entspricht einem tausendstel Millimeter) Ein zweites Beispiel:
Ein Plakat soll im Rasterdruck mit Lösemittelfarben gedruckt werden. Hier verwendet man oft ein Siebgewebe 120.34. „120“ bezeichnet die Anzahl der Fäden pro cm Siebgewebe, „34“ bezeichnet die Fadendicke in µm. Übrigens: Die Dicke eines Haars beträgt etwa 60-80 µm. Die Fäden eines 120er Gewebes sind also doppelt so dünn wie ein Haar!

Die Siebdruckrahmen

Seide Siebdruckrahmen werden aus Aluminium, teilweise aber auch aus Stahl oder selten aus Holz angefertigt. Holzrahmen werden aber nur noch im Hobby-Bereich eingesetzt, da sie sich bei Feuchtigkeitseinfluss verziehen und wenig stabil sind. Aluminium hat gegenüber Stahl oder Holz den Vorteil, dass es leicht, rostfrei und dimensionsstabil ist. Die Siebdruckrahmen müssen grösser sein als das Druckbild, damit auf allen Seiten der Schablone genügend Raum besteht, um das Druckbild sauber auszudrucken. Je nach der Größe der Druckrahmen und der Druckaufgabe sind die Siebrahmenprofile (Rahmenquerschnitte) unterschiedlich dimensioniert. Je grösser der Rahmen, desto grösser und dicker ist auch das Rahmenprofil. Dies ist notwendig, damit die hohe Spannung des Siebdruckgewebes den Siebrahmen nicht verformt. Eine Verformung des Siebdruckrahmens bewirkt einen Spannungsabfall des Gewebes und kann folgende Druckprobleme ergeben:
- Verzug des Druckbildes (kein passgenaues Druckresultat).
- Beim Druckvorgang schlechtes Auslösen des Gewebes hinter der Rakel ("Wolkenbildung" in der Farbfläche).
- Passerprobleme im Mehrfarbendruck beim Einsatz von Druckrahmen mit unterschiedlicher Gewebespannung.

Die Siebbespannung

Seide Siebdruckgewebe werden mit hoher Spannung auf den Rahmen aufgeklebt (Holzrahmen können für Hobby-Zwecke auch mittels Heftklammern bespannt werden). Das Bespannen der Rahmen erfolgt in der Regel nicht in den Siebdruckereien, da es zeitaufwändig ist und geschultes Personal erfordert. Die Zulieferindustrie bietet deshalb spezielle Spannservices an. Beim Bespannen der Rahmen wird das Gewebestück in eine Spannvorrichtung eingelegt, die das Gewebe an allen vier Seiten mit Kluppen festgeklemmt. Der Siebrahmen befindet sich unter dem Siebgewebe. Mittels Luft wird nun über Pneumatikzylinder das Siebgewebe langsam gestreckt und zwar gleichmäßig in alle vier Richtungen. Kurz vor dem Erreichen der gewünschten Endspannung wird in der Mitte des Gewebes in Fadenverlaufsrichtung ein Spannungsmessgerät (Tensiometer) aufgesetzt und der Luftdruck so reguliert, dass auf dem Tensiometer die gewünschte Spannung erreicht wird. Die Gewebespannung wird in Newton/cm gemessen, ein N/cm entspricht etwa 0.1 Kilogramm Zugkraft. Ein Polyestergewebe von 120 Fäden/cm wird mit etwa 18-20 N/cm aufgespannt. Das Siebgewebe ist jetzt straff über den Druckrahmen gespannt und berührt den Rahmen. Um eine besonders gute Gewebeauflage auf die Klebefläche des Rahmens zu erreichen, werden dabei an der Innenseite des Rahmens Stahlgewichte (Stahlstäbe) auf das Gewebe gelegt. Mit einem Pinsel wird nun ein schnell aushärtender Zweikomponentenklebstoff durch das Gewebe hindurch auf den Rahmen gestrichen. Der Kleber diffundiert dabei durch die offenen Gewebemaschen und verklebt das Gewebe mit dem Druckrahmen. Nach einer Trocknungs- und Ablüftzeit von ca. 30 Minuten ist der Rahmen fest und unlöslich mit dem Gewebe verklebt. Die Spannung wird nochmals überprüft. Nun können die Spannkluppen gelöst und der bespannte Rahmen aus dem Spanngerät entnommen werden. Überstehendes Gewebe, das sich außerhalb an den Rahmenkanten befindet, wird mittels eines Messers entfernt. Der bespannte Siebrahmen benötigt dann eine Ruhezeit von etwa 24 Stunden, da sich beim Gewebe zwangsläufig ein leichter Spannungsabfall ergibt. Erst danach kann der Rahmen für den passgenauen Druck eingesetzt werden.

Die Siebvorbereitung (Gewebereinigung und Gewebeentfettung)

Seide Als Siebvorbereitung bezeichnet man das Entfernen von nicht mehr benötigten Schablonen aus dem Siebdruckgewebe ("Entschichten"), die Reinigung des Gewebes von Farbresten und das Entfetten des Gewebes. Die Entfettung ist wichtig, damit neu hergestellte Schablonen einwandfrei am Gewebe haften. Nicht mehr benötigte Schablonen können mit speziellen flüssigen "Entschichtern" aus dem Gewebe entfernt werden. Zuvor muss die Schablone allerdings sauber von Farbresten gereinigt werden, damit die Entschichterflüssigkeit die Schablonenschicht benetzen kann. Die Entschichterlösung wird mit einem Pinsel oder einem Schwamm auf beide Seiten der Schablone aufgetragen. Nach einer kurzen Einwirkungszeit beginnt sich die Schablone aufzulösen. Die Schablonenreste können nun mit einem scharfen Wasserstrahl aus dem Gewebe entfernt werden. Es ist fast unumgänglich, dazu ein handelsübliches Hochdruckgerät zu verwenden, damit das Gewebe wirklich frei von Schablonenresten ist. Obwohl die Schablone vor dem Entschichten weitgehend von Farbresten gereinigt wurde, ist es oft sinnvoll, das entschichtete Gewebe nochmals einer Endreinigung zu unterziehen. Der Siebdruckfachhandel bietet dazu "Geweberegeneratoren" oder Lösemittel an, die keine Abwasserbelastung (Umweltschutz) aufweisen. Lösemittel wie "Nitroverdünner" oder "Terpentinersatz" dürfen nicht ins Abwasser gelangen. Seide Vor der erneuten Schablonenherstellung muss das Gewebe entfettet werden, damit die Schablonenhaftung einwandfrei ist. Dabei werden ölige Rückstände oder Fette (Fingerabdrücke etc.) vom Gewebe entfernt. Dazu wird mit einem Pinsel oder einem Schwamm eine tensidhaltige Entfetterflüssigkeit auf das Gewebe aufgetragen. Haushaltreinigungsmittel, wie beispielsweise Geschirrspülmittel, dürfen nicht verwendet werden, da sie rückfettende Öle oder silikonhaltige Entschäumer enthalten, was die Schablonenhaftung beeinträchtigen kann. Nach einer kurzen Einwirkungszeit wird die Entfetterlösung mit Wasser vom Gewebe ausgespült. Mit einem fusselfreien Tuch wird der Rahmen abgewischt und das Wasser mit einer breiten Fächerdüse vom Gewebe abgesaugt. Das Absaugen des Wassers führt zu einer deutlichen Reduzierung der Siebtrocknungszeit und einer geringeren Luftfeuchtigkeit im Trocknungsofen. Nun wird der Siebrahmen in einem staubfreien Trocknungsofen bei ca. 30 °C getrocknet. Es ist wichtig, dass der Trocknungsofen gut durchlüftet ist, damit im Ofen keine hohe Luftfeuchtigkeit entstehen kann. Eine erhöhte Luftfeuchtigkeit könnte bei neu beschichteten Siebrahmen, die sich im Trocknungsofen befinden, die spätere Schablonenherstellung beeinträchtigen, da bei "feuchten" Beschichtungen die Belichtungszeit in unberechenbarer Weise verlängert werden müsste. Die Abluft sollte nicht in den Waschraum, sondern ins Freie abgeleitet werden. Bei der Trocknung darf kein zu starker Luftstrom entstehen, da dieser durch die Reibung zu einer elektrostatischen Aufladung des Siebgewebes führen kann (Staubanhaftung am Gewebe). Wird die Temperatur im Trockenofen höher als 30-40 °C, so kann es zum Verzug des Rahmens und des Gewebes kommen, was sich besonders bei der Siebkopie und im Druck negativ auf die Passgenauigkeit des Druckergebnis auswirkt. Nach ca. einer Viertelstunde ist das Drucksieb getrocknet und kann zur Abkühlung auf Raumtemperatur an einem staubfreien Platz gelagert werden bis es dann zur eigentlichen Druckformherstellung benötigt wird.

Die fotomechanische Druckformherstellung - Beschichten, Belichten, Entwickeln, Trocknen

elektrostatischen Im Vergleich zu den anderen Druckverfahren sind die Möglichkeiten zur Druckformherstellung im Siebdruck sehr vielfältig. Einerseits gibt es äusserst viele verschiedene Gewebefeinheiten. Andererseits kommt nun die Wahl zwischen zwei (oder eigentlich drei) verschiedenartigen Techniken zur Schablonenherstellung hinzu. Innerhalb dieser Techniken gibt es wiederum mehrere Möglichkeiten, bei der Schablonenherstellung das Druckresultat zu beeinflussen. Zudem soll auch berücksichtigt werden, dass die Schablone beständig gegenüber der Druckfarbe sein muss. Vor allem "Neueinsteiger" im Siebdruck sind im ersten Moment oft etwas irritiert ob der vielen Gewebefeinheiten, Chemikalien, Schablonenmaterialien und auch Druckfarben. Trotz dieser Vielfalt an chemisch-technischen Produkten zur Schablonenherstellung sind die Grundzusammenhänge aber relativ einfach zu verstehen. Man unterscheidet im Siebdruck grundsätzlich zwei verschiedene Arten zur Schablonenherstellung, die je ihre Vor- und Nachteile haben:
- Die direkte Methode (Direktschablone)
- Die indirekte Methode (Indirektschablone) Bei der Direktschablone wird das Gewebe mit einer lichtempfindlichen Schicht beschichtet, belichtet und entwickelt. Die Schablone wird also direkt auf dem Gewebe hergestellt (daher die Bezeichnung "Direktschablone"). Hier gibt es zwei Möglichkeiten, das Sieb zu beschichten: Durch das beidseitige Auftragen einer flüssigen Kopierschicht auf das Gewebe oder durch das Übertragen einer mit Kopierschicht beschichteten Folie auf das Gewebe (Direktfilm). Bei der Indirektschablone befindet sich die lichtempfindliche Schicht hingegen auf einer transparenten Kunststofffolie. Dieser Schablonenfilm wird nun belichtet, entwickelt und erst danach auf das Gewebe übertragen (daher die Bezeichnung "Indirekt").
- Vorteile Direktschablone mit Flüssigschicht: Preisgünstig, sehr gute Verankerung im Gewebe (Druck von sehr hohen Auflagen bei guter Druckqualität)
- Nachteile Direktschablone mit Flüssigschicht: Die Schicht enthält 50-60% Wasser, was zu einem entsprechenden Schwund der Beschichtung beim Trocknen führt. Dieser Schwund bewirkt eine gewisse Rauhigkeit der Schablonenoberfläche. Da eine Schablone auf ihrer Unterseite (Bedruckstoffseite) möglichst glatt sein sollte, kann dieser Schwund im Extremfall zu einem leichten Ausfliessen der Druckfarbe an den Schablonenkanten führen - vor allem, wenn die Druckfarbe relativ dünnflüssig ist.
- Vorteile Indirektschablone: Äusserst glatte Oberfläche der Schablone (Bedruckstoffseite). Hervorragend geeignet für den Druck feinster Raster und Linien.
- Nachteile Indirektschablone: Vergleichsweise geringe Schablonenhaftung (für hohe Druckauflagen nicht geeignet). Empfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Teuer. Versuche, die Beständigkeit der Direktschablone mit Flüssigschicht mit der Druckqualität der Indirektschablone zu kombinieren, führten zu Beginn der 1980er Jahre zur Entwicklung der Direktfilme. Solche Schablonen werden umgangssprachlich deshalb auch als "Kombi-Schablonen" bezeichnet. Direktfilme werden meistens mit Wasser auf die Unterseite der Druckform übertragen, manchmal auch mit Hilfe von Flüssigschicht.
- Vorteile Direktfilme: Sehr glatte Oberfläche der Schablone (Bedruckstoffseite). Sehr gut geeignet für den Druck feinster Raster und Linien. Gute Haftung am Gewebe (geeignet für den Druck hoher Auflagen). Definierte Schichtdicke in Tausendstelmillimeter. Wasserbeständige Filme erhältlich.
- Nachteile Direktfilme: Teuer. Die Übertragung auf das Gewebe erfordert etwas Übung. Die weltweiten Marktanteile der verschiedenen möglichen Schablonentechniken (grafischer und industrieller Siebdruck, Textildruck) verhalten sich in etwa so: Direktschablone mit Flüssigschicht ("Kopierschicht") ca. 90 Prozent. Die restlichen 10 Prozent Anteile verteilen sich auf Direktfilme und Indirektfilme, wobei Direktfilme dabei den größeren Anteil haben. Das Beschichten des Siebgewebes mit einer lichtempfindlichen flüssigen Kopierschicht oder einem lichtempfindlichen Film (Kopierfilm) ist die Grundlage für die Herstellung der Druckform. Hier ist in besonderer Weise auf die sorgfältige Beschichtung des Drucksiebes zu achten. Die Vorgehensweisen wie in den nachfolgenden Kapiteln beschrieben sollten möglichst eingehalten werden um ein gutes reproduzierbares Druckergebnis zu erzielen. Die Auswahl der Beschichtungsmittel, die Art und Weise der Aufbringung auf das Siebdruckgewebe und die weitere Behandlung bis zur fertigen, getrockneten und für die Belichtung vorbereiteten Druckform (Drucksieb) ist von besonderer Wichtigkeit. Fehler, die bei der Beschichtung gemacht werden, wirken sich direkt auf das Druckergebnis aus.

Übersicht über die verschiedenen Kopierschichtsysteme

1. Die Bi-Chromat sensibilisierte Fotoemulsion (Kopierschicht)

Diese Kopierschichten dürfen in Deutschland wegen ihres umweltgefährdenden Potenzials nicht mehr eingesetzt werden und sind verboten. Chromate gefährden die Umwelt!

2. Die Diazo-sensibilisierte Fotoemulsion (Kopierschicht)

Diese Fotoemulsion ist der Ersatz für die Bi-Chromat sensibilisierten Schichten und zeichnet sich durch einen hohen Belichtungsspielraum und guter Detailzeichnung des Druckmotivs aus. Die Belichtungszeit ist jedoch deutlich länger. Die Beständigkeit (gegen Lösemittel, Abrieb usw.) der Fotoschicht ist je nach Hersteller gut bis befriedigend.

3. Die Diazo - Polymer sensibilisierte Fotoemulsion (Kopierschicht)

Sie besteht aus einer Mischung einer Diazo- und Polymerfotoemulsion. Hier bewirkt der Diazo einen größeren Belichtungsspielraum und der Polymeranteil erhöht die Beständigkeit. Diese Schicht zeichnet sich aus durch einen ausreichenden Belichtungsspielraum und einer vertretbar schnellen Belichtungszeit. Bei ca. 85% - 90% aller Druckformen wird dieses Fotoemulsionssystem verwendet. Die Detailzeichnung und Wiedergabe ist sehr gut und die Beständigkeit ist ausgezeichnet.

4. Die Polymer - sensibilisierte Fotoemulsion (Kopierschicht)

Diese Fotoemulsion ist sehr schnell in der Belichtung, hat einen sehr geringen Belichtungsspielraum und erfordert eine ausgefeilte und auf das Produkt genau abgestimmte Belichtungs- und Entwicklungstechnik. Diese Emulsionen werden sinnvoller Weise in computergesteuerten Belichtungsautomaten eingesetzt. Da diese sehr teuer in der Anschaffung sind werden diese Automaten vornehmlich wenn überhaupt in der industriellen Fertigung (Laserbelichtung) eingesetzt.

5. Der Diazo - lichtsensibilisierte Film

Dieser Film besteht aus einem Polyesterträger auf dem in einer definierten Schichtdicke, eine Fotoemulsion aufgetragen und getrocknet worden ist. Die Schichtdicken können 15µm, 20µm, 25µm bis zum Dickschichtbereich > 100µm je nach dem Aufgabengebiet gestaffelt sein. Eine besondere Eigenschaft dieser Filme ist die hohe Oberflächenqualität der dem Druckgut zugewandten Siebgewebeseite. Die Oberflächenrauhigkeit mit dem Perdometer gemessen geht gegen > 3µm Rautiefe ( RZ Wert ). Die Detailzeichnung, die Wiedergabe, die Konturenschärfe und Maßhaltigkeit ist exzellent. Jedoch ist die Beständigkeit geringer als bei den Fotoemulsionen, da die Gewebeverankerung des Fotofilmes je nach der Art des Aufbringens auf das Siebgewebe unterschiedlich sein kann. (Siehe Beschichtungstechnik)

6. Der Diazo- Polymer - lichtsensibilisierte Film (Kopierfilm)

Der Filmaufbau: siehe Punkt 5 Die Eigenschaften: siehe Punkt 5 und Punkt 2

7. Der Polymer - lichtsensibilisierte Film (Kopierfilm)

Der Filmaufbau: siehe Punkt 5 Die Eigenschaften: siehe Punkt 5 und Punkt 3

8. Indirektschablone - lichtempfindlicher Gelatinefilm (Kopierfilm)

elektrostatischen Diese Filme bestehen aus einer Polyesterfolie (Trägerfolie), die mit einer lichtempfindlichen Gelatineschicht beschichtet sind. Sie werden nach dem Belichten und Entwickeln des Druckbildes auf die Unterseite des Siebes übertragen. Nach dem Trocknen des Filmes wird die Polyesterfolie entfernt. Die Indirektschablone haftet nur auf der Unterseite des Gewebes, sie kann sich vergleichsweise gering im Gewebe verankern, daher spricht man hier oft von einer "am-Gewebe-Schablone". Schablonen, die wie oben beschrieben mit flüssiger Kopierschicht beidseitig auf das Gewebe aufgetragen werden, haften wesentlich besser im Gewebe ("im-Gewebe-Schablone"). Trotz der geringen Verankerung im Gewebe und der damit resultierenden beschränkten Auflagenbeständigkeit, werden Indirektschablonen für Spezialarbeiten (vor allem beim Druck von Feinrastern) eingesetzt, da die Qualität des Druckergebnisses sehr hoch ist.

Die Beschichtungstechniken

Grundbegriffe:
D -Druckseite ist die Seite des aufgespannten Siebgewebes, dass dem Druckgut zugewandt ist und dieses beim Druck berührt.
R-Rakelseite ist die Innenseite des Siebrahmens wo die Druckfarbe aufgegeben wird und die Rakel läuft.
Beschichtungsrinne dient der Aufnahme der Kopierschicht somit als Beschichtungshilfsmittel zum gleichmäßigen Auftragen der Beschichtungsemulsion wie in den folgenden Kapiteln beschrieben und besteht in der Regel aus Edelstahl oder Aluminium.

Die manuelle Beschichtung von Hand

Die Nass-in-nass-Beschichtung

elektrostatischen Zuerst wird eine Beschichtungsrinne aus VA-Stahl mit der Kopierschicht gefüllt. Das Drucksieb wird schräg gegen eine Wand gelehnt oder von einem Mitarbeiter fest gehalten. Nahe des unteren Siebrahmens wird nun die Beschichtungsrinne auf das Siebgewebe aufgesetzt und leicht angekippt. Die Kopierschicht läuft aus der Beschichtungsrinne gegen das Siebgewebe. Jetzt wird die Beschichtungsrinne langsam und gleichmäßig in dieser Kippstellung nach oben gleitend über das Siebgewebe gezogen. Die Siebgewebemaschen verfüllen sich mit der Kopierschicht. Es wird zuerst immer die dem Druckgut zugewandte Seite, (Siebrahmenunterseite - Druckseite 'D') des Siebdruckgewebes beschichtet. elektrostatischen Dieser Beschichtungsvorgang wird, je nach der erforderlichen Schichtdicke der Beschichtung, ein oder mehrmals durchgeführt. Nun wird das Drucksieb gedreht und von der Innenseite (Rakel(lauf)seite, 'R') her auf gleiche Weise beschichtet. Auch hier gilt: je nach der Schichtdicke die erzielt werden soll wird ein- oder mehrmals das Siebgewebe beschichtet. Mit steigender Anzahl an Beschichtungsgängen wird dank des wachsenden Schichtaufbaus die Siebgewebestruktur besser von der Kopierschicht ausgeglichen. Die Zählweise der unterschiedlichen Beschichtungsvarianten lautet dann zum Beispiel 1:1, 1:2, 2:2, 2:4 usf. (jeweils in der Reihenfolge D:R). Abhängig von der gewählten Gewebefeinheit sorgt die richtige Beschichtung für einen brauchbaren Gewebestrukturausgleich und damit verbunden für eine glatte Schablonenunterseite, deren Güte durch die Messung des RZ-Wertes genau bestimmt werden kann. Der RZ-Wert ('Rauhigkeitszahl') steht für die Oberflächenglätte der Druckschablone. Für einen sägezahnfreien Druck sollte der RZ-Wert unter 10 µm betragen (zum Vergleich: Flachglas hat einen RZ- Wert unter 1 µm).

Die Trocknung

Nun wird das beschichtete Drucksieb mit der Druckseite D nach unten in einen Trockenschrank geschoben und getrocknet. Druckseite nach unten ist sehr wichtig um ein gleichmäßiges Durchsacken der Schicht zur Druckseite hin zu gewährleisten und somit den Schichtaufbau auf der Druckseite zu optimieren. Hierbei sinkt die Kopierschicht durch das Gewebe und bildet unter dem Druckgewebe eine glatte Oberfläche mit gutem RZ-Wert. So ist ein sauberer Druck (klare, scharfe Konturen) des Druckmotivs möglich.

Die Nachbeschichtung

Nach vollständiger Trocknung des beschichteten Siebes kann eine weitere Verringerung des RZ-Wertes durch erneute, einzeln auszuführende Beschichtungsgänge von der Druckseite her erreicht werden. Allerdings muss nach jedem Nachbeschichtungsvorgang das Sieb erneut in den Trockenschrank, was die Herstellungszeit merklich verlängert. Mithilfe dieser Technik kann, wenn der Einsatzzweck dies erforderlich macht, bei geringer Schichtaufbaudicke, zum Beispiel durch eine einfache 1:1- Beschichtung, trotzdem noch ein niedriger RZ- Wert erzielt werden. Ein optimaler Schichtaufbau auf der Druckseite ist für einen „sägezahnfreien“ Druck sehr wichtig. Der Sägezahneffekt erscheint störend an den Rändern des gedruckten Motivs, wenn, bedingt durch ungenügenden Ausgleich der Siebgewebestruktur, anstatt sauberer Kanten ein typisches Treppenstufen- oder Sägezahnmuster erscheint. Ein gedruckter Strich sieht dann aus wie eine Sägezahnung oder ein „O“ hat eine gezahnte Außenkontur.

Die Maschinenbeschichtung

Hierbei wird eine Beschichtungsmaschine eingesetzt, die genau wie beider Beschichtung mit der Hand eine oder zwei Beschichtungsrinnen verwendet. Die Beschichtung ist sehr gleichmäßig und alle wichtigen Parameter (Beschichtungsgeschwindigkeit, Anzahl der Beschichtungen auf der Druck und Rakelseite mit oder ohne Zwischentrocknung) sind einstellbar. Die Maschinenbeschichtung, garantiert ein reproduzierbarer genaues Beschichtungsergebnis und somit einen reproduzierbaren Druck. In dieser Maschine kann dann auch die Kopierschicht mittels Infrarotheizung getrocknet werden.

Die Filmbeschichtung

Hierbei wird eine feste Kopierschicht oder Beschichtungsemulsion (Film), die auf einem Polyesterträger mit definierter Dicke gegossen worden ist, auf das Drucksieb mit Wasser oder Beschichtungsemulsion übertragen. Der Film befindet sich immer auf der D -Druckseite. Nach der vollkommenen Durchtrocknung wird der Polyesterträger des Filmes abgezogen und man erhält eine Oberfläche mit einem RZ - Wert > 3µm. Die nicht beschichteten Teile des Siebgewebes werden mit einer Kopier - oder Abdeckschicht zugezogen.

Die Übertragung des Filmes mit Wasser

elektrostatischen Vor der Übertragung mit Wasser wird das Drucksieb gleichmäßig mit Wasser benetzt und dann der Beschichtungsfilm von Hand mit dem Drucksieb in Verbindung gebracht. Vorher wird das gereinigte und vorbehandelte Drucksieb mit einer Flüssigkeit benetzt, die die Oberflächenspannung des Gewebes verändert. Dadurch wird das aufgesprühte Wasser in den Siebmaschen gehalten und es entsteht ein stabiler Wasserfilm auf der Drucksieboberfläche. Nun wird der zugeschnittene Film mit der Wasserschicht in Verbindung gebracht, sofort saugt sich der Film gleichmäßig in das Siebdruckgewebe hinein. Mit einer Gummiflitsche wird das überflüssige Wasser abgestreift und der Film leicht abgestrichen. (sehr wichtig) Der Siebrahmen wird dann mit einem Lederlappen abgetrocknet damit nicht abfallende Wassertropfen auf die Filmschicht tropfen und dort Schaden anrichten (Tropfnasenbildung). Das restliche Wasser wird mit einem Wasserstaubsauger mittels einer Spezialdüse abgesaugt. Diese Art der Beschichtung garantiert nach der Trocknung und dem Ablösen des Polyesterträgers einen RZ-Wert > 3 µm, das Druckergebnis mit diesem Film ist brillant. Diese Methode ist jedoch deutlich teurer als die Beschichtung mit der Kopier- oder Beschichtungsemulsion. Die Standzeit des Drucksiebes ist bei der Filmbeschichtung etwas geringer.

Die Übertragung des Filmes mit Kopierschicht oder Beschichtungsemulsion

Hier bei dürfen nur vom Hersteller vorgeschriebene Filme und Beschichtungsemulsionen verwendet werden, da der Film und die Beschichtungs- oder Überträgeremulsion die gleichen Belichtungseigenschaften haben muss und somit mit einander harmonieren. In der Regel werden diese Beschichtungen mittels eines Aufziehgerätes an einer Beschichtungsmaschine automatisch ausgeführt. Hier bei werden Kopierschicht und Film mittel Applikationsrolle und Beschichtungsrakel zusammengeführt und verbinden sich. Es entsteht ein Sandwich in dem das Siebgewebe eingebetet ist.

Die Trocknung der Beschichtungen

Die beschichteten Siebe sollten in einem Trockenschrank bei waagerechter Lage und max. 40 Grad getrocknet werden. Emulsionsbeschichtete Siebe mit der Druckfläche nach unten wie schon vorher beschrieben. Bei guter Durchlüftung und je nach der Beschichtungsdicke oder Gewebeart ist ein Drucksieb in ca. 30 Minuten durchgetrocknet und es kann belichtet werden. In diesem Zustand sind die beschichteten Drucksiebe lichtempfindlich und dürfen nur im „Gelblicht“ Bereich verarbeitet werden. Eine längere Lagerung der Siebe vor dem Belichten sollte nur in einem staubfreien, absolut dunklen Raum erfolgen.

Das Kopieren des beschichteten Drucksiebes

Zum Kopieren verwendet man heute in der Regel so genannte Metallhalogenit-Lampen mit Schnellstarter-Funktion. Diese Lampen enthalten genau den Anteil des UV-Lichtspektrums, der für die Aushärtung der Kopierschicht erforderlich ist. Vor der Belichtung wird auf die Druckseite des Drucksiebs ein Positivfilm aufgelegt und positioniert. Zu beachten ist hier, dass die Schicht des Positivfilms auf der Schichtseite des Siebes liegt (Schicht auf Schicht). Nun wird das Drucksieb mit dem Positivfilm auf den Glasbelichtungstisch aufgelegt. Glasplatte, Positivfilm, Drucksieb liegen nun direkt aufeinander. Mittels einer Gummidecke, die sich in einem Rahmen befindet, wird dieser Verbund abgedeckt und die Luft evakuiert. Hierbei wird das Drucksieb und der Positivfilm auf der Glasplatte fest miteinander ohne Lufteinschlüsse verpresst. Nun wird das Drucksieb belichtet. Hierzu verwendet man in der Regel eine Metall-Halogenitlampe von 3000 bis 5000 Watt Lichtleistung. Die von dieser Lampe ausgehenden UV-Strahlen im Wellenlängenbereich zwischen 200 bis 600 Nanometer härten nun die nicht durch das Druckdia (Fotofilm) abgedeckten Flächen aus (fotochemische Reaktion). Die Belichtungszeit ist hierbei von der Gewebeart, der Gewebestärke, der Detailwiedergabe, der Kopierschicht und der Leistung der Belichtungslampe abhängig. Die Parameter werden einmalig ermittelt und sollten jeden Monat überprüft werden. Eine Stufenbelichtung mittels eines Stufenbelichtungskeils leistet hierbei gute Dienste. Die Kopierschicht (je nach der Type) wird bedingt oder absolut wasserfest. Nach dem Belichten wird das Drucksieb aus dem Kopierrahmen entnommen und das Dia entfernt. Danach wird das Drucksieb von Hand mit der Handbrause oder automatisch im Entwicklerbecken mit Wasser benetzt. Hierdurch wird der Belichtungsvorgang sofort gestoppt. Nun wird das belichtete Drucksieb mit lauwarmem Wasser ausgewaschen. Dabei werden alle nicht belichteten Bereiche des Drucksiebes (die durch das Druckdia vor UV-Licht geschützt waren bei der Belichtung) freigewaschen. Die nicht belichtete Kopierschicht wird aufgeweicht und lässt sich mit einem scharfen Hochdruck-Wasserstrahl aus den Siebmaschen entfernen, z. B. mit einem Hochdruckreiniger. Dabei ist darauf zu achten, dass die belichtete Schicht nicht beschädigt und somit ebenfalls ausgewaschen wird. Mittels eines Wassersaugers wird das restliche Wasser und der Wasserschleier von der Sieboberfläche und aus den Siebgewebemaschen gesaugt, der Siebrahmen abgewischt und das Drucksieb im Trockenschrank bei einer Temperatur kleiner als 35 °C ca. 15 bis 30 Minuten getrocknet. Nach dem Trocknen kann das Drucksieb kontrolliert werden und eventuelle Fehlstellen können mittels einer lösemittelhaltigen Abdeckschicht ausgebessert werden oder sie werden an einigen nicht druckenden Stellen mit einem Pinsel „zugezogen“.

Projektionsbelichtung

Die Siebkopie mit einem ausbelichteten Film wird auch als "Kontaktkopie" bezeichnet, da hier der Film im Kopierrahmen mit Vakuum an das lichtempfindlich beschichtete Sieb gepresst wird. Siebdruckereien, welche häufig großformatige Druckarbeiten ausführen, versuchen aber möglichst die Filmkosten auszuschließen, weil diese bei einer solchen Druckarbeit einen nicht unerheblichen Kostenanteil darstellen. Eine bewährte Möglichkeit dazu ist die Projektionsbelichtung. Bei dieser "kontaktlosen" Siebbelichtung wird ein kleiner Film (ca. DIN A3) in einer Projektionskamera auf das lichtempfindlich beschichtete Sieb vergrößert. Der Vorgang kann mit dem Projizieren von Ferienfotos auf eine Leinwand verglichen werden. Allerdings ist im Siebdruck eine Projektionskamera mit ihrer äußerst hochwertigen Optik und Mechanik eine finanzielle Investition, die sich nur dann bezahlt macht, wenn häufig großformatige Drucke angefertigt werden sollen. Als Lichtquelle dient eine spezielle UV-Lampe, die Belichtungszeit dauert wenige Minuten. Damit eine lange Belichtungszeit vermieden werden kann, sollte die Beschichtung des Siebes möglichst dünn sein.

Digitale Schablonenbebilderung - Computer to Screen (CTS)

Während bei der Projektionsbelichtung ab einem kleinformatigem Film eine Vergrößerung auf das Sieb projiziert wird, so wird bei dem Computer-to-Screen-Verfahren kein Film mehr benötigt. Hier wird ab digitalen Daten das Druckbild mit Ink-Jet-Bebilderung oder Laserbelichtung direkt auf das lichtempfindlich beschichtete Sieb aufgespritzt (Ink-Jet) oder belichtet (Laser). Bei den Ink-Jet-Verfahren wird das Motiv mit UV-Licht undurchlässiger Tinte oder Flüssigwachs auf die Schablonenschicht aufgespritzt. Nach der Bebilderung wird das Sieb mit einer Kopierlampe belichtet und anschließend das Druckbild ausgewaschen. Bei der Lasertechnik wird das Motiv hingegen direkt in die lichtempfindliche Schicht belichtet. Im Gegensatz zur Projektionsbelichtung benötigen CTS-Verfahren eine längere Zeit zur Schablonenherstellung (Schreibgeschwindigkeit in dpi). Allerdings können hier feinere Rasterbilder reproduziert werden, als dies beim Projizieren möglich wäre. Die Technik eignet sich (im Gegensatz zur Projektion) auch für dicke Beschichtungen auf geringen Siebfeinheiten.

Einbau des Drucksiebes, Druckvorgang

Druckmaschinen

Die fertige Druckform (Sieb) wird nun in eine Druckvorrichtung eingespannt. Hierbei wird unterschieden in Handsiebdrucktisch, Halbautomaten- und Dreiviertelautomaten als Winkel oder Parallel öffnend sowie die vollautomatischen Siebdrucktische oder die Zylindersiebdruckautomaten (Stop- oder Schwingzylinder) Es existieren verschiedene Maschinenkonzepte: # Der Handdrucktisch: Alle Arbeitsschritte erfolgen manuell # Der 1/2-Automat: Zu- und Abführung des Bedruckstoffes erfolgt manuell, der Druckvorgang erfolgt automatisiert. # Der 3/4-Automat: Es muss manuell zugeführt werden. Die Abführung und der Druckvorgang erfolgt automatisch. # Der Vollautomat: Alle Arbeitsschritte erfolgen automatisiert: Bedruckstoffe werden automatisch (zum Beispiel aus einem Magazin) zugeführt, der Druckvorgang erfolgt automatisch, ebenso der Weitertransport des bedruckten Produkts (zur Trocknung) Es wird zwischen Flachbettvollautomaten und Zylindervollautomaten unterschieden. Alle Druckmaschinen haben eine Vorrichtungen zur genauen Positionierung der Druckform. Die Planparallelität der Druckform zur Druckebene ist exakt einstellbar, genau so wie der Siebabsprung und den Sieblift ( Aushub ). Nach dem die Druckform mit dem Druckmotiv auf das Druckgut ausgerichtet worden ist wird der Absprung eingestellt. Als Absprung bezeichnet man die Distanz zwischen dem Sieb und dem Bedruckstoff (wenige Millimeter). Durch den Absprung wird das Siebgewebe beim Drucken direkt hinter der Rakel aus der gedruckten Farbe heraus gehoben. Dadurch können sich keine "Wolken" im Druckbild bilden ("Wolken" = Siebgewebe klebt in der Farbe, löst sich schlecht aus der gedruckten Farbe). Der Sieblift ist eine Maschinenkonstruktion, welche den Siebrahmen beim Druckvorgang hinter der Rakel kontinuierlich anhebt und so das Absprungverhalten des Siebes zusätzlich verbessert.

Druckvorgang

Parameter Nun wird die Druckrakel und die Vorrakel (Flutrakel) in die Druckmaschine eingebaut. Bei der Vorrakel handelt es sich um ein Metallblech, das die Druckfarbe vor dem Drucken gleichmäßig über das Drucksieb verteilt (flutet) und dadurch die Maschenöffnungen der Schablone mit Farbe füllt. Die Druckrakel besteht aus dem elastischen, lösungsmittelbeständigen und abriebfesten Kunststoff Polyurethan. Die Härte (Elastizität) der Rakel hat einen Einfluss auf das Druckergebnis. Daher werden weichere Rakelgummis (für Flächendrucke, Lasurfarben) und härtere Rakelgummis (für Rasterdrucke, Negativdrucke) angeboten. Anschließend wird die Druckfarbe auf das Sieb gegeben und die Farbe mit der Vorrakel über das ganze Sieb gleichmäßig verteilt (geflutet). Unter dem Sieb befindet sich der Bedruckstoff (Druckbogen). Die Druckbogen müssen sich immer an der genau gleichen Position unter dem Sieb befinden, damit bei mehrfarbigen Arbeiten die Farben passgenau zueinander liegen. Dazu dienen in die Druckplatte eingebaute Anlegestifte oder auf die Druckplatte geklebte Anlegemarken aus Selbstklebefolie. Jetzt wird der Druckbogen an die Anlagemarken positioniert und danach die Farbe mit Hilfe der Druckrakel durch die offenen Siebstellen auf den Bogen übertragen. Beim Druckvorgang werden die Druckbogen mittels Vakuum auf dem Drucktisch fixiert, damit sie sich nicht verschieben oder am Sieb kleben bleiben.

Druckprobleme

Parameter Je nach Beschaffenheit des Bedruckstoffs, der Gewebespannung, der Farbverdünnung, des Rakelschliffs und Rakeldrucks etc. können sich diverse Druckprobleme ergeben. Zuwenig Absprung (Distanz Gewebe - Bedruckstoff) kann beispielsweise zur "Wolkenbildung" im Druck führen, da sich das Gewebe hinter der Rakel nicht sofort aus dem gedruckten Farbfilm lösen kann - es bleibt in der gedruckten Farbe "kleben". Zuviel Absprung erhöht hingegen die Gewebespannung, was zum unsauberen Ausdrucken der Schablonenkanten führen kann. Zu dünnflüssige Druckfarbe neigt zum "Schmieren" (Ausfließen der Farbe an den Schablonenkanten), zu dickflüssige Farbe hingegen wieder zur schlechten Farbübertragung auf den Bedruckstoff. Ein zu hoher Rakeldruck bewirkt ebenfalls ein "Schmieren" des Druckbildes (speziell im Rasterdruck), das Gleiche gilt für eine zu wenig stark geschliffene Druckrakel. Beim Druck von Rastern können störende Moirés im Druckbild sichtbar werden. Moirés sind meist wellenförmige Muster, die bei der Überlagerung zweier Raster entstehen können. Da im Siebdruck die Gewebefäden ein geometrisches Raster darstellen, kann im Rastersiebdruck im ungünstigen Fall ein Moiré zwischen Gewebe und Rasterbild entstehen. Druckprobleme können im Siebdruck daher oft mehrere Ursachen haben und erfordern meistens eine gewisse Berufserfahrung, um sie zu beheben.

Siebdruckmedium (Farbe)

Für den Siebdruck wird eine äußerst große Anzahl verschiedener Farbsorten angeboten. Die Farbsorten unterscheiden sich vor allem in ihren Haftungseigenschaften und Beständigkeiten auf verschiedenen Materialien (Bedruckstoffe wie Papiere, Kunststoffe, Textilien, Metalle, Glas etc.) und in ihrem Trocknungsverhalten. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen physikalisch trocknenden Siebdruckfarben und chemisch-reaktiv trocknenden Siebdruckfarben. Bei physikalisch trocknenden Farben verdunstet ein Lösemittel aus dem gedruckten Farbfilm, während bei chemisch-reaktiven Farben - wie es der Name sagt - die Trocknung (besser: "Aushärtung") durch eine chemische Reaktion erreicht wird.

Lösemittelfarben (physikalisch trocknend)

Durch das Verdunsten des in der Farbe enthaltenen Lösemittels trocknen diese Farben zu einem festen Farbfilm aus. Die meisten Lösemittelfarben enthalten organische Lösemittel (es sind aber auch wasserverdünnbare Siebdruckfarben erhältlich). Nachteilig bei Lösemittelfarben ist die Belastung der Raumluft durch das aus der Farbe verdunstenden Lösemittels. Lösemittelfarben werden je nach Farbsorte oft zum Bedrucken von Papier und Karton und für diverse Kunststoffe eingesetzt. Es werden dazu teilweise auch wasserverdünnbare Farben angeboten, die aber keine große Verbreitung gefunden haben. Wasserverdünnbare Farben werden hingegen oft im Textildruck oder im Bereich des Kunstdrucks (Serigrafien) bzw. im Schulunterricht eingesetzt. Lösemittelfarben sind meistens nicht druckfertig, d. h. sie müssen vor dem Drucken mit einem geeigneten Lösungsmittel verdünnt werden. Die Farbenhersteller bieten dazu für jede Farbsorte spezielle "Verdünner" an. Damit beim Drucken von feinen Linien etc. die Farbe nicht in den Sieböffnungen eintrocknet und diese verstopft, werden auch langsam verdunstende "Verzögerer" angeboten. Es erfordert eine gewisse Erfahrung, die Farbe mit einer geeigneten Menge Verdünner oder Verzögerer druckfertig zu machen. Zu stark verdünnte Farben ergeben keinen randscharfen Druck, sie neigen zum "Schmieren", zu dickflüssige Farbe ist hingegen zu "klebrig" und verschlechtert ebenfalls das Druckverhalten.

Chemisch-reaktiv trocknende Farben

Zweikomponentenfarben: Diese Farben härten durch die Beigabe eines Katalysators ("Härter") zu einem festen Farbfilm mit hervorragender Beständigkeit aus. Vor dem Drucken werden die Farben mit einem Verdünner druckfertig gemacht. Die Aushärtungszeit dauert mehrere Stunden bis Tage. Zweikomponentenfarben werden für den Druck auf Metalle (zum Beispiel Aluminiumschilder), Glas, synthetische Textilien etc. eingesetzt. Kunstharzfarben: Sie trocknen durch die Aufnahme von Luftsauerstoff (vergleichbar mit Künstlerölfarben). Vor dem Drucken werden die Farben mit einem Verdünner druckfertig gemacht. Die Aushärtungszeit dauert mehrere Stunden bis Tage. Kunstharzfarben sind hoch glänzend und haften hervorragend auf Glas und Metall. UV-Farben: Diese Farben enthalten keine verdunstenden Lösemittel. Sie härten durch die Bestrahlung mit starkem UV-Licht innert Sekunden zu einem festen Farbfilm aus. Sehr geschätzt wird auch, dass UV-Farben währen dem Drucken nicht in den Maschenöffnungen der Schablone eintrocknen. Geeignete UV-Farben haften auf vielen Kunststoffen, auf Papier, Glas, Metall etc. Aufgrund dieser Eigenschaften sind UV-Farben oft eine Alternative zu Lösemittelfarben.

... und viele Spezialfarben

Die Anwendungsmöglichkeiten des Siebdrucks sind sehr groß, daher werden von den Farbenherstellern für jede spezielle Druckarbeit geeignete Druckfarben angeboten. Plastisolfarben: Sie werden nur im Textildruck eingesetzt. Plasisolfarben enthalten PVC-Pulver und einen flüssigen Weichmacher. Bei Hitzeeinwirkung (ca. 170 °C) absorbiert das PVC-Pulver den Weichmacher, die Farbe "geliert". Plastisolfarben besitzen oft eine gute Deckkraft auf dunklen Textilien und können beim Drucken nicht in den Maschenöffnungen der Schablone eintrocknen. Zum Bedrucken von Glas und Keramik eignen sich spezielle Schmelzfarben, die sich nach dem Einbrennen bei 600-1200 °C dauerhaft mit dem Substrat verbinden. Weitere Spezialfarben sind: Duftfarben, Perlglanzfarben, Thermochromicfarben (verändern ihren Farbton bei Wärme), Klebstoffe, druckbare Schutzfolien, Glimmer, elektrisch leitfähige Druckpasten, Rubbelfarben (für Wettbewerbskarten), Tagesleucht-, Nachleucht- und Selbstleuchtfarben etc. Selbst in der Lebensmittelindustrie wird der Siebdruck angewendet: Dekorationen und Bebildern von Süßigkeiten, Belegen von Broten, Brötchen und Knäckebrot in Großküchen mit Schokolade, Kakao, Butter, Marmelade, Wurst, Verzieren von Torten und Kuchen mit Zuckergussdekor, Tortenbeläge, Verpackungsmaterialien jeglicher Art vom Papier bis zum Karton, von der PVC-Folie bis zur Metallverpackung sowie Wurstdärme und Wursthüllen usw. Wichtig ist dabei, dass das Drucksubstrat die entsprechenden rheologischen (Rheologie) sowie thixotropen (Thixotropie) Eigenschaften für die Verdruckbarkeit besitzt und die Druckfarben für den Lebensmittelbereich auch von der Gesundheitsbehörde zugelassen sind. Als Siebdruckmedien kommen dabei unter anderem zum Einsatz:
- [http://www.thieme-products.com/d/sieb/leiter_sieb.asp Lötstopplacke für Leiterplatten]
- [http://www.thieme-products.com/d/sieb/folien_sieb.asp Metallisierungspasten für Folientastaturen]
- [http://www.thieme-products.com/d/sieb/leiter_sieb.asp Galvanomasken für Leiterplatten]
- [http://www.hh.schule.de/mcg/natwiss/photovolref.htm Metallisierungspasten für Hybridschaltkreise, Solarzellen u.v.a.m]
- [http://www.freshpatents.com/Combined-etching-and-doping-substances-dt20041202ptan20040242019.php Ätz- und Dotierpasten für Silizium-Solarzellen]
- [http://pb.merck.de/servlet/PB/show/1316420/SiO2_SiNxetchpaste.pdf Ätzpasten für Siliziumdioxid und Siliziumnitrid]
- Reflexmindernde Schichten für LCD's
- Verkapselung der Glasscheiben von LCD's mit siebdruckfähigen Klebstoffen

Geschichte und die Perspektiven des Siebdrucks

Zur Geschichte des Siebdrucks fehlen im Vergleich zu anderen Druckverfahren genauere Angaben. Wesentliche Aspekte zur Siebdruckgeschichte, die in Fachartikeln oder Firmenprospekten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts veröffentlicht wurden, gingen leider wieder vergessen. Der Versuch einer Rekonstruktion ist in der WWW-Site "silkscreenhistory.com" zu finden. Grundsätzlich sollte zwischen mittelalterlichen Schablonentechniken, wie sie beispielsweise in Europa zur Dekoration von Spielkarten, Wänden etc. oder in Japan zum Bedrucken von Textilien verwendet wurden, und der Entwicklung, die zum heutigen Siebdruck führte, unterschieden werden. Oft werden die japanischen Schablonentechniken des 18. und 19. Jahrhunderts als Ursprung des heutigen Siebdruckverfahrens dargestellt, was aber nicht belegt ist. Thixotropie Bei den japanischen Schablonentechniken bestanden die Schablonen aus einem mit Pflanzenharzen wasserfest gemachten dicken Papier. Die einzelnen Elemente der Schablonen wurden beim Schneiden durch Stehen gelassene "Verbindungsstege" miteinander fixiert, oder durch ein Netz aus Seidenfäden miteinander "verbunden". Das Bedrucken des Textils (für Kimonos etc.) erfolgte mit Hilfe einer Bürste, mit der die Druckpaste auf das Textil gerieben wurde. Im 19. Jahrhundert gelangte diese Technik nach Europa und den USA, wo sie auf großes Interesse stieß. Diese faszinierende Art japanischer Druckkunst wird auch heute noch in kunsthandwerklichem Sinne ausgeführt. Die Drucktechnik wird in Japan als "Katazome" bezeichnet, die Schablonen als "Katagami". Thixotropie Im gleichen Zeitraum wurde in Europa und den USA aber im Bereich der Beschriftung (Schilderherstellung) und teilweise im Textildruck mit einem Schablonengewebe aus Seidengaze experimentiert. Es ist belegt, dass solche Seidengazeschablonen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA zum Bedrucken von Schildern, Filzwimpeln oder Textilware eingesetzt wurden. Man darf vermuten, dass die technischen Impulse zum heutigen Siebdruck hier nicht aus Asien, sondern aus dem Bereich der "Schildermaler" und Textildrucker in den USA und Europa kamen. Die Seidengaze wurde in Webereien verwoben, die sich in Landschaften befanden, wo von Natur aus eine hohe relative Luftfeuchtigkeit herrschte. Diese Luftfeuchtigkeit war erforderlich, um ein gutes Webergebnis zu erzielen (die Seidenfäden blieben beim Webvorgang geschmeidig). In Europa waren vor allem die Bodenseeregion der Schweiz (seit 1830), aber auch Lyon (Frankreich) und später Krefeld (Deutschland) Standorte solcher Webereien. Vor allem in der Schweiz wurde ein großer Teil dieser Seidengaze in Handarbeit gewoben. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde diese neue Drucktechnik vor allem in den USA mit großem Engagement vorwärts entwickelt. Bedruckt wurden Schilder, Plakate, Textilien und vieles Andere mehr (künstlerische Grafik ab ca. 1937), während des Zweiten Weltkriegs dann auch Produkte für die US-Armee (Schilder, Plakate etc.). Bedeutend für die Entwicklung und Verbreitung des Siebdruckverfahrens war die amerikanische Firma Selectasine, San Francisco. Selectasine platzierte ab 1918 Patente zur Schablonenherstellung und zum Bau von Druckmaschinen. Bis Anfangs der 30er Jahre war der Begriff "Selectasine-Verfahren" oft ein Synonym für "Siebdruck". Um 1923 wurde eine Zweigstelle der Firma in London gegründet und das Verfahren in England verbreitet. 1926 wurde das Selectasine-Verfahren von England her mit Hilfe der Schweizer Seidengazefabrikanten in Zürich (Schweiz) eingeführt. Von Zürich aus wurde 1928 ein Selectasine-Patent in Berlin eingereicht. Zur gleichen Zeit verbreitete sich das Verfahren in Frankreich, Holland, Italien, Schweden, einige Jahre später auch in Spanien, Österreich, Polen etc. Thixotropie In Deutschland wurde das Siebdruckverfahren vermutlich seit Mitte der 20er-Jahre im Bereich der Schilderherstellung und dem Textildruck angewendet, in den 30er Jahren für Werbung eingesetzt und im Zweiten Weltkrieg dann offenbar auch für Beschriftungen von Rüstungsgütern der Wehrmacht und der Luftwaffe. Mit dem Beginn der Erfindung des Nylonfadens und dem technischen Fortschritt nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Seide immer mehr verdrängt und spielte seit den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts keine Rolle mehr im Siebdruck. Mit dem technischen Fortschritt in den Bereichen Schablonengewebe, Druckfarben, Schablonenherstellung und schnell laufenden Druckmaschinen erlebte der Siebdruck seine bisherige Blütezeit als Dekorations-, Funktional- und Kennzeichnungsdruck. Unsere heutige Computerwelt wäre ohne den Siebdruck nicht möglich, Datenleitungen, Leiterplatten, Schaltkreise wurden nun gedruckt und immer weiter verkleinert. In ihrer Präzision und im räumlichen Platzbedarf waren diese den Verkabelungen weit überlegen. Autoheckscheibenheizungen, Tachoscheiben, Herdvorsatzgläser, Reklameaufdrucke, Holzpanelen, Schrankdekore, Stoffdrucke, Handyschalen, CD-Bedruckungen, Verkehrs- und Hinweisschilder, keramischer Siebdruck, Etiketten für alle Arten von Reinigungsmittelflaschen und die Bedruckung von Glas, auf Drucken von Klebstoff, Direktdruck auf alle nur erdenklichen Körperformen, Rubbelsilberflächen auf Lotterielosen, Feuerzeugen, Kisten und Bierkästen usw. Diese Anwendungen sind noch nahezu endlos fortsetzbar und sind ohne den Siebdruck nicht herstellbar. Eine Revolution auf dem Beleuchtungssektor, im Auto, aber auch im täglichen Leben wird die neueste Entwicklung sein, eine im Siebdruckverfahren bedruckte Folie, die - angeschlossen an eine Niedervoltspannung - so hell wie eine Glühbirne leuchtet, nur einen Bruchteil an elektrischer Leistung benötigt und dünner als ein Millimeter ist. Beispiel; Die Rundumbeleuchtung einer Tankstelle geschieht mit Neonröhren, hinter bedrucktem Plexiglas, dieses kostet im Jahr den Betreiber Unsummen. Diese Kosten können, wenn man den Erfindern Glauben schenken darf, um 90% reduziert werden. Die Flexibilität, die unbegrenzte Einsatzmöglichkeit, die Vielseitigkeit, die hohe Farbschichtdicke, die Wetterbeständigkeit, die UV-Beständigkeit, die Abriebfestigkeit sind auch heute noch die Vorteile des Siebdrucks. Somit ist der Siebdruck auch heute noch trotz starker Konkurrenz aus dem Bereich der Digitaldrucke in der technischen Anwendung nicht wegzudenken. Digitaldrucke können mit ihren Druckfarben diese hohen technischen Ansprüche noch nicht erfüllen. In der Plakatwerbung dürfte der Siebdruck in der nahen Zukunft zugunsten des Digital- und Offsetdruck Marktanteile verlieren. Für kurz- und mittelfristige Beständigkeiten, bei Kleinauflagen und aus Kostengründen ist hier der Digitaldruck teilweise im Vorteil - bei Großauflagen hingegen der Offsetdruck. Dennoch werden oft noch Siebdruckplakate hergestellt. Gründe dafür sind die Farbkraft der Siebdruckfarben oder deren Deckkraft und Beständigkeiten. Zudem können im Siebdruck problemlos Effektfarben (Metallic, Tagesleucht, Nachleucht etc.) oder Sonderfarbtöne (zum Beispiel "Coca-Cola-Rot") sowohl deckend als auch lasierend verdruckt werden.

Die Verwendung des Siebdrucks in der Kunst

Für die künstlerische Druckgrafik wurde der Siebdruck in den USA bereits in den späten 30er Jahren des 20. Jahrhunderts verwendet, in Europa verbreitete er sich vor allem ab Beginn der 50er Jahre. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Siebdruck in den USA zunehmend für den Druck von Schildern, Plakaten oder Displays eingesetzt. Teilweise wurden solche Arbeiten sehr aufwändig, d. h. in hoher Farbanzahl und sorgfältiger Gestaltung, hergestellt. Man sprach hier von "Commercial Art", was man heute als "Gebrauchsgrafik" bezeichnen würde. Bekannt sind beispielsweise vielfarbige Kalenderbilder, die seit den 20er Jahren offenbar in hohen Auflagen gedruckt wurden (Velvetone Inc., San Francisco, Vitachrome, Los Angeles). Solche frühe grafische Siebdruckarbeiten sind zwar nicht als Kunstgrafik anzusehen, wohl aber als "gehobene, populäre Gebrauchsgrafik". In Europa wurden mehrere solche Arbeiten ab 1927 vom Kunstmaler Hans Caspar Ulrich entworfen und in seiner Firma Serico in Zürich gedruckt. Offsetdruck In der großen Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre versuchte die Amerikanische Regierung im Rahmen des WPA (Works Progressive Administration) den US-Kulturschaffenden (Maler, Bildhauer, Schriftsteller, Fotografen etc.) durch staatliche Aufträge ihre Existenz zu sichern. Dazu gehörte auch das "Federal Art Project" und dessen um 1935 gegründete "Graphic Division". Dort wurde der Druck von Kunstgrafik (in Lithografie, Holzschnitt etc.) und der Plakatdruck (zum Teil im Siebdruck) gefördert. Der New Yorker Künstler Anthony Velonis war einer der Ersten, der das preisgünstige und relativ einfach zu handhabende Siebdruckverfahren vom Plakatdruck in den Bereich der Kunstgrafik übernahm. Velonis veröffentlichte 1938 zwei technische Anleitungen zur Anwendung des Siebdrucks zum Druck von Kunstgrafik. Im gleichen Jahr wurde von Velonis und sechs Künstlern des Federal Art Projects die "Silk Screen Unit" gegründet, die sich mit der Umsetzung des Siebdruckverfahrens für künstlerische Anwendungen beschäftigte. In Abgrenzung zum gewerblichen Siebdruck (Silk Screen, Screen Printing) wurde um 1940 für den künstlerischen Siebdruck der Begriff "Serigraphy" eingeführt. Um 1949 wurden in Deutschland in den "Amerikahäusern" der US-Zone erstmals amerikanische Siebdrucke und Serigrafien ausgestellt, was offenbar auf großes Interesse stieß. Das Verfahren wurde nun auch von deutschen Künstlern eingesetzt. Im Bereich des Drucks von Kunstgrafik unterscheidet sich bei den klassischen Druckverfahren (Hoch-, Tief- und Flachdruck) die Druckformherstellung wesentlich von den industriellen Anwendungen. Als Beispiel sei hier der Flachdruck genannt: Während im künstlerischen Bereich auf eine Steinplatte gezeichnet wird (Lithografie), so wird im industriellen Bereich das Motiv auf eine Aluminiumplatte kopiert und in Rotationsdruckmaschinen vervielfältigt (Offsetdruck). Vergleichbares gilt für den Hochdruck (Buch- und Flexodruck) und den Tiefdruck. Im Siebdruck kann hingegen das gleiche Sieb (Schablone) sowohl für kommerzielle Drucke (Industrie und Werbung), als auch für Serigrafien verwendet werden. Dies hat dem Siebdruckverfahren im Bereich der Kunstgrafik teilweise einen schlechten Ruf eingebracht (oft wurden Reproduktionen im Vierfarbenrasterdruck als "Serigrafien" verkauft). Um den Anforderungen einer Siebdruck-Originalgrafik gerecht zu werden, wurde die Forderung geäußert, dass der Künstler das Motiv von Hand (oder mit Schneidefilmen) direkt auf das Sieb übertragen sollte. Diese Forderung macht aber wenig Sinn, da die künstlerischen Möglichkeiten dadurch technisch stark eingeschränkt würden. Zudem würde bei einer Verletzung des Gewebes die künstlerische Vorarbeit unbrauchbar, das Sieb müsste mit entsprechendem Zeitaufwand neu angefertigt werden. Beim Druck von Serigrafien sollten daher folgende Aspekte beachtet werden: Das Motiv kann direkt auf das Sieb, aber auch auf eine transparente Folie gezeichnet oder ab Computerdaten auf Filme ausbelichtet werden (die Folien/Filme werden dann fotografisch auf das Sieb kopiert). Die Druckform darf nur für den Druck der Kunstgrafik verwendet werden, nicht aber für den Druck

Kafka

Kafka bezeichnet
- Franz Kafka (1883-1924), böhmischer Schriftsteller
- Jindřich Kafka (1844-1917), böhmischer Komponist

Buchausgabe

Die Buchausgabe bezeichnet in literarischer und buchhändlerischer Hinsicht eine durch den Druck vervielfältigte Schrift. Eine erste, zweite, dritte usw. Ausgabe ist zu unterscheiden, wenn sich die äußere Aufmachung des Druckwerkes, die Werkseinteilung (Band- oder Lieferungsausgabe) oder die Titelei gegenüber der bereits gedruckten und im Buchhandel befindlichen Ausgabe verändert hat. Hoch geschätzt sind regelmäßig die Erstausgaben von Werken, die eine gewisse Bekanntheit erlangt haben. Auch frühe Ausgaben von Druckwerken, wie etwa Inkunabeln, sind wegen ihrer Seltenheit sehr gesucht. Siehe auch: Werkausgabe, Studienausgabe Kategorie:Buch

Verlag

Der Verlag ist ein Medien-Unternehmen, das Werke der Literatur, Kunst, Musik oder Wissenschaft vervielfältigt und verbreitet. Der Verkauf kann über den Handel (Kunst-, Buchhandel etc.) oder durch den Verlag selbst erfolgen. Der Verlag oder die Person des Verlegers erwirbt in der Regel das Nutzungsrecht am Manuskript eines Autors (Urheberrecht) auf Grund eines Vertrages und sorgt für Herstellung (Vorbereitung für den Druck) und eben den Druck des Werkes. Zweitens besorgt er die Werbung und den Vertrieb über die verschiedenen Vertriebswege, zum Beispiel über den Buchhandel oder den Pressegroßhandel. Die dritte Funktion liegt in der Vorfinanzierung, wie schon der Wortursprung deutlich macht, denn Verlegen kommt von Vorlegen. Angestellte in einem Verlag üben den Beruf des Verlagskaufmanns aus oder sind in der Verlagsherstellung tätig.

Selbst- und Kleinverlag

Sofern ein Autor seine Bücher nicht über einen Verlag in den Handel bringt, sondern selbst für Druck und Vertrieb sorgt, spricht man von einem Selbstverlag. Der Selbstverlag ist zu unterscheiden von einem Kleinverlag, in dem ein Verleger als Gewerbetreibender fremde oder eigene Werke verlegt. Zahlenmäßig sind weitaus die meisten Verlage in der Kategorie, viele sind winzig. Privatvermögen fliesst hinein, sowie die eigene, geradezu unbezahlte Leistung. Meist ist man persönlich engagiert, bestimmte Inhalte zu verbreiten und hat Freude an dem Metier. Weil Autoren auch bei gewissem Erfolg immer noch wenig verdienen, sind sie meist darauf angewiesen, zu größeren Verlagen zu wechseln, wenn sie etwas Erfolg haben – was die Kleinverlage weiter klein hält.

Zuschussverlage

Eine Besonderheit sollen sog. Zuschussverlage bzw. genauer Druckkostenzuschussverlage darstellen. Insbesondere wissenschaftliche Qualifikationsarbeiten wie Diplomarbeiten oder Dissertationen können die Druck- und Vertriebskosten des Verlegers kaum decken. Deshalb haben die Autoren einen Zuschuss zu den Druckkosten zu leisten. Solche Druckkostenzuschüsse sind bei renommierten, großen Verlagen völlig unüblich, sie honorieren ihre Autoren von Anfang an. Ein Reihe von Unternehmen haben sich auf das Geschäft mit Zuschussbüchern spezialisiert. Sie verlegen nicht allein wissenschaftliche Literatur sondern auch literarische Texte von Amateuren. Von Zuschussverlagen im klassischen Sinne zu unterscheiden sind manche Book on demand-Verlage. Der Begriff Zuschussverlag ist relativ neu. Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts nahm diese Aufgabe der Kommissionsverlag wahr, der bis in die dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts kaum vom selbstfinanzierenden Verlag getrennt war. In Meyers Konversationslexikon von 1893 steht für den Verlag "Zuweilen trägt auch der Schriftsteller einen Teil der Kosten, oder er lässt sein Werk ganz auf eigene Kosten drucken ..." (Bd.3 S.627). Selbstverständlich und doch schwer zu erringen sind Druckkostenzuschüsse (fester Begriff) für wissenschaftliche Arbeiten. Sie gehen an renommierte Verlage, der Definition kein richtiger Verlag zu sein, weil die Autoren selbst zahlen, fern. Druckkostenzuschüsse kommen meist von der grössten Unterstützerin der Wissenschaft hierzulande, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Verlagsarten

Verlage lassen sich nach ihren Hauptprodukten ordnen:
- Buchverlag (siehe auch Fachbuchverlag)
- Kunstverlag und Musikverlag,
- Zeitungsverlag,
- Zeitschriftenverlag,
- Spieleverlag,
- Kartenverlag
- Wissenschaftsverlag
- und Sondergebiete (z.B. Formularverlag).

Siehe auch


- Liste von Verlagen in Deutschland, Österreich und Schweiz
- Liste internationaler Verlage
- Copyright, Urheberrecht, Verlagsrecht
- Erstausgabe, Börsenverein des Deutschen Buchhandels
- Verlagsbranche, Verlagsnummer, backlist, Universitätsverlag
- Kommissionsverlag
- Verlagsystem (oder Verlag) als Organisationsform der Handwerksproduktion - z.B. Bierverlag

Literatur


- Reinhard Mundhenke, Marita Teuber: Der Verlagskaufmann. Berufsfachkunde für Kaufleute in Zeitungs-, Zeitschriften- und Buchverlagen. 9. völlig überarbeitete Auflage 2002, 696 Seiten, ISBN 3-7973-0792-6
- Kurt Tohermes, Eckhard Bremenfeld, Holger Knapp: Fachwissen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage. Leitfaden für Verlagsberufe und Quereinsteiger. Heidelberg 1999, ISBN 3-9806-28604
- Dietrich Kerlen: Lehrbuch der Buchverlagswirtschaft. Stuttgart 2003, ISBN 3-7762-1002-8
- Manfred Plinke: Mini-Verlag. Selbstverlag, Publishing on Demand, Verlagsgründung, Buchherstellung, Buchmerketing, Buchhandel, Direktvertrieb, 6. überarbeitete und erweiterte Auflage, Berlin: Autorenhaus Verlag, 2005
- Schiffrin, André: Verlage ohne Verleger : über die Zukunft der Bücher, Berlin : Wagenbach, 2000

Weblinks


- [http://www.verlagskaufleute.info Ausbildung und Beruf von Verlagskaufleuten]
- [http://www.hbz-nrw.de/produkte_dienstl/toolbox/verlagde.html Liste von Verlagen in Deutschland] (Service des Hochschulbibliothekszentrums Nordrhein-Westfalen)
- [http://www.hbz-nrw.de/produkte_dienstl/toolbox/verlagat.html Verlage in Österreich]
- [http://www.hbz-nrw.de/produkte_dienstl/toolbox/verlagch.html Verlage in der Schweiz]. !Verlag Kategorie:Medienunternehmen Kategorie:Medien Kategorie:Bibliothekswesen Kategorie:Buchhandel ja:出版社

Kosten

Kosten sind die negativen Konsequenzen einer Aktion angesichts eines bestimmten Planes und Entscheidungsfeldes. Zur Vereinfachung werden im Allgemeinen nur monetäre Größen berücksichtigt.

Kosten in der Betriebswirtschaftslehre

Kostenbegriffe

Kosten stehen betriebswirtschaftlich gesehen für den bewerteten Verbrauch an Produktionsfaktoren, welche zur Erstellung der betrieblichen Leistung notwendig sind. Die Bewertung erfolgt in Geldeinheiten. Der Faktorverzehr kann in Form von Gütern, Dienstleistungen, Arbeitskraft und Rechten erfolgen. Neben diesem wertorientierten Kostenbegriff unterscheidet die Betriebswirtschaftstheorie auch noch den pagatorischen (nach Erich Kosiol) und den entscheidungsorientierten Kostenbegriff. Während der pagatorische Kostenbegriff sich an Auszahlungen orientiert, werden entscheidungsorientierte Kosten verwendet, um Handlungsalternativen zu bewerten, deren Realisierung diese Kosten auslösen würde. Ein Sonderfall der entscheidungsorientierten Kosten sind Opportunitätskosten, welche entgangene Gewinne der nich realisierten Handlungsalternativen als Kosten berücksichtigen.

Abgrenzung gegen andere Rechnungsgrößen

"Kosten" und "Leistungen" werden als Begriffspaar im internen Rechnungswesen, d.h. insbesondere in der Kostenrechnung verwendet. Kosten und Leistungen sind gegen ähnliche Begriffspaare wie folgt abgegrenzt:
- "Aufwand" und "Ertrag" bilden das analoge Begriffspaar im externen Rechnungswesen und werden zur Erstellung einer periodisierten Gewinn- und Verlustrechnung verwendet.
- "Ausgaben" und "Einnahmen" sind Schlüsselbegriffe der Buchhaltung. Sie entstehen, wenn etwas gekauft bzw. verkauft wurde, unabhängig davon ob es schon bezahlt wurde oder nicht. Sobald effektive Zahlungen erfolgen, werden Ausgaben und Einnahmen zu "Auszahlung" und "Einzahlung". Aus- und Einzahlungen sind die grundlegenden Rechengrößen der Investitionsrechnung und des Treasury. Die genannten Begriffspaare überschneiden sich größtenteils inhaltlich. Die Verwendung des Begriffes richtet sich primär nach dem angestrebten Rechnungszweck. Unterschiede zwischen "Kosten" und "Aufwand" können aber beispielsweise entstehen, wenn
- Vorgänge unterschiedlich bewertet werden, wie etwa kalkulatorische Abschreibung und bilanzielle Abschreibung (ersteres stellt Kosten dar, letzteres Aufwand)
- Kosten angesetzt werden, die im externen Rechnungswesen keine Entsprechung haben (beispielsweise kalkulatorische Zinsen oder -Unternehmerlöhne) Der Ansatz "kalkulatorischer" Kostenelemente (z.B. von "Wagniskosten", vgl. Risiko) ist, wie auch die begriffliche Unterscheidung zwischen Kosten und Aufwand überhaupt, ein Phänomen der deutschen Kostentheorie und hat in anderen Ländern und Sprachen keine Entsprechung. So werden etwa im Englischen die Begriffe "cost" und "expense" weitest gehend synonym verwendet.

Kostenkategorien

Risiko Innerhalb der Kostenrechnung werden die folgenden Kostenbegriffspaare unterschieden:
- fixe Kosten, variable Kosten und Mischkosten
- Einzelkosten und Gemeinkosten
- primäre Kosten und sekundäre Kosten
- Grundkosten, Anderskosten und Zusatzkosten
- pagatorische Kosten und kalkulatorische Kosten
- Entscheidungsrelevante Kosten und Entscheidungsirrelevante Kosten
- Vollkosten und Teilkosten
- Plankosten, Normalkosten und Istkosten
- Gesamtkosten und Stückkosten

Kosten in der Volkswirtschaftlehre

Mikroökonomie

Stückkosten In der Volkswirtschaftslehre wird der Kostenbegriff in der Mikroökonomie im Zusammenhang mit der Produktions- und Kostentheorie als ein Parameter in verschiedenen Pr