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| Aufwind |
AufwindEin Aufwind ist eine vertikale Luftbewegung, die meist örtlich begrenzt ist. Bei großräumigen Effekten, etwa an einer Wetterfront, sagt man "Aufgleiten". Gegenstücke sind Fallwinde, Abwinde, Fallböen oder umgangssprachlich Luftlöcher.
Entstehung
Thermische Aufwinde
Thermische Aufwinde (Thermik) entstehen durch unterschiedliche Erwärmung der Erdoberfläche, die wiederum die aufliegende Luft erwärmt. Dies spürt man als Bergsteiger beim nachmittäglichen Abstieg oft als warmen Gegenwind aus dem Tal.
Sonnenbeschienene Felsen und Hänge oder ein reifes Weizenfeld erwärmen sich besser als eine Wiese, diese wiederum besser als Wald. Der Grund für diese Unterschiede liegt in der verschiedenen Wärmespeicherfähigkeit sowie Feuchtigkeit und Verdunstung des Untergrunds.
Die erwärmten Luftpakete steigen dann wie große Seifenblasen auf, während die weniger warmen ringsum absinken. Aufwinde sind meist auf einige 10 bis einige 100 Meter beschränkt. Enge Aufwinde nennt man im Segelflug Thermikschlauch oder einfach Bart.
Großflächige Aufwinde treten meist unter Wolken auf, besonders unter Cumuluswolken, der üblichen Schönwetter- oder "Schäfchenwolke". Wolken entstehen ja gerade durch starkes Aufsteigen von Luftpaketen, sobald das Kondensationsniveau erreicht ist. Zwischen den Wolken sorgen Abwinde für einen Luftausgleich.
Hang-Aufwinde
Hang-Aufwinde entstehen demgegenüber durch erzwungenes Steigen der Luft, wenn der Wind über ein Tal streicht und hangaufwärts weht (Luvseite). Auf den Leeseiten der Täler herrschen dann Abwinde. In bestimmten Konstellationen können auch im Lee Aufwinde, sogenannte Leewellen, entstehen, die bis in sehr große Flughöhen nutzbar sind.
Hangwinde sind großräumiger und daher stabiler als die Thermik und erlauben Segelfliegern und Gleitschirmfliegern bei stabilen Wetterlagen und geeignetem Terrain (z.B. an einer Steilküstenkante) oft stundenlanges und kilometerweites Soaren.
Leewellen-Aufwinde
Leewellen sind eine durch Wind hervorgerufene Wettererscheinung, die auf der dem Wind abgewandten Seite (Lee) von Bergen entstehen kann. Bei ihrer Entstehung kann es auch horizontale Luftwirbel, Rotoren geben.
Die Welle besteht aus einem aufstrebenden Teil (Aufwind) und einem Abwind.
Die Aufwinde sind eine Möglichkeit für Segelflugzeuge an Höhe zu gewinnen. Für andere Luftfahrzeuge bedeutet die Leewelle durch die Turbulenzen eher eine Gefahr.
Nutzung
Aufwinde im Segelflug
Ein Segelflugzeug legt bei mittlerer Fluggeschwindigkeit von 120 km/h etwa 33 m/s zurück. Mit Gleitverhältnis 1:40 bedeutet das ein Sinken von 0,83 m/s. Daher wird es bei einem Aufwind von 1 m/s bereits geringfügig steigen. Das Kreisen in engen Aufwinden verursacht allerdings durch die Schräglage (siehe Aerodynamik) zusätzlichen Höhenverlust. Das "beste Sinken" wird bei niedrigerer Geschwindigkeit als das "beste Gleiten" erreicht. Man nützt es vor allem beim Kreisen in der Thermik, wo es nicht auf Zurücklegen von Strecke, sondern auf die bestmögliche Ausnutzung des Aufwinds ankommt. Als Nullschieber bezeichnet man einen schwachen Aufwind, der ausreicht um ein Segelflugzeug auf der Höhe zu halten.
Für Segelflugrekorde im Langstreckenflug oder Dreiecksflug sind stabile Hangwinde günstiger als Thermik, weil oft längere Strecken ganz ohne Kreisen im Aufwind geflogen werden können. Die Rekordweiten liegen bereits weit über 2000 km, am 21. Januar 2003 flog der Pilot Klaus Ohlmann mit seinem Co-Piloten in Argentinien eine Strecke von 3.009 km.
Aufwinde bei Gleitschirmen und Hängegleitern
Für Gleitschirme liegt das Gleitverhältnis bei ca. 1:9, bei Hängegleitern bei ca. 1:20. Somit können mit diesen Fluggeräten nicht derart weite Strecken zurückgelegt werden wie mit Segelflugzeugen. Diese können aber wegen ihrer geringeren Geschwindigkeit engere Kreisbahnen fliegen und das Steigen in Thermikbärten besser ausnutzen. Dynamische Aufwinde sind wegen der eingeschränkten Maximalgeschwindigkeit dieser Fluggeräte nur bedingt nutzbar.
Trotzdem liegt der Streckenweltrekord für Gleitschirme bei über 400 km.
Verwandte Themen
- Winde und Windsysteme
- Thermikkraftwerke erzeugen und nutzen durch Sonne erzeugte Aufwinde in einem Kamin.
Kategorie:Segelflug
Kategorie:Luftsport
Kategorie:Freies_Fliegen
Kategorie:Wind
Kategorie:Meteorologie
WetterfrontEine Front ist in der Meteorologie eine abrupte Grenze zwischen verschiedenen Luftmassen, verbunden mit vergleichsweise sprunghaften Änderungen des Luftdrucks, der Temperatur und der Windrichtung. Hierbei treten auch charakteristische Änderungen der Wolkenformationen und Witterungsbedingungen auf, wobei die räumliche Skala dieser Änderungen sehr variabel ist und im wesentlichen von der Art der Front abhängt. Ist die Front räumlich stark gebunden, verlagert sie sich also kaum oder nicht, spricht man auch von einer stätionären Front. Den Bereich, in dem Fronten bevorzugt auftreten, bezeichnet man als Frontalzone.
Siehe auch
- Warmfront
- Kaltfront
- Thermischer Frontparameter
- Okklusionsfront
- Tiefdruckgebiet
- Polarfront
- Subtropenfront
Kategorie:Meteorologie
ja:前線 (気象)
AbwindAbwind ist die Bezeichnung für einen Wind, der sich vom Standpunkt des Betrachters fortbewegt. Herrscht z.B. in einer Region vorwiegend Westwind und das Wohngebiet Musterwalde liegt östlich der Industrieanlage XYZ, dann kann man sagen, dass das Wohngebiet Musterwalde im Abwind von der Industrieanlage XYZ liegt.
Ebenso sind Hangabwinde Winde, die sich am Hang abwärts vom Hang weg bewegen.
Siehe auch: Aufwind
Kategorie:Wind
FallböeFallböen sind starke Abwinde, welche widerum abwärts gerichtete Luftströmungen sind. Tritt ein Flugzeug in eine solche Luftströmung, bekommt es nicht genug Auftrieb und sinkt, wovon die Insassen das Gefühl des freien Falls bekommen.
Kategorie:Wind
LuftlochLuftloch ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Fallböen, Rotoren von Leewellen oder Thermik in der Luftfahrt, welche abrupte Höhenveränderungen eines Luftfahrzeugs verursachen können. Dies wird von den Passagieren meist als Durchsacken wahrgenommen.
Je langsamer die Fluggeschwindigkeit ist, desto harmloser wirken sich diese Vertikalböen aus, weshalb man sie in Ballonen quasi nicht wahrnimmt.
Bei hohen Fluggeschwindigkeiten kann die plötzlich auftretende vertikale Beschleunigung im Extremfall die Struktur des Flugzeugs mechanisch überlasten und es stark beschädigen (bis zum Auseinanderbrechen). Das Flugzeug kann (durch zusätzlich auftretende Querwinde) so beschleunigt werden, dass eine sinnvolle Steuerung z. B. im Landeanflug kaum mehr möglich ist - dies trifft vor allem zu, wenn unbeabsichtigt und unbemerkt in einen Leewellen-Rotor geflogen wird.
Durch die starken, (noch) nicht vorhersehbaren Beschleunigungen werden viele Menschen verletzt und sogar einige getötet, weshalb es sich empfiehlt, in Passagierflugzeugen stets angeschnallt zu bleiben.
Andere störende Luftströmungen im Flugverkehr sind Turbulenzen.
Kategorie:Aerodynamik
Kategorie:Flugmeteorologie
Erdoberfläche
Die Erdoberfläche ist die Grenzschicht zwischen der festen Erdkruste oder den Gewässern auf der einen und der Atmosphäre auf der anderen Seite.
Die Erdoberfläche gliedert sich in Festland, Inseln und Meer.
Die Geodäsie beschäftigt sich mit der Beschreibung der Form der Erdoberfläche.
Die Oberfläche der Erde misst 510 Millionen km². Der Anteil der Landfläche beträgt etwa 144,5 Mio. km² (28%), das Wasser bedeckt ca. 365,5 Mio. km² (72%).
Das Land verteilt sich auf 5 Kontinente (mit der Antarktis 6 Kontinente) sowie Polargebiete und Meeresinseln:
- Europa (ohne Island, Nowaja Semlja und atlantische Inseln): 9.700.000 km² mit rund 31.460 km Küsten
- Asien (ohne Polarinseln): 44.142.000 km² mit 57.000 km Küsten
- Afrika (ohne Madagaskar): 29.200.000 km² mit 26.000 km Küsten
- Amerika (ohne Polargebiete): 38.334.000 km² mit 64.500 km Küsten
- Australien (mit Tasmanien): 7.700.000 km² mit 7.500 km Küsten
(Alle Angaben sind grobe Zahlen.)
Die mittlere Höhe des trockenen Teils der Erdoberfläche berechnet man auf ungefähr 700 m (Europa 300 m, Asien 880 m, Amerika 610 m, Afrika 660 m, Ozeanien und Australien 300 m). Ihren höchsten Punkt erreicht die Erdoberfläche mit dem Mount Everest bei etwa 8.844 Metern, den tiefsten frei zugänglichen Punkt der Erdoberfläche bildet das Tote Meer, dessen Wasseroberfläche - und Uferbereich - sich ca. 400 Meter unter Normalnull befindet.
Die Wasserfläche verteilt sich auf
- den Pazifischen Ozean mit 47%, mittlere Tiefe etwa 3.870 m
- den Atlantischen Ozean mit 24%, mittlere Tiefe etwa 3.380 m
- den Indischen Ozean mit 20%, mittlere Tiefe etwa 3.600 m
- den Arktischer Ozean 4%
- den Südlichen Ozean mit 5%
Insgesamt beträgt die mittlere Tiefe der Meere etwa 3.500 m.
Siehe auch: Geodäsie, Geowissenschaften, Kontinent, Naturkatastrophe
Kategorie:Erde
Kategorie:Geographie
Kategorie:Geomorphologie
BergsteigerBergsteigen bezeichnet eine Sportart, die im Gebirge ausgeübt wird. Sie besteht meist im Überwinden größerer Höhenunterschiede in wegloser Gebirgs-Landschaft, aber auch auf schmalen Wegen oder Steigen.
Der Begriff ist nicht klar definiert, denn vielfach wird auch die Kombination von Bergwandern - etwa bei Höhenwanderungen - mit leichten bis mittelschweren Kletterpartien so genannt. Andere verstehen unter dem Bergsteigen eher das Klettern selber, während die Wanderung bis zum Einstieg (in den Fels) als Anstieg bezeichnet wird.
Bergtouren, die über Gletscher oder ganzjährig firn- oder eisbedeckte Gebiete führen, werden als Hochtouren bezeichnet. Sie erfordern entsprechende Ausrüstung (Eispickel, Steigeisen, Seil) und Kenntnisse der Sicherungstechnik und Spaltenbergung.
Spielarten des Winterbergsteigens sind Skitouren, Skihochtouren (mit Gletscherbegehung) und neuerdings vermehrt Schneeschuhtouren. Bergsteigen in großen Höhen und abgelegenen Regionen bezeichnet man als Expeditionsbergsteigen.
Ausrüstung
In jedem Fall (eventuell das freie Klettern ausgenommen) wird eine wetterfeste Ausrüstung benötigt, die zumindest aus Rucksack, Anorak oder Pelerine, festen Bergschuhen (oder Kletterschuhen) mit griffiger Sohle, Verbandszeug, Getränken und Proviant besteht. Wenn die Möglichkeit eines Wettersturzes besteht - was ab Zwei- oder Dreitausendern praktisch immer der Fall ist - empfiehlt sich auch bei Schönwetter die Mitnahme von warmer Reservekleidung und Socken, Mütze und Handschuhen sowie einer Taschenlampe.
Bei langen, schwierigen Touren ist es eventuell auch sinnvoll, einen Biwacksack einzupacken.
Zur Ausrüstung für den Winter siehe Skitour und Wintersport.
Planung und Vorbereitung von Bergwanderungen
Eine wesentliche Voraussetzung zur sicheren und erlebnisreichen Durchführung einer Bergwanderung ist die sorgfältige Tourenvorbereitung. Dadurch lassen sich viele Gefahrenquellen bereits im Vorfeld ausschließen. Die Vorkenntnis über Gebietsbesonderheiten ermöglicht deren gezieltes Aufsuchen und erleichtert die Orientierung im Gelände.
Wahl des Tourengebiets
Als Informationsquelle dienen:
- Alpinliteratur mit Gebietsmonografien, Tourenvorschläge in Zeitschriften, Alpenvereinsführer
- Kartenmaterial mit Übersichtskarten (1:100 000), Wanderkarten (min. 1:50 000) und AV-Karten (1:25 000)
- Gebietskenner, Einheimische
- Aktuelle Informationen; telefonisch von Fremdenverkehrsämtern, Hüttenwirten oder den alpinen Auskunftsstellen abfragbar.
Besonders zu berücksichtigen sind:
- Jahreszeit, davon abhängig Tageslänge, Durchschnittstemperatur, Schneeverhältnisse, Hüttenöffnungszeiten.
- Gebietsverhältnisse, z.B. Wegezustand, Schneelage, Vereisung
- Ausweichmöglichkeiten bei Schlechtwetter
- Lage des Stützpunktes zu den Touren: Anzahl und Länge der Tourmöglichkeiten
- Vorausbestellung von Schlafplätzen (bei Mehrtagestouren)
Bei mehrtägigen Überquerungen von Hütte zu Hütte, wie beispielsweise auf alpinen Höhenwegen oder Weitwanderwegen, ist Folgendes zu beachten:
- Im Hinblick auf die Gesamtbelastung über mehrere Tage die Einzelabschnitte nicht zu lang wählen, sondern Ruhepausen mit einplanen.
- Ein allzuschwerer Rucksack (mehr als 12 kg) kann eine Höhenweg zum "Leidensweg" machen. Daher muss man sich besonders gründlich informieren und die Ausrüstung sorgfältig zusammenstellen. Wichtige Kriterien sind:
- Bewirtschaftungsart der Hütten (Verpflegung, Schlafsack)
- Schwierigkeit des Weges (Steigeisen, Pickel, Hilfsseil, Anseilgurt, Helm usw.)
- "Schwergewichtige Errungenschaften" der Zivilisation können über einen gewissen Zeitraum ersatzlos gestrichen oder durch Enthaltsamkeit ersetzt werden (Walkman, Laptop usw.)
- Bei Wettersturz oder schlechten Verhältnissen besser umkehren als unbedingt die nächste Hütte erreichen wollen.
- Eine realistische Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit und Erfahrung bzw. die der Begleitperson ist notwendig.
Vor der endgültigen Festlegung des Tourenziels sollte die sichere Durchführbarkeit des Unternehmens noch einmal kritisch betrachtet werden. Wichtigstes Kriterium dabei ist, dass Erfahrungen und Leistungsvermögen der Teilnehmer den zu erwartenden Anforderungen der Bergtour entsprechen.
Wichtige Tätigkeiten vor Antritt der Tour
Feststellen der zu erwartenden Anforderung bezüglich Schwierigkeit und Länge der Einzelunternehmungen durch eingehendes Führer- und Kartenstudium. Wichtige Daten dazu sind:
- Höhenmeter für Aufstieg / Abstieg, Tageshöhenmeter Aufstieg
- Entfernung waagerecht bei Flachstücken
- Höhenlage über Meeresspiegel; über 3.000 m ist Anpassung notwendig
- Gelände- und Wegebeschaffenheit, besondere Schwierigkeiten wie Schneefelder, Klettersteige.
- Zusammenstellung der erforderlichen Ausrüstung.
- Berechnung der Gehzeiten anhand der Führerangaben sowie eigener Berechnungen. Grundlage dafür sind folgende Erfahrungswerte (welche natürlich von der persönlichen Kondition und den klimatischen Bedingungen abhängen):
Alleingeher bzw. Kleingruppen gehen in 1 Stunde etwa
- 500 Höhenmeter im Aufstieg
- 800 Höhenmeter im Abstieg
- 5 km Horizontalentfernung
Größere Gruppen legen in 1 Stunde zurück:
- 400 Höhenmeter im Aufstieg
- 600 Höhenmeter im Abstieg
- 4 km Horizontalentfernung
Die tatsächliche Gehzeit einer Strecke erhält man nach folgender Berechnungsformel:
Von den Horizontal- und Vertikalentfernung errechneten Zeiten wird der kleinere halbiert und zum größeren addiert.
Dazu ist es natürlich notwendig, Karten lesen zu können. Hier nur ein paar kleine Anmerkungen:
- Karten sind üblicherweise genordet, das heißt, der obere Kartenrand ist Nordrichtung
- Höhenlinien-Beschriftungen zeigen immer ins Tal
- Je näher die Höhenlinien zusammen liegen ("Scharung"), desto steiler ist das Gelände
- Maßstab und Aktualität der Karte beachten
Kartenlesen sollte man schon geübt haben, bevor man am Berg steht und sich orientieren muss.
Berühmte Bergsteiger bzw. Kletterer
bis 1850
- Josef Naus (1793-1871)
- Alfred Pallavicini (1848-1886)
- Francesco Petrarca (1304-1374)
- Ludwig Purtscheller (1849-1900)
- Gottlieb Samuel Studer (1804-1890)
- Edward Whymper (1840-1911)
1850-1900
- Peter Aufschnaiter (1899-1973)
- Karl Blodig (1859-1954)
- Hans Dülfer (1892-1915)
- Rudolf Fehrmann (1886-1948)
- Konrad Kain (1883-1934)
- George Mallory (1886-1924)
- Oliver Perry-Smith (1884-1969)
- Paul Preuß (1886-1913)
- Giovanni Piaz (1879-1948)
- Karl Prusik (1896-1961)
- Luis Trenker (1892-1990)
- Willo Welzenbach (1899-1934)
- Matthias Zurbriggen (1856-1917)
1900-1925
- Hermann Buhl (1924-1957)
- Heinrich Harrer (1912)
- Maurice Herzog (1919)
- Edmund Hillary (1919)
- Louis Lachenal (1921-1955)
- Sepp Larch (1920?)
- Willy Merkl (1900-1934)
- Fritz Moravec (1922-1997)
- Matthias Rebitsch (1910?)
- Tenzing Norgay (1914-1986)
- Lionel Terray (1921)
- Fritz Wiessner (1900-1988)
1925-1950
- Bernd Arnold (1947)
- Walter Bonatti (1930)
- Chris Bonington (1934)
- Kurt Diemberger (1932)
- Peter Habeler (1942)
- Toni Hiebeler (1930-1984)
- Reinhard Karl (1946-1982)
- Jerzy Kukuczka (1948-1989)
- Reinhold Messner (1944)
- Wanda Rutkiewicz (1943-1992)
- Pete Schoening (1927?)
- Erich Vanis (1942-2004)
1950-1975
- Catherine Destivelle (1960)
- Stefan Glowacz (1965)
- Wolfgang Güllich (1960-1992)
- Alexander Huber (1968)
- Thomas Huber (1966)
- Hans Kammerlander (1956)
- Jon Krakauer (1954)
- Pit Schubert (1935)
Vereine und Organisationen
- Deutscher Alpenverein
- Österreichischer Alpenverein
- Schweizer Alpen-Club
- [http://www.uiaa.ch UIAA (Union Internationale des Association d’Alpinisme bzw. International Mountaineering and Climbing Federation)]
- Internationale Kommission für alpines Rettungswesen (IKAR)
- siehe auch: Liste von Alpenvereinen
Literatur
- Luisa Francia: Der untere Himmel. Frauen in eisigen Höhen. München : Nymphenburger, 1999 (über Bergsteigerinnen)
- [http://alpenverein.de//template_loader.php?tplpage_id=105#Bergsport Bergwandern sicher und umweltbewusst]: Eine Broschüre des DAV zum Thema "Erlebnis Bergwandern" mit Informationen zum naturverträglichen Bergsteigen (PDF-Format)
Siehe auch
Klettersteig, Eispickel, Sporthelm, Steigeisen, Gletscher, Lawine, Alpen, Alpinismus
Weblinks
- [http://www.bergbuch.info WWW.BERGBUCH.INFO Bücher von Bergen - Berge von Büchern]
- [http://www.alpenfuehrer.de Alpenfuehrer - Umfassene Informationen für alle, die ihre Freizeit gerne in den Bergen verbringen]
- [http://www.einstieg.tk www.einstieg.tk eine sehr umfangreiche Kletterlinkssammlung]
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Sport/Klettern_und_Wandern/Bergsteigen/ OpenDirectory-Verzeichnis:Bergsteigen]
- [http://www.expeditionsbergsteigen.com www.expeditionsbergsteigen.com]
- [http://www.alpinisten.info alpinisten.info - Bergsteigen und Outdoor]
- [http://www.x63.it Bergsteigen in Südtirol und Umgebung]
- [http://wandern.suedtirol.com Tourentipps für Südtirol]
Kategorie:SportartKategorie:BergsteigenKategorie:KletternKategorie:OutdoorKategorie:Wandern
ja:登山
Felsen
Als Fels oder Felsen wird unspezifisch ein größeres Gesteinsgebilde oder eine zusammenhängende Gesteinsmasse, insbesondere in Gebirgen, bezeichnet. Als Maßstab für die relevante Größe, ab der im allgemeinen Sprachgebrauch von einem Felsen gesprochen wird, dient zumeist der Mensch selbst. Kleinere Gebilde werden in der Regel nicht als Felsen, sondern als Stein bezeichnet.
Das Wort Fels ist indogermanischen Ursprungs und verwandt mit dem altisländischen fjall, fell, norwegisch auch fjell und bedeutet dort Berg, Gebirge. Auch im Griechischen bedeutet petros Fels, siehe Petrus.
Begriffsverwendung
In der Geologie und verwandten Naturwissenschaften taucht der Begriff vor allem in Bezeichnungen wie Felssturz, Felsenmeer, Felsenburg und Felsit auf. In offener Landschaft freiliegende Einzelfelsen werden als Findlinge bezeichnet.
Auch Kletterer benutzen die Bezeichnung gerne für einzelne zu erklimmende Felsen sowie grundsätzlich für jedes natürliche Gestein ("am Fels klettern") im Gegensatz zu künstlichen Klettermöglichkeiten.
Ein Fels ist das Sinnbild unerschütterlicher Festigkeit und Härte. Das Wort kommt in vielen Redewendungen und Zitaten vor, beispielsweise in:
- Er war standhaft wie ein Fels in der Brandung.
- Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen. (aus der Bibel)
- Hoch auf dem Fels die Tannen stehn' ... (aus dem Westfalenlied)
Einige interessante Felsformationen
Westfalenlied
- Bastei (Fels)
- Externsteine mit dem "Wackelstein"
- Goldener Fels
- Stiefel (Fels)
Kategorie:Geologie
HangHang bezeichnet:
# eine Neigung oder Affinität zu etwas.
# die schräg abfallende Seite einer Bodenerhebung; siehe Berg
# ein Musikinstrument: siehe Hang (Musikinstrument)
# eine Internationale Maßeinheit im Fleischereigeschäft
Weizen
Mit Weizen werden eine Reihe von Arten der Süßgräser (Poaceae) in der Gattung Triticum L. bezeichnet. Er wird ca. 0,5 bis 1 m hoch, der Halm ist rundlich. Von der Gesamterscheinung wirkt er dunkelgrün und die Ähre gedrungen. Die Früchte werden botanisch als „einsamige Schließfrüchte“ (Karyopsen) bezeichnet. Etymologisch leitet sich Weizen vom „Weiß“ des Produkts dieses Getreides, dem Weißmehl, ab.
Anbau
Weizen stellt an Klima, Boden und Wasserversorgung höhere Ansprüche als andere Getreidearten. Winterweizen wird im Herbst ausgesät. Die Körner keimen schnell und entwickeln die ersten Blätter. Die kleinen Pflanzen bilden Nebensprosse (Bestockung) aus und überwintern. Obwohl Weizen bis ca. –20° C frostresistent ist, bevorzugt er insgesamt ein gemäßigtes Klima. Im Frühjahr setzt das Streckungswachstum ein und die Blätter entwickeln sich. Am Ende der Streckungsphase ist bereits eine vollständige Ähre mit Ährchen und Blüten vorhanden. Die Ähren schieben nach außen und mit der Blüte ist die Pflanzenentwicklung abgeschlossen. Nach der (Selbst-)Befruchtung entwickeln sich die Körner. Je Pflanze bilden sich 2 bis 3 Ähren tragende Halme aus, was ca. 350 bis 700 Halmen je m² entspricht. In jeder Ähre bilden sich etwa 25 bis 40 Körner aus. Sie bestehen aus 60 % Stärke (Zucker), 12 % Eiweiß, 2 % Fett und 13 % Wasser. Gegen Unkräuter und Pilze werden mehrere Pflanzenschutzanwendungen durchgeführt. Für einen optimalen Ertrag wird Weizen in drei kleinen Gaben mit Stickstoff gedüngt.
Die Ernte erfolgt im Herbst, wobei der Durchschnittsertrag zwischen 60 und 70 dt/ha liegt. Als Spitzenwerte werden
Erträge von über 110 dt/ha erreicht. Durch diese hohen Erträge ist der Winterweizen allen anderen Getreidearten
überlegen.
Das Stroh bleibt als Dünger auf dem Feld oder wird als Einstreu für die Tiere abgefahren.
Sommerweizen sät man im Frühjahr aus – er braucht die Vegetationsruhephase durch Frost nicht. Seine Erträge liegen aber deutlich unter denen von Winterweizen – die Körner haben eine glasigere Struktur als Winterweizen und sie sind proteinreicher. In Deutschland sind über 90 % der Aussaat Winterweizensorten.
Blütenstand
Bedeutung
Die verschiedenen Arten des Weizen stellen das zweitmeistangebaute Getreide der Welt dar (nach dem Mais und gefolgt vom Reis).
Er wird auf allen Kontinenten angebaut; wichtige Anbauländer sind die Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Russland, Australien und Argentinien.
Weizen ist für Menschen in vielen Ländern ein Grundnahrungsmittel (Brotgetreide) und hat eine große Bedeutung in der Tiermast.
Hartweizen ist besonders für die Herstellung von Teigwaren (Hartweizengrieß) geeignet – wird aber in Deutschland so gut wie nicht angebaut.
Weizen ist an trockene und warme Sommer angepasst.
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, Triticale, erlaubt den Anbau in kühleren Klimazonen.
Die gesamte Erntemenge weltweit 2004 betrug 624 Mio. t.
Triticale
Die zehn größten Produzenten:
(Quelle: FAO, Faostat, 2005)
Arten (Auswahl)
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- T. aestivum L. (Weichweizen)
- T. aestivum subsp. spelta (L.) Thell. (Dinkel)
- T. antiquorum Heer
- T. baeoticum Boiss.
- T. compactum Host (Zwergweizen)
- T. compositum L.
- T. dicoccum Schübler (Emmer)
- T. durum Desf. (Hartweizen)
- T. ispahanicum Heslot
- T. jakubzineri (Udacz. & Schachm.) Udacz. & Schachm.)
- T. karamyschevii Nevski
- T. militinae Zhuk. & Migush.
- T. monococcum L. (Einkorn)
- T. parvicoccum
- T. petropavlovskyi Udacz. & Migush.
- T. polonicum L.
- T. sinskajae Filat. & Kurk.
- T. tetraurartu Gandil.
- T. timonovum Heslot & Ferrary
- T. timopheevii (Zhuk.) Zhuk.
- T. turanicum Jakubz.
- T. turgidum L. (Rauweizen)
- T. urartu Thumanyan ex Gandilyan
- T. vavilovii (Tum.) Jakubc. in Zhuk.
- T. zhukovskyi Menabe & Ericzjan
Ackerbaulich wichtige Weizenarten
Einkorn
- Weichweizen (Triticum aestivum L.) ist eine hexaploide Weizenart und die am verbreitetsten angebaute. Es gibt eine Vielzahl von Sorten, die an unterschiedliche Klimate angepasst sind.
- Spelt oder Dinkel (Triticum aestivum subsp. spelta (L.) Thell.), ebenfalls hexaploid, wird als spezielles Brotgetreide begrenzt angebaut. Das in der Milchreife geerntete und geröstete Korn, Grünkern genannt, ist mineralstoffreich und stark aromatisch.
- Emmer (Triticum dicoccum Schübler) ist eine tetraploide Weizenart, die historisch angebaut wurde, heute aber keine wirtschaftliche Bedeutung mehr hat.
- Hartweizen (Triticum durum Desf.) ist die einzige tetraploide Weizenart, die heute noch verbreitet angebaut wird.
- Kamut (Triticum turgidum subsp. polonicum (L.) Thell.) ist eine Zuchtform des Emmer, die im Mittleren Osten entwickelt wurde, und in kleinen Mengen, oft im biologischen Landbau, als 'gesundes' Getreide vermarktet wird.
- Einkorn (Triticum monococcum L.) ist die älteste Weizensorte. Sie wird heute nur noch aus wissenschaftlichen Gründen oder zu Illustrationszwecken angebaut.
Das Bundessortenamt teilt mit seiner Zulassung die Weichweizensorten in fünf so genannte Backqualitätsgruppen ein: (Hauptmerkmal der Einteilung ist die Volumenausbeute im Rapid-Mix-Test, einem Backversuch)
- E-Gruppe: Eliteweizen – mit hervorragenden Eigenschaften. Wird meistens zum Aufmischen schwächerer Weizen verwendet oder exportiert.
- A-Gruppe: Qualitätsweizen – hohe Eiweißqualität. Kann Defizite anderer Sorten ausgleichen.
- B-Gruppe: Brotweizen – alle Sorten, die für die Gebäckherstellung gut geeignet sind.
- C-Gruppe: sonstiger Weizen – hauptsächlich für Futterzwecke.
- Keksweizen: (wurden bis 2004 als "K-Gruppe" geführt) haben eine für den Verwendungszweck geeignete, also schwächere Eiweißqualität.
Geschichte der Domestizierung/Anbaugebiete
Der heutige Saatweizen ging aus der Kreuzung mehrerer Getreide- und Wildgrasarten hervor.
Die ersten von Menschen angebauten Weizenarten waren Einkorn (Triticum monococcum) und Emmer
(Triticum dicoccum). Ihr Herkunftsgebiet ist der vordere Orient. Die ältesten Nackt-Weizenfunde
stammen aus der Zeit zwischen 7800-5200 v. Chr. Damit ist Weizen nach Gerste die zweitälteste
Getreideart. Mit seiner Ausbreitung nach Europa, Nordafrika und Asien gewann der Weizen eine grundlegende Bedeutung für viele Kulturen. Doch lange Zeit blieb der Anbau hinter dem der Hauptgetreidearten Einkorn, Emmer und
Gerste weit zurück. Erst durch das Weißbrot, das ab dem 11. Jahrhundert in Mode kam, etablierte sich
der Weizen. Heute ist Weizen die am häufigsten angebaute Getreideart und nimmt den größten Anteil der
Getreideanbauflächen ein.
Einkorn (T. monococcum) ist die ursprünglichste Form des kultivierten Weizens; man findet auch heute noch Wildformen des Einkorn, so dass die Domestizierung mittels menschlicher Auslese relativ klar erscheint.
Aus dem Einkorn entwickelte sich durch Bildung eines Additionsbastards mit einem anderen Wildgras (evtl. T. speltoides oder Aegilops speltoides) in vorgeschichtlicher Zeit der tetraploide Emmer (T. dicoccum), aus dem später durch Zucht Arten wie Hartweizen und Kamut entstanden.
Eine weitere Aufnahme des gesamten Gensatzes des Wildgras T. tauschii (oder Aegilops squarrose) in den Emmer entstand dann der moderne hexaploide Saatweizen.
Zusammensetzung (Weichweizen)
Wildgras
Der Brennwert beträgt 1425 kJ je 100 g.
Literatur
- Friedrich J. Zeller, Sai L.K. Hsam: Weizen: Grundstoff für die menschliche Ernährung und für industrielle Erzeugnisse. Naturwissenschaftliche Rundschau 57(8), S. 413 - 421 (2004),
- Elisabeth Schiemann; Weizen, Roggen, Gerste. Systematik, Geschichte und Verwendung. 1948
- i.m.a e.V. (Hrsg.): Pflanzen in der Landwirtschaft, 2004
Weblinks
- [http://www.bundessortenamt.de/internet20/ Überblick über zugelassene Sorten]
- [http://www.profil.iva.de/html/text.php?id=245&rubid=4 Weizenanbau – In 50 Jahren den Ertrag/Hektar verfünffacht]
- [http://mansfeld.ipk-gatersleben.de/ Systematik von Weizen]
Kategorie:Süßgräser
Weizen
Weizen
Kategorie:Öl und Fett
ja:コムギ
Wiese (Grünfläche)
Bei der Wiese handelt es sich im Gegensatz zur Weide um landwirtschaftliches Grünland, das nicht durch das Grasen von Tieren, sondern durch Mähen erhalten wird. Bei der regelmäßigen Mahd wird die Verbuschung und anschließende Waldentstehung verhindert. Wiesen sind wie die Weiden ein Lebensraum, der seit einigen Jahrtausenden durch den Menschen geschaffen und erhalten wird. Man spricht daher von einer Halbkulturformation.
Natürlich würden Wiesen unter heutigen Verhältnissen in Mitteleuropa nicht mehr entstehen und erhalten bleiben. Sie weisen dennoch Ähnlichkeiten mit Steppen und Waldsteppen, zu alpine Matten und Rasen sowie zu Magerwiesen bzw. Trockenrasen auf, die im Volksmund manchmal auch als Wiesen bezeichnet werden, da sie vornehmlich aus krautigen Pflanzen wie Süßgräsern bestehen.
Durch den Selektionsdruck der Mahd werden Pflanzen begünstigt, die mit dem häufigen Schnitt und der hohen Lichteinstrahlung gut zurecht kommen, unter anderem viele Gräser. Aufgrund der regelmäßigen Mahd werden ausdauernde Pflanzen (perennierend, Stauden) gegenüber einjährigen Kräutern bevorzugt. Sie überdauern die Winter und vermehren sich vegetativ. Ihre Samen sind in der Regel Lichtkeimer. Bestimmte Pflanzen, wie zum Beispiel die Disteln, fehlen den Wiesen gegenüber den Weiden, wo sie vom Vieh gemieden werden und nicht vom Schnitt beeinträchtigt werden.
Eine Sonderformen ist die Streuobstwiese, die traditionelle Obstbauform, bei der verschiedene Obstbaumsorten in Hochstammform unregelmäßig ("gestreut") auf einer Wiese stehen.
Siehe auch:
- Salzwiese, Blumenwiese, Streuwiese
Kategorie:Biotop
Kategorie:Gras
LuftpaketLuftpaket ist ein Begriff aus der theoretischen Meteorologie und bezeichnet hier eine bestimmte Luftmenge bzw. ein Luftvolumen, das groß genug ist um über Zustandsgrößen wie Temperatur, Druck, Dichte und Luftfeuchtigkeit beschrieben werden zu können, aber dafür wiederum klein genug ist in der mathematischen Behandlung als infinitesimal zu gelten. Es handelt sich folglich um ein theoretisches Konzept, dass dazu dienen soll kleinräumige Effekte in einem eng begrenzten Raum richtig beschreiben zu können, obwohl es eine solche Begrenzung de facto nicht gibt.
Der Begriff findet vor allem Anwendung wenn es gilt adiabatische vertikale oder auch advektive Prozesse der Atmosphärendynamik zu beschreiben. Er eignet sich vor allem in didaktischer Hinsicht, da es zum Beispiel leichter ist sich eine bestimmte Luftmenge und deren Aufstieg in der Atmosphäre vorzustellen, als die ineinander übergehende Dynamik ganzer Luftmassen zu erfassen.
Kategorie:Meteorologie
Meter
Das Meter (v. griech.: μέτρον/métron = Maß, -messer) – auch der Meter, in der Schweiz und Österreich immer der Meter – ist die SI-Basiseinheit der Länge. Das Einheitenzeichen des Meters lautet m und das Formelzeichen der Länge l.
Aktuelle Definition
Das Meter ist definiert als die Strecke, die das Licht im Vakuum in einer Zeit von 1/299.792.458 Sekunde zurücklegt. Zur Umstellung von der Länge eines standardisierten Messstabes auf die zeitbasierte kam es, weil die Messung von Zeiten zwischenzeitlich wesentlich genauer erfolgt, als die Messung von Längen.
Alte Definitionen
Der Definition des Meters gingen einige Vorschläge voraus, eine universelle Längeneinheit zu definieren, die nicht – wie damals üblich – von den Abmessungen der Gliedmaßen des jeweiligen Herrschers abgeleitet war. So schlug der Abt Jean Picard zum Beispiel 1668 vor, als Längeneinheit die Länge eines Pendels zu verwenden, das eine halbe Periodendauer von einer Sekunde hatte (Sekundenpendel). Ein solches Pendel hat die Länge von 0,994 m und käme damit der heutigen Definition eines Meters ziemlich nahe. Der Begriff Meter für diese Längeneinheit wurde allerdings zum ersten Mal von Tito Livio Burattini im Jahr 1675 verwendet. Er bezeichnete die Länge des Sekundenpendels als Metro Cattolico (katholischer Meter).
1675
Im Jahr 1793 wurde der Meter dann als der 40-millionste Teil der Länge des Erdmeridians, auf dem Paris liegt, also auf den zehnmillionsten Teil der Entfernung vom Pol zum Äquator, festgelegt. Im Jahr 1795 wurde ein Prototyp dieses Meters in Messing, im Jahr 1799 schließlich als Urmeter in Platin gegossen. Zur Bestimmung der Länge des Urmeters dienten die Ergebnisse der von Jean-Baptiste Joseph Delambre und Pierre Méchain zwischen 1792 und 1799 vorgenommenen Vermessung des Meridianbogens zwischen Dünkirchen und Barcelona. Genauere Vermessungen der Erde kamen später allerdings zu dem Ergebnis, dass das Urmeter ein wenig zu kurz geraten war.
1889 wurde vom zwischenzeitlich gegründeten BIPM ein neuer Standard eingeführt. Dazu wurde der internationale Meterprototyp angefertigt, ein Stab mit kreuzförmigem Querschnitt aus einer Platin-Iridium-Legierung im Verhältnis 90:10 und ein Meter wurde festgelegt als der Abstand der Mittelstriche zweier Strichgruppen bei einer Temperatur von 0 °C. Damit richtete sich das Meter nicht mehr nach der Vermessung der Erde. Kopien dieses Meterprototyps wurden an die Eichinstitute in vielen Ländern vergeben.
Von 1960 bis 1983 war das Meter das 1.650.763,73-fache der Wellenlänge der sich im Vakuum ausbreitenden Strahlung, die von Atomen des Nuklids Krypton-86 beim Übergang vom Zustand 5d5 zum Zustand 2p10 ausgesandt wird.
Seit 1983 wird das Meter als die Strecke definiert, die das Licht im Vakuum in einer Zeit von 1/299.792.458 Sekunde zurücklegt. Der Grund für diese Neudefinition ist, dass mittlerweile die Zeit (mit Atomuhren) viel genauer messbar ist als Strecken. Dies hat auch zur Folge, dass die Lichtgeschwindigkeit nun nicht mehr gemessen werden kann, sondern als Konstante festgelegt ist mit 299.792.458 m/s.
Abgeleitete Maßeinheiten
Im folgenden werden einige Beispiele für verschiedene Längen beschrieben. Zu den Vorsilben siehe auch die Liste der Vorsilben für Maßeinheiten.
Bekannte
Kilometer
Ein Kilometer, abgekürzt km, entspricht 1.000 Metern: 1 km = 103 m.
Zentimeter
Ein Zentimeter (veraltet auch Centimeter), abgekürzt cm, entspricht dem Hundertstel eines Meters: 1 cm = 10-2 m oder 0,01 m.
Der Zentimeter ist die cgs-Einheit der Länge. Siehe auch: inch
Millimeter
Ein Millimeter, abgekürzt mm, entspricht dem Tausendstel eines Meters: 1 mm = 10-3 m oder 0,001 m.
Mikrometer
Ein Mikrometer (veraltet auch Mikron nach seiner alten Bezeichnung, oder My nach dem griechischen Buchstaben µ), abgekürzt µm, entspricht dem Millionstel eines Meters: 1 µm = 10-6 m = 0,000 001 m. Oder 1 µm = 10-3 mm, also ein eintausendstel Millimeter.
My bezeichnet darüber hinaus im umgangssprachlichen Gebrauch oft kleinste Längen, die gerade noch erkennbar sind, obwohl ein Mikrometer eigentlich nicht mit freiem Auge wahrgenommen werden kann.
Die Messschraube, ein Längenmessgerät, wird wegen ihrer Genauigkeit oft Mikrometerschraube oder kurz Mikrometer genannt.
Nanometer
Ein Nanometer, abgekürzt nm, entspricht dem Milliardstel eines Meters: 1 nm = 10-9 m. Oder 1 nm = 10-6 mm, also ein millionstel Millimeter.
Ein Nanometer entspricht in einen Stück Metall ungefähr einer Strecke von vier benachbarten Atomen. Die kleinsten mit einem Lichtmikroskop erkennbaren Strukturen sind etwa 500 nm groß. Zur Untersuchung von Strukturen unterhalb von 500 nm verwendet man Rasterelektronenmikroskope, Rastertunnelmikroskope oder Rasterkraftmikroskope.
siehe auch: Nanotechnologie
Pikometer
Ein Pikometer (veraltet auch Picometer), abgekürzt pm, entspricht dem Billionstel eines Meters: 1 pm = 10-12 m.
Der Pikometer ist geeignet für Messungen innerhalb der Atomhüllen. Ein Atom hat einen Durchmesser zwischen 50 und 600 pm. Der Durchmesser eines Atomkerns liegt um 0,01 pm. 100 pm = 1 Ångström.
Femtometer
Ångström
Ein Femtometer (Einheitenzeichen: fm), ist das Billiardstel eines Meter:und ein Billionstel von einen Millimeter 1 fm = 10-15 m.
Der Femtometer wurde früher in der Atom- und Kernphysik auch als Fermi bezeichnet; seine Verwendung führt zu übersichtlichen Zahlenwerten bei der Angabe von Atomkern-Durchmessern. Denn der Durchmesser eines Atomkerns beträgt etwa 10 fm. Protonen und Neutronen haben einen Durchmesser von etwa 1,6 fm . Die kleinsten Atomradien messen 51000 fm = 51 pm.
Weniger bekannte
- Ein Megameter, abgekürzt Mm, entspricht 1.000 Kilometern = 106 m.
- Ein Myriameter entspricht 10.000 m = 10 km = 104 m. Der Gebrauch der Vorsilbe myria ist jedoch seit 1960 nicht mehr zulässig.
- Ein Hektometer abgekürzt hm, entspricht 100 m = 102 m.
- Ein Dekameter abgekürzt dam, entspricht 10 m = 101 m.
- Ein Dezimeter, abgekürzt dm, entspricht dem Zehntel eines Meters: 1 dm = 10-1 m.
- Ein Attometer, abgekürzt am, entspricht dem Trillionstel eines Meters: 1 am = 10-18 m.
- Ein Zeptometer, abgekürzt zm, entspricht dem Trilliardstel eines Meters: 1 zm = 10-21 m.
- Ein Yoktometer, abgekürzt ym, entspricht dem Quadrillionstel eines Meters: 1 ym = 10-24 m.
Siehe auch
- SI-Einheiten
- -metrie
- -meter
- Metrik
- Meterstab
- Maßeinheiten
- Längenmaß
Weblinks
- [http://www.ptb.de/de/wegweiser/einheiten/_index.html Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt PTB als "Hüterin der Einheiten"]
Kategorie:SI-Einheit
ja:メートル
ko:미터
ms:Meter
simple:Metre
th:เมตร
SegelflugDer Segelflug ist das Fliegen mit motorlosen Flugzeugen und Luftsportgeräten oder das Fliegen mit abgeschalteten Motor. Segelflug ist möglich mit allen Flugzeugen, jedes Flugzeug kann ohne Motor auch im Gleitflug gesteuert werden, auch die Landung eines Spaceshuttle ist nach der allgemeinen Definition ein Segelflug. Gleitflug wird normalerweise betrieben mit Segelflugzeugen, Motorseglern, bestimmten Ultraleichtflugzeugen, Gleitschirmen oder Hängegleitern. Unter Segelflug im engeren Sinn versteht man aber nur den Flug mit Segelflugzeugen oder Motorseglern. Obwohl die physikalischen Grundlagen zum Fliegen gleich sind, verwendet man je nach Fluggerät Begriffe wie Gleiten, Gleitsegeln, Gleitsegelfliegen oder Paragleiten.
Segelflugzeug]
Das Segelflugzeug wird beim Start auf eine gewisse Ausgangshöhe gebracht, von der es ohne weiteren Antrieb im Gleitflug weiterfliegt. Dabei sinkt ein Segelflugzeug je nach Bauart und Geschwindigkeit mit 0,5 - 1 m pro Sekunde. Durch Nutzung natürlicher Energiequellen wie Thermik oder Hangwind kann das Segelflugzeug an Höhe gewinnen, was ihm ermöglicht, längere Zeit in der Luft zu bleiben und einen anderen Aufwind im Gleitflug zu erreichen. Bei entsprechender Wetterlage sind damit Flüge von mehreren Stunden Dauer und Streckenflüge über 1000 km Distanz möglich. Der längste Flug eines Segelflugzeuges wurde mit 3008 km von Klaus Ohlmann erflogen.
Start
Klaus Ohlmann in Bensheim]]
Windenstart
Beim Windenstart wird das Segelflugzeug mit Hilfe einer Seilwinde in die Luft gebracht. Die Winde mit einer Motorleistung von 200 bis 350 PS zieht das Flugzeug an einem 800 m bis 2000 m Stahl- oder Synthetikfaserseil mit leicht erhöhter Fluggeschwindigkeit auf sich zu, die erreichbare Flughöhe beträgt ein Drittel bis zur Hälfte der ursprünglichen Seillänge. Windenstarts sind besonders in der Ausbildung beliebt, da sie preisgünstig sind und eine rasche Startfolge erlauben.
Flugzeugschlepp
Beim Flugzeugschlepp wird das Segelflugzeug von einem Motorflugzeug gezogen. In der Startphase fliegt der Pilot des Segelflugzeuges dem Motorflugzeug hinterher. Dies erfordert von beiden Piloten Disziplin und Präzision. Beim Erreichen der gewünschten Schlepphöhe klinkt der Pilot des Segelflgzeuges aus. Diese Startart ist für Thermik- oder Streckenflüge ideal, weil das Segelflugzeug direkt in den Aufwind geschleppt werden kann.
Eigenstart
Das Segelflugzeug hat einen Motor und einen ausklappbaren Propeller im Rumpf (Klapptriebwerk) eingebaut. Zum Start wird der Propeller ausgefahren und der Motor gestartet. Durch den Vorschub wird das Flugzeug immer schneller, kann abheben und steigen. Wenn die gewünschte Höhe erreicht ist wird der Motor abgestellt, abgekühlt und eingefahren. Der sportliche Teil des Fluges kann beginnen.
Flugzeugschlepp
Gummiseilstart
Beim Gummiseilstart wird hangabwärts gegen den Wind gestartet. Die je ca. 25 m langen Gummiseile werden von der 4- bis 10-köpfigen Startmannschaft („Gummihunde“) mit Schwung im Laufschritt gestrafft. Kurz bevor die zunehmende Spannunung des Gummiseils die Helfer stoppt, wird das Halteseil auf Kommando des Startmeisters gekappt, und das Flugzeug setzt sich zügig in Bewegung. Nach dem Start wird das Startseil am Flugzeug ausgeklinkt. Der Gummiseilstart ist mittlerweile nicht mehr gebräuchlich, da die modernen Segelflugzeuge in Faserverbundbauweise einfach zu schwer sind und eine zu hohe Mindestgeschwindigkeit haben. Außerdem sind für einen Gummiseilstart wesentlich mehr Helfer notwendig, als etwa bei einem Windenstart oder Flugzeugschlepp.
Autoschlepp
Beim in den USA auch heute noch gebräuchlichen Autoschlepp zieht ein Auto oder LKW das Flugzeug an einem Seil entweder direkt oder über eine Umlenkrolle. Alternativ kann eine Seilrolle im Auto während des Schleppes langsam Seil abgeben, so dass das Segelflugzeug ständig höher fliegen kann.
Flug
Gleitflug
Nach dem Start beginnt der Gleitflug. Ohne Aufwind und ohne Motor verliert jedes Flugzeug stetig an Höhe. Um die erforderliche Geschwindigkeit für den Gleitflug zu halten, zeigt die Flugzeugnase stets nach unten (Sinkflug). Dieser Höhenverlust wird bei längeren Flügen durch den Aufenthalt in Aufwindgebieten ausgeglichen. Gute Gleitflugleistungen sind nötig, um von einem Aufwindschlauch zum nächsten zu gleiten und größere Strecken zurückzulegen.
Hangaufwind
Beim Fliegen im Hang-Aufwind fliegt das Segelflugzeug auf der Luv-Seite eines Berghangs in einer aufwärts gerichteten Luftströmung. Hangwind findet man immer dann, wenn die Hauptrichtung des Bergrückens quer zur Hauptwindrichtung steht (Bsp: die Bergkette steht in Nord-Süd-Richtung während die Hauptwindrichtung Ost ist). Je nach Windstärke und Hangform kann bis mehrere hundert Meter über die Hangkante gestiegen werden.
Hangaufwind war die erste Form des Aufwindes für Segelflugzeuge. Noch vor Entdeckung des Thermikfluges Mitte der zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde auf der Wasserkuppe Hangwind genutzt, um Flüge in Segelflugzeugen zeitlich über das Abgleiten der Höhendifferenz zwischen Start- und Landepunkt auszudehnen. So konnte 1922 der erste Segelflug von über einer Stunde Dauer vorgenommen werden. Am 11. Mai 1924 flog Ferdinand Schulz in seiner Eigenkonstruktion FS 3 "Besenstielkiste" mit 8 Stunden 42 Minuten in Rossitten eine Weltbestleistung im Dauerflug.
Thermischer Aufwind
Wasserkuppe, Wallis]]
In thermischen Aufwinden gewinnen Segelflugzeuge kreisend Höhe bis knapp unter die Wolkenuntergrenze, welche in Mitteleuropa in Abhängigkeit von Temperatur und Luftfeuchtigkeit bei etwa 1000 bis 3000 m über NN liegt. In den Alpen oder anderen Regionen können die Wolkenuntergrenzen bis 5000 m oder höher steigen. Thermische Aufwinde werden als "Bart" oder "Schlauch" bezeichnet. Diese Aufwindzonen entstehen vor allem an besonnten Hängen von Hügeln und Bergen, und in besonders starkem Ausmaß, wenn der Boden felsig oder dunkel ist. Über diesen geeigneten Flächen erwärmt sich die Luft und steigt wegen der Verringerung der Dichte bzw. Ausdehnung des Volumens (Gasgesetze). Segelflugzeuge können so mit etwa 2 bis 3 Meter (und mehr) pro Sekunde an Höhe gewinnen. Für den Segelflieger zeigen Quellwolken und manchmal kreisende Greifvögel Aufwindzonen an. Über Wasserflächen und Wäldern z.B. entsteht die so genannte Thermik kaum, da sie die Sonnenwärme eher aufnehmen als abstrahlen. Das Variometer zeigt das Steigen bzw. Sinken an und ist damit ein sehr wichtiges Fluginstrument im Segelflugzeug.
Fluginstrument
In Deutschland ist es im Sichtflug nicht erlaubt, bis an die Wolkenuntergrenze zu kreisen. Um gefährliche Annäherungen mit anderen Flugzeugen zu vermeiden, ist ein vertikaler Wolkenabstand von etwa 300 m einzuhalten. Diese können nämlich im selben Luftraum nach Instrumentenflugregeln fliegen und sich damit auch innerhalb von Wolken bewegen. Wolkenflug ist möglich, wenn der Pilot die entsprechende Lizenz besitzt und der Flug von der Flugsicherung genehmigt wurde. Ausgerüstet werden muss das Flugzeug hierfür neben der Blindfluginstrumentierung unter Umständen auch mit einem Transponder, um der Flugsicherung eine eindeutige Identifizierung zu ermöglichen. In der Schweiz gibt es so genannte Wolkenflugzonen, für deren Benutzung man sich per Funk anmelden muss. Der thermische Segelflug ist theoretisch bis zur Wolkenobergrenze möglich. Bei Gewitterwolken liegt sie in unseren Breitengraden bei bis zu 9000 m, in den Tropen bei bis zu 18'000 m.
Die Pioniere des Segelflugs sind wegen der starken Aufwinde von bis zu 15 m/s in Gewitterwolken eingeflogen. Dazu nutzten sie teilweise komplette Holzhauben, um sich gegen Hagel zu schützen. Die enormen Kräfte konnten im schlimmsten Fall das Flugzeug in der Wolke zerstörten. Konnte sich ein Pilot in einer solchen Situation mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug retten, drohten ihm neben Hagel und Kälte noch das Aufsteigen des Fallschirms bis in - für den Menschen - tödliche Höhen. Darum fliegt heute kaum jemand freiwillig in eine Gewitterwolke ein und selbst moderne Jets umfliegen sie, wenn das möglich ist.
Transponder]]
Wellenflug
Leewellen entstehen bei besonderen Starkwind-Wetterlagen auf der windabgewandten Seite eines Hindernisses. Segelflieger erkennen diese Wetterlagen häufig an den charakteristischen Lenticulariswolken. Sie erreichen in diesen Windsystemen Flughöhen von etwa 3000 bis 8000 m, manchmal auch mehr als 10'000 m über dem Boden. Der Weltrekord von fast 15000 Metern wurde so erreicht. Für solche Flüge benötigt man ab ca. 4000m Sauerstoff, ab ca. 7000m einen Druckanzug, sowie Kleidung, die gegen die extreme Kälte schützt. Die Null Grad Grenze liegt selbst im Hochsommer um 3000-4000m, in 10000m herrschen Temperaturen um minus 50 Grad. Druckkabinen und/oder Kabinenheizungen sind bei Segelflugzeugen aus Gewichtsgründen nicht möglich.
Dynamischer Segelflug
Der [http://www.lfm.mw.tum.de/lfm_sources/albatros.html dynamische Segelflug] wird aufgrund der hohen Belastung für die Piloten zurzeit überwiegend im Modellflug praktiziert. Modellflieger in Kalifornien erreichen damit Geschwindigkeiten von bis zu 484 km/h[http://www.geocities.com/soaringbythebay/dsoar.htm] oder in deutsch unter [http://www.dynamic-soaring.de/ www.dynamic-soaring.de].
Die Bedingungen für den dynamischen Segelflug, unterschiedlich schnelle horizontale Winde in zwei übereinanderliegenden Schichten, treten nur selten in für Segelflugzeuge nutzbaren Höhen und Größenordnungen auf. Meist sind die unterschiedlichen Windgeschwindigkeiten auf eine bodennahe Grenzschicht oder einen Leebereich hinter einem Erderhebung begrenzt. Der Trick besteht darin, dass beim Fliegen in einer schnell bewegten Luftschicht mit dem Wind kinetische Energie gewonnen wird, die beim Einfliegen in die relativ dazu unbewegte tiefere Luftmasse erhalten bleibt. Mit dieser zusätzlichen Energie kann nun wieder in die höhere Luftschicht (durch Umsetzen der kinetischen in potentielle Energie) gegen den Wind hineingeflogen werden, worauf nach einer weiteren Wende erneut kinetische Energie gewonnen werden kann. Einige Vogelarten, wie zum Beispiel die Albatrosse, beherrschen diese Methode und können so ohne eigenen Energieaufwand schnell große Strecken zurückzulegen.
Landung
Ein Segelflugzeug setzt mit erheblichem Energieüberschuss (Höhenreserve) zur Landung an - der Pilot tastet sich sozusagen "von oben" an die Landung heran. Die überschüssige Energie wird dann mit Hilfe der Störklappen (auch: Bremsklappen) und eventuell noch durch einen kontrollierten Seitengleitflug vernichtet. Deshalb ist es möglich, dass Segelflugzeuge sehr präzise am gewünschten Landepunkt aufsetzen. Der Pilot kann zwar nicht durchstarten, hat aber genügend Reserve, um auch einem kurzfristig auftauchenden Hindernis ausweichen zu können. In der Ausbildung ist die Landung der schwierigste Teil, bei dem höchste Konzentration vom Flugschüler gefordert wird.
Wenn der Pilot sich auf einem Streckenflug befindet und keine Höhenreserven mehr hat (etwa weil die Thermik gegen Abend nachgelassen hat), sucht er sich ein geeignetes Landefeld. Meist wählt er dazu eines der zahlreichen Segelfluggelände aus, von dem er bequem nach Hause fliegen (Flugzeugschlepp) oder fahren (Flugzeug im Anhänger) kann. Ist kein Flugplatz mehr erreichbar, so muss er das Segelflugzeug auf einem Acker oder einer Wiese landen (Außenlandung). Dies ist ein bereits in der Ausbildung gelernter Vorgang, der einen geübten Piloten nicht weiter nervös machen sollte. Besonders beliebt sind die Geschichten von den Erlebnissen nach der Außenlandung. Da wurden lebenslange Freundschaften geschlossen, heftige Streits ausgetragen und manch ein Segelflieger soll gar im Gefängnis gelandet sein. Der Zuhörer sollte allerdings darauf achten, dass er die Fliegersprache richtig interpretiert.
Ausbildung
Fliegersprache
Die Flugausbildung zum Segelflugpiloten erfolgt zum großen Teil in Segelflugvereinen und auch in kommerziellen Flugschulen. Die Ausbildung gliedert sich in drei Teile: Der erste Abschnitt beinhaltet das Erlernen der Grundtechniken des Segelfliegens, wie Kurvenflüge, Starten und Landen. Dieser Ausbildungsabschnitt erfolgt in einem doppelsitzigen Segelflugzeug. Er endet mit der sogenannten A-Prüfung, dem ersten Alleinflug. Hierbei wird zum erstenmal das Flugzeug ohne Fluglehrer geflogen. Im zweiten Abschnitt werden die Grundtechniken im Alleinflug geübt und es wird auf Einsitzer umgeschult. Dieser Abschnitt endet mit der B-Prüfung, bei der der Flugschüler zeigen muss, dass er auch ohne Fluglehrer mit einem Einsitzer bestimmte Aufgaben im Flug erledigen kann. Der dritte und letzte Abschnitt der Ausbildung befasst sich mit der Vorbereitung des thermischen Segelfliegens. Es werden Thermikflüge mit und ohne Fluglehrer durchgeführt. Er endet mit der C-Prüfung. Nach der theoretischen Prüfung und einem Streckenflug über 50 km oder alternativ einem Streckenflug über 100 km mit Fluglehrer kann die praktische Prüfung abgelegt werden.
Die Ausbildung kann mit 14 Jahren begonnen werden und dauert einige Monate bis maximal 3 Jahre. Die Lizenz kann, in Deutschland, mit 16 Jahren, durch eine theoretische und praktische Prüfung erworben werden. Da die Ausbildung in den Vereinen ehrenamtlich erfolgt, sind die Kosten durch Beitragsgebühren für den jeweiligen Verein gedeckt. Diese betragen je nach Verein 20 bis 50 Euro pro Monat. Zusätzliche Kosten für den Lizenzerhalt stellen die medizinischen Tauglichkeitsuntersuchungen, der Erwerb eines Sprechfunkzeugnisses, sowie die Prüfungsgebühren dar.
Segelfliegen ist wegen der Kombination aus sehr hohem Erlebniswert, der Herausforderung an die geistige Leistungsfähigkeit und der niedrigen Kosten gerade für Jugendliche sehr attraktiv. In unserer Gesellschaft wird dieser Altersgruppe überwiegend wenig zugetraut. Ein jugendlicher Segelflieger spürt das Vertrauen des Fluglehrers in ihn, baut erhebliches Wissen auf und lernt Verantwortung - es geht ja immerhin um Leben und Tod - zu übernehmen. Ein Jugendlicher, der ein Segelflugzeug durch Wind und Wetter sicher zum Boden zurück steuert, findet wahrscheinlich auch im Leben den richtigen Weg.
Die theoretischen und praktischen Anforderungen für ein Bestehen der Segelflug-Prüfungen in der Schweiz sind [http://www.aviation.admin.ch/themen/ebene4/00316/index.html?lang=de hier] nachzulesen. Der Vertrauensarzt des Bundesamtes für Zivilluftfahrt BAZL kann Brillen oder Kontaktlinsen vorschreiben und eine allgemein gesunde geistige und körperliche Verfassung ist nötig. Hörbehinderte müssen in der Lage sein, ohne Lippenablesen einer Person einwandfrei zu folgen. Für den Instrumentenflug sind die Bedingungen in der Schweiz strenger. International sind die Regeln für den Erwerb der Segelfluglizenz sehr unterschiedlich. In einigen Ländern, wie zum Beispiel Großbritannien oder Australien, werden Leistungsabzeichen als Lizenz anerkannt.
Streckensegelflug
Der Streckensegelflug ist die hohe Kunst des Segelfliegens. Voraussetzung ist, dass der Pilot sein Flugzeug bestens beherrscht. Neben Start, Höhengewinn und Landung muss er navigieren und das Wetter richtig einschätzen können. Beim Streckensegelflug geht es entweder darum, eine möglichst große Strecke zurück zu legen oder eine gegebene Strecke in möglichst kurzer Zeit zu absolvieren - nur unter Ausnutzung der Energie, welche die Natur durch Aufwinde zur Verfügung stellt. Die möglichen Streckenlängen betragen dabei einige hundert bis zu 3000 Kilometern.
Der Streckensegelflug ist eine Herausforderung für Körper und Geist. Der Pilot muss körperlich fit sein, um stundenlang mit äußerster Konzentration fliegen zu können. Die mentale Belastung ist außerordentlich, denn weder Euphorie beim Hochpunkt noch Frust beim Tiefpunkt eines Fluges sind hilfreich zur Erreichung des Ziels. Der Streckensegelflieger hat während eines Fluges sehr viele Entscheidungen zu treffen, zu denen er nur vage Informationen verfügbar hat: Welchen Aufwind fliegt er an? Welche Wolke sucht er sich aus? Welcher Flugweg ist für ihn der Beste? Am Ende des Tages zeigt sich, wie gut er alle Anforderungen zusammen führen konnte und - nicht zuletzt - wie viel Glück er hatte.
Mit einem Segelflugzeug Strecke zu fliegen ist ein außerordentliches Abenteuer. Fremde Landschaften ziehen vorbei und Wetterveränderungen sind zu bewältigen. Die optischen Eindrücke beispielsweise bei einem Streckensegelflug über den Alpen sind unvergleichbar.
Kunstflug
Manche Segelflieger lassen sich im Kunstflug ausbilden. Dabei kommt es im Wettbewerb nicht darauf an, so schnell wie möglich eine möglichst lange Strecke zu fliegen, sondern gewisse Figuren in einem Würfel von 1000 m Kantenlänge, so präzise und energiesparend wie irgendmöglich zu fliegen. Dieser Würfel, die sogenannte Box, ist aus Sicherheitsgründen um 450m, bei bestimmten Wettbewerben um 200m gegenüber Grund nach oben verschoben, so dass der Segelflieger sein Programm dort beenden muss.
Weiterhin gibt es in diesen Wettbewerben drei Arten von Programmen, in denen die Kombinationen aus Loopings, Rollen und Turns, geflogen werden. Dies sind: Bekannte und Unbekannte Pflicht, die vom Veranstalter vorgegeben werden und die individuelle Kür, die jeder Pilot eigens mit Hilfe eines Figurenkatalogs, kreiert hat.
Gewertet werden die Flüge ähnlich wie beim Eiskunstlauf, durch eine buntgemischte Gruppe von Schiedsrichtern, die die Ausführung der einzelnen Figuren mit Punkten bewerten.
Ansonsten ist noch zu sagen, dass der Kunstflug eine sinnvolle Ergänzung zum Streckenflug darstellt. Man lernt sein Fluggerät in absolut jeder Fluglage zu beherrschen und kann auch an thermiklosen Tagen etwas fliegerisch sinnvolles tun, das obendrein auch eine Menge Spaß macht.
Weltrekorde
- Höhenweltrekord: 14.938 m, aufgestellt von Robert R. Harris (USA) in einem G-102 (Einsitzer) am 17. Februar 1986
- Streckenweltrekord: 3.008 km, aufgestellt von Klaus Ohlmann (GER) und Karl Rabeder (AUT) in Argentinien in einem Nimbus 4DM (Doppelsitzer) am 21. Januar 2003
- Geschwindigkeit über ein 1000 km Dreieck: 169.72 km/h, Helmut H. Fischer (GER) in Südafrika in einem Ventus am 5. Januar 1995
Weitere Weltrekorde sind [http://records.fai.org/gliding/ hier] abrufbar.
Geschichte
Schon Otto Lilienthal gelangen mit seinen Gleitfluggeräten Segelflüge, also Flüge, bei denen er einen Höhengewinn erzielen konnte. Mit der rasanten Entwicklung von Ottomotoren mit hoher Leistung und geringem Gewicht gelang der motorisierte Flug und der Segelflug geriet zunächst in Vergessenheit, bis der Versailler Vertrag in Deutschland den Motorflug verbot. Zahlreiche flugbegeisterte, zum Teil die Piloten des ersten Weltkriegs, aber auch einfach nur fluginteressierte, vom Jugendlichen bis zum reichen Erben, versammelten sich seit 1919 auf der Wasserkuppe in der Rhön um hier den motorlosen Flug zu untersuchen und in der Praxis auszuprobieren. Hier erprobten sie völlig unterschiedliche Konzepte von Segelflugapparaten, Starttechniken und Auftriebsnutzungen. Besonders ein Entwickler und Pilot der ersten Stunde, Alexander Lippisch gelangte durch seine Nurflügelkonstruktionen später zu Weltruhm.
Dabei gab es auf der Wasserkuppe zunächst gar nichts. Lippisch und Espe, die ersten sogenannte "Rhönindianer", die das ganze Jahr auf dem Berg wohnten, hausten zunächst in einem Kleiderschrank, der in einem Zelt stand, in dem sie Flugapparate bastelten. Für ausgewogene Ernährung, Hygiene und Körperpflege war keine Zeit und kein Bedarf, die Vorteile der zivilistorischen Entwicklung wurden nicht genutzt. Sie ernährten sich nur von Erbswurst und tranken Quellwasser. Im Winter lag meterhoch Schnee, der periodisch auftretende starke Nebel behinderte die Erprobung der Flugapparate, ebenso wie die ständig auftretende Mäuseplage. Nach dem Bau einer Baracke verbesserte sich die Wohnsituation, im Winter 1920 blieben schon 5 Leute auch über den Winter auf der Wasserkuppe und die "Luftpolizei" gründete eine Außenstation mit 2 Polizisten und einem Koch, die jedoch von den "Rhönindianern", die keine Zeit mit dem lernen von Namen verschwenden wollten, nur mit "1", "2" und "3" angeredet wurden; einer dieser Luftpolizisten, Max Kegel wurde selber Segelflieger und wurde, da er unfreiwillig ein Gewitter zum Höhengewinn nutzte, unter dem Namen 'Gewittermaxe' berühmt.
Auch mit neuen Materialien wurde experimentiert. Die Zelle der "FS-3" war zum Beispiel nur aus "Tannenbäumen" und Türscharnieren gefertigt, die Bespannung bestand aus alten Armee-Bettbezügen und die Steuerung erfolgte nur über zwei Tischtennisschlägern ähnlichen Ruderklappen an den Tragflächenenden - obwohl mit diesem Fluggerät zahlreiche Rekorde erflogen werden konnten, behielt es seinen Spitznamen "Besenstiel".
Erst durch die Entwicklung der "Vampyr" zeigte sich, in welche Richtung sich der Segelflugzeugbau entwickeln mußte. Es war der erste nicht verstrebte Eindecker - diese Bauweise wurde damals "Junkers-Bauweise" genannt - der durch den verminderten Luftwiderstand neue Möglichkeiten im Segelflugzeugbau eröffnete. Auch wurde von sehr großen Spannweiten abgesehen, die damals eine Verspannung benötigten und die Wendigkeit reduzierten, ebenso von verstrebten Doppeldecker-Gleitern, die zwar wendiger waren, dies aber durch eine Verdoppelung des induzierten Widerstands durch die zwei Tragflächen erkauften.
Ein weiteres Problem war, daß die wenigsten in der Lage waren, diese komplexen, zumeist auch aerodynamisch instabilen Fluggeräte auch zu steuern, da die Flugzeiten von wenigen Sekunden mit dem eigenen Gerät dazu kaum ausreichten. Erst Fritz Stamer entwickelte die bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts verwendete Segelflugschulung auf Einsitzern, die eine einigermaßen sichere Flugausbildung auf den damaligen einsitzigen Gleitflugzeugen ermöglichte.
Literatur
- Jochen von Kalckreuth: Das stille Abenteuer. Motorbuch Verlag, 2002, ISBN 3-613-02206-0
- Helmut Reichmann: Streckensegelflug. Motorbuch Verlag, 2005, ISBN 3-613-02479-9
- Helmut Reichmann: Segelfliegen. Motorbuch, Stuttgart 1998, ISBN 3-879-43660-6
- Dietmar Geistmann: Die Entwicklung der Kunststoff-Segelflugzeuge. ISBN 3-879-43483-2
- Winfried Kassera: Flug ohne Motor. Motorbuch Verlag, 2005, ISBN 3-613-02335-0
- Gerhard Wissmann: Abenteuer in Wind und Wolken - Die Geschichte des Segelfluges. Transpress Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-344-00275-9
Weblinks
Große Server der Länder
- http://www.segelflug.de/ – Der deutsche Segelflug-Server
- http://www.segelfliegen.ch/ – Der Server des Segelflugverbandes der Schweiz
- http://www.streckenflug.at – Der österreichische Segelflug-Server
Segelfliegen lernen
- http://www.segelflug.de/segelflug_de.html – Vereine
- http://www.segelflug.de/schulen.html – Flugschulen
Videoclips
- http://www.camworks.de/ueber-den-wolken.html – Video über Segelflug
- http://www.aeroclub-muenchen.de/flugberichte/videos/aecm.wmv – Werbevideo Aeroclub München
Sonstige Links
- http://www.kunstflieger.de/ – Infos zum Segelkunstflug
- http://www2.onlinecontest.org/ – Startseite des OLC (Online Contest)
- http://www.fai.org/gliding/ – International Gliding Commission (englisch)
Kategorie:Segelflug
Kategorie:Luftsport
ThermikThermik ist eine Form von Aufwind, die dadurch entsteht, dass Luft am Boden durch Sonnenschein erwärmt wird und daraufhin aufsteigt.
Entstehung
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Da die Luft vor allem in einer labil geschichteten Atmosphäre leicht aufsteigt und sich dabei zunächst über den trockenadiabatischen Temperaturgradienten abkühlt, erreicht sie irgendwann das Kondensationsniveau und es kommt zur Entstehung von Wolkeen. Deshalb sind die hierfür typischen Cumuluswolken ein deutliches Anzeichen für Thermik. Ist die Luft so trocken, dass keine Wolkenbildung eintritt, so spricht man von Blauthermik, da der Himmel wolkenlos und blau bleibt. Die Blauthermik kann aber durch kreisende Vögel oder Segelflugzeuge erkannt werden.
Die Intensität der Thermik hängt von der Sonneneinstrahlung, der Beschaffenheit der Erdoberfläche, der Luftfeuchtigkeit und dem Einstrahlungswinkel ab. Ein trockenes Getreidefeld kann mehr Wärme abgeben als eine feuchte Wiese, eine zur Sonne geneigte Gebirgsflanke wird mehr erwärmt als das Flachland.
Die entstandene Thermik fliesst dem Hang entlang engegengesetzt zur Falllinie nach oben bis zu einer Abrisskante. Dies kann ein Knick im Gelände sein; aber auch eine Änderung der Bodenbeschaffenheit genügt, dass sich die Thermik ablöst.
Bei Kaltluftadvektion kann sich die Thermik wesentlich verstärken. Sie tritt ein, wenn kühlere Luftmassen in höheren Luftschichten von einer anderen Stelle herbeigeführt werden wie z.B. nach dem Durchgang eine Kaltfront (sog. Rückseitenwetter). Dadurch reicht bereits geringe Erwärmung des Bodens aus, um der erwärmten Luft einen Temperaturvorsprung gegenüber der Umgebungsluft zu geben und somit eine Ablösung auszulösen. Solche Wetterlagen werden von Segelfliegern, Hängegleiter und Gleitschirmfliegern zu ausgedehnten Streckenflügen bevorzugt.
Messung
In der Aviatik wird die Stärke der Thermik als Geschwindigkeit der aufsteigenden Luft gemessen. Diese beträgt zwischen 0,5 bis zu 10 Meter/Sekunde, im Durchschnitt 1 bis 5 Meter/Sekunde. Als Messinstrument dient das Variometer.
Die räumliche Verteilung der Thermik in der Atmosphäre kann auch folgendermaßen gemessen werden:
- Messung des Windfeldes (durch Dopplerverschiebung) mittels verschiedener Radartechniken, RADAR, LIDAR, SODAR
- Indirekte Messung der Temperaturverteilung eines Luftvolumens durch Messung der Temperaturstrahlung (Infrarot). Aus der Temperaturverteilung kann auf die Thermik geschlossen werden
Durch thermische Aufwinde werden u.U. Ionen bewegt, wodurch das elektrische Feld der Atmosphäre verändert wird. Die Messung des elektrischen Feldes resp. dessen Gradient innerhalb des Luftvolumens (aus einem Flugzeug heraus) sind möglicherweise indikativ für das Vorhandensein von Thermik.
Nutzung
In der motorlosen Fliegerei, beispielsweise beim Segelflug, Hängegleiten und Gleitschirmfliegen, kann man die Thermik ausnutzen, um Höhe zu gewinnen (1'000 bis 2'000 Meter im Flachland, im Gebirge noch höher). Die obere Grenze für die Ausnutzung der Thermik ist die Wolkenbasis.
Für die Motorfliegerei hingegen ist die Thermik eher störend, da sie unangenehme Turbulenzen verursachen kann.
Thermikkraftwerke versuchen die in der Thermik enthaltene Energie in elektrische Energie umzuwandeln.
Verwandte Themen
- Winde und Windsysteme
- Leewellen können Aufwinde an den windabgewandten Hängen eines Gebirges erzeugen.
Kategorie:Meteorologie
Kategorie:Wind
Kategorie:Segelflug
Kategorie:Freies Fliegen
Wolke
Eine Wolke ist meist eine Ansammlung von Wassertröpfchen, die in einigem Abstand zur Erdoberfläche in der Atmosphäre schweben. Wie bei bodennahem Nebel oder Dunst handelt es sich um die sichtbaren Kondensationsprodukte des Wasserdampfs. Bei höheren Wolken bzw. bei niedrigen Temperaturen können Wolken teilweise oder vollständig aus Eiskristallen bestehen, wobei sie dann in der Regel Resublimationsprodukte darstellen. In der meteorologischen Systematik werden sie den Hydrometeoren zugerechntet. In geringerem Umfang sind in ihnen aber auch solche Teilchen enthalten, die in Abgasen, Rauch oder Staub vorkommen.
Anzutreffen sind Wolken hauptsächlich in der Troposphäre, aber zum Teil auch in der Stratosphäre. Da sie in ihrer Entstehung und somit auch ihren Eigenschaften oft sehr unterschiedlich sind, stellen sie leicht beobachtbare Merkmale der Wetterlage dar. Durch die richtige Deutung von Form, Aussehen und Höhe sowie der zeitlichen Veränderung dieser Merkmale, können Aussagen zur lokalen Wetterentwicklung getroffen werden. Hierfür ist es notwendig, die Wolken zu klassifizieren, denn nur dadurch sind Beobachtungen übertragbar. In der Praxis besitzt vor allem die Einteilung in Wolkengattungen und Wolkenarten eine hohe Bedeutung. In den meisten Gebieten treten bestimmte Wolkenarten gehäuft auf, was besonders bei gleichartigen Wetterlagen der Fall ist. Dennoch können nahezu an allen Stellen der Erde sämtliche Wolkenformen vorkommen. Die Klassifikation der Wolken ist deshalb international einheitlich durch die World Meteorological Organization geregelt.
Neben ihren optischen Eigenschaften und der ihnen innenwohnenden Schönheit, die schon immer die Phantasie der Menschen angeregt hat, kommt den Wolken auch bei zahlreichen wissenschaftlichen Fragestellungen eine hohe Bedeutung zu. Dies gilt insbesondere für den Strahlungshaushalt der Erde, die Niederschlagsverteilung und die Atmosphärenchemie.
Der Teilbereich der Meteorologie, der das Studium der Wolken zum Inhalt hat, ist die Nephologie (Wolkenkunde). Dieser Begriff wird jedoch höchst selten als eigenständige Fachrichtung genutzt. Als ihr Begründer gilt Luke Howard.
Physik und Chemie der Wolken
Bestandteile
Eine Wolke besteht nicht aus Wasserdampf, welches ein Gas und daher genauso unsichtbar wie die restliche Luft ist. Es handelt sich vielmehr um ein Aerosol, also eine Ansammlung fein disperser Teilchen im Gasgemisch der Luft. Erst nach dem Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur - den Taupunkt - bilden sich aus dem Wasserdampf winzige Wassertröpfchen, in großer Höhe auch winzige, schwebende Eiskristalle.
Der Durchmesser der flüssigen Tröpfchen bewegt sich typischerweise im Bereich von zwei bis zehn Mikrometern, kann jedoch gerade bei Regenwolken mit bis zu zwei Millimetern auch sehr viel größer sein. Sehr große Tropfen und auch die noch wesentlich größeren Hagelkörner sind dabei auf starke Aufwinde angewiesen, um der Gravitation entgegen zu wirken.
Bildung, Entwicklung und Auflösung
Wolkenbildung bezeichnet den Prozess der Entstehung von Wolken durch Kondensation bzw. auch Resublimation von Wasserdampf an Kondensationskernen in der Troposphäre und teilweise auch Stratosphäre. Verursacht werden Entstehung und Auflösung von Wolken durch Veränderung der Parameter Temperatur (Dichte) und Luftfeuchtigkeit einer Luftmasse. Dies kann beispielsweise geschehen durch
- Hebungsprozesse in der Atmosphäre bei Durchzug von Kalt- und Warmfronten, die Luftmassen in höhere Schichten transportiert und dort abkühlen lässt,
- Thermische Aufwinde oder Hangaufwinde,
- Zufuhr von kälteren Luftmassen,
- Zufuhr von feuchteren Luftmassen.
Eine sichtbare Wolke entsteht, wenn die Bedingungen für die Bildung stabiler Wassertröpfchen oder –kristalle erfüllt sind. Diese Bedingungen haben weniger mit einer Wasseraufnahmefähigkeit der Luft als mit dem Verhältnis von Kondensation und Verdunstung zu tun. An der Oberfläche des Wassertröpfchens innerhalb einer Wolken findet ein steter Austausch von Wassermolekülen zwischen der Umgebungsluft und dem Tropfens statt: Nur wenn sich an den Tropfen mehr Wassermoleküle anlagern als diesen gleichzeitig verlassen, nur wenn also die Kondensationsrate höher als die Verdunstungsrate ist, kann ein Tropfen wachsen und somit zu einer Wolkenbildung führen. Ob es dazu kommen kann hängt im Wesentlichen von zwei Größen ab:
#von der Anzahl der Wassermoleküle in der Umgebung des Tropfens: Je mehr Wasserdampfmoleküle das Tröpfchen umgeben, umso wahrscheinlicher ist es, das eines am Tröpfchen haften bleibt. Die Anzahl der Wasserdampfmoleküle kann auch durch den sogenannten Wasserdampfdruck ausgedrückt werden, das ist der Anteil des Gesamtluftdrucks, der durch den Wasserdampf entsteht.
#von der Temperatur des Wassertropfens: Je wärmer das Tröpfchen ist, umso leichter lösen sich Wassermoleküle vom Tropfen.
Die Bildung einer Wolke wird also begünstigt durch niedrige Temperaturen und durch eine große Anzahl Wassermoleküle bzw. durch einen hohen Wasserdampfdruck, was gleichbedeutend mit einer hohen Luftfeuchtigkeit ist.
Luftfeuchtigkeit
Die Temperatur, bei der sich Kondensation und Verdunstung ausgleichen, heißt Taupunkttemperatur. Wird diese unterschritten, entstehen und wachsen unter betimmten Bedingungen stabile Tröpfchen. Diese Temperatur hängt vom jeweiligen Wasserdampfdruck ab.
Der Wasserdampfdruck, bei der Kondensation und Verdunstung im Gleichgewicht sind, heißt Sättigungsdampfdruck. Dieser ist von der Temperatur abhängig und wird außerdem durch Krümmungs- und Lösungseffekte bestimmt.
Die Tropfenbildung in der Erdatmosphäre wird überhaupt erst ermöglicht durch das Vorhandensein einer ausreichenden Anzahl von Kondensationskeimen. Solche Keime können zum Beispiel Staubkörnchen sein, aber auch größere Moleküle, Pollen oder – am Meer – Salzkristalle (siehe Aerosol).
Auch bei Temperaturen unter 0 °C kann sich noch ein Großteil der Wolkentröpfchen im flüssigen Zustand befinden. Beim Absinken der Temperatur bis etwa -12 °C bilden sich meist noch keine Eiskristalle heraus, so dass die Wolke aus so genannten unterkühlten Wassertropfen besteht. Ebenso können gelöste Stoffe innerhalb des Tropfens bedingt durch die Gefrierpunktserniedrigung eine Senkung der Kondensationstemperatur bewirken. Bei einem weiteren Absinken der Temperatur nimmt der Eisanteil immer weiter zu, bis bei etwa -40 °C nur noch Eiskristalle vorliegen. In größeren Höhen ist die Wolkenbildung daher durch Kristallisationsprozesse gekennzeichnet.
Wegen der sehr geringen Größe der Tröpfchen – ungefähr 1 bis 15 μm oder 0,001 bis 0,015 mm – haben sie auch relativ geringe Fallgeschwindigkeiten, welche sich meist im Bereich von 1 bis 15 cm/s bewegen. Da Wolken häufig durch konvektive Aufwinde entstehen, sinken diese nicht etwa ab, sondern bleiben auf gleicher Höhe bzw. quellen auf (zum Beispiel der Kumulus). In Regenwolken sind die Tropfen größer (bis 3 mm) und somit auch die Fallgeschwindigkeit höher. Ist ein Schwellenwert überschritten, so dass der Aufwind das gravitative Absinken nicht mehr ausgleichen kann, beginnt es zu regnen. Im Falle des Hagels treten sehr starke Aufwinde auf, welche die Hagelkörner mehrmals aufsteigen und wieder absinken lassen, wobei diese Schicht für Schicht wachsen.
In der Meteorologie werden Wolken nach Form und Höhe über dem Boden unterschieden. Eine Wolke in Bodennähe wird als Nebel bezeichnet, doch auch wenn sie sich nur durch ihre Position unterscheiden, wird der Nebel nicht als Wolkentyp betrachtet. Im weiteren Sinne wird unter Wolkenbildung jedoch auch die Entstehung anderer Wolkentypen verstanden, wie beispielsweise Staubwolken oder Methan-Wolken, wobei man sich hierbei nicht auf die Erde begrenzt und auch die Wolkenbildung auf anderen Himmelskörpern mit einschließt.
Bedeutung für den Strahlungshaushalt
Wolken haben einen großen Einfluss auf den Strahlungshaushalt der Erde und somit auch die Lufttemperatur, vor allem über den Tagesverlauf, aber auch auf langfristige klimatische Mittelwerte. Dies macht sich vor allem im Sommer bemerkbar. Sobald sich tagsüber eine Wolkendecke bildet und die Sonnenstrahlung abschirmt, die Globalstrahlung also sinkt, nimmt auch die zur Erwärmung der Luft benötigte Sonnenenergie ab und es wird recht schnell spürbar kälter. Diese Wolkendecke reflektiert aber auch die terrestrische Ausstrahlung zu einem bestimmten Anteil zurück auf den Erdboden. In einer klaren Nacht wird es folglich wesentlich kälter als in einer bedeckten Nacht, da die terrestrische Wärmestrahlung einfach ins Weltall entweicht und kaum durch die Atmosphärengase – vor allem durch den darin enthaltenen Wasserdampf – zurückgehalten werden kann.
Diese Auswirkungen können besonders in Wüsten beobachtet werden, wo Wolken im Regelfall recht selten sind: Es wird in der Nacht viel mehr Wärme abgestrahlt beziehungsweise weniger Wärme zurückgehalten als in feuchteren Zonen. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag zu Nacht sind daher auch viel höher.
Ausstrahlung
Eine wichtige Eigenschaft von Wolken ist deren optische Dicke. Sie bestimmt wie viel der Sonnenstrahlung durch eine Wolkendecke hindurchdringen kann und wie viel sie andererseits absorbiert bzw. reflektiert. Bestimmende Einflussgrößen sind dabei die vertikale Ausdehnung der Wolke, die Verteilung der Tröpfchen- oder Eiskristallgrößen und schließlich die Menge und Verteilung der Wolken selbst. Dabei sind Wolken gegenüber der kurzwelligen UV-Strahlung etwas durchlässiger als gegenüber den Wellenlängen des sichtbaren Lichts. Die Streuung der direkten Sonneneinstrahlung durch die Luftteilchen bedingt deren geringer werdenden Anteil mit abnehmender Höhe und begünstigt damit diesen Effekt. Durch die zusätzliche Streuung an den Wolkentröpfchen nehmen auch die Photonenwege zu, was die Absorption durch Ozon begünstigt und somit die Transmission des Lichts verringert. In Bezug auf die UV-Strahlung ist eine Absorption an den Wassertropfen selbst vernachlässigbar, solange diese nicht allzu stark verunreinigt sind (etwa durch einen Vulkanausbruch). Auf globaler Ebene hat dies im langjährigen Mittel die Folge, dass Wolken 20 % der kurzwelligen Sonneneinstrahlung direkt zurückstrahlen und gleichzeitig 3 % absorbieren.
Die Wirkung der Wolken im Strahlungshaushalt ist jedoch, wie im ersten Absatz gezeigt, nicht allein an deren Eigenschaften geknüpft, sondern beruht auf dem Zusammenspiel vielerlei Faktoren. Besonders wichtig ist der Effekt der atmosphärischen Gegenstrahlung in Verbindung mit der Albedo der Erdoberfläche. Dieser Effekt ist die eigentliche Ursache des atmosphärischen Treibhauseffektes und spielt damit eine wichtige Rolle in Bezug auf die Globale Erwärmung. Die Albedo der Bodenoberfläche bestimmt dabei, wie viel aus der Summe von direkter und diffuser Sonneneinstrahlung vom Erdboden aus in Richtung der Wolken als langwellige terrestrische Strahlung ausgesandt wird. Deren optische Dicke, die ihrerseits die Globalstrahlung bestimmt hat, ist nun maßgeblich dafür verantwortlich, wie viel dieser terrestrischen Strahlung auf die Erdoberfläche zurückreflektiert wird, wobei es beliebig oft zu Mehrfachreflektionen zwischen Wolkenunterseite und Erdboden kommen kann. Durch diese atmosphärische Gegenstrahlung wird die Globalstrahlung jedoch erhöht und gleicht damit die abschirmende Wirkung der Wolken teilweise aus.
Wie groß dieser Ausgleich in Bezug auf große Gebiete und lange Zeiträume ist lässt sich nur schwer feststellen, weshalb es sich auch um eine zentrale Fragestellung der Klimamodellierung handelt.
Rolle im Wasserkreislauf
Wolken üben im Wasserkreislauf die Funktion eines Mittlers zwischen Verdunstung und Niederschlag aus. Zwar ist das in ihnen enthaltene Wasser in Bezug auf die Wasservorkommen der Erde mengenmäßig recht unbedeutend, doch setzen sie dies auch recht schnell um.
Aussehen
Das Aussehen einer Wolke wird in erster Linie durch die Art, Größe, Anzahl und räumliche Verteilung ihrer Bestandteile bestimmt. Es hängt ferner von der Intensität und Farbe des auf die Wolke auftreffenden Lichtes ab, sowie von der jeweiligen Stellung von Beobachter und Lichtquelle zur Wolke. Das Aussehen einer Wolke lässt sich am besten durch Angaben zur Größe, Gestalt, Grob- und Feinstruktur, Helligkeit und Farbe beschreiben.
Mächtigkeit und horizontale Erstreckung
Gestalt und Struktur
Helligkeit
Licht]
Die Helligkeit einer Wolke wird durch das von ihren Teilchen reflektierte, gestreute und durchgelassene Licht bestimmt. Dieses Licht stellt meist direkte oder diffuse Sonnenstrahlung dar, es kann jedoch auch von Mond oder Erdoberfläche herrühren. Besonders durch das große Albedo von Eis- und Schneeflächen kann sich die wahrgenommene Helligkeit der Wolken, aufgrund des rückgestrahlten Lichts, erhöhen.
Auch die Einwirkung von Dunst oder besonderer Lichterscheinungen der atmosphärischen Optik, wie unter anderem Halos, Regenbogen, Koronen und Glorien, verändert die Wolkenhelligkeit. Befindet sich Dunst zwischen Beobachter und Wolke, so kann je nach Wolkendichte und Richtung des einfallenden Lichtes die Helligkeit der Wolke verstärkt oder vermindert werden. Dunst schwächt außerdem die Kontraste ab, durch die Gestalt sowie Grob- und Feinstruktur der Wolke erst erkennbar werden.
Tagsüber ist die Helligkeit der Wolken so stark, dass sie ohne Schwierigkeit beobachtet werden können. In Nächten mit Mondschein sind die Wolken dann zu sehen, wenn die Mondphase mehr als ein Viertel beträgt. Während der dunkleren Phasen ist das Mondlicht nicht hell genug, um entfernte Wolken erkennen zu lassen. Das gilt insbesondere dann, wenn die Wolken dünn sind. In mondlosen Nächten sind die Wolken im Allgemeinen nicht erkennbar, man kann jedoch manchmal, auf Grund der Verdeckung der Sterne, des Polarlichtes, des Zodiakallichtes oder anderer Effekte, auf das Vorhandensein von Wolken schließen.
In Gebieten mit genügend starker künstlicher Beleuchtung sind Wolken auch nachts sichtbar. Daher sind über Großstädten Wolken infolge der von unten kommenden direkten Beleuchtung erkennbar. Eine derartig angeleuchtete Wolkenschicht kann dann einen hellen Hintergrund bilden, gegen den sich tiefer gelegene Wolkenteile plastisch und dunkel abheben.
Farbe
Großstädten]
Die Farbe einer Wolke hängt in erster Linie von der Wellenlänge des einfallenden Lichtes ab und ist damit eng an die Rayleigh-Streuung geknüpft. Befindet sich Dunst zwischen Beobachter und Wolke, so kann dadurch die Färbung der Wolke verändert werden. Daher können zum Beispiel weiter entfernt liegende Wolken gelb, orange oder rot erscheinen. Die Farbwirkung der Wolken wird außerdem – wie auch die Wolkenhelligkeit – durch besondere Lichterscheinungen der atmosphärischen Optik beeinflusst.
Bei genügend hohem Sonnenstand erscheinen die Wolken oder Teile davon in direktem Sonnenlicht weiß oder grau. Diejenigen Teile, die das Licht in der Hauptsache vom blauen Himmel erhalten, haben ein blaugraues Erscheinungsbild.
Bei Annäherung der Sonne an den Horizont, also bei Dämmerung, Sonnenauf- und Sonnenuntergang, kann sich ihre Farbe von gelb über orange zu rot verändern. Der Himmel in der Umgebung der Sonne sowie die Wolken nehmen dabei eine entsprechende Färbung an. Jedoch kann dies immer noch durch das Blau des Himmels beeinflusst werden.
Die Wolkenfarben sind auch von der Höhe der Wolken sowie deren jeweiliger Stellung zum Beobachter und zur Sonne abhängig. Wenn die Sonne sich dicht ober- oder unterhalb des Horizonts befindet, so können die hohen Wolken durchaus noch fast weiß aussehen, während die mittelhohen Wolken eine kräftige Orange- bzw. Rotfärbung zeigen. Sehr niedrige, im Erdschatten liegende Wolken, sehen grau aus. Diese Farbunterschiede ermöglichen eine Vorstellung von der jeweiligen Wolkenhöhe. Man sollte sich jedoch stets vergegenwärtigen, dass Wolken im gleichen Höhenniveau bei Blickrichtung gegen die Sonne weniger rot gefärbt erscheinen als in der entgegengesetzten Richtung.
Nachts ist die Helligkeit der Wolken gewöhnlich zu gering, um Farben unterscheiden zu können und alle wahrnehmbaren Wolken erscheinen dann schwarz bis grau, mit Ausnahme derjenigen, die vom Mond beleuchtet werden und ein weißliches Aussehen haben. Besondere Beleuchtungsverhältnisse, wie zum Beispiel Brände, Großstadtlichter oder Polarlicht, können manchmal auch Nachts einigen Wolken eine mehr oder minder ausgeprägte Farbe verleihen.
Optische Phänomene
Klassifizierung
Geschichtliches
Vor Beginn des 19. Jahrhunderts nahm man an, Wolken seien zu vielgestaltig, komplex und vor allem kurzlebig, um sie zu begrifflich zu kategorisieren. Es war nicht üblich ihnen Bezeichnungen zuzuweisen, man begnügte sich vielmehr die Wolken nur rein subjektiv anhand von Form und Farbgebung zu beschreiben. Es gab zwar einige wenige Versuche, sie zur Wettervorhersage zu nutzen, doch begnügte man sich meist mit dem Grad ihrer Dunkelheit. Da jedoch die normierte Unterscheidung verschiedener Wolkentypen eine Voraussetzung zu deren Untersuchung, Beschreibung und damit dem Verständnis der Wolken ist, konnte man jenes durch eine lediglich grob beschreibende und zudem sehr uneinheitliche Herangehensweise gerade nicht erlangen. Eine wissenschaftliche Annäherung war ohne eine solche Basis kaum möglich und daher wurden Wolken, wenn überhaupt, nur mystisch-religiös gedeutet bzw. als Motiv von Kunst und Ästhetik wahrgenommen.
Der Wandel hin zur heutigen Wolkenklassifikation – und damit der wissenschaftlichen Zugänglichkeit der Wolken überhaupt – geht auf Luke Howard und seine Schrift On The Modification of Clouds aus dem Jahr 1802 zurück. Einen anderen Ansatz verfolgte Jean-Baptiste de Lamarck im gleichen Jahr, unabhängig von Howard und sogar etwas früher als er. Seine Veröffentlichung in der dritten Ausgabe der Annuaire Méteorologique fand jedoch keine Beachtung in der damaligen Fachwelt, sofern man schon von einer solchen sprechen kann.
In Anlehnung an die Taxonomie der Lebewesen durch Carl von Linné und im Gegensatz zu Lamarck, verwendete Howard lateinische Bezeichnungen, die den damaligen Status des Lateins als Sprache der Wissenschaften weltweit eingesetzt werden konnten. Er teilte Wolken in Stratus (Schichtwolken), Cumulus (Haufenwolken) und Cirrus (Schleierwolken) sowie auch Nimbus (Regenwolken) ein.
Internationales System
Nach der heute offiziellen Klassifizierung der World Meteorological Organization, festgehalten im Internationalen Wolkenatlas, werden Wolken nach der Höhe ihrer Untergrenze in vier Wolkenfamilien eingeteilt – hohe, mittelhohe, niedrige und solche, die sich über mehrere Stockwerke erstrecken (vertikale Wolken). Diese vier Familien umfassen zehn Gattungen, die mit ihren 14 Arttypen (mit Kombinationen 27 Arten), 9 Unterarttypen und 9 Sonderformen/Begleitwolken in einer Übersicht dargestellt sind. Eine Wolke kann dabei die Merkmale von einer Art und mehreren Unterarten besitzen.
Von zentraler Bedeutung ist, dass es sich bei den Wolken um eine Klassifikation nach dem Erscheinungsbild handelt. Dies steht im Gegensatz zu in den Naturwissenschaften üblicherweise an Herkunft, Entstehung oder Verwandtschaft orientierten (genetischen) Klassikationssystemen. Wie eine Wolke zu einem bestimmten Erscheinungsbild gekommen ist, spielt für deren Namensgebung folglich keine Rolle, auch wenn viele Erscheinungsbilder auf ihre Entstehungsumstände hin gedeuted werden können.
Die Höhenlagen der Wolkenstockwerke variieren mit der geographischen Breite, da die unterste Schicht der Atmosphäre – die Troposphäre – am Äquator rund doppelt so hoch reicht wie an den Polen. Im Winter sind die Wolkenstockwerke aufgrund der niedrigeren Temperatur und damit höheren Luftdichte niedriger als im Sommer. Die Höhen orientieren sich an der Lage der Tropopause, die örtlich wie zeitlich variabel ist und nicht gleichförmig von den Polen zum Äquator ansteigt. Die folgenden Höhenangaben stellen daher nur Orientierungswerte dar.
Wolken werden verschieden benannt, zum Beispiel der Cirrus und die Cirruswolke bzw. die Cirren und die Cirruswolken.
Häufig sind mehrere Wolkenformen gleichzeitig vorhanden, die sich gegenseitig überdecken können.
Übersicht
Die folgende Darstellung ist stark an den Internationalen Wolkenatlas (S. 6) angelehnt. Die Buchstaben der jeweiligen Abkürzungen sind deutlich hervorgehoben und werden bei der Benennung kombiniert, zum Beispiel Ci fib für Cirrus fibratus. Deutsche Entsprechungen bzw. Beschreibungen der lateinischen Gattungsbezeichnungen sind in Klammern gesetzt. Zu beachten ist, dass die Einteilung der Cumulus-Wolkengattung in die Wolkenfamilien nicht einheitlich gehandhabt wird. Dies liegt darin begründet, dass man die Wolkenarten Cumulus humilis und Cumulus mediocris eher den tiefen Wolken zurechnen kann, während Cumulus congestus eher zu den vertikalen Wolken gehört. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Nimbostratus. Diese werden hier bei den vertikalen Wolken eingeordnet, können aber auch zu den mittelhohen Wolken gezählt werden.
Gattungen
Die Gattungen sind die zehn Hauptgruppen der Wolken. Sie geben an, in welcher Höhe sich die Wolken befinden, und ob sie labil oder stabil geschichtet sind.
Bei einer stabilen Atmosphärenschichtung sind die (Schicht-)Wolken meist konturlos, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch genug ist, sonst zerrissen bis gar nicht vorhanden. Eine labile Schichtung, bei der es zu | | |