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Augsburg
Die Universitätsstadt Augsburg ist eine kreisfreie Stadt im Südwesten Bayerns. Augsburg ist nach Trier die zweitälteste Stadt Deutschlands. Sie ist Hauptstadt und Sitz der Regierung von Schwaben sowie des Bezirks Schwaben und des Landratsamtes Augsburg. Gegenwärtig hat die Stadt etwa 275.000 Einwohner (Ausländeranteil ca. 16,5%), davon 261.000 mit Hauptwohnsitz in Augsburg. Nach München und Nürnberg steht Augsburg an dritter Stelle unter den Großstädten des Freistaates. Ihr Name geht auf die römische Siedlung Augusta Vindelicorum zurück, die im Jahr 15 vor Christus während der Regierungszeit des römischen Kaisers Augustus als Militärlager gegründet wurde.
Augsburg ist die einzige Stadt Deutschlands, die einen eigenen gesetzlichen Feiertag hat, das Hohe Augsburger Friedensfest am 8. August. Damit hat Augsburg mehr gesetzliche Feiertage als irgendeine andere Region oder Stadt in Deutschland.
Die Stadt ist Bischofssitz der katholischen Diözese Augsburg und bildet eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern. Größere Städte nahe Augsburg sind München (etwa 57 km östlich), Nürnberg (etwa 121 km nördlich) und Stuttgart (etwa 133 km nordwestlich). Augsburg wurde im Jahr 1906 mit Überschreiten der Einwohnerzahl von 100.000 zur Großstadt.
Geografie
Großstadt
Augsburg liegt am Lech, der aus Tirol kommend 150 km südwestlich entspringt und 40 km nördlich in die Donau mündet. Der älteste Teil Augsburgs und sein Süden liegen auf dem nördlichen Ende einer Hochterrasse. Die Terrasse entstand zwischen dem steilen Hügelrand von Friedberg im Osten und den hohen Riedeln des westlichen Hügelrandes, zwischen den Talauen der Alpenflüsse Lech und Wertach, die sich im Norden der Stadt vereinigen.
Im Süden erstreckt sich das Lechfeld, eine posteiszeitliche Schotterebene zwischen den beiden Flüssen.
An Augsburg grenzt der Naturpark Augsburg – Westliche Wälder, ein großes Waldgebiet. Das Stadtgebiet ist auch stark begrünt, wofür Augsburg 1997 den europaweiten Preis als „Grünste und Lebenswerteste Stadt“ erhielt. Augsburg hatte sich auch als Kulturhauptstadt Europas 2010 beworben, für den Wettbewerb wurde aber Regensburg als Vertreter Bayerns nominiert.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen mit ihrem Siedlungskern unmittelbar an den Siedlungskern der Stadt Augsburg und bilden daher mit ihr den Großen Verdichtungsraum Augsburg, im Osten beginnend und dann im Uhrzeigersinn:
Friedberg (Bayern) (Landkreis Aichach-Friedberg), Königsbrunn, Stadtbergen, Neusäß und Gersthofen (alle Landkreis Augsburg).
Weitere Gemeinden, die an das Stadtgebiet von Augsburg grenzen, sind, im Norden beginnend und im Uhrzeigersinn:
Rehling, Affing, Kissing, Mering und Merching (alle Landkreis Aichach-Friedberg), Bobingen, Gessertshausen und Diedorf (alle Landkreis Augsburg)
Stadtgliederung
Landkreis Augsburg
Das Stadtgebiet von Augsburg hat eine Gesamtfläche von 147 km2 und ist in 17 Planungsgebiete eingeteilt, welche insgesamt 42 Stadtbezirke bilden. Dabei handelt es sich teilweise um ehemals selbständige Gemeinden, die im Laufe diverser Gebietsreformen nach Augsburg eingegliedert wurden, teilweise aber auch um neue Stadtteile, die als Wohngebiete gegründet wurden. Einige Stadtteile haben darüber hinaus räumlich getrennte Siedlungen (Wohnplätze) mit eigenem Namen, die in Klammern hinter dem Stadtteil genannt werden:
Das Textilviertel umfasst Teile der Innenstadt und Spickel-Herrenbach.
Eine Besonderheit sind die ehemaligen Kasernen- und Wohngebiete der US-amerikanischen Armee, deren Bezeichnungen noch existieren: Sheridan, Reese, Centerville, Cramerton, Supply-Center, Sullivan Heights, Fryar Circle.
Geschichte
Stadtgöttin Cisa
Die Stadtgöttin von Augsburg ist Cisa (dea Ciza). In Randnotizen der aus dem Stift Ursberg stammenden Excerptum ex Gallica Historia (um 1135) wird ausführlich von der römischen Belagerung der von schwäbischen Stämmen zwischen Lech und Wertach errichteten Stadt Cisaris, dem späteren Augsburg berichtet. Die Stadt war demnach nach einem Heiligtum der Göttin Cisa benannt. In dieser Schlacht wurden die Römer vernichtend geschlagen. In der Herausgabe werden die Lokalnamen Kriegshaber von einem Griechen Avar, Hafnerberg von einem Militärpräfekt Habeno (auch: Hebeino) und Pfersee von einem Militärtribunen Verres (auch: Verus) abgeleitet (siehe auch: Ableitung des Namens Pfersee). Der Text des 12. Jahrhunderts erweist sich als diffuse Kompilation mit deutlichem Schwerpunkt auf der für die Sagenforschung nicht ungewöhnlichen phantasievollen Ausdeutung nicht mehr verstandener, wohl veralemannischer Lokalnamen. In der Diskussion blieb allein die Göttin Cisa, sicherlich deswegen, weil Jacob Grimm in seiner Deutschen Mythologie den „Werth der merkwürdigen Überlieferung“ ausdrücklich betonte. Ob man an der Stelle des heutigen Kitzenberges bei der St. Ulrich und Afra eine alemannische Ziuverehrung annehmen kann, ist wissenschaftlich nicht zu belegen. In Augsburg war zumindest seit dem späten Mittelalter ein provinzalrömisches Medusenhaupt bekannt, das in der heutigen Ulrichskirche eingemauert war. Das Medusenhaupt befindet sich heute im Römischen Museum. Eine Darstellung der Cisa ist auf der Wetterfahne des Perlachturms zu sehen.
Antike
Perlachturms
Augsburg war die größte römische Siedlung nördlich der Alpen. Als Datum der Gründung von Augsburg wird 15 v. Chr. angegeben. In diesem Jahr wurde auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils Oberhausen ein Legionslager errichtet, das später auch als ein Nachschubdepot diente. Augsburg ist diesem Gründungsdatum zufolge nach Trier die zweitälteste Stadt Deutschlands.
In Anlehnung an die vor der Zeitenwende entstandenen Lager bildete sich im ersten Jahrhundert die Siedlung Augusta Vindelicorum, die im Jahr 121 n. Chr. das römische Stadtrecht erhielt. Augsburg war ab etwa 95/100 n. Chr. Hauptstadt der römischen Provinz Raetien, die sich bis nach Oberitalien erstreckte. Es ist unbekannt, wann genau Augsburg Provinzhauptstadt wurde, der archäologische Befund deutet darauf hin, dass Kempten im Allgäu (Cambodunum) noch bis ins späte ersten Jahrhundert n. Chr. diese Funktion hatte.
Neuen Forschungen zufolge wurde der Neckar-Odenwald-Limes erst im Jahre 98 n. Chr. unter Kaiser Trajan angelegt, zeitgleich mit dem für dieses Jahr gesicherten (Aus-)Bau der römischen Fernstraße Mainz-Bad Cannstatt-Augsburg. Ein Zusammenhang dieser beiden strategischen Bauprojekte mit der Verlegung der Hauptstadt der Provinz Rätien von Kempten nach Augsburg liegt nahe, ist aber bisher nicht positiv belegt (vgl. Kinzigtalstraße).
Nach der Teilung der römischen Provinz Raetia im Jahr 294 n. Chr. wurde Augsburg Hauptstadt der Provinz Raetia Secunda. Mit dem Ende der römischen Herrschaft um 450 n. Chr. verfiel Augusta Vindelicorum ab dem 5. Jahrhundert.
Schon in der Spätantike war Augsburg Bischofssitz.
Mittelalter
Bischofssitz
Etwas südlich der Bischofsstadt bildete sich im 12. Jahrhundert eine Kaufmannssiedlung. Südlich Augsburgs wurde auf dem Lechfeld 955 Geschichte geschrieben, als Kaiser Otto I. - mit Hilfe von Bischof Ulrich von Augsburg - die westwärts strebenden Ungarn besiegte.
Im Jahr 1156 erhielt Augsburg das Stadtrecht durch Kaiser Friedrich Barbarossa. Ab 1251 ist das Recht der Stadt auf Führung eines Siegels und auf Besteuerung ihrer Bürger belegt. König Rudolf von Habsburg verlieh Bischofsstadt und Kaufmannsstadt 1276 die Reichsfreiheit (Freie Reichsstadt). In der Folge wird Augsburg von den Patriziern beherrscht. 1368 Aufstand der Handwerker und Einführung einer Zunftverfassung. Die Zünfte sind bis 1547 an der Stadtregierung beteiligt.
1379 Beitritt Augsburgs zum Schwäbischen Städtebund (dieser zerfällt 1388).
Neuzeit
Hauptartikel: Reichstag zu Augsburg
1469-1478 Zunftdiktatur des Ulrich Schwarz, der 1478 hingerichtet wird.
1478
Danach war Augsburg vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende der Renaissance ein bedeutendes Zentrum der Wirtschaft und des Handels. Bekannte Namen aus dieser Zeit sind die Kaufmannsfamilien der Fugger und Welser.
Reformationszeit
Auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 formulierte Philipp Melanchthon mit dem Augsburger Bekenntnis die Bekenntnis- und Gründungsurkunde der Lutherischen Kirche.
In der Stadt Augsburg existierte zwischen 1524 und 1573 eine bedeutende Täufergemeinde. Bekannt geworden ist vor allem die Augsburger Märtyrersynode 20. bis 24. August 1527, eine internationale Zusammenkunft von Abgesandten unterschiedlicher Täuferkreise. Die meisten der Synodalen starben später als Märtyrer für ihre Überzeugungen.
Am 22. Juli 1534 wurde vom Großen Rat beschlossen, dass nur vom Rat installierte Prädikanten in der Stadt predigen durften. Der katholische Gottesdienst wurde auf die acht Kirchen der Stifte eingeschränkt. Kleinere Kirchen und Klosterkirchen wurden geschlossen. Mit diesem Religionsmandat nahm der Rat formal die Kirchenhoheit der Stadt in Anspruch.
Prädikanten
Im Jahr 1548 veranlasste Kaiser Karl V. eine neue patrizische Stadtverfassung und erließ das Augsburger Interim. Der Augsburger Reichs- und Religionsfrieden 1555 beruhigte auch in der Stadt das Zusammenleben der Bürger.
1555
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Augsburg am 20. April 1632 von der schwedischen Armee eingenommen. An diese Zeit erinnert der Schwedenturm mit dem Standbild des Stoinerner Mo und die Schwedenstiege, als Teile der Augsburger Befestigungsanlage.
Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 führte Augsburg ein paritätisches Regierungs- und Verwaltungssystem ein (Gleichberechtigung und exakte Ämterverteilung zwischen Katholiken und Protestanten). (Siehe Paritätische Reichsstadt)
Augsburg wurde bis zur Besetzung durch bayerische Truppen 1805 durch sieben Patrizierfamilien regiert.
1784/1785 kam es zu Weberunruhen und am 29.01.1794 zum Weberaufstand. Den Hintergrund des Streites bildete die aufkommende Textilindustrie mit ihren Kattunmanufakturen, welche das Weberhandwerk bedrohten.
Moderne
Bereits 1771 entstand mit der Schüleschen Kattunfabrik, errichtet von Johann Heinrich Schüle, die erste Fabrik auf dem europäischen Kontinent.
Durch den Friedensvertrag von Pressburg (26. Dezember 1805) verlor Augsburg, das bereits am 21. Dezember von bayerischen Truppen besetzt worden war, die Reichsfreiheit und fiel an Bayern. Ab 1809 erhielt die Stadt einen eigenen Polizeidirektor. Damit unterstand die Stadt direkt der Kreisverwaltung. Später bezeichnete man solche Städte als "kreisfrei".
1862 entstand das Bezirksamt Augsburg, aus dem später der Landkreis Augsburg hervorging, der bei der Kreisreform 1972 seine heutige Ausdehnung erhielt, als die ehemaligen Landkreise Schwabmünchen und Wertingen mit dem Landkreis Augsburg vereinigt wurden. Augsburg blieb Sitz des Landkreises, die Stadt selbst stets kreisfrei.
Im 19. Jahrhundert erlangte Augsburg noch einmal Bedeutung als Zentrum der Textilindustrie und des Maschinenbaus (MAN = Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg). Mit der Allgemeinen Zeitung von Johann Friedrich Cotta erschien in Augsburg die bedeutendste deutsche Tageszeitung dieser Zeit.
Ab 1927 hat die Messerschmitt AG hier ihren Hauptsitz.
Augsburg erlitt im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden. Bei einem verheerenden Bombenangriff der Britischen Luftwaffe in der Nacht vom 25. Februar 1944 wurde große Teile der Augsburger Innenstadt zerstört. Bilanz des Bombardements mit 300.000 Brandbomben: 730 Tote und über 1.300 Verletzte. Danach verließ fast die Hälfte der Bevölkerung die Stadt.
Eingemeindungen
Einwohnerentwicklung
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1870 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.
1944
¹ Volkszählungsergebnis
Religionen
1944
Augsburg war wohl schon seit dem 4./5. Jahrhundert Sitz eines Bischofs. Um 738 wurde das Bistum Augsburg erneuert. Ab 1518 fand die Lehre Martin Luthers Anhänger in Augsburg. Die Lehre verbreitete sich immer mehr und führte schließlich zur offiziellen Einführung der Reformation durch den Rat der Stadt im Jahre 1534/37. Es folgte anschließend die Teilnahme der Stadt am Schmalkaldischen Krieg, und 1548 wurde in Augsburg ein Reichstag abgehalten, der die Ausübung der Religion für eine Übergangszeit regelte (Augsburger Interim). Sieben Jahre später (1555) konnte im sog. Augsburger Religionsfrieden die Gleichstellung beider Konfessionen endgültig erreicht werden.
Die katholische Bevölkerung gehörte danach weiterhin zum Bistum Augsburg, das seinerzeit noch dem Erzbistum Mainz zugeordnet war. Nach dem Übergang der Stadt an Bayern verblieb es zunächst noch bei der bisherigen Zuordnung, doch wurde das Bistum Augsburg und mit ihm seine Pfarrgemeinden 1821 dem neu errichteten Erzbistum München und Freising zugeteilt (siehe hierzu auch Liste der Bischöfe von Augsburg).
Liste der Bischöfe von Augsburg
Die protestantischen Gemeindeglieder erhielten spätestens nach dem Westfälischen Frieden die Kirchen St. Anna, St. Ulrich, Zu den Barfüßern und St. Jakob. Sie unterstanden dem Rat der Stadt. Nach dem Übergang Augsburgs an Bayern wurden die Gemeindeglieder Teil der Protestantischen Kirche des Königreichs Bayern, die zunächst lutherische und reformierte Gemeinden umfasste. Die Stadt wurde danach Sitz eines eigenen Dekanats, das 1827 dem Konsistorialbezirk Bayreuth, ab 1876 dem Konsistorialbezirk Ansbach und seit 1923 dem Kirchenkreis München angehört. Das Dekanat Augsburg umfasst neben den Kirchengemeinden der Stadt Augsburg auch Gemeinden außerhalb des Stadtgebiets.
1923
Der Westfälische Frieden von 1648 führte in Augsburg - und daneben in Ravensburg, Biberach und Dinkelsbühl - auch ein paritätisches Regierungs- und Verwaltungssystem ein (endgültige Gleichberechtigung und exakte Ämterverteilung zwischen Katholiken und Protestanten), was bis zur Mediatisierung Bestand haben sollte.
Freikirchliche Gemeinden haben sich nach dem Ende der Täuferbewegung erst wieder im 19. beziehungsweise 20. Jahrhundert in Augsburg konstituiert. Den Anfang machten die Mennoniten, die ab 1870 gottesdienstliche Versammlungen in Augsburg abhielten. 1863 erhielt die Evangelisch-methodistische Kirche die Rechte einer "Privatkirchengesellschaft". Um 1925 nahmen - ausgehend von der Muttergemeinde in München - die Baptisten (heute: Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde ihre Arbeit auf. Seit 1968 gibt es in Augsburg auch eine Freie evangelische Gemeinde.
Die Verteilung der Konfessionen zu Anfang des 19. Jahrhunderts betrug etwa 60 % Katholiken und 40 % Protestanten. Dieses Verhältnis veränderte sich insbesondere auch durch Eingliederung von katholischen Vororten zugunsten der Katholiken, so dass der Anteil der protestantischen Bevölkerung um 1950 lediglich noch bei etwa 23 % lag.
Politik
An der Spitze der Stadt Augsburg stand als Vorsitzender des Rates nachweislich seit 1266 der Stadtpfleger, der gelegentlich auch als Bürgermeister bezeichnet war. Beide Bezeichnungen waren teilweise gleichzeitig im Gebrauch. Seit 1548 war die Bezeichnung nur noch Stadtpfleger. Die Stadtpfleger amtierten über mehrere Jahre und wurden ab dann auf Lebenszeit gewählt. Daher gab es auch mehrere Stadtpfleger gleichzeitig. Nach dem Übergang an Bayern wurde in Augsburg ein Magistrat mit 2 Bürgermeistern eingesetzt. Auch nach 1818 gab es einen Magistrat mit 2 Bürgermeistern und zusätzlich ein Kollegium der Gemeindebevollmächtigten. 1919 wurde das Zweikammersystem zugunsten der Einrichtung eines "Stadtrats" aufgegeben. Diesem steht seither der "Erste Bürgermeister" vor, der meist den Titel Oberbürgermeister führt (Siehe hierzu Liste der Oberbürgermeister Augsburgs).
Wappen
Beschreibung: In von Rot und Silber gespaltenem Schild eine grüne Zirbelnuss auf grünem Kapitell. Die Stadtfarben sind rot-grün-weiß.
Bedeutung: Das älteste nachweisbare Stadtsiegel Augsburg aus dem Jahr 1237 zeigt ein zweitürmiges Stadttor mit Zinnenmauer, darüber einen Stern. Im Torbogen steht ein Lebensbaum, ab 1260 eine Traube auf Fuß. Diese deutet wohl auf den Namen der Stadt "Augster" hin, was eine Traubensorte darstellt. Im 15. Jahrhundert wird eine grüne Traube in rot-weißem Schild dargestellt. Der Fund eines Pinienzapfens (wohl die Spitze eines römischen Grabsteins) 1467 ließ aus der Traube eine Zirbelnuss werden. Das Köpfchen auf dem Kapitell ist seit 1521 nachweisbar, die Mauerkrone erst seit 1811. Die Bedeutung dieser Symbole ist nicht geklärt. Die Stadtfarben sind seit 1372 bekannt. Anlässlich der 2000-Jahrfeier wurde das Wappen dem Zeitgeschmack gemäß neu gestaltet.
Der Name der Stadt Augsburg leitet sich von dem römischen Namen der Stadt, Augusta Vindelicorum, ab. Den ersten Teil des Namens, Augusta, trug die Stadt, weil sie auf Befehl von Kaiser Augustus von dessen beiden Söhnen Drusus und Tiberius 15 v. Chr. (zunächst als Römerlager) gegründet wurde. Der zweite Teil, Vindelicorum, war die lateinische Bezeichnung für den Volksstamm der Vindeliker, die damals in diesem Gebiet zwischen Wertach (lateinisch Vinda) und Lech (lateinisch Licus) siedelten.
Die Zirbelnuss war als stilisierter Pinienzapfen auch das Feldzeichen der römischen Legion des hiesigen Römerlagers und wurde daher zum Symbol der späteren römischen Provinzhauptstadt.
Noch heute findet sich die Zirbelnuss auf zahlreichen Gebäuden und in Mauern eingelassen im gesamten Stadtgebiet als Zeichen Augsburgischer Stadtwürde.
Städtepartnerschaften
Augsburg unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- Inverness, Schottland (Vereinigtes Königreich), seit 1956
- Amagasaki (Japan), seit 1959
- Nagahama (Japan), seit 1959
- Dayton, Bundesstaat Ohio (USA), seit 1964
- Bourges (Frankreich), seit 1967
- Liberec (Tschechien), seit 2001
- Jinan, (Volksrepublik China), seit 2004
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
2004
Durch das nördliche Stadtgebiet führt die Bundesautobahn A 8 Stuttgart-München. Ferner führen die Bundesstraßen B 2, B 10, B 17 und B 300 durch die Stadt. Die B 2 erreicht Augsburg vom Norden autobahnähnlich und geht im Bereich der nördlichen Stadtgrenze in die B 17 (Westtangente) über, die im Stadtgebiet mehrspurig ausgebaut, teilweise tiefergelegt und bis auf zwei Kreuzungen im Bereich Göggingen und Stadtbergen/Pfersee ausschließlich mit Ausfahrten versehen ist. Die B17 verlässt Augsburg Richtung Süden und ist bis auf wenige Kilometer an die A96 autobahnähnlich angebunden.
Bus und Straßenbahn
Den ÖPNV bedienen vier Straßenbahnlinien der Stadtwerke Augsburg und 31 Stadtbusselinien der Stadtwerke Augsburg, Stadtwerke Gersthofen. Daneben bietet die AVV Augsburg Regionalbusse für den
- Raum Mering - Kissing (Linie 100 - 108)
- Raum Aichach - Friedberg (Linie 200 - 250)
- Raum Pöttmes - Aindling (Linie 301 - 323)
- Raum Wertingen - Meitingen (Linie 400 - 420)
- Raum Zusmarshausen - Welden - Aystetten - Neusäß (Linie 500 - 520)
- Raum Dinkelscherben - Gessertshausen (Linie 600 - 641)
- Raum Schwabmünchen - Bobingen - Königsbrunn (Linie 700 - 744) an.
In den vergangenen Jahren wurde das mittlerweile 35,5 km lange Augsburger Straßenbahnnetz durch Neubaustrecken zur Universität (1996), zur nördlichen Stadtgrenze (2001) und zum Klinikum (2002) erweitert. Die Nahverkehrszüge betreibt die Deutsche Bahn. Außerdem werden Taxisammeldienste im Rahmen des ÖPNV angeboten. Die angeschlossenen Unternehmen sind Partner des Augsburger Verkehrsverbundes (AVV).
Schienenverkehr
Der Augsburger Hauptbahnhof ist ICE und IC-Station an den Strecken München-Stuttgart, München-Hamburg, München-Berlin, München-Frankfurt und München-Dortmund und darüber hinaus Deutschlands ältester Bahnhof, der noch im architektonischen Originalzustand in Betrieb ist. Augsburg ist daneben einer der wichtigsten Eisenbahnknoten Süddeutschlands. Es liegt an der ICE und IC/EC-Strecke womit europäische Metropolen wie Amsterdam, Paris, Wien und Budapest umsteigefrei erreichbar sind.
Züge des Regionalverkehrs fahren außerdem auf folgenden Linien:
- in Richtung München/Nannhofen, Schmiechen als R1
- in Richtung Aichach, Radersdorf als R2
- in Richtung Donauwörth als R4
- in Richtung Dinkelscherben als R6
- in Richtung Schwabmünchen als R7
- in Richtung Klosterlechfeld als R8
Ab 2008 soll der Regionalverkehr als S-Bahn ähnlicher Schienenverkehr betrieben werden.
Im Eisenbahngüterverkehr ist Augsburg jedoch nach Stilllegung des Rangierbahnhofes kein Eisenbahnknoten mehr. Jedoch entsteht ab 2007 im Norden von Augsburg, auf den Fluren von Augsburg, Gersthofen und Neusäss ein Güterverkehrszentrum.
Eine Besonderheit in Augsburg ist die Localbahn, eine quer durch die Stadt verlaufende Eisenbahn, die den großen Industrieunternehmen einen Anschluss an das Eisenbahnnetz verschafft.
Flugverkehr
Im Nordosten der Stadt befindet sich der Flughafen Augsburg. Bei diesem soll die Startabbruchstrecke erweitert und ein neues Terminal mit Vorfeld gebaut werden. Da die Startbahn jedoch nicht verlängert wird und somit nur Passagiermaschinen bis 100 Personen landen dürfen, wurde diskutiert, den Natofliegerhorst Lechfeld für zivile Passagiermaschinen zu öffnen. Aufgrund der hohen zusätzlichen Kosten, die die Bundeswehr für die Verlagerung der Munitionsdepots in Rechnung stellen wollte, ist dieses Vorhaben aufgegeben worden.
Medien
In Augsburg erscheinen als Tageszeitungen bei der Presse Druck- und Verlags GmbH Augsburg die Augsburger Allgemeine und Ihre Heimatzeitungen. Die Augsburger Allgemeine ist die auflagenstärkste Regionalzeitung Deutschlands.
Außerdem gibt es den regionalen Fernsehsender TV Augsburg.
In der Radiolandschaft gibt es zwei Augsburger Lokalsender, Hit Radio RT.1 und Radio Fantasy, die eine eigene Frequenz besitzen und noch diverse weitere mit Kabelfrequenzen. Klassik Radio hat außerdem seinen Hauptsitz in Augsburg. Der Sender Rockantenne ist terrestrisch auf der Frequenz des ehemaligen Senders Radio Kö zu empfangen.
Bis vor einigen Jahren sendete auch das American Forces Network in Augsburg u.a. auch auf der Mittelwellenfrequenz 1485 kHz. Die hierfür eingesetzte Anlage in unmittelbarer Nähe der B17 ist noch erhalten, aber zur Zeit ohne Funktion ([http://www.structurae.de/structures/data/index.cfm?ID=s0014902 Quelle]).
Ansässige Großunternehmen
- EADS = Luft- und Raumfahrt
- KUKA = Industrieroboter und Schweißanlagen
- MAN = Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg
- NCR = SB-Geräte für den Finanzbereich, Kassensysteme (Retail), Datenbanksysteme
- Siemens = Siemens Technopark
- Fujitsu Siemens Computers = Computerentwicklung und Fertigung
- Osram = Leuchtmittelhersteller
- Böwe Systec = Kuvertiersysteme und Komplettlösungen für Mailrooms
- Kleindienst Solutions = Software- und Hardwareentwicklung & Hardwarefertigung
- Verlagsgruppe Weltbild = größter katholischer Verlag mit Versandhandel
- UPM-Kymmene (ehem. Haindl) = Papierfabrik
- Walter Bau AG = Bau-Management- und Technologie-Konzern (in Insolvenz)
- ArvinMeritor (nach Fusion mit Zeuna-Stärker) = KFZ-Zulieferant (Abgassysteme für PKW, Motorräder und Nutzfahrzeuge)
Traditionsunternehmen
- Brauerei zur Goldenen Gans, seit 1397
- Fürst Fugger Privatbank, 1486 wurde das Handelshaus Fugger erstmals als "Bank" bezeichnet
- Schöppler, Stadtfischer, seit 1650
- Thorbräu, seit 1684
- Schlosser’sche J. A. Buch- und Kunsthandlung, seit 1719
- Rieger & Kranzfelder, Buchhandlung, seit 1731
- Böhm Anton & Sohn, Musikverlag, seit 1803
- Dierig, seit 1805
- Stadtsparkasse Augsburg, gegründet am 2. Februar 1822
- Naegele, Parfümerie, seit 1835
- Siller und Laar, Eisenhandlung, seit 1836
- Weißenhorn H. & Cie., Möbeltransport, seit 1839
- Kreissparkasse Augsburg, seit 1855
- Hutfabrik Lembert seit 1861
- Pfister Waagen seit 1894
- Möbelspeditions- und Reiseunternehmen Domberger seit 1897
- J.N. Eberle & Cie. GmbH, seit 1836
Öffentliche Einrichtungen
In Augsburg haben folgende Behörden und Einrichtungen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts ihren Sitz:
Bildung
- Universität Augsburg; gegründet 1970; die theologische Fakultät hat ihre Tradition in der zwischen 1551 und 1802 in Dillingen bestehenden Philosophisch-Theologischen Hochschule der Augsburger Bischöfe. Philologisch-Historische, Philosophisch-Sozialwissenschaftliche, Wirtschaftswissenschaftliche, Juristische, Mathematisch-Naturwissenschaftliche und Theologische Fakultäten, sowie die jüngst errichtete Fakultät für Angewandte Informatik.
- Fachhochschule Augsburg; gegründet 1971; diese Hochschule geht zurück auf die 1710 gegründete Reichsstädtische Kunstakademie, die im 19. Jahrhundert mit einer polytechnischen Lehranstalt zur Polytechnischen Schule zusammengeschlossen wurde.
Freizeit- und Sportanlagen
- Rosenaustadion (FC Augsburg)
- Curt-Frenzel-Stadion (Eisstadion: AEV/Augsburger Panther)
- Sporthalle (Schauplatz olympischer Wettbewerbe bei der Olympiade 1972)
- Olympia-Kanustrecke am Eiskanal
- Sportanlage Süd (TSV Schwaben Augsburg - Großes Sportfeld am westlichen Rand des Siebentischwaldes mit vielen Sportplätzen, Laufwegen)
- Die Städtischen Frei- und Hallenbäder (deren Bestand lange Zeit unsicher war, die nun aber wohl erhalten bleiben werden)
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Kultur und Sehenswürdigkeiten in Augsburg
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Siehe Liste der Ehrenbürger von Augsburg.
Söhne und Töchter der Stadt
Siehe Liste_Persönlichkeiten_(Augsburg).
Weitere Persönlichkeiten mit Bezug zu Augsburg
Siehe Liste_Persönlichkeiten_(Augsburg).
Literatur
- Wolfgang Zorn: Augsburg: Geschichte einer europäischen Stadt; von den Anfängen bis zur Gegenwart, Augsburg, 2001 ISBN 3-89639-319-7
- Bayerisches Städtebuch; Band V 2. Teilband Ober-, Niederbayern, Oberpfalz und Schwaben. Aus: Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1974
- Augsburger Stadtlexikon / hrsg. von Günther Grünsteudel … - 2., völlig neu bearb. und erheblich erw. Aufl. - Augsburg: Perlach-Verlag, 1998. - 997 S. : Ill.; 28 cm. - ISBN 3-922769-28-4 ([http://www.bsz-bw.de/depot/media/3400000/3421000/3421308/00_0400.html Info im Web])
- [http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_III/Geschichte/s99vsm8.html Vorlesung Prof. Schmid, Lehrstuhl für Bayerische Landesgeschichte, Universität Regensburg SS 1999 - Literaturliste: Das östliche Schwaben]
- Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Weblinks
- [http://www.augsburg.de/ Stadt Augsburg]
- [http://www.stadtplan.net/brd/bayern/augsburg/home.html Stadtplan]
- [http://www.hhog.de/showgallery.php?imageFolderID=10153&imageID=1000&cityID=10140&lang=de Historic Highlights of Germany - Augsburg] (mit Bildergalerie)
- [http://www.regio-augsburg.de/ Tourismusinformation der Region Augsburg und Umgebung]
-
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Regional/Europa/Deutschland/Bayern/St%c3%a4dte_und_Gemeinden/A/Augsburg/ Augsburg im Open Directory Project (Linksammlung)]
Kategorie:Ort in Bayern
Augsburg
Kategorie:Reichsstadt
als:Augsburg
ja:アウクスブルク
Kreisfreie StadtDie kreisfreie Stadt (in Baden-Württemberg als Stadtkreis bezeichnet) ist eine kommunale Gebietskörperschaft, die nach dem Kommunalrecht Deutschlands ihre Aufgaben in eigener Zuständigkeit erledigt. In der Regel handelt es sich dabei um Großstädte, also Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern oder größere Mittelstädte.
Allerdings gibt es in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auch Großstädte, die nicht kreisfrei sind, z.B. Hildesheim, Moers, Neuss, Recklinghausen, Reutlingen oder Witten und im Gegensatz dazu in Bayern und Rheinland-Pfalz Stadtkreise bzw. kreisfreie Städte, die weniger als 50.000 Einwohner haben.
Die kleinste kreisfreie Stadt in Deutschland ist Zweibrücken in Rheinland-Pfalz mit rund 38.000 Einwohnern (2004), der größte Stadtkreis die bayerische Landeshauptstadt München mit 1,3 Millionen Einwohnern. Berlin und Hamburg sind zwar größer, aber nicht kreisfreie Städte, sondern Stadtstaaten. Der Stadtstaat Bremen besteht sogar aus 2 Stadtkreisen, nämlich der Stadt Bremen und der ca. 60 km nördlich gelegenen Seestadt Bremerhaven.
Derzeit wird im Landkreis Lüchow-Dannenberg diskutiert, sich in eine kreisfreie Gemeinde umzuwandeln. Dies wäre in der Bundesrepublik einmalig.
Historische Entwicklung
Preußen
Bei der 1816 erfolgten Gliederung Preußens in Landkreise wurden die Provinzhauptstädte Aachen, Breslau, Danzig, Düsseldorf, Erfurt, Halle, Königsberg, Magdeburg, Minden, Münster, Posen, Potsdam und Stettin als Stadtkreise der unmittelbaren Kontrolle der Provinzregierung unterstellt.
Seine Kreisfreiheit verlor Minden bereits 1817 schon wieder, ebenso 1820 auch Düsseldorf und Erfurt, die wieder in die jeweiligen Landkreise eingegliedert wurden.
Nach der Annexion des Königsreiches Hannover, des Kurfürstentums Hessen-Kassel und des Herzogtums Nassau im Jahre 1866 wurden die ehemaligen Hauptstädte dieser Staaten, Hannover, Kassel und Wiesbaden, als Stadtkreise übernommen.
Durch das starke Wachstum der Städte infolge der Industrialisierung wurde die Forderung an die Adresse der preußischen Regierung nach einer Neugliederung der Landkreise und der Bildung von Stadtkreisen immer lauter. Waren Barmen und Elberfeld, die 1861 Stadtkreise wurden, noch als Ausnahmefall charakterisiert worden, so musste die Regierung 1872 offiziell der Neugliederung von Stadtkreisen zustimmen. Düsseldorf, Erfurt, Köln und Krefeld waren die ersten Städte, die von dieser neuen Regelung profitierten. 1873 wurden auch Duisburg, Elbing, Görlitz, Liegnitz und Stralsund neue Stadtkreise.
Ab 1875 war generell eine Einwohnerzahl von mehr als 30.000 Voraussetzung für die Bildung von Stadtkreisen. In einigen Fällen, wie z.B. Hamborn wurde 1911 aus einem rasant auf 100.000 Einwohner gewachsenen Dorf direkt ein Stadtkreis. Dieser wurde 18 Jahre später im Jahre 1929 mit Duisburg zum Stadtkreis Duisburg-Hamborn vereinigt.
Sachsen
Ursprünglich wurden nur die drei Bezirkshauptstädte Dresden, Leipzig und Chemnitz als Unmittelbare Städte von der Einteilung in Amtshauptmannschaften ausgenommen. Als die Stadt Plauen jedoch um 1904 zu einer Großstadt mit über 100.000 Einwohnern herangewachsen war, musste die sächsische Regierung reagieren und gewährte 1907 auch der viertgrößten sächsischen Stadt Plauen und der fünftgrößten sächsischen Stadt Zwickau das Privileg der Kreisfreiheit.
Die seit 1919 amtierende sozialdemokratische Regierung stand dem Wunsch der Städte nach Kreisfreiheit deutlich offener gegenüber und gewährte 1922 zunächst den Städten Bautzen, Freiberg, Meißen und Zittau, im Jahre 1924 dann auch vielen weiteren Städten (unter anderem Döbeln, Freital, Mittweida, Pirna und Riesa) das Privileg der Kreisfreiheit. Die Stadt Radebeul wurde 1935 als letzte sächsische Stadt zum Stadtkreis erhoben, nachdem sie durch den Zusammenschluss mit der Stadt Kötzschenbroda die geforderte Einwohnerzahl von 30.000 Einwohnern erreicht hatte.
Die Städte Görlitz (Stadtkreis seit 1873) und Hoyerswerda (Stadtkreis seit 1996) gehörten bis 1945 zur preußischen Provinz Niederschlesien.
Übrige deutsche Staaten
Das Großherzogtum Oldenburg gewährte außer der Landeshauptstadt Oldenburg (Oldb.) auch den Städten Jever (1855), Varel (1858), Delmenhorst (1903) und Rüstringen (1911), das 1937 mit Wilhelmshaven vereinigt wurde, das Privileg der Kreisfreiheit.
Die Freistaaten Mecklenburg-Schwerin und Thüringen führten bei ihrer staatlichen Neugliederung in den Jahren 1920 bis 1922 das in Preußen übliche System mit Stadt- und Landkreisen ein. Nach der Vereinigung der beiden mecklenburgischen Freistaaten Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz im Jahre 1934 wurden die beiden Strelitzer Städte Neubrandenburg und Neustrelitz als Stadtkreise übernommen, die übrigen Strelitzer Städte jedoch dem Landkreis Stargard eingegliedert.
Baden, Braunschweig, Hessen-Darmstadt und Württemberg kannten bis zur Verwaltungsreform 1938 mit Ausnahme der württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart keine Stadtkreise.
Die Deutsche Gemeindeordnung von 1935
Die Deutsche Gemeindeordnung von 1935 führte den Begriff "Stadtkreis" neu ein. In der "Ersten Verordnung zur Durchführung der Deutschen Gemeindeordnung" vom 23. März 1935 wurden alle Stadtkreise, geordnet nach Bundesstaaten aufgezählt. 1942 gab es hierzu eine Ergänzung. Dabei muss berücksichtigt werden, dass es sich bei diesen Stadtkreisen mit Ausnahme der im Staat Preußen nicht um Stadtkreise im heutigen Sinne handelte. Sie waren eher zu vergleichen mit "kreisangehörigen Städten mit Sonderstatus", also etwa Großen Kreisstädten.
Siehe hierzu: Liste der kreisangehörigen Städte mit Sonderstatus in Deutschland.
Bundesrepublik Deutschland
In der Bundesrepublik Deutschland wurden anfangs nur zwei kreisfreie Städte neu errichtet: Wolfsburg am 1. Oktober 1951 und Leverkusen am 1. April 1955. Andererseits wurden im Zuge der Gebietsreformen der 1970er Jahre viele kreisfreie Städte entweder in die benachbarten Landkreise eingegliedert, z.B. Cuxhaven, Fulda, Gladbeck, Hildesheim, Neu-Ulm, Siegen und Witten oder aber mit einer Nachbarstadt vereinigt, z.B. Rheydt, Wanne-Eickel und Wattenscheid.
Deutsche Demokratische Republik
Während in den ersten Jahren der sowjetischen Besatzung noch Stadtkreise eingerichtet wurden (z.B. Schönebeck (Elbe) im Jahre 1946), beseitigte die 1950 bis 1952 durchgeführte Verwaltungsreform die Mehrzahl der historisch gewachsenen Stadtkreise.
Allerdings wurden in der DDR-Regierung auch neue Stadtkreise gebildet. So war z.B. Johanngeorgenstadt von 1951 bis 1957 Stadtkreis; denn durch den Uranabbau war die Zahl der Einwohner auf über 40.000 gewachen. Nach 1957 sank sie wieder ab. Auch die neu errichtete Stalinstadt (heute Eisenhüttenstadt) wurde 1953 von der DDR-Regierung zum Stadtkreis erhoben. Schwedt(Oder) (1961) und Suhl (1967) gehörten ebenfalls zu den Städten, die wegen ihrer politischen und wirtschaftlichen Bedeutung Stadtkreise wurden. Die erst 1967 gegründete und wegen fehlender Infrastruktur oft als "Schlafstadt" verspottete Großsiedlung Halle-Neustadt wurde 1971 zur kreisfreien Stadt erklärt, 1990 aber wieder der Stadt Halle (Saale) eingliedert.
Österreich
In Österreich wird eine kreisfreie Stadt als Statutarstadt bezeichnet. Lediglich zwischen 1938 und 1945 wurden diese Statutarstädte wie im übrigen Deutschen Reich als Stadtkreise bezeichnet. Diese verfügen im Gegensatz
zu kreisfreien Städten über eine eigene Kommunalverfassung, das Statut.
Eine Statutarstadt übernimmt zugleich die Aufgaben der Bezirkshauptmannschaft.
Polen
Auch Polen gehört zu den Ländern, in denen zwischen Landkreisen und Stadtkreisen unterschieden wird. Einige Städte wurden bereits im Deutschen Kaiserreich zum Stadtkreis (Bromberg 1875, Graudenz und Thorn 1900) bzw. im KuK-Reich zur Statutarstadt erhoben (z.B. Bielitz). Andere Städte wurden erst nach 1918 von der neugegründeten polnischen Republik zu Stadtkreisen erklärt, z.B. Gniezno (1925), Inowrocław (1925) und Kalisz (1929).
Vereinigtes Königreich
Im Vereinigten Königreich wurden County Boroughs 1889 eingeführt, 1974 aber wieder abgeschafft. Die Voraussetzung für die Gewährung des Status war eine gewisse Mindestzahl von Einwohnern, die von zuerst 50.000 über 75.000 (1926) auf zuletzt 100.000 erhöht wurde. 1992 wurden wieder so genannte Unitary Authority eingeführt, die weitgehend den alten "County boroughs" entsprechen.
USA
In den USA gibt es ebenfalls das Konzept einer kreisfreien Stadt unter dem Namen independent city (auf englisch). Seit dem Jahre 1871 sind in Virginia alle Städte per Gesetz kreisfrei, aber auch in anderen Bundesstaaten gibt es "independent cities", z.B. Baltimore in Maryland oder Saint Louis in Missouri.
Siehe auch
- Kommune
- Stadt
- Kreisstadt
- Stadtstaat
- Gemeinde
- Gemeindearten
- Kommunalwahl
- Liste der kreisfreien Städte in Deutschland
- Statutarstadt in Österreich
Kategorie:Politische Geographie
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Kategorie:Körperschaft des öffentlichen Rechts
ja:独立市
ko:독립시
Trier
Die kreisfreie Stadt Trier (frz. Trèves), im Westen von Rheinland-Pfalz gelegen, ist Sitz einer Universität, der Verwaltung des Landkreises Trier-Saarburg, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD, bis 1999 Bezirksregierung Trier) sowie einer römisch-katholischen Diözese (Bistum Trier).
Neben einer Reihe anderer Städte beansprucht auch Trier den Titel der ältesten Stadt Deutschlands für sich.
Mit etwa 100.000 Einwohnern stand Trier nach Mainz, Ludwigshafen am Rhein und Koblenz zusammen mit Kaiserslautern bis 2005 an vierter Stelle unter den Großstädten des Landes. Zum Stichtag 30. Juni 2005 waren aber nur noch 99.685 Einwohner gemeldet. Nächstgrößere Städte sind Saarbrücken, etwa 80 km südöstlich und Koblenz etwa 100 km nordöstlich. Hingegen liegt die luxemburgische Hauptstadt Luxemburg nur etwa 50 km südwestlich von Trier.
Trier bildet eines der 5 Oberzentren des Landes Rheinland-Pfalz. Trier ist neben Luxemburg, Metz und Saarbrücken, mit denen es sich zum Städtebund QuattroPole zusammengeschlossen hat, ein Oberzentrum der Großregion Saar-Lor-Lux-Rheinland Pfalz-Wallonie.
Geografie
Saar-Lor-Lux-Rheinland Pfalz-Wallonie]
Trier liegt in der Mitte einer Talweitung des mittleren Moseltals mit dem Hauptteil am rechten Ufer des Flusses. Bewaldete und zum Teil mit Weinbergen besetzte Hänge steigen zu den Hochflächen des Hunsrücks im Süden und der Eifel im Norden an. Die Grenze zum Großherzogtum Luxemburg ist etwa 15 km entfernt.
Nachbargemeinden
im Uhrzeigersinn beginnend im Norden; alle Gemeinden gehören zum Landkreis Trier-Saarburg
Schweich, Kenn und Longuich (alle zur Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße), Mertesdorf, Kasel, Waldrach, Morscheid, Korlingen, Gutweiler, Sommerau und Gusterath (alle zur Verbandsgemeinde Ruwer), Hockweiler, Franzenheim (alle zur Verbandsgemeinde Trier-Land), Konz (Verbandsgemeinde Konz), Igel, Trierweiler, Aach, Newel, Kordel (Eifel), Zemmer (alle zur Verbandsgemeinde Trier-Land)
Stadtgliederung
Verbandsgemeinde Trier-Land]
Das Stadtgebiet von Trier ist gemäß § 2 der Hauptsatzung der Stadt Trier in 19 Ortsbezirke gegliedert. In jedem Ortsbezirk gibt es einen aus 9 bis 15 Mitgliedern bestehenden Ortsbeirat sowie einen Ortsvorsteher. Die Ortsbeiräte sind zu wichtigen, den Ortsbezirk betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann jedoch dem Gemeinderat der Gesamtstadt. Allerdings haben die Ortsbeiräte auch einige Maßnahmen, bei denen sie in eigener Zuständigkeit allein entscheiden können.
Die Ortsbezirke sind zum Teil in Stadtteile untergliedert. Diese Einteilung dient jedoch lediglich statistischen Zwecken.
Die Ortsbezirke Triers mit ihrer amtlichen Nummer sowie deren zugehörige Stadtteile (in Klammern):
Geschichte
Stadtgeschichte
Vorgeschichte
Ortsvorsteher
Die ersten Spuren von menschlichen Siedlungen im Stadtgebiet sind bandkeramische Siedlungen aus der älteren Jungsteinzeit.
Einer Sage nach soll Trebeta, der Sohn von Assyrerkönig Ninus, Trier 1300 Jahre vor der Entstehung Roms gegründet haben.
Römisches Reich
Nach gesicherten Quellen ist die Stadt Trier jedoch römischen Ursprungs: Zu Füßen eines 30 v. Chr. errichteten und nach wenigen Monaten wieder aufgegebenen Militärlagers auf dem Petrisberg gründen die Römer im Jahre 16 v. Chr. die Stadt (Augusta Treverorum, Stadt des Augustus im Land der Treverer), den Hauptort der Provinz Belgica. Die Ehre, nach seinem Namen benannt zu werden, erhielten ansonsten nur Augsburg und Augst in der Nordschweiz.
Von frühestens der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts an war sie Bischofssitz; erster Bischof war Eucharius. Im Jahr 275 wurde Trier durch den Alamanneneinfall zerstört. Von 293 bis 395 war Trier eine der Residenzen der römischen Kaiser im Westen (siehe auch Spätantike).
Spätantike
Unter der Herrschaft Konstantins des Großen (306–324) wurde die Stadt wieder aufgebaut und Gebäude wie die Palastaula (die heute so genannte Konstantinbasilika) und die Kaiserthermen errichtet. 326 wurden Teile der privaten Wohnpaläste der kaiserlichen Familie zu einer großen Doppelbasilika verändert und erweitert, deren Reste heute noch zum Teil im Bereich des Doms und der Liebfrauenkirche erkennbar sind. Ab 318 war Trier Sitz der Gallischen Präfektur, einer der zwei obersten Behörden des Weströmischen Reiches. 328 bis 340 residierte Kaiser Constantius II. hier, seit 367 war Trier unter Valentinian I. wieder Kaiserresidenz (bis zum Tode von Theodosius I. 395). 407, kurz nach dem Einfall der Wandalen, Alanen und Sueben nach Gallien, wurde die Gallische Präfektur nach Arles an die Rhone verlegt. Im 5. Jahrhundert wurde Trier wiederholt, vermutlich um 413 und 421, von den Franken sowie 451 von den Hunnen unter Attila erobert. Um 475 wurde die Stadt endgültig fränkisch.
Mittelalter
Ende des 5. Jahrhunderts kam Trier unter die Herrschaft der Franken. Durch den Vertrag von Verdun Lothringen zugeschlagen, wurde es unter Heinrich I. 925 dem Ostfrankenreich einverleibt. Zunächst wurde die Stadt von Grafen, seit 902, als die Grafengewalt an die Erzbischöfe überging, vom Vogt des Erzstifts verwaltet; seit 1149 führt sie ein Siegel. Seit dem 10. Jahrhundert strebte Trier danach, reichsunmittelbar zu werden. 1212 erhielt die Stadt von Kaiser Otto IV. einen Freibrief, den Konrad IV. bestätigte. 1309 musste sie jedoch erneut die Gerichtsbarkeit des Erzbischofs anerkennen, der damals der bedeutende Balduin von Luxemburg war (siehe auch Kurfürstentum Trier). Ihr Status als erzbischöfliche Stadt wurde 1364 von Kaiser Karl IV. und 1580 vom Reichskammergericht bestätigt; das Streben nach der Reichsunmittelbarkeit scheiterte allerdings 1583 endgültig. Bis zum Ende des alten Reichs blieb die Stadt Hauptstadt - wenn auch nicht Residenz - des nach ihr benannten Kurstaats. An ihrer Spitze stand ein Schöffengericht, das 1443 vom Erzbischof Jakob I. durch Einsetzung zweier Bürgermeister ergänzt wurde.
Nachdem Ende des 10. Jahrhunderts zunächst der Dombering befestigt worden war, befestigten Erzbischof Theoderich I. und sein Nachfolger Arnold II. befestigten im 13. Jahrhundert die Stadt durch Mauern. Der Gürtel, der dem heutigen Alleenring entsprach, umfasste etwa 138 Hektar.
Frühe Neuzeit
Im Jahr 1473 kamen Kaiser Friedrich III. und Herzog Karl dem Kühnen von Burgund in Trier zusammen. Im gleichen Jahr wurde in Trier eine Universität gestiftet, die 1797 aufgehoben wurde.
Im 17. Jahrhundert verlegten die Erzbischöfe und Kurfürsten von Trier ihre Residenz in das Schloss Philippsburg in Ehrenbreitstein bei Koblenz.
1512 fand in Trier ein Reichstag statt, auf welchem die Einteilung der Reichskreise endgültig festgelegt wurde. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Trier zweimal erobert, 1634 von den Spaniern, am 18. November 1645 von den Franzosen unter Turenne. Französische Truppen nahmen die Stadt auch 1674, 1688 und auf längere Dauer 1794 ein. 1801 kam sie an Frankreich und wurde Hauptstadt des Département Saar. 1814 fiel Trier an Preußen.
Zweiter Weltkrieg
Preußen
Ab September 1944 war die Stadt nicht mehr weit vom Frontverlauf entfernt und wurde fast täglich von amerikanischer Artillerie beschossen. Im Dezember 1944 gab es drei schwere Luftangriffe der Alliierten auf Trier. Am 19. Dezember lassen gegen 15:30 Uhr 30 britische Lancaster-Bomber 136 Tonnen Sprengbomben über der Stadt niedergehen. Zwei Tage später am 21. Dezember 1944 gegen 14:35 werden von 94 Lancaster-Bombern und 47 amerikanischen Jagdbombern 427 Tonnen Bomben (Spreng-, Brand- und Napalmbomben) abgeworfen. Wiederum zwei Tage später am 23. Dezember werden 700 Tonnen Bombenlast auf die Stadt abgeworfen. Nach Recherchen des Heimatforschers Adolf Welter sind mindesten 420 Menschen bei diesen Dezember-Angriffen in Trier ums Leben gekommen. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt. Während des Krieges wurden 1600 Häuser völlig zerstört. Am 2. März 1945 fiel die Stadt ohne schwere Kämpfe in die Hände der Alliierten. Seit 1946 gehört Trier zum Land Rheinland-Pfalz.
Nachkriegszeit
Am 12. Mai 1969 wird das Wildfreigehege im Weisshauswald eröffnet. Ende April 1969 wird an der Porta Nigra die Römerstraße freigelegt.
Am 31. März 1974 wird nach 99 Jahren die „Trierische Landeszeitung“ aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Am 1. April 1974 wird das Studentenwohnheim Martinskloster seiner Bestimmung übergeben. Am 1. Mai 1974 wird der restaurierte Dom wiedereröffnet.
Vom 24. bis 27. Mai 1984 feiert Trier offiziell das 2000-jährige Stadtjubiläum. 1986 wurde das römische Trier (Amphitheater, Barbarathermen, Kaiserthermen, Konstantinbasilika, Igeler Säule, Porta Nigra, Römerbrücke), der Dom St. Peter und die Liebfrauenkirche von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Ein weiteres Kulturerbe ist die Kirche St. Paulin, nach Plänen von Balthasar Neumann. Im Oktober 1988 werden unter dem Viehmarkt Reste einer römischen Wandmalerei entdeckt. Am 5. November wird dann die Sternwarte Trier offiziell eingeweiht. Am 9. September 1993 wird bei Ausschachtungsarbeiten für eine Tiefgarage nahe der Römerbrücke ein Schatz mit 2558 römischen Goldmünzen gefunden. Er hat einen geschätzten Wert von 2,5 Millionen Euro.
Vom 22. April bis 24. Oktober 2004 fand die Landesgartenschau auf dem Petrisberg statt, die von 724.000 Gästen besucht wurde.
Eingemeindungen
Ehemals selbständige Gemeinden und Gemarkungen, die in die Stadt Trier eingegliedert wurden. Einige der Orte waren zwischen 1798 und 1851 bereits Teil des Stadtgebiets. 1798 umfasste das Stadtgebiet insgesamt 890 ha.
Einwohnerentwicklung
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Der Sprung in der Einwohnerzahl im Jahre 1970 und damit das Aufrücken zur Großstadt erklärt sich durch die Eingemeindungen des Jahres 1969.
¹ Volkszählungsergebnis
Politik
An der Spitze der Stadt Trier stand seit 1302 der Schöffenmeister, gelegentlich auch Bürgermeister genannt. Der Schultheiß war Vertreter der erzbischöflichen Hoheitsrechte gegenüber der Stadt. Im 15. Jahrhunderte standen zwei Bürgermeister an der Spitze. Es herrschte stets Streit mit dem Erzbischof über den Status der Stadt. 1795 führte die französische Besatzung die kollegiale Munizipalverfassung ein. 1798 wurde die Mairieverfassung eingeführt und einige Vororte eingegliedert. 1801 folgte eine neue Gemeindeverfassung, die im Wesentlichen bis 1845 beibehalten wurde, wobei der Bürgermeister ab 1818 den Titel Oberbürgermeister führte (Trier war inzwischen Stadtkreis geworden). Der Oberbürgermeister war zugleich Landrat des Kreises Trier (bis 1851). 1856 erhielt die Stadt die „Rheinische Städteordnung“. Der Gemeinderat entschied sich für die Bürgermeisterverfassung (im Gegensatz zur Magistratsverfassung). 1933 folgte die preußische Gemeindeordnung, 1935 die „Deutsche Gemeindeordnung“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zunächst ein Bürgermeister eingesetzt, der 1946 von den Stadtverordneten gewählt wurde. Er war zunächst ehrenamtlich, ab 1949 wieder hauptamtlich tätig.
Bürgermeister
Die Stadtoberhäupter seit 1815:
Der Trierer Oberbürgermeister trägt eine Amtskette aus Gold, die das alte Trierer Stadtsiegel zeigt, auf dem der Patron des Doms von Trier, der hl. Petrus, und der erste Bischof von Trier, Eucharius, von Christus den Schlüssel für die Sancta Treveris (das Heilige Trier) erhalten.
Stellvertreter des Oberbürgermeisters ist Bürgermeister Georg Bernarding. Der Stadtvorstand besteht aus Oberbürgermeister, Bürgermeister und drei Beigeordneten: Peter Dietze, Christiane Horsch und Ulrich Holkenbrink, wobei Ulrich Holkenbrink im Jahr 2006 bei der Oberbürgermeisterwahl als Kandidat der CDU antreten wird.
Stadtrat
Bei den Stadtratswahlen vom 13. Juni 2004 ergab sich folgendes Ergebnis:
#CDU 40,6 % (-4,5) = 21 Sitze (-3)
#SPD 21,9% (-6,1) = 11 Sitze (-4)
#GRÜNE 17,3 % (+6,8) = 9 Sitze (+3)
#UBM - Unabhängige Bürgervertretung Maximini e.V. 15,5 % (+2,8) = 8 Sitze (+1)
#FDP 4,7 % (+2,3) = 3 Sitze (+3)
Wappen
Beschreibung:
In Rot der stehende, nimbierte und golden gekleidete St. Petrus mit einem aufrechten, abgewendeten goldenen Schlüssel in der Rechten und einem roten Buch in der Linken. Die Stadtfarben sind Gelb-Rot.
Bedeutung:
Der Hl. Petrus als Stadtpatron ist schon seit dem 12. Jahrhundert in den Siegeln der Stadt nachweisbar. Die Darstellung der Person wechselte mehrmals und wird seit dem 15. Jahrhundert in aufrechter Form dargestellt. Die Stadtfarben wurden erst im 19. Jahrhundert festgelegt.
Städtepartnerschaften
Trier unterhält Städtepartnerschaften und -freundschaften mit folgenden Städten:
- Metz (Frankreich), seit 13. Oktober 1957
- Ascoli Piceno (Italien), seit 31. August 1958
- Gloucester (Vereinigtes Königreich), seit 29. Juni 1959
- 's-Hertogenbosch (Niederlande), seit 7. Juni 1968
- Pula (Kroatien), seit 8. September 1971
- Fort Worth Bundesstaat Texas (USA), seit 13. Juli 1987
- Weimar (Thüringen), seit 19. Oktober 1990
Religion
Zur Zeit der Treverer wurden keltische Gottheiten in den Tempelbezirken in Trier-West unterhalb des Markusberges an einer Felsenquelle und im Altbachtal verehrt. Im 2. Jahrhundert entstand ein gallo-römischer Tempelbezirk im Altbachtal mit 70 Tempeln und weiteren Kultstätten auf einer Fläche von etwa 5 Hektar.
Trier wurde im 2./3. Jahrhundert Sitz eines Bischofs, der später zum Erzbischof aufstieg. Dieser beherrschte ein geistliches Territorium, das über viele Jahrhunderte eines der Kurfürstentümer des Heiligen römischen Reichs deutscher Nation war. Daher konnte in der Stadt auch die Reformation keinen Fuß fassen; aus Trier ging jedoch mit Caspar Olevian einer der bedeutendsten deutschen reformierten Theologen hervor. Trier blieb eine überwiegend katholische Stadt; eine Minderheit der Trierer bekannte sich zum Judentum. Im 17. Jahrhundert wurde der Bischofssitz teilweise nach Koblenz verlegt. Nach der Besetzung des Erzbistums durch die Franzosen 1794 wurde die Kirchenprovinz schließlich 1803 aufgelöst und das Territorium 1815 der späteren preußischen Rheinprovinz eingegliedert. Trier wurde jedoch 1821 erneut Sitz eines Bischofs, dessen Diözese neu umschrieben und der Kirchenprovinz Köln zugeordnet wurde (Suffraganbistum Trier). Die heutigen Pfarrgemeinden der Stadt bilden seit November 2003 das Dekanat Trier innerhalb des Bistums Trier.
Trier ist ein bedeutender Wallfahrtsort. Im Dom wird der Heilige Rock aufbewahrt, der in unregelmäßigen Abständen von einigen Jahrzehnten ausgestellt wird. Daneben gibt es die "Heilig-Rock-Tage", ein fröhliches Glaubensfest, das von Jahr zu Jahr mehr Menschen anzieht.
Im 19. Jahrhundert zogen auch Protestanten in die Stadt, die alsbald eine eigene Kirchengemeinde gründen konnten. Sie erhielten als Gotteshaus die alte römische Basilika. Später wurden weitere Kirchengemeinden gegründet. Heute gehören alle evangelischen Kirchengemeinden Triers zum Kirchenkreis Trier der Evangelischen Kirche im Rheinland, es sei denn sie sind Glieder einer Freikirche.
Neben evangelischen und römisch-katholischen Kirchengemeinden bestehen weitere Kirchen und Religionsgemeinschaften in Trier: Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, Freie evangelische Gemeinde, Siebenten-Tags-Adventisten, Freikirchliche Pfingstgemeinde, Christengemeinde, Die Christengemeinschaft, http://gemeindechristitrier.blog.intrinet.de Gemeinde Christi und Neuapostolische Kirche.
Der Trierer jüdischen Gemeinde, die seit dem Mittelalter, möglicherweise sogar seit der Antike, existierte, entstammte unter anderem Karl Marx, der berühmteste Sohn Triers; etliche seiner Vorfahren waren Rabbiner in Trier gewesen. Auch der Trierer Bischof Matthias Eberhard entspross väterlicherseits einer jüdischen Familie; sein Großvater
war zum Katholizismus konvertiert.
In der Benediktinerabtei St. Mattheis (dial. für St. Matthias) befindet sich mit dem Grab des Apostels Matthias ([http://www.bibel-online.net/buch/44.apostel/1.html#1,15 siehe Apg 1,15-26]) das einzige Apostelgrab nördlich der Alpen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
- Stadttheater Trier (Oper, Operette, Musical, Ballett, Schauspiel) mit Studio-Bühne
- Antikenfestspiele Trier (seit 1998)
Kleines Volkstheater (Schauspiel in Trierer Mundart)
Orchester
seit 2005 Philharmonisches Orchester der Stadt Trier
Museen
- Rheinisches Landesmuseum (Nachbildung der Igeler Säule, Antike Fundstücke, Mosaikfußböden, Neumagener Weinschiff)
- Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum,
- Städtisches Museum Simeonstift (Stadtmodell),
- Karl-Marx-Haus,
- Spielzeugmuseum (Blechspielzeug etc.),
- Schatzkammer der Stadtbibliothek Trier (Handschriften, Gutenbergbibel, Coronelli-Globen, Karten, Glasmalerei)
Bauwerke
Coronelli
Coronelli
Coronelli
Das römische Trier, Dom St. Peter und Liebfrauenkirche stehen seit 1986 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.
Antike
- Porta Nigra, das Wahrzeichen der Stadt
- Amphitheater (zur Römerzeit mit Wasser flutbar),
- Badethermen: Kaiserthermen, Barbarathermen und Viehmarktthermen
- röm. Palastaula/Konstantinbasilika
- Römerbrücke
Mittelalter
- Trierer Dom
- Die Liebfrauenkirche, im frühsten gotischen Stil 1227-43 erbaut und mit dem Dom durch einen Kreuzgang verbunden, mit figurenreichem Portal und kühn gewölbtem Schiff.
- Der mittelalterliche Hauptmarkt mit Steipe, Rotem Haus, St. Gangolf und der naheliegenden Judengasse
- Benediktinerabtei St. Matthias (Apostelgrab),
- die wehrhaften Wohntürme Frankenturm und Turm Jerusalem
- Dreikönigenhaus
Neuzeit
- Kirche St. Paulin
- Kurfürstliches Palais
- Hochbunker von Trier
- Karl-Marx-Haus und Karl-Marx-Wohnhaus
- Mariensäule
- Französisches Casino
Sport
Die Fußballmanschaft Eintracht Trier schaffte im Sommer 2002 nach langer Abstinenz den Aufstieg in die Zweite Fußball-Bundesliga, stieg aber 2005 wieder in die Regionalliga ab.
Die Damenhandballmanschaft des DJK/MJC Trier, von den Einheimischen auch "Die Miezen" genannt, ist seit Jahren eine feste Größe in der 1. Bundesliga und errang 2003 die deutsche Meisterschaft.
Die Basketball-Bundesliga hat in Trier eine lange Tradition: Der Klub firmierte zuerst unter dem Namen „TVG Trier“, hieß dann kurzzeitig „HerzogTel Trier“ und nennt sich zurzeit TBB Trier. Zu den größten Erfolgen zählt der zweimalige Gewinn des Deutschen Pokals 1998 und 2001.
Außerdem beherbergt Trier eine Rollstuhlbasketball-Mannschaft, die in der ersten Bundesliga spielt, die RSC Rollis Trier.
Die Rugbymannschaft des FSV Trier-Tarforst spielt in der Regionalliga Rheinland-Pfalz. Daneben gibt es auch an der Universität eine Damen- und Herrenmannschaft.
Seit 15 Jahren gibt es die American-Football-Mannschaft PST Trier Stampers.
Für den Motorsport bietet die Stadt das Internationale Trierer Bergrennen im Juni und den Trierer Slalom am Flugplatz Bitburg im September, die jährlich vom Racing Team Trier 1967 e.V. (Ortsclub im ADAC) veranstaltet werden.
Seit 2002 wird ein Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft in Trier und Umgebung ausgetragen.
Regelmäßige Veranstaltungen
Regelmäßige Tanz- oder Disco-Veranstaltungen finden im Zentrum im alten und neuen „Palais“ (Hauptmarkt und Stockplatz), im „Walderdorffs“ (Domfreihof) und Im Forum (altes Französisches Kino) statt.
Im Exhaus (Kurzform für Exzellenzhaus) finden regelmäßig Feten beziehungsweise Disko-Veranstaltungen und Konzerte verschiedener Stilrichtungen statt. Größere Konzerte werden entweder in der Messeparkhalle oder seit Juni 2003 in der neu errichteten Arena Trier veranstaltet.
Die [http://www.eka-trier.de/allgemein/kalender.php Kunsthalle der Europäischen Kunstakademie] organisiert regelmäßig thematische Ausstellungen und Vernissagen mit Künstlern aus dem In- und Ausland sowie Podiumsgespräche, Atelierbesuche, Sommerfeste und Konzerte
- Mai bis September: Trierer Sommertreff
- Mai bis September: Diverse Heimat- und Weinfeste: Olewiger Weinfest, Zurlaubener Weinfest, Zewener Weinfest, Kürenzer Kirmes
- Mai: Europa-Volksfest im Messepark
- Juni: Altstadtfest (letztes Wochenende im Juni), Peter-und-Paul-Messe
- Juni/Juli: Antikenfestspiele Trier
- August: Internationale ADAC-Rallye-Deutschland
- August: Trierer Blumentage
- August: Ehranger Markt
- Oktober: Trierer Weinmarkt von Mosel-Saar-Ruwer
- Ende Oktober/Anfang November: Allerheiligenmesse
- November/Dezember: Weihnachtsmarkt in der City
Jugendzentren
Jugendzentren existieren in Trier-Nord (Exzellenzhaus), Trier-Zentrum (Mergener Hof / MJC), Trier-Euren und Trier-Süd.
Kinos
Im Stadtzentrum existieren zwei Kinos, Broadway und CinemaxX. Filme im Original gibt es im etwa 25 Minuten entfernten Utopolis (Luxemburg-Kirchberg) zu sehen. Des Weiteren gibt es die alternativen Programmkinos Lucky's Luke und F.ab! e.V..
Wirtschaft
Verkehr
CinemaxX]
Durch das Stadtgebiet führt von Luxemburg als dortige A 1 kommend von Südwest nach Nordost die Bundesautobahn 64. Die A 602 führt aus dem Stadtgebiet auf die Bundesautobahn 1 Saarbrücken-Köln. Folgende Bundesstraßen führen durch das Stadtgebiet: B 49, B 51, B 52, B 53 und B 268.
Die Stadt gehört dem Verkehrsverbund Region Trier an. Den öffentlichen Personennahverkehr versorgen mehrere Buslinien der [http://www.swt.de Stadtwerke Trier Verkehrs-GmbH] (SWT) sowie anderer Verkehrsunternehmen. Zwischen 1890 und 1951 wurde in der Stadt eine Straßenbahn betrieben.
Park-and-Ride Parkplätze stehen sowohl im Süden als auch im Norden der Stadt zur Verfügung.
Der Hauptbahnhof Trier, Endstation der Moselbahnstrecke nach Koblenz, befindet sich im Zentrum der Stadt. Weitere Bahnhöfe sind Trier-Ehrang, wo die Eifelbahn durch das Kylltal nach Köln abzweigt, sowie die Haltepunkte Quint, Ehrang-Ort, Pfalzel und Trier-Süd. Über Trier-Süd führen Verbindungen nach Luxemburg und Saarbrücken. Trier liegt nicht an einer ICE-Trasse, deshalb verkehren über Trier nur RE (RegionalExpress), RB (RegionalBahn) und IC (InterCity; früher Interregio). Die nächsten Anschlüsse an ICE-Verbindungen gibt es in Koblenz, Köln und Saarbrücken. Es sind zur Zeit (September 2005) jedoch Bemühungen im Gange Trier ab Dezember 2005 per ICE mit Berlin zu verbinden. Diese Ziele werden ab der Fahrplanänderung am 11. Dezember in die Tat umgesetzt und Trier bekommt einen ICE Anschluss nach Berlin.
Trier besitzt einen Flugplatz (Trier-Föhren). Die nächstgelegenen Flughäfen für nationale und internationale Verbindungen sind Luxemburg (etwa 30 Minuten Autofahrt), Hahn (im Hunsrück, oft auch als Frankfurt-Hahn bezeichnet, etwa 70 Minuten Autofahrt) und Saarbrücken (etwa 60 Minuten Autofahrt).
Über fast zwei Jahrtausende führte der Weg zum linken Moselufer nur über die Römerbrücke. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts folgte die „Kaiser-Wilhelm-Brücke“ als zweite Flussüberquerung und erst 1973 kam dann noch die Konrad-Adenauer-Brücke dazu.
Ansässige Unternehmen
- JT International Germany GmbH (Zigarettenhersteller), 1300 Beschäftige
- GKN Driveline Trier GmbH (Automobilzulieferer), 600 Beschäftigte
- Natus GmbH & Co. KG. (Schaltanlagen), 400 Beschäftigte
- alwitra Flachdach-Systeme GmbH & Co., (Bauzulieferer), 250 Beschäftigte
- MM Graphia Trier GmbH , (Verpackungshersteller), 250 Beschäftigte
- Heintz van Landewyck Tabak und Zigarettenfabrik, 190 Beschäftigte
- EYBL Trier GmbH + Co.KG (Automobilzulieferer), 80 Beschäftigte
- Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch GmbH (Verlag)
- Romika (Schuhhersteller)
- Schloss Wachenheim AG (Sekthersteller)
- Herres Gruppe (Sekthersteller)
- Bernard Massard (Sekthersteller)
Medien
Als Tageszeitung erscheint der Trierische Volksfreund. Daneben werden die Rathauszeitung und der Trierer Wochenspiegel kostenlos an alle Trierer Haushalte verteilt. An der Universität erscheint etwa alle drei Monate die Studentenzeitung "neue universal" (nu).
In Trier befindet sich neben der Sendezentrale des Regionalradios Antenne West (früher "Radio 22", "Radio Trier", "Radio in Trier") auch ein Studio des öffentlich-rechtlichen Südwestrundfunks (SWR), ehemals Südwestfunk (SWF), sowie ein Regionalstudio des privaten Radio RPR.
Es existieren zwei lokale Fernsehsender: ein Offener Kanal und Antenne West TV.
Seit 1999 gibt es das Tagesaktuelle Lifestyle-Internetportal [http://www.hunderttausend.de hunderttausend.de].
Bildung
- Universität Trier, gegründet 1483, 1798 geschlossen und 1970 als Teil der Universität Trier-Kaiserslautern neu gegründet, 1975 verselbständigt
- Theologische Fakultät Trier
- Fachhochschule Trier - Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung; gegründet 1971 durch Vereinigung mehrerer Vorgängereinrichtungen
- [http://www.eka-trier.de Europäische Kunstakademie Trier] - freie Kunstakademie, gegr. 1977 von Prof. Erich Kraemer
- Deutsche Richterakademie
- [http://www.era.int Europäische Rechtsakademie] Fortbildungsstätte für Juristen im Europarecht
- Europäische Akademie des Rheinland-Pfälzischen Sports
- [http://www.trier.de/bildung/schulen_.htm ...und viele andere Schulen und Bildungseinrichtungen]
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
In der Reihenfolge der Verleihung des Ehrenbürgerrechts:
- 1858: Johann Anton Ramboux (1790-1866), Maler
- 1875: Prinz Heinrich der Niederlande (1820-1879)
- 1883: Dr. Karl Holzer (1800-1885), Dompropst
- 1895: Fürst Otto von Bismarck (1815-1898), Reichskanzler
- 1901: Berthold Nasse (1831-1906), Regierungspräsident in Trier und Oberpräsident der Rheinprovinz
- 1901: Prof. Dr. Franz Xaver Kraus (1840-1901), Kirchenhistoriker
- 1904: Geheimrat Karl de Nys (1833-1907), Oberbürgermeister
- 1915: Dr. Michael Felix Korum (1840-1921), Bischof von Trier
- 1927: Albert von Bruchhausen (1859-1948), Oberbürgermeister
- 1930: Paul von Hindenburg (1847-1934), Reichspräsident
- 1930: Dr. jur. h.c. Johannes Fuchs (1874-1956), Reichsminister, Oberpräsident der Rheinprovinz
- ?: Adolf Hitler und Bernhard Rust - Am 3. April 1979 erklärt Oberbürgermeister Carl-Ludwig Wagner: Seit dem Ende des Dritten Reiches sind Adolf Hitler und Bernhard Rust nicht mehr Ehrenbürger der Stadt Trier.
- 1946: Dr. Franz Rudolf Bornewasser (1866-1951), Bischof von Trier
- 1957: Dr. Heinrich Weitz (1890-1962), Oberbürgermeister von Trier
- 1959: Prof. Dr. Theodor Heuss (1884-1963), Bundespräsident
- 1966: Dr. Konrad Adenauer (1876-1967), Bundeskanzler
- 1975: Dr. Bernhard Stein (1904-1993), Bischof von Trier
- 1981: Prof. Dr. Oswald von Nell-Breuning SJ (1890-1991), Nestor der katholischen Soziallehre
- 2003: Jean-Claude Juncker ( - 1954), Premierminister des Großherzogtums Luxemburg
Söhne und Töchter der Stadt
Die folgende Übersicht enthält bedeutende, in Trier geborene Persönlichkeiten chronologisch aufgelistet nach dem Geburtsjahr. Ob die Personen ihren späteren Wirkungskreis in Trier hatten oder nicht ist dabei unerheblich. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
- um 339 ?, Aurelius Ambrosius, † 397 in Mailand, Kirchenlehrer, Verfasser von Hymnen
- Balduin von Luxemburg
- 1536, Caspar Olevian, calvinistischer Theologe (gest. 15. März 1587)
- 1811, Anna Weißebach, Gründerin der Elisabeth-Vereine
- 1815, 1. November, Matthias Eberhard, † 30. Mai 1876 in Trier, Bischof von Trier 1867-76
- 1818, 5. Mai, Karl Marx, † 14. März 1883 in London, Philosoph, Journalist und Politiker
- 1860, 17. Juli, Clara Viebig, Schriftstellerin, † 1952
- 1860, Franz Weißebach, Trierischer Schalk und Stifter des Palastgartens
- 1881, 23. Mai, Ludwig Kaas, Politiker der Zentrumspartei, † 1952
- 1890, 8. März, Oswald von Nell-Breuning, † 22. August 1991 in Frankfurt am Main, Nestor der katholischen Soziallehre
- 1897, 13. Januar, Gerty Spies, jüdische Schriftstellerin, † 10. Oktober 1997
- 1907, 8. Mai, Wolf Graf Baudissin, Offizier der Bundeswehr, Generalleutnant bei der NATO, Direktor des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH)
- 1912, 22. Dezember, Michael Harden, † 21. April 1979 in Fürstenfeldbruck, Komponist („Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein“)
- 1925, 17. April, Gitta Lind, † 9. November 1974 in Tutzingen, Sängerin („Weißer Holunder“)
- 1927, 22. Februar, Ernst Huberty, Sportreporter („Mister Sportschau“)
- 1937, Franz Grundheber, Kammersänger der Hamburgischen und der Wiener Staatsoper
- 1945, Heinz-Peter Baecker, Fotograf, Kameramann, Journalist, Drehbuchautor, Regisseur und seit 1997 auch Schriftsteller
- 1952, 16. April, Peter Arnold, Hornist
- 1956, 4. Januar, Paul Linz, Fußballer und Fußballtrainer
- 1963, 14. Februar, Guildo Horn (eigentlich Horst Chabbi, - als Horst Köhler), Schlagersänger („Guildo hat euch lieb“, deutscher Teilnehmer am Eurovision Song Contest)
- 1964, 29. August, Doris Ahnen, rheinland-pfälzische Ministerin für Bildung, Frauen und Jugend
- 1965, 11. März, Eric Jelen, Tennisspieler
Sonstiges
Trierer Weinversteigerung
In der Rechtswissenschaft ist die Trierer Weinversteigerung ein Standardfall für die Anfechtung.
Literatur
- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/15/seite/0837/meyers_b15_s0837.html#Trier Trier (lat. Augusta Trevirorum, franz. Trèves)], in: Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl. 1888, Bd. 15, S. 837 f.
- Preußens Städte - Denkschrift zum 100jährigen Jubiläum der Städteordnung vom 19. November 1808; hrsg. im Auftrag des Vorstandes des Preußischen Städtetages von Prof. Dr. Heinrich Silbergleit, Berlin, 1908
- Städtebuch Rheinland-Pfalz und Saarland; Band IV 3. Teilband aus "Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1964
- Stattführer - Trier im Nationalsozialismus, Hrsg. von Thomas Zuche, 2. Aufl. 1997
- Universität Trier: 2000 Jahre Trier. Spee-Verlag.
# Heinz Heinen: Trier und das Trevererland in römischer Zeit. 1985. ISBN 3-87760-065-4
# Hans-Hubert Anton / Alfred Haverkamp (Hrsg.): Trier im Mittelalter. 1996. ISBN 3-87760-066-2
# Kurt Düwell / Franz Irsigler (Hrsg.): Trier in der Neuzeit. 1988. ISBN 3-87760-067-0
Weblinks
- [http://www.trier.de Offizielle Homepage der Stadt Trier]
- [http://www.die-roemer-online.de/trier/trier.html die-roemer-online.de Das römische Trier (u.a. großer Artikel zum Gründungsdatum Triers)]
- [http://www.markaurel.de/augustatrever.htm Das römische Trier]
- [http://www.tricon.homepage.t-online.de/index.htm Zeitreise durch die Geschichte der Stadt Trier]
- [http://www.globopix.de/html/trier_1.html Bildreiseführer Trier] - Trier in Fotos
- [http://www.treveris.com/index.htm Trierer Monumente] - Architektonischer und geschichtlicher Hintergrund
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