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Augsburger Religionsfriede

Augsburger Religionsfriede

Der Augsburger Reichs- und Religionsfrieden wurde am 25. September 1555 auf dem Reichstag zu Augsburg zwischen Ferdinand I., der seinen Bruder Kaiser Karl V. vertrat, und den Reichsständen geschlossen. Als Reichsgesetz für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation sicherte er den Anhängern der Confessio Augustana Frieden und ihre Besitzstände zu.

Geschichte

Nach der kaiserlichen Ablehnung der Confessio Augustana auf dem Reichstag in Augsburg 1530 bildete sich ein Jahr später der Schmalkaldische Bund als Bündnis der protestantischen Reichsstände. Dieser verlor 1547 den Schmalkaldischen Krieg gegen Kaiser Karl V. und musste widerwillig das Augsburger Interim annehmen, welches von allen Forderungen der Reformation bis zur endgültigen Klärung durch ein Konzil nur den Laienkelch und die Priesterehe gewährte. Kaiser Karls Plan der Spanischen Sukzession, nach dem die Kaiserwürde an seinen Sohn Philipp II. von Spanien übergehen sollte, obwohl Ferdinand I. 1531 zum römischen König gewählt wurde, führte zum Widerstand der Fürsten, die um ihre Libertät, ihre Freiheiten, fürchteten. Kurfürst Moritz von Sachsen erhielt erst 1547 von Karl V. die Kurwürde des dem Schmalkaldischen Bund angehörenden Johann Friedrich von Sachsen. Der deshalb von den Protestanten Judas von Meißen genannte Moritz wechselte danach die Seite und setzte sich an die Spitze der gegen die Spanische Sukzession aufbegehrenden Fürsten, täuschte Karl 1552 und nötigte ihn zur Flucht. Die Truppen der protestantischen Fürsten drangen bis nach Innsbruck vor. Ferdinand I. handelte unterdessen mit den Reichsfürsten 1552 den Passauer Vertrag und 1555 den Augsburger Religionsfrieden aus. Um die nach der Reformation in Deutschland ausbrechenden Unruhen zwischen den protestantischen und katholischen Reichsständen (Schmalkaldischer Krieg / Fürstenaufstand) zu befrieden, kamen die Fürsten und die Stände im September 1555 nach Augsburg, um einen Reichstag abzuhalten. Die Fürsten formulierten hier nicht mehr eine religiöse, sondern eine politische Kompromissformel, der beide Seiten zustimmen konnten: Wer das Land regierte, solle den Glauben bestimmen: „cuius regio, eius religio“ (wessen Land, dessen Religion). Das bedeutet aber nicht religiöse Freiheit der Untertanen oder gar Toleranz, sondern Freiheit der Fürsten, ihre Religion zu wählen. Es war somit ein Sieg der Territorialherren über das Reich, der Sieg der fürstlichen „Libertät“ über die Zentralgewalt, der Sieg über die Idee des universalen christlichen Kaisertums. Der gleichzeitig vereinbarte allgemeine Landfrieden sicherte dem Reich einen inneren Frieden, bis mit Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges 1618 die Gegensätze erneut und umso heftiger und grauenvoller hervortraten.

Inhalt

"Mit dem Augsburger Religionsfrieden im Jahre 1555 kamen die religionspolitischen, zum Teil auch militärischen Auseinandersetzungen zwischen den evangelischen und katholischen Reichsständen zu einem vorläufigen Ende. Aus dem bisherigen Gegeneinander der evangelischen und der römisch-katholischen Religionsparteien wurde zum ersten Mal ein rechtlich abgesichertes Nebeneinander: die Anerkennung des vormals als „Ketzerei“ bezeichneten evangelischen Glaubens. Mit dem auf dem Augsburger Reichstag geschlossenen Frieden fand das Reformationszeitalter seinen Abschluss. Heutzutage gilt der Augsburger Religionsfriede als wichtiges historisches Dokument einer modernen interreligiöser Toleranz." (Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland, EKD, Kirchenamt Hannover, 2005) Den weltlichen Reichsständen wird Religionsfreiheit zugesichert, allerdings nicht für den Einzelnen, sondern für den Reichsstand. Getreu dem Motto Cuius regio, eius religio (In wessen Gebiet ich lebe, dessen Religion muss ich annehmen, oder kurz: Wes das Land, des der Glaube) bedeutete das, dass den Untertanen keine Religionsfreiheit zuteil wurde, sondern diese den Glauben ihres Landesherrn anzunehmen hatten. Das Motto selbst stammt allerdings erst aus dem 17. Jahrhundert. Untertanen, die der jeweils anderen Konfession angehörten, mussten entweder die Konfession wechseln, durften aber auch auswandern. Dieses Recht auf Auswanderung (nur bei unterschiedlichem Bekenntnis) war für damalige Verhältnisse sehr fortschrittlich, insofern es sich um das erste individuelle Grundrecht der deutschen Rechtsgeschichte handelte. Obwohl die Reformierten erst mit dem Westfälischen Frieden 1648 wirklich gleichberechtigt mit den Katholiken und Lutheranern wurden, gilt der Augsburger Religionsfriede gemeinhin als Abschluss der durch die Reformation bedingten Auseinandersetzungen. Für die katholischen Fürstbistümer gilt jedoch der Geistliche Vorbehalt. Der besagt, dass wenn sich ein Bischof entschließt zu konvertieren, er seinen Titel und seine Herrschaft über das jeweilige Territorium verliert. Er muss dann seine ehemalige Diözese verlassen und es wird ein neuer Bischof eingesetzt.

Auszug aus dem Augsburger Reichs- und Religionsfrieden vom 25.9.1555

§14 (Landfriedensformel) Setzen demnach, ordnen, wollen und gebieten, daß fernerhin niemand, welcher Würde, Standes oder Wesens er auch sei, den anderen befehden, bekriegen, fangen, überziehen, belagern, (...) [möchte], sondern ein jeder den anderen mit rechter Freundschaft und christlicher Liebe entgegentreten soll und durchaus die Kaiserliche Majestät und Wir (der römische König Ferdinand, der für seinen Bruder Karl V. die Verhandlungen führte) alle Stände, und wiederum die Stände Kaiserliche Majestät und Uns, auch ein Stand den anderen, bei dieser nachfolgenden Religionskonstruktion des aufgerichteten Landfriedens in allen Stücken lassen sollen. §15 (Religionsformel) Und damit solcher Friede auch trotz der Religionsspaltung, wie es die Notwendigkeit des Heiligen Reiches Deutscher Nationen erfordert, desto beständiger zwischen der Römischen Kaiserlichen Majestät, Uns, sowie den Kurfürsten, Fürsten, und Ständen aufgerichtet und erhalten werden möchte, so sollen die Kaiserliche Majestät, Wir, sowie die Kurfürten, Fürsten und Stände keinen Stand des Reiches wegen der Augsburgischen Konfession, und deren Lehre, Religion und Glauben in gewaltsamer Weise überziehen, beschädigen, vergewaltigen oder auf anderem Wege wider Erkenntnis, Gewissen und Willen von dieser Augsburgischen Konfession, Glauben, Kirchengebräuchen, Ordnungen und Zeremonien, die sie aufgerichtet haben oder aufrichten werden, in ihren Fürstentümern, Ländern und Herrschaften etwas erzwingen oder durch Mandat erschweren oder verachten, sondern diese Religion, ihr liegendes und fahrendes Hab und Gut, Land, Leute, Herrschaften, Obrigkeiten, Herrlichkeiten und Gerechtigkeiten ruhig und friedlich belassen, und es soll die strittige Religion nicht anders als durch christliche, freundliche und friedliche Mittel und Wege zu einhelligem, christlichem Verständnis und Vergleich gebracht werden.

Literatur


- Thomas Brockmann: Art. "Augsburger Religionsfrieden", in: Enzyklopädie der Neuzeit, Stuttgart 2005, Sp. 848-850. ISBN 3476019357
- Axel Gotthard: Der Augsburger Religionsfrieden, Münster 2004. ISBN 3402038153
- Carl A. Hoffmann u.a. (Hg.): Als Frieden möglich war. 450 Jahre Augsburger Religionsfrieden, Begleitband zur Ausstellung im Maximilianmuseum Augsburg (16.6.-16.10.2005), Regensburg 2005. ISBN 3795417481

Weblinks


- [http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/ku.php?tab=que&ID=739 Der Augsburger Reichsabschied ("Augsburger Religionsfrieden") im Volltext]
- [http://www.pax2005.de Offizielle Seite der Stadt Augsburg zum 450-jährigen Bestehen des Augsburger Religionsfriedens] mit vielen Veranstaltungshinweisen
- [http://www.augsburger-religionsfrieden.de Als Frieden möglich war. Offizielle Seite der Ausstellung anlässlich 450-jährigen Jubiläums im Maximilianmuseum Augsburg]
- [http://www.miz-online.de/archiv/miz205.htm#zuend Gerhard Rampp: Wie friedlich war der Augsburger Religionsfrieden?] (MIZ Materialen und Informationen zur Zeit, Ausgabe 2-2005) Kategorie:Christentumsgeschichte (Reformationen) Kategorie:Bayerische Geschichte Kategorie:Deutsche Geschichte (Heiliges Römisches Reich) Kategorie:Reformation Kategorie:Friedensvertrag Augsburger Reichs- und Religionsfrieden Kategorie:Rechtsgeschichte Kategorie:Augsburg ja:アウグスブルクの和議

1555

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 5. Februar: Des Kaisers Bruder, König Ferdinand I., eröffnet den Reichstag zu Augsburg zur Neuordnung der politisch-kirchlichen Verhältnisse im Reich
- 9. April: Marcello Cervini wird als Marcellus II. zum Papst gewählt
- 23. Mai: Gian Pietro Carafa wird als Paul IV. zum Papst gewählt
- 25. September: Der Augsburger Religionsfriede bringt das Ende der Glaubenskriege der Reformationszeit
- Nostradamus schreibt seine Centurien (Prophetien)

Geboren


- 21. April: Lodovico Carracci, italienischer Maler († 1619)
- 28. September: Henri de La Tour d'Auvergne, duc de Bouillon, französischer Heerführer, Diplomat und Politiker († 1623)
- 16. Dezember: Hermann Vultejus, deutscher Jurist († 1634)
- 27. Dezember: Johann Arndt, zählt zu den wichtigsten nachreformatorischen Theologen († 1621)
- Antoine de Pluvinel († 1620)

Gestorben


- 18. März: Sebastian von Heusenstamm, Erzbischof von Mainz, Reichserzkanzler (
- um 1500?)
- 23. März: Julius III. (Papst), war als Julius III. Papst 7. Februar 1550: 23. März 1555 (
- 1487)
- 13. April: Johanna von Kastilien, Tochter der Katholischen Könige Spaniens, (
- 1479)
- 1. Mai: Marcellus II. (Papst), war unter dem Namen Marcellus II. Papst vom (
- 1501)
- 23. Juni: Pedro Mascarenhas, portugiesischer Seefahrer, Entdecker und Diplomat (
- um 1484)
- 9. Oktober: Justus Jonas, deutscher Reformator (
- 1493)
- 16. Oktober: Hugh Latimer, britischer Theologe und Reformator (
- um 1485)
- 4. November: Agnes von Hessen, Kurfürstin von Hessen (
- 1527)
- 21. November: Georgius Agricola, Wissenschaftler und wurde auch „Vater der Mineralogie bezeichnet“ (
- 1494) ko:1555년

Reichstag (HRR)

Der Begriff Reichstag bezeichnet ursprünglich die Versammlung der Reichsstände des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Die neben dem König/Kaiser stehende Körperschaft entwickelte sich seit dem 12. Jahrhundert aus den formlosen Hoftagen und wurde 1495 mittels eines Vertrages zwischen dem Kaiser und den Ständen zu einer festen Institution der Reichsverfassung. Der Reichstag wurde bis zum 16. Jahrhundert in unregelmäßigen Abständen jeweils in eine Bischofs- oder Reichsstadt einberufen und war das maßgebliche Gegengewicht der Stände gegenüber der kaiserlichen Zentralgewalt. Seit 1663 tagte der Immerwährende Reichstag als ständiger Gesandtenkongress in Regensburg. Seit 1489 umfasste er drei Kollegien:
- das Kurfürstenkollegium/der Kurfürstenrat.
- das Reichsfürstenkollegium/der Reichsfürstenrat (übrige weltliche und geistliche Fürsten sowie reichsunmittelbare Grafen und Prälaten)
- das Reichsstädtekollegium/der Reichsstädterat. Ein Reichsgesetz ('Reichsabschied', später 'Reichsschluss') erforderte die getrennte Zustimmung aller drei Kollegien und zuletzt die des Kaisers bzw. des kaiserlichen Prinzipalkommissars. Ab 1663 waren die Reichsstände nicht mehr persönlich auf dem Reichstag anwesend, sondern ließen sich durch Gesandte vertreten. Der Reichstag existierte bis zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im Jahr 1806. Die Bezeichnung Reichstag trugen nach 1866 auch das Parlament des Norddeutschen Bundes und ab 1871 das Parlament des Deutschen Reiches.

Tagungsorte von Hof- und Reichstagen

Siehe auch: Reichstag (Gebäude), Reichstag, Liste der deutschen Hauptstädte in der Geschichte Kategorie:Heiliges Römisches Reich

Karl V. (HRR)

Karl V. (
- 24. Februar 1500 in Gent; † 21. September 1558 im Kloster San Jerónimo de Yuste, Extremadura) war von 1516 an König von Spanien und von 1519 auch Kaiser des Heiligen Römischen Reichs (HRR). Am 23. August 1556 verzichtete er zugunsten seines Sohnes auf den spanischen Thron und zugunsten seines Bruders auf die Kaiserwürde. Durch die neuen Besitzungen in Amerika regierte Karl V. über ein Reich, „in dem die Sonne nie unterging“.

Kindheit

Karl wurde als ältester Sohn von Philipp I. dem Schönen und Johanna der Wahnsinnigen von Kastilien am 24. Februar 1500 in Gent geboren. Er war Enkel von Ferdinand II. von Aragon, Isabella I. von Kastilien und von Maximilian I., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. 1506, als sein Vater starb, erbte Karl mit sechs Jahren das Herzogtum der Niederlande und von Burgund. Er wurde an den Hof seiner Tante Margarete (der Tochter Maximilians I.) in die Niederlande gebracht. Seine religiöse Erziehung übernahm Adrian von Utrecht, der spätere Papst Hadrian VI..

Der Herrscher

Hadrian VI.

Beginn seiner Zeit als Herrscher

Nach dem Tod seines Großvaters Ferdinand 1516 wurde Karl König von Kastilien, das er mit seiner für geisteskrank erklärten Mutter regierte, und zudem von Aragonien, Navarra, Granada, Neapel, Sizilien, Sardinien und den spanischen Kolonien in Amerika. Da er erstmals in einer Person die Kronen von Kastilien und Aragonien vereinte, gilt er als erster König von Spanien. Als 1519 sein Großvater Maximilian starb, erbte Karl auch die Habsburgischen Lande in Deutschland (mit dem Kernland Österreich).

Königswahl und Kaiserkrönung

Um Maximilians Nachfolge als Deutscher König und Römischer Kaiser bewarben sich neben ihm auch Franz I. von Frankreich sowie Heinrich VIII. von England. Am 28. Juni 1519 wählten die Kurfürsten Karl zum König (was zur damaligen Zeit Vorstufe zur Erlangung der Kaiserwürde war); den Wahlkampf hatte ihm die Kaufmannsfamilie der Fugger finanziert, die dafür weitreichende Privilegien vom Reich erhielt. Die Krönung erfolgte am 23. Oktober 1520 im Kaiserdom zu Aachen durch den Kölner Erzbischof Hermann V. von Wied. Kaiser Karl V. war der letzte Römische Kaiser, dessen Kaisertum durch die Krönung durch den Papst bestätigt wurde: Am 24. Februar 1530 geschah dies in Bologna durch Papst Klemens VII..

Kriege

Zur Zeit Karls V. waren die einzigen Konkurenten um die Vorherrschaft in Europa das Königreich Frankreich und das Reich der Osmanen, was sich auch in der Anzahl der Kriege gegen diese zwei Reiche niederschlug.

Krieg gegen Frankreich

Er führte Krieg gegen Frankreich von 1521 bis 1526 im Kampf um die Vorherrschaft in Norditalien, darunter auch das reiche Mailand. Der Krieg wurde auch an der spanischen Grenze zu Frankreich und in den Burgundischen Niederlanden ausgetragen. 1525 nahm Karl Franz I. von Frankreich in der Schlacht bei Pavia (24. Februar) gefangen und brachte ihn 1526 zur Unterzeichnung des Vertrags von Madrid, in dem Frankreich auf seine Besitzansprüche in Norditalien verzichtete. Nachdem Franz wieder frei war, brach dieser jedoch sein Wort. Der 1529 mit Frankreich unterzeichnete Damenfriede von Cambrai und der Friede von Barcelona (mit dem Papst) bestätigten Karl als Kaiser des Heiligen Römischen Reichs und erlaubte ihm auch, seine Ländereien in Italien zu behalten. 1527 plünderten Karls Truppen, beim so genannten Sacco di Roma, die Stadt Rom. Dies geschah auf seine Veranlassung, da ihm die Mittel fehlten die Landsknechte zu bezahlen. Allerdings provozierte auch die Teilnahme Roms an der Union von Cognac Karl den V. zu dieser brutalen Plünderung. Dabei setzten sie Papst Klemens VII. in der Engelsburg fest, was Karl in einige Verlegenheit brachte, ihm aber ermöglichte, die Annullierung der Ehe Heinrichs VIII. von England mit seiner Tante Katharina von Aragón durch den Heiligen Stuhl zu verhindern. Für Rom war dies ein starker Schlag, von dem die Stadt sich nur langsam erholen konnte. Katharina von Aragón

Reformation und Bauernkrieg

Als Kaiser des Heiligen Römischen Reichs lädt Karl 1521 Martin Luther unter Gewährung sicheren Geleits auf den Reichstag zu Worms. Gegen Luther und seine wachsende Anhängerschaft wurde die Reichsacht verhängt. Jedoch war Karl mit anderen Belangen so stark beschäftigt, dass er nicht in der Lage war, dem Protestantismus Einhalt zu gebieten. Zwischen 1524 und 1526 wurde das Reich vom deutschen Bauernkrieg erschüttert; zu dieser Zeit entstand auch der luthertreue Schmalkaldische Bund. In diesen Jahren übertrug Karl immer mehr Verantwortung für Deutschland auf seinen Bruder Ferdinand, während er sich auf außenpolitische Probleme konzentrierte. Mit der Eröffnung des Konzils von Trient 1545 begann die Gegenreformation und Karl gewann für die katholische Seite einige der Fürsten des Reichs. 1546 griff er den Schmalkaldische Bund an, besiegte Johann Friedrich von Sachsen in der Schlacht bei Mühlberg (24. April 1547) und nahm Philipp von Hessen gefangen. Auf dem Reichstag zu Augsburg entwarf er einen Kompromiss, der nach seiner Meinung von Katholiken und Protestanten gleichermaßen angenommen werden konnte (Augsburger Interim). 1548 machte er die Siebzehn Provinzen der Niederlande zu einem Gebilde außerhalb des Reiches (siehe auch:Pragmatische Sanktion“). Im Jahre 1552 erlitt er gegen das Heer der protestantischen Fürstenopposition unter Kurfürst Moritz von Sachsen bei Innsbruck in Tirol eine entscheidende Niederlage. Nur widerwillig stimmte er dem Passauer Vertrag zu. 1555 musste er den Augsburger Reichs- und Religionsfrieden anerkennen.

Krieg gegen die Türken

Mehrere Jahre kämpfte Karl gegen das Osmanischen Reich und dessen Sultan Süleyman den Prächtigen. Vor dem Hintergrund der „Türkengefahr“ schloß er mit den protestantischen Reichsständen 1532 den Nürnberger Religionsfrieden. Die Expeditionen der osmanischen Streitkräfte entlang der Mittelmeerküste bedrohten die Länder Habsburgs und den Frieden in Westeuropa. Einen wichtigen Sieg konnte Karl 1535 gegen Tunis erringen, jedoch verbündete sich Franz I. 1536 mit Süleyman gegen Karl. Während Franz 1538 zum durch Papst Paul III. vermittelten Friedensvertrag von Nizza gedrängt werden konnte, verbündete er sich 1542 wieder mit dem Osmanischen Reich gegen Karl. Ein 1543 mit Heinrich VIII. von England gebildetes Bündnis drängte Franz zum Waffenstillstand 1544 im Frieden von Crépy. Um einen Aufschub für die hohen Kosten ihres Krieges zu erreichen, unterzeichnete Karl später einen demütigenden Vertrag mit den Osmanen. (siehe auch Türkenkriege)

Abdankung

1556 dankte Karl ab und teilte seinen mannigfaltigen Besitz auf. Sein Sohn, Philipp II. von Spanien erhielt Spanien, sein Bruder Ferdinand I. wurde Nachfolger im Heiligen Römischen Reich. Seine eindrucksvolle Abdankungserklärung verfaßte er in Latein. Er sprach nur schlecht Deutsch (Ein berühmter, ihm zugeschriebener Ausspruch lautet: „Ich spreche Spanisch zu Gott, Italienisch zu den Frauen, Französisch zu den Männern und Deutsch zu meinem Pferd.“). Im September 1556 stellte er den Kurfürsten seine förmliche Abdankungsurkunde zu, ein einmaliger Vorgang in der Geschichte des Heiligen Römischen Reiches. Karl V. zog sich in das Kloster von Yuste (Extremadura) zurück, wo er vermutlich einen Nervenzusammenbruch erlitt und am 21. September 1558 verstarb. Extremadura

Auszug aus der Abdankungserklärung Kaiser Karls V. – Brüssel am 25. Oktober 1555

Vor vierzig Jahren, am selben Ort, am Vorabend des Dreikönigstages, hat mich der Kaiser, mein Großvater, für volljährig erklärt. Dann wurde ich König von Spanien, dann selbst Kaiser – Ich habe die Kaiserkrone gesucht, nicht um über noch mehr Reiche zu gebieten, sondern um für das Wohl Deutschlands und der anderen Reiche zu sorgen, der gesamten Christenheit Frieden und Eintracht zu erhalten und zu schaffen und ihre Kräfte gegen die Türken zu wenden. Ich habe darum viel beschwerliche Reisen machen, viele beschwerliche Kriege führen müssen … aber niemals mutwillig, sondern stets sehr gegen meinen Willen als Angegriffener … Große Hoffnung hatte ich – nur wenige haben sich erfüllt, und nur wenige bleiben mir: und um den Preis welcher Mühen! Das hat mich schließlich müde und krank gemacht. Ihr wißt alle, wie sehr … Ich habe alle Wirrnisse nach Menschenmöglichkeit bis heute ertragen, damit niemand sagen könnte, ich sei fahnenflüchtig geworden. Aber jetzt wäre es unverantwortlich, die Niederlegung noch länger hinauszuzögern. Glaubt nicht, daß ich mich irgend Mühen und Gefahren entziehen will: Meine Kräfte reichen einfach nicht mehr hin. Vertraut meinem Sohn, wie er euch vertraut, seid einig, übt stets Gerechtigkeit und lasset den Unglauben nicht in eure Reihen. Was mich betrifft: ich weiß, daß ich viele Fehler begangen habe, große Fehler, erst wegen meiner Jugend, dann wegen des menschlichen Irrens und wegen meiner Leidenschaften, und schließlich aus Müdigkeit. Aber bewußt habe ich niemandem Unrecht getan, wer es auch sei. Sollte dennoch Unrecht entstanden sein, geschah es ohne mein Wissen und nur aus Unvermögen: ich bedaure es öffentlich und bitte jeden, den ich gekränkt haben könnte, um sein Verzeihen.

Nachkommen

Am 10. März 1526 heiratete Karl V. in Sevilla Isabella, Schwester von Johann III. von Portugal, der kurz vorher erst Karls Schwester Eleonore geehelicht hatte. Mit ihr hatte er die folgenden Kinder:
- Philipp II. (
- 21. Mai 1527; † 13. September 1598),
- Maria (
- 21. Juni 1528; † 26. Februar 1603) – 1548 verheiratet mit Kaiser Maximilian II.
- Ferdinand (
- /† 1530)
- Johanna (
- 26. Juni 1537; † 7. September 1573) – 1552 verheiratet mit Johann Manuel, Prinz von Portugal
- Johann (
- 20. April 1539; † 20. April 1539) Zudem war er Vater der unehelichen Tochter Margarethe von Parma (
- 28. Dezember 1522; † 18. Januar 1586) und des unehelichen Sohnes Don Juan de Austria (
- 24. Februar 1547; † 1. Oktober 1578), den er mit der bürgerlichen Barbara Blomberg hatte.

Stammbaum

┌──> Friedrich III. (HRR) (1415–1493), │ Deutscher Kaiser (1452–1493) │ ┌──> Maximilian I. (1459–1519), │ Deutscher Kaiser (1493–1519) │ │ │ └──> Eleonore Helena von Portugal (1434–1467), │ Infantin von Portugal │ ┌──> Philipp der Schöne (1478–1506), │ Erzherzog von Österreich, König von Kastilien und León (1504–1506) etc. │ │ │ │ ┌──> Karl der Kühne (1433–1477), │ │ │ Herzog von Burgund (1467–1477), Pfalzgraf von Burgund (1467–1477) etc. │ │ │ │ └──> Maria von Burgund (1457–1482) │ Herzogin von Burgund (1477–1482), Pfalzgräfin von Burgund (1477–1482) etc. │ │ │ └──> Isabella von Bourbon (1437–1465) │ … │ Karl V. (1500–1558), König von Kastilien und Leon (1506–1556), König von Aragón (1516–1556), Deutscher Kaiser (1519–1556) │ │ ┌──> JohannII. (1397–1479), │ │ König von Aragón (1458–1479), König von Navarra (1425–1441), Usurpator in Navarre (1441–1479) │ │ │ ┌──> Ferdinand II. (1452–1516), Ferdinand der Katholische │ │ König von Aragón (1479–1516), König von Kastilien und León (1474–1504) etc. │ │ │ │ │ └──> Juana Enríquez (1425–1468), │ │ … │ │ └──> Johanna die Wahnsinnige (1479–1555), Titularkönigin von Kastilien und León (1504–1555), von der Thronfolge in Aragón ausgeschlossen │ │ ┌──> Johann II. (1405–1454), │ │ König von Kastilien und León (1406–1454) │ │ └──> Isabella I. (1451–1504), Isabella die Katholische Königin von Kastilien und León (1474–1504) │ └──> Isabella von Portugal (1428–1496) Infantin von Portugal

Literatur


- Ernst Schulin: Kaiser Karl V. Geschichte eines übergroßen Wirkungsbereichs, Kohlhammer, Stuttgart 1999, ISBN 3170156950
- Ferdinant Seibt: Karl V., Goldmann, München 1999, ISBN 3442755115
- Stephan Diller, Joachim Andraschke, Martin Brecht: Kaiser Karl V. und seine Zeit, Uni-Verlag, Bamberg 2000, ISBN 3933463068
- Alfred Kohler: Karl V. 1500–1558. Eine Biographie, CH Beck, München 2001, ISBN 3406453597
- Alfred Kohler: Quellen zur Geschichte Karls V., Wiss.-Buchgesellschaft, Darmstadt 1990, ISBN 3534048202

Weblinks


- [http://www.bautz.de/bbkl/k/Karl_V_k.shtml Karl V. im Bio.-Biblio. Kirchenlexikon]
- [http://www.khm.at/karl5/ Kaiser Karl V. und seine Epoche]
- [http://people.freenet.de/seeCoins/KarlV/index_D.htm Kaiser Karl V. auf Münzprägungen]
- [http://www.historiker.de/cgi-local/menschenbilder/show.pl?file=data%2fbilddatenbank.data&id=37&listtemp=templates%2fframe_ausschnitt_person.htm Biografie und Bildnis des Kaisers Karl V.] Kategorie:Mann Kategorie:Habsburger Kategorie:Kaiser (HRR) Kategorie:König (Spanien) Kategorie:Herzog (Geldern) Kategorie:Gestalten der Reformation Kategorie:Geboren 1500 Kategorie:Gestorben 1558 ja:カール5世 (神聖ローマ皇帝)

Reichsgesetz

Reichsgesetze wurden im alten Deutschen Reich (bis 1806) von den Reichstagen beschlossen. Das Vorschlagsrecht hierzu hatten sowohl der Kaiser als auch das Kurfürstenkollegium. Jeder Vorschlag wurde zunächst im Rat der Kurfürsten beraten und gelangte mit dessen Gutachten an den Reichsfürstenrat und danach an das Kollegium der Reichsstädte. Um in Kraft zu treten, bedurften sie aber der kaiserlichen Konfirmation (Bestätigung). Im neuen Reich (nach 1871) wurden sie zunächst vom Reichstag beschlossen, dann von Bundesrat (der Vertretung der verbündeten Regierungen der Teilstaaten des Dt. Reichs) genehmigt und schließlich vom Kaiser "ausgefertigt und verkündet". Der Kaiser hatte hierbei keine Änderungsmöglichkeit mehr, sondern war zur Verkündung rechtlich verpflichtet. Bei der Gründung des Reiches (am 18. Januar 1871) wurden die Gesetze des Norddeutschen Bundes (1866-1871) als Reichsgesetze übernommen. Kategorie:Rechtsgeschichte

Confessio Augustana

die Confessio Augustana]] Die Confessio Augustana (CA, oder das Augsburger Bekenntnis/Konfession) ist ein grundlegendes Bekenntnis der protestantischen Reichsstände zu ihrem Glauben. Die Confessio Augustana wurde auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 Kaiser Karl V. dargelegt. Sie gehört auch heute noch zu den verbindlichen Bekenntnisschriften der lutherischen Kirchen. Mit Luthers 95 Thesen begann 1517 die Reformation in Deutschland, die sich trotz des Wormser Ediktes in Windeseile ausbreitete. Immer mehr Reichsstände bekannten sich zum Protestantismus. Der Streit um den Rechten Glauben drohte das Reich zu spalten und so versuchte Kaiser Karl V. die Glaubenseinheit des Reiches zu retten. Die Einladung zum Reichstag zu Augsburg hörte sich sehr versöhnlich an, und die Protestanten hatten die Hoffnung, nun doch eine gütliche Einigung zu erreichen. Auf dem Reichstag zu Speyer 1529 war das Wormser Edikt erneut bestätigt worden und so stand die Reformation auf rechtlich unsicherem Boden. Dies sollte sich nun eventuell ändern. Aus diesem Grund beauftragte Friedrich der Weise Melanchthon, eine Apologie (griech. Verteidigung) der Reformation zu schreiben. Nach dem Bekanntwerden der 404 Artikel Ecks war die kurzgefasste Apologie aber nicht mehr ausreichend. So begann man auf dem Reichstag die Schrift umzuformulieren, und aus der Apologie wurde eine Confessio (lat. Bekenntnis). Gleichzeitig stand nun auch die Betonung der Übereinstimmung mit der katholischen Kirche in vielen Punkten im Vordergrund, da sich der Kaiser auf dem Reichstag durch sein Verhalten, insbesondere seinem Versuch, die Protestanten zur Teilnahme an der Fronleichnamsprozession zu zwingen, als wenig kompromissbereit offenbart hatte. Fronleichnam] Als Grundlage dienten die von Luther verfassten Schwabacher Artikel, ein Bekenntnis der lutherischen Reformation gegen Zwingli und die Torgauer Artikel. Die Schrift ist zeitgleich sowohl lateinisch als auch deutsch verfasst worden, wobei es bedeutende Unterschiede in den beiden Fassungen gibt. Die deutsche Version verlas Christian Beyer vor Karl V. Melanchthon hat an der lateinischen Fassung stilistisch bis zur letzten Minute gearbeitet und den 10. Artikel über das Abendmahl in seinem Sinne ein wenig angepasst die dann Gregor Brück dem Kaiser übergab. So ist die Realpräsenz Christi in der lateinischen Fassung ein wenig offener gehalten. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zum Abendmahl waren die oberdeutschen Städte und Zwingli nicht an der CA beteiligt und schrieben ihre eigenen Bekenntnisse, die aber nicht öffentlich verlesen wurden. Aus diesem Grund waren Anhänger der reformierten Kirche auch nicht beim Augsburger Religionsfrieden 1555 inbegriffen und wurden weiterhin verfolgt. Lediglich Anhänger der Confessio Augustana wurden als gleichbedeutend neben den Altgläubigen geduldet. Zusammen mit den Bekenntnissen der Confessio Tetrapolitana und der Fidei Ratio von Zwingli wurde auf dem Augsburger Reichstag am 25. Juni 1530 die Confessio Augustana eingereicht, wobei nur die letzte verlesen wurde, die Philipp Melanchthon unter Mitarbeit von Johannes Brenz verfasst hatte. Martin Luther hielt sich aus politischen Gründen zu dieser Zeit in Coburg auf, stand mit Melanchthon aber in ständigem Briefkontakt. Mit der auf lateinisch und deutsch gehaltenen Schrift sollte eine Verständigung mit den Altgläubigen erreicht werden. Die katholischen Theologen Eck und Faber schrieben auf Karls Anweisungen die "Confutatio", womit die Confessio Augustana aus Sicht der Altgläubigen und des Kaisers widerlegt war. Die Apologie der Confessio Augustana wurde nicht mehr angenommen und Kaiser Karl V. bestätigte das Wormser Edikt in seiner Wirksamkeit. Die evangelischen Reichsstände schlossen sich deshalb 1531 zum Schmalkaldischen Bund zusammen, der nach dem Schmalkaldischen Krieg 1546/47 das Augsburger Interim und 1555 endlich den Augsburger Religionsfrieden erreichte, in dem die Confessio Augustana variata anerkannt wurde. Zu Streitpunkten führten Änderungen in der lateinischen Ausgabe der Confessio Augustana, die 1540 erschien. Darin wurden in manchen Standpunkten die Auffassungen Luthers gelockert. Auf dem Naumburger Fürstentag 1561 beschloss man deshalb, auf die unveränderte Fassung, die Confessio Augustana invariata, zu bestehen. Diese ist bis heute verbindliches Bekenntnis lutherischer Kirchen und Gemeinden.

Literatur


- Bauer, Holger: Nikolaus Ludwig von Zinzendorf und das lutherische Bekenntnis. Zinzendorf und die Augsburger Konfession von 1530. (Diss. Münster 2002), Beiheft der UNITAS FRATRUM Nr. 12, Herrnhuter Verlag, Herrnhut 2004, ISBN 3-931956-19-9.

Siehe auch


- Apologie der Confessio Augustana
- Confessio Helvetica (Helvetisches Bekenntnis)
- Confessio Bohemica
- Das Augsburger Bekenntnis (deutsch) auf Wikisource

Weblinks


- [http://www.ekd.de/bekenntnisse/117_augsburger_bekenntnis.html www.ekd.de/] revidierter Text der CA (Nur Teil I, gekürzt)
- [http://www.ctsfw.edu/etext/boc/ac/german/ www.ctsfw.edu] Vollständiger Text, altdeutsch, Inhaltsverzeichnis englisch Kategorie:Bekenntnis Kategorie:Protestantismus Kategorie:Christentumsgeschichte (Reformationen) Kategorie:Deutsche Geschichte (Heiliges Römisches Reich) Kategorie:1530 ja:アウグスブルク信仰告白

Confessio Augustana

die Confessio Augustana]] Die Confessio Augustana (CA, oder das Augsburger Bekenntnis/Konfession) ist ein grundlegendes Bekenntnis der protestantischen Reichsstände zu ihrem Glauben. Die Confessio Augustana wurde auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 Kaiser Karl V. dargelegt. Sie gehört auch heute noch zu den verbindlichen Bekenntnisschriften der lutherischen Kirchen. Mit Luthers 95 Thesen begann 1517 die Reformation in Deutschland, die sich trotz des Wormser Ediktes in Windeseile ausbreitete. Immer mehr Reichsstände bekannten sich zum Protestantismus. Der Streit um den Rechten Glauben drohte das Reich zu spalten und so versuchte Kaiser Karl V. die Glaubenseinheit des Reiches zu retten. Die Einladung zum Reichstag zu Augsburg hörte sich sehr versöhnlich an, und die Protestanten hatten die Hoffnung, nun doch eine gütliche Einigung zu erreichen. Auf dem Reichstag zu Speyer 1529 war das Wormser Edikt erneut bestätigt worden und so stand die Reformation auf rechtlich unsicherem Boden. Dies sollte sich nun eventuell ändern. Aus diesem Grund beauftragte Friedrich der Weise Melanchthon, eine Apologie (griech. Verteidigung) der Reformation zu schreiben. Nach dem Bekanntwerden der 404 Artikel Ecks war die kurzgefasste Apologie aber nicht mehr ausreichend. So begann man auf dem Reichstag die Schrift umzuformulieren, und aus der Apologie wurde eine Confessio (lat. Bekenntnis). Gleichzeitig stand nun auch die Betonung der Übereinstimmung mit der katholischen Kirche in vielen Punkten im Vordergrund, da sich der Kaiser auf dem Reichstag durch sein Verhalten, insbesondere seinem Versuch, die Protestanten zur Teilnahme an der Fronleichnamsprozession zu zwingen, als wenig kompromissbereit offenbart hatte. Fronleichnam] Als Grundlage dienten die von Luther verfassten Schwabacher Artikel, ein Bekenntnis der lutherischen Reformation gegen Zwingli und die Torgauer Artikel. Die Schrift ist zeitgleich sowohl lateinisch als auch deutsch verfasst worden, wobei es bedeutende Unterschiede in den beiden Fassungen gibt. Die deutsche Version verlas Christian Beyer vor Karl V. Melanchthon hat an der lateinischen Fassung stilistisch bis zur letzten Minute gearbeitet und den 10. Artikel über das Abendmahl in seinem Sinne ein wenig angepasst die dann Gregor Brück dem Kaiser übergab. So ist die Realpräsenz Christi in der lateinischen Fassung ein wenig offener gehalten. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zum Abendmahl waren die oberdeutschen Städte und Zwingli nicht an der CA beteiligt und schrieben ihre eigenen Bekenntnisse, die aber nicht öffentlich verlesen wurden. Aus diesem Grund waren Anhänger der reformierten Kirche auch nicht beim Augsburger Religionsfrieden 1555 inbegriffen und wurden weiterhin verfolgt. Lediglich Anhänger der Confessio Augustana wurden als gleichbedeutend neben den Altgläubigen geduldet. Zusammen mit den Bekenntnissen der Confessio Tetrapolitana und der Fidei Ratio von Zwingli wurde auf dem Augsburger Reichstag am 25. Juni 1530 die Confessio Augustana eingereicht, wobei nur die letzte verlesen wurde, die Philipp Melanchthon unter Mitarbeit von Johannes Brenz verfasst hatte. Martin Luther hielt sich aus politischen Gründen zu dieser Zeit in Coburg auf, stand mit Melanchthon aber in ständigem Briefkontakt. Mit der auf lateinisch und deutsch gehaltenen Schrift sollte eine Verständigung mit den Altgläubigen erreicht werden. Die katholischen Theologen Eck und Faber schrieben auf Karls Anweisungen die "Confutatio", womit die Confessio Augustana aus Sicht der Altgläubigen und des Kaisers widerlegt war. Die Apologie der Confessio Augustana wurde nicht mehr angenommen und Kaiser Karl V. bestätigte das Wormser Edikt in seiner Wirksamkeit. Die evangelischen Reichsstände schlossen sich deshalb 1531 zum Schmalkaldischen Bund zusammen, der nach dem Schmalkaldischen Krieg 1546/47 das Augsburger Interim und 1555 endlich den Augsburger Religionsfrieden erreichte, in dem die Confessio Augustana variata anerkannt wurde. Zu Streitpunkten führten Änderungen in der lateinischen Ausgabe der Confessio Augustana, die 1540 erschien. Darin wurden in manchen Standpunkten die Auffassungen Luthers gelockert. Auf dem Naumburger Fürstentag 1561 beschloss man deshalb, auf die unveränderte Fassung, die Confessio Augustana invariata, zu bestehen. Diese ist bis heute verbindliches Bekenntnis lutherischer Kirchen und Gemeinden.

Literatur


- Bauer, Holger: Nikolaus Ludwig von Zinzendorf und das lutherische Bekenntnis. Zinzendorf und die Augsburger Konfession von 1530. (Diss. Münster 2002), Beiheft der UNITAS FRATRUM Nr. 12, Herrnhuter Verlag, Herrnhut 2004, ISBN 3-931956-19-9.

Siehe auch


- Apologie der Confessio Augustana
- Confessio Helvetica (Helvetisches Bekenntnis)
- Confessio Bohemica
- Das Augsburger Bekenntnis (deutsch) auf Wikisource

Weblinks


- [http://www.ekd.de/bekenntnisse/117_augsburger_bekenntnis.html www.ekd.de/] revidierter Text der CA (Nur Teil I, gekürzt)
- [http://www.ctsfw.edu/etext/boc/ac/german/ www.ctsfw.edu] Vollständiger Text, altdeutsch, Inhaltsverzeichnis englisch Kategorie:Bekenntnis Kategorie:Protestantismus Kategorie:Christentumsgeschichte (Reformationen) Kategorie:Deutsche Geschichte (Heiliges Römisches Reich) Kategorie:1530 ja:アウグスブルク信仰告白

Augsburg

Die Universitätsstadt Augsburg ist eine kreisfreie Stadt im Südwesten Bayerns. Augsburg ist nach Trier die zweitälteste Stadt Deutschlands. Sie ist Hauptstadt und Sitz der Regierung von Schwaben sowie des Bezirks Schwaben und des Landratsamtes Augsburg. Gegenwärtig hat die Stadt etwa 275.000 Einwohner (Ausländeranteil ca. 16,5%), davon 261.000 mit Hauptwohnsitz in Augsburg. Nach München und Nürnberg steht Augsburg an dritter Stelle unter den Großstädten des Freistaates. Ihr Name geht auf die römische Siedlung Augusta Vindelicorum zurück, die im Jahr 15 vor Christus während der Regierungszeit des römischen Kaisers Augustus als Militärlager gegründet wurde. Augsburg ist die einzige Stadt Deutschlands, die einen eigenen gesetzlichen Feiertag hat, das Hohe Augsburger Friedensfest am 8. August. Damit hat Augsburg mehr gesetzliche Feiertage als irgendeine andere Region oder Stadt in Deutschland. Die Stadt ist Bischofssitz der katholischen Diözese Augsburg und bildet eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern. Größere Städte nahe Augsburg sind München (etwa 57 km östlich), Nürnberg (etwa 121 km nördlich) und Stuttgart (etwa 133 km nordwestlich). Augsburg wurde im Jahr 1906 mit Überschreiten der Einwohnerzahl von 100.000 zur Großstadt.

Geografie

Großstadt Augsburg liegt am Lech, der aus Tirol kommend 150 km südwestlich entspringt und 40 km nördlich in die Donau mündet. Der älteste Teil Augsburgs und sein Süden liegen auf dem nördlichen Ende einer Hochterrasse. Die Terrasse entstand zwischen dem steilen Hügelrand von Friedberg im Osten und den hohen Riedeln des westlichen Hügelrandes, zwischen den Talauen der Alpenflüsse Lech und Wertach, die sich im Norden der Stadt vereinigen. Im Süden erstreckt sich das Lechfeld, eine posteiszeitliche Schotterebene zwischen den beiden Flüssen. An Augsburg grenzt der Naturpark Augsburg – Westliche Wälder, ein großes Waldgebiet. Das Stadtgebiet ist auch stark begrünt, wofür Augsburg 1997 den europaweiten Preis als „Grünste und Lebenswerteste Stadt“ erhielt. Augsburg hatte sich auch als Kulturhauptstadt Europas 2010 beworben, für den Wettbewerb wurde aber Regensburg als Vertreter Bayerns nominiert.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen mit ihrem Siedlungskern unmittelbar an den Siedlungskern der Stadt Augsburg und bilden daher mit ihr den Großen Verdichtungsraum Augsburg, im Osten beginnend und dann im Uhrzeigersinn: Friedberg (Bayern) (Landkreis Aichach-Friedberg), Königsbrunn, Stadtbergen, Neusäß und Gersthofen (alle Landkreis Augsburg). Weitere Gemeinden, die an das Stadtgebiet von Augsburg grenzen, sind, im Norden beginnend und im Uhrzeigersinn: Rehling, Affing, Kissing, Mering und Merching (alle Landkreis Aichach-Friedberg), Bobingen, Gessertshausen und Diedorf (alle Landkreis Augsburg)

Stadtgliederung

Landkreis Augsburg Das Stadtgebiet von Augsburg hat eine Gesamtfläche von 147 km2 und ist in 17 Planungsgebiete eingeteilt, welche insgesamt 42 Stadtbezirke bilden. Dabei handelt es sich teilweise um ehemals selbständige Gemeinden, die im Laufe diverser Gebietsreformen nach Augsburg eingegliedert wurden, teilweise aber auch um neue Stadtteile, die als Wohngebiete gegründet wurden. Einige Stadtteile haben darüber hinaus räumlich getrennte Siedlungen (Wohnplätze) mit eigenem Namen, die in Klammern hinter dem Stadtteil genannt werden: Das Textilviertel umfasst Teile der Innenstadt und Spickel-Herrenbach. Eine Besonderheit sind die ehemaligen Kasernen- und Wohngebiete der US-amerikanischen Armee, deren Bezeichnungen noch existieren: Sheridan, Reese, Centerville, Cramerton, Supply-Center, Sullivan Heights, Fryar Circle.

Geschichte

Stadtgöttin Cisa

Die Stadtgöttin von Augsburg ist Cisa (dea Ciza). In Randnotizen der aus dem Stift Ursberg stammenden Excerptum ex Gallica Historia (um 1135) wird ausführlich von der römischen Belagerung der von schwäbischen Stämmen zwischen Lech und Wertach errichteten Stadt Cisaris, dem späteren Augsburg berichtet. Die Stadt war demnach nach einem Heiligtum der Göttin Cisa benannt. In dieser Schlacht wurden die Römer vernichtend geschlagen. In der Herausgabe werden die Lokalnamen Kriegshaber von einem Griechen Avar, Hafnerberg von einem Militärpräfekt Habeno (auch: Hebeino) und Pfersee von einem Militärtribunen Verres (auch: Verus) abgeleitet (siehe auch: Ableitung des Namens Pfersee). Der Text des 12. Jahrhunderts erweist sich als diffuse Kompilation mit deutlichem Schwerpunkt auf der für die Sagenforschung nicht ungewöhnlichen phantasievollen Ausdeutung nicht mehr verstandener, wohl veralemannischer Lokalnamen. In der Diskussion blieb allein die Göttin Cisa, sicherlich deswegen, weil Jacob Grimm in seiner Deutschen Mythologie den „Werth der merkwürdigen Überlieferung“ ausdrücklich betonte. Ob man an der Stelle des heutigen Kitzenberges bei der St. Ulrich und Afra eine alemannische Ziuverehrung annehmen kann, ist wissenschaftlich nicht zu belegen. In Augsburg war zumindest seit dem späten Mittelalter ein provinzalrömisches Medusenhaupt bekannt, das in der heutigen Ulrichskirche eingemauert war. Das Medusenhaupt befindet sich heute im Römischen Museum. Eine Darstellung der Cisa ist auf der Wetterfahne des Perlachturms zu sehen.

Antike

Perlachturms Augsburg war die größte römische Siedlung nördlich der Alpen. Als Datum der Gründung von Augsburg wird 15 v. Chr. angegeben. In diesem Jahr wurde auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils Oberhausen ein Legionslager errichtet, das später auch als ein Nachschubdepot diente. Augsburg ist diesem Gründungsdatum zufolge nach Trier die zweitälteste Stadt Deutschlands. In Anlehnung an die vor der Zeitenwende entstandenen Lager bildete sich im ersten Jahrhundert die Siedlung Augusta Vindelicorum, die im Jahr 121 n. Chr. das römische Stadtrecht erhielt. Augsburg war ab etwa 95/100 n. Chr. Hauptstadt der römischen Provinz Raetien, die sich bis nach Oberitalien erstreckte. Es ist unbekannt, wann genau Augsburg Provinzhauptstadt wurde, der archäologische Befund deutet darauf hin, dass Kempten im Allgäu (Cambodunum) noch bis ins späte ersten Jahrhundert n. Chr. diese Funktion hatte. Neuen Forschungen zufolge wurde der Neckar-Odenwald-Limes erst im Jahre 98 n. Chr. unter Kaiser Trajan angelegt, zeitgleich mit dem für dieses Jahr gesicherten (Aus-)Bau der römischen Fernstraße Mainz-Bad Cannstatt-Augsburg. Ein Zusammenhang dieser beiden strategischen Bauprojekte mit der Verlegung der Hauptstadt der Provinz Rätien von Kempten nach Augsburg liegt nahe, ist aber bisher nicht positiv belegt (vgl. Kinzigtalstraße). Nach der Teilung der römischen Provinz Raetia im Jahr 294 n. Chr. wurde Augsburg Hauptstadt der Provinz Raetia Secunda. Mit dem Ende der römischen Herrschaft um 450 n. Chr. verfiel Augusta Vindelicorum ab dem 5. Jahrhundert. Schon in der Spätantike war Augsburg Bischofssitz.

Mittelalter

Bischofssitz Etwas südlich der Bischofsstadt bildete sich im 12. Jahrhundert eine Kaufmannssiedlung. Südlich Augsburgs wurde auf dem Lechfeld 955 Geschichte geschrieben, als Kaiser Otto I. - mit Hilfe von Bischof Ulrich von Augsburg - die westwärts strebenden Ungarn besiegte. Im Jahr 1156 erhielt Augsburg das Stadtrecht durch Kaiser Friedrich Barbarossa. Ab 1251 ist das Recht der Stadt auf Führung eines Siegels und auf Besteuerung ihrer Bürger belegt. König Rudolf von Habsburg verlieh Bischofsstadt und Kaufmannsstadt 1276 die Reichsfreiheit (Freie Reichsstadt). In der Folge wird Augsburg von den Patriziern beherrscht. 1368 Aufstand der Handwerker und Einführung einer Zunftverfassung. Die Zünfte sind bis 1547 an der Stadtregierung beteiligt. 1379 Beitritt Augsburgs zum Schwäbischen Städtebund (dieser zerfällt 1388).

Neuzeit

Hauptartikel: Reichstag zu Augsburg 1469-1478 Zunftdiktatur des Ulrich Schwarz, der 1478 hingerichtet wird. 1478 Danach war Augsburg vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende der Renaissance ein bedeutendes Zentrum der Wirtschaft und des Handels. Bekannte Namen aus dieser Zeit sind die Kaufmannsfamilien der Fugger und Welser.

Reformationszeit

Auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 formulierte Philipp Melanchthon mit dem Augsburger Bekenntnis die Bekenntnis- und Gründungsurkunde der Lutherischen Kirche. In der Stadt Augsburg existierte zwischen 1524 und 1573 eine bedeutende Täufergemeinde. Bekannt geworden ist vor allem die Augsburger Märtyrersynode 20. bis 24. August 1527, eine internationale Zusammenkunft von Abgesandten unterschiedlicher Täuferkreise. Die meisten der Synodalen starben später als Märtyrer für ihre Überzeugungen. Am 22. Juli 1534 wurde vom Großen Rat beschlossen, dass nur vom Rat installierte Prädikanten in der Stadt predigen durften. Der katholische Gottesdienst wurde auf die acht Kirchen der Stifte eingeschränkt. Kleinere Kirchen und Klosterkirchen wurden geschlossen. Mit diesem Religionsmandat nahm der Rat formal die Kirchenhoheit der Stadt in Anspruch. Prädikanten Im Jahr 1548 veranlasste Kaiser Karl V. eine neue patrizische Stadtverfassung und erließ das Augsburger Interim. Der Augsburger Reichs- und Religionsfrieden 1555 beruhigte auch in der Stadt das Zusammenleben der Bürger. 1555 Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Augsburg am 20. April 1632 von der schwedischen Armee eingenommen. An diese Zeit erinnert der Schwedenturm mit dem Standbild des Stoinerner Mo und die Schwedenstiege, als Teile der Augsburger Befestigungsanlage. Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 führte Augsburg ein paritätisches Regierungs- und Verwaltungssystem ein (Gleichberechtigung und exakte Ämterverteilung zwischen Katholiken und Protestanten). (Siehe Paritätische Reichsstadt) Augsburg wurde bis zur Besetzung durch bayerische Truppen 1805 durch sieben Patrizierfamilien regiert. 1784/1785 kam es zu Weberunruhen und am 29.01.1794 zum Weberaufstand. Den Hintergrund des Streites bildete die aufkommende Textilindustrie mit ihren Kattunmanufakturen, welche das Weberhandwerk bedrohten.

Moderne

Bereits 1771 entstand mit der Schüleschen Kattunfabrik, errichtet von Johann Heinrich Schüle, die erste Fabrik auf dem europäischen Kontinent. Durch den Friedensvertrag von Pressburg (26. Dezember 1805) verlor Augsburg, das bereits am 21. Dezember von bayerischen Truppen besetzt worden war, die Reichsfreiheit und fiel an Bayern. Ab 1809 erhielt die Stadt einen eigenen Polizeidirektor. Damit unterstand die Stadt direkt der Kreisverwaltung. Später bezeichnete man solche Städte als "kreisfrei". 1862 entstand das Bezirksamt Augsburg, aus dem später der Landkreis Augsburg hervorging, der bei der Kreisreform 1972 seine heutige Ausdehnung erhielt, als die ehemaligen Landkreise Schwabmünchen und Wertingen mit dem Landkreis Augsburg vereinigt wurden. Augsburg blieb Sitz des Landkreises, die Stadt selbst stets kreisfrei. Im 19. Jahrhundert erlangte Augsburg noch einmal Bedeutung als Zentrum der Textilindustrie und des Maschinenbaus (MAN = Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg). Mit der Allgemeinen Zeitung von Johann Friedrich Cotta erschien in Augsburg die bedeutendste deutsche Tageszeitung dieser Zeit. Ab 1927 hat die Messerschmitt AG hier ihren Hauptsitz. Augsburg erlitt im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden. Bei einem verheerenden Bombenangriff der Britischen Luftwaffe in der Nacht vom 25. Februar 1944 wurde große Teile der Augsburger Innenstadt zerstört. Bilanz des Bombardements mit 300.000 Brandbomben: 730 Tote und über 1.300 Verletzte. Danach verließ fast die Hälfte der Bevölkerung die Stadt.

Eingemeindungen

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1870 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. 1944 ¹ Volkszählungsergebnis

Religionen

1944 Augsburg war wohl schon seit dem 4./5. Jahrhundert Sitz eines Bischofs. Um 738 wurde das Bistum Augsburg erneuert. Ab 1518 fand die Lehre Martin Luthers Anhänger in Augsburg. Die Lehre verbreitete sich immer mehr und führte schließlich zur offiziellen Einführung der Reformation durch den Rat der Stadt im Jahre 1534/37. Es folgte anschließend die Teilnahme der Stadt am Schmalkaldischen Krieg, und 1548 wurde in Augsburg ein Reichstag abgehalten, der die Ausübung der Religion für eine Übergangszeit regelte (Augsburger Interim). Sieben Jahre später (1555) konnte im sog. Augsburger Religionsfrieden die Gleichstellung beider Konfessionen endgültig erreicht werden. Die katholische Bevölkerung gehörte danach weiterhin zum Bistum Augsburg, das seinerzeit noch dem Erzbistum Mainz zugeordnet war. Nach dem Übergang der Stadt an Bayern verblieb es zunächst noch bei der bisherigen Zuordnung, doch wurde das Bistum Augsburg und mit ihm seine Pfarrgemeinden 1821 dem neu errichteten Erzbistum München und Freising zugeteilt (siehe hierzu auch Liste der Bischöfe von Augsburg). Liste der Bischöfe von Augsburg Die protestantischen Gemeindeglieder erhielten spätestens nach dem Westfälischen Frieden die Kirchen St. Anna, St. Ulrich, Zu den Barfüßern und St. Jakob. Sie unterstanden dem Rat der Stadt. Nach dem Übergang Augsburgs an Bayern wurden die Gemeindeglieder Teil der Protestantischen Kirche des Königreichs Bayern, die zunächst lutherische und reformierte Gemeinden umfasste. Die Stadt wurde danach Sitz eines eigenen Dekanats, das 1827 dem Konsistorialbezirk Bayreuth, ab 1876 dem Konsistorialbezirk Ansbach und seit 1923 dem Kirchenkreis München angehört. Das Dekanat Augsburg umfasst neben den Kirchengemeinden der Stadt Augsburg auch Gemeinden außerhalb des Stadtgebiets. 1923 Der Westfälische Frieden von 1648 führte in Augsburg - und daneben in Ravensburg, Biberach und Dinkelsbühl - auch ein paritätisches Regierungs- und Verwaltungssystem ein (endgültige Gleichberechtigung und exakte Ämterverteilung zwischen Katholiken und Protestanten), was bis zur Mediatisierung Bestand haben sollte. Freikirchliche Gemeinden haben sich nach dem Ende der Täuferbewegung erst wieder im 19. beziehungsweise 20. Jahrhundert in Augsburg konstituiert. Den Anfang machten die Mennoniten, die ab 1870 gottesdienstliche Versammlungen in Augsburg abhielten. 1863 erhielt die Evangelisch-methodistische Kirche die Rechte einer "Privatkirchengesellschaft". Um 1925 nahmen - ausgehend von der Muttergemeinde in München - die Baptisten (heute: Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde ihre Arbeit auf. Seit 1968 gibt es in Augsburg auch eine Freie evangelische Gemeinde. Die Verteilung der Konfessionen zu Anfang des 19. Jahrhunderts betrug etwa 60 % Katholiken und 40 % Protestanten. Dieses Verhältnis veränderte sich insbesondere auch durch Eingliederung von katholischen Vororten zugunsten der Katholiken, so dass der Anteil der protestantischen Bevölkerung um 1950 lediglich noch bei etwa 23 % lag.

Politik

An der Spitze der Stadt Augsburg stand als Vorsitzender des Rates nachweislich seit 1266 der Stadtpfleger, der gelegentlich auch als Bürgermeister bezeichnet war. Beide Bezeichnungen waren teilweise gleichzeitig im Gebrauch. Seit 1548 war die Bezeichnung nur noch Stadtpfleger. Die Stadtpfleger amtierten über mehrere Jahre und wurden ab dann auf Lebenszeit gewählt. Daher gab es auch mehrere Stadtpfleger gleichzeitig. Nach dem Übergang an Bayern wurde in Augsburg ein Magistrat mit 2 Bürgermeistern eingesetzt. Auch nach 1818 gab es einen Magistrat mit 2 Bürgermeistern und zusätzlich ein Kollegium der Gemeindebevollmächtigten. 1919 wurde das Zweikammersystem zugunsten der Einrichtung eines "Stadtrats" aufgegeben. Diesem steht seither der "Erste Bürgermeister" vor, der meist den Titel Oberbürgermeister führt (Siehe hierzu Liste der Oberbürgermeister Augsburgs).

Wappen

Beschreibung: In von Rot und Silber gespaltenem Schild eine grüne Zirbelnuss auf grünem Kapitell. Die Stadtfarben sind rot-grün-weiß. Bedeutung: Das älteste nachweisbare Stadtsiegel Augsburg aus dem Jahr 1237 zeigt ein zweitürmiges Stadttor mit Zinnenmauer, darüber einen Stern. Im Torbogen steht ein Lebensbaum, ab 1260 eine Traube auf Fuß. Diese deutet wohl auf den Namen der Stadt "Augster" hin, was eine Traubensorte darstellt. Im 15. Jahrhundert wird eine grüne Traube in rot-weißem Schild dargestellt. Der Fund eines Pinienzapfens (wohl die Spitze eines römischen Grabsteins) 1467 ließ aus der Traube eine Zirbelnuss werden. Das Köpfchen auf dem Kapitell ist seit 1521 nachweisbar, die Mauerkrone erst seit 1811. Die Bedeutung dieser Symbole ist nicht geklärt. Die Stadtfarben sind seit 1372 bekannt. Anlässlich der 2000-Jahrfeier wurde das Wappen dem Zeitgeschmack gemäß neu gestaltet. Der Name der Stadt Augsburg leitet sich von dem römischen Namen der Stadt, Augusta Vindelicorum, ab. Den ersten Teil des Namens, Augusta, trug die Stadt, weil sie auf Befehl von Kaiser Augustus von dessen beiden Söhnen Drusus und Tiberius 15 v. Chr. (zunächst als Römerlager) gegründet wurde. Der zweite Teil, Vindelicorum, war die lateinische Bezeichnung für den Volksstamm der Vindeliker, die damals in diesem Gebiet zwischen Wertach (lateinisch Vinda) und Lech (lateinisch Licus) siedelten. Die Zirbelnuss war als stilisierter Pinienzapfen auch das Feldzeichen der römischen Legion des hiesigen Römerlagers und wurde daher zum Symbol der späteren römischen Provinzhauptstadt. Noch heute findet sich die Zirbelnuss auf zahlreichen Gebäuden und in Mauern eingelassen im gesamten Stadtgebiet als Zeichen Augsburgischer Stadtwürde.

Städtepartnerschaften

Augsburg unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- Inverness, Schottland (Vereinigtes Königreich), seit 1956
- Amagasaki (Japan), seit 1959
- Nagahama (Japan), seit 1959
- Dayton, Bundesstaat Ohio (USA), seit 1964
- Bourges (Frankreich), seit 1967
- Liberec (Tschechien), seit 2001
- Jinan, (Volksrepublik China), seit 2004

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

2004 Durch das nördliche Stadtgebiet führt die Bundesautobahn A 8 Stuttgart-München. Ferner führen die Bundesstraßen B 2, B 10, B 17 und B 300 durch die Stadt. Die B 2 erreicht Augsburg vom Norden autobahnähnlich und geht im Bereich der nördlichen Stadtgrenze in die B 17 (Westtangente) über, die im Stadtgebiet mehrspurig ausgebaut, teilweise tiefergelegt und bis auf zwei Kreuzungen im Bereich Göggingen und Stadtbergen/Pfersee ausschließlich mit Ausfahrten versehen ist. Die B17 verlässt Augsburg Richtung Süden und ist bis auf wenige Kilometer an die A96 autobahnähnlich angebunden.

Bus und Straßenbahn

Den ÖPNV bedienen vier Straßenbahnlinien der Stadtwerke Augsburg und 31 Stadtbusselinien der Stadtwerke Augsburg, Stadtwerke Gersthofen. Daneben bietet die AVV Augsburg Regionalbusse für den
- Raum Mering - Kissing (Linie 100 - 108)
- Raum Aichach - Friedberg (Linie 200 - 250)
- Raum Pöttmes - Aindling (Linie 301 - 323)
- Raum Wertingen - Meitingen (Linie 400 - 420)
- Raum Zusmarshausen - Welden - Aystetten - Neusäß (Linie 500 - 520)
- Raum Dinkelscherben - Gessertshausen (Linie 600 - 641)
- Raum Schwabmünchen - Bobingen - Königsbrunn (Linie 700 - 744) an. In den vergangenen Jahren wurde das mittlerweile 35,5 km lange Augsburger Straßenbahnnetz durch Neubaustrecken zur Universität (1996), zur nördlichen Stadtgrenze (2001) und zum Klinikum (2002) erweitert. Die Nahverkehrszüge betreibt die Deutsche Bahn. Außerdem werden Taxisammeldienste im Rahmen des ÖPNV angeboten. Die angeschlossenen Unternehmen sind Partner des Augsburger Verkehrsverbundes (AVV).

Schienenverkehr

Der Augsburger Hauptbahnhof ist ICE und IC-Station an den Strecken München-Stuttgart, München-Hamburg, München-Berlin, München-Frankfurt und München-Dortmund und darüber hinaus Deutschlands ältester Bahnhof, der noch im architektonischen Originalzustand in Betrieb ist. Augsburg ist daneben einer der wichtigsten Eisenbahnknoten Süddeutschlands. Es liegt an der ICE und IC/EC-Strecke womit europäische Metropolen wie Amsterdam, Paris, Wien und Budapest umsteigefrei erreichbar sind. Züge des Regionalverkehrs fahren außerdem auf folgenden Linien:
- in Richtung München/Nannhofen, Schmiechen als R1
- in Richtung Aichach, Radersdorf als R2
- in Richtung Donauwörth als R4
- in Richtung Dinkelscherben als R6
- in Richtung Schwabmünchen als R7
- in Richtung Klosterlechfeld als R8 Ab 2008 soll der Regionalverkehr als S-Bahn ähnlicher Schienenverkehr betrieben werden. Im Eisenbahngüterverkehr ist Augsburg jedoch nach Stilllegung des Rangierbahnhofes kein Eisenbahnknoten mehr. Jedoch entsteht ab 2007 im Norden von Augsburg, auf den Fluren von Augsburg, Gersthofen und Neusäss ein Güterverkehrszentrum. Eine Besonderheit in Augsburg ist die Localbahn, eine quer durch die Stadt verlaufende Eisenbahn, die den großen Industrieunternehmen einen Anschluss an das Eisenbahnnetz verschafft.

Flugverkehr

Im Nordosten der Stadt befindet sich der Flughafen Augsburg. Bei diesem soll die Startabbruchstrecke erweitert und ein neues Terminal mit Vorfeld gebaut werden. Da die Startbahn jedoch nicht verlängert wird und somit nur Passagiermaschinen bis 100 Personen landen dürfen, wurde diskutiert, den Natofliegerhorst Lechfeld für zivile Passagiermaschinen zu öffnen. Aufgrund der hohen zusätzlichen Kosten, die die Bundeswehr für die Verlagerung der Munitionsdepots in Rechnung stellen wollte, ist dieses Vorhaben aufgegeben worden.

Medien

In Augsburg erscheinen als Tageszeitungen bei der Presse Druck- und Verlags GmbH Augsburg die Augsburger Allgemeine und Ihre Heimatzeitungen. Die Augsburger Allgemeine ist die auflagenstärkste Regionalzeitung Deutschlands. Außerdem gibt es den regionalen Fernsehsender TV Augsburg. In der Radiolandschaft gibt es zwei Augsburger Lokalsender, Hit Radio RT.1 und Radio Fantasy, die eine eigene Frequenz besitzen und noch diverse weitere mit Kabelfrequenzen. Klassik Radio hat außerdem seinen Hauptsitz in Augsburg. Der Sender Rockantenne ist terrestrisch auf der Frequenz des ehemaligen Senders Radio Kö zu empfangen. Bis vor einigen Jahren sendete auch das American Forces Network in Augsburg u.a. auch auf der Mittelwellenfrequenz 1485 kHz. Die hierfür eingesetzte Anlage in unmittelbarer Nähe der B17 ist noch erhalten, aber zur Zeit ohne Funktion ([http://www.structurae.de/structures/data/index.cfm?ID=s0014902 Quelle]).

Ansässige Großunternehmen


- EADS = Luft- und Raumfahrt
- KUKA = Industrieroboter und Schweißanlagen
- MAN = Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg
- NCR = SB-Geräte für den Finanzbereich, Kassensysteme (Retail), Datenbanksysteme
- Siemens = Siemens Technopark
- Fujitsu Siemens Computers = Computerentwicklung und Fertigung
- Osram = Leuchtmittelhersteller
- Böwe Systec = Kuvertiersysteme und Komplettlösungen für Mailrooms
- Kleindienst Solutions = Software- und Hardwareentwicklung & Hardwarefertigung
- Verlagsgruppe Weltbild = größter katholischer Verlag mit Versandhandel
- UPM-Kymmene (ehem. Haindl) = Papierfabrik
- Walter Bau AG = Bau-Management- und Technologie-Konzern (in Insolvenz)
- ArvinMeritor (nach Fusion mit Zeuna-Stärker) = KFZ-Zulieferant (Abgassysteme für PKW, Motorräder und Nutzfahrzeuge)

Traditionsunternehmen


- Brauerei zur Goldenen Gans, seit 1397
- Fürst Fugger Privatbank, 1486 wurde das Handelshaus Fugger erstmals als "Bank" bezeichnet
- Schöppler, Stadtfischer, seit 1650
- Thorbräu, seit 1684
- Schlosser’sche J. A. Buch- und Kunsthandlung, seit 1719
- Rieger & Kranzfelder, Buchhandlung, seit 1731
- Böhm Anton & Sohn, Musikverlag, seit 1803
- Dierig, seit 1805
- Stadtsparkasse Augsburg, gegründet am 2. Februar 1822
- Naegele, Parfümerie, seit 1835
- Siller und Laar, Eisenhandlung, seit 1836
- Weißenhorn H. & Cie., Möbeltransport, seit 1839
- Kreissparkasse Augsburg, seit 1855
- Hutfabrik Lembert seit 1861
- Pfister Waagen seit 1894
- Möbelspeditions- und Reiseunternehmen Domberger seit 1897
- J.N. Eberle & Cie. GmbH, seit 1836

Öffentliche Einrichtungen

In Augsburg haben folgende Behörden und Einrichtungen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts ihren Sitz:

Bildung


- Universität Augsburg; gegründet 1970; die theologische Fakultät hat ihre Tradition in der zwischen 1551 und 1802 in Dillingen bestehenden Philosophisch-Theologischen Hochschule der Augsburger Bischöfe. Philologisch-Historische, Philosophisch-Sozialwissenschaftliche, Wirtschaftswissenschaftliche, Juristische, Mathematisch-Naturwissenschaftliche und Theologische Fakultäten, sowie die jüngst errichtete Fakultät für Angewandte Informatik.
- Fachhochschule Augsburg; gegründet 1971; diese Hochschule geht zurück auf die 1710 gegründete Reichsstädtische Kunstakademie, die im 19. Jahrhundert mit einer polytechnischen Lehranstalt zur Polytechnischen Schule zusammengeschlossen wurde.

Freizeit- und Sportanlagen


- Rosenaustadion (FC Augsburg)
- Curt-Frenzel-Stadion (Eisstadion: AEV/Augsburger Panther)
- Sporthalle (Schauplatz olympischer Wettbewerbe bei der Olympiade 1972)
- Olympia-Kanustrecke am Eiskanal
- Sportanlage Süd (TSV Schwaben Augsburg - Großes Sportfeld am westlichen Rand des Siebentischwaldes mit vielen Sportplätzen, Laufwegen)
- Die Städtischen Frei- und Hallenbäder (deren Bestand lange Zeit unsicher war, die nun aber wohl erhalten bleiben werden)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kultur und Sehenswürdigkeiten in Augsburg

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Siehe Liste der Ehrenbürger von Augsburg.

Söhne und Töchter der Stadt

Siehe Liste_Persönlichkeiten_(Augsburg).

Weitere Persönlichkeiten mit Bezug zu Augsburg

Siehe Liste_Persönlichkeiten_(Augsburg).

Literatur


- Wolfgang Zorn: Augsburg: Geschichte einer europäischen Stadt; von den Anfängen bis zur Gegenwart, Augsburg, 2001 ISBN 3-89639-319-7
- Bayerisches Städtebuch; Band V 2. Teilband Ober-, Niederbayern, Oberpfalz und Schwaben. Aus: Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1974
- Augsburger Stadtlexikon / hrsg. von Günther Grünsteudel … - 2., völlig neu bearb. und erheblich erw. Aufl. - Augsburg: Perlach-Verlag, 1998. - 997 S. : Ill.; 28 cm. - ISBN 3-922769-28-4 ([http://www.bsz-bw.de/depot/media/3400000/3421000/3421308/00_0400.html Info im Web])
- [http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_III/Geschichte/s99vsm8.html Vorlesung Prof. Schmid, Lehrstuhl für Bayerische Landesgeschichte, Universität Regensburg SS 1999 - Literaturliste: Das östliche Schwaben]
- Staats- und Stadtbibliothek Augsburg

Weblinks


- [http://www.augsburg.de/ Stadt Augsburg]
- [http://www.stadtplan.net/brd/bayern/augsburg/home.html Stadtplan]
- [http://www.hhog.de/showgallery.php?imageFolderID=10153&imageID=1000&cityID=10140&lang=de Historic Highlights of Germany - Augsburg] (mit Bildergalerie)
- [http://www.regio-augsburg.de/ Tourismusinformation der Region Augsburg und Umgebung]
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- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Regional/Europa/Deutschland/Bayern/St%c3%a4dte_und_Gemeinden/A/Augsburg/ Augsburg im Open Directory Project (Linksammlung)] Kategorie:Ort in Bayern Augsburg Kategorie:Reichsstadt als:Augsburg ja:アウクスブルク

Schmalkaldischer Bund

Der Schmalkaldische Bund (auch Schmalkaldische Liga oder Liga von Schmalkalden) war ein Bündnis evangelischer Reichsstände, das am 27. Februar 1531 in Schmalkalden geschlossen wurde. Mit dem Schmalkaldischen Bund wurde auf die Ablehnung des protestantischen Bekenntnisses Confessio Augustana auf dem Reichstag in Augsburg 1530 durch Kaiser Karl V. reagiert. Um der drohenden Reichsexekution zuvorzukommen schlossen sich der Landgraf Philipp I. von Hessen, der Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen, der Herzog Philipp von Braunschweig-Grubenhagen, der Herzog Ernst von Braunschweig-Lüneburg, Fürst Wolfgang von Anhalt-Köthen (1492-1566), der Graf von Erbach sowie drei nieder- und acht oberdeutsche Reichsstädte zusammen. Nachdem Herzog Ulrich von Württemberg 1534 sein Land wieder zurückerobern konnte und dem Bund beitrat, stieg dessen Bedeutung noch weiter an. Neben dem Kaiser verhandelten auch ausländische Mächte und der Papst mit dem Schmalkaldischen Bund. Wegen eines drohenden Krieges gegen die Türken sah sich der Kaiser 1532 im Nürnberger Religionsfrieden zu Zugeständnissen genötigt. Innerlich ist der Bund uneinig, 1541 gelingt es dem Kaiser, den Landgraf Philipp I. von Hessen für sich zu gewinnen, später auch Herzog Moritz von Sachsen. Da der Schmalkaldische Bund nun gelähmt war, beschloss der Kaiser, die Religionsfrage mit Gewalt zu lösen und führte 1546/47 verbündet mit dem Papst, Bayern und auch protestantischen Fürsten den Schmalkaldischen Krieg, den der Bund verliert. 1547/48 müssen die geschlagenen Fürsten des Schmalkaldischen Bundes auf dem so genannten geharnischten Reichstag von Augsburg das Augsburger Interim annehmen.

Literatur


- Fabian, Ekkehart: Die Entstehung des Schmalkaldischen Bundes und seiner Verfassung 1529-1531/33.(= Schriften zur Kirchen- und Rechtsgeschichte 1). Tübingen 1956, zugl. Diss. Heidelberg.
- Fabian, Ekkehart (Hrsg.): Die Schmalkaldischen Bundesabschiede 1530-1532, 2 Bde., Tübingen 1958. (Schriften zur Kirchen- und Rechtsgeschichte 7/8 Kategorie:Deutsche Geschichte (Heiliges Römisches Reich) Kategorie:Reformation Kategorie:Christentumsgeschichte (Reformationen) Kategorie:Thüringer Geschichte Kategorie:1531 ja:シュマルカルデン同盟

Schmalkaldischer Krieg

Der Schmalkaldische Krieg wurde 1546/1547 von Kaiser Karl V. gegen den Schmalkaldischen Bund, ein nach der Stadt Schmalkalden benanntes Bündnis protestantischer Landesfürsten, geführt. Dabei versuchte er auch die Frage der Anerkennung des Protestantismus für den Katholizismus zu entscheiden. Die protestantischen Fürsten, die sich nach dem Augsburger Reichstag von 1530 zum Schmalkaldischen Bund zusammengeschlossen hatten, wurden zunehmend zu einem Machtfaktor, der die Autorität des Kaisers gefährdete. Erst nachdem Karl V. 1544 die Auseinandersetzung mit Frankreich im Frieden von Crépy beenden konnte, hatte er die Möglichkeit und die Mittel, gegen den Schmalkaldischen Bund vorzugehen. Karl schloß mit Papst Paul III. einen Bund gegen die Ketzer. Als der Bund sich 1546 weigerte, Vertreter zum Konzil von Trient zu entsenden, erlegte er den Bundeshauptleuten Johann Friedrich I. von Sachsen und Philipp I. von Hessen die Reichsacht auf. Es gelang ihm, den eigentlich protestantischen Herzog Moritz von Sachsen auf seine Seite zu ziehen, wodurch er den Bund empfindlich schwächte. Den Moment ausnutzend, ging er nun im so genannten Donaufeldzug militärisch gegen den Bund vor, zunächst gegen die isolierten Bundesstädte in Süddeutschland (Ulm, Konstanz, Biberach) und besiegte dann in der Schlacht auf der Lochauer Heide bei Mühlberg an der Elbe am 24. April 1547 das Bundesheer der Schmalkaldener. Johann Friedrich I. geriet in Gefangenschaft, Landgraf Philipp von Hessen ergab sich. Beide wurden auf Jahre in den Niederlanden gefangen gesetzt. Obwohl Bremen und Magdeburg auch weiterhin Widerstand gegen den Kaiser leisteten, war der Bund damit faktisch aufgelöst. Als Belohnung für seinen Seitenwechsel erhielt Herzog Moritz von Sachsen die sächsische Kurwürde übertragen, die bis dahin Johann Friedrich von der ernestinischen Linie der Wettiner inne gehabt hatte. Die Kurlande und weitere Teile Sachsens waren seitdem im Besitz der albertinischen Wettiner. Den Ernestinern blieben nur mehr Teile Thüringens. Auf dem geharnischten Augsburger Reichstag von 1548 mussten die protestantischen Fürsten das so genannte Augsburger Interim annehmen, das ihnen immerhin den Laienkelch und die Priesterehe zugestand. Die Unruhen konnte Karl V. damit aber nicht beenden und der Sieg über die Protestanten war nur von kurzer Dauer. 1552 verschwor sich der gestärkte Kurfürst Moritz von Sachsen mit anderen protestantischen Fürsten gegen die Spanische Sukzession und den Kaiser und der Verschwörung gelang es, Karl V. zur Flucht zu zwingen. Sein Bruder Ferdinand I. handelte unterdessen mit Moritz von Sachsen und den protestantischen Fürsten den Passauer Vertrag aus, der ihnen weitgehende Rechte zusicherte. Im Augsburger Religionsfrieden von 1555 wurden diese bestätigt. Karl V. dankte nach diesen Niederlagen 1556 zugunsten Ferdinands I. ab. Siehe auch: Liste von Schlachten Kategorie:Krieg Kategorie:Deutsche Geschichte (Heiliges Römisches Reich) Kategorie:Reformation Kategorie:Thüringer Geschichte Kategorie:1546 Kategorie:1547

Augsburger Interim

Als Augsburger Interim (oder auch nur als Interim) bezeichnet man einen Versuch Kaiser Karls V., nach seinem Sieg gegen den Schmalkaldischen Bund durch ein Dekret zur religiösen Ordnung in Deutschland zu einer Entspannung mit den Protestanten zu gelangen. Kaiser Karl stand als überzeugter Katholik zwischen der Reformation in Deutschland und der völlig bewegungsunfähigen Kurie in Rom. Der Papst hatte am 11. März 1547 das nach jahrelangen Bemühungen Karls endlich nach Trient einberufene Konzil in seinen Machtbereich nach Bologna verlegt und gedachte nicht, dort nennenswerte Kirchenreformen durchführen zu lassen. Auf der anderen Seite hatte Karl die Protestanten soeben im Schmalkaldischen Krieg besiegt. So erlaubte er es sich, die religiöse Ordnung für Deutschland zu dekretieren: nicht das Konzil sollte entscheiden, aber auch nicht die (protestantischen) Fürsten (und natürlich auch nicht die Gläubigen), sondern er allein. Auf dem Reichstag am 15. Mai 1548, der als "Geharnischter Reichstag" in die Geschichte einging, wurde ihnen die Priesterehe und der Laienkelch gewährt. Im Augsburger Reichstagsabschied vom 30. Mai 1548 dekretierte er diese überwiegend katholische Art Zwischenreligion. Dies war jedoch nur eine vorläufige Maßnahme, eine endgültige Lösung sollte das seit 1545 tagende Konzil von Trient finden. In der Folge nahmen weder die protestantische noch die katholische Seite den Vorschlag an, er wurde als Aufweichen der jeweiligen Positionen betrachtet. Ein Kompromiss zeichnete sich dann erst im Augsburger Religionsfrieden 1555 ab. Das Interim war ein kompletter Fehlschlag. Schnell fanden sich wieder Fürsten, die seine Umsetzung trotz der militärischen Überlegenheit des Kaisers ablehnten: der ernestinische Hof in Weimar, teilweise auch der hessische Hof, ferner Zweibrücken, Mecklenburg, Anhalt und Küstrin, ferner die Städte Hamburg, Bremen, Magdeburg und Braunschweig. An die Spitze des Widerstands setzte sich jetzt Moritz von Sachsen, der im Vertrag von Chambord Frankreich gewann und nach einem Feldzug nach Innsbruck den Passauer Vertrag (2. August 1552) erzwang. Damit war das Interim beseitigt, die Kirchenordnung auf den nächsten Reichstag vertagt. Kategorie:Reformation Kategorie:Christentumsgeschichte (Reformationen) Kategorie:Deutsche Geschichte (Heiliges Römisches Reich)

Konzil

Ein Konzil (v.