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August (Vorname)

August (Vorname)

August ist ein männlicher Vorname.

Herkunft und Bedeutung des Namens


- lateinisch Augustus -> der Ehrwürdige Der Monat August wurde nach dem römischen Kaiser Augustus benannt.

Namenstag


- Augustin 28. August

Bekannte Träger dieses Namens


- Augustus, Kaiser von Rom
- Sigismund II. August, Großfürst von Litauen und König von Polen
- August, Kurfürst von Sachsen (1526-1586), Regierungszeit 1553-1586
- August II., König von Polen, auch als Friedrich August I. der Starke Kurfürst von Sachsen
- August III., König von Polen, auch als Friedrich August II., Kurfürst von Sachsen
- Friedrich August I., erster König von Sachsen (1750-1827), Regierungszeit 1768-1827, auch als Friedrich August III., der Gerechte, Kurfürst von Sachsen
- Friedrich August II., König von Sachsen, (1797-1854), Regierungszeit 1836-1854
- Friedrich August III., König von Sachsen, (1865-1932), Regierungszeit 1904-1918
- August (Pfalz-Sulzbach), Herzog
- August (Anhalt-Plötzkau), Fürst (1611-1653)
- August (Sachsen-Lauenburg), Herzog (1619-1656)
- August (Oldenburg), Herzog (1826-1853)
- August der Jüngere (Braunschweig-Wolfenbüttel), Fürst
- August Christian (Anhalt-Köthen), Fürst (1789-1812)
- August Ludwig (Anhalt-Köthen), Fürst (1728-1755)
- August Philipp (Holstein-Beck), Herzog
- August Wilhelm (Braunschweig-Wolfenbüttel), Herzog
- August Poeppel, deutscher Landvermesser in Australien
- Friedrich August: siehe auch Liste der Herrscher namens Friedrich
- Christian August: siehe auch Liste der Herrscher namens Christian
- August Bebel, deutscher Politiker
- August Hermann Francke, deutscher Theologe
- August Hlond, polnischer Erzbischof
- August Robert Ludwig Macke, deutscher Maler
- August Friedrich Ferdinand von Kotzebue, deutscher Dramatiker
- August Wilhelm Schlegel, deutscher Schriftsteller
- Friedrich August Kekulé von Stradonitz, deutscher Chemiker
- Friedrich August Stüler, preußischer Baumeister
- Friedrich August von Hayek, österreichischer Ökonom
- Friedrich August von Staegemann
- Gottfried August Bürger, deutscher Dichter
- Hermann August Korff, deutscher Literaturhistoriker
- Julius August Walther von Goethe, Sohn von Johann Wolfgang von Goethe
- Johann Friedrich August Tischbein, Maler
- Karl August Varnhagen von Ense, deutscher Erzähler, Biographn Tagebuchschreiber und Diplomat
- Nikolaus August Otto, deutscher Erfinder

Varianten


- männlich: Auguste (französisch), Augustin, Augusto (italienisch), Augustus (lateinisch), Austen (niederländisch), Austin (englisch), Gustel, Gusti, Gustinus
- weiblich: Augusta, Auguste, Augustina, Austina, Guste, Gustel

Siehe auch

Liste von gebräuchlichen Vornamen, Liste gebräuchlicher Vornamen/A Kategorie:Männlicher Vorname

Vorname

Der Vorname oder Personenname ist der Teil des Namens einer Person, der nicht die Zugehörigkeit zu einer Familie ausdrückt, sondern das Individuum innerhalb der Familie bezeichnet. Im Deutschen und in anderen europäischen Sprachen bildet er bei zusammengesetzten Namen den ersten Namensteil, während er beispielsweise im Ungarischen, Chinesischen, Japanischen oder Koreanischen hinter dem Familiennamen steht. Bei der Auswahl, Anzahl und Klangfarbe der gewählten Vornamen spielt der soziale Hintergrund der Eltern eine gewichtige Rolle. Der weltweit vermutlich am häufigsten verwendete Vorname ist Mohammed. Besonders in islamischen Ländern ist er oft vertreten.

Funktion

In westlichen Kulturen dient der Vorname innerhalb einer Familie zur Unterscheidung zwischen den Familienmitgliedern (im Unterschied zum Familiennamen, der die Zugehörigkeit zu einer Familie ausdrückt). Keine Seltenheit ist es jedoch, wenn derselbe Vorname nach dem Tode des Kindes für ein nachgeborenes erneut vergeben wird. Es gibt Gegenden in Deutschland (z.B. in Thüringen), in denen es durchaus möglich war, zwei oder mehrere, ja alle gleichzeitig lebenden Kinder derselben Familie mit dem selben Vornamen taufen zu lassen. Man unterschied dann zwischen "Groß-Hans" und "Klein-Hans" usw. - Manchmal ist die Gleichnamigkeit nur sekundär oder scheinbar, wenn etwa bei einem Doppelnamen wie "Johann Christoph" ein Namensteil im praktischen Gebrauch ausfiel oder vergessen wurde und nicht selten bei der Heirat oder beim Tode dieser Person dann ein neuer Doppelname erfunden worden ist. Genealogische Nachforschungen werden dadurch erschwert (siehe auch Toter Punkt). Soziologisch gesehen gibt es einen Ablauf der Namensgebung, der sich in Wellenform immer wiederholt: Die soziale Oberschicht gibt ihren Kindern Vornamen, die besonders erwählt sind und sie vom einfachen Volk unterscheiden sollen. In den folgenden Jahrzehnten gibt die Unterschicht ihren Kindern auch diese Namen. Dadurch werden diese Namen "gewöhnlich" und die Oberschicht sieht sich veranlasst, neue Vornamen zu geben oder auf sehr alte und ungebräuchlich gewordene Namen zurückzugreifen oder Doppelnamen zu bilden. Um 1600 begann auf diese Weise die Bildung von Doppel-Vornamen. Als schließlich alle Kinder mehrere Vornamen hatten, begann die Oberschicht wieder, nur einen einzigen Vornamen zu vergeben. So folgt seit Jahrhunderten Modewelle auf Modewelle. Die Namensgebung spielte im deutschen Sprachraum lange auch eine politische Rolle: Zum einen wurden von den Kirchen christliche und hebräische Namen gefördert (so ließ Johannes Calvin zur Taufe nur biblische Namen zu), zum anderen nahm die Zahl der gebräuchlichen unterschiedlichen Vornamen mit der Zeit ab. Funktion (erster Teil eines zusammengesetzten Namens) und Bedeutung (Unterscheidungsname zwischen Familienmitgliedern) fallen in westlichen Kulturen zusammen. In vielen asiatischen und afrikanischen Kulturen wird allerdings erst der Familienname und danach der Familienmitgliedsname genannt. Das ist auch im Ungarischen der Fall. Im süddeutschen Sprachraum ist es gängige Praxis in der Umgangssprache. Beispiel: der "Köhlers Werner". Obwohl der Familienmitgliedsname in diesen Fällen nicht mehr vor dem Familiennamen steht, wird er trotzdem von Mitgliedern westlicher Kulturen Vorname genannt. In einigen Ländern gibt es zwischen Vornamen und Familiennamen noch den Vatersnamen, wie zum Beispiel in Russland. Aus einigen Vornamen haben sich im Laufe der Zeit auch Familiennamen entwickelt. Die wissenschaftliche Disziplin der Namenforschung beschäftigt sich mit der Bedeutung, Herkunft und Verbreitung von Namen. Erklärungen in Buchform hat unter anderem der Dudenverlag herausgebracht.

Namensgebung in Deutschland

Nach der Geburt eines Kindes wird dessen Vorname von den Eltern bestimmt. In Deutschland gibt es bestimmte Richtlinien für die Namensgebung: Der Vorname...
- ... muss als solcher erkennbar sein.
- ... muss eindeutig männlich oder weiblich sein.
- ... darf dem Kindeswohl nicht schaden.
- ... darf kein Orts-, Familien- oder Markenname sein.
- ... muss innerhalb eines Monats nach der Geburt festgelegt werden.
- ... kann nicht rechtlich geschützt werden (um ihn auf diese Weise als einzigartig zu erhalten). Eine Person kann mehrere Vornamen, muss aber mindestens einen Vornamen besitzen. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes dürfen einem Neugeborenen maximal fünf Vornamen gegeben werden. Bei Verwendung mehrerer Vornamen wird der Vorname, mit dem die Person "gerufen" wird, als Rufname bezeichnet. Die Reihenfolge der Vornamen stellt keine Rangfolge dar. Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung steht es in Deutschland dem Namensträger frei, zwischen seinen standesamtlich eingetragenen Namen zu wählen. Ein "Rufname" ist also nicht unveränderlich festgelegt. In Deutschland besteht in Ausnahmefällen die Möglichkeit, seinen Vornamen im Nachhinein ändern zu lassen. Dies fällt in den Zuständigkeitsbereich der Namenänderungsbehörde, die entweder beim Standesamt, der Kreisverwaltung oder beim Ordnungsamt angesiedelt ist. Damit der Vorname geändert werden kann, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Zum Beispiel können ausländische Vornamen nach der Einbürgerung eingedeutscht werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, den Vornamen ändern zu lassen, wenn jemand schon immer anders genannt wurde und sich mit seinem exotischen Vornamen nicht abfinden kann.

Entwicklung in Deutschland

In Deutschland dominierten seit dem Mittelalter Vornamen christlicher und deutscher Herkunft. Erst seit den 1950er-Jahren änderte sich dies massiv. Besonders anglophone und romanische Vornamen wie Jennifer, Mike oder aber Natalie und Marco gewannen an Bedeutung. Obwohl in beiden Teilen Deutschlands verschiedene Namen die größte Beliebtheit hatten (Peggy und Cindy sind oft zitierte Beispiele für die DDR), war die Tendenz in beiden Staaten gleich. Ende des 20. Jahrhunderts besaßen knapp zwei Drittel der Vornamen weder einen christlichen noch einen deutschen Hintergrund. Vor allem folgende Faktoren sind für diese Änderungen verantwortlich:
- Das Aufgeben familieninterner Traditionen (z. B.: Benennung des ältesten Sohnes nach dem Vater oder Großvater, Erbnamen; Benennung nach den Taufpaten)
- Das Streben nach Individualität: Die Einzigartigkeit der Kinder soll sich auch in einzigartigen Namen widerspiegeln
- Das Vermeiden von Namen, die für die Eltern- und Großelterngeneration typisch sind
- Der Bedeutungsverlust des christlichen Glaubens in der Gesellschaft
- Der nach Shoa und Zweitem Weltkrieg als problematisch empfundene Rückgriff auf nationale deutsche Traditionen
- Das hohe Prestige der westeuropäischen und nordamerikanischen Länder in beiden Teilen Deutschlands
- Erhöhter Konsum der Massenmedien, in denen Produktionen aus den USA, Großbritannien und Frankreich dominieren
- Verstärkte Internationalisierung der Kultur
- Verstärkte Berücksichtigung phonetischer Kriterien (möglichst vokalreiche Namen für beide Geschlechter, Mädchennamen auf -a, Zurückhaltung gegenüber den Phonemen /p/, /t/ und /k/) Einflussfaktoren, die ausgeschlossen werden können:
- Immigration nach Deutschland - Typische Vornamen der Immigrantengruppen blieben auf diese beschränkt.
- Internationaler Tourismus - Sowohl Bundesrepublik als auch die DDR erlebten die Zunahme westlicher Vornamen, obwohl die Reiseziele verschieden waren. Bei der Übernahme fremder Namen war seit jeher eine lautliche Anpassung zu beobachten. Zuerst wurden Namen adaptiert, die an traditionelle phonetische Gewohnheiten anschlussfähig waren. So wurde im Mittelalter aus Johannes Hans, aus Christian Christen und aus Marcus zunächst Marx. Manche Namen wurden auch in ihrer geschriebenen Form übernommen, obwohl die Aussprache in den Herkunftsgebieten eine andere war: So wurde span. Xavier als Xaver übernommen und nicht als Schabier und norweg. Harald als Harald und nicht als Harall.

Literatur

Jürgen Gerhards: Die Moderne und ihre Vornamen. Eine Einladung in die Kultursoziologie. Wiesbaden 2003. Jürgen Gerhards: Globalisierung der Alltagskultur zwischen Verwestlichung und Kreolisierung: Das Beispiel Vornamen. In: Soziale Welt. Zeitschrift für sozialwissenschaftliche Forschung und Praxis. Jg. 54, Heft 2, Bonn 2003.

Siehe auch


- Kategorie:Weibliche Vornamen
- Kategorie:Männliche Vornamen
- Wikipedia:WikiProjekt Namensforschung
- Liste gebräuchlicher Vornamen
- Römische Vornamen
- Hamburger Sie

Weblinks


- [http://www.firstname.de/ Datenbank mit mehr als 76.000 Vornamen aus aller Welt]
- [http://www.gfds.de/namen.html Gesellschaft für Deutsche Sprache: Beratung Vornamen; beliebteste Vornamen]
- [http://www.vornamenarchiv.de vornamenarchiv.de]
- [http://www.vornamen.ch Vornamen.ch]
- [http://www.beliebte-vornamen.de Ranglisten der beliebtesten Vornamen seit 1890]
- [http://www.kunigunde.ch www.kunigunde.ch: Vornamen und ihre Bedeutung]
- [http://www.behindthename.com Bedeutung und Herkunft von Vornamen aus allen Teilen der Welt] (englisch)
- [http://www.rundschau-online.de/kr/KrCachedContentServer?ksArtikel.id=1107874790444&listID=1037966279508&openMenu=1039082845263&calledPageId=1039082845263 Marie und Maximilian bleiben die beliebtesten Vornamen 2004 in Deutschland] !

August

. Die lange Stange, die der Falkner mit sich führt, diente zum Aufschrecken der Beutevögel.]] Der August (Erntemonat, Ährenmonat, Sichelmonat, Ernting, lat. Augustus) ist der achte Monat des Jahres im Gregorianischen Kalender. Er hat 31 Tage und wurde im Jahre 8 v. Chr. nach dem römischen Kaiser Augustus benannt, da er in diesem Monat sein erstes Konsulat angetreten hat. Im römischen Kalender war der August ursprünglich der sechste Monat, und hatte vor seiner Umbenennung den Namen Sextilis (lat. sex = sechs). Im Jahr 153 v. Chr. wurde der Jahresbeginn allerdings auf den 1. Januar verlegt. Der Sextil hatte ursprünglich 29 Tage und bekam durch Julius Caesars Reform 30. Um ihm nach der Umbenennung die gleiche Länge zu geben wie dem nach Caesar benannten Juli erhielt er dabei einen 31. Tag auf Kosten des Februar. Die Reihenfolge der Tageslängen der folgenden Monate September, Oktober, November und Dezember (31 und 30 Tage) wurde umgekehrt, da andernfalls drei Monate (Juli bis September) mit je 31 Tagen unmittelbar aufeinander gefolgt wären. Der August beginnt in Schaltjahren mit demselben Wochentag wie der Februar. August ist auch ein männlicher Vorname: August (Vorname), jedoch wird dieser im Gegensatz zum Monatsnamen auf der ersten Silbe betont.

Siehe auch


- bewegliche Feiertage
- bewegliche Gedenktage

Weblinks


- http://www.feste-der-religionen.de/Kalender/August.html !08 Kategorie:Kalender als:August ja:8月 ko:8월 ms:Ogos simple:August th:สิงหาคม

28. August

Der 28. August ist der 240. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 241. in Schaltjahren) - somit bleiben noch 125 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse

Schaltjahren]
- 489 - Theoderichs Ostgoten-Heer bleibt Sieger über Odoakers Truppen in der Schlacht am Isonzo.
- 1521 - Belgrad fällt nach langer Belagerung an das Osmanische Reich.
- 1833 - Das britische Empire schafft die Sklaverei ab.
- 1914 - Im Seegefecht bei Helgoland versenken die Briten ohne eigene Schiffsverluste drei deutsche Kleine Kreuzer und ein Torpedoboot.
- 1916 - Deutsche Kriegserklärung an Rumänien, Italien wiederum erklärt dem deutschen Kaiserreich den Krieg.
- 1928 - In Paris wird der Briand-Kellogg-Pakt unterzeichnet, der den Angriffskrieg für völkerrechtswidrig erklärt.
- 1941 - Unter dem Vorwurf der Kollaboration mit Nazi-Deutschland verfügt ein Erlass die Deportation aller Russlanddeutschen aus der Wolgadeutschen Republik nach Sibirien und Kasachstan.
- 1963 - In Washington beteiligen sich über 200.000 schwarze und weiße Bürger am Protestmarsch gegen die Rassentrennung. Martin Luther King hält seine berühmte Rede "I have a dream"
- 1990 - Irak erklärt Kuwait zu seiner 19. Provinz.
- 1991 - Mit der Unterzeichnung eines Vertrages über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Estland, Lettland und Litauen erkennt Deutschland die Unabhängigkeit der drei baltischen Staaten an.
- 1997 - Armenien und Russland unterzeichnen einen Freundschaftsvertrag.
- 2000 In Arusha (Tansania) wird ein Friedensvertrag für Burundi unterzeichnet.
- 2003 - In Deutschland legt die Kommission für die Nachhaltigkeit in der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme ihren Abschlussbericht vor.

Wirtschaft


- 2004 - Zusammenschluss der Maklerverbände VDM und RDM zum Immobilien Verband Deutschland

Wissenschaft und Technik

Immobilien Verband Deutschland
- 1789 - Wilhelm Herschel entdeckt den Saturn-Mond Enceladus.
- 1831 - Von Michael Faraday vorgenommene Experimente führen zur seiner Entdeckung der elektromagnetischen Induktion.
- 1845 - In den USA erscheint die erste Ausgabe der populärwissenschaftlichen Zeitschrift Scientific American.
- 1949 - Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung wird gegründet.

Kultur


- 1724 - Uraufführung der Oper "Andromaca" von Antonio Caldara am Teatro della Favorita in Wien.
- 1850 - Die Oper "Lohengrin" von Richard Wagner wird im Großherzoglichen Hoftheater Weimar uraufgeführt.
- 1927 - Der Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main wird erstmals verliehen.
- 1981 - Mit einem Festakt wird die Alte Oper in Frankfurt am Main wiedereröffnet.

Religion

Katastrophen


- 1988 - Ramstein, Deutschland. Drei Düsenjets der italienischen Kunstflugstaffel Frecce Tricolori stoßen bei einer Flugshow auf dem Stützpunkt Ramstein Air Base zusammen. Während zwei der Jets im Bereich des Rollfeldes aufprallen, stürzt eine Maschine in die Zuschauermenge. Von den über 300.000 Zuschauern sterben 31 sofort, in der Folge 39 weitere. Über 500 wurden verletzt.
- 1993 - Chorog, Tadschikistan. Entführer zwingen den Piloten einer Jakowlew Jak-40 der Tajikistan Airlines, die überladene Verkehrsmaschine zu starten. Diese kann nicht abheben, schießt über die Startbahn hinaus und stürzt in ein Flussbett. 82 Menschen sterben, vier können gerettet werden.
- 2005 - In den USA verwüstet der Hurrikan Katrina die Küstenregionen des Golfes von Mexico. In New Orleans kommt es zu Dammbrüchen, worauf hin die Stadt zu ca. 80% überschwemmt wird. Es wird von über 1000 Toten ausgegangen.

Sport


- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1966 - Rudi Altig wird Straßenweltmeister der Radprofis.

Geboren

Rudi Altig
- 1025 - Go-Reizei, 70. Kaiser von Japan
- 1476 - Kano Motonobu, japanischer Maler
- 1496 - Konrad Heresbach, deutscher Humanist
- 1592 - George Villiers, Herzog von Buckingham, Minister unter den englischen Königen Jakob I. und Karl I.
- 1714 - Anton Ulrich, Prinz von Braunschweig
- 1749 - Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter
- 1798 - Harro Paul Harring, Revolutionär, Dichter und Maler
- 1800 - Dietrich Wilhelm Landfermann, deutscher Pädagoge und Demokrat
- 1801 - Antoine-Augustin Cournot, französischer Mathematiker und Wirtschaftstheoretiker
- 1802 - Karl Simrock, deutscher Schriftsteller
- 1810 - Carl August Haupt, deutscher Komponist
- 1810 - Constant Troyon, französischer Maler
- 1812 - Rudolf von Alt, österreichischer Maler
- 1814 - Sheridan Le Fanu, irischer Schriftsteller
- 1825 - Karl Heinrich Ulrichs, Vorkämpfer der Schwulen-Bewegung
- 1827 - Teresa Milanollo, italienische Komponistin und Violonistin (gest. 1904)
- 1831 - Ludvig Norman, schwedischer Komponist
- 1833 - Edward Burne-Jones, englischer Künstler
- 1838 - Abraham Kuhn, elsässischer Arzt und Professor
- 1841 - Julius Stinde, deutscher Chemiker, Journalist und Schriftsteller
- 1867 - Umberto Giordano, italienischer Komponist
- 1876 - Heinrich Wolfgang Seidel, deutscher Schriftsteller
- 1878 - Hermann Essig, deutscher Dramatiker, Erzähler und Lyriker
- 1884 - Christian Stock, deutscher SPD-Politiker und erster Ministerpräsident von Hessen
- 1886 - Robert Hohlbaum, österreichischer Schriftsteller
- 1892 - Augustin Souchy, deutscher Anarchist
- 1894 - Karl Böhm, österreichischer Dirigent
- 1896 - Liam O'Flaherty, irischer Schriftsteller
- 1897 - Charles Boyer, französischer Schauspieler
- 1901 - Paul Henry Lang, US-amerikanischer Musikwissenschaftler
- 1903 - Bruno Bettelheim, US-Psychoanalytiker und Kinderpsychologe
- 1908 - Robert Merle, französischer Schriftsteller und Romancier
- 1908 - Wilhelm Urban, deutscher Politiker, SPD-MdB 1961-1969
- 1910 - Tjalling Koopmans, niederländisch-US-amerikanischer Ökonom
- 1911 - Joseph Luns, niederländischer Politiker
- 1916 - Jack Vance, amerikanischer SF-Autor
- 1919 - Godfrey N. Hounsfield, britischer Ingenieur, einer der Väter der Computertomografie, Nobelpreis 1979 Computertomografie Computertomografie
- 1921 - Alfred Lengert, deutscher Schauspieler
- 1923 - Fernando Rielo, spanischer Philosoph
- 1924 - Janet Frame, neuseeländische Schriftstellerin
- 1925 - Billy Grammer, US-amerikanischer Musiker
- 1925 - Jurij Trifonow, sowjetischer Schriftsteller
- 1927 - Horst Vetter, deutscher Politiker und Berliner Senator
- 1928 - Karl Michael Vogler, deutscher Schauspieler
- 1929 - Ivan Nový tschechischer Schriftsteller und Publizist
- 1938 - Clem Cattini, britischer Musiker
- 1938 - Paul Martin, kanadischer Politiker, Premierminister von Kanada
- 1940 - Christian Ludwig Attersee, österreichischer Maler
- 1942 - Lothar Meid, deutscher Musiker
- 1942 - José Eduardo dos Santos, Staatschef von Angola
- 1942 - David Soul, US-amerikanischer Schauspieler und Sänger
- 1943 - Ann Honey Lantree, britische Musikerin
- 1946 - Ken Abdrews, britischer Musiker
- 1946 - Bob Beamon, amerikanischer Weitspringer, Olympiasieger 1968
- 1946 - Anders Gärderud, schwedischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1947 - Emlyn Hughes, englischer Fußballspieler
- 1948 - Daniel Seraphine, US-amerikanischer Musiker
- 1951 - Dieter Bast, deutscher Fußballspieler
- 1951 - Wayne Osmond, US-amerikanischer Musiker
- 1952 - Wendelin Wiedeking, Deutscher Automobilmanager
- 1953 - Dietmar Jakobs, deutscher Fußballspieler
- 1960 - Leroy Chiao, US-amerikanischer Astronaut
- 1965 - Satoshi Tajiri, japanischer Pokémon-Gründer
- 1965 - Shania Twain, kanadische Musikerin
- 1968 - Jo van Nelsen, deutscher Regisseur und Sänger
- 1971 - Todd Eldredge, US-amerikanischer Eiskunstläufer
- 1974 - Carsten Jancker, deutscher Fußballspieler
- 1974 - Tyree Washington, US-amerikanischer Leichtathlet
- 1979 - Robert Hoyzer, deutscher Fußball-Schiedsrichter (Auslöser des Schiedsrichter-Skandals 2005)

Gestorben

Schiedsrichter-Skandals 2005 Schiedsrichter-Skandals 2005 Schiedsrichter-Skandals 2005
- 388 - Magnus Maximus, Kaiser im Westen des Römischen Reichs
- 430 - Aurelius Augustinus, Kirchenlehrer
- 770 - Kōken, 46. und 48. Kaiserin von Japan
- 876 - Ludwig der Deutsche, fränkischer König
- 995 - Heinrich II. (Bayern), Herzog von Bayern, genannt "der Zänker"
- 1481 - Alfons V. (Portugal), König von Portugal aus dem Hause Avis
- 1580 - Anton Brus von Müglitz, Bischof von Wien und Erzbischof von Prag
- 1593 - Ludwig, Herzog von Württemberg
- 1612 - John Smyth, britischer Priester, Baptist
- 1645 - Hugo Grotius, niederländisch-deutscher Naturrechtsphilosoph
- 1686 - Hans Karl Graf von Königsmarck, deutsch-schwedischer Offizier, Malteserritter und Abenteurer
- 1705 - Georg Wilhelm, Herzog des Fürstentums Calenberg und Herzog des Fürstentums Lüneburg
- 1793 - Adam-Philippe de Custine, französischer General
- 1797 - Joseph Wright, britischer Maler
- 1834 - Johann Heinrich Karl Hengstenberg, Kirchenliederdichter
- 1839 - François Régis de la Bourdonnaye, französischer Minister
- 1839 - William Smith, englischer Ingenieur und Geologe
- 1858 - Tannatt William Edgeworth David, britischer Polarforscher und Bergsteiger
- 1862 - Albrecht Adam, deutscher Schlachtenmaler
- 1863 - Eilhard Mitscherlich, deutscher Chemiker und Mineraloge
- 1867 - Carl Joseph Anton Mittermaier, deutscher Jurist, Publizist und Politiker
- 1888 - Georg Beseler, deutscher Jurist und Politiker
- 1914 - Anatoli Konstantinowitsch Ljadow, russischer Komponist
- 1919 - Adolf Schmal, österreichischer Fecht- und Radsportler
- 1928 - Hannah Harriet Chaplin, britische Tänzerin und Sängerin, Mutter von Charlie Chaplin
- 1939 - Eugène-Henri Gravelotte, französischer Fechter
- 1942 - Belisario Porras Barahona, mehrfacher Staatspräsident Panamas
- 1951 - Robert Walker, US-amerikanischer Schauspieler
- 1955 - Emmet Till, farbiger amerikanischer Jugendlicher. Ermordet, weil er einer weißen Frau hinterherpfiff.
- 1959 - Bohuslav Martinů, tschechischer Komponist
- 1959 - Raphael Lemkin, Jurist und Friedensforscher
- 1968 - Hans Lenz, deutscher Politiker, MdB und Bundesminister
- 1972 - René Leibowitz, französischer Dirigent, Musikpädagoge, Schriftsteller und Komponist
- 1978 - Robert Shaw, US-amerikanischer Schauspieler
- 1980 - Karl-Georg Graf von Stackelberg, Meinungsforscher, Gründer des EMNID-Instituts
- 1984 - Ali Mohammed Nagib, ägyptischer Politiker, Regierungschef, Staatschef
- 1985 - Ruth Gordon, US-amerikanische Schauspielerin (Harold und Maude)
- 1987 - John Huston, US-amerikanischer Regisseur und Schauspieler
- 1990 - Willy Vandersteen, belgischer Comic-Künstler
- 1995 - Michael Ende, deutscher Schriftsteller
- 2001 - Remy A. Presas, philippinischer Kampfkunst-Trainer
- 2003 - Peter Hacks, deutscher Dramatiker und Schriftsteller
- 2004 - Lina Zimmer, mit 111 Jahren die älteste Frau Deutschlands
- 2004 - Sigi Feigel, schweizerischer Rechtsanwalt
- 2005 - Hans Clarin, deutscher Schauspieler
- 2005 - Christoph Lindert, deutscher Schauspieler
- 2005 - Heinz Werner Hübner, deutscher Journalist

Feier - und Gedenktage


- Heiliger Augustinus (354 - 28. August 430)
- Heiliger Elmar; im 7./8. Jahrhundert Bischof in der Gegend von Lüttich

Siehe auch


- 27. August - 29. August
- 28. Juli - 28. September
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0828 ja:8月28日 ko:8월 28일 simple:August 28 th:28 สิงหาคม

Augustus

Augustus (
- 23. September 63 v. Chr. als Gaius Octavius Thurinus in Rom oder Velitrae; † 19. August 14 n. Chr. in Nola bei Neapel) gilt als erster römischer Kaiser. Der Großneffe und Haupterbe Gaius Iulius Caesars setzte sich in den Machtkämpfen, die dessen Ermordung im Jahr 44 v. Chr. folgten, gegen alle Rivalen durch. Von 31 v. Chr. an war er Alleinherrscher im Römischen Reich und begründete die julisch-claudische Dynastie. Unter der Devise der Wiederherstellung der Republik (restitutio rei publicae) betrieb er in Wirklichkeit deren dauerhafte Umwandlung in eine Monarchie in Form des Prinzipats. Seine Herrschaft mündete in eine lang anhaltende Friedenszeit, die später als Pax Augusta verklärt wurde.

Namen und Titel des Augustus

Augustus' Geburtsname lautete wahrscheinlich Gaius Octavius Thurinus; das Cognomen Thurinus ist nicht einwandfrei nachgewiesen. Nach der testamentarischen Adoption durch Caesar nahm er dessen Namen Gaius Julius Caesar an, wohl ohne den in solchen Fällen üblichen Zusatz Octavianus. Dennoch wird er in der historischen Literatur – zur Unterscheidung von Caesar – für die Zeit seines Aufstiegs als Octavian bezeichnet. Den Ehrennamen Augustus (Erhabener), der zum Bestandteil der Kaisertitulatur wurde, verlieh ihm der Senat am 16. Januar 27 v. Chr. Zum Zeitpunkt seines Todes lautete sein vollständiger Titel Imperator Caesar Divi filius Augustus, Pontifex Maximus, Consul XIII, Imperator XXI, Tribuniciae potestatis XXXVII, Pater patriae.

Leben

Die Lebensgeschichte des Kaisers Augustus handelt von zwei vollkommen gegensätzlichen Persönlichkeiten: einerseits von einem jungen, ehrgeizigen, mitunter grausamen Politiker, der im Kampf um die höchste Macht weder Gesetz noch Skrupel kannte, andererseits von dem Kaiser, der – einmal im Besitz dieser Macht – äußerst klugen Gebrauch von ihr machte und mit dem Prinzipat eine neue, dauerhafte Staatsordnung an die Stelle der in 100 Jahren Bürgerkrieg gänzlich zerrütteten Republik setzte.

Herkunft und Jugend

Augustus war der Sohn des Gaius Octavius und seiner Frau Atia, einer Nichte Gaius Iulius Caesars. Die Familie seines Vaters gehörte den Equites, dem römischen Ritterstand an, also dem niederen Adel. Sie war wohlhabend, aber wenig bedeutend. Gaius Octavius soll Geldverleiher gewesen sein, stieg aber in den Senat auf und gelangte bis zur Praetur. Nach dem Tod des Vaters 58 v. Chr. wuchs der junge Gaius zunächst auf dem Landgut seiner Großmutter Iulia, der Schwester Caesars, in Velitrae auf, später im Haus seines Stiefvaters L. Marcius Philippus. Nach Sueton hielt er im Jahr 51 v. Chr. die Leichenrede für seine Großmutter und legte 49 v. Chr. die Männertoga (toga virilis) an. Männertoga Der kinderlose Caesar nahm sich seines Großneffen an und ließ ihn 46 v. Chr. an dem Triumphzug anlässlich seines Sieges im Bürgerkrieg teilnehmen. Im Jahr darauf begleitete der junge Gaius Octavius seinen Großonkel auf dessen Kriegszug gegen die Söhne des Pompeius nach Spanien, wo er Caesar offenbar durch seine Tapferkeit beeindruckte. Er sollte auch als Reiterführer (magister equitum) an dem geplanten Feldzug gegen die Parther teilnehmen und war mit seinen Freunden Marcus Vipsanius Agrippa und Salvidienus Rufus bereits nach Apollonia im heutigen Albanien vorausgeschickt worden. Dort erreichte ihn im Frühjahr 44 v. Chr. die Nachricht von Caesars Ermordung. Während seiner Rückreise nach Rom erfuhr er, dass der Diktator ihn durch Testamentsverfügung adoptiert und zum Haupterben seines Privatvermögens eingesetzt hatte.

Aufstieg zur Macht

Zurück in Rom nahm Gaius Octavius das Testament sowie alle damit verbundenen Verpflichtungen an und nannte sich fortan nach seinem Adoptivvater Gaius Julius Caesar. In dem Konflikt zwischen dessen Anhängern – die sich um Marcus Antonius scharten – und den republikanisch gesinnten Caesarmördern um Gaius Cassius Longinus sowie Marcus und Decimus Iunius Brutus spielte er anfangs keine Rolle. Marcus Antonius beanspruchte als Unterfeldherr Caesars und dessen Mitkonsul für das Jahr 44 v. Chr. die Führung der caesarianischen Partei für sich. So weigerte er sich zunächst, das Vermögen des Diktators an Octavian herauszugeben. Dieser zahlte dennoch die in Caesars Testament vorgesehenen Legate an dessen Veteranen und die Bevölkerung Roms aus. Dafür nutzte er die in Apollonia beschlagnahmte, für den Partherkrieg vorgesehene Kriegskasse, versteigerte aber auch eigene Güter. Dieses Vorgehen brachte ihm rasch eine große Zahl von Anhängern und damit auch politisches Gewicht ein. Der einflussreiche Senator und Ex-Konsul Marcus Tullius Cicero, der nicht zu den Verschwörern gehört hatte, aber mit der republikanischen Sache sympathisierte, unterstützte den scheinbar unerfahrenen jungen Mann, in der Hoffnung, ihn als politisches Gegengewicht zu Marcus Antonius aufbauen zu können. Octavian ging darauf ein, stützte sich aber auch auf eigene, erfahrene Ratgeber wie den wohlhabenden Gaius Cilnius Maecenas, und verfolgte seine eigenen Pläne.

Bündnis mit den Caesarmördern

Während Antonius im Jahr 43 v. Chr. in Gallien gegen Decimus Brutus vorging, baute Octavian in Italien ein Heer aus Veteranen Caesars auf und bemächtigte sich staatsstreichartig der Stadt Rom. Unter militärischem Druck und auf Antrag Ciceros bestätigte der Senat Octavians angemaßte militärische Befehlsgewalt, verlieh ihm die Rechte eines Senators und Konsularen und gestattete ihm die Übernahme aller Ämter 10 Jahre vor dem gesetzlich festgelegten Mindestalter. Octavian ging jetzt sogar ein Bündnis mit den Republikanern ein. Noch im selben Jahr besiegte er Antonius im Mutinensischen Krieg gemeinsam mit einem Senatsheer unter den Konsuln Hirtius und Pansa. Beide Oberhäupter der Republik kamen in dem Krieg um, und Octavian verlangte nun eines der freigewordenen Konsulate für sich. Als der Senat sich weigerte, erzwang Octavian am 19. August 43 v. Chr. mit Hilfe der Truppen seine Wahl zum Konsul und die Ächtung der Caesarmörder. Mittlerweile hatte Antonius wieder mehr Legionen unter seinen Befehl gebracht als vor seiner Niederlage. Daher – und weil Octavian auf der politischen Bühne Roms nun als "Rächer" seines Adoptivvaters auftrat – wechselte er die Seiten und ging mit den Führern der caesarianischen Partei ein Bündnis ein. Nach dem Vorbild Caesars, Pompeius' und Crassus' aus dem Jahr 60 v. Chr. bildeten Octavian, Marcus Antonius und der Reiterführer Marcus Aemilius Lepidus im Oktober 43 v. Chr. ein zweites Triumvirat. Zu dessen Bekräftigung heiratete Octavian Antonius' Stieftochter Clodia.

Das Zweite Triumvirat

Die „Dreimännerherrschaft zur Ordnung des Staates“, wie das Bündnis offiziell hieß, beruhte allein auf der militärischen Macht der Triumvirn, auf ihrer Verfügungsgewalt über die weitaus meisten römischen Legionen. Sie ließen sich vom Senat am 27. November 43 v. Chr. diktatorische Machtbefugnisse auf fünf Jahre übertragen. Wie zur Zeit Sullas wurden nun Proskriptionslisten veröffentlicht, die alle darauf Verzeichneten für vogelfrei erklärten. Laut Sueton soll sich Octavian anfangs gegen die Proskriptionen gewehrt, sie dann aber unnachsichtiger durchgeführt haben als seine beiden Kollegen. Auf Antonius’ Betreiben fiel dem Massaker an den politischen Gegnern der Triumvirn auch Cicero zum Opfer. Die Proskriptionen erfüllten zwar nicht die finanziellen Erwartungen der Triumvirn, doch sie dezimierten die republikanische Führungsschicht im Senat von Rom, dessen Lücken die Triumvirn mit loyalen Anhängern füllten. Ähnlich verfuhren sie mit den Magistraten anderer Städte. Diese und andere Maßnahmen verschoben die Gewichte innerhalb der römischen Führungsschicht entscheidend zu Ungunsten der republikanisch gesonnenen Kräfte. Es waren diese Umwälzungen, die der Augustus-kritische Althistoriker Ronald Syme als „Roman revolution“ bezeichnete. Im Jahr 42 v. Chr. gingen Antonius und Octavian nach Griechenland, wo die Caesarenmörder Marcus Junius Brutus und Gaius Cassius Longinus ihre Streitkräfte gesammelt hatten. Deren Niederlage in der Schlacht bei Philippi in Makedonien im Herbst bedeutete den endgültigen Untergang der römischen Republik. Da der Sieg im Wesentlichen Antonius zu verdanken war, nahm dessen Gewicht innerhalb des Triumvirats weiter zu. Als die Triumvirn nach Philippi ihre Einflusssphären absteckten, erhielt Antonius zusätzlich zu Gallia Comata das alte Africa. Ferner sollte er die Verhältnisse in den wohlhabenden Ostprovinzen ordnen. Lepidus wurde Nordafrika zugesprochen - damals die Kornkammer Roms. Octavian erhielt die beiden spanischen Provinzen und die schwierige Aufgabe, die Veteranen in Italien anzusiedeln, das von den Triumvirn gemeinsam verwaltet wurde. Bei den Landverteilungen kam es zu brutalen Enteignungen und Vertreibungen nicht nur einzelner Landbesitzer, sondern ganzer Stadtbevölkerungen. Octavian war damals allgemein verhasst. Überdies kam es wegen der Landverteilung zu schweren Differenzen mit Antonius’ Bruder Lucius, den Octavian aber im Perusinischen Krieg besiegte. Als Antonius daraufhin nach Italien zurückkehrte, verweigerten die Legionen beider Triumvirn den Kampf und zwangen sie zu einem erneuten Bündnis. Der Vertrag von Brundisium vom Herbst 40 v. Chr. sah unter anderem die Hochzeit Antonius’ mit Octavians Schwester Octavia vor. Octavian hatte im selben Jahr – nach dem Tod seiner ersten Frau Clodia – Scribonia geheiratet, eine Verwandte von Pompeius' Sohn Sextus. Sie schenkte ihm eine Tochter, Julia, die sein einziges leibliches Kind bleiben sollte. Aber noch vor Julias Geburt verstieß er ihre Mutter wieder, um im Jahr 38 v. Chr. Livia Drusilla zu ehelichen. Der Skandal wurde noch dadurch vergrößert, dass er Livia in sein Haus aufnahm, noch bevor sie sich von ihrem bisherigen Mann, dem überzeugten Republikaner Tiberius Claudius Nero, hatte scheiden lassen können. Die Frau, die zu seiner engsten Ratgeberin wurde, brachte die beiden Söhne Tiberius und Drusus mit in die Ehe. Tiberius sollte schließlich der Nachfolger seines Stiefvaters als Kaiser werden.

Kampf um die Alleinherrschaft

Drusus Am Vertrag von Brundisium war auch Sextus Pompeius beteiligt, der letzte politische Gegner der Triumvirn, der mit seiner Flotte noch über nennenswerte militärische Macht verfügte. Er kontrollierte Sizilien und gefährdete die Kornzufuhr nach Rom, was Octavians Autorität dort zusätzlich untergrub. Da Pompeius seine Blockadepolitik nicht aufgab, zerbrach das Bündnis schon 38 v. Chr. wieder. Im diesem Jahr war das Triumvirat um weitere 5 Jahre verlängert worden. Zwei Jahre später, 36 v. Chr., gelang es Octavians Feldherrn, Marcus Vipsanius Agrippa, Pompeius in der Seeschlacht bei Naulochos vor der Nordküste Siziliens zu besiegen. Als es Octavian kurz darauf gelang, Lepidus zu entmachten, dessen Truppen zu ihm übergelaufen waren, beherrschte er den gesamten Westen des Reichs. Im Kampf um die Alleinherrschaft stand ihm nur noch Antonius im Wege. Während Octavian von Ende 35 bis 34 v. Chr. bei kleineren Feldzügen in Dalmatien ein schlagkräftiges Heer in Form brachte, führte sein Rivale einen erfolglosen Krieg gegen die Parther. Zudem ging Antonius eine dauerhafte Beziehung mit Königin Kleopatra VII. von Ägypten ein, deretwegen er im Jahr 32 v. Chr. die in Rom äußerst populäre Octavia verstieß. Octavian nutzte das Verhalten Antonius’ propagandistisch geschickt aus. Als dieser im selben Jahr daran ging, Teile des römischen Ostens an Kleopatra und ihre gemeinsamen Kinder zu verschenken, verlor er in Rom fast jeden Rückhalt. Um ihm auch noch seine letzten Anhänger abspenstig zu machen, schreckte Octavian nicht einmal vor einem Sakrileg zurück: Er ließ das bei den Vestalinnen hinterlegte – womöglich aber auch gefälschte – Testament des Antonius veröffentlichen, in dem dieser Kleopatras Kinder als Erben einsetzte. Daraufhin erklärte der Senat Kleopatra den Krieg und Antonius zum Staatsfeind. Octavian war es gelungen, den Kampf gegen einen innenpolitischen Gegner in einen Krieg Roms gegen einen äußeren Feind umzumünzen. Schon der erste Zusammenstoß der beiden Rivalen brachte die Entscheidung. In der Seeschlacht bei Actium – am Ausgang des Ambrakischen Golfs in Epirus – unterlagen Antonius und Kleopatra am 2. September 31 v. Chr. den Streitkräften Agrippas und Octavians, der während des gesamten Kampfes angeblich seekrank unter Deck lag. Mit der Einnahme Alexandrias, der Annexion Ägyptens als neue römische Provinz und dem Suizid von Antonius und Kleopatra im darauffolgenden Jahr endete der Krieg zweier Männer um die Macht in Rom und zugleich die 100 Jahre währende Epoche der römischen Bürgerkriege. Als Zeichen dafür, dass im ganzen Reich Frieden herrschte, wurde am 12. Januar 29 v. Chr. der Torbogen des Gottes Ianus auf dem Forum Romanum geschlossen. Dies geschah erst zum dritten Mal in der jahrhundertelangen Geschichte Roms.

Augustus als Kaiser

Am 13. Januar des Jahres 27 v. Chr. begann in Rom ein mehrtägiger Staatsakt, der den Ausnahmezustand des Bürgerkriegs auch offiziell beendete. Formal wurde damit die alte Ordnung der Republik wiederhergestellt, tatsächlich aber eine völlig neue, monarchische Ordnung geschaffen: das römische Kaisertum in Gestalt des Prinzipats. Auf Vorschlag des Lucius Munatius Plancus verlieh der Senat Octavian am 16. Januar den neugeschaffenen Ehrennamen Augustus. In den Jahren nach Actium stand der Alleinherrscher vor drei großen Aufgaben: den Staat neu aufzubauen, das Reich nach innen und außen zu sichern und die Nachfolge zu regeln, um seinem Werk auch über seinen Tod hinaus Dauer zu verleihen. Da Augustus all das gelang, markiert der Staatsakt vom Januar 27 v. Chr. nicht nur den Beginn seiner 40-jährigen Regierungszeit als Kaiser, sondern auch den einer ganz neuen Epoche der römischen Geschichte.

Die Begründung des Prinzipats

Das Problem
Als Octavian im Sommer 29 v. Chr. aus dem Osten nach Rom zurückkehrte, stand er vor dem gleichen Problem, an dem Julius Caesar 15 Jahre zuvor gescheitert war: Eine Staatsordnung zu schaffen, die für das in mehr als 400 Jahren gewachsene, republikanische Rechtsverständnis der Römer akzeptabel war und zugleich der Tatsache gerecht wurde, dass die tatsächliche Macht seit 70 Jahren nicht mehr beim Senat, den Konsuln und den anderen republikanischen Institutionen lag, sondern bei den Befehlshabern der Legionen. Von Marius und Sulla über das 1. und das 2. Triumvirat hatten immer wieder Machthaber eine außerordentliche Gewalt errungen. Es ging nun darum, diese außerordentliche Gewalt der Militärdespoten in eine ordnungsgemäße umzuwandeln, sie also rechtlich in das bisherige Staatsgefüge einzubauen. Die einfache Wiederherstellung der alten Adelsrepublik kam für Octavian aus zwei Gründen nicht in Frage: Zum einen war die staatstragende Bevölkerungsschicht der Republik, der Senatsadel, durch die Bürgerkriege weitgehend vernichtet worden. Zum anderen erforderte die Ausdehnung des Reichs eine große Zahl von Legionen. Dies hätte deren Befehlshaber immer wieder in die Lage versetzt, sich von ihren Truppen zum Imperator ausrufen zulassen und die Macht an sich zu reißen. Es ging also darum, die Befehlsgewalt, das Imperium, über das Gros des römischen Militärs in einer Hand zu vereinen.
Die Lösung
Nach den Wirren der vorangegangenen Jahrzehnte waren auch die Römer – traditionell eher gegen jede Art von Alleinherrschaft eingestellt – bereit, die militärische Macht in die Hand eines Mannes zu legen. Octavian ging dabei aber so klug vor, nicht den Königstitel anzustreben, sondern sich von den bestehenden republikanischen Gewalten all jene übertragen zu lassen, die ihm in ihrer Bündelung zu einer monarchischen Stellung verhalfen, es ihm aber zugleich ermöglichten, sich als Amtsträger der Republik darzustellen. Wie schon im Kampf gegen Antonius erwies sich Octavian auch bei dieser Aufgabe als Meister der politischen Propaganda. Gegen Ende seines Lebens zeichnete er in seinem Tatenbericht folgendes Bild von seiner Handlungsweise: :„In meinem 6. und 7. Konsulat (das heißt : 28 und 27 v.Chr.), nachdem ich den Bürgerkriegen ein Ende gesetzt hatte, habe ich, der ich mit Zustimmung der Allgemeinheit zur höchsten Gewalt gelangt war, den Staat aus meinem Machtbereich wieder der freien Entscheidung des Senats und des römischen Volkes übertragen. Für dieses, mein Verdienst wurde ich auf Senatsbeschluss Augustus genannt. (...) Seit dieser Zeit überrage ich zwar alle an Einfluss und Ansehen; an Macht aber besaß ich hinfort nicht mehr als diejenigen, die auch ich als Kollegen im Amt gehabt habe.“
Realität und Propaganda
Propaganda In der Tat suchte Octavian gleich nach seiner Rückkehr die Unterstützung der alten Adelsgeschlechter und ging daran, das Ansehen der republikanischen Institutionen zu stärken. So ließ er aus dem Senat 190 Mitglieder ausschließen, die als nicht standesgemäß galten. Gleichzeitig füllte er die gelichteten Reihen des Senatsadels wieder auf, indem er verdiente Personen in den Patrizierstand erhob. Er selbst nannte sich – betont bescheiden – princeps senatus, Erster des Senats, ein Titel den es früher schon gegeben hatte und lediglich einen primus inter pares meinte, einen Ersten unter Gleichen. Daraus entwickelte sich die Bezeichnung Prinzipat für die augusteische Herrschaftsform, die etwa so viel bedeutet wie „Herrschaft des ersten Bürgers“. Großen Eindruck bei der Bevölkerung Roms machte der neue Princeps Ende des Jahres 28 v. Chr., als er alle Gesetze aus der Zeit des Triumvirats aufheben ließ. Am 13. Januar 27 v. Chr. schließlich, dem ersten Tag des Staatsakts, legte Octavian die gesamte außerordentliche Militärgewalt über die Provinzen zurück in die Hände des „gereinigten“ Senats. Damit bildete dieser wieder das zentrale Herrschaftsorgan. Die Republik war formal wiederhergestellt. Allgemein war von der res publica restituta die Rede. Soweit stimmten die Tatsachen mit Augustus’ propagandistischer Version überein. Gleich am nächsten Tag aber übertrug der Senat die Herrschaft über die Hälfte der Provinzen wieder an Octavian – und zwar die Hälfte derer, die an den Rändern des Imperiums lagen und in denen daher das Gros der Legionen stand. Da Octavian – vertreten durch Legaten – die Befehlsgewalt über sie behielt, blieb er also Militärmachthaber, nun aber im Rahmen der Gesetze. Das Reich gliederte sich fortan in kaiserliche und senatorische Provinzen. Doch mit der konsularischen Gewalt auf Lebenszeit erlangte Augustus 19 v. Chr. auch gegenüber den Statthaltern der letzteren die Weisungsbefugnis. Ein weiteres republikanisches Element der neuen Staatsordnung war die Rückkehr zur jährlichen Neubesetzung der Magistrate. Eines der zwei Konsulate allerdings nahm der Princeps in den nächsten Jahren regelmäßig für sich in Anspruch. Dies änderte sich mit der Revision der Prinzipatsverfassung am 1. Juli 23 v. Chr. Bis auf zwei Jahre verzichtete Augustus von da an auf das Konsulat. Statt dessen ließ er sich auf Lebenszeit die tribunizische Gewalt übertragen, also nicht das Amt des Volkstribunen, sondern „nur“ dessen Amtsbefugnisse. Damit gewann er das Recht, Volksversammlungen einzuberufen, Gesetze vorzuschlagen und sein Veto gegen Senatsbeschlüsse einzulegen. Letztlich war der Prinzipat also eine verschleierte Monarchie, ein komplizierter, fein austarierter Kompromiss: Augustus verzichtete auf die absolute Macht, ließ vielmehr den Senatsadel daran teilhaben, behielt aber gleichzeitig alle wichtigen Funktionen in Staat und Militär in seiner Hand.
Verleihung des Namens Augustus
Der Ehrenname Augustus, der Erhabene, den der Senat Octavian am letzten Tag des Staatsakts vom Januar 27 v. Chr. verlieh, erinnerte an das augurium, eine Kulthandlung zur Deutung des Willens der Götter, die der Sage nach schon Romulus vorgenommen hatte. Der Name setzte seinen Träger also mit dem legendären Gründer der Stadt Rom gleich und verlieh der obersten politischen Gewalt im Staat eine sakrale Aura, wie sie die Konsuln zu Zeiten der Republik nie besessen hatten. Weiter verfestigt wurde diese Entwicklung als im Jahre 13 oder 12 v. Chr. Marcus Aemilius Lepidus starb, Augustus' einstiger Kollege im Triumvirat, der nach seiner Entmachtung mit dem Amt des Pontifex Maximus abgefunden worden war. Augustus übernahm damals auch diese Funktion und war nun zugleich oberster Priester des römischen Staatskultes. Schließlich, im Jahre 2 v. Chr. ernannte der Senat Augustus zum pater patriae, zum "Vater des Vaterlands", ein Titel, auf den er besonders stolz war. Denn er war mehr als eine bloße Ehrenbezeichnung. Vielmehr führte er jedermann vor Augen, dass dem Kaiser gegenüber allen Reichsangehörigen die gleiche Autorität zustand wie jedem römischen Familienoberhaupt, dem pater familias, über die Seinen.
Akzeptanz der neuen Ordnung
Die Neuordnung des Staatswesens wurde von den Römern nicht widerspruchslos hingenommen. Insbesondere die patrizischen Familien des alten Senatsadels, die Augustus als Emporkömmling ansahen, konnten sich mit ihrer Entmachtung nur schwer abfinden. Einige Quellen berichten, dass Augustus sich in der Zeit nach seiner Rückkehr aus dem Osten nur mit einem Brustpanzer unter der Toga in den Senat wagte und Senatoren nur einzeln und nach eingehender Leibesvisitation empfing. Verschwörungen wie die von Maecenas' Schwager A. Terentius Varro Murena und des Fannius Caepio, die im Jahr 23 oder 22 v. Chr. aufgedeckt wurde, zeigen, dass Augustus' Politik noch lange Zeit erheblichen Widerstand hervorrief. Da der Zeitpunkt der Verschwörung nicht genau datiert werden kann, ist bis heute ungeklärt, ob sie auslösender Faktor oder Folge der im Jahr 23 erfolgten Neujustierung der Prinzipatsordnung war. Dass das neue Herrschaftssystem schließlich doch akzeptiert wurde, lag sicher nur zum Teil daran, dass Augustus den republikanischen Institutionen und den althergebrachten Rechten und Sitten, dem mos maiorum, seinen Respekt erwies. Die Römer konnten sich zwar sagen, dass die alte Republik und ihre Institutionen der Form nach weiterhin bestanden, aber die politisch Interessierten dürften Augustus' Propaganda sicher durchschaut haben. Ausschlaggebend war am Ende die schlichte Tatsache, dass der Prinzipat funktionierte – ganz im Gegensatz etwa zu den Ordnungsmodellen Sullas oder Caesars – und dass es zu Augustus keine realistische Alternative gab. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Faktor für den Erfolg der neuen Herrschaftsordnung war die Zeit: Augustus regierte nach der Erringung der Alleinherrschaft noch mehr als 40 Jahre, länger als jeder seiner Nachfolger. Die Römer gewöhnten sich in dieser langen Zeit an die Herrschaft des Ersten Bürgers. Als der Kaiser starb, waren kaum noch Römer am Leben, die die alte Republik noch bewusst erlebt hatten. So setzte mit der Errichtung des Prinzipats eine lange Periode des inneren Friedens und des Wohlstands ein. Augustus’ neue Ordnung sollte 300 Jahre – bis zur Herrschaft Diokletians – Bestand haben.

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Neuordnung

Eine ebenso anspruchsvolle Aufgabe wie der Umbau der Staatsverfassung war die innere und äußere Stabilisierung des Reichs, seine wirtschaftliche Erholung, die Wiederherstellung von Recht und Ordnung in Rom und den Provinzen und die Sicherung der Grenzen. Die Voraussetzungen für einen allgemeinen Wirtschaftsaufschwung waren nach Actium besser denn je in den vorangegangenen Jahrzehnten. Augustus konnte mehr als ein Drittel aller Legionen (von denen es nun nach dem Ende des Bürgerkriegs etwa 70 gab) entlassen – insgesamt etwa 80.000 der 230.000 Mann, die 31 v. Chr. noch unter Waffen gestanden hatten. Ein solch gewaltiges Heer wäre ansonsten auch zu groß und zu kostspielig gewesen, zumal es eine potentielle Gefahr dargestellt hätte, derart viele Soldaten unter Waffen zu belassen. Anders als 12 Jahre zuvor musste er für die Abfindung der Veteranen nicht auf Konfiskationen zurückgreifen, sondern konnte die ungeheure Beute, die ihm mit dem ägyptischen Staatsschatz in die Hände gefallen war, für Landkäufe nutzen. So entstand in Italien und den Provinzen eine breite Schicht ihm ergebener Bauern. Auch seine Anhänger in Rom – etwa im neuen Senat – wurden mit Geld und Posten bedacht. Augustus schuf selbst die neuen Gesellschaftsschichten, auf denen die Staatsordnung des Prinzipats ruhen sollte.
Neuordnung der Provinzen
In die Provinzen, die bis dahin immer wieder von Kontributionen, Truppenaushebungen und durchziehenden Heeren heimgesucht worden waren, kehrte allmählich ein gewisser Wohlstand zurück, denn der Prinzipat stellte Rechtssicherheit her und verhinderte vor allem die bis dahin übliche Ausplünderung durch ehemalige Magistrate der Republik. Diese hatten sich in den Provinzen stets für die Kosten schadlos gehalten, die ihr politisches Engagement in Rom verursachte. Der Geschichtsschreiber Velleius Paterculus drückte es wenige Jahre nach Augustus' Tod so aus: Die Äcker fanden wieder Pflege, die Heiligtümer wurden geehrt, die Menschen genossen Ruhe und Frieden und waren sicher im Besitz ihres Eigentums. Selbst Tacitus, einer der schärfsten Kritiker der Prinzipatsordnung, sah darin ihr größtes Verdienst. Anfangs übernahm der Kaiser die Neuordnung der Provinzen noch selbst. Bereits im Sommer des Jahres 27 v. Chr. brach er zu einer mehrjährigen Inspektionsreise durch den Nordwesten des Reiches auf. Gallien war seit der Eroberung durch Caesar sich selbst überlassen geblieben. Nach der Ordnung der Verhältnisse dort eroberte Augustus diejenigen Gebiete im Norden der iberischen Halbinsel, die bis dahin noch nicht zum Reich gehört hatten, und gliederte sie der Provinz Hispania Tarraconensis ein. Auf der Rückreise nach Rom im Jahr 23 v. Chr. erkrankte Augustus so schwer, dass seine Umgebung bereits mit seinem Tod rechnete. Er überlebte schließlich, entschloss sich aber, seine Legionen künftig nicht mehr persönlich zu führen.
Sittenpolitik
23 v. Chr. Zu einem Kennzeichen der Herrschaft des Augustus wurde auch eine Rückbesinnung auf althergebrachte Sitte und Moral. Im Jahr 19 v. Chr. ließ sich Augustus vom Senat die cura morum, die Sittenaufsicht übertragen. Im Jahr darauf ließ er in den Leges Iuliae etwa die Strafvorschriften für Ehebruch verschärfen und eine allgemeine Pflicht zur Ehe einführen. Er selbst hatte in den Jahren seines Aufstiegs nicht eben ein Muster altrömischer Tugenden abgegeben – die erzwungene Scheidung seiner Frau Livia von ihrem früheren Mann war dafür nur das hervorstechendste Beispiel. Nun aber sah er in der Betonung traditioneller Werte ein Mittel, die geistigen Verheerungen der Bürgerkriege zu heilen. Würde und Autorität des Princeps erforderten natürlich, dass Augustus und seine Familie mit gutem Beispiel vorangingen. Dies führte schließlich zum Zerwürfnis mit seiner Tochter Julia, die sich der väterlichen Moral nicht unterwerfen wollte. Im Jahr 2 v. Chr. ließ Augustus selbst sie vor dem Senat des Ehebruchs anklagen und auf die kleine Insel Pandateria verbannen. Neun Jahre später, 8 n. Chr., ereilte den Dichter Ovid, den Autor der Ars amatoria („Liebeskunst“), das gleiche Schicksal: Er wurde nach Tomis am Schwarzen Meer verbannt. Das propagandistische Bild vom Princeps als treusorgendem altrömischem Patron, der über das Wohl der Seinen wacht, fand ihren sichtbaren Ausdruck in einem umfangreichen Bauprogramm in Rom. Dazu gehörten Zweckbauten wie Aquädukte und eine riesige Sonnenuhr, vor allem aber Repräsentationsbauten wie das Augustusforum, das Marcellustheater und zahlreiche Tempel, die dazu dienten, den Römern Macht und Autorität des Augustus vor Augen zu führen. Der Kaiser spricht in seinem Tatenbericht von 82 Tempeln, die er in einem Jahr habe instandsetzen, Vergil in der Aeneis von 300 Tempeln, die er insgesamt habe bauen lassen.

Außenpolitik und Grenzsicherung

Augustus Außenpolitik wurde lange als defensiv beurteilt. Historiker des 19. Jahrhunderts sahen in ihr nur eine Arrondierung und Sicherung der Reichsgrenzen. Zu dieser Sicht trug unter anderem die Tatsache bei, dass Augustus den Plan Caesars zu einem Feldzug gegen das Partherreich nicht wieder aufnahm. Eine militärische Machtdemonstration gegenüber dem Nachbarn im Südosten genügte, um diesen im Jahr 20 v. Chr. zu einer vertraglichen Grenzregelung und zur Herausgabe der in der Schlacht bei Carrhae 53 v. Chr. erbeuteten, symbolträchtigen Legionsadler zu veranlassen. In Rom wurde als großer militärischer Sieg propagiert, was in Wirklichkeit eine friedliche Lösung darstellte. Die Eingliederung Ägyptens verlief weitgehend problemlos. Im Jahr 25 v. Chr. gewann Rom die neue Provinz Galatia in Kleinasien aufgrund einer testamentarischen Verfügung des letzten Galater-Königs Amyntas. Zudem geriet eine Reihe neuer Klientelstaaten wie Armenien, Kappadokien und Mauretanien in Abhängigkeit von Rom. Dennoch ließ sich die These von der prinzipiell friedlichen, defensiven Außenpolitik nicht aufrecht erhalten. Kein republikanischer Feldherr und kein Kaiser hat dem Römischen Reich so große Territorien einverleibt wie Augustus – und dies vor allem durch kriegerische Eroberungen. Nachdem 17 v. Chr. bei den Saecularfeiern in Rom noch die Friedensordnung des Prinzipats gefeiert worden war, ging das Reich im darauffolgenden Jahr wieder zur Offensive über. Der Grund dafür ist bis heute ungeklärt. Womöglich fing als kleinere Grenzstreitigkeit mit germanischen Stämmen an, was mit ausgedehnten militärischen Operationen an den nordöstlichen Grenzen und der Eingliederung von nicht weniger als fünf neuen Provinzen endete. Von der Ostgrenze Galliens, den Alpen und dem dalmatinischen Küstengebirge wurde die Reichsgrenze bis zu Donau und Rhein, zeitweise sogar bis zur Elbe vorgeschoben. Südlich der Donau entstanden die neuen Provinzen Raetia, Noricum, Pannonia, Illyricum und Moesia. In diese Zeit fällt beispielsweise die Gründung der Stadt Augsburg (antiker Name: Augusta Vindelicorum) im Jahr 15 v. Chr.. An der strategisch wichtigen Via Claudia Augusta gelegen, wurde der Ort später zur Hauptstadt der Provinz Raetien. Augsburg ist eine von vielen Städten, deren Namen auf den Kaiser zurückgeht. In einer militärischen Katastrophe endete allerdings die Eroberung des rechtsrheinischen Germanien. Diese Eroberung war schon unter Augustus' Stiefsohn Drusus weit gediehen und wurde nach dessen Tod in Mainz im Jahr 9 v. Chr. von Tiberius erfolgreich weitergeführt. Im Jahr 9 aber vernichtete ein von dem Cheruskerfürsten Arminius initiiertes Bündnis germanischer Stämme in der Schlacht im Teutoburger Wald drei ganze römische Legionen unter dem Befehl des Publius Quinctilius Varus. Die schwere Niederlage hatte zunächst einen verlustreichen Kleinkrieg und schließlich den Rückzug der Römer auf die Rhein-Donau-Linie und den Limes zur Folge.

Regelung der Nachfolge

Obwohl Augustus in fast allen Quellen zu seinem Leben als gutaussehender Mann geschildert wird, war er seit seiner Kindheit von schwacher Konstitution. Er überlebte mehrere schwere Krankheiten wie die im Jahre 23 v. Chr. nur knapp und konnte nicht damit rechnen, das für die damalige Zeit sehr hohe Alter von fast 76 Jahren zu erreichen. Für sein Bestreben, der neugeschaffenen Herrschaftsordnung Dauer zu verleihen, stellte die Erbfolgeregelung daher eine zentrale Aufgabe dar. Während seine Frau Livia einen ihrer Söhne von Tiberius Claudius Nero auf dem Thron sehen wollte, verfolgte Augustus den Plan, die Nachfolge in der eigenen, julischen Familie zu sichern. Da der Kaiser keine Söhne hatte, zwang er seine Tochter Julia, nacheinander mehrere Nachfolgekandidaten zu heiraten. Julia Dies war im Jahr 25 v. Chr. zunächst Marcellus, der Sohn seiner Schwester Octavia und ihres ersten Mannes. Die Bevorzugung seines Neffen führte offenbar zu zeitweisen Spannungen zwischen Augustus und seinem Feldherrn Agrippa, der sich selbst begründete Hoffnungen auf die Nachfolge machte. Doch Marcellus starb kaum 20-jährig Ende des Jahres 23 v. Chr. und Agrippa galt nun als unumstrittener Nachfolgekandidat. Augustus drängte den alten Freund im Jahr 21 v. Chr., sich von seiner Frau scheiden zu lassen und die 25 Jahre jüngere Julia zu heiraten. Die beiden hatten zwei Töchter und drei Söhne, Gaius Caesar, Lucius Caesar und den nachgeborenen Agrippa Postumus. Als Agrippa 12 v. Chr. starb, ruhten Augustus' Hoffnungen auf den beiden älteren Enkeln, die er durch Adoption an Sohnes statt angenommen hatte. Er befürchtete jedoch, dass Livia und sein Stiefsohn Tiberius die Kinder bei seinem Tod übergehen oder gar beseitigen könnten. Daher zwang er nun auch Tiberius, sich von seiner Frau Vipsania, einer Tochter Agrippas, zu trennen, Julia zu heiraten und sich zum Schutz der beiden jungen Prinzen zu verpflichten. Augustus scheint sich damals weder Tiberius noch dessen Bruder Drusus, zu dem er ein besseres Verhältnis hatte, als Nachfolger gewünscht zu haben. Mit Tiberius, der die erzwungene Ehe mit Julia als Qual empfand, kam es schließlich zum Zerwürfnis. Der Stiefsohn legte 5 v. Chr. alle Ämter nieder und ging nach Rhodos ins Exil. Zu einer halbherzigen Aussöhnung kam es erst, nachdem Lucius und Gaius Caesar kurz hintereinander, 2 und 4 n. Chr. gestorben und Julia wegen ihres Lebenswandels aus Rom verbannt worden war. Da Drusus bereits 9 v. Chr. bei einem Kriegszug in Germanien umgekommen war, blieb nur noch Tiberius als Nachfolger übrig. Augustus adoptierte ihn am 26. Juni des Jahres 4 gemeinsam mit seinem letzten noch lebenden Enkel Agrippa Postumus. Letzteren ließ er jedoch drei Jahre später aus nie ganz geklärten Gründen auf die Insel Planasia (heute: Pianosa bei Elba) verbannen, wo er unmittelbar nach Augustus' Tod ermordet wurde. Tiberius wiederum musste den Sohn seines verstorbenen Bruders Drusus adoptieren: Germanicus entstammte als Enkel der Octavia zugleich dem julischen und dem claudischen Familienzweig; sein Sohn Caligula sollte im Jahr 37 Tiberius auf den Thron folgen. Augustus übertrug Tiberius aber erst im Jahr 13 alle Befugnisse eines Princeps und erkannte ihn auch erst dann testamentarisch als seinen Nachfolger an.

Tod und Begräbnis

Im Sommer des folgenden Jahres unternahm der Kaiser eine Reise, die ihn über Capri nach Benevent führen sollte. Er erkrankte aber bereits auf Capri an Diarrhoe, reiste jedoch weiter aufs Festland bei Neapel und ließ sich nach Nola bringen – angeblich in das selbe Haus, in dem 71 Jahre zuvor sein Vater Gaius Octavius gestorben war. Dort verstarb schließlich auch er in Gegenwart seiner Frau Livia und einer Reihe herbeigeeilter Würdenträger am 19. August des Jahres 14, am gleichen Tag, an dem er über 50 Jahre zuvor sein erstes Konsulat angetreten hatte. Laut Sueton verabschiedete sich der Mann, der in seinem Leben so viele Masken getragen hatte, mit einer Formel, die Komödianten am Ende eines Stückes sprachen: Wenn nun das Ganze Euch wohl gefallen hat, so klatscht Beifall, und entlasst uns alle mit Dank nach Hause. Augustus' Leiche wurde auf dem Marsfeld in Rom verbrannt und die Asche in dem prachtvollen Mausoleum beigesetzt, das der Kaiser dort für sich und seine Familie hatte errichten lassen. Neben zahlreichen anderen Ehrungen beschloss der Senat, den Monat, in dem er erstmals Konsul geworden und gestorben war, von Sextilis in Augustus umzubenennen. Außerdem wurde dem Monat August ein zusätzlicher, 31. Tag angefügt. (Der Februar zählt seither nur noch 28 Tage.) Zudem wurde der Kaiser – wie von nun an die meisten römischen Caesaren nach ihrem Tod – zum Staatsgott (divus) erklärt.

Das augusteische Zeitalter

divus Schon Zeitgenossen des Augustus betrachteten ihre Gegenwart als „apollinische Epoche“, geprägt von Apoll, dem Gott des Lichts, der Künste und der Musik, der Weisheit und der Weissagung, dem der Kaiser Heiligtümer bei Actium und bei seinem eigenen Wohnhaus auf dem palatinischen Hügel in Rom errichtete. Ein Beispiel dafür, welche Verehrung dem Princeps schon zu Lebzeiten zuteil wurde, ist ein Kultlied des Horaz (carm. IV 5,17 ff.): :Sicher nämlich durchzieht der Ochse die Fluren,
es nährt die Fluren Ceres und die fürsorgende Faustitas (Göttin der Fruchtbarkeit),
über das befriedete Meer fahren eilig die Seeleute
beschuldigt zu werden scheut sich Fides (Göttin der Treue) (...)
Wer fürchtet wohl noch den Parther, wer den im Eisland lebenden Skythen?
Wer fürchtet wohl noch die Brut, die das schreckliche Germanien hervorbringt, da Caesar wohlbehalten waltet?
Wer kümmert sich wohl noch um den Krieg im wilden Iberien? (...)
Vollends verklärt wurde die Regierungszeit des ersten Kaisers nach seinem Tod unter dem Begriff der Pax Augusta, des augusteischen Friedens. Im Vergleich zum vorangegangenen Jahrhundert und zur Herrschaft vieler Nachfolger des ersten Kaisers brachte die augusteische Ära Rom, Italien und den meisten Provinzen in der Tat eine lange währende Zeit von innerem Frieden, Stabilität, Sicherheit und Wohlstand. Nach den Verheerungen der Bürgerkriege blühte die Wirtschaft nun ebenso auf wie Kunst und Kultur. Die Zeit brachte Dichter wie Vergil, Horaz, Ovid und Properz, Historiker wie Titus Livius oder Architekten wie Vitruv hervor. Der Kaiser selbst versuchte sich als Tragödienautor, vernichtete aber sein Drama Ajax, dessen Unzulänglichkeit ihm bewusst war, mit dem Kommentar: Mein Ajax ist in den Schwamm gefallen. Rom wandelte sich, wie Augustus meinte, von einer Stadt aus Ziegeln zu einer Stadt aus Marmor. Beeindruckende architektonische Zeugnisse dieser Zeit haben sich bis heute erhalten, etwa das Marcellus-Theater, das von Agrippa erbaute und unter Kaiser Hadrian erneuerte Pantheon und nicht zuletzt Augustus' Mausoleum und die Ara Pacis, der Friedensaltar aus dem Jahre 9 v. Chr., der auf einem Relief eine Prozession der kaiserlichen Familie zeigt. Das Bild, das der Kaiser mit solchen Bauten den Römern vermitteln wollte, kontrastierte aber spätestens seit dem Jahr 16 v. Chr. wieder mit den unablässigen Kriegen, die an den Grenzen geführt wurden. Das Reich expandierte unter Augustus in einem Maß wie nie zuvor und nie wieder danach. Neben dem reichen Ägypten und Galatia wurden ihm Provinzen an Rhein und Donau hinzugefügt, deren Eroberung nur mit der Galliens durch Caesar vergleichbar war. Von Krieg aber war im Inneren des Reichs und der Provinzen nach dem Jahr 31 v. Chr. nur noch wenig zu spüren. Frieden und Wohlstand nahmen deshalb auch schon die Zeitgenossen als prägendes Kennzeichen der Epoche wahr. Dies war der Grund, warum sie sich letztlich mit der Einführung der Monarchie und dem Ende der Republik abfanden, zumal der Versuch einer Rückkehr zur republikanischen Ordnung wohl zu einem neuen Bürgerkrieg geführt hätte. Und es ist vielleicht kein Zufall, dass der Gründer einer Religionsgemeinschaft, die ein Reich des Friedens verkündete, unter der Herrschaft des Augustus geboren wurde, den die Zeitgenossen als Retter und Friedensfürsten feierten.

Werke


- Res Gestae Divi Augusti: von Augustus selbst verfasster Tatenbericht, der an Bronzesäulen vor seinem Mausoleum angebracht war. Kopien wurden als Inschriften in mehreren Orten in Kleinasien gefunden, die vollständigste – mit einer griechischen Übersetzung – in einem Tempel in Ankara, nach der das Werk auch als Monumentum Ancyranum bezeichnet wird. Es gibt zahlreiche Ausgaben, unter anderem eine lateinisch-griechisch-deutsche Ausgabe mit Kommentar hg. von Ekkehard Weber, München u. Zürich 1975. [http://perseus.mpiwg-berlin.mpg.de/cgi-bin/ptext?lookup=Aug.+Anc. Text (lateinisch)], [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Augustus/Res_Gestae/home.html Text (lateinisch/griechisch/englisch)]
- De vita sua: eine Autobiografie, die in dreizehn Büchern die Zeit bis zum Cantabrischen Krieg behandelte, aber praktisch vollständig verloren ging. (Moderne 'Rekonstruktionen' von O.K. Gilliam, Philipp Vandenberg und Allan Massie gehören in das Genre des historischen Romans.)
- Sicilia: verloren gegangenes Epos in Hexametern, nur von Sueton bezeugt
- Ajax: Tragödie, von Augustus selbst vernichtet

Quellen


- Sueton, Divus Augustus: ausführlichste antike Biografie aus der Sammlung der Kaiserbiografien von Gaius Iulius Caesar bis Domitian. Zahlreiche Ausgaben, beispielsweise in Sämtliche erhaltene Werke, Essen 1987 (deutsche Übersetzung). [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/L/Roman/Texts/Suetonius/12Caesars/Augustus
- .html Text (lateinisch)], [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Suetonius/12Caesars/Augustus
- .html englische Übersetzung)]
- Tacitus, Annalen: das Geschichtswerk setzt erst mit dem Tod des Augustus ein, enthält aber zahlreiche Rückblicke auf seine Herrschaft. Zahlreiche Ausgaben, beispielsweise lateinisch und deutsch hg. von Erich Heller, München u. Zürich 1982. [http://perseus.mpiwg-berlin.mpg.de/cgi-bin/ptext?doc=Perseus%3Atext%3A1999.02.0077 Text (lateinisch/englisch)]
- Appian, Römische Geschichte, Bd. 2: Bürgerkriege, übersetzt v. Otto Veh, 1988. [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Appian/home.html Text (englisch)]
- Nikolaos von Damaskus, Das Leben des Augustus: oft kritisierte Biografie, die nicht immer zuverlässig ist und nur in byzantinischen Exzerpten erhalten ist. Zweisprachige Übersetzung von Jürgen Malitz, Nikolaos von Damaskus. Das Leben des Kaisers Augustus, Darmstadt 2003. [http://www.csun.edu/~hcfll004/nicolaus.html Text (englisch)]
- Cassius Dio, Römische Geschichte, übersetzt v. Otto Veh, 1986.

Literatur


- Jochen Bleicken: Augustus. Eine Biographie, Alexander Fest-Verlag, Berlin 1998. ISBN 3828600271 (Die derzeit maßgebliche Biografie in deutscher Sprache; umfassend und gut lesbar, mit Anmerkungen und Anhang zu Quellen und Literatur.)
- Ders.: Verfassungs- und Sozialgeschichte des Römischen Kaiserreiches, 2 Bde., Paderborn 1981.
- Alan K. Bowman (Hg.): The Cambridge Ancient History 10. The Augustan Empire, Cambridge 1996. (Hervorragende und detaillierte Gesamtdarstellung.)
- Klaus Bringmann/Thomas Schäfer: Augustus und die Begründung des römischen Kaisertums. Akademie-Verlag, Berlin 2002. (Studienbuch mit Quellenteil.)
- Werner Dahlheim: Augustus, in: Die römischen Kaiser. 55 historische Portraits von Caesar bis Iustinian, hg. von Manfred Clauss, München 1997, S. 26-49. (Gut lesbare Kurzbiografie)
- Werner Eck: Augustus und seine Zeit. Beck, München 1998. (Knappe Einführung)
- Karl Galinsky (Hg.): The Cambridge Companion to the Age of Augustus, Cambridge 2005. (Aufsatzsammlung)
- Michael Grant: Roms Caesaren. Von Julius Caesar bis Domitian, München 1975. (Populärwissenschaftliche Darstellung)
- Dietmar Kienast: Augustus. Prinzeps und Monarch, aktual. Neuauflage, Darmstadt 1999. (Hervorragende, problemorientierte Darstellung mit umfassendem wissenschaftlichen Apparat.)
- Ute Schall: Augustus. Kaiser, Rächer, Komödiant. Masken und Metamorphosen eines Herrschers, Pfungstadt bei Darmstadt 1990.
- Heinrich Schlange-Schöningen: Augustus, Geschichte kompakt Antike, Darmstadt 2005. (Knappe Darstellung, als Einstieg gut geeignet.)
- Pat Southern: Augustus, Essen 2005, ISBN 3-88400-431-X.
- Ronald Syme: Die römische Revolution. Machtkämpfe im antiken Rom, grundlegend revidierte und erstmals vollständige Neuausgabe, herausgegeben von Christoph Selzer und Uwe Walter, Verlag Klett-Cotta, Stuttgart 2003. (Symes sprachlich meisterliche Darstellung ist geprägt von dem Aufkommen des italienischen Faschismus. Für Syme war Augustus ein brutal agierender Machtmensch und der Totengräber der letzten republikanischen Freiheiten.)
- Paul Zanker: Augustus und die Macht der Bilder, München 1987.

Siehe auch


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- Themenliste Rom

Kaiser

Kaiser ist einer der höchsten
Adelstitel. Das deutsche Wort Kaiser leitet sich wie auch das russische bzw. slawische Zar von dem lateinischen Eigennamen Caesar - nach dem römischen Staatsmann Gaius Julius Caesar - ab (Caesar wurde in der Antike wie "Kaisar", nicht "Zäsar", ausgesprochen) und bezeichnete in Europa die ranghöchsten Monarchen. Analog dazu wurde der Titel Kaiser später auch auf die Herrscher Persiens, Äthiopiens, Chinas, Japans, Koreas und Annams (Vietnams) angewandt und 1878 auch von den Königen Englands in ihrer Funktion als Herrscher Indiens angenommen. Der Kaisertitel wurde in der Regel nur solchen Monarchen zugestanden, die eine übernationale Herrschaft ausübten.

Die Entwicklung des europäischen Kaisertitels

Indien Der Wandel des Eigennamens Caesar zum Herrschertitel erfolgte in einem fast 100 Jahre dauernden Prozess vom Tod Gaius Julius Caesars 44 v. Chr. bis zum Amtsantritt des Kaisers Claudius im Jahr 41. Zur vollen römischen Herrschertitulatur gehörten seit Augustus die drei Bestandteile Imperator, Caesar und Augustus. Seit Beginn des europäischen Mittelalters wurde, je nach Epoche und Sprachgebiet einer dieser Titel zur Bezeichnung der höchsten Herrscherwürde verwandt. Die meisten germanischen Sprachen übernahmen die griechische Form von Caesar, Kaisaros. Daraus entwickelte sich das deutsche Wort Kaiser. In den romanischen Sprachen bezeichnet dagegen ein von Imperator entlehntes Wort den Kaiser, etwa das italienische imperatore oder das französische empereur, auf das auch das englische emperor zurückgeht. Auch im albanischen Wort mbret für "König" ist noch der Imperator zu erkennen.

Entstehung des Kaisertitels im antiken Rom

Nachdem Gaius Julius Caesar in den Jahren 49-45 v. Chr. im Bürgerkrieg die Alleinherrschaft über Rom errungen hatte, wagte er es nicht, sich den bei den Römern verpönten Königstitel zuzulegen. Da die frühe Römische Republik aber für Notzeiten das außerordentliche Amt des Diktators gekannt hatte, ließ sich Caesar vom Senat zum Dictator perpetuus ("Diktator auf Lebenszeit") wählen. Zudem trug er den Titel Imperator, der sich von dem Begriff imperium herleitete und ursprünglich die militärische Befehlsgewalt über eine Legion bezeichnete. Zur Zeit der Republik konnte jeder Befehlshaber einer Legion von seinen Truppen zum Imperator ausgerufen werden. Später blieb der Titel allein den Kaisern vorbehalten. Er bezeichnete die tatsächliche Quelle ihrer Macht, die Militärgewalt. Als erster Kaiser der Geschichte gilt aber nicht Caesar, sondern sein Großneffe Gaius Octavius, der spätere Augustus. Dieser nahm nach Caesars Ermordung 44 v. Chr. dessen Namen an, da der Diktator ihn testamentarisch adoptiert hatte. Er nannte sich von 42 v. Chr. bis 38 v. Chr. Gaius Iulius divi filius Caesar (also "Sohn des vergöttlichten Gaius Iulius Caesar"), dann bis 27 v. Chr. Imperator Caesar divi filius mit dem Beinamen Octavian. Nachdem auch er alle Konkurrenten um die Macht ausgeschaltet hatte, verschleierte er seine faktisch königsgleiche Stellung durch den bescheiden klingenden Titel princeps, der zuvor als princeps senatuus den "Ersten des Senats", als einen Ersten unter Gleichen bezeichnet hatte, nun aber als "Ersten Bürger" verstanden wurde. Aus diesem Titel gingen der französische und englische prince und das italienische principe hervor, die alle "Fürst" bedeuten, und daraus wiederum das deutsche "Prinz". Für die angebliche "Wiederherstellung der Republik" verlieh der Senat Octavian 27 v. Chr. den Ehrentitel Augustus, der "Erhabene", unter dem er in die Geschichte eingegangen ist. Nicht nur seine Beinamen Caesar und Augustus sowie sein Titel Imperator, sondern auch seine Staatsämter, die höchsten in Rom, wurden in seiner Familie erblich, so dass der Prinzipat de facto eine Monarchie darstellte. Seit Kaiser Claudius wurde der Name Caesar endgültig zum Bestand