Australien
Australien (engl. und lat.: Australia = Land im Süden gelegen) ist flächenmäßig der sechstgrößte Staat der Erde und nimmt die Hauptlandmasse des Kontinents Australien ein. Australien wird auch als Down Under oder schlicht Oz (Abk. von Australia) bezeichnet .
Australien liegt auf der Südhalbkugel nordwestlich von Neuseeland und südlich von Indonesien, Timor-Leste, West-Papua und Papua-Neuguinea. Es umfasst die gesamte Hauptlandmasse des Kontinents Australien sowie die vorgelagerte Insel Tasmanien und einige kleinere Inseln. Darüber hinaus gehören noch die pazifische Norfolkinsel, die Kokosinseln, die Weihnachtsinsel und die Ashmore- und Cartier-Inseln im Indischen Ozean sowie das australische Antarktisterritorium und die subantarktischen Inseln Macquarieinsel und Heard- und McDonald-Inseln als „Außengebiete“ zum Australischen Bund.
Geographie
Hauptartikel: Geographie Australiens
Die Gesamtfläche des Landes umfasst etwa 7,7 Millionen Quadratkilometer. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 3.700 km, die West-Ost-Ausdehnung ungefähr 4.000 km. Geographisch lassen sich drei Großlandschaften unterscheiden. Das Tafelland des Westaustralischen Plateaus nimmt etwa 60 Prozent des Kontinents ein. Hier liegen die großen Trockengebiete der Großen Sandwüste, der Gibsonwüste, der Großen Victoriawüste und der Nullarbor-Wüste. Kleinere Gebirge wie die MacDonnell Ranges und Inselberge wie der Uluru überragen das Plateau. Im Osten schließt sich das Sedimentbecken der Mittelaustralischen Senke an. Hier findet man mit der Simpsonwüste sowohl die trockenste Region des Landes als auch das größte Flußsystem, das Murray-Darling-Becken. Der Osten des Landes ist von der Great Dividing Range geprägt, die sich über 3.200 km von Norden nach Süden erstreckt. Auch Tasmanien kann als Teil dieser Gebirgskette angesehen werden. Mit 2.229 m befindet sich in den zur Great Dividing Range gehörenden Snowy Mountains der höchste Berg des Kontinents, der Mount Kosciuszko.
Der höchste Berg und gleichzeitig der einzige Vulkan auf australischem Hoheitsgebiet ist mit 2.745 m der auf der unbewohnten Insel Heard gelegene Big Ben.
Ein Großteil der westlichen und zentralen Landesteile sind unbewohnbar, im Outback findet sich Platz für extensive Weidewirtschaft – 130 Mio. Schafe und 25 Mio. Rinder.
Die Hauptstadt Canberra (308.700 Einwohner) ist eine eigens angelegte Stadt (Planhauptstadt) zwischen Sydney und Melbourne, da diese beiden Städte sich nicht einigen konnten, welche die Hauptstadt sein sollte.
Die größten und bekanntesten Städte sind Sydney (4,2 Mio. Ew.), Melbourne (3,6 Mio. Ew.), Brisbane (1,7 Mio. Ew.), Perth (1,4 Mio. Ew.) und Adelaide (1,1 Mio. Ew.).
Siehe auch Liste der Flüsse in Australien, Liste der Seen in Australien, Liste der Städte in Australien
Klima
Aufgrund der großen Nord-Südausdehnung des Landes finden sich hier sehr unterschiedliche Klimazonen. Der Norden ist tropisch, es schließt sich ein subtropisches Gebiet an, im Süden ist das Klima gemäßigt. Wetter und Klima werden hauptsächlich von drei Phänomenen bestimmt, dem Tropischen Tiefdruckgürtel, der Passatwindzone und den Subpolaren Westwinden.
Im Sommerhalbjahr von November bis April treten im Norden aufgrund eines Hitzetiefs starke Regenfälle auf. Zusätzlich kommt es über der Timorsee zu Wirbelstürmen. Südaustralien liegt zu dieser Zeit im subtropischen Hochdruckgürtel und bleibt weitgehend niederschlagsfrei. Im Winterhalbjahr, Mai bis Oktober, bleibt dagegen der Norden aufgrund eines Hochdruckgebiets trocken, Süden und Südwesten des Landes liegen in der Westwindzone und sind Niederschlägen ausgesetzt. Südostpassatwinde bringen den Gebirgen des Ostens ganzjährig Steigungsregen.
Das Zentrum des Landes bleibt ganzjährig weitgehend trocken, 80 Prozent der Fläche Australiens sind semiaride und aride Gebiete mit weniger als 250 mm Niederschlägen im Jahr.
Flora und Fauna
arid
siehe auch den Hauptartikel Fauna Australiens
Auf dem australischen Kontinent, der seit über 200 Millionen Jahren durch Ozeane von der übrigen Welt getrennt ist, konnte sich eine große Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren entwickeln. Zeugnis dieser isolierten Entwicklung sind z.B. die Beuteltiere (engl.: marsupials) Australiens, die ansonsten nur noch in Süd- und Nordamerika vertreten sind.
Von den rund 20.000 heimischen Pflanzenarten in Australien sind ca. 85 % ausschließlich auf diesem Kontinent zu finden. Typisch für die australische Vegetation sind die Eukalyptus- und Akazienbäume, von beiden gibt es über 600 Arten. Der schnellwüchsige und anspruchslose Eukalyptusbaum kommt in den verschiedensten Umgebungen vor, auch im heißen und trockenen Zentralaustralien. Die Größe variiert von Buschhöhe bis zu 90 m. Im Südosten von Australien gibt es ausgedehnte Waldgebiete, die dichteste Vegetation findet sich in den tropischen Regenwäldern von Nordqueensland. Starke Abholzung führt zu einer Gefährdung des Bestandes und bedroht die Artenvielfalt in den Wäldern. In Trockengebieten Westaustraliens kommt der Baobab-Baum vor, auch Flaschenbaum genannt, der in seinem Stamm Wasser speichern kann. Weite Flächen des Landesinneren sind von Grasland geprägt, die bedeutendste Pflanzengesellschaft hier ist das Spinifex-Grasland, das etwa ein Viertel der Landesfläche einnimmt.
Typische Vertreter der australischen Tierwelt sind die Beuteltiere. Bekannte Vertreter sind die Kängurus mit über 40 Arten, der Koala, der Wombat, der Tasmanische Teufel oder Beutelteufel, die Beutelmaus und die Gattung der Kletterbeutler (Possums). Einzigartig auf der ganzen Welt sind Eier legende Säugetiere (Kloakentiere), die nur in Australien und Neuguinea vorkommen, in Australien vertreten durch das Schnabeltier (engl. Platypus) und den Ameisenigel (engl. Echidna).
Vor der Besiedlung Australiens durch den Menschen waren Plazentatiere nur durch Fledermäuse, Flughunde, Robben und Nagetiere vertreten. Durch den Menschen eingeführte Säugetiere wie Dingos, Kaninchen, Kamele, Füchse usw. stellen heute allerdings eine starke Gefährdung für die australische Fauna dar, vor allem für kleinere heimische Säuger, die der Konkurrenz und dem erhöhten Raubdruck nicht gewachsen sind. Die Vogelwelt Australiens mit den zahlreichen Papageien (Wellensittiche, Lories, Kakadus) und dem australischen Eisvogel (Kookaburra) ist sehr artenreich. Reptilien sind vor allem mit Schlangen, Schildkröten, Krokodilen und Echsen vertreten.
Einen einzigartigen Lebensraum bildet auch das Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens, mit einer Länge von 2.012 km das größte Korallenriff der Erde. Auch hier besteht die Gefahr einer nachhaltigen Störung des ökologischen Gleichgewichts durch die intensive industrielle Fischerei in den umliegenden Gewässern und den Tourismus.
ökologischen Gleichgewichts Australien reagierte auf die Gefährdung von Fauna und Flora schon früh mit dem Einrichten von großflächigen Naturschutzgebieten, die auch Teile des Meeres umfassen. Der schon 1879 gegründete Royal National Park südlich von Sydney gilt als ältester Nationalpark der Welt. Rund 12 % der Landesfläche sind zu Schutzzonen erklärt worden. Elf Gebiete gehören dem Weltkulturerbe an. Dazu gehören unter anderem der Uluru-Kata Tjuta National Park mit dem Uluru (auch: Ayers Rock), das Great Barrier Reef und die Blue Mountains.
Siehe auch Nationalparks in Australien
Bevölkerung
Nationalparks in Australien
Die Zusammensetzung der australischen Bevölkerung spiegelt die Einwanderungsmuster des Landes wieder. Rund 92% der Bevölkerung sind europäischer, 7% asiatischer Abstammung. 2,4% der Bevölkerung bezeichnen sich als zumindest teilweise indigener Abstammung. Rund 15% der Weißen sind nicht britischer oder irischer Abstammung. Insbesondere Einwanderer aus Ex-Jugoslawien (ca. 800.000), Griechenland (ca. 600.000), Italien (ca. 600.000) und Polen (ca. 200.000) bilden eigene Minderheiten in Australien. Über 1,3 Millionen Australier haben mindestens einen deutschen Vorfahren. Englisch ist mit etwa 79% der Bevölkerung die am meisten gesprochene Sprache, jeweils rund 2% sprechen chinesische Dialekte oder Italienisch.
Seitdem in den 60er Jahren die 'weiße' Einwanderungspolitik Australiens allmählich aufgehoben wurde, verstärkt sich vor allem die Immigration aus den asiatischen Ländern. In den 90er Jahren wuchs die Bevölkerung durch Einwanderung um 1,4% jährlich. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung sind nicht im Land geboren. Die australische Geburtenrate beträgt 1,8 Kinder pro Frau. Die Lebenserwartung beträgt 75 Jahre für Männer, 81 Jahre für Frauen, bei Aborigines 20 Jahre weniger (WHO, 1999).
Australien ist sehr stark urbanisiert, 92% der Bevölkerung leben in Städten, vor allem in den großen Zentren an der Südostküste, auf Tasmanien und im Großraum Perth. Das Zentrum des Landes ist nahezu menschenleer.
Die Mehrheit der Australier gehört christlichen Religionsgemeinschaften an (Quelle: Volkszählung 2001). 26,6% bezeichneten sich als römisch-katholisch, 20,7% als Anglikaner, weitere 20,7% als Mitglieder anderer christlicher Kirchen. Zum Buddhismus bekennen sich 1,9% der Bevölkerung, zum Islam 1,5%, zu traditionellen australischen Aborigines-Religionen 0,3%. 15,3% bezeichnen sich als areligiös. Von 12,7% wurde die entsprechende Frage in der Volkszählung nicht beantwortet.
Indigene Bevölkerung
Die indigene Bevölkerung des australischen Kontinents setzt sich aus den Aborigines des Festlands und den Torres-Strait-Insulanern, die auf den Inseln der Torres-Strait zwischen Queensland und Papua-Neuguinea leben, zusammen. Vor der Ankunft der Europäer betrug ihre Zahl Schätzungen zufolge zwischen 300.000 und 1 Million Menschen. Diese stellten jedoch kein einheitliches Volk dar sondern gehörten einer Vielzahl verschiedener Kulturen mit über 200 unterschiedlichen Sprachen an,
Die britische Krone deklarierte Australien als terra nullius, also unbewohntes Land, als sie das Land für sich in Anspruch nahm. Damit verloren die Aborigines jegliche Rechte auf ihr Land. Erst 1967 erhielten die Aborigines den Status als Staatsbürger. Mit der Errichtung einer Zeltbotschaft vor dem Parlamentsgebäude in Canberra 1972 sollte der Dialog zwischen indigener Bevölkerung und Regierung gefördert werden. Allerdings wurde erst 1992 mit dem Mabo-Urteil die Bezeichnung Australiens als terra nullius revidiert, wodurch es für Aborigines und Torres-Strait-Insulaner möglich wurde, unter bestimmten Voraussetzungen Ansprüche auf Land zu erheben. Trotz dieser Verbesserungen im Status unterscheidet sich die indigene Bevölkerung Australiens auch heute noch vom Rest der Bevölkerung, vor allem in der Gesundheits-, Kriminalitäts- und Arbeitslosenstatistik.
Heute bezeichnen sich 410.003 Australier selbst als indigenen Ursprungs (Stand 2001), also 2,4% der Bevölkerung. 29% von ihnen leben in New South Wales, 27% in Queensland, 14% in Western Australia und 13% im Northern Territory. Im letztgenannten Territorium stellen sie 29% der Gesamtbevölkerung, South Australia und Victoria haben nur geringe Anteile indigener Bevölkerung. Die meisten Aborigines haben ihre traditionelle Lebensweise zum größten Teil aufgegeben, das heißt sie leben heute nicht mehr in der ursprünglichen Stammesform wie sie seit Tausenden von Jahren existiert. Mehr als 70% der Aborigines leben in Städten.
Die Interessen der indigenen Bevölkerung gegenüber der Regierung werden heute vor allem von der ATSIC (Aborigine and Torres Strait Islander Commission) vertreten.
Geschichte
Wann die Besiedlung Australiens durch Menschen begann, ist bis heute umstritten. Spuren davon werden auf bis zu 120.000 Jahre zurück datiert. Die Aborigines leben seit mindestens 50.000 bis 60.000 Jahren auf dem Kontinent und gehören damit zu den ältesten Kulturen der Welt.
Trotz der isolierten Lage des Kontinents standen die Aborigines in Kontakt zu anderen Kulturen. Bis zur Überflutung der Landbrücke zu Neuguinea vor ungefähr 6.000 Jahren bestand ein fast ungehinderter kultureller Austausch zwischen Neuguinea und dem Norden Australiens. Nachdem die neu entstandenen Inseln der Torres Strait vor etwa 1.000 Jahren durch melanesische Seefahrer besiedelt wurden, kam es erneut zu Interaktionen mit Bewohnern des nördlichen Australien. Auch chinesische und indische Händler sowie indonesische Fischer besuchten vermutlich die australischen Küsten seit mehreren Jahrhunderten. Der kulturelle Einfluss dieser Besucher wird in vielen Fels- und Rindenmalereien der Aborigines deutlich. Ein weiteres Zeugnis dieser Handelsbeziehungen ist der Dingo, der wahrscheinlich vor etwa 6.000 Jahren durch südostasiatische Seefahrer eingeführt wurde.
Entdeckung
Dingo
Lange vor der Entdeckung Australiens hatten Gelehrte im alten Europa die Existenz eines Südkontinentes behauptet. Häufig wird das rätselhafte "Südland" (lat. terra australis) erwähnt. Marco Polo segelt 1292 von China zurück nach Venedig und erwähnt ein an Gold und Muscheln reiches Land südlich von Java.
Im 16. und 17. Jahrhundert erreichen vermutlich portugiesische, französische und spanische Seefahrer die Küsten Australiens und gehen an Land. Als gesichert gilt allerdings erst die Entdeckung der Cape York Peninsula durch den Niederländer Willem Jansz im Jahre 1606. Im Juli 1629 strandete das Handelsschiff Batavia der Niederländischen Ostindienkompanie an der Westküste, aber dessen Kapitän Francisco Pelsaert maß seiner Entdeckung keine entscheidende Bedeutung zu. Erst im Jahre 1642 entschloss sich die Niederländische Ostindien-Kompanie, den Kontinent durch eine geplante Expedition zu erforschen. Abel Tasman entdeckte dabei das heutige Tasmanien. Eine weitere Expedition, die im Jahre 1696 unter Willem de Vlamingh begann, kartografierte Teile der Westküste Australiens. Da die Landschaft aber trocken und unfruchtbar wirkt, zeigten die Holländer kein Interesse, Australien zu kolonisieren.
Tasman prägte 1644 die Bezeichnung "Neuholland", die bis 1824 in Gebrauch war, erst dann führten die Briten den heute gültigen Namen ein.
Kolonisation
Im April oder Mai 1770 erreichte schließlich Kapitän James Cook die fruchtbarere Ostküste Australiens und nahm das Land formell als britische Kolonie New South Wales für die Krone in Besitz. Der Zweck seiner Reise war das Auffinden der sog. Terra Australis, die nach einer in der Zeit gängigen Theorie als Gegengewicht zu den Landmassen im Norden der Erdkugel vorhanden sein müsse.
Nachdem die USA von Großbritannien unabhängig war, suchte die britische Regierung nach neuen Möglichkeiten, Kolonien für ihre Sträflinge einzurichten. Am 26. Januar 1788 trafen daher die ersten 11 Schiffe der "First Fleet" ("Ersten Flotte") mit Siedlern und Verurteilten unter der Führung von Captain Arthur Phillip im Port Jackson ein. Die neue Ansiedlung wurde Sydney genannt, nach dem Viscount Sydney, dem obersten Kolonialbeamten Australiens. Bis 1868 wurden 160.000 Gefangene dorthin verbannt.
1801-1803 umsegelte Matthew Flinders als erster den gesamten Kontinent.
Gründung neuer Kolonien
1792 landet eine französische Expedition auf Tasmanien, um das Land zu erkunden. Daraufhin entscheiden sich die Briten, auch hier möglichst schnell eine Kolonie einzurichten. 1803 errichten sie Risdon Cove am Derwent River, ein Jahr später Hobart Town, ebenfalls am Derwent, und George Town am Tamar River. 1825 wird das damalige Van-Diemen's-Land zu einer eigenständigen Kolonie erklärt.
1824 entsteht eine neue Strafkolonie in der Mündung des Brisbane River. Die Abgeschiedenheit dieser Lage soll die Sicherheit der Kolonie erhöhen. Nachdem jedoch auch freie Siedler verstärkt zu den fruchtbaren Weidegründen des Nordens drängen, gibt die Kolonie das Land 1842 auch zur Besiedlung frei. 1859 wird Queensland dann als von New South Wales unabhängige Kolonie ausgerufen.
1835 handeln tasmanische Geschäftsleute den Aborigines 240.000 Hektar in der Gegend des heutigen Melbourne ab und gründen Port Phillip. Obwohl dieser Handel als illegal gilt, gibt die Kolonieführung dem Druck der wachsenden Bevölkerung nach und muss auch hier das Land offiziell zur Besiedlung freigeben. 1851 separiert sich die neue Kolonie Victoria offiziell von New South Wales.
Die Kolonie New South Wales nahm zunächst den gesamten östlichen Teil des Kontinents ein, nur das westliche Drittel blieb weiterhin als Neuholland von den Briten unbeansprucht. Um die Gefahr einer Kolonisierung Westaustraliens durch Frankreich zu verhindern, gründeten die Briten 1826 auch hier eine Siedlung, Albany. Die Kolonie Western Australia wurde 1829 mit Gründung von Perth ausgerufen. Obwohl ursprünglich keine Sträflinge hierher verschickt werden sollten, forderten die freien Siedler 1850 die Aufhebung dieser Praxis, um die neue Kolonie mit billigen Arbeitskräften auszustatten.
South Australia wurde ebenfalls als sträflingsfreie Kolonie geplant. Im Zuge der systematischen Kolonisierung nach Plänen von Edward Gibbon Wakefield wurde Land verkauft, die Erlöse wurden darauf verwandt, freie Siedler in die Kolonie zu bringen. 1836 wurde Adelaide gegründet, im selben Jahr wurde South Australia als Provinz Großbritanniens ernannt.
Weg zur Nation
Nordöstlich von Melbourne wird am 22. August 1851 in Victoria Gold gefunden, die Geschichte Australiens prägt mehrere Jahre ein Goldrausch. Minenarbeiter in Ballarat initiieren im November 1854 den Eureka Stockade-Aufstand, den einzigen bewaffneten Aufstand der australischen Geschichte. Die Aufständischen forderten demokratische Reformen, der Aufstand wurde allerdings am 3. Dezember 1854 endgültig von britischen Militärs und lokalen Polizeikräften niedergeschlagen.
Zwischen 1855 und 1890 erhielten die einzelnen Kolonien das Privileg des Responsible Government und damit eine größere Unabhängigkeit vom britischen Empire. London behielt allerdings vorerst die Kontrolle über Außenpolitik, Verteidigung und Außenhandel.
Nach einem großen Schafschererstreik entstand 1898 "Waltzing Matilda", die heimliche Nationalhymne Australiens. In den Kolonien beginnen die Planungen für einen Zusammenschluss der Einzelstaaten.
Der Australische Bund
Am 1. Januar 1901 formierten sich die einst voneinander unabhängigen Kolonien zum Commonwealth of Australia. Erste Hauptstadt Australiens wird Melbourne. Am 26. September 1907 erhält der Australische Bund mit dem Dominionstatus die nahezu vollständige Unabhängigkeit vom Mutterland Großbritannien.
1911 wird das Australian Capital Territory geschaffen, um die neue Hauptstadt Canberra aufzunehmen. Melbourne bleibt aufgrund der langandauernden Bauarbeiten in Canberra aber noch bis 1927 Regierungssitz. Auch das 1863 gegründete Northern Territory wird aus der Kontrolle der Provinz South Australia in den Commonwealth überführt.
Aus Loyalität zu Großbritannien entsandte Australien sowohl im ersten wie auch im zweiten Weltkrieg Truppen nach Europa. Australien hatte im ersten Weltkrieg von allen Alliierten proportional zur Bevölkerung die höchste Zahl an Gefallenen zu beklagen. Die Niederlage des Australian and New Zealand Army Corps (ANZAC) im ersten Militäreinsatz des Landes in der Schlacht von Gallipoli 1915 gilt vielen Australiern als Geburt der Nation.
Mit dem Statut von Westminster von 1931 wurde den Dominions des Empire formal die Unabhängigkeit verliehen. Das australische Parlament stimmte dem aber erst 1942 zu.
Nach der britischen Niederlage in Asien 1942 und der drohenden japanischen Invasion verlagerten sich die militärischen Aktivitäten ab 1942 von Europa auf den australischen Kontinent. Australien wandte sich verstärkt den USA als neuen starken Alliierten zu. Dies wurde 1951 mit dem ANZUS-Abkommen formalisiert.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde eine progressive Einwanderungspolitik betrieben, die zur Massenimmigration aus Europa führte, nach Aufgabe der weißen Einwanderungspolitik auch aus Asien und anderen Erdteilen. Dies führte in kurzer Zeit zu starken demographischen Veränderungen, aber auch zu wirtschaftlichem Aufschwung.
1986 gibt Großbritannien mit dem Australia Act die letzten Kompetenzen bezüglich der australischen Verfassung ab. 1999 stimmt die Bevölkerung in einem Referendum mit einer Mehrheit von 55 Prozent jedoch gegen die Schaffung einer Republik und bleibt somit formal eine Monarchie.
2004 gewinnt die national-liberale Koalitionsregierung von Premierminister John Winston Howard erneut die Parlamentswahlen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind vergleichsweise gut.
Mit der Verschärfung des Anti-Terrorgesetzes Ende Oktober 2005 auf Betreiben des australischen Geheimdienstes ASIO und einer großangelegten Razzia in den Vorstädten von Sydney und Melbourne mit Verhaftungen von 16 verdächtigen Moslems zur Verhinderung eines bevorstehenden Attentats am 8. November 2005 verabschiedet sich die Regierung von der liberalen Innenpolitik.
Siehe auch: Geschichte Australiens
Militär
In den vergangenen Jahrzehnten war Australiens Außen- und Militärpolitik bestimmt durch eine enge Partnerschaft mit den USA. Australien ist Mitglied des ANZUS-Bündnisses. Australiens Streitkräfte (Australian Defence Force - ADF) bestehen aus der Marine (Royal Australian Navy - RAN), dem Heer (Australian Army) und der Luftwaffe (Royal Australian Air Force - RAAF). Alle Teilstreitkräfte sind in derzeitige UN-Friedensmissionen in Osttimor und auf den Solomonen involviert. Das Budget für 2005/2006 beträgt 17,5 Mrd. AUD.
Politik
Royal Australian Air Force
Der Australische Bund ist eine parlamentarische Monarchie auf demokratisch-parlamentarischer Grundlage. Der Staat ist föderal organisiert, die einzelnen Bundesstaaten besitzen jeweils eigene Parlamente mit weitgehenden Kompetenzen zur Gesetzgebung.
Bundesverfassung
Das Zweikammern-System des australischen Parlaments setzt sich aus dem Repräsentantenhaus, dem Senat als Oberhaus und Königin Elisabeth II. als Staatsoberhaupt zusammen. Die Königin wird, wie in jedem Commonwealth Realm, durch einen Generalgouverneur vertreten (seit 11. August 2003: Major General Michael Jeffery) der jedoch in der Regel keine Macht über das Parlament ausübt. Die 150 Abgeordneten des Repräsentantenhauses werden alle drei Jahre in Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt. Die Abgeordnetensitze werden der Bevölkerungszahl entsprechend auf die Bundesstaaten und Territorien verteilt. Im Senat ist jeder Staat mit zwölf Senatoren vertreten, die beiden Territorien mit jeweils zwei. Die Senatoren werden jeweils für sechs Jahre gewählt, alle drei Jahre finden Wahlen für die Hälfte der Sitze des Senats statt. Für alle Wahlen auf Bundes- und Bundesstaatsebene besteht eine Wahlpflicht. Die am stärksten vertretene Partei stellt die Regierung, der Vorsitzende dieser Partei wird Premierminister.
Bundesstaaten
Jeder Staat und jedes Territorium (mit Ausnahme von Queensland) besitzt ein Zweikammerparlament, das in der Regel nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt wird. Das Verhältniswahlrecht wird nur in Tasmanien angewendet. Der Chef der Landesregierung wird ebenfalls als Premierminister bezeichnet.
Die Bundesstaaten besitzen die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz für Bildung, Gesundheit, Justiz, Polizei und Verkehrswesen.
Parteien
Die größten Parteien sind die [http://www.Liberal.org.au/ Liberal Party], [http://www.ALP.org.au/ Labor Party], [http://www.Nationals.org.au/ National Party] und die [http://www.Greens.org.au/ Grünen]. Kleinere Parteien wie die [http://www.Democrats.org.au/ Demokraten] und [http://www.familyfirst.org.au/ Family First] sind auch in australischen Parlamenten vertreten, vor allem in den Senaten auf Bundes- und Landesebene. Es gibt nur noch eine weitere bundesweit registrierte Partei - das 2001 neu gegründete Linksbündnis [http://www.Socialist-Alliance.org/ Socialist Alliance].
Politische Entwicklung
Seit 1996 heißt der Premierminister des Australischen Bundes John Howard von der Liberal Party; er regiert gemeinsam mit der kleinen Nationalen Partei (Stand: 2005). Mit den Wahlen 2004 gewann die Regierungskoalition zusätzlich die Mehrheit im Senat. Alle Bundesstaaten und Territorien werden jedoch von Labor regiert.
Trotz der in der Bevölkerung heftig umstrittenen Beteiligung am Irak-Krieg gewann Howard im Oktober 2004 zum vierten Mal die Wahlen gegen die damals von Mark Latham geführte Labor Party, was einen politischen Rekord darstellt. Wahlentscheidend wirkte sich das anhaltende Wirtschaftswachstum aus. Australiens Liberale sind gesellschaftspolitisch konservativ eingestellt; wirtschaftspolitisch setzen sie auf Liberalisierung und Privatisierung.
International kritisiert wird Howard vor allem wegen seiner Pacific Solution sowie seiner engen Anlehnung an die USA. Nachdem US-Präsident Bush im Herbst 2003 Australien als "Amerikas Sheriff" in Südostasien bezeichnet hatte, beeilten sich vor allem malaysische Politiker, sich einmal mehr einer ökonomischen Integration des "westlichen Transplant" Australien in Ostasien zu widersetzen.
Nationalfarben
Der Generalgouverneur Sir Stephen Ninian erklärte am 19. April 1984 Gold und Grün zu den offiziellen Nationalfarben von Australien (nicht zu verwechseln mit den amtlichen Farben der Flagge Australiens), denn bis dahin hatte Australien keine eigenen Nationalfarben. Die Gestaltung der Nationalflagge und die offiziellen Wappen von Regierungsstellen sind an den Insignien des britischen Königshauses angelehnt. Um ihre Eigenständigkeit gegenüber der britischen Königin zu demonstrieren, verwenden die Australier bei den Vereinsfarben und Farben ihrer Sportklubs sehr oft die Nationalfarben und dies auch bei internationalen Wettkämpfen.
Nationalhymne
Advance Australia Fair ist seit 1977 die offizielle Nationalhymne Australiens. Schon 1984 wurden an Ihr Änderungen vorgenommen, weil vielen Bürgern die britische Ausrichtung der ursprünglichen Version zu weit ging. Die Komposition geht auf Peter Dodds McCormick zurück. Die erste Aufführung fand im Jahre 1878 statt.
Liste der australischen Staatsoberhäupter
Siehe auch:
- Liste der Generalgouverneure Australiens
- Liste der Premierminister Australiens
Regionale Untergliederungen
Jeder Bundesstaat hat – neben eigenem Parlament und Regierung – einen Gouverneur als direkten Repräsentanten des Monarchen.
Infrastruktur
Liste der Premierminister Australiens
Australiens Verkehrswesen wird durch die großen Entfernungen im Landesinneren und der hohen Bevölkerungsdichte entlang des schmalen Streifens der Ost- und Südküste geprägt. Bezogen auf die Einwohnerzahl verfügt das Land über sehr viele Kilometer an Straßen und Wegen, weist einen hohen Motorisierungsgrad auf und besitzt ein engmaschiges Flugnetz.
Australien gehört zu den Ländern mit dem dichtesten Flugnetz überhaupt. Es gibt etwa 400 öffentliche und privat verwaltete Flugplätze. Wichtigste Fluggesellschaft ist die 1920 gegründete QANTAS. Der Inlands-Flugverkehr ist seit 1990 dereguliert, d.h. Flugpreise werden ohne Mitwirken seitens der Regierung durch den freien Wettbewerb bestimmt. Allerdings spielt, besonders im dicht besiedelten Südosten des Landes, auch der Straßenverkehr eine bedeutende Rolle. Die erste Straße Australiens wurde 1789 bis 1791 von Sydney nach Parramatta gebaut. Das heutige Straßennetz beläuft sich auf etwa 913.000 km, davon sind etwa 353.000 km befestigt, das heißt asphaltiert oder betoniert. Ein großer Teil des Warenverkehrs im Outback wird über die so genannten Road Trains transportiert, das sind große Sattelschlepper mit zwei bis drei Anhängern bis zu 52,5 m Länge und bis zu 140 Tonnen Gewicht.
1854 verkehrte die erste Dampfeisenbahn zwischen der Innenstadt und dem Hafen Melbournes. Zahlreiche private Gesellschaften betrieben in der Folgezeit die Eisenbahnlinien des Landes. Dies führte dazu, dass zum Zeitpunkt der Föderationsbildung (1901), drei voneinander abweichende Spurweiten vorlagen, was zu großen Problemen führte. Erst seit ca. 1970 ist die Durchfahrt von Sydney nach Perth ohne systembedingtes Umsteigen möglich.
Außer einigen nostalgischen Touristenstrecken sind heute keine Dampflokomotiven im Einsatz.
Das staatliche Eisenbahnnetz beträgt ca. 34000 km, das private Schienennetz (vor allem Eisenerztransport in der Pilbara-Region, Kohle und Zuckerrohrzüge in Queensland) beläuft sich auf ca. 5500 km.
In den Ballungsräumen Brisbane, Melbourne, Perth und Sydney, in denen die Hälfte der Bevölkerung lebt, existieren gut ausgebaute S-Bahn-Netze. Das Straßenbahnnetz in Melbourne gehört zu den längsten Straßenbahnnetzen der Welt.
Verglichen mit dem Straßenverkehr, spielt der Personen- und Gütertransport auf den Schienen inzwischen eine untergeordnete Rolle. Es gibt dennoch Neubauprojekte, so beispielsweise die kürzlich fertig gestellte Eisenbahnlinie von Alice Springs nach Darwin, bekannt unter dem Namen The Ghan. Die Transaustralische Eisenbahn von Sydney nach Perth ist für den Fracht- und den Fremdenverkehr von Bedeutung. Australien plant zudem den Einsatz von Hochgeschwindigkeitszügen.
Wirtschaft
Fremdenverkehr
Australien ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. In den 1980er Jahren begann die Labor Party unter Premierminister Bob Hawke und Finanzminister Paul Keating, Australiens Wirtschaft zu modernisieren. Nach einem schweren Wirtschaftseinbruch – Keating nannte ihn „die Rezession, die wir haben mussten“ – erholte sich Australien rasch und weist seit den 1990er Jahren eine der höchsten Wirtschaftswachstumsraten unter den OECD-Staaten auf. Die Arbeitslosigkeit ging markant zurück und die Wettbewerbsfähigkeit australischer Unternehmen stieg an. Die Liberalen unter John Howard hielten seit 1996 an der liberalen Wirtschaftspolitik fest.
Am 1. Januar 1966 löste der Australische Dollar das Pfund Sterling als Landeswährung ab.
Außenhandel
Die große Fläche des Landes in Verbindung mit dem kleinen Binnenmarkt prädestiniert Australien zum Exportland für Primärprodukte. Wichtige Exportgüter sind daher landwirtschaftliche Produkte und Bodenschätze. Diese Tatsache macht das Land aber auch empfindlich gegenüber starken Schwankungen der Weltmarktpreise dieser Güter.
Die Großunternehmen in Australien prägen die Exportbilanz. Die 100 größten Unternehmen des Landes haben 2001 für rund 50 Mrd. A$ Waren- und Dienstleistungsexporte erbracht und liefern damit rund ein Drittel der gesamten Ausfuhr des Landes. Im Jahre 2001 lag der australische Export bei rund 154 Mrd. A$ und macht damit über 20 Prozent des BIP aus. Australien bildet mit seinem Nachbarland Neuseeland unter der Bezeichnung Closer Economic Relations seit 1983 eine Freihandelszone.
Landwirtschaft
Große Flächen des Landes dienen als Weideland für über 100 Millionen Schafe und mehr als 25 Millionen Rinder. Australien ist führend in der Produktion von Wolle, 29 Prozent der Weltproduktion stammen von hier. Nur sechs Prozent der Landesfläche werden zum Anbau von Nahrungs- und Futterpflanzen genutzt. Weizenanbau hat daran mit 45 Prozent den größten Anteil. Abgesehen von den klimatisch begünstigteren Gebieten des Südostens sind die meisten Anbaugebiete von Bewässerung abhängig. Neben Weizen mit einer jährlichen Produktion von über 20 Millionen Tonnen spielt der Zuckerrohranbau mit mehr als 30 Millionen Tonnen eine große Rolle.
Bodenschätze
In der Geschichte Australiens war die Förderung von Bodenschätzen neben der Fleisch- und Wollproduktion wichtigster Wirtschaftszweig. Obwohl inzwischen die herstellende Industrie sowie Dienstleistungen die Wirtschaft dominieren, ist die Produktion von Kohle, Eisenerz, Gold, Diamanten, Uran, und anderen Mineralien weiterhin von großer Bedeutung. Mit 282 Tonnen stammen zwölf Prozent des Goldes auf dem Weltmarkt aus Australien. 2002 produzierten australische Minen 343 Millionen Tonnen Kohle sowie 116 Millionen Tonnen Eisenerz.
Tourismus
Seit den siebziger Jahren steigt das Touristenaufkommen des Landes stark an. 2003 besuchten 4,35 Millionen Touristen Australien. Hauptziele der ausländischen Besucher sind neben Sydney vor allem die einzigartigen Naturlandschaften wie das Great Barrier Reef, Uluru und der Kakadu National Park.
Energieerzeugung
Die Stromerzeugung in Australien wird zu 80% mit Kohlekraftwerken gewährleistet, die restlichen 20% werden hauptsächlich durch Gas- und Wasserkraftwerke gedeckt. Aufgrund der hohen Förderungsmengen fossiler Brennstoffe ist das Land von Importen dieser Bodenschätze nahezu unabhängig.
Kultur
Anfangs war die Kultur des australischen Kontinents stark von der Kolonialmacht geprägt. Mit dem Entstehen einer eigenen nationalen Identität entstand auch eine abgegrenzte nationale Kultur Australiens. Heute ist sie in allen Bereichen geprägt von den Einflüssen unterschiedlicher Einwanderergruppen, vermischt mit den Ausdrucksformen der indigenen Kultur der Aborigines.
Kunst
Älteste Zeugnisse abbildender Kunst in Australien sind Felsgravierungen der Aborigines, die teilweise bis zu 30.000 Jahre zurückdatiert werden. Damit stellt dies die älteste Kulturtradition der Welt dar. Mit dem Übergang von der ursprünglichen Rindenmalerei mit natürlichen Pigmenten zu Arbeiten mit Acryl auf Leinwand stieg die internationale Aufmerksamkeit und das Ansehen der Aboriginal Art seit den frühen siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts stark an.
Die ersten Gemälde europäischer Siedler verwendeten meist Tiere oder Aborigines als Motive, waren stilistisch und farblich aber an europäischen Vorbildern orientiert. Conrad Martens, der an Darwins Beagle-Expedition teilnahm, passte allerdings die europäische Malerei an die australischen Verhältnisse an. Mit der Aneignung des französischen Impressionismus durch die Heidelberger Schule in Melbourne gegen Ende des 19. Jahrhunderts gelang australischer Kunst erstmals internationale Anerkennung. Die expressionistische Bewegung in den vierziger Jahren, vertreten unter anderem durch Sydney Nolan und Arthur Boyd, beeinflusste auch die Werke etablierter Maler wie Russell Drysdale und William Dobell. Bis in die sechziger Jahre dominierte der abstrakte Expressionismus die abbildende Kunst Australiens.
Heutige Arbeiten australischer Künstler werden zunehmend von Kunstformen der asiatischen Nachbarländer beeinflusst. Zeitgenössische Kunst verwendet darüberhinaus vielfältige Medien, um vor allem aktuelle Themen darzustellen, wie die Umweltproblematik oder gesellschaftliche Veränderungen.
Literatur
Die Entwicklung einer eigenständigen australischen Literatur beginnt erst Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Gedichte und Balladen der frühen Autoren, wie Henry Lawson oder A.B. 'Banjo' Paterson behandeln vor allem das Leben im australischen Busch. Auch später richtete sich der Fokus vor allem auf den australischen Kontinent und seine Bewohner.
Mit der Aufnahme internationaler und sozialer Themen nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Literatur des Landes auch international stärker beachtet. Patrick White erhielt 1973 als bisher einziger Australier den Literatur-Nobelpreis, australische Träger des Booker Prize sind Peter Carey und Thomas Keneally. Wichtigste nationale Auszeichnung der Literaturszene ist der Miles Franklin Award.
siehe auch Liste australischer Schriftsteller
Film
Schon 1896 wurde in Sydney das erste Kino des Landes eröffnet. Der 1906 von der australischen Heilsarmee gedrehte Film Soldiers of the cross gilt als erster 'echter' Film der Welt. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es schon eine boomende Filmindustrie. Bis in die dreißiger Jahre wurden über 250 Stummfilme produziert. Mit der Übernahme des Vertriebs durch britische und US-amerikanische Firmen kam es jedoch zur Krise der australischen Filmproduktion. Trotzdem wurden auch weiterhin Produktionsfirmen gegründet, die in den dreißiger Jahren Tonfilme vor allem zu australischen Themen drehten. Bekannte Regisseure dieser Zeit sind Ken G. Hall und Charles Chauvel. Chauvel drehte auch den ersten australischen Farbfilm, Jedda, ein vor allem mit Aborigines besetztes Drama.
1969 beschloss die australische Regierung eine Verstärkung der Filmförderung. In den folgenden Jahren konnten dann Filme mit australischer Thematik internationale Erfolge feiern. Die Mad Max-Reihe von George Miller entstand in dieser Zeit, Breaker Morant von Bruce Beresford und Gallipoli von Peter Weir, der inzwischen auch in Hollywood erfolgreich Regie führt.
Seit 1999 die Fox Studios in Sydney eröffnet wurden, wird die Produktion vieler Hollywood-Filme nach Australien verlagert. Hier wurden unter anderem Mission: Impossible 2 gedreht sowie die zweite und dritte Episode der Star Wars-Serie.
Musik
Klassische Ensembles mit internationalem Ansehen sind die Symphonieorchester Sydneys, Melbournes und Tasmaniens sowie das Australische Jugendorchester und das Australische Kammerorchester. Die Komponisten Peter Sculthorpe und Geoffroy Parsons übernehmen in ihre Werke auch Einflüsse der Aborigines und der asiatischen Nachbarländer.
Country-Musik im US-amerikanischen Stil ist vor allem in ländlichen Gebieten des Südostens beliebt. Das jährlich in Tamworth stattfindende zehntägige Country Music Festival ist das zentrale Ereignis dieser Musik-Szene.
Ein Vertreter des australischen Jazz ist Graeme Bell. International bekannte Stars der Pop-Industrie sind INXS, Midnight Oil, Kylie Minogue, Silverchair, The Dissociatives, Delta Goodrem und Nick Cave. Bands mit Aborigine-Hintergrund wie Yothu Yindi oder Archie Roach versuchen eine Fusion von traditioneller indigener Musik mit Rock-Elementen.
Tanz und Theater
Rock
Die Australische Oper mit Sitz in Sydney bringt etwa 300 Vorstellungen jährlich auf die Bühne. Die Koloratursopranistin Joan Sutherland gilt als bekanntestes Mitglied des Ensembles. Das nationale Ballett-Ensemble ist das 1961 gegründete Australian Ballett in Melbourne. Auf Tourneen durch Australien werden jährlich etwa 185 Aufführungen klassischen und modernen Balletts angeboten. Das Ballett gilt als eines der besten der Welt. Bedeutende Choreographen sind Robert Helpmann und Graeme Murphy. Murphy gründete auch die Sydney Dance Company, die auf dem Gebiet modernen Tanzes in Australien führend ist.
Das Bangarra Dance Theatre und das Aboriginal and Islander Dance Theatre verschmelzen traditionelle Tänze der indigenen Bevölkerung und modernen Tanz.
Klassisches Theater, aber auch moderne Inszenierungen, werden von der Sydney Theatre Company aufgeführt. Der führende Theaterautor Australiens ist David Williamson, der unter anderem der australischen Mittelklasse in seinen Stücken den Spiegel vorhält.
In den fünf Sälen des 1973 eröffneten Sydney Opera House werden neben Konzerten und Opern auch Theaterstücke und Filme vorgeführt.
Museen
Das älteste Museum Australiens ist das 1827 am Hyde Park in Sydney errichtete Australian Museum. Es enthält umfangreiche naturhistorische Sammlungen, aber auch Sammlungen zur Geschichte und Kultur der indigenen Bevölkerung. Ein weiteres naturhistorisches Museum von Bedeutung ist das Museum Victoria, gegründet 1854 in Melbourne, mit einer 12 Millionen Exemplare umfassenden Sammlung.
Australische Kunst von den kolonialen Anfängen bis zu zeitgenössischen Künstlern beherbergt die National Gallery of New South Wales, gebaut um 1880 in Sydney. Auch europäische und asiatische Werke zählen zu den Objekten dieses Museums. Die hier angeschlossene Yiribana Gallery ist die weltweit größte Sammlung indigener australischer Kunst.
Medien
Australiens Medien sind die am meisten monopolisierten der Welt. Die Superreichen Rupert Murdoch (NewsCorp) und Kerry Packer teilen sich den TV-Markt, Murdoch und die Fairfax Group die Printmedien (also beides Duopole). The Australian und The Australian Financial Review sind die beiden nationalen Zeitungen, andere Tageszeitungen mit hoher Auflage sind The Sydney Morning Herald und The Age (Melbourne). Australian Consolidate Press ist der größte Zeitschriftenverlag des Landes. Australien hat pro Kopf eine der höchsten Auflagenzahlen für Printmedien der Welt. Zuständig für die Pressefreiheit ist das Australian Press Council.
Die beiden nationalen Rundfunkanstalten sind die Australian Broadcasting Corporation (ABC) und der Special Broadcasting Service (SBS). Diese bieten neben mehreren Radioprogrammen jeweils ein landesweit zu empfangendes Fernsehprogramm. Zusätzlich sind 53 kommerzielle TV-Sender zu empfangen, davon drei auf nationaler Ebene, Channel 7, 9 und ten.
Sport
Sport ist ein wichtiger Teil der australischen Kultur, gefördert durch ein Klima, welches Outdoor-Aktivitäten begünstigt. 23.5% der über fünfzehnjährigen Australier sind regelmäßig im organisierten Sport aktiv. National und international erfolgreich sind besonders die Teams von Australian Rules Football, Rugby League, Rugby Union, Cricket und Netball, aber auch im Rad- und Schwimmsport werden herausragende Leistungen erbracht. Australien hat an sämtlichen modernen Olympischen Spielen und allen Commonwealth Games teilgenommen und war 1956 und 2000 Gastgeber der Olympischen Som
Staat
Max Weber definiert in seiner Herrschaftssoziologie Staat als einen solchen politischen Anstaltsbetrieb, dessen Verwaltungsstab erfolgreich das Monopol legitimen physischen Zwanges (also das Gewaltmonopol) für die Durchführung der Ordnungen in Anspruch nimmt (Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, [http://www.textlog.de/7321.html Kap. 1, § 17]). In der Ökonomie wird der Staat oftmals als Summe aller Zwangsverbände betrachtet. Zur Unterscheidung oder Kongruenz von Staat und Gesellschaft siehe Staat und Gesellschaft.
Ein Staat (aus lat. status Zustand, Verfassung) ist ein ein Gebilde, das laut der Konvention von Montevideo folgende Eigenschaften aufweist:
- eine mehr oder weniger stabile Kernbevölkerung (Staatsvolk);
- einen klar abgegrenzten oder definierten Landbesitz (Staatsgebiet, Territorium);
- eine Regierung, die eine Staatsgewalt ausüben kann;
- die Fähigkeit, mit anderen Staaten in politischen Kontakt zu treten, d. h., ein Völkerrechtssubjekt zu sein.
Die klassische Staatsrechtslehre nennt nur die ersten drei Merkmale (Drei-Elemente-Lehre Jellineks). In diesem Sinne sind die Glieder eines Bundesstaates, wie die deutschen Länder auch "Staaten" (übrigens auch beschränkt Völkerrechtssubjekte, da sie auf Grund ihrer "Kulturhoheit" z. B. mit dem Heiligen Stuhl unabhängig von der Bundesrepublik Deutschland Konkordate abschließen können). Der klassische Ausnahmefall eines Staates ohne Staatsgebiet ist - seit der Annexion Maltas durch Napoleon I. - der "Souveräne Malteserorden".
Die Souveränität ist kein definierendes Merkmal des Staates. Staaten können rechtlich auch dann fortbestehen, wenn sie unter Besatzung stehen (okkupiert sind); oder (in der älteren Staatsrechtslehre), wenn sie nur "souverän" sind (z. B. Samos im Osmanischen Reich). Jedoch muss faktisch eine Teilsouveränität gegeben sein.
Wie denn überhaupt das Völkerrecht mangels einer Welt-Legislative von Entscheidungen von Fall zu Fall abhängt (case law) und mithin ein sehr nachgiebiges Recht ist, wenn Völkerrechtssubjekte "Fakten setzen".
Völkerrechtliche Anerkennung
Ein Staat bedarf zu seiner Gründung keiner juristischen Legitimation (er wird 'ausgerufen', vgl. den Rütli-Schwur bei der Begründung der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Mittelalter - die neuzeitliche Schweizerische Konföderation besteht aber durchaus aus einzelnen Staaten, den Kantonen). International hat es sich eingebürgert, einen Staat anzuerkennen, sobald mehrere andere Staaten seine Existenz anerkannt haben.
Einige Gebiete wie Taiwan oder Nordzypern auf Zypern, die zwar die Merkmale eines Staates aufweisen, wurden dennoch, meist aus politischen Gründen, nicht allgemein anerkannt; diese werden als Stabilisierte De-Facto-Regime bezeichnet.
Die Konvention von Montevideo regt häufig zu Diskussionen an, ob es möglich ist, durch Kauf einer staatenlosen Insel oder Bohrinsel quasi eine Mikronation zu gründen. Die Anerkennung durch andere Staaten ist das Hauptproblem solcher Vorhaben.
Anzahl
Insgesamt gibt es 192 vollständig anerkannte souveräne Staaten. Darunter fallen die 191 Mitglieder der UNO sowie die Vatikanstadt. Weitere Staaten sind nur von einer Minderheit der weltweiten Staaten anerkannt, dies sind u. a. Taiwan, Westsahara (DARS), die Cookinseln und Niue.
Literatur
- Michail Bakunin, Gott und der Staat, Berlin: Karin Kramer 1995
- Karl Held (Hrsg.): [http://www.gegenstandpunkt.com/vlg/staat/staat_i.htm Der bürgerliche Staat]. Die Staatsableitung. München, 1999. 138 Seiten ISBN 3-929211-03-3
- Stefan Breuer: Der Staat. Entstehung, Typen und Organisationsstadien, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1998.
- Heide Gerstenberger, Die subjektlose Gewalt. Theorie der Entstehung buergerlicher Staatsgewalt, Münster: Westfälisches Dampfboot 2005
- Wolfgang Reinhard, Geschichte der Staatsgewalt. Eine vergleichende Verfassungsgeschichte Europas von den Anfängen bis zur Gegenwart, Sonderausgabe, München: C.H. Beck 2002
- Franz Oppenheimer: [http://www.opp.uni-wuppertal.de/oppenheimer/st/staat0.htm Der Staat], 3. überarbeitete Auflage von 1929
- OVG Münster, Urteil vom 14.02.1989, Az. 18 A 858/87, in: NVwZ 1989, S. 790.
Siehe auch
- Staatstheorie
- Liste unabhängiger Staaten
- Liste der Staatsformen souveräner Staaten
- Staatliche Souveränität
- Territoriale Integrität
Kategorie:Politische Geographie
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ja:国家 simple:State
Australien (Kontinent)Der Kontinent Australien umfasst eine Hauptlandmasse, das eigentliche Australien oder frühere Neuholland, und die vorgelagerten Inseln Tasmanien und Neuguinea, welches auch Papua oder Irian genannt wird. Der nördlichste Punkt liegt direkt am Äquator, auf der Insel Kabare, im Süden erstreckt sich der Kontinent bis zum Südostkap auf Tasmanien bei 43° Süd. Die Ost-West-Ausdehnung reicht vom Cape Byron am 153. Längengrad Ost bis zum Cape Inscription am 113. Längengrad Ost.
Mit einer Fläche von 8.500.000 km² (fast so groß wie Europa) ist er etwa viermal so groß wie die größte Insel der Erde, Grönland.
Häufig werden zum Kontinent Australien auch die im Pazifik gelegenen Inselstaaten gezählt, insbesondere aus kulturellen und politischen Gründen Neuseeland. Diese Gesamtregion wird jedoch als kultureller Kontinent Ozeanien bezeichnet.
Ozeanien
Politische Gliederung
Unabhängige Staaten
- Australien
- Papua-Neuguinea
Abhängige Gebiete
- Papua (bis 2002 Irian Jaya) – indonesische Provinz (Teil Neuguineas)
Erdgeschichtliche Entstehung
Die meiste Zeit bildeten Australien, Neuguinea und Tasmanien eine zusammenhängende Landmasse, Sahul. Diese war Teil des südlichen Superkontinents Gondwana, der vor etwa 200 Millionen aufgrund der Kontinentaldrift vom Urkontinent Pangäa getrennt wurde. In dieser Zeit herrschte in Gondwana ein mildes Klima vor.
Nachdem sich nacheinander Afrika und Madagaskar (vor ca. 160 Millionen Jahren), Indien (vor ca. 125 Millionen Jahren) und Neuseeland (vor ca. 80 Millionen Jahren) von Gondwana abspalteten, driftete Sahul langsam nach Norden, blieb aber bis vor 45 Millionen Jahre weiterhin mit Antarktika verbunden. Nach der Trennung von Antarktika kam es durch die neu auftretenden Meeresströmungen zwischen diesen Kontinenten zu einem kühleren und trockeneren Klima. Dieser Effekt wurde noch verstärkt, nachdem sich auch Südamerika und der antarktische Kontinent trennten und damit die zirkumpolare Strömung einsetzte.
Vor 15 Millionen Jahren kollidierte der nördliche Teil Sahuls mit Südostasien, wodurch sich die Gebirge Neuguineas auffalteten. Aus dieser Kollision entstand auch die Torres Strait, die allerdings zu dieser Zeit noch über dem Meeresspiegel lag. Erst vor 8000 Jahren wurde die Torres Strait, vor etwa 12.000 Jahren auch die Bass Strait überflutet und damit die kontinuierliche Landverbindung zwischen Neuguinea, Australien und Tasmanien unterbrochen.
siehe auch Plattentektonik
Geographie
Plattentektonik
Physische Geographie
Australien zeichnet sich durch sein trockenes, flaches Hinterland aus. Im Osten wird das flache Zentrum von der Great Dividing Range begrenzt, die mit dem Mount Kosciuszko eine Höhe von 2228 Metern erreicht. Diese Gebirgskette zieht sich bis nach Tasmanien. Im dünn besiedelten Westen des Kontinents befinden sich Wüsten wie beispielsweise die Nullarbor-Wüste. Diese flachen Landschaften werden nur gelegentlich von Erhebungen wie den Macdonnell Ranges unterbrochen. Markantes Wahrzeichen des australischen Festlandes ist der Inselberg Uluru.
Im Gegensatz zum Rest des Kontinents befinden sich auf Neuguinea aufgrund der Kollision mit der asiatischen Kontinentalplatte stark zerklüftete Gebirge. Eine etwa 200 km breite Gebirgskette durchzieht die gesamte Insel von West nach Ost. Hier befindet sich auch der höchste Berg des Kontinents, die Djajaspitze mit 5030 Meter Höhe.
Zu den bekanntesten Flüssen gehören beispielsweise der Darling River, Murray, Snowy River und Sepik. Das Innere des Kontinents ist arm an Süßwasser-Reservoirs, große Salzseen wie Lake Eyre bestimmen die Landschaft.
siehe auch Geographie Australiens
Klima
Der Kontinent nimmt drei Klimazonen ein: die tropische Zone (nördlich des Wendekreis des Steinbocks), die subtropische Zone (südlich des Wendekreis des Steinbocks) und die kühlgemäßigte Zone im äußersten Süden und auf Tasmanien.
Neuguinea im äußersten Norden ist ganzjährig starken tropischen Regenfällen ausgesetzt. Temperaturen an der Küste liegen hier meist bei etwa 30°C. In den höheren Gebirgsregionen kann es jedoch auch zu Nachtfrost kommen.
Im Bereich der Hauptlandmasse treten dagegen deutliche saisonale Klima-Unterschiede hervor. Wetterbestimmend sind hier hauptsächlich drei Phänomene, der Tropische Tiefdruckgürtel, die Passatwindzone und die Subpolaren Westwinde.Im Sommerhalbjahr von November bis April treten im Norden aufgrund eines Hitzetiefs starke Regenfälle auf. Zusätzlich kommt es über der Timorsee zu Wirbelstürmen. Südaustralien liegt zu dieser Zeit im subtropischen Hochdruckgürtel und bleibt weitgehend niederschlagsfrei. Im Winterhalbjahr, Mai bis Oktober, bleibt dagegen der Norden aufgrund eines Hochdruckgebiets trocken, Süden und Südwesten des Landes liegen in der Westwindzone und sind Niederschlägen ausgesetzt. Südostpassatwinde bringen den Gebirgen des Ostens ganzjährig Steigungsregen.
Das Zentrum des Landes bleibt ganzjährig weitgehend trocken, 80 Prozent der Fläche Australiens sind semiaride und aride Gebiete mit weniger als 250 mm Niederschlägen im Jahr.
Südaustralien ist das bevölkerungsreichste Gebiet im Bereich des südlichen Ozonlochs.
Ökologie
Aufgrund seiner Größe und Lage existiert in Australien eine bemerkenswerte Vielfalt an Ökosystemen, von Wüsten, Woodlands und Shrublands, über den gemäßigten bis zum tropischen Regenwald. Diese werden durch zahlreiche Nationalparks geschützt.
Die biogeografische australische Region schliesst auch die indonesischen Inseln östlich von Bali mit ein. Die Grenze zur orientalischen Zone wird dabei durch die Wallace-Linie gebildet.
Durch die lange Isolation des Kontinents konnte sich hier eine Flora und Fauna etablieren, die weitgehend unbeeinflusst von evolutionären Entwicklungen auf anderen Kontinenten blieb. Alle rezenten Arten der Kloakentiere kommen nur in Australien und Neuguinea vor. Der Kontinent weist ausserdem die weltweit höchste Diversität an Beutelsäugern auf. Besonderheiten der Vogelwelt sind beispielsweise die Paradiesvögel, eine auf die tropischen Regionen beschränkte Familie. Die Flora weist Ähnlichkeiten zu Florenelementen Südamerikas sowie zu Fossilfunden in der Antarktis auf, ein Hinweis auf die erst späte Trennung dieser Kontinente.
siehe auch Fauna Australiens
Bevölkerung
Der Kontinent Australien ist mit ungefähr 28,4 Millionen Einwohnern nach der Antarktis der bevölkerungsärmste [weniger als Spanien (40 Mio.) oder Polen (39 Mio.)].
Indigene Bevölkerung
Die indigene Bevölkerung des Kontinents setzt sich aus den Aborigines der Hauptlandmasse, den Tasmaniern, den Papua sowie den melanesischen Völkern Neuguineas und der vorgelagerten Inseln zusammen. Diese Gruppen bilden jedoch keine einheitlichen Kulturen, sondern bilden eine Vielzahl von sprachlich und kulturell abgrenzbaren Einheiten. Namentlich die Bevölkerung Neuguineas gilt als eine der heterogensten der Welt. Während in Papua-Neuguinea weiterhin ein Großteil der Bevölkerung und auch in West-Papua noch fast die Hälfte der Einwohner indigenen Ursprungs ist, stellen die Aborigines nur noch knapp zwei Prozent der australischen Bevölkerung. Die Tasmanier wurden nach der Besiedlung durch die Europäer fast vollständig vernichtet.
siehe auch Indigene Völker Australien-Ozeaniens
Einwanderung
Aufgrund der unterschiedlichen Kolonialgeschichte der australischen Regionen sind auch die Einwanderungsmuster sehr verschieden. So ist die Mehrheit der Bevölkerung des australischen Bundes britischstämmig, seit den 70er Jahren nimmt jedoch die Zuwanderung aus dem asiatischen Raum zu. In Papua-Neuguinea hat Einwanderung nie eine bedeutende Rolle gespielt, während das Transmigrasi-Programm der indonesischen Regierung zur Umsiedlung von etwa 1,2 Millionen Menschen, vor allem aus Sumatra und Java, nach West-Papua geführt hat.
Sprachen
In Neuguinea sind weiterhin mehrere hundert Papua-Sprachen verbreitet, als Verkehrssprache hat sich hier jedoch Tok Pisin durchgesetzt. Amtssprache Australiens und Papua-Neuguineas ist Englisch, in West-Papua Bahasa Indonesia.
siehe auch Sprachen in Papua-Neuguinea, Australische Sprachen
Religion
Die Mehrheit der Bevölkerung gehört christlichen Religionsgemeinschaften an, vor allem in Papua-Neuguinea ist der Anteil mit 96 Prozent aufgrund erfolgreicher Missionierung sehr hoch. Die Ausübung des Glaubens erfolgt jedoch häufig in Kombination mit traditionellen Glaubensvorstellungen mit animistischem Hintergrund. In West-Papua stellen Muslime etwa 20 Prozent der Bevölkerung, vor allem indonesische Einwanderer.
Geschichte
Besiedlung
Der australische Kontinent wurde vor mindestens 50.000 bis 60.000 Jahren von Südostasien aus besiedelt. Aufgrund einer Eiszeit lag zu dieser Zeit der Meeresspiegel niedriger, so dass die Meerespassage zum heutigen Neuguinea vereinfacht war. Bis vor 35.000 Jahren hatte sich die Bevölkerung über die kontinuierliche Landverbindung bis nach Tasmanien ausgebreitet. Die ersten menschlichen Gemeinschaften besiedelten vermutlich die Küste. Vor etwa 30.000 Jahren entstanden dann auch die ersten Siedlungen im Hochland Neuguineas.
Entdeckung
Schon im Altertum ist von einem südlichen Kontinent, wie Ptolemäus ihn im 1.und 2. Jh. n. Chr. als terra australis incognita (unbekanntes südliches Land) erwähnt, ausgegangen worden, als nötiges Gegengewicht zu Eurasien. Doch die Vorstellung, der Äquator sei eine Feuerbarriere, machte eine mögliche Entdeckung unmöglich. Nach seiner Entdeckung wurde Terra Australis Incognita zuerst in Terra Australis und schließlich Australien umbenannt.
Neuguinea war der erste Teil des Kontinents, der Anfang des 16. Jahrhunderts von europäischen Seefahrern gesichtet wurde. 1526 landete der Portugiese Jorge de Meneses durch Zufall auf der Insel. Von ihm stammt angeblich auch der Begriff Papua, malaiisch für kraus, als Anspielung auf das krause Haar der melanesischen Bevölkerung. Nach der Landung des Spaniers Íñigo Ortiz de Retez 1545 begann man mit dem Export von Edelhölzern und anderen Luxusgütern.
Der Hauptteil des Kontinents wurde im Jahr 1606 durch den Niederländer Willem Jansz entdeckt. In den folgenden Jahrzehnten strandeten weitere holländische Handelsschiffe an der australischen Küste, maßen dieser Entdeckung jedoch keine besondere Bedeutung bei. Im Jahre 1642 entschloß sich die Niederländische Ostindien-Kompanie jedoch zu einer geplanten Erforschung des Kontinents. Dabei entdeckte Abel Tasman das heutige Tasmanien. In einer Expedition unter Willem de Vlamingh ab 1696 wurden weite Teile der Westküste kartografiert. Da die Landschaft aber trocken und unfruchtbar wirkte, zeigten die Holländer kein Interesse, Australien zu kolonisieren.
Kolonisation
Im April oder Mai des Jahres 1770 erreichte James Cook die fruchtbare Ostküste und nahm Teile des Landes als britische Kolonie New South Wales für England in Besitz. Diese war als Sträflingskolonie geplant, die ersten Schiffe mit Siedlern und Sträflingen trafen am 26. Januar 1788 in Sydney Cove ein. Bis 1836 werden weitere Kolonien gegründet, die das gesamte Australien, abgesehen von Neuguinea unter britische Kontrolle bringen.
1828 beginnt mit dem Erwerb der Halbinsel Vogelkop durch die Niederländer auch die Kolonisation Neuguineas. Den Rest der Insel teilen 1884 die Niederlande, Großbritannien und das Deutsche Reich unter sich auf. Der Westteil geht an die Niederlande, Großbritannien erhält den Südosten, Deutschland den Südwesten. 1906 wird der britische Teil an Australien übergeben, der deutsche Teil geht 1919 unter australische Kontrolle.
Unabhängigkeitsbestrebungen
Zwischen 1855 und 1890 erhielten die einzelnen britischen Kolonien des Hauptkontinents das Privileg des Responsible Government und damit eine größere Unabhängigkeit vom britischen Empire. London behielt allerdings vorerst die Kontrolle über Außenpolitik, Verteidigung und Außenhandel. In den Kolonien beginnen die Planungen für einen Zusammenschluss der Einzelstaaten.
Am 1. Januar 1901 formierten sich die einst voneinander unabhängigen Kolonien des Festlands mit Tasmanien zum Commonwealth of Australia. Am 26. September 1907 erhält der Australische Bund mit dem Dominionstatus die nahezu vollständige Unabhängigkeit vom Mutterland Großbritannien.
Während des Zweiten Weltkriegs wird der Norden Neuguineas von 1942 bis 1945 von Japan besetzt. Auch das australische Festland ist in dieser Zeit von japanischer Invasion bedroht.
Indonesien, seit 1949 unabhängig, erhebt Anspruch auf den Westteil Neuguineas, dieses bleibt aber vorerst niederländisch. 1957 begannen die Niederlande und Australien Pläne für die Unabhängigkeit eines vereinigten Neuguineas in den 1970er Jahren zu entwickeln. 1961 wurde eine Versammlung in Westpapua abgehalten und ein Parlament, der Nieuw Guinea Raad, eingeführt. Indonesien marschierte daraufhin ein und begann etwas später, die Papua aus Gebieten zu vertreiben, in denen Siedler aus Indonesien angesiedelt werden sollten. 1963 wurde West-Papua offiziell indonesische Provinz. Trotz fortlaufender Autonomie-Bestrebungen erkennt Indonesien die Unabhängigkeit der Provinz bis heute nicht an. Der östliche Teil der Insel erhielt 1975 die vollständige Unabhängigkeit von Australien.
Siehe auch: Geschichte Australiens
Weblinks
Kategorie:Kontinent
Down UnderMit dem Begriff Down Under wird oft Australien bezeichnet. Australien befindet sich auf der südlichen Hemisphäre. Weniger häufig ist außerdem die Bezeichnung "Land of Oz" oder einfach nur Oz.
Der Begriff lässt sich dadurch erklären, dass für uns Europäer "dort unten" alles verkehrt herum steht: Neben dem Klima, das auf der anderen Erdhalbkugel immer genau gegensätzlich zu dem gemäßigten Klima der Nordhalbkugel ist, mögen auch die weiten Wüstenebenen, die wiederum im Kontrast zu den australischen Großstädten stehen, ausschlaggebend für die Benennung gewesen sein.
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„Down Under“ ist auch der Titel eines Songs der Australischen Rockgruppe Men at Work, welcher auf dem Album Business as Usual erschien. Das Lied avancierte in Australien zu einem echten Patrioten-Song. Der Song wird oft als Geschichte interpretiert, in welcher es sich um einen Australischen Weltreisenden dreht, welcher stolz auf seine Herkunft ist und deshalb das Interesse anderer auf sich zieht.
Der bekannte Refrain des Liedes:
Do you come from a land down under?
Where women glow and men plunder?
Can't you hear, can't you hear the thunder?
You better run, you better take cover.
Kategorie:Australien
Ozoz. ist die Einheitenbezeichnung für Unze (Ounce).
Oz ist :
- der Titel einer TV Serie auf HBO: Oz (TV)
- eine Programmiersprache: Oz (Programmiersprache)
- eine umgangssprachliche Bezeichnung für Australien (ausgesprochen mit weichem 's')
- ein Märchenland ("Der Zauberer von Oz" von L. Frank Baum)
- der Nachname des israelischen Schriftstellers Amos Oz
- der Nachname des englischen Schauspielers und Regisseurs Frank Oz ( - 1944)
- eine Firma, die Felgen herstellt OZ-Racing
- ein mehrfach wegen Sachbeschädigung verurteilter Hamburger Graffiti-Sprayer.
- ein hebräisches Wort und bedeutet Stärke
OZ ist:
- eine Abkürzung für Ordnungszahl
- eine Abkürzung für Oktanzahl
- die Abkürzung für die Ostfriesen-Zeitung
- das Kfz-Kennzeichen der sächsischen Stadt Oschatz.
Kategorie:Abkürzung
ja:OZ
ko:OZ
Neuseeland
Neuseeland (englisch New Zealand, maori Aotearoa) ist ein Inselstaat im Pazifischen Ozean. Er liegt etwa 2.000 km südöstlich von Australien und wird dem australischen Kontinent zugerechnet. Geografisch gehört Neuseeland aber nicht zum australischen Kontinent, da sich zwischen beiden Landmassen eine Tiefseezone befindet. Gesellschaftlich zählt sich Neuseeland selbst zum Gebiet (aber nicht zum Kontinent) Ozeanien. Neuseeland umfasst neben vielen kleineren im wesentlichen die zwei Hauptinseln: Die Nord- und die Südinsel.
Geographie
Hauptartikel: Geographie Neuseelands
Neuseeland (auf Maori: Aotearoa — Land der langen weißen Wolke) ist derjenige Staat, der am weitesten von Deutschland entfernt ist (Teile des Landes liegen auf der Erde exakt gegenüber von Nord-Spanien.) Es ist ein Land mit gemäßigtem Klima.
Neuseeland besteht aus zwei Hauptinseln, die durch die Cookstraße voneinander getrennt werden, und einer Anzahl kleinerer Inseln in der Südsee und im sub-antarktischen Gebiet, von denen einige recht weit entfernt liegen, wie beispielsweise die Chatham-Inseln. Unmittelbar südlich der Südinsel liegt Stewart Island. Das Land erstreckt sich entlang der nord-nordöstlichen Hauptachse über mehr als 1.600 km. Die gesamte Landfläche Neuseelands, 270.500 km², ist etwas kleiner als die Japans oder der britischen Inseln.
Japan
Die Südinsel ist zwar die größere der beiden ungleichen Inseln, aber auch von weniger Menschen bewohnt. Ihr Gesicht wird von den Neuseeländischen Alpen geprägt, die sich über fast die gesamte Länge der Insel erstrecken. Ihr höchster Gipfel ist der Mount Cook mit einer Höhe von 3.754 m. Insgesamt sind achtzehn Gipfel höher als 3.000 m. Westlich dieser Wolkenbarriere erstreckt sich ein schmaler Streifen Land, im Süden mit zahlreichen Fjorden, Westcoast genannt. Auf dieser Seite wächst eindrucksvoller Regenwald, während die Ostseite mit ihren weiten Ebenen insbesondere Ackerbau und Viehzucht dient. Die größte Stadt der Südinsel ist Christchurch an der Ostküste.
Die Nordinsel steht ganz im Zeichen der Vulkane. Das Hochland im Zentrum der Insel wird von den Bergen des Tongariro National Park beherrscht, der westliche Ausleger vom Taranaki. Der höchste Berg der Nordinsel ist der Ruapehu (2.797 m), ein aktiver Stratovulkan. In Richtung der Bay of Plenty nördlich des Zentrums ist die Erdkruste dünn wie kaum anderswo auf der Welt, so dass hier geothermische Aktivitäten jeglicher Art anzutreffen sind.
Siehe auch: Nationalparks in Neuseeland, Liste der Wanderwege in Neuseeland
Klima
Neuseeland liegt in den gemäßigten Breiten der Südhalbkugel, so dass das Klima mild ist. Dennoch unterscheidet sich das Klima auf den beiden Hauptinseln: auf der North Island herrscht subtropisches Klima mit geringen Temperaturunterschieden, auf der South Island gemäßigtes Klima mit kalten Wintern. Dank der großen das Land umgebenden Wassermassen halten sich die Temperaturschwankungen in Grenzen. Im Flachland schwanken die durchschnittlichen Temperaturen im Norden zwischen etwa 15 °C im Winter und 25 °C im Sommer. Auf der Südinsel liegen die Temperaturen etwa 5 bis 10 °C darunter.
Insgesamt sind westliche Winde vorherrschend, Neuseeland liegt in einer Zone starker westlicher Winde, der Roaring Forties. Dadurch bedingt regnen sich die über dem Tasman-Meer angesammelten Wassermassen an den Bergen der Südinsel ab. Die Durchschnittswerte liegen an der Westküste der Südinsel bei 7.000 mm pro Jahr, auf der Ostseite der Berge ist es erheblich trockener.
Fauna
Roaring Forties
Aufgrund der verhältnismäßigen Isolation hat sich in Neuseeland ein einzigartiges Ökosystem entwickelt, dessen herausragendstes Merkmal vor der polynesischen Kolonisation das Fehlen jeglicher Art von Landsäugetieren war, ausgenommen von drei Fledermausarten (die zwei Arten der Neuseelandfledermäuse und Chalinolobus tuberculatus). Viele der Nischen, die normalerweise von Säugetieren besetzt würden, sind von Vögeln belegt worden. Zu den flugunfähigen Vögeln gehören Kakapo, Kiwi, Takahe, Weka und der ausgestorbene Moa. Einige dieser Arten kommen nur noch auf raubtierfreien Inseln vor der Küste Neuseelands vor. Weniger Probleme haben die kräftigen Papageienarten Kea und Kaka. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Vögel, die über die riesigen Weiten des Pazifiks fliegen, um Teile des Jahres in Neuseeland zu verbringen, wie der Westlandsturmvogel. Auch Königsalbatrosse und Australtölpel nisten hier. Die Küsten teilen sich verschiedene Pinguin-Arten wie der Dickschnabelpinguin, der Gelbaugenpinguin und der Zwergpinguin mit Neuseeländischen Pelzrobben, Elephantenrobben und Neuseeländischen Seelöwen. Vor den Küsten schließlich sind Delfine und Wale anzutreffen. Vor der neuseeländischen Küste gibt es eine seltene Kleindelfinart, die Hector-Delfin genannt wird. In etwa zehn Generationen wird sie wahrscheinlich ausgestorben sein. Des Weiteren ist Neuseeland die Heimat des Tuatara (auch Tuatera genannt), einer uralten Reptilienart, und des Weta, eines Insekts, das bis zu 8 cm oder länger werden kann. Neuseeland ist eins der wenigen Länder dieser Erde, in dem es keine Schlangen gibt.
Die Ankunft erst der Maori und später auch der Europäer hat aufgrund der Eingriffe des Menschen in die Natur und wegen absichtlich und unabsichtlich mitgebrachter Tiere (Neozoen) zu zwei spektakulären Aussterbewellen geführt.
Flora
Aussterbewellen
Aussterbewellen
Als die Europäer ins Land kamen, waren etwa 70 % der Landesfläche bewaldet. Mittlerweile sind noch etwa 15 % des Landes von einheimischen Wäldern bedeckt, dazu kommen weitere etwa 5 % Fläche mit schnellwachsenden importierten Bäumen wie Monterey Pine (Pinus radiata) und Redwood für die neuseeländische Forstwirtschaft. Wesentliche Teile der ursprünglichen Wälder stehen unter Naturschutz, zu guten Teilen in Nationalparks und so genannten Forest Parks.
Zu den bemerkenswertesten Bäumen gehören im Norden der Kauri. Sie sind wie die meisten anderen Bäume immergrün, wie beispielsweise die Südbuchenarten, die hauptsächlich auf der Südinsel anzutreffen sind. Ebenfalls zu den größeren Bäumen gehören die Podocarpaceen, die in tieferen Lagen beider Inseln vorkommen, sowie die Nikau-Palme. Besonders auffällig sind schließlich noch der Pohutukawa und der Cabbage Tree. In den niederschlagsreichen Gebieten insbesondere im Westen der Südinsel prägen Regenwälder das Bild. Die dort vorherrschenden Rimu und Südbuchen sind in vielen Fällen von Epiphyten wie dem Rata umschlungen. Unterhalb des dichten Walddaches machen sich zahlreiche, meist endemische Farne breit. Am imposantesten sind zweifellos die Baumfarne, die bis über 10 Meter hoch werden. Der bekannteste unter den Farnen ist der Ponga oder Silberfarn.
Bevölkerung
Nach den Daten der letzten Volkszählung besteht die Bevölkerung Neuseelands zu ungefähr 75 % aus Nachfahren europäischer (vor allem britischer, ferner irischer und polnischer) Einwanderer. Die zweitgrößte Gruppe bilden die indigenen Maori zu denen sich rund 15 % der Einwohner zählen. Weitere größere ethnische Gruppen von Einwanderern stammen aus Asien (ca. 6,6 %) und von den polynesichen Inseln (ca. 6,5 %). Bei diesen Zahlen ist zu beachten, dass es in Neuseeland einer Person möglich ist sich mehreren ethnischen Gruppen zuzuordnen.
Größte Städte sind Auckland (rund 1.200.000 Einwohner), Hamilton (100.000 Einwohner) und die Hauptstadt Wellington (rund 300.000 Einwohner) auf der Nordinsel, sowie Christchurch (300.000) und Dunedin (100.000) auf der Südinsel. Insgesamt hat Neuseeland etwa 4 Mio. Einwohner (drei auf der Nord- und eine Mio. Einwohner auf der Südinsel) oder 15 Einwohner pro km² im Vergleich zu etwa 82,5 Mio. Einwohnern beziehungsweise 231 Einwohnern pro km² in Deutschland.
Siehe auch: Liste der Städte in Neuseeland
Sprache
Amts- und Umgangssprache ist Englisch (siehe auch Neuseeländisches Englisch). Zweite Amtssprache ist Maori, das allerdings nur noch von einer kleinen Minderheit der Neuseeländer maorischer Abstammung gesprochen wird. Weiters ist es geplant ab dem 1. Januar 2006 bzw. 1. März 2006 die Neuseeländische Gebärdensprache als dritte Amtssprache einzuführen.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Neuseelands
Neuseeland wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts von Polynesiern entdeckt und besiedelt. Die ersten Europäer, die Neuseeland erblickten, war die Mannschaft einer Expedition unter Leitung des Holländers Abel Tasman (1642). Zum ersten Mal neuseeländischen Boden betraten Europäer 1769 während einer Expedition unter James Cook.
1840 erkannten die Maori-Häuptlinge die Souveränität der britischen Krone an (Vertrag von Waitangi). Als erstes Land der Welt führte Neuseeland 1893 das Frauenwahlrecht ein. 1907 wurde aus der Kolonie ein Dominion. Im ersten Weltkrieg wurde die Kolonie Samoa von neuseeländischen Truppen besetzt (1914). Seit 1948 ist Neuseeland ein eigenständiger Staat. 1967 wurde der Neuseeländische Dollar (NZD) als Landeswährung im Dezimalsystem eingeführt. Wegen Differenzen über Neuseelands Anti-Atompolitik erfolgte die Suspendierung des ANZUS-Sicherheitspakts durch die USA im Jahr 1984. Das Greenpeace-Flaggschiff „Rainbow Warrior“ wurde 1985 im Hafen von Auckland von französischen Geheimagenten versenkt, zwei Jahre später erklärte sich Neuseeland zur atomfreien Zone. 1996 erfolgten erste Parlamentswahlen nach einem neuen, gemischten Verhältniswahlrecht nach deutschem Muster. 1999 endeten die Parlamentswahlen mit einem Sieg der Arbeiterpartei. Die neue Premierministerin Helen Clark bildete eine Minderheitsregierung, die bei den Parlamentswahlen von 2002 im Amt bestätigt wurde.
Politik
Hauptartikel: Politisches System Neuseelands
Neuseeland ist eine unabhängige parlamentarische Monarchie, die sich am britischen Vorbild orientiert, wobei es jedoch nur eine Kammer (also kein Oberhaus) gibt. Das Parlament besteht aus 120 Abgeordneten, die alle drei Jahre gewählt werden. Eine kleine Anzahl von Sitzen im Parlament ist dabei für Maori-Abgeordnete reserviert. Seit 1996 wird nach dem Verhältniswahlrecht gewählt, das das zuvor angewandte Mehrheitswahlrecht nach englischem Vorbild ablöste.
Die Exekutive in Form eines zwanzigköpfigen Kabinetts wird von dem Premierminister geführt. Derzeit ist dies Helen Elizabeth Clark, die von einer Koalition aus Labour Party und Alliance Party unterstützt wird. Als dieser Artikel verfasst wurde, befanden sich im Parlament Neuseelands fünf weitere Parteien. Die britische Monarchin, Königin Elizabeth II. ist Staatsoberhaupt in ihrer Funktion als Königin von Neuseeland, die vom Generalgouverneur, Dame Silvia Cartwright, repräsentiert wird.
Außenpolitisch hat sich Neuseeland einerseits durch seine regelmäßige Beteiligung an Kriegen auf Seiten Großbritanniens profiliert. Das militärische Verteidigungsbündnis ANZUS mit den USA und Australien war zwischenzeitlich wegen der strikten Anti-Atom-Politik Neuseelands, in deren Rahmen sich das Land auch gegen die französischen Atomtests im Südpazifik stark machte, ausgesetzt.
Verwaltungsgliederung
Unterhalb der nationalen Ebene wird die Verwaltung in Neuseeland durch zwölf Regionen und fünf so genannte "unitary authorities" geregelt. Die lokale Ebene des Staatsaufbaus stellen 16 Stadt- und 57 Bezirksverwaltungen sowie die Verwaltung der Chathaminseln dar. Bei fünf Verwaltungen sind regionale und lokale Verwaltung zu einer Behörde zusammengelegt. Dies sind die schon erwähnten "unitary authorities".
siehe auch: Regionen Neuseelands
Infrastruktur
Neuseeland ist verkehrsmäßig (im Hinblick auf die dünne Besiedelung) sehr gut erschlossen. In Neuseeland gilt der Linksverkehr. Eine besondere Bedeutung aufgrund der Insellage besitzt der Küstenschiffsverkehr und der Luftverkehr. Zwischen der Nord- und der Südinsel verkehren Auto- und Eisenbahnfähren.
Wirtschaft
Seit Beginn der europäischen Besiedlung ist die Landwirtschaft in Form der Schafzucht ein wichtiges Standbein der neuseeländischen Gesellschaft. Zunächst dienten Schafe ausschließlich als Wolllieferant, seit den 1880er Jahren, als der Export per Kühlschiff möglich wurde, zusätzlich als Fleischlieferant. Zwischenzeitlich hatte Neuseeland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen Goldrausch auf der Südinsel und eine Wirtschaftskrise wegen einbrechender Wollpreise miterlebt. Dennoch blieb die Landwirtschaft über lange Zeit der bedeutendste Wirtschaftszweig. Wichtigster Handelspartner auch für Molkereiprodukte, Obst und Früchte war trotz der großen Entfernungen Großbritannien, bis dessen EG-Beitritt Neuseeland in den 1970er Jahren in eine Wirtschaftskrise stürzte.
In den folgenden Jahren wurde der Wohlfahrtsstaat verschlankt, so dass Neuseeland mittlerweile ein nach neoliberaler Vorstellung modernes industrialisiertes Land ist, das zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt zählt. Subventionen wurden radikal gestrichen, die Sozialsysteme stark zurückgebaut. Außerdem wurden zahlreiche staatliche Einrichtungen wie die Eisenbahngesellschaft privatisiert. Die Arbeitslosenquote stieg aufgrund dieser Maßnahmen kurzfristig zwar bis auf 15 %, Ende 2004 betrug die Arbeitslosenquote allerdings nur noch 3,6%, der niedrigste Wert innerhalb der OECD. Die Inflationsrate lag bei 2,4% , das Wirtschaftswachstum betrug von Juli 2003 bis Juni 2004 4,4 %. Letztlich führten die Reformen zu einem ungeahnten Wirtschaftsboom im Land, der bei den Wahlen 2005 Amtinhaberin Helen Clark zu einer zweiten Amtszeit verhalf, Neuseeland zu dem Industrieland mit der niedrigsten Arbeitslosenquote machte und Kritiker der Deregulierung im Land verstummen ließ.
Mittlerweile sind Australien, Japan, die USA sowie die ostasiatischen Tigerstaaten die wichtigsten Handelspartner. Die Wirtschaftskrise in Ostasien 1998/1999 hat daher auch Neuseeland einigermaßen schwer getroffen. Die bedeutendsten Haupt-Exportindustrien sind derzeit Agrarwirtschaft, Gartenbau, Fischerei, Forstwirtschaft. Weiterhin besitzt Neuseeland nennenswerte produzierende Tourismus- und Dienstleistungsindustrien. Seit 1983 besteht zwischen Neuseeland und seinem Nachbarland Australien unter dem Namen Closer Economic Relations eine Freihandelszone.
Die Stromerzeugung in Neuseeland findet überwiegend durch Wasserkraft und geothermische Kraftwerke statt. Neuseeland hat keine Atomkraftwerke.
Siehe auch: Weinbau in Neuseeland
Kultur
Nationalfeiertag ist seit 1960 der 6. Februar (Waitangi Day), der an den Vertrag von Waitangi erinnert.
In Neuseeland gilt das metrische System.
Film
Auf den Inseln Neuseelands wurde die mit fünfzehn Oscars prämierte Trilogie "Der Herr der Ringe" (Lord of the Rings) vom einheimischen Regisseur Peter Jackson gedreht. Neuseeland hat aber auch eine eigene Filmindustrie: Bekannt sind beispielsweise der Science-Fiction-Film Quiet Earth und die neuseeländisch-deutsche Co-Produktion Whale Rider sowie das mit 3 Oscars und der Goldenen Palme preisgekrönte Drama Das Piano der Regisseurin Jane Campion. Heavenly Creatures, auch von Jackson, ist ebenfalls zu einiger Bekanntheit gelangt.
Literatur
Hauptartikel: Neuseeländische Literatur
Neuseeland nimmt für sich in Anspruch, viele Autoren zu haben. Darin werden selbst Einwanderer, die im Ausland geboren wurden und Staatsbürger, die ausgewandert sind, miteingerechnet. Ein Großteil der neuseeländischen Literatur ist in englisch geschrieben, aber Veröffentlichungen in der Sprache Maori nehmen ständig zu.
Sport
Das Rugby-Nationalteam von Neuseeland wird "All Blacks" genannt, in Anlehnung an die schwarzen Nationaltrikots. Die "All Blacks" sind für den "Haka" bekannt, einen auf die Ureinwohner Neuseelands zurückgehenden (Maori) Kriegstanz, der vor jeder Partie zelebriert wird.
Literatur
- Tom Brooking (Hrsg.): The history of New Zealand. Westport, Conn.: Greenwood Press 2004, ISBN 0-313-32356-9
- Paul Smitz, Martin Robinson, Nina Rousseau, Richard Watkins und andere: New Zealand. Lonely Planet Publications, Footscray (Victoria), Australien 2004, ISBN 1-740-59766-4 - englischsprachiger Reiseführer, der oftmals als der Standard für Neuseeland beurteilt wird
Siehe auch
- Portal:Neuseeland
Weblinks
- [http://www.govt.nz Neuseeländisches Regierungsportal (englisch)]
- [http://www.nzembassy.com/home.cfm?&l=36&c=1 Neuseeländische Botschaft in Berlin]
- [http://www.neuseeland.de/ Fakten und Daten zu Neuseeland (Deutsch)]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=121 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.newzealand.com Offizielles Wirtschafts- und Tourismusportal (englisch, Tourismus auch deutsch)]
- [http://wikitravel.org/de/Neuseeland Reiseinfos zu Neuseeland] auf Wikitravel
-
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