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Australien (Kontinent)

Australien (Kontinent)

Der Kontinent Australien umfasst eine Hauptlandmasse, das eigentliche Australien oder frühere Neuholland, und die vorgelagerten Inseln Tasmanien und Neuguinea, welches auch Papua oder Irian genannt wird. Der nördlichste Punkt liegt direkt am Äquator, auf der Insel Kabare, im Süden erstreckt sich der Kontinent bis zum Südostkap auf Tasmanien bei 43° Süd. Die Ost-West-Ausdehnung reicht vom Cape Byron am 153. Längengrad Ost bis zum Cape Inscription am 113. Längengrad Ost. Mit einer Fläche von 8.500.000 km² (fast so groß wie Europa) ist er etwa viermal so groß wie die größte Insel der Erde, Grönland. Häufig werden zum Kontinent Australien auch die im Pazifik gelegenen Inselstaaten gezählt, insbesondere aus kulturellen und politischen Gründen Neuseeland. Diese Gesamtregion wird jedoch als kultureller Kontinent Ozeanien bezeichnet. Ozeanien

Politische Gliederung

Unabhängige Staaten


- Australien
- Papua-Neuguinea

Abhängige Gebiete


- Papua (bis 2002 Irian Jaya) – indonesische Provinz (Teil Neuguineas)

Erdgeschichtliche Entstehung

Die meiste Zeit bildeten Australien, Neuguinea und Tasmanien eine zusammenhängende Landmasse, Sahul. Diese war Teil des südlichen Superkontinents Gondwana, der vor etwa 200 Millionen aufgrund der Kontinentaldrift vom Urkontinent Pangäa getrennt wurde. In dieser Zeit herrschte in Gondwana ein mildes Klima vor. Nachdem sich nacheinander Afrika und Madagaskar (vor ca. 160 Millionen Jahren), Indien (vor ca. 125 Millionen Jahren) und Neuseeland (vor ca. 80 Millionen Jahren) von Gondwana abspalteten, driftete Sahul langsam nach Norden, blieb aber bis vor 45 Millionen Jahre weiterhin mit Antarktika verbunden. Nach der Trennung von Antarktika kam es durch die neu auftretenden Meeresströmungen zwischen diesen Kontinenten zu einem kühleren und trockeneren Klima. Dieser Effekt wurde noch verstärkt, nachdem sich auch Südamerika und der antarktische Kontinent trennten und damit die zirkumpolare Strömung einsetzte. Vor 15 Millionen Jahren kollidierte der nördliche Teil Sahuls mit Südostasien, wodurch sich die Gebirge Neuguineas auffalteten. Aus dieser Kollision entstand auch die Torres Strait, die allerdings zu dieser Zeit noch über dem Meeresspiegel lag. Erst vor 8000 Jahren wurde die Torres Strait, vor etwa 12.000 Jahren auch die Bass Strait überflutet und damit die kontinuierliche Landverbindung zwischen Neuguinea, Australien und Tasmanien unterbrochen. siehe auch Plattentektonik

Geographie

Plattentektonik

Physische Geographie

Australien zeichnet sich durch sein trockenes, flaches Hinterland aus. Im Osten wird das flache Zentrum von der Great Dividing Range begrenzt, die mit dem Mount Kosciuszko eine Höhe von 2228 Metern erreicht. Diese Gebirgskette zieht sich bis nach Tasmanien. Im dünn besiedelten Westen des Kontinents befinden sich Wüsten wie beispielsweise die Nullarbor-Wüste. Diese flachen Landschaften werden nur gelegentlich von Erhebungen wie den Macdonnell Ranges unterbrochen. Markantes Wahrzeichen des australischen Festlandes ist der Inselberg Uluru. Im Gegensatz zum Rest des Kontinents befinden sich auf Neuguinea aufgrund der Kollision mit der asiatischen Kontinentalplatte stark zerklüftete Gebirge. Eine etwa 200 km breite Gebirgskette durchzieht die gesamte Insel von West nach Ost. Hier befindet sich auch der höchste Berg des Kontinents, die Djajaspitze mit 5030 Meter Höhe. Zu den bekanntesten Flüssen gehören beispielsweise der Darling River, Murray, Snowy River und Sepik. Das Innere des Kontinents ist arm an Süßwasser-Reservoirs, große Salzseen wie Lake Eyre bestimmen die Landschaft. siehe auch Geographie Australiens

Klima

Der Kontinent nimmt drei Klimazonen ein: die tropische Zone (nördlich des Wendekreis des Steinbocks), die subtropische Zone (südlich des Wendekreis des Steinbocks) und die kühlgemäßigte Zone im äußersten Süden und auf Tasmanien. Neuguinea im äußersten Norden ist ganzjährig starken tropischen Regenfällen ausgesetzt. Temperaturen an der Küste liegen hier meist bei etwa 30°C. In den höheren Gebirgsregionen kann es jedoch auch zu Nachtfrost kommen. Im Bereich der Hauptlandmasse treten dagegen deutliche saisonale Klima-Unterschiede hervor. Wetterbestimmend sind hier hauptsächlich drei Phänomene, der Tropische Tiefdruckgürtel, die Passatwindzone und die Subpolaren Westwinde.Im Sommerhalbjahr von November bis April treten im Norden aufgrund eines Hitzetiefs starke Regenfälle auf. Zusätzlich kommt es über der Timorsee zu Wirbelstürmen. Südaustralien liegt zu dieser Zeit im subtropischen Hochdruckgürtel und bleibt weitgehend niederschlagsfrei. Im Winterhalbjahr, Mai bis Oktober, bleibt dagegen der Norden aufgrund eines Hochdruckgebiets trocken, Süden und Südwesten des Landes liegen in der Westwindzone und sind Niederschlägen ausgesetzt. Südostpassatwinde bringen den Gebirgen des Ostens ganzjährig Steigungsregen. Das Zentrum des Landes bleibt ganzjährig weitgehend trocken, 80 Prozent der Fläche Australiens sind semiaride und aride Gebiete mit weniger als 250 mm Niederschlägen im Jahr. Südaustralien ist das bevölkerungsreichste Gebiet im Bereich des südlichen Ozonlochs.

Ökologie

Aufgrund seiner Größe und Lage existiert in Australien eine bemerkenswerte Vielfalt an Ökosystemen, von Wüsten, Woodlands und Shrublands, über den gemäßigten bis zum tropischen Regenwald. Diese werden durch zahlreiche Nationalparks geschützt. Die biogeografische australische Region schliesst auch die indonesischen Inseln östlich von Bali mit ein. Die Grenze zur orientalischen Zone wird dabei durch die Wallace-Linie gebildet. Durch die lange Isolation des Kontinents konnte sich hier eine Flora und Fauna etablieren, die weitgehend unbeeinflusst von evolutionären Entwicklungen auf anderen Kontinenten blieb. Alle rezenten Arten der Kloakentiere kommen nur in Australien und Neuguinea vor. Der Kontinent weist ausserdem die weltweit höchste Diversität an Beutelsäugern auf. Besonderheiten der Vogelwelt sind beispielsweise die Paradiesvögel, eine auf die tropischen Regionen beschränkte Familie. Die Flora weist Ähnlichkeiten zu Florenelementen Südamerikas sowie zu Fossilfunden in der Antarktis auf, ein Hinweis auf die erst späte Trennung dieser Kontinente.
siehe auch Fauna Australiens

Bevölkerung

Der Kontinent Australien ist mit ungefähr 28,4 Millionen Einwohnern nach der Antarktis der bevölkerungsärmste [weniger als Spanien (40 Mio.) oder Polen (39 Mio.)].

Indigene Bevölkerung

Die indigene Bevölkerung des Kontinents setzt sich aus den Aborigines der Hauptlandmasse, den Tasmaniern, den Papua sowie den melanesischen Völkern Neuguineas und der vorgelagerten Inseln zusammen. Diese Gruppen bilden jedoch keine einheitlichen Kulturen, sondern bilden eine Vielzahl von sprachlich und kulturell abgrenzbaren Einheiten. Namentlich die Bevölkerung Neuguineas gilt als eine der heterogensten der Welt. Während in Papua-Neuguinea weiterhin ein Großteil der Bevölkerung und auch in West-Papua noch fast die Hälfte der Einwohner indigenen Ursprungs ist, stellen die Aborigines nur noch knapp zwei Prozent der australischen Bevölkerung. Die Tasmanier wurden nach der Besiedlung durch die Europäer fast vollständig vernichtet.
siehe auch Indigene Völker Australien-Ozeaniens

Einwanderung

Aufgrund der unterschiedlichen Kolonialgeschichte der australischen Regionen sind auch die Einwanderungsmuster sehr verschieden. So ist die Mehrheit der Bevölkerung des australischen Bundes britischstämmig, seit den 70er Jahren nimmt jedoch die Zuwanderung aus dem asiatischen Raum zu. In Papua-Neuguinea hat Einwanderung nie eine bedeutende Rolle gespielt, während das Transmigrasi-Programm der indonesischen Regierung zur Umsiedlung von etwa 1,2 Millionen Menschen, vor allem aus Sumatra und Java, nach West-Papua geführt hat.

Sprachen

In Neuguinea sind weiterhin mehrere hundert Papua-Sprachen verbreitet, als Verkehrssprache hat sich hier jedoch Tok Pisin durchgesetzt. Amtssprache Australiens und Papua-Neuguineas ist Englisch, in West-Papua Bahasa Indonesia.
siehe auch Sprachen in Papua-Neuguinea, Australische Sprachen

Religion

Die Mehrheit der Bevölkerung gehört christlichen Religionsgemeinschaften an, vor allem in Papua-Neuguinea ist der Anteil mit 96 Prozent aufgrund erfolgreicher Missionierung sehr hoch. Die Ausübung des Glaubens erfolgt jedoch häufig in Kombination mit traditionellen Glaubensvorstellungen mit animistischem Hintergrund. In West-Papua stellen Muslime etwa 20 Prozent der Bevölkerung, vor allem indonesische Einwanderer.

Geschichte

Besiedlung

Der australische Kontinent wurde vor mindestens 50.000 bis 60.000 Jahren von Südostasien aus besiedelt. Aufgrund einer Eiszeit lag zu dieser Zeit der Meeresspiegel niedriger, so dass die Meerespassage zum heutigen Neuguinea vereinfacht war. Bis vor 35.000 Jahren hatte sich die Bevölkerung über die kontinuierliche Landverbindung bis nach Tasmanien ausgebreitet. Die ersten menschlichen Gemeinschaften besiedelten vermutlich die Küste. Vor etwa 30.000 Jahren entstanden dann auch die ersten Siedlungen im Hochland Neuguineas.

Entdeckung

Schon im Altertum ist von einem südlichen Kontinent, wie Ptolemäus ihn im 1.und 2. Jh. n. Chr. als
terra australis incognita (unbekanntes südliches Land) erwähnt, ausgegangen worden, als nötiges Gegengewicht zu Eurasien. Doch die Vorstellung, der Äquator sei eine Feuerbarriere, machte eine mögliche Entdeckung unmöglich. Nach seiner Entdeckung wurde Terra Australis Incognita zuerst in Terra Australis und schließlich Australien umbenannt. Neuguinea war der erste Teil des Kontinents, der Anfang des 16. Jahrhunderts von europäischen Seefahrern gesichtet wurde. 1526 landete der Portugiese Jorge de Meneses durch Zufall auf der Insel. Von ihm stammt angeblich auch der Begriff Papua, malaiisch für kraus, als Anspielung auf das krause Haar der melanesischen Bevölkerung. Nach der Landung des Spaniers Íñigo Ortiz de Retez 1545 begann man mit dem Export von Edelhölzern und anderen Luxusgütern. Der Hauptteil des Kontinents wurde im Jahr 1606 durch den Niederländer Willem Jansz entdeckt. In den folgenden Jahrzehnten strandeten weitere holländische Handelsschiffe an der australischen Küste, maßen dieser Entdeckung jedoch keine besondere Bedeutung bei. Im Jahre 1642 entschloß sich die Niederländische Ostindien-Kompanie jedoch zu einer geplanten Erforschung des Kontinents. Dabei entdeckte Abel Tasman das heutige Tasmanien. In einer Expedition unter Willem de Vlamingh ab 1696 wurden weite Teile der Westküste kartografiert. Da die Landschaft aber trocken und unfruchtbar wirkte, zeigten die Holländer kein Interesse, Australien zu kolonisieren.

Kolonisation

Im April oder Mai des Jahres 1770 erreichte James Cook die fruchtbare Ostküste und nahm Teile des Landes als britische Kolonie New South Wales für England in Besitz. Diese war als Sträflingskolonie geplant, die ersten Schiffe mit Siedlern und Sträflingen trafen am 26. Januar 1788 in Sydney Cove ein. Bis 1836 werden weitere Kolonien gegründet, die das gesamte Australien, abgesehen von Neuguinea unter britische Kontrolle bringen. 1828 beginnt mit dem Erwerb der Halbinsel Vogelkop durch die Niederländer auch die Kolonisation Neuguineas. Den Rest der Insel teilen 1884 die Niederlande, Großbritannien und das Deutsche Reich unter sich auf. Der Westteil geht an die Niederlande, Großbritannien erhält den Südosten, Deutschland den Südwesten. 1906 wird der britische Teil an Australien übergeben, der deutsche Teil geht 1919 unter australische Kontrolle.

Unabhängigkeitsbestrebungen

Zwischen 1855 und 1890 erhielten die einzelnen britischen Kolonien des Hauptkontinents das Privileg des
Responsible Government und damit eine größere Unabhängigkeit vom britischen Empire. London behielt allerdings vorerst die Kontrolle über Außenpolitik, Verteidigung und Außenhandel. In den Kolonien beginnen die Planungen für einen Zusammenschluss der Einzelstaaten. Am 1. Januar 1901 formierten sich die einst voneinander unabhängigen Kolonien des Festlands mit Tasmanien zum Commonwealth of Australia. Am 26. September 1907 erhält der Australische Bund mit dem Dominionstatus die nahezu vollständige Unabhängigkeit vom Mutterland Großbritannien. Während des Zweiten Weltkriegs wird der Norden Neuguineas von 1942 bis 1945 von Japan besetzt. Auch das australische Festland ist in dieser Zeit von japanischer Invasion bedroht. Indonesien, seit 1949 unabhängig, erhebt Anspruch auf den Westteil Neuguineas, dieses bleibt aber vorerst niederländisch. 1957 begannen die Niederlande und Australien Pläne für die Unabhängigkeit eines vereinigten Neuguineas in den 1970er Jahren zu entwickeln. 1961 wurde eine Versammlung in Westpapua abgehalten und ein Parlament, der Nieuw Guinea Raad, eingeführt. Indonesien marschierte daraufhin ein und begann etwas später, die Papua aus Gebieten zu vertreiben, in denen Siedler aus Indonesien angesiedelt werden sollten. 1963 wurde West-Papua offiziell indonesische Provinz. Trotz fortlaufender Autonomie-Bestrebungen erkennt Indonesien die Unabhängigkeit der Provinz bis heute nicht an. Der östliche Teil der Insel erhielt 1975 die vollständige Unabhängigkeit von Australien. Siehe auch: Geschichte Australiens

Weblinks

Kategorie:Kontinent

Kontinent

Der Begriff Kontinent (von lat.: (terra) continens) bedeutet "zusammenhängendes Land", das von den Inseln unterschiedene Festland. Die Kontinente der Erde machen insgesamt nur 29 Prozent der Erdoberfläche aus, den Rest nehmen die Ozeane und Meere ein.

Definitionen

Meer Geografisch besteht ein Kontinent aus einer großen zusammenhängenden Landmasse, die durch das Meer von anderen Kontinenten abgegrenzt wird. So bildet der Panamakanal die Grenze zwischen Nord- und Südamerika und der Sueskanal die Grenze zwischen Afrika und Asien. Eine Ausnahme stellt die Trennlinie zwischen Asien und Europa dar: Sie verläuft über den Ural. Aus dieser Definition ergeben sich 7 Kontinente: Afrika, Antarktika, Asien, Australien/Ozeanien, Europa, Nordamerika und Südamerika. Südamerika Geologisch gesehen umfasst ein Kontinent das zugehörige Schelfgebiet, welches auch Kontinentalplatte genannt wird. Man zählt auf unserem Planeten 14 solche Kontinentalplatten. Neben diesen beiden gibt es auch historisch-politische Definitionen von Kontinenten. So muss die Aufteilung Eurasiens in Asien und Europa aus der historisch-politischen Perspektive des Kolonialismus verstanden werden. Zur historisch-politischen Kategorie gehören auch die Versuche, ein Mittelamerika oder den Nahen Osten als eigene Kontinente abzutrennen. Die Abgrenzung Europas als Kontinent greift auf eine Vorstellung zurück, wonach man glaubte, Europa und Asien seinen zwei unterschiedliche Kontinente. Heute wissen wir aber, das es nur eine Eurasische Platte gibt. Europa und Asien sind im Sinne der Plattentektonik ein Kontinent, Eurasien. Von Irland über Russland bis nach Malaysia liegt alles auf einer einzigen Platte, eine physische Grenze zwischen Asien und Europa existiert dementsprechend nicht.

Geschichtliches

Kolonialismus] Herodot teilte die Welt in 3 Kontinente: Europa, Asien und Libyen. Seine Dreiteilung wurde im Altertum als verbindlich angesehen. Hekataios zog im 6. Jahrhundert v. Chr. die Grenze zwischen Asien und Europa vom Ägäischen Meer über das Marmarameer und das Schwarze Meer bis hin zum Don. Heute zählt man 7 geografische Kontinente.

Zum Begriff "Kontinent"

Das lateinische continens bedeutet im eigentlichen Sinne das "Zusammenhaltende" oder "Umfassende". Die Vorstellung hinter dieser Begriffsverwendung für einen Kontinent im heutigen Sinne ist eigentlich irreführend: Sie beruht auf der Annahme, dass die Landteile der Erde die Wasserteile umfassen. Da jedoch die Wasserflächen der Erde um ein Vielfaches größer sind als die kontinentalen Flächen, müsste man letztere eigentlich als das "Umfasste", das contentum bezeichnen. Die Begriffsbildung beruht somit auf einer falschen Vorstellung der Erde.

Namensgebung

Die Namen der Kontinente sind in der ursprünglichen lateinischen Form alle weiblich und enden entsprechend einheitlich mit a. Afrika galt im Altertum nur als Name für das heutige Tunesien, welches von den Römern nach dem Stamm der Afri um Karthago so benannt wurde. Amerika wurde auf Vorschlag Martin Waldseemüllers nach Amerigo Vespucci benannt, der kurz nach Christoph Kolumbus die Ostküste Südamerikas befuhr. Zu dieser Zeit konnte noch nicht überblickt werden, dass es sich genau genommen um zwei Kontinente handelt, die nur durch eine relativ schmale Landbrücke miteinander verbunden sind. Antarktika wurde nach seiner Lage inmitten der Antarktis benannt. Asien (eigtl. Asia) kommt aus dem Assyrischen von Assu = Sonnenaufgang bzw. Osten. Australien (eigtl. Australia) kommt von lat. Terra Australis = südliches Land. Europa hat seine Bezeichnung möglicherweise vom griech. Erebos = Abendland, die Herkunft ist jedoch umstritten.

Siehe auch


- Superkontinent
- Subkontinent
- Landhemisphäre
- Plattentektonik

Weblinks

[http://userpage.fu-berlin.de/~tmuehle/europa/europa/europa_mount-elbrus.htm Die Grenzen Europas] Kategorie:Geowissenschaft Kategorie:Physische Geographie ! ja:大陸 ko:대륙 ms:Benua simple:Continent th:ทวีป zh-min-nan:Tāi-lio̍k


Tasmanien

Tasmanien (früher Vandiemensland) ist eine dem Kontinent Australien südöstlich vorgelagerte Insel. Sie ist Teil des Australischen Bundes. Die Hauptstadt ist Hobart, die zweitgrößte Stadt Launceston.

Geographie

Tasmanien als größte Insel Australiens umfasst mit 68.401 km² (ohne Inseln 64.519 km², 296 km Nord-Süd-Ausdehnung und 315 km von Ost nach West) 0,88 Prozent der Gesamtfläche Australiens. Die Bass-Straße, welche die Insel vom australischen Festland trennt, wird im Nordwesten durch King Island, an der Nordostspitze von Flinders Island flankiert. Landschaftlich dominieren Gebirge und Hochebenen bis cirka 1.600 m Höhe die Insel. Die höchste Erhebung ist der Mount Ossa (1.617 m). Die Südostaustralien vorgelagerte Insel Tasmanien liegt zwischen 40° - 44° (Süd) geographischer Breite und 144° - 149° (Ost) geographischer Länge (Abb. 1). Die auf dem australischen Kontinentalschelf gelegene Insel ist annähernd so groß wie Irland. Sie ist die weitaus größte der über hundert Inseln des Bass-Archipels. Es gibt noch relativ viele natürliche Landschaftstypen. Etwa ein Viertel der Insel sind als UNESCO-Weltnaturerbe ausgewiesen, zu 40 Prozent besteht die Insel aus Nationalparks. Besonders eindrucksvoll sind die Landschaft am Cradle Mountain sowie die unberührte und teilweise schwer zugängliche Wildnis des Südwestens.

Geologie

Cradle Mountain Geologisch betrachtet bildet Tasmanien den südlichsten Ausläufer des ostaustralischen Randgebirges. Im Zuge der rückläufigen Eiszeit und dem damit verbundenen Anstieg des Meeresspiegels wurde Tasmanien vor 8.000 bis 12.000 Jahren vom Festland abgetrennt. Die durch diesen Prozess entstandene 250 Kilometer breite und meist sehr stürmische Meeresstraße (Bass-Straße) isolierte Tasmanien vollständig von Australien. Als Rudimente dieser ehemaligen Verbindung blieben nur die Inseln der Bass-Straße erhalten. Tasmanien ist von zahlreichen, stark zerklüfteten Gebirgen durchzogen, die teilweise bis auf über 1.500 Höhenmeter ansteigen. Die Gebirgsketten verlaufen in der Regel von Nordwesten nach Südosten und enden häufig am Rand der Insel als Steilküste. Überhaupt liegt der Großteil der Landmasse im Gegensatz zum australischen Festland weit über Meeresniveau. Die geologisch älteren Gebirge des Westteils der Insel sind an ihren steilen Hängen und Graten stark zerklüftet, während die Gebirge Mittel- und Osttasmaniens leichter zugänglich sind und oft in Hochebenen (Plateaus) gipfeln. Abgesehen von diesen Plateaus sind Ebenen selten. Die Unzugänglichkeit der Landschaft wird durch zahlreiche ausgedehnte Fluss-Systeme und eine Vielzahl von Seen verstärkt. Allein im Nordosten einer im Zentrum der Insel gelegenen Hochebene gibt es über 4.000 Seen. Gleichzeitig ist diese größte Ebene der Insel von den drei bedeutendsten Fluss-Systemen (Gordon, Tamar, Derwent) umschlossen, die nach allen Himmelsrichtungen hin entwässern. Das Hauptgestein Tasmaniens ist ein grobkörniger Basalt (Dolerit). Häufig anzutreffen sind sehr alte Sandsteinformationen aus dem Ordovizium, sowie Formationen aus Kalkstein, Quarzit oder Konglomeraten, die im Silur entstanden. Während des Tertiärs kam es zu starker vulkanischer Tätigkeit.

Klima

Das tasmanische Klima ist ozeanisch. Die Winter fallen dadurch relativ milde aus. Andererseits ist die Insel eine der wenigen Landmassen im Bereich der so genannten "Donnernden Vierziger" (Roaring Forties). Daher ist das Klima meist windig bis stürmisch, regnerisch und unbeständig. Alle Jahreszeiten lassen sich, besonders auf den Hochebenen, an einem Tag durchleben. Obwohl Tasmanien auf dem selben Breitengrad liegt wie Istanbul, Rom und Barcelona auf der Nordhalbkugel, ist das Klima kühler als auf dem Festland. Barcelona Bezüglich seiner geographischen Breite fände Tasmanien seine Entsprechung auf der Nordhalbkugel in einem Gebiet, das zwischen Südfrankreich (Nizza) und Zentralspanien (Madrid) anzusiedeln wäre. Häufig wird Tasmaniens warm-gemäßigtes Klima in der Literatur mit dem Klima Südfrankreichs in Verbindung gebracht. Dennoch gibt es einige bedeutende Unterschiede zum europäischen Klima der Nordhalbkugel. Als Insel steht Tasmanien unter maritimem Einfluss, daher ist das Kleinklima regional stärker ausdifferenziert. Die um sechs Monate verschobenen Jahreszeiten sind weit weniger ausgeprägt. Die Winter sind mit Durchschnittstemperaturen von 0,5 °C - 10,5 °C mild und die Sommer mit 9 °C - 19 °C eher kühl. Dennoch kann es fast überall auf der Insel im Winter zu Nachtfrösten kommen und zu jeder Jahreszeit in den Höhenlagen Schnee fallen. Selbst im Sommer können die Bergkuppen oberhalb 1.200 Meter, im Winter oberhalb 600 Meter schneebedeckt sein. In solchen Hochlagen kann die Temperatur auf Extremwerte bis -10 °C und im Januar bis -1 °C absinken. Das relativ milde Klima wird jedoch geprägt durch abrupte Wetterwechsel, den häufig starken Wind und die hohe Luftfeuchtigkeit. Auch die Niederschlagsverteilung Tasmaniens ist weniger von jahreszeitlichen Schwankungen als durch die vorherrschende Windrichtung geprägt. Im Gegensatz zum australischen Festland, wo der Südostpassat seinen Einfluss geltend macht, ist die Insel ganzjährig zum Teil heftigen Westwinden ausgesetzt. Diese Donnernden Vierziger herrschen auf diesem Breitengrad auf der gesamten südlichen Erdhalbkugel und treffen hier ungebremst von Landmassen (die nächste ist Patagonien) auf Tasmanien. So ist der Westteil der Insel sowohl feuchter als auch kühler und hat darüber hinaus weniger Sonnenstunden pro Jahr als der Osten. Diese Temperaturunterschiede werden verstärkt durch den Einfluss einer warmen Meeresströmung im Osten und einer kalten, von der Antarktis kommenden, im Westen Tasmaniens. Der feuchte Wind sorgt im Westen für jährliche Niederschläge von über 1.500 mm mit Spitzenwerten bis zu 3.800 mm. Im Osten sind Werte um 1.500 mm jährlich die Ausnahme, zum Teil werden hier nur Werte um 400 mm erreicht. Vereinfacht dargestellt kann man sagen, dass die jährlichen Niederschläge Tasmaniens in West - Ostrichtung kontinuierlich abnehmen. Verglichen mit dem aridesten Kontinent der Erde - Australien - sind selbst diese Werte im Osten der Insel noch hoch.

Pflanzen- und Tierwelt

Die Flora und Fauna Tasmaniens ähnelt der Australiens. Die Vegetation wird im Nordwesten von Regenwäldern bestimmt. Im Südwesten und Norden finden sich aber auch Buttongras- und Moorlandschaften. Auf den weitläufigen Hochebenen begegnen uns alpine Moose und Blumen. Durch die isolierte Lage vom Festland sind etwa 20 Prozent von den gut 1500 vorkommenden höheren Pflanzenarten endemisch. Es gibt allerdings auch einen erheblichen Anteil an landwirtschaftlichen Nutzflächen. Der Granny-Smith-Apfel wurde in Tasmanien gezüchtet. Beuteltiere sind die dominanten Landlebewesen, von denen der Beutelwolf (oder Beuteltiger, Tasmanischer Tiger, Tylacine) ein bekanntes ausgestorbenes Beispiel ist. Der Wombat (ein Beutelbär), ist ebenso vertreten wie zahlreiche Känguru-Arten. Da viele der nach Australien eingeschleppten europäischen Tierarten (hauptsächliche der Fuchs) und auch der selbst eingewanderte Dingo es aber nie bis nach Tasmanien geschafft haben, sind hier viele Tierarten erhalten geblieben, die auf dem Festland ausgestorben sind: Beuteldachse oder kleine Wallaby-Arten. Ein ebenfalls sehr bekanntes Beispiel einer für Tasmanien endemischen Tierart ist der Tasmanische Teufel. Die tasmanische Pflanzen- und Tierwelt ist eng mit der geologischen Vergangenheit Australiens verknüpft. Erdgeschichtlich betrachtet nimmt der australische Kontinent, bedingt durch seine frühzeitige und lang andauernde Isolierung, eine Sonderstellung ein, die sich nachhaltig auf seine Biozönose ausgewirkt hat. Diese Abtrennung ist verantwortlich für die Vielzahl der endemischen Arten, die häufig ein hohes stammesgeschichtliches Alter aufweisen. In Tasmanien wird dieser Aspekt durch die lange Isolierung vom australischen Festland noch potenziert. Die Zeitspanne dieser Isolierung war zwar für eine grundlegend eigenständige evolutionäre Anpassung zu kurz, jedoch kamen außeraustralische Einflüsse hier noch seltener zum Tragen. Die Flora und Fauna Tasmaniens geht in ihren Grundzügen auf den Superkontinent Gondwana zurück. Gondwana erreichte zu Beginn des Perm seine größte Ausdehnung und begann im Jura in die gegenwärtigen Kontinente der Südhalbkugel zu zerbrechen. Gerade die Reihenfolge dieser Teilung hat die Stellung der Biosphäre Australiens im ökologischen Weltgefüge maßgeblich geprägt. Nacheinander wurde die australische Landmasse vom späteren Afrika, Indien, Neuseeland, aber erst im Eozän von Antarktika getrennt. Darin liegt der Umstand begründet, dass die australische Biosphäre am ehesten Ähnlichkeit mit Teilen der neuseeländischen und südamerikanischen aufweist. Denn während des Eozäns waren Südamerika und Australien noch durch die Landmasse Antarktika verbunden. Diese Theorie wird sowohl durch Untersuchungen an der rezenten Pflanzen- und Tierwelt als auch durch fossile Befunde gestützt. Seit der Trennung von Antarktika war Australien mehr als 50 Millionen Jahren von den anderen Kontinenten isoliert. Selbstverständlich hat sich auch die australische Biosphäre seither den ökologischen Bedingungen und Veränderungen im Laufe der Jahrmillionen angepasst und dennoch ähnelt sie noch deutlich der ehemaligen Flora und Fauna Gondwanas. Wie auf dem Australischen Festland sind auch hier verschiedene Arten von Kletter-, Ring- und Gleitbeutlern zu finden. Diese sind wie Koalas oder Kängurus Beuteltiere und gehören seit eh und je zur Ur-Fauna Australiens. Sie wurden aber unter anderem von Siedlern nach Neuseeland geschleppt und sind dort für die Ausrottung mehrerer endemischer Vogelarten verantwortlich.

Flora

Aufgrund der unterschiedlichen klimatischen und geographischen Verhältnisse differiert auch in Bezug auf die Flora die Westhälfte der Insel stark vom Osten. Im Westteil finden sich vorwiegend Regenwälder und Vegetationsformen, die in Teilen jener von Südamerika und Neuseeland ähneln. Im Osten Tasmaniens herrschen trockene und lichte Wälder australischer Prägung vor. Letztere sind gekennzeichnet durch hunderte verschiedener Akazien- und Eukalyptusarten, die wie in Teilen Australiens die gesamte Restfauna dominieren. Wie die gesamte australische Flora weisen auch sie eine Vielzahl unterschiedlicher evolutionärer Anpassungen auf. Der Wald australischer Prägung lichtet in den Höhenlagen zunehmend aus. Oberhalb 900 Meter im Norden und 600 Meter im Süden gehen die Wälder häufig in ausgedehnte Moorlandschaften über. Im kühl temperierten feuchten Regenwald Westtasmaniens bestimmt die Südbuche (Nothofagus), - eine der vielen endemischen Pflanzen - die bis zu 40 Meter Höhe erreichen kann, das Bild. Wie annähernd alle Baumarten Tasmaniens ist auch sie immergrün. Der ausgeprägte Stockwerkbau dieses Waldes und sein dichtes Unterholz machen ihn häufig undurchdringlich. In den ausgedehnten Dünenlandschaften der Sandstrände herrschen hitze- und trockenheitsresistente Büsche, Sträucher und Gräser vor. Bereits vor der Ankunft der Europäer waren weite Landstriche Tasmaniens durch die Einwirkung der einheimischen Inselbevölkerung geprägt. Auf diese Weise entstanden beispielsweise die feuchten Riedlandschaften mit ihrem Schilf-, Gras- und Heckenbewuchs, die den Regenwald durchsetzen und der zum Teil parkähnliche Charakter mancher Eukalyptus- und Akazienwälder.

Fauna

Die Tierwelt Tasmaniens ist in noch stärkerem Ausmaß mit der australischen verwandt. Letztere ist, ebenso wie die Vegetation, geprägt von Endemismen. Die vorherrschenden Beuteltiere gehen ebenfalls auf Gondwana zurück. So hat sich beispielsweise die Beutelratte seit 65 Millionen Jahren kaum verändert. Auch der australische flugunfähige Straußenvogel, der Große Emu, stammt aus dieser Epoche. Die Hauptvertreter der Tierwelt Australiens, die Beuteltiere, haben, mit Ausnahme des Ökosystems Wasser, alle ökologischen Nischen besetzt. Aquatische Beuteltiere wurden bis auf eine südamerikanische Spezies weltweit aus diesem Lebensraum verdrängt. So unterscheidet sich die Meeresfauna Tasmaniens nur unwesentlich von der anderer Regionen dieses Breitengrades. Auf dem Land blieben die Beuteltiere (Marsupiala) jedoch von außeraustralischen Einflüssen weitestgehend verschont. Selbst die extrem artenreiche Vogelfauna - obwohl weniger an Grenzen gebunden - setzt sich aus Gattungen zusammen, die zu 90 Prozent endemisch sind. Betrachtet man nur die Vogelarten, sind dies sogar 95 Prozent. Die Auswahl an höheren Säugetieren (Plazentatieren) beschränkte sich in voreuropäischer Zeit in Australien auf Nage- und Flattertiere (Fledermäuse und fliegende Hunde). Sie kamen vermutlich während des Miozäns aus dem Norden. Die Fauna Tasmaniens ist noch um einiges artenärmer als die australische. So kommen dort nur etwa ein Fünftel der Beuteltier-, ein Zehntel der Nager- und ein Siebtel der Fledermausarten Australiens vor. Flughunde und Gleitbeutler sind ebenfalls nicht bis nach Tasmanien vorgedrungen. Diese Artenarmut darf jedoch nicht über die hohe Populationsdichte der Landtiere in Tasmanien hinwegtäuschen, die durch die vielseitige Küsten- und Meeresfauna noch ergänzt wird. Die Beutelraubtiere, der tasmanische Teufel und der tasmanische Beutelwolf konnten - vermutlich bedingt durch das Fehlen des Dingos in Tasmanien - bis heute überleben. Der tasmanische Beutelwolf (Thylacinus cynocephalus) wird häufig auf Grund seines dunkelbraun-gelblich gestreiften Felles tasmanischer Tiger genannt. Sein lateinischer Name bedeutet ‘Beutelhund mit Wolfskopf’, was seinem Aussehen schon ziemlich nahe kommt. Mit einer Rückenlänge von zirka 1,20 Metern hatte er in etwa die gleiche Größe wie unser europäischer Wolf und war in der Lage, auch größere Beutetiere zu reißen. Er jagte meist im Dunkeln oder zumindest in der Dämmerung und galt als langsam und etwas unbeholfen. Wahrscheinlich wurden ihm die ausgewilderten Hunde der frühen Kolonialzeit zum Verhängnis. Aber auch die Schafhirten stellten ihm nach, so dass er schon in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts sehr selten war. Im ausgehenden 19. Jahrhundert war er bereits eine außerordentlich begehrte Jagdtrophäe. Wann genau er ausgestorben ist, ist unsicher und in regelmäßigen Abständen tauchen immer wieder Augenzeugen auf, die einzelne Exemplare gesehen haben wollen. Obwohl gegenwärtig Tasmaniens Wildhüter mit der Suche nach Spuren betraut sind, blieben diese Gerüchte bislang unbestätigt.

Tasmanischer Teufel

Beutelwolf Der Tasmanische Teufel hingegen ist auch heute noch recht zahlreich vertreten. Er hat ein schwarzes Fell und ist nur etwa fünfundzwanzig Zentimeter hoch. Sein im Vergleich zum Körper viel zu großer Kopf weist gewaltige Kiefer mit beachtlichen Zähnen auf. Seinen Namen trägt er, weil er ebenso bissig wie gefräßig ist. In voreuropäischer Zeit jagte er kleinere Beuteltiere und Jungtiere oder begnügte sich mit dem, was der Beutelwolf übrig ließ. Heute fängt er unter anderem Hühner und kleine Haustiere oder sucht seine Nahrung im Müll. In Victoria wurde eine Grabbeigabe in Form einer Halskette bestehend aus Sarcophilus-Zähnen gefunden, die auf 3.000 Jahre datiert ist (Wopfner 1997 : 179). Ein Grab in Neusüdwales enthielt 178 gelochte Zähne mit einem Alter von 7.000 Jahren (Blainley 1976 : 64; vgl. Flood 1995 : 61f).

Schnabeltier und Ameisenigel

Victoria Victoria Das Schnabeltier (Platypus) und der Ameisenigel (Echidna) aus der Unterklasse der Prototheria, deren phylogenetische Stellung noch bis heute unklar ist, zählen zu den skurrilsten Vertretern der australischen beziehungsweise tasmanischen Fauna. Beide, wenngleich Säugetiere, zählen aufgrund fehlender spezifischer Geschlechtsorgane genau wie etwa die Vögel oder Reptilien zu den Kloakentieren. Das bis zu sechzig Zentimeter lange Schnabeltier (Ornithorhynchus anatinus) lebt in an Süßwasser angrenzenden Höhlen. Mit Schwimmhäuten ausgestattet, jagt es unter Wasser Weichtiere, Insekten und Krebse. Obwohl Säugetier, legt das Weibchen pro Saison zwei bis drei Eier. Die frisch geschlüpften Jungen sind kaum zwei Zentimeter groß und lecken bei der Mutter die Milch mangels Zitzen direkt vom Fell, die aus darunter liegenden Hautdrüsen abgesondert wird. Der etwa fünfzig Zentimeter lange, stachelbewehrte Ameisenigel ist in Neuguinea und Australien sowie auf Tasmanien beheimatet. Dieses ebenfalls Eier legende Säugetier ernährt sich von Ameisen. Die geschlüpften Jungen wachsen hier jedoch im Brutbeutel heran und werden auch dort gesäugt.

Känguru und Wombat

Das wichtigste Jagdwild der voreuropäischen Bevölkerung waren das Känguru, der Wombat und der Fuchskusu. Von den im Vergleich zu Australien wenigen Känguruarten war das graubraune Waldkänguru (Macropus major) die beliebteste Jagdbeute. Es wird bis zu eineinhalb Meter groß und trat in großen Herden auf. Bei den kleineren Känguruarten war vor allem das ‘Wallaby’ als Beute von Bedeutung. Der Wombat (Vombatidae), der auf Tasmanien mit mehreren Arten vertreten ist, lebt in unterirdischen Höhlensystemen und wurde als ergiebiger Fleischlieferant genutzt. Das schwere, aufgrund seiner kurzen Beine plump wirkende Beuteltier, erreicht eine Länge von 1,20 Metern und ein Gewicht von 30 Kilogramm. Die Jagd nach dem Fuchskusu (Trichosurus vulpecula) war weit verbreitet aber sehr beschwerlich, da er sich meist in hohen Baumwipfeln aufhält. In Statur und Größe ähnelt dieser geschickte Kletterer am ehesten einem Marder.

Weitere Tiere

Neben dem Emu wurde ein weiterer flugunfähiger Laufvogel gejagt. Der Tribonyx mostierii entspricht in seiner Gestalt unserem Rebhuhn. Ansonsten war die äußerst vielfältige Vogelfauna des tasmanischen Inlandes als Beute nicht von Bedeutung. Von den Reptilien, die in Australien neben den Beuteltieren die erfolgreichste Tiergruppe stellen, wurden in Tasmanien nur die größeren Arten verzehrt. Nur drei der 140 australischen Schlangenarten sind auf der Insel heimisch. Alle drei gehören zur Gruppe der Elapiden und sind ausnahmslos giftig. Die Aborigines begegneten ihnen mit großem Respekt (Robinson 1966 : 852). Die australischen Spinnen, Skorpione, Termiten und Schnecken sind ebenso wie die Süßwassermollusken und Süßwasserfische endemisch und haben ihre nächsten Verwandten in Südamerika. In Tasmanien spielen Schnecken und Egel eine größere Rolle als auf dem trockenen Kontinent. Von entscheidender Bedeutung war in Tasmanien die Küsten- und Meeresfauna. Wie bereits angedeutet, unterscheidet sie sich nicht wesentlich von der Fauna anderer Erdteile. In dem fischreichen Meer gab es auch eine Vielzahl Meeressäuger: Delfine, Wale, See-Elefanten, Robben und Seehunde. Die große Anzahl von Muscheln, Krebsen, Krabben und Hummer waren ein begehrtes Nahrungsmittel. An den Küsten nisteten Seevögel in großer Zahl, die jedoch teilweise als Zugvögel nur saisonal anzutreffen waren: Kormorane, Enten, Gänse, Schwarze Schwäne, verschiedene Wasserhuhnarten, Albatrosse, Reiher, Tölpel und der ‘mutton bird’ (Puffinus tenuirostris), ein Sturmvogel, der eine zentrale Rolle in der Nahrungsversorgung der Küstenbevölkerung spielte. In diesem Zusammenhang noch von Interesse ist die am Ende der Eiszeit vor ca. 25.000 bis 15.000 Jahren (Flood 1995 : 192; vgl. Scarre 1990 : 68) ausgestorbene Megafauna (Abb. 5). Diese beinhaltete auch größere Formen der rezenten Tierarten. Andere Gattungen sind mit ihrem Aussterben für immer verschwunden; so etwa das Diprotodon, das die Größe eines Nashorns erreichte. Die damaligen Formen des Tasmanischen Teufels und des Emus waren beträchtlich größer. Manche Känguruarten erreichten eine Höhe von drei Metern und auch Wombats von der Größe eines Esels sind belegt. Die Gründe des Aussterbens sind noch nicht eindeutig geklärt; dennoch deutet einiges darauf hin, dass die voreuropäische Bevölkerung daran nicht unbeteiligt war (Flood 1995 : 136f, 281; Lourandos 1997 : 98-111; Wilpert 1987 : 21). Entgegen anders lautender Behauptungen haben auch die Aborigines in ihrem Lebensraum Spuren hinterlassen. Ein Phänomen, das - lange verleugnet - auch bei Wildbeuterpopulationen anderer Erdteile zunehmend Bestätigung findet. Geringe Naturbeherrschung darf in diesem Zusammenhang nicht gleichgesetzt werden mit nicht vorhandener nachhaltiger Beeinflussung. Natürlich war ihnen bewusst, dass der Raubbau an der Natur sie ihrer Lebensgrundlage entzieht. Diese Zusammenhänge hatten sie täglich vor Augen. Deshalb waren sie bemüht, ihre Ressourcen nicht über die Maßen zu strapazieren, was ihnen jedoch nicht immer gelang. Ein anderes Beispiel hierfür könnte die Ausrottung einer See-Elefantenart (Mirounga leonina) auf Tasmanien sein, für die Rhys Jones die prähistorische Bevölkerung verantwortlich macht (Jones 1966/67; vgl. Mulvaney und Golson 1987 : 90).

Bevölkerung

Die indigene Bevölkerung Tasmaniens, die Tasmanier, verfügten nicht über die Technik der Ozean-Schifffahrt und entwickelten sich daher selbstständig von den Aborigines auf dem Festland. Man schätzt, dass nie mehr als 5.000 bis 20.000 Ureinwohner hier lebten. Die Tasmanier wurden bis 1865 von Europäern völlig ausgerottet. 2001 lebten auf Tasmanien laut amtlicher Statistik 472.931 Einwohner. Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 6,9 Einwohnern pro km².

Geschichte

1642 entdeckte der niederländische Seefahrer Abel Tasman die Insel für die Europäer. Er segelte im Auftrag des Generalgouverneurs von Niederländisch-Ostindien Anton van Diemen, weshalb er die Insel auch Van-Diemens-Land nannte. 1798 umrundete Kapitän Matthew Flinders das Eiland und belegte damit Tasmaniens Inselcharakter, während Tasman noch von einer Halbinsel ausgegangen war. Kurz nach Gründung der Kolonie New South Wales auf dem australischen Festland 1788 landet 1792 eine französische Expedition auf Tasmanien, um das Land zu erkunden. Daraufhin entscheiden sich die Briten, auch hier möglichst schnell eine Kolonie einzurichten. 1803 errichten sie Risdon Cove am Derwent River, ein Jahr später Hobart Town, ebenfalls am Derwent, und George Town am Tamar River. Tasmanien war anfangs vor allem Strafkolonie. Es wurden die schwereren Fälle nach Tasmanien gebracht, da die Insel durch ihre geringere Größe leichter zu überwachen war als die Kolonien des Festlands. 1825 wird das damalige Van-Diemen's-Land zu einer eigenständigen Kolonie erklärt. Der berühmte britische Seefahrer und Nordpolarforscher Sir John Franklin war 1836-1843 Gouverneur der Insel. 1853 erhielt die Insel ihren heutigen Namen zu Ehren des Entdeckers. 1856 erlangte Tasmanien eine eigene Verfassung und Regierung. Seit 1901 gehört die Insel zum Australischen Bund. 1917 stiftete der englische König Georg V. das Staatswappen mit zwei Beutelwölfen als Schildhalter. siehe auch: Geschichte Tasmaniens

Universitäten


- University of Tasmania (UTAS), Hobart [http://www.utas.edu.au/]
- Australian Maritime College (AMC), Launceston [http://www.amc.edu.au/]

Literatur


- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/15/seite/0528/meyers_b15_s0528.html#Tasmania Tasmanien], in: Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl. 1888, Bd. 15, S. 0528

Weblinks


- http://www.tas.gov.au/tasmaniaonline/ - die Seite der tasmanischen Landesregierung mit vielen Links zu Seiten aus und über Tasmanien
- http://www.eneabba.net/Tasmania/index.htm Webseite mit vielen Fotos
- http://www.discovertasmania.org - Reiseplaner und viele Inselinformationen Kategorie:Australischer Bundesstaat bzw. Bundesterritorium Kategorie:Insel (Australien) ja:タスマニア州 ko:태즈메이니아 simple:Tasmania th:เกาะแทสเมเนีย

Äquator

Der Äquator (lat. "Gleichmacher") ist derjenige Großkreis einer Kugel oder eines Planeten, der von beiden Polen gleich weit entfernt ist. Es ist der einzige Breitenkreis, der gleichzeitig ein Großkreis ist, also die kürzeste Verbindung zwischen allen seiner Punkte darstellt. Ihm ist die geografische Breite 0° zugeordnet. Der Äquator der Erde, Durchmesser 12756 km, durchquert Afrika, die Malediven und den Indischen Ozean, Indonesien, das zentralpazifische Mikronesien sowie Südamerika. Er trennt dabei die Nord- von der Südhalbkugel. Der Mittelpunkt des Äquatorkreises fällt mit dem der Kugel zusammen. Wegen der leichten periodischen Bewegungen der Erdachse kann der momentane Äquator an einem Ort bis zu ca. 10 Meter vom mittleren Äquator entfernt sein. Die Länge des Äquators beträgt 40076,6 km. Der Äquator durchquert elf Staaten auf Landgebiet:
- Ecuador (hat seinen Namen auch vom Äquator)
- Kolumbien
- Brasilien
- São Tomé und Príncipe
- Gabun
- Republik Kongo
- Demokratische Republik Kongo
- Uganda
- Kenia
- Somalia
- Indonesien Daneben durchquert er noch einige Inselgruppen jeweils zwischen den Inseln, läuft aber nicht über deren Landfläche. Dazu gehören die Malediven und mehrere Inselgruppen des Pazifiks. Vier Hauptstädte liegen fast genau auf dem Äquator:
- Quito (20 km südlich des Äquators)
- Libreville (40 km nördlich des Äquators)
- São Tomé (35 km nördlich des Äquators)
- Kampala (35 km nördlich des Äquators) Im Koordinatensystem der Erde (analog auch auf Mond- oder Himmels-Globen) zählt die geografische Breite vom Äquator nach Norden positiv, nach Süden negativ. Im englischen Sprachraum wird stattdessen auch N oder S angefügt - z.B. 52°N für Berlin, 52°S für die Falklandinseln. Deutschland ist vom Äquator 47,4 - 54,9° (etwa 5300 bis 6100 km) entfernt. Entlang des Erdäquators und der Meridiane entspricht eine Bogenminute etwa einer Seemeile, abgekürzt sm (engl. nautical mile, NM). Ihr Wert von 1852 Meter ergibt sich aus dem mittleren Erdradius (6370 km). Auch die ursprüngliche Definition des Meter war an der Länge des Erdäquators bzw. der Meridiane (sollte 40.000.000 Meter entsprechen) ausgerichtet. Neben dem hier beschriebenen geographischen Äquator gibt es auch den durch die Magnetpole bestimmten magnetischen Äquator. Aquator ja:赤道 ms:Garisan Khatulistiwa th:เส้นศูนย์สูตร zh-min-nan:Chhiah-tō

Längengrad

Die Geografische Länge, λ, international mit long. (longitude = engl., frz. etc. „Länge“) abgekürzt, beschreibt eine der beiden Koordinaten eines Ortes auf der Erdoberfläche, und zwar seine Position östlich oder westlich einer definierten (künstlich festgelegten) Nord-Süd-Linie, des Nullmeridians. Sie wurde früher als Längengrad bezeichnet. Für die Begriffsbildung wird die Gestalt der Erde zu einer Kugel vereinfacht. Die geografische Länge ist ein Winkel, der ausgehend vom Nullmeridian (0°) bis 180° in östlicher und 180° in westlicher Richtung gemessen wird. Der Scheitel dieses Winkels ist der Mittelpunkt der gedachten Erdkugel, die Schenkel gehen vom Mittelpunkt aus durch den Nullmeridian bzw. den Meridian, auf dem der Ort liegt, dessen geografische Länge angegeben werden soll.

Beispiele


- Koordinaten von München: ca. 48° 9' Nord (Breitengrad), 11° 35' Ost (Längengrad)
- San Francisco: ca. 37° Nord, 122° West Orte mit derselben Länge liegen auf einem Meridian. Ein Meridian verläuft von Pol zu Pol und ist die Hälfte eines Längenkreises. Auf der Erdkugel ist ein Längenkreis (bestehend aus zwei einander gegenüberliegeneden Meridianen) ein Großkreis. Zur Bestimmung eines Punktes auf der Erdoberfläche - zur Angabe seiner geografischen Lage - wird zusätzlich die Angabe seiner geografischen Breite (früher: seines „Breitengrades“) als zweite Koordinate benötigt.

Orts- und Zeitfestlegung

Nullmeridian

Da es für die Meridiane (oder Längenkreise) keine natürliche Nullmarke gibt, wie der Äquator sie für die Breitenmessung darstellt, muss ein Nullmeridian definiert werden. Erst 1884 wurde dafür weltweit einheitlich derjenige Meridian festgelegt, auf dem sich die Mittelachse eines bestimmten Teleskops des Observatorium von Greenwich (London) befindet (siehe Historisches). Die geografische Länge wird als Winkelabstand in Grad, (Bogen-) Minuten und Sekunden vom Nullmeridian nach Ost (E) oder West (W) angegeben. :Anmerkung: Die Abkürzung E für Ost wird beispielsweise von der für Nautik und Flugnavigation maßgeblichen DIN-Norm empfohlen, um Fehler durch Verwechslung von O mit 0 von vornherein auszuschließen. Der größte mögliche Zahlenwert ist also 180 Grad, wobei 180°E = 180°W. Annähernd entlang dieses Längengrades, allerdings mit erheblichen Abweichungen, verläuft im Pazifik die von den betroffenen Ländern festgelegte Datumsgrenze.

Schreibweisen der Zahlenwerte

Der Abstand zwischen zwei Längenkreisen ist am Äquator am größten. Dort entspricht ein Grad Abweichung einer Entfernung von ca. 111 km (40000 km/360 entspricht ca. 60 Seemeilen). An den Polen hingegen fallen alle Längengrade in einem Punkt zusammen. Die Beschränkung der Längenangabe auf ganzzahlig viele Grad wäre also für Positionsangaben fast überall (ausgenommen in unmittelbarer Polnähe) zu ungenau (eben deshalb ist ja der Begriff Längengrad veraltet). Genauere Angaben der geografischen Länge können folgendermaßen gestaltet werden:
- in der Winkeleinheit Grad in Dezimalschreibweise (z. B. 66,34°)
- in Minuten und Sekunden (im gleichen Beispiel 66° 20' 24"). 66° 20' 24" ist eine Kurzschreibweise für folgende Summe dreier Winkel 66° + 20' + 24". Diese Pluszeichen werden weggelassen. Die Summanden werden dabei so gewählt, dass die Zahlenwerte vor Minute und Sekunde kleiner als 60 sind.- Eine Sekunde geografischer Länge entspricht am Äquator einer Strecke von rund 31 Metern, in Mitteleuropa (auf 50° N geografischer Breite) etwa 20 Metern.
- In der Nautik wird bei der Angabe geografischer Koordinaten heutzutage die Winkeleinheit Sekunde vermieden, so dass aus obigem Beispiel wird: 66° 20' 24" = 66° 20,4'. Noch genauere Positionsangaben, wie sie z. B. in der Satellitennavigation erzielt werden, schlagen sich in weiteren Nachkommastellen nieder.
- Wegen der Erdrotation, 360° in 24 Stunden, kann die geografische Länge auch als Zeit ausgedrückt werden. Der Ortsstundenwinkel wird in der Astronavigation genutzt.

Zeit

Aufgrund der Erdrotation ist die Ortszeit auf verschiedenen Längengraden unterschiedlich. Der Zeitunterschied zum Nullmeridian beträgt eine Stunde pro 15° Längenunterschied. Daraus ergeben sich Zeitzonen.

Historisches

Der griechische Astronom und Mathematiker Hipparchos (ca. 190120 v. Chr.) teilte die Erde in ost-westlicher Richtung erstmals in 360 Grad. Das Bezugssystem der Längengrade war lange Zeit uneinheitlich. Je nach Nation bezogen sich Koordinatennetze auf Nullmeridiane in London, Paris, St.Petersburg, Ferro (Hierro, auf den Kanaren, 17° 40'W). Erst auf der Internationalen Meridiankonferenz, Washington 1884, wurde Greenwich bei London weltweit festgelegt, unter anderem, weil britische Seekarten bereits längst weltweit genutzt wurden.

Längenproblem

Während die geografische Breite durch Messung von Vertikalwinkeln der Sonne oder des Polarsterns relativ einfach bestimmbar ist, gestaltete sich die Bestimmung der aktuellen geografischen Länge mit ähnlicher Genauigkeit über lange Zeit extrem schwierig. Das für die Seenavigation bedeutsame Längenproblem wurde erst Ende des 18. Jahrhunderts gelöst, dazu sind wegen der Wetterunabhängigkeit auch auf See sehr genau gehende Uhren notwendig, auch ohne Strom.

Literatur


- Dava Sobel: Längengrad. Taschenbuch ISBN 3-442-72318-3 (Illustrierte Ausgabe ISBN 3827003644)

siehe auch


- Geographische Breite
- Geographische Koordinaten

Weblinks


- [http://www.arte-tv.com/de/wissen-entdeckung/abenteuer__arte/Diese_20Woche/Mission_20X/Entscheidung_20L_C3_A4ngengrad/737562.html Sender arte, Mission X - Entscheidung Längengrad]
- [http://www.ucolick.org/~sla/leapsecs/scans-meridian.html Konferenz-Protokoll von Washington 1884]
- [http://www.fallingrain.com/world/ Geographische Koordinaten für Orte auf der ganzen Welt] Kategorie:Geodäsie ja:経度

Größenordnung (Fläche)

Dies ist eine Zusammenstellung von Flächen verschiedener Größenordnungen zu Vergleichszwecken. Die von der Grundeinheit Meter abgeleitete Einheit der Fläche im SI-Einheitensystem ist 1 Quadratmeter (1 m²). Weitere im folgenden verwendete Einheiten:
- 1 cm² (Quadratzentimeter) = 0,0001 m² : (10.000 cm² = 1 m²)
- 1 ha (Hektar) = 10.000 m²
- 1 km² (Quadratkilometer) = 1.000.000 m² = 100 ha Siehe Flächenmaß, Vorsilben für Maßeinheiten, Wissenschaftliche Notation

Kleinere Flächen als 1 mm²


- 0,50 nm² - Hülle eines Kohlenstoffatoms
- 1 nm² - Sichtbarkeitsgrenze Elektronenmikroskop 1 μm² (Quadratmikrometer) entspricht = 1.000.000 nm² (Quadratnanometer)
- 0,05 μm² - Oberfläche eines Grippevirus
- 0,20 μm² - Sichtbarkeitsgrenze Lichtmikroskop
- 500 μm² - Oberfläche einer Bakterie 1 mm² (Quadratmillimeter) entspricht = 1.000.000 μm² (Quadratmikrometer)
- 0,01 mm² - kleinstes mit bloßem Auge sichtbare Partikel
- 0,15 mm² - Oberfläche einer menschlichen Eizelle
- (weitere Beispiele gesucht)

1 mm² bis 100 mm² (1 cm²)


- 1 mm² - Kästchen auf Millimeterpapier
- 25 mm² - Kästchen auf normalkariertem Papier (5-mm-Raster)
- 33 mm² - Pupille eines Menschen
- 49 mm² - Kästchen auf großkariertem Papier (7-mm-Raster)
- (weitere Beispiele gesucht)

1 cm² bis 10 cm²


- 2,07 cm² - 1-Eurocent-Münze
- 3,89 cm² - 20-Eurocent-Münze
- 4,25 cm² - 1-Euro-Münze
- 5,21 cm² - 2-Euro-Münze
- 6,4516 cm² = 1 square inch (Quadratzoll)
- (weitere Beispiele gesucht)

10 cm² bis 100 cm²


- 11,40 cm² - Mittelloch einer Single (Musik) (Schallplatte/7")
- 46,75 cm² - normale Visitenkarte
- 50,27 cm² - Oberfläche eines Tischtennisballs
- 53,70 cm² - Spielkarte (Skatspiel, Normalformat)
- 54,60 cm² - iPod mini
- 74,40 cm² - 5-Euro-Banknote (120 × 62 mm)
- 77,70 cm² - Personalausweis (D)
- 85,09 cm² - 10-Euro-Banknote (127 × 67 mm)
- 95,76 cm² - 20-Euro-Banknote (133 × 72 mm)

100 cm² bis 1000 cm²


- 107,80 cm² - 50-Euro-Banknote (140 × 77 mm)
- 113 cm² - Größe einer Compact Disc
- 120,54 cm² - 100-Euro-Banknote (147 × 82 mm)
- 125,46 cm² - 200-Euro-Banknote (153 × 82 mm)
- 126,68 cm² - Oberfläche eines Tennisballs
- 131,20 cm² - 500-Euro-Banknote (160 × 82 mm)
- 248,29 cm² - Single (7")
- 312,5 cm² - Blatt Papier (Format A5)
- 625 cm² - Blatt Papier (Format A4)
- 729 cm² - Langspielplatte
- 895 cm² - Bildfläche eines 17-Zoll-Computermonitors (errechneter Wert bei einer Bildschirmdiagonale von 17 Zoll [entspr. 43,18 cm] und einem Seitenverhältnis von 4:3)
- 929,0304 cm² = 1 square foot (Quadratfuß)

1000 cm² bis 10.000 cm² (1 m²)


- 1090 cm² - Oberfläche eines Handballs
- 1250 cm² - Bogen Papier (Format A3)
- 1560 cm² - Oberfläche eines Fußballs
- 2500 cm² - Bogen Papier (Format A2)
- 2827 cm² - Oberfläche eines Globus Ø 30 cm
- 4070 cm² - "Mona Lisa" von Leonardo da Vinci
- 5000 cm² - Bogen Papier (Format A1)
- 6270 cm² - abgerollte Tesafilmrolle (19 mm × 33 m)
- 8361,2736 cm² = 1 square yard

1 m² bis 10 m²


- 1 m² - DIN-A-0-Blatt, 841 mm × 1189 mm, das Seitenverhältnis beträgt \frac
- 1,5 bis 2 m² - Hautoberfläche des Menschen
- 2,23 m² - Eishockeytor
- 3,5 m² - Papier einer Klopapierrolle (10cm × 14cm × 250 Blatt)
- 4,16 m² - Tischtennistisch
- 6 m² - Handballtor
- 9 m² - typischer Gartenpavillon (3 × 3 m)

10 m² bis 100 m²


- 17,86 m² - Fußballtor
- 37,16 m² - Boxring
- 62,43 m² - Squashbox
- 81,74 m² - Badminton-Spielfeld
- 25-80 m² - typischer Wohnraum einer Stadtwohnung
- (Beispiele gesucht)

100 m² (1 a) bis 1000 m²


- 100,34 m² - Fläche des Torraums (Fußball)
- 123 m² - Flügelfläche des Airbus A-320
- 162 m² - Volleyball-Spielfeld
- 260,87 m² - Tennis-Spielfeld (Doppel)
- 362 m² - Flügelfläche des Airbus A-340-200/300
- 420 m² - Basketball-Spielfeld
- 525 m² - Flügelfläche des Jumbo-Jet (Boeing 747-400)
- 622,21 m² - Fläche des Strafraums (Fußball)
- 800 m² - Hallenhandball-Spielfeld
- 845 m² - Flügelfläche des Airbus A-380

1000 m² bis 10.000 m² (1 ha)


- 1722 m² - Bauernkriegspanorama von Werner Tübke, größtes Ölgemälde der Welt
- 1800 m² - Eishockey-Spielfeld
- 4000 m² - Grundfläche der Alten Oper in Frankfurt/Main
- 4046,8564224 m² = 1 acre
- 5027 m² - Feldhockey-Spielfeld
- 7350 m² - Fußballplatz, Normalmaß (variiert zwischen 4050 und 10.800 m²)

10.000 m² (1 ha) bis 100.000 m² (10 ha)


- 1,90 ha - Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Berlin)
- 2,00 ha - Innenhof des Pentagon
- 2,68 ha - Passagierdecks der RMS Queen Mary II
- 5,29 ha - Grundfläche der Cheops-Pyramide
- (Beispiele gesucht)

100.000 m² (10 ha) bis 1 km² (100 ha)


- 11,7 ha - Grundfläche des Pentagon
- 28 ha - flächenmäßig kleinste Gemeinde der Schweiz, Ponte Tresa TI
- 44 ha - Vatikanstadt
- 45 ha - Insel Mainau, Bodensee
- 68 ha - die Insel Lindau (Bodensee), die Altstadt auf der Insel
- 90 ha - Helgoland, Hauptinsel

1 km² bis 10 km²


- 1,30 km² - Titisee, Schwarzwald
- 1,95 km² - Monaco
- 2,02 km² - Bürgerpark, Bremen
- 2,40 km² - Wiener Zentralfriedhof
- 2,50 km² - Hyde Park, London
- 2,589988110336 km² = 1 square mile (Quadratmeile)
- 2,70 km² - Wannsee, Berlin
- 3,40 km² - Central Park, New York City
- 5,21 km² - Königssee, Bayern
- 7,50 km² - Müggelsee, Berlin
- 8,90 km² - Tegernsee, Bayern

10 km² bis 100 km²


- 16,4 km² - Walchensee, Bayern
- 19,7 km² - Langeoog, Insel (Nordsee)
- 26,3 km² - Norderney, Insel (Nordsee)
- 29,1 km² - Steinhuder Meer, Niedersachsen
- 33,0 km² - Federsee, Baden-Württemberg
- 38,7 km² - Plauer See, Mecklenburg
- 45,9 km² - Attersee, Österreich
- 47,0 km² - Manhattan, New York City
- 57,2 km² - Starnberger See, Bayern
- 60,6 km² - San Marino
- 80,0 km² - Chiemsee, Bayern
- 88,7 km² - Zürichsee, Schweiz
- 99,0 km² - Sylt, Insel (Nordsee)

100 km² bis 1000 km²


- 160 km² - Liechtenstein
- 185 km² - Fehmarn, Insel (Ostsee)
- 205 km² - Hannover
- 246 km² - Malta, Insel Malta (ohne Nebeninseln)
- 310 km² - München
- 370 km² - Gardasee, Italien
- 445 km² - Usedom, Insel (Ostsee)
- 414 km² - Wien
- 468 km² - Andorra
- 570 km² - Isle of Man
- 571 km² - Bodensee, Deutschland/Österreich/Schweiz
- 581 km² - Genfersee, Schweiz/Frankreich
- 668 km² - Menorca
- 755 km² - Hamburg
- 795 km² - Madeira
- 892 km² - Berlin
- 926 km² - Rügen, Insel (Ostsee) Siehe auch: Liste der flächengrößten Städte Deutschlands

1000 km² bis 10.000 km²


- 1085 km² - Inarisee, Finnland
- 1399 km² - Färöer
- 1579 km² - London, England
- 1860 km² - Mauritius
- 2569 km² - Saarland
- 2586 km² - Luxemburg
- 2766 km² - Manitoulin, die weltweit größte Insel in einem Süßwassersee
- 3140 km² - Gotland (Insel), Schweden
- 3640 km² - Mallorca
- 4400 km² - Großer Salzsee, USA
- 4925 km² - Grand Canyon National Park
- 5650 km² - Vänern (See), Schweden
- 7105 km² - Graubünden (Kanton), Schweiz
- 8261 km² - Kreta
- 8682 km² - Korsika
- 8983 km² - Yellowstone-Nationalpark
- 9251 km² - Zypern
- 9536 km² - Kärnten

10.000 km² bis 100.000 km²


- 10.458 km² - Hawaii (Insel)
- 10.991 km² - Jamaika
- 15.761 km² - Schleswig-Holstein
- 16.251 km² - Thüringen
- 17.363 km² - Swasiland
- 17.530 km² - Regierungsbezirk Oberbayern
- 18.413 km² - Sachsen
- 20.273 km² - Slowenien
- 49.030 km² - Slowakei
- 20.445 km² - Sachsen-Anhalt
- 23.170 km² - Mecklenburg-Vorpommern
- 25.709 km² - Sizilien
- 29.475 km² - Brandenburg
- 32.900 km² - Tanganjikasee, Zentralafrika
- 35.742 km² - Baden-Württemberg
- 38.000 km² - Asowsches Meer
- 41.284 km² - Schweiz
- 45.253 km² - Einzugsgebiet der Weser
- 51.100 km² - Costa Rica
- 57.994 km² - Michigansee, USA
- 65.610 km² - Ceylon (Insel)
- 68.330 km² - Tasmanien (Insel)
- 70.552 km² - Bayern
- 76.480 km² - Hispaniola (Insel)
- 83.871 km² - Österreich
- 90.000 km² - Weißes Meer
- 93.039 km² - Ungarn

100.000 km² bis 1.000.000 km²


- 102.819 km² - Island
- 114.489 km² - Neuseeland, Nordinsel
- 151.971 km² - Neuseeland, Südinsel
- 230.000 km² - Great Barrier Reef
- 236.800 km² - Laos
- 301.301 km² - Italien
- 312.685 km² - Polen
- 322.000 km² - Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste)
- 357.022 km² - Deutschland
- 373.000 km² - Japan
- 385.000 km² - Ostsee
- 386.400 km² - Kaspisches Meer
- 410.000 km² - Kalifornien
- 424.000 km² - Schwarzes Meer
- 437.072 km² - Irak
- 440.000 km² - Rotes Meer
- 449.964 km² - Schweden
- 505.992 km² - Spanien
- 551.500 km² - Frankreich (ohne Überseedépartements)
- 587.041 km² - Madagaskar
- 652.225 km² - Afghanistan
- 676.552 km² - Myanmar (Birma)
- 695.776 km² - Texas
- 779.452 km² - Türkei
- 800.000 km² - Neuguinea
- 923.768 km² - Nigeria

1.000.000 km² bis 10.000.000 km²


- 1.001.450 km² - Ägypten
- 1.284.000 km² - Tschad
- 1.380.000 km² - Einzugsgebiet der Wolga
- 1.566.500 km² - Mongolei
- 1.648.195 km² - Iran
- 1.717.854 km² - Alaska
- 2.130.800 km² - Grönland
- 2.218.000 km² - Saudi-Arabien
- 2.500.000 km² - Europäisches Mittelmeer
- 2.766.890 km² - Argentinien
- 3.166.414 km² - Indien
- 3.248.000 km² - Einzugsgebiet des Mississippi-Missouri
- 3.975.000 km² - Europäische Union
- 7.050.000 km² - Einzugsgebiet des Amazonas
- 7.682.300 km² - Australien
- 8.547.404 km² - Brasilien
- 9.538.167 km² - USA mit Puerto Rico
- 9.572.900 km² - China
- 9.970.610 km² - Kanada

Größere Flächen als 10.000.000 km² (1 · 1013m²)

1 · 1013 m² bis 1 · 1014


- 10,53 Millionen km² - Europa
- 12,36 Millionen km² - Arktischer Ozean
- 14,20 Millionen km² - Antarktika (Kontinent)
- 17,08 Millionen km² - Russland
- 17,84 Millionen km² - Südamerika
- 17,95 Millionen km² - Oberfläche des Pluto
- 23,02 Millionen km² - Oberfläche des Triton, größter Neptunmond
- 24,23 Millionen km² - Nordamerika
- 30,24 Millionen km² - Afrika
- 37,96 Millionen km² - Oberfläche des Mondes
- 44,60 Millionen km² - Asien
- 73,43 Millionen km² - Indischer Ozean (ohne Nebenmeere)
- 74,76 Millionen km² - Oberfläche des Merkur
- 82,40 Millionen km² - Atlantischer Ozean (ohne Nebenmeere)
- 83,32 Millionen km² - Oberfläche des Titan, größter Saturnmond
- 87,18 Millionen km² - Oberfläche des Ganymed, größter Jupitermond

1 · 1014 m² bis 1 · 1015


- 144,6 Millionen km² - Oberfläche des Mars
- 149,0 Millionen km² - Landfläche der Erde
- 165,0 Millionen km² - Pazifischer Ozean (ohne Nebenmeere)
- 361,1 Millionen km² - Wasserfläche der Erde
- 460,2 Millionen km² - Oberfläche der Venus
- 510,1 Millionen km² - Oberfläche der Erde

1 · 1015 m² bis 1 · 1016


- 7,620 Milliarden km² - Oberfläche des Neptun
- 8,083 Milliarden km² - Oberfläche des Uranus

1 · 1016 m² bis 1 · 1017


- 42,61 Milliarden km² - Oberfläche des Saturn
- 61,42 Milliarden km² - Oberfläche des Jupiter

1 · 1017 m² bis 1 · 1018


- 463,2 Milliarden km² - Fläche der Umlaufbahn des Mondes um die Erde

Über 1 · 1018


- 6,087 Billionen km² (6,09 · 1018 m²) - Oberfläche der Sonne
- 70,31 Billiarden km² (7,03 · 1022 m²) - Fläche der Umlaufbahn der Erde um die Sonne
- 108,2 Trillionen km² (1,09 · 1026 m²) - Fläche der Umlaufbahn des Pluto um die Sonne
- 42993201346803365 Quadrilliarden km² (4,30 · 1050 m²)- Fläche unserer Galaxie

Weblinks


- [http://micro.magnet.fsu.edu/primer/java/scienceopticsu/powersof10/ Interaktive Veranschaulichung von Ansichten der Welt in verschiedenen Distanzen] (englisch) Kategorie:Physik Kategorie:Geometrie

Grönland

---Sidenote START---
thumb thumb Grönland (auf Grönländisch Kalaallit Nunaat- "Land der Menschen", dänisch Grønland - "Grünland") ist die größte Insel der Erde. Geographisch wird sie zum arktischen Nordamerika gezählt, politisch ist sie autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark. Seit 1979 besteht das Autonomie-Statut (hjemmestyreloven), seit 1985 ist Grönland nicht mehr Mitglied der Europäischen Gemeinschaft. Größere Orte sind die Hauptstadt Nuuk (Godthåb), Aasiaat (Egedesminde), Uummannaq, Qasigiannguit (Christianshåb), Ilulissat (Jakobshavn), Sisimiut (Holsteinsborg), Maniitsoq (Sukkertoppen), Tasiilaq (Ammassalik), Narsaq, Upernavik, Nanortalik, Paamiut (Frederikshåb), Qaqortoq (Julianehåb). Ebenfalls den Stadtstatus haben Ivittuut, Kangaatsiaq, Qaanaaq (Thule), Ittoqqortoormiit (Scoresbysund). Die internationalen Flughäfen sind Kangerlussuaq (Søndre Strømfjord, bei Sisimiut, Anbindungen an Dänemark), Narsarsuaq (bei Narsaq, Anbindungen an Island und Dänemark), Kulusuk (bei Tasiilaq, Anbindung an Island), und Constaple Point bei Ittoqqortoormiit (Scoresbysund, Anbindungen an Island). Siehe auch: Städte in Grönland.

Bevölkerung

Etwa 20 Prozent der Bevölkerung sind außerhalb des Landes geboren. 87% gelten als Grönländer (Nachfahren der Kalallit). Aufgrund der andauernden Rückwanderung europäischer Bewohner bleibt die Bevölkerungszahl fast konstant. 98 Prozent der Bevölkerung sind protestantisch. Die Inuit Grönlands werden in drei Gruppen unterteilt. Den Hauptteil stellen die Westgrönländer dar, die an der Westküste zwischen Upernavik und Nanortalik leben. Die Ostgrönländer, die in den Kommunen Tasiilaq und Ittoqqortoormiit leben, trafen erst vor etwa 100 Jahren auf Europäer. Die Nachfahren der letzten Einwanderungswelle von Inuit aus Kanada stellen die Polarinuit (Inughuit) dar, die in Avanersuaq leben. Vor allem in den größeren Orten Grönlands lebt auch eine dänische Minderheit. Diese Minderheit ist zu 90% in Nuuk zu finden. Auch ein noch kleinerer Teil Deutsche lebt in Nuuk.

Regierung

Grönland ist demokratisch verfasst. Das Parlament (Landsting) wird alle vier Jahre gewählt und wählt seinerseits den Premierminister und die Regierung (Hjemmestyre). Grönland ist durch zwei direkt gewählte Abgeordnete im dänischen Parlament vertreten. Die grönländische Regierung und das Landsting verwalten die grönländischen Angelegenheiten. Dies geht bis in den Bereich der Gesetze und Rechtsprechung. Dänische Gesetze können vom Landsting übernommen werden. Die Landesverteidigung obliegt Dänemark, die Außenpolitik ist weitgehend von Dänemark übernommen, es gibt spezielle Aspekte grönländischer Außenpolitik, beispielsweise die Beziehungen zu anderen Inuit-Regionen oder die Nichtmitgliedschaft in der EU. Im Jahre 2006 soll ein Referendum den künftigen Status der Insel bestimmen. Gegenwärtig wird durch die Erschließung von Rohstoffen versucht, sich wirtschaftlich weiter von Dänemark zu lösen.

Geschichte


- Um 3000 v. Chr. wanderten die Vorfahren der ersten Inuit über die Beringstraße aus Asien nach Alaska.
- Um 2500 v. Chr. gab es die ersten Einwanderungswellen von Indianern nach Grönland (Sarqaq-Kultur). Bereits aus dieser Zeit sind Jagdplätze zum Beispiel in der Disko-Bucht und bei Qaja in der Nähe des Jakobshavn-Isfjords nachgewiesen.
- 500 v. Chr. bis 1000 indianische Dorset-Kultur.
- Um 875 entdeckte der Wikinger Gunnbjørn die Insel und nannte sie Gunnbjørnland.
- 982 musste Erik der Rote aus Island fliehen und landete schließlich im Südwesten von Grönland. Er gab der Insel ihren Namen. Mit seinen Gefolgsleuten besiedelte er ab 986 die Gegend um Brattahlid.
- 986 erreichten nur 14 von 25 isländischen Auswandererschiffen mit 700 Menschen an Bord Grönland.
- Aus der Zeit um 1000 sind im Süden Wohn- und Kirchenruinen nordländischer Siedler erhalten.
- 1000 kehrte Leif Eriksson, der Sohn Eriks des Roten, von Norwegen, wo er Christ wurde, mit einem Missionar nach Grönland zurück. Die grönländischen Wikinger wurden Christen und errichteten die erste Kirche.
- Um 1000 entdeckte Leif Eriksson von Grönland kommend Nordamerika (Vinland). Die Handelsbeziehungen mit Vinland dauerten bis ins 14. Jahrhundert.
- Ab etwa 1000 wanderten Inuit aus Alaska und Nordkanada ein (Thule-Kultur).
- 1076 gab Adam von Bremen in seiner Chronik des Erzbistums Hamburg den ersten schriftlichen Nachweis über die Besiedlung und Christianisierung Grönlands, das bei ihm Gronland heißt.
- Um 1124-1126 wurde Grönland eine eigene Diözese, der Bischofssitz war in Gardar, dem heutigen Igaliku.
- 1350 berichtete der isländische Kirchenmann Ivar Bardarsson, dass die westliche Siedlung aufgegeben sei. Inuit erschienen in der Nähe des Normannengebietes und rotteten die Versterbygd-Grönländer aus.
- Von 1408 stammt die letzte schriftliche Aufzeichnung der Nordmänner, die von einer Hochzeit in der Kirche von Hvalsey berichtete. Die Kontakte mit Norwegen und Island rissen ab. Aufgrund des Verlustes der Vesterbygd, der Verbindung zu Vinland, kommt es zu vermehrtem Holzmangel.
- Um 1550 erlosch die letzte nordische Siedlung in Grönland. Ob sich die Nordmänner mit den Inuit vermischt haben oder ausgestorben sind, ist bislang ungeklärt.
- 1721 kam es durch die Landung des Missionars Hans Egede zu einer europäischen Neubesiedlung der Insel.
- Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Grönland immer wieder von niederländischen, dänischen, deutschen und anderen Walfängern besucht. Die Grönlandfahrt trug wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung Flensburgs bei, das damals zweitgrößter Hafen Dänemarks war.
- 1814 wurde im Frieden von Kiel die dänisch-norwegische Personalunion aufgelöst, Grönland fiel an Dänemark.
- Im ersten Weltkrieg 1914 - 1918 blieb Dänemark (und damit auch Grönland) neutral.
- 1933 gab Norwegen nach einem Schiedsspruch des Permanenten Internationalen Gerichtshofes in Den Haag zugunsten Dänemarks seine Ansprüche auf Grönland endgültig auf. Seit dem Zweiten Weltkrieg wird Grönland insbesondere von den USA militärisch genutzt. Dabei spielt die geographische Lage Grönlands eine große Rolle. Im Zweiten Weltkrieg wurde es vor allem als Basis für atlantiküberwachende Flugzeuge auf der Suche nach deutschen U-Booten und als Basis und Auftankstation für eigene Seemissionen benutzt. Dies wurde möglich, nachdem das Deutsche Reich Dänemark kampflos besetzte, da Grönland politisch zu Dänemark gehört. Es gab darüber hinaus auch deutsche Versuche, die Insel zur Errichtung von Wetterstationen zu nutzen, die allesamt scheiterten. Ab 1945 bauten die USA an größeren Luftstützpunkten in Grönland wie der Thule Air Base, denn im Kalten Krieg spielte die Nähe zur UdSSR quer über den Nordpol eine wichtige Rolle. Zwar ist diese Nähe weder für Schiffe noch für Bodeneinheiten nutzbar, aber durchaus der Luftraum für Flugzeuge und Raketen. Ein Vertrag über die gemeinsame Verteidigung der Insel zwischen den USA und Dänemark wurde 1951 geschlossen, 1953 wurde Grönland integraler Bestandteil von Dänemark. 1979 erlangte Grönland eine Selbstverwaltung und die innere Autonomie mit eigenem Parlament und eigener Regierung. 1982 gab es eine Volksabstimmung über den Austritt aus der Europäischen Gemeinschaft, der 1985 Grönland vollzogen wurde, in erster Linie wegen der Überfischung grönländischer Gewässer durch damals westdeutsche Fangflotten. Grönland genießt allerdings weiterhin den Status eines überseeischen EU-Territoriums mit den Vorteilen einer Zollunion. Nach dem Ende des Kalten Krieges verblasste die militärische Bedeutung Grönlands, allerdings gibt es Bemühungen seitens der USA, auf Grönland Bodenstationen für den geplanten US-Atomraketenabfangschild errichten zu dürfen.

Geografie

Grönland reicht von 59°50' nördlicher Breite (Kap Farvel) bis 83°37' nördlicher Breite (Kap Morris Jesup), ist 2.650 km lang und bis 1.000 km breit. Grönlands Nordküste ist mit 710 km Abstand das dem Nordpol am nächsten gelegene Festland. Im Norden der Insel liegt der vereiste Arktische Ozean. Im Osten grenzt sie an die Grönlandsee und an die Irminger See sowie im Westen an die Davisstraße und die Baffinbai, alles Randmeere des Atlantiks. Im Nordwesten geht Grönland in die sehr zerklüftete und äußerst weitläufige Inselwelt der Königin-Elizabeth-Inseln über. Grönland hat überaus große Eisvorkommen. Das bis zu 3000 m mächtige, durchschnittlich 1500 m starke) Inlandeis bewegt sich an den Küsten zum Meer und lässt oft Eisberge von mehreren Kilometern Länge entstehen. Lediglich etwa 341.700 km² der Fläche Grönlands sind eisfrei. In Grönland befinden sich mit 4.000 m die zweitgrößten Eishöhen der Welt, nur die Antarktis weist noch größere auf. Würde das gesamte Inlandeis Grönlands schmelzen, so würde der Wasserstand weltweit um 6 m steigen. Das Inlandeis ist weniger eine Folge des heutigen Klimas, vielmehr ist es ein Überbleibsel der letzten Eiszeit vor circa 10.000 Jahren. Eiszeit Grönland ist ein im Süden leicht gewelltes Hochland, das an der Küste durch zahlreiche Fjorde, Buchten und Meeresstraßen gegliedert ist. Im Zentrum und im Norden besteht der Untergrund aus einem riesigen, zum Teil unter dem Meeresspiegel liegenden, Becken. Grönland umsäumen an seinem Hochlandsrand sehr hohe Berge und Gebirge, die im Gunnbjörn am Ostrand der Insel bis zu 3.700 m hoch aufragen. Höchste Erhebung ist der 3.753 m hohe Gunnbjørn Fjeld, der alternativ auch als Hvitserk bezeichnet wird. In Grönland herrscht polares und subpolares Klima, das an der Westküste durch den Golfstrom gemildert wird. Die Temperatur auf dem Inlandeis hat ein absolutes Temperaturminimum von -70 °C; im Sommer kommt sie bis an 0 °C heran. Die Küstenstreifen, an der Westküste bis 150 km breit, und alle vorgelagerten Inseln sind eisfrei und haben Tundravegetation, die nach Norden hin stark abnimmt. Die Städte und Siedlungen liegen durchweg im eisfreien Künstenstreifen, aus klimatischen Gründen überwiegend an der Westküste. Im küstenfernen Inlandeis wurden zeitweilig Forschungsstationen wie Eismitte und North Ice unterhalten.

Tierwelt

Der bekannteste Vertreter der grönländischen Tierwelt ist der Eisbär (Ursus maritimus, grönlandisch: Nanoq). Dieser hat seinen eigentlichen Lebensraum in erster Linie im äußersten Norden und im nordostgrönländischen Nationalpark, dem größten Nationalpark der Welt. Mit dem Treibeis, welches mit dem Ostgrönlandstrom um Kap Farvel bis nach Südgrönland kommt, gelangen Eisbären auf der Jagd nach Robben bis in den äußersten Süden (Nanortalik), und mit anderen Treibeisströmungen nach Upernavik in Nordwestgrönland. Der zweitgrößte Landsäuger Grönlands ist der Moschusochse (Ovibos moschatus), der ursprünglich nur in Nordostgrönland vorkam, wo er in oft großen Herden anzutreffen ist. Der Moschusochse wurde jedoch auch an der Westküste ausgesetzt, etwa in Kangerlussuaq, Ivittuut und bei Upernavik, wo er sich zu stabilen Beständen vermehrt hat. Rentiere (Rangifer tarandus) kommen, teilweise in großen Herden, vor allem an der Westküste vor. Kleinsäuger wie Hermelin (Mustela erminea) und Lemming (Lemmus lemmus) leben nur in Nordostgrönland. Auch der Polarwolf (Canis lupus) kommt nur dort und im äußersten Norden vor. Weit verbreitet sind Polarhase (Lepus arcticus) und Polarfuchs (Alopex lagopus). Auch die Welt der Meeressäuger ist mit Minkwalen, Buckelwalen, Belugas, Schwertwalen, Narwalen, Grönlandwalen, Walrössern, Grönlandrobben, Sattelrobben, Bartrobben und Ringelrobben besonders artenreich. Die Inuit zählen auch den Eisbär zu den Meeressäugern, weil dieser die meiste Zeit seines Lebens auf dem Meer bzw. Pack- und Treibeis verbringt. Die Vogelwelt ist ebenfalls reichhaltig. Am weitesten verbreitet sind Kolkrabe, Gryllteiste, Dreizehenmöwe, Schneeammer, Eiderente, Eistaucher, Odinshühnchen und Alpenschneehuhn. Viele Seevögel nisten an den Vogelfelsen, die besonders groß in Upernavik, Qaanaaq und Ittoqqortoormiit sind. Wichtiger Brutvogel ist die Dickschnabellumme (Uria lomvia), deren größte Kolonien im Upernavik-Distrikt liegen. Es gibt weitere Kolonien in den Distrikten Qaanaaq, Ilulissat (Ritenbenk/Appat), Maniitsoq, Nuuk, Ivittuut, Ittoqqortoormiit und im Archipel Ydre Kitsitsut, welches zu Qaqortoq gerechnet wird. Trottellummen (Uria aalge) sind vergleichsweise selten und kommen an einigen Vogelfelsen in Südwestgrönland vor. Der hocharktische Krabbentaucher (Alle alle) kommt in riesigen Kolonien bei Qaanaaq und Ittoqqortoormiit vor. Es gibt kleinere Kolonien bei Upernavik (Horse Head) und in der Diskobucht (Grönne Ejland). Der Papageitaucher (Fratercula arctica) hat für nordatlantische Verhältnisse eher kleinere Kolonien in Grönland, etwa bei Aasiaat, Upernavik, Nuuk, auf Ydre Kitsitsut (Qaqortoq) und vor Nanortalik sowie bei Ittoqqortoormiit und Qaanaaq. Gryllteisten (Cepphus grylle) sind in ganz Grönland verbreitet und leben nicht nur an den Vogelfelsen. Weitere Bewohner der Vogelfelsen sind Dreizehenmöwen und Kormorane. Küstenseeschwalben haben ihre größten Kolonien in der Diskobucht (Grönne Ejland). Thorshühnchen und Prachteiderenten kommen von der Diskobucht an nördlich vor. Seeadler sind vor allem in Südwestgrönland verbreitet, Falken und Skuas haben einen größeren Lebensraum. Die Schneeeule lebt hauptsächlich in Nord- und Nordostgrönland. Auch viele Gänsearten (etwa Nonnengans, Schneegans, Meerente, Blässgans, u.a.) leben in Grönland. Die hocharktische Rosenmöwe kommt nur im äußersten Norden vor.

Kajak

Das Wort „Kajak“ kommt aus dem Grönländischen. Dieses Boot wurde hier schon sehr früh als Mittel für die Jagd im Sommer benutzt. Im Gegensatz zum Umiaq, dem Frauen-Boot, war das Kajak sehr schmal und genau dem