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Australische WüstenDie Australische Wüsten sind nach der Sahara mit einer Größe von 1.560.000 km² das größte Wüstengebiet der Welt. Die Große Sandwüste hat in etwa die Fläche Deutschlands. Der Durchmesser der australischen Wüsten beträgt ungefähr 1500 km. Sie sind größtenteils unbewohnt. Die australischen Wüsten gliedern sich in mehrere ineinander übergehende Teilwüsten:
Große Sandwüste
- Große Victoria-Wüste in Süd-Australien und West-Australien
- Große Sandwüste in West-Australien
- Gibsonwüste in West-Australien
- Simpsonwüste in Zentral-Australien
- Sturt in Südost-Australien
- Tanamiwüste in Nord-Australien
Zudem gibt es in Australien weitere Wüsten, die nicht mit den hier beschriebenen australischen Wüsten zusammenhängen. Auf der Känguru-Insel vor der Küste von Süd-Australien befindet sich die Kleine Sahara, eine Formation riesiger Sanddünen an dessen Südküste. In Victoria, gut 375 km westlich von Melbourne gibt es noch die Kleine Wüste.
Weblinks
- [http://astu.secna.ru/russian/students/personal/31esa/Desert.htm Übersicht über die australischen Wüsten] (englisch)
Sahara
am 22. Februar 2004]]
Die Sahara ist mit 9 Millionen km² die größte Trockenwüste der Erde. Sie erstreckt sich von der Atlantikküste bis zur Küste des Roten Meeres und bildet ein Trapez von 4.500–5.500 km westöstlicher und 1.500–2.000 km nordsüdlicher Ausdehnung.
Die Sahara ist größtenteils eine Steinwüste (Hamada) oder Felswüste (Serir), oder auch Geröllwüste; die klischeehafte Sandwüste (Erg) macht nur einen ziemlich geringen Teil aus.
Etymologie
Die Bezeichnung Sahara kommt von der arabischen Übersetzung Sahhra صحراء des Tuareg-Wortes Tenere, das Wüste oder Sand bedeutet. Nach einer weiteren Theorie leitet sich der Begriff von sahraa bzw. es-ssah-ra ab, wobei der Prefix es ein Artikel ist und wurde denn auf Deutsch die bedeuten. Bei Ländereien kann man das Wort auch mit "öde, leer, nichts" oder "unfruchtbar" übersetzen.
Die alten Römer nannten das Land südlich von Karthago Terra Deserta für "unbewohntes/verlassenes Land". Im Mittelalter nannte man die Sahara schlicht "Große Wüste". Erst im 19. Jahrhundert hat sich die Bezeichnung "Sahara" durchgesetzt.
Die Araber nennen die Sahara Bahr bela ma für "Meer ohne Wasser" (vgl. Sahel für "Ufer").
Lage
In Ägypten wird sie durch die Flussoase des Nils unterbrochen. Im Norden befindet sich der Maghreb (Marokko, Algerien, Tunesien) und Libyen, im Süden liegt der Sahel.
Im Westen der Sahara gibt es einen Staat gleichen Namens (gelegentlich auch West-Sahara genannt), dessen offizielle Bezeichnung Demokratisch-arabische Republik Sahara ist. Dieser Staat ist de facto von Marokko besetzt und wurde bislang lediglich von wenigen, meist afrikanischen, Staaten anerkannt.
Geographie
Das Klima ist äußerst trocken und heiß. Meistens weht während des ganzen Jahres der Passat, der wenig Niederschlag bringt. Der einzige Dauerfluss ist der Nil. Die extremen Temperaturschwankungen von tagsüber bis zu 63 °C – nachts bis zu 30 °C geringer – tragen u.a
zur Wüstenbildung bei. Im Winter sind nachts bis zu -10 °C zu messen. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge in der Sahara beträgt ca. 45,5 mm. Manche Jahre regnet es jedoch gar nicht. Die Sahara weist einige Gebirgsketten auf, wie etwa das Hoggargebirge und das Tibestigebirge. Höchste Erhebung ist der Emi Koussi im Tibesti mit 3415 m ü.NN
Geologie
In der Pluvialzeit war die Sahara wasserreicher und begrünt, wie zahlreiche Felsmalereien und die von den Gebirgen ausstragenden, oft über 1.000 km langen Trockenflussbetten (Wadis) beweisen. Neueste Forschungen der Universität von Illinois in Chicago aus dem Jahr 2004 haben ergeben, dass das Grundwasser unter Ägypten und Libyen bis zu einer Million Jahre alt ist. Es fließt langsam in einem unterirdischen System von Nubien aus mit einer Geschwindigkeit von nur ein bis zwei Metern pro Jahr nordwärts.
Geschichte
Die Sahara, einst wasserreicher und grüner als heute, erfasste die neolithische Revolution beinahe zur selben Zeit wie die Hochkulturen an Nil, Euphrat und Tigris. Etwa im 6. Jahrtausend v. Chr. begannen die Bewohner der Region mit dem Ackerbau. Eine Städtekultur wie in den genannten Gebieten der Hochkulturen bildeten sie aber nie aus.
Im 20. Jahrhundert v. Chr. beginnt die Pferdezeit, so benannt, weil ab dieser Zeit Pferde in den Motiven der Höhlenmalerei vorherrschen. Ebenso wie in Ägypten, Anatolien und der Ägäis wurde im 16. Jahrhundert die "Wunderwaffe" der Bronzezeit, der Streitwagen, eingeführt. Pharao Ramses III. listet 92 Streitwagen sowie 184 Pferde als Beute seines Libyen-Feldzuges auf.
Anfang des 1. Jahrtausend v. Chr. beginnt die Austrocknung der Sahara und somit der langsame Niedergang von Ackerbau und Viehzucht. Durch die assyrische Eroberung Ägyptens im 7. Jahrhundert v. Chr. kommt das Kamel nach Afrika und löst das Pferd als wichtigstes Lastentier ab. Spätestens seit der Ptolemäerzeit wird es im größeren Maße eingesetzt.
Bevölkerung
Die geringe einheimische Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Arabern, Berbern und Mauren. Daneben gibt es kleine Gruppen wie die Tubu (auch Tibbu) und Tuareg. Neben der Viehhaltung war bis ins 19. Jahrhundert der Transsaharahandel eine wesentliche Lebensgrundlage für diese Bevölkerungsgruppen die auch als Yallas bekannt sind.
Literatur
- Barich, Barbara E.: People, water, and grain. The beginnings of domestication in the Sahara and the Nile valley, Rom 1998. ISBN 88-8265-017-0 (engl.)
- Rohlfs, Gerhard: Quer durch Afrika. Die Erstdurchquerung der Sahara vom Mittelmeer zum Golf von Guinea 1865-1867, Stuttgart 1984. ISBN 3-522-60580-2
- Mori, Fabrizio: The great civilisations of the ancient Sahara, Rom 1998. ISBN 88-7062-971-6 (engl.)
- Schiffers, Heinrich: Die Sahara. Entwicklungen in einem Wüstenkontinent, Kiel 1980. ISBN 3-554-60106-3
siehe auch
Sahara (Film)
Kategorie:Geographie (Afrika)
Kategorie:Wüste in Afrika
ja:サハラ砂漠
ko:사하라 사막
simple:Sahara Desert
th:ทะเลทรายซาฮารา
Quadratkilometer
Quadratmeter ist eine SI-Einheit der Fläche. Sie dient zur Messung von Flächen. Ein Quadratmeter ist ein Flächenmaß und entspricht der Fläche eines Quadrats von 1 Meter Breite mal 1 Meter Länge.
Das Einheitenzeichen für Quadratmeter ist m2. Die oft verwendeten Abkürzungen „qm“ oder „m^2“ sind entsprechend dem SI-Einheitensystem nicht zulässig. Diese Bezeichnung stammt aus der Frühzeit der Schreibmaschine bzw. des Computers, als die hochgestelle '2' noch nicht darstellbar war.
Umgangssprachlich wird der Quadratmeter auch „Meter im Quadrat“ oder „Geviertmeter“ (veraltet) genannt.
Beispiel:
Ein Garten, der 30 m lang und 10 m breit ist, hat eine Fläche von .
Umrechnungen
- 1 m2 = 1.000.000 mm2 (Quadratmillimeter)
- 1 m2 = 10.000 cm2 (Quadratzentimeter)
- 1 m2 = 100 dm2 (Quadratdezimeter)
- 10-28 m2 = 1 b (Barn (in der Kern- und Atomphysik))
- 100 m2 = 1 a (Ar)
- 10.000 m2 = 1 ha (Hektar)
- 1.000.000 m2 = 1 km2 (Quadratkilometer)
Barn, Ar und Hektar sind zugelassene gesetzliche Einheiten im Messwesen mit beschränktem Anwendungsbereich. Das Barn darf nur in Kern- und Atomphysik, Ar und Hektar dürfen nur bei der Angabe der Fläche von Grund- und Flurstücken benutzt werden.
Häufige Abwandlungen der Einheit Quadratmeter
Indem man zwischen Quadrat- und -meter ein entsprechendes SI-Präfix setzt, kann man auch dezimale Vielfache und Teile des Quadratmeter bilden. Der Vorsatz wird dabei gemäß dem internationalen Einheitensystem (SI) direkt vor den Namen oder das Einheitenzeichen der Basiseinheit gesetzt. Quadriert wird folglich die dadurch entstandene Einheit (z. B. Kilometer km); es gibt keinen Milliquadratmeter.
Quadratmillimeter
Ein Quadratmillimeter entspricht der Fläche eines Quadrates von 1 Millimeter mal 1 Millimeter, also 10-6 m²
Das Einheitenzeichen für Quadratmillimeter ist mm2.
Quadratzentimeter
Ein Quadratzentimeter entspricht der Fläche eines Quadrates von 1 Zentimeter mal 1 Zentimeter, also 10−4 m².
Das Einheitenzeichen für Quadratzentimeter ist cm2.
Quadratdezimeter
Ein Quadratdezimeter entspricht der Fläche eines Quadrats von 1 Dezimeter mal 1 Dezimeter.
Das Einheitenzeichen für Quadratdezimeter ist dm2. Umgerechnet entspricht 1 dm2 der Fläche von 0,01 m2 bzw. 100 cm2 bzw. 10.000 mm2.
Quadratkilometer
Ein Quadratkilometer entspricht der Fläche eines Quadrats mit einer Kantenlänge von einem Kilometer.
Das Einheitenzeichen für Quadratkilometer ist km2. Die immer noch oft verwendete Abkürzung qkm entspricht nicht dem Internationalen Einheitensystem, den in Normen festgelegten Empfehlungen des DIN und den deutschen Rechtsvorschriften über gesetzliche Einheiten im Messwesen.
Weblinks
- [http://www.ptb.de/de/wegweiser/einheiten/ Physikalisch-Technische Bundesanstalt, Hüterin der Einheiten]
- http://physics.nist.gov/cuu/Units/index.html (englisch)
Kategorie:SI-Einheit
ja:平方メートル
ko:제곱미터
zh-min-nan:Pêng-hong-kong-chhioh
Große Sandwüste (Australien)Die Große Sandwüste (engl. Great Sandy Desert) ist eine australische Wüste im Nordwesten des Kontinents. Sie nimmt eine Fläche von etwa 360.000 km² ein. Diese Region im Bundesstaat Western Australia ist nur sehr dünn besiedelt und weist keine größeren Ansiedlungen auf. Sie stellt ein Flachland dar zwischen den Gebirgszügen des Pilbara und der Kimberley-Berge. Im Südwesten schließt sich die Gibson Desert an. Nur an der Nordwestküste gibt es einige Schafzüchtestationen, der Großteil der Wüste ist gänzlich unbewohnt.
Die geologische Grundlage der Great Sandy Desert, das Canning Bassin, ähnelt in ihrem Aufbau den al-Dschawar-Feldern in Saudi-Arabien und man vermutet, dass sich hier ebenfalls größere Ölvorkommen finden lassen. Bislang ist diese Suche allerdings bis auf kleinere Funde in 40 bis 50 Metern Tiefe erfolglos geblieben.
Die jährliche Niederschlagsmenge ist besonders im Bereich der Küste und nahe der Kimberleys mit rund 300 Millimetern pro Jahr gar nicht so niedrig, allerdings fällt der Regen hier sehr unregelmäßig. So kommen mehrjährige Trockenzeiten ohne einen Tropfen Regenwasser vor, die dann in einem tropischen Zyklon mit gewaltigen Wassermengen enden. Doch auch in den anderen Bereichen der Wüste liegt die jährliche Niederschlagsmenge mit etwa 250 Millimetern (ähnlich sieht es in anderen australischen Wüsten auch aus) für eine Wüstenregion relativ hoch. Ausgeglichen wird der erhöhte Regenanteil durch eine extreme Verdunstungsrate durch die Hitze.
Nahezu der gesamte Regen wird außerdem in sehr begrenzten Zeiträumen geliefert und ist dem Monsun oder gelegentlich auftretenden Zyklonen zuzuschreiben. Diese Gewitterstürme machen im Jahr einen Anteil von 20 bis 30 Tagen aus, im Bereich der Kimberley-Berge steigt der Anteil sogar auf 30 bis 40 Tage.
Die Höchsttemperaturen des Sommers gehören zu den höchsten in Australien. So steigt das Thermometer im Norden der Wüste bis auf Durchschnittswerte von 37 bis 38 °C, im Zentralteil der Wüste sogar auf durchschnittlich 38 bis 42 °C. Während des kurzen Winters fällt die Durchschnittstemperatur auf 25 bis 30 °C.
Siehe auch: Große Sandwüste
Kategorie:Western Australia
Kategorie:Wüste in Australien
ja:グレートサンディ砂漠
Große Victoria-WüsteDie Große Victoria-Wüste (englisch Great Victoria Desert) ist eine australische Wüste im Süden und Westen des Koninents. Sie gehört zu australischen Bundesstaaten South Australia und Western Australia. Die Große Victoria-Wüste ist über 424,400 km² groß und erstreckt sich über 700 Kilometer. In der Wüste finden sich zahllose Sandhügel, aber auch Grasland und Salzseen.
Die Große Victoria-Wüste wurde nach Queen Victoria benannt. Sie erhielt ihren Namen durch den britischen Entdecker Ernest Giles, der im Jahre 1875 die Wüste durchquerte.
Weblinks
- [http://astu.secna.ru/russian/students/personal/31esa/Desert.htm Übersicht über die australischen Wüsten] (englisch)
Kategorie:Wüste in Australien
ja:グレートビクトリア砂漠
GibsonwüsteDie Gibsonwüste (englisch Gibson Desert) ist eine australischen Wüste im Bundesstaat Western Australia. Ihre Größe beträgt 310.800 km².
Die Gibsonwüste erhielt ihren Namen vom britischen Entdecker Ernest Giles. Dieser hatte im Jahre 1873 erstmals die Wüste durchquert. Hierbei war einer seiner Begleiter, Alfred Gibson, verstorben. In Gedenken an ihn trägt sie seit dem Gibsons Namen.
Weblinks
- [http://astu.secna.ru/russian/students/personal/31esa/Desert.htm Übersicht über die australischen Wüsten] (englisch)
Kategorie:Wüste in Australien
ja:ギブソン砂漠
SturtDie Sturt, auch Sturts Steinige Wüste (englisch Sturt's Stony Desert), ist eine australischen Wüste, die sich über die drei Bundesstaaten South Australia, New South Wales und Queensland erstreckt. Ihre Größe beträgt 130.000 km².
Die Sturt erhielt ihren Namen vom britischen Entdecker John McDouall Stuart. Dieser hatte im Jahre 1861 erstmals die Wüste durchquert. Er benannte die Wüste nach dem britischen Entdecker Charles Sturt, an dessen Expeditionen er früher teilgenommen hatte.
Weblinks
- [http://astu.secna.ru/russian/students/personal/31esa/Desert.htm Übersicht über die australischen Wüsten] (englisch)
Kategorie:Wüste in Australien
Australien
Australien (engl. und lat.: Australia = Land im Süden gelegen) ist flächenmäßig der sechstgrößte Staat der Erde und nimmt die Hauptlandmasse des Kontinents Australien ein. Australien wird auch als Down Under oder schlicht Oz (Abk. von Australia) bezeichnet .
Australien liegt auf der Südhalbkugel nordwestlich von Neuseeland und südlich von Indonesien, Timor-Leste, West-Papua und Papua-Neuguinea. Es umfasst die gesamte Hauptlandmasse des Kontinents Australien sowie die vorgelagerte Insel Tasmanien und einige kleinere Inseln. Darüber hinaus gehören noch die pazifische Norfolkinsel, die Kokosinseln, die Weihnachtsinsel und die Ashmore- und Cartier-Inseln im Indischen Ozean sowie das australische Antarktisterritorium und die subantarktischen Inseln Macquarieinsel und Heard- und McDonald-Inseln als „Außengebiete“ zum Australischen Bund.
Geographie
Hauptartikel: Geographie Australiens
Die Gesamtfläche des Landes umfasst etwa 7,7 Millionen Quadratkilometer. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 3.700 km, die West-Ost-Ausdehnung ungefähr 4.000 km. Geographisch lassen sich drei Großlandschaften unterscheiden. Das Tafelland des Westaustralischen Plateaus nimmt etwa 60 Prozent des Kontinents ein. Hier liegen die großen Trockengebiete der Großen Sandwüste, der Gibsonwüste, der Großen Victoriawüste und der Nullarbor-Wüste. Kleinere Gebirge wie die MacDonnell Ranges und Inselberge wie der Uluru überragen das Plateau. Im Osten schließt sich das Sedimentbecken der Mittelaustralischen Senke an. Hier findet man mit der Simpsonwüste sowohl die trockenste Region des Landes als auch das größte Flußsystem, das Murray-Darling-Becken. Der Osten des Landes ist von der Great Dividing Range geprägt, die sich über 3.200 km von Norden nach Süden erstreckt. Auch Tasmanien kann als Teil dieser Gebirgskette angesehen werden. Mit 2.229 m befindet sich in den zur Great Dividing Range gehörenden Snowy Mountains der höchste Berg des Kontinents, der Mount Kosciuszko.
Der höchste Berg und gleichzeitig der einzige Vulkan auf australischem Hoheitsgebiet ist mit 2.745 m der auf der unbewohnten Insel Heard gelegene Big Ben.
Ein Großteil der westlichen und zentralen Landesteile sind unbewohnbar, im Outback findet sich Platz für extensive Weidewirtschaft – 130 Mio. Schafe und 25 Mio. Rinder.
Die Hauptstadt Canberra (308.700 Einwohner) ist eine eigens angelegte Stadt (Planhauptstadt) zwischen Sydney und Melbourne, da diese beiden Städte sich nicht einigen konnten, welche die Hauptstadt sein sollte.
Die größten und bekanntesten Städte sind Sydney (4,2 Mio. Ew.), Melbourne (3,6 Mio. Ew.), Brisbane (1,7 Mio. Ew.), Perth (1,4 Mio. Ew.) und Adelaide (1,1 Mio. Ew.).
Siehe auch Liste der Flüsse in Australien, Liste der Seen in Australien, Liste der Städte in Australien
Klima
Aufgrund der großen Nord-Südausdehnung des Landes finden sich hier sehr unterschiedliche Klimazonen. Der Norden ist tropisch, es schließt sich ein subtropisches Gebiet an, im Süden ist das Klima gemäßigt. Wetter und Klima werden hauptsächlich von drei Phänomenen bestimmt, dem Tropischen Tiefdruckgürtel, der Passatwindzone und den Subpolaren Westwinden.
Im Sommerhalbjahr von November bis April treten im Norden aufgrund eines Hitzetiefs starke Regenfälle auf. Zusätzlich kommt es über der Timorsee zu Wirbelstürmen. Südaustralien liegt zu dieser Zeit im subtropischen Hochdruckgürtel und bleibt weitgehend niederschlagsfrei. Im Winterhalbjahr, Mai bis Oktober, bleibt dagegen der Norden aufgrund eines Hochdruckgebiets trocken, Süden und Südwesten des Landes liegen in der Westwindzone und sind Niederschlägen ausgesetzt. Südostpassatwinde bringen den Gebirgen des Ostens ganzjährig Steigungsregen.
Das Zentrum des Landes bleibt ganzjährig weitgehend trocken, 80 Prozent der Fläche Australiens sind semiaride und aride Gebiete mit weniger als 250 mm Niederschlägen im Jahr.
Flora und Fauna
arid
siehe auch den Hauptartikel Fauna Australiens
Auf dem australischen Kontinent, der seit über 200 Millionen Jahren durch Ozeane von der übrigen Welt getrennt ist, konnte sich eine große Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren entwickeln. Zeugnis dieser isolierten Entwicklung sind z.B. die Beuteltiere (engl.: marsupials) Australiens, die ansonsten nur noch in Süd- und Nordamerika vertreten sind.
Von den rund 20.000 heimischen Pflanzenarten in Australien sind ca. 85 % ausschließlich auf diesem Kontinent zu finden. Typisch für die australische Vegetation sind die Eukalyptus- und Akazienbäume, von beiden gibt es über 600 Arten. Der schnellwüchsige und anspruchslose Eukalyptusbaum kommt in den verschiedensten Umgebungen vor, auch im heißen und trockenen Zentralaustralien. Die Größe variiert von Buschhöhe bis zu 90 m. Im Südosten von Australien gibt es ausgedehnte Waldgebiete, die dichteste Vegetation findet sich in den tropischen Regenwäldern von Nordqueensland. Starke Abholzung führt zu einer Gefährdung des Bestandes und bedroht die Artenvielfalt in den Wäldern. In Trockengebieten Westaustraliens kommt der Baobab-Baum vor, auch Flaschenbaum genannt, der in seinem Stamm Wasser speichern kann. Weite Flächen des Landesinneren sind von Grasland geprägt, die bedeutendste Pflanzengesellschaft hier ist das Spinifex-Grasland, das etwa ein Viertel der Landesfläche einnimmt.
Typische Vertreter der australischen Tierwelt sind die Beuteltiere. Bekannte Vertreter sind die Kängurus mit über 40 Arten, der Koala, der Wombat, der Tasmanische Teufel oder Beutelteufel, die Beutelmaus und die Gattung der Kletterbeutler (Possums). Einzigartig auf der ganzen Welt sind Eier legende Säugetiere (Kloakentiere), die nur in Australien und Neuguinea vorkommen, in Australien vertreten durch das Schnabeltier (engl. Platypus) und den Ameisenigel (engl. Echidna).
Vor der Besiedlung Australiens durch den Menschen waren Plazentatiere nur durch Fledermäuse, Flughunde, Robben und Nagetiere vertreten. Durch den Menschen eingeführte Säugetiere wie Dingos, Kaninchen, Kamele, Füchse usw. stellen heute allerdings eine starke Gefährdung für die australische Fauna dar, vor allem für kleinere heimische Säuger, die der Konkurrenz und dem erhöhten Raubdruck nicht gewachsen sind. Die Vogelwelt Australiens mit den zahlreichen Papageien (Wellensittiche, Lories, Kakadus) und dem australischen Eisvogel (Kookaburra) ist sehr artenreich. Reptilien sind vor allem mit Schlangen, Schildkröten, Krokodilen und Echsen vertreten.
Einen einzigartigen Lebensraum bildet auch das Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens, mit einer Länge von 2.012 km das größte Korallenriff der Erde. Auch hier besteht die Gefahr einer nachhaltigen Störung des ökologischen Gleichgewichts durch die intensive industrielle Fischerei in den umliegenden Gewässern und den Tourismus.
ökologischen Gleichgewichts Australien reagierte auf die Gefährdung von Fauna und Flora schon früh mit dem Einrichten von großflächigen Naturschutzgebieten, die auch Teile des Meeres umfassen. Der schon 1879 gegründete Royal National Park südlich von Sydney gilt als ältester Nationalpark der Welt. Rund 12 % der Landesfläche sind zu Schutzzonen erklärt worden. Elf Gebiete gehören dem Weltkulturerbe an. Dazu gehören unter anderem der Uluru-Kata Tjuta National Park mit dem Uluru (auch: Ayers Rock), das Great Barrier Reef und die Blue Mountains.
Siehe auch Nationalparks in Australien
Bevölkerung
Nationalparks in Australien
Die Zusammensetzung der australischen Bevölkerung spiegelt die Einwanderungsmuster des Landes wieder. Rund 92% der Bevölkerung sind europäischer, 7% asiatischer Abstammung. 2,4% der Bevölkerung bezeichnen sich als zumindest teilweise indigener Abstammung. Rund 15% der Weißen sind nicht britischer oder irischer Abstammung. Insbesondere Einwanderer aus Ex-Jugoslawien (ca. 800.000), Griechenland (ca. 600.000), Italien (ca. 600.000) und Polen (ca. 200.000) bilden eigene Minderheiten in Australien. Über 1,3 Millionen Australier haben mindestens einen deutschen Vorfahren. Englisch ist mit etwa 79% der Bevölkerung die am meisten gesprochene Sprache, jeweils rund 2% sprechen chinesische Dialekte oder Italienisch.
Seitdem in den 60er Jahren die 'weiße' Einwanderungspolitik Australiens allmählich aufgehoben wurde, verstärkt sich vor allem die Immigration aus den asiatischen Ländern. In den 90er Jahren wuchs die Bevölkerung durch Einwanderung um 1,4% jährlich. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung sind nicht im Land geboren. Die australische Geburtenrate beträgt 1,8 Kinder pro Frau. Die Lebenserwartung beträgt 75 Jahre für Männer, 81 Jahre für Frauen, bei Aborigines 20 Jahre weniger (WHO, 1999).
Australien ist sehr stark urbanisiert, 92% der Bevölkerung leben in Städten, vor allem in den großen Zentren an der Südostküste, auf Tasmanien und im Großraum Perth. Das Zentrum des Landes ist nahezu menschenleer.
Die Mehrheit der Australier gehört christlichen Religionsgemeinschaften an (Quelle: Volkszählung 2001). 26,6% bezeichneten sich als römisch-katholisch, 20,7% als Anglikaner, weitere 20,7% als Mitglieder anderer christlicher Kirchen. Zum Buddhismus bekennen sich 1,9% der Bevölkerung, zum Islam 1,5%, zu traditionellen australischen Aborigines-Religionen 0,3%. 15,3% bezeichnen sich als areligiös. Von 12,7% wurde die entsprechende Frage in der Volkszählung nicht beantwortet.
Indigene Bevölkerung
Die indigene Bevölkerung des australischen Kontinents setzt sich aus den Aborigines des Festlands und den Torres-Strait-Insulanern, die auf den Inseln der Torres-Strait zwischen Queensland und Papua-Neuguinea leben, zusammen. Vor der Ankunft der Europäer betrug ihre Zahl Schätzungen zufolge zwischen 300.000 und 1 Million Menschen. Diese stellten jedoch kein einheitliches Volk dar sondern gehörten einer Vielzahl verschiedener Kulturen mit über 200 unterschiedlichen Sprachen an,
Die britische Krone deklarierte Australien als terra nullius, also unbewohntes Land, als sie das Land für sich in Anspruch nahm. Damit verloren die Aborigines jegliche Rechte auf ihr Land. Erst 1967 erhielten die Aborigines den Status als Staatsbürger. Mit der Errichtung einer Zeltbotschaft vor dem Parlamentsgebäude in Canberra 1972 sollte der Dialog zwischen indigener Bevölkerung und Regierung gefördert werden. Allerdings wurde erst 1992 mit dem Mabo-Urteil die Bezeichnung Australiens als terra nullius revidiert, wodurch es für Aborigines und Torres-Strait-Insulaner möglich wurde, unter bestimmten Voraussetzungen Ansprüche auf Land zu erheben. Trotz dieser Verbesserungen im Status unterscheidet sich die indigene Bevölkerung Australiens auch heute noch vom Rest der Bevölkerung, vor allem in der Gesundheits-, Kriminalitäts- und Arbeitslosenstatistik.
Heute bezeichnen sich 410.003 Australier selbst als indigenen Ursprungs (Stand 2001), also 2,4% der Bevölkerung. 29% von ihnen leben in New South Wales, 27% in Queensland, 14% in Western Australia und 13% im Northern Territory. Im letztgenannten Territorium stellen sie 29% der Gesamtbevölkerung, South Australia und Victoria haben nur geringe Anteile indigener Bevölkerung. Die meisten Aborigines haben ihre traditionelle Lebensweise zum größten Teil aufgegeben, das heißt sie leben heute nicht mehr in der ursprünglichen Stammesform wie sie seit Tausenden von Jahren existiert. Mehr als 70% der Aborigines leben in Städten.
Die Interessen der indigenen Bevölkerung gegenüber der Regierung werden heute vor allem von der ATSIC (Aborigine and Torres Strait Islander Commission) vertreten.
Geschichte
Wann die Besiedlung Australiens durch Menschen begann, ist bis heute umstritten. Spuren davon werden auf bis zu 120.000 Jahre zurück datiert. Die Aborigines leben seit mindestens 50.000 bis 60.000 Jahren auf dem Kontinent und gehören damit zu den ältesten Kulturen der Welt.
Trotz der isolierten Lage des Kontinents standen die Aborigines in Kontakt zu anderen Kulturen. Bis zur Überflutung der Landbrücke zu Neuguinea vor ungefähr 6.000 Jahren bestand ein fast ungehinderter kultureller Austausch zwischen Neuguinea und dem Norden Australiens. Nachdem die neu entstandenen Inseln der Torres Strait vor etwa 1.000 Jahren durch melanesische Seefahrer besiedelt wurden, kam es erneut zu Interaktionen mit Bewohnern des nördlichen Australien. Auch chinesische und indische Händler sowie indonesische Fischer besuchten vermutlich die australischen Küsten seit mehreren Jahrhunderten. Der kulturelle Einfluss dieser Besucher wird in vielen Fels- und Rindenmalereien der Aborigines deutlich. Ein weiteres Zeugnis dieser Handelsbeziehungen ist der Dingo, der wahrscheinlich vor etwa 6.000 Jahren durch südostasiatische Seefahrer eingeführt wurde.
Entdeckung
Dingo
Lange vor der Entdeckung Australiens hatten Gelehrte im alten Europa die Existenz eines Südkontinentes behauptet. Häufig wird das rätselhafte "Südland" (lat. terra australis) erwähnt. Marco Polo segelt 1292 von China zurück nach Venedig und erwähnt ein an Gold und Muscheln reiches Land südlich von Java.
Im 16. und 17. Jahrhundert erreichen vermutlich portugiesische, französische und spanische Seefahrer die Küsten Australiens und gehen an Land. Als gesichert gilt allerdings erst die Entdeckung der Cape York Peninsula durch den Niederländer Willem Jansz im Jahre 1606. Im Juli 1629 strandete das Handelsschiff Batavia der Niederländischen Ostindienkompanie an der Westküste, aber dessen Kapitän Francisco Pelsaert maß seiner Entdeckung keine entscheidende Bedeutung zu. Erst im Jahre 1642 entschloss sich die Niederländische Ostindien-Kompanie, den Kontinent durch eine geplante Expedition zu erforschen. Abel Tasman entdeckte dabei das heutige Tasmanien. Eine weitere Expedition, die im Jahre 1696 unter Willem de Vlamingh begann, kartografierte Teile der Westküste Australiens. Da die Landschaft aber trocken und unfruchtbar wirkt, zeigten die Holländer kein Interesse, Australien zu kolonisieren.
Tasman prägte 1644 die Bezeichnung "Neuholland", die bis 1824 in Gebrauch war, erst dann führten die Briten den heute gültigen Namen ein.
Kolonisation
Im April oder Mai 1770 erreichte schließlich Kapitän James Cook die fruchtbarere Ostküste Australiens und nahm das Land formell als britische Kolonie New South Wales für die Krone in Besitz. Der Zweck seiner Reise war das Auffinden der sog. Terra Australis, die nach einer in der Zeit gängigen Theorie als Gegengewicht zu den Landmassen im Norden der Erdkugel vorhanden sein müsse.
Nachdem die USA von Großbritannien unabhängig war, suchte die britische Regierung nach neuen Möglichkeiten, Kolonien für ihre Sträflinge einzurichten. Am 26. Januar 1788 trafen daher die ersten 11 Schiffe der "First Fleet" ("Ersten Flotte") mit Siedlern und Verurteilten unter der Führung von Captain Arthur Phillip im Port Jackson ein. Die neue Ansiedlung wurde Sydney genannt, nach dem Viscount Sydney, dem obersten Kolonialbeamten Australiens. Bis 1868 wurden 160.000 Gefangene dorthin verbannt.
1801-1803 umsegelte Matthew Flinders als erster den gesamten Kontinent.
Gründung neuer Kolonien
1792 landet eine französische Expedition auf Tasmanien, um das Land zu erkunden. Daraufhin entscheiden sich die Briten, auch hier möglichst schnell eine Kolonie einzurichten. 1803 errichten sie Risdon Cove am Derwent River, ein Jahr später Hobart Town, ebenfalls am Derwent, und George Town am Tamar River. 1825 wird das damalige Van-Diemen's-Land zu einer eigenständigen Kolonie erklärt.
1824 entsteht eine neue Strafkolonie in der Mündung des Brisbane River. Die Abgeschiedenheit dieser Lage soll die Sicherheit der Kolonie erhöhen. Nachdem jedoch auch freie Siedler verstärkt zu den fruchtbaren Weidegründen des Nordens drängen, gibt die Kolonie das Land 1842 auch zur Besiedlung frei. 1859 wird Queensland dann als von New South Wales unabhängige Kolonie ausgerufen.
1835 handeln tasmanische Geschäftsleute den Aborigines 240.000 Hektar in der Gegend des heutigen Melbourne ab und gründen Port Phillip. Obwohl dieser Handel als illegal gilt, gibt die Kolonieführung dem Druck der wachsenden Bevölkerung nach und muss auch hier das Land offiziell zur Besiedlung freigeben. 1851 separiert sich die neue Kolonie Victoria offiziell von New South Wales.
Die Kolonie New South Wales nahm zunächst den gesamten östlichen Teil des Kontinents ein, nur das westliche Drittel blieb weiterhin als Neuholland von den Briten unbeansprucht. Um die Gefahr einer Kolonisierung Westaustraliens durch Frankreich zu verhindern, gründeten die Briten 1826 auch hier eine Siedlung, Albany. Die Kolonie Western Australia wurde 1829 mit Gründung von Perth ausgerufen. Obwohl ursprünglich keine Sträflinge hierher verschickt werden sollten, forderten die freien Siedler 1850 die Aufhebung dieser Praxis, um die neue Kolonie mit billigen Arbeitskräften auszustatten.
South Australia wurde ebenfalls als sträflingsfreie Kolonie geplant. Im Zuge der systematischen Kolonisierung nach Plänen von Edward Gibbon Wakefield wurde Land verkauft, die Erlöse wurden darauf verwandt, freie Siedler in die Kolonie zu bringen. 1836 wurde Adelaide gegründet, im selben Jahr wurde South Australia als Provinz Großbritanniens ernannt.
Weg zur Nation
Nordöstlich von Melbourne wird am 22. August 1851 in Victoria Gold gefunden, die Geschichte Australiens prägt mehrere Jahre ein Goldrausch. Minenarbeiter in Ballarat initiieren im November 1854 den Eureka Stockade-Aufstand, den einzigen bewaffneten Aufstand der australischen Geschichte. Die Aufständischen forderten demokratische Reformen, der Aufstand wurde allerdings am 3. Dezember 1854 endgültig von britischen Militärs und lokalen Polizeikräften niedergeschlagen.
Zwischen 1855 und 1890 erhielten die einzelnen Kolonien das Privileg des Responsible Government und damit eine größere Unabhängigkeit vom britischen Empire. London behielt allerdings vorerst die Kontrolle über Außenpolitik, Verteidigung und Außenhandel.
Nach einem großen Schafschererstreik entstand 1898 "Waltzing Matilda", die heimliche Nationalhymne Australiens. In den Kolonien beginnen die Planungen für einen Zusammenschluss der Einzelstaaten.
Der Australische Bund
Am 1. Januar 1901 formierten sich die einst voneinander unabhängigen Kolonien zum Commonwealth of Australia. Erste Hauptstadt Australiens wird Melbourne. Am 26. September 1907 erhält der Australische Bund mit dem Dominionstatus die nahezu vollständige Unabhängigkeit vom Mutterland Großbritannien.
1911 wird das Australian Capital Territory geschaffen, um die neue Hauptstadt Canberra aufzunehmen. Melbourne bleibt aufgrund der langandauernden Bauarbeiten in Canberra aber noch bis 1927 Regierungssitz. Auch das 1863 gegründete Northern Territory wird aus der Kontrolle der Provinz South Australia in den Commonwealth überführt.
Aus Loyalität zu Großbritannien entsandte Australien sowohl im ersten wie auch im zweiten Weltkrieg Truppen nach Europa. Australien hatte im ersten Weltkrieg von allen Alliierten proportional zur Bevölkerung die höchste Zahl an Gefallenen zu beklagen. Die Niederlage des Australian and New Zealand Army Corps (ANZAC) im ersten Militäreinsatz des Landes in der Schlacht von Gallipoli 1915 gilt vielen Australiern als Geburt der Nation.
Mit dem Statut von Westminster von 1931 wurde den Dominions des Empire formal die Unabhängigkeit verliehen. Das australische Parlament stimmte dem aber erst 1942 zu.
Nach der britischen Niederlage in Asien 1942 und der drohenden japanischen Invasion verlagerten sich die militärischen Aktivitäten ab 1942 von Europa auf den australischen Kontinent. Australien wandte sich verstärkt den USA als neuen starken Alliierten zu. Dies wurde 1951 mit dem ANZUS-Abkommen formalisiert.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde eine progressive Einwanderungspolitik betrieben, die zur Massenimmigration aus Europa führte, nach Aufgabe der weißen Einwanderungspolitik auch aus Asien und anderen Erdteilen. Dies führte in kurzer Zeit zu starken demographischen Veränderungen, aber auch zu wirtschaftlichem Aufschwung.
1986 gibt Großbritannien mit dem Australia Act die letzten Kompetenzen bezüglich der australischen Verfassung ab. 1999 stimmt die Bevölkerung in einem Referendum mit einer Mehrheit von 55 Prozent jedoch gegen die Schaffung einer Republik und bleibt somit formal eine Monarchie.
2004 gewinnt die national-liberale Koalitionsregierung von Premierminister John Winston Howard erneut die Parlamentswahlen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind vergleichsweise gut.
Mit der Verschärfung des Anti-Terrorgesetzes Ende Oktober 2005 auf Betreiben des australischen Geheimdienstes ASIO und einer großangelegten Razzia in den Vorstädten von Sydney und Melbourne mit Verhaftungen von 16 verdächtigen Moslems zur Verhinderung eines bevorstehenden Attentats am 8. November 2005 verabschiedet sich die Regierung von der liberalen Innenpolitik.
Siehe auch: Geschichte Australiens
Militär
In den vergangenen Jahrzehnten war Australiens Außen- und Militärpolitik bestimmt durch eine enge Partnerschaft mit den USA. Australien ist Mitglied des ANZUS-Bündnisses. Australiens Streitkräfte (Australian Defence Force - ADF) bestehen aus der Marine (Royal Australian Navy - RAN), dem Heer (Australian Army) und der Luftwaffe (Royal Australian Air Force - RAAF). Alle Teilstreitkräfte sind in derzeitige UN-Friedensmissionen in Osttimor und auf den Solomonen involviert. Das Budget für 2005/2006 beträgt 17,5 Mrd. AUD.
Politik
Royal Australian Air Force
Der Australische Bund ist eine parlamentarische Monarchie auf demokratisch-parlamentarischer Grundlage. Der Staat ist föderal organisiert, die einzelnen Bundesstaaten besitzen jeweils eigene Parlamente mit weitgehenden Kompetenzen zur Gesetzgebung.
Bundesverfassung
Das Zweikammern-System des australischen Parlaments setzt sich aus dem Repräsentantenhaus, dem Senat als Oberhaus und Königin Elisabeth II. als Staatsoberhaupt zusammen. Die Königin wird, wie in jedem Commonwealth Realm, durch einen Generalgouverneur vertreten (seit 11. August 2003: Major General Michael Jeffery) der jedoch in der Regel keine Macht über das Parlament ausübt. Die 150 Abgeordneten des Repräsentantenhauses werden alle drei Jahre in Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt. Die Abgeordnetensitze werden der Bevölkerungszahl entsprechend auf die Bundesstaaten und Territorien verteilt. Im Senat ist jeder Staat mit zwölf Senatoren vertreten, die beiden Territorien mit jeweils zwei. Die Senatoren werden jeweils für sechs Jahre gewählt, alle drei Jahre finden Wahlen für die Hälfte der Sitze des Senats statt. Für alle Wahlen auf Bundes- und Bundesstaatsebene besteht eine Wahlpflicht. Die am stärksten vertretene Partei stellt die Regierung, der Vorsitzende dieser Partei wird Premierminister.
Bundesstaaten
Jeder Staat und jedes Territorium (mit Ausnahme von Queensland) besitzt ein Zweikammerparlament, das in der Regel nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt wird. Das Verhältniswahlrecht wird nur in Tasmanien angewendet. Der Chef der Landesregierung wird ebenfalls als Premierminister bezeichnet.
Die Bundesstaaten besitzen die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz für Bildung, Gesundheit, Justiz, Polizei und Verkehrswesen.
Parteien
Die größten Parteien sind die [http://www.Liberal.org.au/ Liberal Party], [http://www.ALP.org.au/ Labor Party], [http://www.Nationals.org.au/ National Party] und die [http://www.Greens.org.au/ Grünen]. Kleinere Parteien wie die [http://www.Democrats.org.au/ Demokraten] und [http://www.familyfirst.org.au/ Family First] sind auch in australischen Parlamenten vertreten, vor allem in den Senaten auf Bundes- und Landesebene. Es gibt nur noch eine weitere bundesweit registrierte Partei - das 2001 neu gegründete Linksbündnis [http://www.Socialist-Alliance.org/ Socialist Alliance].
Politische Entwicklung
Seit 1996 heißt der Premierminister des Australischen Bundes John Howard von der Liberal Party; er regiert gemeinsam mit der kleinen Nationalen Partei (Stand: 2005). Mit den Wahlen 2004 gewann die Regierungskoalition zusätzlich die Mehrheit im Senat. Alle Bundesstaaten und Territorien werden jedoch von Labor regiert.
Trotz der in der Bevölkerung heftig umstrittenen Beteiligung am Irak-Krieg gewann Howard im Oktober 2004 zum vierten Mal die Wahlen gegen die damals von Mark Latham geführte Labor Party, was einen politischen Rekord darstellt. Wahlentscheidend wirkte sich das anhaltende Wirtschaftswachstum aus. Australiens Liberale sind gesellschaftspolitisch konservativ eingestellt; wirtschaftspolitisch setzen sie auf Liberalisierung und Privatisierung.
International kritisiert wird Howard vor allem wegen seiner Pacific Solution sowie seiner engen Anlehnung an die USA. Nachdem US-Präsident Bush im Herbst 2003 Australien als "Amerikas Sheriff" in Südostasien bezeichnet hatte, beeilten sich vor allem malaysische Politiker, sich einmal mehr einer ökonomischen Integration des "westlichen Transplant" Australien in Ostasien zu widersetzen.
Nationalfarben
Der Generalgouverneur Sir Stephen Ninian erklärte am 19. April 1984 Gold und Grün zu den offiziellen Nationalfarben von Australien (nicht zu verwechseln mit den amtlichen Farben der Flagge Australiens), denn bis dahin hatte Australien keine eigenen Nationalfarben. Die Gestaltung der Nationalflagge und die offiziellen Wappen von Regierungsstellen sind an den Insignien des britischen Königshauses angelehnt. Um ihre Eigenständigkeit gegenüber der britischen Königin zu demonstrieren, verwenden die Australier bei den Vereinsfarben und Farben ihrer Sportklubs sehr oft die Nationalfarben und dies auch bei internationalen Wettkämpfen.
Nationalhymne
Advance Australia Fair ist seit 1977 die offizielle Nationalhymne Australiens. Schon 1984 wurden an Ihr Änderungen vorgenommen, weil vielen Bürgern die britische Ausrichtung der ursprünglichen Version zu weit ging. Die Komposition geht auf Peter Dodds McCormick zurück. Die erste Aufführung fand im Jahre 1878 statt.
Liste der australischen Staatsoberhäupter
Siehe auch:
- Liste der Generalgouverneure Australiens
- Liste der Premierminister Australiens
Regionale Untergliederungen
Jeder Bundesstaat hat – neben eigenem Parlament und Regierung – einen Gouverneur als direkten Repräsentanten des Monarchen.
Infrastruktur
Liste der Premierminister Australiens
Australiens Verkehrswesen wird durch die großen Entfernungen im Landesinneren und der hohen Bevölkerungsdichte entlang des schmalen Streifens der Ost- und Südküste geprägt. Bezogen auf die Einwohnerzahl verfügt das Land über sehr viele Kilometer an Straßen und Wegen, weist einen hohen Motorisierungsgrad auf und besitzt ein engmaschiges Flugnetz.
Australien gehört zu den Ländern mit dem dichtesten Flugnetz überhaupt. Es gibt etwa 400 öffentliche und privat verwaltete Flugplätze. Wichtigste Fluggesellschaft ist die 1920 gegründete QANTAS. Der Inlands-Flugverkehr ist seit 1990 dereguliert, d.h. Flugpreise werden ohne Mitwirken seitens der Regierung durch den freien Wettbewerb bestimmt. Allerdings spielt, besonders im dicht besiedelten Südosten des Landes, auch der Straßenverkehr eine bedeutende Rolle. Die erste Straße Australiens wurde 1789 bis 1791 von Sydney nach Parramatta gebaut. Das heutige Straßennetz beläuft sich auf etwa 913.000 km, davon sind etwa 353.000 km befestigt, das heißt asphaltiert oder betoniert. Ein großer Teil des Warenverkehrs im Outback wird über die so genannten Road Trains transportiert, das sind große Sattelschlepper mit zwei bis drei Anhängern bis zu 52,5 m Länge und bis zu 140 Tonnen Gewicht.
1854 verkehrte die erste Dampfeisenbahn zwischen der Innenstadt und dem Hafen Melbournes. Zahlreiche private Gesellschaften betrieben in der Folgezeit die Eisenbahnlinien des Landes. Dies führte dazu, dass zum Zeitpunkt der Föderationsbildung (1901), drei voneinander abweichende Spurweiten vorlagen, was zu großen Problemen führte. Erst seit ca. 1970 ist die Durchfahrt von Sydney nach Perth ohne systembedingtes Umsteigen möglich.
Außer einigen nostalgischen Touristenstrecken sind heute keine Dampflokomotiven im Einsatz.
Das staatliche Eisenbahnnetz beträgt ca. 34000 km, das private Schienennetz (vor allem Eisenerztransport in der Pilbara-Region, Kohle und Zuckerrohrzüge in Queensland) beläuft sich auf ca. 5500 km.
In den Ballungsräumen Brisbane, Melbourne, Perth und Sydney, in denen die Hälfte der Bevölkerung lebt, existieren gut ausgebaute S-Bahn-Netze. Das Straßenbahnnetz in Melbourne gehört zu den längsten Straßenbahnnetzen der Welt.
Verglichen mit dem Straßenverkehr, spielt der Personen- und Gütertransport auf den Schienen inzwischen eine untergeordnete Rolle. Es gibt dennoch Neubauprojekte, so beispielsweise die kürzlich fertig gestellte Eisenbahnlinie von Alice Springs nach Darwin, bekannt unter dem Namen The Ghan. Die Transaustralische Eisenbahn von Sydney nach Perth ist für den Fracht- und den Fremdenverkehr von Bedeutung. Australien plant zudem den Einsatz von Hochgeschwindigkeitszügen.
Wirtschaft
Fremdenverkehr
Australien ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. In den 1980er Jahren begann die Labor Party unter Premierminister Bob Hawke und Finanzminister Paul Keating, Australiens Wirtschaft zu modernisieren. Nach einem schweren Wirtschaftseinbruch – Keating nannte ihn „die Rezession, die wir haben mussten“ – erholte sich Australien rasch und weist seit den 1990er Jahren eine der höchsten Wirtschaftswachstumsraten unter den OECD-Staaten auf. Die Arbeitslosigkeit ging markant zurück und die Wettbewerbsfähigkeit australischer Unternehmen stieg an. Die Liberalen unter John Howard hielten seit 1996 an der liberalen Wirtschaftspolitik fest.
Am 1. Januar 1966 löste der Australische Dollar das Pfund Sterling als Landeswährung ab.
Außenhandel
Die große Fläche des Landes in Verbindung mit dem kleinen Binnenmarkt prädestiniert Australien zum Exportland für Primärprodukte. Wichtige Exportgüter sind daher landwirtschaftliche Produkte und Bodenschätze. Diese Tatsache macht das Land aber auch empfindlich gegenüber starken Schwankungen der Weltmarktpreise dieser Güter.
Die Großunternehmen in Australien prägen die Exportbilanz. Die 100 größten Unternehmen des Landes haben 2001 für rund 50 Mrd. A$ Waren- und Dienstleistungsexporte erbracht und liefern damit rund ein Drittel der gesamten Ausfuhr des Landes. Im Jahre 2001 lag der australische Export bei rund 154 Mrd. A$ und macht damit über 20 Prozent des BIP aus. Australien bildet mit seinem Nachbarland Neuseeland unter der Bezeichnung Closer Economic Relations seit 1983 eine Freihandelszone.
Landwirtschaft
Große Flächen des Landes dienen als Weideland für über 100 Millionen Schafe und mehr als 25 Millionen Rinder. Australien ist führend in der Produktion von Wolle, 29 Prozent der Weltproduktion stammen von hier. Nur sechs Prozent der Landesfläche werden zum Anbau von Nahrungs- und Futterpflanzen genutzt. Weizenanbau hat daran mit 45 Prozent den größten Anteil. Abgesehen von den klimatisch begünstigteren Gebieten des Südostens sind die meisten Anbaugebiete von Bewässerung abhängig. Neben Weizen mit einer jährlichen Produktion von über 20 Millionen Tonnen spielt der Zuckerrohranbau mit mehr als 30 Millionen Tonnen eine große Rolle.
Bodenschätze
In der Geschichte Australiens war die Förderung von Bodenschätzen neben der Fleisch- und Wollproduktion wichtigster Wirtschaftszweig. Obwohl inzwischen die herstellende Industrie sowie Dienstleistungen die Wirtschaft dominieren, ist die Produktion von Kohle, Eisenerz, Gold, Diamanten, Uran, und anderen Mineralien weiterhin von großer Bedeutung. Mit 282 Tonnen stammen zwölf Prozent des Goldes auf dem Weltmarkt aus Australien. 2002 produzierten australische Minen 343 Millionen Tonnen Kohle sowie 116 Millionen Tonnen Eisenerz.
Tourismus
Seit den siebziger Jahren steigt das Touristenaufkommen des Landes stark an. 2003 besuchten 4,35 Millionen Touristen Australien. Hauptziele der ausländischen Besucher sind neben Sydney vor allem die einzigartigen Naturlandschaften wie das Great Barrier Reef, Uluru und der Kakadu National Park.
Energieerzeugung
Die Stromerzeugung in Australien wird zu 80% mit Kohlekraftwerken gewährleistet, die restlichen 20% werden hauptsächlich durch Gas- und Wasserkraftwerke gedeckt. Aufgrund der hohen Förderungsmengen fossiler Brennstoffe ist das Land von Importen dieser Bodenschätze nahezu unabhängig.
Kultur
Anfangs war die Kultur des australischen Kontinents stark von der Kolonialmacht geprägt. Mit dem Entstehen einer eigenen nationalen Identität entstand auch eine abgegrenzte nationale Kultur Australiens. Heute ist sie in allen Bereichen geprägt von den Einflüssen unterschiedlicher Einwanderergruppen, vermischt mit den Ausdrucksformen der indigenen Kultur der Aborigines.
Kunst
Älteste Zeugnisse abbildender Kunst in Australien sind Felsgravierungen der Aborigines, die teilweise bis zu 30.000 Jahre zurückdatiert werden. Damit stellt dies die älteste Kulturtradition der Welt dar. Mit dem Übergang von der ursprünglichen Rindenmalerei mit natürlichen Pigmenten zu Arbeiten mit Acryl auf Leinwand stieg die internationale Aufmerksamkeit und das Ansehen der Aboriginal Art seit den frühen siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts stark an.
Die ersten Gemälde europäischer Siedler verwendeten meist Tiere oder Aborigines als Motive, waren stilistisch und farblich aber an europäischen Vorbildern orientiert. Conrad Martens, der an Darwins Beagle-Expedition teilnahm, passte allerdings die europäische Malerei an die australischen Verhältnisse an. Mit der Aneignung des französischen Impressionismus durch die Heidelberger Schule in Melbourne gegen Ende des 19. Jahrhunderts gelang australischer Kunst erstmals internationale Anerkennung. Die expressionistische Bewegung in den vierziger Jahren, vertreten unter anderem durch Sydney Nolan und Arthur Boyd, beeinflusste auch die Werke etablierter Maler wie Russell Drysdale und William Dobell. Bis in die sechziger Jahre dominierte der abstrakte Expressionismus die abbildende Kunst Australiens.
Heutige Arbeiten australischer Künstler werden zunehmend von Kunstformen der asiatischen Nachbarländer beeinflusst. Zeitgenössische Kunst verwendet darüberhinaus vielfältige Medien, um vor allem aktuelle Themen darzustellen, wie die Umweltproblematik oder gesellschaftliche Veränderungen.
Literatur
Die Entwicklung einer eigenständigen australischen Literatur beginnt erst Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Gedichte und Balladen der frühen Autoren, wie Henry Lawson oder A.B. 'Banjo' Paterson behandeln vor allem das Leben im australischen Busch. Auch später richtete sich der Fokus vor allem auf den australischen Kontinent und seine Bewohner.
Mit der Aufnahme internationaler und sozialer Themen nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Literatur des Landes auch international stärker beachtet. Patrick White erhielt 1973 als bisher einziger Australier den Literatur-Nobelpreis, australische Träger des Booker Prize sind Peter Carey und Thomas Keneally. Wichtigste nationale Auszeichnung der Literaturszene ist der Miles Franklin Award.
siehe auch Liste australischer Schriftsteller
Film
Schon 1896 wurde in Sydney das erste Kino des Landes eröffnet. Der 1906 von der australischen Heilsarmee gedrehte Film Soldiers of the cross gilt als erster 'echter' Film der Welt. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es schon eine boomende Filmindustrie. Bis in die dreißiger Jahre wurden über 250 Stummfilme produziert. Mit der Übernahme des Vertriebs durch britische und US-amerikanische Firmen kam es jedoch zur Krise der australischen Filmproduktion. Trotzdem wurden auch weiterhin Produktionsfirmen gegründet, die in den dreißiger Jahren Tonfilme vor allem zu australischen Themen drehten. Bekannte Regisseure dieser Zeit sind Ken G. Hall und Charles Chauvel. Chauvel drehte auch den ersten australischen Farbfilm, Jedda, ein vor allem mit Aborigines besetztes Drama.
1969 beschloss die australische Regierung eine Verstärkung der Filmförderung. In den folgenden Jahren konnten dann Filme mit australischer Thematik internationale Erfolge feiern. Die Mad Max-Reihe von George Miller entstand in dieser Zeit, Breaker Morant von Bruce Beresford und Gallipoli von Peter Weir, der inzwischen auch in Hollywood erfolgreich Regie führt.
Seit 1999 die Fox Studios in Sydney eröffnet wurden, wird die Produktion vieler Hollywood-Filme nach Australien verlagert. Hier wurden unter anderem Mission: Impossible 2 gedreht sowie die zweite und dritte Episode der Star Wars-Serie.
Musik
Klassische Ensembles mit internationalem Ansehen sind die Symphonieorchester Sydneys, Melbournes und Tasmaniens sowie das Australische Jugendorchester und das Australische Kammerorchester. Die Komponisten Peter Sculthorpe und Geoffroy Parsons übernehmen in ihre Werke auch Einflüsse der Aborigines und der asiatischen Nachbarländer.
Country-Musik im US-amerikanischen Stil ist vor allem in ländlichen Gebieten des Südostens beliebt. Das jährlich in Tamworth stattfindende zehntägige Country Music Festival ist das zentrale Ereignis dieser Musik-Szene.
Ein Vertreter des australischen Jazz ist Graeme Bell. International bekannte Stars der Pop-Industrie sind INXS, Midnight Oil, Kylie Minogue, Silverchair, The Dissociatives, Delta Goodrem und Nick Cave. Bands mit Aborigine-Hintergrund wie Yothu Yindi oder Archie Roach versuchen eine Fusion von traditioneller indigener Musik mit Rock-Elementen.
Tanz und Theater
Rock
Die Australische Oper mit Sitz in Sydney bringt etwa 300 Vorstellungen jährlich auf die Bühne. Die Koloratursopranistin Joan Sutherland gilt als bekanntestes Mitglied des Ensembles. Das nationale Ballett-Ensemble ist das 1961 gegründete Australian Ballett in Melbourne. Auf Tourneen durch Australien werden jährlich etwa 185 Aufführungen klassischen und modernen Balletts angeboten. Das Ballett gilt als eines der besten der Welt. Bedeutende Choreographen sind Robert Helpmann und Graeme Murphy. Murphy gründete auch die Sydney Dance Company, die auf dem Gebiet modernen Tanzes in Australien führend ist.
Das Bangarra Dance Theatre und das Aboriginal and Islander Dance Theatre verschmelzen traditionelle Tänze der indigenen Bevölkerung und modernen Tanz.
Klassisches Theater, aber auch moderne Inszenierungen, werden von der Sydney Theatre Company aufgeführt. Der führende Theaterautor Australiens ist David Williamson, der unter anderem der australischen Mittelklasse in seinen Stücken den Spiegel vorhält.
In den fünf Sälen des 1973 eröffneten Sydney Opera House werden neben Konzerten und Opern auch Theaterstücke und Filme vorgeführt.
Museen
Das älteste Museum Australiens ist das 1827 am Hyde Park in Sydney errichtete Australian Museum. Es enthält umfangreiche naturhistorische Sammlungen, aber auch Sammlungen zur Geschichte und Kultur der indigenen Bevölkerung. Ein weiteres naturhistorisches Museum von Bedeutung ist das Museum Victoria, gegründet 1854 in Melbourne, mit einer 12 Millionen Exemplare umfassenden Sammlung.
Australische Kunst von den kolonialen Anfängen bis zu zeitgenössischen Künstlern beherbergt die National Gallery of New South Wales, gebaut um 1880 in Sydney. Auch europäische und asiatische Werke zählen zu den Objekten dieses Museums. Die hier angeschlossene Yiribana Gallery ist die weltweit größte Sammlung indigener australischer Kunst.
Medien
Australiens Medien sind die am meisten monopolisierten der Welt. Die Superreichen Rupert Murdoch (NewsCorp) und Kerry Packer teilen sich den TV-Markt, Murdoch und die Fairfax Group die Printmedien (also beides Duopole). The Australian und The Australian Financial Review sind die beiden nationalen Zeitungen, andere Tageszeitungen mit hoher Auflage sind The Sydney Morning Herald und The Age (Melbourne). Australian Consolidate Press ist der größte Zeitschriftenverlag des Landes. Australien hat pro Kopf eine der höchsten Auflagenzahlen für Printmedien der Welt. Zuständig für die Pressefreiheit ist das Australian Press Council.
Die beiden nationalen Rundfunkanstalten sind die Australian Broadcasting Corporation (ABC) und der Special Broadcasting Service (SBS). Diese bieten neben mehreren Radioprogrammen jeweils ein landesweit zu empfangendes Fernsehprogramm. Zusätzlich sind 53 kommerzielle TV-Sender zu empfangen, davon drei auf nationaler Ebene, Channel 7, 9 und ten.
Sport
Sport ist ein wichtiger Teil der australischen Kultur, gefördert durch ein Klima, welches Outdoor-Aktivitäten begünstigt. 23.5% der über fünfzehnjährigen Australier sind regelmäßig im organisierten Sport aktiv. National und international erfolgreich sind besonders die Teams von Australian Rules Football, Rugby League, Rugby Union, Cricket und Netball, aber auch im Rad- und Schwimmsport werden herausragende Leistungen erbracht. Australien hat an sämtlichen modernen Olympischen Spielen und allen Commonwealth Games teilgenommen und war 1956 und 2000 Gastgeber der Olympischen Som
Känguru-Insel
Die Känguru-Insel (frühere Schreibweise Känguruh-Insel; engl. Kangaroo Island) ist neben Tasmanien und der Melville-Insel die drittgrößte Insel Australiens.
Sie liegt 112 Kilometer südwestlich von Adelaide im Golf von St Vincent, 13 Kilometer von der Küste und Cape Jervis entfernt an der Spitze der Halbinsel Fleurieu im Bundesstaat South Australia.
Zahlen und Fakten
Geografie
Die Insel ist 145 Kilometer lang und zwischen 900 Metern und 57 Kilometern breit und hat eine Fläche von 4.405 Quadratkilometern. Sie ist damit Australiens drittgrößte Insel mit 509 Kilometern Küstenlinie. Die höchsten Erhebungen befinden sich auf dem Plateau der Nordküste mit 307 Metern über Seeniveau.
Klima
Die Winter zwischen Juni und September sind mild und feucht, die Sommer gewöhnlich warm und trocken.
Durch die Lage im indischen Ozean werden im Sommer insbesondere entlang der Küste nur selten Temperaturen
über 35 Grad Celsius erreicht. Die Durchschnittstemperatur im August liegt zwischen 13 und 16 grad, im
Februar, dem heissesten Monat des Jahres, zwischen 20 und 25 Grad.
Zwischen Mai und September fallen 2/3 der jährlichen Niederschlagsmenge. Diese variiert zwischen
450 mm in Kingscote und 1000 mm bei Gosse. Der feuchteste Monat ist der Juli.
Bevölkerung und Wirtschaftszweige
Auf der Insel leben rund 4.100 Menschen, davon 1.400 (im Jahr 1991) in der Inselhauptstadt Kingscote.
Die Insel ist in weiten Teilen landwirtschaftlich geprägt. Wirtschaftsgüter sind Wein, Honig, Wolle,
Fleisch und Getreide. Daneben spielt die Fischerei und zunehmend der (Öko-)Tourismus eine Rolle.
Kangaroo Island ist für seinen Honig und dafür, eines der ältesten Bienenschutzgebiete (seit 1881) zu sein,
berühmt.
Tiere und Schutzgebiete
Über die Hälfte der Insel hat seine üppige Ursprungsvegetation bewahrt.
Für mehr als 1/3 der Inselfläche wurden Nationalparks und Schutzgebiete, die fünf
Wildschutzgebiete einschließen, ausgewiesen.
Die größten Schutzgebiete sind:
- Flinder's Chase National Park
- Sealbay Conservation Park
- Cape Gentheaume Wilderness Protection Area
- Cape Bouguer Wilderness Protection Area
Auf Grund ihrer Isolation vom Festland sind auf der Insel keine Füchse und Kaninchen vorhanden.
Das Känguru, Tammar Wallaby, Fuchskusu, Schnabeligel, Zwergpinuine, Neuseeländische Seelöwen sind auf der Insel heimisch wie auch sechs Fledermaus- und Froscharten. Koalas, Ringbeutler und das Schnabeltier wurden auf der Insel angesiedelt und
sind heimisch geworden.
Schnabeltier
Tourismus
Ein [http://www.tourkangarooisland.com.au Informationsbüro] befindet sich in dem Hafenort Penneshaw am Howard Drive und
ist sieben Tage die Woche geöffnet.
Sehenswürdigkeiten
Die Känguru-Insel ist nicht nur bei Australiern als Kurzurlaubsziel beliebt.
Sehenswert sind neben anderen:
- Seal Bay mit geführten Spaziergängen durch das Schlafzimmer einer Australischen Seelöwenkolonie
- Flinders Chase National Park mit den Leuchttürmen von Cape Border und Cape du Couedic sowie den Koalas bei der Ranger Station am Rocky River
- Die Remarkable Rocks
- Der Leuchtturm am Cape Willoughby
- Die Kelly Hill Höhlen mit geführten Höhlentouren
- Die Kleine Sahara, eine Formation von riesigen Sanddünen an der Südküste
- Der Aussichtspunkt Mount Thisby mit seinem 360 Grand Inselpanorama
Beschränkungen auf der Insel
Auf Grund von Quarantänebestimmungen ist es verboten, Honigprodukte und Imkerausrüstungsgegenstände
auf die Insel zu bringen. Kartoffeln, die eingeführt werden, müssen original verpackt sein.
Weinrebenschnitt und Erde aus Weinstöcken sind der örtlichen Quarantänestelle anzuzeigen.
Kaninchen sind auf der Insel nicht erlaubt.
Lifestyle
In den Buchten der Nordküsten wie Emu Bay, Stokes Bay oder Snelling Beach ist das Schwimmen relativ sicher.
Die Südküste ist zum Schwimmen auf Grund ihrer gefährlichen Unterströmungen und Haiangriffe auf die
Seelöwenkolonie nicht empfehlenswert.
Unterströmung
Zelten ist auf den ausgewiesenen Zeltplätzen, Caravan Parks oder Bushcamps in den Nationalparks erlaubt,
ansonsten verboten. Das Angebot an Unterkünften ist reichhaltig über die gesamte Insel verteilt, sollte jedoch vor Anreise gebucht werden.
Geschäfte und Tankstellen befinden sich in den größeren Ortschaften Kingscote, Parndana,
American River, Penneshaw (früher Hog Bay) und Vivionne Bay.
Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag von 9 bis 17.30 Uhr und Samstags von 9 bis 12 Uhr.
Die größeren austarlischen Banken haben Filialen in Kingscote.
Geldautomaten gibt es in Kingscote, Penneshaw und Parndana. Gängige Kreditkarten werden
an den meisten Orten akzeptiert.
Verkehrsverbindungen zur Känguru-Insel
Die Insel kann per Flugzeug von Adelaide, der Hauptstadt von South Australia, in 30 Minuten erreicht werden. Ein kleiner Flughafen (IATA-Code: KGC) liegt südwestlich von Kingscote. Die Autofähre Sealink [http://www.sealink.com.au] verkehrt zwischen Cape Jervis und Penneshaw. Die Überfahrt dauert ungefähr 50 Minuten. Daneben gibt es eine Passagierfähre zwischen Glenelg und Kingscote mit 2 1/2 Stunden Überfahrtdauer.
Glenelg
Geschichte der Insel
Die Insel wurde vor ungefähr 10.000 Jahren vom australischen Festland durch den
Anstieg des Meeresspiegel getrennt. Die Funde von steinernen Werkzeugen legen die Vermutung nah,
dass dieser Teil Australiens bereits vor 11.000 Jahren besiedelt war. Derzeit wird angenommen,
dass die damaligen Ureinwohner um 200 vor Christus wieder verschwanden.
Der Grund hierfür wird in Krankheiten, Stammesfehden, Klimaveränderung oder Abwanderung vermutet.
1802 benannte der Britische Entdecker Matthew Flinders die Insel in "Kanguroo" Island, nachdem er in der Nähe von Kangaroo Head an der Nordküste der Dudley Halbinsel an Land gegangen war.
Kingscote, der größte Ort auf der Insel ist die erste offizielle von Europäern gegründete Siedlung Südaustraliens.
Kingscote war ursprünglich am 27. Juli 1836 am Reeves Point gegründet worden.
Kategorie:Insel (Australien)
Kategorie:South Australia
South Australia
South Australia [] (dt. Südaustralien), ist ein Bundesstaat des Australischen Bundes mit der Hauptstadt Adelaide.
Geografie
Der Bundesstaat South Australia reicht von der Südküste Australiens (Große Australische Bucht) in den Kontinent bis ins Große Artesische Becken hinein und zum Musgrave Range (bis zu 1.440 m hoch), die Landesfläche beträgt 984.000 km2. Die trockenen, an das Northern Territory und Western Australia angrenzenden Landesteile gehören den Ureinwohnern, den Aborigines.
Die Vereinigung der beiden größten Ströme Australiens, Murray und Darling, liegt in Wentworth.
Neben der Hauptstadt Adelaide mit ca. 1 Mio. Einwohnern zählen Elizabeth (Vorstadt von Adelaide) (25.900 Ew.), Whyalla (25.286 Ew.) und Mt. Gambier (23.055 Ew.) zu den großen Städten in South Australia.
Klima
Südaustralien ist mit die trockenste Gegend im trockensten Kontinent der Erde, die Landschaft ist daher zum größten Teil Trockengebiet (Große Victoriawüste, Simpson-Wüste und Nullarborebene) mit sehr spärlicher Vegetation. In Adelaide, am Küstenstreifen und auf Kangaroo Island herrscht mediterranes Klima, im Landesinneren herrscht arides Klima mit unerträglichen Temperaturen, in der Minenstadt Coober Pedy leben die Menschen daher unter der Erde.
Die außerordentlich artenreiche Fauna mit vielen verschiedenen Vogel- und seltenen Tierarten lässt sich auf Kangaroo Island bestaunen, der drittgrößten Insel Australiens.
Wirtschaft
Hauptsiedlungs- und Wirtschaftsgebiet ist der fruchtbare Südosten des Staates mit Anbau von Weizen, Obst-, Gemüse- und Weinanbau (begründet von deutschen Siedlern).
Die bekannten südaustralischen Weine werden seit über 100 Jahren im Barossa Valley entlang des Murray angebaut, Schwerpunkt des Obstanbaus ist die Region Riverland. Wichtig ist auch die Schafhaltung zur Wollgewinnung. Es gibt Eisenerz, Kohle- und Erdgasvorkommen die genutzt werden. Die verarbeitende Industrie ist um Adelaide konzentriert. Die Haupthäfen sind Port Adelaide und Whyalla. Die Einwohnerzahl ist mit ca. 1,5 Millionen im Vergleich gering.
Geschichte
Die Küste wurde zuerst 1627 von den Holländern entdeckt. 1792 segelte der Franzose d’Entrecasteaux auf dem Weg nach Tasmanien an der Küste vorbei. In den Jahren 1798 bis 1802 erkundete der britische Kapitän Matthew Flinders die Küstenregion sehr gründlich. Zur Gründung einer Kolonie führte aber erst die Expedition von Captain Charles Sturt im Jahre 1830, der den Murray von seiner Quelle in New South Wales bis zur Mündung hinabfuhr. Im Jahre 1836 wurde South Australia dann britische Kolonie, zu dieser Zeit gab es noch etwa 15.000 Ureinwohner. Seit 1901 ist Südaustralien Mitglied des Australischen Bundes. Es wurde seit 1930 mehrfach von Rezessionen heimgesucht.
Universitäten
- Flinders University (FLINDERS), Adelaide: http://www.flinders.edu.au/
- University of Adelaide(ADELAIDE), Adelaide: http://www.adelaide.edu.au/
- University of South Adelaide(UniSA), Adelaide: http://www.unisa.edu.au/
Weblinks
- [http://www.goethe.de/ins/au/deindex.htm Offizielle Internetpräsenz South Australia]
- [http://www.sagermanassociation.asn.au/ Südaustralischer Allgemeiner Deutscher Verein]
Kategorie:Australischer Bundesstaat bzw. Bundesterritorium
Kategorie:South Australia
ja:南オーストラリア州
ko:사우스오스트레일리아 주
Victoria (Australien)
Victoria ist ein Bundesstaat von Australien, der im Südosten des Kontinents liegt. Die Hauptstadt ist Melbourne.
Geographie
Victoria hat Anteil an vier Großlandschaften: dem Murraybecken im Norden, dem südlichen Bergland, der Great Dividing Range an der Grenze zu New South Wales und der schmalen Küstenebene im Osten. Die malerische Great Ocean Road mit der beeindruckenden Felsformation die „Zwölf Apostel“ (Twelve Apostles) führt an der Südküste entlang. Im Juli 2005 stürzte einer der Felsen ins Wasser.
Neben der Hauptstadt Melbourne mit ca. 3,4 Mio Einwohnern zählen Geelong (154.150 EW), Ballarat (80.330 EW) und Bendigo (75.857 EW) zu den größeren Städten. Siehe auch: Liste der Orte in Victoria (Australien)
Klima
Das Klima ist mitteleuropäisch bis mediterran geprägt. Im Bergland gibt es vorwiegend Eukalyptuswald, der im relativ milden Winter durchaus auch mit Schnee bedeckt sein kann. Am Mount Buller in den australischen Alpen ist Wintersport möglich. Die Fläche von Victoria umfasst 227.600 km2.
Auf Phillip Island in der Nähe der Mornington-Halbinsel können das ganze Jahr über Zwergpinguine (Eudyptula minor) im Rahmen eines gut ausgebauten und organisierten Besucherzentrums beobachtet werden, dessen Erlöse zum Erhalt der Pinguin-Population verwendet werden.
Wirtschaft
Es gibt eine vielseitige Landwirtschaft die aus Schafzucht, Mast- und Milchvieh, Getreideanbau, Obstkultivierung im Murraybecken und vielgestaltigem Weinanbau besteht. Vorkommen von Braunkohle, Erdöl, Erdgas werden gefördert. Die verarbeitende Industrie konzentriert sich um Melbourne, das auch der wichtigste Hafen ist. Der internationale Flughafen Tullamarine-Airport liegt 22 km nördlich vom Stadtzentrum Melbourne. 1998 gab es 4,69 Millionen Einwohner in Victoria.
Geschichte
Aborigines lebten schon seit ungefähr 40.000 Jahren im Gebiet des heutigen Victoria, als in den 1830er-Jahren die Besiedlung durch Europäer besonders von Tasmanien aus einsetzte. Im Jahre 1835 wurde Melbourne gegründet. Ab 1851 war Victoria eine separate britische Kolonie. Goldfunde im Jahre 1851 bei Ballarat und Bendigo lösten einen Goldrausch und damit verbunden eine Masseneinwanderung (Europäer und vor allem Chinesen) aus. 1901 wurde Victoria Mitglied des Australischen Bundes.
Universitäten
- Deakin University (DEAKIN), Geelong, Melbourne : http://www.deakin.edu.au/
- Monash University (MONASH), Geelong, Melbourne et.al. : http://www.monash.edu.au/
- RMIT University (RMIT), Melbourne : http://www.rmit.edu.au/
- Swinburne University of Technology (SWINBURNE), Swinburne et.al. : http://www.swin.edu.au/
- University of Ballarat (BALLARAT), Geelong, Ballarat : http://www.ballarat.edu.au/
- University of Melbourne (MELBOURNE), Melbourne : http://www.unimelb.edu.au/
- Victoria University (VU), Melbourne : http://www.vu.edu.au/
- Australian Catholic University (ACU), Melbourne et.al.: http://www.acu.edu.au/
Kategorie:Australischer Bundesstaat bzw. Bundesterritorium
Kategorie:Victoria
ja:ヴィクトリア州
ko:빅토리아 주
simple:Victoria
Melbourne
Melbourne [] ist die Hauptstadt des Bundesstaates Victoria in Australien.
Überblick
Die Einwohnerzahl beträgt 3.384.671 in der eigentlichen Stadt und 3.730.212 im Ballungsraum (Stand jeweils 1. Januar 2005). Melbourne wurde 1837 nach dem damaligen britischen Premierminister Lord Melbourne benannt und ist katholischer sowie anglikanischer Erzbischofsitz.
Die Stadt ist das wichtigste wirtschaftliche, kulturelle und politische Zentrum Victorias. Zur Bevölkerung der Stadt gehören zahlreiche chinesische, britische, griechische, italienische, irische und vietnamesische Einwanderer. Melbourne ist außerdem ein Zentrum der jüdischen Immigration.
Geografie
Geografische Lage
Die Stadt liegt am Yarra River nahe dessen Mündung in die Port-Phillip-Bucht durchschnittlich 14 Meter über dem Meeresspiegel.
Die Metropolregion erstreckt sich von Nord nach Süd über etwa 70 Kilometer und von Ost nach West über rund 50 Kilometer. Die geografischen Koordinaten sind 37,51 Grad südlicher Breite und 144,44 Grad östlicher Länge.
Stadtgliederung
Metropolitan Melbourne gliedert sich in folgende 31 Local Government Areas: Banyule, Bayside, Boroondara, Brimbank, Cardinia, Casey, Darebin, Frankston, Glen Eira, Greater Dandenong, Hobsons Bay, Hume, Kingston, Knox, Manningham, Maribyrnong, Maroondah, Melbourne, Melton, Monash, Moonee Valley, Moreland, Mornington Peninsula, Nillumbik, Port Phillip, Stonnington, Whitehorse, Whittlesea, Wyndham, Yarra und Yarra Ranges.
Klima
Melbourne liegt in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 14,6 Grad Celsius. Der wärmste Monat ist der Februar mit einer Durchschnittstemperatur von 20 Grad Celsius. Der kälteste Monat ist der Juli mit 9,4 Grad Celsius im Mittel.
Die mittlere Jahresniederschlagsmenge beträgt 567 Millimeter. Der meiste Niederschlag fällt im Oktober mit durchschnittlich 62 Millimeter, der wenigste im März mit nur 34 Millimeter im Mittel.
Geschichte
1803 wurde das Gebiet, in dem die Stadt liegt, erstmals von Europäern erkundet. 1835 siedelten sich dort rivalisierende Gruppen aus Tasmanien an und gaben ihm den Namen Port Phillip.
Als Gründer gelten John Batman und John Pascoe Fawkner. Batman war ein Repräsentant der im selben Jahr durch eine Gruppe von Geschäftsmännern aus Launceston gegründeten Port Phillip Association. Er kaufte rund 240.000 Hektar Land von den ansässigen Aborigine-Stämmen und gründete auf der Nordseite des Yarra-Flusses eine Siedlung. Im Oktober 1835 schlossen sich John Pascoe Fawkner, der im Folgenden die Siedlungaktivitäten zielstrebig vorantrieb, und eine Gruppe tasmanischer Siedler an.
1835
Melbourne war im Gegensatz zu anderen Siedlungen im Südosten Australiens nie eine Strafkolonie, sondern wurde von Anfang an als Wohngebiet mit breiten Straßen und weitläufigen Parks geplant.
Im Jahre 1837 erhielt die Stadt zu Ehren des damaligen Premierministers von Großbritannien, William Lamb, Second Viscount Melbourne, ihren heutigen Namen. Um 1840 lebten bereits über 10.000 Menschen in der Region rund um Melbourne.
1851 kam die Stadt von New South Wales zu der neugegründeten britischen Kolonie Victoria und wurde deren Hauptstadt. Melbournes größte Wachstumsperiode begann in den frühen 1850er Jahren, als in Victoria Gold entdeckt wurde (insbesondere bei Bendigo und Ballerat). Zu dieser Zeit entwickelte sich die Stadt zum Handels- und Geschäftsszentrum der aus Übersee herbeiströmenden Goldgräber.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, ihr Hafen wurde ausgebaut, und bedeutende Industriebetriebe siedelten sich an. Nach der Gründung des Australischen Bundes im Jahre 1901 war Melbourne zeitweise Sitz der australischen Bundesregierung. 1913 wurde Canberra die neue Bundeshauptstadt, aber die Regierung des Landes zog erst 1927 dorthin um. 1956 fanden die Olympischen Sommerspiele in Melbourne statt.
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahl von Melbourne hat sich seit Ende der 1950er Jahre auf 3,4 Millionen im Jahre 2005 verdoppelt. Das Stadtgebiet (Urbanized Area) hat eine Fläche von 1.705,1 Quadratkilometer. Die Bevölkerungsdichte beträgt 1.985 Einwohner je Quadratkilometer. In Berlin sind es zum Vergleich 3.800.
In den ländlichen Regionen außerhalb der Stadt leben etwa 350.000 Menschen auf einer Fläche von 7.125 Quadratkilometer. Dort liegt die Bevölkerungsdichte nur bei 48 Einwohnern je Quadratkilometer. In Mecklenburg-Vorpommern sind es zum Vergleich 74. In der gesamten Metropolregion (Melbourne Statistical Division) leben auf einer Fläche von 8.830 Quadratkilometer 3.730.212 Menschen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 362 Einwohner je Quadratkilometer.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1871 handelt es sich um Schätzungen, von 1881 bis 2001 um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Berechnung. Die Zahlen beziehen sich auf die eigentliche Stadt ohne Vorortgürtel (Urbanized Area).
Metropolregion
Politik
Melbourne umfasst 31 Bezirke (sogenannte "local councils") mit eigenständigen Bürgermeistern. Diese "local councils" sind vergleichbar mit den Stadtbezirken in den deutschen Großstädten Berlin und Hamburg, wobei es in Melbourne eine größere Anzahl von Bezirken gibt.
Der Bürgermeister der City of Melbourne wird Lord Mayor genannt, obwohl er keine Jurisdiktion über die anderen Stadtteile hat. Diese liegt bei der Regierung des Bundesstaates Victoria. Der zentrale Bezirk Melbourne (City) hat circa 52.000 Einwohner.
Städtepartnerschaften
Melbourne unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften. In Klammern das Jahr der Etablierung.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
Mit dem Melbourne Museum wurde im November 2000 der größte Museumskomplex der Südhalbkugel eröffnet. Der architektonisch anspruchsvolle Bau beherbergt auf rund 80.000 Quadratmetern über 16 Millionen Exponate. Die bedeutendste Attraktion ist die 30 Meter hohe Forrest Gallery, in der 82 Pflanzen- und 25 Tierarten versammelt sind. Zum Museumskomplex gehören weiterhin die Royal Exhibition Hall, das Scienceworks Museum sowie das Immigration Museum.
Weitere bekannte Museen im Stadtgebiet sind das Museum of Victoria, in dem das frühere National Museum of Victoria mit seinen Abteilungen für Zoologie, Geologie und Anthropologie aufgegangen ist und die National Gallery of Victoria mit Sammlungen von Gemälden und Photographien.
Bauwerke
Anthropologie
Das Stadtbild Melbournes beherrschen zahlreiche Bürohochhäuser. Sehenswerte Bauwerke sind unter anderem das State Parliament House, die Royal Exhibition Buildings, die 1968 eröffnete Börse, die Saint Patrick’s Cathedral und Flinders Street Station.
In den Fitzroy Gardens wurde das Haus aufgebaut, in dem der englische Seefahrer und Entdecker James Cook (1728-1779) seine Kindheit verbrachte. Er nahm im Jahre 1770 die Ostküste Australiens für Großbritannien in Besitz. Ebenfalls erwähnenswert sind das Government House, das National Herbarium und die Royal Botanic Gardens. Die St. Patrick's Cathedral ist eine 105 Meter hohe Kirche, sie wurde 1937 fertiggestellt.
2005 wird das 1 Freshwater Place mit 205 Metern Höhe und 62 Stockwerken eröffnet, es wird das zweitgrößte Gebäude Melbournes hinter dem Eureka Tower sein. Für das Jahr 2006 wird die Fertigstellung des Eureka Towers bevorstehen, er wird dann das größte Gebäude Melbournes sein mit 291 Metern Höhe und 91 Stockwerken.
Freizeit und Erholung
Die Stadt Melbourne feiert jährlich den "Melbourne Cup Day", der im Stadtgebiet allgemein arbeitsfrei ist. Am ersten Dienstag im November findet das allseits beliebte Pferderennen um den Melbourne Cup statt.
In den Sommermonaten läuft das "Summer-Fun-in-the-Parks"-Programm. Hier finden am Abend kostenlose Open-Air-Jazz-Konzerte in den diversen Parks und Beobachtungsnächte des Südsternhimmels von der Victoria Astronomical Society statt. Zu diesen und vielen weiteren Angeboten erscheinen die Melbourner selten ohne die Begleitung eines Picknick-Korbes.
Das Künstlerviertel von Melbourne findet sich im südöstlichen Stadtteil Prahran, wo sich, vor allem in der Chapel St., viele Galerien, Boutiquen und bei jungen Leuten und Künstlern angesagte Bars und Restaurants befinden.
Wichtige internationale Sportveranstaltungen, die alljährlich in Melbourne stattfinden, sind das Tennis-Grand-Slam-Turnier Australian Open und der Auftakt zur Formel 1, der Großer Preis von Australien auf dem Albert Park Circuit in St. Kilda. Ebenfalls in Melbourne findet alljährlich das Finale der Australien Football League (AFL) im Melbourne Cricket Ground (MCG) statt.
Eine der bedeutendsten touristischen Attraktionen ist das zum Teil im Flussbett des Yarra River unterirdisch angelegte Aquarium. Ein beliebtes Erholungsgebiet für die Bewohner der Stadt sind auch die Dandenong Ranges, eine Bergkette östlich von Melbourne.
Wirtschaft und Infrastruktur
In Melbourne werden unter anderem Schiffe und Erdölprodukte aus den Werften und Raffinerien an der Port Phillip Bay sowie Chemikalien, Druckerzeugnisse, Metalle, Kraftfahrzeuge, elektrische und elektronische Geräte, Maschinen, Textilien, Kleidung, Papier und Nahrungsmittel hergestellt.
Mit dem Stahl- und Bergbaukonzerns Broken Hill Proprietary Company, Ltd. (BHP), dessen Hauptquartier sich in der Stadt befindet, beherbergt Melbourne das größte Industrieunternehmen Australiens. Andere Firmen des Landes mit Sitz in Melbourne sind die National Australian Bank und Pacific Dunlop, ein Unternehmen, das verschiedene Konsumgüter herstellt und vermarktet.
Verkehr
Die Stadt ist ein Eisenbahn- und Verkehrsknotenpunkt. Der Hauptflughafen Melbourne International Airport liegt 22 Kilometer nordwestlich vom Zentrum im Vorort Tullamarine. Ein weiterer Flughafen, der von Billig-Airlines genutzt wird, liegt südwestlich von Melbourne in Avalon.
Der öffentliche Nahverkehr wird von vielen Melbournians auch seit der Privatisierung und Aufspaltung in verschiedene Firmen immer noch 'The Met' genan | | |