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| Australisches Antarktis-Territorium |
Australisches Antarktis-TerritoriumDas Australische Antarktis-Territorium mit offiziellem Namen Australian Antarctic Territory ist ein Gebiet von 160° O bis 142° O und 136° O bis 45° O Breitengrad in der Antarktis, auf das der Staat Australien seit dem 24. August 1936 Anspruch erhebt. Das schmale Stück zwischen 142° O bis 136° O wird von Frankreich beansprucht und teilt das Territorium. Mit der Unterschrift unter den Antarktisvertrag wurde der international nie anerkannte Anspruch vorerst aufgeschoben.
Erst seit dem 11. Februar 1954 ist Australien mit der Mawson-Station auch permanent in der Antarktis vertreten, seitdem wird das Gebiet durch die Australian Antarctic Division (AAD) verwaltet. Seit 1957 werden in unregelmäßigen Abständen Briefmarken herausgegeben, die auch auf dem australischen Festland gültig sind.
Kategorie:Antarktis
Kategorie:Abhängiges Gebiet (Australien)
Antarktis
Die Antarktis (wörtlich: Gegen-Arktis) umfasst die um den Südpol gelegenen Land- und Meeresgebiete. Als mathematisch-astronomische Zone wird sie durch den südlichen Polarkreis begrenzt und reicht somit bis 66° 33' südlicher Breite. Als geografische Grenze gilt die antarktische Konvergenz bei etwa 50° südlicher Breite, wo das kalte antarktische unter das wärmere subtropische Oberflächenwasser absinkt.
Im Zentrum der Region liegt der Kontinent Antarktika, auch Südkontinent genannt, für den jedoch unkorrekterweise meist selbst die Bezeichnung Antarktis verwendet wird.
Die Antarktis wurde ab 1820 von verschiedenen Forschern und Seefahrern erschlossen. 1958 wird im Antarktisvertrag der politische Status der Antarktis geregelt.
politische Status der Antarktis
Geografie
Übersicht
Die Antarktis als astronomische Zone umfasst 21,2 Millionen km2; die physisch-geografische Region ist 52 Millionen km2 groß. Antarktika ist mit fast 13,2 Millionen km2 etwa 2,7 Millionen km2 größer als Europa. Die genaue Größe ist nicht bekannt, da sich unter dem Schelfeis Wasser befindet. Man unterteilt den Kontinent in einen West- und einen wesentlich größeren Ostteil.
Das höchste Gebirge ist das 5.140 m hohe Vinson-Massiv mit dem Mount Vinson im Westen (mitunter werden auch 4.897 m angegeben), der tiefste Punkt ist mit 2.538 m unter dem Meeresspiegel der subglaziale (unter dem Eis liegende) Bentleygraben im Ostteil der Antarktis.
Abgesehen von vielen kleinen Inseln ist der nächstgelegene Punkt eines anderen Kontinents Feuerland an der Südspitze Südamerikas, danach das Kap der guten Hoffnung, Tasmanien und Neuseeland.
Neuseeland
Aufteilung
(alphabetisch sortiert)
Die Antarktis ist in mehrere große Gebiete, Meere und Schelfs unterteilt:
Landschaften, Gebirge und Hochländer:
- Adelieland
- Amerikanisches Hochland
- Antarktische Halbinsel
- Antarktische Hochsee
- Grahamland
- Palmerland
- Byrd-Land (siehe Marie-Byrd-Land)
- Coatsland
- Dronning-Maud-Land
- Edith-Ronne-Land
- Ellsworthland
- Enderbyland
- Kaiser-Wilhelm-II.-Land mit Gaussberg
- Königin-Maud-Land
- Marie-Byrd-Land
- McMurdo-Sund
- Neuschwabenland
- Polarplateau
- Princess-Elisabeth-Land
- Prinz-Charles-Mountains
- Transantarktisches Gebirge
- Victorialand
- Wilkesland
Inselwelt:
Einige Inseln vor der Küste der Antarktis bzw. im Südpolarmeer:
- Alexander-I.-Insel
- Balleny-Inseln
- Berkner-Insel
- Elephant Island
- Ross-Insel
- Südgeorgien
- Südliche Orkneyinseln
- Südliche Shetlandinseln
Gletscher:
In den Randgebieten der Antarktis bewegen sich ihre Eismassen im Rahmen von zahlreichen Gletschern in Richtung der Küsten des Arktischen Ozeans; dazu zählen:
- Lambert-Gletscher - längster und größter Gletscher der Erde
- Beardmore Gletscher
Schelfe:
Im Bereich der Küsten der Antarktis - also unter anderen in den Buchten des Südpolarmeers - befinden sich die Eismassen der Schelfe, die unter anderen von den Gletschern gespeist werden; dazu zählen:
- Amery-Schelfeis
- Filchner-Ronne-Schelfeis
- Larsen-Schelfeis
- Riiser-Larsen-Schelfeis
- Ross-Schelfeis
Meere:
Die Antarktis ist umgeben vom Südlichen Ozean.
- Amundsensee
- Bellingshausensee
- Davissee
- Rossmeer
- Weddell-Meer
Ein Kontinent unter dem Eis
Das auffälligste Merkmal des antarktischen Kontinents ist die fast völlige Vereisung. Rund 90 % des irdischen Eises und 75 % der weltweiten Süßwasser-Reserven sind in der bis zu 4.500 m dicken Eisdecke enthalten. Im antarktischen Winter erstrecken sich die Schelfeisgebiete weit ins Meer, die Eisdecke erstreckt sich dabei auf ein Gebiet von bis zu 30 Millionen km2. Nur etwa 280.000 km2 des Kontinents sind eisfrei, was etwa 2,4 % der Gesamtfläche entspricht. Die mächtigsten Eisschichten liegen im Adelieland im Ostteil. Nur etwa 400 km von der Küste entfernt befindet sich ein tiefer subglazialer Graben, über dessen Grund sich das Eis 4.776 m erhebt. Die dünnsten Eisschichten findet man über den bis zu 3.500 m hohen subglazialen Gebirgen im Inneren des Kontinents.
Eisberge
Adelieland
Typisch für die Antarktis sind gigantische Tafeleisberge, die regelmäßig vom Schelfeis abbrechen („kalben“) und auf dem Meer treibend Tausende Kilometer zurücklegen können. Es kann mehrere Jahre dauern, bis ein großer Eisberg vollständig geschmolzen ist; allerdings kann ein großer Eisberg leicht in mehrere kleine auseinander brechen, zum Beispiel durch differenzielle Meeresströmungen. Diese Langlebigkeit großer Eisberge lieferte auch die Grundlage futuristischer Vorhaben, Eisberge als Süßwasserspeicher mit Schleppern etwa nach Afrika zu transportieren.
Am 30. April 1894 wurde mitten im Atlantischen Ozean bei 26° 30' S, 25° 40' W (südöstlich von Trindade) ein Eisberg gesichtet, die nördlichste Position eines antarktischen Eisberges, die je aufgezeichnet wurde.
- Siehe hierzu auch: A-38 und B-15
Erdgeschichtliche Entwicklung
Die Landflächen der Antarktis waren vor mehr als 170 Millionen Jahren Teil der Landmasse des Großkontinentes Gondwana und befanden sich in der Nähe des Äquators. Nach dem Auseinanderbrechen von Gondwana infolge der Kontinentaldrift wurde die Antarktis langsam nach Süden bewegt. Während der Kontinent zu Beginn des Tertiärs vor ca. 65 Millionen Jahren noch tropisch bis subtropisch war (und zu dem Zeitpunkt noch mit dem Australischen Kontinent eine gemeinsame Landmasse bildete), kam es infolge der Drift Richtung Süden zu einer fortschreitenden Abkühlung. Vor etwa 30 Millionen Jahren hatte sich der Kontinent dem Pol bereits so weit genähert, dass es erste nennenswerte Eisfelder gab. Vor ca. 25 Millionen Jahren an der Wende der erdgeschichtlichen Epochen von Oligozän und Miozän begann infolge der Öffnung der Drake-Passage zwischen der Antarktis und Südamerika und der dadurch ausgelösten Bildung des Zirkumpolarstroms eine verstärkte Vereisung, welche die bis dahin den Kontinent bedeckenden Wälder verdrängte, aber erst seit etwa fünf Millionen Jahren ist der Kontinent von einem dicken Eispanzer nahezu vollständig bedeckt.
Klima
Wälder
Der antarktische Kontinent ist in aller Hinsicht ein klimatischer Extremfall. Von allen Erdteilen ist er
- der kälteste: Die inländische Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei –55 Grad Celsius. Die Monatsmitteltemperaturen variieren aufgrund der Tageslänge – in der Polarnacht im antarktischen Winter scheint die Sonne gar nicht, im antarktischen Sommer hingegen 24 Stunden am Tag – auf dem Polarplateau zwischen –40 und –68 Grad Celsius, an der Küste zwischen ca. –18 Grad Celsius im Juni und einigen Grad über Null im wärmsten Monat Januar. Die tiefste jemals auf der Erde in der freien Natur gemessene Temperatur betrug –89,2 Grad Celsius und wurde am 21. Juli 1983 von der sowjetischen Wostok-Station auf dem Polarplateau, das häufig auch als Zentralplateau bezeichnet wird, aufgezeichnet.
- der niederschlagärmste: In der Regel handelt es sich bei den antarktischen Niederschlägen um Schnee. Im Jahresdurchschnitt sind das etwas über 40 l/m2 im Inneren des Erdteils. Nach rein niederschlagsorientierten Definitionen sind also diese Gebiete eine Wüste (und zwar die größte der Welt). Zur Küste hin nimmt der Schneefall jedoch deutlich zu.
- der windigste: Die Pol-Lage und die vom Polarplateau zur Küste hin wehenden konstanten Fallwinde wirken bestimmend nicht nur auf den Kontinent selbst, sondern auch auf das angrenzende Polarmeer. Im Juli 1972 wurde bei der Dumont-d’Urville-Station eine Windgeschwindigkeit von 327 km/h (91 m/s) gemessen.
Trotz der großen Kälte finden sich in der Antarktis eisfreie Zonen wie die Bunger-Oase. (vgl. Abschnitt Literatur)
Flora und Fauna
Abschnitt Literatur
Die Antarktis ist umgeben von einer riesigen Packeiszone, in der sich eines der üppigsten Ökosysteme der Welt entwickelt hat. In den Meeren wimmelt es von riesigen Schwärmen antarktischen Krills (Euphausia superba und andere). Dieser Krill bildet den Beginn der Nahrungskette für die zahlreichen Meeres- und Landtiere, wie Fische, Wale, Kalmare, Seelöwen, Seehunde, Pinguine und zahlreiche Meeresvögel.
Auf dem antarktischen Packeis brüten zwei Pinguinarten: Der Kaiserpinguin und der Adeliepinguin. Zu den auf dem antarktischen Kontinent brütenden Vögeln zählen jedoch auch 19 flugfähige Vogelarten wie beispielsweise der Königsalbatros sowie der Schneesturmvogel und der Silbersturmvogel, die beide zum Teil hundert Kilometer landeinwärts auf den auf dem antarktischen Kontinent liegenden Bergen brüten, die eisfrei hervorragen.
Unter den Robben, die in der Antarktis an Land gehen, sind vor allem die Weddellrobbe, der Krabbenfresser und der Seeleopard erwähnenswert. Im Sommer kommen noch mehr als 100 Millionen Zugvögel hinzu, die auf dem Packeis und den vorgelagerten Inseln brüten. Es wurde abgeschätzt, dass allein die Wale des Südlichen Ozeans etwa 55 Millionen Tonnen Tintenfische fressen, das entspricht etwa drei Viertel der Menge des Fischfangs der weltweiten Fischereiflotten.
Im Gegensatz zum vielfältigen Leben in den Ozeanen und an den Schelfeisrändern erscheinen die wenigen eisfreien Regionen, die auch als antarktische Oasen bezeichnet werden und die sich im Innern der Antarktis befinden, öde und leer, da hier kaum höher entwickelte Lebensformen vorgefunden werden. Stattdessen werden diese Gebiete vorwiegend von Mikroorganismen, Moosen und Flechten sowie einigen wirbellosen Tieren bevölkert. In der gesamten Antarktis gibt es nur zwei Blütenpflanzen: die Antarktische Schmiele (Deschampsia antarctica) und das Nelkengewächs Colobanthus quitensis. Durch den Menschen eingeschleppt wurden jedoch auch der Kriechende Hahnenfuß, die Wassersegge, die Rispengräser Poa annua und Poa pratensis sowie die Vogelmiere. Das größte dauerhaft landlebende Tier der Antarktis ist eine 12 Millimeter große, flügellose Zuckmückenart namens Belgica antarctica. Neben diversen Algen wurden mittlerweile mehr als 200 Flechtenarten, mehr als 100 Arten von Moosen und Lebermoosen sowie etwa 30 Macrofungi gefunden.
Die Antarktis bildet ein eigenes Florenreich, das antarktische Florenreich. Es umfasst die Südinsel Neuseelands, den süd-westlichen Teil Patagoniens und den antarktischen Kontinent und beherbergt dreizehn unterschiedliche Pflanzengattungen, wie zum Beispiel die Südbuche (Nothafagus), Gunnera oder Fuchsia, von denen die meisten allerdings nicht in der Antarktis selbst beheimatet sind.
Artenvielfalt am Meeresboden
Auch der Meeresboden der Antarktis ist von einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen bevölkert, vergleichbar mit der Vielfalt tropischer Riffe.
Einige der Tiere sind schon hunderte von Jahren alt, was zuerst darauf schließen lässt, dass der antarktische Meerboden in diesen Zeiträumen nie größeren Veränderungen unterzogen war. Aber die Eisberge des antarktischen Eisschilds, die jährlich abbrechen und sich mit gewaltiger Kraft ins Meer schieben, pflügen den Meeresboden um. Mindestens fünf Prozent des Kontinentalsockels sind durch diesen Vorgang „vernarbt“. Dies bedeutet eine durchaus große Veränderung für die lokalen Lebensformen.
Rutscht ein Eisberg ins Meer, gleitet er oft bis zu einen Kilometer über glatte Flächen, ohne im Grund steckenzubleiben. Auf seinem Weg zieht er lange Gräben im Boden, bis er an einer Erhebung zum Stehen kommt, die deshalb auch „Eisbergfriedhof“ genannt wird. Bei diesem Prozess und dem anschließenden Schmelzen wird dieser Bereich des Meeresbodens für Jahre geschädigt.
Die Wiederbesiedlung des durchzogenen Bereichs beginnen Fische, gefolgt von Seesternen und Seeigeln. Mit der Rückkehr von Glasschwämmen als letzte „Pioniere“ stellt sich nach Jahrzehnten wieder ein Gleichgewicht ein.
Dieser Vorgang wiederholt sich zum Beispiel am Eisbergfriedhof des südöstlichen Weddellmeers ungefähr alle 35 Jahre, im Bereich des Kontinentalsockels alle 230 Jahre. Obwohl die Eisberge auf kurze Sicht eine Katastrophe für die Flora und Fauna des Meeres sind, sorgen sie auf lange Sicht für eine größere Artenvielfalt, da nach jedem Durchpflügen auch andere Spezies die Gegend neu besiedeln und sich weiterentwickeln.
Bevölkerung
Die Antarktis hat keine eigene Bevölkerung im eigentlichen Sinne, in den über 80 Forschungsstationen leben jedoch im Sommer ca. 4.000 und im Winter ca. 1.000 Menschen, wobei die genaue Anzahl stark variiert. Allein auf der größten Station, McMurdo, lebten im Juli 2005 (also mitten im antarktischen Winter) 79 Frauen und 162 Männer.
In der Antarktis wurden mindestens drei Kinder geboren: 1978 ein argentinischer Junge und 1986/1987 in der chilenischen Station ein Junge und ein Mädchen.
Forschungsstationen
Hauptartikel: Forschungsstationen in der Antarktis
Im südlichen Bereich innerhalb des 60. Breitengrades existieren nach Angaben von COMNAP 82 Forschungsstationen, davon sind 37 Stationen ganzjährig und 36 Stationen nur in den Sommermonaten im Einsatz.
Hervorzuheben sind hierbei die US-amerikanischen Stationen Palmer und McMurdo, deren Häfen die logistische Grundlage der meisten Aktivitäten in der Antarktis bilden, sowie die Amundsen-Scott-Südpolstation und aus deutscher Sicht die Neumayer-Station.
Forschung
Neumayer-Station]]
Die gegenwärtigen Aktivitäten in der Antarktis liegen zum großen Teil in der Forschung. Der Grund hierfür liegt in den einzigartigen Möglichkeiten, die die Antarktis in vielen Forschungsbereichen bietet. Aufgrund der hohen Kosten durch die Abgeschiedenheit des Kontinents und des hierdurch entstehenden logistischen Aufwandes konzentriert man die Forschungen allerdings meist auf Forschungsbereiche, in denen der Standort Antarktis entweder zwingend erforderlich ist, wie zum Beispiel biologische und geologische Forschungen, oder für die bessere Bedingungen herrschen als an anderen Orten auf der Erde wie zum Beispiel astrophysikalische oder aeronomische Forschungen. Da bisher noch nicht absehbar ist, wie die Nutzung des antarktischen Kontinents in der Zukunft aussehen wird, bekräftigen viele Nationen durch ihre Präsenz mit wissenschaftlichen Stationen ihre gegenwärtigen oder zukünftigen Ansprüche auf die Ressourcen des Kontinents (siehe unter Politik).
Astrophysik
: (Hauptartikel: Geschichte der Astrophysik in der Antarktis)
Im Laufe des 20. Jahrhunderts erkannte man die Möglichkeiten, die die Antarktis für astrophysikalische Untersuchungen bietet.
1912 entdeckte Frank Bickerton, ein Mitglied der Mawson-Expedition, zufällig den ersten Meteoriten in der Antarktis. Seit 1969 wird systematisch nach Meteoriten gesucht, da die Antarktismeteoriten sehr gut konserviert sind und nur geringe Verwitterungsspuren zeigen. Seit den 1950ern werden Detektoren für kosmische Strahlung betrieben, seit den 1980ern untersucht und nutzt man den Standort auch vermehrt für die Infrarot-, Submillimeter-, Radio- und Neutrinoastronomie.
Biologie
Die Antarktis beherbergt Ökosysteme, die einzigartig auf der Erde sind. Zum einen liegen sehr extreme Umweltbedingungen vor, zum anderen ist die Region – durch Ersteres bedingt – noch weitgehend frei von menschlichen Einflüssen.
Ein ungewöhnliches und zugleich sehr einfaches Ökosystem liegt in den Trockentälern nahe der McMurdo-Station vor, das vorwiegend von Mikroorganismen, Moosen und Flechten und einigen wirbellosen Tieren bevölkert wird. Durch die wenigen vorkommenden Organismen können die Zusammenhänge und gegenseitigen Beziehungen sowie ihre Anpassung an die extremen Lebensbedingungen sehr umfassend untersucht werden.
Überraschenderweise stellte man fest, dass sich das Leben nicht nur auf die wenigen eisfreien Regionen beschränkt, sondern auch an unerwarteten Stellen nachgewiesen werden kann. In den Trockentälern wurden zum Beispiel Algen und Flechten gefunden, die innerhalb von Sandsteinfelsen leben. Selbst in den Weiten des antarktischen Eispanzers wurden in kleineren Eisspalten und Schmelzwasserseen auf den Gletschern verschiedene Algen und andere Organismen gefunden.
Im Gegensatz zum Land ist der Ozean reich an Leben. Hier interessiert die Forscher vor allem die Anpassung der Organismen an die niedrigen Temperaturen.
Geologie
Sandstein
Über die gesamte antarktische Halbinsel zieht sich ein Gürtel von immer noch aktiven Vulkanen, darunter der fast 3.800 m hohe Mount Erebus.
Antarktika setzt sich aus zwei Kontinentalplatten zusammen, der flächenmäßig weitaus größeren antarktischen Platte, die heute größtenteils von der Inlandeisplatte bedeckt ist, und einer kleineren, die hauptsächlich den westlichen Teil des Kontinents und die Antarktische Halbinsel einnimmt. Die intensive Untersuchung der Seymourinsel am Ausläufer der Halbinsel ergab reichhaltige Fossilienfunde, die auf gemäßigtere Zonen hinweisen. Diese Funde belegen, dass sich die Erdteile im Laufe der Zeit verschoben haben, und stützen damit Alfred Wegeners Modell der Kontinentaldrift (s.a. Abschnitt Erdgeschichtliche Entwicklung).
Glaziologie
Der antarktische Eisschild bedeckt nahezu den gesamten Kontinent und enthält etwa 75 % der Süßwasserreserven der Erde. Die Glaziologie untersucht die Struktur, die Geschichte und die interne Dynamik des Eispanzers. Das Ziel der Untersuchungen liegt im Verständnis der zukünftigen Entwicklung der Antarktis und des Einflusses möglicher Veränderungen auf das Weltklima. Die wichtigsten Erkenntnisse werden hierbei aus der Untersuchung von Eisbohrkernen gewonnen.
Klimatologie
Die von den Glaziologen gewonnenen Eisbohrkerne bilden auch für die Klimatologen eine wichtige Informationsquelle, da aus ihren Zusammensetzungen und ihren Schichtenaufbauten Rückschlüsse über die Klimageschichte der Erde gezogen werden können.
Diese Eisarchive reichen weiter in die Erdgeschichte zurück als an jedem anderen Ort der Erde. Zugleich liefern sie komplementäre Informationen zu den Eisbohrkernen der Nordhalbkugel, wie z.B. aus Grönland, da durch die große räumliche Distanz der Probenentnahme regionale Unterschiede identifiziert werden können.
Weiterführende Informationen zu einem Klimaforschungsprojekt findet man im Artikel des Cape-Roberts-Bohrprojekts.
Medizin
Das Personal der Antarktisstationen wird nach strengen medizinischen und psychologischen Kriterien ausgewählt, da die Stationen meist über längere Zeit von der Außenwelt isoliert sind. Die medizinische und psychologische Beobachtung der Wissenschaftler bietet einzigartige Möglichkeiten, u.a. zur Untersuchung des Einflusses des Tag-/Nachtrhythmus, der Ernährung und des psychischen Wohlbefindens von kleinen Gruppen unter hohem Stress.
Meteorologie
Die Antarktis spielt für das Wetter der Südhalbkugel eine wichtige Rolle, deshalb werden auf dem Kontinent umfangreiche meteorologische Untersuchungen durchgeführt. Diese Untersuchungen werden seit den 1950ern an die Anrainerstaaten weitergegeben, da sie eine große Bedeutung in der Wettervorhersage einnehmen.
Auch aeronomische Untersuchungen, das heißt Untersuchungen der höheren Schichten der Erdatmosphäre, vor allem der Stratosphäre, haben im ausgehenden 20. Jahrhundert an Bedeutung gewonnen. Den Schwerpunkt bilden hier Forschungen über das Ozonloch, das 1985 erstmals nachgewiesen werden konnte.
Der Südliche Ozean untergliedert sich in seiner Tiefenstruktur in drei Bereiche, das antarktische Oberflächenwasser, das zirkumpolare Tiefenwasser und eine darunter liegende stationäre Schicht. Im Bereich des Kontinentalschelfs sind hingegen nur zwei Bereiche unterscheidbar, über einer leicht modifizierten Schicht des zirkumpolaren Tiefenwassers liegt eine Schicht Schelfwasser.
Das zirkumpolare Tiefenwasser ist in das weltumspannende Zirkulationssystem der Ozeane eingebunden, so dass der Region eine große Rolle im globalen Wärmehaushalt zukommt.
Eine wesentliche Rolle spielen dabei die vertikalen Zirkulationsströme, die einen Austausch zwischen dem Tiefen- und Oberflächenwasser bewirken. Dies führt dazu, dass zum einen das Tiefenwasser durch Wärmeabgabe an die viel kältere Atmosphäre abkühlt, zum anderen aber auch mit Kohlendioxid und Sauerstoff aus der Luft angereichert wird.
Etwa 1.500 Kilometer vor den Küsten findet man mit der antarktischen Konvergenz eine stabile Strömung, den antarktischen Zirkumpolarstrom, die den Kontinent ostwärts umspült. Diese Strömung trennt das kalte antarktische Wasser von den wärmeren nördlicheren Ozeanen und sorgt dadurch für eine effektive Wärmeisolation der Antarktis, die wesentlich zu den extrem niedrigen Temperaturen des Kontinents beiträgt.
Infrastruktur
Die Entlegenheit der Antarktis und die extremen Klimaverhältnisse bedingen, dass Antarktika im Verhältnis zu ihrer Größe die bei weitem schwächste Versorgung mit Infrastruktur aller Kontinente aufweist. Unter Berücksichtigung der überaus niedrigen Bevölkerungszahl (max. rund 4.000) und der extrem niedrigen Bevölkerungsdichte (0,0001-0,0003 Einwohner/km²) ist die Kommunikations- und Verkehrsinfrastruktur aber dennoch relativ leistungsfähig, wenn auch mit enormem technischem Aufwand. Stark eingeschränkt ist aber etwa die Gesundheitsversorgung für die Bewohner: So gibt es den ganzen Winter über in der Antarktis keinen Zahnarzt.
Kommunikation
Von militärischen Kommunikationswegen und Amateurfunk abgesehen ist das Iridium-System nutzbar. Bis 2009 soll ein 1.700 km langes Glasfaserkabel zur Internetanbindung auf dem Polarplateau zwischen der Südpolstation und der ganzjährig besetzten Dome C-Station fertig gestellt sein, bei der bereits eine Anbindung an die geostationären Kommunikationssatelliten besteht.
Transport
Die US-amerikanische Marine unterhält zwei Seehäfen, McMurdo und Palmer, deren Nutzung jedoch durch die US-amerikanische Regierung stark reglementiert ist.
Die Versorgung der Festlandstationen wird überwiegend von Lockheed C-130 Hercules-Flugzeugen der New York Air National Guard übernommen. 27 Stationen besitzen Flughäfen und/oder Hubschrauberlandeplätze, eine Landebahn ist länger als drei Kilometer und sechs weitere sind zwischen zwei und drei Kilometer lang. Die Nutzung dieser Einrichtungen muss ebenfalls im Vorfeld von den betreffenden Regierungen genehmigt werden.
Weblinks: [http://www.worldaerodata.com/countries/Antarctica.php Liste der Flughäfen] (englisch)
Politik
:(Hauptartikel: Politischer Status der Antarktis)
Weit entfernt von den Welthandelsrouten, unwirtlich und lebensfeindlich, ist die Antarktis von der Kolonialisierung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts verschont geblieben. Auch die Staaten, die klassische Territorialansprüche geltend machen, mussten sich eingestehen, dass die tatsächliche Durchsetzung derartiger Ansprüche schlichtweg unrealistisch ist.
Auf Initiative des Geophysikalischen Jahres 1957/58 hin wurde daher eine Form der internationalen Zusammenarbeit gefunden, die ebenso einmalig ist wie die Antarktis selbst. Auf der Grundlage des Antarktisvertrags von 1959 hat sich das Antarktische Vertragssystem entwickelt, das unabhängig von der UNO ist und die Antarktis von wirtschaftlicher Ausbeutung und militärischer Nutzung freistellt. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges wurde ein internationales Vertragswerk geschaffen, das heute eine Schlüsselstellung in der internationalen Umweltpolitik inne hat.
Wirtschaft
Ein vollständig ausgebildetes Wirtschaftssystem existiert in der Antarktis nicht. Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Forschung, die auch die Grundlage für die meisten anderen Arbeitsplätze in der Antarktis bildet. Größter Arbeitgeber in der Antarktis ist die für die US-Stationen zuständige [http://www.polar.org/ Raytheon Polar Services Company].
Währung
Eine Besonderheit der Antarktis ist der antarktische Dollar. Er ist jedoch keine offizielle Währung, sondern lediglich eine 1996 herausgegebene Sammlerserie von selbst kreierten Banknoten des Antarctica Overseas Exchange Office. Mit einem Großteil des Erlöses wurden Forschungsprojekte in der Antarktis unterstützt.
Bodenschätze
Es wurden Lagerstätten von Eisenerz, Chrom, Kupfer, Gold, Nickel, Platin und anderer Mineralien sowie Kohle, Erdöl und Erdgas gefunden, der Antarktisvertrag verbietet jedoch bisher die wirtschaftliche Nutzung der Antarktis.
Der Vertrag der 44 Nationen wird 2041 auslaufen.
Fischerei
In den reichen antarktischen Fischgründen wurden in der Saison 1998/99 offiziell knapp 120.000 Tonnen, durch illegalen Fischfang jedoch schätzungsweise das Fünffache, gefangen. 1998 wurden von der französischen und australischen Marine acht illegale Fischtrawler aufgebracht.
Tourismus
Obwohl die Antarktis für den Menschen eine lebensfeindliche Umgebung darstellt, erfreuen sich touristische Reisen dorthin zunehmender Beliebtheit. Die Abgeschiedenheit, fehlende Infrastruktur, Witterungsverhältnisse und strenge Umweltschutzauflagen machen diese Ausflüge jedoch zu einem Vergnügen, das nur sehr zahlungskräftigen Personen vorbehalten bleibt. Es gibt einige kommerzielle Angebote für Kreuzfahrten in die Antarktisregion. Darüber hinaus bieten Veranstalter Landausflüge auf den Kontinent und die vorgelagerten Inseln an. Außerdem ist es für Touristen möglich, mit einem Kleinflugzeug die US-amerikanische Amundsen-Scott-Südpolstation zu besuchen. Für Vollprofis gibt es auch die Gelegenheit, einige Berge auf dem antarktischen Kontinent zu besteigen und für Fans extremer Outdoor-Erlebnisse bietet sich ein Aufenthalt im Zeltlager „Patriot Hills“ an, das selbstverständlich nur per Kleinflugzeug zu erreichen ist. Alle Reisen in das antarktische Gebiet (dazu zählt alles südlich des 60. Breitengrades) unterliegen den Bestimmungen des 1991 in Kraft getretenen Umweltschutzprotokolls, welches Bestandteil des internationalen Antarktisvertrages ist.
Der Tourismus beschränkt sich im Wesentlichen auf die Monate November bis Februar. Während 1990/91 nur 1.000 Touristen in die Antarktis kamen, waren es in der Saison 2002/03 bereits 14.000. Nach den USA stellt Deutschland die zweitgrößte Besuchergruppe. Beliebtester Startpunkt für Antarktisreisen ist Ushuaia am Südzipfel Argentiniens. Von dort aus ist die antarktische Halbinsel durch die Drake-Passage zu erreichen und nur ca. zwei Tagesreisen entfernt.
Als besonders außergewöhnliche touristische Aktion gibt es seit 1995 regelmäßig einen Antarktis-Marathon mit einer sehr begrenzten Teilnehmeranzahl. Außerdem findet jeden Sommer zu Neujahr auf McMurdo das Musikfestival IceStock statt.
Geschichte
Lange vor der Entdeckung der Antarktis im Jahre 1820 nahm man die Existenz eines riesigen Südkontinents an, der ein Gegengewicht zu den Landmassen der Nordhalbkugel bilden sollte. Dieser Kontinent namens Terra australis ist auf zahlreichen Weltkarten der frühen Neuzeit abgebildet. Da einige dieser Darstellungen, zum Beispiel die Karte des Piri Reis von 1513, die Karte des Oronteus Finaeus von 1531, die Karte von Gerhard Mercator von 1569 oder die Karte von Philippe Buache von 1754, verblüffende Ähnlichkeiten mit der tatsächlichen Lage und Form der Antarktis aufweisen, gibt es Autoren, die vermuten, dass die Antarktis bereits lange vor dem offiziellen Datum
1820 entdeckt wurde.
Tatsächlich aber gibt es keinerlei Beweise für die Anwesenheit von Menschen in der Antarktis vor dem 19. Jahrhundert. Allerdings wurden durchaus schon Entdeckungsreisen im Südpolargebiet unternommen, so wurden zum Beispiel die Südlichen Shetlandinseln wahrscheinlich bereits 1599 durch Dirk Gerritz entdeckt. James Cook durchkreuzte den Südlichen Ozean in den Jahren von 1772 bis 1775 und überquerte dabei 1773 als wahrscheinlich erster Mensch den Südlichen Polarkreis, aber Packeis verhinderte, dass er die Antarktis selbst zu Gesicht bekam.
Die erste Sichtung der Antarktis kann nicht mit absoluter Sicherheit an einem Ereignis festgemacht werden: Kapitän Fabian von Bellingshausen von der russischen Marine, Kapitän Edward Bransfield von der britischen Marine und der US-amerikanische Robbenjäger Nathaniel Palmer sichteten die Antarktis innerhalb weniger Tage oder Wochen, wahrscheinlich war Bransfield am 27. Januar 1820 der erste. Die erste Landung fand nur ein Jahr später durch den US-amerikanischen Robbenjäger John Davis am 7. Februar 1821 statt. Der englische Seefahrer James Weddell konnte bei guten Witterungsbedingungen 1823 im nach ihm benannten Weddell-Meer bis auf 74° 15' Süd vorstoßen. Der französische König beauftragte daraufhin Jules Dumont d’Urville diesen Rekord zu brechen, doch dessen Reise 1837-1838 war erst im zweiten Anlauf erfolgreich, wo er das Adelie-Land sichtete.
Nachdem 1831 der magnetische Nordpol lokalisiert wurde, brach James Clark Ross mit seinen Schiffen Erebus und Terror 1839 zum magnetischen Südpol auf. Auf der Suche danach konnte Ross zwar dessen ungefähre Position bestimmen, ihn aber nicht erreichen. Dabei kartierte er auch die Ross-See, eine Seeregion, die später nach ihm benannt wurde.
Die eigentliche Eroberung der Antarktis aber begann 1895 mit dem 6. Internationalem Geographischen Kongress, der in Londons Imperial Institute stattfand. Am 3. August wurde auf diesem Kongress eine Resolution verabschiedet, die festhielt „that this Congress record its opinion that the exploration of the Antarctic regions is the greatest piece of geographical exploration still to be undertaken“ und forderte die Wissenschaftler der Welt auf, Expeditionen dorthin zu planen.
:Wild wie kein anderes Land unserer Erde liegt es da, ungesehen und unbetreten. (Roald Amundsen, 1911)
In einer Zeit, in der die gesamte Welt entdeckt schien, empfand man die Antarktis als letzten unbekannten Flecken der Erde und die Eroberung dieses Teils der Erde wurde zur Metapher für den Triumph des Imperialismus. In diesem Sinne sagte Leonard Darwin, der Präsident der Royal Geographical Society während eines Abschiedsessen für Robert Falcon Scott, bevor dieser zu seiner Antarktisexpedition aufbrach: „Scott is going to prove once again that the manhood of our nation is not dead and that the characteristics of our ancestors who won the Empire still flourish among us“.
Robert Falcon Scott
Die Antarktisexpedition von Scott (1901-1904) näherte sich dem Südpol bis auf 480 Meilen. Die erste deutsche Südpolarexpedition fand von 1901 bis 1903 unter der Leitung von Erich von Drygalski statt. Ausgestattet mit dem Schiff Gauss entdeckten die Forscher das Kaiser-Wilhelm-II.-Land und sichteten aus einem Forschungsballon den Gaussberg.
Die Expedition von Ernest Henry Shackleton (1907 - 1909), ehemals ein Mitglied von Scotts Mannschaft, näherte sich dem Südpol bis auf 97 Meilen, bevor er zur Umkehr gezwungen war. Erst am 14. Dezember 1911 erreichte Roald Amundsen mit einer norwegischen Expedition als erster den Südpol, einen Monat bevor Robert Falcon Scott und sein Team dort anlangten. Scott wurde auf seinem Rückweg durch einen Schneesturm aufgehalten - er und sein ganzes Team starben. Als vierter großer Antarktisentdecker dieser Zeit gilt Douglas Mawson, der erst Mitglied der „Expedition Discovery“ unter Leitung von Shackleton war und 1911 eine eigene Expedition in die Antarktis durchführte. Die zweite deutsche Südpolarexpedition unter der Leitung von Wilhelm Filchner entdeckte 1912 mit dem für 9 Monate im Packeis eingeschlossenen Expeditionsschiff Deutschland das Filchner-Ronne-Schelfeis und das Prinzregent-Luitpold-Land. Eine der legendärsten Expeditionen der Antarktis ist jedoch die 1914 begonnene Expedition Endurance, die zum Ziel hatte, die Antarktis zu überqueren, jedoch ebenso wie das Expeditionsschiff Deutschland im Packeis eingeschlossen wurde.
Eine neue Ära der Antarktisentdeckung begann mit dem US-amerikanischen Konteradmiral Richard Evelyn Byrd, der zwischen 1928 und 1956 insgesamt fünf Expeditionen in die Antarktis führte. Am 28./29. November 1929 überflog er dabei als erster den Südpol. Bei seinen Erkundungen legte er das Hauptaugenmerk auf Forschung, und er nutzte auch als erster ein Flugzeug auf dem Kontinent. Bei der vom Dezember 1946 bis April 1947 stattfindenden Operation Highjump, der größten Antarktisexpedition aller Zeiten, brachte Byrd 4.700 Menschen, 13 Schiffe und 23 Flugzeuge zum Stützpunkt Little America im McMurdo-Sund und ließ mehr als 70.000 Luftbildaufnahmen machen. Byrds Expeditionen legten die Basis für die moderne Kartierung und Erforschung des Kontinents.
1938 plante eine deutsche Expedition unter Vorsitz des erfahrenen Polarkapitän Alfred Ritscher die Reise zum Südpol. Als Schiff wurde die „Schwabenland“ ausgewählt, der schwimmende Flugzeugstützpunkt der Lufthansa, von dem mit Hilfe von Dampfkatapulten 10t schwere Dornier-Flugboote vom Typ „Wal“ starten konnten. Diese revolutionäre Technik verwendete die Lufthansa bereits seit 1934 für den Postverkehr mit Südamerika. Die „Schwabenland“ wurde noch im Herbst 1938 in Hamburger Werften für die Expedition antarktistauglich gemacht. Nach den Umbaumaßnahmen der „Schwabenland“ (sie war vorher hauptsächlich in Tropengewässern eingesetzt worden) verließ sie Hamburg am 17. Dezember 1938 und erreichte die Antarktis am 19. Januar 1939. In den folgenden Wochen wurden auf insgesamt 15 Flügen der beiden Flugboote „Boreas“ und „Passat“ fast 600.000 Quadratkilometer Fläche überflogen und fotografiert. Dabei wurden 11.000 Bilder gemacht. Knapp 1/5 der antarktischen Fläche wurde so erstmals dokumentiert und gleichzeitig, durch Abwurf von beflaggten Aluminium-Stangen, als deutsches Reichsgebiet deklariert. Der Name des neuentdeckten Landes war „Neuschwabenland“.
Nur einmal ist es in der Antarktis tatsächlich zu Kampfhandlungen wegen Gebietsansprüchen gekommen: 1952 schossen argentinische Soldaten auf britische Forscher, als diese versuchten, eine zerstörte Forschungsstation wieder aufzubauen. Argentinien beanspruchte die Antarktische Halbinsel, da diese Landzunge an ihrem nördlichen Ende nur etwa 1.480 km von der Südspitze Südamerikas entfernt ist.
Nach Amundsen und Scott stand erst am 31. Oktober 1956 wieder ein Mensch auf dem Südpol, als der US-amerikanische Konteradmiral George Dufek dort mit einem Flugzeug vom Typ R4D Skytrain landete.
Während des Internationalen Geophysikalischen Jahres 1957 fand eine große Zahl von Expeditionen statt, unter anderem erreichte der Neuseeländer Sir Edmund Hillary mit umgebauten Traktoren als erster nach Scott den Südpol auf dem Landweg, und der Brite Sir Vivian Fuchs erreichte den Südpol auf Shackletons Route.
Der Antarktisvertrag wurde am 1. Dezember 1959 unterzeichnet und trat am 23. Juni 1961 in Kraft.
Am 7. Januar 1978 wurde in der Nähe der Hope Bay mit Emilio Marcos de Palma das erste Baby auf dem Kontinent geboren. Seine Mutter wurde von der argentinischen Regierung nur aus dem Grund in die Antarktis gesandt, die argentinischen Ansprüche zu untermauern.
Am 28. November 1979 stürzte eine DC-10 der Air New Zealand auf einem Touristenflug am Mount Erebus durch einen Navigationsfehler ab. Dieser Unfall, bei dem alle 237 Passagiere und die 20 Besatzungsmitglieder starben, beendete die Ära der kommerziellen Touristenflüge auf den Kontinent. Die Risiken waren ohne jeglichen wissenschaftlichen Nutzen nicht mehr vertretbar. Am 13. November 1998 blieb eine LC-130 Hercules-Maschine der New York Air National Guard, die sich auf einem Versorgungsflug befand, in einer Gletscherspalte stecken.
1996 wurde durch Satellitenaufnahmen ein riesiger See aus flüssigem Wasser entdeckt. Der Wostoksee liegt unter einem 3.600 Meter dicken Eispanzer in der Nähe der russischen Station Wostok.
Reinhold Messner und Arved Fuchs konnten erstmalig 1989 den gesamten Kontinent in 92 Tagen zu Fuß durchqueren. 2001 folgten ihnen die beiden Antarktis-Abenteurerinnen Ann Bancroft und Liv Arnesen auf Skiern.
Verschiedenes
- In vielen Karten ist ein Pol der Unzugänglichkeit (Pole of Inaccessibility) eingetragen, hierbei handelt es sich um den Punkt in der Antarktis, der am weitesten von einer Küste entfernt ist. Neben dem in der Karte eingetragenen Pol bei 83° 50' S, 65° 47' O, der sich auf die Eisfläche bezieht, gibt es einen weiteren Pol der Unzugänglichkeit bei 77° 15' S, 104° 39' O in der Nähe der Wostok-Station, der sich auf die Landmasse der Antarktis bezieht.
- Viele Menschen und Organisationen (NGOs, z.B. die Antarctic and Southern Ocean Coalition (ASOC)) versuchen, die Antarktis als ein von Menschenhand weitgehend unberührtes Schutzgebiet zu erhalten.
- Die USA installierten 1961 in der McMurdo-Station einen Atommeiler. Der Reaktor wurde 1972 abgeschaltet und zusammen mit mehr als 100 Fässern verseuchter Erde in die USA zurückgebracht. Obwohl die Verseuchung anfangs bagatellisiert wurde, wurden später weitere 11.000 m³ Erde abgetragen und das Gelände erst im Mai 1979 wieder für die uneingeschränkte Nutzung freigegeben.
- Die Antarktis ist praktisch frei von Schimmelpilzen und Fäulnis-Bakterien, deswegen muss zum Beispiel auch rohes Fleisch in den Küchen der Forschungsstationen nicht weiter gekühlt werden.
- Insgesamt befinden sich unter den Eismassen etwa 70 Seen. Der Größte unter ihnen ist der Wostoksee, welcher sich vor mehreren Millionen Jahren gebildet hat. Bohrkerne aus der Umgebung des Sees deuten auf Lebensformen im See hin. Somit ist er der am längsten von der übrigen Welt abgeschnittene Lebensraum auf der Erde. Aus Sorge vor einer Kontamination mit Mikroorganismen sollen Probebohrungen in den See selbst erst dann durchgeführt werden, wenn geeignete technische Mittel zur Verfügung stehen.
- Obwohl die Antarktis kein Staat ist, besitzt sie die eigene länderspezifische Top Level Domain ".aq".
Uhrzeit in der Antarktis
Die 24 Zeitzonen der Welt würden bei der Kommunikation bzw. Terminabstimmung zwischen den zahlreichen Forschungsstationen in der Antarktis große Probleme hervorrufen. Deshalb wurde für das ganze Gebiet der Antarktis als Standardzeit die UTC (Weltzeit) festgelegt. Polartag und Polarnacht machen Zeitzonen entlang der Breitengrade nahe des Polarkreises sowieso sinnlos, da es kaum Tag-/Nachtwechsel gibt. Man kann deshalb dort nicht, wie am Nordpol möglich, mit der Umschreitung des Pols alle Zeitzonen durchqueren.
Siehe auch
- Ostantarktis
- Westantarktis
Literatur
Sachbuch
- Sanford Moss und Lucia deLeiris: Antarktis. Ökologie eines Naturreservats. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg - Berlin - New York, 1992, ISBN 3-86025-051-5
- Sara Wheeler: Terra incognita - Travels in Antarctica, London : Vintage, 1996, ISBN 0-09973-181-9
- Klaus Odening: Antarktische Tierwelt, Einführung in die Biologie der Antarktis, 1. Aufl., Schriftenreihe Berliner Tierpark-Buch, 37, Leipzig : Urania, 1984
- John May: Das Greenpeace-Buch der Antarktis, Ravensburger Buchverlag 1988, ISBN 3473461660
- (Original: John May: The Greenpeace Book of Antarctica, London : Dorling Kindersley Ltd., 1988, ISBN 0-86318-283-6)
- GEO-Magazin, September 1998, S. 157–161 (Artenvielfalt)
Karten
- [http://www.itmb.com/ International Travel Maps & Books]: Antarctica Travel Refer. Map, 1:8 000 000, 3rd Edition, Vancouver 2000, ISBN 1-553-410-01-7
Belletristik
- H. P. Lovecraft: Die Berge des Wahnsinns (1936, deutsch 1970), Suhrkamp 1997, Science Fiction, ISBN 3-518-39260-3
- Jules Verne: 20 000 Meilen unter den Meeren (1870, deutsch 1874), Fischer (Tb.), Frankfurt 2002, ISBN 3596133769
Wissenschaftliche Literatur
- Wolf Dieter Blümel: Physische Geographie der Polargebiete, Stuttgart : Teubner, 1999, ISBN 3-519-03438-7
- Johannes Oerlemans, Cornelis J. van Veen: Ice Sheets and Climate, Dordrecht : Reidel, 1984, ISBN 90-277-1709-5
- Thomas Kulbe: Die Spätquartäre Klima- und Umweltgeschichte der Bunger-Oase, Ostantarktis, Bremerhaven : Alfred-Wegener-Inst. für Polar- und Meeresforschung, 1997, Zugl.: Potsdam, Univ., Diss., 1997
- Martin Melles: Der Geschichte der Bunger-Oase auf den Grund gegangen. In: Lange, G. (Hg.): Eiskalte Entdeckungen, Forschungsreisen zwischen Nord- und Südpol, 188-195, Bielefeld: Delius Klasing Verlag, 2001, ISBN 3-7688-1257-X, [http://hpkom21.geo.uni-leipzig.de/~geologie/Mitarbeiter/Melles/melles.htm Webseite des Autors]
- William. N. Krebs: Ecology of Neritic Marine Diatoms, Arthur Harbor, Antarctica, In: Micropaleontology, Vol.29, No.3, 1983, S. 267-297,
- P. J. Tilbrook: The Biology of Cryptopygusantarcticus, In: M.W, Holdgate (Editor), Antarctic Ecology, New York : Academic Press, 1970, Bd. 2, S. 871–885, ISBN 0-12-352102-5
- J. W. Wagele: Observations on Nutrition and Ultrastructure of Digestive Tract and Fat Body of the Giant Paranthurid Accalathura gigantissima Kussakin, In: Polar Biology 4 (1985) S. 33–43
- Francis. M. Auburn: Antarctic Law and Politics, London : Hurst, 1982, ISBN 0-905838-39-4
- Rüdiger Wolfrum, Klaus Bockslaff (Hrsg.): Antarctic Challenge, conflicting interests, cooperation, environmental protection, economic development; proceedings of an interdisciplinary symposium, Interdisciplinary Symposium on the Antarctic Challenge, Duncker & Humblot: Berlin, (1.) 1984, ISBN 3-428-05540-3, (2.) Antarctic challenge II, 1985, ISBN 3-428-06068-7, (3.) Antarctic challenge III, 1988, ISBN 3-428-06550-6
- Rüdiger Wolfrum: Antarktis, In: Die Internationalisierung staatsfreier Räume, die Entwicklung einer internationalen Verwaltung für Antarktis, Weltraum, Hohe See und Meeresboden, Beiträge zum ausländischen öffentlichen Recht und Völkerrecht, 85, Springer Verlag, Berlin 1984, S. 30–100, Zugl.: Bonn, Habil.-Schr., Diss., 1980, ISBN 3-540-13059-4 ISBN 0-387-13059-4
Weblinks
- [http://www.arctic.at/ Arctic Research Consortium]
- [http://www.wissenschaft.ag/Antarktis.php4 Newsletter Antarktis]
- [http://www.wissenschaft.ag/Antarktis.php4??tvsearch=Antarktis Antarktis im Fernsehprogramm]
- [http://www.antarktis.ch/ www.antarktis.ch/ dt.]
- [http://www.antarctica2003.ch/ antarctica2003.ch] (französisch)
- [http://www.br-online.de/wissen-bildung/thema/antarktis/index.xml Abenteuer Antarktis - Wissen & Bildung (BR-alpha)]
- [http://www.ecoscope.com/iceberg/index.htm Eisberg Galerie]
- [http://www.antarktis-station.de/ Deutsche Antarktis-Station O'Higgins]
- [http://www.comnap.aq/ Council Of Managers Of National Antarctic Programs (engl.)] (englisch)
- [http://www.scar.org/ Scientific Committee on Antarctic Research] (englisch)
- [http://www.antarcticconnection.com/antarctic/info-index.shtml Antarctica - The Antarctic Connection] (englisch)
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/ay.html CIA - The World Factbook -- Antarctica] (englisch)
- [http://www.bkg.bund.de/kartographie/Stagn/antarktis.htm Bundesamt für Kartographie und Geodäsie - Antarktiskarten seit 1981]
- [http://www.bkg.bund.de/kartographie/geoname-antarctic/geo_nam_ant_p2.html Verzeichnis geografischer Namen in der Antarktis]
- [http://www.markus-harder.de/galerien.html Fotosammlung Antarktis, Eis, Ozean, Pinguine, Expedition usw.]
- [http://www.yadda-yadda.com/yadda/gallery/wcl/antarctica/index.htm Beeindruckende Fotogallerie Antarktis]
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24. AugustDer 24. August ist der 236. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 237. in Schaltjahren) - somit bleiben noch 129 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 410 - Die Westgoten unter Alarich I. erobern und plündern Rom.
- 1349 - Beginn eines Pogroms gegen Juden in Köln, die der Schuld an der Pest verdächtigt werden. Mehrere Tausend Menschen kommen um oder werden vertrieben, das jüdische Viertel wird vom Mob niedergebrannt.
- 1814 - Während des Britisch-amerikanischen Kriegs wird Washington (D.C.) von einer 4500 Mann starken britischen Streitmacht erobert. Das Kapitol wird zerstört, das Weiße Haus beschädigt, und Präsident James Madison muss mit seiner Regierung nach Virginia fliehen.
- 1853 - Kartoffelchips werden zum ersten Mal zubereitet.
- 1866 - Die letzte Bundesversammlung des Deutschen Bundes in Augsburg führt zu seiner Selbstauflösung.
- 1866 - In Wien und Niederösterreich bricht eine Choleraepidemie aus, die bis November 15.000 Tote fordern wird.
- 1952 - Britische Truppen evakuieren den Sueskanal.
- 1953 - Der Zebrastreifen wird in Deutschland eingeführt.
- 1954 - Brasiliens Staatspräsident Getúlio Dornelles Vargas nimmt sich das Leben.
- 1961 - Erstes Todesopfer an der Berliner Mauer wird elf Tage nach Grenzschließung bei einem Fluchtversuch der DDR-Bürger Günter Litfin.
- 1968 - Frankreich zündet seine erste Wasserstoffbombe
- 1989 - In Polen wird Tadeusz Mazowiecki erster nichtkommunistischer Ministerpräsident nach den Zweiten Weltkrieg
- 1991 - Die Ukraine wird unabhängig
- 1992 - Am dritten Tag der ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen kommt es zu einem Brandanschlag auf ein von Vietnamesen bewohntes Haus.
- 1995 - Georgien gibt sich eine neue (demokratische) Verfassung
- 1995 - Beim Versuch, eine in Klagenfurt vor einer zweisprachigen Schule entdeckte Rohrbombe zu entschärfen, werden dem Polizisten Theo Kelz beide Hände weggesprengt. Als Bombenleger wird Franz Fuchs identifiziert werden.
- 2002 - Regierungsneubildung in Kamerun
Wirtschaft
- 1995 - Windows 95 von Microsoft erscheint in den USA
Wissenschaft und Technik
Kultur
- 1913 - In Kopenhagen wird die Kleine Meerjungfrau feierlich enthüllt.
- 1990 - Die Diddl-Maus wird von Thomas Goletz erstmals skizziert.
Religion
- 1572 - In der Bartholomäusnacht gipfeln die Hugenottenkriege in einem Massaker, bei dem Katholiken in Paris 3.000 Calvinisten ermorden.
Katastrophen
- 79 - Bei einem Ausbruch des Vesuv werden die römischen Städte Pompeji, Herculaneum und Stabiae verschüttet.
- 1921 - Das Starrluftschiff R38/ZR II verunglückt bei seiner vierten Testfahrt. 44 Tote
- 1951 - Nähe Union City, Kalifornien, USA. Eine DC-6 stürzte ab. 50 Tote
- 1992 - Der Hurrikan Andrew überquert die Bahamas und Florida und richtet schwere Verwüstungen an.
Sport
- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1875 - Matthew Webb durchschwimmt als erster Australier den Ärmelkanal
- 1926 - Max Schmeling besiegt Max Diekmann und wird im Alter von 21 Jahren deutscher Meister im Halbschwergewicht
- 1963 - Zum Start der ersten Saison der Fußball-Bundesliga in Deutschland strahl das ZDF zum ersten Mal "Das aktuelle Sport-Studio" aus.
Geboren
Das aktuelle Sport-Studio
- 1420 - Albrecht von Eyb, deutscher Humanist und Schriftsteller
- 1487 – Bartholomäus Bernhardi, Theologe
- 1511 - Jean Bauhin, französischer Arzt
- 1759 - William Wilberforce, britischer Parlamentarier und Führer im Kampf gegen den Sklavenhandel
- 1772 - Wilhelm I., König der Niederlande
- 1787 - James Weddell, englischer Polarforscher, Seefahrer und Walfänger
- 1792 - Joaquim António de Aguiar, portugiesischer Politiker, Führer der Cartisten
- 1837 - Théodore Dubois, französischer Komponist
- 1865 - Ferdinand I., König von Rumänien
- 1866 - Josef Jarno, österreichischer Schauspieler und Theaterdirektor
- 1884 - Earl Derr Biggers, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1888 - Leo Bosschart, niederländischer Fußballspieler
- 1890 - Duke Kahanamoku, hawaiianischer Schwimmer und Begründer des modernen Surfsports
- 1890 - Jean Rhys, dominikanische Schriftstellerin
- 1899 - Jorge Luis Borges, argentinischer Schriftsteller
- 1900 - Leonardo Conti, Chef der Reichsärztekammer während der NS-Zeit
- 1902 - Fernand Braudel, französischer Historiker
- 1903 - Graham Sutherland, britischer Maler und Graphiker
- 1905 - Arthur Crudup, US-amerikanischer Musiker und Songschreiber
- 1906 - Ruth Berlau, dänisch-deutsche Schauspielerin
- 1911 - Victor Barna, ungarischer Tischtennisspieler und mehrfacher Weltmeister
- 1911 - Friedrich Luft, deutscher Journalist
- 1915 - Wynonie Harris, US-amerikanischer Sänger
- 1916 - Léo Ferré, französischer Sänger
- 1918 - Avery Dulles, US-amerikanischer Theologe und Kardinal
- 1919 - Niels Viggo Bentzon, dänischer Komponist
- 1924 - Gerhard Schulz, deutscher Historiker
- 1924 - Louis Teicher, US-amerikanischer Musiker
- 1925 - Karel Vrána, tschechischer Theologe und Philosoph
- 1927 - Harry M. Markowitz, US-amerikanischer Ökonom
- 1929 - (4., 24. oder 27. August): Jassir Arafat, Präsident der palästinensischen Autonomiegebiete
- 1929 - William Winfield US-amerikanischer Sänger
- 1931 - Friedhelm Dohmann, SPD-MdB 1969-1970
- 1932 - Cormac Murphy-O'Connor, zehnter Erzbischof von Westminster, Kardinal und Primas
- 1932 - Heinz-Werner Meyer, deutscher Gewerkschafter, DGB-Vorsitzender
- 1934 - Kenny Baker, US-amerikanischer Schauspieler
- 1936 - Antonio María Rouco Varela, Erzbischof von Madrid und Kardinal
- 1936 - Antonia S. Byatt, englische Schriftstellerin
- 1938 - David Freiberg, US-amerikanischer Musiker
- 1938 - Mason Williams, US-amerikanischer Musiker und Songschreiber
- 1939 - Joschua Sobol, israelischer Dramatiker
- 1939 - Ernie Wright, US-amerikanischer Sänger
- 1942 - Hans-Peter Korff, deutscher Schauspieler
- 1942 - Frank-Michael Pietzsch, deutscher Politiker (CDU), Minister in Thüringen
- 1943 - John Cipollina, US-amerikanischer Musiker
- 1944 - James Brady, US-amerikanischer Sänger
- 1945 - Malcolm Duncan, britischer Musiker
- 1945 - Ken Hensley, britischer Musiker (Uriah Heep)
- 1947 - Roger de Vlaeminck, belgischer Radrennfahrer
- 1948 - Nana Dschordschadse, georgische Filmregisseurin
- 1948 - Geff Harrison, britischer Sänger
- 1948 - Jean Michel Jarre, französischer Synthesizer-Musiker
- 1949 - Natalja Lebedjewa, russische Leichtathletin und Olympionikin
- 1950 - Zeus B. Held, deutscher Musiker und Musikproduzent
- 1951 - Mike Derosier, kanadischer Musiker
- 1952 - Joe Strummer, britischer Musiker
- 1952 - Gus Van Sant, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1953 - Sascha Anderson, deutscher Schriftsteller
- 1956 - Nina Ruge, deutsche TV-Moderatorin
- 1957 - Stephen Fry, britischer Schauspieler und Schriftsteller
- 1958 - Steve Guttenberg, US-amerikanischer Schauspieler
- 1960 - Franz Viehböck, der erste österreichische Austronaut
- 1961 - Mark Bedford, britischer Musiker
- 1965 - Reggie Miller, US-amerikanischer Basketball-Spieler
- 1965 - Pavel Telička, tschechischer Politiker und EU - Kommissar
- 1974 - Jürgen Macho, österreichischer Fußballspieler
- 1978 - Gerhard Neuberger, deutscher Kleinkünstler und cand. Ing.
- 1988 - Rupert Grint, britischer Schauspieler
Gestorben
Rupert Grint
Rupert Grint
- 79 - Plinius der Ältere, römischer Gelehrter
- 672 - Kōbun, 39. Kaiser von Japan ( - 648)
- 1313 - Heinrich VII. (HRR), Graf von Luxemburg und Laroche, römisch-deutscher Kaiser
- 1475 - Albrecht von Eyb, deutscher Humanist und Schriftsteller
- 1540 - Parmigianino, italienischer Maler des Manierismus
- 1572 - Claude Goudimel, französischer Komponist
- 1572 - Gaspard II. de Coligny, seigneur de Châtillon, französischer Admiral und Hugenottenführer
- 1617 - Rosa von Lima, Heilige, Mystikerin, Dominikaner-Terzianerin
- 1759 - Ewald Christian von Kleist, preußischer Dichter und Offizier
- 1804 - Valentin Adamberger, deutscher Opernsänger
- 1832 - Nicolas Léonard Sadi Carnot, französischer Physiker
- 1846 - Adam Johann von Krusenstern, erster russischer Weltumsegler
- 1847 - Charles-Laure-Hugues-Théobald de Choiseul-Praslin, französischer Adliger
- 1856 - Carl Justus Heyer, forstlicher Praktiker, Lehrer und Wissenschaftler
- 1856 - William Buckland, englischer Geologe und Paläontologe
- 1864 - Jakob Lorber, österreichischer Schriftsteller und Musiker
- 1883 - Henri d'Artois, nach Ansicht der Legitimisten als Heinrich V. König von Frankreich
- 1885 - Anna Plochl, Gräfin von Meran
- 1888 - Jakob Eisendle, Südtiroler Bauer, Mechaniker und Erfinder
- 1888 - Rudolf Julius Emanuel Clausius, deutscher Physiker
- 1919 - Friedrich Naumann, evangelischer Theologe und Politiker
- 1921 - Nikolai Stepanowitsch Gumiljow, russischer Dichter des Silbernen Zeitalters
- 1929 - Jan Frizewitsch Fabrizius, Brigadekommandeur der Roten Armee
- 1940 - Paul Nipkow, deutscher Techniker und Erfinder, Fernseh-Pionier
- 1943 - Simone Weil, französische Philosophin
- 1944 - Rudolf Breitscheid, deutscher Politiker
- 1946 - Harry Maasz, bedeutender Gartenarchitekt und Gartenbauschriftsteller
- 1950 - Arturo Alessandri Palma, chilenischer Politiker
- 1950 - Ernst Wiechert, deutscher Schriftsteller
- 1954 - Getúlio Dornelles Vargas, Präsident Brasiliens
- 1961 - Günter Litfin, der erste Tote an der Berliner Mauer
- 1966 - Tadeusz Komorowski, Oberbefehlshaber der Polnischen Heimatarmee
- 1971 - Carl Blegen, US-amerikanischer Archäologe
- 1972 - Don Byas, Jazz Tenorsaxophon Spieler
- 1974 - Alexander Procofieff De Seversky, US-amerikanischer Luftfahrtingenieur
- 1978 - Louis Prima, US-amerikanischer Musiker und Sänger
- 1979 - Hanna Reitsch, deutsche Flugpionierin und Fliegerin
- 1982 - Giorgio Abetti, italienischer Astronom
- 1983 - Scott Nearing, US-amerikanischer Umweltschützer und Schriftsteller
- 1985 - Morrie Ryskind, US-amerikanischer Autor
- 1994 - Wolf von Aichelburg, rumänisch-deutscher Schriftsteller
- 1995 - Zbynek Brynych, tschechischer Regisseur
- 1997 - Luigi Villoresi, Formel-1-Rennfahrer
- 1997 - Werner Abrolat, deutscher Schauspieler
- 2000 - Andy Hug, schweizerischer Kampfsportler
- 2002 - Cornelis Johannes van Houten, niederländischer Astronom
- 2003 - Herbert Otto, deutscher Schriftsteller
- 2004 - Elisabeth Kübler-Ross, schweizerisch-US-amerikanische Medizinerin
- 2004 - Irmgard Düren, Moderatorin des ehemaligen Fernsehens der DDR
- 2005 - Ambrogio Fogar, italienischer Abenteurer
- 2005 - William J. Eaton, US-amerikanischer Journalist
Feier- und Gedenktage
- Nationalfeiertag in der Ukraine (Unabhängigkeitstag von 1991)
- Bartholomäus
Siehe auch
- 23. August - 25. August
- 24. Juli - 24. September
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0824
ja:8月24日
ko:8월 24일
simple:August 24
th:24 สิงหาคม
Frankreich
Frankreich (franz.: La France) ist ein demokratischer, noch immer stark zentralistischer Einheitsstaat im Westen Europas. Es grenzt an Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco, Spanien, Andorra, an den Atlantik mit dem Ärmelkanal und an das Mittelmeer. Neben dem Territorium in Europa gehören zu Frankreich Überseegebiete in der Karibik (u. a. Saint-Martin, das eine Landgrenze mit dem niederländischen Sint Marteen aufweist), Südamerika (Französisch-Guayana, das Landgrenzen zu Brasilien und Surinam hat), vor der Küste Nordamerikas, im Indischen Ozean und in Ozeanien.
Geographie
Hauptartikel: Geographie Frankreichs
Insgesamt hat das „französische Mutterland” in Europa eine Fläche von 543.965 km². Frankreichs Landschaftsbild prägen überwiegend Ebenen oder sanfte Hügel im Norden und Westen. Der Rest ist gebirgig, Hauptgebirge sind die Pyrenäen im Südwesten, das Zentralmassiv und die Alpen im Südosten. Der höchste Berg Frankreichs und höchster Berg Europas ist der Mont Blanc (4.808 Meter). Aufgrund seiner Form wird Frankreich auch als l'Hexagone (Sechseck) bezeichnet.
Mit Abstand wichtigste und größte Stadt in Frankreich ist die Hauptstadt Paris mit rund 12 Millionen Einwohnern im Großraum Paris (Region Île-de-France). Die Großräume um Marseille, Lille und Lyon haben ebenfalls mehr als eine Million Einwohner.
Siehe auch: Städte in Frankreich, Nationalparks in Frankreich
Geschichte
Nationalparks in Frankreich
Hauptartikel: Geschichte Frankreichs
Durch die Französische Revolution 1789 wurde die mehr als 1.200 Jahre währende Monarchie gestürzt. So begann eine Periode des Umbruchs, in der wechselnd republikanische, napoleonisch-imperiale und monarchistische Staatsformen herrschten. Seit der Niederlage Napoleons III. 1870 ist Frankreich endgültig Republik.
Im Ersten und Zweiten Weltkrieg war Frankreich einer der Hauptgegner Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Frankreich seine größten Kolonien, Vietnam und Algerien, nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit 1958 (Fünfte Republik) hat der Präsident umfassende Exekutivgewalt. Beim europäischen Einigungsprozess spielt Frankreich heute gemeinsam mit Deutschland eine tragende Rolle.
Politik
Politisches System
Frankreich ist eine zentralistisch organisierte Demokratie mit einem semi-präsidentiellen Regierungssystem. In der Verfassung der V. Republik nimmt der direkt durchs Volk gewählte Staatspräsident eine starke Stellung ein. Er ernennt den Premierminister und das Kabinett, hat gegenüber Gesetzbeschlüssen des Parlaments ein Veto-Recht und kann die Nationalversammlung auflösen. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, der Nationalversammlung (Assemblée Nationale) mit 577 vom Volk gewählten Abgeordneten und dem indirekt gewählten Senat mit 331 Mitgliedern.
Siehe auch:
Politisches System Frankreichs, französische Regierung, Francophonie, französische Präsidenten, französische Premierminister, Cohabitation, Finanzministerium
Aktuelle politische Lage
Finanzministerium
Momentan stellt die Partei UMP unter Führung des früheren Wirtschaftsministers und aktuellen Innenministers Nicolas Sarkozy mit 363 Sitzen die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung.
Am 29. Mai 2005 wurde die neue EU-Verfassung mit 54,87% Gegenstimmen von der Bevölkerung abgelehnt. Darauf trat die Regierung des seit 2002 amtierenden Premierministers Jean-Pierre Raffarin zurück. Als neuer Premierminister wurde Dominique de Villepin eingesetzt.
Seit dem 27. Oktober 2005 wird Frankreich von einer Welle gewalttätiger Ausschreitungen heimgesucht. Angefangen in der Pariser Banlieue, griffen die Unruhen inzwischen auf viele, über das gesamte Land verteilte, Großstädte wie Lille, Rouen, Nizza oder Marseille über. Auslöser war der Tod zweier Jugendlicher im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois, welche sich vor der Polizei in einem Starkstromhaus verstecken wollten.
Die Regierung hat zwischenzeitlich den Notstand ausgerufen und es somit den Präfekten der Départements ermöglicht, in besonders stark betroffenen Gebieten Ausgangssperren zu verhängen.
Bisher haben die Ausschreitungen einem Menschen das Leben gekostet und viele Schwerverletzte hervorgebracht.
Außen- und Sicherheitspolitik
Frankreich war 1949 Gründungsmitglied des Nordatlantikvertrages (NATO) und erhielt militärischen Schutz durch die USA. Mit der Machtübernahme von de Gaulle 1958 änderten sich die Beziehungen zu den USA und zu der von den USA dominierten NATO. Unter de Gaulles Führung entwickelte sich Frankreich 1960 zu einer Atommacht und verfügte ab 1965 mit der Force de Frappe über Atomstreitkräfte, die zunächst 50 mit Atombomben (Kernwaffen) ausgestattete Flugzeuge in Dienst stellte. 1968 hatte Frankreich bereits 18 Abschussrampen für Mittelstreckenraketen aufgestellt, die 1970 und 1971 mit Atomsprengköpfen ausgestattet wurden. 1968 verlässt Frankreich den militärischen Teil der NATO, bleibt aber im politischen Teil des Bündnisses integriert. In den 1970er Jahren erweiterte Frankreich ihre Atommacht auch auf See. Vier Atom-U-Boote verfügten über jeweils 16 atomar bestückten Mittelstreckenraketen.
In der aktuellen Außenpolitik bemüht sich Frankreich um ein gutes Verhältnis zu seinem Nachbarn Deutschland (siehe auch „Kerneuropa“) und steht mit diesem gemeinsam der Vormachtstellung der USA mit einer gewissen Skepsis gegenüber.
Dies führte zu einem Austritt Frankreichs aus der militärischen Organisation der NATO und vielen Eigeninitiativen Frankreichs in weltpolitischen Entscheidungen.
Hinzu kommt ein Engagement auch nach Ende der Kolonialherrschaften in Afrika, wo Frankreich bis heute in vielen Ländern die bestimmende Ordnungsmacht geblieben ist.
Frankreich ist zudem ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat mit Vetorecht.
Die Todesstrafe wurde in Frankreich 1981 abgeschafft.
Siehe auch: Fremdenlegion, Gendarmerie Nationale
Administrative Gliederung
Frankreich ist in 26 Regionen aufgeteilt, welche sich ihrerseits in 100 Départements untergliedern. Zweiundzwanzig dieser Regionen befinden sich im europäischen Kernland (France métropolitaine), darunter auch die Mittelmeerinsel Korsika, welche allerdings als collectivité territoriale einen Sonderstatus hat. Die übrigen vier Regionen bestehen aus jeweils nur einem Département und werden daher Départements et régions d'outre-mer (D.R.O.M.) genannt (bis zur Verfassungsänderung 2003 Départements d'outre-mer, Abk. D.O.M.). Im Deutschen spricht man von Überseedépartements. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Guadeloupe (971), Martinique (972), Französisch-Guayana (973) und La Réunion (974).
Abgesehen davon gibt es
- die Départementskörperschaft (Collectivité départementale, Abk. C.D.) Mayotte (976)
- die Gebietskörperschaft (Collectivité territoriale, Abk. C.T.) Saint-Pierre und Miquelon (SPM)
- die vier Überseeterritorien (Territoires d'outre-mer, Abk. T.O.M.) Französisch Polynesien (P), Neukaledonien (NC), Wallis und Futuna (WF) und die Französischen Süd- und Antarktisgebiete (Terres australes et antarctiques françaises, T.A.A.F.)
- die Îles éparses und die Insel Clipperton
Die D.R.O.M. sind wie das französische Kernland Teil der EU, für die T.O.M. gilt das nicht. Auch in Frankreich erlassene Gesetze gelten in den TOM nur, wenn dies ausdrücklich erwähnt ist.
Siehe auch: Liste der französischen Regionen, Liste der französischen Départements (nach Regionen geordnet)
Demographie
Zum 1. Januar 2004 wurde die Bevölkerung, einschließlich der Menschen in den Überseegebieten, auf 61,9 Millionen geschätzt. Nach Deutschland nimmt Frankreich in der EU den zweiten Platz bei der Bevölkerungszahl ein. Innerhalb der EU hat Frankreich einen Bevölkerungsanteil von 13 %.
Im Jahre 2003 kamen auf 792.600 Geburten 560.300 Sterbefälle, das entspricht einem Überschuss von 232.300 Personen. 2004 betrug die Geburtenrate 1,9.
Am Stichtag 1. Januar 2004 waren 16,2 % der Bevölkerung älter als 65 Jahre, gegenüber 14,6 % im Jahre 1994. Im selben Zeitraum ist der Anteil der unter 20-Jährigen von 26,7 % auf 25,3 % gesunken.
2003 wurden 280.300 Ehen geschlossen, das sind 6.000 (-2,1 %) weniger als 2002, wobei das Durchschnittsalter bei den Männern 30,4 Jahre und bei den Frauen 28,3 Jahre betrug.
Die Kindersterblichkeit beträgt zur Zeit 4,28 ‰.
Der durchschnittliche männliche französische Staatsbürger hat eine Lebenserwartung von 76,7 Jahren, während die Frauen auf 83,8 Jahre kommen.
Ethnische Gruppen
- Franzosen
- Bretonen
- Basken
- Italiener (einschließlich Korsen)
- Elsässer/Alemannen, Rheinfranken/Franken
- Flamen (Niederfranken)
- 4,5 Millionen Araber
- Katalanen
- Flamen
- Polen
- andere Ausländer
Neben der (einzigen) Amtssprache Französisch gibt es zahlreiche Minderheitssprachen, über deren Sprecherzahlen aber keine auch nur halbwegs gesicherten Daten vorliegen:
- Bretonisch,
- Deutsch in den Dialekten
- Elsässisch (Elsass)
- Rheinfränkisch bzw. Lothringisch (nördliches und östliches Lothringen),
- Niederfränkisch bzw. Flämisch (Flandern, an der Grenze zu Belgien),
- Baskisch (in den zentralen und östlichen Pyrenäen),
- Katalanisch (im Roussillon),
- Korsisch,
- Italienisch (an der französischen Riviera),
- Okzitanisch (in Südfrankreich) mit dem Dialekt
- Provenzalisch (nur noch wenige Sprecher)
- Polnisch
Daneben existieren in Nordfrankreich mehrere enger mit dem Französischen verwandte romanische Oïl-Sprachen, die teilweise als französische Dialekte angesehen werden: Picard, Normannisch, Gallo, Poitevin-Saintongeais, Champanois und Morvandiau.
Religionen
Frankreich ist offiziell ein laizistischer Staat, das heißt, Staat und Religionsgemeinschaften sind vollkommen voneinander getrennt. Da von staatlicher Seite keine Daten über die Religionszugehörigkeit der Einwohner erhoben werden, beruhen alle Angaben über die konfessionelle Zusammensetzung der Bevölkerung auf Schätzungen oder den Angaben der Religionsgemeinschaften selbst und weichen deshalb oft erheblich voneinander ab, weshalb auch die folgenden Zahlen mit Vorsicht zu behandeln sind.
85 % der Franzosen sind katholisch (also etwa 51 Mio.) und etwa 8 % Muslime (etwa 4,8 Mio.). Daneben gibt es protestantische und jüdische Minderheiten, die zusammen etwa 3 % ausmachen. 4 % gehören keiner Religion an, Tendenz davon steigend. Das sind jedoch Schätzungen.
Bildungswesen
Wie in fast allen europäischen Staaten (Ausnahme: z. B. Deutschland) herrscht eine Bildungspflicht, die im Ggs. zur Schulpflicht auch durch Hausunterricht (Homeschooling) oder durch selbstständiges Lernen abgegolten werden kann. Die Zahl der unbeschulten Kinder und Jugendlichen wird gegenwärtig auf etwa 10.000 geschätzt.
Der Staat bietet folgende Schulformen an:
Lernen
- Vorschule: Maternelle
- Grundschule: école élémentaire
- weiterführende Schulen: collège (das mit dem brevet abgeschlossen wird), gefolgt von
- lycée
- lycée professionnel
- oder CFA für Auszubildende in Betrieben
- Hochschulreife:
- baccalauréat nach insgesamt 12 Schuljahren; nach elf Schuljahren wird je nach Schulzweig (naturwissenschaftlich, wirtschaftlich oder literarisch) schon ein Teil der Prüfungen bewältigt
- baccalauréat professionnel nach 13 Schuljahren für Abgänger des lycée professionnel oder des CFA
- Studium (1. und 2. Jahr):
- Normalweg: DEUG
- Eliteweg: classe préparatoire (zur Vorbereitung auf Grande école)
- Studium (3. und 4. Jahr):
- Normalweg: licence und maîtrise oder école d'ingenieur oder école de commerce
- Eliteweg: Grande école (ENS, ENA etc.)
- Studium (5. Jahr):
- DESS oder DEA. Letzteres dient auch zur Auswahl für eine eventuell sich anschließende Doktorarbeit (thèse)
Im Zuge der europaweiten Harmonisierung der Studienabschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozess wird auch an französischen Hochschulen das System LMD eingeführt. LMD bedeutet, dass nacheinander die Licence bzw. Bachelor (nach 3 Jahren), der Master (nach 5 Jahren) und das Doktorat (nach 8 Jahren) erworben werden können. Die bisherigen nationalen Diplome (DEUG, Maîtrise, DEA/DESS) werden an manchen Universitäten übergangsweise noch bescheinigt, fallen ab Ende 2006 aber weg.
Siehe auch: Schulsystem in Frankreich, Liste der Bildungsminister von Frankreich, Liste der Universitäten in Frankreich, École Polytechnique (Paris), Kindergeld
Wirtschaft
Traditionell ist in Frankreich die Wirtschaftspolitik von vergleichsweise starken staatlichen Eingriffen gelenkt. Hier spielt die historische Rolle des Merkantilismus – im Speziellen des Colbertismus – im Land eine Rolle.
Frankreich ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Die Schlüsselindustrien, besonders Energiewirtschaft, sind bislang unter staatlicher Kontrolle; Frankreich ist ein bedeutender Produzent von Atomstrom, und Deutschland sein wichtigster Kunde. In Frankreich wird ca. 80 Prozent der Elektrizität mit Atomkraftwerken produziert. Damit hat Frankreich neben Litauen momentan (Anfang 2005) den höchsten Prozentsatz an Atomstromproduktion der Welt. (Siehe auch: Liste der Kernkraftanlagen)
Wein steht in der französischen Ausfuhrliste an fünfter Stelle: nach Autos, Flugzeugen, pharmazeutischen Produkten und Elektronik. (Siehe auch: Weinbaugebiete in Frankreich)
- Tourismus (z. B. Logis de France)
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im 1. Quartal 2004 um 0,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im 4. Quartal 2003 waren es 0,6 Prozentpunkte.
Die Erwerbstätigenstruktur hat sich gegenüber früher grundlegend gewandelt, so arbeiteten 2003 nur mehr 4 % der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei, in der Industrie waren es 24 %, wohingegen 72 % im Dienstleistungsbereich tätig waren.
Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Frankreichs (2003): Es exportiert 14,9 % seines Exportvolumens nach Deutschland, das seinerseits am Import mit 19,1 % beteiligt ist.
Die Inflationsrate betrug 2,1 % (2004).
Die Arbeitslosenzahl belief sich im Januar 2005 auf 10 %, das sind 2.716.000 Erwerbslose.
Die größten französischen Unternehmen 2003 (ohne Banken und Versicherungen)
# Total – Umsatz 104,7 Mrd. € – 11.000 Beschäftigte
# Carrefour – Umsatz 70,5 Mrd. € – 419.000 Beschäftigte
# PSA Peugeot Citroën – Umsatz 54,2 Mrd. € – 200.000 Beschäftigte
# France Télécom – Umsatz 46,1 Mrd. € – 222.000 Beschäftigte
# EDF – Umsatz 44,9 Mrd. € – 167.000 Beschäftigte
# Suez – Umsatz 39,6 Mrd. € – 171.000 Beschäftigte
# Les Mousquetaires – Umsatz 38,4 Mrd. € – 112.000 Beschäftigte
# Renault – Umsatz 37,5 Mrd. € – 140.000 Beschäftigte
# Publicis Groupe – Umsatz 32,2 Mrd. € – 35.000 Beschäftigte
# Saint-Gobain – Umsatz 29,6 Mrd. € – 172.000 Beschäftigte
# Groupe Auchan – Umsatz 28,7 Mrd. € – 156.000 Beschäftigte
# Veolia Environnement – Umsatz 28,6 Mrd. € – 257.000 Beschäftigte
# Centres Leclerc – Umsatz 27,2 Mrd. € – 84.000 Beschäftigte
Kultur
Frankreich leitet seinen Rang in Europa und der Welt auch aus den Eigenheiten seiner Kultur ab, die sich insbesondere über die Sprache definiert (Sprachschutz- und -pflegegesetzgebung). In der Medienpolitik wird die eigene Kultur und Sprache durch Quoten für Filme und Musik gefördert. Frankreich verfolgt in der Europäischen Union, der UNESCO und der WTO mit Nachdruck seine Konzeption der Verteidigung der kulturellen Vielfalt („diversité culturelle“): Kultur ist keine Ware, die schrankenlos frei gehandelt werden kann.
Landesweite Pflege und Erhalt des reichen materiellen kulturellen Erbes wird als Aufgabe von nationalem Rang angesehen. Dieses Verständnis wird durch staatlich organisierte oder geförderte Maßnahmen, die zur Bildung eines nationalen kulturellen Bewusstseins beitragen, wirksam in die Öffentlichkeit transportiert. Im jährlichen Kulturkalender fest verankerte Tage des nationalen Erbes, der Musik oder des Kinos beispielsweise finden lebhaften Zuspruch in der Bevölkerung. Großzügig zugeschnittene kulturelle Veranstaltungen entsprechen dem Selbstverständnis Frankreichs als Kulturnation und von Paris als Kulturmetropole. Die Förderung eines kulturellen Profils der regionalen Zentren in der Provinz wird verstetigt.
Siehe auch: Liste französischer Schriftsteller, Liste französischer Komponisten, Burgen und Schlösser in Frankreich
Nationalparks
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