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Automated Transfer Vehicle

Automated Transfer Vehicle

Das Automated Transfer Vehicle (ATV, selbstständiges Überführungsfahrzeug) ist ein unbemanntes Raumschiff, das Nachschub wie Nahrung, Wasser, Ausrüstung, Stickstoff, Sauerstoff und Treibstoffe zur Internationalen Raumstation transportieren kann. Das ATV wird im Auftrag der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) bei der Raumfahrtfirma EADS Astrium in Bremen gebaut und mit Hilfe einer Ariane 5 ES-ATV-Rakete gestartet. Der Start des ersten ATVs ist für Mai 2007 geplant. Das erste Raumschiff trägt den Namen Jules Verne zur Erinnerung an den französischen Science-Fiction-Schriftsteller. Sieben weitere ATVs sind für den Betrieb der ISS geplant. Etwa alle 12 Monate soll das über 13 Tonnen (Leermasse) schwere ATV vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana starten und zur ISS (Internationale Raumstation) fliegen, die die Erde in rund 400 Kilometern Höhe umkreist. Das Raumschiff ist mit einem hochentwickelten Navigationssystem - bestehend aus einem Laserradar (sog. Rendezvous- und Docking Sensor; RVS) von Jena-Optronik und einem optischen System (Videometer) der französischen Firma Sodern und von Jena-Optronik - ausgerüstet, mit dem es seine Flugbahn selbst berechnen und das Rendezvous-Manöver mit der Raumstation völlig automatisch durchführen kann. Sollte die Kopplung klappen, wäre dies das erste vollautomatische Dockingmanöver im All, das nicht von Russland durchgeführt wurde. Der Kopplungsmechanismus ist russischer Bauart, da an ein russisches Modul angedockt wird. Das Lagekontrollsystem steuert dafür 28 Triebwerksdüsen, die jeweils 220 Newton Schub liefern. Als Treibstoff kommt Monomethylhydrazin, als Oxydator Stickstofftetroxid zum Einsatz. Nach dem Andocken wird das ATV mit seinen eigenen Triebwerken auch dabei helfen, die Station in eine höhere Umlaufbahn (max. 500km) zu heben. Denn durch Reibung an der Restatmosphäre in 400 Kilometern Höhe verliert sie ständig an Höhe. Das ATV bleibt etwa sechs Monate mit der ISS verbunden; es steht dabei unter vollem Luftdruck und kann von der Besatzung der Station betreten und als Raum genutzt werden. Die Versorgungsgüter werden entnommen und das Vehikel mit bis zu 6,3 t Abfall beladen, der in der Raumstation angefallen ist. Schließlich wird das ATV wieder automatisch abgetrennt und zur Erde gelenkt, wobei der Winkel des Eintritts in die Erdatmosphäre so steil gewählt wird, dass Vehikel und Ladung in den oberen Schichten der Atmosphäre verglühen. Das ATV wird das russische, ebenfalls unbemannte Versorgungsraumschiff Progress deutlich entlasten, das seit dem Ausfall der amerikanischen Space Shuttle-Flotte der einzige Versorgungsträger für die ISS ist. Immerhin kann das ATV etwa das Drei- bis Vierfache der Masse transportieren, und ist damit deutlich leistungsfähiger als das russische Versorgungsraumschiff.

Kosten

Obwohl das ATV ein „Wegwerfprodukt“ ist, wird die Verwendung eines unbemannten Versorgungsschiffes für die ISS billiger als die Versorgung mit dem (wiederverwendbaren) Space-Shuttle-Orbiter. Denn innerhalb einer bemannten Mission haben Sicherheitsaspekte eine große Bedeutung, was eine starke Intensivierung der Kosten bedeutet. Ein Flug des Space Shuttles kostet über 500 Millionen US-Dollar (bei rund 15 t Nutzlast zu ISS), ein ATV-Flug etwa 100 Millionen Euro (bei 7,6 t Nutzlast, ohne der Kosten der Trägerrakete), ein Progress-Flug etwa 20-30 Millionen Euro (bei 2,3 t Nutzlast).

Missionsverlauf

# Die europäische Trägerrakete Ariane 5 ES-ATV startet mit dem ATV an der Nutzlastspitze vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou aus. # An der Spitze der Ariane 5 muss das ATV über drei Minuten lang größten strukturellen Belastungen standhalten, während die Rakete in den Weltraum fliegt. # Etwa 100 Minuten nach dem Start hat das ATV seine Solarpaneele ausgebreitet und fliegt nun automatisch gesteuert zur Internationalen Raumstation. # Das Andockmanöver beginnt fünf Tage nach dem Start. Es wird ebenfalls vollautomatisch von einem Lasersystem (russische Entwicklung) durchgeführt. # Das ATV ist nun eine Art Erweiterung der Station. In seinem 45 m³ großen Innenraum können sich auch Raumfahrer aufhalten, um die Versorgungsgüter zu entladen und dort eigenen Müll zu deponieren. Das ATV kann über 7,5 Tonnen Nutzlast transportieren. # Da die ISS ständig an Höhe verliert, werden die 4,7 Tonnen Treibstoff an Bord dazu genutzt, sie mit Hilfe der ATV-eigenen Triebwerke in ihrer Umlaufbahn anzuheben. # Nach sechs Monaten an der Station wird das ATV mit 6,3 Tonnen Müll der Raumfahrer beladen und in Richtung Erde gelenkt. Das Raumschiff verglüht schließlich in der Atmosphäre.

Technische Daten


- Länge: 10,3 m
- Maximaler Durchmesser: 4480 mm
- Masse beim Start: 20750 kg
- Leermasse: 10470 kg
- Nutzlast-Kapazität: 7500 kg, davon
  - maximal 5150 kg Material und Nahrungsmittel
  - maximal 4700 kg Treibstoff
  - maximal 860 kg Treibstoff für die ISS
  - maximal 840 kg Trinkwasser
  - maximal 100 kg Luft (Sauerstoff und Stickstoff)
- Abfall-Aufnahme-Kapazität: 6300 kg
- Energieversorgung: Solarzellen und Batterien

Weblinks


- [http://www.esa.int/export/SPECIALS/ATV/index.html Übersicht zum ATV auf der ESA-Website] (engl.)
- [http://search.esa.int/queryIG.html?searchType=keyword&showcase=&col=mmg&qp=&qs=&qc=&ws=1&rf=3&lk=8&nh=12&vf=0&ql=a&tipo=All&fl8=month%3A&ty8=p&tx8=&op8=%7C%2B&fl9=year%3A&ty9=p&tx9=&op9=%7C%2B&fl0=ContentType%3A&ty0=w&op0=&tx0=&tx0=Audio&fl1=ContentType%3A&ty1=w&op1=&tx1=&tx1=Image&fl2=ContentType%3A&ty2=w&op2=&tx2=&tx2=Video&fl3=topica%3A&ty3=w&op3=%7C%2B&tx3=&fl4=subtopic%3A&ty4=w&op4=%7C%2B&tx4=&fl5=&ty5=p&op5=%7C%2B&tx5=&fl6=program%3A&ty6=p&op6=%7C%2B&tx6=&fl7=mission%3A&ty7=p&op7=%7C%2B&tx7=Automated+Transfer+Vehicle+%28ATV%29&fl10=id%3A&ty10=p&op10=%7C%2B&tx10=&search2=Start+search&fl11=showcase%3A&ty11=p&op11=%7C%2B&tx11=esa00000000 ESA: ATV Bildergalerie]
- [http://pictures.space.eads.net/web1/multimedia_externe/picture_list.asp?nom_arbo=Orbital$infrastructure$%3E$ATV$-$Automated$Transfer$Vehicle EADS Space: ATV Bildergalerie] Siehe auch: Internationale Raumstation, Ariane 5, Raumstation, Progress, H-II Transfer Vehicle Kategorie:Versorgungsraumschiffe

Stickstoff

Der Name Stickstoff bezeichnet das chemische Element aus dem Periodensystem der Elemente mit dem Symbol N und der Ordnungszahl 7. Man spricht auch von atomarem Stickstoff. Elementar tritt Stickstoff jedoch nur in Form eines kovalenten Homodimers, einer chemischen Verbindung aus zwei Stickstoff-Atomen, auf (→ molekularer Stickstoff, auch Distickstoff (vgl. Disauerstoff), Summenformel N2). Molekularer Stickstoff ist ein Hauptbestandteil der Luft. Er ist in der Umwelt ein wichtiger Dünger, der durch Stickstofffixierung auf natürlichem Wege im Humus angereichert wird. In atomarer Form ist er als Baustein der Proteine ein wichtiges Hauptnährelement aller Organismen. Stickstoff ist ein zentrales Element im Stickstoffkreislauf der Ökosysteme und wurde, da es in Mineralien relativ selten auftritt, auf der Erdoberfläche und im Wasser fast ausschließlich biotisch angereichert. Das Elementsymbol N leitet sich von der lateinischen Bezeichnung nitrogenium (von altgriech. νιτρον „Laugensalz“ und altgriech. γενος „Herkunft“) ab. Die deutsche Bezeichnung Stickstoff erinnert daran, dass molekularer Stickstoff Flammen löscht („erstickt“).

Geschichte

Nitrate und Ammoniumsalze wurden schon von Alchemisten verwendet. Carl Wilhelm Scheele wies 1771 Stickstoff als Bestandteil der Luft nach. Erstmals im Jahr 1774 wurde Ammoniak von Joseph Priestley dargestellt. Durch die Einführung des Frank-Caro-Verfahrens (Kalkstickstofferzeugung nach Adolf Frank und Heinrich Caro) wurde der Luftstickstoff erstmals Anfang des 20. Jh. nutzbar gemacht. Ebenfalls Anfang des 20. Jahrhunderts wurden weitere wichtige Verfahren großtechnisch verfügbar. Zu diesen Verfahren zählen unter anderem die Gewinnung von Salpetersäure (Birkeland-Eyde-Verfahren, nach Kristian Birkeland und Sam Eyde), die katalytische Ammoniakverbrennung nach Wilhelm Ostwald sowie die Ammoniaksynthese nach Fritz Haber und Carl Bosch. 1906 gelang es dem niederländischen Physiker Heike Kamerlingh Onnes erstmals flüssigen Stickstoff mit -195,80 °C herzustellen.

Vorkommen

In der Erdatmosphäre sind 75,5 Massen-Prozent oder 78,7 Volumen-Prozent Stickstoff enthalten. In der Erdkruste kommt Stickstoff nur zu 0,03 % vor. Stickstoffhaltige Mineralien sind relativ selten. In der Natur gibt es zahlreiche wichtige organische Stickstoffverbindungen, wie beispielsweise Eiweiße und Nukleinsäuren. In Form der anorganischen Nitrate und Ammoniumverbindungen erfolgt die Aufnahme bei Pflanzen über die Wurzeln. Umgekehrt werden beim Abbau organischen Materials (beispielsweise durch Verwesung) diese Verbindungen wieder frei gesetzt und stehen dem Stoffkreislauf wieder zur Verfügung (Stickstoffkreislauf).

Gewinnung/Darstellung

Primär wird Stickstoff heute durch die fraktionierte Destillation verflüssigter Luft gewonnen. Dieser ist aber meistens noch durch Sauerstoff und Edelgase verunreinigt. Für das Entfernen des verbliebenen Sauerstoffs gibt es eine biologische Methode unter Verwendung von Reis-Keimlingen. Großtechnisch erfolgt die Herstellung von Stickstoff im Rahmen des Haber-Bosch-Verfahrens zur Ammoniak-Synthese. Eine andere Möglichkeit ist das Binden des Luftsauerstoffs unter Erhitzen an Kohle und das anschließende Auswaschen des entstandenen Kohlendioxids. Der Luftsauerstoff kann auch durch das Überleiten der Luft über glühendes Kupfer oder durch eine alkalische Pyrogallol- bzw. Natriumdithionit-Lösung entfernt werden. Im Labor kann reiner Stickstoff durch Erhitzen auf einer wässrigen Ammoniumnitrit-Lösung oder einer Lösung des Gemisches Ammoniumchlorid/Natriumnitrit etwa 70 °C dargestellt werden: \mathrmT\mathrm Alternativ ist eine Thermolyse von Natriumazid möglich, die zur Darstellung von spektroskopisch reinem Stickstoff verwendet wird. \mathrmT\mathrm

Eigenschaften

Molekularer Stickstoff ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas, welches bei tiefen Temperaturen zu einer farblosen Flüssigkeit kondensiert. Stickstoff ist in Wasser wenig löslich (2,33 ml Stickstoff in 100 ml Wasser bei 0 °C). Stickstoff geht in seinen Verbindungen vorzugsweise kovalente Bindungen ein. In der 2s2p3 Elektronenkonfiguration führt die Bildung von drei Kovalenzen zur Oktettkomplettierung. Verbindungen, in denen dieser Bindungstypus vorkommt, sind beispielsweise:
- Ammoniak
- Amine
- Hydrazin
- Hydroxylamin Diesen Verbindungen ist allen eine trigonale pyramidale Struktur und ein freies Elektronenpaar zu eigen. Über dieses freie Elektronenpaar können diese Verbindungen als Nukleophile und als Basen agieren. Der in der Natur vorkommende molekulare Distickstoff N2 ist durch die im Stickstoffmolekül vorhandene stabile Dreifachbindung und die damit verbundene hohe Bindungsdissoziationsenergie von 942 kJ/mol sehr reaktionsträge. Entsprechend hoch ist die erforderlichen Aktivierungsenergie, die gegebenenfalls durch geeignete Katalysatoren verringert werden kann. In einer Veröffentlichung im August 2004 gaben Forscher vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz bekannt, dass sie unter Drücken von über 110 GPa bei einer Temperatur von über 2000 K eine neue kristalline Form, sogenannten polymeren Stickstoff mit Einfachbindungen erzeugt haben [http://www.mpg.de/bilderBerichteDokumente/dokumentation/pressemitteilungen/2004/pressemitteilung200408022/index.html].

Isotope

Neben den beiden natürlichen Isotopen 14N und 15N gibt es künstliche Isotope mit Massenzahlen von 12 bis 19. Deren Halbwertszeit beträgt zwischen 9,97 Minuten und 11 Millisekunden.

Verbindungen

Verbindungen, in denen Stickstoff vorkommt:
- Stickstoffmonoxid
- Stickstoffdioxid
- Stickstofftetroxid
- Distickstoffoxid
- Aminosäuren
- Peptide
- Proteine
- Spermin
- Jodstickstoff
- Farbstoffe
- Nitrate, Nitrite, Nitride

Verwendung

Technisch wird Stickstoff zur Synthese von Ammoniak und Kalkstickstoff sowie als Schutzgas beim Schweißen, als Lampenfüllung und bei chemischen Reaktionen verwendet. Darüber hinaus finden Stickstoffverbindungen mannigfaltige Anwendungen im Bereich der organischen Chemie und dienen als Düngemittel. Stickstoff wird auch zur Füllung von Autoreifen angeboten. Es ist bisher nicht nachgewiesen, dass dies für Fahrzeugreifen im Straßenverkehr irgendeinen Vorteil bewirkt. Kritiker vermuten, dass es sich lediglich um eine PR-Masche der Anbieter handelt. Aufgrund der geringen Siedetemperatur wird flüssiger Stickstoff als Kältemedium in der Kryotechnik eingesetzt. Der Stickstoff entzieht dabei dem Kühlgut die nötige Verdampfungswärme. Vorteilhaft gegenüber der Verwendung von flüssigem Sauerstoff bei ähnlichem Siedepunkt sind die inerten Eigenschaften des Stickstoffs. Flüssiger Stickstoff wird zur Kühlung von Hochtemperatursupraleitern sowie zur Lagerung biologischer und medizinischer Proben verwendet. Im Tiefbau wird er zur Bodenvereisung eingesetzt.

Nachweis

Stickstoff, der in organisch gebundener Form vorliegt, kann qualitativ mittels Lassaignesche Probe und quantitativ mittels der Kjeldahlsche Stickstoffbestimmung oder Elementaranalyse erfasst werden.

Weblinks

Kategorie:Gruppe-15-Element Kategorie:Periode-2-Element Kategorie:Nichtmetall Kategorie:Löschmittel Kategorie:Gas ja:窒素 ko:질소 simple:Nitrogen th:ไนโตรเจน

Treibstoff

Ein Kraftstoff, häufig auch Treibstoff genannt, ist ein Stoff, dessen Energieinhalt durch Verbrennung oder andere Energieumwandlungsformen für technische Systeme nutzbar gemacht wird. Viele Kraftstoffe werden häufig in Fortbewegungsmitteln (Fahrzeug, Flugzeug, Schiff...) verwendet. Da sie in diesen mit transportiert werden müssen, werden dort häufig Stoffe mit einer hohen Energiedichte eingesetzt. Kraftstoffe werden Verbrennungsmotoren zugeführt, im Gegensatz dazu steht der Begriff Brennstoff, der auf die Verwendung zur Wärmegewinnung hinweist. Diese Definition der Begriffe ist unabhängig von der chemischen Zusammensetzung, so ist Diesel ein Kraftstoff, der chemisch fast unverändert unter der Bezeichnung 'Heizöl EL' als Brennstoff verwendet wird.

Arten von Kraftstoffen

Feste Kraftstoffe


- Biomasse (Holz, Stroh...)
- Kernbrennstoff (Uran, Plutonium)
- Kohle in der Dampflok/Dampfschiff
- Festbrennstoff (z.B. Feststoffrakete)
- Wachs
- Kohlestaub, wurde nach dem Dieselprinzip mittels Pressluft in den Brennraum eingeblasen und entzündete sich selbst. (Kohlestaubexplosion)

Flüssige Kraftstoffe


- Kerosin bzw. Petroleum
- Benzin (Ottokraftstoff)
- Diesel
- Alkylatbenzin
- Biodiesel
- Ethanol - Ethanol als Kraftstoff
- Flüssigerdgas (auch: LNG Liquified Natural Gas)
- Flüssiggas (auch: Autogas oder LPG bzw. Liquified Petroleum Gas)
- Methanol
- Pflanzenöl
- Silan (in Entwicklung)
- Emulsionskraftstoff (meist Wasser in Diesel, zur Schadstoffminderung durch Temperatursenkung)
- Schweröl

Gasförmige Kraftstoffe


- Blaugas
- Druckluft
- Erdgas (auch: CNG Compressed Natural Gas)
- Ethen = (auch Holzgas)
- Wasserstoff

Verfahren zur Herstellung oder Gewinnung von Kraftstoffen


- Kohlevergasung
- Elektrolyse (für Wasserstoffherstellung)
- Erdölraffinerie
- Gas-to-Liquids
- Alkoholische Gärung

Vergleich von Kraftstoffen


- Superbenzin: Dichte 740 kg/m³ flüssig, Heizwert 12,0 kWh/kg
- Diesel: Dichte 830 kg/m³ flüssig, Heizwert 11,8 kWh/kg
- Ethanol: Dichte 789 kg/m³ flüssig, Heizwert 7,44 kWh/kg
- Autogas (LPG/GPL): Dichte 540 kg/m³ flüssig, Heizwert 12,8 kWh/kg
- Erdgas H-Gas (CNG/GNV): Dichte 0,81 kg/Nm³ (Normkubikmeter) gasförmig, Heizwert 13,0 kWh/kg
- Erdgas L-Gas (CNG/GNV): Dichte 0,82 kg/Nm³ gasförmig, Heizwert 11,3 kWh/kg

Alternative Kraftstoffe

Als alternative Kraftstoffe werden Kraftstoffe bezeichnet, die herkömmliche aus Mineralöl hergestellte Kraftstoffe ersetzen können.
- Bio-Ethanol wird aus Zuckerrüben oder Weizen gewonnen. Ab 2005 wird es dem normalen Benzin beigemischt. In Brasilien fahren bereits viele Automobile damit, siehe Flexible Fuel Vehicle und Ethanol als Kraftstoff. Problem: Erhöhte Abgaswerte.
- Biodiesel wird aus mit Methanol veresterten Pflanzenölen hergestellt. Basis der Pflanzenöle ist unter anderem der Samen der Rapspflanze. Er wird auch dem mineralischen Diesel aus Klimaschutzgründen beigemischt. Da die Eigenschaften von Biodiesel in vielen Punkten denen von mineralischem Diesel sehr ähnlich sind, können auch nicht umgerüstete Dieselmotoren mit diesem Kraftstoff betrieben werden. Da sich Biodiesel wie ein leichtes Lösungsmittel verhält, können unter Umständen Dichtungen und Schläuche im Kraftstoffsystem angegriffen werden, wenn diese nicht beständig gegen Biodiesel sind. Nachteilig ist der hohe Aufwand zur Herstellung und die geringe Dezentralität der in Deutschland betriebenen Biodieselanlagen. Zudem kann Biodiesel eine große Menge Wasser aufnehmen, was zu Korrosionsproblemen an der Einspritzausrüstung führen kann.
- Biogas kann wegen der Größe der Anlage zur Erzeugung bisher nur für stationäre Motoren und zu Heizzwecken eingesetzt werden.
- BtL-Kraftstoff (Biomass to Liquid) wird auch von der Firma CHOREN Industries GmbH unter dem Markennamen SunDiesel vertrieben. Er wird aus Holz, Stroh oder anderer Biomasse gewonnen. BtL befindet sich noch in der Testphase und hat noch einen großen Forschungsbedarf. Vorteil: Die ganze Pflanze kann genutzt werden. Auch konventionelle Dieselfahrzeuge können damit fahren. Eine Gesamtenergiebilanz der BTL-Prozesse liegt derzeit noch nicht vor.
- Reine Pflanzenöle z.B. aus Leindotter, Raps oder Sonnenblume, auch Pöl oder Naturdiesel genannt, können als Kraftstoff in Dieselmotoren eingesetzt werden. Insbesondere die höhere Viskosität gegenüber Dieselkraftstoff führt dazu, dass zum dauerhaften Betrieb von Dieselmotoren mit Pflanzenöl eine Anpassung des Kraftstoff- und Einspritzsystems notwendig wird. Die Vorteile von Pöl sind neben der CO2-Neutralität die Möglichkeit der dezentralen Herstellung, die hohe Energiedichte, das geringe Gefahrenpotential für Mensch und Umwelt (nicht wassergefährdend, kein Gefahrgut, ungiftig, hoher Flammpunkt).
- Wasserstoff kann auch aus regenerativen Energie mittels Elektolyse gewonnenwerden. Das Problem liegt beim Wasserstoff, für die Herstellung ist viel Energie nötig. Zudem ist ein Luft-Wasserstoffgemisch innerhalb eines weiten Mischungsverhältnisses explosiv. Als Abgas entsteht jeoch nur reines Wasser.
- Holzgas war in den 1940er Jahren eine verbreitete Alternative unter dem Druck von akutem Kraftstoffmangel. In Finnland sind Fahrzeuge mit abenteuerlich konstruierten Holzvergasern auch heute noch recht häufig anzutreffen. Bei dem Verfahren verschwelt normales Holz, oft Holzabfälle, unter Luftabschluß in einem Druckkessel. Die entstehenden brennbaren Gase (überwiegend Ethen) werden dem Motor zugeführt. Stationäre Anlagen werden zunehmend zu Heizzwecken und in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen eingesetzt.

Literatur


- Geitmann, Sven: Erneuerbare Energien und alternative Kraftsotffe, 2. Auflage, Hydrogeit Verlag, Kremmen, Jan. 2005, ISBN 3937863052

Siehe auch


- Brennstoff
- Verbrennungsluftverhältnis
- Kraftstofftank
- Kraftstoffpreis
- Nutzpflanze
- Stöchiometrisches Kraftstoffverhältnis ! Kategorie:Biomasse ja:燃料 ko:연료 simple:Fuel

European Space Agency

Die European Space Agency (ESA) ist die europäische Raumfahrtorganisation mit Sitz in Paris, Frankreich. Sie wurde am 30. Mai 1975 zur besseren Koordination der europäischen Raumfahrtaktivitäten gegründet, da der technologische Rückstand in der Raumfahrt gegenüber der UdSSR und den USA auf Grund der immensen Anstrengungen beider Länder Mitte des 20. Jahrhunderts immer größer wurde. Sie hat 17 Mitgliedstaaten und beschäftigt 2004 1.904 Mitarbeiter (2003 - 1.790). Sie ist die Nachfolgeorganisation der ELDO und der ESRO.

Standorte

ESRO
- ESA Headquarters, Paris, Frankreich
- ESTEC, (European Space Research and Technology Centre), in Noordwijk, Niederlande.
- ESOC, (European Space Operations Centre), in Darmstadt.
- EAC, (European Astronauts Centre) in Köln.
- ESRIN, (European Space Research Institute), in Frascati in der Nähe von Rom in Italien.
- Nebenstellen befinden sich in den USA, Russland und Belgien
- Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana.

Mitgliedstaaten

Französisch-Guayana Zu den Gründungsmitgliedern von 1975 gehören:
- Belgien
- Dänemark
- Deutschland
- Frankreich
- Großbritannien
- Italien
- Niederlande
- Schweden
- Schweiz
- Spanien Weitere Mitgliedstaaten:
- Finnland
- Griechenland (seit 2005)
- Irland
- Kanada (Kooperationsvertrag)
- Luxemburg (seit dem 1. Juli 2005)
- Norwegen
- Österreich (seit 1987)
- Portugal
- Ungarn (Kooperationsvertrag)

Finanzierung

Die ESA finanziert sich aus dem Staatshaushalt der Mitgliedstaaten. Die Anteile der einzelnen Staaten richten sich nach dem Bruttoinlandsprodukt des jeweiligen Staates. Es wird dabei unterschieden zwischen Pflichtprogrammen, an denen alle Mitgliedstaaten verpflichtet sind sich zu beteiligen, sowie einer Reihe optionaler Programme bei denen es den einzelnen Staaten freigestellt ist, ob sie sich beteiligen möchten oder nicht. Das ESA-Budget betrug 2003 2,7 Mrd. Euro und 2004 ebenfalls 2,7 Mrd. Euro.

Projekte

Die Trägerraketen der ESA heißen Ariane. Die neueste Generation ist die Ariane 5. Daneben wird für kleinere Nutzlasten die Trägerrakete Vega entwickelt.

Abgeschlossene Projekte

Laufende Projekte

Projekte in der Entwicklung

Vorgeschlagene Projekte

Bei diesen Projekten ist noch unklar, ob sie wirklich in dieser Form gestartet werden sollen.

Siehe auch


- NASA
- Europäische Raumfahrt
- Raumfahrtbüro der Europäischen Union
- Arianespace

Weblinks


- [http://www.esa.int/export/esaCP/Germany.html offizielle deutschsprachige Präsenz der ESA]
- [http://www.admin.ch/ch/d/sr/0_425_09/index.html Übereinkommen zur Gründung einer Europäischen Weltraumorganisation] (Vertragstext bei [http://www.admin.ch/ch/index.de.html admin.ch]) Kategorie:Raumfahrtorganisation Raumfahrt ja:欧州宇宙機関 zh-min-nan:Europa Thài-khong Chóng-sú

Bremen

Bremen ist eine Stadt im Nordwesten Deutschlands. Die Stadt Bremen ist die Hauptstadt und größte Stadt des BundeslandesFreie Hansestadt Bremen“, zu dem neben Bremen außerdem noch die etwa 60 km nördlich gelegene Seestadt Bremerhaven gehört. Die Bezeichnung "Freie Hansestadt Bremen" benennt das Bundesland, jedoch nicht die Stadtgemeinde Bremen. Bremen ist Mittelpunkt der Europäischen Metropolregion Bremen/Oldenburg, eine von insgesamt elf Europäischen Metropolregionen in Deutschland. Zur Stadt Bremen gehört auch das Überseehafengebiet in Bremerhaven, für das jedoch die Stadt Bremerhaven auf Grund eines Vertrages mit der Stadt Bremen gemeindeverwaltungsmäßig zuständig ist. Dies wurde in der Verfassung für die Stadt Bremerhaven (§ 8 VerfBrhv) verankert. Die Stadt Bremen ist Sitz der Bürgerschaft und der meisten staatlichen Behörden des Landes Bremen (Bürgermeister, Senatoren sowie Staatsgerichtshof und Rechnungshof der Freien Hansestadt Bremen). Die nächste größere Stadt ist Hamburg, etwa 120 km nordöstlich von Bremen. Die Einwohnerzahl der Stadt Bremen überschritt um das Jahr 1875 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. __toc__

Geografie

Großstadt Bremen liegt zu beiden Seiten der Weser, etwa 70 km vor deren Mündung in die Nordsee, an der Stelle, an der sich der Fluss zu einem Mündungstrichter, der als Unterweser bezeichnet wird, verbreitert. Bis hierher ist die Weser mit Seeschiffen befahrbar, was die Entstehung des Hafens ermöglichte. Die Landschaft links der Weser nennt man Wesermarsch. Das Stadtgebiet ist 38 km lang und 16 km breit. Die Länge der Stadtgrenze beträgt 136,5 km. Bremen ist eine der flächengrößten Städte Deutschlands. Nach Einwohnern ist Bremen die zehntgrößte Stadt Deutschlands. Für Nordwestdeutschland erfüllt es Metropolfunktion.

Nachbargemeinden

Die Stadt Bremen ist ganz von niedersächsischem Staatsgebiet umschlossen. Im Westen grenzen die kreisfreie Stadt Delmenhorst sowie der Landkreis Wesermarsch an, im Norden der Landkreis Osterholz, im Osten der Landkreis Verden und im Süden der Landkreis Diepholz. Die unmittelbar angrenzenden Städte und Gemeinden werden auch als „Speckgürtel“ bezeichnet, da sehr viele Arbeitnehmer Bremens außerhalb und damit in Niedersachsen wohnen und dort Einkommens-/Lohnsteuerpflichtig sind. Dies bedeutet Steuerausfälle für das Land Bremen. Die Nachbargemeinden im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Schwanewede, Ritterhude, Lilienthal (Landkreis Osterholz); Ottersberg, Oyten, Achim (Landkreis Verden); Weyhe, Stuhr (Landkreis Diepholz); Delmenhorst (kreisfreie Stadt); Lemwerder, Berne und Elsfleth (Landkreis Wesermarsch).

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Bremens ist in fünf Stadtbezirke und diese in 23 Stadtteile eingeteilt. Für Verwaltungsaufgaben sind die 23 Stadtteile zu 17 Ortsämtern zusammen gefasst. Die 23 Stadtteile sind für statistische Zwecke weiter in Ortsteile mit eigenem Namen unterteilt.

Stadtteile und Ortsteile

siehe unter Bremer Ortsteile

Erhebungen in Bremen

Das Bremer Stadtgebiet liegt am Markt 11,5 m ü. NN. Die höchste natürliche Erhebung ist eine Stelle im Friedehorstpark (32,5 m; Bremen-Burglesum).
- Für weitere Erhebungen siehe: Liste der Erhebungen in Bremen.

Geschichte

:782 Bremen wird zum ersten Mal schriftlich erwähnt. :787 Karl der Große gründet das Bistum Bremen. Dadurch wird Bremen zum Zentrum der Christianisierung Nordeuropas. :789 Willehad weiht den ersten Bremer Dom auf den Namen des Apostels Petrus, dessen Attribut, der Schlüssel, zum Bremer Wappen wird :845 Residenz der Erzdiözese Hamburg-Bremen (Erzbischof Ansgar). :888 König Arnulf von Kärnten gewährt der Stiftskirche das Marktrecht. :965 Kaiser Otto I. verleiht dem Erzbischof Adaldag das Marktrecht. :1043-1072 Erster wirtschaftlicher Aufschwung unter Erzbischof Adalbert :1076 Adam von Bremen, Domscholast, beendet die Arbeit an seiner Geschichte des Erzbistums Hamburg und erwähnt darin die Entdeckung Amerikas (Vinlands) durch die Wikinger. :1186 Kaiser Friedrich I. Barbarossa verbriefte das erste bürgerliche Gesetz. :1260 Bremen wird Mitglied der Hanse :1285 Bremen wird das erste Mal aus der Hanse ausgeschlossen (ca. 70 Jahre). Der Grund dafür war Bremens Problem, sich auf die durch die deutsche Ausdehnung in den Ostseeraum geschaffenen (Handels-)Bedingungen einzustellen. Bremens Wohlstand beruhte weniger auf dem Ost-Westhandel als auf den seit dem 11. Jahrhundert sehr lebhaften vorhansischen Handelsverkehr von Süden nach Norden. (Verbindungen mit Norwegen, England und den nördlichen Niederlanden, sowie mit dem Hinterland Weser, Sachsen und Teilen Westfalens). Dem Ausschluss war ein Konflikt zwischen Bremen und den Ostseestädten vorausgegangen. Bremer Kaufleute verweigerten die Einhaltung einer von der wendischen Städteversammlung in Wismar beschlossenen Blockade Norwegens. :Um 1300 wird der Stadtwall erbaut. :Im 13. Jahrhundert erlangt Bremen die Unabhängigkeit von den Erzbischöfen. :1358 Bremen wird Mitglied der Hanse. :1404 Der steinerne Roland wird auf dem Marktplatz errichtet :1427 Bremen wird erneut aus der Hanse ausgeschlossen. :1500 Bremen wird Mitglied des Niedersächsischen Reichskreises. :1533 Aufstand der 104 Männer :1563 Bremen wird zum dritten Mal aus dem Hansebund ausgeschlossen. :1619-1623 In Bremen-Vegesack wird von holländischen Konstrukteuren der erste künstliche Hafen Deutschlands angelegt. :1646 Nach dem Kampf gegen die Schweden im dreißigjährigen Krieg wird Bremen zur Freien Reichsstadt erklärt. :1783 Beginn des direkten Transatlantikhandels mit den USA Nach Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 1806 sicherte der amtierende Bürgermeister Johann Smidt die Unabhängigkeit der freien Stadt im Deutschen Bund. :1811 Besetzung durch Frankreich (Napoleon). Integration in das französische Staatensystem als das Departement „Bouches-du-Weser“. :1814 Ende der französischen Besatzungszeit. :1815 erhält Bremen auf dem Wiener Kongress den Status eines souveränen Staates. Bremen wird Teil des deutschen Staatenbundes (Deutscher Bund). :1827 wird Bremerhaven an der Wesermündung gegründet, da der Fluss zu versanden drohte. Die Siedlung wird später zur eigenständigen Stadt innerhalb des bremischen Staates erhoben. :1831 Der Spuckstein an der Westseite des Doms bezeichnet die Stelle, an der bei der letzten öffentlichen Hinrichtung in Bremen - die Giftmörderin Gesche Gottfried ihr Leben ließ. Ihr wurden 15 vollendete und 15 versuchte Morde nachgewiesen. Noch heute äußern Bremer ihre Abscheu, mit zielgenauem Ausspeien auf den Spuckstein. :1832 Beginn der Emigration von mehr als sieben Millionen Auswanderern in die "Neue Welt", die bis 1960 andauern soll. :1849 wird die Kunsthalle Bremen eröffnet. :1866 Bremen wird Mitglied des Norddeutschen Bundes :1871 Gründung des Deutschen Reichs. Bremen wird Mitglied des Deutschen Reichs mit dem verfassungsmäßig festgehaltenen Titel Freie Hansestadt Bremen sowie mit einer Stimme im Bundesrat. :1888 Anschluss Bremens an den Deutschen Zollverein; Eröffnung des ersten Freihafens Freihafen :1895 Abschluss der Weserkorrektion durch Ludwig Franzius :1919 Am 10. Januar wird vom Rathaus aus die „Bremer Räterepublik“ ausgerufen. :1920 Bau des Flughafens :1928 Einweihung der Columbuskaje in Bremerhaven. Von hier ausgehend wird später durch den "Norddeutschen Lloyd" mit dem Passagierschiff "Bremen" das "Blaue Band" für die schnellste Antlantiküberquerung gewonnen. :Am 1. November erfolgt durch die „Vierte Verordnung über den Neuaufbau des Reichs“ vom 28. September 1939 die Abtrennung der Stadt Bremerhaven vom Bremer Staatsgebiet und Vereinigung dieser mit der preußischen Stadt Wesermünde zur Großstadt „Wesermünde“. Außerdem werden die Gemeinden Lesum, Grohn, Schönbeck, Aumund, Blumenthal, Farge, Hemelingen und Mahndorf aus dem Lande Preußen Provinz Hannover aus- und in das Land Bremen sowie in die Stadt Bremen eingegliedert. :1945 wird Bremen amerikanisches Besatzungsgebiet („Amerikanische Exklave“ = AE = altes Nummernschild bis 1956) in britisch besetztem Umland. : Mit Wirkung zum 1. Januar 1947 kommt die Stadt Wesermünde aufgrund des Überseehafens durch eine Vereinbarung vom 21. Januar zwischen der amerikanischen und der britischen Besatzungsmacht unter dem Namen Bremerhaven wieder zum Land Bremen und wird Teil der amerikanischen Besatzungszone in Deutschland. :1949 wird Bremen (bestehend aus der Stadt Bremen und der Stadt Bremerhaven) ein Land der Bundesrepublik Deutschland. :1962 Bei Hafenerweiterungsarbeiten entdeckt man im Schlamm der Weser die Überreste einer verhältnismäßig gut erhaltenen Hanse-Kogge aus dem Jahr 1380, der Ubena von Bremen. Mit den Koggen, die eine Tragfähigkeit von etwa 200 Tonnen hatten, kam die Hanse im Mittelalter zu erheblichem Wohlstand. :2004 werden das historische Rathaus und das Wahrzeichen, der steinerne Roland, zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Eingemeindungen

Wie die meisten ehemaligen Freien Reichsstädte konnte auch Bremen im Laufe der Geschichte neben dem eigentlichen Stadtgebiet umliegende Dörfer für sich gewinnen. Das „Staatsgebiet“ der Freien Reichsstadt Bremen bestand daher aus dem eigentlichen Stadtgebiet, dem sog. „Landgebiet“, also einer Vielzahl von Landgemeinden, die später als Landkreis Bremen bezeichnet wurden, und der Stadt Vegesack, die sich aus einem alten Dorf nach Anlegung des Hafens zu einem Flecken (ab 1794) und schließlich zu einer Kleinstadt (Stadtrecht seit 1850) entwickelt hatte. Von 1827 bis 1939 und dann wieder ab 1947 gehörte beziehungsweise gehört auch Bremerhaven zum Bremer Staatsgebiet (= Land Freie Hansestadt Bremen), der Freihafen von Bremerhaven ist gleichzeitig eine Exklave der Stadt Bremen, also ein Stadtteil der Stadtgemeinde Bremen. Die Städte Bremerhaven und Vegesack sowie die Gemeinden des Bremer Landgebiets hatten mehr oder weniger eine eigene Verwaltung beziehungsweise die Bürger dieser Gemeinden hatten andere Rechte als die Bürger der Stadt Bremen. Das eigentliche Stadtgebiet Bremens umfasste bis Mitte des 19. Jahrhunderts nur die sog. Altstadt, die Neustadt (links der Weser) und die außerhalb der Wallanlagen gelegenen Vorstädte. Ab 1849 wurden in mehreren Abschnitten benachbarte Landgemeinden in das Stadtgebiet eingegliedert. Dadurch verkleinerte sich der Landkreis Bremen stetig, bis er 1945 vollständig aufgelöst und seine Gemeinden in die Stadt Bremen eingegliedert wurden. Ab 1945 waren damit zunächst Staatsgebiet und Stadtgebiet Bremens identisch. (Bremerhaven hieß zu jener Zeit Wesermünde und gehörte zur preußischen Provinz Hannover.) Erst seit 1947, als Bremerhaven wieder in das Bremische Staatsgebiet zurückgegliedert wurde, besteht das Land Bremen (wieder) aus zwei Städten. Im einzelnen wurden folgende Gemeinden in die Stadt Bremen eingegliedert (in Klammer der Flächenzuwachs des Stadtgebiets in ha):
- 1. Januar 1849: Pagentorn, Utbremen, Pauliner Marsch, Stephanikirchweide und Bürgerviehweide (1.212 ha)
- 3. Februar 1872: Stadtwerder (205 ha)
- 1875: Teile der Landgemeinden Neuenland (Buntentor) und Woltmershausen (342 ha)
- 1885: Teil der Landgemeinde Walle (28 ha)
- 21. Oktober 1892: Teile der Landgemeinden Walle und Gröpelingen (256 ha)
- 1. April 1902: Landgemeinden: Bremen-Schwachhausen, Hastedt sowie Teile der Landgemeinden Walle,Gröpelingen und Woltmershausen (2.770 ha)
- 1. April 1921: Landgemeinden Oslebshausen, Neuenland sowie Teile der Landgemeinden Oberneuland-Rockwinkel, Osterholz, Horn, Grambke, Arsten, Habenhausen und Rablinghausen (3.490 ha)
- 1923: Teil der Landgemeinde Oberneuland-Rockwinkel (21 ha)
- 1. April 1938: Hafengebiet der Stadt Bremerhaven
- 1. November 1939: Landgemeinden Büren, Grambkermoor und Lesumbrok sowie Stadt Vegesack (zusammen 2.106 ha) und die zur preußischen Provinz Hannover gehörigen Landgemeinden Aumund, Blumenthal, Farge, Grohn, Lesum und Schönebeck (alle Landkreis Osterholz) sowie Hemelingen und Mahndorf (beide Landkreis Verden) (zusammen 6.787 ha)
- 1. Dezember 1945: Landgemeinden Osterholz, Oberneuland-Rockwinkel, Borgfeld, Lehesterdeich, Blockland, Strom, Seehausen, Lankenau, Huchting, Arsten und Habenhausen (= Auflösung des Landkreises Bremen) (zusammen 13.977 ha)

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1870 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.
¹ Volkszählungsergebnis

Religion

1870 Bremen wurde 787 Sitz eines Bistums, das zunächst Köln, nach 845 Hamburg unterstellt war. Beide Bistümer wurden 893 vereinigt. Danach versuchte das Bistum mehrmals sein Herrschaftsgebiet auf den Norden Europas auszudehnen. 1223 ging der Erzbischofstitel von Hamburg auf Bremen über. Hauptkirche war danach der Bremer Dom. Im 13. Jahrhundert wurde im Schnoor ein Franziskanerkloster errichtet. Erste Pfarrkirche wurde die Veits- beziehungsweise Liebfrauenkirche. 1522 wurde in Bremen die erste evangelische Predigt gehalten. Danach zog die Reformation Zug um Zug ein und 1532 wurde auch im Dom die Reformation erzwungen. 1534 erhielt Bremen eine neue Kirchenordnung. Wegen innerkirchlicher Streitigkeiten wurde 1561 der (lutherische) Dom geschlossen. In der Stadt herrschte danach überwiegend das reformierte Bekenntnis vor. 1567 wurde in Bremen ein protestantischer Erzbischof eingesetzt. Anfang des 17. Jahrhundert öffnete sich die Stadt durch Teilnahme an der Dordrechter Synode mehr dem reformierten Bekenntnis. Doch wurde das lutherische Bekenntnis ab 1639 als gleichberechtigt anerkannt, nachdem 1638 der Dom wieder für (lutherische) Gottesdienste geöffnete worden war. Er blieb aber lange Zeit die einzige lutherische Gemeinde der Stadt und wurde nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 der Stadt eingegliedert. Danach verlor sich das reformierte Bekenntnis mehr und mehr, als die Gemeinden teilweise auch lutherische Prediger beriefen. Neue Gemeinden entstanden und wurden nicht mehr zwischen „lutherisch“ und „reformiert“ unterschieden. Als Freie Reichsstadt konnte Bremen seine kirchlichen Angelegenheiten selbst regeln. So wurden zum Beispiel 1860 die Grenzen der Pfarrgemeinden aufgelöst. Die einzelnen Gemeinden erhielten ein weitgehendes Selbstbestimmungsrecht. Nach dem 1. Weltkrieg erhielt die Bremische Staatskirche eine neue Verfassung (Bremische Evangelische Kirche). Ab 1934 stand an der Spitze der Landeskirche ein Landesbischof, doch wurde nach 1945 die Rechtsstellung von 1920 wieder hergestellt. Die Einzelgemeinden der Stadt sind relativ autonom und haben eine sehr unterschiedliche Tradition und Ausprägung. Die Bremische Evangelische Kirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts bildet das „Dach“ der Einzelgemeinden. An ihrer Spitze steht auch kein Bischof, wie in den meisten anderen Landeskirchen, sondern ein „Präsident“, ein Nicht-Theologe. Zur Bremischen Evangelischen Kirche gehört neben den stadtbremischen Gemeinden auch die Vereinigte Protestantische Gemeinde Bremerhaven. Ab 1648 formierte sich in Bremen auch wieder eine katholische Gemeinde, die aber erst 1816 mit der Überlassung der Johanniskirche wieder ein eigenes Gotteshaus erhielt. 1920 wurde die Pfarrgemeinde eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und 1931 wurde Bremen Sitz eines Dekanats innerhalb des Bistums Osnabrück, zu dem alle heutigen Pfarrgemeinden der Stadt gehören. 1845 kam es zur Gründung der ersten Bremer Baptistengemeinde (siehe: Baptisten in Bremen, heute: Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde. Ab 1850 entstand in Bremen auch eine Bischöfliche Methodistenkirche, die von hier aus eine reiche Missionstätigkeit in ganz Deutschland ausübte. Heute befindet sich der Sitz dieser Freikirche in Frankfurt am Main. Auch die Neuapostolische Kirche, die Siebenten-Tags-Adventisten sowie die Zeugen Jehovas sind mit mehreren Gemeinden im Stadtgebiet vertreten.

Politik

Die Bremer Legislative, das Parlament des Landes Bremen, ist die Bürgerschaft mit 83 Abgeordneten. Hiervon kommen 67 aus Bremen und 16 aus Bremerhaven. 66 der 67 in der Stadt Bremen gewählten Abgeordneten sind zugleich Mitglied der Bürgerschaft der Stadtgemeinde Bremen und mit dem Senat für die Stadt Bremen verantwortlich (seit Einführung des Kommunalwahlrechts für alle Bürger der Europäischen Union an ihrem Wohnsitz kann sich die Zusammensetzung der Stadtbürgerschaft von der der stadtbremischen Abgeordneten des Landesparlaments unterscheiden). (Bremerhaven hingegen hat eine eigene Stadtverordnetenversammlung.) Die Abgeordneten werden alle 4 Jahre von der Bevölkerung gewählt. Die Bremer Landesregierung ist der Senat. Dieser fungiert gleichzeitig als Magistrat (Stadtregierung) der Stadt Bremen. Vorsitzender des Senats („Präsident des Senats“) ist der Bürgermeister. Er ist Staatsoberhaupt des Landes Bremen und gleichzeitig Oberhaupt der Stadt Bremen. Aus traditionellen Gründen trägt das Stadtoberhaupt Bremens den Titel Bürgermeister und nicht Oberbürgermeister, wie in den meisten anderen Großstädten Deutschlands. Stellvertreter des Präsidenten des Senats ist der (zweite) Bürgermeister. Die sonstigen Mitglieder des Senats (Senatoren) des Landes Bremen sind den Ministern der anderen Bundesländer vergleichbar und sind für die Stadt Bremen zugleich Dezernenten („Fachbereichsleiter“). Bremen ist das einzige Bundesland, in welchem eine einzige Partei, nämlich die SPD, seit der ersten Bürgerschaftswahl 1947 ununterbrochen stärkste Fraktion ist. Jens Böhrnsen (SPD) ist seit dem 8. November 2005 Bürgermeister und Präsident des Senats.
- Siehe auch: Liste der Bremer Bürgermeister Bei der Bürgerschaftswahl am 25. Mai 2003 wurde die große Koalition zwischen SPD und CDU trotz starker Verluste der CDU bestätigt.
- Siehe auch: Wahlergebnisse und Senate in Bremen

Wappen

Wahlergebnisse und Senate in Bremen Das Wappen der Hansestadt Bremen zeigt auf rotem Grund einen schräg nach rechts aufgerichteten, mit dem Bart nach links gewandten silbernen Schlüssel gotischer Form („Bremer Schlüssel“). Auf dem Schild ruht eine goldene Krone, welche über dem mit Edelsteinen geschmückten Reif fünf Zinken in Blattform zeigt. („Mittleres Wappen“). Beim Kleinen Wappen wird lediglich der Schlüssel ohne Krone abgebildet. Das große Wappen hingegen hat darüber hinaus noch eine Konsole beziehungsweise ein bandartiges Fußgestell, auf dem der Schild ruht. Der Schild wird von zwei aufgerichteten rückwärts schauenden Löwen mit den Vorderpranken gehalten.
Bedeutung: Der Schlüssel ist das Attribut des Apostels Petrus, des Schutzpatrons des Bremer Doms. Er taucht als Wappensymbol bereits 1366 im Stadtsiegel Bremens auf. Im Laufe der Geschichte veränderte sich die Form des Schlüssels mehrmals. Auch zeigte das Stadtwappen teilweise den Hl. Petrus mit dem Schlüssel. Auch die Formen außerhalb des Wappenschildes veränderten sich mehrmals. So taucht etwa der Löwe des großen Wappens erstmals 1618 auf. In seiner heutigen Form geht das Wappen auf die Wappenordnung von 1891 zurück.
1891 Flagge: Von Rot und Weiß mindestens achtmal gestreift und längs des Flaggenstocks mit der den Streifen entsprechenden Zahl abwechselnd roter und weißer Würfel in zwei Reihen gesäumt. In der Mitte der Flagge ein viereckiges weißes Feld mit dem Wappen.
Die Bremer Flagge, umgangssprachlich auch als „Speckflagge“ bezeichnet, soll der Legende nach zu den Vorbildern der US-amerikanischen Flagge (Stars and Stripes) gehört haben.

Städtepartnerschaften

Bremen unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Wirtschaft und Infrastruktur

Aufgrund der Hafengruppe Bremen/Bremerhaven ist das Land Bremen Deutschlands Außenhandelsstandort Nummer zwei, gleich nach Hamburg. Die Palette der verschiedenen Handelsgüter die hier im- und exportiert werden, erstreckt sich von Fisch-, Fleisch- und Molkereiprodukten über Tee, Reis und Tabak bis hin zu Wein und Zitrusfrüchten. Um angesichts immer größer werdender Schiffe nicht künftig vom Seehandel abgeschnitten zu werden, beteiligt sich Bremen zusammen mit dem Land Niedersachsen am Projekt JadeWeserPort in Wilhelmshaven, einem Hafen für größte Containerschiffe. Als Metropole im Nordwesten bietet Bremen wichtige Standorte der Automobil-, Elektronik-, Schiffbau-, und Stahlindustrie. Das Unternehmen DaimlerChrysler ist der größte private Arbeitgeber der Stadt und fertigt in seinem Werk in Bremen unter anderem die Automodelle C-Klasse, das T-Modell und den Roadster SL. Darüber hinaus haben sich zahlreiche Zulieferunternehmen in unmittelbarer Nähe angesiedelt. Auch die Luft- und Raumfahrtindustrie ist hier angesiedelt, die Endmontage der Airbusflügel findet in Bremen statt, bei der EADS Space Transportation GmbH (Tochterunternehmen der EADS) entstehen wichtige Module und Bauteile für weltraumtaugliche Laboratorien, Trägerraketen und Satellitensysteme. Bremen ist Mitglied der CVA (Gemeinschaft der Ariane-Städte). Die Wirtschaft der Stadt macht in den letzten Jahren einen starken Strukturwandel durch, hin zu einem Dienstleistungs- und Hi-Tech-Standort. So entwickelte sich an der Universität einer der größten deutschen Technologieparks, in dem aktuell rund 6.000 überwiegend hochqualifizierte Menschen Beschäftigung finden. Bremen hat eine führende Position in der Lebensmittelbranche. Bremen bezeichnet sich daher als Markenhauptstadt: Beck´s, Haake Beck, Milka, Jacobs, Kaffee HAG, Hachez, Vitakraft, Nordmilch, Milram, Kellog's sind unter vielen anderen wichtige Marken „made in Bremen“. Bremen ist Mittelpunkt der Europäischen Metropolregion Bremen / Oldenburg, eine von insgesamt zehn Europäischen Metropolregionen in Deutschland.

Verkehr

Im Süden Bremens befindet sich der internationale Flughafen Bremen. 1,9 Mio. Passagiere im Jahre 2003. Flughafen Bremen Bremen ist ein Eisenbahnknotenpunkt mit dem Hauptbahnhof sowie für den Güterverkehr dem Rangierbahnhof, den Hafenbahnhöfen und dem Werksbahnhof der Klöckner-Hütte. Die Hauptstrecken HamburgRuhrgebiet und HannoverBremerhaven treffen hier aufeinander, ferner zweigt hier die Hauptstrecke in Richtung Oldenburg ab. Bremen ist über die IC-Linien Hamburg–Köln und Oldenburg–Leipzig, sowie die ICE-Linie Bremen–FrankfurtMünchen hervorragend an das Fernverkehrsnetz angebunden. Im Regionalverkehr besteht ein S-Bahn ähnlicher Vorortverkehr bis Rotenburg (Wümme), Twistringen, Oldenburg und Verden. Ferner bestehen schnelle Regionalverkehrsverbindungen nach Osnabrück, Bremerhaven, Norddeich Mole, Hamburg und Hannover. Auch an das Fernstraßennetz ist Bremen gut angebunden: Das südliche Stadtgebiet Bremens wird von der Bundesautobahn A1 Dortmund–Hamburg berührt. Im Südosten der Stadt, am Bremer Kreuz, wird die A1 von der A27 Hannover–Bremerhaven–Cuxhaven gekreuzt. Diese Autobahn führt nahezu durch das gesamte nördliche Stadtgebiet von Südosten nach Nordwesten. Im Norden führt die A 270 von der A 27 in Ihlpohl bis nach Blumenthal/Lüssum. In Gröpelingen ist der erste Teil der A 281 vom Dreieck Bremen-Industriehäfen bis Bremen-Gramke fertiggestellt. Auf der anderen Weserseite ist der Bau der A 281 begonnen und soll 2007 vom Güterverkehrszentrum bis südlich des Flughafens fertig gestellt werden. Westlich der Stadt beginnt die Autobahn A28 nach Oldenburg. 2004 begannen die Baumaßnahmen zum Lückenschluss zur A1. Im Laufe des Jahres 2005 entsteht auf Höhe der Anschlussstelle Delmenhorst-Ost der A1 ein neues Autobahndreieck, das in wenigen Jahren den Endpunkt der A28 darstellen soll. Außerdem führen die Bundesstraßen B6 (in Nord-Süd-Richtung), B74 und B75 (in West-Ost-Richtung) durch Bremen. Derzeit defindet sich die Verlängerung der A281 in Bau, die eine Querverbindung von der A27 in Bremens Westen über die Weser hin zur B75 in der Nähe des Flughafens herstellt. Langfristig soll auch hier eine Verbindung zur A1 hergestellt werden, womit der Autobahnring um Bremen geschlossen wäre. Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen mehrere Straßenbahn- und Buslinien der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) sowie Buslinien anderer Verkehrsbetriebe beziehungsweise Unternehmen. Alle haben sich im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) zusammen geschlossen. Im Bremen endet/beginnt der Radfernweg Hamburg-Bremen.

Kfz-Kennzeichen

Eine Besonderheit der bremischen Kfz-Kennzeichen besteht darin, dass ein Kennzeichen für zwei kreisfreie Städte (Bremen und Bremerhaven) verwendet wird. Am Kfz-Kennzeichen lässt sich jedoch trotzdem die Herkunft des Fahrzeughalters erkennen. Es gilt: HB
+ 2 Buchstaben + 3 Ziffern: Stadt Bremen
oder 1 Buchstabe + 3 Ziffern oder 2 Buchstaben + 1 oder 2 Ziffern: Bremen-Nord
oder 1 Buchstabe + 4 Ziffern: Bremerhaven

Medien

Bremen ist Sitz von Radio Bremen, der kleinsten Rundfunkanstalt der ARD. Radio Bremen produziert diverse Fernsehsendungen und betreibt vier Hörfunkwellen - eine davon gemeinsam mit dem NDR (Nordwestradio) , eine weitere mit dem WDR (Funkhaus Europa). Als privates Pendant ist Energy Bremen in der Hansestadt mit einem Radioprogramm ansässig; zusätzlich gibt es im Sendegebiet die Radiosender Radio ffn und Hitradio Antenne mit lokalen Fenstern. Beim Bürgersender OK Bremen können Bürgerinnen und Bürger aus Bremen kostenlos eigene Radio- und TV-Sendungen gestalten. Als Tageszeitung erscheinen der Weser-Kurier und die fast identischen Bremer Nachrichten, letztere sind die drittälteste noch erscheinende Tageszeitung Deutschlands. Mit eigenständigen Stadtausgaben erscheinen in Bremen außerdem die tageszeitung (taz) sowie die Bild-Zeitung (Axel Springer Verlag). Als größte gratis verteilte Anzeigenblätter erscheinen der Weser-Report, der Bremer Anzeiger und in Bremen-Nord das BLV. Ferner sind alle großen Nachrichtenagenturen und die meisten großen Tageszeitungen Nordwestdeutschlands sowie zahlreiche Radiosender mit Korrespondentenbüros oder Regionalredaktionen vertreten. Schließlich erscheinen mehrere Stadtmagazine ('Bremer', 'Prinz', 'Mix' und andere).

Ansässige Unternehmen


- Airbus Deutschland (Flugzeugbau)
- Atlanta-Gruppe (Frucht- und Gemüse-Handelsunternehmen, u.a. Chiquita)
- ATLAS ELEKTRONIK (Marine-Elektronik)
- Beck & Co. KG (Bier-Brauerei „Beck's“, „Haake Beck“, „Hemelinger“, größter deutscher Bierexporteur, gehört zu dem belgischen Brauerei-Konzern InBev)
- BLG Logistics Group (Logistik)
- Coca Cola (Getränkehersteller)
- DaimlerChrysler (Automobilbau)
- EADS SPACE Transportation Raumfahrt (Ariane-Rakete, ATV, Weltraumlabor Columbus etc.)
- Feodora (Schokolade-, Patisserieerzeugnisse)
- Hachez (Schokolade-, Patisserieerzeugnisse)
- Hansa-Flex Hydraulik
- Hella Fahrzeugkomponenten GmbH
- Kellogg's Deutschland (Nahrungsmittel)
- Koch & Bergfeld (Silbermanufaktur)
- Kraft Foods Deutschland mit den Marken Kaffee HAG, Jacobs, Onko, Kaba, Milka etc. (Nahrungsmittel)
- Könecke (Fleischwaren, Lebensmittelproduktion)
- Lloyd-Dynamo-Werke Schiffsantriebe, Sondermaschinen, allgemein Elektromotoren
- Melitta (Kaffee)
- Nordmilch (Milram, Milsani, Normi)
- OHB-System AG (Raumfahrt (SAR-Lupe, European Physiology Modules, Sicherheitstechnik)
- RDE, Rheinmetall Defence Electronics GmbH (wehrtechnische Elektronik)
- Siemens (Elektrotechnik)
- Stahlwerke Bremen (Gehört zu Arcelor S.A., Luxemburg), ehemals Klöckner Stahlwerke
- Tchibo mit Eduscho (Kaffee)
- Vitakraft (Tiernahrung und Zubehör)

Öffentliche Einrichtungen

Bremen ist Sitz folgender Einrichtungen und Institutionen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts:
- Bremische Evangelische Kirche
- Arbeitnehmerkammer Bremen
- Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden / Baptisten im Lande Bremen, KdöR
- Radio Bremen
- Radio Bremen TV
- DGzRS Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
- Kassenärztliche Vereinigung Bremen
- Kassenzahnärztliche Vereinigung Bremen
- Tierärztekammer Bremen
- Honorarkonsulate verschiedener Länder

Bildung, Wissenschaft und Forschung

Das Bremer Bildungssystem stellt sich ausgesprochen widersprüchlich dar: Einerseits belegt Bremen im Bereich der Elementar- und Allgemeinbildung laut deutscher PISA-Studie den letzten Platz, andererseits wurden die Städte Bremen und Bremerhaven vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft am 12. März 2004 zur „Stadt der Wissenschaft 2005“ (gegen einen Mitbewerb von 36 deutschen Städten) gewählt. Umstritten war 2001 die Schließung des Schulzentrums Holter Feld.
- Die Universität Bremen nahm zum Wintersemester 1971/72 ihren Betrieb auf. Die Grundsteinlegung erfolgte am 11. November 1970 durch aufmüpfige Studenten und Schüler unter dem Namen „Marx & Moritz-Universität“ (letzteres nach dem damaligen Bildungssenator Moritz Thape).1973 wurde die Pädagogische Hochschule integriert, daher lag der Schwerpunkt der Universität ursprünglich in der Lehrerausbildung. Heute gibt es beinahe alle Fachbereiche (außer Medizin), sowie diverse Sonderforschungsbereiche. Als Beispiel lässt der sogenannte "Fallturm" als europaweit größte Einrichtung Untersuchungen und Forschungen in simulierter Schwerelosigkeit zu. Ein Indikator für die Wertschätzung der Forschungsleistungen ist der hohe Anteil der eingeworbenen Drittmittel.
- Die Hochschule für Künste Bremen trägt seit 1988 ihren heutigen Namen. 1979 war die Hochschule und die berufsbildende Abteilung des Bremer Konservatoriums zur Hochschule für Gestaltende Kunst und Musik zusammen gelegt worden. Diese hatte mehrere Vorgängereinrichtungen.
- Die Hochschule Bremen wurde 1982 gegründet durch Zusammenschluss der Hochschulen für Technik, Nautik, Sozialpädagogik/Sozialökonomie und Wirtschaft. Auf dem Gelände der Hochschule befindet sich die Walter-Stein-Sternwarte,
- Die International University Bremen kurz IUB, ist eine private Universität nach amerikanischem Vorbild gegründet 1999. Sie ist zugleich ein deutliches Signal für den Strukturwandel. Auf dem Gelände einer ehemaligen Ausbildungskaserne der Bundeswehr studieren heute junge Menschen aus vielen Ländern der Welt unter modernsten Bedingungen. Die Lehrpläne sind straff und genügen internationalen Ansprüchen. Die Lehrsprache an der IUB ist Englisch.
- Spanisches Kulturinstitut Instituto Cervantes
- Französisches Kulturinstitut Institut Français de Brême Darüber hinaus gibt es Bremen das komplette Angebot allgemeinbildender und beruflicher Schulen. An Wissenschaftlichen Einrichtungen sind in Bremen ansässig:
- Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie
- Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM)
- Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL)
- ZARM: Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation
- IWT: Stiftung Institut für Werkstofftechnik
- Bremer Institut für angewandte Strahltechnik GmbH (BIAS)
- Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT)

Freizeit- und Sportanlagen


- Mitten in der Stadt erstreckt sich großflächig der Bürgerpark und der Stadtwald.
- Es gibt das Weserstadion, in dem der Fußballbundesligist Werder Bremen spielt
- Zahlreiche Wassersportanlagen auf den Nebenflüssen der Weser

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater


- Theater der Freien Hansestadt Bremen
  - Theater am Goetheplatz
  - Schauspielhaus
  - Brauhaus
  - Concordia
- Musical-Theater Bremen
- Marth´s (im Waldau-Theater)
- Theater im Packhaus e.V.
- die bremer shakespeare company e.V.
- Theaterhaus Schnürschuh e.V.
- Junges Theater Bremen
- Madame Lothar's Travestietheater
- Theater am Deich - Hanseaten Klub Bremen e.V.
- KiOto - Kultur im Ostertor e.V. Die Stadt ist ferner Träger des „Philharmonischen Staatsorchesters“, das 1812 als „Gesellschaft für Privatkonzerte“ gegründet und 1888 in die „Philharmonische Gesellschaft“ umgewandelt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt es seinen heutigen Namen.

Museen und Ausstellungen

Bremen besitzt eine reiche Museumslandschaft. Die von Bürgern der Stadt gegründete Kunsthalle Bremen wurde 1849 eröffnet; der Bestand umfasst heute europäische Kunstwerke vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
- Bremen Halle - Luft- und Raumfahrtmuseum am Flughafen
- Bremer Frauenmuseum e. V.
- Bremer Rundfunkmuseum
- Dokumentationsstätte Gefangenenhaus Ostertorwache
- Drachenarchiv „Und sie fliegen heute noch“
- Focke-Museum Bremen
- Gerhard-Marcks-Haus
- Hafenmuseum Speicher XI
- Krankenhaus-Museum
- Kunsthalle Bremen
- Kunstsammlungen Böttcherstraße - Paula-Becker-Modersohn-Haus und Roselius-Haus
- Mühle Oberneuland
- Neues Museum Weserburg Bremen
- Schulgeschichtliche Sammlung Bremen
- Schulschiff Deutschland
- Spielzeugmuseum im Schnoor
- Tischlerei-Museum
- Überseemuseum Bremen
- Universum Science Center
- Wilhelm Wagenfeld Stiftung

Rund um den Marktplatz


- Der St.-Petri-Dom mit Dom-Museum und Bleikeller
- Das Rathaus am Markt
- Der Ratskeller (Weinkeller unter dem Rathaus, u.a älteste Weine Deutschlands)
- Der Roland, Mittelpunkt und Wahrzeichen der Stadt
- Die Bremer Stadtmusikanten, Wahrzeichen, Ende der Deutschen Märchenstraße mit Beginn in Hanau
- Der Schütting
- Die Böttcherstraße

Schlösser und Kirchen


- Das Heimatmuseum Schloss Schönebeck
- Die Liebfrauenkirche beim Rathaus
- Die Martinikirche an der Weser

Sonstige Bauwerke und Sehenswürdigkeiten


- Die Schlachte
- Das Schnoorviertel
- Die Wallanlagen mit der Mühle am Herdentor
- Der Fallturm in der Nähe der Universität
- Der AWD-Dome (ehemals Stadthalle Bremen)
- Der Fernsehturm im Stadtteil Walle
- Das Aalto-Hochhaus von 1962 in der Neuen Vahr
- Das Segelschulschiff Deutschland
- Der Space Park im Stadtteil Gröpelingen. 2004 eröffnet und wieder geschlossen, seither bemerkenswerte Investitionsruine.
- Das World Trade Center - Bremen
- Das Weser-Stadion
- Die Botanica
- Der Mittelwellensender Bremen-Oberneuland
- Der U-Bootbunker Valentin

Regelmäßige Veranstaltungen


- 6. Januar: Bremer Eiswette am Punkendeich
- Januar: Stiftungsfest der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)
- Februar: Bremer „Carneval“. Angelehnt an Südamerikanische Traditionen / Bremer Schaffermahl im Rathaus
- März: „Boot Bremen“, Ausstellung für Boote und Zubehör
- April: Osterwiese, Volksfest mit Feuerwerk
- Mai: Vegesacker Hafenfest
- Mai: Bremer Stadtfest auf dem Marktplatz
- Juni: Vision Parade auf dem Osterdeich
- August: Internationaler Bremer Sommer, Straßenzirkusfestival LA STRADA, Festival Maritim
- September: Maritime Woche, Vegesacker Markt
- Oktober: Bremer Freimarkt, ältestes Volksfest Deutschlands
- November: Caravan, Ausstellung für Wohnwagen und Wohnmobile
- Dezember: Weihnachtsmarkt

Mundarten


- Bremer Dialekt
- „Missingsch

Kulinarische Spezialitäten

Siehe: Bremer Spezialitäten

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Ehrenbürger Bremens in der Reihenfolge der Verleihung (bislang nur eine kleine Auswahl, da Näheres nicht bekannt)
- Anton Kippenberg 1874-1950, Verleger
- August Hagedorn 1888 -1969 erster Vorsitzender der Bremer Bürgerschaft nach dem 2. Weltkrieg (von 1946-1966)
- Wilhelm Kaisen 1887-1979, Bürgermeister a. D., einer der „Väter des Grundgesetzes“
- 1954: Rudolf Alexander Schröder, 1878-1962, Dichter, Übersetzer, Architekt
- 1999: Hans Koschnick, Bürgermeister a. D.
- 2001: Prof. Dr. Reimar Lüst, Astrophysiker, Wissenschaftsmanager, Vorsitzender des IUB-Aufsichtsrates
- 9. April 2003: Bernd Hockemeyer
- 9. April 2003: Uwe Hollweg
- 6. September 2005: Annemarie Mevissen, Bürgermeisterin a. D.
- 6. September 2005: Barbara Grobien, Sportlerin, Kulturförderin, „Michael und Barbara Grobien Stiftung“

Söhne und Töchter der Stadt Bremen

siehe Söhne und Töchter der Stadt Bremen

Weitere Informationsquellen

Wikipedia


- Portal Bremen
- Bremer Freihafen
- Handfeste
- UBV
- Der Stolz der Bremerhavener

Literatur


- „Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte“ Band III Nordwestdeutschland, 1. Teilband Niedersachsen/Bremen - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1952
- Bernd Ulrich, Bremer Spätbürger. Städtische Tradition und bürgerlicher Geist nach 1945, in: M. Hettling, B. Ulrich (Hgg.), Bürgertum nach 1945, Hamburg 2005, S, 222-254

Weblinks


- [http://www.bremen.de/ Offizielle Informationsseite des Landes Bremen]
- [http://www.rathaus-bremen.de/ Das Rathaus Bremen]
- [http://www.genealogy.net/reg/BRE/ Familienforschung und Informationen über Bremen]
- [http://www.historisches-bremen.de/ Website eines Projekts zur 3D-Darstellung des historischen Bremen]
- Kategorie:Or

Ariane 5

Die Ariane 5 ist eine
Trägerrakete aus der Ariane-Serie, die im Auftrag der ESA entwickelt wurde und seit 1996 im Einsatz ist. Sie ist die leistungsfähigste europäische Trägerrakete und ermöglicht es, schwere Nutzlasten in die Erdumlaufbahn zu befördern.

Konzept und Anwendungen

Während der Konferenz in Den Haag im November 1987 bewilligte der ESA-Ministerrat die Entwicklung eines ersten europäischen Schwerlastträgers, um für die immer größer werdenden Telekommunikationssatelliten gewappnet zu sein. Zu diesem Zeitpunkt konnte die ESA bereits auf einen langen, erfolgreichen Einsatz der Ariane-Reihe zurückblicken. Das Ziel bei der Entwicklung der Ariane 5 war eine mit einem Gesamtgewicht von bis zu 6,8 Tonnen 60 Prozent höhere Nutzlast für die geostationäre Transferbahn (GTO) bei nur 90% der Kosten einer Ariane-44L. Dies entspricht einer Verringerung der Kosten pro Masse um 44 Prozent. Einen weiteren Anwendungsbereich der Ariane 5 sollte der europäische Raumgleiter Hermes darstellen, um diesen so preiswert wie möglich zu starten. Hermes wäre von der Rakete auf einer Parabelbahn ausgesetzt worden, die die Raumfähre mit ihrem eigenen Antrieb in eine erdnahe Umlaufbahn umgewandelt hätte. Dieses europäische Projekt wurde jedoch nie verwirklicht. Durch den Aufbau der Ariane 5 mit einer bewusst sehr niedrig gehaltenen Anzahl von Triebwerken sollte eine sehr hohe Zuverlässigkeit erreicht werden. Obwohl Hermes nie gebaut wurde, wurde eine bemannte Nutzung der Ariane 5 nicht ausgeschlossen. Die angestrebte Zuverlässigkeit der Rakete lag mit 99% für die einstufige Variante eine Größenordnung höher als bei der Ariane 4, die nur für Satellitenstarts entwickelt worden war und viele Triebwerke besaß. Für die zweistufige Variante waren 98,5% anvisiert. Entsprechend groß war die Enttäuschung, als die Ariane 5 gleich beim Erstflug einen Fehlstart hinlegte, während ihr Vorgänger erfolgreich weiterflog. Heute werden mit der Ariane 5 hauptsächlich Kommunikationssatelliten in den GTO-Orbit gestartet.

Entwicklung und Vertrieb

Die Ariane 5 wurde von Raumfahrtunternehmen aus den ESA-Mitgliedstaaten im Auftrag der ESA entwickelt. Dabei stellte jeder Mitgliedsstaat, der sich an dem Projekt beteiligen wollte, Geld zu Verfügung. Die Industrie des jeweiligen Staates bekam dann Entwicklungsaufträge im Wert des von dem Staat gezahlten Entwicklungsbeitrages von der ESA. Die ESA ließ das Projekt von der französischen Raumfahrtbehörde CNES durchführen, die die technische Leitung, das Finanzmanagement und die Verteilung der Aufträge an die einzelnen Unternehmen in den Partnerstaaten übernahm. Die Startgesellschaft Arianespace musste deshalb die Einzelteile der Rakete bei den von der ESA ausgewählten Unternehmen bestellen und auch von den dafür ausgewählten Unternehmen montieren lassen. Nach dem Fehlstart beim ersten Flug der Ariane 5 ECA im Jahr 2002 wurde dieses komplizierte System abgeschafft und die EADS Space Transportation zum Hauptauftragnehmer ernannt. Die EADS baut nun die Raketen komplett aus den von ihr und den Partnerfirmen hergestellten Einzelteilen zusammen und ist für die Funktionsfähigkeit der kompletten Raketen verantwortlich. Sie liefert die Raketen nach der Endabnahme an ihren Kunden Arianespace. Für die ersten drei Starts waren ESA und CNES direkt verantwortlich, später übernahm Arianespace die Vermarktung. Die Rakete wird auch internationalen Kunden zum Start ihrer Satelliten gegen Entgelt angeboten. Die Entwicklungskosten der Ariane 5 betrugen etwa 5,8 Milliarden Euro (7 Milliarden US-Dollar).

Technik

Die auf Hermes optimierte Grundausführung der Ariane 5 heißt Ariane 5G (générique). Sie besteht aus:
- zwei Feststoffboostern (Bezeichnung EAP P238). Diese Booster sind etwa 30 m lang, haben einen Durchmesser von 3,05 m und fassen jeweils 238 Tonnen Festtreibstoff. Sie liefern etwa 5000 kN Schub über 130 Sekunden bevor sie abgeworfen werden. Die Boostergehäuse werden von der Firma MT Aerospace AG in Augsburg produziert.
- einer sehr großen Hauptstufe (Bezeichnung EPC H158). Ihr Leergewicht beträgt dank extremer Aluminium-Leichtbauweise nur 12,5 Tonnen. Das Material ist so dünn, dass sie unter ihrem eigenen Gewicht zusammen brechen würde, wenn man die Stufe leer aufrichten würde. Stabilität erlangt sie erst durch den eingefüllten Treibstoff bzw. Druckgas. Sie ist 30,5 m hoch, hat 5,4 m Durchmesser und fasst 158 Tonnen Treibstoff. Diese Stufe hat nur ein Triebwerk, das durch die Verbrennung von flüssigen Wasserstoff und Sauerstoff 605 Sekunden lang einen Schub von 1180 kN liefert und damit nicht genug Schub erzeugt, um die Rakete ohne die Schubkraft der Booster abheben zu lassen. Beim Starten der Rakete zündet das Haupttriebwerk zuerst. Nachdem die Computer es auf Funktionsfähigkeit überprüft haben und das Triebwerk auf volle Leistung hochgefahren wird, werden auch die Feststoffbooster gezündet und die Rakete hebt ab. Sollten vor dem Abheben Probleme mit dem Haupttriebwerk festgestellt werden, kann es ohne jeglichen Schaden abgeschaltet werden. Dagegen können die Feststoffbooster nach dem Zünden nicht mehr abgeschaltet werden, was auch diese Zündungssequenz erklärt.
- Auf der Hauptstufe sitzt die in einem Ring untergebrachte Steuerungseinheit, die den Flug der Ariane 5 steuert und überwacht. Auf diesem Ring sollte der Raumgleiter Hermes sitzen und nach der Abtrennung von der Hauptstufe mit Hilfe seiner eigenen Triebwerke die Umlaufbahn erreichen.
- Damit die Ariane 5 auch Satelliten in den GTO bringen kann, wurde eine sehr kleine Oberstufe (Bezeichnung EPS L9.7) entwickelt, die im Ring der Steuerungseinheit angebracht wird. Diese Stufe fasst 9,7 Tonnen Treibstoff, der in vier kugelförmigen Tanks untergebracht ist. Sie besitzt ein druckgasgefördertes Triebwerk, das während einer Brennzeit von bis zu 1.100 Sekunden Monomethylhydrazin mit Distickstofftetroxid verbrennt.

Nutzlastverkleidungen

Es stehen drei verschiedenlange Nutzlastverkleidungen (engl.: Fairings) zur Verfügung, die von Contraves Space in der Schweiz hergestellt werden. Die Nutzlastverkleidungen spalten sich längs auf und werden abgeworfen, wenn der Luftwiderstand in ca. 110 km Höhe den Satelliten nicht mehr beschädigen kann.
- Die kurze Nutzlastverkleidung ist 12,7 m lang. Ihr nutzbares Volumen beträgt 125 und ist zusammen mit allen Doppelstartvorrichtungen einsetzbar.
- Die mittellange Nutzlastverkleidung ist 13,8 m lang. Ihr nutzbares Volumen beträgt 145 m³. Sie ist zusammen mit der Doppelstartvorrichtung Sylda 5 einsetzbar.
- Die lange Nutzlastverkleidung ist 17 m lang. Ihr nutzbares Volumen beträgt 200 m³. Sie ist zusammen mit allen Doppelstartvorrichtungen einsetzbar.

Doppelstartvorrichtungen

Um zwei größere Satelliten bei einem Start in die Umlaufbahn befördern zu können, setzt Ariane 5 Doppelstartvorrichtungen ein. Dabei werden zwei verschiedene Typen von Doppelstartvorrichtungen verwendet. Jeder der beiden Typen ist in mehreren Versionen erhältlich. Sie werden von EADS Astrium in Bremen hergestellt. Der erste Typ namens Speltra ist ein unten offener Zylinder, der mit 5,4 m Durchmesser denselben Durchmesser wie die Rakete selbst hat. Die Speltra wird über den bereits zuvor auf der Oberstufe der Ariane 5 befestigten Satelliten gestülpt. Danach wird auf der Speltra der zweite Satellit befestigt, über den wiederum die Nutzlastverkleidung gestülpt wird. Die Nutzlastverkleidung sitzt damit auf der Speltra. Die Speltra ist für unterschiedlich große Satelliten in zwei verschiedenen längen erhältlich.
- Die kurze Speltra ist 5,7 m lang und hat ein nutzbares Volumen von 75 m³.
- Die lange Speltra ist 7 m lang und hat ein nutzbares Volumen von 100 m³. Der Vorteil der Speltra ist, dass die in ihr transportierten Satelliten dieselbe maximale Breite besitzen dürfen wie die Satelliten, die direkt unter der Nutzlastverkleidung transportiert werden. Der zweite Typ namens Sylda 5 ist ein unten offener Zylinder mit 4,6 m Innendurchmesser, der sich innerhalb der Nutzlastverkleidung befindet. Er ist in sechs unterschiedlich langen Versionen erhältlich, die 4,9 bis 6,4 m lang sind und 50 bis 65 m³ nutzbares Volumen bieten. Der zweite Satellit wird auf der Sylda 5 montiert und kann nur noch den restlichen in der Nutzlastverkleidung zur Verfügung stehenden Raum ausfüllen. Die Sylda 5 wurde von einer ähnlichen Struktur in der Ariane 4 abgeleitet und eingeführt, weil die meisten Satelliten nicht so breit sind, dass die Speltra benötigt wird. Das gegenüber der Speltra eingesparte Gewicht kommt voll der Nutzlast zugute, weil die Doppelstartvorrichtung erst nach dem Aussetzen des oberen Satelliten abgestoßen wird. Daneben gibt es noch Distanzringe, die ebenfalls von Contraves Space gefertigt werden und zur Verlängerung aller zur Verfügung stehenden Verkleidungen eingesetzt werden können. Die Verlängerung beträgt 50 bis 200 cm, was einem Volumen von 8 bis 33 m³ entspricht. Zuletzt gibt es noch die ASAP Vorrichtung (Ariane Structure for Auxiliary Payloads) für Mini- oder Mikrosatelliten. Sie stammt ebenfalls von der Ariane 4 wird aber eher selten benutzt (V135, V138, V165). Die Montage erfolgt bei Doppelstarts in oder über der Speltra/Sylda ansonsten unterhalb der Primärnutzlast.

Folgeversionen

Schon vor dem Erstflug stand fest, dass die Ariane 5 nur Satelliten starten würde. Die Ariane 4 beherrschte zu dem Zeitpunkt etwa die Hälfte des weltweiten kommerziellen Satellitenstartmarktes und man wollte diese Position mit der Ariane 5 weiter ausbauen. Daneben stieg die Masse der kommerziellen Kommunikationssatelliten kontinuierlich an, sodass man befürchtete, Ariane 5 werde bald nach ihrer Markteinführung keine Doppelstarts mehr durchführen können. Deshalb beschloss die ESA noch vor dem ersten Start ein Leistungssteigerungsprogramm. Zuerst war eine deutliche Vergrößerung der EPS-Oberstufe geplant, damit sie mehr Treibstoff aufnehmen konnte. Auch ein neues turbopumpengefördertes Triebwerk sollte diese veränderte Stufe erhalten. Jedoch scheiterte dieser Vorschlag. Während der ESA-Ministerratskonferenz im Oktober 1995 in Toulouse wurde das Erweiterungsprogramm Ariane-5E (Evolution) gebilligt, um den Markt für die größer werdenden Nutzlasten im Telekommunikationsbereich zu sichern. Die darin langfristig geplanten leistungsfähigeren Träger sind die Ariane 5 ECA, Ariane 5 ECB und die Ariane 5 ESV. Bis diese zur Verfügung standen wurden mit der Ariane 5G+ und Ariane 5GS zwei leicht modifizierte Versionen Entwickelt die eine leicht gesteigerte Nutzlastkapazität haben und stärker auf die Anforderungen von Raumsonden- und Satellitenstarts optimiert sind.

Ariane 5G+

Die Ariane 5G+ unterschied sich von der Ariane 5G nur dadurch, dass die EPS-Stufe leicht modifiziert wurde, um die Treibstoffmenge um 250 kg zu erhöhen. Außerdem wurden weitere Veränderungen vorgenommen, um die Stufe wiederzündbar zu machen und längere Freiflugphasen zu ermöglichen. Während der Freiflugphasen rotiert die neue, EPS L10 genannte Oberstufe mit der darauf befindlichen Nutzlast um ihre Längsachse, und verteilt so die Sonnenstrahlung gleichmäßig auf der ganzen Oberfläche. Dadurch wird die Überhitzung einer Seite der Stufe und der Nutzlast und das auskühlen ihrer anderen Seite verhindert, da sonst ein Temperaturunterschied zwischen den beiden Seiten von 200°C auftreten kann. Dieses Verfahren wird in der Raumfahrt als Barbecue-mode bezeichnet (Am. engl.: Grillen).

Ariane 5GS

Die Ariane 5GS hat neben der wiederzündbaren EPS L10-Oberstufe auch neue Feststoffbooster, die ursprünglich für die Ariane 5ECA entwickelt wurden und jetzt in allen Varianten der Rakete Verwendung finden. Diese EAP P241-Booster haben eine um 3 Tonnen erhöhte Treibstoffzuladung im obersten der drei Segmente und eine verlängerte Schubdüse aus leichterem Material, um die Schuberzeugung in großen Höhen zu verbessern und das Gewicht zu senken. Die ebenfalls aus dem Evolution Programm adaptierte Hauptstufe verwendet ein modifiziertes Vulcain 1B Triebwerk. Diese Kombination liefert allerdings so viel weniger Leistung als das Vulcain 1 mit alter EPC, dass die verstärkten Booster diesen Leistungsverlust nicht voll auffangen können. Nach wirtschaftlichen Aspekten scheint dies jedoch die „bessere“ Lösung zu sein, als weiterhin die alte Hauptstufe zu fertigen.

Ariane 5 ECA

Die Ariane 5 ECA, kann mit 10 Tonnen eine deutlich größere Nutzlast als ihre Vorläuferversionen befördern. Der Zusatz ECA steht für Evolution Cryotechnique Type A. Sie verfügt über eine modernisierte erste Stufe mit dem neuen Vulcain 2-Triebwerk und der neuen kryogenen Oberstufe ESC-A (Etage Supérieur Cryotechnique Type A – kryogene Oberstufe Typ A). Die modernisierte Hauptstufe enthält durch eine Verschiebung des Tankzwischenbodens nun 173 Tonnen Treibstoff und heißt EPC H173. Die neue Oberstufe ESC-A H14,4 verwendet das in der Ariane-4-Oberstufe eingesetzte Triebwerk HM-7B, das einen höheren Schub als die bisherige Oberstufe liefert. Dadurch können schwerere Nutzlasten und mehr Treibstoff mitgeführt werden. Die Treibstoffzuladung liegt jetzt bei 14,4 Tonnen. Durch die Verwendung von Wasserstoff als Verbrennungsträger liegt die Nutzlastkapazität der Ariane 5 ECA mit 10 Tonnen Nutzlast bei einem Einzelstart und 9,1 Tonnen bei einem Doppelstart erheblich höher als die der bisherigen Ariane 5, bei nur leicht angestiegenen Herstellungskosten. Der ebenfalls nahezu unverändert von der Ariane 4 übernommene Tank für den Oxidator (Sauerstoff) wird vom neuen, nahezu halbkugelförmigen Treibstofftank für den Wasserstoff umgeben. Beide Tanks werden aus Gewichtsgründen nur durch einen gemeinsamen Zwischenboden getrennt. Die Stufe hat einen Durchmesser von 5,4 Metern. Die Steuerungseinheit sitzt jetzt auf der Oberstufe und ist strukturell leichter als die bei den EPS-Oberstufen eingesetzte Version, weil sie nicht mehr die in ihr sitzende Stufe tragen muss. Auch der Erstflug der Ariane 5 ECA am 11. Dezember 2002 scheiterte. Als Ursache wurde das strukturelle Versagen der Düse des Vulcain-2-Triebwerks festgestellt. Eine Folge des Fehlschlags war, dass der für den 13. Januar 2003 geplante Start der Rosetta-Mission verschoben werden musste, da das Risiko eines Totalverlustes nun als zu hoch eingeschätzt wurde. In der nach dem Fehlstart modifizierten Ariane 5 ECA wird nun ein verbessertes Vulcain-2-Triebwerk verwendet, bei dem die Düse verstärkt und etwas verkürzt worden ist. Zusätzlich wurde der Kühlmitteldurchsatz erhöht und sie erhielt einen speziellen Wärmeschutz aus Zirkoniumoxid. Die verbesserten Triebwerke wurden, auch wegen der Fehlfunktion beim Erstflug, in einer neuen Vakuumkammer des DLR in Lampoldshausen getestet. Ein Rahmenvertrag über 30 Ariane 5 im Gesamtwert von drei Milliarden Euro wurde am 10. Mai 2004 abgeschlossen. Er soll es ermöglichen, die Produktion zu rationalisieren und die Ariane 5 ECA gegenüber der russischen Konkurrenz zu stärken. Der erfolgreiche zweite Start der Ariane 5 ECA erfolgte am 12. Februar 2005.

Ariane 5 ECB

Die Kosten für einen zweiten Testflug der Ariane 5 ECA und die Nachbesserung der Trägerrakete führten dazu, dass die Entwicklung der noch stärkeren Oberstufe ESC-B die für die Version Ariane 5 ECB im Jahr 2003 vorerst auf Eis gelegt wurde. Nach dem erfolgreichen zweiten Testflug der Ariane 5 ECA Im Februar 2005 will EADS die Entwicklung der Ariane 5 ECB aufgeben, da man schätzt, dass die bei 12 Tonnen liegende GTO-Nutzlastkapazität der Ariane 5 ECB die Anforderungen des kommerziellen Satellitenstartmarktes übersteigt und deshalb die relativ hohen Entwicklungskosten wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen sind. Da die Entwicklung der Ariane 5 jedoch von der ESA finanziert wird, muss über diesen Vorschlag beim Treffen des Ministerrates im Dezember 2005 entschieden werden. Erst die neue Oberstufe ESC-B ist für die H173-Hauptstufe der Ariane 5 von adäquater Größe und Leistungsfähigkeit. Die ECB-Oberstufe hat einen Durchmesser von 5,4 Metern und ineinander liegende Tanks für den Oxidator (Sauerstoff) sowie den Treibstoff (Wasserstoff). Der Wasserstofftank ist deutlich größer als der Sauerstofftank und umgibt diesen. Beide Tanks werden durch einen gemeinsamen Zwischenboden getrennt. Die Treibstoffzuladung der ESC-B-Oberstufe soll 28,2 Tonnen betragen. Sie erhält ein völlig neu entwickeltes Triebwerk namens Vinci, das 150 Kilonewton Schub erzeugen kann und eine ausfahrbare Schubdüse hat, um den Treibstoff so effizient wie noch nie zuvor auszunutzen. Die Ariane 5 ECB soll eine Nutzlast von zwölf Tonnen in einen Geotransferorbit bringen können. Das neue Vinci-Oberstufentriebwerk hat inzwischen seinen ersten Härtetest in Lampoldshausen erfolgreich absolviert, so dass der Flug einer aufgerüstete Ariane 5 ECB zukünftig nicht ausgeschlossen ist. ([http://www.dlr.de/dlr/News/pi_030805_vinci.html], [http://www.esa.int/SPECIALS/Launchers_Home/SEMVRI808BE_0.html]).

Ariane 5 ESV mit ATV

Diese Version der Ariane 5 soll das zukünftige europäische Versorgungsschiff Automated Transfer Vehicle (ATV) zur ISS transportieren. Das unter Druck stehende ATV liefert Fracht, Wasser, Luft, Stickstoff, Sauerstoff und Treibstoff. Außerdem soll das ATV Abfall von der ISS abtransportieren und die ISS in einen höheren Orbit heben, um dem Sinkflug durch den Bremseffekt der Atmosphäre entgegenzuwirken. Insgesamt soll die Ariane 5 ESV bis zu 21 Tonnen Nutzlast in einen erdnahen Orbit transportieren, was einer Nutzlast von 8 Tonnen für den GTO entspricht. Sie besteht aus der ersten Stufe mit dem verbesserten Vulcain 2-Antrieb und der zweiten wiederzündbaren Antriebsstufe EPS-V, an der die Nutzlast angebracht wird. Die obere Stufe wird bei einem typischen Flug insgesamt dreimal gezündet. Die erste Zündung erfolgt nach dem Ausbrennen der unteren Stufe. Danach wird sie abgeschaltet und beginnt einen ballistischen Flug, bevor eine zweite Zündung sie in einen niedrigen Erdorbit bringt. Das dritte Mal wird sie gezündet, um sie wieder in die oberen Schichten der Erdatmosphäre zu bringen, wo sie dann ver