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Autor

Autor

Ein Autor (v. lat.: auctor = Urheber, Schöpfer, Förderer, Veranlasser) ist der Verfasser oder geistige Urheber eines Werkes. Dabei handelt es sich meist um Werke der Literatur im weitesten Sinn (Schriftsteller, Sachbuch-, Drehbuch-, Fernseh-, Opern- oder Bühnenautor). Seltener wird, mit einem deutlichen juristischen Beiklang, als Autor der Urheber eines Werkes der Musik, Kunst, Fotografie, Filmkunst verstanden (vgl. auch Softwareautoren, Gesetzesautoren).

Geschichte

Das Verständnis von Autorschaft ist geschichtlichen Veränderungen unterworfen. Im Mittelalter verweisen die Begriffe Autor und Autorität mit großer Selbstverständlichkeit aufeinander. Der Rechtssprache entstammend, bezeichnet auctor den 'Urheber', 'Verfasser' oder 'Sachwalter' eines Werkes. Dabei schließt die Wortbedeutung, anders als in der Neuzeit, grundsätzlich den Aspekt der Autorität (auctoritas) ein: Verfasser sind gemeint, die hohes Ansehen erworben und breite Anerkennung gefunden haben. Besonders die medialen Umbrüche von der Mündlichkeit zur Schrift und von der Handschrift zum Buchdruck förderten die Ablösung der Person des Autors und ihrer Autorität von ihrem (reproduzierbaren und vor Verfälschung zu schützenden) Werk, zunächst jedoch eher in Gattungen der theologischen und wissenschaftlichen Literatur. Erst seit der Genieästhetik des Sturm und Drang bildete sich ein Konzept des autonomen, schöpferischen, über sein Werk herrschenden belletristischen Autors heraus. Das 19. und 20. Jahrhundert bilden die Hochphase dieses emphatischen, idealisierten Autorbegriffs. Seit den 60er Jahren wurde Kritik an der Verabsolutierung der Autorpersönlichkeit laut (Roland Barthes, Michel Foucault). In Teilen der Literaturtheorie (Erzähltheorie) wird zwischen Autor und Erzähler unterschieden: Der Autor ist der Schreibende des Textes und der Erzähler der Erzählende der Geschichte und ist dabei eine vom Autor geschaffene Instanz. Der Begriff Autor wurde von Philipp von Zesen durch den Ausdruck Verfasser eingedeutscht.

Juristische Aspekte

Autorschaft umfasst in der Gegenwart ein Recht am geistigen Eigentum. Zum Schutz des Werkes dient das Urheberrecht.

Vergütung und Tantiemen

Im Januar 2005 einigen sich Belletristikverlage und der Verband deutscher Schriftsteller darauf, daß 10 Prozent vom Nettopreis jedes verkauften Hardcover-Exemplars künftig als Honorar an den Autor eines Buches fließen sollen. Für Taschenbücher gelten gesonderte Regelungen, bei bis zu 20000 verkauften Exemplaren erhalten die Autoren fünf Prozent. Der Erlös aus der Verwertung buchferner Nebenrechte geht zu 60 Prozent, der aus anderen Nebenrechten zur Hälfte an den Autor.

Verwertungsgesellschaft

Verwertungsgesellschaft für die Autoren verschiedener Sparten (Journalisten, Schriftsteller, Drehbuchautoren) ist die VG Wort. Sie verwertet - ähnlich der GEMA bei Musikstücken - die durch Aufführung, Sendung, Kopie und Publizierung entstandenen Tantiemen für die Autoren und schüttet die entstandenen Beträge einmal jährlich an die Autoren aus.

Zählung von Autoren

Vor allem bei wissenschaftlichen Publikationen kommt es immer häufiger vor, dass ein Werk mehrere Autoren und Koautoren aufweist. Um die Anzahl von Publikationen einer Person vergleichbar zu zählen, gibt es in der Bibliometrie verschiedene Zählweisen:
- Normale Zählweise (Eine Publikation zählt für jeden Autor unabhängig von der Anzahl der Autoren)
- Fraktionelle Zählweise (Anteilmäßige Aufteilung der Autorenschaft, beispielsweise jeweils ein Drittel bei drei Autoren)
- Logarithmische Zählweise (Der Anteil nimmt nach der genannten Reihenfolge der Autoren ab)
- Andere Gewichtung (zum Beispiel nur die ersten beiden Autoren)

Literatur


- Helmut Kreuzer: Der Autor, LiLi 42 (1981).
- Michel Foucault: Was ist ein Autor?, (zuerst frz. 1969) In: Ders: Schriften zur Literatur. Ffm. 1988, S. 7-31.
- Heinrich Bosse: Autorschaft ist Werkherrschaft - Über die Entstehung des Urheberrechts aus dem Geist der Goethezeit, Paderborn 1981.
- Fotis Jannidis u.a. (Hrsg.): Texte zur Theorie der Autorschaft, Stuttgart: Reclam 2000. (Enthält Texte von u.a. Freud, Sartre, Booth, Barthes, Focault, Eco)

Siehe auch


- Belletristik
- Leser
- Textualität
- Liste der Listen mit Schriftstellern

Weblinks


- [http://www.edkomp.uni-muenchen.de/CD1/C/Autor-C-RL.html Roger Lüdeke: Autor (aus: Kompendium der Editionswissenschaften)]
- [http://iasl.uni-muenchen.de/discuss/lisforen/autor-inhalt.html Jannidis/Lauer/Martinez/Winko: Rede über den Autor an die Gebildeten unter seinen Verächtern: Historische Modelle und systematische Perspektiven] ! Kategorie:Kunst (Beruf) Kategorie:Urheberrecht ja:作家 simple:Author

Latein

Als Latein bzw. Lateinisch (lat. lingua Latina: „lateinische Sprache“) bezeichnet man die Sprache, die ursprünglich vom Volksstamm der Latiner gesprochen wurde, der Bewohner von Latium mit Rom als Zentrum. Innerhalb der indogermanischen Sprachen gehört Latein zur Gruppe der italischen Sprachen. Es bildete die Grundlage für alle heutigen romanischen Sprachen.

Entwicklung

romanischen Sprachen Ursprünglich in Rom und dem umliegenden Gebiet (Latium) gesprochen, wurde Latein später an humanistischen Gymnasien unterrichtet. Neben Griechisch war Latein die Amtssprache des römischen Reiches. Wegen der kulturellen Überlegenheit des Ostens verlor es dabei zeitweise in Nordafrika und selbst in Rom seine Vorrangstellung. So war die Liturgiesprache der römischen Christen bis um 300 das Griechische. In dieser Zeit drangen viele griechische Lehnwörter ins Lateinische ein. Während der Spätantike begannen sich verschiedene Volkssprachen, aus denen im Mittelalter die romanischen Sprachen entstehen sollten, phonetisch und grammatikalisch von der lateinischen Hochsprache wegzuentwickeln. Doch noch im 6. Jahrhundert entstanden hochsprachliche lateinische Werke. Im Oströmischen Reich war Latein bis ins frühe 7. Jahrhundert neben Griechisch eine der beiden Amtssprachen. Im Westen übernahmen die Germanen mit den Grundelementen der spätrömischen Verwaltung auch die lateinische Sprache, die in der Administration bis in die frühe Neuzeit vorherrschend blieb. Seit der Völkerwanderung und der Christianisierung der (zunächst zumeist arianischen) Germanenvölker wurde Latein im Westen des früheren Römischen Reiches und in den römisch-katholischen Folgestaaten die Sprache des Klerus (Kirchenlatein), der Rechtswissenschaft (Glossatoren) und der sich bildenden Hochschulen (studia generalia). Es bildete somit die Schriftsprache, vor allem für das kirchliche und weltliche Urkundenwesen (Diplomatik) im frühen Europa. In völkerrechtlichen Verträgen (z. B. im Westfälischen Frieden von 1648) dominierte Latein bis in das 17. Jahrhundert hinein. Es bildet noch bis ins 20. Jahrhundert den Affixvorrat für die Fachterminologie in den Wissenschaften und verliert durch die fortschreitende Absorption in die englische und andere Sprachen lediglich an direkter, nicht jedoch an indirekter Bedeutung. Es wird noch an vielen Schulen unterrichtet.

Antike

Antike Schreibweise

Die lateinische Sprache wurde ursprünglich als scriptio continua, d. h. als zusammenhängender Fluss von Zeichen ohne Zwischenräume geschrieben. Auch Satzzeichen und Kleinbuchstaben wurden in der Antike nicht verwendet. Auf Wachstafeln war nämlich wenig Platz zum Schreiben, und Papyrus war teuer. Die antiken lateinischen Texte sind für uns heute daher schwer zu lesen. Vergleiche folgendes Beispiel: Alte Schreibweise: AVREAPRIMASATAESTAETASQVAEVINDICENVLLO SPONTESVASINELEGEFIDEMRECTVMQVECOLEBAT POENAMETVSQVEABERANTNECVERBAMINANTIAFIXO AERELEGEBANTVRNECSVPPLEXTVRBATIMEBAT IVDICISORASVISEDERANTSINEVINDICETVTI NONDVMCAESASVISPEREGRINVMVTVISERETORBEM MONTIBVSINLIQVIDASPINVSDESCENDERATVNDAS NVLLAQVEMORTALESPRAETERSVALITORANORANT NONDVMPRAECIPITESCINGEBANTOPPIDAFOSSAE NONTVBADIRECTINONAERISCORNVAFLEXI NONGALEAENONENSISERANTSINEMILITISVSV MOLLIASECVRAEPERAGEBANTOTIAGENTES Heutige Schreibweise: Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo, sponte sua, sine lege fidem rectumque colebat. poena metusque aberant nec verba minantia fixo aere legebantur, nec supplex turba timebat iudicis ora sui, sed erant sine vindice tuti. nondum caesa suis, peregrinum ut viseret orbem, montibus in liquidas pinus descenderat undas, nullaque mortales praeter sua litora norant. nondum praecipites cingebant oppida fossae, non tuba directi, non aeris cornua flexi, non galeae, non ensis erant: sine militis usu mollia securae peragebant otia gentes. Auszug aus Ovids Metamorphosen: Die Schöpfung (Das goldene Zeitalter) Details zu den verwendeten Buchstaben finden sich in dem Artikel Lateinisches Alphabet. Siehe zu diesem Thema auch: Paläografie (dort Lateinische Paläografie), Capitalis, Versalschrift und Majuskel.

Antike Aussprache

Auf die antike Aussprache der lateinischen Sprache wird im Artikel Lateinische Aussprache eingegangen.

Literatur

Mit Antiker Literatur des Lateinischen beschäftigt sich u. a. der Artikel Lateinische Literatur.

Gegenwart

Auch heute ist Latein noch an vielen Gymnasien aller Fachrichtungen zu finden. Etwa ein Drittel aller Gymnasiasten im deutschen Sprachraum lernt Latein als erste, zweite oder dritte Fremdsprache. An humanistischen Gymnasien wird dem Lateinischen, neben dem Griechischen, noch eine herausgehobene Bedeutung zugemessen, was früher auf eine aktive Beherrschung des Lateinischen zielte. Tatsächlich werden auch heute noch für zahlreiche Studiengänge das Latinum oder Lateinkenntnisse gefordert, insbesondere in zahlreichen geisteswissenschaftlichen Fächern. Das Latinum ist als Studienvoraussetzung für die Fächer Medizin und Jura weitestgehend abgeschafft, häufig aber nicht in Fächern wie Anglistik, Philosophie oder sogar Musikwissenschaften. Unabhängig von den Studienanforderungen wird von Befürwortern des Lateins betont, dass das Erlernen der lateinischen Sprache weiterhin Basis für die korrekte Verwendung von Fremdwörtern sei, das Erlernen anderer romanischer Sprachen wesentlich erleichtere und erhebliche Transfer-Effekte für die Denkschulung aufträten. Das Übersetzen lateinischer Texte fördere auf Grund der erheblichen Komplexität vieler lateinischer Sätze auch das logische Denken. Von den Gegnern ist hingegen zu hören, dass die Auseinandersetzung mit jeder Art von Grammatik, egal welcher Sprache, das strukturierte Denken fördere, und dass das Erlernen moderner romanischer Sprachen, welche im Gegensatz zu Latein noch gebraucht werden, mindestens ebenso gut dazu geeignet sei, die zahlreichen lateinischen Lehnwörter im Deutschen korrekt zu verwenden und andere romanische Sprachen zu erlernen. In der Tat sind viele gesamtromanische, also in allen romanischen Sprachen auftretende Wörter nicht im klassischen Latein vorhanden und müssen dann neu gelernt werden: guerra „Krieg“, testa „Kopf“, cavallo „Pferd“, mangiare/manger „essen“, andare
-
„gehen“ , boc(c)a/bouche „Mund“, blanco/blanc „weiß“, die Himmelsrichtungen etc. Viele dieser Wörter erklären sich nämlich aus dem umgangssprachlichen oder dem späten Latein oder stammen aus der Soldatensprache, also aus Varietäten, die nicht in der Schule gelehrt werden. Aus deutschen und US-amerikanischen Untersuchungen geht hervor, dass zwischen absolviertem Lateinunterricht und der Beherrschung der englischen Sprache in Schrift und vor allem Wort eine signifikante Korrelation besteht. Ein kausaler Zusammenhang ist allerdings nicht nachgewiesen worden – möglicherweise macht eine hohe sprachliche Begabung eines Kindes die Wahl des als schwierig geltenden Latein wahrscheinlicher. Da auch im modernen Lateinunterricht die Sprachproduktion eindeutig der Rezeption (Leseverstehen) untergeordnet ist, glauben viele, Latein falle Menschen mit ausgeprägter Begabung für Mathematik und formelle Denkvorgänge generell leichter als andere Fremdsprachen, wohingegen Menschen mit ausgeprägter Begabung für intuitives Erlernen von Sprachen andere Fremdsprachen leichter fänden. Dieser Zusammenhang lässt sich allerdings nicht häufig verifizieren: Die Erfahrung zeigt, dass die Schülerleistungen in Latein überwiegend Hand in Hand mit denen in der Muttersprache und anderen Fremdsprachen gehen.

Modernes Latein

Auch heute werden deutsch-lateinische Lexika aufgrund neulateinischen Wortgutes herausgegeben, z. B. das „lexicon auxiliare“ oder das vom Vatikan herausgegebene „lexicon recentis latinitatis“, welches erst im Jahre 2004 eine Neubearbeitung erfuhr. Der finnische Rundfunksender YLE (Yleisradio) verbreitet Wochennachrichten in neulateinischer Sprache. Radio Bremen veröffentlicht regelmäßig die Nuntii Latini in schriftlicher und gesprochener Version. Seit April 2004 veröffentlicht auch die deutschsprachige Redaktion bei Radio Vatikan Nachrichten auf Lateinisch. Dabei handelt es sich um ursprünglich deutsche Meldungen. Gero P. Weishaupt übersetzt sie für die Redaktion ins Lateinische. Sehr beliebt ist auch die lateinische Fassung der Asterix-Comics, die der deutsche Altphilologe Graf v. Rothenburg (Rubricastellanus) verfasst hat. Der Autor Nikolaus Groß, beruflich seit zehn Jahren Deutsch-Lektor in der südkoreanischen Hauptstadt, hat 2004 eine komplett latinisierte Übertragung von Patrick Süskinds Das Parfum im Brüsseler Verlag der Fundatio Melissa, einem überregionalen Verein zur Pflege des gesprochenen Lateins, veröffentlicht. Dem Buch ist mit dem „Glossarium Fragrantiae“ eine größere Liste aktualisierter Neuschöpfungen beigegeben. Vom selben Wortartisten existiert des weiteren ein Buch über den Baron Mynchusanus (Münchhausen). 2003 erschien bereits der erste Teil der Harry Potter-Bücher von J. K. Rowling auf Latein (Harrius Potter et Philosophi Lapis). Daneben gibt es noch viele weitere Übersetzungen „klassischer“ Werke ins Lateinische, so zum Beispiel Karl Mays Winnetou III, oder Der kleine Prinz (Regulus) von St. Exupéry. Durch das Internet ist die Verfügbarkeit alter lateinischer Texte sowie das Entstehen neuer lateinischer Texte erheblich begünstigt worden. Inzwischen gibt es sogar lateinische Fassungen von Popsongs. Daneben entstehen auch neue Popsongs in lateinischer Sprache, etwa Cursum Perficio, gesungen von Enya, Liberatio, eines von vielen lateinischen Musikstücken der Gruppe „Krypteria“, oder bei Gruppen der Dark Wave bzw. Gothic (Jugendkultur). Roma Ryan hat neben Cursum Perficio für Enya noch weitere Songs in lateinischer Sprache verfasst. In Internetforen wie Grex Latine Loquentium kommunizieren Teilnehmer aus vielen Ländern ausschließlich in Latein. In der klassischen beziehungsweise neoklassischen Musik findet Latein ebenfalls Verwendung. So hat etwa der niederländische Komponist Nicholas Lens auf seinem Werk Flamma Flamma ein lateinisches Libretto vertont, für sein Werk Terra Terra hat Lens selbst ein Libretto in lateinischer Sprache verfasst. Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Vertonungen lateinischer Gedichte wie z. B. von Jan Novák. Carl Orff unterlegte mehreren seiner Vokal-Kompositionen Texte in Latein oder Griechisch. Igor Strawinski ließ das nach Sophokles von Jean Cocteau in französischen Versen verfasste Libretto zu Ödipus Rex“ von Jean Daniélou ins Lateinische übersetzen. Das Lehrbuch Lingua Latina per se illustrata des dänischen Autors Hans H. Ørberg hat die bisher hauptsächlich für den Unterricht in modernen Sprachen eingesetzte einsprachige Lehrmethode auf den altsprachlichen Unterricht übertragen. Das Lehrbuch erfreut sich in verschiedenen Ländern einer steigenden Beliebtheit.

Latein in den Wissenschaften

In der Biologie erfolgt die Namensbildung der wissenschaftlichen Namen lateinisch und griechisch, wobei neuere Vorschläge vorsehen, die Regeln nur aus der lateinischen Sprache zu entnehmen. In der Medizin sind die anatomischen Fachbegriffe lateinisch, für die einzelnen Organe wird zusätzlich auch latinisiertes Griechisch verwendet. Die Krankheitsbezeichnungen leiten sich aus dem Griechischen ab. Zahlreiche Sprichwörter haben einen lateinischen Ursprung und sind teilweise auch in der deutschen Übersetzung zu geflügelten Worten geworden. In den Rechtswissenschaften existieren verschiedene lateinische Lehrsätze und Fachbegriffe (Latein im Recht). Auch in der Geschichtswissenschaft spielt vor allem Latein weiterhin eine große Rolle. In der Meteorologie werden lateinische Begriffe in der Wolkenklassifikation eingesetzt.

Latein in der katholischen Kirche

Latein ist neben Italienisch die Amtssprache des Vatikanstaats. Die katholische Kirche veröffentlicht alle amtlichen Texte von weltkirchlicher Bedeutung in Latein. Das gilt für die liturgischen Bücher, den Katechismus, den Codex des kanonischen Rechts sowie die päpstlichen Rechtsvorschriften (canones, decretales) und Rundschreiben (Enzykliken). Bis zum zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) war Latein die offizielle Gottesdienstsprache und ist dies (laut Sacrosanctum Concilium) offiziell noch heute, wobei andere Sprachen jedoch gleichfalls erlaubt sind. Tatsächlich werden nur noch sehr wenige Gottesdienste in Latein gehalten. Der gegenwärtig amtierende Papst Benedikt XVI. bevorzugt bei seinen Messen aber das Lateinische vor dem Italienischen. Siehe auch: Lateinische Kirche

Referenzlisten


- Lateinische Präpositionen
- Liste lateinischer Ortsnamen
- Liste lateinischer Präfixe
- Liste lateinischer Redewendungen
- Liste lateinischer Suffixe
- Liste von lateinischen Palindromen
- Lateinische Zahlwörter

Siehe auch


- Grammatik des Lateinischen
- Lateinische Aussprache
- Lateinische Sprichwörter
- Küchenlatein
- Vulgärlatein
- Mittellatein
- Lateinische Literatur
- Sprachen im Römischen Reich
- Jägerlatein
- Panlatinismus

Weblinks


- [http://www.commtec.de/wb/ Wörterbuch Latein-Deutsch-Latein auxilium online (mit Download-Möglichkeit)]
- [http://www.latein-pagina.de/iexplorer/stil.htm Lateinische Stilblüten]
- [http://www.thelatinlibrary.com/ The Latin Library – klassische Texte im Original]
- [http://www.albertmartin.de/latein/ Latein-Deutsch-, Deutsch-Latein-Wörterbuch mit hilfreichen Extras]
- [http://www.radiobremen.de/online/latein/ Nuntii latini bei Radio Bremen]
- [http://www.latein-pagina.de/ Latein-Pagina]
- [http://www.antikeundeuropa.de/Alte_Sprachen_heute/alte_sprachen_heute.html Alte Sprachen heute]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/a_chron.html Sammlung lateinischer Texte/bibliotheca Augustana]
- [http://www.music.indiana.edu/tml/ Lateinische Musiktraktate im Original]
- [http://www.lateinservice.de/index.htm Die deutsche Latein-Seite]
- [http://www.alcuinus.net/GLL/ Grex Latine Loquentium (Internetforum in lateinischer Sprache)]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.latein24.de/ Übersetzungen vieler klassischer lateinischer Texte bei Latein24.de] Kategorie:Einzelsprache
-
als:Latein ja:ラテン語 ko:라틴어 simple:Latin language th:ภาษาละติน zh-min-nan:Latin-gí

Urheber

Ein Urheber (Autor) ist eine Person, die ein literarisches oder künstlerisches Erzeugnis geschaffen hat und auch derjenige, von welchem ein anderer ein Recht ableitet. Im Strafrecht wird unter dem Urheber des Verbrechens (Auctor delicti) im Gegensatz zu dem Gehilfen (Socius delicti) derjenige verstanden, in dessen Person und Handlung sich der Tatbestand des Verbrechens vollständig in objektiver wie in subjektiver Hinsicht vereinigt findet. Das deutsche Strafgesetzbuch hat diese Bezeichnung nicht beibehalten. Es bezeichnet insbesondere den so genannten intellektuellen Urheber als Anstifter.

Siehe auch


- Urheberrecht Kategorie:Urheberrecht

Schriftsteller

Als Schriftsteller werden Personen bezeichnet, die im Verfassen eigener literarischer Texte ihren beruflichen Schwerpunkt setzen. Der Begriff stammt aus dem 18. Jahrhundert, den Eindeutschungen der Wörter Skribent und Autor. Jeder Schriftsteller ist gleichzeitig Autor (Verfasser), allerdings werden heute insbesondere die Autoren von Belletristik als Schriftsteller betrachtet. Die Verfasser von Sachtexten dagegen gelten beispielsweise als Sachbuch-Autoren. Als Beruf ist der freie Schriftsteller gegen Ende des 18. Jahrhunderts entstanden.

Inhalte

Bei den Werken eines Schriftstellers kann es sich sowohl um erzählende Prosa-Texte als auch um Dramen, Essays oder lyrische Werke handeln. Schriftsteller ist ein Überbegriff für Autoren oder Verfasser der genannten Textgattungen. Mitunter werden Schriftsteller, die den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf eine Gattung verlegen entsprechend als Romancier, Dramatiker, Essayist oder Dichter bezeichnet.

Ausbildung und Training

Es gibt keine bestimmte Ausbildung zum Schriftsteller. Viele Autoren haben sich das Schreiben ganz einfach selber beigebracht. Andere studieren an Universitäten oder Akademien, besuchen Kurse oder lesen Bücher. An der Universität Hildesheim und der Universität Leipzig (Deutsches_Literaturinstitut_Leipzig) gibt es mittlerweile eine schreibhandwerkliche Ausbildung zum Schriftsteller. Auch zahlreiche Schreibwerkstätten und Schreibseminare wie z.B. das Junge Literaturforum Hessen-Thüringen oder die Marburger Sommerakademie bieten angehenden Autoren interaktives Training und manchmal Coaching durch etablierte Vertreter des Berufs. Am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig gibt es seit 1995 einen Studiengang für Schriftsteller mit Prüfung und Diplom. Vorsichtig sollte man bei Angeboten wie "In 30 Tagen zum eigenen Buch" sein. Geld verdienen dabei zunächst die Schulen, die solche "Kurse" anbieten.

Siehe auch


- Liste der Listen mit Schriftstellern

Weblinks

!Schriftsteller Kategorie:Kunst (Beruf) ja:著作家

Drehbuch

Ein Drehbuch (englisch screenplay oder script) ist die erzählerische Grundlage für die Produktion eines Films. Es wird von einem Drehbuchautor geschrieben, in geringer Auflage vervielfältigt und an die verschiedenen, an der Produktion beteiligten MitarbeiterInnen des Stabs weitergegeben. Welche Informationen es genau enthält ist von der persönlichen Bildsprache seines Autors abhängig. Ein "Industriestandard" bildet den allgemeinen Konsens über seine Form und definiert somit den künstlerischen Verantwortungsbereich des Autors. Die Elemente dieser Form bestehen aus: # Schauplatz und Tageszeit # Namen der Figuren, deren Alter und besondere körperliche Merkmale # Physische Handlungen/Abläufe # Dialoge # Rhetorische Umschreibungen erzählerisch-relevanter Informationen für die Umsetzung durch andere Medien (Musik, Perspektive, Schauspielführung etc.). Weil das Drehbuch der letzte schriftstellerische Arbeitsschritt vor der eigentlichen Film-Arbeit ist, kann aus einem guten Drehbuch zwar ein schlechter Film werden; aus einem schlechten Drehbuch aber niemals ein guter Film. Der Grund dafür liegt darin, dass das Drehbuch den Film wesentlich bestimmt und definiert. Plot, Storyline und Charaktere wurden in der Regel zuvor in einem ersten Treatment festgehalten. Aus dem Treatment wird dann von einem Drehbuchautor (bisweilen vom Regisseur des Films, durchaus aber auch von Autorenteams (bes. bei Fernsehserien) das Drehbuch erstellt. Dieses wird in der Regel im Laufe der Produktion weiterhin verändert und umgeschrieben. So können Änderungen beispielsweise durch Probleme mit dem Budget, durch Vorschläge der Darsteller, durch Änderungswünsche der Produzenten u.v.m. zustande kommen. Drehbücher sind somit erst dann als solche abgeschlossen, wenn der Film, zu dessen Herstellung sie dienen, den Final Cut bekommen hat und von den Rechtehaltern veröffentlicht wird. Sie sind mithin während der Dreharbeiten als Work in Progress zu betrachten und dienen im Nachhinein nur dann zur Dokumentation des Entstehungsprozesses des Films, wenn die Änderungen der Phasen am Originaldokument einsehbar sind. Dies erschwert es Filmwissenschaftlern das Drehbuch als Produktions-Instanz in ihren Untersuchungen wissenschaftlich korrekt zu berücksichtigen. Aus dem gleichen Grund (das Problem der Zuordnung eines Autors) beschäftigen sich Literaturwissenschaftler selten mit Drehbüchern, ihr Augenmerk zielt eher auf den Vergleich zwischen Film und literarischer Vorlage. Das Drehbuch wird dabei für gewöhnlich außer Acht gelassen. Bisweilen werden Drehbücher in Buchform herausgegeben. Dabei handelt es sich üblicherweise um bearbeitete Versionen desjenigen Stadiums des Drehbuchs, das dem filmischen Endprodukt am nächsten kommt. Daher ist das publizierte Drehbuch in aller Regel eher ein Buch zum Film als das eigentliche Drehbuch.

Erzählstruktur

Der klassische Drehbuch-Plot zerfällt in drei Akte nach dem Held-Widersacher-Modell. # Akt: Auftakt --> Wendepunkt # Akt: Kampf --> Wendepunkt # Akt: Entscheidung --> Ergebnis Diese Aufteilung geht u.a. auf Aristoteles zurück, der schon in seiner Poetik von Anfang, Mitte, Ende spricht. Im ersten Akt werden Haupt- und Widerstrebung eingeführt, die von einer (Innenkampf) oder zwei Parteien (Aussenkampf zwischen Protagonist und Antagonist) verkörpert werden. Der weitere Verlauf gipfelt dann in einem Wendepunkt: der Plot entwickelt sich in eine unerwartete Richtung. Der zweite Akt besteht ihm Kampf von Haupt- und Widerstrebung. Protagonistisches und antagonistisches Streben verfolgen Zwecke, deren zeitgleiche Verwirklichung sich ausschließt; eines wird dem anderen weichen müssen. Eine weitere unerwartete Plot-Entwicklung markiert das Ende des zweiten Aktes. Im dritten Akt entscheidet sich, welcher Zweck auf Kosten welchen anderens Wirklichkeit wird, und was daraus für ein Endzustand folgt. Konkret geschieht nach ca. 15 bis 20 Minuten nach dem Filmbeginn der sogenannte Plot Point. An dieser Stelle wird der Protagonist in die Handlung hineingerissen bzw. er wird zum Handeln gezwungen. Ebenso wird in diesem ersten Teil des Films geschildert, wer der Protagonist überhaupt ist.

Format-Richtlinien für Drehbücher

Drehbücher für Spielfilme, welche an grössere Studios eingesandt werden - sei es in den USA oder anderswo - sollen einen gewissen Standard ("Studioformat") einhalten. Dieser besagt, wie die Bezeichnung von Szenen, Handlungen, Übergängen, Dialogen, Charakternamen, Kameraeinstellungen und anderes auf dem Blatt Papier präsentiert werden soll. Ebenso wird die Zeichengrösse und die Zeilenabstände mehr oder weniger eingeschränkt. Ein Grund für diese Vereinheitlichung besteht darin, dass bei einer Darstellung im Studioformat eine Seite des Drehbuchs rund eine Minute des Films entspricht. Diese Faustregel ist aber umstritten; zum Beispiel gibt es eine sehr dialoghaltige Seite im Drehbuch, welche mehr Filmzeit benötigt als eine Seite Action. Ebenso hängt die Länge des Drehbuchs vom Schreibstil des Autors ab. Die erfahrensten Leser der Drehbücher glauben, Drehbücher aufgrund vom Gewicht und der Dicke in "zu lang", "gut" oder "zu kurz" einzuteilen. Nachdem das Drehbuch in der Hand gewogen worden ist, wird der Leser oder Filmproduzent zur letzten Seite blättern, um die Anzahl Seiten zu bestimmen. Idealerweise sind Drehbücher 90 bis 120 Seiten lang; Komödien und Kinderfilme neigen aber dazu, eher tiefere Seitenzahlen zu besitzen. Es ist aber eine geläufige, aber falsche Vorstellung, dass ein Drehbuch 120 Seiten lang sein sollte - tatsächlich sind 120 Seiten eher zu lang für die meisten Filme. 110 bis 115 Seiten lange Scripts haben offenbar die höchste Akzeptanz bei den Mangern. Überschreitet ein Drehbuch die 120-Seiten-Grenze, dann handelt es sich entweder um das Werk eines unerfahrenen Autors, oder die Geschichte wird von einem fähigen Regisseur - der auch in der Lage ist, mit den vielen Zusatzinformationen gut umzugehen - verfilmt. Der Leser kann auch sofort sagen, ob ein Drehbuch im "Studioformat" geschrieben ist oder nicht, indem er auch nur einzelne Seiten anguckt. Hält sich das Drehbuch nicht an das Format, wird der Autor für unerfahren gehalten; das Drehbuch wird dann sehr schnell zur Seite gelegt.

Das Studioformat konkret

Im Internet gibt es verschiedene Tipps für das richtige Format, [http://www.oscars.org/nicholl/script.pdf darunter das "offizielle" der Oscar-Verleiher] (Nicholl Fellows-Drehbuchwettbewerb). Hier seien die Grundzüge dargestellt:
- Allgemein: Zeichensatz ist Courier. Schriftgrösse 12, niemals Kursivschrift. Die Blätter sind jeweils einseitig bedruckt. Seitenzahlen werden oben rechts angegeben. Blätter sind links zusammengeheftet (jedenfalls so, dass man die Blätter wieder trennen kann - interessiert sich jemand für das Script, so muss er es auch fotokopieren können.)
- Titelblatt: In der Mitte der Filmtitel und die Autoren-Angabe. Filmtitel gross geschrieben. Adresse des Autors unten rechts.
- Zeilenabstände: Doppelt, wenn die sprechende Person oder die Szene wechselt. Sonst einfach.
- Angabe des Orts (innen oder aussen), des genauer definierten Ortes und der Tageszeit in Grossbuchstaben und linksbündig. Mit diesen Informatoinen lassen sich die witterungsabhängigen Aussenszenen von denen im Gebäudeinneren trennen; dies hilft bei der Planung der Dreharbeiten.
- Beschreibung (der Handlung; evtl. auch der Anweisungen an den Kameramann): linksbündig. Kurze Handlungsanweisungen können auch in Klammern beim Dialog erscheinen. Tritt ein Charakter zum ersten Mal auf, wird sein Name gross geschrieben.
- Dialog: Name des sprechenden Charakters in Grossbuchstaben, Dialog normal. Beides aber zentriert. Angaben zur Sprechweise und Emotionsausdrücken werden in Klammern zentriert geschrieben. Wird der Dialog auf der nächsten Seite fortgesetzt, erscheint hinter dem Charaktername ein "CONT'D" für "continued". Bei Voice-over (Stimme aus dem "Off"; d.h. der Sprecher ist nicht auf dem Bild sehbar) wird ein "V.O." hinter dem Charakternamen angegeben.
- Schnitt: Wird angegeben durch die Angabe des neuen Orts.

Beispiel

1
INNEN / STUBE / MORGEN

GERDA sitzt auf dem Sofa und liest eine Illustrierte; ihr Mann HEINRICH stürmt herein.

HEINRICH

(wutentbrannt)

Hast du den Brief nicht bekommen?

Gerda ist reagiert höchst erstaunt; dann wird ihr Gesichtsausdruck mutvoll.

GERDA (V.O.)

Doch. Deine Kündigung. Was hast du denn getan?
(Heinrichs Gesicht wird rapid bleich)

Physisches Format

Amerikanische Drehbücher werden einseitig auf Briefpapier (8.5 x 11 inch) gedruckt, mit drei Löchern. Sie werden durch zwei - nicht drei - Messing-Agraffen zusammengehalten. In Grossbritannien und dem restlichen Europa sind zweifach gelochte A4-Blätter üblich. Eine Ausnahme sind europäische Autoren, die für amerikanische Studios schreiben. So wird verhindert, dass beim Fotokopieren in den USA die Seiten unvollständig wiedergegeben werden. In Europa ist es auch nicht selten, dass eine einzelne Bostitch-Klammer die Blätter zusammenhält - so kann man das Werk besser durchblättern. Drehbücher haben ein Titel- und Rückblatt aus Halbkarton, welches das Logo der Autoren-Agentur zeigt. Exemplare, die noch nicht umgeschrieben sind und direkt vom ursprünglichen Autor stammen, sind in rotem oder blauem Deckblatt gehüllt.

Entstehung eines Drehbuchs

Sehr oft beginnt der eigentliche Entstehungsprozess mit einem Exposé, einer kurzen Schilderung der Idee. Diese umfasst etwa eine Seite. Diese Exposés können dann verschiedenen Produzenten gesandt werden, welche dann den Auftrag geben, daraus ein Treatment zu erstellen, welches auf rund 10 bis 30 Seiten die Handlung detailreich ausführt; es können schon mehr oder weniger ausgereifte Dialoge darin vorkommen. Wurde dann ein Treatment für gut befunden, geht es um das Erstellen des Drehbuches, welches 90 bis 120 Seiten lang ist und den nackten Dialog und die bare Handlung enthält. An jeder Stelle des Produktionsprozesses kann ein Exposé, ein Treatment oder ein Drehbuch zwecks Überarbeitung zurückgewiesen werden. Kann der ursprüngliche Autor den Text nicht mehr verbessern, wird dieser einem Script-Doktor übergeben. Manche Autoren verzichten auf die dreistufige Vorgehensweise Exposé - Treatment - Drehbuch und beginnen direkt mit dem Drehbuch. Wieder andere erarbeiten erst dann den nächsten Schritt, wenn sie von einem Produzenten damit beauftragt wurden. In amerikanischen Grossproduktionen werden bis zu 5% des Filmbudgets für das Drehbuch und die Verbesserung von Entwürfen ausgegeben. "Script doctors" verdienen bis zu 50.000 Dollar pro Woche. Ist ein Drehbuch schliesslich vom Produzenten genehmigt worden, wird das Drehbuch vom Regisseur und von anderen Personen ergänzt - etwa mit Angaben über das genaue Szenenbild, und das Storyboard, also ein Buch mit Skizzen der einzelnen Szenenbilder, entsteht. Auch während den eigentlichen Dreharbeiten kann das Script umgearbeitet werden. Zu diesem Zweck findet ein "page lock" statt - das heisst, die Seitenzahlen der Arbeitsversionen bleiben gleich. Wird etwa der Dialog auf der Seite 15 des Drehbuches auf zwei Seiten verlängert, dann tragen beiden Ersatz-Seiten die Nummern "15.1" und "15.2". So wird die Kommunikation zwischen den verschiedenen Stellen (Produzent, Regisseur, Spezialeffekte...) erleichtert. Wenn während der Filmproduktionen Seiten geändert werden, dann haben die Seiten mit dem neuen, geänderten Inhalt eine andere Farbe. Auf dem Filmset trifft man also wahre Regenbögen von Drehbüchern an.

Drehbuchschreiben: "Spec" oder Auftragsarbeit

Drehbücher werden prinzipiell auf zwei Arten geschrieben: Als "spec" oder "on assignement". Ersteres ist ein frei geschriebenes Drehbuch, das letztere eine Auftragsarbeit.

"On Assignement"

"On assignement" (deutsch: "Im Auftrag") heisst, dass ein Filmstudio oder ein Filmproduzent ein Drehbuch in Auftrag gibt. Diese Aufträge können auf Stories basieren, zu welchen der Produzent das geistige Eigentum erworben hat. Die meisten etablierten Drehbuchautoren schreiben "on assignement" und verfassen nur "spec"-Werke (siehe nächster Abschnitt), wenn sie annehmen, dass niemand nach diesem spezifischen Drehbuch verlangen würde. Es gibt aber auch Ausnahmen: Einige sehr berühmte Autoren schreiben nur on spec weil sie wissen, dass sie auf diese Weise mehr Geld verdienen können. Andere Schriftsteller tun dies, weil sie sich aus persönlichem Interesse sich viel fundierter um eine Geschichte kümmern können, und zwar ohne dass Manager und Produzenten dreinreden. Ein Arbeitsauftrag kann ein originales Drehbuch umfassen, oder ein Drehbuch, welches sich auf einem anderen Werk (z.B. ein Roman, ein anderer Film, eine Kurzgeschichte, ein Zeitungsartikel, ein Sachbuch, oder sogar Computerspiele) basiert. Eine Auftragsarbeit kann auch das "re-write", das Umarbeiten und Verbessern von existierenden Drehbüchern darstellen - dies ist auch die Art und Weise, wie ein grosser Teil der heutigen Autoren ihr Geld verdienen. Das re-writing von Drehbüchern ist eine Kunst für sich und dazu extrem einträglich: Es kommt vor, dass die besten dieser "Script doctors" - welche das Vertrauen der Produzenten besitzen - 200'000 Dollars pro Woche verdienen. 50'000 Dollars pro Woche sind nicht selten. Das Re-writing ist schwierig weil die Produzenten oft eine sehr klare Vorstellung haben darüber, was mit einem Drehbuch nicht stimmt - aber sie sind in der Regel unfähig, zu sagen, wie es verbessert werden muss. Dies ist nicht weiter erstaunlich weil das Drehbuchschreiben nicht das Fachgebiet des Managers sind, sondern jene des Autors. Vom Schreiber wird also erwartet, dass er detaillierte Verbesserungsvorschläge innert kürzerere Zeit lieftert. Während dem re-write werden manchmal mehrere Autoren ausgewählt; und jeder muss seinen eigenen Vorschlag abliefern. So wird im Wettbewerb bestimmt, welcher die besseren Fähigkeiten besitzt.

"Spec scripts"

"Spec scripts" - zu deutsch "spekulative Drehbücher" - werden von freien Autoren verfasst mit der Hoffnung, dass ein Produzent darauf aufmerksam wird und die Rechte am Drehbuch abkauft. Die Arbeit des "going out", des Bekanntmachens und Werbens, ist extrem nervenaufreibend für den Autor. Die Agentur des Autoren wählt aus seiner Kartei eine Anzahl von möglichen Käufern - vom kleinen Independent-Filmer bis zu den Managern von grossen Studios - und versucht dann, Interesse zu wecken. Das Skript wird zur gleichen Zeit an die verschiedenen Leuten versandt, so dass sie über das Wochenende gelesen werden. Diese Taktik soll den aus der Versteigerung bekannten "Bietkrieg" ankurbeln. In wenigen Tagen wird so bekannt, ob ein Drehbuch überhaupt verkaufbar ist oder nicht. Wenn es echtes Interesse am Drehbuch gibt, verdient der Autor von wenigen Tausend bis zu einigen Millionen Dollars an seinem Werk. Wenn es die potentiellen Käufer nicht interessiert, ist liegt das Drehbuch oft wie tot im Wasser - weil es bereits in die Datenbanken der Studios und der Produzenten unter "gelesen, nicht interessant" vermerkt ist. Es ist fast unmöglich, ein Filmstudio dazu zu bringen, ein bereits abgelehntes Drehbuch nochmals zu begutachten - auch wenn es massiv umgeschrieben worden ist. Ein populäres Bonmot unter den Filmemacher erzählt vom Manager, der den Titel der neuen Story ansieht, "Ich habs bereits gelesen" sagt und dann in den Papierkorb wirft. Eine Strategie der Autoren besteht nun darin, vor dem Wiederversenden des Drehbuchs dessen Titel, Seitenzahlen und die Namen der Charaktere zu ändern - so, dass es bei der Datenbank-Recherche nicht wiedererkannt wird.

Urheberrechtsschutz

Während einem Auftragswerk das Urheberrecht auf den Auftraggeber übergeht - durch den "Kauf" der Rechte am geistigen Eigentum - ist der Autor der Urheber eines "spec scripts" (siehe oben). Um in einem Streitfall die Rechtslage zweifelsfrei zu klären, bietet die Writer's Guild of America (WGA), die Drehbuchautoren-Gewerkschaft, eine Registration von Drehbüchern an. Die WGA lagert die Werke an einem sicheren Ort, und die mit dem Datum versehene Registrationsbestätigung sowie die dort lagernde Kopie des Drehbuchs können dann dem Gericht als Beweismittel vorgelegt werden, sollte der Vorwurf des Plagiarismus aufkommen. Alternativ bietet sich das U.S. Copyright Office, ein Zweig der US-Kongressbibliothek, an: Amerikanische Werke müssen auf jeden Fall beim U.S. Copyright Office registriert sein, bevor wegen Plagiats-Vorwürfen geklagt werden kann. Sollte ein Filmemacher wesentliche Teile seines Drehbuchs "gestohlen" haben, gibt es auch in Europa einen Schutz. Zwingend nötig ist, dass man die Entstehungszeit des eigenen Werkes belegen kann. Dies kann man etwa, indem man sich das Drehbuch per eingeschriebenem Brief selber zuschickt; der Poststempel und der Inhalt des Umschlags sind dann der Beweis. Siehe auch: Liste der Drehbuchautoren, Autorenfilm, Originaldrehbuch, Storyboard, Treatment, Verband Deutscher Drehbuchautoren

Siehe auch


- Liste wichtiger deutscher Filmkünstler (1933-1945) (mit Drehbuchautoren des NS-Kinos)

Bücher


- Syd Field: Das Handbuch zum Drehbuch - Übungen und Anleitungen zu einem guten Drehbuch. ISBN 3861500353
- Robert McKee: Story. Die Prinzipien des Drehbuchschreibens. Alexander-Verlag Berlin.

Weblinks


- [http://www.willscheck.de/zugabe/drehbuchentwurf-ausmisten-1 Artikel: Fehler im Drehbuch erkennen und beseitigen.]
- [http://www.willscheck.de/zugabe/orte-und-szenen Artikel: Flüssige Orts- und Szenenwechsel]
- [http://www.drehbuchwerkstatt.de Fortbildungsprogramm "Drehbuchautor" der Hochschule für Fernsehen und Film in München]
- [http://www.script-o-rama.com/table.shtml Drehbücher zu diversen Filmen] (engl.) Kategorie:Film ! ja:脚本

Bühnenautor

Ein Bühnenautor verfasst literarische Werke, "Theaterskripte" beim Schauspiel und "Libretti" beim Musiktheater genannt, die als Grundlage zur Inszenierung von Bühnenwerken dienen. Das Theaterskript des Bühnenautors wird meist von dem Dramaturg weiterbearbeitet und dient dem Regisseur als Vorlage. Beim Musiktheater wird der Bühnenautor auch Librettist genannt. Oftmals schreiben Komponisten eigene Libretti zu ihren Kompositionen. ---- Siehe auch: Autor Kategorie:Theater

Mittelalter

]] Das Mittelalter bezeichnet eine Epoche in der europäischen Geschichte zwischen der Antike und der Neuzeit, die christliche, antike und keltische, germanische und slawische Entwicklungen zusammenführt. Die vorherrschende Gesellschafts- und Wirtschaftsform ist der Feudalismus. Grundzüge des Mittelalters sind die nach Ständen geordnete Gesellschaft, die gläubig christliche Geisteshaltung in Literatur, Kunst und Wissenschaft, Latein oder Griechisch als gemeinsame Kultur- und Bildungssprache, die Idee der Einheit der christlichen Kirche (die aber faktisch nach dem großen Schisma mit der Ostkirche nicht mehr bestand) und ein recht einheitliches Weltbild.

Zeitliche Festlegung

Im Groben ordnet man das Mittelalter in die Zeit von 500 bzw. 600 n. Chr. bis 1500 n. Chr. ein. Wesentlich genauer sind jedoch folgende Merkmale: Das Mittelalter erstreckt sich ungefähr vom Ende der Völkerwanderung (375-568) bzw. vom Untergang des weströmischen Kaisertums 476 bis zum Zeitalter der Renaissance seit der Mitte des 15. Jahrhunderts bzw. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts. Bezüglich der Problematik der Datierung des Beginns des Mittelalters siehe Spätantike. Die Datierungen sind nicht immer einheitlich, es kommt oft darauf an, welche Aspekte der Entwicklung bevorzugt werden und von welchem Land man ausgeht. Stellt man zum Beispiel den Einfluss des Islam in den Vordergrund, kann man Mohammeds Hidschra (622) oder den Beginn der arabischen Expansion ab 632 als Beginn sehen. Ebenso gibt es unterschiedliche Datierungsmöglichkeiten für das Ende des Mittelalters, beispielsweise die Erfindung des Buchdrucks (um 1450) oder auch die Reformation (1517). Fokussiert man einzelne Länder, kann man auch zu verschiedenen Eckdaten kommen. So endete die Antike am Rhein oder in Britannien sicher früher als etwa in Syrien. Und so war zum Beispiel um 1420 in Italien bereits das Zeitalter der Renaissance angebrochen, während man zur gleichen Zeit in England mit gutem Grund noch vom Mittelalter spricht. Mittelalter bezieht sich in erster Linie auf die Geschichte des christlichen Abendlands vor der Reformation - der Begriff wird kaum im Zusammenhang mit außereuropäischen Kulturen verwendet.

Die Einteilung in Früh-, Hoch- und Spätmittelalter

Man kann das Mittelalter grob in 3 Phasen gliedern:
- Frühmittelalter (Mitte 6. Jahrhundert bis Anfang 11. Jahrhundert)
- Hochmittelalter (Anfang 11. Jahrhundert bis ca. 1250)
- Spätmittelalter (ca. 1250 bis ca. 1500)

Frühmittelalter

In das Frühmittelalter fällt unter anderem auch die Zeit der Völkerwanderung, wobei die Forschung aber mittlerweile dazu tendiert, diese aus dem Mittelalter herauszunehmen, sie als Bindeglied zwischen Antike und Mittelalter zu sehen und der Spätantike zuzurechnen. Weitere einschneidende Entwicklungen sind die weitgehende Christianisierung Europas, der Aufstieg des Fränkischen Reiches, der Einfall der Wikinger, der Beginn des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und die Kämpfe zwischen Kaisertum und Papsttum. Außerdem wirkt der Aufstieg des Islam und sein schnelles Ausgreifen bis nach Europa prägend. Wirtschaftlich stellt das Frühmittelalter eine Zeit der Naturalwirtschaft dar, wobei besonders das System der Grundherrschaft herauszustellen ist. Wesentliche Kulturträger sind das Byzantinische Reich, die Klöster, insbesondere die des Benediktinerordens, sowie die Gelehrten des arabisch-muslimischen Kulturkreises. Siehe auch Hauptartikel: Frühmittelalter.

Hochmittelalter

Das Hochmittelalter ist die Blütezeit des Rittertums und des römisch-deutschen Kaiserreichs, des Lehnswesens und des Minnesangs. Es ist auch die Epoche der Auseinandersetzung zwischen weltlicher und geistlicher Macht im Investiturstreit, welcher die Einsetzung mehrerer Gegenpäpste zur Folge hatte. Innerhalb der Scholastik wird Aristoteles zur wichtigsten nicht-christlichen Autorität. Der Einfluss der Kirche zeigt sich vor allem an den Kreuzzügen gegen den Islam, denen auch Juden zum Opfer fallen. Im Zuge der Kreuzzüge entwickelt sich ein Fernhandel mit der Levante, von dem insbesondere die italienischen Stadtstaaten profitieren. Die Geldwirtschaft gewinnt gegenüber der Naturalwirtschaft immer stärker an Bedeutung. Die wichtigsten Orden des Hochmittelalters sind neben den Zisterziensern die Bettelorden der Franziskaner und Dominikaner. Im Hochmittelalter entsteht das Zunftwesen, das die sozialen und wirtschaftlichen Vorgänge in den Städten stark prägt. Siehe auch Hauptartikel: Hochmittelalter.

Spätmittelalter

Hochmittelalter]] Das Spätmittelalter ist die Zeit des aufsteigenden Bürgertums der Städte und der Geldwirtschaft. In dieser Zeit steigt die Hanse zur Handelsmacht auf. Seit etwa 1280 bis einige Jahrzehnte nach der "Großen Pest" (Schwarzer Tod) in der Zeit von 1349 bis 1351 macht die europäische Geschichte einige krisenhafte Entwicklungen, die zu einem starken Bevölkerungsrückgang (Wüstung, Pest) führen, aber auch zu starken Veränderungen der Gesellschaftstruktur, die allmählich zur Neuzeit überleiten (siehe auch: Krise des 14. Jahrhunderts). Siehe auch Hauptartikel: Spätmittelalter.

Ende des Mittelalters

Als wesentlich für den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit betrachtet man im Allgemeinen die Zeit der Renaissance (je nach Land spätes 14. Jahrhundert bis 16. Jahrhundert), die Entdeckung insbesondere der Neuen Welt durch Christoph Kolumbus 1492, die Erfindung des Buchdrucks 1450 und die damit beschleunigte Verschriftlichung des Wissens, den Verlust des Einflusses der institutionalisierten katholischen Kirche und den Beginn der Reformation. Diese Ereignisse sind alle rund um die Schwelle vom 15. zum 16. Jahrhundert anzusiedeln. Auch die Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen (1453) wird als ein Ereignis genannt, das das Ende des Mittelalters markiert. Dies ist nicht nur eine zeitlich passende Vereinfachung, sondern hat einige Berechtigung, weil mit dem Untergang des Byzantinischen Reiches das letzte lebendige Überbleibsel der Antike unterging. Des Weiteren war der dadurch ausgelöste Strom byzantinischer Flüchtlinge und Gelehrter nach Italien hauptverantwortlich für den Beginn der Renaissance. Darüber hinaus wurden die Handelsrouten nach Asien durch die Ausbreitung des Osmanischen Reiches blockiert, so dass westeuropäische Seefahrer neue Wege erkundeten. Dabei wurde unter anderem Amerika entdeckt – zumindest war es das erste Mal, dass die Existenz Amerikas innerhalb weniger Jahre in ganz Europa bekannt wurde. Auf musikalischem Gebiet ist das Ende des Mittelalters am besten mit der Umstellung von Quint-Oktavklängen zu terzhaltigen Harmonien zu bestimmen. Die englischen Komponisten waren hier sehr früh (Anonymus 4 spricht bei dieser Entwicklung auf dem Kontinent sogar direkt von englischem Einfluss); vor allem Dunstable ist hier zu nennen. Ab ca. 1430 lässt sich dieser Wandel in Italien dingfest machen, wobei terzhaltige Klänge nicht sofort die reinen Intervalle als Ruhepole der Komposition ablösten und vor allem am Schluss einer Komposition das ganze 15. Jahrhundert hindurch noch der Klang ohne Terz bevorzugt wurde.

Der Begriff Mittelalter

Der Begriff Mittelalter, erstmals im 14. Jahrhundert von italienischen Humanisten benutzt, hatte schon von Beginn an eine negative Bedeutung, weil sie das Mittelalter als „dunkle“ Epoche zwischen der Antike und ihrer Zeit ansahen, in der antike Traditionen wiedergeboren wurden. Aber erst im 17. Jahrhundert wurde diese Einteilung endgültig vorgenommen. Demnach begann das Mittelalter mit dem Ende des Weströmischen Reiches im Jahre 476 und endete mit der Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 durch die Osmanen. Im Englischen spricht man für den Zeitraum nach Ende der römischen Besatzung bis etwa zur Zeit König Alfreds von Wessex, also für die Zeit der Einwanderung der Angeln, Sachsen und Jüten, aufgrund der mangelhaften schriftlichen Quellen von „The Dark Ages“. Noch heute bezeichnen wir eine Denkweise als „mittelalterlich“, wenn wir sie als starr und veraltet kritisieren wollen. Auch die umgangssprachliche Wendung „Rückkehr ins Mittelalter“ ist negativ besetzt. In der Romantik wurde das Mittelalter allerdings auch wieder positiver gesehen, teilweise auch systematisch verklärt. In der modernen Forschung werden die originären Leistungen des Mittelalters und die wenigstens teilweise vorhandene Kontinuität der antiken Kultur betont. Der bekannte und angesehene französische Mediävist Jacques Le Goff betonte erst jüngst die Geburt Europas im Mittelalter.

Sonstiges

In der japanischen Geschichte wird die Zeit von ca. 1200 bis ca. 1600 als Mittelalter bezeichnet. Diese Epoche zeichnete sich durch eine starke Dominanz des Buddhismus und des Feudalismus aus.

Siehe auch


- Portal:Mittelalter

Literatur

Wichtige Quellen sind im großen Umfang gesammelt in der Monumenta Germaniae Historica. Siehe auch die dt.-latein. Ausgaben der Freiherr-vom-Stein Gedächtnisausgabe (FSGA). Wichtige Quellen stellen u.a. neben der Geschichtsschreibung auch Constitutionen und andere Aktenquellen sowie Regesten dar. Eine hervorragende Bibliographie findet sich [http://www.histsem.uni-bonn.de/proseminar/lsma15.htm hier (erstellt vom Historischen Seminar der Uni. Bonn)] sowie [http://www.uni-tuebingen.de/mittelalter/tutorium/literatur/literatur.htm hier (Uni. Tübingen; umfangreiche Liste mit Quellen- und Literaturangaben)]. Ansonsten sei auf die Angaben im Lexikon des Mittelalters oder den Bibliographien der unten aufgeführten Werke verwiesen.

Nachschlagewerke


- The New Cambridge Medieval History, Cambridge 1995 ff. Noch im Entstehen begriffen, mit hervorragender Bibliographie.
- Lexikon des Mittelalters, 9 Bde., Ausgabe des dtv-Verlags, München 2002 (in Hardcover München-Zürich 1980-1998). Grundlegendes Werk

Sekundärliteratur


- Hartmut Boockmann: Einführung in die Geschichte des Mittelalters, mehrere Neuauflagen, München 2001. Wohl die beste strukturelle Einführung ins Mittelalter, mit guten bibliographischen Angaben.
- Arno Borst: Lebensformen im Mittelalter, Frankfurt/M., Berlin 1988 ISBN 3-548-34004-0
- Arno Borst: Barbaren, Ketzer und Artisten: Welten des Mittelalters, München 1988 ISBN 3-492-03152-8
- Fischer Weltgeschichte, Mittelalter und frühe Neuzeit (4 Bände) ISBN 3596507324
- Horst Fuhrmann: Einladung ins Mittelalter, Verlag C. H. Beck, München 1987 ISBN 3-406-32052-X
- Horst Fuhrmann: Überall ist Mittelalter : von der Gegenwart einer vergangenen Zeit, Verlag C. H. Beck, München 1996 ISBN 3-406-40518-5
- Friedrich Heer: Mittelalter. Von 1100 bis 1350, Zürich 1964

Weblinks


- [http://www.erlangerhistorikerseite.de/ma_resso.html Virtuelle Bibliothek – Geschichte / Mittelalterliche Geschichte (Internet-Ressourcen der Erlanger Historikerseite)]
- [http://www.uni-tuebingen.de/mittelalter/indexstart.htm Historisches Seminar der Universität Tübingen, Abteilung für Mittelalterliche Geschichte (zahlreiche Links und Materialsammlungen)]
- [http://netzwerk.wisis.de/text/42.htm Mittelalter - SUSAS Netzwerk für Wissensweitergabe - Ausführliche Texte und zahlreiche Erklärungen zu Wirtschaft, Gesellschaft und Ereignisgeschichte]
- [http://www.genealogie-mittelalter.de/ Genealogie Mittelalter] Mittelalterliche Genealogie im Deutschen Reich bis zum Ende der Staufer
- DER SPIEGEL: [http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltraum/0,1518,381627,00.html Wie die Erde zur Scheibe wurde] - das Bild vom rückständigen Mittelalter als moderner Mythos !Mittelalter Kategorie:Zeitalter ja:中世 simple:Middle Ages

Autorität

Autorität ist im weitesten Sinne eine soziale Positionierung, die einer Institution oder Person zugeschrieben wird und dazu führt, dass sich andere Menschen in ihrem Denken und Handeln nach ihr richten. Sie entsteht (durch Vereinbarungen) in gesellschaftlichen Prozessen (Lehrer/Schüler, Vorgesetzter/Mitarbeiter), durch vorausgehende Erfahrungen von Macht, Fähigkeiten, Wissensvorsprung und/oder durch religiöse Überzeugungen. Die sprachlichen Wurzeln entstammen dem lateinischen „auctoritas“ (Einfluss, Geltung, Ansehen, Würde, Macht) bzw. dessen Verb „augere“, das soviel wie vermehren, fördern, bereichern, wachsen bedeutet. In derselben Wortfamilie gab es auch den "auctor" (Urheber, Schöpfer, Mehrer, Förderer, Autor). Das Adjektiv zu Autorität lautet "autoritativ". Das Adjektiv "autoritär", welches oft mit "Autorität" in Zusammenhang gebracht wird, stellt hingegen die negativen Seiten der Autorität, d.h. Machtmissbrauch, Unterdrückung und Gewalt dar. Neben der Verwendung als Attribut kann Autorität auch die Person oder Institution selbst bezeichnen, die Autorität auf ihrem jeweiligen Gebiet besitzt. So ist der Lehrer in der Schule eine Autorität kraft Gesetz; ein Wissenschaftler ist eine Autorität, wenn er bei den Kollegen allgemeine Anerkennung für seine Forschung genießt. Genau betrachtet, ist Autorität nicht als Eigenschaft, sondern als Beziehung zu begreifen; die Autorität bedarf der Anerkennung anderer, das Autoritätsverhältnis ist zweiseitig. Dabei kann es sich um die verschiedensten Beziehungsformen handeln, insbesondere können die Grade der Freiwilligkeit der Anerkennung viele Formen annehmen, insbesondere:
- Zutiefst freiwillige Bewunderung und Respekt. Autorität erhält hier einen Bezug zu Ehre.
- Faktisch akzeptierte Autorität in gesellschaftlichen Rollen (z.B. Eltern, Lehrer, Vorgesetzte, Polizisten, Richter, Trainer)
- Vortäuschen der Akzeptanz der Autorität nach Außen hin, um Nachteile zu vermeiden, bei gleichzeitiger innerer oder gegenüber Vertrauten dokumentierter Ablehnung
- Erzwungene Anerkennung von Autorität aufgrund körperlicher Unterlegenheit, in Situationen von Gefangenschaft oder Gefängnis- oder allgemein aufgrund von massiven Angstsituationen. Neue Ansätze im Lehrbereich, zum Beispiel in den konstruktivistischen Lehr- und Lerntheorien, gehen davon aus, dass die Lehrperson ihre Autorität nicht nur kraft des Gesetzes/der Position erlangt, sondern durch Zustimmung von den Belehrten. Autorität kann zudem geteilt oder delegiert werden, sofern die Autorität (als Person) gewillt ist, dies zu tun. Prinzipiell betrachtet, entsteht durch Autorität dennoch ein (wenn auch ein zeitlich, räumlich oder fachlich beliebig eingeschränkt vorstellbares) Machtgefälle zwischen im elementaren Fall zwei Personen. Erich Fromm bezeichnet die Autorität des Lehrers im Lehrer-Schüler-Verhältnis als Beispiel für eine rationale Autorität, gegenüber der irrationalen Autorität des Herrn in der Herr-Knecht-Beziehung. Die rationale Autoritätsbeziehung löst sich auf, je selbstständiger der Schüler wird, bis er schließlich der Schule entwachsen ist. Pädagogisch wird Autorität oft grundsätzlich als förderliche Autorität betrachtet, die auf Vertrauen gründet, aber auch missbraucht werden kann. Soziopsychoanalytisch kritisiert Gérard Mendel Autorität als "täuschende Maske der Gewalt", die im Fall unzureichenden oder verweigerten Gehorsams ihr wahres strafendes Gesicht zeigt. Der sehr schillernde Autoritätsbegriff beinhaltet weitere Differenzierungen: charismatische Autorität, funktionale Autorität, personale Autorität, anonyme Autorität, Sachautorität, Amtsautorität, Erziehungsautorität usw. Man kann nach Bocheński epistemische und deontische Autorität unterscheiden: Epistemische Autorität ist die Autorität des Wissenden, der sich in einem Fachgebiet besonders gut auskennt und auf den man deswegen bei Fragen, die dieses Fachgebiet betreffen, zu hören gewillt ist. Deontische Autorität bezeichnet die Autorität des Vorgesetzten, der von dieser seiner Position her Weisungen zum Verhalten seiner Untergebenen erteilen kann. Unter Demonstration von Autorität oder Autoritätsdemonstration wird eine Handlung verstanden, die dazu dienen soll, dass eine Autorität anerkennt wird. Wird die Demonstration von Autorität von mehreren zusammengehörig fühlenden gleichzeitig ausgeführt, tragen Effekte der Gruppendynamik in der Regel zu einer Stärkung der Intensität der Demonstration von Autorität bei. Das Milgram-Experiment zeigt, dass eine Deckung in dem Sinne, dass z.B. Vorgesetzte Handlungen zur Demonstration von Autorität allgemein oder im Einzelfall befürworten, weiterhin zur Stärkung der Intensität der Demonstration von Autorität beiträgt. Gibt es möglichst wenig Kontakt (z.B. Gelegenheiten für Mitgefühl) zwischen Demonstrierenden und Betroffenen, so ist dies ebenfalls intensitätssteigernd. Eine Demonstration von Autorität kann zum Beispiel positiv durch Nachsicht und Respekt oder durch die offensichtliche Suche nach einem gerechten Konsens in Konflikten und somit Demonstration intellektueller Überlegenheit geschehen. Es gibt aber auch negative Methoden, z.B. durch möglichst beeindruckendes Auftreten (Habitus, Kleidung, z.B. möglichst imposante Uniform, Talar, Abzeichen, Waffe, o.ä., durch Sprache, etwa entschiedener Tonfall, Schreien, auch Drohungen, ("Säbelrasseln"), oder Beleidigungen, sowie durch Gewalt, Androhen oder Zufügen von physischem oder psychischem Schmerz, Qual, Folter. Dazu gehört auch das Verbreiten von Angst und Terror, z.B. demonstrative Verletzung oder Tötung Anderer (Exempel statuieren).

Siehe auch

Autorisierung, Erziehung, Führung, Herrschaft, Macht, Amt]

Literatur


- Joseph M. Bocheński: Was ist Autorität? Einführung in die Logik der Autorität. Herder, Freiburg i. Br. 1974, ISBN 3-451-01939-6
- Gérard Mendel: Plädoyer für die Entkolonisierung des Kindes. Sozio-Psychoanalyse der Autorität. Walter-Verlag, Olten u. Freiburg i.Br. 1973, ISBN 3-530-56401-X

Weblinks


- [http://www.bruehlmeier.info/macht.htm "Macht und Autorität in der Erziehung", vom Schweizer Pädagogen Arthur Brühlmeier]
- [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20260/1.html Telepolis: "Wer nicht kuscht, wird getasert"] [[Kategorie:Herrschaftssoziologie]] [[Kategorie:Pädagogik
Kategorie:Macht ja:権威 th:อำนาจหน้าที่

Neuzeit

Als Beginn der Neuzeit wurde in der Geschichtswissenschaft lange Zeit die Entdeckung Amerikas im Jahre 1492 und der Beginn der Reformation Luthers im Jahre 1517 angesehen. Weitere damit verbundene Zäsuren sind die Renaissance, der Humanismus und die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Schriftzeichenstempeln.

Periodisierung

Beginn

Die neuere historische Forschung tendiert wieder zu der schon von Philipp Melanchthon vertretenen Datierung und setzt den Fall von Konstantinopel im Jahre 1453 als Beginn der Neuzeit an, der zur Flucht von Gelehrten nach Italien und dort zum Aufblühen des Humanismus führte, dessen Verbreitung durch die Erfindung der Buchdruckerkunst um 1450 wesentlich gefördert wurde und der kulturgeschichtlichen Epoche der Renaissance weitere Impulse gab. Ideengeschichtlich ist der Beginn der Neuzeit von historisch arbeitenden Philosophen wie Wilhelm Kamlah und Jürgen Mittelstraß dagegen sehr viel später auf die Zeit um 1600 verlegt worden. Ausgangspunkt dieser Bestimmung ist die bis dahin erfolgte Ausbildung der neuzeitlichen Wissenschaft im Sinne der modernen, prototypisch in der Physik ausgebildeten wissenschaftlichen Forschung als methodisch durchgeklärte Verbindung von mathematischer Theorie und technischer Empirie (Kamlah), die in der oberitalienischen Werkstättentradition entwickelt und zur Grundlage des modernen Szientismus wurde.

Unterteilung

Die Neuzeit ihrerseits wird von der Geschichtswissenschaft wiederum begrifflich unterteilt in:
- die Frühe Neuzeit von der "Entdeckung Amerikas" bis zur Französischen Revolution 1789 und
- die Moderne (die manchmal auch "Neueste Zeit" genannt wird) für die Zeit danach. Seit dem Ende des Ersten Weltkriegs bzw. seit der russischen Oktoberrevolution spricht man bis dato (noch) von der Zeitgeschichte, die in der historischen Betrachtung natürlich weiterhin Teil der Epoche der Neuzeit ist. Epoche

Bedeutung

Eine wesentliche Rolle dabei spielten die Entdeckung Amerikas, die den praktischen Beweis lieferte, dass die Erde eine Kugel ist. Die Ablösung des geozentrischen (Ptolemäus) durch das heliozentrische Weltbild (Nikolaus Kopernikus) und die mit der Erstürmung Konstantinopels durch das Osmanische Reich verbundene Flucht vieler griechischer Gelehrter und anderer Leistungsträger in den Westen bildeten weitere Markierungspunkte auf unterschiedlichen Ebenen, die den Paradigmenwechsel (vgl. auch Paradigma) einer Zeitenwende begründen. Somit werden der Beginn des überseeischen Kolonialismus (und die beginnende Vorherrschaft Westeuropas) als Übergang zur neuen Zeit angesehen. Gerade die Revolutionierung läutete damit das Ende jenes ideologischen Monopols ein, das die Kirche im Mittelalter innegehabt hatte. Dies wiederum erlaubte den Beginn der Reformation, die ebenfalls die beiden Epochen voneinander abgrenzt.

Soziologie

In der Soziologie wird die Debatte um eine Analyse dieser Prozesse meist nicht mit Hilfe des Begriffes "Neuzeit", sondern mit dem Begriff der "Moderne" (auch der "reflexiven Moderne" usw.) mit oft changierender Bedeutung geführt (selbst z.B. im Werk Max Webers). Ferdinand Tönnies hingegen benutzte "Neuzeit" genau im Sinne seines theoretischen Werks Gemeinschaft und Gesellschaft als exakten Gegenbegriff zum "Mittelalter": In diesem seien die Menschen geneigt gewesen, alle sozialen Kollektive als "Gemeinschaften" zu verstehen, ganz anders als in der Neuzeit, wo sie diese sämtlich eher als "Gesellschaften" wahrnähmen. Im Mittelalter sei also ein großer Fernhandels- und Bankkonzern wie der Templerorden eher als religiöse "Gemeinschaft" aufgefasst worden, in der Neuzeit sogar die Ehe als rein "gesellschaftliches" Geschöpf eines Vertrages.

Literatur


- Ferdinand Tönnies, Geist der Neuzeit, EA 1935, 1998 (in: TG, Bd. 22).
- S. Skalweit, Der Beginn der Neuzeit. Epochengrenze und Epochenbegriff, 1982.
- Wilhelm Kamlah: Der Aufbruch der Neuen Wissenschaft. in: Utopie Eschatologie Geschichtsteleologie. Kritische Untersuchungen zum Ursprung und zum Futurischen Denken der Neuzeit. Bibliographisches Institut, Mannheim 1969 (BI Htb 461) S. 73-88
- Mittelstraß, Jürgen: Neuzeit und Aufklärung. de Gruyter, Berlin 1970 Demnächst erscheint der erste Band der vom J.B. Metzler Verlag verlegten "Enzyklopaedie der Neuzeit", die detailliert auf die wichtigsten Themen einzugehen verspricht.

Siehe auch

Frühe Neuzeit, Moderne, Zeitgeschichte Kategorie:Soziologie ! ja:近代

Anerkennung

Anerkennung meint die Erlaubnis einer Person oder einer Gruppe, sich mit ihren derzeitigen spezifischen Eigenschaften an der Kommunikation zu beteiligen. Anerkennung wird manchmal als Synonym für Lob verwendet. Gegenseitige Anerkennung ist notwendig für jede Art von Zusammenleben, z. B. in der Ehe, in einer Schulklasse oder auch im Beruf. Wird ein Gruppenmitglied nicht anerkannt, gerät es schnell in Gefahr, zum Außenseiter zu werden.

Politik

Der Ausdruck Anerkennung bezeichnet die völkerrechtliche Akzeptanz eines politischen Systems als Staat sowie den Beginn bzw. den Vollzug diplomatischer Beziehungen. siehe: Diplomatische Anerkennung

Philosophie

Wie Alexandre Kojève als erster hervorgehoben hat, spielt der Begriff bei Georg Wilhelm Friedrich Hegel eine zentrale Rolle. Anerkennung sei zur Bildung des Selbstbewusstseins notwendig. Das soll bedeuten, dass niemand für sich selbst diese Entwicklungsstufe erreichen kann. Erst wenn mehrere „Bewusstseine“ aufeinandertreffen, ereignet sich das, was Hegel „Bewegung der Anerkennung“, „Dialektik der Anerkennung“ oder „Kampf um Anerkennung“ nennt. Dieses Konzept entwickelt er in seiner „Phänomenologie des Geistes“ im Kapitel „Selbständigkeit und Unselbständigkeit des Selbstbewusstsein; Herrschaft und Knechtschaft“. Folgenschwer hat Karl Marx daran anknüpfend sein Modell des Klassenkampfes entwickelt. Im 20. Jahrhundert beeinflusste es psychoanalytische Entwürfe (Jacques Lacan) sowie die Sozialphilosophie von Axel Honneth.

Verwandte Themen


- Respekt
- Offenheit
- Zweierbeziehung
- Liebe
- Freundschaft
- Toleranz
- Bindung (Psychologie)

Literatur


- Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Phänomenologie des Geistes. Bamberg und Würzburg 1807. (in vielen Ausgaben und auch im Internet leicht greifbar)
- Axel Honneth: Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte. Frankfurt am Main 1992. ISBN 3-518-58128-7
- Seyla Benhabib: Kulturelle Vielfalt und demokratische Gleichheit. Politische Partizipation im Zeitalter der Globalisierung. Frankfurt am Main 2000. ISBN 3-596-14072-2 Kategorie:Umgangsform

Mediengeschichte

Die Geschichte der Kommunikationsmedien lässt sich aufteilen in die
- Geschichte der Schrift
- Geschichte des Nachrichtenwesens
- Geschichte des Buchdrucks
- Geschichte der Presse (Presse)
- Geschichte der A/V-Medien (Schallplatte, Magnettonband, Compact Cassette, Videokassette, CD, DVD, MiniDisc)
- Geschichte der Telegrafie
- Geschichte der Telekommunikation
  - erste Informationsübertragung (Morsen)
  - erste Funkübertragung
  - 1843 erhält Alexander Bain ein Patent für elektro-telegrafische Bildzerlegung
  - 1848 baut F. C. Backwell einen "Kopiertelegraphen" nach Bains Prinzip der zeilenweisen Bildabtastung
  - 1862 überträgt Abbé Caselli einfache Zeichnungen per Draht von Amiens nach Paris
  - 1873 Willoughby Smith kann beweisen, dass der elektrische Widerstand von Selen lichtabhängig ist, sein Mitarbeiter Joseph May setzt das Element zur Übertragung in der Telegrafie ein
  - 1875 Werner von Siemens beschreibt eine Photozelle aus Selen; George B. Carey hat die Idee, Bilder mit Hilfe eines Feldes aus Selen-Photozellen zu übertragen (wird erst 1909 realisiert)
  - 1881 Shelford Bidwell baut den "Telephotograph"
- Geschichte des Telefons (Telefon, Mobiltelefon)
- Geschichte der Fotografie (Fotografie)
  - Entwicklung der Fotokamera
  - Entwicklung der Filmkamera
  - erste Übertragung von Sprache
- Geschichte des Hörfunks (Portal:Hörfunk)
- Geschichte des Fernsehens (Portal:Fernsehen)
- Geschichte des Internets (Internet)

Literatur


- Jochen Hörisch: Eine Geschichte der Medien. Von der Oblate zum Internet. Frankfurt: Suhrkamp, 2004. ISBN 3-518-45629-6
- Schanze, Helmut (Hrsg.): Handbuch der Mediengeschichte. Stuttgart: Kröner, 2001. ISBN 3-520-36001-2
- Hans H. Hiebel [u.a.]: Große Medienchronik. München: Wilhelm Fink Verlag, 1999. ISBN 3-770-53332-1
- Manfred Faßler u. Wulf R. Halbach (Hg.): Geschichte der Medien. München: Fink, 1998. ISBN 3-8252-1984-4

Siehe auch

Medientheorie

Weblinks


- [http://www.ralf-hecht.de/weimar/inhalt.html Ralf Hecht: Die modernen Medien der Weimarer Republik] (Hausarbeit) ! Kategorie:Liste (Medien)

Buchdruck

Beim klassischen Buchdruck handelt es sich um ein Hochdruckverfahren, das in der Hauptsache durch Johannes Gutenberg in der Mitte des 15. Jahrhunderts erfunden und etabliert wurde. Heute werden Bücher meist im Offsetdruckverfahren gedruckt, selten im Tiefdruckverfahren. Letzteres wird meist für Zeitschriften und Kataloge verwendet. Und das neueste Verfahren (Stand 2005) ist der Digitaldruck. Während beim Offsetdruck noch Druckplatten (Druckvorlagen) produziert werden, verzichtet man bei Digitaldruckverfahren völlig auf die Herstellung von Druckvorlagen. Diese Techniken schaffen die Voraussetzungen für das "Book on Demand".

Technik der klassischen Buchdruckerkunst

Die zum Betrieb der Buchdruckerkunst erforderlichen Typen oder Lettern zerfallen in Fraktur-, Antiqua- und Kursivschrift nebst den dazu gehörigen Interpunktions- und sonstigen Zeichen (Sternchen, Paragraphen etc.); ihre Verschiedenartigkeit und Reichhaltigkeit ist eine außerordentliche. Man unterscheidet sie nach ihrer Gattung in Brot- und Zierschriften sowie nach ihrer Zeichnung in gotische, Kanzlei-, Grotesk- etc. Schriften, ferner ihrem Kegel nach, das heißt nach den Klassen, in welche alle Schriften der Höhe ihres Typenbildes nach eingeteilt sind. Zu den Schriften gehören auch die Ausschließungen, das heißt Metallstückchen ohne Schriftbild und etwa ein Fünftel niedriger als die eigentlichen Typen (Spatien, Viertel-, Drittel-, Halbgevierte, Gevierte, Quadrate); sie dienen zur Trennung der Worte, zum Ausfüllen leerer Zeilen etc. Ähnlichen Zwecken dient der Durchschuss, Metallplättchen von ein bis vier typographischen Punkten Stärke und meist 36 und 48 Punkten Breite bei 54 Punkten Höhe, oft aber auch von der ganzen Breite der Zeilen (Regletten). Man durchschießt damit den Zeilensatz, das heißt man legt solche Plättchen zwischen die Zeilen, welche alsdann auseinander gerückt, erscheinen; doch wird der Durchschuss auch bei der Herstellung schwierigen Satzes (Tabellen etc.) gebraucht. Jede Type trägt an der Vorderseite (in England und Frankreich an der Rückseite) ihres Körpers eine Einkerbung, die Signatur, zum sofortigen richtigen Erfassen der Type; und da diese Einkerbungen verschieden sind für die verschiedenen, oft aber doch sehr ähnlichen Typengattungen, so erleichtern sie auch deren Unterscheidung. (Ein Durcheinander von Typen verschiedener Schriftgattungen oder auch verschiedener Typen einer und derselben Gattung wird als "Zwiebelfische" bezeichnet). Die für Werk- und Zeitungssatz bestimmten Typen liegen in hölzernen Setzkasten mit etwa 110 Fächern für deutschen und 160 für Antiquasatz, das heißt Lateinisch, Englisch, Französisch etc.; die größere Fächerzahl wird bedingt durch Accentbuchstaben und Kapitälchen. Die orientalischen Sprachen und der Satz von Musiknoten erfordern Kasten mit noch viel mehr Fächern. Die Größe der Fächer ist dem mehr oder minder häufigen Vorkommen der Buchstaben angepasst, und auch deren Lage im Kasten richtet sich danach. Der Setzkasten ruht etwa in Brusthöhe auf einem pultartigen Gestell (Regal), das mit Fächern zum Einschieben der Kasten versehen ist. Vor dem Regal steht der Schriftsetzer (Setzer), hält in der linken Hand den Winkelhaken aus Metall (früher oft aus Holz und mit Metall ausgelegt), der eine Art nach zwei Seiten offenes, flaches Kästchen mit verstellbarer linker Seitenwand bildet, in welches der Setzer mit der rechten Hand die Typen aus den Fächern führt und zu Zeilen zusammenstellt. Das Manuskript (so wird die Vorlage genannt, auch wenn es eine schon gedruckte ist) ist meist auf einem Holz- oder Metallstab (Tenakel) mit einer Art Gabel (Divisorium) festgehalten und in bequemer Sehweite auf dem Setzkasten aufgesteckt. Ist eine Zeile gefüllt, so muss sie ausgeschlossen werden, das heißt sie muss die genau dem jeweiligen Format entsprechende Breite erhalten und mäßig fest im Winkelhaken sitzen, was entweder durch Verengerung der Wortzwischenräume erreicht wird, um überschießende Wortteile noch in den Raum der Zeile zu bringen, oder die Zwischenräume werden durch Hinzufügen von Ausschließungen verbreitert. Von der Regelmäßigkeit und Sorgfalt, mit der diese Arbeit ausgeführt wird, hängt das gute Aussehen des Satzes im Druck wesentlich ab. Ist die Zeile vollendet, so wird die dünne Platte aus glattem Metall, die Setzlinie, welche ihr bisher als Unterlage diente, darunter hervorgezogen und darübergelegt und mit dem Setzen so lange fortgefahren, bis der Winkelhaken mit Zeilen gefüllt ist. Diese werden dann sämtlich auf einmal mit einem geschickten Handgriff auf ein Schiff gehoben, das heißt auf ein auf zwei oder drei Seiten mit einem erhabenen Rand versehenes winkelrechtes Brettchen (oder Zinkplatte), bis die zur Bildung einer Spalte oder Seite (Kolumne) oder auch eines Pakets nötige Zeilenzahl erreicht ist. Setzt der Setzer in Seiten, so hat er diese auch mit einem Kolumnentitel zu versehen, der ein toter genannt wird, wenn er nur aus der Seitenzahl besteht, oder ein lebender, sobald er ein Stichwort oder eine kurze Angabe des Seiteninhalts enthält; auf ihren Fuß aber legt er zur Erzielung sichereren Halts einen Unterschlag, bestehend aus Quadraten oder seitenbreiten Metallklötzchen, und umwindet das Ganze dann mit einem festen Bindfaden, der Kolumnenschnur. Ist der Satz gut ausgeführt, so muss sich jetzt die Seite hantieren lassen, als ob sie nur aus einem Stück bestände. Die vollendeten Seiten werden entweder bis zur Fertigstellung der für einen Druckbogen erforderlichen Anzahl auf Papierlagen (Porte-pages) aufbewahrt, oder gleich auf Bretter (Setzbretter) oder Schließplatten und Schließsteine in einer bestimmten, der Aufeinanderfolge der Seiten entsprechenden Reihenfolge gestellt (ausgeschossen), wo alsdann Holz- oder Metallstege von der Breite der auf dem Papier weiß bleibenden, für das Einbinden nötigen Räume (Bund-, Kreuz- und Mittelsteg) um die Seiten gelegt, die Kolumnenschnüre entfernt (die Seiten "aufgelöst") und die Formen vermittelst eiserner Rahmen entweder mit Eisenschrauben, Holzkeilen und Schrägstegen oder auch mit eigens konstruierten gezahnten Stegen und Keilen etc. geschlossen, das heißt so befestigt werden, dass die ganze, aus vielen Tausenden von Lettern bestehende Form emporgehoben und in der Presse niedergelegt werden kann, ohne dass ein einziger Buchstabe aus den Seiten fällt. Das Seitenbilden (Umbrechen) und Schließen und die damit zusammenhängende Unterleitung der Herstellung eines Werkes besorgen indes meist (bei Zeitungen ist es ausnahmslos der Fall) damit speziell betraute geschickte Setzer, die „Metteurs en pages“; diese Arbeitsweise, bei welcher der Setzer nur Stücke (Pakete, davon Paketsetzer) glatten Satzes unter Weglassung aller Überschriften aus anderer als für den Textsatz verwandter Schrift zu liefern hat, wird „Mise en pages“ genannt. Die leichtere Bestimmung der Reihenfolge der fertigen Bogen erreicht man durch Beifügung einer Ziffer rechts am Fuß der ersten und Wiederholung der gleichen Ziffer nebst Sternchen am Fuß der dritten Seite, der Signatur; die erste erhält häufig auch noch links in kleiner Schrift eine Norm, die in wenigen Worten Titel und Bandzahl eines Werkes anzugeben hat. Die Signaturangabe mit Buchstaben ist in Deutschland außer Brauch, ebenso ist der Kustos, das heißt das früher an den Schluss einer jeden Seite gestellte erste Wort der nächstfolgenden, in Wegfall gekommen. Die Formate werden nach der Zahl der Blätter, welche ein Bogen nach dem Zusammenfalzen enthält, benannt: Folio, Quart, Oktav, Duodez, Sedez, Oktodez etc. Der erste Abdruck, welcher von den geschlossenen Formen oder auch von Seiten und Paketen in Schnuren genommen wird, ist der Korrekturabzug; in diesem zeichnet der Korrektor die vom Setzer veranlassten Fehler (Auslassungen heißen "Leichen", doppelt Gesetztes "Hochzeiten"), nach deren Berichtigung werden weitere Korrekturabzüge für Verfasser und Verleger hergestellt . Wenn deren Berichtigungen und Änderungen vom Setzer gemacht sind und die Genehmigung zum Druck erteilt ist, wird die richtige Stellung der Seiten überprüft und korrigiert. Erst dann kann der Druck erfolgen. Diejenige Form, welche die erste und letzte Seite enthält, heißt die äußere, Prima oder Schöndruckform, sie wird in der Regel zuerst gedruckt (eingehoben); die andere wird als innere, Sekunda oder Widerdruckform bezeichnet. Der Druck erfolgt entweder in der Handpresse, kurzweg Presse genannt, in der Accidenzmaschine oder Tretpresse, oder in der Schnellpresse (Maschine, ihr Leiter: Maschinenmeister). Das Papier, mit Ausnahme von Schreibpapier, wird hierfür teils befeuchtet, das heißt in stärkeren oder dünneren Lagen durch Wasser gezogen oder angespritzt, wodurch es geschmeidiger und zur Aufnahme der Druckfarbe geeigneter wird, teils trocken gedruckt und, ist der Druck ein feiner, auch satiniert , was ihm die durch das Feuchten verlorene Glätte wiedergibt. Vor dem Druck muss jede Form "zugerichtet" werden, das heißt es müssen alle Ungleichheiten (Unebenheit des druckenden Teils der Presse oder Maschine, also Ungleichheit des Druckes, oder leichte Unebenheiten in den die Form bildenden Typen) durch Hinzufügung oder Hinwegnahme feiner Papiereinlagen ausgeglichen werden, was meist sehr zeitraubend ist, bei feinem Illustrationsdruck aber auch hohe Anforderungen an die Kunstfertigkeit des Druckers oder Maschinenmeisters stellt und ein geschultes Auge verlangt, da selbst der feinste Holzschnitt ohne gute Zurichtung nicht voll zur Geltung kommt. Um einen guten Druck zu erreichen, gehören auch gute Walzen zum Verreiben und Auftragen der Farbe. Sie werden meist in den Buchdruckereien selbst entweder aus einer Mischung von Leim und Sirup oder aus Glycerin, Zucker und Gelatine gegossen. Sie haben bald nach der Erfindung der Schnellpresse die früher zum Auftragen der Farbe gebräuchlichen Ballen aus Rosshaar mit einem Überzug aus Kalb- oder Hundeleder verdrängt. Der Druck in der Presse, die in der Regel durch zwei Personen bedient wird, erfolgt durch bogenweises Einlegen des Papiers, Zuklappen und Niederlegen von Rähmchen und Deckel, Einfahren des Karrens vermittelst Drehung einer Kurbel, Herüberziehen des Bengels, Wiederausfahren und Auslegen des gedruckten Bogens. Das alles wird von einem der beiden Drucker ausgeführt, während der andere die Farbe verreibt und die Form in der Zeit des Papier-Ein- und Auslegens einschwärzt ("aufwalzt"). Die Schnellpresse besorgt alle diese Operationen, mit Ausnahme des Einlegens, selbsttätig, das Auslegen geschieht bei den meisten derselben durch einen mechanischen Auslegeapparat. Der Maschinenmeister hat nach erfolgter Zurichtung nur den Gang der Maschine, die Gleichmäßigkeit der Färbung und die Güte des Druckes zu überwachen. Die gedruckten Bogen werden, wenn es nicht Zeitungen oder andere sofort abzuliefernde Arbeiten sind, zum Trocknen aufgehängt und sodann in Glättpressen gebracht zur Beseitigung der beim Druck entstandenen Unebenheiten des Papiers und zur Wiederherstellung seines guten Aussehens. Die Satzformen aber wäscht man, wenn "ausgedruckt", zur Entfernung der Druckfarbe mit einer in scharfe Lauge getauchten Bürste und spült sie mit reinem Wasser ab. Wenn sie nicht für weitere Drucke aufzubewahren sind, "stehen bleiben", erhält der Setzer sie zurück zum Auseinandernehmen, Ablegen oder Aufräumen. Er verteilt die Lettern wieder in die ihnen entsprechenden Kastenfächer, oder es werden nur Titel, Überschriften, kurze Zeilen etc. abgelegt, der Satz aber "aufgebunden", d h. in handlichen Stücken mit Kolumnenschnüren umwunden und, wenn sie gut abgetrocknet sind, in Papier geschlagen, etikettiert und für späteren Bedarf im Magazin aufbewahrt. Abgenutzte Typen werden als "Zeug" wieder an die Schriftgießereien zum Umguss verkauft.

Rolle Gutenbergs

Gutenbergs technische Leistung bestand darin, eine Reihe von Verfahren zu entwickeln, die das Verfahren des Buchdrucks erst ermöglichten:
- Die Signatur am Kegel der Type,
- Das Formenwechseln beim Gießen der Typen (siehe Handgießinstrument)
- Den Aufbau der Druckerpresse
- Austauschbare Metalllettern und
- Den Setzkasten Gutenbergs Leistung liegt auch in der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Etablierung des Buchdruckes durch die erste Massenvervielfältigung der Bibel.

Bedeutung des Buchdrucks

Bibel Die Erfindung und Etablierung des Mobilletterndrucks bildet einen bedeutenden kulturhistorischen Einschnitt, der einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Informationsverarbeitung einleitete. Mediengenealogisch gibt es nur wenige als vergleichbar grundlegend angesehene Meilensteine:
- Die Erfindung der Sprache und die Oralität,
- die Erfindung der alphabetischen Schrift und die Literalität,
- die Erfindung und Etablierung des Buchdrucks sowie
- die Erfindung des Computers sowie die Digitalisierung. Die Medientheorie leitet aus Gutenbergs Leistung grundlegende Konsequenzen ab. Der Buchdruck ermöglichte die exakte Reproduktion von Wissen in einem zuvor nie gekannten Ausmaß; während Bücher zuvor manuell in Skriptorien kopiert wurden, wurde der menschliche Faktor ersetzbar; auch Transkriptionsfehler bei der Abschrift wurden vermeidbar. Die Autorschaft bekam Bedeutung; es wurde wichtig, wer etwas gesagt bzw. geschrieben hatte, was und wie jemand präzise formuliert hatte und wann dies zu datieren war; dies ermöglichte das Adressieren und Referenzieren von Urhebern; es entstand die Regel: "Ein Autor, ein Werk (Titel), ein Informationsbündel" (Giesecke 1989: 325). Zuvor hatte der Autor eine vergleichsweise geringe Bedeutung gehabt, die Abschrift eines Werkes von Aristoteles etwa in Paris musste nicht identisch mit einer etwa in Bologna sein; teilweise war es gar nicht möglich, ein Werk einem bestimmten Autor zuzuordnen – dies war auch nicht von Bedeutung gewesen. Bücher wurden normiert und standardisiert, indem sich die Kennzeichnung durch Seitenzahlen (Paginierung), Inhaltsverzeichnisse, Register sowie Titelblätter durchsetzte. Das Lesen veränderte sich: Während Bücher zuvor laut (vor-) gelesen wurden, entwickelte es sich zum heutigen Stilllesen. Eine allgemeine Alphabetisierung begann und leitete eine Bildungsrevolution ein. Das Denken veränderte sich in Anpassung an die Schriftform; der visuelle Anteil an gedruckten Büchern (Illumination) wurde zurückgedrängt durch die Prämierung der Linearität der Schrift; Argumentationen wurden streng kausal. Die Ausdifferenzierung der Wissenschaften wurde beschleunigt und die wissenschaftliche Methodik setzte sich gegen das mittelalterliche Denken in Bildern und Metaphern durch (Wiedergeburt der Wissenschaft). Wissen wurde allgemein zugänglicher, da gedruckte Bücher preiswerter als die handschriftlich kopierten waren, da es mehr Exemplare eines Buches gab und Schriften zu zirkulieren begannen. Nach- und Raubdrucke beschleunigten die Verbreitung weiter; die typographische Erfassung des gesamten "klassischen" Wissens dauerte nur etwa fünfzig oder sechzig Jahre (Eisenstein 1969: 52). Latein als Universal- und Wissenschaftssprache wurde abgelöst durch Nationalsprachen, die zunächst jedoch noch als Dialektformen bestanden. Die Zunahme an verfügbarem Wissen beförderte den Meinungsstreit und die gesellschaftliche Willensbildung. Aus der zunehmenden geografischen Verbreitung von Druckwerken entwickelte sich die Notwendigkeit der Normierung und Standardisierung der Sprache; Dialekte wurden im Druck verdrängt, die Herausbildung von Nationalsprachen begann, dies wiederum ermöglichte und förderte die Entstehung von Nationalstaaten. Diese Entwicklungen werden auch unter dem Begriff der Gutenberg-Galaxis zusammengefasst oder auch als alphabetisches Monopol bezeichnet. Die Weiterentwicklung und Auflösung dieses Medienverbundes untersucht Friedrich Kittler in seinen Diskursanalysen unter dem Begriff der Aufschreibesysteme, die schließlich zur heutigen Turing-Galaxis überleiten. Ein Defizit dieser medientheoretischen Betrachtungen ist die unzureichende Berücksichtigung der Bedeutung der visuellen Informationsgehalts an sich sowie der Rolle des Bildes in dieser Mediengenealogie (vgl. auch Iconic turn und Pictorial turn). Vergessen wird dabei beispielsweise, dass auch der Buchdruck zunächst einmal ein visuelles Medium ist: Schrift ist visualisierte Sprache. Die erste visuelle Zeitenwende war der Übergang von gesprochener zu visualisierter Sprache, die weitere Entwicklung der Visualisierung verläuft jedoch nicht synchron zur Ausprägung des linearen Gutenberg-Universums. Die technische Reproduzierbarkeit des Bildes weist gänzlich andere, zeitlich versetzte Meilensteine auf und ist nicht nur einfach eine Folgeerscheinung im Sog des Buchdrucks. Visuelle Meilensteine sind beispielsweise die Entdeckung des Mikroskops und des Teleskop, also die Nutzung des Lichts, sowie daran anschließend die Nutzung nichtsichtbarer Strahlen (erstmals bei der Verwendung der Röntgenstrahlen). Auch die Erfindung und Etablierung der Fotografie um 1839 passt systematisch kaum in die schriftfixierte Betrachtung der Gutenberg-Galaxis. (Vgl. hierzu auch Vilém Flussers