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Azteken-Kalender
Der Azteken-Kalender besitzt große Ähnlichkeit mit dem älteren Maya-Kalender. Er verwendet zum Beispiel auch eine 52 jährige Kalenderrunde. Allerdings weichen die Datumsbezeichnungen voneinander ab. Der Azteken-Kalender verfügt außerdem nicht über die strikt eingehaltene Lange Zählung des Maya-Kalenders. Nur in sehr wenigen Fällen wurden bei den Azteken die zurückliegenden Jahresbündel von je 52 Jahren in Form von mehreren Ährenbündeln dargestellt.
Monate
Das bürgerliche aztekische Jahr besteht aus 18 Perioden zu je 20 Tagen (meist Monate genannt, obwohl keine Beziehung zum Mond besteht). Ein bürgerlicher Monat besteht aus vier Wochen zu 5 Tagen. Der bürgerliche Kalender wird auch mit Tonalpohualli, Sonnenzählung, bezeichnet.
Die bürgerlichen "Monate" werden nach dem Fest benannt, das sie einleitet:
Am Ende dieser 360 Tage werden fünf "Nichttage" (nemontemi) angehängt. Diese heißen auch "leere" oder "unglückliche Tage".
Neben dem bürgerlichen Kalender, der sich an der Sonne orientierte, gab es noch den rituellen Kalender mit dem Namen Tonalpohualli, Tages[zeichen]zählung.
Der Rituelle Kalender wurde vornehmlich von Priestern und Wahrsagern verwendet. Der rituelle Kalender verwendet eine 13 tägige Periode,die mit den Zahlen 1 bis 13 ausgedrückt wurde, und 20 Zeichen (Namen und Bilder von Tieren, Pflanzen und Naturerscheinungen), die in Kombination 260 Tage ergeben.
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Weil 365 (die Tages des bürgerlichen Jahres) und 20 (die Zeichen des Ritualkalenders) den gemeinsamen Teiler 5 haben, kann nur jedes 5. Zeichen auf einen bestimmten Tage des Jahres fallen. Die Jahre stehen deshalb rotierend unter allen 13 Zahlen aber nur 4 Zeichen, die mit den vier Himmelsrichtungen, verbunden werden:
- Osten - Rohr (acatl)
- Norden - Feuerstein oder Steinmesser (tecpatl)
- Westen - Haus (calli)
- Süden - Kaninchen (tochtli; spr. totschtli)
52-Jahres-Zyklen
Aus der Koombination der Jahre mit den 13 Zahlen und 4 Zeichen ergeben sich 52 Möglichkeiten für die Benennung der Jahre. Daraus wird eine Periode abgeleitet, der mit dem Jahr "1-Kaninchen" beginnt, gefolgt von "2-Rohre", "3-Feuerstein", "4-Haus" usw. bis mit "13-Kaninchen" alle Namenszeichen dreizehnmal an der Reihe waren. Darauf folgt die Neufeuerzeremonie unter dem Zeichen des Feuerbohrers. Die letzte Neufeuerzeremonie fand Ende Januar/Anfang Februar 1507 statt.
Eine zweiundfünfzigjährige Periode nennt man xiuhmolpilli, Jahresbündel. Ein Jahresbündel besteht aus vier tlalpilli genannten Zyklen. Ein tlalpilli besteht somit aus dreizehn aztekischen Jahren. Zwei Jahresbündel bildeten zusammen ein Alter, cehuehuetiliztli, von 104 Jahren.
Erster Tlalpilli
Zweiter Tlalpilli
Dritter Tlalpilli
Vierter Tlalpilli
Schaltjahre
Eine Schaltung, wie auch immer vorgenommen, ist für den aztekischen Kalender nicht nachweisbar. Alle entsprechenden Annahmen stützen sich entweder auf Spekulationen oder auf kolonialzeitliche Mißverständnisse oder Versuche, den als für die christliche Missionierung gefährlich erachteten aztekischen Kalender durch feste Koppelung an den europäischen zu "entschärfen".
Tageszyklus
Wie bei den Jahren werden auch die Tage abwechselnd nach den Himmelsrichtungen benannt. Hier hat allerdings jede Himmelsrichtung fünf Zeichen, wodurch sich insgesamt 20 Tageszeichen ergeben:
Die vier Tageszeichen, die gleichzeitig Jahreszeichen sind, sind hervorgehoben. Auch die Tageszeichen werden von 1 bis 13 durchnumeriert, woraus sich ein Zyklus von 260 Tagen ergibt. Die Jahresnamen ergeben sich aus dem Namen des 360. Tages. Da während der fünf Nichttage die Tage weitergezählt wurden, nicht jedoch am Schalttag, können nur vier der zwanzig Zeichen für die Jahre namengebend sein.
Erstmalige Verwendung
Um die unterschiedlichen Kalendersysteme miteinander zu vergleichen und somit auch den Entwicklungsstand der Menschheit zu dokumentieren trage hier das "Alter" dieses Kalendersystems ein.
Weblinks
- [http://azteccalendar.com/calendar.html Kalenderumrechnung]
Literatur
- von Humboldt, Alexander: Ansichten der Kordilleren und Monumente der eingeborenen Völker Amerikas, Eichborn, Frankfurt am Main 2004. ISBN 3821845384
Kategorie:Kalender
Kalender
Maya-KalenderDer Maya-Kalender ist der am weitesten entwickelte Kalender der mesoamerikanischen Ureinwohner.
Überblick
Die Maya benutzten für rituelle und zivile Zwecke nebeneinander verschiedene Kalender, die auf einer Tageszählung im Zwanzigersystem beruhen: den rituellen Tzolkin-Kalender, den zivilen Haab-Kalender und die Lange Zählung, mit der längere Zeiträume erfasst werden konnten, die für Himmelsbeobachtungen und Astronomie eine große Rolle spielen. Die Kombinationen von Tzolkin und Haab Daten wiederholen sich nach einer 52 Jahre dauernden Kalenderrunde. Neben diesen Kalendern gab es noch weitere mit anderen Periodizitäten.
Vollständige Datumsangabe
Der Todestag des Herrschers Pacal von Palenque lautet im Maya-Kalender 9.12.11.5.18 6 Edznab 11 Yax.
Dabei gibt 9.12.11.5.18 den Tag als Lange Zählung an, 6 Edznab den Tag im Haab-Kalender und 11 Yax ist der Tag im Tzolkin-Kalender.
Lange Zählung
Details siehe Artikel Lange Zählung
Die Lange Zählung der Tage benötigten die Maya für astronomische Berechnungen und die Geschichtsaufzeichnung. Dabei laufen die einzelnen Stellen (z. B. 9.12.11.5.18) jeweils von 0 bis 19, bis auf die vorletzte Stelle, die nur bis 17 läuft. Die Lange Zählung stellt daher eine Datumsangabe dar, mit der über einen Zeitraum von über 5.000 Jahren jeder Tag eindeutig angegeben werden kann.
Haab
Details siehe Artikel Haab
Das Haab diente den Maya zivilen Zwecken, z. B. zur Berechnung der Saat- und Erntezeiten und ähnelt unserem Kalender, da es ein Sonnenjahr mit 365 Tagen umfasst. Im Haab Kalender wird das Jahr in 18 „Monate“ mit je 20 Tagen und einen „Monat“ mit nur 5 Tagen unterteilt. Beispielsweise bezeichnet das Datum 11 Yax den Tag 11 im Monat Yax.
Tzolkin
Details siehe Artikel Tzolkin
Für rituelle Zwecke benützten die Maya den Tzolkin (Zählung der Tage), bei dem jeder Tag (Kin) durch eine Kombination einer Zahl von 0 bis 12 mit dem Namen einer von 20 Schutzgottheiten (oder Tagesnamen) bezeichnet wird. Ein Tzolkin-Datum bezeichnet daher einen bestimmten Tag in einer Periode von 260 Tagen und wird beispielsweise als 6 Edznab angegeben.
Kalenderrunde
Details siehe Artikel Kalenderrunde
Da der Haab-Kalender 365 Tage und der Tzolkin-Kalender 260 umfasst, wiederholen sich alle 18.980 Tage (kleinstes gemeinsames Vielfaches von 365 und 260) oder 52 Haab-Jahre die Kombinationen von Haab- und Tzolkin-Daten. Dieser Zeitraum wird als Kalenderrunde bezeichnet, innerhalb derer eine Kombination aus Haab- und Tzolkin-Datum eindeutig ist.
Siehe auch
- Tzolkin
- Haab
- Langer Zähler
- Kalenderrunde
- Azteken-Kalender
- Goldhut
- Maya-Ziffern
Weblinks
- [http://www.tu-dresden.de/slub/proj/maya/maya.html Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden: Die Maya-Handschrift Codex Dresdensis]
- [http://www.astronomie.at/Scripts/mayacal.asp Aktuelles Maya-Datum mit Kalenderrechner]
- [http://www.ortelius.de/kalender/maya_de.php Holger Oertel: Der Kalender der Maya]
- [http://www.hermetic.ch/cal_stud/maya/contg.htm Der Maya Kalender]
- [http://www.hermetic.ch/cal_sw/maya/mgcg.htm "Maya Kalender" Software]
Kategorie:Kalender
Kategorie:Maya
AztekenDie Azteken waren eine mesoamerikanische Kultur in Zentralmexiko mit einer reichhaltigen Mythologie. Der Begriff "Aztek" bedeutet auf Nahuatl, der Sprache der Azteken, „jemand der aus Aztlán kommt“. Die Azteken bezeichneten sich oft auch selbst als die Mehika oder Meshika oder 'Mexica' - der Ursprung des heutigen Ländernamens Mexiko. Die moderne Verwendung der Bezeichnung Azteken wurde durch Alexander von Humboldt vorgeschlagen.
Gründungsmythos und Herkunft
Alexander von Humboldt
Die aztekischen Mythen beschreiben vier große Zeitalter, die der bestehenden Welt vorangingen und in Katastrophen endeten. Das fünfte Zeitalter wurde eingeläutet durch das Opfer eines Helden, der sich in die Sonne verwandelte.
Nach der Legende wanderten die Azteken, wohl im 14. Jahrhundert, von einem Ort im Norden namens Aztlán zum Lago de Texcoco in Zentralmexiko, angeführt von ihrem Gott Huitzilopochtli. Als sie bei einer Insel im See ankamen, konnten sie einen Adler beobachten, der, auf einem Feigenkaktus (spanisch Nopal) sitzend, eine Schlange fraß. Gemäß der Prophezeiung war dieses Ereignis dazu bestimmt, ihnen den Platz zu zeigen, an dem sie sich niederlassen sollten. Die Azteken erbauten ihre Stadt Tenochtitlan an dieser Stelle, an der sich das heutige Mexiko-Stadt befindet. Der Adler auf dem Kaktus mit der Schlange aus der Legende ist heute auf der mexikanischen Flagge abgebildet.
Der Adler trug nicht, wie von den spanischen Eroberern angenommen und auf der mexikanischen Flagge abgebildet, eine Schlange im Mund, sondern die aztekischen Wortbilder für Rauch und Flammen (gelbes und rotes Band), die den Krieg, einen wichtigen Bestandteil der aztekischen Geschichte, darstellten.
Der Aufstieg der aztekischen Nation
Es gab zwölf Herrscher über Tenochtitlán:
- Der legendäre Gründer: Ténoch
- 1375: Acamapichtili
- 1395: Huitzilíhuitl
- 1417: Chimalpopoca
- 1427: Itzcóatl
- 1440: Moctezuma I. (eigtl. Motecuhzoma I.) Ilhuicamina
- 1469: Axayacatl
- 1481: Tízoc
- 1486: Auítzotl (manchmal auch „Ahuitzotl“)
- 1502: Moctezuma II. Xocoyotzin (eigt. Motecuhzoma II., der berühmte „Montezuma“)
- 1520: Cuitláuac
- 1521: Cuáutemoc
Zu Beginn heuerten die Mexica als Söldner in den Kriegen zwischen den Tolteken an, bis sie schließlich genug Ruhm geerntet hatten, um sich in die königlichen Familien einzuheiraten.
Die Mexica-Herrscher Acamapichtili, Huitzilíhuitl und Chimalpopoca waren Vasallen des Tepaneken-Herrschers Tezozomoc in der Zeit von 1372 bis 1427.
Als Tezozomoc starb, ermordete sein Sohn Maxtla Chimalpopoca. Dessen Onkel Itzcoatl verbündete sich nun mit dem ehemaligen Herrscher von Texcoco, Nezhualcouyotl, und belagerte Maxtlas Hauptstadt Azcapotzalco. Maxtla gab nach 100 Tagen auf und ging ins Exil. Tenochtitlán, Texcoco und Tlacopan formten eine Allianz, die das Tal von Mexiko dominierte und die Macht schließlich jenseits der Grenzen des Tals ausdehnte. Mit der Zeit wurde Tenochtitlán die beherrschende Kraft innerhalb der Allianz.
Itzcoatls Neffe Motecuhzoma I. erbte 1449 den Thron und erweiterte sein Herrschaftsgebiet. Sein Sohn Axayacatl übernahm die Kontrolle über Mixteken und Zapoteken. 1481 übernahm sein Sohn Tizoc kurz die Herrschaft, bis er durch seinen jüngeren Bruder Ahuitzotl ersetzt wurde, der die Armee neu organisierte. Das Imperium erreichte während seiner Regentschaft das größte Ausdehnungsgebiet. Sein Nachfolger war Motecuhzoma II. (besser bekannt als "Moctezuma" oder "Montezuma").
Das Imperium
Montezuma
Das Aztekische Imperium ist nicht direkt vergleichbar mit den Imperien der europäischen Geschichte und war ethnisch sehr differenziert aufgebaut. Allerdings war es (theoretisch) ein Städtebund, ähnlich wie auch das Römische Reich lange Zeit (theoretisch) ein Städtebund war. Der Städtebund setzte sich zusammen aus Tenochtitlan, Texcoco und Tlacopan. Der wichtigste Beamte der Regierung in Tenochtitlán wird oft als der Aztekische Imperator bezeichnet. Sein Titel huey tlatoque kann als Verehrter Sprecher übersetzt werden. Dieses Amt gewann mit dem Aufstieg Tenochtitláns nach und nach an Macht hinzu und zur Zeit des Auitzotl ist Imperator eine brauchbare Analogie.
Das Aztekische Militär bestand aus Wehrpflichtigen mit einem Kern aus Berufssoldaten. Sobald ein Krieger etwa vier bis fünf Gefangene gemacht hatte, konnte er den Rang eines Adler- oder Jaguarkriegers erreichen, die sehr angesehen waren.
Die Ernährung der Azteken bestand hauptsächlich aus Mais, Bohnen und Kürbissen. Sie nutzten die Faser der Agaven ausgiebig; Baumwolle und Juwelen waren der herrschenden Klasse vorbehalten.
Die Azteken legten im See von Tenochtitlan künstliche Inseln an, chinampas genannt, auf denen sie Landwirtschaft betrieben.
Religion
Die Religion der Azteken beruht auf der toltekischen Religion. Sie ist polytheistisch, tritt jedoch in der Sonderform Henotheismus auf.
Hauptgott war Huitzilopochtli der Gott der Sonne und des Krieges. Ein anderer besonders verehrter Gott war Quetzalcoátl, die gefiederte Schlange, der einst ein Herrscher der Tolteken gewesen war und auf einem Kanu aus der Welt fuhr. Er war als Quetzalcoatl-Ehecatl der Gott des Windes, des Himmels, des Krieges, der Erde und ein Schöpfergott, doch besonders an ihm war, dass alle Völker in der gesamten Umgebung der Azteken ihn verehrten. Neben ihm gab es auch einige Götter unterschiedlicher Wichtigkeit, z.B. der Regengott Tlaloc. Dabei ist eine Besonderheit, dass fast jeder Bereich durch mehrere Götter abgedeckt wird.
Die Azteken, die eines natürlichen Todes starben kamen nach Mictlan, die aztekische neunschichtige Unterwelt. Frauen, die im Kindbett gestorben waren und gefallene Krieger begleiteten die Sonne am Himmel, Menschen, die ertranken oder vom Blitz erschlagen wurden, kamen in das so genannte Paradies des Gottes Tlaloc.
Opfer
siehe hierzu den Hauptartikel: Opferkult der Azteken
Die Bedeutung und der Umfang aztekischer Menschenopfer sind heute wissenschaftlich umstritten. Größtenteils stammen die Schilderungen verschiedenster grausamer Opferrituale von spanischen Missionaren, welche ein Interesse daran hatten, die Praktiken des heidnischen Volkes negativ darzustellen. Andererseits zweifelt man auch daran, dass die von den Azteken selbst überlieferten Opferkulte in dieser Art auch in vollem Umfang ausgeführt wurden. Forscher gehen heute vielmehr davon aus, dass viele Schilderungen nur als Bilder im übertragenen, symbolischen Sinn zu verstehen gewesen sein könnten. Daher sind die folgenden überlieferten Aussagen nicht unumstritten.
Die Azteken sind berüchtigt für ihre religiös motivierten Menschenopfer, die sie in großer Zahl ausführten. Dazu wurden gefangene Krieger, Sklaven, aber auch Kinder verwendet. Manchmal opferten sich auch aztekische Krieger selbst freiwillig, was als große Ehre angesehen wurde. Ein Verfahren der Opferung bestand darin, die Menschen einzeln auf der Spitze der Pyramiden auf einem Opferstein an ihren Armen und Beinen festzuhalten und ihnen mit einem Steinmesser das Herz herauszuschneiden. Der Priester bespritzte sich selber und die Götterstatuen mit dem frischen Menschenblut. Die Leiche wurde anschließend die steilen Steinstufen hinabgeworfen. Bei besonders hochstehenden Opfern wurden Teile gebraten und gegessen. Kinder wurden in Käfigen zugunsten des Regengottes Tlaloc zum Weinen gebracht und man ließ sie verhungern.
Die Azteken hielten sog. Blumenkriege mit ihren verfeindeten Völkern, in beiderseitigem Einverständniss ab. Bei diesen Blumenkriegen wurde nicht getötet, sondern das Ziel bestand darin, neue Gefangene als Opfergaben zu machen. Diese Opferungen nannten sie nextlaualli - Schuldzahlungen an die Götter. Sie dienten dazu, sicherzustellen, dass die Sonne jeden Morgen erneut aufgehen konnte.
Neuesten Erkenntnissen zufolge haben aber auch die "Könige" selbst Blutopfer von sich gegeben (Schnitt in Hand/Arm/Bein/Ohr), um die Gottheiten zu besänftigen oder zu bemühen, eine ähnliche Praxis ist auch von den Maya bekannt. Es ist auch bekannt, dass die Priester des jeweiligen Tempels sich in das Ohr schnitten um Blut zu gewinnen, das für Rituale nötig war. Es wurden nur sehr wenige von den damals bekannten 1600 Gottheiten angebetet, da nicht alle so wichtig waren. Die Azteken hatten so viele Götter, weil sie bei jedem Volk, das sie eroberten, deren Götter "adoptierten" und zu ihren dazunahmen. Deswegen waren auch nicht alle bekannt. Es gab verschiedene Stämme unter den Azteken, welche jeder ihre Gottheit bevorzugte.
Kulturelle Eigenheiten
Die aztekische Kultur im 15. Jahrhundert n. Chr. lässt sich mit der griechischen im 5. Jahrhundert v. Chr. wie folgt vergleichen (Kurzfassung):
- kein Rad (außer für Kinderspielzeug): Lasten wurden von Menschen transportiert
- Bilderschrift: die Azteken nutzten die Bilder selbst und die Klänge der Aussprache um Wörter darzustellen, sie lernten auch viele Texte und Gedichte auswendig (s. Azteken-Schrift)
- kein Eisen: die Schwerter (sog. Maguahuitl) waren aus Holz, die Klingen waren mit Obsidiansplittern besetzt
- keine Pferde: die Pferde der Spanier wurden als übergroße Hirsche verstanden
- kein Geld: neben dem ausgeprägten Tauschhandel wurden oft Kakaobohnen als Ersatzwährung verwendet
- kein Kamin: die Feuerstellen in den Hütten führten zu stark verrußten Decken
- Wasserspülung und großartige Architektur: Die spanischen Soldaten bewunderten tagelang die Stadt und vor allem die Wasserspülung, die es sogar in öffentlichen Toiletten gab (in Europa gab es nichts dergleichen)
Die spanischen Eroberer, von denen viele aus einfachen Verhältnissen stammten und in einfachen Häusern und Hütten groß geworden waren, bewunderten die Architektur der Kaiserpaläste in Tenochtitlán. Die einfachen Häuser der Azteken waren ähnlich den einfachen Häusern im ländlichen Spanien.
Frauen und Männer der Azteken schoren sich den Kopf kahl und entfernten die gesamte Körperbehaarung mit metallenen Pinzetten (Priester verwendeten goldene). Aus diesem Grund wurden Sie vom feindlichen Volk der Tarasken auch Leute, die sich den Schädel fegen genannt.
Fall des Aztekenreiches
Aufgrund ihrer Aggressivität waren die Azteken bei ihren Nachbarn mehr verhasst als beliebt. Sie schafften es nicht auf diplomatischer Ebene und auch nicht durch Blutheiraten, den Machtdrang der Azteken zu bremsen. Die Ankunft der 500 Spanier unter Führung von Cortéz war für einige Stämme die einzige Chance, das Joch der Azteken loszuwerden.
Zur Zeit der Ankunft der Spanier war der Herrscher der Azteken Moctezuma II, der sich jedoch zu zögerlich verhielt. Als dieser abgesetzt wurde und die Azteken ihre letzte große Schlacht um die Unabhängigkeit schlugen, konnten die Spanier nicht mehr besiegt werden.
Nach blutigen Kämpfen gegen die Spanier ergab sich am 13. August 1521 der letzte Herrscher der Azteken, Cuáutemoc, in Tenochtitlán. Er und die verbündeten Herrscher der Azteken wurden in einem Scheingerichtsverfahren der Verschwörung bezichtigt und in der Provinz erhängt. Durch die Europäer eingeschleppte Krankheiten wie die Windpocken und Typhus töteten in einigen Gegenden bis zu 75 % der Bevölkerung. Mexiko-Stadt wurde auf den Ruinen von Tenochtitlán errichtet.
Informationen über die Azteken überlebten unter anderem in zeitgenössischen Quellen (Codices) wie dem Codex Mendoza von 1541. Nahuatl wird noch heute von Teilen der mexikanischen Urbevölkerung gesprochen. Es gibt eine Version der Wikipedia in Nahuatl!
Literatur
- Heyden, Doris: Gartenkünstler in der neuen Welt. Spektrum der Wissenschaft, Oktober 2003, S. 70 - 75, (Artikel über den Gartenbau der Azteken)
- Prem, Hanns J.: Die Azteken. München ³2003.
- Prem, Hanns J.: Geschichte Altamerikas. München 1989. (OGG 23)
- Royal Academy of Arts London (Hrsg.): Azteken. Köln 2003.
- Smith, Michael E.: The Aztecs. Oxford ²2003.
- Solis, Felipe: The Aztec Empire. New York 2004.
- Townsend, Richard F.: The Aztecs. London 2000.
- Tzvetan Todorov: Die Eroberung Amerikas, Das Problem des Anderen, Frankfurt/M. 1985 (8.Auflage 2002) ISBN 3-5181-1213-9
- Jennings, Gary "Der Azteke" , Roman mit vielen Beschreibungen von Kultur und Religion der Azteken
Siehe auch
- Azteken-Kalender
- Indigene Völker Mittelamerikas und der Karibik
- Konquistador
Weblinks
- [http://www.indianerwww.de www.indianerwww.de]
- [http://azteken.eqoop.de azteken.eqoop.de]
Kategorie:Mittelamerikanische Ethnie
Kategorie:Azteken Kategorie:Präkolumbisches Mesoamerika
ja:アステカ
ko:아스테카인
ms:Aztek
simple:Aztecs
MonatEin Monat ist ein Teil des Jahres.
Das Wort stammt von "Mond" ab und bezeichnete ursprünglich die Zeit zwischen zwei gleichen Mondphasen (ca. 29,5 Tage). Solche Synodischen Monate bildeten die Grundbausteine der ersten Kalender, welche Lunar- oder Mondkalender waren, und später teilweise zu Lunisolarkalender weiterentwickelt wurden. Solche Kalender sind auch heute noch in weiten Teilen der Welt gebräuchlich, und beispielsweise der jüdische Kalender, der islamische Kalender und der traditionelle chinesische Kalender bezeichnen weiterhin einen Phasendurchlauf des Mondes als Monat.
Indes liegt in der Zeit eines Sonnenjahres eine unganzzahlige Menge von Mondmonaten, so dass man bei Einführung eines Solar- oder Sonnenkalenders die Länge der Monate entsprechend anpassen musste. Eine solche Bindung der Jahrlänge an die Dauer eines Erdumlaufs um die Sonne und die damit verbundene Trennung der Monate vom Mondlauf erfolgten zuerst im alten Ägypten im Jahre 238 v. Chr. und wurde von Julius Cäsar im Jahre 46 v.Chr. auch für die römische Republik übernommen [womit diese Jahre eigentlich sinnvolle Epochen für die Zeitrechnung des juliano-gregorianischen Kalenders wären].
Neben diesem julianischen Kalender und dem ihn ablösenden und heute für die meisten Menschen alltäglichen gregorianischen Kalender sind auch noch einige andere Sonnenkalender in Gebrauch, bei denen ein (Kalender-)Monat als ein bestimmter Teil des Sonnenjahres mit einer festgelegten Anzahl von Tagen definiert wird, beispielsweise der griechisch-orthodoxe Kalender, der koptische Kalender, der zoroastrische Kalender, der iranische Kalender, der Malayalam-Kalender sowie verschiedene südasiatische Kalender.
Da der Julianisch-Gregorianische Kalender von den Römern auf uns gekommen ist, sind auch die heute im allgemeinen gebräuchlichen Monatsnamen lateinischen Ursprungs, und die meisten davon lassen sich auf den altrömischen Kalender, den Vorläufer des julianischen Kalenders, zurückführen.
Auch bei den wahrscheinlich meisten anderen Völkern, die den Julianisch-Gregorianischen Kalender benutzen sind die allgemein verwandten Monatnamen von den lateinischen abgeleitet. Indes bestanden in etlichen Sprachen auch nebenher eigene Monatsbezeichnungen (die neueren Formen der deutschen sind unten angegeben) oder wurden zeitweise eingeführt, wie beispielsweise im französischen Revolutionskalender.
Monate
Heute bezeichnet der Begriff im gregorianischen Kalender nur noch festgelegte Jahresabschnitte, deren Länge von der eines Mondzyklus mehr oder weniger stark abweicht.
Die 12 Monate sind (die alten deutschen Namen in Klammern):
#Januar, Jänner (Hartung, Eismond)
#Februar, Feber (Hornung, Schmelzmond, Taumond, Narrenmond, Rebmond, Hintester)
#März (Lenzing, Lenzmond)
#April (Ostermond)
#Mai (Wonnemond)
#Juni (Brachet, Brachmond)
#Juli (Heuert, Heumond)
#August (Ernting, Erntemond, Bisemond)
#September (Scheiding, Herbstmond)
#Oktober (Gilbhart, Gilbhard, Weinmond)
#November (Nebelung, Windmond, Wintermond)
#Dezember (Julmond, Heilmond, Christmond, Dustermond)
Bedeutung der Monatsnamen
Januar
(auch Jänner) nach Janus, dem Beschützer der Stadttore, Gott des Aus- und Einganges, im übertragenen Sinne des Anfangs und des Endes, doppelköpfig dargestellt, blickt nach zwei Seiten, nämlich vorwärts und rückwärts. Ianua - Schwelle (zum neuen Jahr).
Februar
(auch Feber) der Reinigungs- bzw. Sühnemonat, weil in der zweiten Hälfte die Reinigung der Lebenden und die Sühnung der Verstorbenen vorgenommen wurde lat. februare = reinigen.
März
benannt nach Mars, dem Gott des Krieges und der Vegetation. Im altrömischen Kalender begann das Jahr mit dem März, daraus ergibt sich die Verschiebung der numerischen Monate September bis Dezember.
April
wird abgeleitet von lat. aperire = öffnen, der Monat der Öffnung bzw. des Aufblühens.
Mai
Maia (Mythologie), eine Bergnymphe, Tochter des Atlas und der Pleione gab diesem Monat den Namen. Auf dem arkadischen Berg Kyllene vermählte sich Zeus, der Göttervater, mit ihr. Hermes, der Götterbote ist ihr Sohn. Maia war zuständig für Wachstum und Vermehrung.
Juni
benannt nach Juno, einer altitalischen Gottheit, der die meisten Eigenschaften der griechischen Götterkönigin Hera übertragen wurden.
Juli
Ursprünglich Quintilis, der fünfte Monat. Geburtsmonat Cäsars. Nach ihm wurde dieser Monat seit 44 v. Chr. Julius (Juli) genannt.
August
Dies war ursprünglich der sechste Monat, dementsprechend Sextilis genannt, des alten römischen Kalenders. Er wurde zu Ehren des ersten römischen Kaisers Augustus im Jahre 8 v. Chr. in Augustus umbenannt. Dies war verbunden mit einer Verlängerung des Monats um einen Tag, der dem Februar genommen wurde, nach welcher der Monat des Augustus ebenso lang war wie der Caesars. 22 Jahre später, 14 n.Chr., wurde der August der Sterbemonat seines Namenspatrons. [Die Reihenfolge der Ereignisse scheint sonderbar, aber zumindest die letzte Jahreszahl darf als sicher gelten.]
September
(lat. septem - sieben) der siebte Monat im Römischen Kalender. An diesem und den folgenden Monatsnamen kann man erkennen, dass man mit der Zählung ursprünglich im Monat März begann. Seit 153 v. Chr. traten in Rom die für ein Jahr gewählten Konsuln ihr Amt jeweils am 1. Januar an, der sich bald als Jahresbeginn einbürgerte.
Oktober
der achte Monat (lat. octo - acht) nach dem Römischen Kalender. Auch hier konnte sich die Bezeichnung "Domitianus" nicht durchsetzen.
November
Monat neun (lat.novem = neun).
Dezember
der 10. Monat (lat.decem = 10) im Julianischen Kalender
Quellen
- http://de.wikipedia.org/
- http://wiki-de.genealogy.net/wiki/Kategorie:Kalender
- Irmscher, Johannes & Johne, Renate [Hrsg.]: "Lexikon der Antike" VEB Verlag Enzyklopädie Leipzig, 1977.
- . . .
Siehe auch
- Kalenderdatum
- Datumsformat - die Form, in der ein Kalenderdatum schriftlich fixiert wird
- Kalender (Gregorianischer Kalender) - die Festlegung der Zeiteinteilung eines Jahres
- Zeitrechnung (Chronologie) - die zyklische sowie die lineare Strukturierung der Zeit
- Monatsnamen in anderen Sprachen
- Alte isländische Monatsnamen
Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit
Kategorie:Kalender
Kategorie:Zeitbegriff
Kategorie:Maßeinheit
ja:月 (暦)
simple:Month
FeuerbohrerDer Feuerbohrer ist ein aztekisches Sternbild, das einen Mann darstellte, der durch Drehen eines Holzbohrers auf einem Brett Feuer erzeugte.
Unter diesem Sternbild fand die Neufeuerzeremonie statt. Es wurden alle Feuer gelöscht, dann wurde ein Mann geopfert. An die Stelle seines Herzens wurde ein Stück Holz gelegt, das mit einem Feuerbohrer entzündet wurde. An diesem "neuen Feuer" entzündeten die Azteken Fackeln und brachten sie nach Hause.
Die Neufeuerzeremonie wurde alle 52 Jahre zelebriert und leitete den aztekischen Kalenderzyklus ein.
Kategorie:Nicht Anerkanntes Sternbild
1507
Politik und Weltgeschehen
- Auf der Weltkarte von Martin Waldseemüller erscheint zum ersten Mal der Name „America“ für den neu entdeckten Kontinent
- 14. Januar: Katharina von Spanien, Erzherzogin von Österreich und Prinzessin von Spanien († 1578)
- 28. Januar: Ferrante I. Gonzaga, Dritter Sohn des Markgrafen Gianfrancesco II. Gonzaga († 1557)
- 1. Oktober: Giacomo Barozzi da Vignola, italienischer Architekt († 1573)
- 29. Oktober Herzog von Alba, Fernando Álvarez de Toledo, spanischer Feldherr und Staatsmann († 1582)
- 11. November: Petrus Medmann, Theologe und Diplomat der Reformationszeit († 1584)
- 13. Dezember: Christoph von Carlowitz und Hermannsdorf, sächsischer Diplomat († 1578)
- 23. Februar: Gentile Bellini, italienischer Maler ( - 1429)
- 12. März: Cesare Borgia, italienischer Renaissanceherrscher ( - 1475)
- 14. Mai: Hernando de Talavera, spanischer Bischof und Politiker ( - 1428)
- 29. Juli: Martin Behaim, Kosmograph ( - 1459)
ko:1507년
Kategorie:AztekenHauptartikel: Azteken
Kategorie:Mittelamerikanische Ethnie
Kategorie:Präkolumbisches Mesoamerika
Kategorie:Altamerikanistik
Dampierre-en-CrotDampierre-en-Crot
Dampierre-en-Crot est une commune française, située dans le département du Cher et la région Centre.
Géographie
Histoire
Administration
Démographie
Lieux et monuments
Personnalités liées à la commune
Voir aussi
- Communes du Cher
Liens externes
- [http://www.ign.fr/affiche_rubrique.asp?rbr_id=1087&CommuneId=21249 Dampierre-en-Crot sur le site de l'Institut Géographique National]
- [http://www.recensement.insee.fr/RP99/rp99/co_navigation.co_page?nivgeo=C&codgeo=18084&theme=ALL&typeprod=ALL&lang=FR&quelcas=LISTE Dampierre-en-Crot sur le site de l'Insee]
- [http://www.quid.fr/communes.html?mode=query&req=Dampierre-en-Crot Dampierre-en-Crot sur le site du Quid]
- [http://www.lion1906.com/Pages/ResultatProximiteCoord.php?RadLat1=0.828357503725127&RadLong1=0.0450925204824238 Communes les plus proches de Dampierre-en-Crot]
- [http://www.lion1906.com/Pages/ResultatLocalisation.php?InseeVille=180084 Localisation de Dampierre-en-Crot sur une carte de France]
- [http://www.mapquest.com/maps/map.adp?latlongtype=decimal&latitude=47.4613888888889&longitude=2.58361111111111&zoom=8 Plan de Dampierre-en-Crot sur Mapquest]
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CN$
:This article concerns the currency unit. For other uses, see Yuan (disambiguation).
Yuan () is, in Chinese, the base unit of a currency, for example, US dollar is Mei yuan (美元). However, in international context, Yuan as an English word refers to the Renminbi (RMB¥, CN$). The English pronunciation is /ju:'æn/, although in Chinese the word is one syllable.
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Recarei
Recarei is a town in the Porto district of Portugal which forms part of the concelho of Parades. It has an area of 16.63 km2 and a population of 4686 (as of 2001). It has the administrative status of a freguesia.
instrumental math rock band from Sheffield, UK. Their debut album, The Fall of Math, was released to great critical acclaim and they have now moved on to produce a second album, One Time For All Time.
The band's major innovation is its interspersal of heavy, progressi
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Abramelin oil
Abramelin oil is a ceremonial oil blended from several powerful smelling essential oils and used in ritual practices connected to The Book of the Sacred Magic of Abra-Melin the Mage. The oil was seen as highly important by Aleister Crowley and used throughout his life. In Crowley's philosophical or magical system called Thelema the oil came to symbolize the <
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Engineering design management
Product Data Management (PDM) is a category of computer software that aims to create an automatic link between product data and a database. The information being stored and managed (on one or more file serves) will include engineering data such as CAD models and drawing and their associated documents. The package may also include product visualization data. Th
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Grubenhagen
The Principality of Grubenhagen was a subdivision of the Duchy of Brunswick-Lüneburg in the Holy Roman Empire. It is also known as Brunswick-Grubenhagen. Grubenhagen was located around the southwestern edge of the Harz, and included the cities of Osterode am Harz, Herzberg am Harz, Duders
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