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Bären
Die Bären (Ursidae) sind eine Familie aus der Ordnung der Raubtiere. Sie sind die größten Landraubtiere unserer Zeit.
Im weiteren Sinne bezieht der Begriff "Bären" auch die Kleinbären ein. In diesem Artikel soll es aber nur um die "echten" Bären gehen, die zur Verdeutlichung auch "Großbären" genannt werden.
Arten
Die Familie hat die folgenden Arten:
- Gattung Ursus
- Braunbär (Ursus arctos), u.a. mit Unterarten Grizzlybär, Kodiakbär, Kamtschatkabär
- Amerikanischer Schwarzbär (Ursus americanus)
- Asiatischer Schwarzbär (Ursus thibetanus)
- Eisbär (Polarbär) (Ursus maritimus)
- Höhlenbär (Ursus spelaeus) (ausgestorben)
- Gattung Melursus
- Lippenbär (Melursus ursinus)
- Gattung Helarctos
- Malaienbär (Helarctos malayanus)
- Gattung Tremarctos
- Brillenbär (Tremarctos ornatus)
- Gattung Ailuropoda
- Großer Panda (Ailuropoda melanoleuca)
- Gattung Arctodus
- Kurznasenbär oder auch Riesen-Kurzschnauzenbär (Arctodus simus) (ausgestorben)
Kurznasenbär
Der Brillenbär wird oft in einer eigenen Unterfamilie der Kurzschnauzenbären (Tremarctinae) geführt, der Große Panda in der Unterfamilie Ailuropodinae, während die übrigen Bären die Unterfamilie Ursinae bilden.
Der Große Panda wurde in älteren Klassifikationssystemen zusammen mit dem Kleinen Panda in einer eigenen Familie Katzenbären geführt. Nach den Ergebnissen der neueren Forschung gehört er jedoch in die Familie der Bären.
Andere Tiere namens Bären
Eine Reihe von Tiernamen enden auf "-bär", obwohl es sich dabei um keine Angehörigen der Großbären ("echte" Bären) oder Kleinbären handelt. Dies sind zum Beispiel:
- Großer Ameisenbär
- Koalabär (oder Beutelbär)
- Seebär (eine Robbe)
- Mehrere Schmetterlinge aus der Familie der Bärenspinner (Arctiidae).
Menschen und Bären
Mit Netzen und Fallgruben gefangene Bären aus Germanien – speziell ausgebildete ursarii gab es in römischen Legionen – wurden in römischer Zeit massenhaft nach Rom transportiert, zuerst 169 v. Chr. Seit Caesar wurden Bären zu Tausenden in Zirkusspielen getötet. Das Fleisch der Bären – außer der Milz – wurde gegessen, das Fell für Schutzkleidung und Reitsättel verwendet, Fett, Galle, Blut und Hoden teils gegen verschiedene Krankheiten, teils in der Landwirtschaft gegen Raupen, Läuse und Frostschäden angewandt.
Die Bärenhatz, also die öffentliche Tötung von Bären, blieb bis in die frühe Neuzeit hinein eine beliebte Vergnügungsveranstaltung.
Gefangene und abgerichtete Bären waren in Europa als Tanzbären bis in das 20. Jahrhundert hinein eine Jahrmarktsattraktion. Auch in der Zirkusdressur spielten Bären eine wichtige Rolle. Seit etwa einem halben Jahrhundert sind diese Erscheinungen unter dem Gesichtspunkt des Tierschutzes rückläufig.
In Asien wird heute der Asiatische Schwarzbär vielerorts in engen Käfigen gehalten, um das Sekret seiner Gallenblase zu gewinnen, das in der Traditionellen Chinesische Medizin Anwendung findet. In Pakistan werden Schwarzbären für Bärenkämpfe eingesetzt, bei denen man einen Bären gegen zwei bis vier Hunde kämpfen lässt; diese Kämpfe, die für Bären und Hunde oft tödlich enden, sind offiziell verboten, finden aber noch immer statt.
Bären in der Mythologie
In der griechischen Mythologie war Ursa Major, die große Bärin, eine Inkarnation der Göttin Artemis-Kallisto, welche die Wächterin des Polarsterns und der Weltachse war.
Auf Kreta ernährten zwei Bärinnen den kindlichen Zeus, als seine Mutter Rhea ihn dort versteckte.
Bei den keltischen Helvetiern war die Bärengöttin Artio bekannt, wobei dies nach Larousse die Herkunft des Wappentiers der Stadt Bern ist.
Im Norden kämpften die Berserker: Ein Hemd aus Bärenhaut, die ber sark, verlieh ihnen die Kraft und den Mut einer Bärin, die um ihre Jungen kämpft.
Im alten Testament der Bibel treten zwei Bärinnen als grausame Rächerinnen auf, als sie in der Geschichte von Elischa (2. Könige 2,24) 42 Kinder zerreißen, weil sich diese über den Propheten lustiggemacht hatten.
Für verschiedene nordamerikanische und nordasiatische Stämme hatten Bären eine besondere kultische Bedeutung (Bärenkult).
Bären im Film
Der Spielfilm Der Bär (L’ours) von Jean-Jacques Annaud beschreibt die Geschichte eines verwaisten Bärenjungen, das in der kanadischen Wildnis von einem männlichen Bären 'adoptiert' wird. Der Film ist aus Sicht der Bären erzählt und enthält kaum herkömmliche Dialoge.
Im Zeichentrickfilm Das Dschungelbuch von Walt Disney ist ein vermenschlichter Bär namens Balou eine der Hauptfiguren. Er will dem kleinen Mogli im Umgang mit Affen, Tigern und Schlangen helfen, richtet dabei aber meistens viel Unsinn an. In den meisten Situationen tritt er lässig und locker auf, immer mit einem Scherz auf den Lippen.
Literatur
- Bernd Brunner: Eine kurze Geschichte der Bären. Claassen, 2005 ISBN 3546003950
Siehe auch: Teddybär, Gummibär, Käpt’n Blaubär, Pu der Bär, Tanzbär
Kategorie:Raubtiere
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ko:곰
ms:Beruang
simple:Bear
th:หมี
zh-min-nan:Hîm
Wikipedia:TaxoboxenACHTUNG: Die Taxobox-Vorlage hat sich geändert! Bitte hilf mit, alte Taxoboxen durch diese neue zu ersetzen. Bitte keine Taxoboxen nach der alten Vorlage mehr anlegen!
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Eine Taxobox ist in einem Artikel über ein Taxon (= eine systematisch erfasste und benannte Tier- oder Pflanzengruppe bzw. Tier- oder Pflanzenart) eine Tabelle mit Informationen zur systematischen Einordnung und Unterteilung. Taxoboxen sollten nur für rezente, nicht aber für ausgestorbene Arten angelegt werden. (Arten, die erst in historischer Zeit ausgestorben sind, bilden eine Ausnahme von dieser Regel).
Wenn Du mehr über die Gestaltung eines Tier- oder Pflanzenartikels wissen möchtest, solltest Du auch Wikipedia:WikiProjekt Lebewesen und Wikipedia:Leitlinien Biologie lesen.
Eine Möglichkeit, Taxoboxen zu erzeugen, ist der [http://vs.aka-online.de/taxoboxomat/ Taxoboxomat].
Übergeordnete Taxa
Es sollen stets die fünf übergeordneten Taxa genannt werden. Bei einer Art könnten dies also die Gattung, die Tribus, die Unterfamilie, die Familie und die Überfamilie sein. Wenn eines dieser Taxa fehlt, rückt statt dessen ein anderes nach. Wenn also zum Beispiel die Tribus fehlt, wird zusätzlich noch die Unterordnung genannt.
Untergeordnete Taxa
Untergeordnete Taxa können, müssen aber nicht in der Taxobox stehen. Wenn sie genannt werden, müssen alle untergeordneten Taxa erwähnt sein und nicht bloß eine Auswahl. Sind es mehr als zehn untergeordnete Taxa, werden sie nicht in der Taxobox, sondern nur im Fließtext genannt. Allgemein ersetzt die Aufführung in der Taxobox nicht die Erwähnung im Fließtext.
Schreibweise der Taxa
Wissenschaftliche Taxonnamen werden nur für Gattung und Art kursiv dargestellt. Der Name einer Gattung wird immer großgeschrieben, der Artname besteht immer aus zwei Bestandteilen: Dem Gattungsnamen, der auch durch (großgeschriebene) Initiale abgekürzt werden kann und dem Artepithet, das immer kleingeschrieben wird.
Wissenschaftlicher Name
Jede Taxobox hat einen Abschnitt "Wissenschaftlicher Name". Hier wird neben dem gültigen Namen der Autor (Erstbeschreiber) und das Jahr der Erstbeschreibung angegeben. Bei Pflanzen, Pilzen und Algen entfällt das Jahr der Erstbeschreibung.
Nähere Informationen hierzu findet man in den Leitlinien Biologie.
Keine Kommentare in der Taxobox
Alle Unklarheiten die Einordnung und Unterteilung betreffend sollen im Text stehen. Die Taxobox soll von Kommentaren freibleiben. Sie soll auch keine Synonyme, Basionyme und andere alternative Schreibweisen des wissenschaftlichen Namens enthalten.
Bild
Steht ein Bild zur Verfügung, wird es in die Taxobox integriert. In einer Taxobox steht nur ein Bild. Weitere Bilder können außerhalb der Taxobox in den Artikel eingebracht werden.
Unter dem Bild wird die Art mit eventuellen Besonderheiten (Weibchen, Winterfell, weiße Morphe etc.) genannt.
Weitere Informationen in der Taxobox
In der Taxobox unterbleiben alle Angaben, die nicht die Systematik betreffen. Angaben zu Größe, Gewicht, Verbreitung, Lebensweise, Bedrohungs- und Schutzstatus, Blütezeit etc. gehören in den Text und nicht in die Taxobox.
Schablone für Copy and Paste
Bitte ersetze alle in Großbuchstaben geschriebenen Wörter durch die Entsprechungen. Noch einfacher ist es, wenn Du die Tabelle aus einem Artikel rauskopierst, in der sie bereits halbwegs ähnlich vorhanden ist.
Taxon-Kategorien im MediaWiki-Namensraum
Dies ist eine Auflistung aller im MediaWiki-Namensraum angelegten Elemente zu den Taxoboxen sowie ihrer Entsprechungen. Diese Kürzel sollen in den Taxoboxen statt des Platzhalters "EINHEIT" eingesetzt werden.
Für die Kategorien „Klassifikation“, „Domäne“ sowie „Stammgruppe“ gibt es noch kein besonderes Element, hierfür wird bisher einfach Klassifikation, Domäne bzw. Stammgruppe in die Taxobox eingesetzt.
Beispielhaftes Aussehen einer Taxobox
Beispiel für eine Pflanzenart
Beispiel für eine Tierfamilie
Beispiel für einen Speisepilz
Siehe auch: Portal:Lebewesen/Artikel ohne Taxobox, Portal:Lebewesen/Artikel mit alter Taxobox
Taxoboxen
Taxoboxen
Kategorie:WikiProjekt Lebewesen
Raubtiere
Die Raubtiere (Carnivora) sind eine Ordnung in der Klasse der Säugetiere (Mammalia).
Die Bezeichnung "Carnivora" setzt sich aus den lateinischen Begriffen caro, carnis (Fleisch) und voro (verschlingen) zusammen. Carnivora sind somit vom Namen her Fleischfresser. Ein Großteil der Carnivoren sind jedoch omnivor, also Allesfresser. Sie nehmen auch Beeren, Gräser usw. zu sich. Eine Ausnahme ist der Pandabär, der rein pflanzliche Kost bevorzugt (Herbivor, Pflanzenfresser).
Mit etwa 270 Arten sind die Raubtiere eine der artenreicheren Ordnungen der Säugetiere, die vor allem aus sehr vielen
spezialisierten Formen besteht. Außer in der Antarktis kommen sie auf allen Kontinenten vor, wobei der australische Dingo erst durch den Menschen auf dem früher raubtierfreien australischen Kontinent eingeführt wurde. (Zwar gab und gibt es in Australien durchaus große Fleischfresser, es handelt sich allerdings um Reptilien und Beuteltiere.)
Kiefer und Gebiss
Beuteltier
Das Raubtiergebiss baut sich nach der Gebissformel 3143 auf: Symmetrisch also für Ober- und Unterkiefer von der Mitte aus: 3 Schneidezähne, ein Eckzahn, 4 Vorbackenzähne, 3 Backenzähne. Je nach Art sind die Ausprägungen unterschiedlich, wobei die Eckzähne, die sog. Fangzähne, in der Regel extrem lang ausgebildet sind. Der Reißzahn ist jeweils der erste Backenzahn (im Bild ca über der 20cm Markierung). Die Backenzähne sind dagegen eher klein, der erste der vorderen unteren Backenzähne kann jedoch auch stärker entwickelt sein, den Reißzahn unterstützen, beziehungsweise in Zusammenarbeit mit diesem und dem oberen Reißzahn zum "Absägen" von Beuteteilen eingesetzt werden kann.
Der Unterkiefer ist so im Oberkiefer verankert, dass er nur auf und ab bewegt werden kann; Seitwärtsbewegungen wie etwa beim Kauen sind nicht möglich.
Organe
Aufgrund der meist geringen Spezialisierung bei der Nahrungsaufnahme ist wie das Gebiss auch der Verdauungstrakt im Vergleich zu vielen Pflanzenfressern (besonders den Wiederkäuern) recht ursprünglich und bietet dadurch eine höhere Anpassungsfähigkeit. Der Verdauungstrakt besteht nur aus dem Magen und einem relativ kurzem Darm.
Weibliche Raubtiere verfügen über eine zweihörnige Gebärmutter. Sie haben bauchständige Milchdrüsen. Männliche Raubtiere verfügen über einen Penisknochen (Baculum), die Hoden liegen außen.
Systematik
Die klassische Einteilung der Raubtiere sah zwei Unterordnungen vor, die Landraubtiere und die Wasserraubtiere; letztere waren dabei die Robben, erstere alle landbewohnenden Raubtiere. Nach heutigem Stand ist diese Unterteilung überholt, da Robben sich aus hundeartigen Raubtieren entwickelten und daher diesen zuzuordnen sind.
- Überfamilie Hundeartige (Canoidea)
- Familie Hunde (Canidae)
- Familie Marder (Mustelidae)
- Familie Walrosse (Odobenidae)
- Familie Ohrenrobben (Otariidae)
- Familie Hundsrobben (Phocidae)
- Familie Kleinbären (Procyonidae)
- Familie Großbären (Ursidae)
- Überfamilie Katzenartige (Feloidea)
- Familie Katzen (Felidae)
- Familie Mangusten (Herpestidae)
- Familie Hyänen (Hyanidae)
- Familie Schleichkatzen (Viverridae)
Bedeutung, Geschichte, Kultur
Viele Raubtiere sind heute akut bedroht und wurden oder werden wegen ihres Fells, aus dem Luxuskleidung hergestellt wird, für Jagdtrophäen oder als "Haustiermörder" beziehungsweise "Nutztiermörder" bejagt.
Einige Arten (vor allem Haushund und Hauskatze) werden vom Menschen auch als Haustiere gehalten. Verschiedene Marder werden wegen ihres Felles oder im Falle des Frettchens zur Kaninchen- und Hasenjagd gezüchtet.
Weblinks
- [http://www.tierseiten.com/raubtiere/raubtiersystematik.html Die Systematik der Raubtiere]
Kategorie:Raubtiere
ja:ネコ目
Kleinbären
Die Kleinbären (Procyonidae) bilden eine Familie der hundeartigen Raubtiere (Carnivora).
Es gehören rund 18 Arten zu dieser Familie die fast alle in den gemäßigten oder tropischen Zonen Nord- und Südamerikas leben.
Kleinbären vermitteln gestaltlich zwischen den Mardern und den echten Bären ("Großbären"). In jedem Falle scheinen Klein- und Großbären einen gemeinsamen Vorfahren gehabt zu haben. Die ältesten Kleinbären sind fossil aus dem Oligozän nachgewiesen. Die fossile Gattung "Bavarictis" war in Europa heimisch; von dort wanderten die Kleinbären über Asien und die Landbrücke der heutigen Beringstraße früh nach Nordamerika ein. In der Alten Welt starben sie bis auf den Kleinen Panda schnell aus, vermutlich wegen der Konkurrenz der Schleichkatzen, die die gleichen ökologischen Nischen einnehmen.
Systematik
Man unterscheidet drei Unterfamilien:
- Unterfamilie Potosinae
- Gattung Makibären (Bassaricyon)
- Gattung Wickelbären (Potos)
- Unterfamilie Procyoninae
- Gattung Katzenfrette (Bassariscus)
- Gattung Waschbären (Procyon)
- Gattung Nasenbären (Nasua)
- Gattung Bergnasenbären (Nasuella)
- Unterfamilie Ailurinae
- Gattung Kleine Pandas (Ailurus)
Die Katzenfrette werden manchmal auch der Unterfamilie Potosinae zugerechnet.
Der Kleine Panda wurde früher zur inzwischen aufgelösten Familie der Katzenbären gerechnet.
Kategorie:Raubtiere
Ursus (Bären)
Die Gattung Ursus ist ein Taxon in der Familie der Bären. Folgende Arten gehören zu dieser Gattung:
- Braunbär (Ursus arctos), mit Unterarten Grizzlybär, Kodiakbär
- Amerikanischer Schwarzbär (Ursus americanus)
- Asiatischer Schwarzbär (Kragenbär) (Ursus thibetanus)
- Eisbär (Polarbär) (Ursus maritimus)
Kategorie:Raubtiere
Grizzlybär
Der Grizzly (Ursus arctos horribilis) ist eine Braunbären-Unterart. Er ist kräftiger und schwerer als europäische Braunbären und gilt als aggressiver.
Er stammt von einer eurasischen, über die Landbrücke nach Nordamerika eingewanderten Braunbärenart ab. Dort siedelte er sich südlich bis nach Mexiko an, wurde teilweise jedoch wieder von Siedlern verdrängt.
Heute bewohnt er die Rocky Mountains in den USA und Kanada.
"Grizzly" stammt aus dem Englischen und bedeutet "gräulich".
Der Grizzly hat ein Raubtiergebiss.
Auf dem Speiseplan stehen (Groß-)Wild, Fische (Lachs) und Muscheln aber auch Beeren, Gras, Wurzeln und Knollen.
Was tun, wenn man einem Grizzlybär begegnet?
- Nicht wegrennen, der Bär wäre ohnehin schneller.
- Keine hastigen Bewegungen.
- Den Bär nicht provozieren, ihm nicht in die Augen schauen.
- Ganz langsam rückwärts gehen.
Wenn der Bär angreift, nicht schreien oder schlagen. Die besten Chancen in diesem Fall hat man,
wenn man sich tot stellt und in Embryonalhaltung zusammenkauert und mit den Händen den Nacken
abdeckt.
Auf einen Baum zu klettern, ist ebenfalls wenig sinnvoll. Grizzlybären langen bis zu 3 m hoch und können Beute sogar aus dem Baum herausschütteln, manche klettern auch.
Kategorie:Raubtiere
Kodiakbär
Der Kodiakbär (Ursus arctos middendorffi) ist die mit Abstand größte Unterart der Braunbären. Er lebt nur auf der Kodiak-Insel vor der Küste Alaskas und sein Überleben in freier Wildbahn ist deshalb auch schon gefährdet.
Der Kodiakbär gilt als das größte Landraubtier der Erde. Er kann eine Länge von bis zu 3 Metern erreichen und ein Gewicht von 750 kg, was umso erstaunlicher ist, als er bei der Geburt meist weniger als 1 kg auf die Waage bringt.
Der Kodiakbär frisst meist Gras und Wurzeln. Im Frühjahr allerdings, wenn die Laichzeit der Lachse angebrochen ist und in Alaska riesige Lachsschwärme flussaufwärts ziehen, versammeln sich Scharen von Kodiaks, die sonst Einzelgänger sind an den grossen Strömen und ernähren sich von dem reichhaltigen Fischangebot.
Der Kodiakbär hält keinen Winterschlaf.
Weblinks
- [http://www.tierlexikon.ch/12027_kodiakbaer.html Kodiakbär auf Tierlexikon.ch]
Kategorie:Raubtiere
Amerikanischer Schwarzbär
Der Amerikanische Schwarzbär (Ursus americanus) ist in Nordamerika der häufigste Bär. Dort wird er meistens einfach nur als "black bear" bezeichnet, oder auch als "Baribal". Im Gegensatz zum eher gefürchteten Grizzlybären gilt der Schwarzbär als ungefährlicher.
Merkmale
Mit einer Länge von 1,6 m und einem Gewicht von etwa 130 kg ist der Schwarzbär deutlich kleiner und leichter als der Grizzly. Seine Farbe ist allerdings kein kennzeichnendes Merkmal. Es gibt neben wirklich schwarzen Bären silbergraue und rötlichbraune Varianten, und manche Baribals haben eine mit Grizzlys nahezu identische Fellfarbe. An der kanadischen Westküste gibt es sogar weiße Schwarzbären (keine Albinos).
Lebensraum
Der Baribal ist vom Norden Kanadas über die gesamten USA bis Zentral-Mexiko verbreitet. Durch die Bejagung der Grizzlybären, die dem Baribal überlegene Nahrungskonkurrenten waren, konnte die Art einen Vorteil erringen und ist in zahlreiche Regionen nachgerückt, in denen der Grizzly ausgerottet wurde.
Schwarzbären sind normalerweise Waldbewohner. Sie bevorzugen Wälder mit einem sehr dichten Unterwuchs. Allerdings gibt es in manchen Regionen des Verbreitungsgebiets auch Populationen, die in völlig waldlosen Gegenden leben.
In amerikanischen Nationalparks sind Schwarzbären teilweise zu einem Problem geworden. Ihr ausgeprägter Geruchssinn auf der Suche nach Nahrung führt sie an die Zelte und Autos der Besucher, die sie dann in falsch verstandener Tierliebe füttern. Dies hat dazu geführt, dass manche Baribals eine regelrechte Abhängigkeit von solchen Fütterungen entwickelt haben. Die Schwarzbären sind dabei gelegentlich so zudringlich geworden, dass es schon zu Unfällen gekommen ist.
Lebensweise
Wie auch der Braunbär ist der Schwarzbär ein Allesfresser. Allerdings ernährt er sich zu einem deutlich höheren Anteil von Pflanzen. Er frisst Gräser, Kräuter und Früchte. Als aktiver Jäger betätigt er sich nie. Wenn er tierische Nahrung zu sich nimmt, dann ist es meistens entweder Aas oder sehr leicht erlangbare, wie zum Beispiel Ameisen in einem Ameisenhaufen. Eine Maus wird er nur fressen, wenn er sie durch günstige Umstände erlangen kann.
Die Tragzeit des Weibchens dauert etwa 220 Tage. Ein Wurf umfasst zwei bis drei, selten bis zu fünf Junge. Die neugeborenen Jungen wiegen nur etwa 300 g und sind nackt und blind. Im Verhältnis zur Körpergröße der Elterntiere sind sie die kleinsten Jungen unter allen Höheren Säugetieren. Im Alter von eineinhalb Jahren verlassen die Jungen die Mutter. Theoretisch haben Schwarzbären eine Lebenserwartung von 30 Jahren, doch vor allem menschliche Jäger sorgen dafür, dass sie selten älter als zehn Jahre werden.
Unterarten
Derzeit sind folgende Unterarten mit dem angegebenen Vorkommensgebiet anerkannt:
- U. a. altifrontalis: Von der Pazifikküste Britisch Columbias bis nach Nordkalifornien, im Inland von der Nordgrenze Britisch Kolumbiens bis nach Idaho.
- U. a. amblyceps: Colorado, New Mexico, West-Texas and die östliche Hälfte Arizonas bis in den Norden Mexicos; Südost Utah
- U. a. americanus: Von Ost-Montana bis an die Atlantikküste; von Alaska südlich und östlich durch Kanada, bis zum Atlantik und nach Texas.
- U. a. californiensis: Das Central Valley Kaliforniens, nach Norden bis nach Süd-Oregon
- U. a. carlottae: Auf den Queen Charlotte Islands und in Alaska
- U. a. cinnamomum: Idaho, West-Montana, Wyoming, Ost-Washington und Oregon, Nordost-Utah
- U. a. emmonsii: Südost-Alaska
- U. a. eremicus: Nordost Mexico
- U. a. floridanus: Florida, Süd-Georgia, Alabama
- U. a. hamiltoni: Neufundland
- U. a. kermodei: Zentrale Küstenregion Britisch Kolumbiens (oft weißes Fell, kein Albino).
- U. a. luteolus: Ost- Texas, Louisiana, Süd-Mississippi
- U. a. machetes: Nord-Mittel-Mexico
- U. a. perniger: Kenaihalbinsel (Alaska)
- U. a. pugnax: Alexander Archipel (Alaska)
- U. a. vancouveri: Vancouver Island, Britisch Kolumbien
Weblinks
Kategorie:Raubtiere
simple:American Black Bear
zh-min-nan:Bí-chiu o·-hîm
Eisbär
Der Eisbär (lat. Ursus maritimus, auch Polarbär genannt) ist eine Art der Bären. Manchmal wird er als Thalartos maritimus oder Thalassarctos maritimus in einer eigenen Gattung geführt, er ist aber eng mit dem Braunbären verwandt. Der Eisbär ist das größte lebende Landraubtier der Erde.
Merkmale
Der Eisbär wird bis zu 3,00 Meter lang und 1,50 Meter hoch (Schulterhöhe), das Männchen kommt bis auf 650 kg Gewicht. Weibchen sind generell etwas kleiner und leichter.
Das Fell des Eisbären ist, unabhängig von der Jahreszeit, immer gelblich weiß. Die Haare sind hohl, dies ist eine besonders gute Wärmeisolierung. Die Haare wirken wie Glasfaserstäbe und leiten die Sonnenstrahlen auf die schwarze Haut des Eisbären. So ausgestattet, verfügt der Eisbär über eine optimale Anpassung.
Er kann nicht nur hervorragend und weit schwimmen, auch auf dem Festland kann er kurzfristig Geschwindigkeiten bis zu 40 km/h entwickeln; ansonsten bewegt er sich mit etwa 5,5 km/h fort. Eisbären erreichen ein Lebensalter von dreißig Jahren.
Lebensraum
Der Eisbär lebt rund um den Nordpol im ganzen Polarraum (Arktis), auf dem Packeis, Eisschollen und auf den Inseln und Küsten. Südlich der Treibeisgrenze sind Eisbären so gut wie nie anzutreffen. Das südlichste Gebiet, das Eisbären ganzjährig bewohnen, ist die kanadische James Bay, die auf der gleichen geographischen Breite liegt wie Berlin.
Ernährung
James Bay]
Der Eisbär stellt in der Arktis die Spitze der Nahrungskette dar. Er ernährt sich überwiegend von den Robben im Eismeer, seltener von Vögeln und kleinen Säugetieren. In Mangelzeiten geht er auch an Aas und frisst Wal- und Robbenkadaver.
Eisbären sind auch dem Kannibalismus nicht abgeneigt. Ein junger Eisbär läuft Gefahr, von einem älteren getötet und gefressen zu werden. Aus diesem Grunde gehen Muttertiere mit ihren Jungen anderen Eisbären aus dem Weg.
Eine beliebte Jagdtechnik des Eisbären ist das Ausharren an einem Eisloch. Nimmt er unter dem Eis Robbenwitterung auf, ohne dass ein Eisloch vorhanden ist, springt er auf die Eisdecke, um mittels seines Körpergewichts das Eis zu brechen. Er wartet dann darauf, dass eine Robbe zum Luftholen an die Oberfläche kommt, die dann blitzschnell erlegt wird. Durch sein helles Fell ist er perfekt an die Umgebung angepasst und gut getarnt. Aus Sicht des Beutetiers unter dem Wasserspiegel kann er daher nur schwer wahrgenommen werden. Um den einzigen Hinweis auf seine Anwesenheit, die schwarze Schnauze, zu verbergen, lernt er früh, sie mit seiner hellen Pranke zu verdecken, um den Jagderfolg zu maximieren.
Gut genährte Eisbären fressen von einem frisch erlegten Beutetier nur die Haut und den Speck und lassen den Rest liegen. Schwächere Bären oder Polarfüchse finden den Kadaver und fressen den Rest. Manche Polarfüchse haben sich regelrecht darauf spezialisiert, Eisbären zu folgen und deren Nahrungsreste zu konsumieren.
Vermehrung
Polarfüchse
Die Paarung findet im Frühjahr (etwa April) statt, wobei die Entwicklung des Eis bis Oktober ruht, damit, falls das Weibchen im Sommer nicht genug Nahrung gefunden hat, das Ei vom Körper resorbiert werden kann und somit der Nachwuchs ausbleibt. Die ein bis drei Jungen (in seltenen Fällen auch vier) werden im Folgejahr im Januar in einer tiefen Schneehöhle geboren.Der Eingang bei dieser Höhle liegt dabei höher als der Lagerplatz, damit die Warmluft nicht entweichen kann. Sie wiegen bei der Geburt nur etwa 600 g, in nur zwei Monaten haben sie 10 kg bis 15 kg und ein dichtes weißes Fell, so dass sie im März oder April zum erstenmal die Geburtshöhle verlassen können.
Bestand
Nachdem die Anzahl des Eisbären wegen intensiver Bejagung dramatisch gesunken war, so dass die Art Anfang der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts kurz vor dem Aussterben stand, beschlossen die Staaten der Arktis 1967 auf Druck von Wissenschaftlern einen Vertrag zum Schutz dieser Tiere. Nur noch den Inuit (Eskimos) ist es erlaubt, eine bestimmte Anzahl pro Jahr zu jagen. So haben sich die Bestände auf etwa 25 000 bis 40 000 Tiere erhöht. Heute werden größere Gefahren durch ein wärmeres Klima und das damit zusammenhängende Abschmelzen des Lebensraumes des Eisbären befürchtet.
Weblinks
- [http://www.svalbard-images.com/spitsbergen/polar-bears-e.php Eisbären Fotos in Spitzbergen] (in englisch)
Kategorie:Raubtiere
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ms:Beruang Polar
simple:Polar bear
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Lippenbär
Der Lippenbär (Melursus ursinus) sieht äußerlich einem Kragenbären ähnlich, ist aber mit diesem nicht nahe verwandt. Tatsächlich hat dieser Bär einige Merkmale, die ihn von allen anderen Bären unterscheiden und seine Platzierung in einer eigenen Gattung rechtfertigen.
Merkmale
Der Lippenbär hat ein schwarzes Fell und auf der Brust eine weiße Zeichnung in der Form eines Hufeisens. Er erreicht eine Länge von 170 cm, eine Schulterhöhe von 80 cm, und ein Gewicht von etwas über 100 kg. Die Eigenschaften, die ihn so besonders machen, sind an seinen Lippen und seinen Krallen festzustellen.
Die Unterlippe ist verlängert und kann ausgefahren werden. Ebenfalls verlängert ist die schmale Zunge, die weit herausgestreckt werden kann. Dies ist eine Anpassung an die Ernährungsgewohnheiten.
Die Krallen des Lippenbären sind außerordentlich lang und sichelförmig. Sie erinnern an die Krallen eines Faultiers und haben diesem Bären im Englischen den Namen Sloth Bear ("Faultierbär") gegeben.
Lebensraum
Lippenbären bewohnen die Regenwälder Indiens und Sri Lankas.
Lebensweise
Spezialisiert sind Lippenbären auf Insektennahrung. Ihre lange Zunge hilft ihnen beim Auflecken von Ameisen oder Termiten. Mit den Krallen kann er die Wand eines Termitenhügels aufreißen. Anschließend saugt er die Insekten heraus; durch ein kräftiges Einziehen der Luft werden die Termiten aus dem Inneren ihres Baus gesogen und werden zur leichten Beute des Bären.
Daneben frisst ein Lippenbär auch Obst, Blüten und Honig. Um ihrer habhaft zu werden, steigt er auch in die Bäume hinauf.
Taxonomie
Bisher wurde der Lippenbär meistens in einer eigenen Gattung Melursus eingeordnet. In manchen neueren Klassifikationssystemen wird die Familie der Bären hingegen nur noch in die Gattungen Ailuropoda (Großer Panda), Tremarctos (Brillenbär) und Ursus ("Echte" Bären) unterteilt. Der Lippenbär wird dabei in die Gattung Ursus eingeordnet. Er trägt deshalb dort die Bezeichnung Ursus ursinus.
Weblinks
- [http://www.tierlexikon.ch/490_lippenbaer.html Lippenbär auf Tierlexikon.ch]
Kategorie:Raubtiere
Brillenbär
Der Brillenbär oder Andenbär (Tremarctos ornatus) ist der einzige überlebende Nachfahre der eiszeitlichen Kurzschnauzenbären (Tremarctinae). Er ist im ansonsten bärenlosen Südamerika verbreitet, wo er das mit Abstand größte Raubtier ist.
Merkmale
Das Fell des Brillenbären ist schwarz. Gelblichweiße Binden ziehen sich von der Stirn zu den Wangen und von dort weiter zur Kehle. Außerdem zieht sich ein weißer Streifen von der Stirn über die Nasenwurzel. Dadurch sind die Augen von weißen Zeichnungen umrandet, die einer Brille ähneln. Ein männlicher Brillenbär ist zwischen 130 und 210 cm lang, hat eine Schulterhöhe von 70-90 cm und ein Gewicht von 130 kg, sie können aber bis 200 kg schwer werden. Weibchen sind erheblich kleiner und kommen nur auf 65 kg. Zwar sind auch bei anderen Bären Männchen größer als Weibchen, aber nicht in diesem Ausmaß.
Lebensraum
Der Brillenbär ist ein Bewohner des Hochgebirges. Er lebt in den Anden in Panama, Venezuela, Kolumbien, Peru, Ecuador, Bolivien und Argentinien. Seine bevorzugten Höhen liegen zwischen 1500 und 2000 m, wo Wälder noch relativ dicht sind.
Lebensweise
Die Hauptnahrung des Brillenbären ist pflanzlich. Um Früchte und Nüsse zu erlangen, klettert er auch auf Bäume. Daneben fressen sie auch Nagetiere, Insekten und Vögel, doch insgesamt machen Tiere nur 4% der gesamten Nahrung aus.
Menschen und Brillenbären
Weil er einen Ruf als "Viehkiller" hat, wurde über Jahrzehnte Jagd auf Brillenbären gemacht. Tatsächlich kommt es vereinzelt vor, dass ein Brillenbär ein Schaf reißt, doch dies ist eine seltene Ausnahme. Die extreme Verfolgung führte dazu, dass es heute nur noch etwa 2000 Brillenbären gibt. Durch Inzucht hat bereits die Lebenserwartung zu sinken begonnen.
Bilder
Image:Brillenbär (Tremarctos ornatus)3.jpg
Image:Brillenbär (Tremarctos ornatus)2.jpg
Image:Brillenbär (Tremarctos ornatus).jpg
Kategorie:Raubtiere
Großer Panda
Der Große Panda (Ailuropoda melanoleuca), oft auch einfach als Pandabär bezeichnet, ist je nach Auffassung eine Art der Katzenbären oder der "echten" Bären. Als Symbol des WWF und manchmal auch des Artenschutzes allgemein hat er trotz seines sehr beschränkten Verbreitungsgebiets weltweite Bekanntheit erlangt. In älterer deutscher Literatur wird der Große Panda auch "Bambusbär" oder "Prankenbär" genannt; diese Begriffe sind aber heute kaum noch verbreitet.
Merkmale
Ein Großer Panda ist völlig unverwechselbar. Er hat eine Kopfrumpflänge von etwa 1,5 m und einen kleinen, etwa 15 cm langen Schwanz. Ein erwachsenes Tier kann ca. 100kg schwer sein. Sein dichtes Fell ist kennzeichnend schwarz und weiß gemustert: Die Grundfarbe ist weiß, Vorder- und Hinterbeine sind schwarz. Das Schwarz der Vorderbeine zieht sich weiter über die Schultern und bildet einen Gürtel, der den Vorderkörper umschließt. Schwarz sind außerdem die Ohren, die Nase und die Umgebung der Augen.
Taxonomie
Molekulargenetische Untersuchungen der jüngsten Forschung zur korrekten taxonomischen Einordnung dieser Art belegen nun, dass sich die Vorfahren des Großen Panda vor ca. 15 Mio. Jahren von der Entwicklungslinie der Bären entfernte, während sich die Entwicklungslinien der Bären (Ursidae) und Kleinbären (Procyonidae) bereits vor ca. 30 bis 35 Mio. Jahren trennten. Damit ist der Große Panda nunmehr eindeutig in die Familie der Bären einzuordnen, und zwar als einziger bekannter lebender Vertreter der Unterfamilie Ailuropodinae.
Die damit verworfene, von der älteren Forschung vertretene Einordnung des Großen Panda in die damals so genannte Familie der Katzenbären beruhte hingegen vor allem darauf, dass sowohl Großer als auch Kleiner Panda (Ailurus fulgens) herbivor leben. Ihre zahlreichen gemeinsamen Merkmale, die ebenfalls zu dieser Einordnung führten, wie z.B. Mahlzähne, massiver Schädel, Pseudodaumen sind aber allein auf eine konvergente Evolution der beiden Arten zurückzuführen, die durch die ähnliche Ernährungsweise bedingt ist.
Lebensraum
Das Verbreitungsgebiet des Großen Panda ist nur 5900 km2 groß. Es umfasst eine gebirgige Gegend auf den Territorien der chinesischen Provinzen Sichuan, Gansu und Shanxi.
Habitat des Panda sind subtropische Berghänge mit dichter Bewaldung. Hier lebt er in Höhen zwischen 1500 und 4000 m.
Der Große Panda ist eine bedrohte Spezies, da er sich nur selten und langsam fortpflanzt, in Gefangenschaft wie in der Wildnis. Es werden nur etwa 1.600 Exemplare in freier Natur vermutet.
Lebensweise
Der Große Panda ernährt sich ausschließlich von Bambus. Er bevorzugt dabei die Bambusschößlinge und frisst seltener ältere Halme. Da Bambus jedoch sehr nährstoffarm und schwer verdaulich ist, muss der Große Panda große Mengen davon zu sich zu nehmen, um seinen Tagesbedarf an Nahrung zu decken: 10 bis 20 kg Bambus frisst er täglich.
Weil der Große Panda außerdem von fleischfressenden Vorfahren abstammt, ist die Verdauung nicht optimal auf den Verzehr von Bambus eingestellt. In den Bambusdickichten legt der Panda tunnelförmige Wechsel an, die seine Futterplätze mit Schlafplätzen verbinden.
Pandas sind Bodenbewohner, die allerdings gut klettern und schwimmen können. Sie sind nachtaktiv und schlafen bei Tage in Astgabeln oder Höhlen. Sie sind Einzelgänger, die sich nur kurzzeitig zur Paarung zusammenfinden.
Die Lebenserwartung eines Pandas in freier Wildbahn beträgt etwa 25 Jahre.
Fortpflanzung
Die Geschlechtsreife von Pandas tritt mit fünf bis sieben Jahren ein. Die Pandababys kommen nackt und nur ca. 100 Gramm schwer zur Welt. Fast jede zweite Schwangerschaft von Pandamüttern führt zur Geburt von Zwillingen. Weil der Volumenunterschied zwischen Mutter und Neugeborenem etwa das Tausendfache beträgt, geschieht es auch, dass Junge von der Mutter zerquetscht werden, wenn sie nicht genügend aufpasst. Zudem braucht ein Pandababy so viel Zuneigung, dass sich im Falle von Zwillingen die Mutter schon bald nach der Geburt für ein Baby entscheidet und das andere aufgibt. Nach welchen Kriterien das geschieht, ist noch unerforscht.
Mensch und Panda
Bambus
Schon 1939 wurde der Panda in China unter Schutz gestellt. Bis dahin hatten vor allem europäische Jäger die Bestände für Hobbyjagden und Zoos dezimiert. Noch im Pleistozän hatte der Große Panda eine viel größere Verbreitung, die sich auch über Myanmar und Tibet erstreckte - allerdings ist es wohl nicht die Schuld des Menschen, sondern die mangelnde Anpassungsfähigkeit des in seiner Ernährungsweise sehr eingeschränkten Pandas, die zum Zusammenschrumpfen des Verbreitungsgebiets führte.
Der Große Panda wird im CITES-Abkommen in Anhang I geführt und von der IUCN als "gefährdet" eingestuft.
Pandabären können seit 1980 (nach Geschenk des chinesischen Regierungschefs Hua Guofeng an Bundeskanzler Helmut Schmidt) im Berliner Zoo und seit 14.März 2003 im Tiergarten Schönbrunn/Wien besichtigt werden.
Weblinks
- [http://www.natur-lexikon.com/Texte/MZ/001/00039-pandabaer/MZ00039-pandabaer.html Pandabär] im Natur-Lexikon
Kategorie:Raubtiere
ja:ジャイアントパンダ
ko:자이언트판다
ms:Panda Gergasi
Kurznasenbär
Der Kurznasenbär (Arctodus simus) oder auch Riesen-Kurzschnauzenbär war ein für heutige Begriffe riesenhafter Vertreter der Bärenfamilie, der zum Ende des Pleistozäns, bzw. vor 44.000 bis zu 20.000 Jahren, während einer Übergangsperiode vor dem erneuten und letzten Vorstoß der Eisfelder auf dem nordamerikanischen Kontinent am Rande der arktischen Tundra im Gebiet des heutigen Alaskas und Kanadas am Yukon lebte, um später mit Ausnahme der heutigen südwestlichen USA auch das gesamte Grasland zu beherrschen.
Anatomie
Er war vermutlich eines der größten, wenn nicht gar das riesigste Raubsäugetier, das während der Eiszeit auf der Erde gelebt hat. Allerdings scheinen einige frühe fleischfressende Riesensäugetiere wie Andrewsarchus, Sarkastodon und Megistotherium noch größer gewesen zu sein.
Ein männliches Exemplar konnte nach Schätzungen bis zu 1000 kg wiegen und war damit etwa dreimal so schwer wie ein Grizzly. Die Schulterhöhe betrug nach den Skelettfunden rund 1,5 m oder sogar mehr und aufgerichtet erreichte er eine Größe von 3,40 m.
Zur Gattung der Bären gehörend wies seine Anatomie neben der besonders kurzen Schnauze, der er seinen Namen verdankte, weitere Besonderheiten auf. Für einen Bären unverhältnismäßig lange Gliedmaße weisen daraufhin, dass er als Läufer weitaus schneller und ausdauernder gewesen muss als selbst heutige Bären, die auf kurze Entfernungen durchaus die Geschwindigkeit eines galoppierenden Pferdes erreichen. Eine besonders abfallenden Rückenlinie und und zwei markante Schulterhöcker erinnern an den Körperbau einer Hyäne, wobei seine Fortbewegungs- und Ernährungsart als Aasfresser durchaus ähnlich gewesen sein kann. Allerdings sollte man bedenken dass etwa die heutigen Tüpfelhyänen sehr aktive und sehr erfolgreiche Raubtiere sind, und ausschließlich von Aas lebende Raubtiere nicht vorkommen. Selbst die recht jagdschwachen Schabrackenhyänen, die zu einem recht hohen Teil von Aas leben, jagen gelegentlich kleinere bis mittelgroße Tiere und ergänzen ihre Nahrung zusätzlich mit allerlei Kleingetier, Insekten, Eiern und sogar pflanzlicher Nahrung.
Lebensweise
Mit seinem übergroßen Riechorgan hätte er einen Kadaver eines Großsäugers der damaligen Eiszeit, wie etwa dem Wollhaarmammut schon aus großer Entfernung gewittert, um ihn dann mit seinen kräftigen Kiefern aufzubrechen, die Knochen zu zermalmen und das proteinhaltige Knochenmark zu bevorzugen. Wie in heutigen afrikanischen und asiatischen Ökosystemen werden Kadaver von so großen Tieren mit langer Lebenserwartung und geringer Reproduktionsrate nur äußerst selten den Speiseplan des Arctodus bereichert haben.
Als Jagd- und Nahrungskonkurrent war er wahrscheinlich ein bedrohlicher Gegner für die ersten Menschen der Prä-Clovis oder Clovis-Kultur, die in jene Breiten kamen. Mit dem Aussterben der anderen Großsäugetiere zum Ende der Eiszeit fand sich auch für ihn keine adäquate Nahrung mehr und ging somit etwa 11.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung dem gleichen Ausgang entgegen. Höchstwahrscheinlich wird auch der Riesenkurznasenbär ein opportunistisches Raubtier gewesen sein, das normalerweise auf Jagd ging, wobei ihm seine langen Beine und die die auf schnelles Laufen ausgerichteten Füße gute Dienste geleistet haben werden. Wahrscheinlich zählten große Pflanzenfresser wie Pferde, Bisons, Kamele und verschiedene Hirscharten zu seiner bevorzugten Beute. Auch unter den heutigen Grizzlybären gibt es immer wieder welche, die relativ oft größere Beute jagen. Der langbeinige auf Fleisch spezialisierte Kurzschnauzenbär wird mit Sicherheit auch ein recht guter Jäger gewesen sein, der auch fähig war sehr große und wehrhafte Beutetiere zu überwältigen. Andererseits wird er wie praktisch jedes andere Raubtier jede Gelegenheit genutzt haben, um von frischen Kadavern zu fressen und kleineren Räubern die Beute abzujagen. Ihn darum als reinen Aasfresser abzustempeln ist allerdings wie auch jede andere Vermutung rein spekulativ.
Verwandtschaft
Der nächste heute noch lebende Verwandte ist der Brillenbär in Südamerika. Aus Florida kennt man eine verwandte Form, Tremarctos floridanus, die sich ähnlich dem europäischen Höhlenbären anscheinend vor allem auf pflanzlich Kost spezialisiert hatte, und etwas größer als der rezente Brillenbär war. Das Aussterben des Kurznasenbäres begünstigte im Übrigen ihre kleineren und schwächeren Verwandten, die Braunbären, die sich nun weiter ausbreiten konnten, da diese zum einen weniger Konkurrenz hatten, und zum anderen möglicherweise von den großen aggressiven Kurzschnauzenbären auch gejagt und gefressen wurden.
Krypotzoologie
In Kamtschatka glauben die einheimischen Jäger der Korjaken an das Existieren eines riesenhaften Bären, den sie Irkulyen (= heiliger Bär) nennen, und der nach Spekulationen der Zoologen Paul Ward und Stan Bergman eventuelle ähnliche Ausmaße wie Arctodus simus haben könnte. Allerdings sind gerade aus diesem Gebiet die größten eurasischen Braunbären bekannt, die in ihrer Größe fast an die nordamerikanischen Kodiak-Bären herankommen, zudem kennt man keinerlei Funde von Kurzschnauzenbären außerhalb Amerikas, weshalb es sich hier eher um einige übergroße Exemplare des Braunbären handeln dürfte.
Literatur
- Tankersly, Kenneth: In Search of the Ice Age Americans, Gibbs Smith 2002
- White, Adam: Wildes Amerika. Zeugen der Eiszeit, Egmont vgs, ISBN 3-8025-1558-7
Weblinks
- [http://endy.uark.edu/index_81_ENG_HTML.html Forschungsbericht über Ausgrabungen der University of Arkansas]
- [http://www.vistaverde.de/news/Wissenschaft/0203/25_baeren.htm Vistaverde: Braunbär vs. Arctodus simus]
- [http://www.n24.ch/dokus/natur/?a2003022716313439332 N24 - Die Jagd auf den Irkulyen]
Kategorie:Raubtiere
Kategorie:Ausgestorbenes Säugetier
Großer Panda
Der Große Panda (Ailuropoda melanoleuca), oft auch einfach als Pandabär bezeichnet, ist je nach Auffassung eine Art der Katzenbären oder der "echten" Bären. Als Symbol des WWF und manchmal auch des Artenschutzes allgemein hat er trotz seines sehr beschränkten Verbreitungsgebiets weltweite Bekanntheit erlangt. In älterer deutscher Literatur wird der Große Panda auch "Bambusbär" oder "Prankenbär" genannt; diese Begriffe sind aber heute kaum noch verbreitet.
Merkmale
Ein Großer Panda ist völlig unverwechselbar. Er hat eine Kopfrumpflänge von etwa 1,5 m und einen kleinen, etwa 15 cm langen Schwanz. Ein erwachsenes Tier kann ca. 100kg schwer sein. Sein dichtes Fell ist kennzeichnend schwarz und weiß gemustert: Die Grundfarbe ist weiß, Vorder- und Hinterbeine sind schwarz. Das Schwarz der Vorderbeine zieht sich weiter über die Schultern und bildet einen Gürtel, der den Vorderkörper umschließt. Schwarz sind außerdem die Ohren, die Nase und die Umgebung der Augen.
Taxonomie
Molekulargenetische Untersuchungen der jüngsten Forschung zur korrekten taxonomischen Einordnung dieser Art belegen nun, dass sich die Vorfahren des Großen Panda vor ca. 15 Mio. Jahren von der Entwicklungslinie der Bären entfernte, während sich die Entwicklungslinien der Bären (Ursidae) und Kleinbären (Procyonidae) bereits vor ca. 30 bis 35 Mio. Jahren trennten. Damit ist der Große Panda nunmehr eindeutig in die Familie der Bären einzuordnen, und zwar als einziger bekannter lebender Vertreter der Unterfamilie Ailuropodinae.
Die damit verworfene, von der älteren Forschung vertretene Einordnung des Großen Panda in die damals so genannte Familie der Katzenbären beruhte hingegen vor allem darauf, dass sowohl Großer als auch Kleiner Panda (Ailurus fulgens) herbivor leben. Ihre zahlreichen gemeinsamen Merkmale, die ebenfalls zu dieser Einordnung führten, wie z.B. Mahlzähne, massiver Schädel, Pseudodaumen sind aber allein auf eine konvergente Evolution der beiden Arten zurückzuführen, die durch die ähnliche Ernährungsweise bedingt ist.
Lebensraum
Das Verbreitungsgebiet des Großen Panda ist nur 5900 km2 groß. Es umfasst eine gebirgige Gegend auf den Territorien der chinesischen Provinzen Sichuan, Gansu und Shanxi.
Habitat des Panda sind subtropische Berghänge mit dichter Bewaldung. Hier lebt er in Höhen zwischen 1500 und 4000 m.
Der Große Panda ist eine bedrohte Spezies, da er sich nur selten und langsam fortpflanzt, in Gefangenschaft wie in der Wildnis. Es werden nur etwa 1.600 Exemplare in freier Natur vermutet.
Lebensweise
Der Große Panda ernährt sich ausschließlich von Bambus. Er bevorzugt dabei die Bambusschößlinge und frisst seltener ältere Halme. Da Bambus jedoch sehr nährstoffarm und schwer verdaulich ist, muss der Große Panda große Mengen davon zu sich zu nehmen, um seinen Tagesbedarf an Nahrung zu decken: 10 bis 20 kg Bambus frisst er täglich.
Weil der Große Panda außerdem von fleischfressenden Vorfahren abstammt, ist die Verdauung nicht optimal auf den Verzehr von Bambus eingestellt. In den Bambusdickichten legt der Panda tunnelförmige Wechsel an, die seine Futterplätze mit Schlafplätzen verbinden.
Pandas sind Bodenbewohner, die allerdings gut klettern und schwimmen können. Sie sind nachtaktiv und schlafen bei Tage in Astgabeln oder Höhlen. Sie sind Einzelgänger, die sich nur kurzzeitig zur Paarung zusammenfinden.
Die Lebenserwartung eines Pandas in freier Wildbahn beträgt etwa 25 Jahre.
Fortpflanzung
Die Geschlechtsreife von Pandas tritt mit fünf bis sieben Jahren ein. Die Pandababys kommen nackt und nur ca. 100 Gramm schwer zur Welt. Fast jede zweite Schwangerschaft von Pandamüttern führt zur Geburt von Zwillingen. Weil der Volumenunterschied zwischen Mutter und Neugeborenem etwa das Tausendfache beträgt, geschieht es auch, dass Junge von der Mutter zerquetscht werden, wenn sie nicht genügend aufpasst. Zudem braucht ein Pandababy so viel Zuneigung, dass sich im Falle von Zwillingen die Mutter schon bald nach der Geburt für ein Baby entscheidet und das andere aufgibt. Nach welchen Kriterien das geschieht, ist noch unerforscht.
Mensch und Panda
Bambus
Schon 1939 wurde der Panda in China unter Schutz gestellt. Bis dahin hatten vor allem europäische Jäger die Bestände für Hobbyjagden und Zoos dezimiert. Noch im Pleistozän hatte der Große Panda eine viel größere Verbreitung, die sich auch über Myanmar und Tibet erstreckte - allerdings ist es wohl nicht die Schuld des Menschen, sondern die mangelnde Anpassungsfähigkeit des in seiner Ernährungsweise sehr eingeschränkten Pandas, die zum Zusammenschrumpfen des Verbreitungsgebiets führte.
Der Große Panda wird im CITES-Abkommen in Anhang I geführt und von der IUCN als "gefährdet" eingestuft.
Pandabären können seit 1980 (nach Geschenk des chinesischen Regierungschefs Hua Guofeng an Bundeskanzler Helmut Schmidt) im Berliner Zoo und seit 14.März 2003 im Tiergarten Schönbrunn/Wien besichtigt werden.
Weblinks
- [http://www.natur-lexikon.com/Texte/MZ/001/00039-pandabaer/MZ00039-pandabaer.html Pandabär] im Natur-Lexikon
Kategorie:Raubtiere
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Kleiner Panda
Der Kleine Panda oder Katzenbär (Ailurus fulgens) ist im östlichen Teil des Himalaya sowie im Bergland von Yunnan beheimatet. Über seine Zuordnung war man lange uneinig. So wurde der Kleine Panda mit dem Großen Panda lange in einer Familie der Katzenbären vereint. Heute wird er den Kleinbären zugeordnet.
Merkmale
Ein Kleiner Panda ist etwa 1 m lang, davon entfallen 35 cm auf den Schwanz. Sein Fell ist weich und rotbraun, manchmal mit einem Stich ins Gelbliche. Das Gesicht hat eine weiße Zeichnung, die Nase ist schwarz. Der Kopf ist rundlich, die Ohren mittelgroß. Der Schwanz ist lang, buschig und geringelt. Seine rote Farbe verlieh diesem Tier im Englischen auch die Bezeichnung "Red Panda" (roter Panda).
Lebensweise
Kleinbären
Kleine Pandas bewohnen die Wälder zwischen 2000 und 4000 m Höhe. Hier sind Bambusschößlinge ihre Hauptnahrung, allerdings nicht so exklusiv wie beim Großen Panda. Nebenbei verzehren Kleine Pandas auch Obst, Beeren, Insekten und Mäuse. Auf der Nahrungssuche laufen sie nachts über den Boden und durch das Geäst und sind dabei sehr flink. Am Tage schläft der Panda in den Bäumen und legt dabei den Schwanz schützend vor das Gesicht.
Den Namen "Katzenbär" hat der Kleine Panda erhalten, weil er sich wie eine Katze wäscht, nämlich durch Ablecken des ganzen Körpers.
Fortpflanzung
Der Kleine Panda ist ein ungeselliges Tier, das sich nur zur Paarung mit einem Artgenossen zusammenfindet. Die Tragzeit dauert etwa 130 Tage. Anschließend werden ein bis vier Junge zur Welt gebracht. Sie bleiben neunzig Tage ans Nest gebunden und bleiben bis zur folgenden Paarungszeit beim Muttertier. Kleine Pandas werden im Alter von eineinhalb Jahren geschlechtsreif und werden etwa zehn, maximal vierzehn Jahre alt.
Mensch und Kleiner Panda
Bedrohung und Schutz
Großen Panda
Der Kleine Panda ist das Wappentier des indischen Bundesstaates Sikkim. In manchen Gegenden des südwestlichen Chinas wurde und wird er wegen seines Fells gejagt; aus dem Schwanz werden Pinsel und Staubwedel hergestellt. Dies und die Entwaldung haben ihn zu einer bedrohten Art gemacht. In allen Ländern seines Verbreitungsgebietes ist er geschützt, so dass die Jagd auf Kleine Pandas überall illegal ist. Die IUCN stuft den Kleinen Panda seit 1996 als bedroht ein.
Firefox
Im Rahmen des Erfolges des Webbrowsers Mozilla Firefox hat sich die Annahme verbreitet, der Kleine Panda werde in China als "Feuerfuchs" bezeichnet und sei damit Namenspate des Browsers. Im allgemeinen wird das Tier im Chinesischen jedoch 小熊貓 (xiǎo xìong māo, wörtlich: Kleiner Panda oder Kleiner Katzenbär) genannt. Das Wort 火狐 (hǔo hù, Feuerfuchs) kann den Kleinen Panda, aber auch den (auch in Europa heimischen) Rotfuchs bezeichnen.
Weblinks
- [http://www.natur-lexikon.com/Texte/sr/001/00003-panda/sr00003-panda.html natur-lexikon.com] - Artikel und Fotos von Dr. Stephan Roscher
Kategorie:Raubtiere
ja:レッサーパンダ
ko:레서판다
Großer Ameisenbär
Der Große Ameisenbär (Myrmecophaga tridactyla) ist ein Säugetier aus der Ordnung der Zahnarmen. Gemeinsam mit den Tamanduas und dem Zwergameisenbären bildet er die Familie der Ameisenbären (Myrmecophagidae).
Verbreitung
Große Ameisenbären sind in Mittel- und Südamerika beheimatet, ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Belize und Guatemala bis ins nördliche Argentinien.
Beschreibung
Der Große Ameisenbär ist der weitaus größte Vertreter seiner Familie. Er erreicht eine Kopfrumpflänge von 1 bis 1,2 m, der buschige Schwanz wird nochmals 65 bis 90 cm lang. Ihr Gewicht kann 18 bis 39 kg betragen.
Auffälligstes Kennzeichen ist die lange, dünne Schnauze, die eine stark verlängerte Zunge beherbergt. Augen und Ohren sind relativ klein. Die Grundfärbung ihres Fells ist graubraun, an Brust und Schultern haben sie eine schwarz-weiß Zeichnung. Die Vorderbeine sind weiß mit einem schwarzen Knöchelband, die Hinterbeine und der buschige Schwanz sind dunkler als der Körper. Die Vorderfüße haben fünf Zehen, von denen die drei mittleren stark verlängert und mit kräftigen Krallen versehen sind (daher das Artepithet tridactylus - dreizehig); die Hinterbeine haben fünf Zehen mit kurzen Krallen.
Lebensweise
Argentinien
Als einziges Mitglied seiner Familie sind Große Ameisenbären reine Bodenbewohner. Sie leben in Sümpfen, Wäldern und am öftesten in Savannen. Am Boden bewegen sie sich auf allen Vieren fort, wobei sie sich auf die Außenkanten der Füße stützen, um die Krallen nicht abzuwetzen. Normalerweise sind sie tagaktiv, in stark von Menschen bewohnten Gebieten können sie jedoch auch nachtaktiv sein. Zur Ruhe ziehen sie sich in Erdhöhlen oder in dichte Vegetation zurück, sie graben sich mit ihren Krallen keine Baue. Wenn sie angegriffen werden, suchen sie primär ihr Heil in der Flucht. Ist dies nicht möglich stützen sie sich auf die Hinterbeine und den kräftigen Schwanz und attackieren den Fressfeind mit den scharfen Krallen ihrer Vorderbeine. Zu ihren natürlichen Feinden zählen der Jaguar und der Puma.
Große Ameisenbären sind Einzelgänger, die ein Revier bis zu 9000 ha Größe beanspruchen. Außerhalb der Paarungszeit reagieren erwachsene Tiere aggressiv aufeinander oder gehen sich aus dem Weg.
Ernährung
Die Hauptnahrung des Großen Ameisenbären sind Ameisen und Termiten. Mit seinen starken Krallen bricht er die festen Termitenbauten auf und leckt deren Bewohner mit seiner langen Zunge auf. Er ist wegen seiner röhrenförmig ausgebildeten Schnauze kaum in der Lage, andere Nahrung aufzunehmen.
Sein dichtes Fell schützt ihn vor den Angriffen und der Säure seiner Beutetiere.
Fortpflanzung
Termitenbau
Nach rund 190-tägiger Tragzeit bringt das Weibchen ein einzelnes Jungtier zur Welt. Dieses wiegt rund 1,3 kg und klettert sofort auf den Rücken der Mutter, wo es außer zum Säugen die nächsten 6 bis 9 Monate verweilt, bis es halb so groß wie die Mutter ist. Mit rund 2 Jahren ist das Jungtier eigenständig, die Geschlechtsreife erreichen diese Tier mit drei bis vier Jahren. In menschlicher Obhut wurde ein Großer Ameisenbär 26 Jahre alt, ihre Lebenserwartung in freier Wildbahn ist nicht bekannt.
Bedrohung
Die IUCN listet den Großen Ameisenbären als gefährdet (Vulnerable). Gründe dafür sind einerseits die Verringerung des Lebensraumes, andererseits die Bejagung. In zunehmendem Ausmaß werden diese Tiere auch Opfer von Verkehrsunfällen.
Kategorie:Säugetiere
SeebärAls Seebär bezeichnet man:
# zwei verschiedene Gattungen der Ohrenrobben, siehe Nördlicher Seebär oder Südliche Seebären
# Umgangssprachlich einen erfahrenen Seefahrer
# Seebär ist eine Figur in dem Comic "Petzi"
Robben
Die Robben (Pinnipedia) sind eine Gruppe zum Wasserleben übergegangener Raubtiere (Carnivora). Der wissenschaftliche Name leitet sich aus dem Lateinischen von pinna, „Flosse“ und pes, „Fuß“ her, bedeutet also Flossenfüßer. Unter diesem Namen oder als Wasser-Raubtiere findet man sie manchmal auch in der Fachliteratur, am bekanntesten aber sind sie als Robben.
Anatomie
Robben sind mittelgroße bis große Säugetiere, die Längen zwischen 1,20 und 6 Metern erreichen können. Das Gewicht schwankt zwischen den Arten extrem und liegt zwischen 25 Kilogramm bei Weibchen der Antarktischen Seebären (Arctocephalus gazella) und mehr als 4 Tonnen bei männlichen Südlichen See-Elefanten (Mirounga leonina). Oft lässt sich ein auffälliger Geschlechtsdimorphismus feststellen: See-Elefanten-Männchen etwa wiegen oft bis zu viermal mehr als ihre Weibchen.
Der Robbenkörper hat eine torpedoförmige Gestalt: Der abgeflachte Kopf ist durch einen dicken Hals nur undeutlich vom Rest des Körpers abgesetzt, der Schwanz nur noch als Rudiment erhalten. Die Gliedmaßen sind zudem bis zum Ellbogen beziehungsweise Knie in den Körper eingebettet, so dass nur Unterarm und -schenkel freiliegen. Alle diese Eigenschaften setzen den Strömungswiderstand herab und dienen so der Anpassung an das Leben im Wasser.
Schädel und Gebiss
Im Robbenschädel überlappt das vordere Hinterhauptbein, der Supraokzipitalknochen mit dem Schläfenbein, dem Parietalknochen; die Augenhöhlen sind vergrößert, während das Rostrum, also die „Schnauze“ der Tiere, stark verkürzt ist. Statt des typischen Raubtiergebisses haben die meisten Robben ein gleichförmigeres Fischfressergebiss. Es existieren meist ein bis zwei Paar untere Schneidezähne, kegelförmige, meist wenig betonte Eckzähne und zwölf bis vierundzwanzig einfache, homodonte, also gleichartig aufgebaute Backenzähne. Letztere besitzen zwei Wurzeln und sind zugespitzt; sie sind somit weniger zum Kauen als zum Festhalten der Beute geeignet. Reißzähne wie bei den anderen Raubtieren kommen bei Robben nicht vor. Allerdings gibt es innerhalb der Robben zahlreiche Abweichungen, vor allem bei jenen Arten, die andere Ernährungsweisen pflegen: Bei Walrossen sind die Eckzähne etwa als Stoßzähne ausgebildet, während bei Krabbenfressern die Zähne kompliziert gebaute Höcker besitzen, die bei geschlossenem Kiefer ein engmaschiges Sieb bilden, mit denen die Tiere ihre Nahrung, Krill, erbeuten.
Wirbelsäule und Gliedmaßen
Je nach Familie sind unterschiedliche Teile der Wirbelsäule verstärkt, dies hängt mit der unterschiedlichen Fortbewegung der Tiere zusammen. Bei Ohrenrobben, bei denen die Vorderflossen im Mittelpunkt stehen, sind die Hals- und Brustwirbel deutlich verstärkt, während bei Hundsrobben, die sich mithilfe ihrer Hinterflossen fortbewegen stattdessen die Lendenwirbel vergrößert sind. Zusätzlich sind bei ihnen die Gelenkfortsätze der Wirbel stark reduziert, so dass diese nicht so starr miteinander verbunden sind wie bei anderen Säugetieren. Durch diese Flexibilität kommt die große Wendigkeit des Robbenkörpers zustande. Diese wirkt sich durch das fehlende Schlüsselbein (Clavicula) und den kleinen, parallel zur Wirbelsäule ausgerichteten Beckengürtel auch auf die Bewegungsfreiheit der Gliedmaßen aus.
Wirbelsäule
Alle vier Beine wurden im Laufe der Evolution zu Flossen umgewandelt, die Hinterextremitäten wurden dabei ans äußerste Körperende verlagert. Oberarmknochen (Humerus), Elle (Ulna) und Speiche (Radius) sind im Vergleich zu anderen Raubtieren kürzer, aber kräftiger ausgeprägt, auch der Oberschenkelknochen (Femur) ist flach und breit, so dass eine effektive Kraftübertragung im Wasser ermöglicht wird. Bei näherem Hinsehen kann man erkennen, dass jede der Flossen in fünf langen, abgeflachten Zehen endet, die durch Schwimmhäute miteinander verbunden sind; oft sind die erste und die fünfte Zehe verlängert. Eine weitere Spezialisierung der Flossen wurde vermutlich nur durch die fortbestehende Notwendigkeit, sich an Land fortbewegen zu müssen, verhindert.
Fell und Fettschicht
Geboren werden Robben meistens mit einem dichten Fell, das beim Älterwerden verschwindet und durch ein kurzes Haarkleid ersetzt wird. Nur die Seebären behalten auch als Alttiere ein auffälliges Pelzkleid, das sich aus einem dichten Unterfell und darüber vorstehenden steifen Grannenhaaren besteht; Walrosse sind dagegen praktisch haarlos. Das Fell wird zusammen mit der obersten Hautschicht bei Ohrenrobben über einen längeren Zeitraum hinweg ersetzt, der bis zu einem Monat betragen kann, während Hundsrobben diesen Häutungsprozess meist verhältnismäßig abrupt innerhalb weniger Tage vollziehen.
Zum Schutz vor Auskühlung befindet sich unterhalb der Haut eine bei manchen Arten bis zu zehn Zentimeter dicke Fettschicht, die daneben als Nährstoffspeicher und Auftriebshilfe fungiert. Sie ist bei Hundsrobben und Walrossen besonders ausgeprägt. Allerdings schützt sie nicht die durch eine besonders große Zahl von Blutgefäßen versorgten Flossen.
Innere Organe
Der Robbenmagen ist ein einfacher länglicher Schlauch und darauf eingerichtet, als Ganzes verschluckte Beute aufzunehmen. Sehr aufwendig und lang ist dagegen der Dünndarm, der bei Männchen der Südlichen See-Elefanten (Mirounga leonina) eine Länge von über 200 Metern erreichen kann; alle anderen Darmabschnitte sind dagegen verhältnismäßig kurz.
Nicht mehr äußerlich sichtbar, weil weitgehend ins Körperinnere verlagert, sind die Hoden der Männchen; eine Ausnahme stellen lediglich die Walrosse dar, bei denen die Geschlechtsorgane besonders in der Paarungszeit gut zu erkennen sind. Auch die Zitzen der Weibchen liegen nicht mehr auf der Oberfläche: Da Jungtiere die Zitzen so nicht mehr mit dem Maul umfassen können, muss das Muttertier die Milch bei Bedarf aktiv ins Maul seines Jungen spritzen.
Sinnesorgane
Die Sinnesorgane der Robben müssen sowohl unter Wasser, als auch an Land funktionieren und sind daher einander widerstrebenden Anforderungen ausgesetzt.
Augen
Die Augen sind verhältnismäßig groß und ermöglichen eine gute Unterwassersicht. An die oft geringe Lichtintensität unter Wasser sind sie durch eine stark vergrößerte Anzahl an Stäbchen in der Netzhaut angepasst, die im Gegensatz zu den Zapfen zwar keine Farbsicht ermöglichen, dafür aber wesentlich lichtempfindlicher sind. Das Empfindlichkeitsspektrum variiert mit dem Lebensraum: Das Maximum liegt bei tieftauchenden Arten wie zum Beispiel See-Elefanten (Mirounga) im blauen Bereich, ist aber etwa bei Seehunden (Phoca vitulina), die sich vornehmlich in Küstengewässern aufhalten, in Richtung Grün verschoben. Farbsicht ist bei Robben durch die eingeschränkte Zapfenanzahl nur in eingeschränktem Ausmaß möglich. Eine weitere Anpassung an die geringen Lichtverhältnisse ist das Tapetum lucidum, eine hinter der Netzhaut gelegene reflektierende Schicht, die Licht, dass die Netzhaut durchquert hat, zurückwirft: So besteht die Möglichkeit, Licht, das beim ersten Passieren nicht wahrgenommen wurde, beim zweiten Mal zu registrieren.
Das Leben im Wasser bedingt nicht nur eine oft geringe Lichtintensität, sondern auch eine andere Lichtbrechung: So hat die Hornhaut nahezu den gleichen Brechungsindex wie Wasser und fällt daher unter Wasser als Bestandteil des Abbildungsapparats aus. Als Ausgleich ist bei Robben die Augenlinse nahezu kugelförmig ausgebildet und besitzt daher eine wesentlich höhere Brechkraft. Weil in Luft Linse und Hornhaut lichtbrechend wirken, sind Robben dafür allerdings an Land, wo der Sehsinn eine geringere Bedeutung hat, stark kurzsichtig. Dafür sind sie in der Lage, die hohen Lichtintensitäten, die etwa von sonnenbeschienenen Eisflächen ausgehen, zu tolerieren, in dem sie die Pupille zu einem engen senkrechten Schlitz verengen. Die Hornhaut bildet den äußeren Abschluss des Auges. Sie wird beständig mit Tränenflüssigkeit benetzt, um Fremdkörper abzuwaschen und den direkten Augenkontakt mit Salzwasser zu verhindern. Anders als ihre nahen Verwandten besitzen Robben jedoch keine Tränenkanäle.
Obwohl der Sehsinn auch für Robben eine große Bedeutung einnimmt, ist er nicht unersetzlich: Bei Seelöwen und Seebären, deren Männchen oft blutige Revierkämpfe durchführen, kommt es nicht selten zum Verlust des Augenlichts; die Tiere sind durch ihre Blindheit aber anscheinend wenig eingeschränkt und kommen relativ problemlos zurecht.
Gehör
Äußerlich sind die Ohren der Robben verkümmert oder nicht mehr existent; falls vorhanden werden sie beim Tauchen verschlossen. Dennoch besitzen Robben ein exzellentes Gehör. Das Innenohr steht bei ihnen nur mit je einem einzigen Schädelknochen in Verbindung, wodurch die unterschiedslose Übertragung von Schallwellen durch den ganzen Schädel unterbunden wird; erst dadurch wird auch unter Wasser Richtungshören möglich. Die Auskleidung des Hörkanals und des Mittelohrs erlaubt beim Tauchen die Anpassung des Innendrucks.
Der wahrgenommene Frequenzbereich unterscheidet sich je nach Medium: Im Wasser können Robben wesentlich höhere Töne wahrnehmen als der Mensch; dafür ist das Gehör an Land bei etwa gleichem Wahrnehmungsspektrum weniger empfindlich.
Weil manche Robben hochfrequente Klicklaute von sich geben, wird vermutet, dass die Tiere ein Echo-Orientierungssystem besitzen, das dem der Wale ähnelt. Laborbefunde stützen diese Ansicht, Feldstudien liegen zu dieser Art der Kommunikation allerdings noch nicht vor.
Geruch und Tastsinn
Der Geruchssinn ist wie bei den meisten Landraubtieren sehr gut entwickelt; da die schlitzartigen Nasenöffnungen unter Wasser geschlossen sind, funktioniert er aber nur an Land. Er spielt insbesondere bei Begegnungen mit Artgenossen eine Rolle: So wird die Mutter-Kind-Beziehung oft durch den Geruchssinn aufrechterhalten; bei vielen Ohrenrobben dient er den Männchen dazu, die Empfängnisbereitschaft der Weibchen zu ermitteln.
Für die Orientierung im Wasser ist ein weiterer Sinn bedeutsam: der hoch entwickelte Tastsinn der in horizontalen Längsreihen auf der „Schnauze“ angeordneten Barthaare (Vibrissae). Jedes dieser Haare entspringt in einer reich mit Nervenendigungen und Blutgefäßen versorgten Bindegewebekapsel. Vibrissae können Druck- und Strömungsänderungen erspüren und dienen den Tieren vermutlich auch zum Abschätzen ihrer Geschwindigkeit. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass die Tasthaare besonders empfindlich gegenüber niederfrequenten Schwingungen sind, die von der Bewegung von Beutetieren herrühren. Tatsächlich können Robben, die ihre Tasthaare verloren haben, selbständig keine Fische mehr fangen und müssen daher verhungern. Schließlich werden Vibrissae zur Kommunikation etwa bei Rangordnungskonflikten eingesetzt - aufgestellte Tasthaare signalisieren häufig die Bereitschaft zur Aggression.
Thermoregulation
Wie alle Säugetiere sind Robben homöotherm, das heißt, ihr Körper weist eine nahezu konstante Innentemperatur auf. Um eine Auskühlung im Wasser und zugleich eine Überhitzung an Land zu vermeiden, haben die Tiere zahlreiche Anpassungen entwickelt.
Bereits die Körpergröße, die jene der landlebenden Raubtiere meist um ein Vielfaches übertrifft, verringert durch das wesentlich günstigere Verhältnis von wärmeproduzierendem Körpervolumen zu wärmeabgebender Körperoberfläche eine Auskühlung und kann als Adaptation an das Medium Wasser gewertet werden. Die bereits erwähnte Fettschicht direkt unter der Haut ist wegen ihrer geringeren Wärmeleitfähigkeit zudem ein guter, von der Wassertiefe unabhängiger Isolator. Daneben tritt bei den Seebären das wasserdichte Fell, das vor allem durch darin gelöste Luftbläschen wärmerückhaltend wirkt. Die isolierende Luftschicht wird allerdings durch den mit der Wassertiefe zunehmenden Druck komprimiert und verliert daher bei tiefen Tauchgängen ihre Wirksamkeit.
Robben sind auch in der Lage, den Blutfluss in ihre Gliedmaßen zu regulieren. So können sie die Energieabgabe über die Flossen unter kalten Bedingungen so minimieren, dass die Temperatur knapp oberhalb der Gefriertemperatur bleibt. Spezielle Querverbindungen zwischen arteriellen und venösen Gefäßen, die arteriovenösen Anastomosen (AVA) erlauben umgekehrt in warmer Umgebung einen verstärkten Blutfluss in oberflächennahen Hautschichten. Bei Seebären sind sie nur in den Flossen vorhanden und der Wärmeverlust über diese Gliedmaßen ist somit die einzige Abkühlungsmöglichkeit. An Land schlagen die Tiere daher oft zusätzlich mit den Flossen, um den Energieaustausch mit der Umgebung durch den erzeugten Luftstrom zu maximieren. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Flossen mit Urin zu benetzen, um dem Körper so durch die Verdunstungswärme Energie zu entziehen.
Sowohl Hundsrobben als auch Walrosse besitzen dagegen über die ganze Körperoberfläche hinweg arteriovenöse Anastomosen, so dass sie die Blutzirkulation und damit die Wärmeabgabe oder -aufnahme gezielt regulieren können. Auf diese Weise sind die Tiere in der Lage, sich selbst bei niedrigen Lufttemperaturen durch die bei der Absorption von Sonnenstrahlung freiwerdende Energie aufzuwärmen. Bei sonnenbadenden Walrossen lässt sich dieser Effekt wegen der fehlenden Behaarung anhand der rosaroten Hautfärbung besonders deutlich erkennen.
Daneben greifen manche Robben auch auf verhaltensbasierte Thermoregulation zurück: Bei drohender Überhitzung begeben sich etwa Mönchsrobben (Monachus) zurück ins Wasser. Dazu zählt auch die Tatsache, dass die energieintensive Häutung, die mit vermindertem Auskühlungsschutz verbunden ist, meist an Land stattfindet, wobei sich oft zahlreiche Tiere hautnah aneinanderlegen, um die Wärmeabgabe an die Umgebung zu vermindern.
Fortbewegung im Wasser und an Land
Im Wasser spielen Robben die Vorteile ihres Körperbaus aus. Der Vortrieb wird dabei bei den Ohrenrobben von den Vorder- und bei Walrossen und Hundsrobben von den Hinterflossen erzeugt. Obwohl Robben zum Luftholen an die Oberfläche kommen müssen, können sie eine beträchtliche Zeit unter Wasser bleiben. Beim Tauchen kollabieren dazu die Lungen, die darin enthaltene Luft wird durch Mund oder Nase ausgestoßen. Auf diese Weise befindet sich beim Tauchen kaum freies Gas im Robbenkörper und kann daher auch nicht wie bei menschlichen Tauchern beim Auftauchen zur Bildung von Blasen im Blut führen. Der gesamte Sauerstoff liegt in gebundener Form vor; die Zahl der roten Blutkörperchen ist bei Robben ebenso erhöht wie deren Gehalt an dem Atemprotein Hämoglobin, so dass größere Mengen dieses Atemgases gespeichert werden können. Daneben verlangsamt sich der Stoffwechsel beim Tauchen erheblich; so kann sich die Herzaktivität von normalen hundert Schlägen je Minute auf bis zu vier Schläge verringern; gleichzeitig wird die Blutversorgung nicht unmittelbar lebensnotwendiger Organe eingeschränkt und die Körpertemperatur herabgesetzt, so dass der Sauerstoffverbrauch verringert wird. Das Muskelgewebe der Tiere ist zudem gegenüber Landsäugetieren deutlich mit dem sauerstoffspeichernden Protein Myoglobin angereichert und toleriert außerdem große Mengen an Kohlenstoffdioxid (CO2).
Manche Robben wie See-Elefanten können durch diese Anpassungen bis zu zwei Stunden am Stück unter Wasser bleiben, ohne auftauchen zu müssen und dabei Tiefen von bis zu 1.500 Metern erreichen. Die meisten Arten erreichen allerdings nicht solche Rekordwerte und sind zudem insbesondere nach längeren Tauchgängen auf vergleichbar lange Erholungszeiten angewiesen. See-Elefanten bilden auch hier eine Ausnahme: Sie benötigen zwischen Unterwasserzeiten von jeweils bis zu einer halben Stunde oft nur wenige Minuten zum Auffrischen ihrer Sauerstoffreserven - dies hängt in erster Linie mit dem größeren Körpervolumen und der dadurch größeren Speicherkapazität für Sauerstoff zusammen.
An Land wirken Robben dagegen eher unbeholfen. Hier bestehen Unterschiede zwischen den Ohrenrobben und Hundsrobben. Während erstere kräftige Hinterextremitäten behalten haben, mit denen sie den Körper stützen und auch Aktivitäten wie Körperpflege durchführen können, sind die Hinterbeine der Hundsrobben an Land weitgehend nutzlos, so dass sie auf dem Bauch „robben“ und sich vorwärts ziehen müssen.
Verbreitung und Lebensraum
Kohlenstoffdioxid
Nahezu alle Robben bewohnen das Meer. Da sie zu vielen Tätigkeiten immer wieder an Land kommen müssen, entfernen sie sich aber nicht allzu weit von der Küste und sind daher nicht auf hoher See anzutreffen. Eine kleine Zahl von Robben findet man auch im Süßwasser, die Baikalrobbe ist die einzige Robbenart, die ausschließlich dort zu finden ist. Der gemeine Seehund, für gewöhnlich ein Meerestier, lebt in Kanada an Seeufern, zwei Unterarten der Ringelrobbe findet man im russischen Ladogasee und im finnischen Saimaa-See.
Der Großteil der Robben lebt in polaren und subpolaren Breiten. Die Meere der Arktis und Antarktis haben einen bemerkenswerten Arten- und Formenreichtum. Hier bilden viele Robben große Kolonien an den Küsten unbewohnter Inseln. Hingegen nimmt die Artenzahl zu den gemäßigten Meeren hin schnell ab, und in den Tropen gibt es fast keine Robben. Auch hier gibt es allerdings Ausnahmen, zum Beispiel die Mönchsrobben und den Galápagos-Seebär. Großregionen, in denen es überhaupt keine Robben gibt, sind die Küsten des tropischen Afrikas, die asiatischen Küsten des Indischen Ozeans und die Inselwelt des westlichen Pazifik. Kennzeichnend für fast alle Verbreitungsgebiete ist, dass die Wassertemperatur ganzjährig unterhalb von 20 °C bleibt; die Mönchsrobben bilden die einzige Ausnahme von dieser Regel.
An den Küsten von Nord- und Ostsee gibt es nur drei Robbenarten: den Seehund, die Kegelrobbe und die Ringelrobbe. Der Seehund ist in der Nordsee allgegenwärtig, in der Ostsee aber eine extreme Rarität; Kegelrobben-Kolonien findet man auf deutschem Boden auf dem Jungnamensand westlich von Amrum sowie auf Helgoland, außerhalb der Jungenaufzucht an allen Nordseeküsten sowie selten an vorpommerschen Ostseeküsten; die Ringelrobbe lebt im Finnischen und Bottnischen Meerbusen der Ostsee und gelangt nicht an deutsche Küsten.
Lebensweise
Im Gegensatz zu Walen und Seekühen, die vollkommen zum Wasserleben übergegangen sind, führen Robben eine amphibische Lebensweise. Die Paarung und die Jungenaufzucht findet an Land statt. Obwohl Robben auch an der Wasseroberfläche schlafen können, kommen sie oft zum Ruhen an die Küste.
Seekühe
Ernährung
Alle Robben sind Fleischfresser. Die überwältigende Mehrzahl der Arten ernährt sich dabei von Fischen. Einige haben aber besondere Lebensweisen entwickelt: So bildet Krill die Nahrungsgrundlage des Krabbenfressers, das Walross sucht den Meeresgrund nach Schnecken und Muscheln ab, Tintenfische bilden einen Teil der Nahrung von See-Elefanten, während der Seeleopard Jagd auf Pinguine und kleinere Robben macht. Kleine Beutetiere werden meist bereits unter Wasser als Ganzes verschluckt, während größere Nahrung an die Wasseroberfläche gebracht wird, wo gegebenenfalls einzelne Stücke abgebissen werden. Besonders Jungtiere sind auf ein reichhaltiges Nahrungsangebot angewiesen, da sie aufgrund ihrer geringeren Körpergröße ein ungünstiges Verhältnis von Körperoberfläche zu -volumen haben und daher stärkere Wärmeverluste ausgleichen müssen. Gesunde ausgewachsene Tiere sind dagegen nicht zuletzt durch ihre unter der Haut gelegene Fettschicht in der Lage, auch längere Fastenzeiten zu überstehen.
Gastrolithen sind aus den Mägen von verschiedenen Robben- und Seelöwenarten bekannt. Die Funktion der Magensteine ist noch weitgehend unklar, plausibel sind sowohl die Zerkleinerung der Nahrung im Magen als auch die Verringerung des Auftriebs im Wasser.
Sozialstruktur
Die meisten Robben leben gesellig. Einzelgängerische Arten wie die Ross-Robbe sind die Ausnahme. Vor allem zur Jungenaufzucht finden sich Robben zu Kolonien zusammen, die in der Größe von einigen Individuen (Kegelrobbe) bis zu mehreren Millionen Tieren (Südliche Seebären) reichen können. Allerdings sind sehr große Kolonien infolge der massenhaften Abschlachtungen voriger Jahrhunderte selten geworden.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzungszeit liegt typischerweise im Frühling oder Frühsommer. Bei den meisten Arten etablieren die Männchen Territorien, von denen sie Konkurrenten fernzuhalten versuchen. Bei den dabei auftretenden Rivalenkämpfen haben schwächere Männchen unweigerlich das Nachsehen, so dass ein dominantes Männchen meist mehrere Partnerinnen für sich reklamieren kann.
Die meist vom Vorjahr schwangeren Weibchen treffen manchmal um Wochen später als die Männchen in der Kolonie ein. Sie suchen sich dort die besten Plätze für die Aufzucht ihres Nachwuchses aus, die in der Regel von den durchsetzungsstärksten Männchen besetzt sind; dort bringen sie ihr Junges zur Welt. Hundsrobben säugen es je nach Art für einige Tage oder mehrere Wochen und paaren sich dann nach der Entwöhnung mit dem Besitzer des Territoriums. Die Beziehung zwischen Mutter und Jungtier ist zu diesem Zeitpunkt praktisch beendet. Bei Ohrenrobben bleibt der Kontakt dagegen über die Paarung der Mutter hinaus bestehen, die meist etwa eine Woche nach der Geburt ihres Nachwuchs stattfindet. Dieser wird erst nach etwa vier bis sechs Monaten selbstständig, kann aber gelegentlich sogar noch nach der Geburt des nächsten Jungen mit Muttermilch versorgt werden.
Nach der Befruchtung entwickelt sich der Embryo nur bis zum Blastula-Stadium, einer noch undifferenzierten Hohlkugel aus Zellen. Erst nach einer Periode der Keimruhe nistet sich die Blastula in der mütterlichen Gebärmutterwand ein und bildet eine Plazenta aus. Nur durch dieses System können Robbenweibchen Geburt und erneute Befruchtung in denselben Zeitabschnitt verlegen.
Die Tragzeit beträgt bei Robben je nach Art acht bis fünfzehn Monate. Alle Arten bringen in der Regel ein Junges zur Welt, das entweder mit dem Kopf oder mit dem Schwanz voraus geboren wird. Zwillingsgeburten kommen vor, sind aber sehr selten; die Milch der Mutter reicht denn auch fast nie zur Aufzucht beider Tiere. Neugeborene besitzen ein spezielles flaumiges Geburtsfell, dass Lanugo genannt wird und sich oft noch von der Fellfarbe der erwachsenen Tiere unterscheidet. Einige Hundsrobben-Arten wechseln es allerdings bereits in der mütterlichen Gebärmutter, während die meisten Ohrenrobben erst mit zwei bis drei Monaten ihr Jungenkleid ablegen. Alle Jungtiere haben noch keine ausreichende Fettschicht, um Auftrieb und Wasserabweisung zu gewährleisten. Obwohl sie theoretisch von Anfang an schwimmen könnten, gehen sie daher erst im Alter von einigen Wochen erstmals ins Wasser. Da die Jungtiere am Anfang ihres Lebens weitgehend schutzlos sind, geht das Wachstum sehr schnell vonstatten.
Fressfeinde und Lebenserwartung
Zu den Feinden der Robben gehören vor allem Haie und Schwertwale. Letztere haben sich in Patagonien so auf die Robbenjagd spezialisiert, dass sie sich sogar auf den Strand werfen, um die fliehenden Robben zu erbeuten. In der Arktis tritt der Eisbär als wichtiger Feind der Robben in Erscheinung, in der Antarktis der Seeleopard, der selbst eine Robbe ist, die sich auf die Jagd nach ihren Verwandten spezialisiert hat.
Die meisten Arten haben eine Lebenserwartung von etwa dreißig Jahren. Das Walross wird oft älter als vierzig, viele Ohrenrobben nicht älter als zwanzig Jahre. Bei den herdenlebenden Robben sterben die Männchen oft sehr viel früher als die Weibchen, weil sie sich bei den Revierkämpfen verausgaben oder schwere Verletzungen zuziehen. Auch die kleineren Robbenarten haben theoretisch eine hohe Lebenserwartung - die Seehunde zum Beispiel über 30 Jahre - die sie aber wegen natürlicher Feinde und menschlicher Einflüsse selten ausschöpfen können.
Stammesgeschichte
Moderne Arten
Traditionell wurden Robben entweder als eine eigenständige Ordnung angesehen, oder sie wurden als Unterordnung der Wasserraubtiere den Landraubtieren gegenübergestellt. Zumindest letztere Variante ist heute unüblich. Die Robben haben sich aus Landraubtieren entwickelt, genauer gesagt aus Hundeartigen; sie sind daher auch innerhalb der Hundeartigen anzusiedeln.
Aufgrund morphologischer Untersuchungen gingen manche Zoologen noch in den 1990ern davon aus, dass die Robben zwei verschiedene Entwicklungslinien darstellen. Vielmehr meinte man, dass die Ohrenrobben von bärenähnlichen Ahnen und die Hundsrobben von otterartigen Vorfahren abstammten. Demnach hätten sich die beiden Robbengruppen unabhängig voneinander entwickelt. Dieser Hypothese folgend wären Robben polyphyletisch, also ein reines Formtaxon, das keine Berechtigung als systematische Gruppe der Säugetiere hätte.
Formtaxon
In molekulargenetischen Analysen wurde allerdings seit den 1990ern diese Hypothese zurückgedrängt. Olaf R. P. Bininda-Emonds und A.P. Russell führten 1996 starke Belege für eine Monophylie der Robben an; spätere Studien haben ihre Ergebnisse bestätigt.
Seit dem 19. Jahrhundert wird eine Verwandtschaft der Robben mit den Bären und ihren Verwandten für wahrscheinlich gehalten. Allerdings ist die genaue Position der Robben im zoologischen System noch unklar, so dass auch die Schwestergruppe der Robben noch nicht zweifelsfrei bekannt ist.
Bei Malcolm C. McKenna und Susan K. Bell tauchen die Robben als Schwestergruppe der Bären auf, und dies innerhalb eines übergeordneten Taxons Ursida:
Ursida
|-- Amphicyonidae
`-- N.N.
|-- Ursoidea
`-- Phocoidea
Die Amphicyonidae sind eine ausgestorbene Gruppe, die vom Eozän bis zum Miozän lebte; die Ursoidea umfassen die Bären und die ebenfalls ausgestorbenen Hemicyonidae (Eozän bis Pliozän); und Phocoidea ist der von Malcolm C. McKenna und Susan K. Bell synonym für Pinnipedia verwendete Begriff. Die hier gezeigte Hypothese ist am weitesten verbreitet, doch gibt es auch widersprechende Ansichten, in denen beispielsweise die Marder oder der Kleine Panda als Schwestergruppen der Robben angesehen werden.
Fossile Vertreter
Aus dem späten Oligozän vor etwa 27 bis 25 Millionen Jahren ist erstmals ein Taxon robbenartiger Tiere fossil erhalten, dessen Angehörige als Enaliarctidae bezeichnet werden. Diese lange Zeit rätselhafte Gruppe wurde in jüngerer Zeit durch Funde vollständiger Skelette besser bekannt. Die Tiere der Gattungen Enaliarctos und Pacificotaria waren bereits robbenähnlich, hatten aber noch zum Laufen an Land geeignete Vorder- und Hinterbeine. Ob die Enaliarctidae oder die ebenfalls ausgestorbenen Tiere der Gattung Pteronarctos bereits echte Robben waren, ist eine Frage der Definition. A. Berta und A. R. Wyss verneinten dies 1994 und fassten Robben und Enaliarctidae zu einem höheren Taxon Pinnipedimorpha zusammen:
Pinnipedimorpha
|--†Enaliarctidae
| |--†Enaliarctos
| |--†Pacificotaria
|
|-- N. N.
|--†Pteronarctos
|-- Robben (Pinnipedia)
Der biogeografische Ursprung der Robben lag sehr wahrscheinlich im Nordpazifik, vermutlich an der Westküste des nordamerikanischen Kontinents. Hierher stammen vermutlich auch die modernen Taxa der Ohren- wie Hundsrobben, die erstmals im Miozän auftraten. Durch Fossile ist dies allerdings nur für die Ohrenrobben und Walrosse belegt, deren früheste Arten allesamt aus nordpazifischen Fundstätten stammen; die ersten Hundsrobben-Fossile sind dagegen erst aus ehemals atlantischen Gewässern vor der Ostküste der USA bekannt.
Systematik
Miozän
Die heute lebenden 33 Robbenarten werden traditionell in drei Familien eingeteilt:
- Hundsrobben (Phocidae) besitzen keine äußerlich sichtbaren Ohren; ihre Beinflossen sind nach hinten ausgerichtet, so dass sie bei der Fortbewegung an Land nicht zum Einsatz kommen können. Im Wasser liefern sie im Wechselschlag dagegen den Vortrieb der Tiere. Neben der vermutlich ausgestorbenen Karibischen Mönchsrobbe existieren noch 18 Arten. Die Hundsrobben umfassen eine Vielzahl kleinerer Robben wie etwa Seehunde oder Kegelrobben, aber auch die riesigen See-Elefanten.
- Ohrenrobben (Otariidae) haben kleine äußerliche Ohren und können ihre Beinflossen nach vorne unter den Körper drehen, um sich so besser an Land bewegen zu können. Bei ihnen sind im Wasser die Vorderflossen die Hauptquelle des Vortriebs. Die vierzehn Arten der Gruppe sind vor allem große koloniebildende Robben wie Seelöwen oder Seebären.
- Walrosse (Odobenidae), heute nur noch durch eine Art vertreten, zeichnen sich in erster Linie durch die auffälligen Stoßzähne, die stark vergrößerten Eckzähne des Oberkiefers, aus. Sie können ihre Hinterflossen, die eher jenen der Hundsrobben ähneln, wie Ohrenrobben unter den Körper stellen.
Die Ohrenrobben werden wegen ihrer sichtbaren äußeren Ohren gelegentlich als die „primitivere“ Gruppe angesehen, doch ihre fossilen Belege sind ebenso alt wie die der Hundsrobben.
Ohrenrobben und Walrosse werden meistens als eng verwandte Kladen angesehen, obwohl die Walrosse in zahlreichen Merkmalen zwischen beiden Gruppen vermitteln. Malcolm C. McKenna und Susan K. Bell haben in Widerspruch zu dieser weit verbreiteten Ansicht die Walrosse als Unterfamilie der Hundsrobben eingestuft. Dies ist jedoch eine Minderheitensicht, denn die meisten Zoologen sehen starke Belege für ein gemeinsames Taxon von Ohrenrobben und Walrossen, manchmal Otarioidea genannt:
Robben (Pinnipedia)
|--Hundsrobben (Phocidae)
|--Otarioidea
|--Ohrenrobben (Otariidae)
|--Walrosse (Odobenidae)
Siehe auch: Systematik der Robben
Menschen und Robben
Frühe Referenzen
Die Beziehung zwischen Menschen und Robben ist stark von der Region abhängig, in der sich eine menschliche Kultur befand. Sie begann sehr wahrscheinlich schon in der Altsteinzeit, aus der Gravuren in Robbenknochen und -zähnen bekannt sind. Aus dem Leben der Inuit waren Robben kaum wegzudenken, bildeten sie doch nicht nur eine bedeutende Nahrungsquelle, sondern lieferten auch Haut für Leder, Fell für Pelze, Knochen zur Werkzeugherstellung, Sehnen für Bogen und Fett für wärme- und lichtspendende Öllampen. Auch andere Völker pflegten enge Beziehungen zu Robben. So erlegten die Maori der Südinsel Neuseelands und die Aborigines australischer Südküsten Seebären und nutzten sie in ähnlich vielfältiger Weise. Seebären waren auch eine beliebte Beute der Ureinwohner des südamerikanischen Feuerland.
Dagegen hatten die antiken Reiche des Mittelmeerraums wenig Berührung mit Robben, da hier nur eine Art, die Mittelmeer-Mönchsrobbe, beheimatet ist, die wahrscheinlich schon im Altertum eine Seltenheit war. Aristoteles lieferte eine Beschreibung dieser Robbe, die somit der früheste in schriftlicher Überlieferung erhaltene Vertreter der Tiergruppe überhaupt ist. Dass an Küsten liegende Mönchsrobben die Vorlage für die Sirenen der griechischen Mythologie waren, ist denkbar, bewegt sich aber im Bereich der Spekulation.
Keine der angesprochenen Subsistenz-Jagden hatte vermutlich einen wesentlichen langfristigen Einfluss auf die Bestände der betroffenen Robbenpopulationen.
Robbenjagd
Subsistenz
Die große Zeit der Robbenjäger begann im späten 18. Jahrhundert, obwohl schon seit dem 16. Jahrhundert Schiffe einzig zum Zweck des Schlachtens von Robben ausgesandt wurden. Im gesamten 19. Jahrhundert waren im Nord- und Südpolarmeer Schiffe unterwegs, die an Inseln anlegten, um die dort in Kolonien lebenden Großrobben zu erschlagen. Besonders betroffen waren dabei die Seebären, deren Fell man als besonders wertvoll erachtete. Die Robbenjagden erreichten ein Ausmaß, das unter den Ausrottungen im Tierreich seinesgleichen sucht. So lagerten an den Juan-Fernandez-Inseln in jedem Sommer etwa fünfzehn Schiffe gleichzeitig, deren Besatzungen jährlich 250.000 an den Küsten lagernde Seebären erschlugen und somit eine der größten Tierkolonien der Welt binnen fünfzehn Jahren restlos vernichteten. Der Antarktische Seebär, der zu etlichen Millionen Tieren an den Küsten subantarktischer Inseln beheimatet war, wurde von kreuz und quer durch das Südpolarmeer fahrenden Robbenjägern zwischen 1800 und 1830 beinahe ausgerottet. Die Südshetlandinseln wurden beispielsweise erst 1819 entdeckt, doch schon zwei Jahre später waren die fünfhunderttausend hier lebenden Seebären bis auf das letzte Exemplar getötet. Dass bei diesen Ausrottungsexzessen nur eine Art, die Karibische Mönchsrobbe (Monachus tropicalis), ausgestorben ist, ist eine erstaunliche Tatsache. Allerdings sind fast alle Robben in ihrem Bestand stark zurückgegangen, und manche Arten, die früher gewaltige Kolonien bildeten, leben heute nur noch in winzigen Grüppchen an den Küsten.
Heute werden meistens andere Robbenarten getötet, denn die letzten verbliebenen Seebären stehen meistens unter Schutz. Es ist vor allem die Sattelrobbe, deren Jungtiere zur Gewinnung des Fells getötet werden. Die Tötungen werden alljährlich von Protesten von Tierschützern begleitet, die öffentlichkeitswirksam mit den Gesichtern von Robbenbabys werben. Die Befürworter rechtfertigen die Notwendigkeit zur Dezimierung der Robben unter anderem mit dem Argument, dass eine nicht kontrollierte Robbenpopulation die Fischbestände plündere; Meeresbiologen gehen allerdings davon aus, dass der Rückgang der Fischschwärme nicht den wenigen verbliebenen Robben, sondern stattdessen den Hochseeflotten der Industriestaaten geschuldet ist.
Zoos und Zirkusse
Auch in Zoos und Zirkussen stößt man auf Robben. Oft geraten im Zoo die Fütterungen der Robben zu Zuschauermagneten. Berühmt geworden ist das Walross Antje aus dem Tierpark Hagenbeck, das zum Logo des NDR wurde. In Zirkussen, Delfinarien und anderen Tiershows wird bevorzugt der Kalifornische Seelöwe gezeigt, der sich zu Kunststücken mit Bällen und Reifen dressieren lässt.
Viele Tierschützer zweifeln allerdings daran, dass sich Robben im Zoo artgerecht halten lassen - dies gilt vor allem für die häufig in Zoos gehaltenen Ohrenrobben, die in freier Wildbahn in großen Kolonien leben und bei denen Revierkämpfe zum Verhaltensrepertoire gehören. Insbesondere die Wasserbecken, in denen die Tiere gehalten werden, gelten als zu flach, um den Tieren annähernd natürliche Begebenheiten zu bieten; daneben ist das Wasser oft gechlort.
Militärische Nutzung
Relativ neu sind die Bemühungen der US-amerikanischen Marine, dressierte Seelöwen in die militärische Planung einzubeziehen. Die Tiere werden darauf trainiert, Seeminen aufzuspüren, vor feindlichen Tauchern zu warnen und in tiefem Wasser verloren gegangene Objekte wiederzubeschaffen.
Literatur
- Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN 0801857899
- Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben, Band 12 (Säugetiere 3), ISBN 3828916031
- Malcolm C. McKenna, Susan K. Bell: Classification of Mammals: Above the Species Level. Columbia University Press, 2000 ISBN 0231110138
- Rüdiger Wandrey: Die Wale und Robben der Welt. Franckh-Kosmos, 1997 ISBN 3440070476
- A. Berta & A.R. Wyss: Pinniped phylogeny. In: Contributions in marine mammal paleontology honoring Franck C. Whitmore, Jr., Proceedings of the San Diego Society of Natural History 1994, Bd. 29, S. 33-56
- Olaf R.P. Bininda-Emonds & A.P. Russell: A morphological perspective on the phylogenetic relationships of the extant phocid seals (Mammalia: Carnivora: Phocidae). In: Bonner zoologische Monographien 1996, Bd. 41, S. 1-256
Weblinks
- [http://www.ozeane.de/species/species_seals.htm Ozeane.de]
- [http://www.pinnipeds.org/ Seal Conservation Society]
- [http://kawa3104.hp.infoseek.co.jp/enaria-kutosu.html Rekonstruktion eines Enaliarctos]
Kategorie:Raubtiere
ja:アシカ亜目
Schmetterlinge
Die Schmetterlinge (Lepidoptera); auch Falter oder Schuppenflügler, bilden eine der artenreichsten Insekten-Ordnungen. Die wissenschaftliche Bezeichnung bedeutet Schuppenflügler (von griech. λεπις, Schuppe und πτερον, Flügel).
Mehr als 160.000 Arten sind bisher bekannt, in Mitteleuropa mehr als 4.000.
Etwa 700 neue Arten werden jährlich beschrieben. Dennoch sind sie in Erscheinungsbild und Lebensweise relativ einheitlich. Sie sind auf allen Kontinenten außer der Antarktis verbreitet. Als wechselwarme Tiere kommen sie jedoch in Regionen von bis zu 2000 Meter Höhe vor. Viele Arten sind gefährdet.
Ihr Name kommt im Deutschen von dem mittelalterlichen | | |