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Bäreninsel

Bäreninsel

Die zu Norwegen gehörende 178 km² große Bäreninsel (norwegisch: Bjørnøya) liegt bei 74°30' Nord und 19° Ost zwischen dem Nordkap und Spitzbergen. Zusammen mit der Inselgruppe Spitzbergen bildet sie das Territorium Svalbard. Sie wurde im Juni 1596 von Willem Barents entdeckt. Die Insel ist bergig (bis 536 m) mit maritim-polarem Klima (Jahresmittel 4,3°C) und Tundrenvegetation. Im Sommer 1898 reklamierte der Polarforscher Theodor Lerner die Bäreninsel für das Deutsche Reich, was zu Spannungen mit Russland führte. Die Bäreninsel war ehemals ein Zentrum der Wal- und Walrossjagd. Während des Zweiten Weltkriegs befand sich hier eine deutsche automatische Funkstation, die im September 1943 von der deutschen Marine dort abgesetzt wurde. Im Jahre 2003 bestand die Bevölkerung nur aus den Mitarbeitern einer norwegischen Wetterstation.

Weblinks:


- Das Wetter auf der Bäreninsel:[http://mobile.wunderground.com/auto/mobile_metric/global/stations/01028.html]
- Norwegische Seite mit Bildern: [http://home.no.net/hjdahle/] Kategorie:Insel (Arktis) Kategorie:Insel (Norwegen) Kategorie:Svalbard

Norwegische Sprache

Die norwegische Sprache (Eigenbezeichnung: norsk, sprich: [norsk] bzw. [noschk]) gehört zum nordgermanischen Zweig der indogermanischen Sprachen. Sie wird von etwa 5 Millionen Norwegern als Muttersprache gesprochen, von denen der größte Teil in Norwegen lebt, wo es Amtssprache ist. Norwegisch wurde in drei Formen standardisiert, wovon heute zwei offiziellen Status haben:
- Bokmål (Buchsprache)
- Nynorsk (Neunorwegisch)
- Riksmål (Reichssprache; ohne offiziellen Status). Bokmål/Riksmål, oft in fehlerhafter Vereinfachung Norsk („Norwegisch“) genannt, wird von rund 85-90 Prozent der Bevölkerung geschrieben und ist linguistisch gesehen keine ursprüngliche Einzelsprache, sondern ein teilweise norwegisiertes Dänisch und somit eine Tochtersprache desselben. Das Riksmål ist eine nicht-offizielle Variante, die dem moderaten Bokmål ähnlich ist. Es ist der dänisch-norwegischen literarischen Tradition verpflichtet und daher zum Teil weniger „norwegisiert“. Nynorsk hingegen hat einige Gemeinsamkeiten mit den westskandinavischen Sprachen Färöisch und Isländisch. Beide Varianten haben im Weiteren jeweils Elemente, die sie mit dem Schwedischen teilen. Norweger, Dänen und Schweden verstehen sich gegenseitig relativ gut, wobei Norweger beide Völker sprachlich besser verstehen als diese sich untereinander. Auch haben Norweger die besseren Voraussetzungen, sich mit Färingern und Isländern zu unterhalten.

Geschichte

In Norwegen gab es immer eine Vielzahl verschiedener Dialekte. Wegen der komplizierten Topographie mit vielen Gebirgen und Tälern und schlechten Verkehrswegen über Land konnten sich die Dialekte sehr unterschiedlich voneinander entwickeln, auch wenn die Abstände zwischen zwei Orten oft nur relativ gering waren. Aus diesem Grunde, aber auch wegen der dänischen Vorherrschaft mit Dänisch als Amtssprache über Jahrhunderte hinweg, konnte sich nie eine einheitliche Aussprache etablieren, die dem Standarddeutschen vergleichbar wäre. Das macht heutzutage in Norwegen die Verständigung nicht unbedingt einfacher, gibt dem Norwegisch Lernenden aber auch eine gewisse Freiheit im Erlernen der korrekten Aussprache, da das norwegische Ohr gewisse Schwankungsbreiten gewöhnt ist. Was die norwegische Schriftsprache betrifft, so muss von zwei norwegischen Sprachen gesprochen werden. Der Ursprung der norwegischen Sprache liegt im Altnordischen, das dem Isländischen sehr ähnlich ist. In der Hansezeit war Niederdeutsch (Plattdeutsch) die Verkehrssprache des Nordens. Viele niederdeutsche Wörter wurden als Fremdwörter und Lehnwörter integriert. Von 1380 bis 1814 war Norwegen mit Dänemark vereinigt und wurde von Kopenhagen aus regiert. Durch diese Periode, die als Personalunion begann, wurde Norwegen immer schwächer und 1450 das Norwegische offiziell durch Dänisch ersetzt. Die auf dem Lande gesprochenen Dialekte wurden aber weiterhin gesprochen. Nach der Trennung von Dänemark 1814 entstand eine im Laufe des 19. Jahrhunderts wie in anderen jungen Staaten Europas eine national-romantische Welle, die hauptsächlich an die „glorreiche“ Vergangenheit im Mittelalter (also vor der Vereinigung mit Dänemark) anknüpfen wollte. Dies betraf auch die Sprache: Die Anhänger dieser Bewegung forderten, dass zum Zeichen der Emanzipation Norwegens die ursprüngliche norwegische Sprache des Mittelalters wieder zum Leben erweckt werden solle. Schließlich wurde in den 1850er Jahren vom Dichter und Sprachwissenschaftler Ivar Aasen das Landsmål entwickelt (das seit 1929 offiziell Nynorsk heißt). Seit 1885 ist Landsmål / Nynorsk offizielle Schriftsprache in Norwegen. Die Grundlage für diese neue Sprache bildeten vor allem die westlichen norwegischen Dialekte, die am altertümlichsten sind. Was das neu geschaffene Landsmål jedoch von einer Plansprache unterscheidet, ist die Tatsache, dass dieses auf eng verwandte, gemeinsame sprachliche Wurzeln zurückgreift, denen nur aus äußeren Gründen die natürliche Entwicklung zu einer gemeinsamen Sprache verwehrt blieb. Allerdings hatte sich das Dänische inzwischen als Amtssprache und auch allgemeines Kommunikationsinstrument breiter Schichten vor allem in der Hauptstadt Oslo schon so tief verwurzelt, dass das neue Landsmål das Dänische nicht zu verdrängen vermochte. Dazu kommen zwei weitere Nachteile der neuen Sprache:
- dieses hatte für Stadtbewohner einen „bäurischen“ Klang und wurde deshalb abgelehnt
- für die Sprecher anderer, nicht-westnorwegischer Dialekte klingt das Landsmål ebenfalls fremd. So trennte sich die norwegische Sprache in zwei Varietäten: # Riksmål („Reichssprache“ oder „Standardnorwegisch“) # Landsmål (Landessprache). Die Erste war bis Anfang des 20. Jahrhunderts nahezu reines Dänisch, später passte es sich aber in immer mehr Zügen an das Landsmål an (dano-norwegisch). Seit 1929 heißt Riksmål offiziell Bokmål und Landsmål wird als Nynorsk bezeichnet. Die sog. Samnorsk-Bewegung beanspruchte weiterhin den Namen Samnorsk für einen inoffiziellen, norwegischen Dialekt. Aufgrund des erstarkten Nationalbewusstseins konnte Nynorsk bis 1944 immer mehr Anhänger gewinnen und hatte seinerzeit knapp ein Drittel der Norweger auf seiner Seite. Inzwischen ist deren Anteil bevölkerungsmäßig auf etwa 12–15 Prozent geschrumpft. Dies hat mehrere Gründe: In den urbanen Gebieten, also vor allem in der Region Oslo, wird Nynorsk als befremdliche Sprache empfunden. Das städtische Bürgertum hat das auf ländlichen Mundarten basierende Nynorsk ohnehin stets abgelehnt. Folglich fehlt dem Nynorsk bis heute eine wirkliche Verankerung in den wirtschaftlichen und politischen Zentren. Zum anderen wird von manchen Landbewohnern besonders Ostnorwegens Nynorsk eher als Kunstprodukt angesehen, da es eben nur so etwas wie ein kleinster gemeinsamer Nenner der Dialekte ist. Und schließlich ist die Grammatik des Nynorsk schwieriger als die des Bokmål. Bekanntlich wird oft der Weg des Einfacheren beschritten. Umgekehrt muss gesagt werden, dass dennoch die meisten norwegischen Dialekte dem Nynorsk näher stehen als dem Bokmål, welches einige dem Norwegischen zum Teil ganz fremde phonologische, morphologische und sonstige grammatische Züge aufweist. Nynorsk ist Amtssprache für 27 Prozent der Gemeinden mit ca. 12-15 % der Bevölkerung. Es handelt sich dabei um die allerdings dünn besiedelten Täler des fjordreichen Westens und des gebirgigen Landesinnern. Seitens des Staates sind beide Sprachformen offiziell anerkannt; gemäß Sprachengesetz darf keine Behörde eine der beiden zu mehr als 75 % gebrauchen (was in der Praxis allerdings oft nicht befolgt wird), und Anfragen müssen in der gleichen Sprachform beantwortet werden. Das Sprachabkommen im Nordischen Rat garantiert zudem, dass Dänisch und Schwedisch im offiziellen Schriftverkehr erlaubt sind. Das gilt gegenseitig. Es wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrere Rechtschreibreformen durchgeführt mit dem Versuch, beide Schriftsprachen einander anzunähern. So wurde in der Reform von 1917 auf Druck der Nynorsk-Bewegung eine Reihe spezifisch „norwegischer“ Ausdrücke propagiert, die traditionelle dänische Begriffe ersetzen sollten. Da dies nicht in dem Maße geschah, wie man es sich vorgestellt hatte, wurde 1938 eine weitere Reform verabschiedet: zahlreiche traditionelle dänische Elemente durften nicht mehr gebraucht werden. Diese Sprache wurde aber von keiner der beiden Seiten angenommen. Es kam zu großen Streitigkeiten, Eltern korrigierten beispielsweise die Schulbücher ihrer Kinder, weil der Konflikt sehr stark von Gefühlen geprägt war und auch nach wie vor ist. 1959 und 1981 fanden weitere Reformen statt, die dann auch wieder die traditionell dänischen Begriffe zuließen. Ergebnis ist die Existenz von „moderaten“ und „radikalen“ Formen im Rechtschreibnormal, zwischen denen man wählen darf, wobei beide Sprachen offiziell unterrichtet werden.

Modernes Norwegisch

Bokmål und Nynorsk

Ein Beispiel für den Unterschied zwischen Bokmål und Nynorsk: B: Jeg kommer fra Norge. (wie im Dänischen: Jeg kommer fra Norge) N: Eg kjem frå Noreg. D: „Ich komme aus Norwegen.“ B: Hva heter du? (dänisch: Hvad hedder du?, wobei das d in hvad kaum hörbar ist) N: Kva heiter du? D: „Wie heißt du?“

Riksmål

Gegner der Sprachreformen, die Bokmål näher an Nynorsk bringen sollten, benutzen den Namen Riksmål weiter.

Høgnorsk

Es gibt noch eine weitere inoffizielle Form des Nynorsk, das sog. Høgnorsk (etwa Hochnorwegisch); eine Sprache, die dem originalen Landsmål von Ivar Aasen ähnlich ist. Die Høgnorsk-Bewegung missachtet die Reformen des Nynorsk nach 1917. Diese Sprache wird nur von einer sehr kleinen Gruppe Norweger verwendet und wird, weil sie sehr archaisch wirkt und sich von den heutigen Mundarten sehr unterscheidet, von der Mehrheit der Norweger als unverständlich bzw, komisch empfunden. Sprachsoziologisch kann man die Høgnorsk-Bewegung als sektiererisch charakterisieren.

Grammatik

Die Geschlechter

Die norwegische Sprache kennt offiziell die drei Geschlechter männlich, weiblich und sächlich (Riksmål und konservatives Bokmål kennt aber wie Dänisch nur das männlich-weibliche (utrum) und das sächliche Geschlecht (neutrum)). Die Substantive geben in der Regel aber keinen Hinweis darauf, welches Geschlecht sie haben. Auch kennt das Norwegische den unbestimmten Artikel, für jedes Geschlecht existiert eine eigene Form: Bokmål: Nynorsk: Deutsch: en dag ein dag ein Tag ei/en flaske ei flaske eine Flasche et hus eit hus ein Haus et minutt eit minutt eine Minute Weibliche Substantive werden im Bokmål aber oft auch wie männliche behandelt. Anstelle von: ei flaske = en flaske – eine Flasche In der unbestimmten Mehrzahlform enden männliche, weibliche und (im Bokmål) mehrsilbige sächliche Substative auf „-er“ (im Nynorsk gibt es die Endungen „-ar“ und „-er“), einsilbige sächliche bleiben endungslos. Ausnahmen bestätigen die Regel: Bokmål: Nynorsk: Deutsch: dager dagar Tage flasker flasker Flaschen hus hus Häuser minutter minutt Minuten Im Gegensatz zum Deutschen gibt es den bestimmten Artikel nicht als eigenständiges Wort vor dem Substantiv, sondern es wird ein Flexionssuffix angehängt, an dem auch das Geschlecht des Substantivs zu erkennen ist: Bokmål: Nynorsk: Deutsch: dagen dagen der Tag flaska/flasken flaska die Flasche huset huset das Haus minuttet minuttet die Minute Bei den weiblichen Substantiven besteht im Bokmål somit auch die Möglichkeit, statt des männlichen „-en“ ein weibliches „-a“ anzufügen; im Nynorsk ist dies obligatorisch: flaska = flasken – die Flasche. Um die Mehrzahl der bestimmten Formen zu bilden, wird im Bokmål geschlechtsübergreifend ein „-ene“ angefügt. Nynorsk kennt „-ane“, „-ene“, „-o“ und „-a“. Natürlich gibt es auch hier einige Ausnahmen: Bokmål: Nynorsk: Deutsch: dagene dagane die Tage flaskene flaskene die Flaschen husene (seltener: husa) husa die Häuser øynene augo/auga die Augen minuttene minutta die Minuten

Sonstiges

Der Sprachcode nach ISO 639 ist für bokmål nb beziehungsweise nob (früher no) und für nynorsk nn beziehungsweise nno. Für die norwegische Sprache insgesamt gibt es die Codes no beziehungsweise nor.

Siehe auch


- Liste norwegischsprachiger Schriftsteller

Weblinks


- http://www.sprakrad.no/ – Rat für Norwegische Sprache (norwegisch, auch Information in: englisch, deutsch, französisch)
- http://odin.dep.no/odin/tysk/om_odin/stillinger/032005-990160/index-dok000-b-n-a.html Norwegisches Außenministerium: Wenige Einwohner – zwei Schriftsprachen
- http://www.heinzelnisse.info – Deutsch-Norwegisches Wörterbuch inklusive Vokabelspiele, Sprachführer-Wiki und Forum Kategorie:Einzelsprache ! ja:ノルウェー語 ko:노르웨이어 zh-min-nan:Norge-gí .

Nordkap

Das Nordkap ist ein steil aus dem Eismeer emporragendes Schieferplateau Kap auf der norwegischen Insel Magerøya oder Makkaravjo in der Sprache der Samen. Es liegt auf 71° (Grad), 10' (Minuten), 21" (Sekunden) nördlicher Breite, 2.100 km vom Nordpol entfernt und ist im Sommer einer der bedeutendsten norwegischen Anziehungspunkt für Touristen. Dementsprechend ist es mittlerweile ausgebaut: Ein Informationszentrum befindet sich auf dem Hochplateau, in dem neben Restaurants und Souvenirläden sogar Hochzeits-Kapellen für Christen und Buddhisten gebaut wurden. In den Sommermonaten wird für das Nordkap Eintritt verlangt. Im Sommer ist dort die Mitternachtssonne im Norden zu sehen. Anno 1553 umsegelte der englische Seefahrer Richard Chancellor erstmalig die steilen Klippen des 307 Meter hohen Schieferplateaus. In der Annahme, es handle sich hierbei um norwegisches Festland, gab Richard Chancellor dem Schieferplateau den Namen »Nordkap«. Genau genommen ist das Nordkap - entgegen der weit verbreiteten Auffassung und den Behauptungen der Tourismusbranche - nicht der nördlichste Punkt Europas: :1) befindet sich das Nordkap nicht auf dem Festland, sondern auf einer diesem vorgelagerten Insel (der nördlichste Punkt des Festlandes ist die Landzunge Nordkinn; :2) auch auf der Insel Magerøya selbst befindet sich ein noch weiter nördlich gelegener Punkt, nämlich die westlich benachbarte Landzunge Knivskjellodden auf 71° 11' 08" (Grad/Minuten/Sekunden) nördlicher Breite, das unschwer zu Fuß zu erreichen ist (einige Stunden, mit Karte und Kompass). Bei klarem Wetter kann der Nordkapbesucher die Landzunge Knivskelodden links unten in der Brandung erspähen, wenn er oben auf der Nordkapklippe hinter dem Maschendrahtzaun steht. Das Südkap hingegen ist die Südspitze Spitzbergens und liegt weit nördlicher als das Nordkap. Am Nordkap beginnt der 4.900 km lange Europäische Fernwanderweg E1.

Weblinks


- http://www.finnmark.no/
- http://www.visitnorthcape.com/ Kategorie:Norwegen Kategorie:Kap

Svalbard

Svalbard ist eine zu Norwegen gehörende Inselgruppe im Nordatlantik und Arktischen Ozean. Die Inseln liegen zwischen 74° und 81° nördlicher Breite sowie 10° und 35° östlicher Länge. Die größten Inseln sind Spitzbergen (norwegisch Spitsbergen), Nordostland (Nordaustlandet), die Barentsinsel (Barentsøya), Edgeøya und Prinz-Karl-Vorland (Prins Karls Forland). Aber auch kleinere Inseln, wie beispielsweise die südlicher gelegene Bäreninsel (Bjørnøya) und Hopen zählen dazu. Die Besiedlung Svalbards erfolgte in erster Linie ab etwa 1900 wegen reicher Kohlevorkommen. In neuerer Zeit gilt Svalbard als „größtes Labor der Welt“ für Arktisforschung, zu dem auch ein Startplatz für Forschungsraketen gehört (SvalRak). (Norwegische) Hauptstadt von Svalbard ist Longyearbyen auf Spitzbergen mit ca. 1.800 Einwohnern. Dort befindet sich auch die Universität UNIS. Weiters gibt es die russisch-ukrainische Siedlung Barentsburg mit ca. 900 Einwohnern. Ny-Ålesund ist ein norwegisch-internationales Forschungszentrum, in dem zwischen 40 und 100 Forscher tätig sind. In Sveagruva arbeiten bis zu 200 Grubenarbeiter, die aber als Pendler dort keinen festen Wohnsitz haben. Eine polnische Forschungsstation in Hornsund zählt acht Bewohner.

Geschichte


- 1194: in isländischen Schriften wird notiert: Svalbardi fundinn („die kalte Küste gefunden“)
- 1596: Willem Barents entdeckt Svalbard
- 1906: John Munroe Longyear gründet die erste Grubensiedlung und gibt ihr den Namen Longyearbyen (etwa „Longyear-Stadt“)
- 1916: die norwegische Store Norske Spitsbergen Kullkompani übernimmt die Grubenanlagen und Steinkohlevorkommen in und um Longyearbyen
- 1920: Abschluss des Svalbardtraktat (Spitzbergen-Vertrag)
- 1925: Norwegen erlangt die Souveränität über Svalbard

Tourismus

Svalbard lebt auch vom Tourismus. Da auf den Inseln aber Eisbären leben, sollte man nur mit (bewaffnetem) Führer ins Umland wandern (siehe auch die Weblinks).

Medien


- Svalbardposten (Wochenzeitung)
- Longyearbyen TV (lokaler Fernsehkanal)

Literatur


- Andreas Umbreit: Spitzbergen mit Franz-Joseph-Land und Jan Mayen, Conrad Stein Verlag 7. Aufl. 2004 ISBN 3-89392-282-2

Weblinks


- [http://www.svalbard.com Svalbard.com - Portal (englisch)]
- [http://www.svalbard.net Svalbard.net - Portal des Svalbard Tourism Board (norwegisch und englisch, unter anderem auch mit nahezu unbrauchbarer deutscher „Systran“-Übersetzung)]
- [http://www.macrozoobenthos.de Macrozoobenthos communities of Svalbard (englisch)]
- [http://www.svalbard-images.com Karten und Bilder von Svalbard (englisch)]
- http://www.unis.no
- http://www.norwegen-freunde.com/peter/fylke/svalbard/
- http://members.tripod.com/~Norwegen_online/Hauptframe/Svalbard.htm
- [http://wikitravel.org/de/Svalbard Reiseinfos zu Svalbard] auf Wikitravel Kategorie:Inselgruppe Kategorie:Geographie (Norwegen) Kategorie:Insel (Arktis) Kategorie:Svalbard ja:スヴァールバル諸島 ko:스발바르 제도

1596

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 3. August: Erster Bericht über einen Veränderlichen Stern durch David Fabricius
- Johannes Kepler verteidigt Galileo in seinem Buch Mysterium Cosmographicum
- Gründung der Universität Groningen durch Ubbo Emmius

Geboren


- 16. März: Ebba Brahe, schwedische Hofdame († 1674)
- 31. März: René Descartes, französischer Philosoph und Mathematiker († 1650)
- 23. Juni: Johan Banér, schwedischer Feldmarschall († 1641)
- 29. Juni: Go-Mizunoo, 108. Kaiser von Japan († 1680)
- 22. Juli: Michael I. (Russland), Zar von Russland von 1613 bis 1645 († 1645)
- 19. August: Elisabeth Stuart, Titularkönigin von Böhmen († 1662)
- 26. August: Friedrich V. (Pfalz), Kurfürst der Pfalz († 1632)
- 3. September: Nicola Amati, italienischer Geigenbauer († 1684)
- 4. September: Constantijn Huygens, Dichter aus den Niederlanden († 1687)
- 1. November: Pietro da Cortona, bedeutender Baumeister und Maler († 1669)
- 7. Dezember: Johann Kasimir von Anhalt-Dessau, († 1660)
- Vincenz Jelić, kroatischer Komponist († 1636)

Gestorben


- 28. Januar: Sir Francis Drake, englischer Freibeuter und Admiral (
- 1540)
- 5. Februar: Georg I. (Hessen-Darmstadt) (
- 1547)
- 3. April: Sinan Pascha, osmanischer Feldherr und Politiker (
- 1512) ko:1596년

Tundra

Die Tundra ("baumlos") und die Waldtundra sind die Naturgebiete unterhalb und innerhalb der Polargrenze unseres Planeten. Tundren finden sich etwa ab dem 50. Breitengrad und bilden damit einen Übergang von den Arktischen Kältewüsten zur Taiga. Interessanterweise gibt es auf der Nordhalbkugel weite Flächen, die von der Tundra beherrscht werden, wie beispielsweise der Norden Asiens und Russlands, aber auch weite Teile Skandinaviens und Islands. Auf der Südhalbkugel kann man nur, wenn überhaupt, am südlichsten Ende Chiles von einer Tundra sprechen. Aufgrund der langen Frostperiode von 9-10 Monaten und des geringen Wassergehalts im Boden entwickeln sich in der Tundra keinerlei hochwachsenden Pflanzen wie beispielsweise Bäume. Während der langen Kälteperioden bleibt der Boden gefroren und taut auch in den "Sommermonaten" (Höchsttemperatur: 10°C) nur bis etwa 50cm unter die Oberfläche auf. Daher spricht man auch von einem Dauerfrost. Die Pflanzen, die in der Tundra gedeihen, bilden allesamt niedrige Wuchsformen und Knospen aus, die unter dem Schnee überwintern und wenn es wärmer wird, erneut aufblühen. Wasserlachen und kleine Seen sind typisch für die Tundra, da der Permafrostboden verhindert, dass Wasser absickern kann. Dies und die Schneeschmelze im Sommer begünstigen das Wachstum von Moosen und Farnen.

Die Tierwelt der Tundra und Waldtundra


- Schnee-Eulen
- Polarfüchse
- Gänse (im Sommer)
- Wölfe
- Rentiere
- Moschusochsen
- Lemminge
- Eisbären und Braunbären

Siehe auch


- Permafrostboden Kategorie:Klimazonen und Vegetation ja:ツンドラ

1898

Ereignisse


- 24. April: mit einer Kriegserklärung Spaniens an die Vereinigten Staaten beginnt der Spanisch-Amerikanische Krieg
- 25. April: Der Amerikanische Kongress erklärt, dass sich die Vereinigten Staaten seit dem 21. April mit Spanien im Kriegszustand befinden
- 12. Juni: General Emilio Aguinaldo erklärt die Unabhängigkeit der Philippinen von Spanien
- Im Juli erreichen französische Truppen Faschoda im Sudan, mit dem Ziel die französischen Kolonien in Afrika zu verbinden. In der Faschodakrise kommt es fast zum Krieg zwischen Großbritannien und Frankreich, bis im November die französische Regierung Major Marchand den Befehl erteilt, sich zurückzuziehen
- Kreta wird unabhängig
- Das Kaiserreich China muss Kiautschou an Deutschland verpachten
- Das Kaiserreich China muss Weihai an Großbritannien verpachten
- USA besetzen die Hawaii-Inseln
- 10. Dezember: Der Frieden von Paris beendet den spanisch-amerikanischen Krieg

Wissenschaft


- 18. Juli: Pierre und Marie Curie berichten über die Entdeckung des Poloniums, das etwa 100 mal so aktiv ist wie Uran
- 20. September: Alberto Santos-Dumont Das erste Lufschiff angetrieben von einem Benzinmotor
- 21. November - Pierre und Marie Curie entdecken gemeinsam mit Gustave Bémont das Radium, das etwa 106 mal so aktiv ist wie das Uran. Sie geben die Entdeckung am 26. Dezember bekannt.
- Ferdinand Braun führt den geschlossenen Schwingkreis ein und erhöht damit die Sendeleistung
- Ferdinand Braun erhält ein Patent auf ein Gerät zur abgestimmten Modulation (es bildet die Grundlage aller späteren Senderschaltungen)
- William Ramsay entdeckt das Edelgas Xenon
- Morris William Travers entdeckt das Edelgas Krypton
- Marie Curie und Gerhard Carl Schmidt erkennen die Radioaktivität des Thorium
- Jonathan Zenneck nahm in Cuxhaven die ersten Versuche mit drahtloser Telegrafie auf deutschem Boden vor und begründete damit den Seefunk

Kultur


- 5. Januar: Uraufführung der Operette Der Opernball von Richard Heuberger am Theater an der Wien in Wien
- 18. November: Uraufführung der musikalischen Tragödie Don Quixote von Wilhelm Kienzl in Berlin
- Die Villa Stuck wird fertiggestellt

Wirtschaft


- 1. Juli: Mit der Hausmüllverwertung München GmbH nimmt in Deutschland das erste Unternehmen zur industriellen Mülltrennung seine Arbeit auf

Sport


- 22. Mai: Gründung des FK Olympia 1898 Darmstadt, aus dem, nach der Fusion mit dem Darmstädter SC im Jahr 1919, der SV Darmstadt 98 hervorgeht
- Gründung des FC Thun 1898

Geboren


- 1. Januar: Marta Fuchs, Konzert- und Opernsängerin († 1974)
- 1. Januar: Viktor Ullmann, Komponist, Dirigent und Pianist († 1944)
- 2. Januar: Hermann Schwann, deutscher Politiker († 1977)
- 6. Januar: James Fitzmaurice, irischer Pilot († 1965)
- 8. Januar: Gerhard Bienert, deutscher Schauspieler († 1986)
- 11. Januar: Oskar Matzner, deutscher Politiker († 1980)
- 13. Januar: Kaj Munk. dänischer Theologe und Schriftsteller († 1944)
- 15. Januar: Martha Saalfeld, deutsche Lyrikerin († 1976)
- 22. Januar: Ferdinand Kramer, Architekt († 1985)
- 23. Januar: Randolph Scott, Schauspieler († 1987)
- 23. Januar: Sergei Michailowitsch Eisenstein, sowjetischer Regisseur († 1948)
- 23. Januar: Sergej Eisenstein, russischer Regisseur († 1948)
- 25. Januar: Anton Diel, deutscher Politiker († 1959)
- 26. Januar: Alfons Paquet, Journalist, Schriftsteller und Dichter († 1944)
- 26. Januar: Hildegard Domizlaff, deutsche Bildhauerin, Holzschnitt- und Schmuckkünstlerin († 1987)
- 3. Februar: Alvar Aalto, finnischer Architekt und Designer († 1976)
- 3. Februar: Heinrich Auge, deutscher Politiker und MdB († 1977)
- 3. Februar: Lil Hardin Armstrong, Jazz-Pianistin, -Sängerin und -Komponistin († 1971)
- 5. Februar: Will Shade, US-amerikanischer Blues-Musiker († 1966)
- 6. Februar: Erna Sack, deutsche Sängerin (Sopran) († 1972)
- 9. Februar: Franz Gurk, deutscher Politiker († 1984)
- 10. Februar: Bertolt Brecht, deutscher Dramatiker und Lyriker († 1956)
- 11. Februar: Leó Szilárd, Physiker und Molekularbiologe († 1964)
- 14. Februar: Alois Podhajsky, Leiter der Spanischen Hofreitschule († 1973)
- 14. Februar: Fritz Zwicky, Schweizer Physiker und Astronom († 1974)
- 15. Februar: Allen Woodring, US-amerikanischer Leichtathlet († 1982)
- 15. Februar: Antonio de Curtis, italienischer Schauspieler († 1967)
- 15. Februar: Hans Rheinfelder, deutscher Romanist († 1971)
- 15. Februar: Toto (Schauspieler), italienischer Schauspieler († 1967)
- 17. Februar: Bruno Leddin, deutscher Politiker († 1951)
- 18. Februar: Enzo Ferrari, italienischer Rennfahrer und Gründer des Rennwagenherstellers Ferrari († 1988)
- 19. Februar: Waldemar Kraft, deutscher Politiker († 1977)
- 24. Februar: Hubert Houben, Leichtathlet, Läufer († 1956)
- 24. Februar: Kurt Tank, deutscher Ingenieur († 1983)
- 5. März: Jan Oosthoek, niederländischer Fußballspieler
- 6. März: Therese Giehse, deutsche Schauspielerin († 1975)
- 8. März: Karl Weber, deutscher Politiker († 1985)
- 13. März: Henry Hathaway, US-amerikanischer Filmregisseur († 1985)
- 16. März: Jakob Haringer, deutscher Schriftsteller († 1948)
- 19. März: Tian Han, chinesischer Dramatiker († 1968)
- 27. März: Josef Müller, Ageordneter in der Weimarer Republik († 1979)
- 30. März: Heinz Risse, deutscher Schriftsteller († 1989)
- 3. April: Henry Luce, US-amerikanischer Verleger († 1967)
- 8. April: Therese Neumann, bayerische Bauernmagd († 1962)
- 9. April: Julius Patzak, österreichischer Opern- und Liedsänger († 1974)
- 9. April: Paul Robeson, US-amerikanischer Schauspieler und Bürgerrechtler († 1976)
- 14. April: Harold Stephen Black, Elektronikingenieur († 1983)
- 20. April: Emmanuel Bove, französischer Schriftsteller († 1945)
- 22. April: Martin Loibl, deutscher Politiker († 1951)
- 23. April: Edwin Erich Dwinger, deutscher Schriftsteller († 1981)
- 25. April: Edmund Kolbe, Maler († 1983)
- 26. April: Vicente Aleixandre, spanischer Lyriker und Literaturnobelpreisträger († 1984)
- 28. April: Ernst Lemmer, deutscher Politiker († 1970)
- 3. Mai: Golda Meïr, israelische Politikerin († 1978)
- 6. Mai: Konrad Henlein, deutsch-tschechischer Politiker († 1945)
- 8. Mai: Alojzije Stepinac, Erzbischof von Zagreb und Kardinal († 1960)
- 15. Mai: Arletty, französische Schauspielerin († 1992)
- 16. Mai: Tamara de Lempicka, polnische Malerin († 1980)
- 18. Mai: Alfred Eduard Frauenfeld, nationalsozialistischer Politiker († 1977)
- 19. Mai: Julius Evola, italienischer Kulturphilosoph († 1974)
- 23. Mai: Heinrich Zillich, deutscher Schriftsteller († 1988)
- 25. Mai: Gustav Regler, Schriftsteller († 1963)
- 31. Mai: Georg Singer, deutscher Politiker und Antifaschist († 1942)
- 9. Juni: Curzio Malaparte, italienischer Schriftsteller und Journalist († 1957)
- 9. Juni: Luigi Fagioli, italienischer Rennfahrer († 1952)
- 12. Juni: Ludwig Friedrich Barthel, deutscher Erzähler und Essayist († 1962)
- 12. Juni: Michail Jefimowitsch Kolzow, sowjetischer Feuilletonist und Journalist
- 17. Juni: Carl Hermann, Professor für Kristallographie († 1961)
- 17. Juni: Maurits Cornelis Escher, niederländischer Künstler und Grafiker († 1972)
- 22. Juni: Erich Maria Remarque, deutscher Autor († 1970)
- 26. Juni: Wilhelm Emil Messerschmitt, deutscher Flugzeugkonstrukteur und Unternehmer († 1978)
- 27. Juni: Alja Rachmanowa, russische Schriftstellerin († 1991)
- 2. Juli: Heinrich Schulte, deutscher Psychiater († 1983)
- 4. Juli: Gulzarilal Nanda, indischer Politiker († 1998)
- 6. Juli: Hanns Eisler, österreichisch-deutscher Komponist, Musikphilosoph und -theoretiker († 1962)
- 6. Juli: Helene Wessel, deutsche Politikerin († 1969)
- 11. Juli: Gregor Pinke, NS-Widerstandskämpfer († 1941)
- 14. Juli: Ante Pavelic, kroatischer Politiker († 1959)
- 17. Juli: Berenice Abbott, US-amerikanische Fotografin († 1991)
- 19. Juli: Herbert Marcuse, deutsch-amerikanischer Philosoph († 1979)
- 21. Juli: Sara Carter, US-amerikanische Country-Sängerin († 1979)
- 22. Juli: Alexander Calder, US-amerikanischer Bildhauer (Mobiles) († 1976)
- 24. Juli: Roman Chwalek, Minister für Arbeit der DDR († 1974)
- 29. Juli: Isidor Isaac Rabi, US-amerikanischer Physiker († 1988)
- 30. Juli: Henry Moore, englischer Bildhauer und Maler († 1986)
- 3. August: Herbert Behrens-Hangeler, deutscher Maler, Grafiker und Schriftsteller († 1981)
- 3. August: Ildebrando Antoniutti, Kardinal der römisch-katholischen Kirche († 1974)
- 5. August: Piero Sraffa, italienischer Wirtschaftswissenschaftler († 1983)
- 11. August: Petur Mohr Dam, färöischer sozialdemokratischer Politiker († 1968)
- 18. August: Werner Bruschke, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt († 1995)
- 20. August: Julius Schaub, Adolf Hitlers persönlicher Chefadjutant († 1968)
- 26. August: Peggy Guggenheim, US-amerikanische Sammlerin und Galeristin († 1979)
- 1. September: Friedrich Georg Jünger, deutscher Lyriker, Erzähler und Essayist († 1977)
- 2. September: Alfons Gorbach, österreichischer Politiker und Bundeskanzler († 1972)
- 10. September: Hans Globke, deutscher Jurist in Staatsdiensten († 1973)
- 10. September: Manfred Hausmann, deutscher Schriftsteller († 1986)
- 13. September: Roger Désormière, französischer Dirigent († 1963)
- 13. September: Bernard Etté, deutscher Kapellmeister, Instrument Violine († 1973)
- 15. September: Edward Gottlieb, russisch-US-amerikanischer Unternehmer († 1979)
- 19. September: Giuseppe Saragat, italienischer Staatspräsident († 1988)
- 20. September: Ludwig Schneider, deutscher Politiker († 1978)
- 23. September: Franz Xaver Fuhr, deutscher Maler
- 24. September: Howard Walter Florey, britischer Pathologe († 1968)
- 25. September: Robert Stauch, deutscher Politiker († 1981)
- 26. September: George Gershwin, US-amerikanischer Komponist († 1937)
- 29. September: Trofim Denissowitsch Lyssenko, ukrainischer Biologe († 1976)
- 2. Oktober: Kurt Georg Heinrich Andersen, Kommandeur der Bundesgrenzschutzschule († 2003)
- 3. Oktober: Adolf Reichwein, deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Kulturpolitiker († 1944)
- 5. Oktober: Ewald Balser, deutscher Schauspieler († 1978)
- 10. Oktober: Karl Bielig, deutscher Politiker und MdB († 1991)
- 15. Oktober: Boughera El-Ouafi, algerischer Leichtathlet († 1959)
- 15. Oktober: Günther Ramin, Organist und Chorleiter († 1956)
- 17. Oktober: Shinichi Suzuki, japanischer Violinist († 1998)
- 17. Oktober: Simon Vestdijk, niederländischen Schriftsteller († 1971)
- 18. Oktober: Clemente Biondetti, italienischer Rennfahrer († 1955)
- 18. Oktober: Ernst Wollweber, Minister für Staatssicherheit († 1967)
- 18. Oktober: Lotte Lenya, österreichische-US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin († 1981)
- 20. Oktober: Oskar Wacker, deutscher Politiker († 1972)
- 21. Oktober: Heinrich Walter, deutsch-russischer Geobotaniker und Öko-Physiologe († 1905)
- 31. Oktober: Max Reimann, deutscher Politiker († 1977)
- 2. November: Hans Loch, Vorsitzender der LDPD und Finanzminister der DDR († 1960)
- 6. November: Georg Schnath, deutscher Historiker († 1989)
- 11. November: Hugo Makibi Enomiya-Lassalle, Jesuit und Zen-Meister († 1990)
- 12. November: Leopold Okulicki, Führer der Polnischen Heimatarmee († 1946)
- 16. November: Elisabeth Zaisser, Ministerin für Volksbildung der DDR († 1987)
- 21. November: René Magritte, belgischer Maler des Surrealismus († 1967)
- 22. November: Gabriel González Videla, chilenischer Politiker († 1980)
- 23. November: Fritz Lange, Minister für Volksbildung der DDR († 1981)
- 23. November: Wilhelm Schmidhuber, deutscher Politiker
- 26. November: Karl Ziegler, deutscher Chemiker († 1973)
- 26. November: Paul Gibbert, deutscher Politiker († 1967)
- 29. November: Clive Staples Lewis, britischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler († 1963)
- 6. Dezember: Gunnar Myrdal, schwedischer Ökonom und Nobelpreisträger († 1905)
- 11. Dezember: Fritz Mühlenweg, deutscher Schriftsteller († 1961)
- 15. Dezember: Ernst Goldenbaum, Vorsitzender der DBD und Minister der DDR († 1990)
- 16. Dezember: Johannes Semler, deutscher Politiker († 1973)
- 20. Dezember: Irene Dunne, US-amerikanische Theater- und Filmschauspielerin († 1990)
- 22. Dezember: Wladimir Alexandrowitsch Fock, russischer Physiker († 1974)
- 24. Dezember: Anton Hilbert, deutscher Politiker († 1986)
- 27. Dezember: Walther Kühn, deutscher Politiker († 1962)
- 28. Dezember: Otto Hübener, deutscher Widerstandskämpfer († 1945)
- 31. Dezember: Erich Sauer, theologischer Mitarbeiter († 1959)

Gestorben


- 14. Januar: Lewis Carroll, britischer Schriftsteller, Mathematiker und Fotograf (
- 1832)
- 15. Januar: Antoine François Marmontel, französischer Komponist (
- 1816)
- 19. Januar: Ernst Ludwig Taschenberg, deutscher Entomologe (
- 1818)
- 30. Januar: Jules Péan, französischer Chirurg (
- 1830)
- 6. Februar: Rudolf Leuckart, deutscher Zoologe und Begründer der Parasitologie (
- 1822)
- 27. Februar: Leopold Kaufmann, Oberbürgermeister von Bonn (
- 1821)
- 12. März: Johann Jakob Balmer, Schweizer Mathematiker und Physiker (
- 1825)
- 12. März: Zacharias Topelius, finnisch-schwedischer Dichter und Schriftsteller (
- 1818)
- 14. März: Henry Bessemer, britischer Ingenieur und Erfinder (
- 1813)
- 16. März: Aubrey Beardsley, britischer Dichter, Zeichner, Graphiker, Karikaturist und Illustrator (
- 1872)
- 20. März: Karl August Tavastjerna, finnländischer Schriftsteller (
- 1860)
- 30. März: Wilhelm Heinrich Schüßler, Begründer der homöopathischen Therapie (
- 1821)
- 31. März: Eleanor Marx, deutsch-englische Sozialistin und jüngste Tochter von Karl Marx (
- 1855)
- 24. April: Lucian Müller, deutscher klassischer Gelehrter (
- 1836)
- 25. April: Benjamin Vautier, deutscher Maler (
- 1829)
- 1. Mai: Louis Appia, Mitbegründer des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (
- 1818)
- 12. Mai: Karl Racké, Bürgermeister der Stadt Mainz (
- 1825)
- 12. Mai: Raimund Grübl, österreichischer Jurist und Politiker (
- 1847)
- 19. Mai: William Ewart Gladstone, britischer Politiker (
- 1809)
- 19. Mai: Oran M. Roberts, 18. Gouverneur von Texas (
- 1815)
- 22. Mai: Edward Bellamy, US-amerikanischer SF-Autor (
- 1850)
- 22. Mai: Nikolai Jakowlewitsch Afanassjew, russischer Komponist (
- 1820)
- 12. Juni: Ludwig Karl Friedrich Turban, Staatsminister in Baden (
- 1821)
- 19. Juni: Chief Mkwawa, Afrikanischer Stammeshäuptling (
- 1855)
- 20. Juni: Jakob Audorf, Funktionär des Allgemeinen Deutschen Arbeiterbildungsvereins (
- 1834)
- 21. Juni: Anton Kerner von Marilaun, österreichischer Botaniker und Professor (
- 1831)
- 30. Juni: Siegfried Marcus, deutsch-jüdischer Techniker und Erfinder (
- 1831)
- 8. Juli: Jefferson Randolph Smith, ein amerikanischer Geschäftsmann (
- 1860)
- 18. Juli: Emil Hartmann (Komponist), dänischer Komponist (
- 1836)
- 20. Juli: Juri Arnold, russischer Komponist (
- 1811)
- 30. Juli: Otto von Bismarck, Fürst von Bismarck-Schönhausen, Herzog von Lauenburg (
- 1815)
- 3. August: Charles Garnier, französischer Architekt (
- 1825)
- 7. August: Georg Ebers, deutscher Schriftsteller und Ägyptologe (
- 1837)
- 8. August: Eugène Boudin, französischer Maler (
- 1824)
- 17. August: Carl Zeller, österreichischer Jurist und Komponist (
- 1842)
- 23. August: Félicien Rops, belgischer Maler und Zeichner (
- 1831)
- 2. September: Wilford Woodruff, 4. Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (
- 1807)
- 9. September: Stéphane Mallarmé, französischer Schriftsteller (
- 1842)
- 10. September: Elisabeth (Österreich-Ungarn) („Sisi“), Kaiserin von Österreich (
- 1837)
- 18. September: Émile Mayade, französischer Autopionier und Rennfahrer (
- 1853)
- 20. September: Theodor Fontane, deutscher Schriftsteller (
- 1819)
- 25. September: Theodor Richter, deutscher Chemiker (
- 1824)
- 18. Oktober: Franz Magnus Böhme, Musiklehrer, deutscher Volksliedforscher und -sammler (
- 1827)
- 20. Oktober: Johannes Seluner, schweizerischer Findling
- 4. November: Edward Jerome Hopkins, US-amerikanischer Komponist (
- 1836)
- 10. November: John Fowler, britischer Ingenieur und Erfinder (
- 1817)
- 17. November: Hermann Heinrich Meier, Geschäftsmann und Politiker (
- 1809)
- 28. November: Conrad Ferdinand Meyer, Schweizer Dichter (
- 1825)
- 13. Dezember: George Frederick Bristow, US-amerikanischer Komponist (
- 1825)

Staatsoberhäupter

Afrika


- Ägypten: Abbas II. Hilmi, Khedive (18921914)
- Äthiopien: Menilek II., Kaiser (18891909)

Amerika


- Argentinien: Julio Argentino Roca, Präsident (1898–1904)
- Brasilien: Manuel Ferraz de Campos Salles, Präsident (1898–1902)
- Chile: Frederico Errázuriz Echaurren, Präsident(18961902)
- Costa Rica: Rafael Iglesias y Castro, Präsident (1894–1902)
- Ecuador: Eloy Alfaro, Präsident (1896–1901)
- El Salvador: Tomás Regolado, Präsident (1898–1903)
- Guatemala: Manuel Estrada Cabrera, Präsident (1898–1920)
- Haiti: Tirésias Simon Sam, Präsident (1896–1902)
- Kanada: Sir Wilfried Laurier, Premierminister (1896–1911)
- Mexiko: Porfirio Diaz, Präsident (1884–1911)
- Nicaragua: José Santos Zelaya, Präsident (1894–1909)
- Paraguay: Emilio Aceval, Präsident (1898–1902)
- Uruguay: Juan Lindolfo Cuestas, Präsident (1897–1903)
- Vereinigte Staaten von Amerika: William McKinley, Präsident (1897–1901)

Asien


- Afghanistan (Barakzai-Dynastie): Emir Abdur Rahman Khan
- Kaiserreich China (Qing-Dynastie): Cixi, Kaiserin (1898–1908)
- Japan: Mutsuhito, Kaiser (18671912)
- Persien (Kadscharen): Muzaffar ad-Din, Schah (1896–1907)
- Siam (Chakri-Dynastie): Rama V., König (1868–1910)

Europa


- Deutsches Kaiserreich: Wilhelm II., Deutscher Kaiser (18881918)
- Schweiz: Eugène Ruffy, Bundespräsident, (1898) ko:1898년 simple:1898 th:พ.ศ. 2441

Theodor Lerner

Theodor Lerner (
- 10. April 1866 in Antweiler/Ahr, † 12. Mai 1931 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Journalist und Polarforscher.

Kindheit und Jugend

Theodor Eduard Julius Lerner wurde am 10. April 1866 in Antweiler an der Ahr als Sohn des dortigen Bürgermeisters Julius Lerner und seiner Frau Maria Magdalena geb. Mengelbier geboren. Als Kind spielte er gerne bei seinen Großeltern auf der Burg Blankenstein in der Eifel, nach seinen eigenen Worten ein Dorado für Räuber- und Turnspiele. Der Vater wurde 1870 in Linz am Rhein zum Bürgermeister gewählt, wo der Sohn die Volksschule besuchte. Hier schloß er tiefe Freundschaft mit Rheinschiffern und Steuerleuten, sehr zum Mißfallen der Lehrer und Erzieher. Der Rhein verstärkte seine Liebe zum Wasser. Im Winter schwamm er zwischen Eisschollen herum. Seine großen Körperkräfte und Schwimmfähigkeit ließen ihn einmal einen ertrinkenden Jungen im Rhein retten. Beim Gymnasialbesuch in Düsseldorf erwarb er ansehnliche Kenntnisse in Latein und Griechisch. Er hatte Freude am Gesang, den er mit seiner Baritonstimme gerne ertönen ließ, zumal er dabei in der Regel alles andere übertönte. Späterhin, im Sommer 1906, sorgte er bei den gestrandeten und verzweifelten Touristen des Kreuzfahrerschiffs "Isle de France" mit seinem Gesang für deren Aufmunterung.

Studium und erste Reisen

In Würzburg nahm er das Studium der Rechte auf. Hier wurde er Mitglied der Burschenschaft "Cimbria". Fortsetzung des Studiums in Bonn mit Vorlesungen in Nationalökonomie, Medizin und Jura. Er beendete das Studium ohne Abschluß, woraufhin ihn sein Vater als Volontär in der Linzer Bürgermeisterei beschäftigte. Da ihm dies wenig Freude bereitete, ging er nach Bremen, um zu See zu fahren. Als Zahlmeisterassistent fuhr er nach England, Spanien und Südamerika. Es folgte in Bremen der Militärdienst als Einjährig-freiwilliger im 75. Infanterieregiment. Es schloß sich ein mehrjähriger Aufenthalt in den USA, beginnend als Journalist, fortgesetzt als Tellerwäscher und Flaschenreiniger und am Ende als Brauerei-Vertreter für das Würzburger Hofbräu. Die Rückkehr nach Deutschland verbrachte er auf einem Dampfer als Kohlentrimmer, angeblich aufgrund einer Wette. In Kontakt mit der Arktis kam Lerner bei anschließenden Fahrten auf Fischdampfern der Norwegischen Westaalen-Gesellschaft, die ihn nach Norwegen und Island führten.

Ballonflüge zum Nordpol

In einem Café in Hannover anläßlich einer Wehrübung las er 1896 erstmals in der Zeitung von dem geplanten Ballon-Polflug des Schweden Salomon Andrée. Um Augenzeuge dieses Aufstiegs zu sein, ging er nach Norwegen, wo ihn Direktor Witt von der Westaalen-Dampfschiffgesellschaft engagierte. Mit dem kleinen Dampfer "Expres" dieser Gesellschaft, begleitet von mehreren Engländern, besuchte er Andrée. Da Andrée 1896 nicht aufstieg, wurde die Aktion in das nächste Jahr verlegt. Auch 1897 war Lerner wieder bei Andrée und unterstützte ihn beim Aufstieg. 1898 leitete Lerner eine wissenschaftliche Expedition mit dem Schiff "Helgoland", die auch der - vergeblichen - Suche nach Andrée diente. 1899 kümmerte sich Lerner um den Kohlenbergbau auf der Bäreninsel, weswegen er sich seinen Ehrennamen "Nebelfürst" einhandelte. Um seine Kenntnisse Spitzbergens finanziell umzusetzen, trug er sich 1902 mit dem Gedanke, eine GmbH für jährliche Gesellschaftsexpeditionen ins Polargebiet zu gründen. Als Interessenten sah er Jäger, Naturwissenschaftler und Pelzhändler. Die Sommer 1906 und 1907 verbringt er wiederum auf der Däneninsel, diesmal, um die Fahren des lenkbaren Luftschiffs des Amerikaners Walter Wellman journalistisch und auch fachlich zu begleiten. Im August 1907 rettet er den gestrandeten französischen Touristendampfer "Isle de France". Im Herbst lernt er Hjalmar Johansen kennen, den berühmten Begleiter Nansens auf dessen Weg zum Nordpol. Lerner und Johansen überwintern in einer Hütte an Kap Boheman und überqueren anschließend zu Fuß das Inlandeis Westspitzbergens in nördlicher Richtung.

Liebe und Heirat mit Lydia Stoltze

Im Sommer 1908 bei der Rückkehr an die Küste der Insel lernte Lerner die Frankfurterin Lydia Stoltze (
- 21. Juli 1873; † 10. Juli 1954) kennen. Sie war das jüngste von acht Kindern aus der 9-jährigen Ehe des Dichers Adolf Stoltze. Lydia Stoltze hatte im August eine Reise mit dem Dampfer Thalia vom Österreichischen Lloyd unternommen. Auf der Stelle verliebte sie sich in den Polarfahrer, der in einem abenteuerlichen Zustand vor ihre Augen getreten war. (Lerner-Stoltze, S. 245). Die beiden verlobten sich sofort unter dem 80. Breitengrad. Die Eltern in Frankfurt waren entsetzt. "Der un kein annerer" sagte Lydia Stoltze. (Lerner-Stoltze, S. 245). Im Spätsommer zurück in Frankfurt, nahm der sorgende Vater Adolf Stoltze den Polarfahrer, der immerhin der Sohn des Bürgermeisters von Linz am Rhein war, mit zum Apfelwein nach Sachsenhausen. Beim vierten Schoppen und vielen Erzählungen kamen sich die beiden Herrn menschlich näher. Nach dem achten Schoppen akzeptierte der Vater den neuen Schwiegersohn. Das Paar heiratete im Februar 1909. Sie wohnten zunächst in Berlin-Charlottenburg, Schlüterstr. 76. 1910 wurde dem Paar die Tochter Luise geboren. Von Juni bis Dezember 1910 lebten Lydia und Theodor Lerner in Norwegen. Seit 1911 wohnten Lerners in Frankfurt. Noch im Sommer des Jahres 1909 wollte das Paar nach Spitzbergen fahren, wo Lydia als erste Frau der Welt zu überwintern gedachte. Sie fuhr schon einmal für einige Wochen nach Berlin, um sich die Ausrüstung zu kaufen. Doch bald drauf depeschierte sie nach hause: "Überwinterung aufgegeben - Theodor plant mit Zeppelin eine Nordpolexpedition - Lydia" (Lerner-Stoltze, S. 246)

Parseval und Zeppelin

Der Luftschiffbauer August von Parseval trug sich im Herbst 1908 mit dem Gedanken, ein Pol-Luftschiff zubauen. Es kommt zum Gedankenaustausch und Zusammenarbeit mit Lerner in dieser Sache. Am 25. Mai 1909 wurde in Frankfurt am Main die "Internationale Luftfahrt-Ausstellung" eröffnet. An diesem Tag erzählte Lerner, empfohlen von H. Hergesell, dem Grafen Zeppelin von seinem Gedanken eines Polflugs. Zeppelin zeigt sich interessiert. Daraufhin löste Lerner im Juli 1909 seinen Vertrag mit Parseval, der ja ähnlichen Zielen diente. Theodor Lerner wurde Generalsekretär der Deutschen Arktischen Luftschiff - Expedition unter Zeppelin. Im Frühjahr 1910 teilte Zeppelin Lerner dessen Entlassung mit. Ihm, Zeppelin, seien von verschiedensten Seiten Mitteilungen über die Vergangenheit Lerners zu Ohren gekommen, in denen von ehrenrührigen Handlungen Lerners die Rede sein. Lerner forderte die Herausgabe der Namen der Verleumder. Zeppelin lehnte dies ab. Es kam zu einer Duellforderung Zeppelins gegen Lerner. Lerner nahm an. Eine Ehrenkommission klärte die Angelegenheit und stellte fest, daß Lerner Unrecht widerfahren sein. Zeppelin erklärte sich für schuldig, worauf Lerner seine Forderung zurückzog. Gerichtlich wäre Zeppelin zur Mitnahme Lerners bei einer Expedition verpflichtet gewesen. Zur Erkundung eines möglichen Polflugs unternahm Ferdinand Graf Zeppelin im Sommer 1910 mit LZ 127 eine Expeditionsreise nach Spitzbergen. Das Schiff der Reise war Lloyd-Dampfer "Mainz" unter Kapitän Max Dietrich (
- 27. November 1870 Angermünde; † 27. November 1916 Hartlepool). Weitere Teilnehmer der Reise waren Prinz Heinrich von Preußen und der Polarforscher Erich von Drygalski (
- 1865, † 1949). Man inspizierte unter anderem den Wellmann-Hangar in Danskoya. Vor Ort kamen die Teilnehmer der Reise freilich zu der Meinung, dass eine Erreichung des Pols mit dem Zeppelin nicht in Angriff genommen werden sollte. Diese Erkundungsfahrt wurde in einem wohlausgestatteten Buch beschrieben. (Adolf Miethe/ H. Hergesell, Mit Zeppelin nach Spitzbergen, Berlin/ Leipzig 1911, 296 Seiten) Im Sommer 1913 leitete Lerner die eigene Expedition zur Rettung von Leutnant Herbert Schröder-Stranz und seinen Leuten. Ein Mitglied dieser Rettungsaktion war der bekannte Kameramann Sepp Allgeier.

Krieg und Frieden

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges war Lerner vor Toul im Schützengraben als Landwehr-Offiziersstellvertreter und im Argonnerwald. Im November des Jahres lag er mit dem 81. Infanterieregiment in vorderster Feuerlinie im Priesterwald. Hier zeichnete er sich durch große persönliche Tapferkeit aus, avancierte zum Leutnant, wurde Führer der 3. Kompagnie und erhielt im Dezember das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Späterhin wurde er sogar zum Ritter des Eisernen Kreuzes befördert. Im Februar 1915 ließ Lerner in Frankfurt nahe der Festhalle einen Musterschützengraben anlegen, ausgestattet mit Fußangeln, Stacheldrahtverhau und spanischen Reitern. Für ein Eintrittsgeld war diese Anlage dem interessierten Frankfurter Publikum zugänglich. Im November 1918 kehrte Lerner zurück zu seiner Familie. Er wurde Mitglied der Kriegerkameradschaft Frankfurt und stand politisch der Deutschnationalen Volkspartei nahe, die er 1924 auch finanziell unterstützte. Im Jahr 1926 plante er zusammen mit russischen Stellen eine Flugbootexpedition mit Dornier-Flugbooten. Die Anstrengungen der Planung ließen ihn aber schwer herzkrank werden, so daß er den Plan aufgab. Theodor Lerner starb 65jährig zwei Tage nach einem Schlaganfall am 12. Mai 1931 im Grüneburgweg 95. Er war gerade damit beschäftigt, seine 25jährige Polarfahrertätigkeit in seinem Buch "Im Banne der Arktis" niederzuschreiben, als ihn der Tod ereilte. Sein Grab befindet sich auf dem Frankfurter Hauptfriedhof [http://www.frankfurter-hauptfriedhof.de]links am alten Hauptportal. Erhatte sieben Polarfahrten unternommen. Eine Inselgruppe in der Liefde-Bai und ein Kap am König Karls Land in Spitzbergen wurden nach Lerner benannt.

Literatur


- Lydia Lerner-Stoltze, (Bearb. von Luise Bodensohn) Adolf Stoltze. Ein Dichterleben für Frankfurt, Frankfurt (W. Kramer) 1983.
- Eckart G. Franz, Hessische Entdecker. Forschungsreisen in fünf Erdteilen, Ausstellungskatalog Darmstadt 1981, S. 36 (Lerner); 32-35 (Weyprecht).
- Theodor Lerner, Im Banne der Arktis, Zürich (Oesch-Verlag) 2005.

Weblinks


- Lerner, Theodor Lerner, Theodor Lerner, Theodor Lerner, Theodor Lerner, Theodor Lerner, Theodor Lerner, Theodor

Russland

Russland (russisch Россия), bzw. Russische Föderation (russisch Российская Федерация, ) - beide Bezeichnungen sind gleichwertig - ist ein Staat in Osteuropa und Nordasien und der flächenmäßig größte Staat der Erde.

Geografie

Bild:Rs-map.png

Nachbarländer und Meere

Im Folgenden sind die an Russland angrenzenden Nachbarländer und Meere entgegen dem Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben. Das russische Kernland grenzt an die skandinavischen Staaten Norwegen (196 km) und Finnland (1340 km), gefolgt von einem kurzen Küstenstreifen zur Ostsee. Danach teilt sich Russland eine Grenze mit den baltischen Ländern Estland (294 km) und Lettland (217 km), weiter südlich gefolgt von Weißrussland (959 km) und der Ukraine (1576 km). Das Schwarze Meer trennt die europäischen Grenzen Russlands von denen zu Kleinasien. Im Kaukasus grenzen Georgien (723 km) und Aserbaidschan (284 km) an. Es folgt ein Küstenstreifen am Kaspischen Meer und eine lange gemeinsame Grenze mit der zentralasiatischen Republik Kasachstan (6846 km). In Ostasien grenzt Russland erstmals an die Volksrepublik China (etwa 40 km) und dann an die Mongolei (3485 km). Danach trifft das russische Hoheitsgebiet zum zweiten Mal mit der VR China zusammen (3605 km). Mit Nordkorea (19 km) besteht die letzte Landverbindung zu einem anderen Staat. Danach folgen die Küstenlinien zum Japanischen, dem Ochotskischen Meer, zum Pazifischen Ozean und schließlich zur Beringsee. Über die nur etwa 85 km schmale und 30 m bis 50 m tiefe Beringstraße ist Russland im äußersten Osten von seiner ehemaligen Kolonie Alaska (die 1867 an die USA verkauft wurde und seit 1959 offizieller Staat der USA ist) getrennt. Der gesamte nördliche Teil des Landes grenzt an den Arktischen Ozean. Dort befinden sich auch einige große und viele kleine Inseln, die ebenfalls zum russischen Staatsgebiet gehören. Die Gesamtlänge der Landesgrenzen beträgt 20.017 km, die Küstenlinie umfasst 37.653 km. Neben dem Kernland besitzt Russland noch zwei Exklaven:

Exklaven

Exklave Die größte russische Exklave ist der nördliche Teil des ehemaligen Ostpreußen, die heutige Oblast Kaliningrad (dt.: Königsberg). Die Exklave grenzt an Litauen (227 km) und Polen (206 km) und ist wie das Mutterland Ostsee-Anrainer. Sie beherbergt die gleichnamige Stadt Kaliningrad. Die zweite Exklave befindet sich in der Schweiz: das 1899 von Russland mit schweizer Genehmigung errichtete Suworow-Denkmal in der innerschweizerischen Schöllenenschlucht zählt zum russischen Hoheitsgebiet. Vermutlich wurde das nur 563 m² große Territorium an Russland übergeben, damit die Neutralitätsgesetze der Schweiz nicht verletzt werden. Der Exklavenstatus ist umstritten.

Strittige Gebiete

Südlich der russischen Halbinsel Kamtschatka liegt die Inselgruppe der Kurilen. Die Kette von etwa 30 Inseln erstreckt sich bis 4km vor die Küste Japans. Die Inseln standen seit 1875 unter japanischer Hoheit, als das sowjetische Russland sie 1945 im Zweiten Weltkrieg eroberte. Die südlichen Kurilen werden bis heute von Japan beansprucht. Seit 2004 laufen wieder Verhandlungen zwischen den beiden Staaten, die den Gebietsstreit beenden sollen. siehe auch: Kurilenkonflikt In der russischen Teilrepublik Tschetschenien versuchen islamische Unabhängigkeitsbewegungen, einen souveränen Staat zu errichten. De facto herrscht in der kaukasischen Republik seit 1994 permanenter Kriegszustand, wobei beide Seiten die Auseinandersetzung mit äußerster Härte austragen. Im Zusammenhang mit dem Konflikt stehen unter anderem die Geiselnahme in einem Theater in Moskau 2002 sowie die Geiselnahme von Beslan, bei der 2004 insgesamt 368 Menschen ums Leben kamen. Der Tschetschenienkonflikt stellt die gegenwärtig schwerste Krise Russlands dar und seine Lösung ist wahrscheinlich die größte Herausforderung der russischen Regierung. An dem Fluss Amur, der die Grenze Russlands zur VR China bildet, kam es v.a. während der Sowjetzeit zu diversen Auseinandersetzungen, die auch zu Grenzgefechten führten. Auch in der heutigen Zeit gibt es vereinzelt Gefechte zwischen russischen und chinesischen Grenzsoldaten. Da aber keine Seite offiziell Anspruch auf Gebiete jenseits des Flusses erhebt, werden diese Streitigkeiten nicht als ein schwerwiegender Konflikt betrachtet.

Großlandschaften

VR China Hauptartikel: Russische Großlandschaften Russland gliedert sich geografisch betrachtet hauptsächlich in die folgenden Großlandschaften (etwa in West-Ost-Richtung):
- Osteuropäische Ebene - westlich des Uralgebirges
- Westsibirisches Tiefland - östlich des Uralgebirges
- Nordsibirisches Tiefland - südlich des Arktischen Ozean
- Mittelsibirisches Bergland - zwischen Jenissei und Lena
- Südsibirische Gebirge - Gebirge im Süden Russlands (bzw. Sibiriens)
- Mitteljakutische Niederung - in der Fluss-Niederung der Lena
- Ostsibirisches Bergland - Gebirge östlich der Lena
- Ostsibirisches Tiefland - südlich der Ostsibirischen See

Flüsse und Ströme

Ostsibirischen See]] Sieben der zehn längsten europäischen Flüsse verlaufen durch russisches Staatsgebiet. An deren Spitze steht die Wolga. Sie ist der längste Fluss Europas und verläuft ausschließlich in Russland. Nach 3.531 km mündet sie schließlich ins Kaspische Meer. Als Wasserweg erfährt die Wolga besondere Bedeutung, da sie Nordeuropa mit Zentralasien verbindet. Mit 2.428 km Länge folgt der Ural. Er entspringt im gleichnamigen Gebirge und verläuft in Richtung Süden nach Kasachstan. Da er erst jenseits der kasachischen Grenze schiffbar wird, hat er für Russland nur geringe wirtschaftliche Bedeutung. Jedoch wird er allgemein als Innereurasische Grenze angesehen. Eine sehr große Bedeutung für die slawischen Staaten besitzt dagegen der Dnepr (auch Dnjepr genannt). Der Strom entsteht westlich von Moskau und fließt anschließend durch Weißrussland und die Ukraine, wo er ins Schwarze Meer mündet. Über den Dnepr-Bug-Kanal ist er mit dem polnischen Fluss Bug und mit Weichsel und Memel verbunden, was den Dnepr zu einer äußerst wichtigen Wasserstraße macht. In Asien verläuft der 2.824 km lange Amur. Er bildet seit 1689 die Grenze zwischen Russland und der Volksrepublik China. Weitere wichtige Flüsse und Ströme sind (alphabetisch sortiert); die bedeutsamsten Flüsse sind kursiv gedruckt): Angara, Bureja, Chor, Don, Düna, Indigirka, Irtysch, Jenissei, Kama, Kolyma, Kuban, Lena, Memel, Moskwa, Newa, Ob, Oka, Petschora, Pregel, Seja, Selenga, Tobol, Tschulym, Steinige und Untere Tunguska, Ussuri, Wjatka, Wolchow.

Gebirge und Berge

Die bedeutendsten Gebirge in Russland sind (alphabetisch sortiert): Altai, Baikalgebirge, Chibinen, Kaukasus, Kolymagebirge, Putoranagebirge, Sajangebirge, Stanowojgebirge, Stanowojhochland, Tannu-ola-Gebirge, Tscherskigebirge, Ural, Werchojansker Gebirge. Der höchste Berg in Russland ist der Elbrus (5.642 m) im Kaukasus.

Städte

Die größten Städte Russlands sind Moskau (10,10 Mio.), Sankt Petersburg (4,66 Mio), Nowosibirsk (1,42 Mio), Nischni Nowgorod (1,35 Mio), Jekaterinburg (1,26 Mio), Samara (1,16 Mio), Omsk (1,15 Mio) und Wolgograd (1,2 Mio). Siehe auch: Liste der Städte in Russland

Klima

Große Teile des Landes sind vom Kontinentalklima mit heißen Sommern und sehr kalten Wintern geprägt. Die vier Klimastationen Moskau, Jekaterinburg, Nowosibirsk und Bomnak liegen alle etwa auf 55° nördlicher Breite von West nach Ost. An ihnen lässt sich die zunehmende Kontinentalität mit immer ausgeprägteren Differenzen zwischen dem wärmsten und kältesten Monat des Jahres gut erkennen. Im Nordosten Sibiriens - beim Ort Oimjakon - liegt der Kältepol der Nordhalbkugel. Bild:Klima_moskau.png|Klimadiagramm Moskau Bild:Klima_jekaterinburg.png|Klimadiagramm Jekaterinburg Bild:Klima_novosibirsk.png|Klimadiagramm Nowosibirsk Bild:Klima_bomnak.png|Klimadiagramm Bomnak Die Klima- und Vegetationszonen verlaufen in Russland weitgehend breitenkreisparallel, so dass stark schematisiert folgende Nord-Süd-Abfolge entsteht:

Bevölkerung

breitenkreis] Russland ist ein Vielvölkerstaat. So leben neben den Russen, die mit 80,0 % die Mehrheit der Bevölkerung stellen, noch fast 100 andere Völker auf dem Gebiet des Landes. Größere Minderheiten sind die Tataren (4,0 %), die Ukrainer (2,2 %), die Tschuwaschen (1,5 %), die Baschkiren (1,4 %), die Wolgadeutschen (0,8%) und andere. Zu den kleineren Minderheiten zählen beispielsweise die Mescheten und die Juden. Sie sprechen meistens Sprachen aus dem Kreis der Uralische Sprachen (Samojedische Sprachen), Altaiische Sprachen und Paläosibirische Sprachen. Siehe: Indigene Völker des russischen Nordens, Sibiriens und des russischen Fernen Ostens Für viele nicht-russische Völker wurden Republiken mit weitgehender Autonomie errichtet. In den letzten Jahren erlebt Russland einen deutlichen Bevölkerungsrückgang von etwa 750.000 Einwohnern pro Jahr. Dennoch ist Russland das zweitwichtigste Einwanderungsland der Welt. Herkunftsländer sind hierbei vor allem die ärmeren, südlichen ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens und des Kaukasus, aber in zunehmender Zahl auch Afrika und Südostasien. Die Mehrheit der Einwanderer stellen bisher jedoch die Russen, die während der Sowjetzeit in anderen Teilrepubliken angesiedelt wurden und nun mit ihren Familien nach Russland zurückkehren. Russisch ist die einzige überall geltende Amtssprache, parallel dazu wird in den einzelnen autonomen Republiken oftmals die jeweilige Volkssprache als zweite Amtssprache verwendet. Das kyrillische Alphabet ist die einzige offizielle Schrift und es besteht die Richtlinie, dass alle jeweiligen Sprachen in Kyrillisch zu schreiben sind. Gegen diese Regelung erhob sich in den vergangenen Jahren mehrmals Widerstand, z. B. von Seiten der Tataren. Die russisch-orthodoxe Kirche bildet die vorherrschende christliche Gruppe in der Föderation der über 60 % der Bevölkerung angehört. Allerdings ist die Zahl der Konfessionslosen mit über 25 % sehr hoch; zu anderen Religionen zählen der Islam (knapp 12 %) und in kleinerem Maße verschiedene protestantische Richtungen (1 Millionen Menschen) (darunter die ELKRAS), die katholische Kirche (ebenfalls rund 1 Millionen Menschen), der Buddhismus (über 1 Millionen) und der Judentum (800000). 73 % der Russen leben in Städten.

Bevölkerungswachstum

Russland verliert ca. 365.000 Einwohner im Jahr (ca. 1.000 Einwohner am Tag). Die Bevölkerungsdichte war 2004 8,46 Einwohner/km², im Jahr 2005 ist diese noch 8,40 Einwohner/km².

Geschichte

Judentum Judentum Judentum Judentum Hauptartikel: Geschichte Russlands

Etymologie

Der alte ostslawische Name für das Gebiet des von Slawen bewohnten Teils des europäischen Russlands, Weißrusslands und der Ukraine war Rus (siehe Kiewer Rus), de