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Böhmisch-Mährische Höhe

Böhmisch-Mährische Höhe

Die Böhmisch-Mährische Höhe (tschechisch Českomoravská vrchovina oder auch Vysočina) ist ein über 150 km langer, weitläufiger Höhenzug, der sich in nordöstlicher Richtung quer durch Tschechien zieht und die Grenze zwischen Böhmen und Mähren darstellt. Das Gebirge wird auch als Mährischer Rücken, Böhmisch-Mährischer Höhenrücken, Böhmisch-Mährische Hochfläche, Böhmisch-Mährisches Plateau, Böhmisch-Mährischer Höhenzug, Böhmisch-Mährischer Gebirgsrücken oder Böhmisch-Mährisches Bergland bezeichnet. Es stellt ein langwelliges Hügelland im Höhenbereich von etwa 500 - 800 Meter dar und ist in den Niederungen relativ dicht besiedelt. Seine sanften Höhen sind mit Einzelgehöften und auch vereinnzelt mit Ferienwohnungen und -Häusern überzogen. Die lieblich gerundeten Gipfelflächen bieten dem Wanderer und Urlauber schöne Rundblicke auf Landschaft, Täler und Burgen oder vielfältige Möglichkeiten zur Ausübung von Sport.

Geografie des Höhenzuges

Die Böhmisch-Mährischen Höhen beginnt nördlich des Waldviertels bzw. östlich der Stadt Tábor, etwa auf der Linie von Jindřichův Hradec (Neuhaus) nach Slavonice (Zlabings), der Grenze zu Niederösterreich. Von dort ziehen sie gegen Nordost in Richtung Jihlava (Iglau)) und drehen fast nach Osten, während sich nordöstlich die Saarer Berge anschließen. Die Böhmisch-Mährischen Höhen laufen erst nahe der polnischen Grenze aus, etwa bei Česká Třebová (Böhmisch Trübau) und Moravská Třebová (Mährisch Trübau) südlich des Adler- und Glatzer Schneegebirgees. Jenseits des Oberlaufs der March (Morava) steigt das Gelände im Bielengebirge und Hrubý Jesenik (Altvatergebirge) wieder auf etwa 600m an, bis weiter östlich die Oderberge folgen. Die Böhmisch-mährische Höhe ist knapp 200 km lang und macht den Eindruck eines Hügellandes, obwohl sie Höhen bis 840 m erreicht. In weiten Teilen ist es eine langwellige Hochfläche, die nur durch vereinzelte, teilweise tief eingeschnittenen Täler gegliedert ist. Diese Täler sind relativ dicht besiedelt, die Höhen etwa zur Hälfte bewaldet. Die andere Hälfte sind oft kilometerweite Kukuruz- oder Getreidefelder, deren Größe eine Folge der kollektiven Bewirtschaftung in den Zeiten der CSSR von 1945 bis 1989 ist.

Geologische Geschichte

Sein Aussehen erhielt das geologisch alte Rumpfgebirge der Böhmischen Höhe (Česká Vysočina) während der erdgeschichtlichen frühen Epochen des Paläozoikums und der mesozoischen Trias. Wie der Böhmerwald (Šumava) gehört es zu den ältesten Gebirgen der Böhmischen Masse - deren kristalline Gesteine (vor allem Granit und Gneis) - sich in einigen Kilometern Tiefe bis nach Österreich und Bayern erstrecken. Der Westrand dieses Grundgebirges wird in Nordostbayern und Böhmen in die Saxothuringische und Moldanubische Region unterteilt. In der ersten Phase (variszische Gebirgsbildung) entstanden Eruptivgesteine des Devon und Karbon. Es kam zu Bildung tektonischer Klippen und eines riesigen Gebirgszugs, der sich von den (damals noch nahen) Appalachen über Nordspanien, die Bretagne und das Massif Central bis nach Mitteldeutschland und Mähren zog. Ein Zeuge dieser Gebirgsbildung, die auch hercynische Faltenbildung heißt, ist bis heute die Überschiebung des Moldanubikum (s.a. Mühl- und Waldviertel) auf das Moravikum. Dieses wurde tief subduziert, teilweise aufgeschmolzen und sein Magma bildete im Hochsteigen Plutone aus Granit und Ferrit. Im Laufe hunderter Jahrmillionen wurde das Gebirge von einigen Kilometern Höhe auf nur 800 m erodiert. Im Süden geriet es bei den Gebirgsbildungen des Tertiär tief unter die Alpen. Doch zeigt die böhm.Masse auch Gesteine, die als kaledonische Reste sogar über 800 Mill.Jahre alt sind, und junge Sedimente etwa bei Boskovice oder zwischen Gmünd und České Budějovice (Budweis). Das Gebirge ist in mehrere Regionen eingeteilt. Das Iglauer Gebirge (tschech. Jihlavské vrchy) ist zwar der höchste Teil (Javořice 837 m.ü.Adria), doch sind die Saarer Berge bedeutender unter anderem für den Tourismus. Viele Talausgänge werden von Burgen beherrscht, die teilweise in der Zeit der Hussitenkriege in der Nähe der Stadt Tabor (Stadt) errichtet wurden. Am Randabfall des Höhenzuges liegen touristisch und kulturell reizvolle Städte mit oft sehr mittelalterlichem Flair, von denen Leitomischl und Teltsch die schönsten sind.

Weblinks


- [http://www.ceskehory.cz/vrchovina/default_gr.asp?menu=25&content=document&ID=23 Fotogalerie der Böhm.-mährischen Höhen] Kategorie:Gebirge in Tschechien Kategorie:Geologie Kategorie:Böhmen Kategorie:Mähren

Tschechien

Tschechien (tschechisch Česko) oder die Tschechische Republik (tschechisch Česká republika , Details zum Namen siehe unten) liegt in Mitteleuropa und grenzt an Deutschland (810 km) im Westen und Nordwesten, an Polen (762 km) im Norden, die Slowakei (252 km) im Osten und Österreich (466 km) im Süden. Tschechien umfasst traditionell die drei historischen Länder Böhmen, Mähren und Mährisch-Schlesien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese in acht Regionen aufgeteilt (6 für Böhmen, 2 für die anderen beiden Landesteile), seit dem Jahr 2000 gilt eine neue Verwaltungsgliederung in 14 Regionen (siehe auch Verwaltungsgliederung Tschechiens). Der Staat wurde 1999, einige Jahre nach Auflösung des Warschauer Vertrags Mitglied der NATO und trat am 1. Mai 2004 der Europäischen Union bei.

Geografie

Europäischen Union Tschechien hat durch seine Randgebirge eine topografisch klare Gliederung: es besteht aus mehreren Beckenlandschaften, die von Gebirgen umgeben und unterteilt werden. Deswegen sagt man z. B. in Oberösterreich "ich fahre nach Böhmen hinein" - und nicht hinüber. An der Südwest-Grenze Tschechiens liegt der Böhmerwald (Šumava, 1.000 bis 1.400 m), im Nordwesten das Erzgebirge (Krušné Hory, Keilberg 1.244 m) und im Norden die Sudeten (Sudety), welche im Riesengebirge mit der Schneekoppe 1.602 m erreichen. Südöstlich des Erzgebirges breitet sich zu beiden Seiten der Elbe (tschech. Labe) das Böhmische Mittelgebirge aus. Böhmen und Mähren werden durch die niedrige Böhmisch-Mährische Höhe (600 bis 800 m) voneinander getrennt. Mähren hat im Osten Anteil am Karpatenvorland und im Süden am Wiener Becken. Seine Ostgrenze zur Slowakei bilden die Beskiden und Weißen Karpaten, und nur die Südgrenze zu Niederösterreich bildet großteils ein Fluss - die stark mäandrierende Thaya (Dyje). Auf den Gipfeln vom Böhmerwald, Böhmischen Mittelgebirge, den Beskiden und dem ersten Ausläufer der Karpaten verläuft die Europäische Wasserscheide. Europäische Wasserscheide Die Beckenlandschaften sind sehr fruchtbar. So wird in Böhmen, vor allem im Saazer Becken, Hopfen angebaut (Böhmen ist eines der traditionellen Bierbrauerländer), in Mähren wird Wein angebaut. Tschechien liegt in der gemäßigten Temperaturzone der Erde. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 7,9 °C bei milden Wintern (Februar: 0,5 °C) und kühlen Sommern (Juni: 18,6 °C). Die Jahresniederschlagssumme beträgt 508 mm; ein relativ geringer Wert aufgrund der Lee-Lage östlich beziehungsweise südöstlich des Böhmerwalds, des Oberpfälzer Walds und des Erzgebirges. Alle zwölf Monate sind humid.

Bevölkerung

Bevölkerungsanzahl: 10,3 Millionen Einwohner (Juni 2005) Ethnische Gruppen: Tschechen 94 %; Slowaken 3 %; Minderheiten von Polen, Deutschen, Ungarn und Roma insgesamt 3 % Flüchtlinge: 1297 Bevölkerungsverteilung: in Städten 75 %; auf dem Land 25 % Lebenserwartung: Männer 72 Jahre; Frauen 79 Jahre Altersstruktur: 0-14 Jahre 15,4 %; 15-64 Jahre 70,6 %; über 65 Jahre 14,0 % Bevölkerungswachstum: -0,08 % (2005) Fruchtbarkeitsrate: 1,2 Geb./Frau Religionen: römisch-katholisch 39 %; protestantisch 5 %; orthodox 3 %; konfessionslos 40 %; sonstige 13 %

Größte Städte

Siehe auch: Liste der Städte in Tschechien, Liste deutscher Bezeichnungen tschechischer Orte, Nationalparks in Tschechien, Liste der Naturschutzgebiete in Tschechien

Staats- und Landesname

Tschechien vs. Tschechische Republik

Laut der Staatenliste auf der Webpage des deutschen Auswärtigen Amtes ist die Kurzform "Tschechien" nur im nichtamtlichen Gebrauch zulässig. Laut Duden, entsprechend dem Wunsch der tschechischen Behörden, entsprechend dem alltäglichen Gebrauch zumindest in Tschechien selbst sowie gemäß tschechischen Normen über die Verwendung fremdsprachlicher Äquivalente des Staatsnamens ist jedoch "Tschechien" eine herkömmliche Kurzform sowie das geografische Äquivalent der Langform ("Tschechische Republik") des Staatsnamens und ist somit mit Namen wie Frankreich, Deutschland, Polen etc. völlig gleichwertig.

Tschechien vs. Tschechei und Geschichtliches

Wegen der Auflösung (Teilung) der Tschechoslowakei am 1. Januar 1993 musste die deutsche und tschechische offizielle Bezeichnung für den neuen Staat beschlossen werden. Eine tschechische staatliche Kommission schlug damals die deutsche Bezeichnung Tschechien vor, zumal offizielle tschechische Kreise auch darum ersuchten, die Form "Tschechei" nicht mehr zu verwenden (siehe dazu unten). Das deutsche Auswärtige Amt zieht allerdings in seiner Namensliste die längere Form Tschechische Republik vor und bezeichnet Tschechien (tschech. Česko) ausdrücklich als nichtamtlich. Beide neuen Namen waren sowohl für Deutschsprachige als auch für die Tschechen gewöhnungsbedürftig und sind es für Teile der deutschen Bevölkerung noch immer. Da es sich aber um eine Festlegung handelt, sollte im offiziellen Gebrauch ausschließlich Tschechien oder Tschechische Republik verwendet werden. Sowohl die Bezeichnung Tschechien als auch Tschechei wurden historisch verwendet. Tschechien ist die ältere Form und bereits 1876 belegt (Österreich-Ungarn: Anlehnung an Kroatien und Slawonien). Tschechei ist hingegen (außer in Teilen Preußens) erst 1918 nach Bildung der Tschechoslowakei aufgekommen - als Kontamination von Tscheche + Slowakei oder als Kontraktion von Tschech[oslowak]ei. Tschechei bezeichnete aber manchmal auch den Gesamtstaat Tschechoslowakei, nicht nur den westlichen Teil. Eine breitere Verwendung des Wortes Tschechei ist erst seit den 1930er Jahren festzustellen. Gleichzeitig kam der ältere Begriff Tschechien außer Gebrauch, so dass er heute von vielen als "Neukonstrukt" empfunden wird. Hinzu kommt, dass die Bezeichnung Resttschechei negativ besetzt ist, weil sie der Propaganda der NS-Diktatur während der Zerschlagung der Tschechoslowakei entstammt (1938/39). Der negative Klang übertrug sich bei den meisten Tschechen auch auf den Begriff Tschechei, obwohl der Begriff kurz vor- und nachher auch in anderem Zusammenhang verwendet wurde. Es war jedoch immer ein Begriff von nicht offizieller Natur. In Erwägung der obigen Argumente haben deutsche und österreichische Sprachforscher sowie die tschechische Regierung beschlossen, den Begriff Tschechien für die 1992 neu entstandene Tschechische Republik zu forcieren. Dementsprechend ist auch seit 1992 in deutschen Nachschlagewerken ausschließlich Tschechien als Kurzform für "Tschechische Republik" vorzufinden. Die Tschechen selbst stellen sich die analoge Frage etwas anders. Das Wort Čechy (Böhmen) hat zwei Bedeutungen: 1. das ganze Gebiet des heutigen Tschechiens, 2. Tschechien ohne Mähren (und Schlesien). "Česko" [tschessko] wurde selten (und eher archaisch) für das heutige Tschechien benutzt (war der Öffentlichkeit eigentlich völlig unbekannt), aber in der Umgangssprache oft als Kurzform für Tschechoslowakei (Československo) für die gesamte Tschechische Republik (Böhmen und Mähren). Doch allmählich hat sich eine Gewohnheit herausgebildet das Wort "Čechy" eher als Tschechien ohne Mähren (und Schlesien) zu gebrauchen. Da sich vor allem die englischsprachige Welt und die ältere Generation Tschechiens immer noch weigert, die Form "Česko" (Czechia) zu verwenden, mit dem Fehlen eines kurzen Namens aber diverse wirtschaftliche und andere Schwierigkeiten verbunden sind, musste der tschechische Senat im Sommer 2004 in einer Sondersitzung die Verwendung von "Česko" anstelle von "Česká republika" offiziell verabschieden. In den 1990er Jahren gab es zum Teil eine Art Medienstreit: die Kurzform "Česko" galt bei einem großen Teil der älteren Bevölkerung als minderwertig - obwohl im Tschechischen eine analoge Wortform schon immer für über 19 Staaten (von Irland (Irsko) bis Japan (Japonsko)) allgemein verwendet wurde. "Česko" ist ähnlich wie Tschechien und Tschechei keine Neubildung von 1992, da der Begriff bereits 1777 belegt ist. Er wurde aber vor 1992 selten verwendet - außer in Fachkreisen und mit Ausnahme der Jahre 1918 und 1968 als logischer Parallelbegriff zu Slovensko (deutsch Slowakei). Die Eigenschaftswörter für "tschechisch" und "böhmisch" sind in der tschechischen Sprache identisch (český). Bild:EGER1.jpg|der Marktplatz von Cheb/Eger - Westböhmen Bild:MARIENB.jpg|Innenansicht der Kolonnade in Marienbad - Westböhmen Bild:LITOM.jpg|Blick auf Litoměřice von der Brücke über die Elbe - Nordböhmen Bild:ELBE1.jpg|Die Elbe zwischen Litoměřice und Ústí nad Labem

Geschichte

Siehe Hauptartikel: Geschichte Böhmens, Geschichte Tschechiens :2. Jh. v. Chr.: Teile des Gebiets des heutigen Tschechiens sind von dem keltischen Stamm der Boier besiedelt, dessen lateinischer Name, Boiohaemum, die Namensgebung für Böhmen ist. :Anfang des 1. Jh. nach Chr.: Die Kelten werden von den einwandernden Markomannen verdrängt oder assimiliert. :4.-5. Jh.: Völkerwanderungszeit :cca. 6. Jh.:Ankunft der Slawen, ihr Ursprung wird östlich des Dnjepr vermutet. :623-658: Samos Reich. :768-814: Böhmen ist vielleicht fränkische Herrschaftssphäre unter Karl dem Großen. :8. Jh-833: Mährisches Fürstentum in Mähren :833: Großmähren unter Fürst Mojmír I. (gefolgt von den Fürsten Rastislav – 894 und Svatopluk - 871) :864: Ankunft der byzantinischen Mönche Kyrill und Method in Großmähren, slawische Liturgie. :869: Kyrill stirbt, Ende der byzantinischen Mission. :888/890-895: Böhmen ist Teil des Großmährischen Reichs :894: Rastislavs Nachfolger Svatopluk stirbt, Beginn des Zerfalls des Großmährischen Reichs, Rückkehr zur westlichen lateinischen Kirche und Kultur. :895: Fürst Spytihněv akzeptiert in Regensburg ostfränkische Oberherrschaft über Böhmen :907: Zerfall Großmährens :929: Der Přemyslide Wenzel (Hl. Wenzel), später fälschlicherweise König Wenzel in einem Weihnachtslied genannt, wird von seinem Bruder Boleslav ermordet und wird der Schutzheilige des Landes. :973: Der Heilige Wolfgang, Bischof von Regensburg, erteilt seine Erlaubnis zur Gründung eines Bistums in Prag, zweiter Bischof wird der Heilige Adalbert (Vojtěch). :1003: Boleslaw I.von Polen erobert Böhmen :1031: Mähren wird Böhmen angeschlossen (und 1182 zur Markgrafschaft erhoben) :1034: Bzetyslav von Böhmen fällt in Polen ein :1085: Der Přemyslide Vratislav II. wird zum ersten böhmischen König gekrönt (der Titel ist ihm von Heinrich IV., dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, verliehen worden). :1212: Goldene Bulle von Sizilien, Kaiser Friedrich II. bestätigt Ottokar I. Přemysl (Erblichkeit des Königstitels). :1296: Böhmisch-Polnische Personalunion unter Wenzel II. und Wenzel III. :1306: Wenzel III. wird in Olmütz ermordet, Ende der Přemyslidendynastie. :1311-1346: Johann von Luxemburg, Sohn des römischen Kaisers Heinrich VII. heiratet Elisabeth von Böhmen, die Tochter von Wenzel II. und wird böhmischer König. :1347: Karl IV., sein Sohn, wird (als Karl I.) König von Böhmen. :1348: Gründung der Prager Universität. :1355: Karl IV. wird in Rom zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt. Er wählt Prag zu seiner Residenzstadt. :1378: In seinem Testament teilt Karl IV. seine Erblande unter seinen Söhnen auf in Brandenburg, Görlitz und das Kerngebiet Böhmen, dessen Herrscher sein Sohn Wenzel IV. wird. Seine Nachfolger (ab 1419) sind Sigismund, Albrecht II. und Ladislaus Postumus :1415: Jan Hus wird während des Konstanzer Konzils auf dem Scheiterhaufen verbrannt – Beginn der Hussiten-Bewegung :1415-1434: Unruhen in Böhmen. Jan Žižka und Prokop Holý führen die Hussiten. Ende der Bewegung nach der Schlacht von Lipany. :1458: Georg von Podiebrad wird von den böhmischen Ständen zum König von Böhmen gewählt. :1471-1526: Nach seinem Tode fällt die böhmische Krone an die polnische Dynastie der Jagiellonen. Der letzte dieser Dynastie gibt durch seinen Tod in der Schlacht bei Mohács gegen die Türken die Krone wieder frei. :1526-1918: Tschechien ist habsburgisches Gebiet, nachdem die böhmischen Stände 1526 den Habsburger Ferdinand I. zum König von Böhmen gewählt haben. :1547: Aufstand der böhmischen Stände gegen Ferdinand I. :1583: Kaiser Rudolf II., Ferdinands Nachfolger, zieht mitsamt dem Hof von Wien nach Prag, welches ein Zentrum von Kunst und Wissenschaft wird. 1609 erlässt er den Majestätsbrief der Religionsfreiheit. :1611: Rudolfs Bruder Matthias Corvinus übernimmt die Macht; die Konfessionsproblematik entflammt aufs Neue. :1618: Gesandte der böhmischen Stände (mehrheitlich protestantisch) dringen in die Kanzlei des Hradschin und werfen zwei kaiserliche Statthalter aus dem Fenster (sie werden dabei nicht getötet). Dieser sogenannte zweite Prager Fenstersturz leitet den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) ein. :1619: Matthias stirbt. Im August wählen die böhmischen Stände den deutschen Protestanten Friedrich von der Pfalz zum König. Indem er im Herbst in Prag gekrönt wird und dort seine Residenz aufnimmt, wird der innerhabsburgische Konflikt zu einer Reichsangelegenheit. :1620: Schlacht am Weißen Berg. Friedrich von der Pfalz flieht aus dem Land ("Winterkönig", da er nur einen Winter regierte). Hinrichtungen und das Exil des böhmischen Adels. Die nun beginnende Epoche wird in der tschechischen Geschichte temno, die Zeit der Dunkelheit genannt. Kaiser Ferdinand II. (1619-1637) führt eine Unterdrückungspolitik gegen Nicht-Katholiken. Protestanten fliehen (Comenius) oder werden hingerichtet. Dreiviertel des böhmischen Adels flieht. In Böhmen wird Deutsch zur Amtssprache erhoben. Tschechisch wird nur auf dem Lande gesprochen. :1740-1780: Herrschaft von Maria Theresia. :1780-1790: Herrschaft ihres Sohnes Joseph II. Der "aufgeklärte" Absolutismus mündet in die Aufklärung. :1781: Aufhebung der Leibeigenschaft. :Ende des 18. Jh. - 1885: sgn. Tschechische Nationale Wiedergeburt. Als Reaktion auf den österreichischen mit der Aufklärung zusammenhängenden Zentralismus formieren sich seit dem Ende des 18. Jh. Intellektuelle in der tschechischen Nationalbewegung (Wiedergeburt). Sie fördern die Pflege, Anerkennung und Verwendung der tschechischen Sprache (unterstützt auch von den deutschen Romantikern). Dem folgt später das Verlangen nach politischer Autonomie. :1848: Slawenkongress in Prag. Ein Aufstand wird niedergeschlagen. Die Industrialisierung beginnt - und Böhmen wird das "industrielle Rückgrat" von Habsburg. :1914-1918: Erster Weltkrieg. Gegen die Monarchie bildet sich im Exil eine tschechische und slowakische, von Tomáš Garrigue Masaryk angeführte, Opposition. :28.10.1918: Gründung der Tschechoslowakischen Republik, T.G. Masaryk wird erster Staatspräsident. Die bis dahin Ungarn administrativ unterstellte Slowakei schließt sich dem neuen Staat an (Milan Rastislav Štefánik). :1919: Beitritt/Anschluss der Karpato-Ukraine (nach 1945 fällt sie an die Sowjetunion). :1920: Anschluss Teschens :1918-1938: sgn. Erste tschechoslowakische Republik :1933: Gründung der Sudetendeutschen Partei (SdP) durch Konrad Henlein. :24.04.1938: Karlsbader Programm: die SdP fordert die völlige Autonomie des Sudentenlandes. Die Gegenvorschläge der Regierung in Prag werden abgelehnt. :29.09.1938: Hitler, Mussolini, Chamberlain und Daladier unterschreiben das Münchener Abkommen (was die Tschechen "Münchener Diktat" nennen). Die Grenzgebiete werden von der deutschen Armee besetzt. :05.10.1938: Präsident Edvard Beneš geht ins Exil nach England. Sein Nachfolger wird Emil Hácha. :15.03.1939: Einmarsch und Besetzung durch deutsche Truppen. Bildung des Protektorats Böhmen und Mähren. Die Slowakei wird als Schutzstaat des Deutschen Reiches eigenständig (1939-1945). :10.06.1942: Auf Statthalter Neurath folgt Reichsprotektor Heydrich, der im Juni nach einem Attentat stirbt. Brutale Vergeltungsmaßnahmen, u. a. die Liquidierung des Dorfes Lidice. :1945: faktische Wiederherstellung der Tschechoslowakei; "Kaschauer Programm" der neuen Regierung unter Premierminister Fierlinger; amerikanische, sowjetische, tschechoslowakische Truppen befreien Tschechien: die in Jalta vereinbarte Demarkationslinie zwischen dem US- und dem UdSSR-Gebiet verläuft entlang Budweis, Pilsen und Karlsbad. :05.05.1945: Prager Aufstand gegen die deutsche Besatzungsmacht. :09.05.1945: Einmarsch sowjetischer Truppen in Prag. Präsident Beneš übernimmt die Regierungsgeschäfte. Die nach ihm benannten Beneš-Dekrete sehen eine Bestrafung der Nazis und die Abschiebung der deutschen Bevölkerung unter Gewaltanwendung vor. Die Vertreibung der Sudetendeutschen beginnt. :19.06.1946: Die Kommunistische Partei Tschechiens wird in die Regierung gewählt und kann einen gewaltigen politischen Einfluss ausüben. Klement Gottwald (KPTsch) wird Ministerpräsident. :24.10.1946: Abschluss der Vertreibung von insgesamt 2,7 Mio. Deutschen. :25.02.1948: Vollständige Machtergreifung durch die Kommunisten (KPTsch) - mit Berufung auf die vorangegangenen freien Wahlen. Verfassungsänderung, Umgestaltung des Landes nach sowjetischem Muster. Erster "Arbeiterpräsident" wird Klement Gottwald. :1951-1957: Verfolgung des Klerus und politische Prozesse (Rudolf Slánský). :1957: Antonín Novotný wird Präsident. :1964: Kafka-Konferenz in Libnice (Franz Kafka rehabilitiert). Rufe nach Reformen werden laut und kulminieren auf dem Schriftstellerkongress im Juni 1967 in direkter Kritik der politischen Führung. :03-05.01.1968: Novotný wird vom ZK abgesetzt. Alexander Dubček wird Vorsitzender der KP. Präsident wird General Ludvík Svoboda. Anfangs März folgt die Aufhebung der Zensur. "Prager Frühling" beginnt, die Weiterentwicklung verläuft überwiegend spontan. :05.04.1968: Aktionsprogramm der KPTsch unter Alexander Dubček. Ein "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" wird angestrebt (Verbürgte Versammlungsfreiheit, kleines Unternehmertum, Freilassung der politischen Gefangenen). :21.08.1968: Militärische Intervention - Einmarsch der sowjetischen Truppen und Truppen des Warschauer Paktes (ohne Rumänien und der DDR); Breschnew-Doktrin der "Begrenzten Souveränität der sozialistischen Staaten". Die nachfolgende politische Etappe wird "Normalisierung" genannt. :1.1.1969: Mit dem Inkrafttreten des Verfassungsgesetzes über die tschechoslowakische Föderation entsteht die Tschechische Sozialistische Republik als eine der Teilrepubliken der Tschechoslowakei. :17.04.1969: Ablösung Dubčeks und Wahl Gustáv Husáks zum Generalsekretär der KPTsch. Selbstverbrennung des Studenten Jan Palach. Beginn der "Normalisierung". Die CSSR wird in der Folge einer der konservativsten Mitgliedsstaaten des Ostblocks. :01.01.1977: Bürgerbewegung "Charta 77". :17.11.1989: Das Bürgerforum wird zur tragenden Kraft der "Samtenen Revolution" in Tschechien. :17.11.1989: Die Polizei unterdrückt brutal eine Studenten-Demonstration, was eine Großdemonstration von bis zu 750.000 Menschen nach sich zieht. Unter den Rednern ist auch der Schriftsteller Václav Havel. Die kommunistische Regierung hat die Medien nicht mehr unter Kontrolle und wird nach 40 Jahren ohne Blutvergießen abgesetzt. :10.12.1989: Staatspräsident Gustáv Husák erklärt seinen Rücktritt. :28.12.1989: Alexander Dubček wird zum Präsidenten der Föderalversammlung gewählt. :29.12.1989: Václav Havel wird von der Föderalversammlung zum Präsidenten der CSSR gewählt. :Anfang 1990: Umbenennung der Tschechischen Sozialistischen Republik (siehe 1969) in Tschechische Republik. :23.04.1990: Umbenennung der Tschechoslowakei in Tschechische und Slowakische Föderative Republik (CSFR). :08.06.1990: Erste freie Parlamentswahlen in der CSFR. :05.07.1990: Václav Havel wird zum Präsidenten der CSFR gewählt. :21.02.1991: Beitritt der CSFR zum Europarat. :16.12.1991: Unterzeichnung des EG-Assoziierungsabkommens. :05.06.1992: Parlamentswahlen in der CSFR. Der Ökonom Václav Klaus (Demokratische Bürgerpartei) wird Ministerpräsident. Er vertritt eine vom Thatcherismus inspirierte Wirtschaftspolitik ("Marktwirtschaft ohne Adjektiv"). Es wird eine Coupon-Privatisierung durchgeführt, wodurch 8 Mio. Tschechen Anteilseigner von privatisierten Firmen werden, was jedoch kein echtes Investment-Kapital nach sich zieht. Der Politiker Vladimír Mečiar wird Ministerpräsident in der Slowakei. In der Folge vereinbaren beide Politiker eine Teilung der Tschechoslowakei in zwei Staaten. :20.07.1992: Präsident Václav Havel tritt von seinem Amt zurück. :25.11.1992: Gesetz über die Auflösung der CSFR im föderalen Parlament. :16.12.1992: Die neue Verfassung der Tschechischen Republik als "demokratischer Rechtsstaat" wird verabschiedet. Die Charta der Grundrechte und -freiheiten, die nach dem Umbruch im Januar 1991 von der tschechoslowakischen Bundesversammlung beschlossen worden war, wird unverändert von Tschechien übernommen. :01.01.1993: Tschechen und Slowaken bilden zwei unabhängige Republiken – Tschechien und die Slowakei. :02.02.1993: Vereidigung des neugewählten Präsidenten Václav Havel. :30.06.1993: Beitritt zum Europarat. :29.10.1993: Wahl zum nicht-ständigen Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen. :17.11.1993: Freiheitstag (Nationalfeiertag) :01.02.1995: Inkrafttreten des EU-Assoziierungsabkommens. :1994-1996: Nach drei Jahren stark negativen Wirtschaftswachstums wächst die Wirtschaft wieder; 1997 folgt aber wieder tiefe Rezession :28.11.1995: Zeichnung der OECD-Beitrittsurkunde in Paris. :31.05.1996: Wahl zum Abgeordnetenhaus. Die regierende Partei wird bestätigt, wenn auch mit Verlusten. :23.07.1996: Zweites Kabinett Klaus'. Dieser muss eine Allianz mit dem Sozialdemokraten Miloš Zeman eingehen, der sich verpflichtet, nicht gegen Klaus' Regierung zu stimmen. Ende der wirtschaftlichen Wachstumsphase, eingeleitet durch einen Bankenkrach (12 Banken insolvent). Grund: Innere Verflechtung von industriellen Großkomplexen, die durch faule Kredite künstlich aufrecht erhalten werden. Die tschechische Wirtschaft fällt in eine tiefe Rezession. :Juni 1997: Bei einer Flutkatastrophe ungewöhnlichen Ausmaßes müssen 40.000 Menschen evakuiert werden. Gesamtschaden: 2,5 Mrd. Euro. :21.01.1997: Unterzeichnung der Deutsch-Tschechischen Erklärung. :24.04.1997: Rede von Präsident Havel vor dem Deutschen Bundestag. :30.11.1997: Václav Klaus tritt nach Spendenaffäre zurück. Nachfolger wird Josef Tošovský. :20.01.1998: Wiederwahl des Präsidenten Václav Havel. :28.06.1998: Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus gewinnen die Sozialdemokraten mit Miloš Zeman (32 %) und können die Regierung bilden. :12.03.1999: Beitritt zur NATO (zusammen mit Polen und Ungarn) und Vorbereitungen für den EU-Beitritt. Ein Hindernis dabei ist das neu errichtete Atomkraftwerk von Temelín nahe der österreichischen Grenze, das trotz der Proteste Österreichs im Oktober 2000 ans Netz geht. :2000: Die Wirtschaft hat wieder einen leichten Aufschwung. Allerdings Kollaps der drittgrößten Bank IPB. :25.09.2000: In Prag wird das Treffen des IMF (Internationaler Währungsfond) und der Weltbank veranstaltet, begleitet von Straßenunruhen und Demonstrationen. 2001. :2000: Die Auseinandersetzungen um die Besetzung des Intendanten des tschechischen Fernsehens Česká televize lässt die alte Feindschaft zwischen Václav Havel und Václav Klaus wieder hervorbrechen. Klaus hatte mehrere seiner Anhänger in die Top-Positionen des Senders manövriert, darunter auch Jiří Hodač als Direktor. Dies löst die größten Demonstrationen in Tschechien seit 1989 aus. Folge: Hodač tritt zurück. Tschechien bekommt ein neues Mediengesetz. :2004: EU-Beitritt

Politik

Die Tschechische Republik ist eine parlamentarische Demokratie. Das Staatsoberhaupt ist der Präsident. Größeren Einfluss hat jedoch der Premierminister. Das tschechische Parlament hat zwei Kammern: das Abgeordnetenhaus und den Senat. Der Präsident wird vom Parlament gewählt. Bei der Wahl muss der Kandidat in den ersten zwei Wahlgängen in beiden Kammern die absolute Mehrheit erreichen, im dritten Wahlgang genügt eine Mehrheit aller anwesenden Abgeordneten. Kandidaten müssen von mindestens 10 Abgeordneten oder 10 Senatoren vorgeschlagen werden und mindestens 40 Jahre alt sein. Die Amtszeit beträgt 5 Jahre, höchstens zweimal hintereinander. Außer der Rechte, die der Präsident im Einvernehmen mit anderen Verfassungsorganen ausübt, hat er das Recht in alleiniger Verantwortung
- das Abgeordnetenhaus unter bestimmten Bedingungen aufzulösen und
- in Gerichtsverfahren einzugreifen bis zur Einstellung des Verfahrens, Strafmaßmilderung und Streichen der Strafen im Strafregister (Begnadigung). Außerdem ernennt er in Eigenverantwortung die Richter (verfassungrechtlich bisher jedoch nicht genügend geklärt) und die Mitglieder des Nationalbankrats. Traditionsgemäß wird der Präsident oft von Bürgern zwecks Durchsetzung ihrer Rechte gegen staatliche Einrichtungen um Hilfe gebeten. Die von ihm ernannten Verfassungsrichter, müssen von dem Senat gebilligt werden. Das Abgeordnetenhaus wird aus Listenkandidaten nach Verhältniswahlrecht gewählt. Es gibt eine Sperrklausel von 5 % für Parteien. Das Abgeordnetenhaus besteht aus 200 Abgeordneten, die mindestens 21 Jahre alt sein müssen. Die Legislaturperiode beträgt 4 Jahre. Der Senat wird aus wahlkreisbezogenen Kandidaten durch eine Personenwahl nach Mehrheitswahlrecht gewählt. Entsprechend der Anzahl der Wahlkreise besteht der Senat aus 81 Personen, die mindestens 40 Jahre alt sein müssen. Die Kandidaten können von politischen Parteien vorgeschlagen (und unterstützt) werden oder unabhängig kandidieren. Die Legislaturperiode eines Senators beträgt 6 Jahre. Die Wahlen erfolgen im Abstand von zwei Jahren, wobei jeweils ein Drittel der Wahlkreise die Wahl bestreitet. Als Wahlkandidaten treten oft bekannte oder honorige Personen des öffentlichen Lebens auf. Stimmt der Senat einem Gesetz nicht zu, muss es von der Abgeordnetenkammer mit der Mehrheit aller Abgeordneten wieder gebilligt werden. Die Zustimmung des Senats wird lediglich bei Änderungen des Verfassungsgesetzes und der Wahlgesetze benötigt. Außerdem beteiligt sich der Senat an der Präsidentenwahl. In alleiniger Verantwortung bestätigt der Senat die von dem Präsidenten ernannten Verfassungsrichter. Die Judikative besteht aus dem Verfassungsgericht und einem vierstufigen Gerichtssystem, in dem den zwei obersten Gerichten (für Verwaltungssachen und Übriges) drei weitere Instanzen untergeordnet sind. In der Exekutive unterstehen der Regierung und deren zentralen Behörden 14 Regionen, (tschechisch: kraje) darunter die Landkreise (okresy) und darunter die Kommunen. (obce). Siehe auch: Verwaltungsgliederung Tschechiens Tschechien wurde am 1. Mai 2004 in die Europäische Union aufgenommen. Von den etwa 55,21 % der tschechischen Wahlberechtigten, die am Referendum teigenommen haben, haben einem Beitritt ca. 77,33 % zugestimmt, also etwa 42,7 % aller tschechischen Wahlberechtigten.

Verwaltungsgliederung

Siehe: Verwaltungsgliederung Tschechiens

Infrastruktur

Der Eisenbahnverkehr liegt größtenteils in den Händen der České dráhy (Tschechische Bahnen). Das Autobahnnetz wird seit dem Fall des eisernen Vorhangs immer weiter ausgebaut. So etwa die Autobahn Prag - Pilsen (- Nürnberg (Deutschland)) oder (Dresden (Deutschland) -) Prag - Budweis (- Linz (Österreich)). Im Jahre 2005 beträgt das gebührenpflichtige Autobahnnetz 800 km. Weitere ca. 200 km befinden sich im Bau, der jedoch durch zahlreiche Einwände erheblich verzögert wird. Trotz niedrigerer Verkehrsdichte ist die Mortalität im Straßenverkehr (bezogen auf Bevölkerungsanzahl) mit 1.215 Toten im Jahr 2004 ungefähr 1,6-mal höher als in Deutschland. Verkehrsflughäfen befinden sich in Prag (9,7 Mio abgefertigter Personen im Jahr 2004, Jahreszunahme 20 %), Brünn, Ostrau und Karlsbad. Die meisten Hauptstädte der Regionen können über Sportflugplätze angeflogen werden.

Flugverkehr

Den innerstaatlichen Flugverkehr betreibt die Fluggesellschaft CSA - die Tschechischen Aerolinien auf der Strecke Prag, Ostrau, Brünn und Karlsbad. Man kann ebenfalls die spezialisierten Fluggesellschaften ausnutzen, die Aussichtsflüge oder den Verkehr mit den kleinen Flugzeugen an viele Orte Tschechiens anbieten.

Schienenverkehr

Die Eisenbahnen der Tschechischen Republik bilden ein sehr ausgedehntes und dichtes Verkehrsnetz. Der Schienenverkehr auf dem Gebiet Tschechiens hat 160-jährige Tradition. Mit Rücksicht auf die Lage in Mitteleuropa ist die Tschechische Republik zu einem wichtigen Transitland geworden. Auf dem Staatsgebiet führen Korridore für Inter-City-Bahnen. Die Fahrpäne stehen auch in der Internetform zur Verfügung, wo man nicht nur Verbindungen aussuchen, sondern auch Fahrkarten reservieren kann. Die Fahrkarten können mittels des automatisierten Systems gekauft werden. Bei den ausgewählten Verbindungen und auf den ausgewählten Bahnhöfen kann man mittels eines Handys Informationen über die Lage des Zuges gewinnen. Für das Jahr 2006 hat die tschechische Regierung angekündigt, sämtliche Bahnhöfe des Landes zu renovieren. Die meist schon über 100 Jahre alten Bauten sind mit der Zeit heruntergekommen. Man erhofft sich durch die Renovierungen einen besseren Verkehr innerhalb und auch außerhalb des tschechischen Staatgebiets, wie z. B. den Ausbau der Strecken nach Deutschland.

Busverkehr

Den Busverkehr in ganz Tschechien betreiben die Privatverkehrsgesellschaften. Die Dichte der Busverbindungen ist ziemlich groß. Im Gegenteil zu den Zügen sind die Busverbindungen in den Regionen am Wochenende begrenzt.

Wasserverkehr

In Tschechien wird der Wasserverkehr nur teilweise auf den Flüssen Elbe und Moldau und auf den geschlossenen Wasserflächen (Stauseen, Seen, Flüssen), die für die Schifffahrt zubereitet sind, realisiert. Die Abschnitte der Elbe und Moldau mit dem internationalen Status sind mit dem europäischen System der Wasserwege verbunden, d. h. mit den Flüssen bis zu den Seehäfen (Elbe-Hamburg) und mit dem System der europäischen Kanäle zu den anderen Flüssen und ihren Binnen- und Seehäfen (Magdeburg, Duisburg, Rotterdam).

Taxis

Das Taxi kann man sofort bestellen oder auch 24 Stunden vorausreservieren. Die Gebühren für Taxis bestehen aus einer festen Summe für das Beistellen des Wagens und aus einer Gebühr für jeden zurückgelegten Kilometer. Die Taxen der Konkurrenzdienste oder in den verschiedenen Städten können unterschiedlich sein, aber die Angabe über die Taxe pro 1 km muss immer auf der Karosserie und im Interieur des Wagens angegeben werden. Jeder Taxifahrer ist verpflichtet eine Rechnung (die Empfangsbestätigung) auszustellen, wenn es der Kunde erfordert.

Stadtverkehr

In größeren Städten sind die Straßenbahn und der Bus gängige öffentliche Transportmittel. In den kleineren Städten gibt es nur Busse. Prag betreibt auch drei Trassen der U-Bahn, die das Zentrum mit den Stadträndern verbindet. Die Preise der Fahrkarten sind in den einzelnen Städten unterschiedlich. Die Fahrkarten für die Stadtverkehrsmittel kann man an Automaten und in den Fahrzeugen kaufen. In Prag und anderen größeren Städten sind touristische Fahrkarten für mehrere Fahrten, z. B. Wochenfahrkarten im Verkauf. Beim Eintritt in die Verkehrsmittel ist es nötig die Fahrkarten im Apparat sofort zu stechen.

Radfahren

In den Hauptzentren des Fremdenverkehrs oder in den Städten bereitet man das Netz der Radwege vor oder sie sind bereits aufgebaut, hier kann man auch Straßen- oder Bergfahrräder leihen. Eine Reihe der europäischen Radwege geht durch Tschechien durch. Viele Radwege führen durch hügliches Terrain, wie z. B. die vielen Routen im Böhmerwald, die auch in den Bayerischen Wald führen.

Autobahngebühren

Für die Benutzung der Autobahnen muss man bezahlen. Der Autofahrer ist verpflichtet, eine Autobahnmarke zu kaufen, die man auf die Windschutzscheibe von innen heraus aufklebt. Die Autobahnmarken kann man bei der Tschechischen Post, auf den Grenzübergängen oder an den ausgewählten Tankstellen kaufen.

Grundvorschriften

Fahrzeuge müssen in der Winterzeit (27.10.-31.03.) ganztags mit Abblendlicht fahren. Kinder bis 12 Jahre oder kleiner als 150 cm müssen während der Fahrt im Kindersitz befestigt werden. Der Autofahrer darf vor und während der Fahrt keinen Alkohol trinken. Telefonieren ist während der Fahrt verboten. Die Sicherheitsgurte müssen während der ganzen Fahrt umgelegt sein. Motorradfahrer und ihre Mitfahrer sind verpflichtet Motorradhelme zu tragen.

Wirtschaft

Während der sozialistischen Zeit hatte die Tschechoslowakei als Wirtschaftsform die Zentralverwaltungswirtschaft und war wie viele Ostblockstaaten im RGW, einer Analogie zur EWG, eingegliedert. In den 1990er Jahren wurde die Wirtschaft privatisiert. Die Arbeitslosenquote betrug im Jahresschnitt 2003 7,8 % (Angabe des Statistischen Amtes der Tschechischen Republik). Für den Februar 2005 beträgt sie 9,65 %. Es gibt große Unterschiede zwischen den Regionen. So hatte die Hauptstadt Prag 2003 eine Arbeitslosenquote von 4,2 %, die Region Moravskoslezský kraj (Region Mährisch-Schlesien) dagegen 14,7 %. Das Bruttoinlandsprodukt/Kopf liegt (2004) bei 8.351 Euro (2004) (unter den EU-Ländern zwischen dem Portugals und Ungarns), das Wachstum bei 3,7 %, die Inflationsrate bei 3,2 %. Währung: 1 Tschechische Krone (Kc) = 100 Hellers Kurs (Mitte 2004): 1 Kc = 0,03 Euro BSP: 46,7 Mrd. Euro (BSP/Kopf: 4.567 Euro) Wachstumsrate des BIP: 2 % Anteile am BIP: Dienstleistungen 57 %; Industrie 39 %; Landwirtschaft 4 % Arbeitslosenquote: 8,6 % Die tschechische Ökonomik gehörte im Rahmen des ehemaligen kommunistischen Ostblockes zu den am meisten entwickelten. Heute bildet die Mehrheit des Bruttoinlandsproduktes der Dienstleistungssektor. Bedeutsam sind ebenfalls ausländische Investitionen, die die Zusammensetzung der tschechischen Industrie ändern. Den größten Teil der Industrie bildet die Produktion der modernen Industrieanlagen und der Industriekomplexe, die überwiegend für Westeuropa und hochentwickelte Staaten der Welt bestimmt sind. Zu den größten Betrieben der Welt gehört Škoda-Auto, das den wesentlichen Teil des tschechischen Exportes bildet. Im Industriebereich überwiegen die Maschinen-, Lebensmittel- und Holzindustrie, weiter chemische, petrochemische und pharmazeutische Industrie, Glas- und Keramikerzeugung und Glaserei. Die Landwirtschaft beschäftigt sich vorwiegend mit dem Anbau von Weizen, Mais, Gerste, Zuckerrübe, Kartoffeln, Rübe, Futterpflanzen, Weinreben, Gemüse und Obst. Weltbedeutend ist die Hopfenproduktion als Grundlage der Tschechischen Braukultur. Man züchtet vor allem Rindvieh und Schweine. Traditionell ist die Viehzucht und die Wildjagd. Tschechien hat außerdem in der Fischzucht Weltrang. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass sich seit dem EU-Beitritt Tschechiens im Mai 2004, das durchschnittliche Einkommen eines tschechischen Bauerns um 108 % gesteigert hat. Ein Drittel des Gebietes bedecken die von der Industrie bedrohten Wälder, die auch Holz für den Export produzieren. Man fördert Kohle, Kaolin, Ton, Holz, Graphit und Kalkstein. Der Großteil des Erdöls und Erdgases muss aus Russland eingeführt werden. Ein bedeutendes Merkmal der Tschechischen Republik ist das böhmische Glas. Beim Aussprechen des Wortes Kristall erinnern sich die meisten Menschen an das böhmische Land, das auf seinem Gebiet eine so große Anzahl von Glashütten verbirgt, deren Qualität die höchste auf der Welt ist. Es ist hauptsächlich die ununterbrochene Tradition, die aus diesem Handwerk eine künstlerische Geschicklichkeit machte. Viele von diesen Glashütten können besucht werden. Siehe auch: Tourismus in Tschechien, [http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Unternehmen_%28Tschechien%29 Kategorie Unternehmen in Tschechien]

Umwelt

Der Kohlenstoffdioxidausstoß pro Kopf des Landes gehört zum weltweit höchsten.

Kultur

Sport

Der Sport mit dem höchsten Stellenwert in Tschechien ist Eishockey, wo die Tschechen mehrmals Weltmeister (zuletzt am 15. Mai 2005 in Wien mit 3:0 gegen Kanada) und 1998 in Nagano auch Olympiasieger wurden. Viele Persönlichkeiten des tschechischen Sports sind auch weltweit sehr gut bekannt. Man schätzt, dass in den bürgerlichen Vereinigungen der Körpererziehung und des Sports seit dem Jahre 1995 ca. 15 % der tschechischen Bevölkerung organisiert ist. Auch der Wintersport ist in Tschechien beliebt. Bekannte Regionen für Wintersport sind das Riesengebirge im Norden und auch der Böhmerwald im Westen des Landes. Fußball: Die erste Liga umfasst 16 Mannschaften. Zwei davon steigen am Ende der Saison, also nach 30 Spieltagen in die landesweite 2. Liga ab. Von dort steigen dementsprechend zwei Teams in die 1. Liga auf. Die dritthöchste Spielklasse ist zweigeteilt. Den westlichen Teil (Böhmen), deckt die CFL (Ceská Fotbalová Liga - Tschechische Fußballliga, 18 Teams) ab, den östlichen Teil des Landes (Mähren und Schlesien) die MSFL (Moravsko-Slezká Fotbalová Liga - Mährisch-Schlesische Fußballliga, 16 Teams). Der jeweilige Meister der beiden dritten Ligen steigt in die zweite Liga auf. Der Abstieg aus der zweiten Liga bestimmt auch den Abstieg aus den Ligen darunter mit, denn es können z. B. zwei Mannschaften aus der 2. Liga absteigen die beide in den Bereich der CFL oder eben der MSFL fallen, womit dort eine Mannschaft zuviel wäre. Es muss also noch eine zusätzliche Mannschaft absteigen. Der Unterbau des dritten Levels ist fünfgeteilt. Unterhalb der CFL gibt es drei Gruppen (A, B, C) der Divize, unterhalb der MSFL zwei (D und E). Von diesen Ligen steigt jeweils der Meister in die CFL bzw. MSFL auf, die jeweils letzten zwei in einen der "Krajský Prebor" ab, je nach regionaler Zugehörigkeit. Insgesamt gibt es nach einer Reform 2002/2003 nun 13 Gruppen solcher fünften Ligen (zuvor lediglich 10), 9 als Unterbau der CFL bzw. der Divize A, B, C und 5 als Unterbau der MSFL bzw. der Divize D und E. Die "Krajský Prebor" sind auch die ersten wirklich regionalen Ligen, über die dann auch nur noch im Lokalsportteil der Zeitungen berichtet wird. Siehe auch: Tschechischer Fußball

Weblinks


- [http://www.tschechien-online.org/ tschechien-online.org] Tschechien-online- Deutschsprachiges Informationsportal mit täglich aktualisierten Informationen sowie einem Webkatalog mit über 5000 Links und einem Katalog tschechischer Firmen
- [http://fotos.tsjechie.net/ tsjechie.net] Mehr als 2100 bilder von tschechien
- [http://www.czech.cz/ czech.cz] englischsprachiges Landesportal
- [http://www.hrad.cz/cz/ hrad.cz] Homepage des Präsidenten der Tschechischen Republik
- [http://www.vlada.cz/1250/aktuality.htm vlada.cz] Tschechische Regierung
- [http://www.psp.cz/ psp.cz] Tschechisches Parlament
- [http://www.senat.cz/ senat.cz] Tschechischer Senat
- [http://www.concourt.cz/ concourt.cz] Ústavní soud České republiky - Tschechisches Verfassungsgericht, Brünn
- [http://www.mzv.cz/ mzv.cz] Tschechisches Außenministerium
- [http://www.czso.cz/eng/redakce.nsf/i/home czso.cz] Statistisches Zentralamt der Tschechischen Republik
- [http://www.tschechische-kulturtage.de tschechische-kulturtage.de] Größtes Festival der tschechischen Kultur in Deutschland (Sachsen)
- [http://www.dtsg.de/ dtsg.de] Deutsch-Tschechische und -Slowakische Gesellschaft e.V., Köln
- [http://www.bruecke-most-stiftung.de/ bruecke-most-stiftung.de] Brücken-Stiftung zur Förderung der deutsch-tschechischen Verständigung und Zusammenarbeit
- [http://www.tu-dresden.de/jfaufbau/osteuropa/tschechien.html tu-dresden.de] Linksammlung Tschechien- TU Dresden
- [http://slovnik.seznam.cz/ slovnik.seznam.cz] Wörterbuch- Tschechisch - Englisch/Deutsch/Französisch etc.
- [http://web.volny.cz/najdito/slovnik/ web.volny.cz] Wörterbuch- Tschechisch - Englisch/Deutsch/Französisch
- [http://auswaertiges-amt.de/www/de/infoservice/download/pdf/publikationen/staatennamen.pdf auswaertiges-amt.de] Staatennamen der Bundesrepublik Deutschland PDF-Dokument
- [http://www.collegium-carolinum.de/index.html Collegium Carolinum (CC)/ Institut zur Geschichte, Kultur und Politik der Tschechischen und der Slowakischen Republik]
- [http://www.pragerzeitung.cz/] aktuellste Nachrichten aus Tschechien in deutscher Sprache
- [http://www.turistik.cz/] Reiseangebote und Informationen für die Tschechische Republik
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Böhmen

Böhmen (lateinisch Bohemia, tschechisch Čechy) ist eine historische Region in Mitteleuropa. Sie umfasst die westlichen zwei Drittel Tschechiens. Dazu gehören heute die tschechische Hauptstadt Prag (Praha), die sie umgebende Mittelböhmische Region (Středočeský kraj) und die um diese Region im Uhrzeigersinn liegenden Regionen Liberecký kraj, Královéhradecký kraj, Pardubický kraj, die Westhälfte des Kraj Vysočina, die Südböhmischen Region (Jihočeský kraj), die Region Pilsen (Plzeňský kraj), der Karlovarský kraj, und der Ústecký kraj. Im historischen Zusammenhang wird die Bezeichnung Böhmen oft auch für die Gesamtheit der Länder der Böhmischen Krone verwendet. Böhmens Fläche beträgt etwa 52.060 km². Es grenzt im Nordosten an Polen, im Osten an die historische Region Mähren, im Süden an Österreich, im Südwesten und Westen an Bayern und im Nordwesten an Sachsen. Sachsenzum König. Die Kurfürsten, durch die Wappen über ihren Köpfen kenntlich, sind, von links nach rechts, die Erzbischöfe von Köln, Mainz und Trier, der Pfalzgraf bei Rhein, der Herzog von Sachsen, der Markgraf von Brandenburg und der König von Böhmen.]] Böhmen, dessen Namen sich von dem keltischen Stamm der Boier ableitet (Boiohaemum = Heim der Boier, spätlat.: Bohemia), ist ein Landschaftskessel, begrenzt, bis auf kleine Ausnahmen, durch die Wasserscheiden der Zuflussgebiete der Moldau (Vltava) und der Elbe (Labe) (bis zur Grenze mit Deutschland). In letztere mündet auch die Eger (Ohře), deren Quellgebiet in Franken liegt (im Fichtelgebirge). Am Rand wird das Land von Mittelgebirgen begrenzt, im Nordwesten von dem Erzgebirge, im Nordosten von dem Riesengebirge und dem Adlergebirge und im Südwesten vom Böhmerwald. Die Grenze zu Mähren im Osten bildet der Höhenzug der Vysočina (Böhmisch-Mährische Höhe). Die Kämme der beiden letztgenannten gehören zu der Mitteleuropäischen Hauptwasserscheide. Berühmt sind beispielsweise die Böhmische Küche, das böhmische Bier und die böhmische Blasmusik. Typisch für die böhmische Küche sind Mehlspeisen, Knödel, fettes Fleisch, wenig Salat und Gemüse, dafür süße Nachspeisen. Die kulturellen Traditionen Böhmens sind eng mit denen in Bayern und Österreich verwandt - die Wiener Küche etwa ist ohne böhmische Einflüsse undenkbar.

Landschaft

Die heutigen Grenzen Böhmens sind weit über 1000 Jahre alt, nur das Egerland kam erst im späten Mittelalter dazu. Böhmen wird von drei Seiten durch bergige Landschaften umfasst, ohne jedoch ein eigentliches Kesselland zu bilden. Es schließt sich durch das Fichtelgebirge an die mitteldeutschen Terrassenlandschaften an und ist ebenso wie diese vertikal ausgerichtet. Böhmen hängt mit Mähren so eng zusammen, dass man in dem Raum zwischen Eger, Elbe und Donau einerseits und March und Raab andererseits ein gemeinsamen böhmisch-mährisches Terrassenland verfolgen kann. Die Einzugsgebiete der Donau und der Oder betragen nur 6,4% des Landesgebietes (3.184 km²), während die Elbe mit 48.772 km² den Hauptanteil bringt. Neben der Elbe selbst sind dies die Moldau, die bei Mělník mündet. Das Terrassenland Böhmens wird durch die Elbe und die Eger, die Sasau und Beraun und durch die tiefe Meridianfurche der Moldau gegliedert. Die kleinen, rings umschlossenen Tiefebenen sind folgende:
- Teplitz-Komotauer Becken im Norden
- Laun-Saazer Ebene (an der Eger)
- Theresienstädter Ebene
- Melniker Ebene (Osten) Nimburger Ebene
- Pardubitzer Ebene
- Budweis-Wittingauer Tiefplatte Hier erheben sich auch zahlreiche Berge:
- Engelhäuser Berg (713 m)
- Burberg (591 m)
- Georgenberg (455 m)
- Tockberg (853 m)
- Trschemschinberg (822 m)
- Kubany (1.358 m) Die natürliche Grenze Böhmens nach Westen bildet der Böhmerwald, der durch das Plateau von Waldsassen mit dem Fichtelgebirge in Verbindung steht. Bild:EGER1.jpg|der Marktplatz von Cheb/Eger - Westböhmen Bild:THERES4.jpg|Die "Lange Strasse" in Terezín/Theresienstadt Bild:DECIN.jpg|Blick von der Schäferwand (Pastýřská stěna) über Děčín - Nordböhmen Bild:KAMENIC.jpg|im Tal der Kamenice - Ortsausgang Jetřichovice - Nordböhmen

Geschichte

Siehe Hauptartikel: Geschichte Böhmens Geschichte Böhmens]

Verwaltungsgliederungen in Böhmen

Alte böhmische Kreise

Der deutsche Kaiser Karl IV., zugleich König von Böhmen, begann in der Mitte des 14. Jahrhunderts, sein Königreich in große Verwaltungseinheiten einzuteilen. Eine solche Verwaltungseinheit hieß in den Urkunden auf deutsch Kreis, auf tschechisch kraj und auf lateinisch circulus). Es gab allein im Landesteil Böhmen je nach Zeitperiode 7 bis 16 Kreise. (Mähren und Österreichisch-Schlesien hatten zusammen etwa (2 bis 6)+2 Kreise.) [Achtung: Der preußischen Verwaltungstradition folgend ist der deutsche Begriff für einen heutigen tschechischen kraj meistens Bezirk oder Region!] Die Zahl (7 bis 16) der alten böhmischen Kreise, und somit auch deren Größe, änderte sich mehrmals. Diese Kreiseinteilung galt zwar bis 1862, spielte aber schon kurz nach der Revolution von 1848 praktisch keine Rolle mehr für die Verwaltung.
(Siehe auch Weblinks.)

Politische Bezirke und Gerichtsbezirke

Ab 1850 wurden in allen Gebieten der Monarchie außer Ungarn die alten großen Kreise durch politische Bezirke (der Exekutive) ersetzt, von denen jeder aus einem oder mehreren Gerichtsbezirken (der Judikative) bestand. In den österreichischen Bundesländern besteht diese Einteilung bis heute. Normalerweise war ein politischer Bezirk (tschechisch: politický okres) kleiner als ein ehemaliger alter Kreis, und ein Gerichtsbezirk (tschechisch: soudní okres) ist kleiner als ein Politischer Bezirk. Es gab allein im Landesteil Böhmen etwa 104 politische Bezirke und darin etwa 229 Gerichtsbezirke. (Mähren und Österreichisch-Schlesien hatten zusammen 32+9 politische Bezirke.) [Achtung: Der preußischen Verwaltungstradition folgend ist der deutsche Begriff für einen tschechischen okres meistens Kreis!] Diese Bezirkeinteilung galt für Böhmen (abgesehen von kleineren Änderungen) bis 1938, also auch noch nach dem Ende des Staates Böhmen, in der (Ersten) Tschechoslowakischen Republik (1918 bis 1938).
(Siehe auch Weblinks.)

Stadt- und Landkreise neben Politischen Bezirken und Gerichtsbezirken

Aufgrund des Münchner Abkommens vom 29. September 1938 wurde der vorwiegend deutschsprachige Teil Böhmens als Reichsgau Sudetenland dem Deutschen Reich zugeschlagen und (wie in Deutschland) in Stadt- und Landkreise eingeteilt; übergeordnet waren Regierungsbezirke. Der restliche Teil Böhmens (im neu geschaffenen Protektorat Böhmen und Mähren) blieb weiterhin in Politische Bezirke und Gerichtsbezirke eingeteilt, wobei allerdings je über einer Gruppe von Politischen Bezirken noch ein Oberlandratsbezirk eingeführt wurde.
Im gesamten Reichsgau Sudetenland gab es 5 Stadtkreise und 52 Landkreise. (Im gesamten Protektorat Böhmen und Mähren gab es 67+30 politische Bezirke.) Diese Verwaltungsgliederung galt bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges (1945).
(Siehe auch Weblinks.)

Böhmische Kultur

Böhmen war stets eine europäische Region, in der religiöse und ethnische Gegensätze aufeinander trafen. Dies erzeugte Konflikte, aber auch reiche Wechselwirkungen, in denen die Teilkulturen einander befruchtet haben. Die böhmische Kultur ist in ihrer Vielfalt geprägt vom Zusammenwirken und Aufeinanderprallen von deutschen, tschechischen und jüdischen Einflüssen. So war beispielsweise Prag unter den Luxemburgern maßgeblich an der Ausprägung der internationalen Kunst der Parlerzeit beteiligt. Schriftsteller wie Adalbert Stifter, Franz Kafka, Franz Werfel, Friedrich Torberg, Jaroslav Hašek und Karel Čapek oder Komponisten wie Antonín Dvořák, Leoš Janáček und Bedřich Smetana schöpfen in ihren Werken aus diesem Reichtum. Das deutschsprachige Prager Tagblatt galt als eine der besten Zeitungen seiner Zeit. Der Einfluss der böhmischen Kultur insbesondere auf Österreich beschränkte sich nicht nur auf Kunst und Literatur. Auch im Alltagsleben bereicherten böhmische Schöpfungen die österreichische Kultur, etwa in der Küche (Powideltascherln), die bis heute von der Reichhaltigkeit böhmischer Kochkunst zehrt. Auch die sehr seltene Pferderasse der goldenen Kinsky-Pferde, die 1838 in Chlumec von Oktavian Graf Kinsky aus der Adelsfamilie Kinsky begründet wurde, haben in Böhmen ihren Ursprung.

Literatur

Geschichte


- Bosl, K. (Hg.): Handbuch der Geschichte der böhmischen Länder, 4 Bde. Stuttgart 1966-1974.
- Hoensch, J. K.: Geschichte Böhmens. Von der slavischen Landnahme bis zur Gegenwart. München 1997
- Collegium Carolinum (Hg.): Ortslexikon der böhmischen Länder. München/Wien 1983. ISBN 3-486-51761-9.

Kunstdenkmäler


- Poche, Emanuel : Böhmen und Mähren, München/Berlin 1986 (Kunstdenkmäler in der Tschechoslowakei, hg. v. Reinhardt Hootz)
- Zdenek Prochazka - Jan Oulik: HISTORICKE NAHROBNIKY TACHOVSKA - DIE HISTORISCHEN GRABMÄLER DER TACHAUER REGION, Herausgegeben im Verlag "Cesky les" Domazlice 1995: - ISBN 80-901122-69

Sprache


- Fehr, Götz: Fernkurs in Böhmisch. - ISBN 3-458-33033-X

Weblinks


- [http://www.bohemistik.de/index.html Bohemistik.de]
- [http://ekeil.gmxhome.de/vwe-bms.htm Verwaltungsgliederungen in Böhmen bis 1945]
- [http://www.datenmatrix.de/cgi-local/hdbg-karten/karten.cgi?action=detail&templ=01_01_karten_detail&id=24 Karte: Königreich Böhmen um 1619 : Historische Karten (Haus der Bayerischen Geschichte)]

Siehe auch


- Liste der Herzöge und Könige von Böhmen
- Přemysliden
- Karl IV. (HRR)
- Jan Hus
- Habsburg
- Österreich-Ungarn
- Austroslawismus
- Geschichte der Tschechoslowakei
- Tschechische Sprache
- Liste deutscher Bezeichnungen tschechischer Orte
- Mitteleuropa Kategorie:Staat (historisch) Kategorie:Europa Kategorie:Böhmen ja:ボヘミア

Hügelland

Als Hügelland wird eine Form der Landschaft bezeichnet, deren Oberflächenstruktur zwischen der von Flachland (Ebenen, Niederterrassen) und jener des Mittelgebirges liegt. Entscheidend ist aber nicht die (absolute) Höhe über dem Meeresspiegel, sondern die relative Höhe zur Umgebung. Der Begriff "Hügelland(schaft)" ist aber nicht eindeutig definiert; so wird man ihn in den Ebenen Norddeutschlands, Polens oder Ungarns bereits in wiederkehrenden Hügeln von 50 Meter Höhendifferenz sehen, während im Alpenvorland oder in den Voralpen mindestens 100-200 Meter anzusetzen sind.

Struktur: kleinräumig und zufällig

Eine Hügellandschaft hat strukturell- geomorphologisch einen merklichen Anteil an "zufälligen" Komponenten:
- sie ist topografisch nicht so klar gegliedert wie Landrücken oder gar Berglandschaften,
- was an der meist unregelmäßiger angreifenden Erosion liegt (die Exposition der Hänge streut über alle Himmelsrichtungen) und
- kaum parallele Gewässerläufe wie im Gebirge erzeugt.
- Die Siedlungen können in der Niederung oder auf den Anhöhen sein (Sonnenlage im Winter, windabgewandt (Leeseite), früher auch bessere Verteidigung);
- ebenso unterschiedlich können die Ackerflächen liegen - je nach Bodentyp, lokalem Klima und Grundwasser.
- Die Entstehung von Hügeln hat oft andere geologische Ursachen als bei Bergen: Gebirge entstehen durch Faltung entlang von tektonischen Schwäche- oder Störungslinien, denen dann auch die Flüsse folgen. Dadurch ergibt sich ein paralleles Grundmuster, das durch die Erosion noch regelmäßiger werden kann. Diese Eigenschaften hat ein Hügelland kaum. Wenn sich eine "sanfte Hügellandschaft" für die Landwirtschaft eignet, wird ihr kleinräumiger Charakter noch zusätzlich verstärkt: es kann eine bunte Abfolge von Mischwald und offenen Flächen entstehen (Wiesen, Ackerflächen, Obstbau, der entlang der Wege und Böschungen durch Hecken gegliedert ist. Mischwälder, Hecken, Gewässer, Streusiedlungen usw. entstehen, die aus der Luft einem Mosaik ähneln.

Verschiedene Entstehungsprozesse

Die Entstehung von Hügeln und der dadurch geprägte Landschaftstyp hat hingegen vielfältigere Ursachen – unter anderem:
- durch Erosion kleinerer Berge
- aus labilen Hängen durch Erdrutsche und Sackungen
- durch Wind - z.B. in der Eiszeit (siehe Löss)
- durch vegetationsbedingte Ablagerung von Sand oder Staub
- durch fluviatile Schotter und Erosion von Flussterrassen
- durch Gletscher - aus Moränen oder im Vorland als Seenplatte
- durch Vulkanismus und Erdbeben
- durch Asteroiden der Vorzeit
- durch menschliche Aktivität - z.B. Abraumhalden, Deponien, Siedlungshügel
- als Freizeit-Landschaft - z.B. Golfplatz,
  - ...PARK

Einige Landschaften mit Hügelregionen (Mitteleuropa)


- Deutschland:
  - Aachener Hügelland, Münsterland und Beckumer Berge, Lüneburger Heide
  - Mecklenburgische Schweiz, Feldberger Seenlandschaft
  - Rheinhessen, Alzeyer Hügelland
  - Nordsachsen, mittelsächsisches Hügelland, Fläming, Niederlausitz
  - Oberschwaben, Kraichgau, Jagst-Ries
  - Steigerwald, Mittelfranken
- Polen und Ostgebiete:
  - Pommersche Seenplatte, Preußischer-, Baltischer Landrücken
  - Niederschlesien, Region Lodz
- Österreich:
  - OÖ: Innviertel, Hausruckviertel
  - NÖ: teilweise Mostviertel; Weinviertel, Wienerwaldsee
  - Oststeirisches Hügelland, südl.Burgenland, SE-Kärnten
- Schweiz: Freiburger Hügelland, teilweise Jura
  - Schweizer Mittelland, Napf
- Ungarn, Rumänien, Serbien
  - Göcsej, Raabtal, Balaton-Süd; Budaer Berge, Zemplin
  - Slawonien, Batschka, Banat, Siebenbürgen, Dobrudscha

Wiki- und Weblinks


- Physische Geografie, Geologie:
  - Gelände, Landschaftspflege, Rumpflandschaft
  - Flysch, Molasse, Hochterrasse, Seenplatte
  - Hügelgrab, Großmugel, Mugel, Mügeln
  - Hochterrasse, Windenergie
- Landschafts-Verzeichnisse:
  - Landschaften in Baden-Württemberg
  - Liste der Landschaften in Nordrhein-Westfalen
  - Liste der Landschaften in Rheinland-Pfalz
  - Liste der Landschaften in Sachsen
  - Moskauer Höhenrücken,
- [http://huegelland.tripod.com/inhalt.htm Rheinhessisches Hügelland]
- [http://www.huegelland.at/profil.html Hügelland östlich von] Graz-Genussregion
- [http://www.rkk.hu/bacs/dunamente_e.html Along the Danube], Dunamente Kategorie:Physische Geographie Kategorie:Geologie Kategorie:Geomorphologie

Gehöft

Ein Gehöft ist eine Ansammlung von wenigen, meist bäuerlichen Gebäuden außerhalb von Dörfern. Es ist kleiner als ein Weiler und besteht aus einem Haupthaus mit, möglicherweise im Haupthaus integrierten, Ställen und weiteren funktionalen Gebäuden. Siehe auch: Gut, Gutshof Kategorie:Landwirtschaftliches Gebäude

Wanderer

Der Begriff Wanderer bezeichnet:
- eine Person, die wandert, siehe Wandern.
- eine literarische Figur, siehe der Flaneur
- eine ehemaliger Fahrrad- und Autohersteller, der in Auto-Union aufgegangen ist; siehe Wanderer (Unternehmen) und AT Zweirad, welche die Rechte am Markennamen "Wanderer" innehat und seit 1988 wieder Fahrräder baut
- Titel eines Sciencefiction-Romans von Fritz Leiber, siehe Wanderer (Roman)
- eines der frühesten Computerspiele, siehe Wanderer (Computerspiel).
- ein Familienname: http://www.wanderer.name

Rundblick

Unter Rundsicht versteht man einen freien Blick über den ganzen Horizont, d.h. über 360 Grad. Das Wort wird aber auch für eine "Gute Aussicht" - z.B. auf einem Aussichtsturm - verwendet. Für die Festpunkte der Geodäten ist ebenfalls ein möglichst freier Blick nötig, wofür bisweilen Kirchtürme und spezielle Plattformen ("Hochstand") bzw. Signalstangen dienen. In der Radartechnik - etwa bei der Flugsicherung und Navigation - kennt man das Rundsichtradar. Seine Antenne dreht sich einige Male pro Minute und hat die Form einer Parabel oder eines Zylinders.
- [http://www.gyml.unibas.ch/go/3/rundsicht.htm Rundsicht über Münster]
- [http://www2.bluewin.ch/magazin/index.php/reisen/fotogalerie/445/11 Rundblick vom Säntis/ Schweiz (v.a. Fotos 2-3 und 10-11)]
- [http://mitglied.lycos.de/radargrundlagen/kartei/oldies/radar121-de.html Rundsicht-Radar ASR-3, Berlin 1958]
- [http://www.christian-doppler.com/CD_FONDS/LUFTFAHR.HTM Rundsichtradar und Dopplereffekt] Kategorie:Wahrnehmung

Tábor

Die südböhmische Stadt Tábor liegt in der Südböhmischen Region der Tschechischen Republik und hat ca. 35.000 Einwohner. Tschechischen Republik Tschechischen Republik

Geschichte

Tábor ist bekannt als eine Hochburg der Hussitenbewegung. Im Frühjahr 1420 zogen Anhänger von Jan Hus, die die Stadt Ústí (heute Sezimovo Ústí / Alttabor) unter ihrer Kontrolle hatten, von dort aus auf einen nahe gelegenen Berg, auf dem die Burg Kotnov stand. Sie benannten ihre Stadt nach dem biblischen Berg Tabor und richteten zunächst eine Art Gottesstaat ein (mit Verbot von Privateigentum und sehr rigorosen Moralvorschriften). Schon 1421 zogen die Vertreter dieser Richtung aus der Stadt aus (und wurden in den nächsten Jahren weitgehend ausgerottet), doch war in der Stadt auch weiterhin eine relativ radikale Fraktion der Hussitenbewegung aktiv, die sog. Taboriten. Nachdem diese in der Schlacht von Lipan zusammen mit den sog. Orebiten unterlegen waren, handelte die Führung der Stadt mit Kaiser Sigismund einen Kompromiss aus und wurde 1437 zu einer freien Königsstadt. Doch erst 1452, als die Stadt von Georg von Podiebrad belagert wurde, setzten sich auch hier die gemäßigten Kalixtiner durch. Im 16. Jahrhundert war Tábor eine blühende Handelsstadt, im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt zweimal belagert (1621 und 1648) und zum Teil zerstört. In den zwanziger Jahren des 17. Jahrhundert wurde sie auch gewaltsam rekatholisiert. Ab Anfang des 19. Jahrhunderts war sie ein wichtiges Zentrum der Nationalen Wiedergeburt, u.a. wurde hier 1862 das erste tschechischsprachige Gymnasium gegründet.

Städtepartnerschaften


- Konstanz

Persönlichkeiten

Mit Tábor verbundene Persönlichkeiten


- Jan Žižka von Trocnov (um 1360-1424), der bedeutendste Heerführer der Hussiten
- Edvard Beneš (1884-1948), Mitbegründer, Außenminister und Präsident der Tschechoslowakei

Weblinks


- [http://old.tabor.cz/1jn/index.htm Offizielle Website der Stadt Tábor] (in Deutsch) Kategorie:Ort in Tschechien Kategorie:Tschechische Geschichte

Slavonice

Die Renaissancestadt Slavonice (deutsch Zlabings), liegt im Südwesten von Mähren, Tschechien an der Grenze zu Österreich. Auf 4572 Hektar leben 2.700 Einwohner.

Geschichte

Die Gründung der Stadt erfolge etwa im 12. Jh., die erste schriftliche Erwähnung stammt aus 1260. Ursprünglich handelte es sich um ein Marktdorf, das den Herren z Hradce (ein Ast der Vítkovci) gehörte. Der Ort entwickelte sich langsam zu einer befestigten Stadt. Im 13. Jh. entstand ein unterirdisches Entwässerungssystem, das gleichzeitig der Verteidigung diente. Den größten Einfluss auf die Stadt hatte das 14. Jh. Zu dieser Zeit wurden die für die Stadt typischen Gebäude um den Marktplatz erbaut. Diese bürgerlichen Häuser waren an länglichen Parzellen erstellt, mit engen Höfen, deren hinterer Teil aus Wirtschaftsgebäuden bestanden.

Sehenswürdigkeiten


- Kirche der Himmelsfahrt der Jungfrau Maria (1503-1549). Das barocke Dach stammt aus dem Jahr 1750.

Kontakt

Městský úřad Slavonice, Horní nám., čp. 525, 37881 Slavonice, Telefon 384 401 820, slavonice@dac.cz

Weblink

[http://mesta.obce.cz/slavonice Homepage] (CZ/EN/DE/FR) siehe auch Portal:Tschechien Liste deutscher Bezeichnungen tschechischer Orte Liste der Städte in Tschechien Kategorie: Ort in Tschechien

Jihlava

Jihlava (deutsch Iglau) ist eine Stadt mit 49.865 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2004) in Tschechien. Sie ist ein Zentrum der Kraj Vysočina (deutsch wörtlich Bezirk Hochland) und liegt an der Igel (Jihlava), die die alte Grenze zwischen Böhmen und Mähren bildet. Auch ist sie die älteste Bergbaustadt in den böhmischen Ländern. Zu den wichtigsten Gebäuden gehören die Kirchen von St. Jakob, St. Ignatius von Loyola, St. Johann dem Baptisten und St. Paul, das Rathaus und die Katakomben, die die zweitgrößten in der Tschechischen Republik sind. Auf dem jüdischen Friedhof der Stadt finden sich einige bemerkenswerte Denkmäler, darunter der Grabstein der Eltern von Gustav Mahler. Gustav Mahler wuchs in Iglau auf. Den mit 36.653 m² bemerkenswert großen Marktplatz dominiert seit 1983 ein häßlicher Neubau. Seit 1690 erinnert eine Pestsäule anstelle des mittelalterlichen Prangers an die Seuche. Iglau ist eine uralte Bergbaustadt, in der laut der Legende bereits im Jahre 799 Silber gefördert wurde. König Ottokar I. (1198-1230) richtete eine Bergbau-Kanzlei und ein Münzamt ein. Die Stadt genoss schon sehr früh weitgehende Privilegien, die 1250 von Wenzel I. bestätigt wurden. Im Rathaus existiert eine Sammlung alter Gemeinde- und Bergbaugesetze, die sich bis 1389 datieren lassen. Am 5. Juli 1436 wurde in Iglau der Vertrag mit den Hussiten geschlossen, durch den Kaiser Sigismund als König von Böhmen anerkannt wurde. Eine Granitsäule in der Nähe der Stadt markiert die Stelle, an der Ferdinand I. 1527 den böhmischen Grundbesitzern die Treue schwor. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde Iglau zweimal von den Schweden erobert. 1742 fiel es in preußische Hände und im Dezember 1805 wurden die Bayern unter Wrede in der Nähe der Stadt geschlagen. Iglau mit Umgebung bildete vor 1945 nach dem Schönhengstgau die zweitgrößte deutsche Sprachinsel im Königreich Böhmen bzw. in der Tschechoslowakei. Wenige Wochen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die deutschen Iglauer in einem verlustreichen Fußmarsch in Richtung Süden nach Österreich vertrieben. Vermutlich mehrere Hundert Menschen kamen dabei ums Leben. 1969 im Zusammenhang mit dem Prager Frühling verbrannte sich Vilém Plocek aus Protest gegen die sowjetische Besatzung auf dem Marktplatz. Heute erinnert eine Gedenktafel dort an ihn.

Weblinks


- http://www.jihlava.cz/d_index.asp - Deutschsprachige Homepage der Stadt Jihlava :Dieser Artikel basiert auf einer Übersetzung des Artikels :en:Jihlava aus der englischen Wikipedia, Version vom 13. Juli 2004, der sich seinerseits auf Material aus der unter Public Domain stehenden Ausgabe der Encyclopedia Britannica von 1911 stützt. :Die Informationen zur Vertreibung 1945 stehen dort natürlich nicht, sind aber ebenfalls Public Domain. Kategorie:Ort in Tschechien Kategorie:Sprachinsel

Adlergebirge

Das Adlergebirge (tschechisch Orlické Hory, polnisch Góry Orlickie) ist ein langgestreckter Höhenzug von ca. 790 m in Tschechien. Ein kleiner Teil des Gebirges im Nordosten befindet sich in Polen. Früher wurde er auch als Erlitzgebirge, Grunwalder Gebirge oder Mensegebirge bezeichnet. Das 50 km lange und zwischen 3 und 8 km breite Gebirge ist ein Teil der Sudeten und bildet eine natürliche Grenze zwischen Tschechien und Polen. Es beginnt in Olešnice v Orlických Horách (Gießhübel) und endet in Králíky (Grulich). Die Wilde Adler stellt die Abgrenzung zum parallel verlaufenden Habelschwerdter Gebirge (Góry Bystrzyckie) dar, im nördlichen Teil trennt das Tal der Reinerzer Weistritz diese Gebirge. Die nördliche Fortsetzung der Gebirgskette der Sudeten bildet das Heuscheuergebirge mit seinen markanten Sandsteinformationen. Im Gebirge befinden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie Kirchen, Klöster, Burgen und Schlösser. Den Touristen bietet das Adlergebirge ausgebaute Wander- und Fahrradtrassen und im Winter zahlreiche Skiloipen. Bis 1945/46 war das Adlergebirge überwiegend deutsch besiedelt, die Bevölkerung wurde aufgrund der Beneš-Dekrete aus ihrer Heimat vertrieben.

Heimatlied des Adlergebirges

Das Heimatlied der deutschen Adlergebirgler (Mei Staadtla) in der Mundart der Region gibt Zeugnis von der Armut und Heimatliebe der Menschen: :Tief eim Toale, zwescha Barcha, :leit mei liewe , schiene Häämt, :Griene Wiesa, griene Felder, :vo grien Pescha eigesäämt. : :Dich mei Staadtla lieb ich ennich, :weil mei Harze schleet noch worm, :on ich tu dich nee vergassa, :dich mei Staadtla, klään on orm. : :On die Bächlan, klor on helle :Sprenga flink der Odler zu, :on die Veechalan tun senga: :Häämt mei Häämt, wie schien best du! :Ei der Fremde doocht ich ofte: :Och, wie schien ies’s ieweroal! :Doch om schinnsta ies derhääme :Ei mem griena Odlertoal. : :Wenn der schiene Traam zu Ende :Groabt mich ock derhääme ei, :bei menn Borcha, bei memm Staadtla :Will ich ei a Himmel nei. : :Dich mei Staadtla liebt ich ennich, :weil mei Harze schluch noch woarm. :Tu a du mich nee vergassa, :du mei Staadtla kleen on orm! : Wort und Weise von Oberlehrer Julius Pausewang (1859 – 1938) aus Wichstadtl im Adlergebirge

Bekannteste Berge des Adlergebirges

von Nordwest nach Südost
- Hohe Mense (tschech. Vrchmezí; poln. Góra Orlica) 1084 m
- Sattlerkoppe (Sedloňovský vrch) 1050 m
- Scherlich (Šerlich) 1027 m
- Deschneyer Kleinkoppe (Malá Deštná) 1090 m
- Deschneyer Großkoppe (Velká Deštná) 1115 m
- Vřesník 1097 m
- Orel 1099 m
- Střední vrch 1000 m
- Tetřevec (1043 m)
- Mückenberg (Komáří vrch) 992 m
- Ernestinenberg (Anenský vrch) 991 m

Weblinks


- http://www.orlickehory.cz/ (in Deutsch)
- http://www.orlickehory.net/ (in Englisch)
- [http://www.heimatlandschaft-adlergebirge.de/ Verein der Adlergebirgler]
- http://www.baernwald.de Kategorie: Sudeten Kategorie:Gebirge in Tschechien Kategorie:Gebirge in Polen

March (Fluss)

Die March (tschechisch und slowakisch Morava) ist ein Fluss in Mitteleuropa. Sie ist der Hauptfluss Mährens, das nach ihr benannt ist und in ihrem letzten Stück der Grenzfluss zwischen Tschechien und der Slowakei beziehungsweise Österreich und der Slowakei. Sie entspringt in der nord-westlichen Ecke von Mähren im Glatzer Schneegebirge, einem Teil der Sudeten an der Grenze Polens zu Tschechien und mündet nach 358 Kilometern in Bratislava - Devín in die Donau. Die wichtigsten Nebenflüsse sind Bečva (Betschwa) und Dyje (Thaya). Rechts des Unterlaufs der March liegt das Marchfeld in Niederösterreich. Die einzigen größeren Städte an der March sind Olomouc und Bratislava.

Siehe auch

Liste der Flüsse in der Slowakei

Weblinks


- [http://www.pmo.cz/zp/2004/O_povodi%20D.pdf Povodí Moravy - Einzugsgebiet der March (pdf)] Kategorie:Fluss in der Slowakei Kategorie:Fluss in Tschechien Kategorie:Fluss in Österreich Kategorie:Fluss in Niederösterreich Kategorie:Mähren Kategorie:Nebenfluss der Donau

Bielengebirge

Das Bielengebirge (polnisch Góry Bialskie) ist ein Teil der Sudeten in Polen und Tschechien. Der tschechische Teil, früher noch als Bělské vrchy bezeichnet, wird in Tschechien seit etwa 1950 als ein Teil des Králický Sněžník (Glatzer Schneegebirges) angesehen. Im Westen trennt es die Mohre (Morawka) vom Glatzer Schneegebirge, im Norden und Osten bildet das Tal der Biele (Biała Lądecka) die Grenze zum Reichensteiner Gebirge (Góry Złote). Kennzeichen dieses Gebirges sind seine alten Mischwälder und der Wildreichtum. Das Gebirge ist fast unbesiedelt, die vor dem 2. Weltkrieg errichteten Bauden existieren nicht mehr. Der südliche Teil des Gebirges liegt in Tschechien und reicht bis an den Altstadt-Goldensteiner Kessel, in dem sich die Städte Staré Město pod Sněžníkem (Mährisch Altstadt) und Branná (Goldenstein) befinden, die Staatsgrenze verläuft auf dem Kamm, der sich vom Glatzer Schneeberg (Śnieżnik / Králický Sněžník) bis zum Fichtlich (Smrek / Smrk) zieht und die Hauptwasserscheide zwischen Oder und Donau bildet. Höchster Berg ist der Postawna / Travná hora (Formberg) mit 1.124 m über dessen Gipfel die Grenze verläuft. 2 km nordöstlich dieses Berges liegt mit dem Smrek /Smrk (Fichtlich) auch der höchste Gipfel des Reichensteiner Gebirges. Im südöstlichen Teil des Gebirges, sowohl auf tschechischen als auch polnischen Territorium befinden sich die Saalwiesen (Puszcza Śnieżnej Białki), die auf polnischer Seite zum Naturschutzgebiet erklärt worden sind. Dieses Moor liegt in einer Höhe zwischen 1.000 und 1.050 m und zeichnet sich durch das Vorkommen geschützter Pflanzen und Urwald aus. Eine Sage berichtet, dass hier eine Stadt Salowien gestanden sein soll. Die einst hier befindliche Saalwiesenbaude besteht nicht mehr. Ein weiteres Naturschutzgebiet ist das Nowa Morawa an der Quelle der Mohre (Morawka) westlich des Jawornik Graniczny. Bekannteste Berge (von Nord nach Süd)
- Czernica (Schwarzer Berg), 1083,2 m
- Jawornik, 995 m
- Szeroka Kopa, 907 m
- Jawornik Krowi, 986 m
- Rudawiec / Polská hora (Rote Sümpfe), 1105,7 m
- Jívina / Iwinka, (Saalwiesenberg) 1076 m
- Jawornik Graniczny, 1026 m
- Dział, 1028,8
- Postawna / Travná hora (Formberg), 1124 m
- Vyhled, 1030 m
- Stolec, 1034 m Kategorie: Sudeten Kategorie:Gebirge in Polen Kategorie:Gebirge in Tschechien

Altvatergebirge

Das Altvatergebirge, auch Hohes Gesenke (tschechisch Hrubý Jeseník) ist ein Gebirge in Nordmähren. Es gehört zur Gebirskette der Sudeten als deren östlichster Teil. Der höchste Berg ist der Praděd (Altvater) mit 1.491 m ü.M. Auf dem Gebiet des Altvatergebirges wurde wegen zahlreichen Naturschätzen und deren Erhaltung 1969 Naturschutzgebiet Jeseníky mit einer Fläche von 740 km² ausgerufen. Es beinhaltet elf kleinflächige Schutzzonen. Daneben bietet es einige Skigebiete an, so zum Beispiel Červenohorské sedlo (Roterbergsattel) oder Praděd. Diese haben traditionsgemäß die besten Schneebedingungen in Tschechien. Geologisch betrachtet, gehört das Altvatergebirge zur Mährisch-Schlesischen Region. Das Gebirge ist durch jüngere Migmatite gebildet. An Orten, wo diese zerstört wurde, findet man ältere Bildungen wie Granit oder Orthogneise. In der Umgebung des Červenohorský zlom (Rotbergbruch), wie zum Beispiel auf dem Praděd, kommt kristallisierter Schiefer zum Vorschein.

Kurioses

Bis 1959 befand sich auf dem Berg Altvater (Praděd) ein Aussichtsturm. Eine originalgetreue Nachbildung des Altvaterturmes befindet sich heute auf dem Wetzstein bei Lehesten im Thüringer Schiefergebirge, am Rande des Frankenwaldes. Kategorie:Gebirge in Tschechien Kateg