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Böhmisches Mittelgebirge

Böhmisches Mittelgebirge

Das Böhmische Mittelgebirge (tschech. České středohoří) befindet sich in Nordböhmen (Tschechien) zu beiden Seiten der Elbe. Es erstreckt sich dabei in einer Länge von 80 km zwischen dem Brüxer Becken (tschech. Mostecká pánev)im Westen und dem Lausitzer Gebirge (tschech. Lužické hory) im Osten. Im Norden geht es fast nahtlos in die Berglandschaft der Böhmischen Schweiz über. Im Süden befinden sich die weiträumigen Niederungen von Ohře (Eger) und Elbe. Das Böhmische Mittelgebirge steht seit 1976 als ChKO České středohoří unter Landschaftsschutz.

Geologie

Entstanden ist dieses Gebirge durch vulkanische Tätigkeit in der Tertiärzeit, wobei sich gewaltige basaltische Lavaströme und Magmamassen, vulkanische Aschen und Tuffe im Gebiet ablagerten. Den Untergrund des Gebirges bilden Orthogneise, Migmatite und migmatisierte Paragneise. Wie auch in den benachbarten Gebieten ( Elbsandsteingebirge, Lausitzer Gebirge, Daubaer Schweiz) lagerten sich im Kreidemeer sandige, tonige und kalkige Sedimente ab. So finden sich unter den vulkanischen Ablagerungen an vielen Stellen Sandsteine und Plänerkalke. Durch Erosion wurden weithin die lockeren vulkanischen Massen abgetragen, so daß die einstigen Vulkanschlote heute als Kegelberge die Landschaft im Norden Böhmens beleben.

Topografische Beschreibung

Sehenswert am Böhmischen Mittelgebirge sind besonders die markanten Kegelformen der Berge im südwestlichen Teil des Gebirges, die sich aus einer fast ebenen, baumlosen Landschaft erheben. Im zentralen Teil des Gebirges rücken die Berge dann förmlich zu schildartigen Rücken zusammen. Weiter nördlich wird die Landschaft mittelgebirgsähnlicher mit oft schluchtenähnlichen Tälern und Erhebungen zwischen 600 und 700 Metern. Landschaftlich ebenso prägend ist der tief eingeschnittene Flußlauf der Elbe, der früher oft mit dem Rheintal an der Loreley verglichen wurde. Der am Beginn des Elbedurchbruches liegende engste Abschnitt wird Porta Bohemica (Böhmische Pforte) genannt.

Tourismus

Schon im 19. Jahrhundert besuchten erste Reisende die wunderlichen Berge im Norden Böhmens. So besuchte der frühe Welt-Reisende Alexander von Humboldt auch das Böhmische Mittelgebirge. Er bezeichnete die Aussicht vom 835 m hohen Milleschauer, der höchsten Erhebung des Böhmischen Mittelgebirges, als die Drittschönste (!) auf seinen ausgedehnten und vielfältigen Reisen. Maler hielten die Landschaft in romantischen Bildern fest. Als eines der berühmtesten Gemälde gilt das Bild „Überfahrt am Schreckenstein“ von Ludwig Richter, das der Künstler 1837 während eines Aufenthalts im Böhmischen Mittelgebirge schuf. Auch Caspar David Friedrich schuf mit dem Bild „Böhmische Landschaft“ ein Meisterwerk von diesen kegelförmigen Bergen. Mit dem dann im ausgehenden 19. Jahrhundert sich entwickelnden Tourismus entstanden dann Berggasthäuser und Wanderwege. Die Raddampfer der Sächsisch-Böhmischen Dampfschiffahrtsgesellschaft beförderten nunmehr nicht mehr nur Einheimische, sondern an den Sonntagen auch immer mehr Ausflügler. 1905 wurde mit dem Kegelweg vom Milleschauer zum Jeschken ein Weg geschaffen, der wie auf einer Perlenschnur viele der Kegelberge dem Wanderer erschloß. Erwähnt werden soll auch der LA- Weg zwischen Leitmeritz und Aussig, der bis zum heutigen Tage einer der schönsten Wanderwege in Böhmen ist. Nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung nach 1945 verfielen viele der einst mühsam von den Gebirgsvereinen geschaffenen touristischen Objekte völlig. Nur das dichte Wanderwegenetz von einst hat die Zeiten überdauert. Der Neubau des Aussichtsturmes auf dem Aarhorst stellt die einzige nennenswerte Investition in den Tourismus in 40 Jahren Sozialismus dar. Heute ist das Böhmische Mittelgebirge umsomehr ein Ziel für Naturliebhaber, die sich wie eh und je an der Erhabenheit der sprichwörtlichen böhmischen Berge erfreuen.

Bemerkenswerte Erhebungen


- Milešovka (Milleschauer bzw. Donnersberg) , 835 m
- Kletečná (Kletschen), 706m
- Sedlo, früher auch Vysoky Jeleč (Geltschberg), 726 m
- Panna (Jungfrau), 593 m
- Křížová hora (Kreuzberg), 584 m
- Kalich (Kelchberg), 535 m
- Trojhora (Dreiberg), 451 m
- Litýš (Litaisch), 435 m
- Hazmburk (Hasenburg), 418 m
- Hradištany (Radelstein), 752 m
- Lovoš (Lobosch), 570m
- Varhošť (Aarhorst), 639m
- Radobýl (Radobil bzw. Radebeule),399m
- Milá (Milayer Berg), 510m
- Raná (Ranayer Berg), 457m
- Oblík (Hoblik), 509m
- Plešivec (Eisberg), 509m
- Vysoky Ostry (Hohe Wostrey), 587m
- Buková hora (Zinkenstein bzw. Buchberg), 683m
- Kozí vrch (Ziegenberg), 380m
- Bořeň (Borschen bzw. Biliner Löwe, 539m
- Zlatník (Goldschmied), 522m

Einige Ortschaften im Böhmischen Mittelgebirge


- Ústí nad Labem (Aussig an der Elbe)
- Bílina (Bilin)
- Litoměřice (Leitmeritz)
- Lovosice (Lobositz)
- Terezín (Theresienstadt)
- Verneřice (Wernstadt)
- Velke Březno (Großpriesen)
- Benešov nad Ploučnicí (Bensen)
- Žandov (Sandau)
- Pohořany (Pohorschan)
- Pokratice (Pokratitz)
- Proboštov (Proboscht)
- Ploskovice (Ploschkowitz)
- Rýdeč (Ritschen)
- Žitenice (Schüttenitz)
- Staňkovice (Stankowitz)
- Třebušín (Triebsch)
- Vinně (Winney)
- Kostomlaty (Kostenblatt)
- Milešov (Milleschau)
- Třebenice (Trebnitz)

Literatur


- Leitmeritz und das Böhmische Mittelgebirge, Herausgeber: Heimatkreis Leitmeritz, Fulda 1994

siehe auch:


- Kategorie Böhmisches Mittelgebirge.

Weblink


- http://www.kulturklub.cz/naturschutz-d.htm Böhmisches Mittelgebirge Kategorie:Gebirge in Tschechien Kategorie:Böhmen Kategorie:Mittelgebirge

Elbe

Die Elbe (tschechisch Labe, polnisch Łaba) ist ein europäischer Fluss, der in Tschechien entspringt, durch Deutschland fließt und in die Nordsee mündet. Mit 1.165 km Länge ist die Elbe der dreizehntlängste Fluss in Europa und gehört zu den 150 längsten Flüssen der Erde. Weil die Elbe nicht in einen anderen Fluss, jedoch insbesondere in das Weltmeer mündet, zählt sie als Strom. Der Fluss besitzt ein Einzugsgebiet von etwa 148.000 km². Nachdem der Fluss Tschechien in einem großen Südbogen nach Nordwesten hin durchflossen hat, fließt er durch Deutschland und darin unter anderem durch Dresden, Magdeburg sowie Hamburg und bei Cuxhaven in die Nordsee. Während der deutschen Teilung bis 1990 war die Elbe auch über längere Strecke Grenzfluss. Obwohl sie Anfang der 1990er Jahre stark durch Schwermetalle und chemische Abwässer belastet war, gilt sie insbesondere im Mittellauf für einen europäischen Fluss als sehr naturbelassen.

Der Verlauf der Elbe

Grenzfluss]]

Tschechischer Oberlauf

Die Elbe entspringt im Riesengebirge und verlässt dieses Gebirge in südliche und südöstliche Richtung, also entgegen ihrer späteren Hauptfließrichtung. Ab Pardubice verläuft sie nach einem scharfen Knick in Richtung Westen, nimmt kurz darauf ihre Hauptrichtung auf und fließt, mit wenigen Ausnahmen, Richtung Nordwesten. Bei Mělník mündet der längste Nebenfluss, die Moldau, auf linker Seite in die Elbe. Ab Litoměřice (Leitmeritz) verläuft die Elbe auf etwa 100 Kilometern Länge in Richtung Norden und verlässt hinter Děčín die Tschechische Republik.

Deutscher Oberlauf

Der deutsche Verlauf beginnt mit einer Flussbiegung, nachdem die Elbe wieder mehr in Richtung Nordwesten fließt. Es wird Dresden durchquert und im weiteren Verlauf nimmt auch das Gefälle immer mehr ab. Der deutsche Anteil am Oberlauf ist, wenn man ihn geologisch bzw. geomorphologisch festlegt, sehr klein. Spätestens ab Torgau, eher schon ab Riesa geht die Elbe in ihren Mittellauf über. Die IKSE hat 1992 die geografische Gliederung der Elbe festgelegt. Danach endet der Oberlauf bei Schloss Hirschstein am Strom-km 96,0. Riesa

Mittellauf

Im Mittellauf bewegt sich die Elbe weiterhin in nordwestlicher Richtung, bis sie bei Magdeburg einen stärkeren Knick macht, ab dem es etwa 80 km nach Norden, teilweise sogar nach Nordosten weitergeht. Nach der Mündung der Havel, dem längsten rechten Nebenfluss, fließt die Elbe wieder in nordwestlicher Richtung (vergleiche Kapitel "Urstromtäler"). Kurz vor Hamburg, am Wehr Geesthacht, erreicht die Elbe das untere Ende ihres Mittellaufs.

Unterelbe

In Hamburg bildet die Elbe quasi ein Binnendelta, indem sie sich für etwa 15 Kilometer in die Norder- und Süderelbe aufteilt. Dazwischen befindet sich der bedeutende Seehafen Hamburgs, und obwohl die Nordsee noch über 100 Kilometer entfernt ist, ist dieser Abschnitt schon deutlich maritim geprägt, weist zum Beispiel Gezeitenwirkung auf. Ab hier wird der Flussabschnitt auch Niederelbe genannt. Nach dem Hamburger Binnendelta fließt der Unterlauf wieder vereint weiter und mündet in einer langen Trichtermündung in die Nordsee, ohne die Grundrichtung zu ändern. Die Öffnung der Mündung ist zwischen Cuxhaven und Dithmarschen etwa 15 Kilometer breit. Die offizielle Länge der Elbe beträgt 1091,47 km (IKSE, 1995). Die Zahl von 1165 km (s.o.) ist veraltet.

Geomorphologie und Hydrologie

Elbtal im Riesengebirge

Dithmarschen Dithmarschen Dithmarschen Die Elbquelle befindet sich im Norden Tschechiens an der Grenze zu Polen im Riesengebirge. Sie liegt dort nordwestlich von Špindlerův Mlýn (Spindlermühle) zwischen den Bergen Reifträger und Hohes Rad. Die Quelle wird durch ein in Mauern gefasstes Wasserloch symbolisiert, weil sie eigentlich durch eine Vielzahl von kleinen Quellbächen in der Hochgebirgsalm Siebengründe entsteht. An einer Mauer nahe dieser Quelle sind die Stadtwappen von Städten angebracht, durch welche die Elbe fließt. Etwa 500 Meter nach der Quelle stürzt der junge Fluss als Elbfall in sein erstes Kerbtal. Dieses Labský důl (deutsch: Elbgrund) zieht sich etwa 4,5 Kilometer durch den Hauptkamm des Riesengebirges. Im weiteren Verlauf im Riesengebirge wird die Elbe durch die Krausebauden-Talsperre aufgestaut. Das Tal der Elbe teilt später den Hauptkamm des Gebirges vom südlichen und flacheren Böhmischen Kamm auf kurzer Strecke. Der Böhmische Kamm (oder auch Innere Kamm) wird von der Elbe genau wie weitere sich abflachende Kämme in südliche Richtung durchbrochen. Dabei werden auf kurzer Strecke starke Höhenunterschiede überwunden. In Hradec Králové, etwa 200 Kilometer südlich der Elbquelle, ist der Fluss dann bereits auf eine Höhe von 235 Meter über NN gefallen. Nun beschreibt der Verlauf einen langen Bogen, anfangs in Richtung Westen, später in Richtung Nordwesten in einer von den Sudeten eingegrenzten Beckenlandschaft. Erst in Nordböhmen und Deutschland quert sie in weiteren Durchbruchstälern die Umrandung der Sudeten.

Weitere Durchbruchstäler

Nordböhmen Die Elbe durchbricht zwischen Litoměřice und Dresden mehrere Mittelgebirgsketten. Zuerst ist es das kleinere Böhmische Mittelgebirge, um anschließend ein kurzes Stück im Eger-Graben zu verlaufen. Das Erzgebirge erreicht die Elbe deshalb nicht direkt. Weil das aufgestemmte Erzgebirge, ein feststeiniges Pultschollengebirge, auf südlicher Seite sehr steil ist, "suchte" sich die Elbe im Verlauf eine andere Stelle zum Durchbruch des Mittelgebirgsrückens - das Elbsandsteingebirge. Dieses ist niedriger und schließt im Mittelgebirgsrücken die Lücke zwischen Erzgebirge und Lausitzer Gebirge. Wesentlich ist auch, dass Sandstein viel leichter erodiert als die festeren Gesteine am Rand der Scholle des Erzgebirges. Der gesamte Durchbruch der Elbe durch das Elbsandsteingebirge ist etwa 30 Kilometer lang. Die Landschaftsräume des Elbsandsteingebirges sind dabei die Böhmische Schweiz auf tschechischer und die Sächsische Schweiz auf deutscher Seite. Von einem Durchbruchstal lässt sich auch noch beim Elbtalkessel sprechen, der aber auch schon stark glazial geformt wurde. Danach geht die Elbe in wesentlich flachere Landschaften über und durchbricht keine Gebirge mehr.

Urstromtäler

Die Elbe verlässt hinter dem Elbtalkessel den Bereich des tektonischen Sächsisch-Thüringischen Grundgebirges. Von nun an durchläuft sie im nordostdeutschen Tiefland pleistozäne Landschaften. Der Strom hält jetzt auch überwiegend eine nordwestliche Fließrichtung ein. Diese grobe Geradeläufigkeit ist dadurch zu erklären, dass die Elbe nun innerhalb der glazial geschaffenen Urstromtäler fließt, also in großen Schmelzwasserrinnen der verschiedenen Eiszeiten. Diese haben sich alle parallel zu den Eisrandlagen in nordwestlich-südöstlicher Ausrichtung gebildet. Während der letzten Glaziale und vor dem Eiszeitalter existierten vom heutigen Flussverlauf stark abweichende Verläufe, die man nach heutigen Orten am damaligen Flussverlauf bezeichnet. So gab es vor der Elster-Eiszeit den Bautzener und den Senftenberger Elbelauf, zwischen der Elster- und der Saale-Eiszeit den Berliner Elbelauf. Erst nach der Saale-Eiszeit hat die Elbe etwa ihren heutigen Verlauf eingenommen. Bei starken Eisvorstößen wie dem Drenthe-Stadium der Saale-Eiszeit oder der Elster-Eiszeit wurde die Elbe auch regelrecht aufgestaut, da das Inlandeis teilweise bis an die Mittelgebirgsschwelle reichte. Eine Besonderheit des Elbverlaufs ist es, dass die Geländegegebenheiten den Fluss kurz hinter Magdeburg zu einem Wechsel des Urstromtals zwingen. Bis dahin bewegt er sich im Breslau-Magdeburger Urstromtal, das weiter nordwestlich noch von der Aller und der unteren Weser eingenommen wird. Die Elbe fließt nun aber plötzlich auf einer längeren Strecke in Richtung Norden und Nordnordosten weiter. Dabei gelangt sie bald in das weichsel-eiszeitliche Glogau-Baruther Urstromtal. Dieses ist entstehungsgeschichtlich jünger und daher geomorphologisch noch besonders gut erhalten, was sich zum Beispiel durch stellenweise abrupte Unterschiede des Höhenniveaus zwischen der Talsohle und den begrenzenden Geesträndern bemerkbar macht. Etwa ab der Havelmündung spricht man auch vom Elbe-Urstromtal. Der Grund für den Wechsel der Urstromtäler liegt im vorletzten Glazial: Die Saale-Eiszeit bildete Inlandgletscher, deren Eisrandlage in einer Phase des Drenthe-Stadiums etwa bis zum heutigen Magdeburg reichte. An der Stelle des späteren Richtungswechsels bildete der Gletscher eine Art Nase, die das Magdeburg-Breslauer Urstromtal anschürfte und vorhandene Endmoränen einebnete. Dazu lagerte sich Geschiebematerial ab, welches das dortige Tal schließlich blockierte und so die Elbe in ein anderes Flussbett zwang. Von der nördlich bis kurz vor Magdeburg reichenden Eisrandlage des Warthe-Stadiums der Saale-Kaltzeit ließ sich die Elbe später dagegen nicht ablenken und durchstieß diese Endmoränenstaffel. An der Verlaufskarte (s. o.) lassen sich die markanten Richtungsänderungen gut ablesen. Glogau-Baruther Urstromtal Die Elbe kann fast insgesamt als ein "Sandfluss" bezeichnet werden, zum einen, weil sie Sandsteingebirge durchbricht und erodiert, vor allem aber, weil der Tieflandanteil des Elbverlaufes in den Urstromtälern über pleistozänen Sandablagerungen (und holozänen Sedimenten des Flusses selbst) verläuft. Relikte der Eiszeiten sind im Mittel- und Unterlauf auch Findlinge, die wegen der Schifffahrt teilweise aus der Elbe geborgen wurden, aber auch immer noch im Grund des Flusses vorhanden sind. Von besonderer Bedeutung sind eng begrenzte Felsaufragungen im Flussbett der Elbe vor allem bei Torgau und Magdeburg (Domfelsen), die vor allem bei Niedrigwasser ein gefährliches Hindernis für die Schifffahrt darstellen.

Mündung

Der Mündungsbereich hat noch in erdgeschichtlich jüngster Vergangenheit erhebliche geomorphologische Änderungen erfahren. So war der gesamte südliche Teil der heutigen Nordsee gegen Ende des Weichsel-Glazials Landfläche - die Elbmündung befand sich entsprechend vielleicht mehrere hundert Kilometer weiter nordwestlich an einer Stelle, die heute mitten im Meer liegt. Um 5000 v. Chr. hatte sich durch den Meeresspiegelanstieg im Holozän die Elbmündung schon eher dem heutigen Bereich angenähert, aber die Küstenlinie unterschied sich immer noch deutlich.

Nebenflüsse

Flüsse über 100 km Länge

Der größte Nebenfluss der Elbe ist die Moldau (tschechisch Vltava) mit 440 Kilometern Länge, die bei Mělník etwas nördlich von Prag in die Elbe mündet. Über die Moldau reicht das Einzugsgebiet der Elbe bis in kleine Teile Bayerns. An der Stelle ihrer Mündung ist die normale Abflussmenge der Moldau sogar größer als die der Elbe. Der zweitlängste Nebenfluss ist die Saale mit 413 Kilometern, die bei Barby in Sachsen-Anhalt in die Elbe mündet. Mit 325 Kilometern ist die Havel der längste rechte Zufluss der Elbe, mit dessen größerem Nebenfluss, der Spree, gerechnet ist sie sogar mit über 480 Kilometern Länge der größte Nebenfluss der Elbe überhaupt. Die Eger (tschech. Ohře) hat eine Länge von 291 Kilometer und folgt in etwa dem Verlauf des gleichnamigen Eger-Grabens und des Südfußes des Erzgebirges. Ihre Quelle befindet sich in Bayern und sie mündet in der Nähe der tschechischen Stadt Litoměřice (Leitmeritz). Die Schwarze Elster (188 km) entspringt in der Oberlausitz und verläuft in Richtung Westen. Sie ist folglich ein rechter Zufluss. Die Mulde (124 km) ist ein wichtiger Abfluss des Erzgebirges und verläuft als linkes Nebengewässer sehr kontinuierlich nach Norden. Andere Nebengewässer mit mehr als 100 km Länge sind die Elde (220 km) im unteren Mittellauf zwischen Wittenberge und Hamburg, die Oste (153 km), die in den Ästuar der Elbe mündet, die Ohre (110 km), die im Bereich der Elbe parallel zum Mittellandkanal verläuft, und die Polzen (102 km), die noch in der Tschechischen Republik mündet.

Weitere Nebenflüsse (Auswahl)

Die Elbe selbst entsteht aus den beiden Gewässern Weißwasser und der Kleinen Elbe. Weitere wichtige Nebenflüsse der Elbe sind insbesondere im Raum des Osterzgebirges die Flüsse Bílina (Biela), Müglitz (entspringt als Mohelnice in Tschechien) und Weißeritz. Als weithin bekannter, wenn auch eher kleiner und kurzer Nebenfluss ist die Hamburger Alster zu nennen. Siehe auch: Liste von Nebenflüssen der Elbe

Naturräume, Flora und Fauna, Naturschutz

Naturräumliche Haupteinheiten

Liste von Nebenflüssen der Elbe Die Elbe durchfließt auf deutschem Gebiet die folgenden „Naturräumlichen Haupteinheiten“ (definiert nach geomorphologischen, bodenkundlich-geologischen und biogeografischen Kriterien gemäß Bundesamt für Naturschutz, BfN, 1994):
- D15 – Sächsisch-böhmisches Kreidesandsteingebiet
- D19 – Sächsisches Hügelland und Erzgebirgsvorland
- D10 – Elbe-Mulde-Tiefland
- D09 – Elbtalniederung
- D24 – Untere Elbeniederung (Elbmarsch) Die drei letztgenannten Naturräume innerhalb des Norddeutschen Tieflandes werden dabei wesentlich durch die Elbe selbst bestimmt und definiert. Das „Sächsisch-böhmische Kreidesandsteingebiet“ erstreckt sich innerhalb des deutschen Gebietes von der Staatsgrenze zu Tschechien etwa bis Pirna (südöstlich von Dresden). Landschaftsräumlich ist der Bereich als Elbsandsteingebirge bzw. der deutsche Teil des Gebirges als Sächsische Schweiz bekannt. Das „Sächsische Hügelland und Erzgebirgsvorland“ passiert die Elbe von Pirna/Dresden bis kurz vor Riesa. Von dort erstreckt sich bis kurz hinter Magdeburg (etwa Mündung des Elbe-Havel-Kanals) der lange Verlauf des „Elbe-Mulde-Tieflandes“. Danach reicht ein weiterer sehr langgezogener Abschnitt, die „Elbtalniederung“, bis vor die südöstlichen Tore Hamburgs. Alle diese Abschnitte und Naturräume gehören zur kontinentalen Biogeografischen Region. Ab dem Sperrwerk bei Geesthacht spricht man von der Unterelbe, präziser vom Naturraum „Untere Elbeniederung“. Dieser wird zur atlantischen Biogeografischen Region gezählt. Durch den marinen Mündungstrichter (Ästuar) der Elbe in die Nordsee zieht sich dann noch eine naturräumliche Grenze, die zwischen der Unteren Elbeniederung am niedersächsischen Südufer und dem Naturraum „D21 – Schleswig-Holsteinische Marschen“ auf der nordöstlichen Seite unterscheidet. Die genannten Naturräumlichen Haupteinheiten können in weitere Untereinheiten differenziert werden (Beispiele: „Dessauer Elbtal“, „Untere Mittelelbeniederung“ etc.) – auf diese feinere Gliederung, die je nach Bundesland nicht immer einheitlich definiert wird, soll hier nicht eingegangen werden.

Charakteristische Biotoptypen der Flussaue

Ästuar Ästuar Ästuar] Da die Elbe sehr unterschiedliche Landschaften durchläuft, sind die sie begleitenden Biotope je nach naturräumlichen Gegebenheiten und dem Grad der Veränderung durch den Menschen entsprechend verschieden. Auf tschechischer Seite und im sächsischen Mittelgebirgsbereich ist die Flussaue überwiegend auf ein schmales, teilweises schluchtartiges Kerbtal beschränkt, das sich nur streckenweise weiter öffnet. Solche Areale sind dann oft mit Siedlungen, Verkehrswegen oder Landwirtschaft überformt. Ein höheres Maß an natürlichen oder naturnahen Biotopen weist der lange Mittellauf auf, der vergleichsweise dünn besiedelt ist, allerdings durch Deichbau einen großen Teil der ursprünglichen Auenlandschaft innerhalb der Urstromtäler verloren hat. Der Unterlauf wiederum hat durch die Dimensionierung des Mündungstrichters (bei Cuxhaven ist die Elbe 15 Kilometer breit), durch den Gezeiteneinfluss und durch die Nutzung als Wasserstraße einen gänzlich eigenen Charakter. Zu den natürlichen Biotoptypen eines mitteleuropäischen Tieflandflusses gehören vor allem Weichholz- und Hartholzauwälder. Während die länger überflutungstoleranten Weichholzauen aus Weiden und Pappeln noch auf größeren Abschnitten zumindest linear vorhanden sind, sind Hartholzauen (mit Eichen, Ulmen, Eschen u. a.) nur noch in Fragmenten erhalten geblieben. Oft mussten sie landwirtschaftlichen Flächen weichen oder wurden durch Deichbau vom regelmäßigen, lebensnotwendigen Überflutungsgeschehen abgeschnitten. Die größten zusammenhängenden Reste von „echtem“ Auwald - auch ganz Mitteleuropas - finden sich heute im Dessauer Elbtal, insbesondere zwischen den Mündungen von Mulde und Saale. Die überwiegend offenen Landschaften der mittleren Elb-Auen werden von Grünlandnutzung, in überschwemmungssichereren Bereichen auch von Ackernutzung geprägt. Dazwischen sind Biotoptypen wie Niedermoore (Erlenbruchwälder, Großseggenriede, Röhrichte) und verschiedene Stillgewässerarten anzutreffen. Vor allem vor der Regulierung des Flussverlaufes durch Deiche sowie Buhnen konnten durch die Fließgewässerdynamik (Hochwässer, Verlaufsänderungen) ständig neue Randgewässer wie Flutrinnen und –mulden, Altarme und Bracks entstehen. Ein Charakteristikum der Elbe ist auch nach der Ausdeichung erhalten geblieben: Bei Hochwasser steigt der Grundwasserspiegel zeitlich verzögert an und drückt – begünstigt durch den grobporigen, sandigen Boden – unter den Deichen hindurch. Auf der anderen Seite tritt dieses Wasser als so genanntes Dränge-, Druck- oder Qualmwasser wieder an die Oberfläche. Auf diese Weise entstehen dort temporäre Gewässer, in denen viele sehr seltene Tier- und Pflanzenarten ein Refugium haben – ein gewisser Ersatz für die ursprünglichen, durch die Bedeichung verloren gegangenen Überflutungsbiotope. Das sandige Ufer der Elbe selbst mit den ständigen Wechseln aus Überstauung und Trockenheit ist ebenfalls Lebensraum einer spezialisierten Flora und Fauna (s. u.). Gleiches gilt für pleistozäne Geestrücken und periglazial entstandene Flugsanddünen, die entweder als Inseln innerhalb der Talaue liegen oder diese begrenzen. In den stärker urban geprägten Abschnitten des Elbufers finden sich oft Grünlandflächen auf den Auenstandorten, so genannte "Elbwiesen". Diese werden in der Regel extensiv als Weide oder Mähwiese bewirtschaftet und dienen zudem als Erholungs- und Veranstaltungsflächen. Dabei verblieben aber auch Reste von Auenbewaldung die teilweise unter Naturschutz stehen. Häufig spielen sie auch als Retentionsraum eine Rolle und dienen zusammen mit verlandeten Altarmen dem Hochwasserschutz. Nebenarme der Elbe wurden entweder künstlich trocken gelegt oder verlandeten von selbst und sind heute innerhalb von bebauten Gebieten als Feuchtwiese erhalten. Diese Altarme, die bei Hochwasser selbst schnell hohe Wasserstände und Fließgeschwindigkeiten aufweisen, wurden nicht überall baufrei gehalten. Im Unterlauf übt die Nordsee bereits einen merklichen Einfluss auf die Landschaft und die Lebewelt aus. Die weitläufigen, von Entwässerungsgräben durchzogenen Grünlandkomplexe entlang der Elbe werden hier als Marsch bezeichnet.

Typische/besondere Pflanzen und Tiere

Pflanzen

Marsch] Die natürliche Pflanzenwelt der Elbe, ihrer Ufer und Auen ist vor allem durch den stetigen Wechsel von trockenen und nassen Bedingungen geprägt – dies gilt sowohl räumlich als auch zeitlich betrachtet. Im Fluss selbst wachsen heute vergleichsweise wenige Pflanzen. Das hängt mit menschlichen Eingriffen in Verlauf, Fließgeschwindigkeit und Wasserqualität zusammen. Aber schon am sandigen bis schlickigen Spülsaum findet man spezialisierte, teils amphibisch lebende Pflanzen wie den Hirschsprung, den Schlammling, verschiedene Zweizahn- und Gänsefuß-Arten, Röhrichte, Seggenriede und Hochstaudenfluren. Unter den krautigen Pflanzen sind viele so genannte Stromtalpflanzen, die schwerpunktmäßig oder sogar ausschließlich entlang größerer Flussläufe vorkommen. Ihre Ansiedlung wird begünstigt durch kleinklimatisch bevorzugte, wechselfeuchte Standorte sowie durch Ausbreitung mittels Verdriftung, Schiffsverkehr und Wasservögel. Zu den mit Schwerpunkt im Elbtal auftretenden Arten gehört u. a. die Elbe-Spitzklette. Unter den Gehölzen sind Weiden, insbesondere die Silberweide, Schwarzpappeln und alte Stiel-Eichen besonders landschaftsprägend. Stiel-Eiche] Die Nebengewässer in den Elbauen weisen eine große Vielfalt an Wasser-, Sumpf- und Uferpflanzen auf, darunter seltenere Arten wie die Krebsschere, die Schwanenblume und die Seekanne. Im Spätfrühling und Frühsommer sind viele Tümpel und Flutmulden von einem weißen Teppich blühenden Wasserhahnenfußes bedeckt. Feuchtwiesen sind zur gleichen Zeit rosa von Blütenaspekten der Kuckuckslichtnelke und gelb von verschiedenen Hahnenfuß-Arten. Sehr kleinräumlich können sich feuchte und trockene Biotope abwechseln, so dass man wenige Meter entfernt Pflanzen der Magerrasen und Sand-Trockenrasen findet. An der Unterelbe mischen sich Florenelemente atlantischer und salzverträglicher Standorte in die Ufervegetation. Dazu gehört beispielsweise die Strandsimse. Eine Rarität, die weltweit betrachtet ausschließlich an wenigen Stellen der Unterelbe endemisch vorkommt, ist der Schierlings-Wasserfenchel (Oenanthe conioides). Dieser ist auf den extrem seltenen Lebensraum „tidebeeinflusstes Süßwasserwatt“ spezialisiert. Bekannt wurde dieses durch das teilweise Zuschütten des „Mühlenberger Loches“ bei Hamburg im Zuge der Ansiedlung des Flugzeugbauers EADS/Airbus.

Tiere

Airbus Airbus Säugetiere: Bemerkenswerte Säugetierarten an der Elbe sind der Fischotter und der Biber. Die Elbe-Biber befinden sich – ausgehend von ihrem Refugium im Dessauer Auwald – dank intensiver Naturschutzmaßnahmen seit einigen Jahren wieder in Ausbreitung an der Mittelelbe und den dortigen Nebenflüssen. Seit 1990 wird beispielsweise auch die niedersächsische Elbtalaue von dieser Tierart wieder besiedelt (2004 wurden allein dort rund 300 Tiere gezählt). Hier galt die Art seit 1819 als ausgestorben – Folge vor allem einer intensiven Bejagung. Vögel: An der Elbe und in ihren Auen kommt ein Großteil der mitteleuropäischen Arten als Brutvogel vor. Darunter sind Seltenheiten wie der Seeadler, der Schwarzstorch und verschiedene Limikolen. Hinzu kommen Zugvögel, die das Elbtal als Rastgebiet und Wanderlinie nutzen – besonders die untere Mittelelbe und den Mündungsbereich. Beispiele sind nordische Schwäne und Gänse aus Westsibirien (Sing- und Zwergschwan, Bless- und Saatgans u. a.). Unter den Großvögeln sind die Weißstörche besonders populär, die entlang der Mittelelbe in zahlreichen Dörfern brüten. In Ausbreitung als Brutvogel ist der Kranich, der versteckt in Bruch- und Auwäldern nistet. Daneben ziehen viele nordische Kraniche über die Elbe und rasten dort. Kranich] Kranich] Amphibien: Mindestens zwölf der 21 deutschen Lurcharten kommen entlang der Elbe in den stehenden Auengewässern vor. Besonders hervorzuheben sind dabei die großen Bestände von Moorfrosch und Laubfrosch, die anderenorts oft nur noch selten zu finden sind. Eine herausragende Rolle spielt das Elbetal für die Rotbauchunke – sie kommt vor allem in den Qualmgewässern hinter dem Deich vor, aber auch in Flutmulden des Vordeichlandes, die nicht bei jedem Hochwasser erreicht werden. Diese Art ist auf die jahreszeitlichen Wechsel der Wasserstände existenziell angewiesen. Insekten: Auf die Vielzahl der besonderen Insektenarten entlang der Elbe einzugehen, würde den Rahmen hier sprengen. Bemerkenswert ist, dass nicht nur in den Randgewässern, sondern in der Elbe selbst wieder viele Insektenlarven (Libellen, Eintagsfliegen etc.) vorkommen. Die größte Diversität herrscht aber sicherlich in den eingestreuten Trockenbiotopen. Auch die alten Eichenbäume entlang der Mittelelbe sind ein wichtiger Insekten-Lebensraum (u. a. verschiedener Großkäfer). Eintagsfliegen] Krebstiere: In den Qualmgewässern und anderen temporären Tümpeln finden sich so genannte „Urzeitkrebschen“ - Kiemenfußkrebse wie Siphonophanes grubei und Lepidurus apus. Deren Eier können lange Trockenperioden überdauern, um dann bei Überschwemmung schlagartig zu schlüpfen und eine neue Generation zu produzieren. Ein ganz anderes Phänomen ist die massenhafte Ausbreitung der Chinesischen Wollhandkrabbe. Diese gelangte zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Ballastwasser von Frachtschiffen nach Norddeutschland. Dabei eroberte sich dieser Neozoon auch einen Großteil der Elbe als Lebensraum. Zwischen den 1930er- und den 1950er-Jahren kam es zu mehreren Zusammenbrüchen der Bestände infolge der Gewässerverschmutzung. Nach vierzig Jahren Abwesenheit wird diese Art seit den 1990er-Jahren nun wieder in Massen in der Elbe beobachtet. Das Stauwehr bei Geesthacht überwinden die Krebse, indem sie zu Millionen entweder die „Fischtreppe“ benutzen oder einfach über Land krabbeln.

Fischbestand

Fischtreppe] Die Elbe galt einmal als einer der fischreichsten Flüsse Europas. Noch um 1900 lagen die Erträge der Elbfischer mit rund 100 Kilogramm pro Hektar doppelt so hoch wie in Seen. Dazu zählten Standfische ebenso wie Wanderfische, die zwischen dem Flusssystem und dem offenen Meer hin und herwechselten. Zu den spektakulärsten Wanderfischarten gehörte der Stör, von dem manchmal über drei Meter lange Exemplare gefangen wurden. Bereits im 19. Jahrhundert gingen die Bestände dann zurück – verursacht durch erste Ausbaumaßnahmen im Fluss, Uferbefestigungen und Beseitigung von Kiesbänken. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen industrielle Abwässer hinzu, die den Sauerstoffgehalt des Flusswassers reduzierten und dieses vergifteten. 1921 wurde bei Wootz in Brandenburg wohl der letzte kapitale Elb-Stör gefangen. Spätestens mit dem Bau der Staustufe Geesthacht im Jahr 1960 war Schluss mit der freien Wandermöglichkeit zwischen Fluss und Nordsee; daran konnten auch viel später am Rand eingebaute „Fischtreppen“ nur sehr bedingt etwas ändern. Außerdem hatte die extreme Wasserverschmutzung im 20. Jahrhundert ein Übriges zum Aussterben vieler Fische beigetragen. Seit der deutlichen Verbesserung der Wasserqualität um 1990 (s. u.) erholen sich einige Fischbestände. An der mittleren Elbe werden inzwischen wieder über 30 Arten gezählt, an der Unterelbe sogar mehr als 90. Neben bekannten Namen wie Aal, Hecht, Karpfen und Zander gibt es u. a. auch Döbel, Hasel, Schleie, Blei, Quappe, Flussbarsch, Barben, Aland, Gründling, Ukelei, Stint, Meerforelle, Zährte, Zope und den seltenen Nordseeschnäpel. Stör Allerdings muss beim Verzehr auf absehbare Zeit noch mit erhöhten Schwermetallbelastungen vor allem älterer und fettreicher Fische gerechnet werden. Besonders positiv im Vergleich zu Flüssen wie dem Rhein oder der Mosel ist das fast völlige Fehlen von Staustufen (Ausnahme: Geesthacht). Auch der Atlantische Lachs ist ein Wanderfisch, der ehemals in der Elbe überaus häufig war ("Arme-Leute-Essen") und dann durch die Gewässerverschmutzung und Verbauung völlig verdrängt wurde. 1925 kam die bis dahin sehr einträgliche Lachsfischerei zum Erliegen. Nach der Überwindung der deutschen Teilung begann man in Sachsen mit Wiedereinbürgerungsversuchen von Lachsen aus Skandinavien und Irland. Erste bescheidene Erfolge sind sichtbar, aber noch nicht nachhaltig. Die stetigen Vertiefungsmaßnahmen im Unterlauf (Ausbaggern der Fahrrinne nach Hamburg) und andere Ausbaumaßnahmen führten allerdings gerade in den letzten Jahren zeitweise wieder zu kritischem Sauerstoffmangel im Wasser, so dass viele Fische erstickten. Dazu tragen auch extrem hohe sowie extrem niedrige Wasserstandssituationen bei (s. u.) - im ersteren Fall werden dann beispielsweise viele Nährstoffe aus überschwemmten Ackerflächen in den Fluss eingetragen, die zu Algenblüten und anschließender Sauerstoffzehrung führen.

Gewässergüte (Wasserqualität)

Durch Bergbau, Hüttenindustrie, Zellstoff- und chemische Industrie im oberen Einzugsgebiet kam es vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer extrem hohen Belastung der Wasserqualität durch Schwermetalle und andere Schadstoffe. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurde insbesondere im Bereich des Nebenflusses Mulde eine Sanierung oder auch Einstellung der Produktion der Betriebe erreicht und der Schwermetalleintrag konnte deutlich reduziert werden. In den Elbanliegergemeinden wurde nach der Wiedervereinigung der Bau kommunaler Kläranlagen forciert. Bis dahin floss häusliches Abwasser vielfach ungeklärt in die Elbe. Die Stadt Dresden klärte bereits seit 1911 in der damals modernsten mechanischen Kläranlage in Dresden-Kaditz. 1911 gehörte Dresden noch zu den einwohnerstärksten Städten in Deutschland. Vor 1990 konkurrierte die Elbe mit der Saale um den Titel "dreckigster Fluss Mitteleuropas" - sarkastisch sagten Dresdner, wenn es um Asphaltierungsarbeiten ging, man könne anstelle des Asphalts auch gerne Elbwasser verwenden. Seit 1990 sank der Schadstoffgehalt des Wassers durch den Wegfall vieler Industriezweige und durch Kläranlagen um etwa 90%. In der Zwischenzeit machen weniger industrielle Schadstoffe als der Eintrag von Nährstoffen und Pestiziden aus der Landwirtschaft Probleme. Nach Gewässergüteklassen wird die Elbe immer noch auf den meisten Strecken als "kritisch belastet" bewertet. Der seit 1991 wirksame Internationale Warn- und Alarmplan Elbe wird ab 18. Oktober 2004 durch das Alarmmodell Elbe (ALAMO) verbessert. Dieses rechnergestützte Modell sagt das Eintreffen, die Dauer und die Konzentration von Schadstoffen für den Flussverlauf von der Tschechischen Republik bis zum Wehr Geesthacht bei Hamburg vorher. Die Verbesserung der Wasserqualität lässt sich auch daran festmachen, dass im Rahmen eines "Internationalen Elbebadetages" (erstmals am 14. Juli 2002; zuletzt am 17. Juli 2005) sogar wieder zum Schwimmen in der Elbe öffentlich ermuntert wird. Dies ist wegen starker Strömungen v. a. im Bereich der Buhnenköpfe aber nicht ungefährlich.

Großschutzgebiete

Internationalen Elbebadetages Nationalpark: Von dieser strengsten Kategorie für Großschutzgebiete existierten im Verlauf der Elbe zwischenzeitlich drei, heute noch zwei: Der Nationalpark „Sächsische Schweiz“ (93 km²) und der Nationalpark „Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer“ (4410 km²; davon nur ein kleiner Anteil im Bereich der Elbmündung). Der 1998 in Niedersachsen ausgewiesene Nationalpark „Elbtalaue“ musste nach kurzer Zeit aus formaljuristischen Gründen und der Klage eines einzelnen Landwirtes wieder aufgelöst werden, da er im Sinne eines „Entwicklungs-Nationalparks“ aktuell nicht die strengen internationalen Kriterien eines Reservates mit in seinem Kernbereich vom Menschen unbeeinflusster Naturlandschaft erfüllte. (Nach dieser Auslegung wären im dicht besiedelten Mitteleuropa allerdings eigentlich fast gar keine Nationalpark-Ausweisungen möglich!) Biosphärenreservat: Folgerichtig aus der formalen Nichteignung als Nationalpark, aber auch schon parallel dazu initiiert, wurden 1997 große Teile der mittleren Elbe das Biosphärenreservat anerkannt. Dabei stehen neben Naturschutz auch ein Management von Tourismus und Landwirtschaft im Mittelpunkt. Insgesamt 3750 km² und über 400 Kilometer Flusslänge umfasst das länderübergreifende UNESCO-Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe“ zwischen Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Daneben bestehen innerhalb der Bundesländergrenzen mehrere nach Länder-Naturschutzrecht ausgewiesene Biosphärenreservate (BSR), die teilweise deckungsgleich mit dem UNESCO-Reservat sind, beispielsweise das BSR „Mittlere Elbe“ um Dessau, das BSR „Brandenburgische Elbaue“ und das BSR „Niedersächsische Elbtalaue“. Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU: Im Rahmen des europäischen Schutzgebiet-Vernetzungskonzeptes Natura 2000 wurden von den Bundesländern und der Bundesregierung mehrere Gebiete entlang der Elbe als FFH-Gebiete zur EU-Kommission nach Brüssel gemeldet. Dabei handelt es sich um eine strenge Schutzgebietskategorie, die den Vorrang von Natur vor verschiedenen Nutzungsinteressen gewährleisten soll und dem Gedanken an einen Biotopverbund verpflichtet ist. Die FFH-Gebiete sind überwiegend deckungsgleich mit ohnehin schon ausgewiesenen, anderen Schutzgebietskategorien. Vogelschutzgebiet nach EU-Richtlinie: An der unteren Mittelelbe und der Unterelbe sind mehrere Areale nach dieser Schutzkategorie ausgewiesen, die parallel zur FFH-Richtlinie speziell die Vogelwelt berücksichtigt. Im gleichen Abschnitt befinden sich auch mehrere Feuchtgebiete internationaler Bedeutung gemäß der Ramsar-Konvention. Naturschutzgebiet: Diese strenge Schutzkategorie nach Länderrecht gilt für zahlreiche kleinere Flächen entlang der Elbe, die Bestandteil der Großschutzgebiete sein können, aber nicht müssen. Bei Ausweisung als FFH-Gebiet oder Kernzone eines Nationalparks oder Biosphärenreservats kann die bisherige NSG-Verordnung auch aufgehoben werden. Landschaftsschutzgebiet: Diese schwache Schutzkategorie nach Länderrecht sei hier der Vollständigkeit halber erwähnt, hat aber faktisch wenig Relevanz für Naturschutz. Landschaftsschutzgebiete dienen mehr der Erhaltung von durch menschliche Einflüsse geformte Landschaften. In urbanen Räumen schützen sie die verbliebenen Restflächen der Auen vor Überbauung. Naturpark: Ein Naturpark ist eine überwiegend touristische Gebietskategorie. Im Elbeverlauf ist der Naturpark „Elbufer-Drawehn“ (750 km²) in Niedersachsen zu erwähnen. Jener Abschnitt der Elbe, der zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der deutschen Wiedervereinigung Grenzgebiet war (vergleiche Kapitel "Die Elbe als innerdeutsche Grenze" weiter unten), ist heute auch Bestandteil des "Grünen Bandes - ein Projekt, das den oft in naturnahem Zustand verbliebenen, 1400 Kilometer langen innerdeutschen Grenzstreifen als möglichst eng zusammenhängendes Biotopverbundsystem erhalten und ausweiten will.

Geschichte und Kultur

Namensdeutung

Der Strom trägt einen Namen, den ihm wahrscheinlich frühe indogermanische Völker verliehen, die an dem Gewässer lebten (vgl. schwedisch Älv für "Fluss"). Die später hier erschienenen Slawen nannten den Fluss Labi und entsprechend benannte sich der slawische Stamm der Polaben, denn "po" und "Labi" ergibt: Leute an der Elbe/Elbanwohner. Zu verbinden ist der Flussname aber auch mit dem lateinischen Adjektiv albus "weiß". So nannten die Römer den Fluss Albis. Die Elbe heißt dieser Deutung nach entweder wegen des schäumenden Wassers in ihrem Oberlauf so oder aber wegen der hellen Sandufer in grüner Umgebung.

Besiedlungsgeschichte und politische Grenzen

Der Elberaum wird wohl seit der Altsteinzeit vor etwa 200.000 Jahren besiedelt – deutlich später als Gebiete Westeuropas. Unterbrochen wurde die Besiedlung durch verschiedene Kaltzeiten, von deren Vergletscherung der Elberaum entweder direkt erfasst oder zumindest periglazial beeinflusst wurde und diesen unbewohnbar machte. In warmen Perioden bot das Elbtal mit seinen fruchtbaren Auenlehmablagerungen und dem Fisch- und Wildreichtum günstigere Lebensbedingungen als die nähere Umgebung. Gesäumt wurde die Elbe von dichten Auwäldern, die später Brenn- und Baumaterial boten. Nach der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren wurde der Raum zunächst von Jäger- und Sammlerkulturen wiederbevölkert. Wohl erst 4500 v. Chr. (Oberlauf) bis 3000 v. Chr. (Unterlauf) gingen die an der Elbe siedelnden Menschen dazu über, Landwirtschaft zu betreiben und Tiere zu domestizieren (norddanubische, bandkeramische Bauernkulturen der Jungsteinzeit). Die nährstoffreichen Lößböden um Magdeburg wurden dabei bevorzugt besiedelt, da sie am ertragreichsten waren. In der Zeit zwischen 2500 und 1700 v. Chr. war Mitteleuropa von frühen Indogermanen aus dem Kurgan- und Schnurkeramik-Kreis bewohnt. In der spätbronzezeitlichen Wanderungsperiode zwischen 1250 und 750 v. Chr. ist der obere und mittlere Elberaum von Urnenfelderkulturen geprägt, während im unteren Teil die nordische (frühgermanische) Bronzekultur vorherrschte. Genaue Bezeichnungen von Stämmen, die in der Zeit zwischen 6000 v. Chr. und etwa 1000 v. Chr. an der Elbe lebten, sind nicht mehr erhalten. Spätere sich an der Elbe niederlassende Stämme der Germanen waren die Langobarden am unteren Lauf und die Semnonen, die beide als Unterstamm der Sueben verwandt sind. Germanenstämme an der Elbe werden grob als Elbgermanen zusammengefasst. Zwischen 12 v. Chr. und 5 n. Chr. versuchte das Römische Reich unter Drusus und Tiberius seine Grenzen bis zur Elbe (Fluvius Albis) auszudehnen. Auch, wenn dabei einzelne Provinzen eingenommen und ausgerufen wurden, konnte die Herrschaft in den Gebieten nördlich des Limes vom Römischen Reich nicht gefestigt werden. Einige Stämme wie die Langobarden in den Gebieten am Unterlauf der Elbe konnten ihre Unabhängigkeit wahren. Limes Zu Beginn der Markomannenkriege drangen die Langobarden 166 n. Chr. ins Römische Reich ein und besetzten das Gebiet an der mittleren Donau. Etwa ab 200 drängten dann die Sachsen von Norden und Nordwesten (u. a. aus dem heutigen Niedersachsen) in die Gebiete zwischen Elbe und Weser vor. Die Stämme, die sich speziell in diesem Gebiet niederließen, sind die Ostfalen und die Nordalbingier. Weiter südöstlich schlossen sich die Thüringer (Hermunduren) an, wobei die Elbe auf weiter Strecke Grenzfluss zwischen Germanen im Westen und Slawen im Osten war. Das Gebiet der heutigen sächsischen Mittel- und Oberelbe im Freistaat Sachsen gehört erst seit 1423 durch Besitzübertrag zum „eigentlichen“, nordgermanischen Sachsen. Auch andere Völker, die im Bereich der Oberelbe lebten, siedelten in dieser Phase um. So verließen die Boier die Bereiche der Elbe und siedelten sich in Norditalien und Süddeutschland an. Um 900 war das Gebiet der Mittel- und Oberelbe noch in der Hand von slawischen Völkern wie den Wenden, Sorben, den Mährern und Böhmern. Diese wurden später durch einwandernde Germanenstämme wie die Sachsen verdrängt. 929 wurde die Burg Meißen vom Ostfränkischen Reich angelegt, um eroberte Gebiete gegen die Sorben sichern zu können. Die Mittelelbe war auch damals wieder Grenzfluss – zusammen mit der Saale. Bis ins 11. Jahrhundert wurde die eingerichtete Markgrafschaft Meißen bis an die Neiße ausgebaut. In der folgenden Zeit brach die bis dahin noch mögliche Abtrennung germanischer Stämme immer weiter auf. Grenzen in der Besiedlung durch unterschiedliche Völker sind an der Elbe bis heute erhalten. Auch wenn die Oberelbe im böhmischen und mährischen Teil slawisch bewohnt blieb, war sie zur Zeit des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation eng mit den Staaten auf dem jetzigen deutschen Gebiet verbunden. Im Mittelalter folgte die Kleinstaaterei Zentraleuropas. So floss die Elbe zur Zeit Karls IV. im Jahre 1378 durch das Königreich Böhmen, die Markgrafschaft Meißen, das Kurfürstentum Sachsen, das Fürstentum Anhalt, das Erzbistum Magdeburg, das Kurfürstentum Brandenburg, am Rand des Herzogtums Braunschweig, Mecklenburgs, durch das Herzogtum Sachsen-Lauenburg, die Grafschaft Holstein und das Erzbistum Bremen. Zur Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert gehörte der Verlauf bis nach Wittenberg zum Kurfürstentum Sachsen. In der Phase des Absolutismus (um 1740) waren die Hauptanrainer die Kurfürstentümer Sachsen, Brandenburg und Hannover. Nach dem Wiener Kongress 1815 gehörte der Mittellauf zum Königreich Preußen, nach dem Gebietsgewinn Hannovers durch Preußen (1866) auch der Unterlauf. Die Oberelbe um Dresden herum war Teil des Königreiches Sachsen. Vor dem Ersten Weltkrieg bestand die politische Landkarte des Elberaumes nur noch aus Böhmen als Teil der „K.u.K.-Monarchie“ Österreich-Ungarn sowie dem Deutschen Reich. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutsche Teilung durch die vier Besatzungszonen der alliierten Siegermächte manifestiert. Die Elbe floss nun nach der Tschechoslowakei durch die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Zwischen Schnackenburg und Boizenburg/Lauenburg war sie Grenzfluss zur Bundesrepublik Deutschland (s. u.); im Unterlauf westdeutsch. Mit dem Wegfall des Eisernen Vorhangs um 1989/1990 und der Neugründung von Bundesländern im Ostteil Deutschlands durchfließt oder berührt die Elbe nun Tschechien und auf deutscher Seite den Freistaat Sachsen, die Länder Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und die Freie und Hansestadt Hamburg.

Wirtschaftshistorische Bedeutung

Der Fischreichtum der Elbe war bis ins 20. Jahrhundert Grundlage gewerblichen Fischfangs überall entlang des Verlaufes. Mit Fortschreiten der Industrialisierung nahm aber die Wassergüte immer weiter ab und der Fischbestand ging stark zurück. Noch verbliebene Fische wurden ungenießbar, so dass, mit Ausnahme der Elbmündung, fast überall die gewerbliche Fischerei eingestellt wurde. Ebenfalls zentrale Bedeutung besaß die Elbe schon seit Jahrhunderten als Transportweg. Ähnlich wie beim Rhein erlaubte die Elbe ein weites Vordringen der Hanse bis fast an die Mittelgebirge. Neben Hamburg war zum Beispiel Magdeburg eine wichtige Elbstadt der Hanse. Die Elbe war daher ab dem 12. Jahrhundert Bestandteil eines kontinentalen Handelssystems, das von Brügge bis nach Königsberg reichte. Bomätscher hießen die Arbeiter entlang der Elbe, die in dieser Zeit Schiffe flussaufwärts zogen (treidelten). In der frühen Neuzeit behielt der Flusslauf seine Bedeutung als Handelsroute trotz des Niedergangs der Hanse. Insbesondere bis zur Vollendung eines durchgängigen Eisenbahnnetzes in Zentraleuropa blieb die Elbe als Verkehrsweg konkurrenzlos. Durch die Erfindung der Dampfmaschine und die Ende des 18. Jahrhunderts aufkommenden Dampfschiffe war es wesentlich einfacher und schneller möglich, flussaufwärts zu fahren. Die Dampfkraft zum Antrieb von Schiffen wurde dabei fast 20 Jahre vor der Einführung der Dampflokomotive wirtschaftlich genutzt. Auf der Elbe blieb dabei das Raddampferprinzip erhalten, das auch Schiffe mit sehr geringem Tiefgang zulässt. Wichtige Transportgüter waren Tuch und Stoff aus Schlesien, die insbesondere als Textilien über Hamburg nach Amerika verschifft wurden, aber auch Holz aus den Mittelgebirgen, das zum Schiffbau an den Küstenwerften benötigt wurde. Aus Böhmen und Sachsen wurden auch Erze und Silber exportiert; in Gegenrichtung flossen Kolonialwaren. Später ging mit fortschreitender Vernetzung der Eisenbahnsysteme (siehe Geschichte_der_Eisenbahn_in_Deutschland) die Bedeutung der Schifffahrt zurück. Für Massenstück- und -schüttgütern wie Kohle und Holz, später auch weitere Güter vor allem der Chemischen Industrie, blieb die Bedeutung als Transportweg bis heute erhalten (s. u.).

Die Elbe als innerdeutsche Grenze

Mit der Erklärung von Jalta beschlossen die Alliierten bereits Anfang Februar 1945, das Deutsche Reich und Österreich (bzw. beide zusammen, die sich ab 1943 Großdeutsches Reich nannten) in vier Besatzungszonen aufzuteilen. Schon damals war wohl klar, dass die relativ zentral durch Deutschland verlaufende Elbe auf einigen Kilometern Grenzfluss werden würde. Am 25. April 1945 trafen sich die Fronten der sowjetischen und US-amerikanische Truppen in Strehla bei Torgau an der Elbe. (Am 26. April wurde dieses Treffen symbolisch auf der Elbe nachgefilmt.) In Thüringen und Westsachsen nährte dieses weite Vorrücken der amerikanischen Truppen die Hoffnung, dass diese Gebiete nicht sowjetisch besetzt werden könnten. Später räumten die Amerikaner diese besetzten Gebiete aber wieder und gaben sie an die sowjetische Verwaltung ab. Definitiv zwischen den Besatzungszonen lag die Elbe auf den Flusskilometern 473 (Schnackenburg) bis 566 (östlich Lauenburg). Hier grenzte die Britische Besatzungszone an die Sowjetische im Osten. Bis 1961 blieb diese Grenze eine sogenannte "grüne Grenze", wurde also nicht durch feste Anlagen gesichert. Anfangs wenig, wurde sie nach und nach von Grenzschutztruppen der DDR zu Lande und zu Wasser bewacht. In dieser kurzen Zeit starben verhältnismäßig die meisten Menschen an der Demarkationslinie bei Fluchtversuchen. Im Jahr 1961 begann die DDR ihre Grenze durch feste Anlagen zu sichern. Anfangs nur um Westberlin, begann sie auch schnell die Innerdeutsche Grenze im Westen zu festigen. Nach einiger Zeit war fast jeder Abschnitt durch mehrere Mauern und Zäune sowie Posten und Streifen der Grenztruppen der DDR, teilweise durch Selbstschussanlagen, gesichert. Im Bereich der Elbe wurde die Grenze und ihre auf DDR-Seite vorgelagerten Sperrgebiete ganz besonders für das Dorf Rüterberg zur Strapaze. Nach Grenzstreitigkeiten - man konnte sich nie einigen, ob die Grenze nun in der Mitte der Elbe oder am Ostufer lag - wurde das Dorf, das auf einer Flugsanddüne erhöht direkt am geschwungenen Elbufer liegt, auch von der DDR-Seite durch Zäune abgeschnitten. Die Bewohner durften den einzigen Durchgang durch die Absperrung zur sonstigen DDR nur zu bestimmten Zeiten passieren und keinen Besuch empfangen. Nach der Wiedervereinigung erlaubte der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern dem Dorf, sich "Dorfrepublik Rüterberg 1966-1989" zu nennen.

Kulturräume und -landschaften

Dorfrepublik Rüterberg Dorfrepublik Rüterberg]] Dorfrepublik Rüterberg Die Elbe ist zwar wesentlich dünner besiedelt als vergleichbare Ströme in Europa. Trotzdem haben sich an ihren Ufern Kulturräume, -landschaften und -objekte von hohem internationalem Wert gebildet. Kulturräume lassen sich nach dichter besiedelten Räumen, aber auch nach Landschaften und landwirtschaftlichen Nutzräumen einteilen. Wichtige solcher kulturlandschaftlichen Einheiten sind Böhmen, das Obere Elbtal um Dresden, der Raum um Magdeburg, Dessau und Wittenberg und das hanseatische Gebiet von Hamburg. Nach Kriterien der landwirtschaftlichen Nutzung sind beispielsweise im Oberen Elbtal ein Weinanbaugebiet, im weiteren Umfeld Magdeburgs die fruchtbare Lößlandschaft der Magdeburger Börde und entlang der linken Unterelbe das Alte Land als bedeutendes Obstanbaugebiet hervorzuheben. In Städten an der Elbe liegen innerhalb Deutschlands insgesamt vier Stätten des Weltkulturerbes der UNESCO. Einige stehen dabei in enger Beziehung zur Elbe, vor allem, wenn es sich um Kulturlandschaften handelt. Bei Einz

Lausitzer Gebirge

Das Lausitzer Gebirge (tschech. Lužické hory) liegt in Nordböhmen zwischen Böhmischer Schweiz und Jeschkengebirge. Nördlich anschließend breitet sich die hügelige Landschaft des Lausitzer Berglandes aus. Nach Südwesten schließt sich unmittelbar das Böhmische Mittelgebirge an. Der deutsche Anteil südlich von Zittau wird Zittauer Gebirge genannt. Das Gebiet steht in Tschechien als ChKO Lužické hory unter Naturschutz. Das Zittauer Gebirge besitzt den Status eines Landschaftsschutzgebietes.

Geologie

Das Lausitzer Gebirge ist ein Teil der Sudeten und besteht hauptsächlich aus Sandstein, ruhend auf einem präkambrischen Granitsockel. Vulkanische Magmen durchbrachen im Tertiär diese Sandsteinplatte und erstarrten zu Basalt und Phonolith (Klingstein). Im Kontaktbereich dieser Magmen zum Sandstein wurde dieser zum Teil verglast, zusammengebacken oder zu kleinen Säulchen zersplittert. Weithin bekannt waren einst die Jonsdorfer Mühlsteine, die aus solchem verfestigtem Sandstein gefertigt wurden. Am nördlichen Rand des Lausitzer Gebirges verläuft als bedeutendste geologische Störungszone die Lausitzer Überschiebung, die den Granit der Lausitz vom Sandstein Böhmens trennt.

Topografische Beschreibung

Das Lausitzer Gebirge gehört zu den böhmischen Randgebirgen, welche Böhmen wie eine Mauer umgeben. Von Norden wie von Süden erscheint es so, als läge der Schwanz einer riesigen Echse in der Landschaft, so schroff erhebt sich dieses Gebirge über die Umgebung. Mit der Lausche (Luž), 793 m, der Finkenkoppe (Pěnkavčí vrch), 792 m, dem Hochwald (Hvozd), 750 m, und dem Kaltenberg (Studenec), 736 m, als westlichem Eckpfeiler sitzen die höchsten Berge dieser Kammlinie auf. Tannenberg (Jedlová), 774 m, und der markante Kleis (Klíč), 760 m, sind dem eigentlichen Kamm vorgelagert und beeindrucken durch ihr wuchtiges Aussehen. Die schroffen Formen dieser Berge zeigen, dass diese ausnahmslos aus vulkanischen Gesteinen bestehen. Erst am Fuße dieser Berge breiten sich Sandsteinfelsen aus, die in Jonsdorf und Oybin die Landschaft bestimmen. Die größten Felsen sind der Oybin (mit mittelalterlicher Burg- und Klosterruine) und die Nonnenfelsen bei Jonsdorf auf sächsischer Seite und die Rabensteine und Oberwegsteine auf böhmischer Seite. Das gesamte Gebirge ist mit tiefen Wäldern bedeckt, dabei dominieren auf Basalt und Phonolith tiefe Buchenwälder, während auf Sandstein vor allem Kiefern und Fichten zu finden sind. Seit alters her führen nur wenige Verkehrswege über das Gebirge. Wichtige Straßen im Mittelalter waren der Alte Prager Weg über den Schöbersattel (Stožecké sedlo) und die Alte Gabler Straße über Lückendorf. Erstere dient auch heute noch als wichtige Fernstraße zwischen der Lausitz und Prag. Die als Böhmische Nordbahn erbaute Eisenbahnstrecke zwischen Prag und Georgswalde/Ebersbach dient heute nur noch dem regionalen Verkehr, sie überquert das Gebirge in der tiefsten Einsattelung am Fuße des Tannenberges.

Sehenswürdigkeiten


- Burgruine Tollenstein (Tolštejn)
- Einsiedlerstein bei Sloup (Bürgstein)
- Museumsbahn Česká Kamenice - Kamenický Šenov
- Křižová hora (Kreuzberg), Kalvarienberg bei Jiřetín pod Jedlovou (Georgenthal)
- Besucherbergwerk Stolln des Heiligen Evangelista bei Jiřetín pod Jedlovou (Georgenthal)
- Naturdenkmal Herrenhausfelsen (Panská skála) bei Kamenický Šenov (Steinschönau) siehe auch: Zittauer Gebirge

Weblink


- [http://www.luzicke-hory.cz/lausgeb.html Seite über das Lausitzer Gebirge (böhmischer Anteil)] Kategorie:Sudeten Kategorie:Deutsches Mittelgebirge Kategorie:Gebirge in Tschechien Kategorie:Geographie (Sachsen) Kategorie:Geographie (Tschechien) Kategorie:Lausitz

Böhmische Schweiz

Die Böhmische Schweiz (tschechisch: České Švýcarsko) liegt als tschechischer Teil des Elbsandsteingebirges nördlich von Děčín beiderseits der Elbe. Östlich geht die Böhmische Schweiz in das Lausitzer Gebirge und westlich ins Erzgebirge über. Die höchste Erhebung ist der Hohe Schneeberg (Děčínský Sněžník) mit 726m über NN. Das Gebiet steht seit 1972 als ChKO Labske Piskovce unter Landschaftsschutz. Im rechtselbischen Teil besteht seit dem Jahr 2000 der Nationalpark Böhmische Schweiz.

Namensgebung

Der Begriff Böhmische Schweiz entstand in Anlehnung an den Namen "Sächsische Schweiz" für den deutschen Teil des Elbsandsteingebirges, im 18. Jahrhundert und soll dabei auf die beiden Schweizer Künstler Adrian Zingg und Anton Graff zurückgehen, die sich von der Landschaft an ihre Heimat erinnert gefühlt haben könnten.

Geologie

siehe Elbsandsteingebirge

Topografische Beschreibung

Elbsandsteingebirge Im Gegensatz zur benachbarten Sächsischen Schweiz wird die Böhmische Schweiz nicht von Bergen geprägt, die die Landschaft überragen. Ausnahmen sind der Tafelberg Hoher Schneeberg (Děčínský Sněžník) sowie die Basaltkuppe des Rosenberges (Růžovský vrch). Charakteristisch sind im zentralen Teil die durch Schluchten zerteilten Felsgebiete und die steilen Felswände an der Südseite des Winterberges (Prebischtorgebiet). Landschaftlich einmalig ist das tiefe, düstere Durchbruchstal der Elbe, welches von steilen hohen Felswänden gesäumt ist. Im Gegensatz dazu breitet sich rechtselbisch darüber eine flachwellige, landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft - die Ebenheit - aus, die vom Rosenberg dominiert wird. Linkselbisch ist diese wellige Landschaft dicht bewaldet, im Bereich des Überganges zum Erzgebirge befindet sich dort der höchste Berg des Elbsandsteingebirges, der Hohe Schneeberg. So wie im anschließenden Erzgebirge fällt dort die Landschaft steil nach Süden ab.

Geschichte

Im Gebiet der Böhmischen Schweiz gibt es eine Reihe von Burganlagen zum Schutz der Handelswege. Einige der Burgen wurden auch als mittelalterliche Raubnester genutzt. Ursprünglich war dieses Gebiet slawisch und dann bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges deutsch besiedelt. Jetzt ist dieses Gebiet wieder fast ausschließlich von Tschechen besiedelt. Zweiten Weltkrieges Zweiten Weltkrieges Die touristische Erschließung begann im Wesentlichen erst im 19. Jahrhundert. Künstler der Romantik ließen sich von der wilden Schönheit der Felsen inspirieren, so der Maler Ludwig Richter oder der Komponist Carl Maria von Weber, der seine berühmte Oper Freischütz in der Nähe von Rathen ansiedelte.

Nationalpark

Schon seit 1972 steht die Böhmische Schweiz zur Gänze als ChKO Labske Pískovcé unter Landschaftsschutz. Nachdem 1990 die Sächsische Schweiz zum Nationalpark erhoben worden ist, mehrten sich die Bestrebungen, auch den böhmischen Teil des Elbsandsteingebirges als Nationalpark unter Schutz zu stellen. Ein schon 1991 vorgestellter Plan sah von vornherein auch die Einbeziehung des Rosenbergs (Růžovský vrch) mit vor. Von verschiedenen Gruppen wie Jagdpächtern und Forstwirtschaft wurde dieser Plan jedoch über Jahre massiv bekämpft. Eine zwischenzeitlich vorgestellte Kleine Lösung wurde letztlich nicht realisiert. Im Jahre 1999 beschloß die tschechische Regierung die Bildung des Nationalparks Böhmische Schweiz dann doch in der ursprünglich vorgesehenen Größe. Mit dem 01.01.2000 wurden somit die wertvolle Wald-Felslandschaft, die Klammen der Kamnitz und auch das Areal um den Rosenberg (Růžovský vrch) als Nationalpark unter Schutz gestellt. Der Sitz der Nationalparkverwaltung befindet sich in Krásná Lípa (Schönlinde), Informationsstellen befinden sich in Hřensko (Herrnskretschen) und Jetřichovice (Dittersbach).

Felsklettern

Von der Sächsischen Schweiz ausgehend gerieten schließlich auch die Felsen im böhmischen Teil des Elbsandsteingebirges ins Blickfeld der Bergsteiger. Mit dem Beckstein im Prebischtorgebiet wurde 1888 der erste Klettergipfel der Böhmischen Schweiz erschlossen. Die bedeutendsten Klettergipfel, die alle schon vor dem Ersten Weltkrieg erstbestiegen wurden, sind: Großer Prebischkegel, Nonne, Doggenturm, Empornadel, Wotanskegel und Kastenturm. Dabei wurde die Erschließung vor allem von deutschen Kletterern aus Dresden und Tetschen-Bodenbach durchgeführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet dann vor allem durch tschechische Kletterer systematisch erschlossen (z. B. Karel Belina, Gebrüder Weingartl). Ab Mitte der 1960-er Jahre waren dann auch wieder deutsche Kletterer aus Dresden maßgeblich an der weiteren Erschließung beteiligt. In den 1970-er Jahren setzte dann noch einmal eine Resterschließung der im ehemaligen Grenzsperrgebiet gelegenen Kletterziele ein. Nach der Gründung des Nationalparks Böhmische Schweiz traten dann für den Bergsport gravierende Einschränkungen in Kraft. Zunächst war das Klettern wie in allen tschechischen Nationalparks völlig verboten, später wurde eine Regelung getroffen, die das Klettern zu bestimmten Zeiten im Jahr erlaubt.

Sehenswürdigkeiten

Zweiten Weltkrieg
- Prebischtor (größte natürliche Sandsteinfelsbrücke in Europa)
- Kleines Prebischtor
- Edmundsklamm und Stille Klamm (Felsschlucht bei Herrnskretschen)
- Tyssaer Wände (ein Felslabyrinth)
- Felsenburg Schauenstein (Räuberburg bei Hohenleipa)
- Mariina Skala Marienfels (mit Aussichtsplattform), die Hütte wurde beim Waldbrand in der Nacht zum 9. September 2005 stark beschädigt
- Wilhelminenwand (Kletterwand und Aussicht)
- Felsenburg Falkenstein
- Rudolfstein (Aussichtsplattform)
- Paulinengrund (romantisches Tal)
- Felsenkapelle in Vsemily (Schemmel)

Siehe auch


- Schweiz (Landschaftsbezeichnung) (Regionen mit Namen "Schweiz")

Literatur


- Ulrich Augst: Wander- und Naturführer Böhmische Schweiz/Ceské Švýcarsko. 18 Rundwanderungen im Elbsandsteingebirge. Hrsg. von Peter Rölke. 2. Auflage. Berg- und Naturverlag Rölke, Dresden 1999 ISBN 3-934514-00-6
- Böhmische Schweiz 1 : 40 000. 2. Auflage. Dr.-Ing. Rolf Böhm Kartographischer Verlag, Bad Schandau 2001 ISBN 3-910181-08-2

Weblinks


- [http://www.boehmische-schweiz.de Tourismusportal für die Böhmische Schweiz]
- [http://www.prebischtor.de Großes Prebischtor]
- [http://www.cztour.cz/main_de.html Boehmische Schweiz Touristinformation]
- [http://fotoprazak.net/2-vyber_lokalit_krajin/lokality_krajin/dalsi/Labske_piskovce.html Fotos aus Böhmische Schweiz]
- [http://www.npcs.cz Offizielle Seite des Nationalparks Böhmische Schweiz] Kategorie:Mittelgebirge Kategorie:Elbsandsteingebirge Kategorie:Böhmen Kategorie:Gebirge in Tschechien B

Elbe

Die Elbe (tschechisch Labe, polnisch Łaba) ist ein europäischer Fluss, der in Tschechien entspringt, durch Deutschland fließt und in die Nordsee mündet. Mit 1.165 km Länge ist die Elbe der dreizehntlängste Fluss in Europa und gehört zu den 150 längsten Flüssen der Erde. Weil die Elbe nicht in einen anderen Fluss, jedoch insbesondere in das Weltmeer mündet, zählt sie als Strom. Der Fluss besitzt ein Einzugsgebiet von etwa 148.000 km². Nachdem der Fluss Tschechien in einem großen Südbogen nach Nordwesten hin durchflossen hat, fließt er durch Deutschland und darin unter anderem durch Dresden, Magdeburg sowie Hamburg und bei Cuxhaven in die Nordsee. Während der deutschen Teilung bis 1990 war die Elbe auch über längere Strecke Grenzfluss. Obwohl sie Anfang der 1990er Jahre stark durch Schwermetalle und chemische Abwässer belastet war, gilt sie insbesondere im Mittellauf für einen europäischen Fluss als sehr naturbelassen.

Der Verlauf der Elbe

Grenzfluss]]

Tschechischer Oberlauf

Die Elbe entspringt im Riesengebirge und verlässt dieses Gebirge in südliche und südöstliche Richtung, also entgegen ihrer späteren Hauptfließrichtung. Ab Pardubice verläuft sie nach einem scharfen Knick in Richtung Westen, nimmt kurz darauf ihre Hauptrichtung auf und fließt, mit wenigen Ausnahmen, Richtung Nordwesten. Bei Mělník mündet der längste Nebenfluss, die Moldau, auf linker Seite in die Elbe. Ab Litoměřice (Leitmeritz) verläuft die Elbe auf etwa 100 Kilometern Länge in Richtung Norden und verlässt hinter Děčín die Tschechische Republik.

Deutscher Oberlauf

Der deutsche Verlauf beginnt mit einer Flussbiegung, nachdem die Elbe wieder mehr in Richtung Nordwesten fließt. Es wird Dresden durchquert und im weiteren Verlauf nimmt auch das Gefälle immer mehr ab. Der deutsche Anteil am Oberlauf ist, wenn man ihn geologisch bzw. geomorphologisch festlegt, sehr klein. Spätestens ab Torgau, eher schon ab Riesa geht die Elbe in ihren Mittellauf über. Die IKSE hat 1992 die geografische Gliederung der Elbe festgelegt. Danach endet der Oberlauf bei Schloss Hirschstein am Strom-km 96,0. Riesa

Mittellauf

Im Mittellauf bewegt sich die Elbe weiterhin in nordwestlicher Richtung, bis sie bei Magdeburg einen stärkeren Knick macht, ab dem es etwa 80 km nach Norden, teilweise sogar nach Nordosten weitergeht. Nach der Mündung der Havel, dem längsten rechten Nebenfluss, fließt die Elbe wieder in nordwestlicher Richtung (vergleiche Kapitel "Urstromtäler"). Kurz vor Hamburg, am Wehr Geesthacht, erreicht die Elbe das untere Ende ihres Mittellaufs.

Unterelbe

In Hamburg bildet die Elbe quasi ein Binnendelta, indem sie sich für etwa 15 Kilometer in die Norder- und Süderelbe aufteilt. Dazwischen befindet sich der bedeutende Seehafen Hamburgs, und obwohl die Nordsee noch über 100 Kilometer entfernt ist, ist dieser Abschnitt schon deutlich maritim geprägt, weist zum Beispiel Gezeitenwirkung auf. Ab hier wird der Flussabschnitt auch Niederelbe genannt. Nach dem Hamburger Binnendelta fließt der Unterlauf wieder vereint weiter und mündet in einer langen Trichtermündung in die Nordsee, ohne die Grundrichtung zu ändern. Die Öffnung der Mündung ist zwischen Cuxhaven und Dithmarschen etwa 15 Kilometer breit. Die offizielle Länge der Elbe beträgt 1091,47 km (IKSE, 1995). Die Zahl von 1165 km (s.o.) ist veraltet.

Geomorphologie und Hydrologie

Elbtal im Riesengebirge

Dithmarschen Dithmarschen Dithmarschen Die Elbquelle befindet sich im Norden Tschechiens an der Grenze zu Polen im Riesengebirge. Sie liegt dort nordwestlich von Špindlerův Mlýn (Spindlermühle) zwischen den Bergen Reifträger und Hohes Rad. Die Quelle wird durch ein in Mauern gefasstes Wasserloch symbolisiert, weil sie eigentlich durch eine Vielzahl von kleinen Quellbächen in der Hochgebirgsalm Siebengründe entsteht. An einer Mauer nahe dieser Quelle sind die Stadtwappen von Städten angebracht, durch welche die Elbe fließt. Etwa 500 Meter nach der Quelle stürzt der junge Fluss als Elbfall in sein erstes Kerbtal. Dieses Labský důl (deutsch: Elbgrund) zieht sich etwa 4,5 Kilometer durch den Hauptkamm des Riesengebirges. Im weiteren Verlauf im Riesengebirge wird die Elbe durch die Krausebauden-Talsperre aufgestaut. Das Tal der Elbe teilt später den Hauptkamm des Gebirges vom südlichen und flacheren Böhmischen Kamm auf kurzer Strecke. Der Böhmische Kamm (oder auch Innere Kamm) wird von der Elbe genau wie weitere sich abflachende Kämme in südliche Richtung durchbrochen. Dabei werden auf kurzer Strecke starke Höhenunterschiede überwunden. In Hradec Králové, etwa 200 Kilometer südlich der Elbquelle, ist der Fluss dann bereits auf eine Höhe von 235 Meter über NN gefallen. Nun beschreibt der Verlauf einen langen Bogen, anfangs in Richtung Westen, später in Richtung Nordwesten in einer von den Sudeten eingegrenzten Beckenlandschaft. Erst in Nordböhmen und Deutschland quert sie in weiteren Durchbruchstälern die Umrandung der Sudeten.

Weitere Durchbruchstäler

Nordböhmen Die Elbe durchbricht zwischen Litoměřice und Dresden mehrere Mittelgebirgsketten. Zuerst ist es das kleinere Böhmische Mittelgebirge, um anschließend ein kurzes Stück im Eger-Graben zu verlaufen. Das Erzgebirge erreicht die Elbe deshalb nicht direkt. Weil das aufgestemmte Erzgebirge, ein feststeiniges Pultschollengebirge, auf südlicher Seite sehr steil ist, "suchte" sich die Elbe im Verlauf eine andere Stelle zum Durchbruch des Mittelgebirgsrückens - das Elbsandsteingebirge. Dieses ist niedriger und schließt im Mittelgebirgsrücken die Lücke zwischen Erzgebirge und Lausitzer Gebirge. Wesentlich ist auch, dass Sandstein viel leichter erodiert als die festeren Gesteine am Rand der Scholle des Erzgebirges. Der gesamte Durchbruch der Elbe durch das Elbsandsteingebirge ist etwa 30 Kilometer lang. Die Landschaftsräume des Elbsandsteingebirges sind dabei die Böhmische Schweiz auf tschechischer und die Sächsische Schweiz auf deutscher Seite. Von einem Durchbruchstal lässt sich auch noch beim Elbtalkessel sprechen, der aber auch schon stark glazial geformt wurde. Danach geht die Elbe in wesentlich flachere Landschaften über und durchbricht keine Gebirge mehr.

Urstromtäler

Die Elbe verlässt hinter dem Elbtalkessel den Bereich des tektonischen Sächsisch-Thüringischen Grundgebirges. Von nun an durchläuft sie im nordostdeutschen Tiefland pleistozäne Landschaften. Der Strom hält jetzt auch überwiegend eine nordwestliche Fließrichtung ein. Diese grobe Geradeläufigkeit ist dadurch zu erklären, dass die Elbe nun innerhalb der glazial geschaffenen Urstromtäler fließt, also in großen Schmelzwasserrinnen der verschiedenen Eiszeiten. Diese haben sich alle parallel zu den Eisrandlagen in nordwestlich-südöstlicher Ausrichtung gebildet. Während der letzten Glaziale und vor dem Eiszeitalter existierten vom heutigen Flussverlauf stark abweichende Verläufe, die man nach heutigen Orten am damaligen Flussverlauf bezeichnet. So gab es vor der Elster-Eiszeit den Bautzener und den Senftenberger Elbelauf, zwischen der Elster- und der Saale-Eiszeit den Berliner Elbelauf. Erst nach der Saale-Eiszeit hat die Elbe etwa ihren heutigen Verlauf eingenommen. Bei starken Eisvorstößen wie dem Drenthe-Stadium der Saale-Eiszeit oder der Elster-Eiszeit wurde die Elbe auch regelrecht aufgestaut, da das Inlandeis teilweise bis an die Mittelgebirgsschwelle reichte. Eine Besonderheit des Elbverlaufs ist es, dass die Geländegegebenheiten den Fluss kurz hinter Magdeburg zu einem Wechsel des Urstromtals zwingen. Bis dahin bewegt er sich im Breslau-Magdeburger Urstromtal, das weiter nordwestlich noch von der Aller und der unteren Weser eingenommen wird. Die Elbe fließt nun aber plötzlich auf einer längeren Strecke in Richtung Norden und Nordnordosten weiter. Dabei gelangt sie bald in das weichsel-eiszeitliche Glogau-Baruther Urstromtal. Dieses ist entstehungsgeschichtlich jünger und daher geomorphologisch noch besonders gut erhalten, was sich zum Beispiel durch stellenweise abrupte Unterschiede des Höhenniveaus zwischen der Talsohle und den begrenzenden Geesträndern bemerkbar macht. Etwa ab der Havelmündung spricht man auch vom Elbe-Urstromtal. Der Grund für den Wechsel der Urstromtäler liegt im vorletzten Glazial: Die Saale-Eiszeit bildete Inlandgletscher, deren Eisrandlage in einer Phase des Drenthe-Stadiums etwa bis zum heutigen Magdeburg reichte. An der Stelle des späteren Richtungswechsels bildete der Gletscher eine Art Nase, die das Magdeburg-Breslauer Urstromtal anschürfte und vorhandene Endmoränen einebnete. Dazu lagerte sich Geschiebematerial ab, welches das dortige Tal schließlich blockierte und so die Elbe in ein anderes Flussbett zwang. Von der nördlich bis kurz vor Magdeburg reichenden Eisrandlage des Warthe-Stadiums der Saale-Kaltzeit ließ sich die Elbe später dagegen nicht ablenken und durchstieß diese Endmoränenstaffel. An der Verlaufskarte (s. o.) lassen sich die markanten Richtungsänderungen gut ablesen. Glogau-Baruther Urstromtal Die Elbe kann fast insgesamt als ein "Sandfluss" bezeichnet werden, zum einen, weil sie Sandsteingebirge durchbricht und erodiert, vor allem aber, weil der Tieflandanteil des Elbverlaufes in den Urstromtälern über pleistozänen Sandablagerungen (und holozänen Sedimenten des Flusses selbst) verläuft. Relikte der Eiszeiten sind im Mittel- und Unterlauf auch Findlinge, die wegen der Schifffahrt teilweise aus der Elbe geborgen wurden, aber auch immer noch im Grund des Flusses vorhanden sind. Von besonderer Bedeutung sind eng begrenzte Felsaufragungen im Flussbett der Elbe vor allem bei Torgau und Magdeburg (Domfelsen), die vor allem bei Niedrigwasser ein gefährliches Hindernis für die Schifffahrt darstellen.

Mündung

Der Mündungsbereich hat noch in erdgeschichtlich jüngster Vergangenheit erhebliche geomorphologische Änderungen erfahren. So war der gesamte südliche Teil der heutigen Nordsee gegen Ende des Weichsel-Glazials Landfläche - die Elbmündung befand sich entsprechend vielleicht mehrere hundert Kilometer weiter nordwestlich an einer Stelle, die heute mitten im Meer liegt. Um 5000 v. Chr. hatte sich durch den Meeresspiegelanstieg im Holozän die Elbmündung schon eher dem heutigen Bereich angenähert, aber die Küstenlinie unterschied sich immer noch deutlich.

Nebenflüsse

Flüsse über 100 km Länge

Der größte Nebenfluss der Elbe ist die Moldau (tschechisch Vltava) mit 440 Kilometern Länge, die bei Mělník etwas nördlich von Prag in die Elbe mündet. Über die Moldau reicht das Einzugsgebiet der Elbe bis in kleine Teile Bayerns. An der Stelle ihrer Mündung ist die normale Abflussmenge der Moldau sogar größer als die der Elbe. Der zweitlängste Nebenfluss ist die Saale mit 413 Kilometern, die bei Barby in Sachsen-Anhalt in die Elbe mündet. Mit 325 Kilometern ist die Havel der längste rechte Zufluss der Elbe, mit dessen größerem Nebenfluss, der Spree, gerechnet ist sie sogar mit über 480 Kilometern Länge der größte Nebenfluss der Elbe überhaupt. Die Eger (tschech. Ohře) hat eine Länge von 291 Kilometer und folgt in etwa dem Verlauf des gleichnamigen Eger-Grabens und des Südfußes des Erzgebirges. Ihre Quelle befindet sich in Bayern und sie mündet in der Nähe der tschechischen Stadt Litoměřice (Leitmeritz). Die Schwarze Elster (188 km) entspringt in der Oberlausitz und verläuft in Richtung Westen. Sie ist folglich ein rechter Zufluss. Die Mulde (124 km) ist ein wichtiger Abfluss des Erzgebirges und verläuft als linkes Nebengewässer sehr kontinuierlich nach Norden. Andere Nebengewässer mit mehr als 100 km Länge sind die Elde (220 km) im unteren Mittellauf zwischen Wittenberge und Hamburg, die Oste (153 km), die in den Ästuar der Elbe mündet, die Ohre (110 km), die im Bereich der Elbe parallel zum Mittellandkanal verläuft, und die Polzen (102 km), die noch in der Tschechischen Republik mündet.

Weitere Nebenflüsse (Auswahl)

Die Elbe selbst entsteht aus den beiden Gewässern Weißwasser und der Kleinen Elbe. Weitere wichtige Nebenflüsse der Elbe sind insbesondere im Raum des Osterzgebirges die Flüsse Bílina (Biela), Müglitz (entspringt als Mohelnice in Tschechien) und Weißeritz. Als weithin bekannter, wenn auch eher kleiner und kurzer Nebenfluss ist die Hamburger Alster zu nennen. Siehe auch: Liste von Nebenflüssen der Elbe

Naturräume, Flora und Fauna, Naturschutz

Naturräumliche Haupteinheiten

Liste von Nebenflüssen der Elbe Die Elbe durchfließt auf deutschem Gebiet die folgenden „Naturräumlichen Haupteinheiten“ (definiert nach geomorphologischen, bodenkundlich-geologischen und biogeografischen Kriterien gemäß Bundesamt für Naturschutz, BfN, 1994):
- D15 – Sächsisch-böhmisches Kreidesandsteingebiet
- D19 – Sächsisches Hügelland und Erzgebirgsvorland
- D10 – Elbe-Mulde-Tiefland
- D09 – Elbtalniederung
- D24 – Untere Elbeniederung (Elbmarsch) Die drei letztgenannten Naturräume innerhalb des Norddeutschen Tieflandes werden dabei wesentlich durch die Elbe selbst bestimmt und definiert. Das „Sächsisch-böhmische Kreidesandsteingebiet“ erstreckt sich innerhalb des deutschen Gebietes von der Staatsgrenze zu Tschechien etwa bis Pirna (südöstlich von Dresden). Landschaftsräumlich ist der Bereich als Elbsandsteingebirge bzw. der deutsche Teil des Gebirges als Sächsische Schweiz bekannt. Das „Sächsische Hügelland und Erzgebirgsvorland“ passiert die Elbe von Pirna/Dresden bis kurz vor Riesa. Von dort erstreckt sich bis kurz hinter Magdeburg (etwa Mündung des Elbe-Havel-Kanals) der lange Verlauf des „Elbe-Mulde-Tieflandes“. Danach reicht ein weiterer sehr langgezogener Abschnitt, die „Elbtalniederung“, bis vor die südöstlichen Tore Hamburgs. Alle diese Abschnitte und Naturräume gehören zur kontinentalen Biogeografischen Region. Ab dem Sperrwerk bei Geesthacht spricht man von der Unterelbe, präziser vom Naturraum „Untere Elbeniederung“. Dieser wird zur atlantischen Biogeografischen Region gezählt. Durch den marinen Mündungstrichter (Ästuar) der Elbe in die Nordsee zieht sich dann noch eine naturräumliche Grenze, die zwischen der Unteren Elbeniederung am niedersächsischen Südufer und dem Naturraum „D21 – Schleswig-Holsteinische Marschen“ auf der nordöstlichen Seite unterscheidet. Die genannten Naturräumlichen Haupteinheiten können in weitere Untereinheiten differenziert werden (Beispiele: „Dessauer Elbtal“, „Untere Mittelelbeniederung“ etc.) – auf diese feinere Gliederung, die je nach Bundesland nicht immer einheitlich definiert wird, soll hier nicht eingegangen werden.

Charakteristische Biotoptypen der Flussaue

Ästuar Ästuar Ästuar] Da die Elbe sehr unterschiedliche Landschaften durchläuft, sind die sie begleitenden Biotope je nach naturräumlichen Gegebenheiten und dem Grad der Veränderung durch den Menschen entsprechend verschieden. Auf tschechischer Seite und im sächsischen Mittelgebirgsbereich ist die Flussaue überwiegend auf ein schmales, teilweises schluchtartiges Kerbtal beschränkt, das sich nur streckenweise weiter öffnet. Solche Areale sind dann oft mit Siedlungen, Verkehrswegen oder Landwirtschaft überformt. Ein höheres Maß an natürlichen oder naturnahen Biotopen weist der lange Mittellauf auf, der vergleichsweise dünn besiedelt ist, allerdings durch Deichbau einen großen Teil der ursprünglichen Auenlandschaft innerhalb der Urstromtäler verloren hat. Der Unterlauf wiederum hat durch die Dimensionierung des Mündungstrichters (bei Cuxhaven ist die Elbe 15 Kilometer breit), durch den Gezeiteneinfluss und durch die Nutzung als Wasserstraße einen gänzlich eigenen Charakter. Zu den natürlichen Biotoptypen eines mitteleuropäischen Tieflandflusses gehören vor allem Weichholz- und Hartholzauwälder. Während die länger überflutungstoleranten Weichholzauen aus Weiden und Pappeln noch auf größeren Abschnitten zumindest linear vorhanden sind, sind Hartholzauen (mit Eichen, Ulmen, Eschen u. a.) nur noch in Fragmenten erhalten geblieben. Oft mussten sie landwirtschaftlichen Flächen weichen oder wurden durch Deichbau vom regelmäßigen, lebensnotwendigen Überflutungsgeschehen abgeschnitten. Die größten zusammenhängenden Reste von „echtem“ Auwald - auch ganz Mitteleuropas - finden sich heute im Dessauer Elbtal, insbesondere zwischen den Mündungen von Mulde und Saale. Die überwiegend offenen Landschaften der mittleren Elb-Auen werden von Grünlandnutzung, in überschwemmungssichereren Bereichen auch von Ackernutzung geprägt. Dazwischen sind Biotoptypen wie Niedermoore (Erlenbruchwälder, Großseggenriede, Röhrichte) und verschiedene Stillgewässerarten anzutreffen. Vor allem vor der Regulierung des Flussverlaufes durch Deiche sowie Buhnen konnten durch die Fließgewässerdynamik (Hochwässer, Verlaufsänderungen) ständig neue Randgewässer wie Flutrinnen und –mulden, Altarme und Bracks entstehen. Ein Charakteristikum der Elbe ist auch nach der Ausdeichung erhalten geblieben: Bei Hochwasser steigt der Grundwasserspiegel zeitlich verzögert an und drückt – begünstigt durch den grobporigen, sandigen Boden – unter den Deichen hindurch. Auf der anderen Seite tritt dieses Wasser als so genanntes Dränge-, Druck- oder Qualmwasser wieder an die Oberfläche. Auf diese Weise entstehen dort temporäre Gewässer, in denen viele sehr seltene Tier- und Pflanzenarten ein Refugium haben – ein gewisser Ersatz für die ursprünglichen, durch die Bedeichung verloren gegangenen Überflutungsbiotope. Das sandige Ufer der Elbe selbst mit den ständigen Wechseln aus Überstauung und Trockenheit ist ebenfalls Lebensraum einer spezialisierten Flora und Fauna (s. u.). Gleiches gilt für pleistozäne Geestrücken und periglazial entstandene Flugsanddünen, die entweder als Inseln innerhalb der Talaue liegen oder diese begrenzen. In den stärker urban geprägten Abschnitten des Elbufers finden sich oft Grünlandflächen auf den Auenstandorten, so genannte "Elbwiesen". Diese werden in der Regel extensiv als Weide oder Mähwiese bewirtschaftet und dienen zudem als Erholungs- und Veranstaltungsflächen. Dabei verblieben aber auch Reste von Auenbewaldung die teilweise unter Naturschutz stehen. Häufig spielen sie auch als Retentionsraum eine Rolle und dienen zusammen mit verlandeten Altarmen dem Hochwasserschutz. Nebenarme der Elbe wurden entweder künstlich trocken gelegt oder verlandeten von selbst und sind heute innerhalb von bebauten Gebieten als Feuchtwiese erhalten. Diese Altarme, die bei Hochwasser selbst schnell hohe Wasserstände und Fließgeschwindigkeiten aufweisen, wurden nicht überall baufrei gehalten. Im Unterlauf übt die Nordsee bereits einen merklichen Einfluss auf die Landschaft und die Lebewelt aus. Die weitläufigen, von Entwässerungsgräben durchzogenen Grünlandkomplexe entlang der Elbe werden hier als Marsch bezeichnet.

Typische/besondere Pflanzen und Tiere

Pflanzen

Marsch] Die natürliche Pflanzenwelt der Elbe, ihrer Ufer und Auen ist vor allem durch den stetigen Wechsel von trockenen und nassen Bedingungen geprägt – dies gilt sowohl räumlich als auch zeitlich betrachtet. Im Fluss selbst wachsen heute vergleichsweise wenige Pflanzen. Das hängt mit menschlichen Eingriffen in Verlauf, Fließgeschwindigkeit und Wasserqualität zusammen. Aber schon am sandigen bis schlickigen Spülsaum findet man spezialisierte, teils amphibisch lebende Pflanzen wie den Hirschsprung, den Schlammling, verschiedene Zweizahn- und Gänsefuß-Arten, Röhrichte, Seggenriede und Hochstaudenfluren. Unter den krautigen Pflanzen sind viele so genannte Stromtalpflanzen, die schwerpunktmäßig oder sogar ausschließlich entlang größerer Flussläufe vorkommen. Ihre Ansiedlung wird begünstigt durch kleinklimatisch bevorzugte, wechselfeuchte Standorte sowie durch Ausbreitung mittels Verdriftung, Schiffsverkehr und Wasservögel. Zu den mit Schwerpunkt im Elbtal auftretenden Arten gehört u. a. die Elbe-Spitzklette. Unter den Gehölzen sind Weiden, insbesondere die Silberweide, Schwarzpappeln und alte Stiel-Eichen besonders landschaftsprägend. Stiel-Eiche] Die Nebengewässer in den Elbauen weisen eine große Vielfalt an Wasser-, Sumpf- und Uferpflanzen auf, darunter seltenere Arten wie die Krebsschere, die Schwanenblume und die Seekanne. Im Spätfrühling und Frühsommer sind viele Tümpel und Flutmulden von einem weißen Teppich blühenden Wasserhahnenfußes bedeckt. Feuchtwiesen sind zur gleichen Zeit rosa von Blütenaspekten der Kuckuckslichtnelke und gelb von verschiedenen Hahnenfuß-Arten. Sehr kleinräumlich können sich feuchte und trockene Biotope abwechseln, so dass man wenige Meter entfernt Pflanzen der Magerrasen und Sand-Trockenrasen findet. An der Unterelbe mischen sich Florenelemente atlantischer und salzverträglicher Standorte in die Ufervegetation. Dazu gehört beispielsweise die Strandsimse. Eine Rarität, die weltweit betrachtet ausschließlich an wenigen Stellen der Unterelbe endemisch vorkommt, ist der Schierlings-Wasserfenchel (Oenanthe conioides). Dieser ist auf den extrem seltenen Lebensraum „tidebeeinflusstes Süßwasserwatt“ spezialisiert. Bekannt wurde dieses durch das teilweise Zuschütten des „Mühlenberger Loches“ bei Hamburg im Zuge der Ansiedlung des Flugzeugbauers EADS/Airbus.

Tiere

Airbus Airbus Säugetiere: Bemerkenswerte Säugetierarten an der Elbe sind der Fischotter und der Biber. Die Elbe-Biber befinden sich – ausgehend von ihrem Refugium im Dessauer Auwald – dank intensiver Naturschutzmaßnahmen seit einigen Jahren wieder in Ausbreitung an der Mittelelbe und den dortigen Nebenflüssen. Seit 1990 wird beispielsweise auch die niedersächsische Elbtalaue von dieser Tierart wieder besiedelt (2004 wurden allein dort rund 300 Tiere gezählt). Hier galt die Art seit 1819 als ausgestorben – Folge vor allem einer intensiven Bejagung. Vögel: An der Elbe und in ihren Auen kommt ein Großteil der mitteleuropäischen Arten als Brutvogel vor. Darunter sind Seltenheiten wie der Seeadler, der Schwarzstorch und verschiedene Limikolen. Hinzu kommen Zugvögel, die das Elbtal als Rastgebiet und Wanderlinie nutzen – besonders die untere Mittelelbe und den Mündungsbereich. Beispiele sind nordische Schwäne und Gänse aus Westsibirien (Sing- und Zwergschwan, Bless- und Saatgans u. a.). Unter den Großvögeln sind die Weißstörche besonders populär, die entlang der Mittelelbe in zahlreichen Dörfern brüten. In Ausbreitung als Brutvogel ist der Kranich, der versteckt in Bruch- und Auwäldern nistet. Daneben ziehen viele nordische Kraniche über die Elbe und rasten dort. Kranich] Kranich] Amphibien: Mindestens zwölf der 21 deutschen Lurcharten kommen entlang der Elbe in den stehenden Auengewässern vor. Besonders hervorzuheben sind dabei die großen Bestände von Moorfrosch und Laubfrosch, die anderenorts oft nur noch selten zu finden sind. Eine herausragende Rolle spielt das Elbetal für die Rotbauchunke