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Bühnenbildner

Bühnenbildner

Bühnenbildner sind zuständig für die Gestaltung von Bühnenräumen an Theatern, Schauspiel- und Opernhäusern, sowie teilweise auch bei Filmproduktionen. Der Bühnenbildner arbeitet zunächst eng mit dem Regisseur zusammen. Dieser hat in Abstimmung mit der Theaterleitung ein Stück ausgewählt, das er dann mit dem Bühnen- und Kostümbildner und dem Dramaturgen inhaltlich bearbeitet. Nach der Textanalyse erstellt der Bühnenbildner Entwürfe. Diese werden als Skizze, Bild etc. vorgestellt und im Regieteam diskutiert. Als Quellmaterial wird oft assoziatives und historisches Material aus Bildbänden o. ä. verwendet. In modernen Regieteams werden zu diesem Zeitpunkt auch schon entsprechende Fachleute mit in die Beratung miteinbezogen (z.B. Lichtgestalter). Meist wird im Lauf der Bühnenbildentwicklung auch ein oder mehrere maßstabsgetreue Modelle angefertigt, in dem alle Szenen bzw. Szenenbilder gestellt oder simuliert werden können. Dies ist zur Klärung der Raumkonzepte und der räumlichen Gegebenheiten sinnvoll. Zu diesem Zeitpunkt kann es schon zu Präsentationen vor dem Ensemble (Schauspieler, Sänger etc.) und zu Besprechungen mit dem technischem Stab der späteren Aufführungsstätte kommen. Das Regiekonzept sowie die Bühnen- und Kostümentwürfe werden den agierenden Künstlern vorgestellt. Es gibt Diskussionen und unter Umständen Änderungen. Ist der Entwurfsprozess beendet, geht es an die Umsetzung. Der Bühnenbildner trifft sich mit dem technischen Stab des Theaters und stellt seine Zeichnungen und Modelle vor. Es beginnt ein längerer Prozess der Abstimmung, besonders dann, wenn der Bühnenbildner sich nicht früh genug mit den technischen Gegebenheiten des Hauses vertraut gemacht hat. Vom Bühnenbildner, seinem Assistenten und vom technischen Stab (Technischer Leiter bzw Konstruktionsbüro) werden technische Zeichnungen erstellt, nach denen die Werkstätten die Dekorationsteile herstellen können. Um die Originalmaße, den Eindruck und auch die entstehenden Probleme der szenischen Umbauten während der Aufführung vor Ort zu diskutieren, wird eine Bauprobe durchgeführt. Auf der Bühne werden, oft mit alten Dekorationsteilen, die Grundmaße des Entwurfes improvisiert. Proportionen, Farben, Beleuchtung etc. können so 1:1 überprüft, technische Details können geklärt und noch leicht verändert werden. Der Bühnenbildner nimmt nötige Änderungen des Entwurfs vor und betreut danach zusammen mit dem Bühnenmeister, dem technischen Leiter (bzw dessen Assistenz), dem Werkstattleiter und seinem eigenen Bühnenbildassistenten den Umsetzungsprozess in den Werkstätten. Inzwischen gibt es speziell ausgebildete Fachkräfte (Ingenieure der Theater- und Veranstaltungstechnik), die die in diesem Zusammenhang auftretenden Probleme technischer und kommunikativer Art zu meistern wissen. Der Bühnenbildner versucht hier natürlich eine möglichst genaue Umsetzung seiner Entwürfe zu erzielen, allerdings muß er die technischen und finanziellen Bedingungen des Theaters berücksichtigen. Bei diesem Prozess müssen sehr viele sehr verschiedene Menschen zur Zusammenarbeit motiviert werden. Der Bühnenbildner muss nun auch Möbel und Requisiten entwerfen, aussuchen und herstellen lassen. Sind die Dekorationsteile und Kostüme fertig, werden sie in der technischen Einrichtung auf der Bühne zusammen gesetzt.
Einige Arbeiten können nur auf der Bühne, zum Beispiel an den Zügen, vorgenommen werden. Hier sieht der Bühnenbildner zum ersten Mal die fertigen Dekorationsteile an ihrem Bestimmungsort. Nach der Einrichtung können noch Änderungen vorgenommen werden. Auch hier spielen die finanziellen Mittel, die Werkstattkapazität des Theaters sowie die Güte der Planung und des Vorstellungsvermögens des Bühnenbildners eine wesentliche Rolle. Es folgt die Beleuchtungsprobe. Der Bühnenbildner hat vorher (alleine oder im besseren Falle mit einem kompetenten Lichtgestalter) ein künstlerisches Beleuchtungskonzept entworfen. Oft dauert es mehrere Tage, bis alle Lichtstimmungen eingeleuchtet sind. Der Bühnenbildner benötigt sehr gute Kenntnisse der Beleuchtungstechnik und Farblichtmischung, denn der optische Endruck für den Zuschauer kann damit entscheidend beeinflusst werden. Ein gutes Bühnenbild kann durch eine schlechte Beleuchtung untergehen. Anschließend folgen die Bühnenproben in Originaldekoration, zu denen der Bühnenbildner oft anwesend sein muss, da jetzt Feinabstimmungen nötig sind. Die Schauspieler müssen den "neuen" Raum erobern und ihn mit Leben füllen. Dies kann für alle Beteiligten ein schöner oder auch ein schmerzhafter Prozess werden. Der Bühnenbildner braucht jetzt vor allem starke Nerven und einen Regisseur, der zu seinem Regiekonzept steht. Zu den Hauptproben (meist zwei) sollten alle Dekorationen, Requisiten und Kostüme komplett fertig gestellt sein. Diese Proben gehören den Schauspielern, Maskenbildnern, Requisiteuren und Kostümwerkstätten, die mit dem Bühnen- und dem Kostümbildner jetzt alles auf einen reibungslosen Ablauf des Abends einrichten. Bei diesen Proben werden auf allen Ebenen Detailänderungen vorgenommen (Kostüm, Licht, Ausstattung, z.T sogar noch am Text). Der Inspizient wird nun zum unsichtbaren Dirigenten der komplexen Bühnenmaschine und ist verantwortlich für den reibungslosen Ablauf aller Ab- und Auftritte. Hier ist Fingerspitzengefühl nötig, um das Konzept der Ausstattung und das Rollenverständnis der Schauspieler zu einer schlüssigen Form zusammen zu führen. Am Abend der Premiere herrscht meist eine Mischung aus angespannter Nervosität, Hektik und professionellem Arbeiten. Dem Bühnenbildner bleibt an diesem Tag oft nur noch die die Rolle des Betrachters und/oder psychologischen Betreuers. Traditionellerweise wird er, kurz bevor sich der Vorhang am Premierenabend hebt, drei Mal auf die Bühne spucken. Einer der bekanntesten Bühnenbildner des 20. Jahrhunderts war der in Remscheid geborene Teo Otto. Kategorie:Kunst (Beruf) Kategorie:Filmberuf ! ja:舞台美術

Theater

Theater (v. frz. théâtre < lat. theatrum < griech.: théatron Schaustätte; v. theasthai anschauen) ist die Bezeichnung für eine szenische Darstellung eines inneren und äußeren Geschehens als künstlerische Kommunikation zwischen Akteuren (Darstellern) und dem Publikum. Mit dem Wort "Theater" kann das Gebäude gemeint sein, in dem Theater gespielt wird, oder der Prozess des Theater-Machens oder auch allgemein eine Gruppe von Menschen, welche in einer wie auch immer gearteten Organisationsform Theater machen. "Theater" ist also ein im Grunde sehr amorpher Begriff; die Theater-"Landschaft" ist so vielfältig und differenziert, dass man, selbst wenn man den Focus nur auf Europa (und vielleicht noch Nordamerika) richtet, kaum allgemein gültige Aussagen treffen kann. Publikum

Sparten des Theaters

Es gibt verschiedene Sparten des Theaters: # Sprechtheater (Tragödie, Komödie, Schauspiel) # Musiktheater (Oper, Operette, Musical) # Tanztheater (Ballett, Tanzperformance) # Performance (vereint oft verschiedene Theatersparten) # Improvisationstheater (auch: Improtheater oder Theatersport) In den jeweiligen Sparten sind jeweilig unterschiedlich ausgebildete und qualifizierte Künstler tätig.
- Im Sprechtheater: Schauspieler, Regisseure, Schauspielmusiker
- Im Musiktheater: Sänger (Solisten und Choristen), Orchestermusiker, Korrepetitoren, Dirigenten, Regisseure.
- Im Tanztheater: Tänzer, Choreografen, Korrepetitoren
- Im Theatersport: Impro-Spieler, Impro-Musiker, Impro-Techniker Theater, in denen mehrere Sparten zu Hause sind, nennt man folgerichtig Mehrsparten-Theater. Sie müssen auch die unterschiedlichen Künstler ans Haus gebunden haben. Immer mehr Stadttheater, die Mehrspartenhäuser sind, sollen aus Kostengründen Sparten einsparen. Dabei wird fast immer zuerst ans Ballett gedacht, wobei gerade das Ballett (wenn es auch modernes Tanztheater macht) eher als andere Sparten junges Publikum anspricht.

Das Wesen (tliche) des Theaters

Zum Theater gehört ein Publikum. Theater ohne Publikum ist kein Theater. Theater kann religiös, gesellschaftskritisch oder politisch orientiert sein - oder frei von solchen Ambitionen. Vor allem ist es eine Sparte der Kunst und deshalb frei, wie das Grundgesetz ausdrücklich bestimmt. Das Theater erzählt Geschichten - über Menschen, über das Leben. Die Zuschauer(innen) können - je nachdem, was dargestellt wird - wiedererkennen oder Neues entdecken; die Kunstform Theater spricht intellektuell an, wirkt durch Bilder aber auch ins Unterbewußte; insofern ist Theater ein ganzheitliches Erlebnis für ein Publikum, wie es gemischter an anderen Orten praktisch nicht mehr zusammen kommt. Ein Bühnengeschehen kann Lebensentwürfe bestätigen oder konterkarieren, kann neue Perspektiven eröffnen, den Blick für Alternativen schärfen. Während die Schauspieler sich auf der Bühne verstellen, vorgeben, jemand ganz anderes zu sein ("lügen"), sollen ihre Figuren dem Zuschauer "echt", "wirklich" erscheinen. Die Mittel, die angewandt werden müssen, um ein Publikum zu erreichen, müssen zeitgemäß sein und sind auch von regionalen Gegebenheiten abhängig. Historisch hat das Theater immer auch religiös-kultische Wurzeln. Doch schon in der Antike (im alten Athen) grenzten sich die Künstler von den Priestern (und den mit diesen verbandelten Politikern) ab, griffen mit Theatermitteln die aus ihrer Sicht überholten Götter-, Welt- und Menschenbilder an, stellten eher Fragen als dass sie Antworten geben wollten. Diese Kontroverse hat zu allen Zeiten und in unterschiedlicher Ausprägung überall auf der Welt stattgefunden. Und sie findet statt, heute, auch in Deutschland. Obwohl das Theater "nur" ein Spiel ist. Doch dieses Spiel ist auch immer wieder (Mächtigen) ein Dorn im Auge.

Geschichte des Theaters

Urtheater

Höhlenbilder der Steinzeitmenschen verraten schon frühe Formen des theatralen Spiels. Man vermutet, dass sich eiszeitliche Jäger z. B. Felle von Tieren überzogen, um so lebenswichtige Vorgänge wie die Jagd im Voraus oder im Nachhinein darzustellen und theatral zu verarbeiten. So entstanden zeremonielle Tänze, die nicht nur die Jagd, sondern auch die Ernte und Fruchtbarkeit zelebrierten, Lebenslust und Gemeinschaftsereignisse darstellten. Der Unterhaltungswert von theatralem Spiel wusste man seit jeher zu schätzen, ebenso das Bedürfnis, seine Welt und die gesellschaftlichen Ereignisse zu umspielen und zu bespielen. Diese Ereignisse machen das Theater zu Urkunst der Menschheit, die alle anderen Künste in sich birgt . In der ägyptischen Kunst zeigen verschiedene Darstellungen von Tänzern, Musiker und Akrobaten von der theatralen Entfaltung der weltlichen Vergnügungen am Hof der Pharaonen. Im vierten vorchristlichen Jahrtausend prägten die durch die gesellschaftliche Neuordnung und Staatsverwaltung, sowie die durch herrschende Priesterkönige entstandenen Mythologien die Deutung der Schöpfung und des Seins. Diese geistige Entfaltung sorgte für monumentale Prachtbauten die als Kulisse des Theaterspiels dienten, die sich später zum großen Festspieltheater entwickelten und der Präsentation der Staatsreligion dienten. Das ägyptische Abydos wurde während des mittleren Reichs (2000–1500 v.Chr.) zum Schauplatz alljährlicher Mysterienspiele um Leiden, Tod und Auferstehung des Gottes Osiris. Dank eingemeißelter Zeichnungen auf Stein konnte die Erkenntnis über einige Stationen dieser theatralen Prozesse erlangt werden.

Das antike Theater

Theater für die Polis

Das Theater der Antike gilt als Wiege des abendländlichen Schauspiels und markiert mit der Etablierung des Zuschauerraums einen entscheidenden Wendepunkt und Entwicklung in der Theatergeschichte. Mit der neuen vorchristlichen Gesellschaftsform, der Demokratie, wurde das rituelle Festspiel zur politischen Festversammlung, das kultischen Ursprüngen treu ist. Das heißt, dass sich die Spielzeiten weitgehend an Götter- und Festtage binden. Das nun entstandene Schauspiel zielte nicht mehr darauf ab, eine Verbindung von Schauspieler und Götterwelt zu verkörpern, sondern eine Brücke zum passiven Publikum zu schlagen, um ihnen eine Identität zu vermitteln, die sie auf das staatliche Gemeinwesen verpflichtet. Im 6. Jahrhundert vereinigte Peisistratos, Errichter einer Tyrannis in Athen, die so genannten und beliebten Dionysos-Kultspiele zu einem Staatsfest, den Großen Dionysien. Dionysos, Gott der Fruchtbarkeit und des Weins, wurde mit Einführung des Tragödien-Wettbewerbs (Agon) auch zum Schutzpatron des Theaters. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch der Spielort von der Agora, Versammlungsplatz der Polis, zu dem eigens errichteten Dionysos-Theater verlegt, welches an den Südhang der Akropolis erbaut wurde. Aus dem frühen 5. Jahrhundert werden die ersten Dichternamen und Tragödientitel überliefert, die zu dem Zeitpunkt zwar noch mythologische Motive verwendeten, aber hauptsächlich tagespolitische Fragen verarbeitete und dem Publikum näher bringen sollten. Die Schicksalsgebundenheit der Menschen, eine zentrale Botschaft der Mythen, wurde systematisch in Frage gestellt. Die Betonung auf den freien Willen und die Gestaltungsfreiheit sowie die Idee des rechtsstaatlichen Gemeinwesens und die Konsolidierung der Polis wurde immer stärker, besonders durch Schilderungen in Werken des Aischylos. Durch im 4. Jahrhundert sinkende Zuschauerzahlen führte der Stadtstaat (Polis) „Schaugeld“ ein, das die Besucher für ihren Dienstausfall entschädigen sollte. Die Bedeutung, vor allem auch politische Bedeutung, des Theaters wuchs immer mehr. Spektakuläre Szenographien und schauspielerische Virtuosität rangen der philosophischen und ernsthaften Tragödie immer mehr den Platz ab und wurden von großen Tragödienschreibern sowie Aristoteles als geltungslos beurteilt. Die Komödie (ursprünglich: ein ausgelassener tänzerischer Maskenumzug) eignete sich erfolgreich den volkstümlichen Brauch aus dem Dionysoskult an und stieg schließlich zur begehrtesten Gattung der hellenistischen Zeit auf. Im Gegensatz zu dem Satyrspiel, das stets den Abschluss einer Tragödie bildete, war die Komödie spottfreudiger, und sowohl Heroen der Mythen als auch Politiker wurden dem Gespött ausgesetzt. Doch auch Kritik an der herrschenden Politik wurde vor allem durch Aristophanes, der auch mit führenden athenischen Denkern eng befreundet war, sehr unverschlüsselt ausgelassen. Mit Ende der Demokratie jedoch wandte sich die Komödie ab von der Politik und besonn sich auf Alltagstypen.

Die römische Antike

Die römische Kultur war das Ergebnis eines gigantischen Eroberungsfeldzuges. Im 3. Jahrhundert verlegten die Römer das Zentrum der hellenistischen Kultur in ihre Stadt. Sie übernahmen die Hierarchie der olympischen Götter, ließen sich von griechischer Architektur, Kunst und Philosophie inspirieren. Griechische Sklaven wurden zu kulturellen Lehrern. Nach dem Sieg im ersten Punischen Krieg ließ der römische Senat Theateraufführungen in die Ludi romani, die Stadtfeste einführen. Livius Andronicus verfassste die erste lateinische Tragödie. Das Theater wurde fortan, wie auch zuvor in Griechenland, als staatliche Einrichtung betrachtet. Jedoch weniger als Forum für den politischen Diskurs, wie im attischen Theater, mehr als herrschaftliche Machtrepräsentation und Ablenkung von politischen Konflikten. So setzte sich auch die Komödie durch, die oft sehr diskriminierend mit ihren Protagonisten umging. Mit der Wende zur Kaiserzeit im 1. Jahrhundert v. Chr. lösten volkstümliche Spielformen, hauptsächlich Pantomime, die literarische Komödie ab. Auch das Thema Ehebruch wurde häufig verwendet und der importierte griechische Dichter Mimus verzichtete als erster auf Masken und besetzte Frauenrollen mit Frauen, was für die weitere Entwicklung des Theaters viele Konflikte mit der Kirche bringen sollte.

Wichtige Autoren der Antike


- Aischylos
- Sophokles
- Euripides
- Aristophanes
- Epikur
- Aristoteles
- Sophokles
- Seneca

Zitate

Aristoteles: Alle Abstraktion leitet sich nicht aus der Vernunft, sondern aus der Summe ersinnlicher Erfahrungen ab. Kunst ist Nachahmung. Epikur: Die Lust ist Anfang und Ende eines seligen Spiels. Platon: Die wahrnehmbare Welt ist nur das verzerrte Schattenbild einer Welt idealer Ideen – darum leitet nicht die Wahrnehmnung zu sicheren Wissen, sondern nur die Vernunft.

Theater im Mittelalter

Die kirchliche Macht und Instrumentalisierung

Schon in der späten Antike nahm die Kirche großen Einfluss auf die Theaterwelt. So wurde im 4. Jahrhundert n. Chr. die Absage an das Theater ins Taufbekenntnis aufgenommen und im 5. Jahrhundert wurde der Theaterbesuch mit Exkommunikation bestraft. In den Anfängen des Mittelalters mit Entstehung des Feudalismus wurde das kulturelle Leben fast ausschließlich von der christlichen Kirche dominiert. Das Bürgertum, welches in der Antike noch Träger der Kultur war, die hauptsächlich der Götterehrung und der Tagespolitik galt, verlor nicht nur politische, sondern auch jegliche kulturelle Bedeutung. Die meist brachiale Christianisierung dauerte fast das ganze Mittelalter an und die Kirche übernahm die komplette Kontrolle des sozialen und öffentlichen Lebens – was insbesondere auch das Theater prägen sollte. Was sich der kirchlichen Kontrolle nicht unterzog, war heftigen Anfeindungen ausgesetzt und wurde im späten Mittelalter durch die Inquisition blutig verfolgt. Die Unterdrückung des theatralen Spiels, welches als unmoralisch und schamlos betrachtet wurde, führte zur Entehrung der Theaterspielenden. Sie fanden nur als Narren und Gaukler am Rande der Gesellschaft und zur Belustigung auf Jahrmärkten und am Hofe der Adligen ihren Platz und galten nun mehr als Repräsentanten des Grotesken und Animalischen. Die Bedeutung der zahlreichen Namen für mittelalterliche Unterhalter wie Histriones, Joculatoren, Ministrels und Mimen bezeichnetet kaum unterscheidbare Berufsbilder. Oft mussten die Darsteller mehrere Künste beherrschen, um Ihr Publikum mit Neuigkeiten, Spottversen und Heldensagen zu erfreuen. Die Kirche instrumentalisierte die Künste für die Verbreitung der christlichen Heilslehre. Sie versuchte, das Heilige in allen Sinnen zu erfassen und ästhetisch nachzubilden und nutze die bildende und darstellende Kunst zu Erziehungszwecken.

Mysterien- und Passionsspiele

Im 10. Jahrhundert forderte das Konzil zu Konstantinopel die Vermenschlichung des Göttlichen. Das sollte ein Wendepunkt der Theaterkultur werden. Man hob das Bilderverbot auf und bespielte geistliche Rituale. Textliche Erweiterungen der liturgischen Gesänge und der spielerische Prozess der feierlichen Zeremonie zum Tode und Auferstehung Christi trugen zur Entstehung dramatischer Rollen im Kirchentheater bei und später zu komplexeren Spielen biblischen Inhaltes, die nicht nur das Oster- und Weihnachtsfest theatral umsetzten, sondern auch Mirakelspiele beinhalteten, die das Leben und die Taten von Heiligen und Propheten oder den Kampf zwischen Himmel und Hölle beschwörten. Mit der Loslösung der Liturgie wandelte sich auch die streng symbolistische Spielweise. Jesus trat nun als Mensch auf, die geistlichen Spiele verlagerten sich im 13. Jahrhundert vom Kirchenraum auf den Kirchenvorplatz, auch die Bevölkerung wurde mit in das Spiel eingebunden, und Latein wurde gegen die Volkssprache eingetauscht. Durch diese Entwicklung entstanden dann auch Mysterien- und Passionsspiele, da man nicht mehr an den Ort der Kirche gebunden war und keine Einzelmotive, sondern Heilsgeschichten von der Entstehung der Welt bis hin zum Jüngsten Gericht erzählen wollte. Zunächst waren nur Kleriker im Schauspiel beteiligt, später zog man dann männliche Bürger heran, um den zahlreichen Rollen der tagelang dauernden Festspiele gerecht zu werden, um dann noch später das Schauspiel komplett in die Hände der Bürger zu geben. Die Passionsspiele fanden große Verbreitung und wurden zu nicht mehr nur kirchlichem Ereignis städtischer Festkultur. Im 14. Jahrhundert wurden dann auch inhaltliche Schwerpunkte verändert. Nicht mehr die Verehrung Jesu, sondern die Erniedrigung und das Leiden rückten in den Mittelpunkt. Die Passion wurde zum Spiegel des neuen Lebensgefühls, dass durch Hungersnot, Pest und der Krise der kirchlichen und politischen Autorität geprägt war, und orientierte sich immer mehr an der empirischen Wirklichkeit.

Fastnachtspiele

So entwickelten sich im Spätmittelalter weltliche Spielformen, die besonders in Frankreich geprägt wurden. Mit der französischen Farce und Sotie, die sich durch ihre kritisch-spöttische Sicht des Alltages und der Verspottung kirchlicher und staatlicher Autoritäten auszeichnet und nur zur Fastnacht gespielt wurde, emanzipierte sich auch das deutsche Fastnachtsspiel und lockte nicht nur an Karneval das Publikum in Wirtshäuser oder auf Marktplätze mit ihren meist ungehemmten Sexual- und Fäkalkomik, die meist auf Kosten von Juden, Bauern und Frauen gingen. Die Tradition der englischen Morality Plays, die den Kampf zwischen Laster und Tugend gestalten, lebt bis heute im meistgespielten Stück der europäischen Bühnen, dem Jedermann fort, der seit 1920 die Eröffnung der Salzburger Festspiele prägt.

Bekannte Autoren von Fastnachtspielen


- Hans Sachs: Er schrieb 4000 Meisterlieder und 87 Fastnachtsspiele

Renaissance – Zeitalter der Entdeckungen

Mit dem Ende des Mittelalters gewann das Theater neue Funktionen in der höfischen und kirchlichen Repräsentanz. Während die Bürger das mittelalterliche Mysterienspiel fest übernommen hatten, erstrahlte an europäischen Höfen eine neue Elitekultur. Feiertage wurden mit Opernaufführungen zelebriert. Höfische Theaterbauten, Theater innerhalb fürstlicher Residenzen, in Gartenanlagen integrierte Heckentheater, Kirchenbauten, die die Aufführung von religiösen Opern und Oratorien zuließen zeugen vom Gebrauchswandel. Die Neuzeit war geprägt durch einschneidende geographische, naturwissenschaftliche und geistige Entdeckungen, durch das Scheitern der mittelalterlichen Kirche und durch die Besinnung der Philosophie und Kunst auf den Menschen und die Entfaltung der freien Persönlichkeit. Im Theater der Humanisten erkennt man erste Ansätze zur Tradition des „klassischen Dramas“, in dem eine spannende Handlung durch Dialoge vorangetrieben wird. So folgte auch, dass die Orte der Handlung nicht mehr simultan nebeneinander standen, sondern chronologisch durch Szenenumbau belebt wurden. Man lehrte das „antike Drama“ auch schon im Mittelalter in den Schulen, jedoch war die Vorstellungskraft für die antike Aufführungspraxis nicht vorhanden. Erst den Humanisten der Neuzeit gelang es antike Spielformen zu rekonstruieren. Aristokraten griffen die neue „klassische Kulturwelle“ mit Begeisterung auf, waren jedoch weniger an einer genauen Rekonstruktion klassischer Dramen interessiert, wie das die humanistischen Gelehrten waren, sondern mehr an prunkvoller Ausstattung und später dann an der Auflockerung des Spieles durch Zugabe von burlesken Tänzen. Während die Tragödie während der Renaissance kaum Aufmerksamkeit bekam, wurde die Komödie verehrt. Am Hofe von Ferrara entstand das erste glanzvolle Zentrum für die Wiederbelebung antiker Komödien und wenig später die Schöpfung der „Commedia erudita“, einer volkssprachlichen gelehrten Komödie. Lodovico Arisot, Leiter des Hoftheaters von Ferrara, feierte am Hofe seine größten Erfolge mit Bühnenwerken wie „La Cassaria“ und „I suppositi“. Doch die berühmtesten Renaissancekomödien schrieb Niccoló Machiavelli, der die antiken Vorbilder beiseite warf und ein scharfes Portrait der Sitten und Laster seiner Zeit in die Werke einbaute. Mit der Tragödie setzen sich Gelehrte hauptsächlich theoretisch auseinander und leiteten aus dem Werk „Poetik“ von Aristoteles Dichtungsnormen ab. Zu den wichtigsten Gesetzen gehörten die drei Einheiten von Ort, Handlung und Zeit. Doch schon früh verlor die Komödie an Bedeutung und die „Comedia dell´arte“, die Stehgreifkomödie, sowie das Schäferspiel rangen ihr den Platz ab. Das Schäferspiel vereinigte Komik und Tragik, distanzierte sich von politischen und sozialen Krisen der Gegenwart und formte eine utopische Glanzwelt. Großen Einfluss nahm das Schäferspiel auf die Entwicklung der Oper. Im 16. Jahrhundert entdeckten Humanisten den didaktischen Wert des Theaters. Zur moralischen Belehrung und als Propagandainstrument der Reformation (auch Martin Luther empfahl das Schultheater) nahm man das lateinische Theater in den Lehrplan auf.

Wichtige Vertreter der Renaissance

Komödie
- Lodovico Ariost
- Niccoló Machiavelli
- Bernardo Dovizi da Bibbienas Schäferspiel
- Torquato Tasso
- Claudio Monteverdi

Das barocke Zeitalter

Zu keiner Zeit wurde das Theater mehr geliebt als während des europäischen Barocks. Das Spiel auf der Bühne galt im 17. Jahrhundert als vollkommenes Abbild und Sinnbild einer glanzvollen Welt. Der Niedergang des Feudalismus und der Sieg des Absolutismus stürzten alte Werte und schärften das Bewusstsein für Schein und Sein. Der Vergleich zwischen Welt und Bühne, auf der jeder Mensch die ihm zugedachte Rolle spielt, beherrscht die Werke von William Shakespeare und Pedro Calderón. Der Mensch als wahres Abbild der Gesellschaft und Seinesgleichen, Gott als Regisseur und Zuschauer – diesem Bild wurde in der gesamten Barockkultur nachgeeifert und entfaltete sich in glanzvoller Theatralik. Am absolutistischen Hofe wurde sogar das Alltagsleben theatralisch arrangiert und mit jeder Inszenierung wollte man die vorherige übertreffen. Das Verlangen nach Dramatik und theatralen Festlichkeiten wurde immer stärker, welches den Berufsstand des Dramatikers in eine Blütezeit versetzte. In den Großstädten kam ein urbaner kommerzieller Theaterbetrieb hinzu. Immer größer werdender Andrang und Erweiterung des Spiels forderten bald die Abwandlung vom höfischen Theater zum Volkstheater – die ersten Guckkastenbühnen entstanden, später wurden dann Zuschauerräume eingerichtet, mit Rängen und Logen, die eine Hierarchie der Gesellschaft abbilden sollten. Hamburg erhielt im 17. Jahrhundert das Theater am Gänsemarkt, Leipzig ein zu Messezeiten bespieltes Haus. Die zur Aufführung gelangenden Stücke kosteten Tragik und Komik aus und lebten von gekonnten Gewaltinszenierungen, Tanz und Musikeinlagen. Zuschauer aller Schichten besuchten die Aufführungen. Weniger fixierbar entwickelte sich der kontinentale kommerzielle Theaterbetrieb für das bürgerliche Publikum, dem feste Aufführungsorte und lokal ansässige Truppen fehlten. Städtische Festsäle konnten hier wie Marktplätze Funktionen im Theaterbetrieb übernehmen. Textgrundlage der Truppen wurden in aller Regel nur in Manuskripten fixiert. Die Unternehmen reisten mit Repertoires von bis zu 80 Stücken durch Europa und wählten oft vor Ort das, was hier länger nicht gespielt worden war, für die Inszenierung aus. Kaum mehr als die in den 1720ern in Wien fixierte Handvoll Haupt und Staatsaktionen haben aus diesem Theaterbetrieb im Druck überlebt. Gymnasien integrierten Theateraufführungen in den Schulbetrieb – der Aufführungsort der meisten der heute als Barockdramen gehandelten Stücke. Das Barocktheater war ein Auffangbecken verschiedenster theatraler Gattungen der vorherigen Epochen und Sammelbecken verschiedenster kultureller Kunstrichtungen, die von reisenden Theatergruppen immer wieder aufgenommen wurden und in ihre Inszenierungen eingebaut wurden. Die schon in der Renaissance auftauchende „Comedia dell'arte“ galt als die Theaterform schlechthin, mit ihr emanzipierte sich das Schauspiel von der Literatur. Improvisationskunst und ein Feuerwerk mimischer, musikalischer und choreographischer Einfälle waren ihr Merkmal und begeisterten nicht nur das Bürgertum mit ihrer kommerziellen Ausrichtung. Höher angesiedelt war demgegenüber das höfische Theater, das bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts europaweit Opern und Komödien privilegierte. Keineswegs darf dies missverstanden werden: Die Opern waren seit 1600 das hohe Theater – die Stücke erschienen in der Regel gedruckt, um während der Aufführungen gelesen zu werden, um nach der Aufführung an das Stück zu erinnern, um als Poesie gelesen und geschätzt zu werden. Die berühmtesten Opern-Poeten gaben ihre Werke daneben in Sammelausgaben heraus – die Texte ohne die Musik, die den kurzfristigeren Moden unterlag und vor Ort für den Anlaß komponiert wurde. Die Oper, die von Italien aus Europa eroberte, erlebte einen Siegeszug an den aristokratischen Höfen.

Das elisabethanische Theater

1576 baute James Burbage das erste Londoner Theater und übernahm dabei die runde Form von damaligen Tierarenen. Mit diesem Bau gab James Burbage den Anstoß für einen wahren Theaterboom, alle Gesellschaftsschichten wurden von einer Theaterbesessenheit gepackt. Diese Hochkonjunktur ist vor allem auch der Monarchin Elisabeth I. zu verdanken, die mit ihrem Kunst- und Geschäftsinn nach dem Bürgerkrieg im 16. Jahrhundert ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum formte. Der Theaterbetrieb der Shakespearezeit gewann Einfluss in England und später auf das Repertoire der kontinentalen Theatertruppen. Die Englischen Schauspieltruppen umfassten ca. 15 Mitglieder, die auf genossenschaftlicher Basis arbeiteten. Die Darsteller lebten von ihrem Teil des Erlöses der Vorstellungen. Es spielten ausschließlich Männer in einer Gruppe (auch Frauenrollen). Man spielte am Tag, um das Beleuchtungsproblem zu umgehen. Auch der Vorhang war unbekannt. Requisiten wurden während des Spiels auf die Bühne getragen. Kostüme wurden angedeutet. Bedeutende Truppen waren die
- King's Men und
- Admiral's Men, die wie kleine Wirtschaftsunternehmen funktionierten. Die Schauspieler brachten als Gesellschafter Betriebskapital ein und wurden am gemeinsamen Gewinn beteiligt. Von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis 1642 wurden in England ca. 5000 Stücke aufgeführt, von denen heute 620 im Druck erhalten sind. Bekannte Dramatiker sind hier:
- John Lyly (1554)
- Thomas Kyd (1558)
- Robert Green (1558)
- Christopher Marlowe (1564) und
- William Shakespeare (1564)
- Ben Jonson (1573) Zwischen 1567 und 1629 entstandene Theater in London:
- Red Lion (1567)
- Boa's Head (1602)
- Theatre (1576)
- Curtain (1577)
- Bull Inn
- Cross Keys Inn
- Bell Inn
- Blackfriars
- Bel Savage Inn
- Pau's
- Salisbury Court (1629)
- Fortune (1600)
- Red Bull (1604)
- Cockpit (1616)
- Swan Theatre (1595)
- Rose (1587)
- Globe (1599) Die bezeichneten Häuser waren ähnlich gebaut: Eine Grube bildete die Stehplätze für die ärmere Bevölkerung. Um diese herum lief eine mehrgeschossige, überdachte Galerie mit Sitzplätzen für die Reichen, die sich mittlerweile gerne vom höfischen Theater abwandten und die öffentlichen Gebäude aufsuchten. In der Mitte der Grube befand sich ein erhöhtes Spielpodest, das auch von den Galerien gut einsehbar war. Auf der großen Bühne befand sich noch mal eine kleine Bühne und die Garderobe für die Darsteller. Auf der Garderobe befand sich ein Balkon, der von einem Strohdach überdeckt wurde. Auf diesem Strohdach befand sich der Turm für den Trompeter, der den Vorstellungsbeginn ankündigte. Im Turm befand sich die Flugmaschine für besondere Auftritte der Schauspieler. Auf dem Dach des Turmes wehte die Fahne mit dem Emblem des entsprechenden Theaters. Beim Swan Theater ein Schwan, beim Rose eine Rose usw.

Die iberische Theaterkultur

Das Theater des spanischen Barocks wurzelte tief im Katholizismus. Das traditionelle allegorische Fronleichnamsspiel erfreute sich bis ins 18. Jahrhundert großer Beliebtheit, und Spaniens Theater stand stets im Dienst und unter Schutz der katholischen Kirche. Anfang des 16. Jahrhundert kehrten die ersten italienischen Schauspielreisetruppen in Spanien ein, spielten ihre Stücke in den Innenhöfen der religiöser Bruderschaften und später in den eigens erbauten „Teatro de Corral“, erstellt nach dem Vorbild der Innenhof-Bühnen und den englischen Bühnen wenig unähnlich. Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts bespielten schon heimische Schauspieltruppen die im ganzen Land errichteten Bühnen und formten somit die auf begeisterten Anklang stoßende iberische Theaterkultur. Als im 17. Jahrhundert die Weltmacht Spaniens zu zerfallen schien, hielten die Bürger ihren Glauben an Macht und prunkvollem Leben durch das Theater aufrecht. In dieser Zeit wurden mehr als 300.000 Bühnenwerke verfasst und eine große Anzahl verschiedener Gattungen bildeten sich unter dem Überbegriff Comedia:
- Autos sacramentales (einaktige allegorische Fronleichnamsspiele)
- Comedias en capa y espada (Mantel- und Degenstücke)
- Comedias del teatro (aufwendig inszenierte historische Schauspiele)
- Comedias de santos (Heiligenlegenden und Märtyrertragödien)
- Comedias de figurón (Vorläufer der Charakterkomödie)
- Entremeses (einaktige farcenhafte Zwischenspiele für Feste)
- Burlescas (Possen und Persiflagen)
- Fiestas (höfische Festspiele mit Tanz und Musik) Das Mantel- und Degenstück stellte sich als erfolgreichste und europaweit berühmteste Gattung heraus. Gegenstand der Handlung war das Leben der Hofgesellschaft und der Mantel, als Symbol der Vermummung ist die wichtigste Requisite der unverzichtbaren Liebesintrige. Lope de Vega, einer der bekanntesten Dramatiker dieser Zeit war der aristotelischen Poetik zwar vertraut, jedoch mehr um die Gunst des Publikums erpicht und versuchte sowohl tragische als komisch Elemente zu vereinen. Die spanische Barockdramatik war eher ein Gleichnistheater, weniger auf realistische Charaktere oder neuzeitlich Problematik ausgerichtet, sondern auf die Nachbildung des himmlischen und weltlichen Ordnungssystems. Bekannte Dramatiker sind hier:
- Miguel de Cervantes Saavedra 1547–1616 (Don Quijote)
- Lope de Vega 1562–1635
- Tirso de Molina 1584–1648
- Pedro Calderón de la Barca 1600–1681

Das französische Barocktheater

Den beiden gegensätzlichen Linien des europäischen Barocktheaters, das monumentale höfische Theater und das klassizistische Drama, galt in Frankreich gleichermaßen Aufmerksamkeit. Am Hofe Ludwig XIV. erlebte das Theater eine oberflächliche prunkvolle Entfaltung mit unter anderem dem Ballet du cour, eine theatrale Sonderform, bei dem nicht nur Männer und Frauen des Hofes auftraten, sondern auch der König selbst. Literarisch jedoch markierte die französische „Tragédie classique“ den Höhepunkt dieser Epoche, und nur unter dem wachsamen Auge des Kardinal Richelieu und seiner gegründeten „Académie Francaise“ konnte sich diese Gattung nach den klassizistischen Normen entfalten. Unter deren Zensur stand auch der Dichter Pierre Corneille mit seinem Werk Cid, der selbst von Richelieu unter der Académie in einem Dramatikergremium arbeitete. Von der Académie kritisiert und von dem Publikum bejubelt und als Nationalheld stilisiert, entschied sich Corneille jedoch folglich nur noch stilreine Dramen zu verfassen und schuf dabei den Prototypen eines tragischen Helden frei von individuellen Zügen, der die Ideale des französischen Barock, Schicklichkeit und Ehrbarkeit, preisen sollte. Jean Racine hingegen verlieh seinen Protagonisten einen individuellen Charakter und empfand die klassizistischen Dramenstrukturen als außerordentlich hilfreich um psychologische Intensität zu verdeutlichen. Nach dem sein Hauptwerk Phädra 1677 durch das gefälligere Werk eines Rivalen wenig Zustimmung bekam, verließ er das Theater. Sein größter Rivale war der Dichter Molière, zuvor sein Mentor und der Meister der Charakterkomödie, dem er nach seinem Theaterdebüt schnell die Zuschauer stahl. Doch Molière stand in der Gunst des Königs und verfasste unzählige Farcen, Sitten- und Typenkomödien und bediente sich dabei im Repertoire der „Comedia dell'arte“. Er entwickelte das Genre des „Comédie-ballet“, in dem Tanzszenen nicht nur schmückendes Beiwerk waren, sondern Teil der Handlung. Und sein literarischer Höhepunkt bildeten die Charakterkomödien, in denen er einen einzigen Charakterzug des Protagonisten personifiziert und überspitzt und ihn damit der Lächerlichkeit preisgibt. Er hielt die Bühne für einen theatralischen Pranger, in dem Verstöße gegen Vernunft und Sitte durch die Komödie aufgedeckt und verspottet werden sollten. Von seinen Mitstreitern gehasst ist Molière heute einer der bekanntesten und meist gespielten Dramatiker aus dem französischen Barock. Bekannte Dramatiker sind hier:
- Pierre Corneille 1606-1684
- Jean Racine 1639-1699
- Molière 1622-1673

Theater (Bau)

Theater (Bau) Stadt-Theater, Landesbühnen und Staatstheater sind meist, auch architektonisch gesehen, besondere Bauten. Neubauten werden auch heute noch als architektonische Highlights geplant und gebaut. Besonders herausgefordert werden die Architekten durch den Zwang, ästhetische Vorstellungen (Träume, Utopien) und praktischen Erfordernisse miteinander vereinen zu müssen, bis hin zu dem Umstand, dass ein Theater vor allem auch von der Akustik im Inneren her hohen Ansprüchen genügen und zudem gegen Außenlärm praktisch schalldicht sein soll/muss. Wie alt oder neu Theaterbauten auch sind, sie müssen als Versammlungsstätten strengen Sicherheitsvorschriften genügen. Es gibt mannigfache Auflagen für alle Bereiche, für die Bühne, den Zuschauerraum (bis hin zur "Bestuhlung"), für das Foyer (die - häufig bewirtete - Begegnungsstätte des Publikums), auch für die Zuschauergarderobe und selbst für sowas Profanes, aber keineswegs Unwichtiges wie die Toiletten sowie für alle Verwaltungs- und Werkstätteneinheiten bis hin zu Sozialräumen, Kantine und Arztraum, in dem (womöglich notwendig werdende) Erste Hilfe geleistet werden kann. Was bei Klein- oder Zimmertheatern (bis maximal 99 Zuschauerplätze) noch durchgeht, ist in größeren Häusern nicht möglich. Bei jeder größeren Bühne müssen verantwortliche Bühnenmeister angestellt sein; zu jeder Vorstellung müssen je nach Größe des Hauses eine bestimmte Anzahl Feuerwehrleute präsent sein, die vor der Vorstellung die Bühne inspizieren und sich während der Vorstellung unmittelbar an der Bühne aufhalten. In den großen Theatern ist (in Deutschland seit 1889) ein "Eiserner Vorhang" Pflicht, der im Falle einer Gefahr (Brand) von oben herabgelassen wird und als Schutz-"Wand" Bühne und Zuschauerraum trennt. Alle Stoffe (Vorhänge) müssen schwer entflammbar sein, alle technischen Geräte müssen den "TÜV"-Standards entsprechen und dürfen nur von ausgebildetem Personal (z. B. von Veranstaltungstechnikern) bedient werden - um nur einige der zahlreichen bau-, brand- und sicherheitstechnischen Auflagen zu erwähnen. Zum modernen Theater-Betrieb gehören aufwändige Licht- und Tonanlagen (beides heute in der Regel Computer-gesteuert), wofür auch nur geschultes Fachpersonal einzusetzen ist. Die großen Häuser haben ausreichend große Seitenbühnen, auf denen die Kulissen und Requisiten für die verschiedenen Szenen des laufenden Stückes "versteckt" werden können. Die Hinterbühne wird heutzutage in modernen Inszenierungen als willkommene Möglichkeit gesehen, große Tiefe der Spielfläche zu erreichen. Die Oberbühne, der Schnürboden ("Bühnen-Himmel"), ist (schon wegen des Eisernen Vorhangs) mindestens ebenso hoch wie die sichtbare Bühne selbst. Da oben hängt, was beim Umbau der Bühne von einer Szene zur anderen an Vorhängen, Bühnenbildern u. a. mit Hilfe von "Zügen" herabgelassen werden kann. In Bühnennähe findet man die Künstler-Garderoben sowie Handmagazine für den Tagesbedarf an Requisiten und Dekorationen. Neben den ausgedehnten Magazinen, in denen Kulissen und Requisiten aller abgespielten Produktionen und der Repertoire-Stücke gelagert werden, gibt es auch einen großen Fundus, wo der häufig riesige Bestand (zum Teil schon sehr alter) Kostüme aufbewahrt wird, auf den immer wieder zurückgegriffen werden kann. Im Theaterbau sind auch viele Werkstätten (Malersaal, Schreinerei, Schlosserei, Schneiderei, Maskenbildnerei, Elektrowerkstatt) untergebracht sowie die Büros der Verwaltung. In Opernhäusern und Mehrsparten-Häusern sitzt zwischen der ersten Sitzreihe und der Bühnenrampe das Orchester im Orchestergraben, der bei Musicals, Opern und Operetten abgesenkt ist, aber bei Schauspiel-Inszenierungen hoch gefahren wird, wodurch die Bühne nach vorne erweitert wird. Große Häuser haben Drehbühnen. Das erleichtert den Szenenwechsel und ermöglicht ebenso inszenatorische Besonderheiten wie die Möglichkeit, den Bühnenboden in Segmenten hydraulisch absenken oder über das Normal-Niveau hoch fahren zu können. Der Zuschauerraum im Theater ist normalerweise völlig abzudunkeln, was insbesondere zu Begin einer Vorstellung praktiziert wird, um das Publikum in dieser Phase sozusagen in eine andere Welt zu führen, von dem "Vorher" wegzubringen. Der dunkle Zuschauerraum ermöglicht auch Blackouts (bei denen durch "Ausschalten" der Bühnen-Scheinwerfer der gesamte Raum auf einen Schlag dunkel wird). Weil der Zuschauerraum während des Spiels dunkel, die Bühne aber aus Richtung der Zuschauer mit Scheinwerfern ausgeleuchtet ist, sind die Akteure auf der Bühne "geblendet". Sie sehen das Publikum nicht. Sie spielen gegen die "vierte Wand", die durch die Helligkeit der en face-Beleuchtung errichtet wird. Außer der Bühne im Großen Haus haben die großen Theater Probebühnen, Foyerbühnen und Ähnliches. Seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts, als Kleinbühnen mit damals neuen Stücken und vielen Experimenten Furore machten, haben die großen Häuser in der Regel auch Studio-Bühnen, Werkstattbühnen und Podien, welche diesen avantgardistischen Konkurrenten äußerlich nachempfunden sind (bis hin zur "offenen" Technik), und in denen ein "junger" Spielplan gepflegt wird. Viele Neubauten wenden sich ab von der traditionellen Guckkastenbühne hin zur Raumbühne, Arenabühne und Rundumbühne, um eine andere Zuschauer-Darsteller-Zuordnung zu erreichen (die so neu allerdings auch nicht ist, denkt man an die Shakespeare-Bühne, das "Globe"). Damit das Geschehen eine direkte Verbindung zum Publikum hat, gehen Bühne und Zuschauerraum architektonisch ineinander über. Es gibt einen (immer mal wieder aufflammenden) Disput unter Theatermachern darüber, ob es nicht dem Wesen des Theaters widerspricht, die Zuschauer rund um eine Bühne zu setzen. Kritiker dieser aus ihrer Sicht nur scheinbar modernen Praxis meinen, dabei entstünde kein (Bühnen-)"Raum", das Geheimnis des "Dahinter", der imaginären anderen, nicht sichtbaren Räume ginge verloren. Außerdem fehle der Zuschauer-Focus auf das Geschehen, die Phantasie über das "Dahinter" werde beschnitten. Man werde zum Beobachter der jeweiligen anderen Besucher, was die Beobachteten an der völligen Konzentration hindere, sie negativ beeinflusse und die Rezeption des Bühnengeschehens mit allen Sinnen unmöglich mache. Beobachtet man das aktuelle Theater-Geschehen, stellt man fest: Auch ansonsten frei und unkonventionell arbeitende Theatermacher greifen, was die Zuordnung Bühne / Zuschauerraum angeht, eher wieder zur "alten" Praxis.

Aufbau eines heutigen Theaters

In einem Theater arbeiten Menschen zusammen, die sehr unterschiedliche Berufe haben. Vor allem in den Theatern in öffentlicher Trägerschaft, aber auch in den meisten mit diesen vergleichbaren größeren Privattheatern wird arbeitsteilig "produziert". Dort dürfen Schauspieler beispielsweise keine technischen Arbeiten verrichten. Von der guten Kooperation der künstlerisch und nichtkünstlerisch Beschäftigten hängt der Erfolg der Theater-Produktionen ab. Es gibt allerdings mehr Theater, in denen solch geteiltes Arbeiten nicht möglich und/oder nicht gewollt ist.

Organisatorischer Bereich

Theater in öffentlicher Trägerschaft werden in der Regel künstlerisch geleitet vom Intendanten (von der Intendantin). Intendanten von Stadttheatern zum Beispiel werden (für eine bestimmte Zeit) vom Rat der Kommune gewählt. Meist ist ein (beamteter) Verwaltungsdirektor zur Seite gestellt. Die Intendanten-Verträge legen den Aufgabenbereich fest. Dazu gehören Einzelheiten, zum Beispiel ob und wie oft der Intendant (die Intendantin) selbst im eigenen Hause inszeniert, ob und wieviele auswärtige Regie-Arbeiten er/sie übernehmen darf. Es werden auch Rahmenbedingungen festgeschrieben, so die Zahl der (Neu-)Inszenierungen (in den Sparten und Genres) pro Spielzeit und vieles mehr. In enger Zusammenarbeit mit dem Dramaturgen wird für ein, besser zwei Jahre im voraus der komplette Spielplan ergestellt. Er ist Grundlage für alle Dispositionen bis hin zum Lösen bisheriger Verträge und zu (Neu-)Verpflichtungen im Bereich künstlerisches Personal. Das Künstlerische Betriebsbüro (KBB) ist Anlaufstelle und Sammelpunkt für alle Teilbereiche. Das KBB ist eine organisatorische Einheit, die alle Aufgaben, Personen und Vorgänge koordiniert. Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist für die Verbindungen nach "draußen", zu den Medien und anderen Ansprechpartnern, verantwortlich; sie gibt Pressemitteilungen heraus, sie steuert die Werbung (Plakate, Flyer, Postkarten und Monatsleporello etc.), und es gibt in vielen Häusern Spezialisten für die Zusammenarbeit mit Besucherringen, Schulen, mit dem jungen Publikum und anderen Zielgruppen. Die Arbeit der Marketingabteilungen der Musicalhäuser und anderer Privattheater wird als zentral für den Erfolg des Hauses angesehen. Die Leiter von Theatern in öffentlicher Trägerschaft setzen eher auf die vermeintliche Attraktivität ihres künstlerischen Angebotes, stehen dem "Verkauf" ihrer Produkte reserviert gegenüber und verlassen sich auf immer weniger greifende herkömmliche Mittel und Wege beim Bemühen, ihr - oder ein neues - Publikum zu erreichen. Siehe dazu auch [http://www.theaterportal.de/portal/downloads/Theatermarketing_April_04_Prof_Klein.pdf Das Theater und seine Besucher] von Armin Klein. Die Verwaltung, zu der auch eine Personalabteilung gehört, plant, kontrolliert und bilanziert alle finanz- und verwaltungstechnischen Vorgänge. Der Etat der öffentlich getragenen Theater wird von den Trägern vorgegeben, inklusive der zu erzielenden Eigeneinnahmen. Dabei wird in den letzten Jahren nicht mehr nach dem kameralistischen System verfahren, vielmehr erhalten die Theater Budgets, die mehr Spielraum beim Verwenden der Gelder lassen. Schon kleinere Stadttheater haben allein im nichtkünstlerischen Bereich mehrere hundert Mitarbeiter.

Künstlerischer Bereich

Im Theater arbeiten viele Künstlerinnen auf und hinter der Bühne:
- Autoren
- Komponisten
- Regisseure
- Musikalische Leiter/Dirigenten
- Choreographen
- Bühnenbildner
- Lichtdesigner
- Kostümbildner
- Dramaturgen
- Maskenbildner
- Schauspieler
- Sänger
- Tänzer
- Chor: Frauen: Sopran, Mezzosopran, Alt, Männer: Tenor, Bariton, Bass
- Orchester mit den verschiedensten Instrumenten
- Theatermusiker (außerhalb des Orchesters)
- Korrepetitoren
- Inspizientin
- Souffleusen / Souffleure
- Komparsen
- Statisten

Technischer Bereich

Die meisten Theater haben eigene technische Abteilungen, unterteilt in
- Technische Leitung (Technischer Direktor mit Assistenten) für die Gesamtverantwortung und Organisation aller technischen Abteilungen,
  - Konstruktionsabteilung (Entwurf und Konstruktion der Bauten, Planung und Statik),
  - Werkstättenleitung (Organisation der Herstellung des

Schauspiel

Der Begriff Schauspiel bezeichnet:
- eine
Theateraufführung
- ein (nicht spezifiziertes) Drama, Bühnenwerk
- im Unterschied zu Tragödie oder Trauerspiel ein Drama, in dem das Tragische angelegt ist, aber zum positiven Ende geführt wird ("Lösungsdrama"). Dazu zählen:
  - Lessing: Nathan der Weise
  - Goethe: Iphigenie auf Tauris
  - Kleist: Prinz Friedrich von Homburg
- (absolut) die Ausbildung zum Schauspieler (er studierte Schauspiel)
- die Tätigkeit eines Schauspielers

Filmproduktion

Die Filmproduktion ist der Herstellungsprozess eines Kino- oder Fernsehfilms. Die kreative und künstlerische Leitung hat gewöhnlich der Regisseur, während der Filmproduzent die wirtschaftliche Leitung hat. Der Regisseur wird üblicherweise und formal von Produzenten angestellt und ist somit weisungsgebunden. Regie und Produktion können sich bei sehr kleinen Produktionen aber auch anders verteilen oder (selten) in einer Person vorkommen Ein Filmprojekt kann sehr unterschiedliche Anfänge haben. Am Beginn kann eine Idee von einem Redakteur, Produzenten, Drehbuchautoren oder Regisseur stehen. Es kann ein Roman, Comic oder PC-Spiel sein, das adaptiert wird oder eine original Idee. Redakteur, Produzenten und Regisseur können zu unterschiedlichen Phasen ein Projekt angeboten bekommen: als Exposé, Treatment oder Drehbuch. Es kann aber auch ein Film-Autor eigene Überlegungen selber, ggf. mit der Hilfe weiterer Künstler, umsetzen. Nachdem die Finanzierung steht, werden entsprechende Locations oder Drehorte gesucht, das Filmteam zusammengestellt, Schauspieler engagiert (Casting) und weitere Vorarbeiten getroffen. Die eigentlichen Dreharbeiten finden dann entsprechend einem Drehplan statt, der nicht der endgültigen Reihefolge der Szenen im Film entspricht, sondern durch die Logistik der Produktion festgelegt ist. Schließlich folgen der Filmschnitt und die Vertonung und die Vermarktung des entstehenden Films beginnt anzulaufen. Wann der Film dann wirklich in die Kinos kommt (Launch), hängt u. a. auch von den Mitbewerbern ab, die gerade auf dem Markt sind. So können sich thematisch sehr ähnlich strukturierte Filme gegenseitig die Kundschaft stehlen und werden vermieden. Aber auch Nachahmungen von Erfolgskonzepten kommen vor. Sehr erfolgreiche Filme nennt man Blockbuster (siehe auch Box Office, B-Movie). Es kann grundsätzlich zwischen TV-Auftragsproduktionen, Direct-to-Video-Produktionen und Kinoproduktionen unterschieden werden. Sie können selbstgetragen, rein national oder international finanziert, und von der Filmförderung evtl. gefördert werden. Die Phasen einer typischen Filmproduktion sind:
- Stoffentwicklung
- Filmfinanzierung
- Vorproduktion
- Dreh
- Postproduktion
- Filmauswertung

Siehe auch:


- Filmgesellschaft Kategorie:Film

Regisseur

Ein Regisseur (von frz.: régisseur, régir leiten), auch Spielleiter genannt, führt Regie und ist damit traditionell neben dem Schauspieler die entscheidende Person bei der Aufführung eines Stückes. Als Alternative zur Zentralgewalt des Regisseurs wurden verschiedene Ansätze von (mehr oder weniger) gleichberechtigten Regieteams entwickelt. Es gibt den Bühnenregisseur für Schauspiel, Musical, Oper, Operette und andere Bühnen-Werke im Theaterbereich, den Filmregisseur für die Filmkunst, den Hörspielregisseur für Hörspiel und künstlerisches Feature und den Fernsehregisseur für Fernsehsendungen. Das gemeinsame dieser verschiedenen Regietätigkeiten, ist die Verantwortung für die künstlerische Gestaltung eines Projekts, das in der Regel auf einer schriftlichen Vorlage basiert.

Tätigkeit

Die Inszenierung eines Regisseurs stellt ein eigenständiges künstlerisches Werk dar. Er besitzt das Urheberrecht am entstandenen Kunstwerk. Zu den Aufgaben des Regisseurs gehört, die Interpretation eines Drehbuchs (Theaterstücks) bzw. Produktionsmanuskriptes (Hörspiel, Feature). Oft hat er auch - in Rücksprache mit dem Autor und dem Dramaturgen - entscheidenden Anteil an der Ausarbeitung oder Überarbeitung eines Stücks. Die Anpassung des künstlerischen Entwurfes an die ökonomisch-organisatorischen Möglichkeiten wird vom Regisseur in Zusammenarbeit mit dem Produzenten (s. Filmproduzent) und anderen Verantwortlichen vorgenommen. Des weiteren wird vom Regisseur in Rücksprache mit dem Besetzungsbüro, die Auswahl der Darsteller und manchmal auch des weiteren technisch-künstlerischen Stabes vorgenommen. Bei der Umsetzung des Projektes unterscheiden sich die Aufgaben eines Regisseurs je nach Medium. Unabhängig davon bleibt eine zentrale Aufgabe des Regisseurs die Anleitung und Unterstützung der Darsteller bei der Ausgestaltung ihrer Charaktere.

Siehe auch


- Liste bekannter Regisseure
- Regietheater
- Regieassistent

Weblinks


- [http://berufenet.arbeitsamt.de/bnet2/F/kurz_B8322100.html Bundesagentur für Arbeit: Film-/Fernseh-Regisseur/in]
- [http://berufenet.arbeitsamt.de/bnet2/T/kurz_B8322101.html Bundesagentur für Arbeit: Theater-Regisseur/in/Spielleiter/in]
- [http://www.regie.de regie.de - Die Adresse für Filmschaffende] ! Kategorie:Theater Kategorie:Oper Kategorie:Filmberuf Kategorie:Rundfunk ja:監督

Dramaturg

Ein Dramaturg (griechisch so viel wie Schauspielmacher) ist ein Mensch, der sich mit der Auswahl und Bearbeitung von dramatischen Texten wie Theaterstücken, Drehbüchern und Hörspielen beschäftigt. Typischerweise arbeitet ein Dramaturg für ein Theater oder die Hörspielredaktion einer Hörfunkanstalt. Er wählt die Stücke (mit) aus, die das Theater auf die Bühne bringt bzw. die Rundfunkanstalt produziert und sendet. Außerdem ist er an der Überarbeitung der Texte beteiligt, bis die Bühnenfassung bzw. das produktionsreife Manuskript steht. Daneben verfasst er häufig Pressetexte, Programmhefte u.ä., muss sich manchmal um die Rechte an Texten kümmern sowie Veranstaltungen organisieren und andere administrative Aufgaben übernehmen. siehe auch: Dramaturgie Kategorie:Theater Kategorie:Film Kategorie:Fernsehen Kategorie:Hörspiel ja:劇作家

Textanalyse

Als Textanalyse bezeichnet man die Untersuchung von Texten, besonders hinsichtlich des Aufbaus, der Intention des Autors, der Wirkung auf den Leser. siehe auch:
- Autor
- Erzähltheorie
- Exegese
- Häufigste Wörter
- Intension
- Interpretation
- Literatur
- Text, Diskurs
- Textinterpretation
- Diskursanalyse
- Semiotik, Semiotisches Dreieck

Methoden der Textanalyse in der Sozialwissenschaft

Titscher u.a. geben einen Überblick über 15 linguistische und nicht-linguistische Methoden der Textanalyse in der Sozialwissenschaft.
- Inhaltsanalyse (vgl. Silbermann 1974)
- Grounded Theory (vgl. Strauss 1994)
- Ethnographische Methoden (vgl. Hymes 1979)
- Ethnomethodologisch orientierte Textanalysemethoden (vgl. Levinson 1990)
- Psychoanalytisch orientierte Textanalyse (auch Tiefenhermeneutik; Vg. Leithäuser/Volmberg 1988)
- Qualitative-heuristiche Textanalyse (Kleinig 1994)
- Narrative Semiotik (Greims 1983)
- SYMLOG als Textanalysemethode (=Systematick Multiple Level Observation of Groups; Vgl. Bales /Choen 1982)
- Kritische Diskursanalyse (orientiert an Foucaults - vgl. Jäger 2004; Fairclough 1993, Wodak et al. 1998)
- Funktionale Pragmatik (Wunderlich 1972, Ehlich/Rehbein 1986, Rebein 1997)
- Leseweisenanalyse bzw. Diskursanalyse nach Utz Maas (vgl. Utz Maas 1984)
- Differenztheoretische Textanalyse (anschließend an Luhmann 1984)
- Objektive Hermeneutik (vgl. Oevermann et al. 1979)

Literatur


- Titscher, Stefan / Wodak, Ruth / Meyer, Michael / Vetter, Eva (1998): Methoden der Textanalyse. Leidfaden und Überblick. Kategorie:Soziologie Kategorie:Kommunikation Kategorie:Psychoanalyse

Entwurf

Ein Entwurf ist ein Modell für ein Projekt. Die Zielsetzung ist dabei die Formung des Endproduktes durch den Versuch einer Veranschaulichung, zum Beispiel im Hinblick auf die Gestaltung, der Funktionsweise und -fähigkeit und evtl. Schlüssigkeiten als Test i. w. S.

Zweidimensionale Entwürfe

Bei zweidimeinsionalen Entwürfen kann es sich um Aufzeichnungen (zum Beispiel Buch, Brief,Notation oder um Körper (zum Beispiel Kunstwerk, Bauplan, Beta-Version bei Software) handeln. Ein Referentenentwurf ist eine Ausarbeitung eines Referenten in einem Ministerium, bei dem eine Gesetzesvorlage erarbeitet wird.

Dreidimensionale Entwürfe

In der Architektur und im Landschaftsbau ist es üblich, in der Projektphase Modelle zu erstellen. Für technische Gebilde ist die Erstellung eines Versuchsmodell (Prototyp) vor Beginn der Produktion üblich...

Theorien

Entwürfe können auch für die verschiedensten Theorien, zum Beispiel für altnernative Gesellschafts-, Staats- und Organsiationsformen, kreiert werden.

Verwaltung

Büromäßig wird bei der Verwaltung von Schriftstücken (zum Beispiel Geschäfts-/Behördenkorrespondenz, Anweisungen) in Entwurfsform der Hinweis Entwurf angebracht.

Siehe auch:


- Entwerfen, Manuskript, Modellversuch, Vorlage Kategorie:Planung und Organisation

Lichtgestalter

Der Lichtgestalter (englischsprachige Bezeichnung Lightdesigner) ist an der (Theater- und Opern-)Bühne oder in der Architektur tätig. Ein Lichtgestalter bzw. Lightdesigner darf nicht verwechselt werden mit einem Beleuchter oder dem Beleuchtungsmeister. Letztere haben einen eher 'handwerklichen' Hintergrund. In den USA und England gibt es schon seit den 60er Jahren professionelle Lightdesigner. Dort und seit kurzem auch in Europa ist ein Studium des Lightdesigns möglich. In Deutschland setzte sich der künstlerisch-technische Beruf des Lichtgestalters erst relativ spät und zögernd durch. Heute ist die Lichtgestaltung ein anerkannter Bestandteil einer Inszenierung.

Literatur


- Lichtdesign von Marie-Luise Lehmann, Reimer Verlag Berlin 2002, ISBN 3496012528, 322 Seiten. Fachbuch für Lichtgestalter und Beleuchtungsmeister zu Theorie und Praxis der Bühnenbeleuchtung in Deutschland und den USA. Kategorie:Beruf Kategorie:Bühnentechnik

Modell

Ein Modell ist ein Vorbild, das der Nachahmung dient, oder die – meist verkleinerte – Nachahmung eines Vorbilds (Modellbau). In der Modelltheorie wird hingegen mit Modell ein vereinfachendes Abbild bezeichnet. Das Wort Modell entstand im Italien der Renaissance aus ital. modello, hervorgegangen aus modulo, einem Maßstab in der Architektur, und gehörte bis ins 18. Jahrhundert der Fachsprache der bildenden Künstler an. Um 1800 verdrängte Modell im Deutschen das ältere, direkt vom lat. modulus entlehnte Wort Model (Muster, Form, z.B. Kuchenform), das noch im Verb ummodeln und einigen Fachsprachen fortlebt. Praktisch wird mindestens seit der Antike in „Modellen“ gedacht, auch wenn der Begriff nicht explizit verwendet wurde.

Konkrete Modelle

Kunst

In Kunst und Kunstgewerbe ist Modell – abgesehen von der Grundbedeutung – eine Person, die dem Künstler (Maler, Bildhauer, Fotograf, Designer) zu Diensten steht, indem sie eine bestimmte Haltung einnimmt ("Modell steht" oder "sitzt") oder eine Bewegung ausführt. Da diese Tätigkeit zum Gelderwerb ausgeübt werden kann, ist Modell ein Beruf. Allerdings wird das Wort Modell, wenn ohne Erläuterung oder Kontext genannt, im Zweifel als Aktmodell, wenn nicht als Euphemismus für Prostituierte verstanden; zur Unterscheidung davon werden spezifischere Bezeichnungen wie insbesondere Fotomodell oder/und die englische Version und Aussprache Model (Betonung auf der ersten Silbe) bevorzugt.

Versuchsmodell

In den Ingenieurwissenschaften versteht man unter einem Modell die Nachbildung eines technischen Erzeugnisses in verkleinertem Maßstab, jedoch nicht unbedingt mit denselben geometrischen Details wie die Großausführung, sondern mit denselben dimensionslosen Kennzahlen. Beispiel: als Modell eines Stahlrohres, das in tiefem Wasser verlegt wird und dabei durchhängt, kann ein dünner Blechstreifen dienen, der mit Plexiglas-Rohrstücken zusätzliche hydrodynamische Masse und mit Bleigewichten zusätzliches Gewicht bekommt, ohne die Biegesteifigkeit zu verfälschen. Versuchsmodelle dienen dem Zweck, daran Messungen durchzuführen und die Ergebnisse in die Großausführung umzurechnen, weshalb das Aussehen der Modelle irrelevant ist. Zum Einsatz kommen Modelle beispielsweise in Windkanälen und Schiffbau-Versuchsanstalten. Aber auch in der Zahnmedizin fertigt man Modelle des Gebisses vor der Versorgung mit Zahnersatz an.

Muster

Davon abgelöst hat sich die Wortbedeutung: Ausprägung eines industriellen Produktes (Auto, Kleidung, ...) ("Modellreihe", "Modellpflege", ...). Der früher gleichbedeutende Ausdruck Muster ist hier, wahrscheinlich unter dem Einfluss des Englischen, verdrängt worden und lebt nur noch in Termini wie Geschmacksmuster fort.

Model

Das ursprünglichere Wort Model bezeichnet heutzutage noch:
- Eine Form, in die gegossenen oder geknetet wird, zum Beispiel Backwaren, Butter oder Wachsprodukte.
- Einen Holzstempel, mit dem Ornamente auf Stoffe oder Tapeten übertragen werden. siehe Modeldruck.

Allgemeine Modelltheorie

Eine von breiten Kreisen der Forschung aufgenommene allgemeine Modelltheorie wurde 1973 von Herbert Stachowiak vorgeschlagen. Der in dieser Modelltheorie entwickelte Modellbegriff ist nicht auf eine Fachdisziplin festgelegt. Er will vielmehr domänenübergreifend, also allgemein anwendbar sein. Nach Stachowiak ist der Begriff Modell durch drei Merkmale gekennzeichnet: # Abbildung. Ein Modell ist immer ein Abbild von etwas, eine Repräsentation natürlicher oder künstlicher Originale, die selbst wieder Modelle sein können. # Verkürzung. Ein Modell erfasst nicht alle Attribute des Originals, sondern nur diejenigen, die dem Modellschaffer bzw. Modellnutzer relevant erscheinen. # Pragmatismus. Pragmatismus bedeutet soviel wie Orientierung am Nützlichen. Ein Modell ist einem Original nicht von sich aus zugeordnet. Die Zuordnung wird durch die Fragen Für wen?, Warum? und Wozu? relativiert. Ein Modell wird vom Modellschaffer bzw. Modellnutzer innerhalb einer bestimmten Zeitspanne und zu einem bestimmten Zweck für ein Original eingesetzt. Das Modell wird somit interpretiert. Ein Modell zeichnet sich also durch Abstraktion aus, also die bewusste Vernachlässigung bestimmter Merkmale, um die für den Modellierer oder den Modellierungszweck wesentlichen Modelleigenschaften hervorzuheben.

Wissenschaftstheorie

In der Methodologie und Wissenschaftstheorie wird der Begriff zur Bezeichnung einer theoretischen Annahme zum Unterschied von der hypothetischen Annahme (Hypothese) verwendet. Dem Modell kommt im wissenschaftlichen Erkenntnisprozess eine große Bedeutung zu. Unter bestimmten Bedingungen und Zwecksetzungen besitzen Modelle bei der Untersuchung realer Gegenstände und Prozesse in unterschiedlichen Wirklichkeitsbereichen und beim Aufbau wissenschaftlicher Theorien eine wichtige Erkenntnisfunktion. Fiktive Modelle sind Mittel zur tieferen und umfassenderen Erkenntnis der Wirklichkeit. Im Prozess der Abstraktion mit Methoden der Idealisierung bzw. der Konstruktion entstanden, helfen sie, reale Eigenschaften, Beziehungen und Zusammenhänge aufzudecken, bestimmte reale Eigenschaften erfassbar und praktisch beherrschbar werden zu lassen. Sie werden zumeist gebildet, um auf real existierende Objekte die Mittel der theoretischen, besonders der mathematischen Analyse anwenden zu können. Beispiele: ideales Gas, absolut schwarzer Körper, Massenpunkt, vollkommener Markt u. a. (siehe ideales Objekt) Die erkenntnistheoretische und logische Möglichkeit und Rechtfertigung der Zulässigkeit von Modellen ist nur eine Seite. Wesentlich ist letztlich die Rechtfertigung der Zulässigkeit der Fiktion durch die tätige Praxis, das heißt der praktische Nachweis, dass die mit Hilfe des Modells aufgebaute Theorie auf reale Objekte effektiv angewendet werden kann.

Abstrakte Modelle

Heute unterscheidet man insbesondere drei Definitionen von Arten von Modellen:
- In der klassischen Definition wird ein Modell als vereinfachtes Abbild der Realität angesehen.
- Bei Konstruktionsorientierte Definition wird ein Modell als das Ergebnis einer Konstruktion eines Modellierers angesehen, der für Modellnutzer des Originals zu einer Zeit als relevant mithilfe einer Sprache deklariert. Schütte, R. (1998)
- Neuerdings verbreitet sich jedoch mehr und mehr eine Definition, die ein Modell als Objekt von Konstruktionsprozessen ansieht. vom Brocke, J. (2002) Als Qualitätsmaßstäbe dienen hier Wirtschaftlichkeit, Inhaltsadäquanz, Vergleichbarkeit, Darstellungsadäquanz und ein systematischer Aufbau (Grundsätze ordnungsgemäßen Modellierens) Eine zusammenfassende allgemeine Definition des Begriffs Modell hat der Philosoph Klaus Dieter Wüsteneck in den 60er Jahren formuliert: Ein Modell ist ein System, das als Repräsentant eines komplizierten Originals auf Grund mit diesem gemeinsamer, für eine bestimmte Aufgabe wesentlicher Eigenschaften von einem dritten System benutzt, ausgewählt oder geschaffen wird, um letzterem die Erfassung oder Beherrschung des Originals zu ermöglichen oder zu erleichtern, beziehungsweise um es zu ersetzen.

Modellarten

Häufig werden folgende Modellarten unterschieden:
- implizites Modell
- explizites Modell
  - natürlichsprachliches Modell
    - Beschreibungsmodell
  - formalsprachliches Modell
    - Beschreibungsmodell
    - Analysemodell
      - Prognosemodell
      - Erklärungsmodell
      - Entscheidungsmodell

Modellplatonismus

nach Karl Popper u.a.: Verwendung eindrucksvoller, aber praktisch bedeutungsloser Modelle und Hypothesen - auch in der Wirtschaftstheorie. Beispielsweise in "Das kleine Wirtschaftslexikon" von Reinhard von Normann können Sie etwas mehr darüber lesen.

Verwendung des Modellbegriffs in verschiedenen Wissenschaften

Gemeint sind in Wirtschafts- und Naturwissenschaften in der Regel mathematische Modelle von natürlichen Phänomenen. Siehe dazu Hauptartikel mathematisches Modell. Der inflationäre Gebrauch des Wortes Modell in wissenschaftlichen Arbeiten kann als eine intellektuelle Mode angesehen werden. In medizinischen Publikationen ist es zum Beispiel gängige Praxis, nicht "fünfzig Mäuse", sondern "das Mausmodell" (bzw. ein beliebiges Tiermodell oder einen Modellorganismus) zu untersuchen; dieser Sprachgebrauch drückt die Hoffnung aus, an der Maus erzielte Ergebnisse auf andere Lebewesen, insbesondere den Menschen, übertragen zu können.

Sozialwissenschaften

Auch in den Sozialwissenschaften wird der Begriff des Modells gern verwendet. Zum Beispiel wird ein Theoriegebäude zur Analyse und Planung von Unterricht als ein "didaktisches Modell" bezeichnet. Dieser modische Sprachgebrauch beruht wahrscheinlich auf der Analogie, die darin besteht, dass auch in der Entwicklung einer Handlungsanleitung die methodischen Schritte Formulierung, Erprobung, Validierung aufeinander folgen. Max Weber sprach vom Idealtypus in der sozialwissenschaftlichen Forschung und meinte damit nichts Anderes als ein abstraktes, idealisiertes Modell der Realität. Ein Idealtypus kann sowohl gesellschaftliche Strukturen (Demokratie oder mittelalterliche Stadt) als auch zeitliche Verläufe (Revolutionen oder Konjunkturmodelle) beschreiben.

Informatik

In der Informatik bildet man Auszüge der Wirklichkeit in einem Datenmodell ab. Dieses lediglich an der Fach- bzw. Sachlogik orientierte Modell wird semantisches Datenmodell oder auch konzeptionelles Datenmodell genannt. Es ist frei von jeglicher Technik und daher für die Kommunikation zwischen Entwicklern und Anwendern geeignet. Weiter ist es die Grundlage für den Entwurf von Datenbanken.
Der datenbankspezifische Entwurf wird durch das so genannte logische Datenmodell beschrieben; die tatsächlich durchgeführte Implementierung der Datenbank hingegen durch das physische Datenmodell.
Die oben genannten Modelle werden üblicherweise mittels Entity-Relationship-Diagrammen beschrieben.
Weitere Beispiele für Modelle sind in Informatik Schichtenmodelle wie zum Beispiel das OSI-Schichtenmodell in der Telekommunikationstechnik .

Wirtschaftsinformatik

Als Beschreibungsmittel für Prozesse dienen Prozessmodelle. In vielen Informationssystemen spielen Simulationen eine Rolle. Daher werden in der Wirtschaftsinformatik häufig Simulationsmodelle genutzt.

Mathematische Logik

In der Modelltheorie der mathematischen Logik geht es nicht um eine Abbildung der Wirklichkeit in Mathematik. Hier versteht man unter einem Modell eines Axiomensystems eine mit gewissen Strukturen versehene Menge, auf die die Axiome des Systems zutreffen. Die Existenz eines Modells beweist, dass sich die Axiome nicht widersprechen; existieren sowohl Modelle mit einer gewissen Eigenschaft als auch solche, die diese Eigenschaft nicht haben, so ist damit die logische Unabhängigkeit der Eigenschaft von den Axiomen bewiesen. Im Historischen Wörterbuch der Philosophie heißt es: "Modell heisst in der Logik ein System aus Bereichen und Begriffen, insofern es die Axiome einer passend formulierten Theorie erfüllt." Siehe auch: Formale Sprache.

Biologie

Siehe dazu den Artikel Modellorganismus.

Literatur


- vom Brocke, J.; Referenzmodellierung : Gestaltung und Verteilung von Konstruktionsprozessen, Logos Berlin 2003; ISBN 3-832-50179-7
- Schütte R.; Grundsätze ordnungsmäßiger Referenzmodellierung, Dr. Th. Gabler Verlag 2001. ISBN 3-409-12843-3
- Stachowiak, Herbert; Allgemeine Modelltheorie, Wien 1973. ISBN 3-211-81106-0
- Kastens, Kleine Büning; Modellierung, Hanser 2005, ISBN 3-446-40460-0

Siehe auch:


- Ceteris paribus
- V-Modell
- Idealisierung
- Abstraktion
- Ideales Objekt
- Modellbau
- Mechatronik

Weblinks


- [http://www.muellerscience.com/MODELL/Begriffsgeschichte/ModellgeschichteistKulturgeschichte.htm Chronik von Modellgebrauch und Modellbegriff auf Muellerscience.com]
- [http://www.math.tu-dresden.de/modellsammlung/files/modelle.php Sammlung Mathematisch-geometrischer Modelle] Kategorie:Modellbau Kategorie:Wissenschaftstheorie ja:モデル simple:Models of nature

Szene

Die Szene (von griechisch σκηνή, altgriechisch skené - die Hütte, das Zelt, heutiges Griechisch skiní - die Bühne, die Szene, das Zelt) bezeichnete im griechischen Theater eine am Rand der Orchestra errichtete Hütte aus Holz. Gegen Ende des 5. Jahrhunderts vor Christus war die Skene mit drei Türen ausgestattet, hatte zwei Stockwerke, auf der oberen eine Plattform für Göttererscheinungen. Der Begriff Szene bezeichnet außerdem: # die Bühne, den Schauplatz der dramatischen Handlung # einen Abschnitt eines Theaterstücks, der kleiner als der Akt oder das Bild ist, siehe Szene (Theater). # ein Abschnitt eines Films, der sich aus mehreren Einstellungen zusammensetzt. Der Umfang einer Filmszene wird meist durch den Schauplatzwechsel bestimmt. # eine soziele Gruppe im Sinne einer bestimmten Art von Subkultur bzw. Milieu, siehe Szene (Soziologie) # Insider-Treffen, -Treffpunkte und Aktivitäten, oftmals mit hohem Anteil an Prominenten ("Die Szene", die Musik-Szene usw.). # in der Umgangssprache eine Anklagesituation innerhalb einer Zweierbeziehung: jmn. eine Szene machen # in der 3D-Computergrafik die Zusammenstellung aller Lichtquellen, Objekte und Materialien. Siehe auch: Drama, Schaubühne, Schauspiel, Schwenk, Subkultur, Jugendkultur, Konflikt, Szenario Kategorie:Wort des Jahres

Präsentation

Unter Präsentation versteht man:
- Allgemein: die Darstellung oder Darbringung von Informationen gegenüber einem Publikum - Ausstellung, Vortrag, Referat, Bericht, Erklärung, Promotion usw.
- In der Computerwelt: die meist multimediale Computer-Präsentation am Bildschirm oder mit Hilfe eines Projektors (Beamers).
- In der Statistik die Ergebnispräsentation.
- Im Wechselrecht die Vorlage eines Wechsels zur Zahlung oder zur Annahme.

Siehe auch

Präsentationsmethode und Präsentationstechnik

Regiekonzept

Das Regiekonzept ist ein Konzept zur Umsetzung eines Stückes im Theater, Oper, Film, Hörfunk oder Fernsehen. Dabei können sämtliche Implikationen aus aktueller Situation, historischem Bezug, inhaltlichen Präferenzen der Beteiligten usw. miteinbezogen werden. Das Regiekonzept entsteht weniger als 'genialischer Akt' denn als Ergebnis einer - teils systematischen - Durcharbeitung des zu inszenierenden Werkes. Es muss vom Regisseur kommuniziert werden können. Bei der Erarbeitung wirken oft andere Gewerke mit wie Dramaturgen, Bühnenbildner, Lichtgestalter und Tonmeister. Kategorie:Theater Kategorie:Oper Kategorie:Film Kategorie:Hörspiel

Technische Zeichnung

Eine technische Zeichnung ist ein Dokument, das in grafischer Form alle notwendigen Informationen für die Herstellung eines Einzelteils, einer Baugruppe oder eines kompletten Produkts zeigt. Die Ausführung einer technischen Zeichnung unterliegt der Normung, beispielsweise sind die Zeichnungsformate von DIN A0 bis DIN A4 genormt. Weitere Details sind ebenfalls durch Normen geregelt, so zum Beispiel die Faltung einer Zeichnung zur Ablage in einem Aktenordner nach DIN 821 in der Norm DIN 824.

Inhalt

Die Darstellung erfolgt in einem der Größe oder der Kompliziertheit des Produktes angepassten Maßstab. Um die gesamte Produktgeometrie darstellen zu können, sind oft mehrere Ansichten aus verschiedenen Richtungen, Detailansichten (in größerem Maßstab) und Schnittdarstellungen nötig. Um verschiedene Materialien, Teile oder Schnittflächen zu kennzeichnen, werden Schraffuren verwendet. Die dargestellte Geometrie wird durch die Bemaßung quantifiziert. Durch allgemein gültige Freimaßtoleranzen und auf bestimmte Maße (Nennmaße) bezogene Toleranzen wird die völlige Austauschbarkeit des dargestellten Produkts gewährleistet. Eine Massenproduktion wäre ohne diese Bemaßungsmethode nicht möglich. In einem Schriftfeld werden neben der Benennung des Produkts auch Zeichnungsnummer, Materialangaben, Maßstab, Erstellungs- und Prüfvermerke, Angaben zur Versionsgeschichte und andere notwendige Informationen eingetragen. Für die Montage, Betriebsanleitungen und die Darstellung von Ersatzteilen werden Explosionszeichnungen verwendet. Dies sind technische Zeichnungen, die die Einzelteile perspektivisch darstellen und aus denen die Reihenfolge einer Montage- und Demontagereihenfolge hervorgeht. Der Name hat sich aus der Tatsache gebildet, dass die dargestellten Einzelteile auf der Zeichnung wie nach einer Explosion auseinander zu fliegen scheinen.

Anfertigung und Vervielfältigung

Angefertigt werden technische Zeichnungen durch Konstrukteure, Technische Zeichner und Personen in artverwandten Berufen. Bis in das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wurde mit Bleistift und Tusche auf Transparentpapier gezeichnet. Dieses wurde dazu mit Hilfe von Reißzwecken oder Kreppklebeband auf ein Reißbrett (Zeichenbrett) gespannt. Als Hilfsmittel zum exakten Zeichnen dienten zunächst Zeichendreiecke (Geometriedreiecke) und Lineale, später fast ausschließlich Zeichenmaschinen, für geometrische Konstruktionen und Kreisdarstellung wurden Zirkel verwendet. Danach erfolgte ein sehr schneller Wechsel auf die nun zur Verfügung stehende Computer-Technik, geeignete CAD-Programme und Plotter. Technische Zeichnungen konnten nun auch von 3D-Modellen abgeleitet werden. Wurden Zeichnungen bis zu diesem Zeitpunkt durch Pausen (siehe auch Blaupause) vervielfältigt und das Original der technischen Zeichnung sorgfältig verwahrt, wird nun die nötige Anzahl von Kopien einer Zeichnung direkt geplottet oder mit einem Kopiergerät vervielfältigt. Es ist aber inzwischen auch möglich, auf die Weitergabe einer Technischen Zeichnung in Papierform zu verzichten, da zunehmend auch die Fertigungsbereiche mit Computern und Bildschirmen ausgerüstet werden.

Perspektiven

Der Einsatz von 3D-CAD-Software beginnt in Einzelfällen die Technische Zeichnung zu verdrängen. Toleranzangaben werden direkt am 3D-Modell angegeben. Die Fertigungsvorbereitung und Qualitätskontrolle bekommen speziell auf die jeweiligen Forderungen angepasste Bilder mit ISO-Ansichten. Es wird aber ganz sicher noch einige Jahre dauern bis die Technische Zeichnung vollständig ersetzt ist. Für die Versionsverwaltung und die Bereitstellung von technischen Zeichnungen in digitaler Form werden zunehmend Dokumentenmanagement- und elektronische Archivsysteme eingesetzt.

Literatur

Hans Hoischen, Wilfried Hesser: Technisches Zeichnen. 30. Auflage. Cornelsen Verlag, Berlin 2005, ISBN 3589241101.

Siehe auch


- Änderungsindex
- CIM
- CAM
- UML
- DIN 6771
- Isometrie/Dimetrie
- Zeichnung (Architektur)
- Bauzeichnung Kategorie:Konstruktionslehre Kategorie:Dokument ja:製図

Beleuchtung

-Scheinwerfern bei der Feuerwehr]] Das Wort Beleuchtung bezeichnet meist eine optische Belichtung und Erhellung von einem Raum oder Objekt. Man unterscheidet die
- natürliche Innenbeleuchtung mit Fenstern und Bullaugen.
- künstliche Innen- und Aussenbeleuchtung mittels Leuchten, heutzutage elektrische Beleuchtung, früher Gasbeleuchtung, Kerzen oder Öllampen. Die Beleuchtung des vorderen Teils einer Bühne bezeichnet man auch als Rampenlicht. (Umgangssprachlich werden Leuchten auch Lampen genannt, wobei Lampen im Eigentlichen die Leuchtmittel sind. Leuchten zählen zum Mobiliar. Transportable Beleuchtung bietet die Fackel, das Windlicht (Kerze, Öllampe), die Taschenlampe, die Beleuchtungsaggregate (z.B. bei der Feuerwehr, auf Touristenbooten) und letztlich auch die Beleuchtung von Fahrzeugen. Im Außenbereich spielt die Straßenbeleuchtung (Laterne), sowie die Stadion-, Industrie- und Werbebeleuchtung eine Rolle. Mit der modernen Beleuchtung geht die so genannte Lichtverschmutzung einher. Die Fahrzeugbeleuchtung besteht aus Frontscheinwerfer und Rücklicht.