:: wikimiki.org ::
| Büro |
BüroEin Büro (Schreibstube, Geschäftszimmer, Amtszimmer; Lehnwort aus dem Französischen: Bureau) ist ein Raum, in dem vorwiegend Verwaltungstätigkeiten wie Schreiben, Lesen, Rechnen und Besprechen ausgeübt werden.
Allgemein
Verwaltung
Je nach Aufgabe dient ein Büro einer einzelnen Person oder vielen Personen (Großraumbüro) als Arbeitsraum. Zur Ausstattung eines Büros gehören typischerweise Schreibtische, Schränke und/oder Regale sowie Kommunikationsmittel wie Telefon und Faxgerät. Seit etwa 1990 sind in den meisten Büros auch Computer zu finden, die sowohl zur Bearbeitung der Akten wie auch zur Kommunikation dienen.
Dem Wandel der Büroarbeit durch den Abbau von Bürokratie und die Entwicklungen der Informations- und Kommunikationstechnik tragen neue Bürokonzepte Rechnung.
Büro ist auch Bezeichnung einer Behörde oder eines Gremiums, zum Beispiel das Bureau International des Poids et des Mesures (BIPM) in Paris oder das Büro zur Koordinierung der Befrachtung von Seeschiffen in Moskau.
Büroarbeit
Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München fanden heraus, dass Menschen mit Bürojobs zu Müdigkeit neigen, weil sie zu wenig Tageslicht bekommen. Während ein sonniger Tag ca. 100.000 Lux auf den Menschen abstrahlt, sind es selbst in gut ausgeleuchteten Büros lediglich 400 Lux. Selbst wer bei Regenwetter draußen arbeitet, bekäme 10.000 Lux und die innere Uhr damit Gelegenheit, sich der äußeren Zeit anzupassen. Erhält die innere Uhr nämlich zu wenig Licht, hinkt sie "hinterher". Die Folgen einer dauerhaft "falsch" tickenden Uhr können Schlafstörungen, Energielosigkeit und Depressionen sein. Besonders Nachtarbeiter sind davon betroffen.
Etymologie
Der Begriff Büro leitet sich aus dem französischen bureau ab, das sich wiederum aus dem altfranzösischen bure, burel was ins Deutsche übersetz soviel wie "grober Wollstoff" bedeutet, mit dem Schreibtische oder -pulte zu späterer Zeit bespannt waren. Dieser altfranzösischer Begriff hat seinen Ursprung im Lateinischen: dort bedeutet das Wort burra nämlich "zottiges Gewand". Der Zusammenhang zum Schreibtisch liegt in der Bedeutungsentwicklung von "Tuch" über "mit Tuch bedeckter Tisch" zu "Schreibtisch" und schlussendlich zu "Raum mit Schreibtisch" bzw. zur heutigen Bedeutung. Im heutigen Französisch und in einigen anderen Sprachen bezeichnet der Begriff Büro sowohl das Möbel wie den Raum, im Deutschen jedoch nur noch den Raum.
Siehe auch
- Büroservice
Weblinks
- [http://www.infoline-buero.de Infoline-Büro] - Online-Lexikon mit Basiswissen, Beispielen, Terminen, Adressen, ...
Kategorie:Raum
ja:オフィス
VerwaltungDie Verwaltung ist eine Organisation mit dem Auftrag des Verwaltens (Administration). Der Auftrag des organisierten Verwaltens besteht aus einem Aufgabenkomplex, der das zeitnahe, aufgabenbezogene Erfassen, Betreuen, Leiten, Lenken und das Verantworten dynamischer Systeme nach stabilen Vorschriften verwirklicht. In diesem Sinne betreiben alle bürokratisch strukturierten (Groß-)Betriebe in Politik, Religion, Wirtschaft und Kultur Verwaltungen.
Soziologisches
Der kulturelle Stil einer Verwaltung hängt von ihrer Spitze und im weiteren Sinne von ihrer Gesellschaft ab. So hatten und haben die Höfe von Monarchien (wenn es Erbmonarchien sind) oft Erbämter, setzen kirchliche Verwaltungen oft die Priesterweihe voraus, war der Eintritt in die Verwaltung des klassischen China nur nach schwierigen (auch literarischen und kalligraphischen) Prüfungen möglich, schufen die Verwaltung der Aufklärung (z. B. in Frankreich, Württemberg, Bayern, Preußen) einen eigenen Stil der "rationalen" Verwaltung, Diktaturen Verwaltungen mit weit gehenden Kontrollaufgaben ("Kaderverwaltung") zum Machterhalt und gefügigem Personal, und zeitgenössische Weltfirmen tendieren oft zu dem nicht unähnlicher Personalpolitik (Stäbe
bestehen dann aus Yes Men).
Fachverwaltungen - etwa eines Krankenhauses oder das Inspektorensystem einer Gutsverwaltung - setzen stets auch speziell geschultes Personal (Sachbearbeiter) voraus.
Siehe auch: Bürokratie, Verwaltungsreform, Verwaltungsethik, Verwaltungstransparenz, Organisationssoziologie sowie soziologische Autoren wie Max Weber, Niklas Luhmann, Bálint Balla u. v. m.
Öffentliche Verwaltung
Die öffentliche Verwaltung ist Teil der vollziehenden Gewalt (Exekutive). Jede Tätigkeit des Staates oder anderer Träger öffentlicher Gewalt, die weder der Gesetzgebung noch der Rechtsprechung zuzuordnen ist, fällt in den Bereich der Exekutive. Im engeren Sinne wird unter öffentlicher Verwaltung jedes administrative Handeln (Verwaltungshandeln) verstanden, das dem Vollzug von Vorschriften dient. Deshalb ist die Regierungstätigkeit (Regierungsgewalt) nicht Teil der Verwaltung im engeren Sinn.
(Grundstücks)-Verwaltung
Die Vorschriften für eine Hausverwaltung werden durch den oder die Eigentümer, den Gesetzgeber und anderen Vertragspartnern (Hausmeister, Müllabfuhr, Wartungsunternehmen usw.) vorgegeben.
Datenverwaltung
Die Datenverwaltung (engl. data management) hat insbesonders bei Einsatz von Mikroprozessoren und Microcontrollern außerordentlich komplexe Aufgaben und entscheidenden Einfluss auf ihre Leistung bei der Datenverarbeitung.
Weblinks
- [http://www.olev.de/ Online-Verwaltungslexikon]
- [http://www.amtswege.de/ amtswege.de - Das Bürgerportal zu allen Verwaltungs- und Dienstleistungen]
Literatur
- Bogumil/Jann: Verwaltung und Verwaltungswissenschaft in Deutschland. Einführung in die Verwaltungswissenschaft. Wiesbaden, 2005. ISBN 3-531-14415-4
- Renate Mayntz: Soziologie der öffentlichen Verwaltung, 4. Aufl., 1997. ISBN 3-8252-0765-X
Kategorie:Verwaltungsrecht
!
Kategorie:Herrschaftssoziologie
!
Schreibtisch]]
Ein Schreibtisch ist ein Möbelstück, das entweder in einer Privatwohnung, in einem Büro oder in einer Lehranstalt stehen kann. Oft befinden sich unterhalb einer Schreibplatte mehrere Schubladen für Schreibutensilien, Papier oder Akten. In einem Büro ist die Nutzung dieses Möbelstückes eher von Funktionalität geprägt. So verfolgen zum Beispiel in Japan manche Angestellte das Prinzip, am Ende eines Arbeitstages einen leeren Schreibtisch zu hinterlassen.
Schreibtische von Schriftstellern
Auf Schreibtischen von Schriftstellern finden sich oft Gegenstände, die sie beim Schreiben animieren. Das können ganz banale Alltagsutensilien sein, aber auch - mitunter skurrile - ungewöhnliche Objekte. Ein Bild eines solchen Schreibtisches ist für Fans des Schriftstellers sehr wichtig. Viele Biographien bilden solche Schreibtische auch ab. Und in Dichtermuseen haben sie einen prominenten Platz.
Eine Beschreibung des Schreibtisches von Thomas Mann liest sich so: "Auf der geräumigen Edelholzplatte des pompösen Möbels, neupoliert und spiegelblank, drängten sich tausend Dinge: eine Leselampe; ein Abreiss-Kalender (am 11. Februar stehengeblieben); das Bildnis Fritz August Kaulbachs von Katias Jugend; Fotografien von ihr als junger Mutter und von Medi-Elisabeth; die goldeingelegte Schildpatt-Tabaksdose des Senators, die sein Sohn weder füllte noch je benutzte; eine kleine silberne Plakette mit dem Profil des alten Tolstoi; ein Savonarola-Profil; zwei Empire-Kerzenständer 'zu Häupten des Manuskripts', wie bei Schiller); eine alte russische Zigarettendose aus Papiermaché, derer sich Thomas Buddenbrook und Madame Chauchat bedienen, geschmückt 'mit einer dahinsausenden Troika'; ein siamesischer Krieger, dessen schöne Schulterlinie es Thomas Mann antat; ein bronzener Buddha, stets auf der hinteren Plattenrandmitte; die bemalte Holzfigurine eines schreitenden ägyptischen Dieners mit Perücke und Lendenschurz; Medaillen, weitere Statuetten, Büchsen; alles von der aufgeklappten Lesebrille bewacht. Kaum blieb Platz fürs Schreibgerät, die aufs sogfältigste - denn äussere Hemmungen riefen innere hervor - ausgewählten Mittel des täglichen Gebrauchs. Das weitaus meiste waren Ziergegenstände aller Art, Schmuckstücke ohne praktischen Nutzen, doch nicht ohne Wert und höheren Zweck. Vom festen Platz aus, der einem jeden streng zugewiesen war, spielten und funkelten sie ins Magische hinüber, dorthin, wo nur Wortschamanen sich so recht auskennen. Es waren Amulett und Talisman, zauberkräftige Hüter der Kalligraphie, die das Unheil schlechten Ausdrucks bannten, vor Kunstfehlern feiten und ebensosehr zum 'epischen Hausgerät' (XI, 408) gehörten wie glattes Papier, flüssige Tinte und leichtgleitende Federn." (Aus: Thomas Sprecher: Thomas Mann in Zürich. Zürich: Verlag Neue Zürcher Zeitung 1992, S. 36 f.)
Zum Thema Schreibtisch merkte Umberto Eco einst an: "Notiert euch nicht die Gedanken, die euch am Schreibtisch kommen, sondern die, die euch auf dem Klo kommen."
Ordnung und Unordnung
Umberto Eco
Schreibtische - nicht nur von Schriftstellern - variieren erheblich. Während manche Benutzer eine eher leere, große Fläche bevorzugen, ist bei anderen der Schreibtisch mit Objekten und Nachschlagewerken überladen.
Ein leerer Schreibtisch gilt 60 Prozent der deutschen Führungskräfte - egal ob aus dem Mittelstand oder aus Großunternehmen - laut einer Umfrage als Zeichen des Erfolgs.
Bauformen
Für eine ausführliche Aufstellung der verschiedenen Schreibtischformen in der englischen Wikipedia siehe: :en:List_of_desk_forms_and_types.
:en:List_of_desk_forms_and_types
Andere Möbelstücke, die auch als Schreibtisch dienen können
- In Behörden und Unternehmen werden idealerweise ergonomisch ausgerichtete Schreibtische verwendet, die z.T. höhenverstellbar sind.
- In Privathaushalten wird oft der Küchen- oder Wohnzimmertisch als Schreibtisch benutzt.
- Der Schreibtisch in Form des Sekretärs kommt heute kaum noch vor.
Weblinks
- [http://www.schmalspurbahnmuseum-loethain.eisenbahnrelikte.de/schreibtisch.jpg Schreibtisch des Bahnagenten einer Schmalspurbahn]
- [http://www.eva-thomas.de/wolfheller/pics/schreibtisch.jpg häuslicher Schreibtisch mit Computern]
- [http://www.hermann-hesse-hoeri-museum.de/docs/hh_normal.asp?id=7599&sp=D&m1=7591&m2=7593&m3=7599&m4=&domid=688 Hermann Hesses Schreibtisch]
- [http://history1900s.about.com/library/photos/blyfdr163.htm Eleanor Roosevelt an ihrem Schreibtisch]
Kategorie:Möbelstück
ja:机
Schrank
Der Schrank (österr. auch Kasten) ist ein Möbelstück, das meist abgeschlossen oder wenigstens geschlossen werden kann.
Er entwickelte sich aus der aufrecht gestellten Kastentruhe bzw. aus zwei übereinander gestapelten Truhen. Etymologisch bedeutet Schrank eigentlich vergittertes Gestell, abgeschlossener Raum. Diese Bedeutung hat man dann etwa im 15. Jahrhundert auf jene aufgestellte Truhe übertragen. 15. Jahrhundert
Je nachdem, was in einem Schrank gelagert oder aufbewahrt wird oder nach Aufstellungsort, erhält er seinen spezifischen Namen.
Erwähnt seien hier nur:
- Kleiderschrank
- Wäscheschrank
- Werkzeugschrank
- Schuhschrank
- Bücherschrank
- Schlafzimmerschrank
- Küchenschrank
- Kühlschrank
Geschichte und Entwicklung
15. Jahrhundert
Ein Schrank war ursprünglich ein oblonger, kastenartiger Behälter, welcher in der Kirche zur Aufbewahrung der heiligen Geräte, der Priestergewänder etc. diente und deshalb an der Vorderseite vergittert wurde.
Später erhielt der Schrank Türen, die mit Malereien verziert waren, und wurde auf vier niedrige Pfosten gesetzt, welche erst in der Renaissancezeit zu gedrehten Füßen ausgebildet wurden.
Von der Vergitterung blieb später, als der Schrank in den profanen Gebrauch übergegangen war, in der Schranktür eine kleine vergitterte Öffnung übrig, hinter welcher man Heiligenbilder, Reliquien, Prunkstücke u. dgl. zur Schau stellte.
Unter dem Einfluß des gotischen Stils wurde der Schrank architektonisch gegliedert (Fassadenschrank), und die Füllungen der Türen wurden mit Schnitzereien verziert, welche dann durch die Renaissance zu größtem Reichtum entwickelt wurden.
Der Schrank der Renaissance blieb auch für die spätere Gestaltung dieses Möbels bis auf die Gegenwart maßgebend. Gegenwärtig wird der Name Schrank für jedes Aufbewahrungsmöbel gebraucht, dessen Vorderseite mit Türen geschlossen werden kann (Kleider-, Geld-, Küchen-, Bücherschrank etc.).
Kategorie:Möbelstück
KommunikationKommunikation (lat. communicare „teilen, mitteilen, teilnehmen lassen; gemeinsam machen, vereinigen“) bezeichnet auf der menschlichen Alltagsebene den wechselseitigen Austausch von Gedanken in Sprache, Gestik, Mimik, Schrift oder Bild.
Im erweiterten Sinn ist Kommunikation das wechselseitige Übermitteln von Daten oder von Signalen, die einen festgelegten Bedeutungsinhalt haben, auch zwischen tierischen und pflanzlichen Lebewesen und technischen Objekten oder Systemen.
Der Begriff ist eng verwandt mit dem der Interaktion, in vielen Bereichen sind diese Begriffe sogar synonym, besonders dann, wenn Wechselseitigkeit für den Kommunikationsbegriff vorausgesetzt wird.
Definition und Zusammenhang
Interaktion einen Brief" von Ilja Repin (1880)]]
Eine allgemein anerkannte Definition des Begriffs existiert nicht.
Ein Ansatz besagt, dass die Teilnehmer einer Kommunikation Menschen aber auch andere Lebewesen oder Objekte (insbesondere Geräte) sein können. Demnach kann auch zwischen Menschen und Dingen eine Kommunikation stattfinden, etwa zwischen Mensch und Computer nach dem Schlagwort der „Mensch-Maschine-Kommunikation“.
Diskutiert wird vor allem, ob die Teilnehmer einer Kommunikation Individuen sein müssen, beziehungsweise ob jeder Kommunikation ein Bewusstsein zu Grunde liegt (siehe Turing-Test). In den technischen Disziplinen wird dies verneint und die Kommunikation als ein Prozess betrachtet, der den Zustand des Empfängers verändert. Aus philosophischer Sicht ist fraglich, ob es Kommunikation ohne "Verständnis" und "Erinnerung" überhaupt geben kann. Umstritten ist auch, ob Kommunikation intentional sein muss und ob es einseitige Kommunikation gibt.
- Vertikale Kommunikation ist die Kommunikation von Höhergestellten mit Untergebenen (auch komplementäre Kommunikation).
- Horizontale Kommunikation meint die Kommunikation von Gleichgestellten untereinander (auch symmetrische Kommunikation).
Kommunikation in verschiedenen Wissenschaftsbereichen
- Kommunikation (Soziologie) (auch:Soziale Interaktion und Interpersonelle Kommunikation)
- Kommunikationswissenschaft
- Informationswissenschaft
- Medienwissenschaft
- Informationstheorie
- Sprechakttheorie
- Linguistik
- Semiotik
- Kommunikation (Biologie)
- Kommunikation (Informationstheorie)
- Kommunikation (Astronomie)
- Kommunikation (Konstruktivismus)
- Kommunikation (Kybernetik)
- Kommunikation (Nachrichtentechnik)
- Kommunikation (Psychologie)
- Kommunikation (Systemtheorie)
- Kommunikation (Wirtschaft)
- Kommunikation (Unterricht)
Weitere Übersichten in: Kommunikationsmodell
Speziellere Bereiche
Nach den beteiligten Sendern und Empfängern, Techniken und Einzugsbereichen wird unterschieden zwischen:
# Computervermittelte Kommunikation
# Mensch-Maschine-Kommunikation
# Digitale Kommunikation
# Gruppenkommunikation
# Individualkommunikation
# Intimkommunikation
# Massenkommunikation
# Telekommunikation
# Zwischenmenschliche Kommunikation
# - Nonverbale Kommunikation
# - Vokale Kommunikation
# - Visuelle Kommunikation
# - Parasprache
# - Gesprochene Sprache
# - Unterstützte Kommunikation
# - Gebärden-unterstützte Kommunikation
# - Gestützte Kommunikation
Siehe auch
- Information
- Information und Kommunikation
- Interaktion
- Diskussion
- Symbol
- Informationstheorie
- Interkulturelle Kommunikation
- Historische Kommunikation
- Probleme der Kommunikation
- Mediation
- Gewaltfreie Kommunikation
- Asymmetrische Information
- Verkaufspsychologie
- Medien
- Medienrecht
- Portal:Verhandlung und Verkauf
- Portal:Wissen, Information, Kommunikation und Medien
Literatur
Menschliche Kommunikation
- Paul Watzlawick Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien ISBN 3-456-82825-X
- Virginia Satir Kommunikation, Selbstwert, Kongruenz ISBN 3-87387-018-5
- Oliver Jahraus, Nina Ort Bewußtsein, Kommunikation, Zeichen ISBN 3-484-35082-2
- Heinz von Foerster, Ernst von Glasersfeld, Peter M. Hejl Einführung in den Konstruktivismus ISBN 3-492-21165-8
- Bernhard Badura, Klaus Gloy Soziologie der Kommunikation ISBN 3-7728-0363-6
- Roland Burkart Kommunikationswissenschaft ISBN 3-205-98185-5
- Kurt Koszyk, Karl Hugo Pruys Handbuch der Massenkommunikation ISBN 3-423-04370-9
- Helmut Glück Metzler-Lexikon Sprache ISBN 3-476-01519-X
- Christiane Grosser Kommunikationsform und Informationsvermittlung ISBN 3-8244-4000-8
- Dirk Baecker Kommunikation ISBN 3-379-20119-7
- Friedemann Schulz von Thun Miteinander reden 1. Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation. Reinbek (Rowohlt) 1981. ISBN 3-499-17489-8
- ders. Miteinander reden 2. Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung. Differentielle Psychologie der Kommunikation. Reinbek (Rowohlt) 1989. ISBN 3-499-18496-6
- ders. Miteinander reden 3. Das 'innere Team' und situationsgerechte Kommunikation. Reinbek (Rowohlt) 1998. ISBN 3-499-60545-7
- Peter Wendl: „Gelingende Fern-Beziehung. Entfernt zusammen wachsen“ ISBN 3-451-20896-2 [http://www.gelingende-fernbeziehung.de]
und weitere ausführliche Liste [http://www.uni-leipzig.de/~debatin/lectures/KMW_lit.htm#lili hier]
Technische Kommunikation / Angewandte Linguistik
- Walter Hoffmann Erfolgreich beschreiben - Praxis des technischen Redakteurs; Organisation, Textgestaltung, Redaktion ISBN 3-8007-1652-6
- W. Sturz, C. Walling-Felkner Praxishandbuch Technische Dokumentation ISBN 3-8111-7088-0
- H.P. Krings Wissenschaftliche Grundlagen der Technischen Kommunikation ISBN 3-8233-4543-5
- Norbert Groeben Leserpsychologie. Textverständnis - Textverständlichkeit ISBN 3-402-04298-3
- Anne Lehrndorfer Kontrolliertes Deutsch. Linguistische und sprachpsychologische Leitlinien für eine (maschinell) kontrollierte Sprache in der Technischen Dokumentation ISBN 3-8233-5080-3
- Susanne Göpferich Interkulturelles 'Technical Writing' (2003) ISBN 3-8233-4760-8
und weitere ausführliche Liste [http://www.cabeweb.de/help/tdliteratur.htm hier]
Maschinenkommunikation
- Albrecht Beutelspacher Kryptologie - Eine Einführung in die Wissenschaft vom Verschlüsseln, Verbergen und Verheimlichen ISBN 3-528-58990-6
- Arno Bammé, Günther Feuerstein, Renate Genth Maschinen- Menschen, Mensch-Maschinen. Grundrisse einer sozialen Beziehung ISBN 3-499-17698-X
- Hubert L. Dreyfus Die Grenzen der künstlichen Intelligenz. Was Computer nicht können ISBN 3-7610-8369-6
und weitere ausführliche Liste [http://lingua1.phil.uni-jena.de/srk/literat2.html hier]
Biochemische Kommunikation
- William H. Calvin Wie aus Neuronen Bewußtsein entsteht ISBN 3-446-17279-3
- Philip E. Stanley, Larry J. Kricka Bioluminescence and Chemilunimescence ISBN 9812381562
- Imre Kerner, Dagny Kerner Der Ruf der Rose. Wie Pflanzen fühlen und wie sie mit uns kommunizieren ISBN 3-462-02166-4
- F. Lottspeich, H. Zorbas Bioanalytik ISBN 3-8274-0041-4
- G.-J. Krauß, J. Miersch Chemische Signale ISBN 3-7614-0707-6
und weitere ausführliche Liste (alternativ) [http://www.datadiwan.de/netzwerk/index.htm?/moch/moch_4.htm#--139 hier] sowie konservativ/naturwissenschaftlich [http://www.biochemtech.uni-halle.de/pflanze/kvv.html hier]
Zitat
- Dürfte ich das Unwort des Zeitalters bestimmen, so käme nur eines in Frage: kommunizieren. Ein Autor kommuniziert nicht mit seinem Leser. Er sucht ihn zu verführen, zu amüsieren, zu provozieren, zu beleben. Welch einen Reichtum an (noch lebendigen) inneren Bewegungen und entsprechenden Ausdrücken verschlingt ein solch brutales Müllschluckerwort! Mann und Frau kommunizieren nicht miteinander. Die vielfältigen Rätsel, die sie einander aufgeben, fänden ihre schalste Lösung, sobald dieser nichtige Begriff zwischen sie tritt. Ein Katholik, der meint, er kommuniziere mit Gott, gehört auf der Stelle exkommuniziert. Zu Gott betet man, und man unterhält nicht, sondern man empfängt eine Heilige Kommunion. All unsere glücklichen und vergeblichen Versuche, uns mit der Welt zu verständigen, uns zu berühren und zu beeinflussen, die ganze Artenvielfalt unserer Erregungen und Absichten fallen der Ödnis und der Monotonie eines soziotechnischen Kurzbegriffs zum Opfer. Damit leisten wir dem Nichtssagenden Vorschub, das unsere Sprache mit großem Appetit auffrisst. – Botho Strauß (Der Untenstehende auf Zehenspitzen, 2004, ISBN 3-446-20491-1)
Weblink
- [http://www.mfk.ch/ Museum für Kommunikation]
- [http://www.forum-ev.org/ Berliner KommunikationsFORUM e.V.]
!
ja:通信
simple:Communication
th:การสื่อสาร
Faxgerät
Das Wort Fax ist eine Verkürzung von Telefax, welches wiederum eine Verkürzung
ist von Telefaksimile (vergleiche Faksimile), also eine Fernbildabschrift.
Faksimile
Als Fax bezeichnet man die Übertragung einer Papierseite über das Telefonnetz oder per Funkfax-Betrieb im Amateurfunk. Als Sender beziehungsweise Empfänger dienen dabei meistens analoge Faxgeräte, man kann jedoch auch von einem Computer per Modem Faxe verschicken und empfangen. Verwendet wird dabei die Norm G2 oder G3 (siehe CCITT Recommendation T.4 Standardization of Group 3 Facsimile Apparatus for Document Transmission).
Für ISDN existiert mit der Norm G4 ein Standard für ein digitales Fax, der mit einer deutlich höheren Geschwindigkeit (64 kbit/s statt 9.600 oder 14.400 bit/s) arbeitet, in der Praxis jedoch nur selten verwendet wird. Dieses höherkomprimierende Format Gruppe 4 findet jedoch bei der elektronischen Archivierung häufig Verwendung.
Das Faxgerät scannt eine Seite in Zeilen zu je 1728 Punkten bei einer Breite von 215 mm, also mit einer horizontalen Auflösung von 196 dpi.
Je nach Zahl der zusammenhängenden weißen oder schwarzen Punkte wird anstatt der Punktsequenz jeweils ein der Länge der Sequenz entsprechendes kodiertes (siehe auch TIFF) und komprimiertes Bitmuster übertragen.
In Normalauflösung werden 3,85 Zeilen pro Millimeter abgetastet (98 dpi), in Feinauflösung doppelt so viele (196 dpi).
Der MIME-Typ lautet image/g3fax, die Dateikennung .g3.
Programme, mit denen am PC eingegangene Faxe betrachtet werden können, sind z. B. unter X xli und kfax, unter Mac OS X FAXstf und unter Windows IrfanView.
Geschichte
Der schottische Uhrmacher Alexander Bain konstruierte bereits 1843 einen Kopiertelegrafen, der es gestattete, Handschriften und Zeichnungen, also Schwarzweiß-Bilder, elektrisch zu übertragen. Dies also noch bevor überhaupt in Europa das erste Mal die Morsetelegrafie im Jahre 1848 genutzt wurde. Sein System wurde vor allem durch Frederick Collier Bakewell im Jahre 1847 dadurch ganz entscheidend verbessert, dass er das zu übertragende Bild auf einer rotierenden Walze aufspannte und Bildelement für Bildelement durch einen Metallstift schraublinienförmig abtastete. Die Regulierung erfolgte auf der Empfangsseite in ähnlicher Weise. Diese teleautographische Methode wurde später durch Elisha Gray, Korn und Dieckmann, denen während des Ersten Weltkrieges recht gute Bildübertragungen gelangen, entscheidend verbessert. Viele andere waren ebenfalls auf diesem Gebiet aktiv, so auch Rudolf Hell. Sein recht ausgereiftes System wurde vor allem dadurch bekannt, dass über den Reichsrundfunk Mitte der 1920er Jahre mit seinem System Bilder über den Äther übertragen wurden.
Der frühe Bildtelegraph wurde aufgrund von Aufwand und Kosten schwerpunktartig etwa in Polizeiverwaltung und Zeitungsredaktion eingesetzt. Erste Prototypen einer neuen öffentlich zugänglichen Telefaxgeneration finden sich im Deutschland der 1970er Jahre, damals noch unter der Bezeichnung Fernkopierer. In Verkennung der Möglichkeiten einer auch privat genutzten Gerätetechnik erfolgte zunächst keine Vermarktung. Der letztere Schritt ging schließlich von Japan aus, wo wegen der komplizierten Japanischen Schrift mit ihren tausenden von Zeichen die Fernschreiber mit ihren nur etwa 60 Zeichen nie eine wirklich brauchbare Methode zur Fernübertragung von Schriftstücken geworden waren. Daher war dort der Bedarf nach einer bildlichen Übertragungsmethode noch wesentlich höher als im Westen.
Mit dem Aufkommen der universell nutzbaren Computer ist eine teilweise Ersetzung des Telefaxdienstes durch die E-Mail zu beobachten; allerdings ist über das Fax die Übertragung von rechtsgültigen Unterschriften sowie von Zeichnungen leichter möglich als über E-Mail. Als weitere Entwicklung ist die Integration des Faxgeräts in sogenannte Multifunktionsgeräte zu beobachten, die Scanner-, Drucker-, Fotokopierer- und Faxfunktionalität beinhalten.
Weblinks
- http://www.technikum29.de/de/kommunikationstechnik/faxtechnik
- http://www.darc.de/referate/hf/bild/fax.html
Kategorie:Telekommunikation
Kategorie:Büromaterial
ja:ファクシミリ
Computer
]
]
Ein Computer // ist ein Apparat, der Informationen mit Hilfe einer programmierbaren Rechenvorschrift verarbeiten kann. Der englische Begriff computer, abgeleitet vom Verb to compute (rechnen), bezeichnete ursprünglich Menschen, die quälend langwierige Berechnungen vornahmen, zum Beispiel für Astronomen im Mittelalter. Bis in die 1960er Jahre wurde diese Arbeit vornehmlich von Frauen mit Hilfe von Rechenmaschinen erledigt. Später ging der Begriff auf die Maschinen selbst über.
Einst war die Informationsverarbeitung mit Computern auf die Verarbeitung von Zahlen beschränkt. Mit zunehmender Leistungsfähigkeit eröffneten sich neue Einsatzbereiche, Computer sind heute in allen Bereichen des täglichen Lebens vorzufinden: Sie dienen der Verarbeitung und Ausgabe von Informationen in Wirtschaft und Behörden, der Berechnung der Statik von Bauwerken bis hin zur Steuerung von Waschmaschinen und Automobilen. Die leistungsfähigsten Computer werden eingesetzt, um komplexe Vorgänge zu simulieren: Beispiele sind die Klimaforschung, thermodynamische Fragestellungen, medizinische Berechnungen – bis hin zu militärischen Aufgaben, zum Beispiel der Simulation des Einsatzes von nuklearen Waffen. Viele Geräte des Alltags, vom Telefon über den Videorekorder bis hin zur Münzprüfung in Warenautomaten, werden heute von integrierten Kleinstcomputern gesteuert (Embedded Systems).
Grundprinzipien
Grundsätzlich sind zwei Bauweisen zu unterscheiden: Ein Computer ist ein Digitalcomputer, wenn er mit digitalen Geräteeinheiten digitale Daten verarbeitet; er ist ein Analogcomputer, wenn er mit analogen Geräteeinheiten analoge Daten verarbeitet.
Bis auf wenige Ausnahmen werden heute fast ausschließlich Digitalcomputer eingesetzt. Diese folgen gemeinsamen Grundprinzipien, mit denen ihre freie Programmierung ermöglicht wird. Bei einem Digitalcomputer werden dabei zwei grundsätzliche Bausteine unterschieden: Die Hardware, die aus den elektronischen, physisch anfassbaren Teilen des Computers gebildet wird, sowie die Software, die die Programmierung des Computers beschreibt.
Ein Digitalcomputer besteht zunächst nur aus Hardware. Die Hardware stellt erstens einen so genannten Speicher bereit, in dem Daten wie in Schubladen gespeichert und jederzeit zur Verarbeitung oder Ausgabe abgerufen werden können. Zweitens verfügt das Rechenwerk der Hardware über grundlegende Bausteine für eine freie Programmierung, mit denen jede beliebige Verarbeitungslogik für Daten dargestellt werden kann: Diese Bausteine sind im Prinzip die Berechnung, der Vergleich, und der bedingte Sprung. Ein Digitalcomputer kann beispielsweise zwei Zahlen addieren, das Ergebnis mit einer dritten Zahl vergleichen und dann abhängig vom Ergebnis entweder an der einen oder der anderen Stelle des Programms fortfahren. In der Informatik wird dieses Modell theoretisch durch die Turing-Maschine abgebildet; die Turing-Maschine stellt die grundsätzlichen Überlegungen zur Berechenbarkeit dar.
Erst durch Software wird der Digitalcomputer jedoch nützlich. Jede Software ist im Prinzip eine definierte, funktionale Anordnung der oben geschilderten Bausteine Berechnung, Vergleich und Bedingter Sprung, wobei die Bausteine beliebig oft verwendet werden können. Diese Anordnung der Bausteine, die als Programm bezeichnet wird, wird in Form von Daten im Speicher des Computers abgelegt. Von dort kann sie von der Hardware ausgelesen und abgearbeitet werden. Dieses Funktionsprinzip der Digitalcomputer hat sich seit seinen Ursprüngen in der Mitte des 20. Jahrhunderts nicht wesentlich verändert, wenngleich die Details der Technologie erheblich verbessert wurden.
Analogrechner funktionieren jedoch nach einem anderen Prinzip. Bei ihnen ersetzen analoge Bauelemente (Verstärker, Kondensatoren) die Logikprogrammierung. Analogrechner wurden früher häufiger zur Simulation von Regelvorgängen eingesetzt (siehe: Regelungstechnik), sind heute aber fast vollständig von Digitalcomputern verdrängt worden.
Hardwarearchitektur
Das heute allgemein angewandte Prinzip, das nach seiner Beschreibung durch John von Neumann von 1946 als "Von-Neumann-Architektur" bezeichnet wird, definiert für einen Computer vier Hauptkomponenten:
- die Recheneinheit (Arithmetisch-Logische Einheit (ALU)),
- die Steuereinheit,
- den Speicher und
- die Eingabe- und Ausgabeeinheit(en).
In den heutigen Computern sind die ALU und die Steuereinheit meist zu einem Baustein verschmolzen, der so genannten CPU (Central Processing Unit, zentraler Prozessor).
Der Speicher ist eine Anzahl von durchnummerierten "Zellen", jede dieser Zellen kann ein kleines Stück Information aufnehmen. Diese Information wird als Binärzahl, also einer Abfolge von ja/nein-Informationen, in der Speicherzelle abgelegt - besser vorzustellen als eine Folge von Nullen und Einsen. Ein Charakteristikum der "Von Neumann-Architektur" ist, dass diese Binärzahl (beispielsweise 65) entweder ein Teil der Daten sein kann (also zum Beispiel der Buchstabe "A"), oder ein Befehl für die CPU ("Springe ...").
Wesentlich in der Von-Neumann-Architektur ist, dass sich Programm und Daten einen Speicherbereich teilen (dabei belegen die Daten in aller Regel den unteren und die Programme den oberen Speicherbereich).
Dem gegenüber stehen in der sog. Harvard-Architektur Daten und Programmen eigene (physikalisch getrennte) Speicherbereiche zur Verfügung, dadurch können Daten-Schreiboperationen keine Programme überschreiben.
In der Von-Neumann-Architektur ist die Steuereinheit dafür zuständig, zu wissen, was sich an welcher Stelle im Speicher befindet.
Man kann sich das so vorstellen, dass die Steuereinheit einen "Zeiger" auf eine bestimmte Speicherzelle hat, in der der nächste Befehl steht, den sie auszuführen hat.
Sie liest diesen aus dem Speicher aus, erkennt zum Beispiel "65", erkennt dies als "Springe".
Dann geht sie zur nächsten Speicherzelle, weil sie wissen muss, wohin sie springen soll. Sie liest auch diesen Wert aus, und interpretiert die Zahl als Nummer (so genannte Adresse) einer Speicherzelle.
Dann setzt sie den Zeiger auf eben diese Speicherzelle, um dort wiederum ihren nächsten Befehl auszulesen; der Sprung ist vollzogen.
Wenn der Befehl zum Beispiel statt "Springe" lauten würde "Lies Wert", dann würde sie nicht den Programmzeiger verändern, sondern aus der in der Folge angegebenen Adresse einfach den Inhalt auslesen, um ihn dann beispielsweise an die ALU weiterzuleiten.
Die ALU hat die Aufgabe, Werte aus Speicherzellen zu kombinieren.
Sie bekommt die Werte von der Steuereinheit geliefert, verrechnet sie (addiert beispielsweise zwei Zahlen, welche die Steuereinheit aus zwei Speicherzellen ausgelesen hat) und gibt den Wert an die Steuereinheit zurück, die den Wert dann für einen Vergleich verwenden oder wieder in eine dritte Speicherzelle zurückschreiben kann.
Die Ein-/Ausgabeeinheiten schließlich sind dafür zuständig, die initialen Programme in die Speicherzellen einzugeben und dem Benutzer die Ergebnisse der Berechnung anzuzeigen.
Softwarearchitektur
Die Von-Neumann-Architektur ist gewissermaßen die unterste Ebene des Funktionsprinzips eines Computers oberhalb der elektrophysikalischen Vorgänge in den Leiterbahnen.
Die ersten Computer wurden auch tatsächlich so programmiert, dass man die Nummern von Befehlen und von bestimmten Speicherzellen so, wie es das Programm erforderte, nacheinander in die einzelnen Speicherzellen schrieb.
Um diesen Aufwand zu reduzieren, wurden Programmiersprachen entwickelt. Diese generieren die Zahlen innerhalb der Speicherzellen, die der Computer letztlich als Programm abarbeitet, aus höheren Strukturen heraus automatisch.
Sodann wurden bestimmte sich wiederholende Prozeduren in so genannten Bibliotheken zusammengefasst, um nicht jedes Mal das Rad neu erfinden zu müssen, z. B. das Interpretieren einer gedrückten Tastaturtaste als Buchstabe "A" und damit als Zahl "65" (im ASCII-Code).
Die Bibliotheken wurden in übergeordneten Bibliotheken gebündelt, welche Unterfunktionen zu komplexen Operationen verknüpfen (Beispiel: die Anzeige eines Buchstabens "A", bestehend aus 20 einzelnen schwarzen und 50 einzelnen weißen Punkten auf dem Bildschirm, nachdem der Benutzer die Taste "A" gedrückt hat).
In einem modernen Computer arbeiten sehr viele dieser Programmebenen über- bzw. untereinander. Komplexere Aufgaben werden in Unteraufgaben zerlegt, welche von anderen Programmierern bereits bearbeitet wurden, die wiederum auf die Vorarbeit weiterer Programmierer aufbauen, deren Bibliotheken sie verwenden.
Auf der untersten Ebene findet sich dann aber immer der so genannte Maschinencode - jene Abfolge von Zahlen, mit denen der Computer auch tatsächlich rechnen kann...
Geschichte
- Abakus, älteste mechanische Rechenhilfe.
- Rechenbrett des Pythagoras.
- 1. Jh. v. Chr.: Computer von Antikythera, vorzeitliche Berechnungsmaschine (den Rechenschiebern ähnlich, nur weitaus komplexer) mit erst im 18. Jahrhundert wiederentdecktem Differentialgetriebe. Diente zur Bahnberechnung der damals bekannten Planeten.
- 1614 John Napier publiziert seine Logarithmentafel.
- 1623 Erste Vier-Spezies-Maschine durch Wilhelm Schickard.
- 1642 Blaise Pascal baut eine Rechenmaschine.
- 1668 Samuel Morland entwickelt eine Rechenmaschine, die nicht dezimal addiert, sondern auf das englische Geldsystem abgestimmt ist.
- 1673 Rechenmaschine von Gottfried Leibniz.
- 1805 Joseph-Marie Jacquard entwickelt Lochkarten, um Webstühle zu steuern.
- 1820 Charles Xavier Thomas de Colmar baut das "Arithmometer", den ersten Rechner in Massenproduktion.
- Charles Babbage entwickelt die Difference Engine 1822 und die Analytical Engine 1833, kann sie aber aus Geldmangel nicht bauen.
- 1843 Edvard und George Scheutz bauen in Stockholm den ersten mechanischen Computer nach den Ideen von Babbage.
- 1890 US-Volkszählung mit Hilfe des Lochkartensystems von Herman Hollerith durchgeführt; Torres y Quevedo baut eine Schachmaschine, die mit König und Turm einen König matt setzen kann.
- 1935 International Business Machines stellt die IBM 601 vor, eine Lochkartenmaschine, die eine Multiplikation/Sekunde durchführen kann. Es werden ca. 1500 Stück der Maschine verkauft.
- 1937 Konrad Zuse meldet zwei Patente an, die bereits alle Elemente der so genannten Von-Neumann-Architektur beschreiben.
- 1937 Alan Turing publiziert einen Artikel, der die "Turing-Maschine" beschreibt.
- 1938 Konrad Zuse stellt die Zuse Z1 fertig, einen frei programmierbaren mechanischen Rechner, der allerdings aufgrund von Problemen mit der Fertigungspräzision nie voll funktionstüchtig war. Die Z1 verfügte bereits über Fließkommarechnung. Sie wurde im Krieg zerstört und später nach Originalplänen neu gefertigt, die Teile wurden auf modernen Fräs- und Drehbänken hergestellt. Dieser Nachbau der Z1 ist mechanisch voll funktionsfähig und hat eine Rechengeschwindigkeit von 1 Hz (eine Rechenoperation pro Sekunde)
- 1938 Claude Shannon publiziert einen Artikel darüber, wie man symbolische Logik mit Relais implementieren kann.
Während des Zweiten Weltkrieges gibt Alan Turing die entscheidenden Hinweise zur Entschlüsselung der ENIGMA-Codes und baut dafür einen speziellen mechanischen Rechner.
Ebenfalls im Krieg baut Konrad Zuse die erste funktionstüchtige programmgesteuerte, binäre Rechenmaschine, bestehend aus einer großen Zahl von Relais, die Z3.
Zeitgleich werden in den USA ähnliche elektronische Maschinen zur numerischen Berechnung gebaut.
Auch Maschinen auf analoger Basis werden erstellt.
- 1941 Konrad Zuse stellt die Z3 fertig, die heute als der erste funktionstüchtige Computer gilt.
- 1943 IBM-Chef Thomas J. Watson sagt: "Ich glaube, es gibt einen weltweiten Bedarf an vielleicht fünf Computern."
- 1943 Tommy Flowers stellt mit seinem Team in Bletchley Park den ersten "Colossus" fertig.
- 1944 Fertigstellung des ASCC (Automatic Sequence Controlled Computer, "Mark I" durch Howard H. Aiken).
- 1944 Das Team um Reinold Weber stellt eine Entschlüsselungsmaschine für das Verschlüsselungsgerät M-209 der US-Streitkräfte fertig [http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/18371/1.html].
Zur Architektur der Rechenmaschinen Z1 und Z3: http://www.zib.de/zuse/Inhalt/Kommentare/Html/0687/0687.html.
- 1946 ENIAC (Electronic Numerical Integrator and Computer) wird unter der Leitung von John Eckert und John Mauchly entwickelt.
- 1947 IBM baut den SSEC.
- 1947 Erfindung des Transistors.
- 1949 Maurice Wilkes stellt mit seinem Team in Cambridge den "EDSAC" (Electronic Delay Storage Automatic Computer) vor; basierend auf Neumanns EDVAC ist es der erste Rechner, der vollständig speicherprogrammierbar ist.
- 1949 Steve Kolberg stellt die Z4 fertig, deren Bau schon 1942 begonnen wurde und 1944 in wesentlichen Teilen abgeschlossen war, die aber kriegsbedingt nicht fertiggestellt werden konnte.
- 1950 Die Z4 geht an der ETH Zürich in Betrieb.
- 1951 UNIVAC I, kommerzieller Röhrenrechner der RAND Corporation.
- 1955 TRADIC, erster Computer, der komplett mit Transistoren statt Röhren bestückt ist. Gebaut von den Bell Labs für die US Air Force.
- 1955 OPREMA Erster Computer der DDR.
- 1956 Erstes Magnetplattensystem von IBM (RAMAC).
- 1960 IBM 1401, transistorisierter Rechner mit Lochkartensystem.
- 1960 DECs (Digital Equipment Corporation) erster Minicomputer, die PDP-1 (Programmierbarer Datenprozessor) erscheint.
- 1962 Telefunken_AG liefert die ersten TR 4 aus.
- 1964 DEC baut den Minicomputer PDP-8 für unter 20000 Dollar.
- 1964 IBM definiert die erste Computerarchitektur S/360, Rechner verschiedener Leistungsklassen können denselben Code ausführen.
- 1964 bei Texas Instruments wird der erste "Integrierte Schaltkreis", IC, entwickelt.
- 1966 D4a 33bit Auftischrechner der TU Dresden.
- 1968 HewlettPackard bewirbt den HP-9100A als "personal computer" in der Science-Ausgabe vom 4.Oct.1968.
- 1970 Intel baut mit dem 4004 den ersten in Serie gefertigten Mikroprozessor (2250 Transistoren).
- 1971 Telefunken liefert TR_440 Deutsches Rechenzentrum Darmstadt und Universitäten Bochum und München.
- 1972 der Illiac IV, ein Supercomputer mit Array-Prozessoren geht in Betrieb.
- 1973 Xerox Alto - Der erste Computer mit Maus, GUI und eingebauter Ethernet-Karte.
- 1973 beginnt die französische Firma R2E mit der Auslieferung des Micral.
- 1974 Motorola baut den 6800 Prozessor; Intel baut den 8080 Prozessor.
- 1975 MITS beginnt mit der Auslieferung des Altair 8800.
- 1976 die Firma Apple Computer bringt den Apple I auf den Markt; Zilog entwickelt den Z80 Prozessor.
- 1977 Ken Olson, Präsident und Gründer von DEC sagt: "Es gibt keinen Grund, warum jemand einen Computer zu Hause haben wollte."
- 1977 der Apple II, der Commodore PET und der Tandy TRS 80 kommen auf den Markt.
- 1978 DEC bringt die VAX-11/780, eine Maschine speziell für virtuelle Speicheradressierung, auf den Markt.
- 1979 Atari bringt seine Rechnermodelle 400 und 800 in die Läden. Revolutionär ist, dass mehrere Custom-Chips den Hauptprozessor entlasten.
- 1980er: Blütezeit der Heimcomputer, zunächst mit 8-Bit-Mikroprozessoren und einem Arbeitsspeicher bis 64 kB (Commodore VC20, C64, Sinclair ZX80/81, Sinclair ZX Spectrum, Schneider CPC 464/664), später auch leistungsfähigere Modelle mit 16-Bit- oder 16/32-Bit-Mikroprozessoren (z. B. Amiga, Atari ST).
- 1981 IBM stellt den IBM-PC (Personal-Computer) vor und bestimmt damit entscheidend die weitere Entwicklung.
- 1982 Intel bringt den 80286-Prozessor auf den Markt.
- 1982 Sun Microsystems entwickelt die Sun-1 Workstation.
- 1984 der Apple Macintosh kommt auf den Markt und setzt neue Maßstäbe für Benutzerfreundlichkeit.
- 1985, Januar Atari stellt den ST-Computer auf der CES in Las Vegas vor.
- 1985, Juli Commodore produziert den Amiga-Heimcomputer.
- 1986 Intel bringt den 80386-Prozessor auf den Markt; Motorola präsentiert den 68030-Prozessor.
- 1988 NeXT, Steve Jobs, Mitgründer von Apple, stellt den gleichnamigen Computer vor.
- 1989 Intel bringt den 80486 auf den Markt.
Internet ...
- 1991 Das AIM-Konsortium (Apple, IBM, Motorola) spezifiziert die PowerPC-Plattform.
- 1992 DEC stellt die ersten Systeme mit dem 64-Bit-Alpha-Prozessor vor.
- 1993 Intel bringt den Pentium-Prozessor auf den Markt.
- 1994 Leonard Adleman stellt mit dem TT-100 den ersten Prototypen für einen DNA-Computer vor.
- 1995 Intel bringt den Pentium-Pro-Prozessor auf den Markt.
- 1995 Be Incorporated stellt die BeBox vor.
- 1999 Intel baut den Supercomputer ASCI Red mit 9.472 Prozessoren.
- 1999 AMD stellt den Nachfolger der K6-Prozessorfamilie vor, den Athlon.
Beginn des 21. Jahrhunderts: Weitere Steigerung der Leistungsfähigkeit, fortschreitende Verkleinerung und Integration von Telekommunikation und Bildbearbeitung.
Allgemeine, weltweite Verbreitung und Akzeptanz. Wechsel von klassischen Informationsdienstleistungen (Datendienste, Vermittlung, Handel, Medien) in das digitale Weltmedium Internet.
- 2001 IBM baut den Supercomputer ASCI White
- 2002 der NEC Earth Simulator geht in Betrieb
- 2003 Apple liefert den PowerMac G5 aus, erster Computer mit 64-Bit-Prozessoren für die breite Bevölkerung. AMD stellt mit dem Opteron und dem Athlon 64 seine ersten 64-Bit-Prozessoren vor.
- 2005 Renommierte Analysten erwarten, dass dieses Jahr weltweit 200 Mio neue PCs, Laptops und Server verkauft werden.
- 2005 AMD und Intel produzieren erste Dual-Core Prozessoren
Stichwörter zur Geschichte der Rechentechnik
Abakus, ARPANET, Hahn, Hamann, Logarithmentafel, OHDNER, OUGHTRED, PARTRIDGE, Pascal, Rechenschieber, Rechenstab, ROTH, Sprossenradmaschine, Zweispeziesrechner
Zukunft
Zukünftige Entwicklungen bestehen aus der möglichen Nutzung biologischer Systeme (Biocomputer), optischer Signalverarbeitung und neuen physikalischen Modellen (Quantencomputer).
Weitere Verknüpfungen zwischen biologischer und technischer Informationsverarbeitung.
Auf der anderen Seite nimmt man langsam Abstand von nicht realisierten Trends der letzten 20 Jahre, Expertensysteme und Künstliche Intelligenzen, die ein Bewusstsein entwickeln, sich selbst verbessern oder gar rekonstruieren, zu erforschen.
Weitere Entwicklungen und Trends, von denen viele noch den Charakter von Schlagwörtern bzw. Hypes haben:
Autonomic Computing
Grid Computing
Pervasive Computing
Ubiquitäres Computing
Wearable Computing.
Siehe auch
- eine Übersicht über die Artikel zum Thema "Computer" finden Sie im Portal Informatik.
Literatur
- Konrad Zuse: Der Computer – Mein Lebenswerk, Springer: Berlin, 1993, ISBN 3-540-56292-3
- Ron White: So funktionieren Computer. Ein visueller Streifzug durch den Computer & alles, was dazu gehört, Markt+Technik: München, 2004, ISBN 3-8272-6714-5
Weblinks
- [http://www.homecomputermuseum.de Homecomputermuseum.de]
- [http://www.computergeschichte.de Computergeschichte.de]
- [http://www.classic-computing.de Verein zum Erhalt klassischer Computer e.V.]
- [http://www.atari-computermuseum.de Das Atari Computermuseum]
- [http://netzwerk.wisis.de/projekte/9.htm Deutsche EDV-Geschichte 1940er-1960er - SUSAS Netzwerk für Wissensweitergabe]
- [http://www.hnf.de Angeblich größtes Computermuseum der Welt in Paderborn]
- http://www.hchistory.de/index.php3
- [http://www.dm.fh-hannover.de/~petkli/foliant/_1st.html Ein Foliant zur Geschichte der Datenübertragung]
- [http://www.top500.org/ Liste der 500 leistungssstärksten Computer]
Kategorie:Technikgeschichte
ja:コンピュータ
ko:컴퓨터
ms:Komputer
nb:Datamaskin
simple:Computer
th:คอมพิวเตอร์
BürokratieBürokratie (frz. bureaucratie) leitet sich seit dem 17./18 Jahrhundert von Büro (v. frz. bureau = (Arbeits-, Amtszimmer) ab. Dessen Ursprung ist das afrofrz. bure oder burel. Bure war ein grober Wollstoff zum Beziehen von Schreibtischen. Bürokratie ist ein Kunstwort, zusammen gesetzt aus bureau (s.o.) und dem griechischen kratia = Herrschaft. Es bedeutet demnach "Büroherrschaft".
Umgangssprachlich bezeichnet der Ausdruck "Bürokratie" oft einen als übertrieben empfundenen Regelungswillen, welcher die Einhaltung von Verwaltungsregeln vor ihren Nutzen für die Bürger und Antragsteller stellt. Mit dem Fachterminus "Bürokratismus" wird eine bürokratisch überzogene Handlungsorientierung kritisiert, die gegebene Vorschriften über den Menschen stellt, ihn weitgehend als Ding behandelt und funktionalisiert.
In der Betriebswirtschaft ist "Bürokratie" die Verwaltung eines Staates und einer Kommune, jedoch auch einer Unternehmung, einer Organisation o.ä..
Bürokratie bei Max Weber
Der Soziologe Max Weber hat sie als die "rationale" Form der "legalen Herrschaft", auch für Unternehmen, bezeichnet und analysiert. Als Idealtypus der Bürokratie wird bei ihm die Behörde mit beruflichem Verwaltungsstab bezeichnet. Die Legitimation der bürokratischen (legalen) Herrschaft liegt in der rationalen Kompetenz des Vorgesetzten, nicht in ihrer traditionalen Kompetenz (wie z. B. bei Erbämtern in einer Monarchie). Sein dritter Typus, die "charismatische Herrschaft", hat definitionsgemäß gar keine Verwaltung. Alle drei Herrschaftsformen sind jedoch Formen legitimer Macht.
Im Gegensatz zur traditionellen und charismatischen Herrschaft verhindert die Bürokratie Bevorzugung oder Benachteiligung Einzelner in Form von willkürlichen Entscheidungen, weil sich alle an die gleichen und rational begründeten Spielregeln, bzw. Gesetze (eine gesatzte Ordnung) halten müssen. Der Bürokratiebegriff Webers ist somit ein positiver.
Im strengen Sinne ist also nach Weber eine nach z. B. rein politischen Zweckmäßigkeits-Erwägungen arbeitende Verwaltung (etwa die "Kaderverwaltung" im ehemaligen Sowjetsystem) gar keine "Bürokratie".
Siehe auch: Verwaltungskompetenz
Nachteile
Die innerorganisatorische Einbindung von 'Bürokraten' (ein Gegenstand der Organisationssoziologie) hat vielerorts ein 'wucherndes System' von Gesetzen, Vorschriften, Verordnungen und Anweisungen entstehen lassen, das dazu führt, dass in vielen bürokratisch organisierten Systemen der Aufwand an Kosten und Zeit für Verwaltung höher geworden ist als der Aufwand für den Organisationszweck.
Übertragen übersetzt heißt Büro-kratie dann: Alle Macht geht von der Amtsstube aus. Es gibt dabei jedoch zwei Einschränkungen: den Gesetzesvorbehalt und den Vorrang des Gesetzes. In einem Rechtsstaat darf die Verwaltung nur auf Grund eines Gesetzes tätig werden. Handeln ohne gesetzliche Grundlange ist rechtswidrig. In einer repräsentativen Demokratie setzt sich im Gesetzgebungsverfahren jedoch nicht immer das größte Maß an Vernunft, sondern eher das größte Maß an Einfluss durch. Als Folge daraus entstehen Gesetze, die eben nicht in höchstem Maße vernünftig, sondern vielfach machtbestimmt sind. Da das Verwaltungshandeln aber nur auf gesetzlicher Grundlage erfolgen darf, ist es daher genauso unvernünftig und machtbestimmt wie die zustandegekommenen Gesetze.
Das widerspricht dem Verständnis moderner Demokratie, in der alle Macht vom Bürger ausgehen soll, dem der Staat als rational konzipiertes Werkzeug dienen sollte. Es widerspricht aber auch der Notwendigkeit rationaler Kosten- und Leistungskontrolle, die Wirtschaftsunternehmen dazu imstande setzen sollten, sich mit Dienstleistungen und Produkten im Markt-Wettbewerb zu behaupten.
Reformen
Den Anfang der Reformen der staatlichen Verwaltung kann man schwer festlegen. Eine erste Reform - damals noch nicht bürokratisch genannt - fand Anfang des 19. Jahrhunderts unter Stein und Hardenberg statt. Die besondere Effizienz der daraus hervorgehenden Verwaltung führte zu einer breiten Übernahme in vielen Staaten.
Grundlegende Änderungen in der Verwaltung waren erst ab der Mitte des 20. Jahrhunderts zu beobachten. Im Zuge einer immer ausgereifteren Sozialforschung glaubte man, durch eine Vielzahl von Vorschriften das staatliche Handeln planen zu können. Es folgte in den 60er und 70er Jahren die sogenannte "Planungseuphorie". Sie führte zu einem starken Anschwellen der Verwaltung und Vorschriften. Erst in den 80er Jahren begann man gegenzusteuern, weitreichende Reformen wurden allerdings in Deutschland nicht durchgesetzt.
In England und den USA begann sich hingegen gegen Ende der 70er Jahre eine Reformbewegung zu entwickeln, die zum Teil auch als Neoliberalismus bekannt ist. Unter Margaret Thatcher und Ronald Reagan wurde das Konzept des schlanken Staates zum Teil umgesetzt. Der Staat wird hierbei in seinen Aufgaben beschränkt und viele Teile früherer staatlicher Leistungen werden privatisiert mit der Absicht, dass an Stelle des Staates der Markt die Regulierung der Gesellschaft übernimmt.
In Deutschland haben neuere Reformbewegungen in den 90ern begonnen. Neben einer Vielzahl von Privatisierungen - meist durch die Europäische Union initiiert - begann sich auf Grundlage des New Public Management das Neue Steuerungsmodell zu entwickeln. Hierin vereinen sich eine Vielzahl von Reformideen wie Verwaltungen als Dienstleister zu betrachten, bürokratische Verfahren als Produkte zu betrachten, eine neue Buchführung genauso wie Privatisierung von Einrichtungen, die von privater Hand getragen werden können.
Seit Ende der 90er Jahre wird zudem das e-Government immer stärker diskutiert. Mit Hilfe des Internets und elektronischer Datenverarbeitung soll vor allem der Aufwand durch bürokratische Regulierung für Unternehmen und Bürger reduziert werden. Parallel dazu nimmt auch eDemocracy eine immer stärkere Rolle ein, um Bürger stärker an Gesetzgebungsverfahren zu beteiligen. Hier soll ein grundlegendes Problem der Gesetzgebung und damit der Bürokratie an sich gelöst werden. Durch Lobbyarbeit konnten bisher einzelne Interessengruppen Vorschriften und Gesetze durchsetzen, die für eine Mehrheit der Betroffenen nachteilig, für die kleine Gruppe der Lobbyarbeiter (z.B. die Wirtschaft, aber auch einzelne Teile der Verwaltung selber) jedoch positive Auswirkungen hatte. Der Wust an unnötigen Regelungen wird häufig hierauf zurückgeführt. Durch eine breitere Einbindung der Betroffenen erhofft man sich hier sinnvollere Regelungen.
Das Schlagwort Bürokratieabbau findet sich häufiger in der Politik. Gemeint ist in der Regel ein Abbau von Vorschriften und Gesetzen, ein solcher Abbau konnte empirisch bis jetzt jedoch noch nicht beobachtet werden. Die Gründe zur Forderung nach Bürokratieabbau sind meist interessengeleitet, wie zum Beispiel der Abbau von Sicherheitsvorschriften in der Chemie, der zum Vorteil der Wirtschaft wäre, für die Bevölkerung jedoch gesundheitliche Nachteile haben könnte.
Siehe auch
- Liste der Herrschaftsformen
- Absurdistan
- Verwaltungsethik
- Verwaltungskultur
- Eurokratie
Literatur
- Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft. Tübingen 1922. (hier wichtig: Erster Teil, Kapitel III)
- Balint Balla: Kaderverwaltung, Stuttgart 1972.
- R. F. Thomas: Kampf der Bürokratie, Wiesbaden 1995.
- Ludwig von Mises: Die Bürokratie, New Haven 1944.
- P. Vogler: Entbürokratisierung von Unternehmen, Köln 1989, ISBN 3-88585-592-5
Weblinks
- [http://www.textlog.de/7353.html Die drei reinen Typen legitimer Herrschaft bei Max Weber]
- [http://www.amtswege.de/ amtswege.de - Das Bürgerportal zu allen Verwaltungs- und Dienstleistungen]
Kategorie:Herrschaftssoziologie
Kategorie:Verwaltung
Kategorie:Verwaltungswissenschaft
ja:官僚制
BürokonzeptEin Bürokonzept ist ein Strukturmodell zur Gestaltung von Büroflächen als Ausdruck der funktionalen Erfordernisse und der Werte der Nutzer.
Vorbild des in Deutschland am weitesten verbreitete Bürokonzeptes sind die im 16. Jahrhundert in Florenz geplanten Uffizien. Typisch für Zellenbüros sind auch fast 500 Jahre später Mittelflure, an denen sich geschlossene Büroräume mit einem oder mehreren Arbeitsplätzen reihen. In den meisten Industrienationen gelten Zellenbüros seit langem als überholt, weil sie Burgdenken und Bürokratie fördern, lange Wege haben, die zudem langweilig sind, Kommunikation und Zusammenarbeit behindern, unflexibel und flächenunwirtschaftlich sind. Dennoch sind Zellenbüros in Deutschland die beliebteste Büroform, weil sie dem einzelnen Individualität und Rückzugsmöglichkeiten bieten.
Versuche, Zellenbüros durch die vor allem in den USA und Großbritannien bevorzugten Großraumbüros in Deutschland abzulösen, gelten spätestens seit den 1980er Jahren als gescheitert. Den Vorteilen von Großraumbüros bei der Zusammenarbeit, Flexibilität und Flächenwirtschaftlichkeit stehen die Nachteile geringerer Individualität und vor allem die Belastungen durch akustische Störungen und Klimaanlagen gegenüber.
Als Kompromiss haben sich seit den 1980er Jahren Kombibüros etabliert. Das Konzept wurde in Skandinavien mit der Absicht entwickelt, die Vorteile von Großraumbüros und Zellenbüros zu kombinieren – daher der Name – und zugleich deren Nachteile weitgehend zu vermeiden.
In Kombibüros gruppieren sich standardisierte Einzelzimmer um eine Kommunikationszone, in der Gemeinschaftseinrichtungen wie Kopierer und Besprechungsmöglichkeiten untergebracht sind und die zugleich die Räume erschließt. Glaswände zwischen den Büros und der Kommunikationszone werten die ehemals dunklen Flure durch Tageslicht auf. Da jedes Büro eine verschließbare Tür hat, ist konzentriertes Arbeiten möglich, während die Glaswände zur Kommunikationszone Transparenz und Nachbarschaft fördern: »sehen und gesehen werden.« Durch die Standardisierung bieten die Einzelzimmer Individualität und sind dennoch flexibel.
Seit einigen Jahren erweitern Business-Clubs das Spektrum der Bürokonzepte. Das Konzept entstand aus der Notwendigkeit, teure Bürofläche durch flexible Nutzung besser auszulasten, nachdem die Arbeit mit Menschen, die zunehmend automatisierte Sachbearbeitung ablöst, viele Büros oft über Tage leer stehen lässt.
Ein räumliches Vorbild sind die Business-Lounges in Flug- und Bahnhöfen, die Cafétische, auch Schreibtische und informelle Sitzgruppen nebeneinander zum Entspannen, Arbeiten und Konferieren anbieten. Zweites räumliches Vorbild ist der traditionelle britische Club, in dem es weder Schreibtische noch Büros gibt, dafür Kaminfeuer, Bibliothek und entspanntes Ambiente. Das reicht als Treffpunkt für Mitglieder in unterschiedlichen Berufen, Rollen und Tagesabläufen, die nichts verbindet als die soziale Zugehörigkeit zu einer Institution, die den persönlichen Erfolg fördert.
Anstelle von persönlichen Arbeitsplätzen bieten Business-Clubs deshalb eine Vielfalt an Aufgabenszenarien, die je nach Tätigkeiten und Arbeitsstil zeitweise genutzt werden. Wo es früher hieß, »Hier ist Ihr Platz – von Neun bis Fünf!« heißt es in Business-Clubs: »Wählen Sie ein Aufgabenszenario, das zu Ihrer augenblicklichen Tätigkeit passt und Ihrer Produktivität dient.« Die Rolle des persönlichen Arbeitsplatzes als Heimat, übernimmt die Mitgliedschaft in einer räumlich und sozial überschaubaren Nachbarschaft, dem Club, der sich durch informell gestaltetes Ambiente vom traditionellen Bürograu unterscheidet: »Hier lässt sich gut leben – und arbeiten.« Die Flexibilität dieses Bürokonzeptes beruht auf der Flexibilität seiner Nutzer und der Abläufe.
Beispiele
Kategorie:Architekturtheorie
Kategorie:Innenarchitektur
Kategorie:Betriebswirtschaftslehre
Behörde
Eine Behörde ist jede Stelle, die Aufgaben der öffentlichen Verwaltung wahrnimmt (§ 1 des deutschen Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG)). Dabei ist "Stelle" als organisatorische Einheit, i.e. als dauerhaft angelegte Zusammenfassung von Personal- und Sachmitteln zu verstehen.
Behörden führen zumeist ein Wappen, das auch im Dienstsiegel visualisiert wird. Behörden des Bundes führen den Bundesadler, Behörden des Landes das jeweilige Landeswappen und Gemeindebehörden die Gemeindeinsignien.
Die Abgrenzung einer Behörde zu einer Nicht-Behörde kann dann schwierig werden, wenn die öffentliche Hand wirtschaftliche Aufgaben übernimmt (Beispiel: Stadtwerke XY als Energieversorger), oder wenn (gleichsam als Spiegelbild der ersten Alternative) typerweise öffentliche Aufgaben durch Private erfüllt werden (Beispiel: Privatisierung der Abfallentsorgung/ - verwertung).
Dann ist die Frage, ob es sich um eine Behörde handelt, häufig eine der Rechtsstellung der Institution, in der öffentlichen Wahrnehmung auch eine Frage des Verhaltens der Mitarbeiter.
Der Begriff der Behörde kann auch eine Zusammenfassung mehrerer öffentlicher Verwaltungseinheiten bezeichnen. In Hamburg sind z. B. Bezeichnungen wie "Behörde für Inneres" üblich, die dem Ministerium für Inneres in anderen Ländern entspricht.
Behördenstruktur
Bundes- und Landesbehörden haben eine sehr ähnliche Struktur.
Sie unterscheidet sich - insbesondere in den Bezeichnungen - deutlich von kommunalen Behörden. Deshalb werden diese getrennt dargestellt.
Generell gilt, dass die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sowie die wesentlichen Arbeitsabläufe durch Gesetz, Verordnung, Erlass, Satzung, Geschäftsordnung oder anderweitig eindeutig und nachvollziehbar festgelegt sind. Neben den in Gesetzen und Verordnungen niedergelegten und damit einklagbaren Rechten der Bürger unterliegen die Behördenentscheidungen grundsätzlich einer rechtlichen Überprüfung (Verwaltungsgerichtsbarkeit).
Die internen Abläufe sind hingegen nicht einklagbar, unterliegen aber der Dienstaufsicht und können ggf. mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde belegt werden. Eine Klagbarkeit kann sich aus inneren Abläufen jedoch ergeben, wenn es dadurch zu einer Selbstbindung der Verwaltung kommt, ein Abweichen von einer Verwaltungspraxis demnach den allgemeinen Gleichheitssatz aus Art. 3 Ab. 1 GG verletzten würde.
Wegen der föderalen Struktur gibt es praktisch zu allem irgendwo auch Ausnahmen. Die folgenden Texte stellen daher den üblichen Fall dar.
Im Einzelfall kann es Abweichungen geben.
Die tragenden Organisationseinheiten der Bundes- und Landesbehörden sind die Dezernate. Sie werden in der Regel zu Abteilungen zusammengefasst. Die obersten Bundes- und Landesbehörden heißen "Ministerium". Ihre tragenden Organisationseinheiten werden nicht "Dezernat", sondern "Referat" genannt. Mehrere Referate werden zu einer Abteilung, ggf. auch zu einer Unterabteilung oder Gruppe zusammengefasst.
Die Bundes- und Landesbehörden führen die Gesetze des Bundes bzw. ihres Landes aus. (Siehe jedoch auch: Auftragsverwaltung).
Da die Länder die eigentlich konstituierenden Elemente der Bundesrepublik Deutschland sind, handeln diese selbständig im Rahmen ihrer Bundes- und Landesverwaltung nur unter der Aufsicht ihrer Regierung und diese des jeweiligen Parlaments sowie unter der Überprüfung durch Gerichte.
Bei im allgemeinen großen Verwaltungen heißen die einzelnen Behörden oft Amt, z. B. Finanzamt oder Forstamt.
Kommunalbehörden
Die tragenden Organisationseinheiten der Kommunalverwaltungen heißen Ämter. Mehrere Ämter werden in Dezernaten oder Referaten zusammengefasst. In der Kommunalverwaltung ist eine Abteilung eine Untergliederung eines Amtes.
Ein Abteilungsleiter einer Kommunalbehörde entspricht so eher einem Gruppenleiter der freien Wirtschaft, also einer Führungskraft mit sehr eingeschränkter Kompetenz.
Im Gegensatz dazu ist der Abteilungsleiter einer Bundesbehörde (siehe weiter oben) eine sehr mächtige Persönlichkeit, die in der freien Wirtschaft eher einem Direktor entspricht.
Bei größeren Abteilungen der Kommunalbehörden werden Funktionsgruppen gebildet. Diesen steht ein Gruppenleiter vor. Je nach Zuschnitt und Größe der Behörde werden Abteilungen und Funktionsgruppen heute vielfach auch als "Team" bezeichnet.
Kommunen werden bei ihrer Tätigkeit von der Kommunalaufsicht überwacht. Kommunalaufsichtsbehörden sind deren übergeordnete Behörden (Landrat, Regierungspräsident, Innenminister). Dies bedeutet, dass Entscheidungen von Kommunalbehörden grundsätzlich auch von der Aufsichtsbehörde aufgehoben werden können, in vielen Fällen wird deren vorhergehende Genehmigung erfordert.
Die Kommunalaufsicht ist hierarchisch geordnet und liegt für kleinere Gemeinden üblicherweise beim (Land-)Kreis, für diese häufig bei der Bezirksregierung. Höchste Instanz der Kommunalaufsicht ist üblicherweise der Innenminister des Landes.
Sonstige Behörden
Verwaltungsvorgänge
Verwaltungsvorgänge haben im allgemeinen sehr strenge Bezeichnungen.
So gibt es beispielsweise folgende festgelegte Bezeichnungen:
- Ein (Rund-)Erlass ist eine Anordnung aus der Ministerialverwaltungen an nachgeordnete Behörden, z.B. ein Erlass des Kultusministeriums über Regelungen bestimmter Vorgänge an Schulen.
- Eine Verfügung ist eine Anordnung mit Außenwirkung, d.h. an Behörden anderer Verwaltungsträger oder auch an Bürger, z.B. eine Polizeiverfügung des regionalen Polizeipräsidenten.
- Ein Auftrag ist jede Anweisung oder Mitteilung einer übergeordneten Behörde (die nicht oberste Behörde, also Ministerium ist, denn das Ministerium handelt nur durch Erlass, s.o.) an eine nachgeordnete Behörde.
- Ein Bericht ist hingegen grundsätzlich ein Schriftstück von unten nach oben. Ein Brief eines subalternen Behördenmitarbeiters an seinen Vorgesetzten oder gar an den Minister ist also auch dann ein "Bericht", wenn er nicht angefordert war, sondern eine Eigeninitiative des Beamten ist.
- Ein Schreiben ist alles andere, zum Beispiel Briefe an Bürger oder an andere Behörden.
Beispiel: Nach einem Einbruch ins Finanzamt schreibt der Polizeirevierleiter einen Bericht an den Polizeipräsidenten, er richtet ein Schreiben an das Finanzamt und eine Anordnung an seine ihm untergebenen Polizeibeamten.
Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Ämter
siehe auch: Verwaltung, Verwaltungsrecht, Rathaus
Zitat
- "Der glaubt wohl, es gibt keine Behörden mehr? Als ob es überhaupt ohne Behörde gehen könnte! Da möchte ja jeder über andere herfallen!"
- Aus "Krieg und Frieden" von Leo Tolstoi (Übersetzung: Werner Bergengruen)
Weblinks
- [http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/vwvfg/index.html Verwaltungsverfahrensgesetz] (VwVfG)
- [http://www.amtswege.de/ amtswege.de - Das Bürgerportal zu allen Verwaltungs- und Dienstleistungen]
Kategorie:Verwaltungsorganisation
!
SchlafstörungSchlafstörungen ungenau auch als Schlaflosigkeit bezeichnet, sind Abweichungen vom gesunden Schlafverhalten. Sie werden eingeteilt in:
- Schwierigkeiten beim Einschlafen
- Störungen des Durchschlafens
- Vorzeitiges Erwachen
- Übermäßiges Schlafen (Hypersomnie)
- Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus
- Schlaflosigkeit (Insomnie, Asomnie)
- Schlafwandeln (Mondsucht, Somnambulismus)
- Albträume
Nicht jeder Mensch benötigt exakt acht Stunden Schlaf. Die Schlafdauer ist vom Alter und von der körperlichen und seelischen Verfassung abhängig. Babys brauchen circa 16 Stunden Schlaf, Kinder etwa 7 bis 12 Stunden und Erwachsene bis zu 8 Stunden.
Schlafstörungen bei Säuglingen und Kleinkindern
Neugeborene haben noch keinen Tag/Nacht-Rhythmus. Sie schlafen zwischen 16 und 20 von 24 Stunden in mehr oder weniger langen Abschnitten, unterbrochen fast nur durch Nahrungsaufnahme. Diese extrem unregelmäßige Schlafform ist vor allem für die Mutter des Säuglings sehr belastend. Normalerweise werden mit zunehmendem Alter die Anteile des nächtlichen Schlafs immer länger, die des Tagschlafs immer kürzer, zum Beispiel schließlich erst noch zwei, dann nur noch ein Tagesschläfchen. Manchen Kindern gelingt dieser Übergang nicht, sie wecken ihre Eltern bis ins Kindergartenalter hinein noch mehrmals in der Nacht. In diesen Fällen sind oft verhaltenstherapeutische Ansätze am erfolgreichsten.
es fehlt hinweis auf pavor noccturnus und schlafwandeln
Schlafstörungen bei Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen
Hier sind am häufigsten psychische und soziale Ursachen zu finden. Wohl jeder kennt schlaflose Nächte aus Kummer, Freude, Sorgen, wegen eines aufregenden Erlebnisses usw. Erst wenn derartige Schlafstörungen so häufig werden, dass sie die Leistungsfähigkeit am Tag ungünstig beeinflussen, muss man von einer eigentlichen Störung mit Krankheitswert sprechen. Oft ist dann eine Überprüfung des Lebensstils die erste notwendige Maßnahme (allzu unregelmäßige Schlafenszeiten, zu belastende Arbeit oder Privatleben, Konsum von schlafstörenden Substanzen im Übermaß, zum Beispiel Alkohol, Nikotin, Amphetamine, Koffein). Ein normaler Schlafrhythmus lässt sich dann oft am besten mit schlafhygienischen Maßnahmen wiedererlangen. Schlafmittel sind nur für ganz kurzfristigen Einsatz zu empfehlen. Bei längerer Anwendung bewirken sie nebst einer Abhängigkeit auch eine schlechtere Schlafqualität.
Schlafstörungen beim älteren Menschen
Beim alten Menschen sind die häufigsten Ursachen für Schlafstörung: Zuviel Schlafenszeit und zuwenig Betätigungen tagsüber. Einerseits ist für alte Menschen der Tag oft langweilig und/oder eine Last, weshalb sie möglichst früh ins Bett und möglichst spät aufstehen möchten. Andererseits glauben viele, dass sie noch gleichviel Schlaf brauchen wie 20 Jahre zuvor, als sie noch voll im Berufsleben standen. Dies führt dann dazu, dass jemand, der ein tatsächliches Schlafbedürfnis von vielleicht 6 Stunden hätte, tatsächlich aber 9 Stunden im Bett verbringt. Da man auf Dauer nicht mehr schlafen kann, als man braucht, muss das dann dazu führen, dass diese 9 Bett-Stunden mit sehr schlechter Schlafqualität erkauft werden. Mit dem Konsum von Schlaftabletten, welche noch in den Tag hinein wirken, baut sich dann ein Teufelskreis aus Müdigkeit, Mittagsnickerchen und zunehmender nächtlicher Schlaflosigkeit mit steigendem Schlafmittelkonsum auf.
Oft kann auch die im Körper stattfindende hormonelle Umstellung - besonders bei Frauen in der Menopause -, sowie übermässiger Sex, insbesondere bei älteren Menschen, zu Schlafstörungen führen.
Arten von nichtorganischen Schlafstörungen
Einschlafstörung
Man liegt quälend lange wach, in Extremfällen sogar stundenlang, bis man einschläft, oft nach ungewohnter körperlicher oder geistiger Anstrengung, teilweise fühlen sich die Betroffenen unruhig und Gedanken „gehen durch den Kopf“.
Durchschlafstörung
Der Schlaf ist oberflächlich und „zerhackt“, man wacht häufig auf, jedoch ohne körperliche Ursachen (zum Beispiel Durst oder Harndrang).
Vorzeitiges Erwachen
Man wacht „viel zu früh“ auf und kann nicht mehr einschlafen. Der Betroffene liegt im Bett, wünscht sich, wieder einzuschlafen und liegt quälend lange wach. Unter vorzeitigem Erwachen leiden häufig ältere Menschen, es wird auch senile Bettflucht genannt.
Albtraum
Albträume sind für das Individuum schreckliche und/oder beängstigende Träume, die durch ihren repetitiven Charakter einen gewissen Leidensdruck erzeugen. Sie treten meist vor oder nach belastenden Ereignissen (zum Beispiel Autounfall, Prüfung, Operation) oder nach einer überstandenen Krankheit auf. Auch Alkohol- oder Drogenkonsum kann zu Albträumen führen.
Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus
Darunter versteht man eine länger andauernde und starke Verschiebung der Schlaf- und der Wachphasen, so dass der Tagesablauf und der Arbeitsalltag darunter leiden. (Etwa 20 % der Bevölkerung sind Frühaufsteher, 30 % sind „Nachtmenschen“ und 50 % sind Mischformen.)
Schlafwandeln (Mondsucht, Nachtwandeln, Somnambulismus)
Auch das Schlafwandeln (Somnambulismus) wird unter die nichtorganischen Schlafstörungen gerechnet. Dabei geht der Betroffene „wie im Traum“ in der Wohnung herum und scheint teilweise planvoll zu handeln. Nur selten kommt es dabei zu Stürzen oder Verletzungen. Nach dem Aufwachen können sich viele an nichts mehr erinnern.
---------------------
Hypersomnie
Die Betroffenen leiden unter einem vermehrten Schlafbedürfnis, klagen aber am nächsten Tag trotzdem über Müdigkeit und Erschöpfung. Hypersomnie kann auch organische Ursachen haben.
Zu nennen ist hier das Schlafapnoe-Syndrom (lautes Schnarchen mit Atempausen),
außerdem kommen u.a. Narkolepsie oder das Restless-Legs-Syndrom infrage.
Nichtorganische Ursachen
- Psychogene Faktoren (Angst, Stress, Schuldgefühle, Konflikte, psychische Krankheiten)
- Sorgen und Probleme als häufigste Ursachen für nichtorganische Schlafstörungen zeigen sich dadurch, dass der Betroffene Schwierigkeiten mit dem Einschlafen hat und sich im Bett umherwälzt und grübelt.
- Bei Depressionen und tiefen traurigen Verstimmungen haben die Betroffenen wenig Probleme mit dem Einschlafen, wachen jedoch nach einigen Stunden wieder auf, liegen wach und haben quälende Gedanken.
- Eine schlechte Wohnqualität (zu trockene Luft, ein überheizter oder zu kalter Raum, schlechte Luft, ein unbequemes Bett) führt zu einem „zerhackten“ Schlaf.
- Lärm führt zu einem "zerhackten" Schlaf, weil das Gehör während des Schlafs "wach" bleibt und das Nervensystem alle Geräusche registriert.
- Die Beeinträchtigung des Hell-Dunkel-Rhythmus bei Schichtarbeit führt zu einer Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus. Die „innere Uhr“ gerät aus dem Gleichgewicht. Während des Tages ist der Schlaf meist „oberflächlich“ und verkürzt und kann die verlorenen Nachtstunden kaum ausgleichen.
- Licht
- ungünstige Lage
- Medikamente und Drogen (Koffein, Alkohol, Schlafmittel, Weckamine ...)
- Koffeinhaltige Schmerz- und Grippearzneien, durchblutungsfördernde Mittel und Asthmamittel können Schlafprobleme vergrößern. Schlafmittel können Schlaf bringen, ihn aber ebenso auch stören, wenn man versucht, das Mittel nach einiger Zeit der Gewöhnung wieder abzusetzen.
- Wer viel Alkohol trinkt, kann meist schnell einschlafen. Aber der Alkohol belastet während des Schlafs das Nervensystem und die Organe, der mit dem Abbau des Giftes beschäftigt ist. Die „Narkotisierten“ wachen relativ schnell wieder auf und von nun an ist der Schlaf gestört. Die wichtigste Schlafphase, der REM-Schlaf, wird unterdrückt, das Schlafprofil verändert sich. So gesehen ist Alkohol in größeren Mengen einer der größten Schlafstörer, obwohl ein Glas Wein oder Bier ein „Schlummertrunk“ sein können.
Organische Ursachen
- Schmerz
- Erkrankungen des Herzens, der Atemorgane, des Magen-Darm-Kanals, des Urogenitaltraktes, einiger Drüsen sowie Durchblutungsstörungen
- Schlafapnoe-Syndrom Atemstillstandsphasen (Apnoe) im Schlaf
- unsere Gene: bekanntlich bleiben Frühaufsteher ihr Leben lang Frühaufsteher. Hier scheint das chronobiologisch aktive Gen "Period3" (university of Surrey) eine der Ursachen zu sein.
Komplikationen bei nichtorganischen Schlafstörungen
- Man fühlt sich am nächsten Tag „gerädert“, ausgelaugt, erschöpft, benommen, man ist unkonzentriert und braucht viele Stunden, um sich wieder fit zu fühlen.
- Anhaltender Schlafmangel wirkt auf das gesamte Nervensystem, er verändert die Wahrnehmung, er stört die Sinne und schwächt das Immunsystem. Inzwischen weiß man um die Folgen von chronisch gestörtem Schlaf. Dazu zählen vor allem Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Magen-Darm-Erkrankungen sowie psychische Krankheiten (zum Beispiel Depressionen).
- Oft kommt es auch zum dauernden Gebrauch von Schlafmitteln und zur Arzneimittel-Abhängigkeit.
- Insgesamt schätzt man, dass die Schäden, die in Deutschland durch übermüdete Menschen in Autos oder an Maschinen entstehen, etwa 10 Milliarden Euro pro Jahr ausmachen. Etwa 20 % aller Unfälle auf den Straßen beruhen auf Müdigkeit.
- Eine Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus führt zu einer Verschiebung des gesamten Tagesablaufes, was zu Müdigkeit, geistiger Abwesenheit, Reizbarkeit und zu Unfällen am Arbeitsplatz führen kann. Durch das lange Ausschlafen am Wochenende und durch die Störung des Hell-Dunkel-Rhythmus kann es zu depressiven Verstimmungen kommen.
- Albträume können (insbesondere bei Kindern) zur Angst vor dem Einschlafen und deshalb zu zusätzlichen Schlafproblemen führen. Darüber hinaus können sie das Gefühlsleben am Tag negativ beeinflussen. Im Extremfall können Albträume so stark sein, dass sie körperliche Funktionen in Mitleidenschaft ziehen.
- Selten kann Schlafwandeln (Mondsucht, Nachtwandeln, Somnambulismus) zu Stürzen und Verletzungen führen; Gegenstände können an andere Plätze verlegt werden, so dass man sie am nächsten Tag nicht mehr wiederfindet.
Behandlung nichtorganischer Schlafstörungen
Schlaffördernd wirkt alles, was der Entspannung und dem seelischen Ausgleich dient. Man muss innerlich und äußerlich „loslassen“ können, um Ruhe zu finden. Viele Menschen bevorzugen dafür Kuschelstimmungen, individuelle Arm- und Beinhaltungen; eigene Kissen oder Decken, die umschlungen werden.
- Entspannende Rituale (z. B. gemeinsam ein Spiel spielen, sich vorlesen lassen, eine Honigmilch trinken, sich von ruhiger Musik berieseln lassen)
- Entspannungsübungen
- ein warmes Bad mit Melissen- oder Lavendelöl
- Massagen
- sanfte Bewegung (aber keinen anstrengenden Sport)
- Beruhigungstees
Da vor allem psychische Probleme zu Schlafstörungen führen, kann die Nacht zu einer wichtigen Problemhelferin werden. Es ist still, der Partner/die Partnerin und die Kinder schlafen, man ist ungestört und kann über sich selbst nachdenken. Es kann hilfreich sein, die Sorgen und Probleme, die Zwischenbilanzen und Entscheidungen (am besten kleine Schritte) aufzuschreiben. Dazu kann ein Schlaftagebuch nützlich sein.
Siehe auch: senile Bettflucht
Literatur
- Jutta Backhaus und Dieter Riemann: Schlafstörungen. Hogrefe, Verl. für Psychologie, 1999. ISBN 3-8017-1122-6
Weblinks
- [http://www.schlaf.de/schlaf_gestoert/2_0_wennderschlaf.php Thema Schlafstörung auf www.schlaf.de]
- [http://www.dgsm.de/ Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)]
- [http://www.schlafstoerungen-online.de/ Schlafstoerungen-online.de - Störungen und Krankheiten des Schlafes]
- [http://www.schlafgestoert.de/ Schlafgestoert.de]
- [http://www.schlaf-aktuell.de Selbsthilfe und Entspannungstechniken bei Schlafproblemen]
- [http://www.hausfrauenseite.de/kinder/einschlafen.html Schlafstörungen bei Kindern]
- [http://www.bsd-web.de/screeningpraxen.html Bundesverband Schlafapnoe Deutschland BSD e.V. hier finden sie Listen von niedergelassenen Ärzten mit Screeningpraxen für Schlafmedizin, Schlaflabore, Schlafmediziner und Selbsthilfegruppen nach PLZ sortiert]
- [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21237/1.html Wenn die Nächte nicht enden wollen… (Telepolis)]
Kategorie:Schlaf
Depression
Eine Depression (v. lat. depressio „Niederdrücken“), in der Medizin meist als depressive Episode bezeichnet, ist eine psychische Störung,
die durch die Hauptsymptome gedrückte Stimmung, gehemmter Antrieb, Interessenlosigkeit und Freudlosigkeit, ein gestörtes Selbstwertgefühl und eine Abschwächung der Fremdwertgefühle (Verlust von Interesse/Zuneigung für früher wichige Tätigkeiten oder Bezugspersonen, Schwund der emotionalen Resonanzfähigkeit, wobei sich der Patient seiner fehlenden Fremdwertgefühle schmerzhaft bewusst wird - von Betroffenen als Gefühl der Gefühllosigkeit bezeichnet) gekennzeichnet ist.
Symptome
Neben den bereits genannten Hauptsymptomen können unter anderem das Gefühl der Minderwertigkeit, Hilf- und Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühle, Müdigkeit, verringerte Konzentrations- und Entscheidungsfähigkeit, sinnloses Gedankenkreisen, langsameres Denken, Reizbarkeit, Ängstlichkeit, vermindertes Gefühlsleben bis hin zur Unfähigkeit des Zeigens einer Gefühlsreaktion und verringertes sexuelles Interesse auftreten. Häufig tritt bei einer akuten Depression auch eine völlige Unmotiviertheit auf. Die Betroffenen werden passiv und sind zum Teil nicht in der Lage, einfachste Tätigkeiten wie Einkaufen und Abwaschen zu verrichten. Bereits das morgendliche Aufstehen kann dann Probleme bereiten.
Negative Gedanken und Eindrücke werden häufig überbewertet und positive Aspekte nicht wahrgenommen beziehungsweise für zufällig gehalten.
Depressionen äußern sich oft auch in körperlichen Symptomen (Vitalstörungen) wie zum Beispiel Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Gewichtsabnahme, Gewichtszunahme, Verspannungen, Schmerzempfindungen im ganzen Körper, Kopfschmerzen und verlangsamten Bewegungen. Auch kann eine verstärkte Infektionsanfälligkeit beobachtet werden. Die Schlafstörungen äußern sich dabei meist in großer Tagesmüdigkeit, Durch- und Einschlafstörungen sowie frühmorgendlichem Aufwachen und Wachbleiben mit Kreisdenken.
Je nach Schwere der Depression kann diese mit | | |